Ein Vorwort
Während die Thunderbolts* bereits überall im Gespräch sind als die Rettung des MCU, hänge ich ein wenig hinterher und habe noch meine Meinung zum vierten Captain America Abenteuer, diesmal mit dem ehemaligen Falcon als Captain. Warum dieser Film sich eher zu den schlechteren des Franchises einordnet, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Was bisher geschah
Hier werde ich kurz die zuvor erschienenen Filme zusammenfassen. Dadurch sind Spoiler leider nicht zu vermeiden. Du weißt bereits, was geschah? Dann überspring dieses Absatz einfach.
Welche Filme/Serien man aus dem MCU vorab gesehen haben sollte: Falcon and the Winter Soldier – Diese stelle ich hier kurz vor.
Welche Filme/Serien aus dem MCU gut wären vorab gesehen zu haben: Der unglaubliche Hulk, Captain America – Winter Soldier, Captain America – Civil War, Avengers – Endgame und The Eternals– hierfür verweise ich auf meine Zusammenfassungen (sofern sie bereits existieren, für die Links einfach die Titel anklicken).
In The Falcon and the Winter Soldier treffen wir auf Sam Wilson aka Falcon, der sich gegen das Erbe des Captain Americas entschieden hat, das Steve Rogers ihm am Ende vom Endgame angeboten hatte. Stattdessen arbeitet er für die Air Force. Bucky Barnes aka The Winter Soldier befindet sich in der Therapie, um seine Vergangenheit aufzuarbeiten. Da tritt die Gruppierung Flag Smashers auf den Plan, die sich gegen geplante Maßnahmen der Regierung zur Umsiedlung ganzer Gebiete ausspricht, da der Blip, also das Verschwinden der Hälfte der Menschenheit für fünf Jahre in Endgame, hier einiges durcheinander gebracht hat. Als Reaktion stellt die US Regierung einen neuen Captain America namens John Walker vor. Bucky sucht Sam auf und begleitet ihn auf eine Mission nach Deutschland, da er das Erbe seines verstorbenen besten Freundes beschmutzt sieht, durch Walker und Falcon überreden will, doch als Captain America aufzutreten. Walker grätscht ihnen hier auch in die Informationsbeschaffung. Zurück in den USA sucht Sam Isaiah Bradley auf, der im Koreakrieg als Super-Soldat eingesetzt wurde. Seine Errungenschaften wurden jedoch aufgrund seiner Hautfarbe komplett aus der Geschichte gestrichen. Sam hinterfragt damit weiterhin, ob er als BPoC ein Captain America sein kann.
Sam und Bucky schlagen einen anderen Weg gegen die Super-Soldaten der Flag Smashers ein und befreien Baron Zemo aus dem Gefängnis. In Madripoor suchen sie mit seiner Hilfe nach dem Power Broker, der das Serum für die Super-Soldaten reproduziert und verkauft hat. Sharon Carter, nach Civil War geflohen, schreitet ein und hilft ihnen zu fliehen. In Riga wollen die drei Karli, die Anführerin der Flag Smashers, stellen. Doch Walker unterbricht sie wieder und so hindert er Sam daran mit Worten zu Karli durchzudringen. Bis auf eine werden dabei alle Dosen des Serums zerstört. Diese nimmt Walker an sich, um endlich mehr wie ein Captain America kämpfen zu können.
Zemo wird von den Dora Milaje aus Wakanda gefangen genommen. Sam sucht Isaiah Bradley auf und diesmal erzählt er ihm auch die ganze Geschichte. Nach einem Rückzug von Sam zu seiner Schwester, sprechen sich Bucky und er aus und Sam entschließt sich endlich sein Erbe anzunehmen. Im Finale können sie Sharon Carter als Power Broker entlarven, die Flag Smashers zerschlagen und die Regierung von ihren Umsiedlungsplänen abhalten. Isaiah bekommt endlich seine Anerkennung und schließt Freundschaft mit Sam und Bucky.
Die Handlung
Sam Wilson ist noch dabei sich in seine Rolle als neuer Captain America einzufinden, als er zum Präsidenten ins weiße Haus eingeladen wurde. Doch sein Freund Isaiah wird beeinflusst und versucht ein Attentat. Um seine Unschuld zu beweisen, gräbt Sam einige Geheimnisse des Präsidenten aus. Und dann droht den USA auch noch ein Krieg mit Japan.
