Rückblick auf den März 2024

Ein weiterer Monat ist um und mit einem Musicalbesuch und der Leipziger Buchmesse war auch einiges los. An meinem medialen Konsum hat sich dadurch kaum was geändert, da die Filme weiterhin schwächeln und Serien und Bücher weiter ein Hoch haben. Hier also mein allmonatlicher Rückblick:

Filme – auf großer Leinwand gesehen

Dune 2: Paul Atreides hat sich bei den Fremen bewiesen, doch er muss seine Zugehörigkeit festigen. Zusammen greifen sie regelmäßig die Harkonnen an und stellen sicher, dass sie ihre Spice-Produktion nicht in gewohntem Ausmaß erfüllen können. Gleichzeitig versucht seine Mutter ihne zu einem Messias zu machen, was Paul jedoch abzulehnen versucht. Doch als die Harkonnen immer unerbitterlich werden, müssen sich auch die Fremen zur finalen Schlacht um Arrakis aufmachen. – Bildgewaltig, erzählt erstaunlich gut zusammengefasst die zweite Hälfte des Buches, auch wenn einiges sehr schnell geht, und steht lediglich im Schatten des grandiosen ersten Parts.

The Zone of Interest: Familie Höß, dass sind Vater Rudolf, Mutter Hedwig und ihre fünf Kinder. Rudolf ist Lagerkommandant in Auschwitz und daher hat seine Familie ein Haus direkt an den Mauern des Konzentrationslagers. Tag und Nacht dringt die Geräuschkulisse des Lagers zur Familie, die ihrem normalen Alltag nachgehen. – Beklemmend und doch sehr gut atmosphärisch eingefangen. Konzept funktioniert gut über die gesamte Laufzeit.

Filme – auf großem Fernseher gesehen

Erneut gesehen in Vorbereitung auf Part Two habe ich Dune: Part 1

Kampf der Dinosaurier 2 – Superjäger: In diesem Teil der Dokureihe geht es vor allem um den Velociraptor und seine Jagdmethoden. Hätte er eine Chance beispielsweise gegen einen Ankylosaurus? Und was haben Krokodile mit der Frage zu tun? – Wieder ein kurzweiliger aber interessanter Teil der Dokureihe.

Rendezvous mit Joe Black: William Parrish ist erfolgreicher Unternehmer und steht kurz vor seinem 65. Geburtstag. Als der geheimnisvolle Joe Black in sein Leben tritt ändert sich jedoch einiges, denn dieser ist der Tod und gekommen, um William zu holen. Sie handeln einen Pakt aus, wenn William es schafft Joe bei Laune zu halten, darf er noch weiter leben. Doch das bringt einige Probleme mit sich. – Interessante Idee und ein Film, der sich ordentlich Zeit lässt, dabei aber keineswegs langweilig ist.

Filme – leider in diesem Monat verpasst

Ghostbusters – Frozen Empire: Nachdem Ghostbusters Legacy das Franchise versucht hat wiederzubeleben, war ein weiterer Teil nur eine Frage der Zeit. Dennoch bin ich gespannt, ob der Film funktioniert.

Ganz knapp nicht auf die Liste geschafft hat es: Drive-away dolls

Serien – ein etwas ausführlicherer Überblick

Death in Paradise – Staffel 8-12 (Auch die anderen bisher erschienenen Staffeln habe ich einfach nur weggebinged. Das Konzept funktioniert auch mit immer mal wechselnder Besetzung super und ich freue mich einfach nur auf Staffel 13)

Born again – K-Drama (Ich mochte das Konzept der Serie, weswegen ich auch bis zum Ende geschaut habe, weil ich die Auflösung wissen wollte. Aber eigentlich wollte ich es immer nach ein paar Folgen wieder abbrechen, weil es sich viel zu sehr gezogen hat)

Drag me to dinner – Staffel 1 (Interessantes Konzept, dass eigentlich zu wenig genutzt wurde, weil es sich nicht ganz entscheiden konnte, ob es ne Drag Show oder doch ein Wettbewerb sein will. Aber hatte einige kleine Ideen, die es doch wieder aufgelockert haben)

Percy Jackson – Staffel 1 (Hat leider gar nicht funktioniert. Hält sich stark an die Bücher, übernimmt aber eher die Schwächen als die Stärken. Schauspielerisch gerade von den Jungdarstellenden eine Katastrophe und wer hat bitte die Dialoge geschrieben?)

Zoogeflüster North Carolina – Staffel 1 (Ich mochte das Original Zoogeflüster sehr gern, die NC Variante konnte mich nicht so in den Bann ziehen. Es war einfach nicht so die Nähe zu den Arbeitenden und den Tieren da wie im Original)

Brain Games – Staffel 7 (Etwas abgewandeltes Konzept, hat sich dadurch leider ab und an etwas gezogen, auch wenn die Themen spannend gewählt waren)

Mein Lesemonat

Bücher insgesamt: 9
Seiten insgesamt: 3.154
Seiten pro Tag: 101 im Durchschnitt
Taschenbuch: 5
Comic/Manga/Graphic Novel: 4

Momo – the blood taker 5: Nach einem alles entscheidendem Kampf müssen Momo und Keigo mit einigen Veränderungen zurecht kommen. Doch noch Feinde tauchen auf der Bildfläche auf. – Mir ging der Kampf etwas zu schnell vorbei, musste mich erstmal an die Veränderung in der Geschichte gewöhnen. Bin trotzdem gespannt auf mehr.

Bronwick Hall 2: Nach dem letzten Rebellenangriff muss Blaine die Scherben ihres Lebens zusammensuchen. Ihr bleiben nur ihre Freundin Linden und ihr noch immer Verlobter Karan. Doch sie hat den Entschluss gefassen, sich bei den Rebellen einzuschleusen, um den Anführer Smoke zu vernichten. Doch wo soll sie ansetzen? – Gelungener Abschluss der Dilogie. Konnte es  gerade gegen Ende nicht mehr aus der Hand legen. Nur der allerletzte Satz hat es etwas zerstört.

Insomniacs 1: Ganta und Isaki könnten nicht unterschiedlicher sein, doch bei einem zufälligen Treffen im alten Astronomie-Club stellt sich heraus, dass beide an Schlafstörungen leiden und daher im Alltag die gleichen Probleme haben. Zusammen versuchen sie einen Weg zu finden. – Leichter Einstieg in die Geschichte, wo noch nicht allzu viel passiert ist.

Love Game: Hallie und Jack haben nach einer Hochzeit einen One-Night-Stand. Danach wird beiden klar, dass sie eher die große Liebe suchen und sie melden sich unabhängig bei einer Dating-App an. Dadurch treffen sie wieder aufeinander und schließen Freundschaft. Gleichzeitig schließen sie eine Wette ab: wer zuerst die Liebe findet, gewinnt. – Habe die Geschichte praktisch inhaliert. Sie ist zwar sehr vorhersehbar, aber ich mochte die Charaktere einfach.

You are my sun: Jae-Sun hat sich seinen Traum erfüllt und seinen eigenen Mangaladen eröffnet. Seit zwei Jahren beobachtet er nun schon den schweigsamen Henry, der jeden Freitag kommt, um ein Gacha zu ziehen. Bis er sich endlich traut ihn um ein Treffen zu bitten. Doch Jae-Sun muss mit seiner Angst vor Ablehnung zurecht kommen und auch Henry trägt Geheimnisse mit sich rum.  – Ich brauchte etwas zum reinkommen in die Geschichte, aber danach war ich sehr versunken und habe sehr mitgelitten mit den beiden.

Penelope 2: Penelope hat es tatsächlich geschafft und die ersten Sympathiewerte erhöht. Nun versucht sie den letzten Kandidaten freizuschalten. Dabei könnte sie es sich aber bei den Brüdern wieder verscherzen. Sie muss weiterhin mit Bedacht vorgehen. – Neue Wege und Möglichkeiten eröffnen sich, wodurch es gut spannend bleibt.

Finding Home: Holly reist nach Texas, um das Erbe ihrer verstorbenen Großmutter anzunehmen. Dabei erfährt sie, dass der attraktive Scott Teilerbe der Ranch ist und nicht nur das: er hat große Pläne. Denn er will die Ranch zu einer Wildtierauffangstation umbauen. Dagegen hat vor allem ihr Nachbar etwas. Ist Holly bereit ihre bisherigen Träume aufzugeben? – Hat mir noch besser gefallen als Band 1, auch wenn das Drama am Ende ein wenig gezwungen wirkte. Aber davor eine sehr süße Geschichte und viel Tierliebe.

