Dass Stephen King ein fantastischer Geschichtenschreiber ist, der neben dem reinen Horrorgenre auch viele Unterkategorien bedienen kann, beweist wohl seine lange Liste von erfolgreichen Büchern. Sein Todesmarsch, den er unter seinem Pseudonym Richard Bachmann veröffentlichte, war mir bisher unbekannt. Und ein Film, bei dem es rein darum geht, dass Jugendliche bis zum Tod marschieren? Aber King schafft es in der Regel auch daraus Geschichten zu bauen. Warum der Film absolut sehenswert ist, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.
Die Handlung
50 junge Männer treten in einer dystopischen Version der USA zum Todesmarsch an. Die Regeln sind einfach. Sie müssen immer weiter laufen, dürfen dabei eine bestimmte Geschwindigkeit nicht unterschreiten und wer sich nicht daran hält, wird erschossen. Das geht so lange, bis nur noch ein Läufer übrig bleibt. Ray Garraty und Peter deVries freunden sich direkt an und lernen unterwegs ihre Kameraden näher kennen.
Meine Meinung
Wenn die Meisten an Stephen King Geschichten denken, fällt ihnen der Horroraspekt, das Übernatürliche, das Schmerzhafte ein. Der Clown Pennywise aus Es, die wiederbelebte Katze aus Friedhof der Kuscheltiere, das rachsüchtige Auto Christine. Dabei sind es gerade die Geschichten dazwischen, die seine Bücher so besonders machen. Die Geschichte der Gruppe Ausgestoßener, die versuchen gegen die stärkeren Rowdies anzukommen in Es, der Vater, der nur seine Kinder glücklich machen will in Friedhof der Kuscheltiere, der Junge, der endlich mehr sein will als die Pickel in seinem Gesicht in Christine. So ist es auch bei der Todesmarsch. Der Grundbaustein des Marsches, bis nur noch einer lebt, scheint so simpel, doch regte in mir auch Zweifel, ob es den gesamten Film tragen könnte. Schon hier lag ich falsch, denn die durchgehend spürbare Anspannung und die ständige Präsenz des möglichen Todes, wenn man die Schmerzen und Widrigkeiten des Marsches nicht in den Griff bekommt, zerrt an den eigenen Nerven und lässt einen hinter jedem Kameraschwenk die nächste Katastrophe vermuten. Das düstere Gesamtbild der postapokylptischen USA, das absolut heruntergekommen ist und die wenigen Bewohner am Rand des Geschehens, die alle so aussehen, als ob der Hungertod nicht mehr weit entfernt wäre, stärken die Beklemmung. Doch dabei ist es das Miteinander der Jungs und gerade unseren vier Hauptakteuren. Wie sie wissen, dass es eigentlich nicht hilfreich ist, sich anzufreunden, da sowieso nur einer Überleben kann. Und doch helfen sie sich, feuern sich an, ziehen sich weiter, wenn einer am Ende seiner Kräfte ist. Sehr zum Unmut anderer, die darin einen unfairen Vorteil sehen. Hier zeigt sich wieder, wie spielerisch King Geschichten erzählt. Gar nicht die große Handlung, sondern die kleinen. Die Träume der Einzelnen und wie diese immer weiter schrumpfen. Die Gründe, warum sich alle dafür freiwillig gemeldet haben und wie nichtig alles wirkt, bei jeder weiteren Meile, die sie irgendwie durchhalten. Die Verluste, die sie miterleben. All das ist inszenatorisch so gut eingefangen, dass es sich anfühlt als wäre man mit dabei. Als würde man sich die Füße wund laufen, während man eigentlich gemütlich im Kinosessel sitzt. Erfahrung konnte Regisseur Francis Lawrence bereits ausführlich in den Verfilmungen der Tribute von Panem sammeln, auch wenn er hier noch einmal näher an den Charakteren bleibt. Auch die schauspielerischen Leistungen der Jungs sind so on point, das man ihnen die Qualen des Marsches komplett abkauft.
Das Fazit
The long walk macht die Geschichte Stephen Kings auf der Kinoleinwand so lebendig, das einem schon vom Zusehen die Füße wehtun. Der Film geht unter die Haut und die Geschichte der Freundschaft bleibt im Kopf. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.
Sports Romance hat seit einiger Zeit ein neues Hoch, auch wenn es gefühlt nie weg war. Doch während wir viel Schulsport oder Profisport haben, wie wäre es dann mal mit dem Hochschulsport – auch wenn dieser teilweise Richtung Profisport gehen könnte, aber eben ohne teure Sportakademie? Das Ganze in einer Sapphic Romance bekommen wir in Doppeltreffer. Wie mir das Buch gefallen hat, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.
Das Buch wurde mir vorab von der Schriftstellenden als Rezensionsexemplar in E-Book Form zur Verfügung gestellt. Ich bedanke mich dafür und kennzeichne diesen Beitrag als Werbung.
Die Handlung
Kate kann nach vielen Hürden endlich an der Uni Erfurt dem Florettfechten nachgehen. Schade nur, dass ihr großes Idol Amelie den Sport inzwischen aufgegeben hat. Bis sie bei einem Freundschaftsturnier aufeinander treffen. Doch dies verläuft nicht wie geplant und beide bekommen die jeweils andere nicht mehr aus dem Kopf.
Meine Meinung
Mein Wissen über das Fechten hält sich in Grenzen. Aber so ziemlich das Erste, was ich in diesem Buch gemerkt habe ist, dass hier jemand mit einer großen Leidenschaft für den Sport am Werk war. Hier wurde also zumindest schon einmal der Stolperstein umgangen, das zu wenig Wissen zu Logiklöchern führen. Allerdings gab es das nächste Problem: Wohin mit dem ganzen Herzblut? Sibi M. Siber hat sich dazu entschieden, einfach alles mit einfließen zu lassen. Oder anders ausgedrückt: They hat übelst abgenerdet. Das funktioniert insofern, dass they ausführliche Beschreibungen der Abläufe und eine Menge Hintergrundwissen mit einbaut und ihre Charaktere in realistischen Szenarien gegeneinander antreten lässt. Das Ganze hat aber leider auch einen Haken. Denn ich als Laie bin stellenweise einfach nicht mehr mitgekommen. Auch wenn ich nicht jedes Details ausführlich erklärt brauche, so fehlten mir ab und an einfach die Bezüge, um genau zu verstehen, worum es jetzt ging, beziehungsweise was die Charaktere gerade genau tun. Aber keine Angst, abseits vom Sportgeschehen haben wir noch eine Menge zu entdecken. Zum Beispiel unsere beiden Protagonistinnen. Während sie einander kennenlernen, erfahren auch wir eine Menge über sie, so dass sie Ecken und Kanten bekommen. Konflikte entstehen und können gelöst werden, und generell ist die Liebesgeschichte zwischen den beiden zwar nie super aufdringlich, aber dennoch präsent. Bis zu diesem Punkt dauert es zwar eine ganze Weile, aber das Warten lohnt sich. Auch die Liebe zur Stadt Erfurt und gewissen Naschereien wird deutlich und macht das Buch so authentisch. Endlich mal keine Geschichte in den gleichen Handvoll Städten. Und auch, wenn ich die Geschichte als Ganzes sehr genossen habe, so sind da doch noch ein paar kleinere Kritikpunkte, die ich nicht unerwähnt lassen möchte. Zum einen ging mir die Konfliktlösung am Ende dann doch etwas schnell, auch wenn zumindest von einer Seite das Drama auch etwas künstlich war, so war der andere Konfliktpunkt doch sehr berechtigt. Zum anderen ist es der sprachliche Stil von Kates Teil. Ich finde es grundsätzlich gut, wenn man zwischen den Kapiteln auch sprachlich merkt, dass wir eine andere personelle Erzählerin haben, aber Kates Denglisch war dann doch sehr anstrengend zu lesen. Denn es war nicht nur das Moderne nutzen von englischen Begriffen in der wörtlichen Rede, sondern in den gesamten Kapiteln aus ihrer Sicht. Dies nimmt gegen Ende zum Glück merklich ab, aber gerade die ersten Seiten aus ihrer Sicht waren dadurch sehr anstrengend zu lesen. Also wer Lust auf eine schöne Sapphic Romance in Erfurt mit viel nerdigem Fechten, der hat hier einen Doppeltreffer gelandet.
