Streiflichter aus Amerika

Neulich grübelte ich vor meinem DVD-Regal über eine passende Abendunterhaltung und stieß auf Picknick mit Bären, eine Verfilmung eines Buches von Bill Bryson, und wieder war ich fasziniert von der Geschichte. Ein paar Tage später fiel mein Blick auf meinen SuB (Stapel ungelesener Bücher) in dem sich doch tatsächlich zwei Bücher des Herrn Bryson versteckten. Meine Wahl fiel auf Streiflichter aus Amerika.

Bill Bryson und seine Familie kehren nach einigen Jahren in England in Brysons Heimat die USA zurück. Kurz darauf bittet ein Freund von ihm für seine Zeitung eine Kolummne über die USA zu schreiben. Obwohl Bryson dafür eigentlich keine Zeit hat, schreibt er doch über alles, was ihm in seiner neuenalten Heimat auffällt.

Streiflichter aus Amerika kommt mit dem Untertitel „Die USA für Anfänger und Fortgeschrittene“ daher, was die Erwartung schürt einen humorvollen Guide durch die Eigenheiten der USA zu bekommen gepaart mit nützlichen Tipps für Touristen. Hier wird der Leser jedoch durch Titel und Klappentext in die Irre geführt. Denn die einzelnen Kapitel waren ursprünglich Kolummnen in der Mail on Sunday, eine britische Zeitung. Dies wird jedoch in einem sehr lustigen Vorwort schnell erklärt und so ist man auf die neue Situation von Anfang an eingestellt.
In den Kolummnen schreibt Bryson über praktisch alles. Von der Post, Kino, Motels, Strand, Steuererklärung, die Wunderwelt der Technik, Flughäfen, Bürokratie, Automietung, Sommer, Winter, Universitäten, Drogen, Friseur und Lesereisen, um nur eine kleine Auswahl zu nennen. In 78 Kapiteln, die je einer Kolummne entsprechen, erzählt Bryson über seinen Alltag, seine Beobachtungen und über alles, was ihn gerade ausregt. Dabei sind manche Kapitel interessanter und spannender als andere, aber im großen und ganzen ist eine so große Mischung an Themen vorhanden, dass für jeden etwas dabei sein dürfte. Leider überwiegt bei vielen Kapiteln das Meckern. Bryson lässt an seinen Landsleuten kaum etwas Gutes. Würde man die Amerikaner nur nach diesem Buch bewerten, dann bewegen sie sich praktisch gar nicht und die Hellsten sind sie auch nicht. Das ist etwas schade, denn gekauft habe ich das Buch bei der Reiseliteratur, aber vorbereitet auf eine Reise in die USA ist man nach diesem Buch nicht. Aber wenn man sich von diesen Erwartungen löst und sich vor Augen führt, dass die Kolummne 1996 geschrieben wurde, dann macht das Lesen Spaß. Ein gutes Buch für zwischendurch mit abgeschlossenen Kapiteln.

Alles in allem schüren Titel und Klappentext falsche Erwartungen und leider überwiegt das Meckern, aber trotzdem macht das Lesen Spaß.

Horrorctober #2: Insidious

Und weiter geht es mit Gruselspaß im Horrorctober. Nachdem ich im letzten Jahr bereits den dritten Teil der Insidious Reihe im Kino sah, habe ich mich nun an den ersten gewagt.

Familie Lambert ist frisch umgezogen, als sie merkwürdige Dinge in ihrem Haus registrieren, wie komische Laute aus dem Babyfon. Diese Dinge häufen sich, nachdem ihr Sohn Dalton von der Dachbodentreppe fällt und im Koma liegt. Auch ein Umzug hilft nicht, denn die Phänomene häufen sich auch im neuen Haus. Also suchen sie sich professionelle Hilfe beim Medium Elise.

