Eine Handvoll Serien – 01/24 – K-Drama Special

Herzlich Willkommen zur ersten Ausgabe der serientastischen Handvoll in diesem Jahr. Wir beginnen direkt wieder mit einem K-Drama Special, denn da haben sich tatsächlich schon wieder fünf Stück angesammelt. Heute mit: Unheil vor der Tür, einem Pub in Itaewon, einer KI mit Brille, einem magischen Buch und der Braut des Goblins.

Doom at your service

Die Handlung: Tak Dong-Kyung hat einen wirklich beschissenen Tag. Sie erfährt, dass sie nur noch kurze Zeit zu leben hat, dass ihr Freund bereits verheiratet ist und ihr Bruder sich ein Teil des Erbes ihrer Eltern für eine dumme Geschäftsidee krallen will. In ihrer Frustration schreit sie in die Nacht, dass sie die Welt brennen sehen will. Dies hört Myul Mang, das Unheil. Er schließt einen Vertrag mit ihr, um die Schmerzen ihrer letzten Wochen von ihr zu halten, dafür muss sie sich das Ende des Welt wünschen, damit er ihren Wunsch erfüllen kann. Doch es soll anders kommen.

Meine Meinung: Dieses Drama war im letzten Jahr nicht nur mein Highlight unter den K-Dramen, sondern auch mein Jahreshighlight im Bereich Serien. Dabei war es eine absolute Zufallsentdeckung, für die ich sogar mein eigentlich aktuelles Drama pausierte. Und nachdem man die harten Nachrichten am Anfang überwunden hatte, war es genau so ein Drama, wie ich es liebe. Es baut sich sehr langsam auf, eigentlich konnte ich kaum sagen, was in den einzelnen Folgen so passiert ist, aber dafür baut es eine Herzlichkeit auf, die ich bei vielen Serien vermisse. Wir haben hier ein eindeutig reales Szenario mit der erkrankten Protagonistin und landen dann weiterhin im urbanem Setting in einer übernatürlichen Komponente. Dadurch war es nicht einfach nur ein weiteres Liebesdrama, tatsächlich kommt der Liebesaspekt erst später im Verlauf der Serie durch und nimmt dann nach und nach mehr Platz ein. Der Weltenbau ist vergleichsweise simpel und passt sich doch herrlich in die Geschichte ein. Und während sich Seo In-Guk wahrscheinlich in die Herzen aller Frauen gespielt hat, war mit Lee Soo-Hyuk einfach noch mein (aktuell) drittliebster koreanischer Schauspieler in einer größeren Nebenrolle vertreten. So habe ich jede Folge der Serie geliebt, habe mitgelitten, gebangt und mehrfach den Fernseher angeschrien, wenn etwas passierte, was mir absolut nicht gepasst hat. Und die Geschichte hat diesmal auch in ihre 16 Folgen gepasst, ohne zu lang oder zu kurz zu sein. Wer schon immer mal mit dem Genre K-Drama einfangen wollte, hier ist eine super Gelegenheit dazu!

Itaewon Class

Die Handlung: Park Saeroyi hat Probleme an seiner neuen Schule, da er das Mobbing eines Mitschülers nicht duldet. Da dieser aber der Sohn eines einflussreichen CEO ist, fliegt er von der Schule und sein Vater verliert seinen Job. Als kurz darauf sein Vater vom gleichen Mobber tot gefahren wird, dreht er durch und landet dadurch im Gefängnis. Doch Saeroyi hat einen Plan. Viele Jahre später eröffnet er in Itaewon eine kleine Bar und versucht diese zum Erfolg zu führen, um gegen die Familie, die ihn alles gekostet hat, bestehen zu können. 

Meine Meinung: Ich bin es ja inzwischen gewohnt bei einem K-Drama auch nach schwierigen ersten Folgen einfach mal dran zu bleiben, denn meist entwickeln sie sich erst so ab Folge 3 in eine gute Richtung. Bei Itaewon Class hat dieser Prozess deutlich länger gedauert, weswegen ich zwischendurch mehrfach an abbrechen gedacht habe. Doch nach dem ersten Zeitsprung entwickelt sich die Geschichte noch einmal ganz neu und dann werden auch nach und nach mehr Charaktere eingeführt, was gut funktioniert. Zumal wir hier auch mal einen deutlich diverseren Cast haben als sonst. Die Hauptgeschichte wird immer weiter geführt und es ist bestimmt keine Wohlfühlserie, was hier alles passiert ist schon schockierend. Wir haben im Laufe der Serie noch einen weiteren großen Zeitsprung, der zwar unerwartet kam, aber irgendwo auch logisch ist. Die ein oder andere Charakterentwicklung war dann zwar gewöhnungsbedürftig, aber wir kriegen auf jeden Fall noch unseren Anstieg in der Spannungskurve. So habe ich am Ende meinen Frieden mit der Serie geschlossen, hatte aber zwischendurch meine Auf- und Abs.

My holo love

Die Handlung: Han So-Yeon kämpft seit ihrer Kindheit mit Gesichtsblindheit, die sie aber verschweigt. Dadurch wird sie von ihren Kolleg*innen eher gemieden, und auch darüber hinaus führt sie eher ein zurückgezogenes Leben. Das ändert sich, als sie den Prototypen einer Brille in die Hände bekommt, mit der sie Holo sehen kann. Diese KI hilft ihr im Alltag. Doch sie bekam die Brille nur, weil die Erfinderfirma sie vor Dieben schützen wollte. Nun wollen sie ihren Prototypen dringend zurück. Blöd, dass So-Yeon eine starke Bindung zu Holo aufgebaut hat. Doch beruht diese auf Gegenseitigkeit? 

Meine Meinung: Ein Drama, das ich mit meiner besten Freundin zusammen gesehen habe, was wohl auch der Grund sein dürfte, warum ich es nicht abgebrochen habe. Aber wir mussten uns auch immer wieder überwinden weiter zu schauen, haben immer andere Serien dazwischen geschoben, um doch irgendwann weiterzuschauen. Denn obwohl die Serie gerade einmal 12 Folgen hatte und die auch nur ca. 50 Minuten gingen, hatte sie viel zu wenig Stoff dafür. Die Handlung hat sich immer wieder im Kreis gedreht, die gleichen Fehler wurden immer wieder gemacht und es ging einfach nichts voran. Die Charaktere waren auch ziemlich nervig und aus der Grundidee wurde nur wenig gemacht. Teilweise bin ich aus dem Augenrollen nicht mehr herausgekommen. Was sich Netflix hier bei ihrem Original gedacht hat, weiß man auch nicht so recht. Ich habe jedenfalls drei Kreuze gemacht als die Serie nach einem viel zu abgehobenem Finale endlich vorbei war.

Destined with you

Die Handlung: Lee Hong-Jo arbeitet im Landschaftsamt im Rathaus, wo sie jedoch aufgrund von Vorfällen in der Vergangenheit von ihrem Team eher gemieden wird. Bei einem Außeneinsatz in einem „Spukhaus“ trifft sie auf Jang Sin-Yu. Dieser ist Anwalt und arbeitet inzwischen auch im Rathaus. Eigentlich will er nichts mit der übereifrigen Beamtin zu tun haben, doch bekommt er den Auftrag eine alte verschlossene Kiste an eben diese zu übergeben. Durch Neugier hält er den Kontakt und beide finden heraus, dass ein Zauberbuch in der Kiste ist. Hong-Jo glaubt eigentlich nicht an Magie, aber warum den Liebeszauber nicht einmal an ihrem Schwarm austesten. Nur leider kommt Sin-Yu dazwischen. 

Meine Meinung: Destined with you wollte wohl das sein, was Doom at your service geschafft hat. Ein Drama mit übernatürlicher Note, eine Protagonistin, die einiges zu ertragen hat und ein Love interest, dem ein Geheimnis zu umgeben scheint. Dabei hat es aber leider keinen Charme, keine Herzlichkeit und vergisst zwischendrin regelmäßig, was es eigentlich erzählen will. Gibt es nun Magie in diesem Drama? Nun, da wurde sich zwischendurch einfach merhfach umentschieden, so dass man es selbst am Ende nicht sagen kann. Dann haben wir eine Enemies to lovers Geschichte, die aber einfach nicht funktioniert, weil beide Charaktere unsympathisch sind und wir ihnen die Entwicklung zum Liebespaar einfach nicht abkaufen. Da kann Rowoon noch so gut aussehen, er war einfach zwischendurch ein ziemliches Arschloch. Auch das Mobbing im Büro gegenüber der Protagonistin ist ziemlich heftig, weswegen es nicht klar ist, wieso sie am Ende mit ihrem Team befreundet ist. Auch ansonsten springt die Geschichte ziemlich hin und her und natürlich brauchten wir gegen Ende noch eine historische Komponente, die so willkürlich wirkt, dass den Schreibenden hier wohl einfach die Ideen ausgegangen sind.

Goblin

Die Handlung: Kim Shin wird zu einem Goblin und wandert fast tausend Jahre ruhelos durch die Welt. Nur die Braut des Dokkaebi (Goblin) kann ihn befreien. Mit Ji Eun-Tak einer Abschlussschülerin findet er diese schließlich, doch Abschied vom Leben war noch nie so schwierig. Dabei wurde sogar schon sein Haus an einen Gevatter Tod weiter vermietet. 

Meine Meinung: So viel hatte ich bereits über das K-Drama gehört. Es war tatsächlich sogar so ziemlich das Erste, von dem ich je gehört habe, da es in einem Buch erwähnt wurde, dass ich bereits las, ehe ich in den Strudel aus K-Dramen und K-Pop gezogen wurde. Da ich bisher aber nur die Netflix-Serien gesehen habe, blieb es mir verwehrt, auch wenn ich immer wieder schaute, ob es nicht doch irgendwo verfügbar wäre. Bis ich schließlich mit einem Gratisabo von Viki gelockt wurde (und bisher hängen geblieben bin). Und das war meine Chance. Und tatsächlich habe ich die Serie innerhalb kürzester Zeit durchgebinged, denn sie bot einfach alles. Eine spannende Geschichte, große Gefühle, tolle Charaktere, Einblicke in die koreanische Mythologie und ganz nebenbei Herzlichkeit und eine gehörige Portion Witz. Eigentlich habe ich sie weniger wegen der Liebesgeschichte geschaut, als vielmehr wegen der Bromance zwischen dem Dokkaebi und Gevatter Tod. Lediglich am Ende hat man gemerkt, wie sie die Handlung wieder partout auf die 16 Folgen strecken mussten und es deswegen ein paar der Wendungen gar nicht so gebraucht hätte. Aber das ist bei der Serie wirklich Jammern auf hohem Niveau.

Habt ihr eins davon gesehen? Wie fandet ihrs?

Eine Handvoll Bücher – 01/24

Herzlich Willkommen zur ersten Ausgabe der buchigen Handvoll in diesem Jahr. Heute mit: teurer Magie, einem farbenfrohem Regenbogen, sarkastischen Dämoninnen, nassen Mädchen und transportierenden Hexen.

Der Preis der Magie

Die Handlung: Nach dem Tod ihrer Mutter bekommt Helena ein altes Buch ihres Vaters vererbt, der die Familie vor vielen Jahren einfach verließ. Dadurch entdeckt sie nicht nur die Magie in sich, sondern auch ihre Tante Elizabeth, von der sie jahrelang nichts wusste. Doch so verlockend die Geschichten ihrer Tante auch klingen, so lernt Helena schnell, dass Magie immer einen Preis hat. 