Das Fazit
Doppeltreffer bietet eine tolle Sappic Liebesgeschichte mit zwei starken Persönlichkeiten, die gut ausgearbeitet sind. Mit viel Liebe zum Fechten – wenn auch zwischendurch zeitgleich zu viel und zu wenig – bietet das Buch eine gute Mischung für Fans von Sportromance abseits der glamourösen Seite.
Ich könnte hier wieder meine Einleitung über die Einfalllosigkeit in Hollywood schreiben, weswegen wir mal wieder ein Remake präsentiert bekommen. Wir könnten aber auch einfach direkt darüber reden, dass ich allein wegen des Gespanns Olivia Coleman und Benedict Cumberbatch den Film sehen wollte. Warum sich das auch gelohnt hat, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.
Die Handlung
Ivy und Theo sind das Vorzeigepaar schlechthin. Die beiden Briten sind zusammen in die USA ausgewandert, haben zwei Kinder bekommen und während Theo sich einen Namen als Architekt gemacht hat, führt Ivy ein kleines Restaurant, konzentriert sich aber doch lieber auf die Erziehung der Kinder. Bei einem Jahrhundertsturm stürzt Theos Meisterwerk bei der Eröffnung ein und Ivys Restaurant wird durch die Entdeckung einer gefeierten Kritikerin über Nacht zum Erfolg. Doch mit den nun getauschten Rollen wird schnell klar, dass die perfekte Ehe schnell in eine Krise stürzen kann.
Meine Meinung
Comedy liegt ja immer im Auge des Betrachters. Und gerade deswegen ist es auch so schwierig alle Leute abzuholen. Mir sind ausufernde Witze ja schnell zu drüber, weswegen ich viele Klamaukfilme einfach nicht mag. Und dann gibt es diese Filme, die mir eigentlich zu drüber sein müsste, mich aber einfach durch ihre charmante Art abholen. Um so einen Film handelt es sich bei Die Rosenschlacht. Aber beginnen wir am Anfang. Wir lernen Ivy und Theo kennen, kurz bevor sie ein Paar werden und in die USA auswandern. Die beiden scheinen sich wirklich gesucht und gefunden zu haben und bauen sich ein beschauliches Heim mit zwei Kindern auf. Ihr Freundeskreis ist typisch amerikanisch und da ist es natürlich auch total normal, sich zu einem entspannten Nachmittag auf dem Schießstand zu treffen. Hier treffen wir dann auch auf die besten Freund*innen, gespielt von Andy Samberg und Kate McKinnon. Hier zeigt sich schon, warum die Besetzung des Films so wichtig für die Pointen sind, denn wären die beiden die Hauptdarstellenden, dann würde der Film absolut gar nicht funktionieren. Aber stattdessen haben wir Olivia Coleman und Benedict Cumberbatch, die selbst den größten Wahnsinn noch so charmant spielen können, dass ich ihnen sowohl das langsame Auseinanderleben als auch die finale Scheidungsschlacht absolut abkaufe. Nebenbei haben wir dann noch ebenso liebenswerte Rollen von Ncuti Gatwa oder Sunita Mani, und leider auch sehr unsympathische Rollen – wofür die Darstellenden nichts können – von Zoe Chao und Jamie Demetriou. So hält sich der Film die Waage und das Hauptaugenmerk liegt eh auf unserem streitenden Ehepaar. Dabei ist das Drehbuch auch nochmal hervorzuheben. Ich habe weder das Buch gelesen, noch die erste Verfilmung von deVito, und kann daher nicht sagen, wie sehr es adaptiert wurde, aber es ist schön zu sehen, wie sie am Anfang wirklich versuchen alle Probleme noch normal zu lösen. Mit Kompromissen, mit Gesprächen, mit Ehrlichkeit. Aber wir sehen eben auch, wie sie damit nicht ihre Probleme gelöst bekommen. Und der absolute Wahnsinn beginnt dann eben doch erst gegen Ende des Films. Damit wird vorher genug Wert auf logische Ansätze gelegt, dass die finale Eskalation wie eine Satire auf den vorherigen Film wirkt, aber gerade deswegen so gut funktioniert. Und selbst diese kaufe ich den beiden Darstellenden sofort ab, weil sie es eben auch schaffen, ihre Charaktere mit der Handlung wachsen zu lassen, so dass es am Ende eben doch wie der logische Schritt wirkt.
Das Fazit
Die Rosenschlacht ist eine sich gut und logisch aufbauende Dramödie, die gerade durch die beiden sehr sympathischen Hauptdarstellenden wunderbar funktioniert. Die Witze zünden und wir kaufen ihnen auch die finale Eskalation ab. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.
Die Rosenschlacht läuft seit dem 28.08.2025 in den deutschen Kinos
Während es über das Jahr verteilt zwar einige Rom-Coms im Kino gibt, sind gute Rom-Coms, also romantische Komödien, leider eine Seltenheit. Schwieriger wird es jedoch, wenn Filme als Rom-Com vermarktet werden und dann eher weniger Rom und überhaupt nicht Com sind. Was ich damit meine und wieso dies im Vorwort zu Was ist Liebe wert auftaucht, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.
Die Handlung
Als Dating-Beraterin weiß Lucy genau, worauf sie bei Vermittlungsvorschlägen achten muss. Liebe sei schließlich simple Mathematik. Bis sie auf den reichen, aber auch super charmanten, Harry trifft, der aufgrund ihrer Rechnungen gar nicht zu ihr passen dürfte. Zeitgleich trifft sie aber auch ihren Ex-Freund John wieder, den sie einerseits wegen seiner Armut verlassen hatte.