Insidious ist ein Film, der wenig auf Schockmomente setzt, dafür umso mehr auf langsam aufsteigende Angst. Man fühlt mit der Familie, die sich hilflos gegenüber der seltsamen Phänomene in ihrem Haus fühlen und gleichzeitig um ihren Sohn trauern, der einfach nicht aus dem Koma erwachen will und bei dem selbst die Ärzte ratlos sind. Die auftretenden Phänomene sind nicht wirklich neu, sondern sehr typisch für Haunted House Filme. Dafür ist die Idee der Astralreise neu und gut umgesetzt. Die Spannung wird im Film langsam aufgebaut und gipfelt in einem packenden Finale, das aber auch in der etwas langsameren Erzählweise des Films gezeigt wird. Dadurch kommt etwas weniger Spannung auf, als in vergleichbaren Filmen, und auch etwas zu wenig, um den Zuschauer wirklich mitzureißen. Dafür entfernt sich Insidious aber vom Horroreinheitsbrei und erzählt eine etwas neuere Geschichte.

Gruselfaktor: 2/5
Handlung: 4/5
Umsetzung: 3/5
Gesamt: 3/5

Bad Moms

Am 22.09.2016 erschien ein Film, der endlich einmal den Müttern gewidmet wurde, in den deutschen Kinos.

Amy hat Ehemann, zwei Kinder, Haus, Hund und Karriere. Doch dies alles unter einen Hut zu bringen, bringt sie beinahe täglich zur Verzweiflung. Eines Tages hat sie die Nase voll und gründet mit zwei weiteren überforderten Müttern die Bad Moms und hören auf zu versuchen perfekt zu sein. Das passt den perfekten Müttern jedoch gar nicht in den Kram.

Jeder, der nicht selbst Mutter ist, dürfte kaum verstehen, wie schwer es ist Kinder und Job unter einen Hut zu kriegen und dabei auch noch das eigene Leben zu genießen. Man möchte den Kindern alles bieten und rund um die Uhr für sie da sein, aber gleichzeitig auch noch das Geld für alles zu verdienen. Zu allem Überdruss wird einem aber auch noch von allen Seiten zugetragen, dass sie perfekt sein müssen, um eine gute Mutter zu sein. Sei es in der Werbung, in Filmen und Serien oder von den perfekten Müttern in Kindergarten und Schule. Mit Bad Moms startet nun endlich ein Film in den Kinos, der die Sorgen und Ängste der Mütter ernst nimmt und diese auf humorvolle Weise beleuchtet.
Wenn man an die Zukunft denkt, dann gehört meistens ein Haus, ein Mann, Kinder und natürlich der Hund dazu. Meistens wird dies auch gerne gegen eine Karriere ausgetauscht, manchmal soll auch beides verbunden werden. Genauso ist es bei Amy. Sie hat ein Haus, ist verheiratet, hat zwei Kinder, einen Hund und auch eine Karriere. Und um alles zu kombinieren eine Menge Stress und nie Zeit für sich. So eilt sie permanent vom Job zu Schule, um ihre Kinder immer rechtzeitig zu ihren Freizeitaktivitäten zu bringen. Doch als sie bemerkt, dass ihr Mann sie online betrügt, ändert sich ihre Einstellung gewaltig. Sie wirft ihren Mann raus und gründet zusammen mit zwei anderen überforderten Müttern die Bad Moms. Was zunächst eine totale Erleichterung des Alltags zu sein scheint, dreht sich langsam zu einer Katastrophe, als die perfekten Mütter davon Wind bekommen und dagegen angehen.
Wie weit geht die Verantwortung einer Mutter perfekt sein zu müssen? Mit dieser Frage geht Bad Moms respektvoll um und schafft es dennoch mit gekonntem Witz eine Komödie zu erschaffen. Die einzelnen Aspekte im Leben einer Mutter werden realitätsnah aufgegriffen und auch die verschiedenen Muttertypen werden vorgestellt. Von der reichen Gattin mit den perfekten Kindern, zur überforderten alleinerziehenden Mutter, die viel zu wenig Zeit mit ihrem Kind verbringt sind alle Stereotypen dabei. Alle diese Typen werden mit positiven und negativen Eigenschaften dargestellt, so dass hier keine Mutter als Idealtyp, aber auch keine als abschreckendes Beispiel fungieren muss.
Bereits im Trailer wurde mit „Von den Machern der Hangover Reihe“ geworben. Hier könnte man denken, dass Bad Moms mit ebenso derben Humor daher kommt, doch das ist nicht der Fall. Denn der Humor in Bad Moms ist wohldosiert, gut durchdacht und verzichtet, bis auf ein paar Ausnahmen, gänzlich auf Witze unter der Gürtellinie. Dadurch wird es zu einem Spaß für mehrere Altersgruppen. Die Schauspieler sind passend ausgewählt und spielen ihre Sache sehr souverän. Spannung wird während des Films erzeugt und auch bis zum Ende ausrecht erhalten, ist aber nicht der Kernpunkt des Films.