Meine Meinung: Während die ersten paar Seiten noch ein bisschen wie altbekanntes wirken, Protagonistin bekommt ein Grimoir vererbt und erkennt, dass sie magische Fähigkeiten hat, ist dies auch so ziemlich das letzte Mal, dass man sich auf Vorhersehbares verlassen kann. Autorin Mila Illbach schafft es einfach einen ständig zu überraschen. Ich habe das Buch in einer Leserunde gelesen und wir waren uns so oft sicher, dass Charaktere ganz bestimmt auf die ein oder andere Weise handeln würden, verdächtigten andere, schlossen wieder andere in unsere Herzen und dann kam alles ganz anders. Dabei war es nie die völlig Abkehr von allem, so dass man einfach mit dem Gegenteil vom Erwartetem rechnen konnte, sondern es wurde so geschickt mit einem gespielt, dass man einfach nichts mehr glauben konnte und alles einfach auf sich zukommen lassen musste. Das war herrlich erfrischend, abwechslungsreich und spannend. Der lockere Schreibstil der Autorin tut sein übriges. Wir konnten in eine bekannte und doch völlig neue Welt der Magie eintauchen und haben immer die Grundfrage des Buches „Was ist der Preis der Magie“ präsent. Das wurde so geschickt verbaut, dass ich nur meinen Hut ziehen kann. Lediglich nach hinten raus scheint dem Buch ein wenig die Puste auszugehen. Hier wurde bewusst ein Einzelband geschrieben, was ich sehr schätze, denn die Geschichte war dann auch fertig erzählt, aber die ein oder andere Facette kam doch zu kurz. Ein paar mehr Seiten wären am Ende schön gewesen, aber letztlich ist das auch Jammern auf hohem Niveau. Wer Magie fernab von den üblichen Genrekonstruktionen erleben will, dem sei dieses Buch auf wärmste empfohlen.

Die siebte Farbe des Regenbogens

Die Handlung: Ella hat Angst um ihren besten Freund Nick. Meist ist er verschlossen, doch nach dem letzten Wochenende scheint er eine schlimme Nachricht erhalten zu haben und ist danach verschwunden. Auf der Suche nach ihm, landet sie in einer seltsamen grauen Welt. Ein Wesen namens Mirin bietet ihr einen Deal an: Sie und Nick müssen Prüfungen bestehen, eine für jede Farbe des Regenbogens. Doch Ella hat keine Ahnung, welche Tür sie damit geöffnet hat.

Meine Meinung: Vorm lesen des Buches sollte man sich auf jeden Fall der Triggerwarnung gewahr werden, denn es behandelt das Thema Suizid. Das ist grundsätzlich ein schwieriges und sensibles Thema, doch die Art, wie sich dem genähert wird und die Alliteration mit dem Regenbogen war einfach sehr gelungen. Das ist übrigens kein direkter Spoiler, denn auch, wenn es zunächst nicht direkt gesagt wird, so ist es doch so deutlich angedeutet, dass man es sich denken kann. Schön ist es, dass hier nicht über die Entscheidung der einzelnen geurteilt wird, sondern ganz im Gegenteil, es wird versucht darzustellen, wie man zu einer solchen Entscheidung überhaupt gelangen kann. Es geht darum, Anzeichen vielleicht früher zu erkennen, aber auch zu akzeptieren, wenn man sie nicht gesehen hat. Das Ganze wird verpackt in eine faszinierende Welt des Regenbogens voller Alliterationen, Interpretationsmöglichkeiten und immer mit dem Hintergedanken des Überthemas. Dadurch wird das Thema zwar nicht leichter und auch immer mit dem nötigen Ernst und Respekt behandelt, dennoch macht das Lesen durch das Erkunden der Welt auch Spaß – auch wenn das in dem Zusammenhang vielleicht unpassend klingt. Aber genauso schafft man es sich den Themen zu nähern und sie offen zu behandeln und nicht nur hinter vorgehaltener Hand. Ich kann das Buch nur wärmstens empfehlen.

Demon’s Diaries – Band 1-3

Die Handlung: Mia und Cay sind ziemlich hohe Tiere in der Hölle. Das hindert sie nicht daran ab und an in Schwierigkeiten zu geraten, sich mit dem überbürokratischen Himmel auseinander setzen zu müssen. Kein Wunder, dass sie manchmal auch einfach nur The Walking Dead schauen wollen.

Meine Meinung: Normalerweise hätte ich die Cover der Reihe gesehen und die Bücher nichtmal angerührt. So traurig wie es klingt, aber Cover sind eben doch der erste Berührungspunkt mit den Büchern. Mein Glück war jedoch, dass die Autorin einen Stand auf der Buch Berlin hatte und ich mir die Idee rund um die Dämoninnen anhören konnte, ehe ich die Cover sah. Denn so gab ich ihnen eine Chance und wurde von dem Humor der Geschichten ganz verzaubert. Denn wenn man mal über das nicht so ansprechende Äußere hinwegsieht, bekommt man allerlei Kurzgeschichten, die wunderbar auf den Punkt sind und die ganz Idee mit der Verwaltung der Hölle und wie das funktioniert und welche Probleme dabei auftreten können, hat mich mehrfach zum lachen gebracht. Ich habe mich so gut unterhalten gefühlt, wie lange nicht mehr und vielleicht hatte das Ganze mehr parallelen mit einem deutschen Amt als mir lieb wäre. So bin ich auf jeden Fall sehr gespannt auf die beiden dazugehörigen Romane, die ich mir bei Gelegenheit bestimmt holen werde.

Das Mädchen, das in den Wellen verschwand

Die Handlung: Um den Meeresgott zu besänftigen und die Stürme in ihrer Heimat aufhören zu lassen, wird in Minas Dorf jedes Jahr ein Mädchen als Braut des Meeresgottes ausgewählt. Durch ihr Eingreifen, um ihren Bruder zu schützen, gelangt diesmal Mina ins Geisterreich, nur um festzustellen, dass ein Fluch auf dem Gott liegt und sie nur 30 Tage Zeit hat, um diesen zu brechen.

Meine Meinung: Nachdem ich Axie Ohs XOXO im letzten Jahr absolut verschlungen und geliebt habe – ich hatte auch sehr lange auf die Übersetzung gewartet – brachte uns der Loewe Verlag direkt ein weiteres Werk der Autorin auf Deutsch heraus. Dabei handelt es sich aber diesmal nicht um K-Pop Romance, sondern um ein Fantasywerk mit koreanischer Mythologie. Das ganze dann auch noch in einem historisch angehauchtem Setting, was noch einmal ein starker Kontrast zum vorherigen Buch ist. Dementsprechend habe ich auch einige Zeit gebraucht, um in „Das Mädchen, das in den Wellen verschwand“ reinzukommen. Der Schreibstil war sofort wieder in den Bann ziehend, aber das Setting und vor allem die vielen Namen fielen mir da wesentlich schwerer. So habe ich doch eine Weile gebraucht, um mich einzufinden. Das hat sich mit der Zeit dann immer weiter gelegt, bis wir eine faszinierende und erfrischend neue Geschichte haben mit Plottwist, die ich so nicht vorhergesehen habe. Denn hier ist nichts, wie es auf dem ersten Blick scheint. Und gerade das „Vorende“, also die Auflösung bevor es zum finalen Ende des Buches kam, konnte mich begeistern, so dass ich nun wissen wollte, wie es weitergeht und auf jede Unterbrechnung nicht gut reagiert habe. Wer also einmal ein sehr erfrischendes Fantasybuch lesen möchte, ist hier genau richtig.

Seelenverrat

Die Handlung: Felicity betreibt nicht nur ein ganz besonderes Café, sie transportiert auch die Seelen der magischen Gemeinde ins Jenseits. Doch bei ihrem letzten Transport traten einige Seltsamkeiten auf. Bis der Enkel des Verstorbenen ihr Büro stürmt und ihr vorwirft, seinen Großvater getötet zu haben. Zusammen versuchen sie das Rätsel zu lösen, was jedoch einem Wettlauf gegen die Zeit gleicht.

Meine Meinung: Nach der Ankündigung des Drachenmond-Verlages über dieses Buch wandert es sehr schnell auf meine Wunschliste und ich fiebert regelrecht drauf hin. Als dann auch noch der Farbschnitt gezeigt wurde, war es um mich geschehen. Nicht zuletzt, wurde auch noch mit einer Katze als Seelenpartner geworben. Ich habe meiner Vorbestellung also regelrecht aufgelauert. Umso schader ist es, dass ich mit dem Buch einfach nicht warm geworden bin. Ich möchte gar nicht behaupten, dass es nicht gut war, denn die Geschichte war gut strukturiert, spannend, hatte einen guten Weltenbau, konnte überraschen und hatte auch ansonsten alle Zutaten für ein tolles Buch. Es war leider der Erzählstil, mit dem ich so gar nicht zurecht kam. Es wird aus der Sicht von Felicity erzählt, aber als auktorialer Erzähler. Ich kann nicht einmal sagen warum, aber für mich hat es sich dadurch immer wieder so angefühlt als  würde sie Selbstgespräche führen. Das hat mich ab Seite Eins irritiert und ließ mich bis zum Schluss nicht los. Die Folge dessen war dann leider, dass ich mich immer wieder überwinden musste, das Buch in die Hand zu nehmen und weiterzulesen. Ich hatte nicht das Gefühl flüssig durchzukommen. Und das finde ich bei einem ansonsten tollen Buch sehr Schade, ist aber natürlich auch etwas, was die Autorin nicht ändern kann.

Habt ihr eins davon gelesen? Wie fandet ihr es?

Eine Handvoll Bücher – 4/23

Herzlich Willkommen zur vierten Ausgabe der buchigen Handvoll. Heute mit: Bad Boy in Kleinstadt, überraschendem Star-Date, Emotionskontrolle, Mord mit Alibi und ein Cat Sheeran.

Mit dir oder ohne dich

Die Handlung: Cara hat in dem verträumten Städtchen Silver Heights, ein kleines Café, in dem sie Speisen für Leute mit Unverträglichkeiten anbietet. Eines Tages läuft ihr Adam über den Weg, der ihr sofort sympathisch ist. Doch es liegt eine Reihe von Missverständnissen vor ihnen. Doch vor allem muss Cara ihre Unsicherheit überwinden und Adam mit der Vergangenheit abschließen, was alles andere als einfach ist.

Meine Meinung: Eigentlich wollte ich auf der Buchpassion Erfurt nur den dritten Teil der Alice im Wunderland-Adaption von Autorin Kristin Ullmann kaufen. Doch dann konnte ich nicht an ihrem Romance-Titel vorbeigehen und als ich dann noch erfuhr, dass es einen Kater namens Cat Sheeran in dem Buch gibt, musste ich leider erneut den Geldbeutel zücken. Und es war eine sehr gute Entscheidung, denn ich habe das Buch geliebt! Die Geschichte von Cara und Adam war trotz einiger schwieriger Themen absolut cozy und ich wollte die Welt gar nicht mehr verlassen. Die Charaktere waren so toll und ich wollte alle Speisen in Caras Imbiss ausprobieren. Durch den sehr angenehmen Schreibstil bin ich nur so durch die Seiten geflogen und trotz der überschaubaren Seitenanzahl war die Geschichte im genau richtigen Tempo rund auserzählt. Für mich definitiv ein Anwärter auf das Jahreshighlight und ich kann es nur jedem Romance-Fan empfehlen.

Dreizehn bei Tisch

Die Handlung: Ein neuer Fall für Poirot. Die Schauspielerin Jane Wilkinson nimmt an einem Dinner mit zwölf anderen Menschen teil. Doch zur gleichen Zeit soll sie ihren Ehemann ermordet haben. Poirot steht vor einem neuen Rätsel. 

