Schitt’s Creek

Ein Vorwort

19 Nominierungen, 9 gewonnene Emmys, Schitt’s Creek hat abgeräumt und damit meine Neugierde sehr bestärkt. Dann die Ernüchterung. Die Serie war auf noch keiner deutschen Streamingplattform vorhanden (Prime Video hat sie jetzt neu aufgenommen). Doch das hält einen Serienfan ja bekanntlich nicht ab und so kann ich euch heute die erste Staffel der Serie vorstellen.

Die Handlung

Familie Rose, das sind die Eltern Johnny und Moira, sowie die Kinder David und Alexis, sind reich. Zumindest bis der neue Geschäftsführer ihrer Firma keine Steuern zahlt und die Steuerbehörde ihnen fast alles wegnimmt. Geblieben ist ihnen eine kleine Stadt namens Schitt’s Creek, die Johnny David vor ein paar Jahren als Witz zum Geburtstag schenke. Dort müssen sie nun in einem heruntergekommenen Motel in zwei Zimmern ohne abschließbare Tür leben und sich mit den Kleinstadtgewohnheiten auseinander setzen.

Meine Meinung

Wenn eine Serie so viele Emmys gewinnt und als eine sehr gute Comedy-Serie angepriesen wird, so sind die Erwartungen dementsprechend hoch. Das war wohl auch mein größtes Problem mit der Serie. Meine Erwartungen waren einfach viel zu hoch.
Aber fangen wir mit ein paar positiven Aspekten an. Denn auch wenn die Grundidee der Serie (reich und verwöhnt, trifft auf arm) schon oft umgesetzt wurde, wird sie hier nicht als reine Vorlage für eine romantische Komödie genutzt, sondern wird von allen Seiten der Familie beleuchtet. Und da schon allein die Charaktere, auch wenn sie ihr zuvor privilegiertes Leben eint, sehr unterschiedlich sind, ist hier eine Menge Platz zum entfalten. Nehmen wir Johnny Rose, der noch immer nur in Anzügen herumläuft und versucht wieder ganz zum Geschäftsmann zu werden. Oder seine Frau Moira, eine gescheiterte Schauspielerin, die aber immer noch in ihren alten Glanzzeiten festhängt und gefühlt 1000 Perücken besitzt. Dann gibt es Sohn David, der sich durch die Freundschaft zur Motelbesitzerin Stevie am schnellsten einlebt, aber eigentlich sein Leben in New York zurückhaben möchte und schließlich Alexis, der inbegriff der verwöhnten Tochter mit einem ständigen Drang zur Party und vielleicht auch nicht dem höchsten IQ. Dem gegenüber stehen die Bewohner von Schitt’s Creek. Stevie ist die introvertierte Besitzerin des Motels, das sehr heruntergekommen ist und selbst jemand mit niedrigeren Ansprüchen als Familie Rose abschrecken würde. Sie ist eher still, versucht aber David immer wieder zu Unternehmungen zu bewegen. Dann gibt es noch Bürgermeister Roland Schitt und seine Frau Jocelyn. Roland ist der Inbegriff des Kleinstadtbewohners mit sehr geringem Horizont und verkörpert damit mehr Klischees, als der Serie gut tut. Wie seine Frau Jocelyn, die für die Serie unnatürlich normal wirkt, es mit ihm aushält, bleibt fraglich.
Soweit funktioniert die Serie zwar, doch die ständigen Klischees und vorallem die teils sehr übertriebenen Darstellungen der Charaktere wären eigentlich nicht nötig. Das weitaus größere Problem ist jedoch, dass die einzelnen Folgen gefühlt jedes Mal sehr bedächtig anfangen und gerade, wenn die Folge richtig in Schwung kommt, ist sie schon wieder vorbei. Also wird praktisch vergessen zu erzählen, was die Folge eigentlich aussagen könnte.
Kommen wir nun zum Humor der Serie. Der war definitiv vorhanden, entsprach nur leider so gar nicht meinen. Das kann man der Serie zwar schwer anlasten, dennoch war es für mich ziemlich ermüdend. Insgesamt gesehen ist die Serie nicht schlecht und ich würde mir auch weitere Staffeln ansehen. Aber die Kombination aus „Nicht mein Humor“, ein paar Klischees, denen ich überdrüssig bin, und meinen zu hohen Erwartungen, war für mich nicht gut.

Das Fazit

Schitt’s Creek ist eine Comedyserie basierend auf dem altbekannten Prinzip „reich wird arm und muss sich neu einfinden“, was erstaunlich gut aufgeht. Dennoch ist der Humor eher gewöhnungsbedürftig, wer mit dem jedoch gut klarkommt, wird mit der Serie viel Spaß haben.

Schitt’s CreekStaffel 1 wurde mir von Glücksstern-PR als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür! Ich kennzeichne diesen Beitrag hiermit als Werbung.

