Eine Handvoll Bücher

Heute mal mit einem Thriller/Krimi, einer Geschichte über verblasste Erinnerungen, Liebe zwischen Mitbewohnern, dem Auftakt der Breathless-Erotik-Trilogie und dem Abschluss der Engel-Apokalypse. Klingt interessant? Dann unbedingt weiterlesen!

Erbarmen – Jussi Adler-Olsen

Die Handlung: Carl Mørck ist Ermittler bei der Kopenhagener Polizei. Nach einem Zwischenfall ist sein einer Partner tot und der andere querschnittsgelähmt. Da er bei den anderen Kollegen nicht unbedingt beliebt ist, kommt das von der Regierung geforderte Sonderdezenat Q, das sich mit unaufgeklärten Fällen befassen soll, gerade richtig. Carl soll die Abteilung alleine leiten. Er holt sich noch einen Angestellten. Hafez el-Assad ist Syrer und sollte eigentlich nur für die Reinigung zuständig sein, doch hängt er sich gerne in die Fälle rein. So auch in den der verschwundenen Merete Lynggaard, einer Politikerin. Während Carl am Anfang wenig Lust hat, wirklich zu arbeiten, stellt er doch bald fest, dass bei der damaligen Ermittlung Spuren nicht genauer verfolgt wurden.

Meine Meinung: Für meine 20 für 2020 wollte ich auch einen Thriller mit einbauen und die ersten vier Bände rund um Carl Mørck staubten eh schon lange auf meinem SuB (Stapel ungelesener Bücher) ein, da sie mir mehrfach wärmstens empfohlen wurden. Ich weiß allerdings auch wieder, warum ich Thriller/Krimis aktuell lieber in Serienform sehe, gerne mit einem abgeschlossenen Fall pro Folge. Denn diese langgezogenen Fälle schaffen es selten mich bis zum Schluss zu fesseln. Zu lange brauchen sie, um Fahrt aufzunehmen und selbst dann ziehen sie sich ewig. Hier kam noch hinzu, dass mir der Ermittler ziemlich unsympathisch war. Seine Rolle war wohl auch darauf ausgelegt, aber Ermittler mit Trübsalmiene, ständig schlechter Laune und tragischem Hintergrund hab ich wohl auch einfach einmal zu viel gelesen. Der Fall an sich war letztlich trotzdem spannend! Aber es war einfach ein Fall, den man auch auf halb so vielen Seiten hätte aufklären können.

Am dunklen Fluss – Anna Romer

Die Handlung: Ruby führt ein ganz normales Leben. Sie führt eine kleine Buchhandlung und ihr Freund Rob ist erfolgreicher Arzt. Doch auch nach vielen Jahren beschäftigt sie immer noch der Tod ihrer Schwester Jamie in ihrer Kindheit. Doch sie kann sich an das gesamte Jahr nicht mehr erinnern, obwohl sie bei Jamies Tod dabei gewesen sein müsste. Als sie eine alte Bekannte ihrer Mutter von früher trifft, die sie auf das alte Anwesen der Familie einlädt, zögert sie. Soll sie sich wirklich den Dämonen ihrer Vergangenheit stellen?

Meine Meinung: Eigentlich ist so ein Familiengeheimnis, das es zu entschlüsseln gilt, total mein Genre. Auch die Tatsache, dass der gesamte Roman in Australien spielt und es eben kein altes Anwesen in Großbritannien ist, hat mich magisch angezogen. Ich bin auch sehr leicht in die Geschichte reingekommen, der Schreibstil war angenehm, aber auch nichts besonderes. Neben der Geschichte um Ruby gibt es auch noch eine weitere Anfang des 20. Jahrhunderts. Am Ende wird zwar versucht beide Geschichten zu beginnen, dennoch ist die zweite Geschichte eigentlich vollkommen überflüssig – und dazu ist die Protagonistin aus der zweiten Geschichte auch ziemlich nervig. Doch selbst, wenn man den Teil ausblendet, wird die Hauptgeschichte an einigen Stellen künstlich in die Länge gezogen. Kaum kommt Ruby am alten Anwesen an, scheint die ganze Geschichte für eine mögliche Liebesgeschichte still zu stehen. Auf den letzten Seiten nimmt die Geschichte noch einmal deutlich an Fahrt zu, doch da hatte mich das Buch bereits verloren. Während davor viele Sachen vorhersehbar waren, hat mich das Ende noch einmal überraschen können.