Meine Meinung
Ich mag Rom-Coms. Leider treffe ich eher selten auf gute. Und auch bei Was ist Liebe wert hatte ich so meine Zweifel nach dem Trailer. Das Prinzip Partnervermittlung und dann noch irgendwie eine verkorkste Dreierbeziehung mit Ex-Partner und natürlich dem klischeeigen Millionär, klang nicht nach einem Erfolgskonzept. Nun, ist es auch im Nachhinein nicht. Allerdings auch nicht das größte Problem an dem Film. Aber fangen wir am Anfang an. Wir lernen zunächst Lucy kennen, die ewig positive Partnervermittlerin, die von ihrem super tollen Job schwärmt, aber zeitgleich nur darüber lästert, wie schwer es doch sei, den Kund*innen klar zu machen, dass sie keine Traummänner backen kann. Dass Lucy dabei von Dakota Johnson gespielt wurde, war auch nicht sehr hilfreich, denn mit der sehr eingeschränkten Mimik, wird auch nicht unbedingt die dringend erforderliche Sympathie gezeigt. Wie durch ein Wunder schafft sie es dennoch alle Leute in ihrem Umfeld zu betören und dabei immer wieder die gleichen Phrasen zur Liebe zu wiederholen. Auftritt Millionär Henry, der sie aus irgendeinem Grund dennoch anziehend findet und um ein Date bittet. Dabei ist es ihm total egal, dass sie aus beruflicher Erfahrung weiß, dass sie nicht zusammen passen. Denn natürlich passt man nur zusammen, wenn gewisse Faktoren gleich sind, wie Einkommen, Attraktivitätslevel, familiärer Hintergrund oder Interessen. Und auch, wenn Pedro Pascal gerade im Kino sehr überpräsent ist, liefert er hier eine solide Performance ab. Für die Eindimensionalität seines Charakters kann er schließlich nichts und versucht alles raus zu holen. Dann haben wir noch Chris Evans als Ex und auch, wenn sich die beide ewig nicht gesehen haben, funktioniert er auch sehr schnell wieder als bester Freund. Und auch, wenn Evans ebenfalls nicht das größte schauspielerische Repertoire hat, so reicht es doch für seine Rolle als Ex, den Lucy natürlich nur verlassen hat, weil er arm ist. Die gescheiterte Schauspielexistenz ist da kein Hinderniss. Und damit haben wir auch schon die Hauptprobleme des Films zusammen. Zum einen das absolut pseudo-poetische Drehbuch, das sich super ernst nimmt und wirklich versucht mit den üblichen Klischees eine hochtrabende Geschichte über die Bedeutung von Liebe zu erzählen. Leider wirkt es dabei eher wie eine Satire auf die eigene Geschichte. Denn Hauptproblem Nummer Zwei Lucy ist einfach nur super oberflächlich und unsympathisch. Während sie John wegen seiner Armut verlassen hat, findet sie natürlich genau den Reichtum an Henry super anziehend. Kurz bevor die beiden das erste Mal miteinander schlafen, muss natürlich noch geklärt werden, wie viel die Wohnung wert ist. Egal, ob Verhütungsmethoden abgeklärt sind, Immobilienwerte sind wichtig. Also mir ist nicht klar, warum auch nur einer von beiden auf sie steht. Und warum John sie nach all den Jahren, in dem sie auf ihn herabgeblickt hat, nun zurück will. Aber der Film wird noch wesentlich problematischer. Denn, wo Männer auf Frauen treffen, gibt es eben auch Übergriffigkeiten. Und weder die Naivität Lucys noch die Abgebrühtheit ihrer Chefin sind positive Beispiele für den Umgang mit dem Thema. Wobei die Geschichte aus der Sicht der betroffenen Frau vermutlich eine gute Gesellschaftskritik abgegeben hätte. So haben wir weder wirkliche Romantik, weil alles sehr oberflächlich bleibt, und die Comedy fehlt gänzlich, da sich der Film selbst sehr ernst nimmt. Damit hat die Marketingabteilung das völlig falsche Publikum ins Kino gelockt. Aber nun, immerhin wurde Publikum ins Kino gelockt.
Das Fazit
Was ist Liebe wert – Materialists ist ein als Rom-Com vermarktetes Drama, das sich unfassbar wichtig nimmt, dabei aber absolut oberflächlich und stellenweise sogar problematisch daher kommt. Auch schauspielerisch kann der Cast nur bedingt überzeugen. Dafür gibt es 04 von 10 möglichen Punkten.
Was ist Liebe wert – Materialists läuft seit dem 21.08.2025 in den deutschen Kinos
Was macht Hollywood, wenn neuen Ideen keine Chance gegeben wird? Genau, die gleiche Geschichte nochmal erzählen. Und warum nicht auch einfach einen Klassiker mal wieder ausgraben und nach vielen Jahren neu rausbringen? Warum Die nackte Kanone dennoch vergleichsweise gut funktioniert, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.
Die Handlung
Lt. Frank Drebin Jr. konnte zwar einen Raubüberfall verhindern, steht wegen seiner Vorgehensweise jedoch in der Kritik und wird zur Tatortbesichtigung abgestellt. Während er uns sein Partner von einem Autounfall ausgehen, ist sich die verführerische Schwester des Toten sicher, dass es Mord war. Und da Drebin der schönen Beth Davenport nichts abschlagen kann, fängt er an nachzuforschen. Dabei sticht er jedoch in ein Wespennest.