Pubertät ist voll nice

Ein Vorwort

Im Mai 2018 stellte ich euch das Buch „Mit Mann ist auch nicht ohne“ von Silke Neumayer vor. Und jetzt fast drei später, gibt es tatsächlich eine indirekte Fortsetzung! War ich für den „Liebes-Lesestoff für die fortgeschrittene Frau“ wohl schon nicht die richtige Zielgruppe, fühlte ich mich bei „Pubertät ist voll nice“ auch nicht ganz angesprochen, stellte es mir aber schön vor in Erinnerungen an die Zeit zu schwelgen. Doch wieder gab es einen Untertitel „Nur blöd, dass wir jetzt die Eltern sind“. Es scheint also doch wieder in Richtung des ersten Bands zu gehen, aber trotzdem startete ich gespannt in den zweiten Teil. Wie er mir gefallen hat, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Pubertät beschreibt Silke Neumayer als die Phase, in der sie süßen Kinder von Aliens entführt werden und innerhalb von 24 Stunden zurückgebracht werden, nur um dann Teenager zu sein. Herzschmerz, Pickel, die Wichtigkeit des Smartphones und die Peinlichkeit der Eltern nehmen in dieser Phase unfassbar zu. Dies ist das Werk für alle leidgeprüften Eltern.

Meine Meinung

Die Pubertät war schon eine schwierige Phase, aber viele neue Angewohnheiten waren für einen in der Phase ganz normal. Dies jetzt nochmal aus Elternsicht beschrieben zu haben, lässt einem beinahe Mitleid mit den Eltern empfinden.
Die „Geschichten aus der hormonellen Phase“ sind wie schon im ersten Band kurz und bündig gehalten. Jedes Kapitel umfasst 2-5 Seiten und kann locker weggelesen werden. Hier liegt der Fokus – wie schon im ersten Band – nicht auf tiefgründigen Erörterungen, sondern auf kurzweiliger Unterhaltung. Und genau darauf versteht sich Frau Neumayer.
Und hierbei rechnet sie mit allem ab. Mit der pubertierenden Tochter, den anderen Eltern und vor allem den pubertierenden Jungs, auf die die Tochter entweder ein Auge geworfen hat, oder andersherum. Dem Pickel auf der Stirn, weswegen die Tochter auf gar keinen Fall mehr in die Schule kann, mit der Smartphone-Sucht und Sturmfrei, was das für die Kinder und die Eltern bedeutet.
Auch hier ist die Sichtweise wieder die der Eltern, vor allem von Müttern. Das ist wahrscheinlich für Mitleidende sehr gut, weil man sich sofort in die Situationen einfühlen kann, oder sogar schon gleiche/ähnliche Erfahrungen gemacht hat. Gleichzeitig funktioniert es aber auch für Jüngere – bevorzugt, wenn man schon ein wenig Abstand zur Pubertät hat – um auf seine eigene Zeit zurückblicken zu können. Denn ein paar Dinge ändern sich dann eben doch nie.
Mit 224 Seiten ist das Buch wieder wunderbar kurz, um es in kürzester Zeit durchzulesen. Zusätzlich zu den Kapiteln, gibt es auch regelmäßig sehr passende Zeichnungen, die sich Stil des Covers anpassen und zur zusätzlichen Erheiterung beitragen. Aber die Botschaft des Buches ist klar: Liebe Eltern, haltet durch! Es wird wieder besser!

Das Fazit

Ein wunderbar kurzweiliges Buch voller Anekdoten aus der hormonellen Phase, das einem ein Lächelns inss Gesicht zaubert.

Pubertät ist voll nice wurde mir vom Heyne Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür! Ich kennzeichne diesen Beitrag hiermit als Werbung.

Klima – Deine Zeit läuft ab

Ein Vorwort

Thriller und ich haben eine sehr lange Geschichte. Ich habe sie sehr lange geliebt, dann bin ich sehr lange überhaupt nicht mehr an sie herangekommen und inzwischen wage ich mich ab und an mal wieder an einen, bin aber stets auf eine Enttäuschung gefasst. Neulich trudelte eine E-Mail vom Goldmann Verlag ein, in der ihr neuer Thriller angepriesen wurde. Und weil mich das Thema angesprochen habe, durfte es auch direkt bei mir einziehen.

Die Handlung

Fünf Anschläge wurden in den USA verübt. Alle Ziele haben eins gemeinsam: Sie schaden im großen Stil der Umwelt. „Green Man“, wie er genannt wird, will anscheinend auf Umweltverschmutzung und den Klimawandel aufmerksam machen, aber seine Anschläge haben auch zivile Opfer. Tom Smith ist neu beim FBI und in der Green Man-Taskforce eingeteilt. Während er Hinweise findet, die andere übersehen haben, kämpft er aber auch mit seinem Gewissen. Will er den Mann aufhalten, der vielleicht die Welt retten könnte?