Someone Else – Laura Kneidl

Die Handlung: Nachdem sich Micah und Julian im ersten Teil am Ende gefunden haben, ist Julian gänzlich bei Micah eingezogen. Dadurch leben seine Mitbewohner Auri und Cassie nun alleine zusammen. Und die Anziehung zwischen den beiden, die sie eher beim LARP rauslassen, ist weiterhin da. Doch auch, wenn sie sich beide zueinander hingezogen fühlen, wollen sie nicht ihre Freundschaft gefährden.

Meine Meinung: Zweite Bände sind tückisch. Und während ich schon dankbar war, dass der Schwerpunkt im zweiten Band nicht mehr auf den Protagonisten aus dem ersten lag und sich damit die Geschichte nicht ewig hinziehen konnte, war der Einstieg dennoch schwerer als beim ersten Band. Das lag wohl auch daran, dass man Cassie und Auri irgendwie schon kannte und auch die Probleme der beiden im ersten Band schon ein wenig angesprochen wurden. Da gibt es zum einen eben die Tatsache, dass sie beide nicht ihre Freundschaft gefährden wollen, dann ist Auri für die Außenwelt auch der Sportler und hält daher seinen inneren Geek gerne geheim, außer wenn er mit Cassie zusammen ist und ganz nebenbei wird eben auch noch das Rassismusproblem mit angesprochen. Eigentlich genug Themen für ein Buch, doch selbst eine wirklich gute Autorin, wie Laura Kneidl, schafft es dann doch nicht Längen zu vermeiden. Denn die Geschichte dreht sich eigentlich immer wieder im Kreis. Dann wird ein Vorstoß gewagt und ein paar Seiten weiter, ist dieser wieder vergessen. Hier hätten es ein paar Seiten weniger dann doch besser gemacht, zumal hier auch einfach die Einleitung und Einführung der Charaktere nicht mehr nötig war und sich damit die Geschichte noch mehr streckte, um auf die gleiche Seitenanzahl wie bei den anderen Werken zu kommen. Nichtsdestotrotz ist es eine schöne Geschichte! Ich möchte diesen Band nicht missen, aber kürzer wäre eben besser gewesen.

Breathless 1 – Gefährliches Verlangen – Maya Banks

Die Handlung: Gabe Hamilton ist erfolgreicher Geschäftsmann und hat sein Liebesleben gut im Griff. Doch schon länger hat er ein Auge auf Mia, die kleine Schwester seines Geschäftspartners und besten Freundes Jace geworfen. Als er auf einer Feier Mia ohne Jace antrifft, nutzt er die Chance ihr ein Angebot zu machen. Ein Vertrag, in dem festgelegt wird, dass Mia fortan seine Geliebte sei. Damit dies besser funktioniert, bietet er ihr gleichzeitig einen Job in seinem Unternehmen. Mia ist hin- und hergerissen, doch begehrt sie Gabe ebenfalls schon lange. Und da sie ihn nur nach seinen Regeln bekommen kann, lässt sie sich darauf ein.

Meine Meinung: Ein erfolgreicher Geschäftsmann und ein Vertrag, in dem die sexuellen Belange geregelt werden. Wem kommt es noch bekannt vor? Aber bevor ihr alle genervt die Augen verdreht, lässt mich dazu noch sagen, dass sich dieser Roman schnell weiter entwickelt und die schlimmsten Fehler des Vorbilds auslässt. Zum einen ist Mia nicht das kleine Mauerblümchen, sondern kennt durch ihren Bruder die Welt der erfolgreichen Geschäftsmänner, zum anderen wird nicht eine dazu gezwungen die Wünsche des anderen zu erfüllen, sondern es ist von vornherein ein beidseitiges Verlangen, das mit dem Vertrag eher festhält, dass es in beidseitigem Einverständnis ist. Auch gibt es keine Safewörter, sondern Mia kann zu allem einfach Nein sagen, wenn sie es nicht möchte. Also keine Vergewaltigung und keine häusliche Gewalt. Dennoch sind Handlung und Charaktere ziemlich platt angelegt. Aber für das sinnliche Lesevergnügen zwischendurch durchaus eine Empfehlung.