Bride: Misery ist die Tochter eines einflussreichen Vampirs. Nachdem sie in ihrer Kindheit bereits einmal als Pfand in die Menschenwelt geschickt wurde, soll sie nun ein neues Opfer eingehen: Sie soll den neuen Werwolf-Alpha heiraten, um die verfeindeten Spezies zu einem Frieden zu zwingen. Doch Misery hat ihre ganz eigenen Gründe, um der Hochzeit zuzustimmen. – Ich habe es innerhalb von zwei Tagen inhaliert. Ali Hazelwood beweist, dass sie altbekannte Fantasytropes zu nutzen weiß, um eine spannende Geschichte draus zu basteln, bei der natürlich auch die Romantik – und der Spice – nicht fehlen darf.

Was waren eure Highlights im März?

The Zone of Interest

Ein Vorwort

Schindlers Liste, Son of Saul, Das Leben ist schön. So unterschiedlich die Filme in ihrer Herangehensweise sind, so widmen sie sich alle dem gleichen dunklen Abschnitt in der Geschichte. The Zone of Interest zieht uns ebenfalls an die Mauern von Auschwitz, macht aber vor den Toren halt und erzählt die Geschichte der Familie eines deutschen Offiziers. Warum der Perspektivwechsel gut funktioniert, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Familie Höß, dass sind Vater Rudolf (Christian Friedel), Mutter Hedwig (Sandra Hüller) und ihre fünf Kinder. Rudolf ist Lagerkommandant in Auschwitz und daher hat seine Familie ein Haus direkt an den Mauern des Konzentrationslagers. Tag und Nacht dringt die Geräuschkulisse des Lagers zur Familie, die ihrem normalen Alltag nachgehen.

Meine Meinung

Ein Film über das KZ Auschwitz aus der Sicht eines der leitenden Offiziere und seiner Familie, konnte das funktionieren? Ein Film, in dem es keine einzige explizite Szenen aus dem Lager selbst gab, sondern lediglich das Familienidyll außerhalb der Mauern gezeigt wird. Ein Film, in dem dennoch Auschwitz immer im Hintergrund ist und die Geräusche des Lagers dauerhaft zu hören sind.
Die Antwort ist Ja. Es funktioniert, denn der Film spielt viel mit unseren Sinnen. Wir kennen die Geschichte, wir wissen, was hinter den Mauern passiert. Wir wissen woher die Schreie kommen, warum ab und an Schüsse und Hundegebell zu hören ist. Wir müssen es nicht sehen, um das Grauen zu verstehen. Ich hatte zuvor Bedenken, ob diese Prämisse auch über die Laufzeit von 106 Minuten funktioniert und auch hier ist die Antwort eindeutig: Ja! Vordergründig die Geschichte der Familie, ohne eine direkte Handlung, eher immer wieder einzelne Szenen aus dem Alltag. Die Familie beim Baden. Die Familie bekommt neue „Fundsachen“ aus dem Lager. Ein Sommerfest. Alles wirkt irgendwie belanglos und doch erschafft der Film eine einzigartige Atmosphäre der Beklemmung. Denn wir müssen die Gräuel hinter den Mauern nicht sehen, um zu wissen, dass sie da sind.
Auch wird viel über Perspektiven gearbeitet. Während sich die Familie selbst an ihre Umgebung gewohnt hat und das meiste nicht mehr wirklich wahrzunehmen scheint, ändert sich dies, als die Mutter von Hedwig zu Besuch kommt. Während sie Anfangs noch sehr abgebrüht über das Thema sprechen kann, wird es ihr gerade in der Nacht zu viel. Denn zu wissen, dass die Lager existieren und der damaligen Meinung über Juden zuzustimmen, war eben doch etwas anderes, als die Rauchfahnen und Feuer permanent zu sehen und die Schreie täglich zu hören. Durch solche Einschübe in den normalen Familienalltag wird sehr viel Handlung vermittelt, ohne, dass es ausgesprochen werden musste.
Durch die Familie wird auch gut beleuchtet, was die Nähe zum Lager mit ihnen machte. Harmlose Spielereien der Kinder können schnell einen erschreckenden Twist nehmen. Asche, die von den Kindern geschrubbt werden muss und Gespräche der Erwachsenen, bei denen man sich am liebsten die Ohren zuhalten möchte. Lediglich gegen Ende geht der Film einen Schritt zu weit und inszeniert Höß nicht mehr als Menschen, sondern erhebt ihn zum Monster, was die Aussage des Films ein bisschen überreizt, da er gerade verdeutlicht, dass die Lageroffiziere Menschen mit Familienleben waren. Tagsüber Juden vergast, abends den Kindern Gute-Nacht-Geschichten vorgelesen. Das ist aber auch nur ein Kritikpunkt an einem sehr starken Film.
Die Liebe zum Detail merkt man dem Film auch an, dass nicht nur versucht hat das Haus der Familie so Originalgetreu wie möglich nachzubauen, es gab auch allein für die Vertonung ein 600 Seiten Dossier, um abschätzen zu können, welche Geräusche in welcher Lautstärke bis zum Haus der Familie gedrungen sind. Kein Wunder, dass dies nicht nur mit dem Oscar für den besten Ton, sondern auch für den besten internationalen Film belohnt wurde.

Das Fazit

The Zone of Interest ist erschreckend, beklemmend und doch unfassbar wichtig, die Geschichte aus deutscher Perspektive zu sehen, ohne, dass die Gräueltaten versteckt oder kleingeredet werden. Der Alltag der Menschen, die sie nicht nur tolerierten, sondern aktiv mitgestalteten. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.

The Zone of Interest läuft seit dem 20.02.2024 in den deutschen Kinos

Bronwick Hall

Ein Vorwort

Nachdem mich Autorin Laura Labas bereits mit Hexen und einer Parallelwelt in New Orleans begeistern konnte, mich absolut begeistern konnte mit Hexen in Seoul und der Dämonenwelt Koreas, wurde es nun Zeit in die Welt der Magiebegabten unter London und an die mysteriöse Bronwick Hall Academy einzutauchen. Warum ich auch diesmal nicht enttäuscht wurde, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Band 1 – Dornengift

Die Handlung: Die magische Schule und Universität Bronwick Hall bildet junge Hexende aus. Blaine, die wegen des Hochverrats ihres Vaters in Ungnade fiel, versucht möglichst unauffällig zu bleiben und sucht in der Verlobung mit Karan Schutz. Doch Henry Saints, ein neuer Professor, lockt sie aus ihrer Deckung. Nach einem Rebellenangriff, bei dem Karan schwer verletzt wurde, setzt sie alles auf ein Gegenmittel. Doch dafür braucht sie Saints Hilfe. 

Meine Meinung: Dark Academia ist gerade voll im Trend und macht auch vor der Fantasy nicht halt. Denn was bietet sich mehr an als altehrwürdige Universitäten und Magie? So lernen wir hier zunächst Blaine kennen, die aus verschiedenen Gründen eine Außenseiterin ist. Wir lernen Bronwick Hall kennen, wie es aufgebaut ist und welche Magiearten es gibt. Dafür wird sich zwar viel Zeit genommen, doch wird es durch Blaines Vergangenheit und ihre Problem damit, nicht langweilig. Stattdessen werden wir bereits an einer frühen Stelle mit den Rebellen und einem Angriff konfrontiert und lernen im Zuge dessen noch viel mehr von der Welt kennen. Der Weltenbau ist sehr gelungen und es gab genug Szenen, die Spannung erzeugten, welche die die Welt erklärten, aber auch genügend zwischenmenschliches. Aber inzwischen wusste ich gut genug, dass Laura Labas es versteht, einen in Sicherheit zu wiegen, man fühlt sich in die schöne Geschichte ein, vielleicht habe ich auch einen leichten Crush auf Henry Saints entwickelt, nur um dann mit einem Cliffhanger abgestraft zu werden. Wobei dieser im Vergleich zu den Emerald Witches fast human war. Dennoch war es gut, dass ich diesmal erst mit Band 1 angefangen habe, nachdem Band 2 bereits bei mir einziehen durfte.

Band 2 – Dornenkrone

Die Handlung: Nach dem letzten Rebellenangriff muss Blaine die Scherben ihres Lebens zusammensuchen. Ihr bleiben nur ihre Freundin Linden und ihr noch immer Verlobter Karan. Doch sie hat den Entschluss gefassen, sich bei den Rebellen einzuschleusen, um den Anführer Smoke zu vernichten. Doch wo soll sie ansetzen?

