Edens Soul

Ein Vorwort

Normalerweise versuche ich Reihen erst komplett zu lesen, um sie euch dann in einem gesammelten Beitrag zu präsentieren. Aber als ich das Angebot bekam, den zweiten Band der EdenS6 Reihe als Rezensionsexemplar vor Erscheinung zu lesen, konnte ich einfach nicht Nein sagen, habe ich doch schon Band Eins geliebt. Also gibt es heute ein Doppelpack, wobei das Hauptaugenmerk auf dem neuen Werk liegt. 

Edens Star

Das Buch EdensStar (blaues Cover mit Schmetterlingen) steht vor einem Bücherregal. Davor ist eine Illustration von den beiden Protas, sowie dem Hauptcharakter im Tanzmove. Daneben steht ein Lightstick

Die Handlung: EdenS6 bereiten sich gerade auf ihre Welttournee vor, als eine der Tänzerinnen ausfällt. Anna, die Deutschland verlassen hat, um in Korea Idol zu werden, wird als Ersatz engagiert. Dabei trifft sie auf Juhyun, besser bekannt als Idol Sky, und zwischen beiden stimmt direkt die Chemie. Doch Beziehungen sind im Idolbusiness verboten. 

Meine Meinung: Seit ein paar Jahren greife ich immer wieder gern zu einer K-Pop Romance und freue mich auf ausgearbeitete Bands und ihre Geschichten. Und dass Autorin Ari N. Kang sich hier viel Mühe gegeben hat, spürt man in jeder Pore. Schon allein die vorherigen Marketingsmaßnahmen mit Membervorstellungen haben eine Vorfreude verbreitet, die ich bei einer Buchreihe bisher selten erlebt habe. Allerdings blieb die Unsicherheit, ob die Reihe halten kann, was sie verspricht. Doch auch dies konnte schnell ausgeräumt werden, denn nur ein paar Kapitel mit Sky und Anna und ich war riesen Fan. Auch wenn ich Annas Hintergrundgeschichte etwas merkwürdig fand, war die Handlung rund um die Welttournee absolut toll und konnte mich mitreißen. Ich habe mit beiden mitgelitten, mitgefiebert und konnte es doch nicht fassen, was ihnen alles für Steine in den Weg gelegt wurden. Zeitgleich gab es aber auch genug Platz für die anderen Member, die ich alle auf ihre Art und Weise ins Herz geschlossen habe. 

Edens Soul

Das E-Book wurde mir von der Autorin als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Ich bedanke mich dafür und kennzeichne diesen Beitrag als Werbung.

Das Buch EdensSoul (grünes Cover mit Federn) steht vor einem Bücherregal. Davor ist eine Illustration vor Band im Weihnachtsoutfit, sowie dem Hauptcharakter am Laptop arbeitend. Daneben steht ein Lightstick.

Die Handlung

Yeongsu ist als Idol Spencer zusammen mit seiner Band EdenS6 erfolgreich. Doch seine eigentliche Identität muss er geheim halten, da sie seine Karriere gefährden könnte. Da sieht er seine Kindheitsfreundin Eunjo auf einem Konzert. Er sehnt sich nach ihr und ihrer Freundschaft, doch sie könnte alles auffliegen lassen. Allerdings erkennt Eunjo ihn gar nicht und wundert sich, wieso ausgerechnet Spencer von EdenS6 Interesse an ihr hat.

Meine Meinung

Schon seit Autorin Ari N. Kang vor Veröffentlichung von Band Eins die Member vorgestellt hatte, wusste ich, dass Spencer mein Bias ist. So habe ich mich sehr gefreut als herauskam, dass er der Protagonist von Band Zwei wird. Natürlich hatte ich eine Menge Ideen, warum es in seiner Geschichte gehen könnte, doch selbst nach dem Klappentext hätte ich nicht mit dem gerechnet, was die Autorin hier gezaubert hat.
Denn dies hätte genauso gut ein K-Drama sein können, hatte es doch alle wichtigen Elemente und Wendungen. Nachdem ich mich vom Schock des Auftaktkapitels erholt hatte, wollte ich einfach nur immer mehr erfahren. So lernen wir zunächst Spencer und seine Vergangenheit kennen. Hier will ich auch gar nicht zu viel zu sagen, um die Überraschung nicht vorwegzunehmen. Wir wechseln zu seiner Perspektive zum Abschlusskonzert der Welttournee. Hier trifft Eunjo zum ersten Mal nach all den Jahren wieder und hofft einfach nur, dass sie ihn nicht erkennt. Aber Doom hat da andere Pläne. Allein diese Dynamik zwischen den Membern ist so wunderbar authentisch und belebt die Geschichte. Wir switchen zu Eunjo, die in Spencer zunächst gar nicht ihren früheren Kindheitsfreund sieht, der sie jedoch zurückließ. Erst als die beiden sich näher kommen, erfährt sie davon. 
Wir haben hier also das typische K-Drama Thema Childhoodfriends to Lovers. Nur, dass es hier nicht erst in Folge 10 oder so aufkommt, sondern von Anfang an behandelt wird. Dann haben wir natürlich das Idol Thema, welches hier mit einem übergriffigen Sasaeng (Fans, die so obsessiv sind, dass sie jeden Anstand verlieren) auf die nächste Ebene gehoben wird. Wir bleiben in Seoul und sind nicht mehr auf Tour. Mit eunjo als Protagonistin haben wir aber auch das Thema des Schönheitswahns in Korea inklusive dem Abwerten von Körper, die nicht der Norm entsprechen. 
Insgesamt war Edens Soul einfach wieder ein Erlebnis. Ein paar kleinere Stolperer gerade am Ende, da war mir die Versöhnung zwischen einzelnen Charakteren etwas schnell, doch wirkliche Kritikpunkte habe ich nicht. Ich liebe die Charaktere, den Schreibstil und will jetzt einfach nur wissen, wer der Protagonist für den nächsten Band ist. Ich hoffe ja auf Haru, meinen Bias Wrecker …

Das Fazit

Mit den ersten beiden Bänden der EdenS6 Reihe Edens Star und Edens Soul kombiniert Autorin Ari N. Kang geschickt Romance mit K-Pop und hebt sich dabei vor allem durch ausführliches Charakterdesign von der Masse ab. Aber auch die Tropes und behandelten Themen sind erfrischend und machen Lust auf mehr. 