Angelfall 3 – Am Ende der Welt – Susan Ee

Die Handlung: Penryn und Raffe sind ein weiteres Mal Uriels Engeln entkommen. Raffe hat zwar seine Flügel wieder, doch muss er noch jemanden finden, der die Dämonenschwingen gegen seine Flügel austauscht. So suchen beide erneut das Widerstandscamp auf und bereiten sich auf den finalen Kampf vor. Doch dafür könnte es nötig werden hinabzusteigen in die Hölle. Werden die Menschen doch noch über die Engel siegen?

Meine Meinung: Eigentlich habe ich sehr lange auf den finalen Band gewartet, nur damit er dann doch auf meinem SuB einstaubt. Irgendetwas hat mich immer wieder davon abgehalten das Buch in die Hand zu nehmen. Und so ist der zweite Band bereits im Mai 2017 von mir gelesen worden. Dementsprechen schwer fiel es mir nun wieder in die Geschichte reinzukommen. Denn während mich bei vielen Autoren die ewig langen Wiederholungen aus den vorherigen Bänden stören, verzichtet Susan Ee fast vollständig darauf. Dadurch geriet ich nicht nur einmal ins schwimmen, wenn ich versuchte mich zu erinnern, was denn nun genau passiert war. Zumal gerade der Anfang ein reines Aneinanderreihen von spannenden Szenen war, was zwar den Spannungsbogen hoch halten soll, mich aber eher zweifelnd zurück ließ. Dies ändert sich zwar nicht wirklich, aber zumindest gab es dann doch wieder ein gutes Maß an Handlung. Ab der Hälfte konnte ich das Buch dann auch wieder gut lesen und war bereit für das große Finale. Letztlich ist es ein würdiger Abschluss einer größtenteils spannenden Reihe.

Rückblick auf das halbe Jahr 2020

Uuuund Saison Dezember-Mai sind vorbei und es wird Zeit für meine Halbjahresbilanz. Da die Kinos seit drei Monaten geschlossen sind, fällt die Kinosektion dementsprechend enttäuschend aus. Da ich meine großen Rückblicke immer am Ende des Jahres schreibe, soll es hier nur eine kurze Zwischenbilanz werden, in der ich euch ein paar Zahlen und Namen um die Ohren haue. Also los geht’s!

I. Cinemathek

Coronabedingt war diesmal nur ein Film dabei, der hat mich dafür aber auch richtig umgehauen. Ich spreche von Porträt einer jungen Frau in Flammen. Unbedingte Empfehlung!

II. Anime Special

Im ersten Quartal (wir erinnern uns, Kinos waren nur drei von sechs Monaten offen) gab es zumindest ein Anime Special. Mit Weatherin with you gab es den Nachfolger von Your Name. Leider kam der Nachfolger nicht an seinen Vorgänger heran, bleibt aber eine solide Geschichte.

III. Neulich in der Sneak

Sieben Sneakvorstellungen konnte ich besuchen. Ich hab sie euch gefühlsmäßig mal in eine Reihenfolge gebracht. Wichtig ist, dass selbst Platz 7 im soliden Mittelfeld landen würde. Demnach hatte das Jahr eigentlich einen guten Sneaklauf.