Meine Meinung: Nach dem nervenaufreibendem Finale von Band 1 fängt Band 2 erstaunlich langsam an. Wieder baut sich die Geschichte langsam auf, diesmal allerdings fast zu langsam. Nach über 300 Seiten war noch immer nicht so viel passiert, dass ich mir vorstellen konnte, dass auf den letzten 150 Seiten das komplette Finale passen sollte. Versteht mich nicht falsch, die Geschichte bis dahin war nicht langweilig und es war viel Platz für Charakterentwicklung, aber es stand dann eben doch im ungünstigen Verhältnis zum Finale. So dachte ich bis zu dem Zeitpunkt jedenfalls, denn das Finale war auserzählt rund und hat mich komplett zerstört. Hier sind Dinge passiert, die ich überhaupt nicht vorherseh und die mich bittere Tränen der Verzweiflung haben weinen lassen. Auf das noch kommende wurde ich dadurch jedoch in keiner Weise vorbereitet. Auf den letzten ca. 100 Seiten durfte mich keiner ansprechen, Hunger und Zeitgefühl waren komplett vergessen. Es gab nur noch mich und das Buch. Um mich dann am Ende wieder komplett zu zerstören. Um mich mit dem Epilog wieder zu besänftigen. Um mir ein rundes Ende zu geben, dass ich nach der Achterbahnfahrt aber auch verdient hatte. Nur um dann mit dem allerletzten Satz wieder alles kaputt zu machen. Wie fies möchte eine Autorin sein? Laura Labas hat sich wohl einen Platz auf dem Treppchen der fiesesten letzten Sätze gesichert.

Das Fazit
Bronwick Hall war eine runde Reihe, mit tollen Charakteren, mit einem faszinierendem Weltenbau und Laura Labas hat wieder einmal bewiesen, warum ich bei Büchern über Hexen und Magie auf ihre Bücher setzen kann. Ich freue mich auf weitere Werke aus ihrer Feder.

Eine Handvoll Bücher – 02/24

Herzlich Willkommen zur zweiten Ausgabe der buchigen Handvoll in diesem Jahr. Heute mit: vielen Crushes, einer buchigen Buchhandlung, K-Pop in Seoul, Liebe zum Schach und dem Verschwinden.

The 99 boyfriends of Micah Summers

Die Handlung: Micah hatte in seinem Leben bereits 99x einen Crush auf einen Jungen. Diese hat er auf seinem Instagramkanal als Zeichnungen festgehalten. Leider hatte er aber noch nie ein Date bzw eine Beziehung. Mit Crush 100 soll alles anders werden. Und als er in der Bahn den perfekten Jungen trifft, ist er sich sicher. Das ist Crush 100. Aber sie wurden getrennt, ehe er auch nur den Namen erfahren konnte. Und so beginnt eine Suche durch Chicago.

Meine Meinung: Ich hab das Buch gesehen, mich in Titel und Cover verliebt, Klappentext hat auch gepasst und schwupps durfte es bei mir einziehen. Habe mich auch direkt zu Anfang in die Geschichte und die Charaktere verliebt und bin nur so durch die Seiten geflogen. Ich mochte Micah, ich mochte seine Suche und die Idee hinter seinem Instagram Account. Allerdings haben wir nach ca. 150 Seiten gefühlt den Höhepunkt des Buches bereits erreicht. Ich war gespannt, was danach noch kommen sollte, hatte ich doch noch einige Seiten vor mir. Die Wendung des Buches hat mir dann leider eher weniger gefallen. Da sie so früh im Buch stattfand, war leider ziemlich offensichtlich worauf es hinauslief und ich hatte das Gefühl, dass es dem Anfang einfach nicht gerecht wurde. Als ob ich ein wenig um die Geschichte betrogen wurde. Ich möchte nichtmal sagen, dass es unlogisch oder schlecht war, es war einfach nur nicht das, worauf ich mich bei der Geschichte gefreut habe. Und das hat meine anfängliche sehr starke Begeisterung zu dem Buch leider getrübt. Dennoch eine deutliche Empfehlung!

Die Buchhandlung in der Baker Street

Die Handlung: Valentina ist seit ihrer Kindheit entfremdet von ihrer Mutter, die sie früh verlassen hat. Umso überraschter ist sie, als sie die Buchhandlung in London von ihrer Mutter erbt. So verlässt sie Seattle und will eigentlich das Erbe so schnell wie möglich verkaufen. Doch in London lernt sie Menschen kennen, die ihr schnell ans Herz wachsen und sie lernt Dinge über sich und ihre Mutter, die ihre Entscheidung stark ins Wanken bringen. 

Meine Meinung: Ein Zufallsfund in einer Buchhandlung. Nach dem Titel und Cover habe ich eine deutlich andere Geschichte erwartet und war daher zunächst etwas enttäuscht. Doch nachdem ich dem Buch eine richtige Chance gab, bin ich schnell in die Geschichte eingetaucht, die sowohl die Geschichte der Mutter, als auch die der Tochter erzählt. Mit diesen Perspektivwechseln hatte ich auch nicht gerechnet, aber beide Geschichten ergeben nur zusammen Sinn und so hab ich mich freudig auf beide gestürzt. Hier ist eine Menge Liebe zu Büchern und Geschichten zu spüren, auch wenn hier wieder einmal eine Buchhandlung gerettet wird, die außerhalb der Buchwelten wohl so gar nicht existieren, geschweige denn überleben würde. Eine Buchhandlung rein auf Sammler ausgelegt, ohne den aktuellen Buchmarkt zu berücksichtigen? Aber davon mal abgesehen, war es eine sehr schöne Geschichte, die mir trotz einiger dramatischer Aspekte stets ein Lächeln ins Gesicht zaubern konnte. Und ganz im Sinne der Geschichte: Manchmal sucht man Bücher nicht, manchmal finden sie einen.

Chasing Melodies

Die Handlung: June lebt mit ihrer Mutter in New York und versucht durch Jobs diese finanziell zu unterstützen. Doch als sie ein Praktikum bei Blossom Entertainment, einem Musikmanagement in Seoul, bekommt, ergreift sie die Chance ihren Vater wiederzusehen. Gleichzeitig kommt sie ihren liebsten Idols ganz nah. Über eine Dating-App lernt sie Alexander kennen, mit dem sie sich sofort verbunden fühlt, nichtsahnend, um wen es sich dabei wirklich handelt.

Meine Meinung: Ein Buch, das ich unbedingt direkt zum Erscheintermin haben und lesen wollte, habe ich mich doch im Vorfeld schon sehr auf die Geschichte gefreut. Am Anfang braucht sie zwar ein bisschen, aber sobald wir mit June in Seoul ankommen, gibt es kein Halten mehr. Es ist tatsächlich ein realistisches Kennenlernen und auch, dass June sich mit den Sitten und der Sprache so gut auskennt, ist gut erklärt. Dennoch nimmt sich das Buch Zeit, um die Geschichte in aller Ruhe auszubreiten, was mir manchmal ein wenig zu sehr slow burn war, aber das ist Meckern auf hohem Niveau. Auch dass das obligatorische Drama ausfiel, bzw. auf ein gutes Maß geschrumpft wurde, hat mir gut gefallen. Es ist immer noch eine gut getroffene K-Pop-Romance, aber es wurden dennoch einige Klischees ausgelassen. Auch die wichtigsten Begrifferklärungen am Anfang helfen, um es zu einer guten Einstiegslektüre ins Genre zu machen. Und selbst, wenn man nichts mit K-Pop anfangen kann, ist es eine funktionierende Liebesgeschichte.

Check & Mate

Die Handlung: Mallory hat Schach einst geliebt, doch inzwischen scheint es ihr ein Fluch zu sein. Doch als sie in einem Wohltätigkeitsturnier ausversehen den amtierenden Weltmeister Nolan Sawyer schlägt, wird sie wieder in die Welt des Profischachs gerissen. Denn Nolan will unbedingt erneut gegen sie antreten und Mallory braucht Geld für ihre Familie.