Meine Meinung
Die nackte Kanone war einer dieser Filme, die mir bisher nie zugesagt hatten. Zu sehr befürchtete ich, dass es einfach nicht mein Humor wäre. Und dann kam der Trailer zur 2025er Variante. Während mit die erste Hälfte überhaupt nicht zusagte und so gar nicht meinen Humor traf, war es dann doch die zweite Hälfte des Trailers, der wesentlich vielversprechender aussah. Und als dann auch noch der Pärchengatte Interesse bekundete, war die Planung abgeschlossen. Die Prognosse des Trailers war dann letztendlich auch das Fazit für den gesamten Film. Ich mochte ca. 50% davon. Aber fangen wir am Anfang an. Die erste Szene rund um einen Banküberfall war bereits im Trailer – der wieder sehr inflationär im Kino lief – und war weiterhin so schlecht und Möchtegernlustig mit Liam Neeson in der Schuluniform. Danach wird es aber schnell besser. Dabei konzentriert sich der Film auf viele kleine Gags, die im Hintergrund laufen und genau die waren absolut fantastisch. Ob es nun die „Cold Cases“ waren, die aus dem Eisschrank geholt wurden, oder das Verbrecherfoto, das von einem Promifotografen perfekt ausgeleuchtet wurde, es gab ständig Dinge zu entdecken, die genau meinen Humor trafen. Nebenbei wurden diverse running gags aufgebaut, wie die ständig auftauchenden Kaffeebecher. Aber auch im Vordergrund wurden die Witze deutlich besser, wenn auch manchmal absolut politisch böse. Das hatte dann aber schon wieder einen stark satirischen Vibe, der ebenfalls gut funktioniert hat. Auch Pamela Anderson passt perfekt in ihre Rolle und haucht der femme fatale eine ganz neue Bedeutung ein. Dabei wird die Stilisierung der Frau gekonnt auf die Spitze getrieben, um erneut satirisch zu zeigen, das es einfach nicht sein muss. Lediglich die darauffolggende Bratenszene war mir dann doch wieder etwas zu drüber. Leider ist es gerade das Ende, das dann wieder zu viel will und daher zu drüber ist. Man sollte meinen, dass Gags, wo dem Hauptdarsteller durch einen „Unfall“ die Hose ausgezogen wird und das natürlich live im ganzen Land ausgestrahlt wird, einfach nicht mehr zeitgemäß ist. So hatte ich überwiegend überraschend viel Spaß mit dem Film, doch gerade das Finale war dann doch eher enttäuschend. Dennoch muss ich sagen, dass ich mir im Nachhinein eine Fortsetzung des Reboots (Sequels?) gut vorstellen könnte. Vielleicht auch mit einer doch neuen Handlung, denn nachdem ich nun auch das Original nachgeholt habe, fallen die Parallelen und die doch sehr gleiche Handlung deutlich auf. Auch wenn stellenweise doch versucht wurde, es ein wenig anders zu drehen und gerade die Witze alle neu waren. Alles in allem war ich am Ende doch überwiegend gut unterhalten, denn durch die hohe Gagdichte konnte ich über die für mich eher enttäuschenden bzw. nicht witzigen Stellen einfach hinwegsehen.
Das Fazit
Die nackte Kanone (2025) nimmt die alten Geschichte in ihrer Grundstruktur und bringt durch neue Witze stellenweise frischen Wind rein. Leider sind es gerade die Hintergrundgags, die wirklich zünden, während die groß aufgebauten eher in die Hose gehen. Dennoch funktioniert der Unterhaltungsfaktor. Dafür gibt es 06 von 10 möglichen Punkten.
Die nackte Kanone läuft seit dem 31.07.2025 in den deutschen Kinos
Dark Academia hatte wieder ein Hoch und brachte neben einer Unzahl an Fantasy-Varianten, auch noch die „ganz normalen“ Romanzen hervor. So dachte sich Alicia Zett, wieso nicht auch im Jugendbuchbereich und nahm den dark Academia Vibe stark zurück und ließ das gute alte Internetssetting wieder aufleben. Warum ich aber wirklich neugierig wurde, war der queere Anteil. Warum mir die Reihe insgesamt echt gut gefallen hat, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.
Wie Wellen im Sturm
Die Handlung: Louise bekommt die Chance ihr Schreibtalent im Internat Schloss Mare zu verbessern. Dafür lässt sie ihre Familie zurück und stellt sich der ganz neuen Welt. Im Fußballteam findet sie schnell Anschluss und Freundinnen. Nur ihre Mitbewohnerin Mika ist ziemlich verschlossen, vor allem da Louise durch Zufall ein Geheimnis von ihr erfährt. Zeitgleich schlägt ihr Herz in Mikas Nähe unglaublich schnell. Was haben diese Gefühle zu bedeuten?
Meine Meinung: Der Akademien-Trend flacht so langsam ab, aber diese Reihe kam auf dem Höhepunkt dessen raus. Und zumindest den ersten Band habe ich auch zu einer Zeit gelesen, wo ich noch nicht übersättigt mit dem Setting war. Unsere Protagonist*innen sind auch jünger als der Durchschnitt und wir haben hier das klassische Internat. Aber genau dadurch funktioniert es so gut, weil sich die Probleme deutlich von den Dark Academia Geschichten unterscheiden. Wir haben hier die typische Geschichte einer neuen Schülerin, die verzweifelt Anschluss sucht und gegen die Vorurteile ihrer Mitbewohnerin ankämpfen muss. Zumal diese auch noch Schmetterlinge in ihrem Bauch auslöst. Also auch eine queere Geschichte! Und die ist absolut toll umgesetzt, denn die Probleme, die damit auftreten können, werden gut thematisiert und respektvoll umgesetzt. Die Frage nach dem Coming Out vor der Familie, wenn man weiß, dass es bei anderen nicht so gut funktioniert hat oder man selbst in der Vergangenheit schlechte Erfahrungen gemacht hat. Ich habe sehr mit Louise mitgefiebert, mitgelitten und mich mitgefreut. Die Reihe und ich war Liebe auf den ersten Blick und ich freue mich jetzt sehr auf die nächsten Bände!
Wie Melodien im Wind
Die Handlung: Toni liebt Lukas. Lukas liebt Toni. Es könnte so einfach sein. Doch beide verstecken ihre Herkunft und können die ist auch der Grund, warum sie nicht zusammen sein können. Denn während Toni die Tochter der Hausmeisterin ist, ihr Vater nach einem Gefängnisaufenthalt wegen Steuerhinterziehung an Depressionen leidet und ihr Bruder frisch wegen Drogenbesitzes verhaftet wurde, ist Lukas ausgerechnet der Sohn des dänischen Königs – und damit ein Prinz. Doch als Toni als Schlagzeugerin der Schulband einspringt, verbringen beide viel Zeit miteinander und alte Gefühle entflammen von neuem.
Meine Meinung: Der einzige Teil, wo das Hauptpärchen nicht queer ist und gleichzeitig auch der schwächste Titel der Reihe. Das hängt zwar nicht zusammen, aber ist doch irgendwie ironisch. Aber beginnen wir am Anfang. Dass es Drama gibt zwischen Toni und Lukas, wissen wir schon aus dem ersten Band. Was genau passiert ist, erfahren wir erst jetzt. Dabei ist offensichtlich, dass ihr Bruch ihnen eigentlich beiden nur wehtut. Und direkt da lag mein erstes Problem mit dem Buch. Lukas ist der Prinz von Dänemark. Und ist komplett ohne Schutz an einem durchschnittlichen Internat in Deutschland? Und natürlich trennt die beiden lediglich ihr Stand. Toni mit einer schwierigen Familiensituation und vorbestraftem Vater und Bruder ist natürlich kein geeigneter Umgang für einen Prinzen. Während die Sache mit Toni und ihren Zweifeln gut umgesetzt wurde, ist es leider gerade diese unmögliche Liebesgeschichte, die erst sehr künstlich aufgebauscht wird, um sie dann relativ simpel zu lösen. Zu simpel, um irgendwie mit der Realität zu tun zu haben. Leider lässt sich dies beim Lesen halt auch nicht ausblenden, da der Königshof in Dänemark auch Schauplatz ist. Die Liebe zur Musik, die beide verbindet, hingegen ist gut umgesetzt. So ist der zweite Teil durchaus ein gutes Buch, bleibt nur hinter den sehr starken Titeln der Reihe zurück.