Platz 7: 21 Bridges
Platz 6: 7500
Platz 5: Peanut Butter Falcon
Platz 4: Bombshell
Platz 3: 1917
Platz 2: Drei Engel für Charlie
Platz 1: The Gentleman

IV. Filme – auf großer Leinwand gesehen

Im ersten Quartal konnte ich 15 reguläre Kinofilme sehen, außerhalb der Spezialreihen (Cinemathek, Sneak, Anime). Normalerweise hätte es hier fünf Enttäuschungen und fünf Highlights gegeben, aber da die Liste ungewöhnlich kurz ist, hier meine aktuelle Reihenfolge:

Platz 15: Nightlife
Platz 14: Die fantastische Reise des Dr. Dolittle
Platz 13: Cats
Platz 12: Lindenberg – Mach dein Ding!
Platz 11: Jumanji 2
Platz 10: Sonic – the Hedgehog
Platz 9: Ruf der Wildnis
Platz 8: Birds of Prey
Platz 7: Parasite
Platz 6: Enkel für Anfänger
Platz 5: Als Hitler das rosa Kaninchen stahl
Platz 4: Jojo Rabbit
Platz 3: Star Wars – Der Aufstieg Skywalkers
Platz 2: Knives Out
Platz 1: Little Woman

V. Filme – auf großem Fernseher gesehen

64 Filme liefen im ersten Halbjahr bei mir im Heimkino. Davon waren 14 Wiederholungstäter und drei Comedy Specials. Meine Highlights gibt es hier:

Platz 10: Aladdin (2019)
Platz 9: I, Tonya
Platz 8: Juliet, Naked
Platz 7: Elliot, das Schmunzelmonster
Platz 6: Wind River
Platz 5: Klaus
Platz 4: Isn’t it romantic
Platz 3: Emo – The Musical
Platz 2: The Final Girls
Platz 1: Die zwei Päpste

VI. Serien – ein kurzer Überblick

34 verschiedene Serien mit 49 Staffeln sind gesehen. Eine kurze Übersicht über meine Highlights (ohne Reihenfolge) gibt’s hier:

Weihnachten zu Hause (Staffel 1)
Grace & Frankie (Staffel 6)
Star Trek: Picard (Staffel 1)
Fleabag (Staffel 2)
The Mandalorian (Staffel 1)
Willkommen in Gravity Falls (Staffel 1+2)
Batwoman (Staffel 1)
The Crown (Staffel 3)
Friends (Staffel 1-9)
Miss Fishers mysteriöse Mordfälle (Staffel 1)

Bücher – meine Highlights

35 Bücher sind ausgelesen, davon sind 17 von meiner 20 für 2020 Liste. Hier noch schnell meine aktuelle Top 10:

Platz 10: Momo – Michael Ende
Platz 9: Wer die Nachtigall stört – Harper Lee
Platz 8: Kirschkuchen am Meer – Anne Barns
Platz 7: The Green Mile – Stephen King
Platz 6: Mara und der Feuerbringer – Tommy Krappweis
Platz 5: Was perfekt war – Colleen Hoover
Platz 4: Dive Bar 1 – Crazy, Sexy, Love – Kylie Scott
Platz 3: Die Bücherdiebin – Markus Zusak
Platz 2: Someone New – Laura Kneidl
Platz 1: All in: 1000 Augenblicke & Zwei Versprechen – Emma Scott

Wie sah euer erstes Halbjahr aus? Welcher Film/Buch/Serie fehlt definitiv in meiner Liste? Ich bin immer offen für Empfehlungen!

 

Rückblick auf den Mai 2020

Der Mai ist vorbei, die Kinos sind noch immer geschlossen, daher wird dies nun wieder ein verkürzter Rückblick. Auch im Mai war es größtenteils ruhig bei mir, weswegen ich den Einleitungsteil dann jetzt auch wieder überspringe und einfach gleich zur Sache komme.

Filme – auf großem Fernseher gesehen

Disney Family Sing Along: Gleich zweimal habe ich dieses Disney Corona-Special gesehen, denn es gefiel mir so gut, dass ich es meiner besten Freundin auch noch zeigen musste. Hier wurden Disneystars der verschiedensten Art aufgefordert zu Hause eine musikalische Umsetzung zu filmen. So wurden bekannte Klassiker aus Disneys Filmgeschichte umgesetzt. Qualität variiert zwar stark, doch die Untertitel zum mitsingen, machen es wett.