Alles in allem endlich ein gelungener Film für die Mütter. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.

Captain Fanstastic – Einmal Wildnis und zurück

Am 18.08.2016 erschien ein Film über eine Familie, die in der Wildnis lebt, in den deutschen Kinos.

Ben lebt mit seinen sechs Kindern in der Wildnis, fernab der Zivilisation. Die Mutter ist derzeit aufgrund einer bipolaren Störung in einer Klinik. Die Kinder wachsen mit Jagen, Überlebenstraining, strengem Privatunterricht und Musik auf. Doch nachdem die Mutter sich das Leben nahm, wollen sie zur Beerdigung fahren. Dafür müssen sie wieder in die Zivilisation.

Captain Fantastic ist kein Film über einen großen Superhelden, wie der Titel vielleicht vermuten lässt. Es ist ein Film, in dem irgendwo versteckte Systemkritik schlummert, die aber nicht primär im Vordergrund steht. Stattdessen ist das Grundszenario zwar ein Entkommen der digitalen Welt, aber der Film kommt trotzdem zunächst als einfacher Road-Movie daher.
Der Zuschauer lernt zunächst Ben und seine sechs Kinder kennen. Sie haben sich nahezu komplett von jeder Zivilisation zurückgezogen und leben in tiefster Wildnis. Hier lehrt Ben seinen Kindern jagen und Überleben in der Wildnis, dazu gehören auch viele Sporteinheiten, aber er lehrt ist auch ihr Lehrer für alle schulischen Sachen. Die Kinder sind größtenteils glücklich mit ihrem Leben, nur Rellian, einer der Söhne, wünscht sich ein normaleres Leben. Ihr Leben wird aus dem Gleichgewicht gebracht, als die Mutter Selbstmord begeht. Diese ist bereits zu Beginn des Films in einer psychiatrischen Klinik, um ihre bipolare Störung zu behandeln. Die Mutter war strenge Buddhistin und hat daher verfügt, dass sie verbrannt und die Asche in einer öffentlichen Toilette heruntergespült wird. Nur hat ihr Vater als strenger Christ beschlossen, dies zu ignorieren und eine normale Beerdigung zu organisieren. Um dies zu verhindern, beschließen Ben und seine Kinder zurück in die Zivilisation zu fahren, um die Beerdigung zu verhindern. Dort müssen gerade die Kinder feststellen, dass sie sich sehr stark von allen anderen unterscheiden und Ben muss überdenken, ob seine Erziehungsmethoden wirklich in allen Bereichen gut ist.
Captain Fantastic zeigt zwei verschiedene Welten auf und zeigt beide in ihren absoluten Extremen. Es gibt einmal die Welt der „normalen“ Zivilisation, in diesem Film repräsentiert durch Bens Schwester Harper und ihre Familie. Sie leben in einem schönen Haus und die Kinder haben technisch gesehen eine große Ausstattung. Diese nutzen sie jedoch auch die meiste Zeit über und konzentrieren sich wenig auf soziale Kontakte und ihre Bildung. Die Eltern lassen den Kindern viel durchgehen und nehmen wenig Anteil am Tun der Kinder. Als Gegenbeispiel werden Ben und seine Kinder gezeigt. Die Kinder werden unter strengen Hand erzogen, leben ohne jeglichen technischen Fortschritt und lernen schon in jüngstem Alter mehr als an jeder Schule. Abgesehen von der eigenen Familie haben sie keine sozialen Kontakte, können aber jagen und die Bill of Rights auswendig aufsagen. Durch die Gegenüberstellung werden beide Extreme dargestellt und die Nachteile herausgearbeitet. Dadurch kommt eine gewisse Systemkritik auf, die aber nicht konsequent genutzt wurde. Stattdessen wurde ein Road Movie konzipiert, der daran krankt lediglich Andeutungen statt Aussagen zu machen. Durch Bens sehr abstruse Vorstellungen eines guten Lebens für seine Kinder ist keinerlei Identifikation mit den Charakteren möglich. Dadurch geht jedoch auch die Spannung verloren, denn der Ausgang der Geschichte ist keine Überraschung. Der Film soll einem gute Laune vermitteln durch das befreite Lebensgefühl von Ben und seinen Kindern. Doch gibt es viele Spannungen innerhalb der Familie, dass auch dies nicht aufkommen kann. So setzt der Film an vielen Stellen an und kann doch keine der Versuche erfüllen.