Edens Soul ist seit dem 30.11.2025 als E-Book erhältlich

 

 

Das Leben der Wünsche

Ein Vorwort

Matthias Schweighöfer ist eigentlich ein Schauspieler, dessen Filme ich meide, da die meist für deutsche Liebeskomödien stehen, die ich nicht wirklich lustig finden. Warum ich dachte, dass ein ruhigeres Drama mit philosophischem Einschlag dann besser wäre, weiß ich leider auch nicht. Warum ihr von Das Leben der Wünsche besser die Finger lassen solltet, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Den Filmtitel als Fanart auf einer Filmklappe liegend

Die Handlung

Felix Niemann ist unglücklich in seinem Leben. Seine Ehe steht auf der Kippe, da seine Frau sich lieber ihrer Forschung und ihrem Forschungspartner zu wenden. Seine Kinder entfremden sich immer weiter von ihm und auch auf der Arbeit wird er nicht gesehen und ist austauschbar. Doch eines Abends findet er einen seltsamen Laden, der ihm drei Wünsche erfüllen will. 

Meine Meinung

Pass auf, was du dir wünschst, denn es könnte wahr werden. Diesen Grundsatz aus der Psychologie wurde schon seit Goethe immer wieder umgesetzt. Und wie Faust und Mephisto sind es hier Matthias Schweighöfer und Henry Hübchen, die eine Wunscherfüllungssituation haben, die natürlich schief läuft. Denn die Handlung ist so vorhersehbar, wie es bereits klingt. Schon unzählige Male gesehen/gelesen und in der Regel wesentlich besser umgesetzt.
Aber fangen wir am Anfang an. Zunächst lernen wir Felix kennen, der super unglücklich in seinem Leben ist. Seine Frau hat sich schon voll von ihm abgewandt, während er verzweifelt versucht ein Familienleben aufrecht zu halten. Sie lässt ihn allerdings auch nicht in der Erziehung mitreden und beschließt ihn zu verlassen. Auch in seinem Job wird er ständig übersehen und als er sich einbringen will, verliert er prompt diesen. Er führt also das typische Leben eines unglücklichen Mannes, der sich einfach nur Aufmerksamkeit und Anerkennung wünscht. Kurz darauf sind wir auch schon im Wünscheladen und ab da beginnt die Handlung noch vorhersehbarer zu werden. Denn natürlich funktionieren die ersten keinen Wünsche wunderbar, aber da wirklich alles wahr wird, passieren Menschen in seinem Umfeld immer wieder Unfälle. 
Denn natürlich sind nicht automatisch alle Probleme gelöst, nur weil er sich Dinge wünscht. Klar, sein Haar wird immer voller und ihm wird im Job endlich zugehört, aber damit gehen die nächsten Probleme einher und er schafft es nicht über alles den Überblick zu behalten und verrennt sich immer mehr. Blöderweise kann er keinen Wunsch zurücknehmen. 
Wäre es nur die vorhersehbare Handlung, könnte man sich den Film ja noch geben. Aber leider kränkelt er an jeder möglichen Stelle. Schon Matthias Schweighöfer kann einfach keinen Film mit Tiefgang tragen und sieht daher wie gewohnt verwirrt durch die Gegend. Immer, wenn es an ihm wäre, dem Film etwas besonderes zu geben, scheitert er auf ganzer Linie und zeigt wieder, dass er bei seinen belanglosen Komödien bleiben sollte. Aber auch der übrige Cast gibt sich nicht wirklich Mühe und scheint durchweg Gelangweilt zu sein. 
Und während der Film versucht die Ehefrau als die Böse hinzustellen, da sie ihn ja verlassen will und für ihr Forschungsprojekt die Familie zurücklassen will, sieht man doch deutlich, dass er sich bisher als Ehemann und Vater nicht wirklich eingebracht hat. Irgendwann ist halt einfach zu spät. Auch seine neue Flamme – ganz nach dem Motto „was du kannst, kann ich schon lange“ – schenkt er nur Aufmerksamkeit, wenn seine Frau ihn abweist. Hier wird so sehr versucht Felix Niemann als das Opfer darzustellen, dass es so plump ist und direkt auffällt, dass es nicht funktioniert. 
Gleichzeitig wird die Karrierefrau natürlich auch als die Verrückte dargestellt, die über Leichen gehen würde. Zwar bekommt sie noch ein paar Zeilen Text, in der sie darauf hinweist, dass sie allein wegen ihres Geschlechts schon Nachteile in der Arbeitswelt hat, doch da wird direkt drüber hinweggegangen und sie muss natürlich ordentlich ausrasten, weil sie nicht ihren Willen bekommt. Daran ist so viel falsch, dass ich gar nicht weiß, wo ich anfangen soll. 
Dann wird noch der Brocken eingeworfen, dass die Kundschaft natürlich am besten durch Angst geködert werden kann. Die zustimmende Chefetage steht hier auch nur symbolisch für alles, was falsch läuft in der Gesellschaft. Doch anstatt hier irgendwie mal drauf einzugehen und etwas draus zu machen, geht es wieder nur um Felix und seine Probleme. Der arme alte weiße Mann, der ja keine Chancen im Leben hat. 
Am Ende scheint man dann gemerkt zu haben, dass der Film ja auch noch einen philosophischen Ansatz benötigt und wirft den schnell noch durch eine Nahtoderfahrung ein. Zu spät, zu wenig und auch das ist so gewollt künstlerisch, dass es einfach nicht funktioniert. Kurzum lasst einfach die Finger von dem Film und sucht euch eine andere Faust Interpretation. Es gibt zu dem Thema genug Material da draußen. 

Das Fazit

Das Leben der Wünsche ist ein Fehlschlag auf ganzer Linie. Er ist vorhersehbar, kratzt thematisch überall an der Oberfläche herum, benennt aber nichts richtig und stigmatisiert die Frauen zu dem Böse, das dem armen alten weißen Mann nur schaden will. Und wer auch immer sich gedacht hat, dass Matthias Schweighöfer in Dramen spielen könnte, sollte seine Berufswahl überdenken. Dafür gibt es 03 von 10 möglichen Punkten.