Wie Farben im Regen
Die Handlung: Caro und Sam sind das Traumpaar schlechthin am Internat Schloss Mare. Doch Sam scheint sich immer mehr von Caro abzukapseln. Bis er schließlich ein Coming Out vor ihr hat. Sam ist ein trans Mann und möchte mit der Transition beginnen. Die lesbische Caro möchte ihre große Liebe natürlich bei allem unterstützen, aber fragt sich auch, was das für sie als Paar bedeutet.
Meine Meinung: Das wohl persönlichste Buch der Autorin, wie wir ihrem Vorwort entnehmen können. Dass es Own Voice ist, merkt man in jeder Zeile, denn die ganzen intensiven Gefühle der Protagonist*innen sind sehr gut wiedergegeben, so dass ich mich in beide wunderbar hineinversetzen konnte, und mit ihnen lachen, lieben, straucheln, wieder aufstehen und immer weiter kämpfen konnte. Dabei nimmt uns die Geschichte bei jedem Zwischenschritt mit und zeigt deutlich die Hindernisse auf, selbst wenn die Parternin super kooperativ ist. Und wie auch diese struggelt, kämpft und versucht sich selbst nicht zu verlieren. Das Ganze mit unseren lieb gewonnenen Charakteren und gerade Caro und Sam begleiten wir seit dem ersten Band auf ihrer Reise. Mit dem Finale verabschieden wir uns eben auch vom Internat Mare und all den tollen Momenten. So geht es hier eben auch um Zukunftsängste und die ungewisse Zeit nach der Schule. Auch hier weiß sich Autorin Alicia Zett sehr gut einzufinden und neben der Transistion und den Ängsten rund darum, eben auch diese Aspekte miteinfließen zu lassen. Ein schöner und runder Abschluss einer tollen Reihe.
Das Fazit
Die Liebe ist Reihe von Alicia Zett mit dem Setting auf Schloss Mare wird mir auf jeden Fall in Erinnerung bleiben, weil sie tolle Geschichten erzählte und im Jugendbuchbereich noch einmal auf queere Geschichten aufmerksam macht. Selbst, wenn ihr genug vom Internatssetting habt, lohnt sich hier nochmal ein Blick.
Herzlich Willkommen zur vierten Ausgabe der buchigen Handvoll in diesem Jahr. Heute mit: Spice im Schwimmbecken, einem geheimnisvollem Hotel, Hexen in einer Zeitblase, Fake Dating zu Silvester und ein Wiedersehen im Schneesturm.
Deep End
Die Handlung: Scarlet ist Turmspringerin am College und trainiert für Olympia. Doch nach einem Unfall hadert sie mit dem Sport. Genau dann tritt Lukas, ein erfolgreicher Schwimmer, in ihr Leben. Leider ist er auch der Ex-Freund ihrer besten Freundin. Ein kurzfristiges Arragement sollte zur beiderseitigen Befriedigung sein, doch daraus wird schnell noch etwas ganz anderes.
Meine Meinung: Ich glaube es ist Ali Hazelwood nicht möglich schlechte Bücher zu schreiben. Gefühlt bin ich vor jedem neuen Buch von ihr skeptisch, denn rein statistisch müsste demnächst der Punkt kommen, wo sie mich doch mal enttäuscht. Aber da es hier um einen Schwimmer geht – die Sportart, die ich selbst über acht Jahre betrieben habe – war ich sofort dabei. Und seit Bride scheint Frau Hazelwood auch kein Problem mehr mit ordentlich Spice zu haben. Aber es funktioniert. Denn es ist hier nicht lieblos eingebaut, weil muss ja für die Verkaufszahlen, sondern es wird genutzt, um die Charaktere sich entwickeln zu lassen. Denn sie erkundet hier die Welt des Erotic Power Exchange und das auf die Bestmögliche und beiseitig einvernehmliche Art. Und darüber hinaus dürfen ihre Charaktere auch an ihren Aufgaben wachsen oder scheitern. Und natürlich gibt es wieder das Unisetting, aber auch hier wieder nicht aus der Standardperspektive, sondern mit dem ganz eigenen Hazelwood-Touch. Ich kann bisher alle ihre Bücher uneingeschränkt empfehlen und Deep End reiht sich da ein.
Fake Dates & Fireworks
Die Handlung: Becca hat ihr Silvester perfekt durchgeplant. Sie und ihr bester Freund Nils – mit dem sie seit 10 Jahren immer an Silvester im Bett landet – wollen sich diesmal in einem Skiresort treffen. Für Becca ist klar, dass es das Jahr wird, in dem sie final zusammen kommen. Bis Nils mit seiner Verlobten auftaucht. Verzweifelt hängt sie sich an Raphael und gibt ihn als ihren Freund aus. Allerdings handelt es sich bei diesem um den verhassten Onkel eines ihrer Kindergartenkinder.
Meine Meinung: Mein erster Kyra Groh und nach diesem Bucherlebnis auch bestimmt nicht mein Letzter. Dabei wollte ich es am Anfang fast abbrechen. Denn das Weltbild der Protagonistin Becca und die absolute Vergötterung von Nils war mir höchst unangenehm. Doch Kyra Groh schafft es hier den wichtigen Twist einzulegen und die Prota so viel über sich lernen zu lassen und das verbunden mit einer absolut wunderbaren Geschichte, dass ich nach meinen anfänglichen Zweifeln das Buch praktisch inhaliert habe. Ich bin generell ein großer Fan des Fake-Dating Tropes und hier hat es einfach nochmal besonders gut funktioniert, weil es eigentlich auch Haters-to-lovers ist und das tolle Momente geschaffen hat, bei denen ich auch einfach laut loslachen musste. Und ganz nebenbei erzählt es viel über Red Flags und warum wir Frauen unser Selbstbewusstsein nicht aus der Anerkennung der Männer ziehen sollten. Ich habe mir gleich den nächsten Kyra Groh zugelegt und freue mich auf mehr.
Wie lange bis Irgendwann
Die Handlung: Emelie und Sophie haben sich 10 Jahre nicht mehr gesehen, nachdem Sophie von einem Tag auf den anderen Stockholm verlassen hat. Doch bei einem offenen WG-Casting stehen sie sich wieder gegenüber. Und dann sperrt ein Schneesturm sie auch noch zusammen ein. Wie können da nicht die alten Gefühle wieder hervorkommen?