Meine Meinung

Auch wenn es gerne ignoriert oder gar verleugnet wird, aber unser Klima ist im Wandel. So war es nur eine Frage der Zeit, bis sich auch die Literatur abseits des Sachbuchs damit befasst. Und tatsächlich war es gerade die Prämisse, die mich zu diesem Buch greifen ließ. Denn die durchgehende Frage des Buches ist: Heiligt der Zweck die Mittel? Green Man hat das Ziel auf die Bedrohung hinzuweisen und sorgt dafür, dass ein Umdenken statt findet. Wenn er ein Ziel ausgewählt hat, wird hinterher wesentlich mehr darüber diskutiert, ob man es wieder so aufbauen und weiterführen sollte, oder ob es neue Regulierungen gibt. So weit, so positiv. Aber rechtfertigt das die Toten? Arbeiter, die einfach nur einen Arbeitsplatz brauchen oder sogar Außenstehende, die einfach zur falschen Zeit am falschen Ort waren.
Klima wird aus mehreren Perspektiven erzählt. Während hier am Anfang bei manchen noch nicht ganz klar ist, wie sie in die Handlung passen, sind es vor allem zwei, die sehr spannend sind. Zum einen Tom Smith beim FBI, der direkt an der Suche beteiligt ist, und zum anderen Green Man selbst. Man erfährt also praktisch immer, was Green Man macht und dann wie das FBI die Brotkrumen auseinander nimmt und welche Hinweise sie daraus ziehen. Hier ist es gerade die Abwechslung und die Brotkrumenjagd, die das Buch wunderbar spannend macht.
Der Schreibstil von David Klaas ist sehr unaufgeregt und flüssig zu lesen. Durch vergleichsweise kurze Kapitel mit Perspektivenwechsel, bleibt man immer dran und es fällt schwer, dass Buch aus der Hand zu legen.
Im Prinzip habe ich nur zwei kleinere Kritikpukte an diesem Buch. Zum einen fehlt mir ein wenig die Diskussion. Zwar wird ab und an und auch aus mehreren Blickwinkeln erwähnt, ob der Charakter mit Green Mans Vorgehen konform geht bzw. inwieweit. Aber es wird sich nie genauer damit auseinander gesetzt. Die Geschichte funktioniert auch so, aber es hat mir halt gefehlt. Zum anderen geht es in dem Buch stets um die großen Gesten. Aber die kleinen werden vergessen. Wir reden von Umweltverschmutzung und Klimawandel und dennoch trinkt Green Man aus einem Einmalbecher? Im Prinzip wird hier die gesamte Schuld lediglich bei den großen Unternehmen gesucht und verschwiegen, was jeder Einzelne machen kann. Grundsätzlich finde ich auch, dass die großen Umweltsünder am schnellsten etwas bessern können, aber das es in einem Buch, das sich explizit mit der Thematik auseinader setzt, über diese Kleinigkeiten einfach hinwegsieht, ist schade.
Aber wie gesagt, dies sind nur Kleinigkeiten, die dem hohen Spannungsgrad keinen Abbruch tun. Mit knapp über 400 Seiten hat Klima eine gute Länge und lässt sich innerhalb weniger Tage weglesen. Ab einem gewissen Punkt fiel es mir zunehmend schwer, dass Buch überhaupt noch aus der Hand zu legen.

Das Fazit

Klima ist ein spannender und packender Thriller mit spannender Ausgangsprämisse. Durch wechselnde Erzählperspektiven ist man bei allen Seiten direkt dabei und kann sich so seine ganz eigene Meinung bilden. Große Leseempfehlung für Thrillerfans oder wer einen Einstieg ins Thrillergenre sucht.

Klima – Deine Zeit läuft ab ist ab heute in allen Buchhandlungen erhältlich

Klima wurde mir von Goldmann als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür! Ich kennzeichne diesen Beitrag hiermit als Werbung.

PS: Ich habe vom Goldmann-Verlag noch ein zweites Exemplar erhalten. Dies werde ich auf meiner Instragramseite verlosen. Schaut doch gerne mal vorbei! Einfach auf Instragram nach  shalima_dreams_on suchen oder den folgenden QR-Code nutzen.

Juno und die Reise zu den Wundern

Ein Vorwort

Es hätte ein ganz normaler Tag im Hause Moon werden können. Doch dann flatterte eine E-Mail ins Postfach. Schauspielerin Judith Hoersch, den meisten wohl aus diversen Fernsehproduktionen, aber auch aus Filmen, wie A Cure for Wellness oder Schneeflöckchen, bekannt, hat ein Buch geschrieben. Und weil der Beititel des Buches schon „Eine fabelhafte Geschichte“ heißt, zog es kurz darauf in meinem Bücherregal ein.

Die Handlung

Juno ist eine junge Frau, die seit ihrer Kindheit unter Einsamkeit leidet. In der schielenden Stadt begegnet sie dem geheimnisvollen Mr. James, der ihr aus einer alten Münze zwei Ringe anfertigt. Mit deren Hilfe bestimmt sie die nächsten Stationen ihrer großen Reise. Ein Abenteuer steht bevor, voller neuer Bekanntschaften und außergewöhnlicher Erlebnisse.