Meine Meinung
Das strauchelnde MCU (=Marvel Cinematic Universe) brauchte dringend mal wieder einen Erfolg. Aber nach einer stark abgefallenen vierten Phase, war Phase 5 auch nur bedingt die Rettung. Deadpool war zwar ins MCU eingeführt worden, konnte sich aber auch nur mit unzähligen Anspielungen und der unfassbaren Dynamik zwischen Reynolds und Jackman über Wasser halten. Die Guardians haben in ihrem dritten Abenteuer noch am besten abgeschnitten und The Marvels hatte zwar Frauenpower, aber von Anfang an schon einen schlechten Stand, da Captain Marvel und Miss Marvel nicht unbedingt die Reißer im MCU waren. Vor allem mangelte es irgendwie an einer runden Geschichte. Nun inzwischen wird dies zumindest den Thunderbolts* und damit dem Finale der fünften Phase nachgesagt. Aber zuvor sollten es ein paar alte Bekannte retten. Der Haken: Bereits die Serie Falcon & the Winter Soldier hat vorne und hinten nicht funktioniert. Leider sollte sich genau darauf gestützt werden.
Aber ich versuche mal am Anfang anzufangen. Thaddeus Ross, der bisher bereits verschiedene Auftritte hatte, und dabei selten gut wegkam, wurde zum Präsidenten gewählt. Also eben jener Mann, der im unglaublichen Hulk den Freund seiner Tochter gejagt und versucht hat zu vernichten, und der Mann, der den Civil War mit den Sokovia Abkommen auslöste. Er lädt Sam Wilson, ehemals Falcon, inzwischen Captain America ins weiße Haus ein und will dort eine Zusammenarbeit besprechen. Natürlich scheitert diese direkt, da es zu einem Zwischenfall kommt. Leider ist hier Sams Freund Isaiah involviert.
Dass bei Sams Nachforschungen, um Isaiahs Unschuld zu beweisen, eine Menge Geheimnisse ans Licht kommen und der neue Präsident natürlich eine Menge Dreck am Stecken hat, dürfte hier wohl niemanden überraschen. Leider scheitert der Film aber auch genau daran wieder: An seiner Vorhersehbarkeit. Kaum eine Entwicklung ist wirklich überraschend, unterbrochen werden sie von einigen Kämpfen, die mal mehr, mal weniger spannend sind. Die Charakterentwicklung ist auch eingeschränkt, weil das meiste bereits in der vorausgehenden Serie geklärt wurde und Ross‘ Rückkehr auch keine Überraschung in der Rolle zuließ.
Wir bekommen noch ein paar interessante Nebencharaktere, aber das große Problem des MCU bleibt bestehen: Die guten Gegner. Abgesehen von einem Thanos oder einem Loki hat das MCU wenige Antagonisten mit durchdachten Motiven, die auch ausgespielt werden dürfen, und genug Screentime, um eine Entwicklung zu durchleben. Dabei hatte der Antagonist diesmal Potential, da er mehr auf die psychische Ebene, denn auf die physische ging. Aber daraus lassen sich halt keine großen Kämpfe generieren. Und so kam dieser Aspekt viel zu kurz und wir lassen den Präsidenten mal eben Teile Washingtons zerstören – inklusive eines ganzen Parks voller Kirschblüten, sehr zum Leidwesen meiner Begleitung.
So ist Captain America – Brave New World in seiner Gesamtheit nicht völlig schlecht, aber eben auch nicht wirklich gut. Er spielt die generische Marvel Formel aus, kommt damit aber nicht an den Charme früherer Filme heran, schafft es aber auch nicht aus dem Alltagstrott des Franchises auszubrechen.
Letztlich bleibt wirklich nur zu hoffen, dass Marvel endlich gelernt hat und lieber wieder eine richtige Geschichte erzählen, als nur auf viele Kämpfe zu setzen.
Das Fazit
Captain America 4 – Brave new World spielt das gewohnte Schema des MCU ab, vergisst aber erneut ihren Antagonisten richtig zu nutzen und setzt zu sehr auf Kämpfe und CGI. Rangiert daher als Mittelmaß ohne großen Rückerinnerungswert, ist aber beim Sehen auch keine Vollkatastrophe. Dafür gibt es 05 von 10 möglichen Punkten.
Captain America 4 – Brave New World läuft seit dem 13.02.2025 in den deutschen Kinos