Meine Meinung: Ein Zufallsfund auf der Buch Berlin als ich eigentlich schon mit meinem Budget durch war. Aber ich lief an dem Stand vorbei, sah die Postkarte zum Buch, die dem Cover nachempfunden war und meine Neugier war geweckt. Ein kurzes Gespräch später war das Buch meins. Dann wuchssen doch wieder die Zweifel in mir. Und am Anfang gab es auch diesen ganz kurzen Moment, wo ich dachte, dass der Schneesturm-Trope nicht funktionieren würde. Wie ich mich da getäuscht habe! Allein die Tatsache, dass ich es innerhalb eines Nachmittags weggesnackt habe, spricht vermutlich für sich. Ich habe die Charaktere innerhalb kürzester Zeit in mein Herz geschlossen, habe mit ihnen gelacht, geweint, mitgefiebert und ihnen nur ein Happy-end gewünscht. Ein weiterer Pluspunkt war, dass es sich um ein Buch mit einer queeren Romance handelte, was auch eine schöne Abwechslung mal wieder war. Ich hoffe, dass die Autorin auf der nächsten Buch Berlin ist und ich nochmal ein Blick auf weitere Bücher von ihr werfen kann.
Hotel Ambrosia
Die Handlung: Robyn kann durch eine Erkrankung ihr Zimmer nicht verlassen und braucht generell viel Ruhe. Ihre wachen Momente verbringt sie damit das heruntergekommene Hotel Ambrosia von nebenan zu beobachten. Als sie das Angebot einer Podcasterin bekommt, dort wegen eines True Crime Falls zu recherchieren, engagiert sie kurzerhand den obdachlosen Jugendlichen A.J.. Doch dann wird sie Zeugin einer Entführung.
Meine Meinung: Bei den meisten Büchern bin ich am Anfang skeptisch und im Laufe der Handlung legt es sich (oder eben manchmal auch nicht). Doch diesmal war ich von Anfang an begeistert. Konnte sofort mit Robyn mitfühlen, habe gerätselt, Theorien aufgestellt und verzweifelt überlegt, wie die Lösung des Falls sein könnte. Auch die einfühlsame Darstellung der Krankheit und diese Verzweiflung Robyns über ihre Lage war toll geschrieben. Bis ich zum Plottwist kam. Der mir das gesamte Buch kaputt gemacht hat. Ich hatte ihn leider schon vorhergesehen und so gehofft, dass ich mich irrte und es eine weitere Finte der Autorin sei. Aber nein. Es wurde einfach alles, was vorher aufgebaut wurde und was ich so toll an dem Buch fand komplett zerrissen und durch den Dreck gezogen. Das ging so weit, dass ich fast von Ableismus sprechen mag. Einfach nur für einen großen Mindblowing Moment den gesamten Welt- und Charakteraufbau wegzuwerfen, spricht halt nicht für einen guten Twist. Und im Nachwort dann nochmal auf die Krankheit aufmerksam zu machen, die man gerade mit Füßen getreten hat … nun lassen wir das.
Beneath the Ivy
Die Handlung: Marissa gehört einem Hexenzirkel an, die einzigen auf der Insel. Ihr Alltag ist größtenteils gewöhnlich, bis auf die magischen Fähigkeiten ihrer Familie und das sehr eigenwillige Haus. Bis ihre Cousine tödlich erkrankt und die verstoßene Tante auf der Insel gesichtet wird. Und was hat es mit der Zeitblase auf sich, die um die Insel gewebt zu sein scheint?
Meine Meinung: Christian Handel zählt aus gutem Grund zu meinen Lieblingsautor*innen. Gerade seine Jugendromane beim Ueberreuterverlag haben mich bisher nicht ein einziges Mal enttäuscht. So startete ich auch gut gelaunt in dieses Werk und kam auch erstmal gut in die Geschichte rein. Bis ich auf einmal einen Hänger hatte. Denn die Zeitblase sorgt dafür, dass sich Geschehnisse wiederholen und das war zwar verhältnismäßig gut umgesetzt, aber irgendwie hatte ich auch schon genug Geschichten in der Richtung, um einfach nicht richtig reinzukommen. Nachdem dieser Hänger überwunden war, bekam ich aber genau wieder das, was ich an Christian Handels Büchern so gern mag. Tolle Charakter, Geschichten, die sich immer neu anfühlen, auch wenn es sicher vergleichbare gibt, Liebesgeschichten, die glücklich machen, und einfach so viele kleine Details im Schreibstil, das ich immer wieder in den Büchern versinken kann. Auch wenn es vielleicht ein schwächeres Buch von seinen Jugendromane im Ueberreuterverlag ist (sie lassen sich halt schlecht mit den Märchenneuerzählungen oder anderen Werken vom Autor vergleichen), so ist es dennoch eine tolle Geschichte und ich freu mich auf weitere.
Habt ihr eins der Bücher gelesen? Wie fandet ihr es?
Zum achten Mal heißt es Cobra übernehm… äh ich meine, schlüpfte Tom Cruise in die Rolle des Ethan Hunt. Was als kleiner Agententhriller nach Vorlage der Serien Cobra übernehmen sie und In geheimer Mission begann, hat sich schnell zu einem der größten Franchises der letzten Jahre entwickelt. Dazu haben vor allem Tom Cruise und seine immer größer werdenden selbstausgeführten Stunts beigetragen. Nun sollte alles in einem finalen Film beendet werden. Mit dem siebten Film wurde die Handlung bereits vorbereitet und zwei Jahre mussten wir auf den Abschluss warten. Ob der Film die Erwartungen erfüllen konnte, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.
Was bisher geschah
Hier werde ich kurz die zuvor erschienenen Filme zusammenfassen. Dadurch sind Spoiler leider nicht zu vermeiden. Du weißt bereits, was geschah? Dann überspring dieses Absatz einfach.
In Mission Impossible – Dead Reckoning Part One sehen wir, wie in der Beringsee ein russisches U-Boot die Sewastopol durch ein Fehler auf dem Sonar und eines nicht mehr steuerbaren Torpedo, versenkt wird. An Bord hat sie die Entiät, eine KI, die sich selbstständig gemacht hat und nun die gesamte Welt bedroht. Um sie zu deaktivieren, benötigt es zwei Schlüssel. CIA Chef Kittridge beauftragt Ethan Hunt mit der Beschaffung, wobei der erste in der Arabischen Wüste bei Ilsa Faust sein soll. Hunt beschafft diesen, erfährt dann aber von den Plänen der USA und lässt die Übergabe platzen. In Abu Dhabi wollen sie den Käufer, der voraussichtlich die zweite Hälfte besitzt, ködern, werden jedoch hereingelegt von der Diebin Grace, die sich nach Rom absetzen kann. Dort hilft Hunt ihr aus den Fingern der Behörden und kann sie bei einer wilden Verfolgungsjagd gegenüber der mysteriösen Französin Paris beschützen. Sie flieht erneut, diesmal nach Venedig. Während Hunt und seine Gruppe erfahren, dass Paris mit Gabriel zusammen arbeitet, der vor 30 Jahren durch die Ermordung der Freundin von Hunt dafür sorgte, dass dieser überhaupt beim IMF anfing, trifft sich Grace mit Alanna, die die zweite Hälfte besitzt. Hunt sabotiert die Übergabe, wird aber von Gabriel und der Entität in eine Falle gelockt. Ilsa wird getötet und Grace schließt sich Hunt an. Die nächste Übergabe soll im Orient-Express stattfinden. Grace ersetzt hier mittelt Maske Alanna und Hunt kommt per Fallschirm dazu. Dabei stellt sich heraus, dass Kittridge der Käufer ist. Gabriel stößt Paris von sich und manipuliert den Zug, so dass Hunt und Grace nun versuchen müssen dem Tod zu entkommen. In letzter Sekunde werden sie von Paris gerettet. Durch den Kampf haben sie aber nun die Informationen zur Sewastopol, weswegen sie dahin aufbrechen können.