Meine Meinung

Als ich das Buch bestellt, hielt ich es für ein typisches Kinderbuch. Als es bei mir einzog und ich anfing zu lesen, hielt ich es für eine tiefgründige philosophische Abhandlung über den Sinn des Lebens. Die Wahrheit dürfte irgendwo zwischen beiden Annahmen liegen. Denn einerseits ist es eine Geschichte, die wohl für Kinder geschrieben wurde. Einige Handlungselemente, wie sprechende Kamele oder die Möglichkeit mit einem Pony von Island bis Afrika zu reiten (und das in wenigen Tagen) sind so fantastisch, dass sie wohl nur einem Kinderbuch entsprungen sein können. Gleichzeitig scheint es eine philosophische Abhandlung über die Einsamkeit zu sein. Juno lernt auf ihren Reisen verschiedene Menschen kennen, die ihr immer wieder Lektionen über das Leben mitgeben, die zwar simpel gehalten sind, aber trotzdem wohl eher von Erwachsenen richtig verstanden werden. 
Die Handlung selbst beginnt in Junos Kindheit. Die Beziehung zu ihren Eltern, wenn diese auch sehr unterschiedlich waren, hat mich irgendwo traurig gestimmt. Von da an, braucht das Buch aber noch eine ganze Weile, ehe es endlich auf die Reise losgeht. Dabei werden keine direkt Länder- oder Städtenamen genannt, sondern Umschreibungen. Während ich einige direkt zuordnen konnte, rätsle ich bei anderen immer noch. Es gibt zwar im Buchrücken eine Karte mit eingezeichneten Symbolen und dazu am Ende des Buches auch eine Legende, aber einige Länder und Städte finde ich trotzdem noch schwer richtig zuzuordnen. Beispielsweise kann ich nicht sagen, ob die schielende Stadt in Schottland oder Norwegen liegen soll. Letztlich ist dies aber für die Geschichten nicht ausschlaggebend.
Die Geschichten sind alle sehr kurz gehalten, weswegen sie sich gut als Gute-Nacht-Geschichten oder als kleine Zwischendurchlektüre eignen. Mit 160 Seiten ist das Buch insgesamt sehr dünn und zügig durchlesbar. Aber gerade dafür ist der Anfang bis zum Beginn der Reise sehr lange und leider auch langatmig geraten. Dafür hätte ich mir hintenheraus noch ein paar mehr Geschichten von der Reise gewünscht, oder ein richtiges Ende. Denn leider wirkt das ziemlich übereilt. Ganz nach dem Motto, die Geschichte ist nun erzählt, also noch schnell die Auflösung in ein Kapitel pressen und fertig ist das Buch. Reicht mir für die Geschichte als Ende leider nicht. 
Grundsätzlich hat mir das Buch gefallen. Gerade die verschiedenen Abenteuer fand ich sehr schön und es fühlte sich wie eine kleine Philosophiestunde für zwischendurch an. Die fantastischen Elemente haben sich gut in die Geschichte eingefügt, so dass kein Widerspruch zwischen rational erklärbarem und fantastischem entstand. Dennoch find ich es schwierig eine Zielgruppe für das Buch zu bestimmen, der ich es empfehlen könnte. 

Das Fazit

Juno und die Reise zu den Wundern steckt irgendwo zwischen Kinderbuch und philosophischer Abhandlung fest und hat so keine klare Zielgruppe. Dennoch ist es zwischendurch eine süße, fantastische Geschichte voller Lebensweisheiten, trotz zu langem Anfang und zu kurzem Ende.

Juno und die Reise zu den Wundern ist seit dem 12.10.2020 in allen Buchhandlungen erhältlich.

Juno und die Reise zu den Wundern wurde mir vom Diederichs Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür! Ich kennzeichne diesen Beitrag hiermit als Werbung.

Ein Schotte kommt selten allein

Ein Vorwort

Während ich euch in der letzten Woche die magische Welt unter Edinburgh näher brachte, soll es diese Woche um eine Sache gehen, die ich zusätzlich zur Erkundung Edinburghs vorhatte: Busrundreise. Während es bei mir nur um kurze Tagesausflüge gehen sollte – danke Corona, für nichts – bekommt Karin Müllers Janne gleich das Rundumpaket mit. Aber zum Glück wird es noch abenteuerlich. Wie mir Ein Schotte kommt selten allein gefallen hat, erfahrt ihr in meiner Kritik.

Die Handlung

Janne ist begeisterter Schottlandfan und liebt die Serie Outlander. Als ihre Freundinnen ihr zu ihrem 40. Geburtstag eine Reise ins Land des Whiskeys und der Highlands schenken, müsste sie eigentlich überglücklich sein. Aber Janne hasst Busreisen. Und genau darum handelt es sich bei der Reise. Und schon ist sie eingequetscht zwischen lauten Outlander-Fans und muss Sightseeing nach einer strengen Stoppuhr machen. Bis sie aus Versehen in den falschen Bus steigt und sich auf einmal neben dem charmanten Schotten Alex wiederfindet, beginnt ihr Abenteuer erst richtig.