Das Leben der Wünsche läuft seit dem 13.11.2025 in den deutschen Kinos

 

All das Ungesagte zwischen uns

Ein Vorwort

Bereits 2020 erschien Colleen Hoovers Buchvorlage. Und nach dem anhaltenden Erfolg ihrer Bücher, die mal mehr mal weniger gerechtfertigt auch in der Kritik stehen, ist nun die Zeit der Verfilmung gekommen. Die Zweite befasst sich direkt mit einem Buch, das auch für den Wandel Hoovers von den Teenieromanzen auch zu „erwachseneren“ Themen steht, und das ich noch durchaus okay fand, aber auch die Phase einläutete, in der ich nicht mehr jedes Buch von ihr verschlungen habe. Warum sich die Verfilmung aber durchaus sehen lässt, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Den Filmtitel als Fanart auf einer Filmklappe

Die Handlung

Morgan hat sich ihr Leben wohl anders vorgestellt, als mit 17 schwanger zu werden. Doch auch jetzt mit Anfang 30 ist Clara das Beste, was ihr passieren konnte. Natürlich ist Erziehung nicht immer leicht. Bis ein Unfall ihr Leben komplett auf den Kopf stellt.

Meine Meinung

Im letzten Jahr erschien mit Nur noch ein einziges Mal direkt die Verfilmung meines liebsten Buches von Colleen Hoover, aber auch das mit der schwersten Thematik. Und während die Situation am Set noch immer für Schlagzeilen sorgt, ging bereits der nächste Film ins Marketing. Und während im nächsten Jahr dann Verity ansteht, mit dem ich der Autorin dann angefangen habe den Rücken zu kehren, weil mich der Genrewechsel leider enttäuscht hatte, tauchte plötzlich All das Ungesagte zwischen uns auf und brachte einen überraschend überzeugenden Trailer.
Denn das Buch hatte ich als vollkommen okay in Erinnerung, es löste bei mir aber bei weitem keine Begeisterungsstürme aus. Das lag vor allem daran, dass die Geschichte für mich nicht so eindeutig war, was es aussagen wollte. Es war irgendwie eine Mutter-Tochter-Geschichte, hatte aber auch die typische Hoover klebrige zuckersüße Liebesgeschichte mit drin. Während ihre Bücher sonst so vollgestopft mit Themen waren, die eigentlich eine sehr großen Triggerwarnung benötigt hätten, ging es hier um einen Unfall mit Todesfolge und die Trauerbewältigung. Also vergleichsweise „harmlos“. Damit dürfte man auch nach der großen Kritik an der weichgespülten Darstellung der häuslichen Gewalt in Nur noch ein einziges Mal erstmal sichere Gewässer getestet worden sein.
So reisen wir zunächst in die Vergangenheit und treffen auf die Schwestern Morgan und Jenny, die mit ihren jeweiligen Freunden Chris und Jonah, unterwegs zu einer Party sind. Hier entspinnt sich schon eine gewisse Dynamik, die meine Begleitung dazu veranlasste, voller Vorfreude zu verkünden, dass sie schon wisse, worauf der Film hinauslaufe. Als dann jedoch die Einblendung 17 Jahre später kam, entfloh nicht nur ihr ein überraschter Aufschrei. Wir haben noch immer die gleichen Paare, aber die Dynamik hat sich geändert hat. Und mit Clara, der Tochter von Morgan und Chris, haben wir noch eine zusätzliche Komponente. Die lernt ganz frisch Miller kennen, der jedoch bereits eine Freundin hat. 
Mit dem kurz darauf eintretenden Unfall beginnt das eigentliche Drama. Wir haben also das Thema Trauerbewältigung und wie Tochter und Mutter damit umgehen, aber auch Geheimnisse, die gelüftet werden und eine Geschichte aus der Vergangenheit, die wieder aktuell wird. Aber wir haben eben auch die typische lockerleichte Liebesgeschichte, die Hoover so leicht aus der Feder zu kommen scheint. Das lockert die Stimmung im Film immer wieder auf.
Und auch, wenn ich die Geschichte bereits kannte und sich der Film stark an die Vorlage hält und damit alle überraschenden Wendungen schon kannte, waren es gerade die Darstellenden, die dem Film Leben einhauchen. Die einen die Gefühle der Charaktere selbst spüren lassen. Dabei war es gerade Dave Franco, bei dem ich im Vorfeld starke Zweifel hatte, da ich ihn nicht in der Rolle gesehen hatte. Aber er beweist, dass er auch der Dramarolle gewachsen ist und haucht dem Jonah Leben ein. 

Das Fazit

All das Ungesagte zwischen uns ist eine grundsolide Buchverfilmung, die den Wörtern Leben einhaucht und sie gekonnt auf der Leinwand inszeniert. Aber eben auch nicht mehr. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.

All das Ungesagte zwischen uns läuft seit dem 23.10.2025 in den deutschen Kinos

Kröten/Hexen sind Chefsache

Ein Vorwort

Manchmal sieht man ein Buchcover und weiß einfach, dass man es lesen muss. So ging es mir bei der Chefsachen-Reihe von Madleine Puljic. Und nachdem ich mich auf der letztjährigen Buch Berlin kurz mit der Autorin über den ersten Band unterhielt, konnte ich nicht anders, außer zuzuschlagen. Auf der LBM dieses Jahr durfte dann auch noch der zweite Band mit, denn das Ende des ersten Bands konnte ich so nicht akzeptieren. Warum ich diese Reihe absolut weiterempfehle, verrate ich euch in meinem heutigen Beitrag.

Kröten sind Chefsache

Die Handlung: Miriam hat ganz neu in einer PR-Agentur als Grafikerin angefangen. Und neben den allgemeinen Anfangsproblemen hat sie auch noch ein Geheimnis. Denn sie ist eine Hexe. Und nach einer Menge Überstunden platzt ihr der Kragen. Doch ein harmloser Ausspruch wird zu einem Fluch und plötzlich ist ihr Chef eine Kröte. Zusammen versuchen sie nun den Fluch zu brechen. 