Meine Meinung: Ich liebe die Bücher von Ali Hazelwood. Zumindest die beiden mit den sehr langen deutschen Titeln, die ich bereits gelesen und verschlungen habe und die sogar Jahresghighlight waren. Dabei habe ich besonders ihre Liebe zur Wissenschaft und ihre doch etwas älteren Protagonist*innen genossen. Nun ging es diesmal um Schach, ein Spiel, das ich zwar beherrsche, aber nie sonderlich gut drin war, und die Hauptcharaktere sind diesmal wieder jünger. Herausgekommen ist wieder ein Werk, das ich einfach nur verschlungen habe – der Schreibstil macht es einem auch sehr leicht – dass dennoch etwas gewöhnungsbedürftiger war. Um ehrlich zu sein, habe ich die Liebesgeschichte bis zum Ende nicht so ganz verstanden, da es viel mit Schachanalogien erzählt wurde, bzw. sich auch viel beim Schachspielen entwickelt wurde. Aber das zieht die Geschichte keineswegs hinab, die sich auch viel über die klassische Liebesgeschichte hinwegsetzt und Mallorys Leben in allen Facetten erzählt und dabei bereits genug Drama bietet. Ihre besondere Beziehung zu Schach, ihrer Familie und ihre Rolle als Frau im Profischach reicht allein, um das Buch zu füllen. Dennoch ist es nicht überfüllt, sondern erzählt rund alles aus. Beziehungsweise fast alles. Gerade am Ende lässt es einiges offen, was irgendwie zur Geschichte passte, mir aber missfiel. Nun, man kann eben nicht alles haben.

Die Kunst des Verschwindens

Die Handlung: Nico trifft durch Zufall die Schauspielerin Ellen Kirsch und freundet sich mit ihr an. Während jede Begegnung mit ihr, sich beinahe magisch anfühlt, scheint Ellen etwas zu bedrücken. Und dann verschwindet die Schauspielerin ohne ein Wort. Doch Nico kommt mit der Leere, die ihr Verschwinden hinterlassen hat, nicht zurecht.

Meine Meinung: Ein Buch, das ich geschenkt bekam, ansonsten wäre ich wohl nie darüber gestolpert. Und erstaunlicherweise ist es auch ein Buch mit einem Schreibstil, den ich normalerweise meide, mit einer Geschichte, die mir normalerweise viel zu langsam erzählt wurde, mit Protagonistinnen, die mir normalerweise zu ruhig wären. Doch Die Kunst des Verschwindens schafft es eine Geschichte zu erzählen, die mich zu faszinieren wusste, bei der ich wie im Fiebertraum immer weiter gelesen habe und mich immer weiter in Vermutungen verstrickt habe. Eine Geschichte, die mich immer wieder zu überraschen wusste, die mich immer wieder zu schocken wusste, die einfach nicht vorhersehbar war. Wir starten bei einer Zufallsbekanntschaft in Berlin, doch landen irgendwie sogar in den Pariser Untergrund und ich kann gar nicht so genau beschreiben, wie dieses Buch es hinbekommen hat, dass das alles sinnvoll und logisch erscheint, obwohl es eigentlich sehr wild wirkt und doch so eine Ruhe ausstrahlt, die auf einen übergeht. Es war definitiv mal eine ganz andere Leseerfahrung und hat mich aus meiner üblichen Komfortzone geholt.

Habt ihr eins der Bücher gelesen? Wie fandet ihr sie?

All of us strangers

Ein Vorwort

Dass Hollywood auch gut japanische Romane verfilmen kann, hat vorletztes Jahr bereits Bullettrain eindrucksvoll bewiesen. Da wurde jedoch der eher ruhige Grundton des Buches, wie bei japanischen Romanen auch üblicher, bewusst ins Hollywood-Actiongenre gesteckt. Bei All of us strangers, das lose auf dem Buch von Taichi Yamada basiert, ist genau dies nicht der Fall. Warum der Film auf ganz andere Art berührt, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Adam lebt in einem fast leeren Hochhaus und arbeitet an einem Buch. Dabei trifft er auf Harry, den einzig anderen Bewohner des Hauses. Sie kommen sich schnell näher und Adam beschließt sich seiner Vergangenheit zu stellen und reist zu seinem Elternhaus. Doch obwohl diese bereits vor vielen Jahren verstorben sind, ist es bewohnt.

Meine Meinung

Einsamkeit ist wohl eine der gemeinsten Emotionen. Wir empfinden sie in den unterschiedlichsten Situationen. Alleine und verlassen, aber auch umringt von Menschen. All of us strangers widmet sich genau dieser Emotion in all seinen Facetten. Ein Hochhaus mitten in der Großstadt, wo man meinen sollte, so umringt von Menschen kann man gar nicht einsam sein, und doch gleich zwei einsame Seelen allein in dem neuen Komplex. Sie finden zusammen und doch bleibt ein Gefühl von Einsamkeit.
All of us strangers ist ein Film, der über seine komplette Länge sehr ruhig erzählt wird. Kaum ein wirklich „aufregender“ Moment ist dazwischen. Er lullt einen mit seinem langsamen Aufbau ein und wiegt einen gleichzeitig in Sicherheit. Doch Sicherheit ist etwas, was dieser Film nicht bietet. Denn jede Szene ist lediglich ein Anlaufnehmen, um einem immer wieder die kleinen Momente um die Ohren zu hauen. Die einem das Gefühl von Familie und gleichzeitig von Verlust vermittelt. Vom Finden und vom wieder Verlieren. Ein Film, der einen in den Arm nimmt und doch zitternd alleine lässt.
Je weniger man vorher von dem Film weiß, desto erbarmungsloser ist er. Wir haben eine Liebesgeschichte, die einem so viel gibt und doch wieder so viel nimmt. Die Szenen mit Adams Eltern berühren einen und lassen einen im Film ankommen, nur um dann wieder mit Einsamkeit und Verlust konfrontiert zu werden. Und während ich all meine Empfindungen während dieses Film hier versuche in Worte zu fassen, kann ich die Essenz des ganzen doch nicht ausreichend formulieren, um dieser kleinen Perle gerecht zu werden.
Dies ist kein Feelgood Film. Dies ist ein Film, bei dem man eine Menge Taschentücher braucht, obwohl er nie offensichtlich auf die Tränendrüse drückt. Aber er weiß, wo er ansetzen muss und einzelne Aspekte beinahe im Nebensatz erwähnt, die einem den Boden unter den Füßen wegziehen. Es ist ein Film, der einen nicht einfach ziehen lässt. Er verändert einen und aus dem Kinosaal zu kommen und auf einmal wieder von einer lärmenden Menschenmenge umgeben zu sein, war so surreal, wie ich es sonst selten nach einem Film empfinde.
Während die Bilder meist eher einfach gehalten wurden, sind es gerade die Schauspielenden, die hier alles geben und alles aus dem Film rausholen. Man hätte keinen besseren Cast für den Film finden können und das weder Film noch Darsteller*innen bei den Oscars berücksichtigt wurden, ist eine Schande.

Das Fazit

All of us strangers ist ein Film, der einem gerade durch seine ruhige Erzählart zerstört. Man wird eingelullt durch die unaufgeregten Bilder und den tollen Cast, nur damit einem die Geschichte dann den Boden unter den Füßen wegzieht. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.

All of us strangers läuft seit dem 08.02.2024 in den deutschen Kinos

Dreierlei Marvel Serien

Ein Vorwort

Eigentlich hatten die Marvel Serien bisher immer einen eigenen Beitrag. Nachdem nun aber wieder in kürzester Zeit gleich drei Serien erschienen sind, wobei es sich bei What if und Loki um die zweiten Staffeln handelt und bei Echo um den Auftakt der Spotlight-Reihe, wurde es einfach zu viel. Daher nun hier alles nochmal im Schnelldurchlauf.

Loki – Staffel 2

Die Handlung: Nachdem Sylvie Jenem, der bleibt, getötet hat, bricht Chaos in der TVA aus, da zu viele neue Abzweigungen entstehen. Loki springt zeitgleich unkontrolliert in der Zeit, was sich als „Zeitzerrung“ herausstellt. Zusammen mit Mobius, dem Techniker Ouroboros und Hunter B-15 versuchen sie das Zusammenbrechen des Webstuhls der Zeit zu verhindern. Dafür müssen sie Sylvie finden, die jedoch gar nicht daran denkt, etwas zu ändern. Doch das Ende der Zeit steht bevor.

Meine Meinung: Die erste Staffel von Loki war als dritte Serie noch erstaunlich erfrischend und kam noch vor der völligen Übersättigung raus. So gehört sie wohl auch mit zum besten, was Disney serientechnisch im MCU rausbrachte. Die zweite Staffel war damit irgendwie die Hoffnung auf nochmal ein bisschen guten Content. Aber sie hatte das gleiche Problem, wie viele Serien im MCU: Sie hatte nicht genügend Handlung für eine ganze Staffel. Und so kommt Loki in der zweiten Staffel eigentlich mit einer spannenden Geschichte, tollen Einfällen und vor allem einer faszinierenden Optik da, verennt sich aber gleichzeitig in Wiederholungen und irgendwie endet jede Folge so im Nichts. Das ändert sich erst im Staffelfinale, dass erzählerisch nochmal alle Register zieht und im wohl epischsten Finale der MCU Serien endet. Da wird man durchaus nochmal positiv auf die Serie gestimmt, der Weg ist aber lang und steinig. Nicht nur mit dem Auftauchen von Ke Huy Quan als Ouroboros, auch mit den allgemeinen Wirrungen der Zeit-Geschichte wird wohl versucht den Hype um Everything, Everywhere all at once anzuknüpfen, schafft es aber nicht die Zeit-Geschichten logisch zu halten bzw. so abgedreht zu werden, dass die Logik auch wieder egal ist. So bleibe ich bei der zweiten Staffel deutlich unentschlossen, ob sie mir gefallen hat oder nicht, obwohl sie wohl die stärkste Staffel war, die Marvel seit Hawkeye hervorgebracht hat.