Meine Meinung

Ein Schotte kommt selten allein von Karin Müller sprach mir durch den Klappentext genau aus der Seele. Zunächst konnte ich mich auch gut mit der Protagonistin Janne identifizieren, auch wenn uns noch einige Jahre trennen. Zunächst erfahren wir auch nur im Ansatz, dass sie immer wieder Probleme mit ihren Beziehungen hatte, weil sie sich auf die falschen Männer eingelassen hat. Dies wird jedoch noch genauer erschlossen. Und schon nach wenigen Seiten geht es auf große Schottlandreise. Leider erfolgte ab da sehr schnell die Ernüchterung. Denn die Busreise, auf die ich mich schon irgendwie freute, hab ich sie doch dieses Jahr nicht selbst erleben können, entpuppt sich zu einem durchgehenden Janne-Jammer. Alle Mitreisenden sind für sie irgendwie blöd – und ja, einige hätten mich wohl auch genervt – und nervig und sie ist ja in allem besser. Die Mädelstruppe sind große Outlander-Quietsche-Fans und es ist natürlich viel kultivierter, Outlander nur im stillen zu lieben. Und der Reiseleiter hat natürlich auch einen kleinen Klaps, weil er mit einer Funko-Pop Braveheart-Puppe, die er ein bisschen verschönert hat, rumreist. Hier fiel es mir wirklich schwer weiter in die Geschichte reinzukommen und ich distanzierte mich immer mehr von dem Gemecker und Gejammer der Protagonistin. 
Aber damit ist die Geschichte natürlich noch lange nicht vorbei. Und das ist auch gut. Denn sobald Janne in den falschen Bus springt und Alex kennenlernt, wandelt sich die Geschichte deutlich und wird zu einer tollen Liebesgeschichte. Liebe zwischen zwei Menschen und Liebe zu einem wunderbaren Land. Denn auch wenn es größtenteils als Busreise weiter geht, ist hier doch das Gefühl viel besser. Die Mitreisenden sind angenehmer und es gibt weniger reines Outlandergerede. Ab hier wird auch immer deutlich warum Janne so ist, wie sie ist und man kann sie und ihre Handlungen deutlich besser nachvollziehen. 
Ihr neuer Reisepartner Alex ist zwar etwas zu perfekt und natürlich auch immer zur richtigen Zeit am richtigen Ort, aber für die Geschichte verzeiht man so einiges. Wenn so sympathische Schotten auf einen warten, werde ich wohl auch aus Versehen mal in den falschen Bus springen. 
Karin Müller schafft es mit einem flüssigen Schreibstil den Leser voll und ganz für das Land im hohen Norden der britischen Insel zu gewinnen. Und das ganz ohne die gängigen Klischees zu überstrapazieren. Also wenn man das erste Dritten geschafft hat und alle gängigen Busreisenklischees durch sind. Aber durch diesen Teil muss man sich einfach durchkämpfen, denn es lohnt sich!

Das Fazit

Ein Schotte kommt selten allein hat ein nerviges erstes Drittel, doch danach hat sich die Geschichte eingespielt. Auch wenn es sich die Handlung manchmal etwas leicht macht, ist die Geschichte doch zum träumen. Ob nun von einem etwas verregnetem Land oder einem gepflegtem Mann, darf sich jeder Leser selbst aussuchen. 

Ein Schotte kommt selten allein ist seit dem 11.05.2020 in allen Buchhandlungen erhältlich

Ein Schotte kommt selten allein wurde mir vom Penguin Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür! Ich kennzeichne diesen Beitrag hiermit als Werbung.

Kiss me never

Ein Vorwort

2017 entdeckte ich Autorin Lana Rotaru mit ihrer damals im Selfpublishing erschienen Reihe „Deadly Sin Saga“. Es folgte ihre bereits abgeschlossene Reihe „Black – die Panther Trilogie„. Und ab dann hieß es für mich warten. Bis Frau Rotaru schließlich bekannt gab, dass sie wohl nicht mehr schreiben würde. Verzweiflung machte sich in mir breit. Doch manchmal geschehen noch Wunder. Und so kehrte Frau Rotaru als Autorin zurück und diesmal mit dabei: Der Impress-Verlag. Dies bedeutete nicht nur, dass sie Seven Sins-Reihe wieder aufgenommen wurde und (hoffentlich) endlich beendet wird, sondern auch, dass Impress noch eine weitere Reihe von Frau Rotaru ins Programm aufnahm. Die Crushed Trust-Reihe bestehend aus vier Bände rund um Amanda und den Frauenschwarm Dante wollte ich eigentlich erst nach der Seven Sins Reihe beginnen, doch als ich nach einer Ausschreibung der Autorin ein Rezensionsexemplar erhielt, wurde es nun Zeit, der Reihe jetzt schon eine Chane zu geben. Wie mir der Auftakt der Reihe gefiel, erfahrt ihr in meiner Kritik.

Die Handlung

Amanda ist sich sicher, dass der Tod ihres Bruders Andrew kein Motorradunfall war. Es war Mord. Und seine beiden besten Freunde Van und Dante sind darin verwickelt. Doch ausgerechnet für Dante hat sie selbst jahrelang geschwärmt. Nun versucht sie der Sache selbst auf den Grund zu gehen. Dabei kommt sie Dante gefährlich nah. Doch was hat es mit den Zetas auf sich? Und hatte Andrew vielleicht mehr Geheimnisse als Amanda dachte?