Meine Meinung: Während gerade der dritte Film mit Kenneth Branagh in den Kinos läuft, konnte ich inzwischen das siebte Buch rund um den Detektiv Hercule Poirot beenden. Nach dem Klappentext war ich auch sehr gespannt auf das Buch. Und dann sehr überrascht, weil ich gefühlt im ersten Kapitel die Lösung präsentiert bekommen habe. Ich war skeptisch, weil so offensichtlich eine Täterin da war, dass ich nach Schlupflöchern suchte. Und dann hat Christie meine ganze Theorie wie ein Kartenschlösschen zusammen stürzen lassen. Ab hier war ich gepackt. Ich hatte wieder tausend Theorien und war doch nie wirklich zufrieden. Und auch wenn insgesamt gar nicht so viel zu passieren scheint, wurde wieder eine Spannung aufgebaut, die sich bis zur Auflösung am Ende hielt. Und die hat mich wieder völlig überrascht. Eigentlich war es die einzig logische Erklärung, und doch kam es nicht in meinen ganzen Theorien vor. Ich freu mich sehr auf den nächsten Fall.

A whisper around your name

Die Handlung: Jo wechselt durch den Umzug ihres Onkels die Schule. Dort trifft sie auf Evan, doch dieser ist der Außenseiter der Schule und ihr wird geraten sich von ihm fernzuhalten. Doch bei abendlichen Ausflügen ins Freibad kommen sich beide näher. Auch durch ihre traumatischen Erfahrungen.

Meine Meinung: Bisher habe ich sehr gute Erfahrungen mit Emma Scott gemacht. Begonnen mit der All In-Reihe, die ein absolutes Jahreshighlight war, mochte ich Never Doubt und Between your words auch sehr gern, the girl in the love song, war nicht so ganz mein Fall, aber trotzdem war es eine schöne Geschichte. So ging ich voller Energie an A whisper around your name und war einfach nur entsetzt. Die Triggerwarnung war sehr lasch, denn dieses Buch ist einfach nur heftig. Es werden so viele schwierige Themen behandelt, dass es einfach nur noch ein „wie sehr können meine Charaktere wohl noch leiden“ wurde. Immer, wenn man dachte, dass es nicht noch schlimmer werden könnte, braucht Scott noch etwas neues in die Geschichte ein. Auch die Handlung selbst war absolut wirr, hatte irgendwie eine übernatürliche Komponente, die total fehl am Platz wirkte. Es war sehr schwierig überhaupt weiterzulesen und das kenne ich von der Autorin eigentlich so nicht. Ja, ihre anderen Bücher hatten auch immer schwere Themen, aber so unglaubwürdig, wie hier, war es definitiv nie. Solltet ihr noch nichts von der Autorin gelesen habe, so fangt bitte nicht mit dieser Reihe an, denn sie ist einfach nicht gut.

In love with a star

Die Handlung: Georgia will nach einem langen Flug nur noch unter die Dusche und dann ins Bett fallen. Doch ein gestrichener Anschlussflug und ein ausgebuchtes Hotel machen ihr einen Stich durch die Rechnung. Dabei trifft sie auf Alexander Kim, dem älteren Bruder ihrer früheren besten Freundin. Er bietet ihr an, sich das Zimmer zu teilen und sie kommen sich näher. Doch am nächsten Tag muss sie feststellen, dass sie mit einem berühmten Schauspieler geschlafen hat. 

Meine Meinung: „Für Fans von Ali Hazelwood“ ist so ein Zusatz, der mich zeitgleich wahnsinnig anzieht, weil ich ihre Bücher absolut verschlungen habe, und mich zeitgleich abschreckt, weil ich Angst habe, dass nach ihrem Erfolg einfach wahllos auf alle Bücher aus dem Bereich Romance dieser Zusatz aufgedruckt wird. Da mich bei In Love with a star noch die Geschichte angesprochen hat, habe ich dem Buch dennoch eine Chance gegeben. Und zunächst bekam ich genau das, was ich wollte. Die Chemie zwischen den beiden Protas war von Anfang an da und ich war absolut fasziniert und habe sehr mitgefiebert. Auch wenn der Klappentext ein wenig wie der Beginn einer Fanfiction wirkt, ist es doch so viel mehr (ohne (gute) Fanfictions herunterwerten zu wollen). Dass es sich bei Alexander Kim um einen Schauspieler mit koreanischen Wurzeln handelte, war dann das Sahnehäubchen auf der Geschichte. Ein wenig gewundert hat mich dann doch der hohe Spice-Anteil. Gestört hat er mich nicht, da die beiden Protas ganz wunderbar harmoniert haben und es irgendwie gepasst hat, ich hätte es nur nicht erwartet, wie viel Spice vorkommt. Die Hintergrundgeschichte wirkt ein wenig sehr heftig für die ansonsten lockerleichte Liebesgeschichte und scheint nicht so ganz rein zu passen. Aber Autorin Ivy Owens schreibt so leicht, dass selbst dieser Teil sich gut in die Geschichte einfügt. Zusammenfassend habe ich das Buch einfach nur verschlungen und es hat mir sehr gut gefallen.

Emotiondancer

Die Handlung: In der Zukunft sind alle Menschen durch das Cybernet verbunden und fühlen, was der Gegenüber fühlt, wodurch die Kriminalitätsrate auf Null gesunken ist. Doch Kaja hat regelmäßige Gefühlsausbrüche, die eine Gefahr für ihre Mitmenschen sind und sie wertvolle Erinnerungen kosten. In Skyscrape sucht sie nach Antworten, doch diese sind gar nicht so leicht zu beschaffen. 

Meine Meinung: Nachdem ich auf der Buch Berlin 2021 Cyberempathie auf Empfehlung kaufte und es mir gut gefallen hat, durfte auf der Buch Berlin 2022 die unabhängige Fortsetzung mit. Und jetzt kurz vor der Buch Berlin 2023 habe ich es auch geschafft Emotiondancer zu lesen. Es war schön erneut in die Welt einzutauchen und ein wenig mehr Zeit in der großen Stadt Skyscrape zu verbringen. Zunächst war es für mich ein wenig schwierig die Geschichte zeitlich einzuordnen, da mir das Ende von Cyberempathie noch gut in Erinnerung geblieben ist. Doch ich war neugierig, was es mit Kaja und ihren Anfällen auf sich hat. Und die Suche hat sich ganz schön hingezogen. Dabei war das Buch an keiner Stelle langweilig oder langatmig, denn wir haben immer wieder neue Aspekte zu erforschen. Leider kam die Antwort und die Konsequenz daraus sehr spät und plötzlich, so dass ich kaum Zeit fand alles richtig zu verarbeiten. Das war aber auch mein einziger Kritikpunkt.

Habt ihr eins der Bücher gelesen? Wie fandet ihr sie?

 

Eine Handvoll Serien – 6/23

Herzlich Willkommen zur sechsten Ausgabe der serientastischen Handvoll – ganz ohne Special. Heute mit: Licht auf der Flucht, Krimis in Taiwan, einer königlichen Liebesgeschichte, einer Austauschschülerin in Seoul und einem trekkigen Wiedersehen.

Shadow & Bone – Staffel 2

Die Handlung: Alina und Mal sind auf der Flucht, doch kommen nicht weit. Der Dunkle findet sie und zwingt sie dazu ihnen zu helfen die Meeresgeisel und damit den zweiten großen Kräftemehrere zu finden. Dabei bekommen sie unerwartete Hilfe. Währenddessen versuchen die Krähen ihre Schulden im Barrell zu begleichen. Dafür benötigen sie Hilfe von der Grisha Nina, doch diese stimmt nur unter einer Bedingung zu: Matthias Helvar muss aus dem Gefägnis befreit werden. Doch das ist gar nicht so einfach.

Meine Meinung: Groß waren die Erwartungen an die zweite Staffel, nachdem die erste alle Erwartungen übertroffen hat. Während die Grisha-Reihe drei Bände umfasst, ging ich davon aus, dass jetzt der zweite Band aufgegriffen wurde. Die Krähen haben nur eine Dilogie, weswegen die Handlung aus der ersten Staffel nicht auf dem Buch basierte. Also war es theoretisch nun Zeit dafür. Doch irgendwie kam alles anders. Es wurden Grisha Band zwei und drei in eine Staffel gequetscht, nebenbei wurden Motive aus der Krähendilogie übernommen, ohne die eigentliche Handlung und was soll ich sagen: Es funktioniert einfach nicht. Die Handlung ist wirr, übereilt und nichts ist wirklich auserzählt. Vor allem die Handlung der Krähen wirkt irgendwie überflüssig. Hier merkt man, dass die Vorlage gänzlich fehlt. Warum man nicht einfach das bestehende Material nutzte und die Grishareihe auf die drei Staffeln ausgedrehnt hätte, bleibt fraglich. Vielleicht war ich als Buchleserin auch einfach zu kritisch. Allerdings habe ich die Serie zusammen mit meiner besten Freundin geguckt, die keins der Bücher gelesen hat und sie hat es genauso empfunden. Durch das Zusammenstauchen der Grishabücher sind natürlich auch ein paar Stolpersteine der Vorlage aus dem Weg geräumt, aber es bleibt unrund. Woran es jedoch keine Zweifel gibt, ist, dass die Darstellenden noch immer perfekt gecastet sind und die Welt optisch wunderschön umgesetzt wurde. Da gibt es definitiv nichts zu meckern.

Taiwan Crime Stories – Staffel 1

Die Handlung: Während zwei Versicherungsangestellte eine Zugentgleisung untersuchen, versucht ein Reporter herauszufinden, ob ein verurteilter Straftäter wirklich seine Familie ermordet hat, ein Polizist versucht den Mord an seiner Tochter, einer Grundschullehrerin, aufzuklären und zwei Brüder untersuchen den Mord an einem Jungen, wo das Militär sich einmischt.  

Meine Meinung: Nachdem ich einige K-Dramen intus hatte, wollte ich noch einmal meinen Horizont etwas erweitern und da kam diese Serie aus Taiwan wie gerufen. In vier Einzelfälle mit je drei Folgen werden Kriminalfälle, die von wahren Ereignissen inspiriert sind, erkunden wir das Land und sehen neben den Geschichten an sich auch strukturelle Probleme. Gerade in der Letzten, die überwiegen auf Militärgelände spielt, kommen noch ganz andere Probleme ans Licht als nur der Fall. Natürlich ist eine Krimiserie nicht wirklich aussagekräftig dazu, dennoch war es ein interessanter erster Einblick ins Land. Und auch die Fälle an sich waren interessant und tendeziell spannend, doch drei Folgen für jeden, waren einfach zu lang. Dadurch war einfach viel zu schnell die Luft raus. Die Hälfte der Zeit hätte definitiv gereicht und es hätte nichts essentielles gestrichen werden müssen. So war die Serie insgesamt ganz nett, aber ich würde keine zweite Staffel sehen.

Queen Charlotte – Staffel 1

Die Handlung: 1761 wird Charlotte von Mecklenburg-Strelitz mit King George III verheiratet. Nach einem kurzen Kennenlernen scheinen die Sympathien da zu sein, doch George verhält sich merkwürdig und weicht Charlotte aus. Die ist entschlossen die Gründe dafür herauszufinden. 56 Jahre später versucht Queen Charlotte die Thronfolge zu erhalten, in dem sie ihre Söhne und Töchter zur Ehe drängt.