What if… – Staffel 2

Die Handlung: Eine weitere Reihe von alternativen Geschichten aus dem MCU. Was wäre zum Beispiel, wenn Nebula für das Nova Corps rekrutiert worden wäre? Oder wenn Iron Man auf den Grandmaster treffen würde?

Meine Meinung: Eine weitere zweite Staffel, die wohl zu erwarten war, hat die erste zwar nicht überzeugt, aber bietet sie gefühlt unendliche Möglichkeiten, was passieren könnte. Leider funktionieren die einzelnen Folgen auch hier nur bedingt, da die Geschichten meist wenig innovativ sind. Ausnahmen bestätigen die Regel. Aber meist sind es normale Geschichten, die wir bereits kennen, nur dass ein Charakter ausgetauscht wurde. So war Iron Man beim Grandmaster doch einfach nur Thor 3, nur eben mit Iron Man und in Kürzer – was die Geschichte aber auch nicht besser gemacht hat. Abgesehen von einer neuen Originalgeschichte, die irgendwie für Echo eine Bedeutung zu haben schien, aber irgendwie dort auch wieder nicht aufgegriffen wurde, bleiben wir auch bei den altbekannten Charakteren. Selbst das Finale ist irgendwie wieder eine Art des Finales der ersten Staffel und kommt daher sehr unspannend daher. Wirklich gefallen hat mir nur eine Folge, in der Hera auf Shang-Chi traf, alle andere hat man halt irgendwie gesehen, ohne sie richtig wahrzunehmen.

Echo – Staffel 1

Die Handlung: Maya Lopez hat Kingpin erschossen. Nun versucht sie seine Institution, der sie selbst einmal anhörte, zu destabilisieren. Dabei macht sie sich jedoch eine Menge Feinde. Für Unterstützung muss sie in ihre Heimatstadt zurückkehren. Doch nicht alle dort, nehmen sie mit offenen Armen wieder auf.

Meine Meinung: Hawkeye gehört bisher noch immer zu meiner liebsten MCU Serie, drehte sie sich doch um meinen Lieblingsavenger und hatte eine funktionierende Handlung. So richtig die Notwendigkeit aus der Figur Mara Lopez eine eigene Serie zu machen, hat sich mir nicht erschlossen, war sie doch eher blass geblieben, nachdem feststand, dass sie nicht die Hauptantagonistin in Hawkeye war. Dennoch hatte sie eigentlich spannende Aspekte, die man bestimmt gut ausarbeiten konnte. Aber nicht so, wie es passiert ist. Denn auch Echo hat das gleiche Problem, wie viele Serien des MCU. Sie erzählt zeitgleich zu viel und zu wenig. Also sie macht viele Handlungsstränge auf, beendet aber kaum einen. Stattdessen hält sie sich viel zu lange mit wenig sinnvollen Szenen auf und dreht sich permanent im Kreis. Und auch wenn Vincent D’Onofrio als Kingpin bisher super funktioniert hat, war die Wiederbelebung nach Hawkeye leider nicht gut durchdacht, wird die Figur des Kingpin doch immer blasser. Sie lebt mehr von ihrem Mythos, aufgebaut in der vor MCU Zeit in Daredevil, als dass sie hier noch erschrecken kann. Leider ist die Geschichte in Echo auch voller Logiklöcher und widerspricht sich im zeitlichen Ablauf immer wieder selbst. So gern ich auch die Repräsentation der indigenen Bevölkerung und der Gehörlosen hier hervorhoben möchte, so wurden doch beide Themen entweder kaum angesprochen oder es wurde sich sehr leicht gemacht. Wenn die eine Gehörlose Person seit Jahrzehnten nicht mehr im Dorf ist und trotzdem noch alle perfekt Gebärde können, klingt das leider nicht sehr logisch. Vielleicht hätte Echo als Fernsehfilm gut funktioniert, weil sie sich dann auf das wichtigste hätte beschränken müssen und sie wäre nicht so lang gezogen worden, oder vielleicht hätten mehr Folgen geholfen, dass alles angedeutete auch richtig umgesetzt worden wäre. Aber so wie es abgeliefert wurde, ist es einfach nur eine weitere Enttäuschung aus dem Hause Marvel.

Habt ihr eine oder mehrere davon gesehen? Wie fandet ihr sie?

Rückblick auf den Februar 2024

Der Februar ist vorbei und nach vielen grauen, aber erstaunlich milden Tagen, bin ich dann doch bereit für einen richtigen Frühlingsanfang. Die ersten Anzeichen dafür waren ja da und einen schönen sonnigen Tag konnte ich schon im Zoo verbringen. Aber zunächst hier wieder der obligatorische Rückblick über meinen medialen Konsum im Februar.

Filme – auf großer Leinwand gesehen

Argylle: Autorin Elly Conway hängt bei ihrem neuen Argylle-Roman ein bisschen und plant daher ihre Mutter zu besuchen. Unterwegs trifft sie auf Aidan Wilde, der ihr erzählt, dass ihre Bücher real passiert sind und sie nun weiterschreiben muss, um ein Geheimnis zu lüften. Dabei findet sie allerhand über sich und ihren Protagonisten heraus. Immer mit dabei ist ihre Katze Alfie. – Kann gerade zum Anfang mit coolen Ideen überzeugen, schwächt sich aber selbst durch unzählige Plottwists immer mehr ab.

All of us strangers: Adam lebt in einem fast leeren Hochhaus und arbeitet an einem Buch. Dabei trifft er auf Harry, den einzig anderen Bewohner des Hauses. Sie kommen sich schnell näher und Adam beschließt sich seiner Vergangenheit zu stellen und reist zu seinem Elternhaus. Doch obwohl diese bereits vor vielen Jahren verstorben sind, ist es bewohnt. – Unglaublich berührender Film, der ganz tief unter die Haut geht und mit seiner Melancholie und Traurigkeit ansteckend ist. Denkt also an Taschentücher!

Filme – auf großem Fernseher gesehen

Die Chroniken von Erdsee: Prinz Arren wird von einer  bösen Kraft manipuliert und ermordet seinen Vater, den König. Auf seiner Flucht begegnet er dem Magier Sperber, der ihn auf seiner Reise mitnimmt. Doch das Gleichgewicht von Gut und Böse in Erdsee ist gestört und noch immer ist jemand auf der Suche nach Arren. Wem kann er trauen? – Schwächerer Ghibli-Film. Erzählt einen Ausschnitt aus einer viel größeren Geschichte und verpasst dabei Weltenbau und Charaktere genauer auszuführen.

Habsburgs verkuppelte Töchter: Lange Zeit waren die Habsburger das regierende und Kaiserstellende Geschlecht in Österreich. Doch diesmal stehen die Töchter der Regierenden im Vordergrund und ihre Verkupplungen an andere Königs-/Kaiserhöfe. – Kurzweilige Dokumentation mit interessanten Schicksalen, bleibt aber durch die Kürze sehr oberflächlich.

BTS Muster: Happy ever after: Konzertfilm. 2018 schaffen es BTS bereits auf ihr viertes alljährliches Fankonzert unter dem Motto Happy ever after. Neben dem Konzert gibt es kurze Interviewformate und kleinere Spiele. Ebenso kurze Filme, die während der Outfitwechsel abgespielt werden. – Mal ein etwas älteres Konzert von BTS, wodurch ich tatsächlich einige Lieder auch nicht so kannte. Dennoch stimmt Konzept und Charme einfach überein.

Monsta X: Friends: Konzertfilm. Das 7. alljährliche Fankonzert der koreanischen Idolgruppe Monsta X stand unter dem Motto „Friends“. Mit einigen Anspielungen auf die beliebte Sitcom verbindet die Gruppe Konzert und  kleinere Filme bzw. Interviews. – Meine liebste K-Pop Band ist Monsta X und daher konnte mich das Konzert natürlich absolut mitreißen.