Meine Meinung

Wenn Liebesgeschichten über mehrere Bände erzählt werden, bin ich zunächst immer skeptisch. Denn in den meisten Fällen bedeutet das, dass sich die Geschichte an vorgeschriebene Muster hält. So verhält es sich meistens so, dass die Charaktere langsam zueinander finden, am Ende des ersten Bands auseinander gerissen werden, meistens einfach nur ein Missverständnis, dass sich irgendwann im zweiten Band aufklärt, nur um dann am Ende des zweiten Bands wieder auseinander gerissen zu werden und so weiter und so fort. Meistens funktioniert das bei Romantasy besser, als bei romantischen Fantasy-Geschichten, da sich hier die einzelnen Bände eher mit dem Aufbau zum großen Finale befassen und die Liebesgeschichte nur an zweiter Stelle steht. Und so versucht Lana Rotaru hier einen guten Kompromiss aus beiden Varianten zu bauen. Denn neben der aufkommenden Liebesgeschichte geht es eben auch um das Rätsel um den Tod von Amandas Bruder Andrew. 
Hierzu werden im ersten Band bereits einige Hinweise gestreut und so kommt bereits erste Spannung auf. Dennoch tappt Amanda und auch der Leser hier größtenteils noch völlig im Dunkeln. Vor allem bleibt es völlig offen, wem man trauen kann und wer die Wahrheit erzählt und wer nur falsche Fährten legt. So will man unbedingt mehr erfahren, muss sich aber zunächst durch eine Menge Wiederholungen graben. 
Dafür wird man aber mit einem wunderbar flüssigem Schreibstil entlohnt. Auch ist die Protagonistin zwar sehr hartnäckig in ihren Forderungen, wird dadurch aber nicht unsympathisch, sondern bleibt menschlich. So fiebert man mit ihr, stolpert über neue Erkenntnisse, hinterfragt alles, was ihr erzählt wird und hofft darauf, dass sich die Geschichte aufklärt.
Wesentlich undurchsichtiger ist ihr Gegenstück Dante. Der Inbegriff eines Bad Boys, aber trotzdem lernt man seine menschlichen Seiten kennen. Bei Bad Boys habe ich immer das Problem, dass ich ihren Wandel nachvollziehen muss. Bzw. dürfen sie am Anfang nicht so unfassbar unsympathisch werden, dass man ihnen ihr Verhalten nicht mehr verzeihen kann. Hier steht Dante zwischenzeitlich ziemlich auf der Kippe, dennoch merkt man ihm seine gute Seite stets noch an, was mir eine weitere Geschichte mit ihm realistisch macht.
Letztlich merkt man dem Band an, dass er als Einleitung für das kommende konzipiert wurde. Dafür funktioniert er noch erstaunlich gut und macht Lust auf die nächsten Bände. Wirklich störend ist nur eins: Das sehr abrupte Ende. Hier ist man gerade mitten in einer neuen Spur und kann es kaum erwarten herauszufinden, was dort passiert, als die Worte „Ende des ersten Bands“ auftauchen. Allerdings stellt Frau Rotaru so tatsächlich sicher, dass man auf jeden Fall zum nächsten Band greift. 

Das Fazit

Kiss me never ist ein guter Auftakt, der Spannung aufbaut, die Charaktere einführt, aber leider auch nicht versucht mehr als das zu sein. So endet die Einleitung sehr plötzlich. Doch sympathische Charaktere und ein schöner flüssiger Schreibstil entschuldigen einiges. Dann brauch ich wohl nun dringend den zweiten Band.

Kiss me never ist am 01.09.2020 als Taschenbuch erschienen

Kiss me never wurde mir von der Autorin und dem Impress Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür! Ich kennzeichne diesen Beitrag hiermit als Werbung.

Der Aufstieg und Fall des D.O.D.O.

Ein Vorwort

Manchmal springen mich Cover ja förmlich an. Nicht besonders oft, weil meiner Ansicht nach doch viele Cover sehr ähnlich aussehen oder einfach sehr lieblos gestaltet werden, doch ab und an kommt es vor. So zog mich der Dodo auf dem Cover beinahe magisch an. Auch der Klappentext machte sofort Lust darauf es zu kaufen. Doch mit fast 900 Seiten im Hardcover war das Buch auch so ein Werk mit dem man Leute erschlagen kann. Hinzu kam der stolze Preis von 30 Euro. Also legte ich es erst einmal wieder weg. Doch der Gedanke an die Geschichte ließ mich nicht los. Umso erfreuter war ich, als mir der Goldmann Verlag ein Rezensionsexemplar zukommen ließ und ich nun nicht mehr grübeln musste, ob der Preis gerechtfertigt war. Falls ihr wissen wollt, was es mit Dodo auf sich hat und ob es sich lohnt ein bisschen Geld in die Hand zu nehmen, ist hier meine Kritik dazu.

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Die Handlung

Die Linguistin Melisandre Stokes wird überraschend vom geheimnisvollen Tristan Lyons angeworben für eine Geheimorganisation der amerikanischen Regierung zu arbeiten, die unter dem Decknamen D.O.D.O. operiert. Das Ziel ist es die Magie mit Hilfe von Zeitreisen zurückzuholen, die seit 1851 vollständig erloschen ist.