Alles in allem versucht der Film mehr zu sein, als er ist und selbst was er ist, setzt er nicht gut um. Dafür gibt es 03 von 10 möglichen Punkten.

Cinemathek: Mängelexemplar

Willkommen in der Cinemathek, heute mit „Mängelexemplar“. Der Film lief am 12.05.2016 in den deutschen Kinos an.

Karo verliert erst ihren Job, dann ihren Freund und verliert sich dann in einer Depression. Ihre beste Freundin möchte nichts mehr mit ihr zu tun haben und auch ihre Familie ist nicht gerade intakt. Aber wie kommt man aus diesem Kreislauf wieder heraus?

Depressionen sind eine psychische Störung, über die noch immer sehr wenig bekannt ist und deren Symptome meist sehr spät erkannt werden. Studien nach ist die Verbreitung nicht klar einzugrenzen, da sie weltweit auftritt, in allen Altersgruppen und bei beiden Geschlechtern. Der Film Mängelexemplar befasst sich mit Karo. Karo ist ein Beispiel von vielen und zeigt mögliche Ursachen und mögliche Lösungswege. Karo war noch nie ein sehr fröhlicher Mensch und leidet unter der Scheidung ihrer Eltern, die ihre Mutter in eine Depression stürzte. Daher ist sie zum großen Teil bei ihren Großeltern aufgewachsen, doch inzwischen ist ihr Großvater verstorben. Durch ihre negative Art verliert sie am Anfang des Films erst ihren Job, vergrault durch die daraus resultierende schlechte Laune erst ihre beste Freundin und dann ihren Freund. Dadurch stürzt sie immer mehr in ein Tief und sucht Hilfe bei einer Therapeutin. Die rät ihr nicht an sich selbst herumzudoktoren, sondern allem Zeit zu lassen. Leider hält sich Karo da nicht dran und stürzt sich damit selbst in eine Depression. Nun braucht sie wirklich Hilfe.
Mängelexemplar ist ein Film, der versucht Depressionen ein bisschen zu erklären und das jeder versuchen kann aus dem Kreislauf wieder heraus zu kommen. Leider gibt es mit der von grundauf sehr unsympathischen Protagonistin keinerlei Identifizierungspunkt. Dadurch ist immer eine große Kluft zwischen Film und Publikum und kann dadurch auch keine Botschaft herüberbringen. Durch innere Monologe versucht der Film die Gedankenwelt der Protagonistin darzustellen, um ihre Handlungen besser nachvollziehbar zu machen. Leider sind die Gedanken zu kreuz und quer, dass auch dies den Zuschauer nicht näher einbezieht. Die Ursachen der Depression werden zwar gezeigt, aber auch nicht näher erklärt. Beispielsweise gibt es die Möglichkeit der Vererbung eines bestimmten Gens, das Depressionen auslösen kann. Da die Mutter bereits Depressionen hatte, wäre das eine Möglichkeit. Aber auf Details wird im Film an keiner Stelle eingegangen, was besonders schade ist. So wirkt der Film sehr überflüssig und auch die Thematik selbst hat keine Bedeutung. Da die Identifizierung mit der Protagonistin fehlt, kann auch keine Spannung im Film aufgebaut werden. Es ist dem Zuschauer einfach egal, ob Karo geheilt wird und ob sie ihr Leben auf die Reihe bekommt.