Meine Meinung: 2020 kam kaum jemand an dem Riesenerfolg von Bridgerton vorbei. Inzwischen um eine zweite Staffel erweitert, war es zunächst verwunderlich, dass statt der erwarteten dritten Staffel ein Spin-off angekündigt wurde. Doch da Queen Charlotte ein sehr interessanter Charakter ist, lag die Wahl dennoch nah. Und die Geschichte von Charlotte und George ist absolut süß. Ist sie in Bridgerton ein ziemlich unnahbarer Charakter, so ist sie hier eine starke Persönlichkeit, die für ihr Glück einsteht und dabei so nachvollziehbar ist. Und das macht sie unfassbar sympathisch und man leidet mit ihr mit. Denn so süß die Geschichte auch ist, so tragisch ist der Ausgang dieser, der von vornherein feststeht und durch Bridgerton bereits bekannt ist. Schön ist es auch, dass altbekannte Gesichter wieder auftauchen und wir so auch die Hintergrundgeschichte von anderen kennenlernen.

XO, Kitty – Staffel 1

Die Handlung: Kitty Song Covey hat eine Fernbeziehung zu Kim Dae-heon nach Seoul. Doch da bekommt sie die Zusage für ein Auslandsjahr an der Schule, die auch ihre verstorbene Mutter besucht hat und die auch Dae besucht. Doch vor Ort muss sie feststellen, dass Dae eine andere Freundin hat. Dass es sich nur um eine Scheinbeziehung handelt, muss sie erst noch herausfinden.

Meine Meinung: Ich habe die To all the boys I loved before Filme geliebt. Die Geschichte von Lara-Jean war einfach sehr süß und die Filme unglaublich cozy. Also habe ich mich sehr gefreut, dass ihre jüngere Schwester Kitty nun eine ganze Serie als Spin-off bekommt. Als ich dann noch rausfand, dass die Geschichte hauptsächlich in Korea spielt, konnte ich es kaum noch erwarten. Das Problem an der Sache ist nur, dass hier ein US-Team versucht ein K-Drama zu inszenieren, was leider überhaupt nicht funktioniert. Die Schule ist sehr international aufgebaut, weswegen es auch normal ist, dass viel englisch gesprochen wird, aber selbst bei Gesprächen zwischen zwei Muttersprachlern wird oft wild zwischen koreanisch und englisch hin- und hergewechselt. Das größte Problem ist aber, dass so ziemlich alle Charaktere unsympathisch sind. Kitty ist einfach nur nervig und ändert ihre Meinung gefühlt ständig und ist auch nicht immer fair ihren Mitschüler*innen gegenüber. Auch die Handlung an sich ist ziemlich wirr und funktioniert einfach nicht. Kurzum die Serie klang super, war aber einfach eine einzige Enttäuschung.

Picard – Staffel 3

Die Handlung: Jean-Luc Picard bekommt einen Notruf von einer alten Bekannten. Zusammen mit William Riker folgt er diesem und geht dafür an Bord der USS Titan, an der auch Seven of Nine dient. Dabei finden sie heraus, dass die Förderation unterwandert wurde. Zeitgleich sucht Raffi undercover nach Hinweisen.

Meine Meinung: Der Vorteil an Picard ist, dass jede Staffel eine komplett eigene Handlung hat, die in sich abgeschlossen ist. Dennoch schien es so, als wäre nach der zweiten Staffel endgültig alles erzählt. Doch irgendwie war der Abschluss noch nicht ganz rund. Also wurde hier nochmal eine Handlung aus dem Hut gezaubert, die wieder besser funktioniert hat als die zweite Staffel. Dennoch wirkt es ziemlich zusammengeschustert, um möglich nochmal die ganze Crew von Next Generation und die neuen Charaktere aus den bisherigen Staffeln Picard zu vereinen. Und wenn man es darauf reduziert, funktioniert die dritte Staffel mit am besten. Es war Wiedersehen über Wiedersehen und manche haben besser funktioniert, aber sie waren einfach alle schön. Auch die Spannungskurve ist sehr hoch, da durch die Invasion der Wechselbälder genug Stoff da war, um immer wieder Kämpfe, Verfolgungsjagden und ähnliches zu inszenieren. Und auch, wenn ich die dritte Staffel sehr genossen habe, so war der absolut perfekte Abschiedsmoment da, also hoffe ich doch, dass es keine vierte Staffel geben wird.

Habt ihr eine davon gesehen? Wie fandet ihr sie?

Eine Handvoll Bücher – 03/23

Herzlich Willkommen zur dritten Ausgabe  der buchigen Handvoll in diesem Jahr. Heute mit: Runen der Macht, einem toten Anrufer, einem Haus voller Schatten, einem Rockstar in einer Kleinstadt und eine Cellistin in Seoul.

Talus 3

Die Handlung: Während Jessica nach einem Weg sucht, um die Höhlen der Hexendengemeinschaft zu vergrößern, taucht eine neue Gruppierung auf und bieten ihr an, was unmöglich scheint: Die letzte Rune, die Talus vollendet und die Negativwirkung nimmt. Sie könnte ihre verlorene Liebe zurückholen, doch etwas lässt sie zögern. Warum wurde der Tarotleger Maxwell, den ihre Mitbewohnerin Emily beschatten sollte, ebenfalls entführt?

Meine Meinung: Eigentlich war die Talus Reihe abgeschlossen. Die Handlung aus Band 1 und 2 war genau für diese beiden konzipiert und ging auch genau auf. Als der dritte Band angekündigt wurde, war ich sehr überrascht, sehr skeptisch, habe mich aber auch sehr gefreut. Doch wie sollte das funktionieren? Nun, zum einen haben wir zwar auch die ein oder andere bekannte Figur mit dabei, aber eben auch neue Charaktere, andere altbekannte haben nur Gastauftritte und im Prinzip ist es eine neue Geschichte, die einfach in dieser Welt von Talus spielt. Und genau das mochte ich. Einfach noch einmal Eintauchen in die bekannte Welt und doch Neues entdecken. Dabei macht auch der dritte Band von Talus vieles richtig, kämpft ein wenig mit den altbekannten Schwächen, verliert sich zwischendrin ein wenig im Fokus, gipfelt am Ende aber in einem spannenden Finale und funktioniert einfach wieder als magisches Fantasyabenteuer in Edinburgh. Die sehr kurzen Kapitel von Liza Grimm sind etwas gewöhnungsbedürftig, aber da ich kurze den langen vorziehen, war das für mich vollkommen in Ordnung.

Bleib bei mir, Sam

Die Handlung: Julie und Sam haben klare Pläne, was sie nach ihrem Abschluss machen wollen. Zusammen an die Uni und der Kleinstadt entfliehen. Doch dann stirbt Sam und lässt Julie zurück. Diese kann sich auf nichts mehr konzentrieren und versucht ihre Trauer zu verarbeiten. Dabei wählt sie Sams alte Handynummer, um seine Stimme nochmal zu hören. Doch statt der Mailbox geht Sam ran. 

Meine Meinung: Nachdem das Buch eine zeitlang aus Bookstagram nicht mehr wegzudenken war, musste ich auch meine Neugier befriedigen. Zumal mich allein das Cover schon sehr ansprach. Natürlich war mir klar, dass es ein schwieriges Thema sein wird, aber ich wollte auch wissen, wie die Trauerbewältigung hier umgesetzt wurde. Und gerade zum Anfang war ich sehr begeistert. Ich habe mit Julie mitgeweint, Sam vermisst, obwohl ich ihn kaum kannte und fand einfach alles ungerecht. So richtig konnte sich das Niveau aber nicht halten. Der Mittelteil hatte einen kleinen Durchhänger, da sich hier vieles wiederholt hat bzw die Handlung sich ein wenig im Kreis drehte, was aber auch aus der Situation heraus geschuldet war. Das Ende war dann deutlich anders, als ich erwartet hätte. Es lässt ein paar Klischees aus, nimmt andere bewusst mit rein und ist dann doch rund und bringt das Buch zu einem Ende, auch wenn ich mir einiges anders gewünscht hätte. Der Schreibstil war sehr flüssig und trotz der kleinen Längen in der Handlung, wollte ich das Buch kaum aus der Hand legen.

Gallant

Die Handlung: Olivia Prior ist in einem Waisenhaus aufgewachsen. Da sie nicht sprechen kann, wurde ihr gern das Leben schwer gemacht. Nur die Worte ihrer Mutter in einem alten Tagebuch konnten ihr Trost spenden. Dort wird sie vor einem Ort namens Gallant gewarnt. Doch als ein Brief von ihrem Onkel eintrifft, lädt er sie genau dorthin ein. Olivia folgt dem Ruf, in der Hoffnung ihre Familie wiederzufinden, doch vor Ort ist alles ganz anders. Ein Geheimnis liegt auf Gallant, das Olivia lösen will.

Meine Meinung: Bisher hatte ich wenig Erfahrung mit dem Gothic Genre. Das hatte keinen wirklichen Grund, außer, dass ich mich damit bisher einfach noch nicht auseinander gesetzt hatte. Als ich jetzt vor Gallant stand, fielen mir die durchwachsenden Rezensionen auf Bookstagram ein und ich war zeitgleich fasziniert und abgeschreckt. Letztlich gewann die Neugier und ich gab dem Buch und dem Genre eine Chance. Ich kann daher nicht beurteilen, wie Gallant im Gothic Genre funktioniert, aber die Geschichte hat eine seltsame Faszination bei mir ausgelöst. Olivia ist eine Protagonistin, mit der ich komplett mitgelitten habe. Ich war fasziniert von Gallant, dem Herrenhaus, die Geschichte rund um Schatten und eine geheimnisvolle Mauer, hat mich komplett in den Bann gezogen. Es war alles irgendwie neu, es war kein Horror, kein Thriller, und dennoch irgendwie düster und mystisch und das fand ich sehr faszinierend. Autorin V. E. Schwab hat mit wenigen Worten eine Welt geschaffen, die ich sehr gern erkundet habe und doch war die Geschichte nach relativ wenig Seiten auch einfach auserzählt. Kein künstliches Strecken, einfach kurz und knackig und dennoch war die Welt aufgebaut und die Geschichte rund erzählt. Ich verstehe, warum manche mit dem Erzählstil nicht klargekommen sind, aber ich mochte alles an dem Buch und kann es nur empfehlen.

Sweeter than fame

Die Handlung: Ani Bennett hat sich bewusst in die beschauliche Kleinstadt Wildwood zurückgezogen. Doch dann zieht der Rockstar Garrett Hayes ins Haus nebenan ein und mit der Ruhe scheint es vorbei zu sein. Dabei scheint auch er genau diese nach dem Tod seiner Frau zu suchen. Garretts bester Freund scheint jedoch der Ansicht zu sein, dass er wieder daten sollte und überredet Ani zu einem Nicht-Date mit dem Rockstar. Doch welche Chancen hat sie mit ihrer Angststörung bei einem berühmten Rockstar? 

Meine Meinung: Nach langer Zeit hatte ich mal wieder Lust auf Rockstar-Romance und dann auch noch von Kylie Scott, die mit ihrer Reihe rund um Stage Dive, mich sehr faszinierend konnte. Diesmal handelt es sich (bisher) um einen Einzelband und sind erstaunlich weit weg vom Rockstar-Leben. Dennoch ist es wieder ein Buch, dass mich am Anfang hatte und dass ich fast in einem Stück weggelesen habe. Ich mochte Ani sofort und auch die Kleinstadt ist einfach nur Zucker. Die Liebesgeschichte war so ein bisschen eine Parodie auf sich selbst, aber deswegen nicht weniger schlecht. Eher im Gegenteil! Ich mochte die Anziehung der beiden, ihre Hintergrundgeschichte und wie sie damit umgegangen sind. Leider ist Anis Angststörung am Ende nur noch eine Erwähnung, auch wenn sie vorher gut eingearbeitet wurde. Generell war es das Ende, was mich am meisten gestört hat. Hier wurde einfach das gesamte Konzept über den Haufen geworfen und die Autorin wollte zu viel in kurzer Zeit. Macht das Buch nicht kaputt, ist aber auch etwas schade, weil es das Niveau das restlichen Buches nicht widerspiegelt.