Meine Meinung

Es ist schwierig eine Handlungswiedergabe zu geben, ohne zu viel zu verraten. Kurz gesagt geht es um den Aufstieg und Fall des Departments of Diachrone Operations – also um Zeitreisen. Zu Anfang besteht das Team aus Tristan und Melisandre (im weiteren kurz Mel genannt). Nach und nach treffen sie auf immer mehr Leute, die sich dem Team anschließen. Hier sind noch liebenswerte Charaktere, wie Rebecca und Frank Oda dabei, oder auch Erszebet, die letzte verbliebene Hexe der Welt. Nach und nach lernen Sie eine Maschine zu bauen, in der Magie noch wirksam ist und die ersten Zeitreisen zu unternehmen. Nach den ersten Erfolgen wird D.O.D.O. durch das Pentagon erst richtig wahrgenommen und mit finanziellen Mitteln unterstützt. So verfolgt man innerhalb von fünf Jahren die gesamte Unternehmensgeschichte immer wieder gespickt mit den Berichten von verschiedenen Zeitreisen.
Besonders bemerkenswert ist die Liebe zum Detail. Nicht umsonst fasst das Werk 850 Seiten. So wird die Geschichte nirgendwo gekürzt, sondern wirklich von Anfang bis Ende erzählt. Dies erfordert gerade zwischenzeitlich eine Menge Durchhaltevermögen. Zwischendurch gab es immer wieder Entwicklungen, die mir weniger gefielen, weswegen ich das Buch wieder für ein bis zwei Tage aus der Hand legen musste. Letztendlich gewann aber immer die Neugier und ich versank weiter in der Geschichte.
Gerade am Anfang wird viel Physikalisches diskutiert. Da Tristan und Frank Oda beide Physiker sind, sprechen sie viel in einem Kauderwelsch für Normalsterbliche. Aber da es auch genug Charaktere gibt, die das ebenfalls nicht verstehen, wird es dann doch noch halbwegs verständlich erklärt. Dafür sind diese Charaktere dann wieder an anderer Stelle für das Erklären zuständig, so dass niemand nur für das Verstehen des Lesers da ist.
Ich möchte hier noch einmal in aller Form den Hut heben für die sehr guten Recherchen des Autorenteams! Denn egal um welche Wissenschaft es ging, Physik, Geschichte, Linguistik, Waffenkunst, etc. jedes Detail war ordentlich recherchiert und bis zum Ende in teilweise sehr komplexen Zeitreisesträngen verknüpft. Aber auch hier wurde alles logisch durchdacht. Jede Änderung in der Vergangenheit hatte logische Konsequenzen für die Gegenwart oder auch für andere Zeitreisen. Hier wurde nicht einfach auf die Erklärung „wegen der Magie“ vertraut, sondern Erklärungen gefunden, die wissenschaftlich und logisch vereinbar sind.
Erzählt wird die Geschichte hauptsächlich aus Mels Sicht als eine Art Erlebnisbericht. Je größer die Organisation jedoch wird, desto weniger konnte sie selbst alles miterleben. So fungieren auch diverse Briefwechsel, Tagebucheinträge oder Unterhaltungen im D.O.D.O. Intranet als Erzählmittel. Gerade im Mittelteil sind es fast nur noch die Einträge im Intranet, was den Handlungsfluss etwas ins Stocken geraten lässt und sehr gewöhnungsbedürftig ist. Letztendlich aber auch das einzige Mittel, um den Leser glaubwürdig alle möglichen Vorkommnisse mitzuteilen, die Mel einfach nicht alle wissen kann.

Der Aufstieg und Fall des D.O.D.O. ist ein Buch, wie ich noch keines zuvor gelesen habe. Die Geschichte ist so weit gestrickt und wird doch geradlinig erzählt. Das Autorenteam hat so viel Stolpersteine geschickt überwunden und gerade durch ihre erstklassige Recherche auch eine glaubwürdige Geschichte – ja trotz des Vorkommens von Magie! – gestrickt. Hier hat man wirklich den Aufbau einer neuen Geheimorganisation mit den Motiven der Wissenschaftler, der Hexen und des Militärs durchdacht und bis zu ihrem Fall zu Ende erzählt. Zwischendurch gab es zwar auch einige Entwicklungen, die sehr stereotypisch verliefen und die man schon vorab erahnen konnte, dennoch bleibt die Geschichte bis zum Ende spannend.

Das Fazit

Der Aufstieg und Fall des D.O.D.O. ist ein Buch, das man selbst erleben muss. Ein solch komplexes, durchdachtes, logisches, gut recherchiertes und doch magisches Buch habe ich noch nie gelesen. Selbst wenn man mit ein paar Wendungen nicht einverstanden ist oder der Schreibstil zwischendurch merkwürdig erscheint, bleibt es im Ganzen doch ein sehr gutes Buch.

„Der Aufstieg und Fall des D.O.D.O.“ wurde mir als kostenloses Rezensionsexemplar vom Bloggerportal der Verlagsgruppe Random House zur Verfügung gestellt. Vielen Dank hierfür!

Wintersterne

Neulich blätterte ich durch die Neuerscheinungen des Diana-Verlags und wurde von einem Titel sofort angesprochen. Als ich sah, dass dieser Titel auch noch in Prag spielt, wusste ich, dieses Buch muss gelesen werden.