Alles in allem ist Mängelexemplar ein Film, der die richtige Intention hat, diese aber nicht umsetzen kann. Dafür gibt es 05 von 10 möglichen Punkten.

SMS für dich

Am 15.09.2016 erschien eine traurig schöne deutsche Romanze in den deutschen Kinos.

Vor zwei Jahren verlor Clara ihren Verlobten Ben bei einem Verkehrsunfall. Noch immer ist sie nicht über diesen Verlust hinweg und schreibt in ihrer Einsamkeit SMS an Bens alte Handynummer. Nur leider ist diese inzwischen neu vergeben und landet bei Sportjournalist Mark. Die sehnsüchtigen SMS berühren Mark so sehr, dass er Clara unbedingt kennenlernen muss.

Caroline Herfurth dürfte den meisten spätestens seit Fack ju Göhte ein Begriff sein. Nun versuchte sie sich das erste Mal auch als Regisseurin und übernimmt auch gleich noch die Hauptrolle der Clara. Der Film basiert auf dem gleichnamigen Roman von Sofie Cramer.
Clara Sommerfeld ist Zeichnerin und brachte mehrere Bildbände des Kinderbuches „Die kleine Raupe Rieke“ heraus. Doch als ihr Verlobter Ben vor ihren Augen bei einem Verkehrsunfall stirbt, bricht ihre ganze Welt zusammen. Zunächst versuch sie sich vor der ganzen Welt zu verstecken und zieht zu ihren Eltern und versucht dort ihre Trauer zu überwinden und einen weiteren Bildband zu zeichnen. Doch auch nach zwei Jahren schafft sie es immer noch nicht eine glückliche Raupe zu zeichnen. Trotzdem beschließt sie aus der Abgeschiedenheit des Elternhauses auszubrechen und sich wieder mit der Großstadt Berlin auseinander zu setzen. Sie zieht wieder in eine WG mit ihrer guten Freundin Katja, die nun versucht Clara aus ihrem Kokon zu holen. Ihr Allheilmittel sind neue Dates. Doch Clara tut sich schwer mit der Idee. Beim Auspacken ihrer Sachen entdeckt sie ihr altes Handy und versucht ihren Kummer zu vertreiben, in dem sie SMS an Bens alte Nummer schreibt. Nicht ahnend, dass die Nummer bereits neu vergeben wurde. Mark, der neue Besitzer, kann sich nicht so richtig in der Beziehung mit seiner Freundin Fiona finden. Doch die SMS von Clara verändern etwas in ihm und er möchte unbedingt den Absender kennenlernen.
SMS für dich hat keine Handlung mit besonders vielen Überraschungen. Nachdem das Anfangsszenario geklärt war, war relativ schnell klar, wie der Film weitergehen und enden würde. SMS für dich hat aber dafür mehr Gefühl, romantische und tieftraurige Momente als jede vergleichbare Romanze. Der Film berührt den Zuschauer gerade durch die einfach gehaltene Handlung und sorgt für schöne Dialoge. Hier wird der Zuschauer gleichzeitig romantisch verzaubert und zu Tränen gerührt. Alle Charaktere sind mit verschiedenen positiven und negativen Eigenschaften gekennzeichnet und können so direkt aus dem realen Leben entspringen. Gleichzeitig sind sie auch alle sehr verschieden, so dass für jeden ein Charakter zum identifizieren da ist.
Die Idee jemanden durch SMS an den verstorbenen Verlobten kennenzulernen ist auch einmal Neu und so noch nicht gesehen. Dadurch reduziert sich der Film nicht nur auf die Liebesgeschichte, sondern zeigt auch den Umgang mit Trauer und deren Bewältigung. Auch wird der Weg Claras zurück ins Leben gezeigt, zurück zu ihren Freunden, zurück in ihren Beruf und wie man wieder Lebensfreude empfinden kann. Der einzige etwas unpassende Faktor im Film ist Katja Riemanns Rolle als Schlagerstar Henriette Boot. Zwar hat ihre Rolle ihre Daseins Berechtigung für die Handlung, doch ist sie etwas zu schrill und bunt geraten und stört so die Dynamik des Films.