XOXO

Die Handlung: Jenny ist angehende Cellistin und legt all ihre Anstrengungen darauf, an einer guten Musikschule angenommen zu werden. Eines Abends trifft sie auf den geheimnisvollen Jaewoo, der ihr Herz berührt. Doch dann zieht ihre Mutter für ein halbes Jahr nach Korea, um ihre Großmutter zu unterstützen. Jenny beschließt mitzukommen und besucht dort eine gute Musikschule. Nicht ahnen, dass Jaewoo ebenfalls diese Schule besucht. Doch es gibt ein Problem: Er ist ein K-Pop Idol und eine Freundin ist daher streng untersagt. 

Meine Meinung: Was habe ich auf dieses Buch gewartet. Lange wurde es nicht ins Deutsche übersetzt und nach so vielen begeisterten Rezensionen und weil es thematisch genau ins Schwarze bei mir traf, war ich kurz davor das Buch sogar auf Englisch zu lesen. Aber dann wurde sich endlich meiner erbarmt und ich konnte es auf Deutsch lesen. Und die vielen positiven Rückmeldungen sind durchaus gerechtfertigt. Es ist ja immer so ein bisschen die Schwierigkeit glaubhaft rüberzubringen, wie man ein K-Pop Idol durch Zufall trifft und wie man das Setting nach Korea kriegt, wenn man eine ausländische Person als Protagonistin und damit als Reflexion der Zielgruppe haben möchte. Mit Jenny ist das wunderbar gelungen, war es doch glaubwürdig, wieso sie als amerikanische Koreanerin die Sprache beherrschte, aber dennoch nicht zu 100% in der Kultur drin war. So konnten Erklärungen gegeben werden, damit auch Laien die Geschichte verstehen können. Auch ist der Idol Aspekt zwar sehr präsent, kommt aber auch mit weniger Klischees daher, die man aus so mancher Fanfiction kennt. Da war es gerade die Mischung, die es ausgemacht hat. Hinzu kommt ein wunderbarer Schreibstil, der einen geradeso durch die Seiten hat fliegen lassen. Einfach nur eine große Empfehlung.

Habt ihr eins davon gelesen? Wie fandet ihr es?

Eine Handvoll (oder mehr) Serien/Bücher – Disability Pride Month Special 2023

Juli ist der Disability Pride Month.
Nachdem im Juni die Sichtbarkeit der queeren Gemeinschaft gefeiert wurde, geht es im Juli darum auf Behinderungen aufmerksam zu machen, Menschen mit Behinderung sichtbar zu machen und Klischees und Vorurteile abzubauen.
Wie schon im letzten Jahr, will ich euch auch diesmal eine Auswahl an diversen Repräsentationen in Serien und Büchern geben – Filme habe ich leider keine im vergangenen Jahr gesehen.

Der Weihnachtosaurus

Die Handlung: William Trudel wünscht sich nichts mehr als einen echten Dinosaurier vom Weihnachtsmann. Und wie es der Zufall so will schlüpft genau zur Weihnachtszeit am Nordpol ein Dino. Der Weihnachtsmann nimmt diesen bei sich auf und gibt ihm den Namen Weihnachtosaurus. Doch am Weihnachtsabend kommt alles ganz anders und William und der Weihnachtosaurus erleben ein gemeinsames Abenteuer.

Warum das Buch so wichtig ist: Bereits im Kindesalter werden wir durch Klischees und Vorurteile geprägt. Umso wichtiger ist es bereits in Kinderbüchern Diversität zu repräsentieren. Und damit sind eben auch Behinderungen und Menschen mit Behinderungen gemeint. Der Weihnachtosaurus bietet uns mit William Trudel nicht nur eine Jungen, dessen Traum eines echten Dinos ins Erfüllung geht und eine bunte Abenteuergeschichte erlebt. Sondern eben auch die Realität eines Kindes im Rollstuhl. Dabei geht es um alltägliche Schwierigkeiten, Mobbing in der Schule und der Verzweiflung, weil William doch nichts für seine Behinderung kann. Dabei werden diese Schattenseiten zwar angesprochen, dominieren aber nicht die Handlung. Soll heißen, sie sind da, sie werden nicht ignoriert und doch zeigt das Buch, dass trotz – oder gerade wegen – des Rollstuhls William ein wunderbares Abenteuer erleben kann.

Extraordinary Attorney Who

Die Handlung: Woo Young-woo hat ihre Anwaltsprüfung mit Auszeichnung bestanden, bekommt aber nirgends einen Job, da ihre autistische Spektrums-Störung alle Kanzleien abschreckt. Doch dann nimmt eine sie doch noch nachträglich auf und sie darf fortan das Team von Jung Myeong-seok unterstützen. Dabei fällt sie durch ihre kreative Herangehensweise auf, allerdings auch durch ihre Probleme im sozialen Kontakt. Dabei sind ihr nicht alle wohlgesonnen.

Warum die Serie so wichtig ist: Zunächst war ich bei der Serie skeptisch, da Autist*innen gern als sozial auffällig, aber super intelligent dargestellt werden. Das dies der Realität entsprechen kann, aber nicht die Regel ist, wie uns gern suggeriert wird, wird meist unterschlagen. Nicht in Extraordinary Attorney Who. Hier wird ganz gezielt auf das Spektrum aufmerksam gemacht und doch viele Probleme genannt, die bei vielen auf dem Spektrum auftreten. Dabei führt ihre Art zeitgleich zu Problemen und Lösungen und nicht jeder in ihrem Umfeld reagiert positiv auf sie. Dennoch ist es eine sehr herzliche Serie, voller Witz (niemals über die Behinderung!), spannender Fälle und toller Charaktere.

Hawkeye

Die Handlung: Kate Bishop ist seit den Ereignissen in New York 2012 (siehe The Avengers) großer Fan von ihrem persönlichen Helden Hawkeye alias Clint Barton. Als bei einer Schwarzmarkt-Auktion auf einer Charity-Veranstaltung der Firma ihrer Mutter das Kostüm des Ronin versteigert wird, landet dies nach einem Anschlag in ihrem Besitz. Damit macht sie zwei Parteien auf sich aufmerksam. Zum einen Hawkeye, der eigentlich wegen eines Musicalbesuchs mit seinen Kindern in der Stadt war, und der Jogging-Anzug Gang, deren Anzahl der Ronin einst stark verkleinerte.

Warum die Serie so wichtig ist: Superhelden sind für uns die Verkörperung von allem Positiven. Sie sind Vorbilder, retten die Welt und haben natürlich kaum Schwächen. Und auch, wenn Hawkeye selbst „nur“ eine Hörschädigung hat, die nach den vielen Ereignissen auch sehr realistisch ist, so haben wir gerade mit Maya Lopez aka Echo als eine der Gegenspielerinnen eine Frau, die nicht nur mit Beinprotese kämpft, sondern auch vollständig gehörlos ist. Gebärdensprache wird in einigen Szenen benutzt, bzw. geht es auch um die Schwierigkeit sich verständlich zu machen, wenn andere diese eben nicht beherrschen. Dabei ist auch diese Thematik wieder wunderbar in die Handlung eingepflegt, ohne unterzugehen, aber auch ohne zu großen Wert darauf zu legen.

Erntedank in Vertikow

Die Handlung: Peer sitzt seit neustem im Rollstuhl und kommt damit nicht wirklich zurecht. Als in Vertikow, einem kleinen Ort in Mecklenburg-Vorpommer, ein Unfall geschieht, ist sich Peer sicher: Es war Mord. Da ihm niemand glauben will, fängt er selbstständig an zu ermitteln.

Warum das Buch so wichtig ist: Was macht ein Organist, der seinem Beruf nicht mehr nachgehen kann, weil er nach einem Unfall im Rollstuhl sitzt und nicht mehr die Treppen zur Orgel hochkommt? Genau Detektiv spielen und einen Mord aufklären. Dabei haben wir diesmal wirklich eine ausführliche Auseinandersetzung mit der Thematik. Unser Protagonist sitzt ganz neu im Rollstuhl und kommt mit den Einschränkungen nicht so gut zurecht. Sein kleines Dorf ist nicht wirklich barrierefrei und auch wenn ihm die Bewohnenden viel versuchen zu helfen, so kämpft er doch mit der Frustration, hadert mit sich und seinem Körper und hinterfragt selbst seine Beziehung. Wir bekommen hier also eine schonungslose Erfahrung hautnah und bekommen als Bonus noch eine spannende Cozy Crime Geschichte.

Gallant

Die Handlung: Olivia Prior ist in einem Waisenhaus aufgewachsen. Da sie nicht sprechen kann, wurde ihr gern das Leben schwer gemacht. Nur die Worte ihrer Mutter in einem alten Tagebuch konnten ihr Trost spenden. Dort wird sie vor einem Ort namens Gallant gewarnt. Doch als ein Brief von ihrem Onkel eintrifft, lädt er sie genau dorthin ein. Olivia folgt dem Ruf, in der Hoffnung ihre Familie wiederzufinden, doch vor Ort ist alles ganz anders. Ein Geheimnis liegt auf Gallant, das Olivia lösen will. 

Warum das Buch so wichtig ist: Olivia kann nicht sprechen (laut Google-Suche hat sie wahrscheinlich Anarthrie, im Buch selbst wird keine Diagnose genannt). Das scheint für andere Mädchen im Waisenhaus Grund genug zu sein, sie auszuschließen und zu mobben. Dabei hat sie verzweifelt nach einer Erklärung gesucht, doch konnte nicht herausfinden, warum sie nicht sprechen kann. Das wird im Verlauf der Handlung mehrmals nochmal wichtig, wenn sie sich über gemalte Bilder auszudrücken versucht und eben im Zweifelsfall auch nicht um Hilfe rufen kann bzw. auch keine Schmerzlaute von sich geben kann. Mit Gothic Novel haben wir hier auch nochmal ein anderes Genre, da ich stets versuche hier auch eine Vielfalt miteinzubringen.

Komi can’t communicate

Die Handlung: Komi ist eine der beliebtesten Schülerinnen. Dabei ist sie sehr schweigsam. Tadano ist der typische Außenseiter. Doch er freundet sich mit Komi an und erfährt von ihren sozialen Ängsten, weswegen es ihr schwer fällt zu reden. Dabei hat sie einen großen Wunsch, bei dem Tadano ihr helfen soll: Sie will 100 Freund*innen finden. 

Warum der Manga/der Anime so wichtig ist: Bei sozialen Ängsten ist nun natürlich die Frage, in wiefern dies unter Disability fällt. Da in diesem Manga/Anime Komi dadurch beinahe gar nicht spricht, in vielen Situationen Hilfe braucht, die sie aber nicht erbitten kann und auch sonst mit einigen Einschränkungen zurecht kommen muss, habe ich für mich entschieden die Geschichte hier mit aufzunehmen. Denn zum einen werden hier einige Vorurteile abgebaut, es wird der tägliche Kampf beschrieben und der Umgang mit den Menschen um sie herum. Dabei fand ich es besonders schön zu lesen, dass Komi eben nicht die typische Außenseiterin ist, sondern das beliebteste Mädchen an der Schule, was die Situationen für sie nicht unbedingt einfacher macht.