Meine Meinung: Wie sympathisch kann eine Protagonistin sein? Miriam ist auf jeden Fall eine Anwärterin für die liebenswerteste Hexe aus Büchern. Ihre Art sich selbst zu hinterfragen und irgendwie durchs Leben zu stolpern, war einfach nur goldig. Aber fangen wir am Anfang an. Miriam ist relativ frisch in der Menschenwelt angekommen. Was das alles für sie bedeutet, warum sie die Entscheidung getroffen hat und wie sie sich von der Hexenwelt unterscheidet, erfahren wir nach und nach, so dass die Handlung an sich im Vordergrund steht, wir aber immer genug Informationen zum Weltenbau bekommen, so dass alles logsich erklärt bleibt. Es dauert auch nicht lange, bis der alles verändernde Fluch kommt und sie ihren Chef ausversehen in eine Kröte verwandelt hat. Ab hier wird die Geschichte extrem witzig, denn die Katastrophe wird auf eine zwar relativ vorhersehbare, aber dennoch sehr gute Art versucht zu lösen. Doch so weit weiter Teile des Romanceanteils doch vorhersehbar waren, so ist es das große Finale und das Ende keinesfalls. Hier gab es noch allerlei Überraschungen und ich konnte – auch durch den sehr flüssigen Schreibstil der Autorin – das Buch kaum weglegen. Und auch, wenn der erste Band in sich erst einmal geschlossen war, konnte ich es bei dem Ende nicht auf sich beruhen lassen und brauchte dringend den nächsten Teil.

Hexen ist Chefsache

Die Handlung: Miriam ist wieder eine Hexe und hat sich aus Sicherheit von Josh getrennt, damit er nicht mehr in ihr Hexenchaos mit reingezogen wird. Doch trotz ihrer Kündigung arbeiten sie weiter zusammen und er unterstützt sie bei ihrem Gerichtsprozess. Kann das gut gehen? 

Meine Meinung: Es dauerte nur wenige Seiten, dann war ich auch im zweiten Band voll angekommen und bereit für ein neues Abenteuer voller Chaos. Denn die Charaktere bleiben sich hier treu, auch wenn sie mehr über sich lernen und über sich hinauswachsen. Aber die Entwicklung dahin ist gut erklärt und zeigt deutlich, wie wichtig Selbstvertrauen ist und wie es helfen kann, die richtigen Leute an seiner Seite zu haben. Dadurch ist der Humoraspekt etwas zurückgedreht, auch, wenn ich hier noch regelmäßig sehr schmunzeln musste. Aber gerade im großen Endkampf wird es doch sehr ernst, was aber auch gut zum Ton des Buches passte. Einige Dinge, die im ersten Teil unbeantwortet blieben, finden hier eine logische Antwort und somit auch alles ein wunderbar rundes Ende. So bleibt mir am Ende nur zu sagen, dass ich sehr gespannt auf weitere Bücher der Autorin bin und die Chefsachen-Reihe nur wärmstens empfehlen kann.

Habt ihr schon ein Buch der Autorin gelesen? Und was war euer letzter Coverkauf?

My next breath

Ein Vorwort

Spätestens seit seiner Rolle als Hawkeye im Marvel Cinematic Universe zählt Jeremy Renner zu meinen liebsten Schauspielern. Aufgeregt habe ich seine Karriere verfolgt und wurde immer wieder begeistert. Doch dann kam zu Beginn des Jahres 2023 die Nachricht über seinen Unfall. Daraufhin habe ich seine Genesung über seine Social Media Accounts verfolgt. Die ganze Geschichte nun noch einmal vom ihm selbst erzählt zu bekommen, hatte mich wahnsinnig interessiert und so war das Buch ein Muss.

Das Buch wurde mir vom Bloggerportal  als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Ich bedanke mich dafür und kennzeichne diesen Beitrag als Werbung.

Das Cover von Jeremy Renners My Next Breath vor einem Bücherregal mit einem kleinen Plüsh-Hawkeye daneben

Die Handlung

Hollywood-Star Jeremy Renner dachte sich nichts weiter dabei, als er über Silvester 2022/2023 in sein Haus in Reno reiste. Zusammen mit seiner erweiterten Familie wollte er ein paar entspannte Tage verbringen. Nachdem sich der Schneesturm legte, beschloss er, die Straße so weit frei zu räumen, dass alle zum Ski fahren könnten. Dabei gerät sein Neffe in Gefahr und bei der Rettungsmission wird er selbst von seiner Pistenraupe überfahren. Sein Überlebenskampf und der Kampf zurück ins Leben, beschreibt er in seiner Autobiographie.

Meine Meinung

Jeder, der schonmal versucht hat ein Buch zu schreiben – oder dies gar beendet hat – weiß, wie schwer es ist. Daher hatte ich vor Beginn des Buches doch ein paar Bedenken, ob es funktionieren würde, immerhin ist Schauspieler nicht unbedingt gleichbedeutend mit Wortkünstler. Jeremy Renner hatte hierzu immerhin schonmal die nötige Selbstreflexion und schreibt dies selbst am Anfang. Zeitgleich hat er die Ereignisse aus nächster Nähe miterlebt und kann daher auch die kleinsten Details beschreiben.
Meine Befürchtungen waren auch schnell hinfällig, denn das Buch liest sich sehr flüssig und ist gut strukturiert worden. Es behandelt drei große Abschnitte. Einmal die Ereignisse kurz vor und kurz nach dem Unfall. Sein 45-minütiger Kampf auf dem Eis, wo er um jeden weiteren Atemzug rann, was auch den Titel inspirierte. Einiges davon hat er sich zutragen lassen mit vielen Gesprächen mit den Menschen, die da waren und ihm direkt halfen. 
Im nächsten Abschnitt geht es um die Erstversorgung im Krankenhaus und der weitere Heilungsweg. Während er in dieser Zeit immer wieder Dinge auf Social Media gepostet hatte, die sich immer positiv anhörten, ist hier deutlich rauszulesen, was für ein Kampf das alles war und wie viel mentale Stärke auch dazugehörte. Schließlich endet das Buch mit dem dritten Abschnitt, wo der weitere Heilungsweg und die Zukunftsaussichten mit reingeflossen sind. 
Das Meiste ist nicht für schwache Nerven. Was Jeremy Renner durchmachte, wünscht man absolut niemandem. Daher war es spannend, wie teilweise Erfahrungen aus der Kindheit geholfen haben, ihm das Leben zu retten, weil er einfach wichtige Lektionen gelernt hatte, auf die er zurückgreifen konnte. So war das Buch durchgehend spannend, auch wenn der Ausgang der Geschichte bekannt ist, aber auch inspirierend. Zwischenzeitlich waren zwar auch ein paar Überlegungen dabei, die ich so nicht teilen würde, aber dabei war er stets refklektierend. So bezeichnete er sich selbst als schlimmsten Patienten aller Zeiten und das mag so vielleicht nicht ganz stimmen, aber sein Ärzteteam und seine Familie brauchten auf jeden Fall starke Nerven.
Generell empfehle ich das Buch nicht nur Fans wie mir, sondern auch allen, die sich für Genesungsgeschichten interessieren, oder die es spannend finden, was für ein Gedankenprozess bei so einer Heilung entsteht. 