Die Handlung
Nachdem Ethan Hunt sich nach den Ereignissen in Dead Reckoning zurückgezogen hat, reaktiviert ihn jedoch eine Nachricht der Präsidentin. Erneut nimmt er die Fährte von Gabriel auf, der Hinweise auf die Entität liefern kann. Dabei trifft er alte Verbündete, aber auch alte Feinde.
Meine Meinung
Mission Impossible und ich haben eine lange Reise zusammen durch. Von den ersten drei Filmen, die ich zwar irgendwann einmal gesehen habe, aber kaum noch in Erinnerung habe, über den absolut grandiosen Phantom Protokoll, der bis heute mein liebster Film der Reihe ist, über ein wieder abfallendes Niveau mit Teil Fünf und Sechs – auch wenn Fallout für viele einer der Besten der Reihe ist, allein durch die grandiose Toilettenszene – bis hin zur Ankündigung, dass das Finale einen Zweiteiler umfassen wird. Da war ich doch glatt zurückversetzt in die frühen 2010er, wo die ganzen Jugendbuchverfilmung am Ende unbedingt noch in zwei Filme gespalten werden mussten. Umso besorgter und innerlich eigentlich schon mit dem Franchise abgeschlossen, ging ich in Dead Reckoning. Und bekam einfach den zweitbesten Film der Reihe. Ich war absolut begeistert, da er sich wieder mehr auf die Ursprünge besann und statt einfach wieder Jedem eine Maske aufzusetzen, mehr auf ein gut geschriebenes Drehbuch achtete. Natürlich gab es auch hier wieder aufwendige Actionszenen, aber auch hier sind wir wieder mehr ins Klassische gerückt. Autoverfolgung durch enge Gassen? Check. Gesprengte Brücke und der Zug rast ohne Bremsen darauf zu? Oh Yes! Mit zwei Jahren Pause ging es nun endlich mit der Geschichte weiter. Am Anfang habe ich auch einige Zeit gebraucht, um wieder in die Handlung reinzukommen, da ich es natürlich vorher nicht geschafft hatte, noch einmal den ersten Teil zu schauen. Aber der Film hat vor allem eins: Zeit. Mit 170 Minuten ist er nochmal ein paar Minuten länger als der Vorgänger, der die Zeit jedoch besser zu nutzen wusste. Hier gibt es kaum noch Intrigen, hier sind die Fronten geklärt und der Wettlauf gegen die Zeit startet. Das führt dazu, dass zunächst erstmal einige Referenzen aus den vorherigen Filmen eingebaut wurden. Keine Angst, wer Teil 1-6 nicht gesehen hat, kann dem Film immer noch folgen, da die entsprechenden Szenen eingeblendet wurden, aber für die langjährigen Fans wurde hier stark versucht zum Abschied die Nostalgieschiene zu fahren. Leider teilweise zu gewollt, wodurch sich nachträglich noch Plotschwächen aus den vorherigen Abenteuern ergeben. Auch die Hauptactionszenen sind wieder schwächer als noch im 7. Film. Während da bewusst mit alten Motiven gespielt wurde und Tom Cruise sein Können zeigen konnte, aber eben doch mit einem gewissen Schmunzeln dabei, sollte es hier jetzt nicht einmal mehr Konkurrenz geben, wodurch wir minutenlang Tom Cruise bei einem unmöglichen Tauchgang beobachten. Versteht mich nicht falsch, es war alles wieder sehr spannend und ich habe mitgefiebert. Aber ich habe mich dabei einfach nicht so unterhalten gefühlt, wie im siebten Teil, den ich eben als sehr positiv empfunden habe. Und für einen finalen Abschiedsfilm hätte es dann weniger die Tom Cruise Soloshow sein dürfen, als vielmehr ein schöner Abschied mit allen liebgewonnenen Charakteren. Und vielleicht ein bisschen weniger die amerikanische Präsidentin ist die einzig vernünftige Person weit und breit. Insgesamt gesehen also ein solider Film der Reihe. Actionfans kommen auf jeden Fall auf ihre Kosten, ein bisschen wenig Lug und Trug, dafür ein wenig zu viel gewollte Nostalgie.
Das Fazit
Mission Impossible 8 – The final Reckoning nimmt sich zum Abschluss einiges vor, kommt aber nicht an die eigene Messlatte heran. Viel Action, wenig Handlung, aber leider fehlt auch der Witz, der den Vorgänger wieder so gut gemacht hat. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.
Mission Impossible 8 – The Final Reckoning läuft seit dem 15.05.2025 in den deutschen Kinos
Es ist Sommer – also zumindest noch. Dieses Jahr bin ich etwas spät dran, aber natürlich möchte ich euch auch dieses Jahr wieder meine Sommerlektüren vorstellen. Zwei Bücher habe ich mir dieses Jahr herausgesucht und stelle euch die heute vor – natürlich mit Sommerlektürenfaktor!
Unsere Frühstückspension am Meer
Die Handlung: Katharina ist Autorin. Doch nach der Trennung von ihrem langjährigen Partner steckt sie in einer Krise. Da fällt auch noch ihre Oma von einer Leiter und sie muss kurzfristig die Pension dieser auf Norderney führen. Und dann taucht auch noch der Musiker Phil auf und spielt sich in ihr Herz.
Meine Meinung: Eigentlich war alles da. Die tragische Geschichte, wieso unsere Protagonistin aus der Stadt fliehen will. Die glückliche Fügung, warum sie am Meer landet, diesmal Norderney, und dann natürlich auch direkt in einem der Betriebe eingespannt wird und so gleich neue Leute kennenlernt. Den Love Interest lernt sie direkt noch auf der Hinfahrt kennen und die Funken sprühen sofort. Dennoch kommt das Buch nicht wirklich in Fahrt. Zu sehr wird sich an Ritualen, wie kochen/backen und baden gehen bzw. ein Café besuchen, festgehalten. Achja spontan muss natürlich noch ein altes Familiengeheimnis aufgedeckt werden. Das alles auf sehr wenig Seiten, so dass die eigentliche Handlung dann sehr gepresst wirkt. Das große Rätsel, wer sie denn in der Pension sabotiert, wird mit einem kurzen Gespräch geklärt und verziehen. Die Oma, die eigentlich als super grummelig beschrieben wurde, sieht natürlich sofort jede Veränderung ein und stimmt allem zu. Na immerhin gab es noch ein wenig künstliches Drama bei der Liebesgeschichte. Kurzum: Die Charaktere hatten keinerlei Möglichkeit sich zu entwickeln, weil es zu viel war für zu wenig Seiten. Dabei war es eigentlich perfekt in seiner Leichtigkeit, seinem Setting und seinem Grundton.