Welche Filme/Serien/Bücher mit gut repräsentierten Figuren mit Behinderung kennt ihr?

Eine Handvoll Serien – 03/23 – Pride Month Special

Es ist immer noch Pride Month. Und wie bereits im letzten Jahr möchte ich euch zusätzlich zu meinen Buchempfehlungen (hier zu finden), auch wieder ein paar queere Serien ans Herz legen.

Schitt’s Creek – Staffel 1-6*

Die Handlung: Familie Rose, das sind die Eltern Johnny und Moira, sowie die Kinder David und Alexis, sind reich. Zumindest bis der neue Geschäftsführer ihrer Firma keine Steuern zahlt und die Steuerbehörde ihnen fast alles wegnimmt. Geblieben ist ihnen eine kleine Stadt namens Schitt’s Creek, die Johnny David vor ein paar Jahren als Witz zum Geburtstag schenke. Dort müssen sie nun in einem heruntergekommenen Motel in zwei Zimmern ohne abschließbare Tür leben und sich mit den Kleinstadtgewohnheiten auseinander setzen.

Warum die Serie so wichtig ist: David ist pansexuell und schafft es dies mit einiger wirklich wunderbaren Analogie über Weine zu erklären. Gleichzeitig hat er im Laufe der Serie auch Beziehungen mit unterschiedlichen Geschlechtern. Und diese werden ebenso erzählt, wie die hetero Liebesgeschichten, keine Vorverurteilung, aber auch kein Kleinreden von Problemen. Es geht teilweise um Outings, alles harmonisch in die Haupthandlung eingefügt.

Love, Victor – Staffel 1

Die Handlung: Victor zieht mit seiner Familie neu nach Atlanta. Während er und seine Schwester versuchen sich einzufinden, hat er noch ein weiteres Problem. Er ist schwul, hat aber Angst vor einem Coming Out, weswegen er versucht es zu verbergen. In seiner Not wendet er sich an Simon (bekannt aus dem Film Love, Simon) und schildert ihm per Mail seine Probleme. 

Warum die Serie so wichtig ist: Love, Simon war einer meiner liebsten Filme 2018. Darauf basierend gab es mit Love, Victor einen Ableger. Und auch, wenn ich die Serie an sich deutlich schwächer fand als den Film (was auch daran lag, dass vieles künstlich gestreckt wurde), so schafft sie es doch noch einmal den Bogen zu spannen, zur ähnlichen Ausgangssituation, aber mit anderem familiärem Hintergrund. Victor hat andere Probleme als Simon, was den neuen Blickwinkel noch einmal interessant macht und auch zeigt, wie unterschiedlich vermeintlich ähnliche Geschichten sein können.

Queer Eye, Brazil – Staffel 1

Die Handlung: Die Fab Five sind diesmal Fred, Rica, Luca, Yohan und Guto, die durch Brasilien reisen und ganz im Sinne des Vorbilds Menschen unter die Arme helfen, die Probleme haben ihren Alltag zu bewältigen. Dabei darf auch hier die typische quirrlige Art, viel Verständnis und herzerwärmende Botschaften nicht fehlen. 

Warum die Serie so wichtig ist: Über Queer Eye habe ich glaub ich schon so ziemlich alles gesagt, was es zu sagen gibt und kann euch die Serie nur jedes Mal wieder absolut ans Herz legen. Diesmal soll es aber um den brasilianischen Ableger davon gehen. Auch hier haben wir wieder fünf Queere, die sich mit ihren Stärken einbringen, um das Leben von Menschen zum positiven zu drehen. Dabei geht es aber auch um die Vorurteile, die queere Menschen in Brasilien erleben und wie sie damit umgehen. Leider gleichen sich die Geschichten sehr den aus den USA und auch dem deutschen Ableger, aber trotzdem versprüht die Serie starke Botschaften.

Uncoupled – Staffel 1

Die Handlung: Michael und Colin sind das Traumpaar schlechthin. Doch nach jahrelanger glücklicher Beziehung trennt sich Colin unerwartet auf seiner Überraschungs-Geburtstags-party. Vom Singleleben in New York völlig überfordert versucht Michael mit seiner Trauer und Enttäuschung zurecht zu kommen.

Warum die Serie so wichtig ist: Eine Sitcom, bei der das homosexuelle Pärchen nicht nur Nebencharaktere sind, sondern die Stars der Serie. Kennen wir Neil Patrick Harris noch aus How I met your mother, wo er der Klischee hetero Womanizer war, so darf er hier an der Trennung zum Partner verzweifeln. Selbst geoutet homosexuell beweist Harris damit auch, dass Schauspielende beides spielen können und nicht nur die eigene Sexualität widergeben können. Ein vermutlich überzeichneter Einblick in die queere Szene New Yorks und doch der Beweis, dass auch queere Hauptcharaktere funktionieren.

Vampire in the Garden – Miniserie

Die Handlung: In einer Welt ohne Musik, da diese die verfeindeten Vampire anlocken könnten, leben die Menschen im ständigen Krieg mit eben diesen. Als Momo, die Tochter der Kommandantin, vor deren strengen Erziehungsmethoden flieht, trifft sie auf Fine, eine adlige Vampirin, die ihr eine andere Welt zeigt. Auf der Flucht versuchen beide ihren Familien zu entkommen, um an eine gemeinsame Zukunft glauben zu können. 

Warum die Serie so wichtig ist: Zum Schluss habe ich noch einen Anime aus dem Bereich Fantasy für euch. Mal abgesehen davon, dass er so seine Schwächen in der Handlung und Erzählgeschwindigkeit hatte, haben wir hier aber eine Woman loves Woman Geschichte. Dabei gibt es gar keine großen Worte zum Thema Sexualität oder ein direktes Outing. Hier ist es allein schon erschreckend, dass eine Vampirin und ein Mensch sich lieben. Aber eben auch in einer Fantasy-Geschichte kann es queere Charaktere geben, auch wenn die Sexualität an sich nicht das Thema der Serie ist.

Was sind eure liebsten queeren Serien? Schreibt es gern in die Kommentare!

*Staffel 1-2 sind Rezensionsexemplare, danke an Glücksstern-PR

Eine Handvoll (oder mehr) Bücher – 02/23 – Pride Month Special

Es ist Juni und damit Pride Month. Bedeutet, dass jedes Jahr im Juni die LGBTQIAP+ Gemeinde zu verschiedenen Veranstaltungen, inkl. dem Christopher Street Day, aufruft und so für ihren Kampf auf Gleichberechtigung aufmerksam macht. Beginnend waren die Stonewall Unruhen von 1969, die als Beginn des Kampfes für Rechte und Gleichberechtigung angesehen wird. Wir haben seitdem einen wunderbaren Wandel in vielen Ländern erlebt, aber noch immer sind wir weit von realer Gleichberechtigung entfernt. In diesem Beitrag soll es um ein paar Lesetipps gehen, die sich mit LGBTQIAP+ befassen. Es handelt sich lediglich um eine kleine Auswahl, gerne könnt ihr mit eure liebsten Bücher zu diesem Thema nennen.

Der Kater unterm Korallenbaum

Die Handlung: Yuki geht nach dem Tod ihres Vaters bis auf den Familienkater fast leer aus. Während ihr Bruder das Haus und ihre Schwester den Blumenladen erbten, steht sie vor einigen Problemen. Doch der Kater Sazuke kann sprechen und bietet Hilfe an. Doch Wünschen will gelernt sein. 

Warum das Buch so wichtig ist: Wir haben hier eine moderne Märchenadaption mit einer eingeflochtenen Liebesgeschichte, die halt einfach nicht hetero ist. Yuki verliebt sich in eine andere Frau. Es gibt keine große Debatte, warum. Stattdessen ist sie sich ihrer Sexualität bewusst, verschleiert diese zwar in ihrem Job, um keinen Vorurteilen ausgesetzt zu sein (und das sagt leider viel über die Gesellschaft), aber geht ansonsten offen damit um. Genau diese Repräsentation möchte ich viel öfter lesen. Sie ist nicht der Auslöser des Buches, aber die Probleme werden auch nicht verschwiegen.

Das Lied der Krähen

Die Handlung: Kaz Brekker, Kopf der Krähen-Bande in Ketterdam, bekommt das lukrative Angebot einen Shu-Wissenschaftler aus dem Eistribunal der Fjerdan zu entführen. Für diesen unmöglich wirkenden Auftrag, braucht er ein Team. Sechs Krähen brechen schließlich auf. 

Warum das Buch so wichtig ist: Eine große Gruppe aus Protagonist*innen, da ist es doch schön, dass nicht alle hetero sind. Manche offen geoutet, andere nicht und doch wird die Geschichte absolut gleichberechtigt mit den hetero Geschichten erzählt – zumal diese hier auch nicht unbedingt im Vordergrund stehen.

Mona 3 – Zwischen Himmel und Hölle

Die Handlung: Noch immer sind die Nosdroff-Brüder auf freiem Fuß und versuchen Mona und ihren Pakt zu Erzdämon Balthasar in die Finger zu kriegen. Dieser versucht alles, um seine Familie zu beschützen, stößt dabei aber immer mehr an seine Grenzen. Und dann steht noch ein ganz anderes Großereignis bevor: Mona und Balthasar wollen heiraten. Also nochmal, so mit Zeremonie und so. Das Chaos ist vorprogrammiert.

Warum das Buch so wichtig ist: Hier habe ich ein bisschen überlegt, ob ich das Buch mit reinnehme, da die Hauptgeschichte doch zwischen einem weiblich und einer männlich gelesenen Charakter stattfindet. Doch Autorin I.B. Zimmermann webt hier so viele Nebengeschichten mit rein, die eine schöne Repräsentation abbilden, von einem (oder mehreren?) homosexuellem Paar und sogar einer polyamorösen Beziehung. Und das wollte ich dann doch würdigen, weil es über das „ach ich schreib mal nen queeren Nebencharakter mit rein“ ging (versteht mich nicht falsch, auch queere Nebencharaktere sind toll! Außer wenn sie nur genutzt werden, um eine Quote zu erfüllen.)

Das verborgene Zimmer von Thornhill Hall

Die Handlung: Colin soll den Sommer bei seiner Mutter verbringen, die die Familie verlassen hat, als er noch ein Kind war. Dort lernt er den verschlossenen Theodore kennen. Kurze Zeit später stirbt Colin unerwartet und findet sich in einer Geisterwelt wieder. Ihm bleiben drei Tage, um das verborgene Zimmer von Thornhill Hall zu finden, um ins Leben zurückzufinden.

Warum das Buch so wichtig ist: Ein Pride Month ohne eine Empfehlung zu einem Buch von Christian Handel? Dafür sind seine Bücher zu gut und sehr oft queer. Und hier haben wir einen historischen Mysteryroman mit einer queeren Liebesgeschichte, also noch einmal in einem komplett anderem Genre! Das ist es eben auch, was ich mir wünsche: Queere Repräsentation in allen Genres!

Und wir tanzen über den Brücken – Love is love 3

Die Handlung: June kehrt nach London zurück und trifft prompt auf Kian, ihrem Ex. Schnell schleichen sie die alten Gefühle bei beiden wieder ein. Doch dann ist da noch Ash, Kians bester Freund, mit dem sie sich nur fetzt, auch wenn sie das prickeln in seiner Nähe nicht ignorieren kann.