Das Fazit

My next breath ist eine stark geschriebene Autobiographie, die mitreißt, einen mitleiden lässt, viele Gedankenansätze hat und doch stets reflektierend auf das eigene Verhalten blickt. Eindeutig eine Leseempfehlung.

Finde mich, Oliver

Ein Vorwort

Bleib bei mir, Sam war eins meiner Favoriten im Jahr 2023 und ich war mir sicher: Das ist ein Einzelband. 2024 hat Autor Dustin Thao dann Ich warte auf dich, Haru nachgeschoben, der vom Stil her ähnlich war, aber eine komplett andere Geschichte erzählte. Nun wurde es Zeit für Finde mich, Oliver, das tatsächlich ein Sequel zu Bleib bei mir, Sam ist und die Geschichte eines daraus bekannten Charakters aufgreift.

Das Buch wurde mir vom Bloggerportal  als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Ich bedanke mich dafür und kennzeichne diesen Beitrag als Werbung.

Das Buchcover platziert auf den zwei Vorbänden vor einem gefüllten Bücherregal.

Die Vorgänger

Bleib bei mir, Sam: Julie und Sam haben klare Pläne, was sie nach ihrem Abschluss machen wollen. Zusammen an die Uni und der Kleinstadt entfliehen. Doch dann stirbt Sam und lässt Julie zurück. Diese kann sich auf nichts mehr konzentrieren und versucht ihre Trauer zu verarbeiten. Dabei wählt sie Sams alte Handynummer, um seine Stimme nochmal zu hören. Doch statt der Mailbox geht Sam ran. – Sehr starker Anfang, guter Mittelteil, gegen Ende wurde es etwas langatmiger. Vielleicht waren meine Vorstellungen vom Buch auch nur etwas anders. Dennoch starker Umgang mit dem Thema Trauerbewältigung.

Ich warte auf dich, Haru: Eric versinkt gern in Tagträumen. Nach einem Verlust, der ihn den Boden unter den Füßen wegreißt, denkt er immer wieder an Haru, einem jungen Mann, den er vor Jahren in Tokyo über den Weg gelaufen ist. Bis dieser wirklich vor ihm steht. Nur, kann ihn kein anderer sehen. – Nach Bleib bei mir Sam, wieder eine sehr traurige Geschichte, die so viel unterschwellig sagt. Haltet die Taschentücher bereit!

Die Handlung

Oliver ist nach dem Tod seines besten Freundes Sam noch nicht wieder ganz in der Spur. Als dann auch noch seine beste Freundin für ein Auslandssemester wegzieht, fehlt ihm jeglicher Anker. Daher schreibt er weiter Nachrichten an Sam, bis er eines Abends aus Versehen auf den Anrufbutton kommt. Und jemand, der nicht Sam ist, geht ran. Ben wird nicht lange ein Fremder bleiben, dennoch ist etwas merkwürdig an ihren Treffen.

Meine Meinung

Immer wenn ein neues Buch von Dustin Thao erscheint, bin ich sofort begeistert und kann es kaum erwarten, es zu lesen. Nur, um dann wieder festzustellen, dass es sich hierbei niemals um Feelgood Bücher handelt. Nachdem wir zweimal die aktive Trauerbewältigung hatten, hoffte ich, dass diesmal niemand tot ist. Und so viel sei vorab gesagt: Beide Beteiligte leben diesmal. Dennoch war es natürlich nur eine Frage der Zeit, bis der Haken an der Sache kommt.
In die Geschichte bin ich gut reingekommen, auch wenn zwei Jahre zwischen Band Eins mit Sam und Julie lagen. Ich konnte mich dennoch grob an Oliver erinnerung und auch bei den beiden ist einige Zeit vergangen, so dass ich ziemlich schnell wieder im Bilde war und mit den wichtigsten Infos versorgt wurde. Die Ziellosigkeit Olivers konnte ich gut nachvollziehen und so haben wir hier weniger einen Roman über Trauerbewältigung als einen über das Finden des eigenen Platzes in der Welt. Als Ben dann auftaucht und sich die beiden näher kommen, wusste ich, dass es einen Haken geben musste. Das ging zu glatt für Dustin Thao. 
Den Plottwist habe ich zwar schon früh vorhergesehen, aber er wurde erst spät final aufgeklärt. Das war auch vollkommen okay, weil ich so meine Vermutung immer wieder hinterfragen konnte und mich Oliver und Ben weiter gerätselt habe. Auch hier dreht sich die Geschichte im Mittelteil leider wieder sehr im Kreis, was mir hier jedoch weniger aufgestoßen ist, als noch in den vorherigen Teilen. 
Auch bei Finde mich, Oliver schafft Thao es wieder das Finden zu sich selbst und das aus sich Herauskommen, um die eigenen Probleme anzugehen, sehr einfühlsam zu beschreiben, so dass sich das Buch trotz der erneut niederdrückenden Thematik wie eine warme Umarmung anfühlt. 

Das Fazit

Finde mich, Oliver greift gut bekannte Charaktere auf, schafft aber eine ganz eigene und neue Geschichte, die tiefgründig ist und dennoch spannend genug, um das Buch kaum aus der Hand legen zu können. Für alle Dustin Thao Fans ein Muss.

Hexenbrut & Jägerblut

Ein Vorwort

Mit dem Hexenjahr hatte ich mich bisher kaum auseinander gesetzt. Als ich das Angebot bekam ein Buch über eben jenes in Form von Episoden über eine Hexe und einen Dämonenjäger zu lesen, war ich sofort dabei. Warum ich dies aber nicht unbedingt weiterempfehlen würde, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Das Buch wurde mir von der Autorin als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Ich bedanke mich dafür und kennzeichne diesen Beitrag als Werbung. 