Alles in allem ein runder Film, der sowohl berühren als auch zu Tränen rühren kann. Dafür gibt es 09 von 10 möglichen Punkten.

Horrorctober #1: 22 ways to die

Der Horroroctober ist angelaufen und passend dazu hat sich das Wetter verschlechtert. An so einem grauen verregneten Tag macht es auch viel mehr Spaß sich unter die Decke zu kuscheln und einen Horrorfilm zu gucken, als wenn draußen noch immer die Sonne locken würde.

26 Regisseure bekommen einen Buchstaben des Alphabets und sollten daraus eine kurze Horrorepisode drehen. Die Themen waren frei wählbar und es gibt keinen roten Faden, der die Episoden verbindet. Aber jedes Thema steht für eine andere Art zu sterben.

Ich sehe praktisch die Fragezeichen in euren Gesichtern. Wieso heißt der Film „22 ways to die“, wenn doch das Alphabet 26 Buchstaben hat? Das liegt daran, dass 4 Episoden aus der deutschen Fassung komplett gestrichen wurden, die im Original „The ABCs of Death“ noch aufgeführt waren.
Nach der Beschreibung dachte ich, dass man mit einem Episodenfilm eigentlich nichts falsch machen kann und vielleicht noch ein bisschen Abwechslung in meine Liste bringt. Leider enttäucht der Film auf ganzer Linie, denn jede Episode ist abstruser als die andere. Dabei kamen so viele Trashsequenzen zusammen, die auch noch in keiner Sekunde gruselig oder horrormäßig sind, dass man den Film spätestens ab dem Buchstaben F ausschalten möchte. Die Episodenideen sind zwar mitunter sehr kreativ, aber auch so abgedreht, dass „22 ways to die“ ein Film ist, den ich gerne für immer aus meinem Gedächtnis löschen möchte.

Gruselfaktor: 0/5
Handlung: 1/5
Umsetzung: 0/5
Gesamt: 0/5

Verpasst im September 2016

Hallo ihr Lieben,
der September dieses Jahr war schon etwas seltsam. So oft habe ich meine Sommersachen noch nie aus dem Schrank gekramt, wie in diesem September. Erst war es wieder 30°C, dann auf einmal wieder unter 20°C und dann kam die nächste Hitzewelle. Abgesehen vom Wetter war der September auch voller Filme unterschiedlicher Genres. Das Sommerloch wurde eindeutig wieder aufgeholt. Ich habe 8 reguläre Filme gesehen, plus Montags die Cinemathek, und trotzdem noch einige Filme verpasst.

1) The Light between Oceans: Mit Michael Fassbender und Alicia Vikander ist dieses Drama mit zwei sehr starken Schauspielern besetzt und das allein ist schon Grund genug diesen Film auf meiner Liste zu behalten.

2) My first lady: Die Geschichte, wie sich Barack und Michelle Obama kennenlernten. Mich interessieren weniger die Personen an sich, als das ich vom Film eine schöne Romanze erwarte. Auch diesen Film hol ich noch nach.

3) Findet Dorie: Die Fortsetzung von Findet Nemo brauchte 13 Jahre, aber nun ist sie im Kino angelaufen. Auch der Film wird definitiv noch nachgeholt.

4) Mit dem Herz durch die Wand: Was passiert, wenn man alles hört, was in der Wohnung neben an passiert, aber sich nicht beschweren kann, weil die andere Wohnung nicht einmal im selben Bezirk liegt? Hier soll Romantik entstehen und das werd ich auch noch erfahren!