Warum das Buch so wichtig ist: Sophie Bichon hat mit ihrer Love is love Reihe eine wunderbare queere Reihe rausgehauen, die ich nicht nur geliebt habe, sondern die auch größtenteils own voice ist und sich mit allerlei Repräsentation beschäftigt. Diesmal geht es um die Polyamorie. Hier werden wunderbar Vorurteile abgebaut und das mit einer tollen Geschichte.

Flüster mir ein Liebeslied

Die Handlung: Auf einem Schulkonzert verliebt sich Himari auf den ersten Blick in die Sängerin Yori. Als Fan der ersten Stunde freut sie sich, dass sie ihrem Schwarm immer näher kommt. Und auch Yori hat sich auf den ersten Blick verliebt. 

Warum das Buch so wichtig ist: Hier habe ich zwar bisher nur den ersten Band gelesen, aber  hier gibt es bereits den Konflikt zwischen Liebe zu einem Idol (egal welchen Geschlechts) und der direkten Liebe zu einer bestimmten Person. Und wie diese falsch verstanden werden kann bzw. warum man sie aus Angst dann lieber für dich behält. Hier bin ich gespannt, wie sich die Geschichte noch weiter entwickelt, aber erstmal eine gute Repräsentation.

Soulmate

Die Handlung: Yu Qi erwacht zehn Jahre in der Vergangenheit. Sie erkennt ihre Chance ihre Freundin früher kennenzulernen und vielleicht ihre Erkrankung zu verhindern. Allerdings ist ihr zehn Jahre jüngeres Ich in ihrem Körper aufgewacht und sehr verwirrt.

Warum das Buch so wichtig ist: Mit Soulmate haben wir ein Manhua (chinesischer Manga) mit einem lesbischen Pärchen als Protagonistin. Das aus einem Land, in dem Homosexualität zwar nicht mehr strafbar ist, aber (laut Auswärtigem Amt) noch keine große Akzeptanz hat. Auch hier habe ich bisher nur den ersten Band gelesen, aber durch die ersten Reaktionen der Protagonistinnen wird klar, dass es nicht ganz einfach ist in dem Land als lesbisches Pärchen zu leben. Gepaart mit der Zeitreisegeschichte freue ich mich hier auf die nächsten Bände.

Was sind eure liebsten Bücher zum Thema Pride? Gerne her mit dem Empfehlungen!

Eine Handvoll Bücher – 01/23

Herzlich Willkommen zur (tatsächlich erst) ersten Ausgabe der buchigen Handvoll in diesem Jahr. Heute mit: König Drosselbart, sichtbaren Lügen, Rumpelstilzchen, einem Anwesen in Schottland und dem Gestiefelten Kater.

Spielmannsbraut – Anne Danck

Die Handlung: Prinzessin Mirelle ist wenig begeistert von den Heiratsplänen ihres Vaters für sie. Also beschließt sie jeden potentiellen Anwärter mit ihrem spitzen Mundwerk abzuschrecken. Aus Wut verkündet ihr Vater, dass er sie einfach an den ersten Bettler verheiraten wird. Und kurz darauf taucht tatsächlich ein Spielmann auf, um sie in die Armut zu heiraten. Doch warum fühlt sie sich von seinem Lächeln so angezogen?

Meine Meinung: König Drosselbart war tatsächlich eines der Märchen, die mir nicht ganz so präsent waren, auch wenn ich die Geschichte irgendwann bestimmt schon einmal gelesen hatte. Dennoch war es eine Kaufentscheidung, weil es eben mal nicht die allseits beliebten Märchen umsetzte (mir muss keiner mehr mit Aschenputtel oder Die Schöne und das Biest kommen). Und auch, wenn es nach kurzer Recherche sich sehr nah ans Märchen hält, demnach relativ vorhersehbar war, so war es doch einfach eine wunderschöne Adaption. Die Charaktere sind mir sehr schnell ans Herz gewachsen. Ich habe mit ihnen gelitten, mich gefreut, bin mit ihnen gewachsen und warum war das Ende viel zu früh und doch gleichzeitig so perfekt? Ich mochte die feministischen Ansätzen, die fein in die Geschichte untergewoben wurden, ohne mit dem Vorschlaghammer zu drohen. Und auch, wenn das Buch verhältnismäßig dünn war, so war die Geschichte doch vollständig auserzählt, ohne, dass es etwas fehlte. Auf jeden Fall eine Leseempfehlung.

Die Waage der Welt – Marie Weißdorn

Die Handlung: In Yacantha wird jede Lüge, jede Ungerechtigkeit und einfach alles schlechte, was eine schwarze Iona hervorrufen könnte, bestraft. Dafür sorgen die Wächter. Doch Rieka zieht die schwarzen Ionas ungewollt an und kann sie aufnehmen. Das muss sie jedoch dringend verbergen, denn diese Fähigkeit hatten die inzwischen ausgelöschten Schattenwächter. Dabei begegnet sie Kae, einem Wissenschafts-Wächter, der ihr helfen möchte. Doch kann sie ihm trauen? 

Meine Meinung: Als der Gedankenreich-Verlag dieses Buch ankündigte, war ich sofort Feuer und Flamme und musste es mir auf der Buch Berlin direkt kaufen. Doch wie ich es oft bei Büchern, auf die ich mich sehr freue habe, fällt mir der Anfang sehr schwer. Vielleicht weil sich  Erwartungen und Realität erst annähern müssen. Aber sobald ich einmal drin war und die Welt ein bisschen besser kennengelernt hatte und mit den Protagonist*innen warm wurde, gab es kein Halten mehr. Der Gedankenreich-Verlag beweist einmal mehr sein Gespür für einzigartige Geschichten, die zu verzaubern wissen (weswegen sie Jahr für Jahr den größten Anteil meiner Buch Berlin Ausbeute ausmachen). Ich mochte die Idee mit dem Gleichgewicht und der Sichtbarkeit der Lügen. Die Grundidee hatte ich zwar in ähnlicher Weise schonmal gelesen, aber bei weiten nicht in einer so gut eingebundenen Geschichte. Vor allem zeigt sich hier aber, dass die Geschichte noch viel Potential für Folgebände hat, auf die ich nun sehnsüchtig warte. Ich wäre dann bereit für Band 2!

Schattengold – Christian Handel

Die Handlung: Rede nicht mit Feenwesen, iss nichts von Feenwesen, mache keine Deal mit Feenwesen. Farah muss für ihr Überleben und das ihrer Familie alle Regeln brechen. Eingesperrt in einem Turm soll sie Stroh zu Gold spinnen. Dabei ahnt sie nicht, welche Mächte sie weckt.

Meine Meinung: Christian Handel schaffte es mit seinen Märchen- und Jugendbüchern sich zu meinem absoluten Lieblingsautor zu schreiben. Nach seinen Hexenwald-Chroniken durfte er nun mit seiner Rumpelstilzchen-Adaption wieder einmal in die Welt der Märchen eintauchen. Wer Rosen und Knochen (Band 1 der Hexenwald-Chroniken) gelesen hat, kennt vielleicht bereits seine Kurzgeschichte, in der er bereits Motive aus Rumpelstilzchen adaptierte. Von dieser angefixt, musste natürlich auch Schattengold bei mir einziehen. Tatsächlich empfand ich dies als sein bisher schwächstes Buch. Was noch lange nicht bedeutet, dass es schlecht war. Aber im Vergleich mit seinen bisherigen Büchern war ich hier eher ernüchtert. Ich mochte den Ansatz der Geschichte, aber es war mir einfach zu langatmig. So richtig in Fahrt kommt die Handlung nicht und gefühlt hätte alles wesentlich schneller erzählt werden können. Das ist besonders schade, weil Rumpelstilzchen mit einem dunklen Feenvolk zu kombinieren, in der Grundidee sehr gut klang. Doch auch im letzten Drittel, wenn das eigentliche Abenteuer startet, hatte mich das Buch schon verloren, so dass ich nicht einmal richtig mitfiebern konnte. Wie gesagt, das Buch ist an sich  nicht schlecht, alles ein bisschen knackiger und zackiger und ich wäre hier vermutlich wieder in Jubelrufe ausgebrochen. Aber Langatmigkeit ist leider etwas, was mich sehr stört.

Houston Hall – Mary Cronos

Die Handlung: Anthony Houston hat sich nach den Morden an seiner Familie komplett in das Anwesen zurückgezogen. Bis das neue Dienstmädchen Mary an die Tür klopft und ihn aus seiner Einsamkeit reißt. Doch sie scheint ein Geheimnis zu umgeben, dass enger mit der Geschichte seiner Familie verwoben ist, als er wahr haben will. 

Meine Meinung: Mit Houston Hall reisen wir ins Schottland der 1960er Jahre und auf ein waschechtes Anwesen. Gepaart mit der schottischen Mythologie präsentiert Mary Cronos eine Geschichte, voller Spannung, Intrigen, Liebe und das ganze mit dem ohnehin mystischen Setting des Anwesens im tiefsten Schottland. Das wir hier auf Wesen treffen, die mir vorher nichts sagten, mochte ich sehr. Nichts nervt mich mehr, als immer die gleichen Mythen präsentiert zu bekommen. Der Anfang war auch etwas schwieriger zum reinkommen, da sich die Geschichte langsam aufbaut. Das hat allerdings den Vorteil, dass wir ab der Hälfte, wenn nicht nur der spannende Teil losgeht, sondern wir auch einen Perspektivwechsel bekommen, bereits so mit den Charakteren vertraut sind, dass wir ihnen ohne Rücksicht auf Verluste (also potentiellem Schlafentzug, weil das Buch nicht mehr weggelegt werden kann) auf ihr Abenteuer folgen. Die Auflösung am Ende war mir zwar etwas zu sehr deus ex machina, aber dennoch war die Geschichte rund erzählt und hat alle Höhen und Tiefen der Geschichte voll ausgekostet.

Der Kater unterm Korallenbaum – Christina Löw

Die Handlung: Yuki geht nach dem Tod ihres Vaters bis auf den Familienkater fast leer aus. Während ihr Bruder das Haus und ihre Schwester den Blumenladen erbten, steht sie vor einigen Problemen. Doch der Kater Sazuke kann sprechen und bietet Hilfe an. Doch Wünschen will gelernt sein. 

Meine Meinung: Und zum Abschluss gibt es noch eine Märchenadaption. Diesmal eine moderne Version von Der gestiefelte Kater. Moderne Adaptionen habe ich bisher eher weniger gelesen, weswegen ich umso begeisterter war. Das Grimmsche Märchen traf dann noch auf einen japanischen kulturellen Hintergrund, was in der Kombination wunderbar funktioniert hat. Beim Lesen des Klappentextes hatte ich spontan ein Problem mit dem Mobbing der Kolleg*innen (potentieller Trigger bei mir), doch es war gut oberflächlich eingebunden und die Handlung legte den Schwerpunkt nicht darauf, sodass ich das Buch doch ohne Zwischenfälle lesen konnte. Sazuke ist dann wohl der heimliche Star des Buchs, auch wenn ich Isabell als meine Favoritin kennzeichnen würde. Generell beschreibt der Untertitel „Wünschen will gelernt sein“ die Handlung sehr gut. Wir leiden sehr nah mit der Protagonistin mit. Zwischendurch erwischt man sich, wie man sich ebenfalls so eine vermeintlich leichte Lösung für die eigenen Probleme wünscht. Doch natürlich hat alles eine Schattenseite und das hat Autorin Christina Löw hier ganz gekonnt dargestellt. Dabei ist die Handlung wunderbar rund erzählt, behandelt schwere Themen mit einer gewissen Leichtigkeit und dennoch dem nötigen Respekt. Auf jeden Fall eine Empfehlung.