Das Buch mit Zeichnung der Charaktere und Scheibe mit Hexenjahr als Untersetzer. Daneben steht ein kleines Glas mit Kräutern.

Die Handlung

Samina wollte an Samhain nur das Portal zur Dämonenwelt beschützen, da trifft sie auf den attraktiven Dämonenjäger Kuro. Über das Hexenjahr verteilt, treffen sie immer wieder aufeinander und bestehen zusammen so manches Abenteuer.

Meine Meinung

Hexen sind auf dem Buchmarkt allgegenwärtig und gerade zur spooky Season rund um Halloween auch nochmal besonders beliebt. Dass Dämonenjäger sexy sind, wissen wir seit Buffy und Supernatural. Beides in Kombi? Warum nicht. Das Ganze gespickt mit Infos rund um das Hexenjahr von Samhain bis Mabon? Ich war direkt dabei.
Autorin Kerstin G. Rush hat sich auf jeden Fall hingesetzt und sich mit den Feiertagen auseinander gesetzt. Dass hier keltische und germanische Feiertage bunt durchmischt wurden, kann man vielleicht noch unter Berufung auf die unklare Definition der Wicca entschuldigen, zumal der Handlungsort nicht klar benannt ist. Jemand, der nicht tiefer im Thema steckt, dürfte sich hieran zumindest nicht stören.
Wesentlich störender hingegen fand ich den Erzählstil, der leider sehr kurz geraten ist. Natürlich ist mir bewusst, dass es sich hier um einen Episodenroman handelt, der bewusst nicht ausufernd erzählt ist. Allerdings wurden hier oft einfach nur Dinge erzählt, anstatt sie mir zu zeigen. Mir wurde gesagt, wie Charaktere sich fühlen, statt mir zu zeigen, dass sie Emotionen haben. Dadurch habe ich mich durchgehend außen vor gefühlt und konnte nicht richtig mit den Figuren mitfiebern. Sie waren verletzt? Interessierte mich nicht, weil gerade die entscheidenden Kampfszenen schnell abgehandelt waren. 
So war der Aufbau der Episoden meist länger als der Ausgang. Es war meist ein sehr plötzliches Ende, nach dem Motto „Wir kamen, sahen, siegten, nächste Episode“. Hier alles einfach ein bisschen mehr auszubauen, hätte der Dicke des Buches vermutlich nicht geschadet, mir die Episoden aber etwas näher gebracht. 
Bei den Geschichten der einzelnen Episoden bin ich sehr zwiegespalten. Die meisten fand ich von der Idee her wirklich interessant, aber die Ausarbeitung doch eher nichtssagend. Nehmen wir als Beispiel die erste Episode Samhain. Wir lernen unsere Hexe und unseren Jäger kennen und sie treffen an einem Portal aufeinander. Es wird nur gesagt, dass es Saminas Aufgabe ist, einmal im Jahr das Portal zu verschließen. Aus keinem besonderen Grund ist sie hier zu spät dran und muss fortan gegen einen Dämon kämpfen. Wenn sie nur einmal im Jahr so eine wichtige Aufgabe hat, warum ist sie zu spät dran? Sie trifft auf Kuro, sie sprechen kurz ihr Misstrauen aus und kämpfen dann sofort zusammen gegen den Dämon? Der ist dann auch superschnell besiegt und fertig. Grundidee mit dem Portal interessant, Umsetzung eher meh, weil mir auch nichts weiter über Samhain, das Portal, den entkommenden Dämon oder sonst etwas mitgeteilt wird. 
Wie gesagt, vieles mag am Erzählstil liegen, mir fehlte aber auch in den Geschichten eine gewisse Tiefe. Mitunter gibt es auch problematische Stellen, wenn beispielsweise der komplette Kontinent Asien über einen Kamm geschert wird, was Alkoholverträglichkeit angeht, wenn lediglich ein kleiner Teil der dort ansässigen Bevölkerung gemeint ist und es selbst dann etwas sehr individuelles ist. Und das strukturelle Rassismusproblem wird in nur einem Kapitel gelöst, in dem eine Schuldige gefunden wurde, die Reformen blockiert? Netter Gedanke, aber doch sehr utopisch und hönisch.
Zusammenfassend ist zu sagen, dass es nicht mein Buch war. Wer wirklich auf der Suche ist, nach einem Buch, für Zwischendurch, mit kleinen Episoden, die alle für sich sehr einfach gehalten sind und auch keine Tiefe bei den Charakteren braucht, hat hier vielleicht die richtige Lektüre für eine Zugfahrt oder ein entspanntes Herbstwochenende. Wer jedoch von allem etwas mehr braucht, sollte dann doch zu einem anderen Buch greifen.

Das Fazit

Hexenbrut & Jägerblut ist von der Grundidee sehr interessant, konnte in der Umsetzung leider nicht überzeugen. Zu kurz, zu schnell, zu einfacher Schreibstil. Ich bin bis zum Ende nicht in die Geschichte reingekommen, weil mir zu wenig Emotionen dabei waren. Schade, denn das Potential war da.

The long walk

Ein Vorwort

Dass Stephen King ein fantastischer Geschichtenschreiber ist, der neben dem reinen Horrorgenre auch viele Unterkategorien bedienen kann, beweist wohl seine lange Liste von erfolgreichen Büchern. Sein Todesmarsch, den er unter seinem Pseudonym Richard Bachmann veröffentlichte, war mir bisher unbekannt. Und ein Film, bei dem es rein darum geht, dass Jugendliche bis zum Tod marschieren? Aber King schafft es in der Regel auch daraus Geschichten zu bauen. Warum der Film absolut sehenswert ist, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Der Filmtitel als Fanart mit Kinoticket arrangiert auf einer Filmklappe

Die Handlung

50 junge Männer treten in einer dystopischen Version der USA zum Todesmarsch an. Die Regeln sind einfach. Sie müssen immer weiter laufen, dürfen dabei eine bestimmte Geschwindigkeit nicht unterschreiten und wer sich nicht daran hält, wird erschossen. Das geht so lange, bis nur noch ein Läufer übrig bleibt. Ray Garraty und Peter deVries freunden sich direkt an und lernen unterwegs ihre Kameraden näher kennen.