Sommerlektürenfaktor: ***
Frühlingsgefühle im kleinen Bonbonladen am Meer
Die Handlung: Insa und Marla sind beste Freundinnen und beide frisch verlobt. Da lernen sie die Hochzeitsplaner Cleo kennen, die neu auf Sylt ist. Was für ein riesen Zufall, denken sich die beiden, und engagieren sie direkt für ihre Doppelhochzeit. Doch als Cleo auf Insas Verlobten trifft, kippt die Stimmung. Was hat sie zu verbergen?
Meine Meinung: Den ersten Band, wo wir Marla bei ihrem Umzug nach Sylt begleiten, habe ich im letzten Jahr gelesen und war zumindest überzeugt genug, um ein weiteres Mal im Zuckerhüs vorbeizuschauen. Aber ich glaube Sylt ist auch einfach nicht meine Insel, die ich mit diesen lockeren Sommerlektüren verbinde. Statt mit dem Fahrrad wird ständig mit dem Auto gefahren, tausend Orte müssen besucht werden, um die Insel zu repräsentieren und auch Insa mit ihrem Job, die Sommerhäuser der Reichen zu beaufsichtigen, hat mich eher abgeschreckt, weil diese Statussymbole für mich ein No-Go im beschaulichen Sommerroman sind. Leider konnte die Geschichte selbst auch nicht richtig überzeugen. Sie begann eigentlich zuckersüß, aber auch hier wird alles einfach sehr konstruiert, so dass es keine natürliche Entwicklung gab. Dieses Misstrauen, dass Insa ab einem gewissen Punkt gegen Cleo hat, ist überhaupt nicht logisch zu begründen und auch auf jede Frage dazu, kann sie nur sagen, dass sie es als Bauchgefühl hat? Zumal sich 70% des Buches allein darum drehen – und drehen wortwörtlich, denn die Geschichte dreht sich mehrfach im Kreis. Schade.
Sommerlektürenfaktor: **
Habt ihr eins der Bücher gelesen? Wie hat es euch gefallen?
Heutzutage können erfolgreiche Filme keine Einzelfilme mehr bleiben und erfolgreiche Filmreihen, keine Filmreihen. Aus ersterem werden die Filmreihen und aus diesen dann eben Franchises. So nun auch mit einer der erfolgreichsten Actionfilme der letzten Jahre: John Wick. Nachdem der Versuch einer Serie (The Continental) eher gescheitert ist, gab es nun also den ersten Ablegerfilm. Warum Ballerina aber erstaunlich gut funktioniert, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.
Die Handlung
Eve Macarro ist eine Ballerina der Ruska Roma, das heißt, dass sie nicht nur im Ballett, sondern auch als Auftragskillerin ausgebildet wurde. Als sie ihre Ausbildung beendet hat, wird eben jene Organisation auf sie aufmerksam, die einst ihren Vater ermordet haben. Entgegen der Direktorin nimmt sie die Verfolgung auf und bringt sich in eine aussichtslose Situation.
Meine Meinung
Um es gleich vorweg zu nehmen: Nein, für Ballerina wird kein Vorwissen benötigt. Es ist nützlich zu wissen, wer John Wick ist, aber darüber hinaus versteht man den Film komplett, auch ohne die John Wicks Filme gesehen zu haben. Was übrigens ganz gut ist, da ich John Wick 4 bis heute nicht gesehen habe. Während der erste Teil für mich ein rundum gelungener Film war, den ich gern auch wiederholt gesehen habe, war Teil Zwei dann eher eine Enttäuschung. Der dritte Teil hat dann wieder einiges richten können, war mir aber in seiner ganzen Erzählung einfach zu groß geworden. Daher habe ich auch den vierten ausgelassen. Nun kam der Trailer für Ballerina in die Kinos und ich war hin- und hergerissen. Denn er schmückt sich zwar mit dem Namen des neuen Franchises, aber konnte er auch darüber hinaus überzeugen. Und die Antwort ist diesmal eindeutig Ja. Er bedient sich beim Weltenbau an der Welt von John Wick, lässt auch bekannte Charaktere wieder auftauchen, aber darüber hinaus erzählt er eine eigenständige Geschichte. Die Handlung an sich ist dabei nicht unbedingt super innovativ. Es ist eine klassische Rachegeschichte, aber so begann der erste John Wick auch. Was wir aber direkt bekommen ist eine starke weibliche Protagonistin. Der gesagt wird, dass sie eben auch als Frau kämpfen soll, da ihr Männer stärketechnisch immer überlegen sein werden. Und dabei ist ausnahmsweise mal nicht gemeint, dass sie die verführerische Frau sein soll, sondern ihre Kampftechniken anpassen muss. Also wirklich mal eine vernünftige Aussage und damit genau das, was ich mir seit langem auf der Leinwand erhofft habe. Darüber hinaus haben wir wie aus dem Franchise bekannt gut choreographierte Kampfszenen, unterbrochen von Szenen, die die Handlung vorantreiben und auch wieder ein ganz bestimmter Humor, der zuvor bereits so gut funktioniert hat. Da gibt es halt Kampfszenen auf Eis oder zu bayerisch/österreichischer Schunkelmusik. Und es funktioniert in seiner Gesamtheit einfach. So könnte ich eine gewisse Zeit nach dem Film nicht mehr unbedingt sagen, wie sich die Handlung zusammensetze, aber ich könnte immer beschwören, dass ich bestens unterhalten war. Und ich möchte tatsächlich mehr sehen. Einen großen Teil dazu trägt auch Ana de Armas bei, die als titelgebende Ballerina eine starke Figur macht. Sie trägt den Film sehr sympathisch und kann auch das dürftige Rachekonstrukt gut rüberbringen. Eher fehl am Platz wirkt diesmal tatsächlich Keanu Reeves als John Wick. Gefühlt wird er nur hinzugezogen, um die Verbindung zum Franchise noch deutlicher zu machen – nicht, dass sie vorher zu übersehen war. Leider ist seine Rolle dann auch verhältnismäßig schlecht geschrieben, weswegen sein Handeln sehr unkoordiniert und mit einem ziemlichen Logikloch geschrieben ist. So kann Ballerina bis auf kleine Details auf ganzer Linie überzeugen und auch gut unterhalten. Ich bin gespannt, wie das Franchise weiter geführt wird.
Das Fazit
Ballerina überzeugt mit gut geschriebener Protagonistin und kann über eine typische Handlung mit viel Witz und Liebe zum Details hinwegtäuschen, so dass er gut unterhält und Lust auf mehr macht. Dafür gibt es 09 von 10 möglichen Punkten.
Ballerina läuft seit dem 05.06.2025 in den deutschen Kinos