Ein Vorwort

Prag, die goldene Stadt. Auch mich konnte sie 2015 verzaubern und seitdem lese ich es sehr gerne, wenn Prag der Schauplatz eines Buches ist. Autorin Isabelle Broom wählt die einzelnen Orte sehr sorgsam aus und erzählt von Ihnen so lebhaft, dass man beinahe das Leuchten in Ihren Augen beim Schreiben spüren kann. Mit ihrem sehr leichten Schreibstil, lässt sie den Leser schnell in ihre Geschichte einsteigen und lässt abwechselnd die weiblichen Protagonisten zu Wort kommen.

Die Handlung

Aus völlig unterschiedlichen Gründen und aus ganz anderen Regionen in Großbritannien kommend schlägt es fünf Leute zur Weihnachtszeit ins verschneite Prag. Durch Zufall kommen sie ins Gespräch und verbringen daraufhin immer mehr Zeit zusammen. Doch jeder hat so sein eigenes Päckchen zu tragen.
So lernen wir zunächst Megan kennen. Sie hat spontan ihrem guten Freund Ollie zugesagt mit ihm nach Prag zu reisen, weil er dort den Unterricht für seine Schüler über Prag vorbereiten möchte. Sie selbst strebt eine Karriere als Fotografin an und hofft in Prag inspirierende Bilder zu finden. Doch sie hat auch etwas Sorge, dass Ollie in die Reise zu viel hineininterpretiert, da sie denkt, dass er heimlich in sie verliebt ist. Als nächstes lernen wir Hope kennen. Sie hat sich vor kurzem von ihrem Mann getrennt und lebt nun mit ihrer Affäre Charlie zusammen. Das missbilligt jedoch ihre Tochter, was Hope sehr bekümmert. Um sie auf andere Gedanken zu bringen, reist Charlie mit ihr nach Prag.
Als letztes erscheint noch Sophie in Prag. Sie schwebt in Gedanken immer wieder bei ihrem Verlobten Robin, der nach Prag nachreisen soll. Über Sophie erfährt man lange Zeit am wenigsten.

Meine Meinung

Wintersterne ist in Buch, das man nicht wirklich als schlecht bezeichnen kann. Es ist aber leider auch kein wirklich gutes Buch. Das liegt zum einen daran, dass die Handlung des Buches nicht für die Seitenanzahl von knapp 450 ausreicht. So streckt Broom immer wieder Passagen unnötig in die Länge und erzeugt dadurch vor allem eins: Langeweile. Während man am Anfang noch gut in das Buch hineinfindet, erstreckt sich die mittlere Hälfte Seite über Seite mit belangloser Handlung. Die Urlaube der drei Gruppen werden bis ins kleinste Detail beschrieben. Wenn sie wenigstens dabei etwas Spannendes erlebt hätten, aber es bleibt dann doch bei den typischen touristischen Sehenswürdigkeiten. Lediglich das letzte Viertel schafft es dann herauszustechen und trifft den Leser noch einmal völlig unerwartet.
Der andere Negativpunkt sind die Gedanken der Charaktere. Denn egal, mit welchem Problem sie sich herumschlagen, sie erzählen es in jedem Kapitel wieder und das seitenlang. Megan, die sich fragt, ob sie nicht doch Gefühle für Ollie hat und das dann innerlich immer wieder abstreitet. Hope, die sich die ganze Zeit fragt, wie sie wieder Kontakt zu ihrer Tochter herstellen kann und sich ständig von Charlie bevorzugt fühlt. Sophie, die nur über ihre absolut perfekte Beziehung zu Robin denken kann. Nachdem die Charaktere mit ihren Sorgen und Ängsten einmal vorgestellt wurden, hat es mir mit der Jammerei bereits gereicht. Das gleiche aber immer und immer wieder lesen zu müssen, ohne das die Charaktere eine neue Erkenntnis gewonnen hätten, war dann doch sehr ermüdend. Hier wäre weniger deutlich mehr gewesen. Auch lobte ich zu Anfang noch die traumhafte Beschreibung Prags. Doch auch dies nimmt immer wieder zu viel Platz ein, um das Buch künstlich zu strecken. Irgendwann hat man einfach verstanden, wie unglaublich toll die Stadt ist. Auch scheinen die Beschreibungen immer wieder von vorherigen Seiten kopiert worden, denn die Wortwahl ändert sich kaum. Wer einmal in Prag war, versteht die Begeisterung der Autorin für die Stadt, trotzdem nervt es immer das gleiche zu lesen.

Fazit

Kurzum ist Wintersterne viel zu lang für die mickrige Handlung, lässt die Charaktere Kapitel um Kapitel auf der Stelle stehen, gibt ihnen aber seitenlang die Möglichkeit immer wieder das gleiche zu denken und übertreibt mit den ausführlichen Beschreibungen. Dadurch zieht sich das Buch bis zum letzten Viertel in dem das Buch dann doch noch einmal punkten konnte. Schade, denn das Buch klang vielversprechend und bot auch wesentlich mehr Potential, was leider nicht genutzt wurde.

„Wintersterne“ wurde mir als kostenloses Rezensionsexemplar vom Bloggerportal der Verlagsgruppe Random House zur Verfügung gestellt. Vielen Dank hierfür!