Meine Meinung

Wenn die Meisten an Stephen King Geschichten denken, fällt ihnen der Horroraspekt, das Übernatürliche, das Schmerzhafte ein. Der Clown Pennywise aus Es, die wiederbelebte Katze aus Friedhof der Kuscheltiere, das rachsüchtige Auto Christine. Dabei sind es gerade die Geschichten dazwischen, die seine Bücher so besonders machen. Die Geschichte der Gruppe Ausgestoßener, die versuchen gegen die stärkeren Rowdies anzukommen in Es, der Vater, der nur seine Kinder glücklich machen will in Friedhof der Kuscheltiere, der Junge, der endlich mehr sein will als die Pickel in seinem Gesicht in Christine. 
So ist es auch bei der Todesmarsch. Der Grundbaustein des Marsches, bis nur noch einer lebt, scheint so simpel, doch regte in mir auch Zweifel, ob es den gesamten Film tragen könnte. Schon hier lag ich falsch, denn die durchgehend spürbare Anspannung und die ständige Präsenz des möglichen Todes, wenn man die Schmerzen und Widrigkeiten des Marsches nicht in den Griff bekommt, zerrt an den eigenen Nerven und lässt einen hinter jedem Kameraschwenk die nächste Katastrophe vermuten. Das düstere Gesamtbild der postapokylptischen USA, das absolut heruntergekommen ist und die wenigen Bewohner am Rand des Geschehens, die alle so aussehen, als ob der Hungertod nicht mehr weit entfernt wäre, stärken die Beklemmung. 
Doch dabei ist es das Miteinander der Jungs und gerade unseren vier Hauptakteuren. Wie sie wissen, dass es eigentlich nicht hilfreich ist, sich anzufreunden, da sowieso nur einer Überleben kann. Und doch helfen sie sich, feuern sich an, ziehen sich weiter, wenn einer am Ende seiner Kräfte ist. Sehr zum Unmut anderer, die darin einen unfairen Vorteil sehen. Hier zeigt sich wieder, wie spielerisch King Geschichten erzählt. Gar nicht die große Handlung, sondern die kleinen. Die Träume der Einzelnen und wie diese immer weiter schrumpfen. Die Gründe, warum sich alle dafür freiwillig gemeldet haben und wie nichtig alles wirkt, bei jeder weiteren Meile, die sie irgendwie durchhalten. Die Verluste, die sie miterleben. 
All das ist inszenatorisch so gut eingefangen, dass es sich anfühlt als wäre man mit dabei. Als würde man sich die Füße wund laufen, während man eigentlich gemütlich im Kinosessel sitzt. Erfahrung konnte Regisseur Francis Lawrence bereits ausführlich in den Verfilmungen der Tribute von Panem sammeln, auch wenn er hier noch einmal näher an den Charakteren bleibt. Auch die schauspielerischen Leistungen der Jungs sind so on point, das man ihnen die Qualen des Marsches komplett abkauft. 

Das Fazit

The long walk macht die Geschichte Stephen Kings auf der Kinoleinwand so lebendig, das einem schon vom Zusehen die Füße wehtun. Der Film geht unter die Haut und die Geschichte der Freundschaft bleibt im Kopf. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.

The long Walk läuft seit dem 

Doppeltreffer

Ein Vorwort

Sports Romance hat seit einiger Zeit ein neues Hoch, auch wenn es gefühlt nie weg war. Doch während wir viel Schulsport oder Profisport haben, wie wäre es dann mal mit dem Hochschulsport – auch wenn dieser teilweise Richtung Profisport gehen könnte, aber eben ohne teure Sportakademie? Das Ganze in einer Sapphic Romance bekommen wir in Doppeltreffer. Wie mir das Buch gefallen hat, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Das Buch wurde mir vorab von der Schriftstellenden als Rezensionsexemplar in E-Book Form zur Verfügung gestellt. Ich bedanke mich dafür und kennzeichne diesen Beitrag als Werbung. 

Das Buch auf einem Tisch vor einem Bücherregal

Die Handlung

Kate kann nach vielen Hürden endlich an der Uni Erfurt dem Florettfechten nachgehen. Schade nur, dass ihr großes Idol Amelie den Sport inzwischen aufgegeben hat. Bis sie bei einem Freundschaftsturnier aufeinander treffen. Doch dies verläuft nicht wie geplant und beide bekommen die jeweils andere nicht mehr aus dem Kopf.

Meine Meinung

Mein Wissen über das Fechten hält sich in Grenzen. Aber so ziemlich das Erste, was ich in diesem Buch gemerkt habe ist, dass hier jemand mit einer großen Leidenschaft für den Sport am Werk war. Hier wurde also zumindest schon einmal der Stolperstein umgangen, das zu wenig Wissen zu Logiklöchern führen. Allerdings gab es das nächste Problem: Wohin mit dem ganzen Herzblut? 
Sibi M. Siber hat sich dazu entschieden, einfach alles mit einfließen zu lassen. Oder anders ausgedrückt: They hat übelst abgenerdet. Das funktioniert insofern, dass they ausführliche Beschreibungen der Abläufe und eine Menge Hintergrundwissen mit einbaut und ihre Charaktere in realistischen Szenarien gegeneinander antreten lässt. Das Ganze hat aber leider auch einen Haken. Denn ich als Laie bin stellenweise einfach nicht mehr mitgekommen. Auch wenn ich nicht jedes Details ausführlich erklärt brauche, so fehlten mir ab und an einfach die Bezüge, um genau zu verstehen, worum es jetzt ging, beziehungsweise was die Charaktere gerade genau tun. 
Aber keine Angst, abseits vom Sportgeschehen haben wir noch eine Menge zu entdecken. Zum Beispiel unsere beiden Protagonistinnen. Während sie einander kennenlernen, erfahren auch wir eine Menge über sie, so dass sie Ecken und Kanten bekommen. Konflikte entstehen und können gelöst werden, und generell ist die Liebesgeschichte zwischen den beiden zwar nie super aufdringlich, aber dennoch präsent. Bis zu diesem Punkt dauert es zwar eine ganze Weile, aber das Warten lohnt sich. Auch die Liebe zur Stadt Erfurt und gewissen Naschereien wird deutlich und macht das Buch so authentisch. Endlich mal keine Geschichte in den gleichen Handvoll Städten. 
Und auch, wenn ich die Geschichte als Ganzes sehr genossen habe, so sind da doch noch ein paar kleinere Kritikpunkte, die ich nicht unerwähnt lassen möchte. Zum einen ging mir die Konfliktlösung am Ende dann doch etwas schnell, auch wenn zumindest von einer Seite das Drama auch etwas künstlich war, so war der andere Konfliktpunkt doch sehr berechtigt. Zum anderen ist es der sprachliche Stil von Kates Teil. Ich finde es grundsätzlich gut, wenn man zwischen den Kapiteln auch sprachlich merkt, dass wir eine andere personelle Erzählerin haben, aber Kates Denglisch war dann doch sehr anstrengend zu lesen. Denn es war nicht nur das Moderne nutzen von englischen Begriffen in der wörtlichen Rede, sondern in den gesamten Kapiteln aus ihrer Sicht. Dies nimmt gegen Ende zum Glück merklich ab, aber gerade die ersten Seiten aus ihrer Sicht waren dadurch sehr anstrengend zu lesen.
Also wer Lust auf eine schöne Sapphic Romance in Erfurt mit viel nerdigem Fechten, der hat hier einen Doppeltreffer gelandet. 