Filme – leider in diesem Monat verpasst

Lisa Frankenstein: 1989 erweckt Lisa, eine Highschool-Außenseiterin, ausversehen eine viktorianische Leiche zum Leben, in die sie sich auch noch verliebt. Es klingt herrlich abstrus und sieht optisch auch sehr cool aus, weswegen ich noch sehr hoffe, den Film bald zu Gesicht zu bekommen.

Dune 2: Die Verfilmung der zweiten Hälfte des ersten Buches kam natürlich zum letzten Tag des Monats in die Kinos, weswegen ich es nicht mehr geschafft habe. Aber nach dem sensationell gutem ersten Teil steht es wohl außer Frage, wieso ich den nächsten sehen will.

Knapp nicht auf die Liste geschafft haben es: Eine Million Minuten & The Zone of Interest

Serien – ein etwas ausführlicherer Überblick

Erneut gesehen habe ich: Modern Family – Staffel 7-8 (Man merkt die fortgeschrittene Geschichte durch das Alter der Kinder, funktioniert dadurch aber doch immer besser)

Doctor Who – Staffel 13 (Die wohl schwächste Staffel von Doctor Who. Hat ein übergreifendes Thema und verstrickt sich dadurch immer mehr, will mehr, als man verdauen kann. Ich hab sehr schnell innerlich abgeschaltet)

King the Land – K-Drama (Sehr süßes Drama, bei dem ich ein wenig Eingewöhnung brauchte. Danach aber stark gespielt und weiß neben Drama und Romantik auch die Komik nicht zu vergessen)

Hazbin Hotel – Staffel 1 (Wie abgedreht darf eine Serie sein? Diese legt die Latte definitv sehr hoch, kann aber durchaus durch neue Ideen, tolle Lieder und reihenweise liebens- und hassenswerte Charaktere zu überzeugen)

Death in Paradise – Staffel 1-7 (Nachdem der Pärchengatte sie bereits durchgebinged hatte, bin ich auch dieser britischen Krimiserie verfallen, die durch das karibische Setting, tolle Charaktere und interessante Fälle nach klassischem Whodunnit überzeugen kann)

Attack on Titan – The Final (Der Abschluss der Serie in zwei Folgen in Spielfilmlänge. Ich war emotional nicht dafür bereit und bin noch immer am verarbeiten. Aber sie bringen die Serie zu Ende, ob es einem nun gefällt, oder nicht)

Echo – Staffel 1 (Marvel haut eine weitere Enttäuschung raus. Will gleichzeitig sehr viel und erzählt gleichzeitig nichts. Dadurch unglaublich langweilig und belanglos, obwohl einige gute Ideen erkennbar sind)

Hilda – Staffel 3 (Kann nicht mehr an dem Charme der vorherigen Staffeln anknüpfen. Verstrickt sich zu sehr in einer folgenübergreifenden Handlung, die im Finalfilm endet. Schade.)

Queer Eye – Staffel 8 (Auch in der achten Staffel schaffen die Fab 5 es wieder so viel Lebensfreude zu verströmen, dass man automatisch davon angesteckt wird. Tolle Geschichten dabei, die sehr berühren)

Mein Lesemonat

Bücher insgesamt: 8
Seiten insgesamt: 2.386
Seiten pro Tag: 82 im Durchschnitt
Hardcover: 1
Taschenbuch: 4
Comic/Manga/Graphic Novel: 3

The 99 boyfriends of Micah Summers: Micah hatte in seinem Leben bereits 99x einen Crush auf einen Jungen. Diese hat er auf seinem Instagramkanal als Zeichnungen festgehalten. Leider hatte er aber noch nie ein Date bzw eine Beziehung. Mit Crush 100 soll alles anders werden. Und als er in der Bahn den perfekten Jungen trifft, ist er sich sicher. Das ist Crush 100. Aber sie wurden getrennt, ehe er auch nur den Namen erfahren konnte. Und so beginnt eine Suche durch Chicago. – Beginnt sehr stark, nur, dass die eigentliche Handlung ziemlich schnell abgeschlossen ist und das Buch dann leider sehr offensichtlich auf einen Plottwist hinarbeitet, der die vorherige Geschichte eigentlich überflüssig macht. Schade.

Penelope – Das Böse ist dem Tod geweiht 1: Nach einer durchzockten Nacht des beliebten Dating-Simulations-Games „Die Tochter des Dukes“ erwacht die Protagonistin nicht in der Rolle der Heldin Yvonne, sondern in der der Antagonistin Penelope Eckart. Doch diese stirbt in fast jedem möglichen Handlungsstrang. Um zu überleben, muss sie versuchen die vorgefertigten Antwortmöglichkeiten zu umgehen. – Interessanter Auftakt, wo zunächst die wichtigsten Charaktere vorgestellt werden. Freue mich sehr auf die nächsten Bände.

Bronwick Hall – Dornengift: Die magische Schule und Universität Bronwick Hall bildet junge Hexende aus. Blaine, die wegen des Hochverrats ihres Vaters in Ungnade fiel, versucht möglichst unauffällig zu bleiben und sucht in der Verlobung mit Karan Schutz. Doch Henry Saints, ein neuer Professor, lockt sie aus ihrer Deckung. Nach einem Rebellenangriff, bei dem Karan schwer verletzt wurde, setzt sie alles auf ein Gegenmittel. Doch dafür braucht sie Saints Hilfe. – Ein weiteres magisches Werk von Laura Labas mit einem tollen Weltenbau und Charakteren. Voller Twists und baut die Handlung sehr stark auf. Bin sehr froh den zweiten Band bereits in den Händen zu halten, denn ich muss dringend wissen, wie es weitergeht.

Double Crush: Kolly ist die Tochter der CEO der Ognito Inc, eine Agentur, die sich auf Doppelgänger*innen in Los Angeles spezialisiert hat. Kolly bekommt den Auftrag die Doubles für eine beliebte Band zu trainieren. Doch zwischen dem Double Lincoln und ihr knistert es gewaltig. Doch die Regeln ihrer Mutter sind eindeutig. Auch hat Lincoln ein Geheimnis, das ihn als Double disqualifizieren würde. Zumal man niemals einen Doppelgänger küssen sollte, denn man erwischt immer den Falschen. – Tolle Grundidee, bin leider mit der Protagonistin überhaupt nicht warm geworden, weswegen ich nicht richtig in die Geschichte reingekommen bin.

Flüster mir ein Liebeslied 2: Während Himari versucht herauszufinden, was ihre Gefühle bedeuten und was Liebe genau für sie ist, tritt Yori der Band Sweet Explosion bei, um Himari doch noch für sich zu gewinnen. – Leider etwas schwächer als der erste Band, da er sich etwas gezogen hat.

A man and his cat 1: In einer Zoohandlung in Japan werden täglich neue Kitten verkauft. Doch ein etwas dickerer und nicht ganz so süßer Kater bleibt Tag für Tag zurück. Bis ein alter Mann kommt und genau ihn kauft. Glücklich endlich ein richtiges Zuhause – und einen Namen – zu haben, lernen sich Fukumaru und der alte Mann täglich besser kennen. – So ein süßer und herzlicher Manga. Habe jede Seite geliebt! (Und ein wenig den Pärchengatten und meine Katzis da drin gesehen)

Der fürsorgliche Mr. Cave: Nachdem Terence Cave nicht nur Mutter und Frau verloren hat, sondern auch den Tod seines Sohnes mit ansehen musste, beschließt er auf seine Tochter Bryony ganz genau acht zu geben und merkt nicht, dass er sie mit seiner Fürsorge immer weiter erdrückt. – Unglaublich starkes Buch, das ich dennoch mehrfach aus der Hand legen musste, weil die Geschichte sehr bedrückend ist. Man ist hin und her gerissen zwischen Verständnis und Unverständnis.

Follow me to Wonderland III – My soul in your hands: Um den Krieg Wonderlands gegen Mirror zu verhindern, müssen die Verbündeten rund um Cat Cheshire hinter die Spiegel reisen. Dort erwarten sie allerlei neue Abenteuer. Doch der größte Kampf steht noch bevor. – Spannender und runder Abschluss der Alice im Wunderland-Adaption. Hatte nur bei den ganzen Charakteren ein wenig Probleme mich an alle zu erinnern, da zwischen Band 2 und 3 doch etwas Zeit verstrichen ist.

Wie war euer Februar? Was waren eure Highlights?