Habt ihr eins davon gelesen? Wie fandet ihr es?

Eine Handvoll Serien – 2/23 – K-Drama Special

Herzlich Willkommen zur zweiten Handvoll Serien in diesem Jahr. Und dem ersten K-Drama Special in diesem Jahr! Heute mit: einer engagierten Anwältin, einer modernen Märchen-Adaption, einer Ärztin und einem Soldaten, Agenten aus dem Jenseits und dem Problem des Nicht-Lügen-Könnens.

Extraordinary Attorney Who

Die Handlung: Woo Young-woo (Park Eun-bin) hat ihre Anwaltsprüfung mit Auszeichnung bestanden, bekommt aber nirgends einen Job, da ihre autistische Spektrums-Störung alle Kanzleien abschreckt. Doch dann nimmt eine sie doch noch nachträglich auf und sie darf fortan das Team von Jung Myeong-seok (Kang Ki-young) unterstützen. Dabei fällt sie durch ihre kreative Herangehensweise auf, allerdings auch durch ihre Probleme im sozialen Kontakt. Dabei sind ihr nicht alle wohlgesonnen.

Meine Meinung: Abgesehen davon, dass Autismus ein breites Spektrum ist und unmöglich ganzflächig abzubilden, wird in diversen Serien wenn überhaupt autistische Charaktere auftauchen immer das Klischee der superintelligenten, aber sozial inkompetenten verwendet. Diese Befürchtung hatte ich zunächst auch bei diesem K-Drama, doch nach einigen positiven Stimmen, habe ich mich doch herangewagt. Selten habe ich eine so gut umgesetzte Darstellung des Spektrums bekommen. Natürlich brilliert Young-Woo hier durch ihr fotografisches Gedächtnis, doch es wird nur als eine Ausprägung dargestellt und sie wird nicht darauf reduziert. Sie darf mit Freund*innen, aber auch mit Fremden interagieren. Dabei erklärt sie ihre Schwierigkeiten damit. Es wird aber auch immer wieder betont, dass es bei ihr so ausgeprägt ist, dass sie aber nicht die Vorlage für alle Autist*innen sein kann. Dass es auch ganz andere Ausprägungen geben kann, wird in einer Folge dargestellt, wo ein anderer Autist auftritt, dessen Spektrum ein ganz anderes ist. Generell können die Folgen mehr oder weniger in „Der Fall der Woche“ eingeteilt werden. Manchmal gibt es Doppelfolgen, und es gibt übergreifende Handlungen, aber die einzelnen Fälle sind in 1-2 Folgen gelöst. Das mag ich ja sehr gern an Serien und dadurch konnte man die Serie noch besser wegbingen, weil es immer wieder neues zu entdecken gab, ohne, dass ein Fall eine ganze Staffel einnimmt. Insgesamt ein zuckersüßes Drama, dass ich sehr gern gesehen habe.

Cinderella and the four knights

Die Handlung: Eun Ha-won (Park So-dam) arbeitet neben der Schule in unzähligen Nebenjobs, um sich das Geld für ihr Studium zu finanzieren. Nach dem Tod ihrer Mutter ist der Vater oft abwesend und ihre Stiefmutter und –schwester machen ihr das Leben schwer. Durch Zufall trifft sie den reichen Erben Kang Hyeon-min (Ahn Jae-hyun), der sie als Date mit auf die Hochzeit seines Großvaters nimmt. Dieser ist CEO einer einflussreichen Firma und versucht verzweifelt nach dem Tod seiner drei Söhne seine Enkel zu einer Familie zu machen. Doch diese wehren sich dagegen, da sie in sehr unterschiedlichen Welten leben. Daher bringt CEO Kang Ha-won dazu, im Haus der drei Enkel zu leben und diese dazu zu bringen, Zeit miteinander zu verbringen. Dabei gibt es eine wichtige Bedingung: Sie darf sich in keinen seiner Enkel verlieben.

Meine Meinung: Als mir meine beste Freundin dieses Drama vorschlug war ich skeptisch. Das Cinderella Thema war mir zu ausgelutscht, gleich drei hübsche Erben, die die Protagonistin umschwärmen, war mir zu platt und auch ansonsten reizte es mich nicht wirklich. Nach der ersten Folge, die wirklich absoluter cringe war, hätte ich wohl von alleine nicht weitergeguckt. Doch ich vertraute meiner beste Freundin und bekam eine Geschichte, die sich nach wenigen Folgen zu einer wirklich süßen und vor allem sehr witzigen Romanze entwickelte. Mehr als einmal ertappte ich mich dabei den Fernseher abzumaulen, weil die Charaktere wieder nicht so reagiert haben, wie ich es gerne hätte, aber das gehört dazu. Aus dem Cinderella-Thema wurde schnell ein „Aufwachsen in zwei verschiedenen Welten“, was hier gut umgesetzt war. Ich hatte viel Spaß beim Sehen und habe viel gelacht. Die ein oder andere Wendung war dann vielleicht doch etwas viel, aber da K-Dramen oft auf ihre 16 Folgen kommen, habe ich das schon häufiger beobachtet und irgendwie macht es auch das Genre aus. Es gab auf jeden Fall viel Herzschmerz, aber trotzdem in einer guten Dosis. Ein lockeres Drama, das sich gut wegbingen lässt.

Descendants of the sun

Die Handlung: Captain Yoo Si-Jin (Song Joong-Ki) und Master Sergeant Seo Dae-Yeong (Jin Goo) gehören bei der koreanischen Armee zu einer speziell ausgebildeten Sondereinheit für besonders schwierige Einsätze. Alles ist gut, bis Si-Jin durch einen Zufall auf die Ärztin Dr. Kang Mo-Yeon (Song Hye-Kyo) trifft und sich verliebt. Doch durch seinen Job scheitert eine Beziehung. Ein paar Monate später treffen sie sich unfreiwillig in Uruk wieder, wo die koreanische Armee zur Stabilisierung beitragen soll. Und das Kribbeln zwischen ihnen beiden kehrt zurück.

Meine Meinung: Kriegsdramen sind ja grundsätzlich etwas schwieriger, aber ich beschloss mich davon nicht abschrecken zu lassen und gab dem mehrfach empfohlenen Drama eine Chance. Und zunächst kam ich auch gut rein. Ich war gespannt, wie sie es aufbauen wollten und tatsächlich brauchte die Geschichte ein wenig, um in Gang zu kommen. Doch sobald alle in Uruk versammelt sind, überschlagen sich die Ereignisse. Und genau das ist das Problem, dass ich mit der Serie hatte. Denn Drama wurde hier sehr ernst genommen. So reichte es nicht in ein instabiles Land zu reisen und dort eine Hintergrundgeschichte mit illegalem Waffenhandel zu starten, es gab innerhalb weniger Folgen noch ein großes Erdbeben, Epidemie, Menschenhandel, die Charaktere strandeten im Minenfeld, unsere Protagonistin stürzte nicht nur einmal mit dem Auto von einer Klippe und noch so vieles mehr. Es war einfach zu viel. Es war irgendwann nicht mehr dramatisch, dass etwas passierte, sondern es gab nur noch ein genervtes Augenrollen, wenn dem ganzen noch eine Schippe draufgesetzt werden musste. Dabei bietet das Drama unter der Prämisse der Soldatengeschichte eine süße Romanze und auch die Nebencharaktere bekommen gut Platz eingeräumt. Das Finale musste dann dem ganzen noch einmal eine Schippe drauf setzen und war dann der Teil, wo ich komplett ausstieg.

Tomorrow

Die Handlung: Choi Jun-woong (Kim Rowoon)hat einen Unfall, während er versucht einen Suizid zu verhindern, und fällt ins Koma. Dabei wurde er von zwei Sensenmenschen beobachtet. Er bekommt ein verlockendes Angebot. Er muss sechs Monate ebenfalls als Sensenmann arbeiten und darf dann in sein Leben zurückkehren. Dabei kommt er in die Abteilung zur Verhinderung von Suiziden. Und dabei kommt das kleine Team immer wieder an ihre Grenzen.

Meine Meinung: Absolute Triggerwarnung hier gleich vorweg. In jeder Folge wird sich mit dem Thema Suizid, Beweggründe, Versuche, etc. auseinander gesetzt. Dazu zählen auch vorbereitende Themen, wie Mobbing, Totgeburt, etc. Die Serie ist also definitiv nichts für schwache Nerven. Was sie aber ohne Zweifel hinbekommt ist ein respektvoller Umgang mit dem Thema und erzählt die Geschichten, ohne zu verurteilen. Und sie versucht Auswege zu finden, ohne die Probleme der Betroffenen klein zu reden. Die einzelnen Episoden sind ein wenig nach dem Fall der Woche aufgebaut, haben aber eine übergeordenete Handlung im Hintergrund, die gerade gegen Ende an Bedeutung zu nimmt. Dadurch fiel es aber auch wesentlich leichter nach den einzelnen Episoden eine Pause zu machen und die brauchte ich danach auch. Denn so gut die Serie gemacht ist, mit tollen Charakteren, an passenden Stellen wird durch ein paar Witze die Stimmung aufgelockert, so schwer ist doch die Thematik. Dabei ist es wichtig, dass wir uns dem Thema nähern und dieses so gut aufgearbeitet bekommen.

Pinocchio

Die Handlung: Choi Dal-po (Lee Jong-Suk) hat eine große Abneigung gegen Journalisten seit eine seine Familie zerstörte. Seine Adoptivschwester Choi In-ha (Park Shin-Hye) hingegen versucht trotz ihres Pinocchio-Syndroms, durch das sie nicht lügen kann, Journalistin zu werden. Da er sie nicht davon abhalten kann, versucht er ihr zu helfen und wird dadurch in dem Job angenommen, den er nie wollte. 

Meine Meinung: Ein absolutes Highlight K-Drama! Die erste Folge ist zwar etwas wirr, weil wir mehrfach Zeitsprünge machen, aber damit werden dann auch die Weichen gestellt und die wichtigsten Informationen für den Kontext gedroppt. Danach wird die Geschichte wesentlich geordneter erzählt und nur mit erklärenden Rückblenden ergänzt. Obwohl das Drama ungewöhnliche 20 Folgen hat, so hat doch jede ihre Daseins Berechtigung. Die Handlung bietet genug Ansatzpunkte, um von vorne bis hinten spannend zu bleiben. Teilweise fiel es mir sehr schwer auszuschalten und es wurde fortlaufend immer schwieriger verantwortungsvoll zu sein und schlafen zu gehen, statt weiterzubingen. Die Charaktere sind unglaublich toll aufgearbeitet und bekommen alle ihre verschiedenen Facetten und auch wenn es zwischendurch doch ganz schön viele Figuren und Namen waren, wird die Übersicht gewahrt. Mit Journalismus-Ethik und dem Pinocchio-Syndrom werden gleich zwei schwierige Themen behandelt, doch die Serie schafft es die Balance zu finden und beide Themen gut aufzuarbeiten. Dabei kommen verschiedene Positionen zu Wort und Meinungen können sich dabei auch ändern. Auch für die Herzschmerz-Front wurde gut gesorgt, aber in einem guten Maß zu den anderen Themen. Lee Jong-Suk kannte ich bereits aus W und Romance is a bonus book, hier gefiel er mir in seiner Rolle noch einmal besser, da er den Zwiespalt seiner Rolle sehr überzeugend rübergebracht hat. Auf jeden Fall eine große Sehempfehlung!

Habt ihr ein Drama davon gesehen? Wie hat es euch gefallen? Und was sind eure Dramen-Empfehlungen?