Das Fazit

Doppeltreffer bietet eine tolle Sappic Liebesgeschichte mit zwei starken Persönlichkeiten, die gut ausgearbeitet sind. Mit viel Liebe zum Fechten – wenn auch zwischendurch zeitgleich zu viel und zu wenig – bietet das Buch eine gute Mischung für Fans von Sportromance abseits der glamourösen Seite. 

Die Rosenschlacht

Ein Vorwort

Ich könnte hier wieder meine Einleitung über die Einfalllosigkeit in Hollywood schreiben, weswegen wir mal wieder ein Remake präsentiert bekommen. Wir könnten aber auch einfach direkt darüber reden, dass ich allein wegen des Gespanns Olivia Coleman und Benedict Cumberbatch den Film sehen wollte. Warum sich das auch gelohnt hat, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Den Filmtital als Fanart auf Filmklappe mit roter Rose als Deko

Die Handlung

Ivy und Theo sind das Vorzeigepaar schlechthin. Die beiden Briten sind zusammen in die USA ausgewandert, haben zwei Kinder bekommen und während Theo sich einen Namen als Architekt gemacht hat, führt Ivy ein kleines Restaurant, konzentriert sich aber doch lieber auf die Erziehung der Kinder. Bei einem Jahrhundertsturm stürzt Theos Meisterwerk bei der Eröffnung ein und Ivys Restaurant wird durch die Entdeckung einer gefeierten Kritikerin über Nacht zum Erfolg. Doch mit den nun getauschten Rollen wird schnell klar, dass die perfekte Ehe schnell in eine Krise stürzen kann. 

Meine Meinung

Comedy liegt ja immer im Auge des Betrachters. Und gerade deswegen ist es auch so schwierig alle Leute abzuholen. Mir sind ausufernde Witze ja schnell zu drüber, weswegen ich viele Klamaukfilme einfach nicht mag. Und dann gibt es diese Filme, die mir eigentlich zu drüber sein müsste, mich aber einfach durch ihre charmante Art abholen. Um so einen Film handelt es sich bei Die Rosenschlacht. 
Aber beginnen wir am Anfang. Wir lernen Ivy und Theo kennen, kurz bevor sie ein Paar werden und in die USA auswandern. Die beiden scheinen sich wirklich gesucht und gefunden zu haben und bauen sich ein beschauliches Heim mit zwei Kindern auf. Ihr Freundeskreis ist typisch amerikanisch und da ist es natürlich auch total normal, sich zu einem entspannten Nachmittag auf dem Schießstand zu treffen. Hier treffen wir dann auch auf die besten Freund*innen, gespielt von Andy Samberg und Kate McKinnon. Hier zeigt sich schon, warum die Besetzung des Films so wichtig für die Pointen sind, denn wären die beiden die Hauptdarstellenden, dann würde der Film absolut gar nicht funktionieren.
Aber stattdessen haben wir Olivia Coleman und Benedict Cumberbatch, die selbst den größten Wahnsinn noch so charmant spielen können, dass ich ihnen sowohl das langsame Auseinanderleben als auch die finale Scheidungsschlacht absolut abkaufe. 
Nebenbei haben wir dann noch ebenso liebenswerte Rollen von Ncuti Gatwa oder Sunita Mani, und leider auch sehr unsympathische Rollen – wofür die Darstellenden nichts können – von Zoe Chao und Jamie Demetriou. So hält sich der Film die Waage und das Hauptaugenmerk liegt eh auf unserem streitenden Ehepaar.
Dabei ist das Drehbuch auch nochmal hervorzuheben. Ich habe weder das Buch gelesen, noch die erste Verfilmung von deVito, und kann daher nicht sagen, wie sehr es adaptiert wurde, aber es ist schön zu sehen, wie sie am Anfang wirklich versuchen alle Probleme noch normal zu lösen. Mit Kompromissen, mit Gesprächen, mit Ehrlichkeit. Aber wir sehen eben auch, wie sie damit nicht ihre Probleme gelöst bekommen. Und der absolute Wahnsinn beginnt dann eben doch erst gegen Ende des Films. Damit wird vorher genug Wert auf logische Ansätze gelegt, dass die finale Eskalation wie eine Satire auf den vorherigen Film wirkt, aber gerade deswegen so gut funktioniert. Und selbst diese kaufe ich den beiden Darstellenden sofort ab, weil sie es eben auch schaffen, ihre Charaktere mit der Handlung wachsen zu lassen, so dass es am Ende eben doch wie der logische Schritt wirkt. 

Das Fazit

Die Rosenschlacht ist eine sich gut und logisch aufbauende Dramödie, die gerade durch die beiden sehr sympathischen Hauptdarstellenden wunderbar funktioniert. Die Witze zünden und wir kaufen ihnen auch die finale Eskalation ab. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.

Die Rosenschlacht läuft seit dem 28.08.2025 in den deutschen Kinos