Blogparade: My 100 greatest films of the 21st century … so far

Hallo ihr Lieben,
auf dem absolut letzten Drücker und in stundenlanger Arbeit habe ich es doch noch geschafft eine Liste mit allen Filmen, die ich seit 2000 gesehen habe zu erstellen, und daraus die, meiner Meinung nach, 100 besten Filme herauszusuchen. Meine Liste wird in chronologischer Reihenfolge (geordnet nach Erscheinungsjahr) sein und nicht in wertender, denn ich will versuchen eine gute Balance zwischen allen Genres zu schaffen und die einzelnd zu bewerten ist sehr schwer! Ich habe versucht Filme zu nehmen, die ich entweder herausragend gut finde, oder die in ihrem Genre eine besonders gute Leistung abgeliefert haben und sich von den Genreklitschees gelöst haben. Mir ist beim Erstellen aufgefallen, dass ich mich eigentlich erst seit 2014 wirklich intensiv mit Filmen befasst habe, weswegen die Jahre davor etwas dünner gesäht sind. Die genauen Regeln findet ihr bei der Schöpferin dieser Blogparade Miss Booleana.

1) Die 9 Pforten.
2) Pitch Black – Planet der Finsternis
3) Requiem for a Dream
4) A beautiful mind
5) Donnie Darko
6) Memento
7) Oceans 11
8) Catch me if you can
9) Minority Report
10) Butterfly Effect
11) Harry Potter und der Gefangene von Askaban
12) Lauras Stern
13) Das Meer in mir
14) Das Phantom der Oper
15) Terminal
16) Lord of War
17) Stolz und Vorurteil
18) Blood Diamond
19) The hills have eyes
20) Pans Labyrinth
21) Peaceful Warrior
22) Silent Hill
23) Tristan & Isolde
24) Der seltsame Fall des Benjamin Button
25) Invictus – Unbezwungen
26) The hurt locker
27) Black Swan
28) Eat Pray Love
29) The King’s Speech
30) Tucker & Dale vs. Evil
31) Moneyball
32) Larry Crowne
33) The Cabin in the Woods
34) Flight
35) Les Mierables
36) The Avengers
37) Pitch Perfect
38) Silver Linings
39) Vielleicht lieber morgen
40) Alles eine Frage der Zeit
41) Das erstaunliche Leben des Walter Mitty
42) Remember Sunday
43) Philomena
44) Saving Mr. Banks
45) Die Unfassbaren – Now you see me
46) #Zeitgeist
47) Der Chor – Stimmen des Herzens
48) Die Entdeckung der Unendlichkeit
49) Guardians of the Galaxy
50) The Imitation Game
51) John Wick
52) Monsieur Claude und seine Töchter
53) Der Richter
54) Das Schicksal ist ein mieser Verräter
55) Still Alice
56) Whiplash
57) Alle steht Kopf
58) Ant Man
59) The Big Short
60) Brooklyn
61) Bridge of Spies
62) Codename UNCLE
63) The Danish Girl
64) Ex_Machina
65) Die Frau in Gold
66) Frühstück bei Monsieur Henri
67) The hateful eight
68) Kingman – The secret service
69) Krampus
70) Mad Max – Fury Road
71) Der Marsianer
72) Picknick mit Bären
73) Raum
74) Sicario
75) Spotlight
76) Unter dem Sand
77) Son of Saul
78) Bad Moms
79) BFG – Big friendly giant
80) Deadpool
81) Eddie, the Eagle
82) Ein ganzes halbes Jahr
83) Ein Hologramm für den König
84) Hail Caesar
85) Money Monster
86) SMS für dich
87) Snowden
88) War Dogs
89) Zoomania
90) Der Herr der Ringe – die Gefährten
91) Brücke nach Terabithia
92) Inception
93) Ziemlich beste Freunde
94) Nightcrawler
95) Bubble Boy
96) Fluch der Karibik
97) Ratatouille
98) The Children
99) Slumdog Millionär
100) Kiss the cook

Die glorreichen Sieben

Am 22.09.2016 erschien ein neuer Western mit Denzel Washington in der Hauptrolle in den deutschen Kinos.

Das kleine Städtchen Rose Creek wird von dem Geschäftsmann Bartholomew Bogue terrorisiert. Um sich zu wehren engagieren die Bürger eine Gruppe aus sieben Kopfgeldjägern, Kleinkriminellen und Revolverhelden.