Argylle

Ein Vorwort

2014 überraschte Regisseur Matthew Vaughn mit seiner überzeichneten, aber doch zielsicher treffenden Actionkomödie Kingsman und konnte nicht nur mich vollkommen überzeugen. Nach einem schon nicht mehr richtig funktionierendem Sequel und einem richtig schlechten Prequel, schien die Kingsman Reihe beendet zu sein. Nun hat Vaughn mit Argylle einen neuen Film rausgebracht, der dennoch eine Verbindung zum Kingsman-Franchise haben soll. Dafür hat er sogar extra ein Buch herausgebracht, mit gleichem Namen, dass er „verfilmen“ wollte. Kann der Reihenauftakt ebenfalls überraschen, wie zuvor Kingsman?

Die Handlung

Autorin Elly Conway (Bryce Dallas Howard) hängt bei ihrem neuen Argylle-Roman ein bisschen und plant daher ihre Mutter zu besuchen. Unterwegs trifft sie auf Aidan Wilde (Sam Rockwell), der ihr erzählt, dass ihre Bücher real passiert sind und sie nun weiterschreiben muss, um ein Geheimnis zu lüften. Dabei findet sie allerhand über sich und ihren Protagonisten heraus. Immer mit dabei ist ihre Katze Alfie.

Meine Meinung

Nachdem ich den ersten Trailer zu Matthew Vaughns neustem Film sah, war ich zwiegespalten. Er konnte funktionieren, durch die interessante Ausgangsidee, nach einem richtig starken und zwei eher schwachen Kingsman-Filmen, war ich aber trotzdem vorsichtiger. Die Hintergrundgeschichte, dass Matthew Vaughn zunächst den Roman Argylle hat schreiben lassen, den unter dem Namen Elly Conway veröffentlicht hat und dann angekündigte diesen zu verfilmen, ist schon wieder sehr witzig. Zumal es zwischendurch bereits das Gerücht gab, dass Taylor Swift das Buch unter Pseudonym geschrieben hätte. Es kam dann aber heraus, dass es für den Film in Auftrag gegeben wurde und auf der Basis dann das Drehbuch geschrieben wurde.
Nun saß man doch irgendwie wieder mit Erwartungen in dem Film. Und gerade am Anfang hat man auch genau das bekommen, was der Trailer versprach. Eine Protagonistin, die hinter ihrem Schreibtisch hervorgezogen wurde und auf einmal in der realen Welt der Spionage auskommen muss und sich mit einigen Sachen einfach nicht abfinden kann. Ihre eigene Romanwelt ist absolut abgedreht und ähnelt eher James Bond in seinen abgedrehtesten Tagen, als realen Szenarien – ich sag nur Verfolgungsjagd mit Auto über die Dächer Griechenlands. Ich mochte die ganzen Anspielungen auf das reale Leben einer Autorin, mit Recherche und wie der Plot verknüpft worden wäre, damit es einem die Lesenden abkaufen. Die überzeichneten Bücher dann allerdings im Realismus mit einem le Carré zu vergleichen, gleicht dann doch Blasphemie.
Leider hat der Film es nicht dabei belassen. Nach ca. einem Drittel, in dem die wichtigsten Charaktere eingeführt wurden, fängt leider das große Plottwist Karoussel an. Denn es konnte nicht nur bei einem Plottwist bleiben, es musste immer noch einer drauf gesetzt werden. Dadurch zieht sich der Film leider auch ziemlich, hatte zwischendurch bereits einige Szenen, die ein Ende hätten sein können, aber es musste noch mehr sein. Das funktioniert so gar nicht und streckt den Film auf quälend lange 139 Minuten, die nach 60 Minuten schon so langsam nicht mehr funktionieren.
So hat Argylle zwischendrin durchaus noch gute Ideen, versucht sich an dem bekannten Witz aus Kingsman, kann diesen aber nur selten halten. Einige Szenen sind dadurch einfach zu gewollt überzeichnet. Einzelne Witze zu lange ausgespielt. Dadurch ist Argylle am Ende kein schlechter Film geworden, aber enttäuscht gerade gegen Ende eher als zu überzeugen, ermüdet und hätte einfach so viel mehr sein können, wenn die ganzen Plottwists weggelassen worden wären. So hatte ich zeitgleich doch irgendwie eine gute Zeit im Kino, habe den Film aber eher negativ in Erinnerung. Manchmal ist weniger eben doch mehr.
Dann ist da noch die Sache mit der Katze. Wer mich kennt, weiß, dass ich eine große Katzenfreundin bin. Demnach leide ich immer schnell mit den Fellnasen mit. Mal ganz davon abgesehen, dass sich für eine Fold-Katze (Katze mit Klappohren) entschieden wurde, die zwar mega süß sind, allerdings auch Qualzucht und daher in Deutschland inzwischen auch verboten, waren die wenigsten Szenen mit der Katze wirklich sinnvoll. Sie wurde genutzt, um den Charakter der Protagonistin zu verstärken, dennoch sind leider die meisten Szenen unglaublich viel Stress für Katzen. Da wurde sich dann mit sehr schlechtem CGI beholfen, aber dennoch hatte ich fast durchgehend einfach nur Mitleid mit der Katze. Und das ohne wirklichen Mehrwert für den Film. Was im Trailer noch Anreiz für den Film war, entwickelte sich schnell zu einem Faktor, der mir zunehmend Bauchschmerzen verursacht hat.

Das Fazit

Argylle kommt mit einer guten Grundidee daher, die er sich schnell durch einen Haufen unnötiger Plottwist kaputt macht. Zwischendurch gab es zwar noch ein paar witzige Ideen, aber die wurden eigentlich auch immer durch einen Negativaspekt wieder ausgeglichen. So ist der Film am Ende nicht wirklich schlecht, aber halt auch leider nicht gut. Dafür gibt es 05 von 10 möglichen Punkten.

Argylle läuft seit dem 01.02.2024 in den deutschen Kinos

Silver & Poison

Ein Vorwort

Ich habe mal wieder eine Reihe beendet und bevor ich wieder vergesse zeitnah über die Geschichte zu schreiben, widmen wir uns gleich der Silver & Poison Reihe von Anne Lück, die nur ein kleiner Coverkauf war – also die Geschichte hat mich auch angesprochen. Was die Reihe über den hübschen Einband hinaus zu bieten hat, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Band 1 – Das Elixier der Lügen

Die Handlung: Avery ist eine Poisonerin, die mit dem Mischen von Drinks Menschen dazu bringen kann, bestimmte Dinge zu tun. Da sie in Schuld bei dem Boss einer gefährlichen Gang steht, gerät sie ins Visier der Polizei. Doch mit Hayes verbindet sie eine Vergangenheit. Als in der magischen Welt seltsame Dinge vor sich gehen, muss Avery mit Hayes zusammen arbeiten.

Meine Meinung: Der erste Band beginnt relativ ruhig und langsam damit die Welt einzuführen. Wir lernen einiges über das Magiesystem, die verschiedenen „Abteilungen“ und wie die Welt aufgeteilt ist. Wir lernen Avery genauer kennen, ihre Vergangenheit, ihre Gegenwart und nach und nach die wichtigsten Charaktere. Allerdings wurde sich dafür für mich etwas zu viel Zeit gelassen. Ich bin nicht so richtig in die Geschichte reingekommen, hab zwar teilweise mit den Figuren mitgefiebert, aber es war mir zu langsam erzählt. Nicht wirklich langatmig, aber der Pepp hat irgendwie gefehlt. Wirklich spannend wurde es erst gegen Ende und dann kam der fiese Cliffhanger, der mich doch zu Band 2 greifen ließ.
Doch auch, wenn ich nicht so richtig in die Geschichte reinkam, so fasziniert war ich doch von der Welt. Ich mochte das Worldbuilding und die Vielschichtigkeit der Charaktere. Manchmal kam ich mit ein paar Namen durcheinander – was aber auch daran liegen könnte, dass ich Band 1 als Hörbuch gehört habe. Da fallen mir Namen immer etwas schwerer als beim Lesen.

Band 2 – Die Essenz der Erinnerung

Die Handlung: Avery befindet sich nach Islas Mord auf der Flucht, da die ganze magische Gemeinde glaubt, dass sie die Mörderin sei. Nur der undurchsichtige Ryker glaubt ihr und hilft ihr bei der Flucht. Doch kann sie ihm vertrauen? Und was ist mit Detective Hayes, dem sie gerade erst näher gekommen ist? 