Aktuell gibt es immer wieder Remakes oder Reboots in den Kinos. Darüber gibt es verschiedene Meinungen, meist wird dieser Trend stark verurteilt. So ist auch Die glorreichen Sieben ein Remake eines Westerns aus dem Jahr 1960. Wobei dieser wiederum ein Remake eines japanischen Films aus dem Jahr 1954. Doch bei allen Remakes dieser Reihe wurde immer etwas geändert, so dass sie in die derzeitige Zeit passten. So veränderte das Remake von 1960 das Setting von Japan mit den Samurai zu einem Western. Und das Remake von 2016 verwandelte die ursprünglich sieben weißen Cowboys in eine heterogene Gruppe aus verschiedenen Ethnien.
Das Städtchen Rose Creek hat ein Problem. Die Bevölkerung, die fast ausschließlich aus armen Farmern besteht, wird von dem rücksichtslosen Geschäftsmann Bartholomew Bogue terrorisiert. Er will ihnen das Land abkaufen, um nach Gold zu schürfen. Zur Bekräftigung seiner Worte erschießt er mehrere Männer, die es wagen den Mund aufzumachen und brennt die Kirche nieder. Dann gibt er den Bewohnern eine Gnadenfrist von drei Wochen, ehe er wiederkäme. In ihrer Not sammeln die Bewohner für einen Kopfgeldjäger. Dieser wird schließlich in Sam Chisolm gefunden. Aus eigener Erfahrung weiß er aber, dass man für Bogue ein paar mehr Männer braucht. Daher heuert er ein paar alte Bekannte und ein paar Zufallsbekanntschaften an. Dabei kommt es zu einer heterogenen Gruppe, die aber allesamt geschickt im Umgang mit Revolvern oder Pfeilen sind. Zu seinem Team gehören Josh Farraday, ein Macho mit einem Hang zu Taschenspielertricks, Goodnight Robicheaux, einen Revolverhelden mit Kriegstrauma, dessen Begleiter Billy Rocks, ein Ass im Umgang mit Messern, Vasquez, ein mexikanischer Ganove, Jack Horne, ein etwas durchgeknallter Fährtenleser und Red Harvest, ein Indianer ohne Stamm. Alle gehen aus den verschiedensten Gründen mit Chisolm mit, obwohl sie wissen, dass es ein Himmelfahrtskommando ist. Denn Bogue hat eine kleine Armee an gut ausgebildeten Söldnern.
Die glorreichen Sieben schafft es trotz einer Spieldauer von 133 Minuten komplett ohne Längen auszukommen. Ab der ersten Szene ist die Spannung spürbar und lässt bis zum Ende an keiner Stelle nach. Selbst die Rekrutierung der sieben Revolverhelden ist durch gute Dialoge und starken Charakteren an keiner Stelle langweilig. Trotz der bekannten Handlung und dem relativ vorhersehbaren Ende, schafft der Film den Zuschauer an den Kinosessel zu fesseln. Das liegt vorallem an der interessanten Charaktergestaltung, in der keiner dem anderen gleicht. Hier ist für jeden ein Charakter zum verstehen und hineinversetzen dabei. Doch neben den sieben Männern gibt es auch mit Emma Cullen, die ihren Ehemann durch Bogue verlor, eine starke Frau in diesem Film, die dem ganzen noch einmal das gewisse Etwas gibt. Alle Rollen werden authentisch gespielt, auch wenn Chris Pratt seine Rolle des Josh Farraday etwas zu übertrieben spielt, was im Kinosaal für den ein oder anderen genervten Seufzer führen kann. Denn in praktisch jeder Einstellung lässt er einen Machospruch los, gepaart mit einem Grinsen und einem Augenzwinkern. Während dies in seiner Rolle des Starlord in „Guardians of the Galaxy“ noch funktionierte, mag es hier nicht so richtig zum Grundton des Films passen. Hier wäre weniger mehr gewesen.
Ähnlich wie bei Quentin Tarantinos Film „The hateful Eight“ muss man sich auch hier nicht die Frage stellen, ob bei den Helden einer stirbt, sondern eher wer und wann. Dabei ist der Film herrlich Inkonsequent und erfüllt dabei keine Klitschees, so dass das Ende nur bedingt vorhersehbar war.

Alles in allem ist die glorreichen Sieben ein runder Film, der im Westerngenre durchaus bestehen kann. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.