Meine Meinung: Hätte es den Cliffhanger in Band 1 nicht gegeben, ich weiß nicht, ob ich weitergelesen hätte. Da ich selten Reihen abbreche, vermutlich schon, aber wohl nicht so zeitnah. Hier habe ich nach dem Anfang auch vom Hörbuch aufs Lesen gewechselt. Nachdem ich mich am Anfang noch ein wenig überwinden musste, es weiterzulesen, weil wir an einem Punkt waren, wo gerade alles den Bach runtergegangen ist, bin ich aber überraschend schnell an einen Punkt gekommen, wo ich es kaum noch aus der Hand legen konnte. Die Langsamkeit von davor war wie weggeblasen und es passierte viel, aber es gab trotzdem Verschnaufpausen. Ich bin mit den Charakteren noch wärmer geworden und habe diesmal richtig mitgefiebert. Ich kann nicht sagen, ob es der Wechsel vom Hörbuch begünstigt hat oder, ob es generell an der Story liegt, aber Band 2 hat mich mitgerissen, ich habe die Welt noch mehr geliebt und konnte es nach dem Anfang kaum noch aus der Hand legen. Im Nachhinein würde ich die Reihe daher als gelungen ansehen. Und vielleicht gefällt euch Band 1 ja auch einfach besser.

Das Fazit

In seiner Gesamtheit funktioniert Silver & Poison ganz gut. Wobei für mich Band 2 einfach deutlich stärker war und besser funktioniert hat. Aber es war ein tolles Wordlbuilding, eine interessante Geschichte und gegen Ende hatte es absoluten Suchtfaktor.

Doctor Who – der 13. Doctor

Ein Vorwort

2017 wurde Jodie Whittaker die neue Doctor aus Doctor Who. Für drei Staffeln (11-13) verkörperte sie die Rolle. Nachdem ich diese nun endlich nachgeholt habe, wird es wohl endlich Zeit für eine Rezension dazu. Also starten wir mal direkt:

Die Handlung

Nach ihrer dreizehnten Regeneration muss der Doktor nicht nur mit dem neuen Geschlecht zurecht kommen, es steht auch direkt wieder eine Bedrohung auf der Erde an. Noch teamlos trifft sie dabei auf Ryan, der mit seiner Oma und dessen neuen Partner Graham versucht Fahrrad fahren zu lernen, und Yasmin, die ihre Ausbildung bei der Polizei angefangen hat. Nach ihrem ersten Abenteuer, das nicht verlustfrei war, brechen sie zu viert zu weiteren Abenteuern in Raum und Zeit auf.

Ein paar Worte zur Einordnung

2017 wurde Jodie Whittaker die neue Doctor aus Doctor Who. Während viele aufgrund des Geschlechtwechsels der Serie den Rücken kehrten, war es von mir gar nicht geplant. Aber die neuen Staffeln waren in meinen Streamingabos nicht mehr enthalten und irgendwie kam ich davon ab mich genauer damit zu befassen – hatte ich doch genug andere Serien, die mich interessierten. Nachdem nun aber Disney+ sich teilweise Rechte gesichert hat und neue Specials rausbrachte, sowie eine neue Staffel ankündigte, wurde es für mich dann doch Zeit mal die inzwischen erschienen Staffeln 11-13 im BBC Player nachzuholen. Und genau um die soll es heute gehen.

Meine Meinung

Mit inzwischen dreizehn Staffeln ist Doctor Who wohl die Serie, die ich am längsten verfolge – wobei die meisten meiner Lieblingsserien einfach nicht so viele Staffeln haben. Supernatural übertrumpft das zwar aktuell mit 15 erschienen Staffeln, aber da steck ich irgendwo in Staffel 10 fest, weil die Qualität einfach immer mehr abnahm. Und das ist wohl das gute bei Doctor Who, dass durch die Regenerationen nicht nur die Schauspielenden regelmäßig getauscht werden, sondern sich die Serie dadurch auch stets weiterentwickeln kann. Ein Capaldi braucht kein größeren oder schlimmeres Übel als ein Tennant, weil es immer wieder wie neue Abschnitte funktioniert. Doktor und Companion müssen sich stets erstmal finden und erleben einfach neue Abenteuer. Daleks und Cybermen tauchen in regelmäßigen Abständen auf und die Erde ist sowieso regelmäßig bedroht. Aber das Konzept geht auf.
Nun standen also eben diese genannten Änderungen wieder an. Und nicht nur wir mussten uns an eine neue Doktor gewöhnen, sondern auch die Rolle selbst musste sich erstmal finden. Das merkt man gerade in den ersten Folgen, wo sie noch völlig verwirrt in den Szenen herumspringt, als ob sie nicht schon unzählige Leben gelebt hätte. Doch gerade das macht die Eingewöhnung wesentlich leichter. Auch hat man in der ersten Folge noch nicht so richtig die Ahnung, auf welchen Companion es denn nun herausläuft, da einfach vier neue Charaktere eingeführt werden. Das wir dann gleich drei Companions bekommen, hat mich ziemlich überrascht. Waren es doch bisher maximal zwei und dann auch meist nur, wenn es sich um Partner*innen des eigentlichen Companion handelt – Jack Harkness mal als Ausnahme gesehen, um das Torchwood Spin-off einzuführen. Dass diesmal alle drei geplant waren, und einer auch alterstechnisch noch raussticht, ist wieder so eine angenehme Neuerung, die mir die neuen Staffeln sehr sympathisch machte.
Leider habe ich durch die Fülle an Charakteren allerdings auch nicht die gleiche Bindung zu ihnen aufgebaut. Es war eben keine Rose, um die man in jeder Folge gebangt und gefürchtet hat. Aber auch der Doktor und die Companions konnten irgendwie nicht die gleiche Nähe aufbauen wie früher. Zunächst hat man es noch verstanden, nach dem Staffelfinale mit dem zwölften Doktor (Capaldi) und Bill, war die neue Angst spürbar sich wieder zu nah zu binden und dann wieder einen Verlust ertragen zu müssen. Doch das zieht sich leider durch alle Staffeln weiter und schafft eine Distanz, die in früheren Staffeln nicht da war.
Auch die Abenteuer selbst wirkten auf mich merkwürdig distanziert. Es waren wirklich tolle Ideen dabei, die ich sehr mochte. Rosa Parks, Mary Shelley zur Geburtsstunde ihres Frankensteins oder auch die Folge, wo Graham auf einen Wellnessplaneten bestand. Aber ich habe selten wirklich mitgefiebert, meist sie einfach an mir vorbeiziehen lassen. Es fehlte die Magie, die die Serie früher auf mich hatte. Und ich kann nicht einmal benennen, was mir gefehlt hat oder was mich gestört hat.
War dieses Gefühl in Staffel 11 noch ein leises Hintergrundrauschen und ich hab mich trotzdem noch darauf gefreut, die Serie weiterzusehen, so wurde es in Staffel 12 zusehens schlimmer. Denn hier gab es gleich zwei viel zu aufgebauschte Doppelfolgen und auch die Rückkehr des Masters katapultierte die Handlung auf ein Niveau des Schlimmen, die ich bei vielen lang laufenden Serien kritisiere, wenn es einfach immer alles nochmal schlimmer werden muss.
Endgültig ausgestiegen bin ich mental aber dann in Staffel 13. Nicht nur hat sich hier die Companion-Zahl deutlich verringert, was deutlich an Charme eingebüßt hat, denn gerade die kleinen Kabbeleien im Team haben die Folgen noch aufgelockert. Wenngleich es neue Charaktere gab, die nach und nach in der Geschichte mehr oder weniger zu Companions wurden, war es nicht das Gleiche, da der Teamgedanke nicht so richtig aufkam. Auch ist es nicht mehr das „Monster der Woche“ Prinzip, sondern ein allumfassendes Überböse über alle Folgen gestreckt, mit episodenartigen Ausschnitten, die daraus resultieren. Das ist etwas, was ich so schon nicht so gern sehe und hier passte es einfach noch weniger in die Geschichte. Glücklicherweise war das dann in sechs quälend langen Folgen auserzählt und die Staffel ist mit ein paar Specials ausgeklungen. Allerdings war ich da schon so ausgestiegen, dass ich mich kaum noch auf sie konzentrieren konnte oder wollte. Lediglich die „Legend of the Sea Devils“ Folge konnte nochmal etwas neues bieten und leichtes Interesse wecken.
Dennoch bin ich noch lange nicht durch mit der Serie! Ich freue mich auf die Rückkehr von David Tennant als Doktor und die neuen Specials, die uns jetzt auf Disney+ erwarten.

Das Fazit

Jodie Whittaker als Doktor war durchaus gut und die Companions mochte ich, doch irgendwie fehlte etwas in der Dynamik und Herzlichkeit von früheren Folgen, weswegen ich teilweise eher ausgestiegen bin und viele Folgen nur an mir vorbei habe ziehen lassen. Dennoch bin ich mit der Serie noch lange nicht durch.