Titanic – 20 Jahre nach dem Film: Zum Jubiläum seines Welterfolgs hat sich James Cameron an eine Dokumentation gewagt, in der er verschiedene Theorien und Fakten überprüft, die ihn am Mythos Titanic befassten. Zunächst verfolgen wir ihn auf mehreren Tauchfahrten zur Titanic, in der er überprüfen möchte, wie akkurat seine Umsetzungen war. Ein spannender neuer Einblick in mehrere Mysterien, nicht nur für Fans des Films.

Taylor Thomlinson – Quarter-Life Crisis: Im Mai war mal wieder ein Netflix Comedy-Special fällig. Taylor Thomlinson erzählt davon, wie es ist Mitte 20 zu sein. Durchaus eine Comedian, die ich auf dem Schirm behalten werde.

Familie Willoughby: Mutter und Vater Willoughby sind unglaublich verliebt ineinander. Logischerweise sind dabei insgesamt vier Kinder entstanden. Allerdings sind diese ihren Eltern eher lästig und werden komplett vernachlässigt. Wieso sollte man seinen Kindern auch etwas zu essen geben? Also beschließen die Geschwister, dass sie unbedingt Waisen werden wollen und schicken ihre Eltern auf eine mörderische Reise. Ein Animationsfilm an dessen Stil man sich zunächst gewöhnen muss. Er kommt mit einigen erfrischenden Ideen daher, die aber alle nicht für einen Film reichen und daher werden episodenhafte Geschichten zu einem großen Verwoben, was dem Film eindeutig nicht gut tat.

Emo – the Musical: Ethan ist ein Emo und wird nach einem gescheiterten Selbstmordversuch von der Privatschule geschmissen. An seiner neuen Schule wird er zunächst begeistert von den streng Gläubigen aufgenommen, doch als er merkt, dass es eine Emo-Band an der Schule gibt, wird er schnell zum Feindbild der Gläubigen. Als auch noch ein Bandwettbewerb bevorsteht, kochen die Emotionen über. Noch ein Film, den ich im Mai gleich zweimal gesehen habe. Nachdem meine beste Freundin ihn mir voller Begeisterung zeigte, musste mein bester Freund auch gleich dran glauben. Und ja, der Film ist noch viel skurriler als er sich anhört, aber auf gute Weise. Kleine Perle für Musicalfans.

Teen Beach Movie: Brady und McKenzie sind ein Paar und lieben das Surfen. Doch McKenzie will beides aufgeben, um zu ihrer Tante zu ziehen, die eine große schulische Karriere für McKenzie plant. Als diese ein letztes Mal surfen geht, geraten sie und Brady durch einen Sturm in Bradys Lieblingsfilm Wet Side Story. Nun müssen sie einen Ausweg finden. Ja, der Film klingt sehr skuril. Ja, es war ein Disney Channel Original und ist demnach mit sehr wenig Geld produziert worden. Ja, man sieht es dem Film an. Ja, er hat trotzdem Spaß gemacht, aber man darf halt echt nichts erwarten.

Garfunkel & Oates: Trying to be special: Die beiden Comedians Riki Lindhome und Kate Micucci versuchen als Garfunkel & Oates ihr eigenes Netflix-Special zu bekommen. Dafür führen sie in Seattle eine Show auf, bei der sie mit ihren gewagten Liedtexten zu begeistern wissen.

Underwater: Die auf dem Grund des Marianengrabens befindliche Forschungsstation Kepler 822 wird von mehreren Erdbeben erschüttert und stark beschädigt. Eine Gruppe Wissenschaftler versucht nun zu den verbliebenden Rettungskapseln zu kommen. Doch etwas ist erwacht. Ein Thriller tief unten im Meer hat wohl das Potential atmosphärisch gut Ängste zu erzeugen. Dies schafft der Film auch. Auch die Handlung ist rund. Leider hat der Film so gar kein Alleinstellungsmerkmal.

Serien – ein etwas ausführlicherer Überblick

Kim Possible – Staffel 2 (Teenieheldin in weiterhin spannenden Missionen unterwegs, diesmal mit wechselnden Outfits)

The Mandalorian – Staffel 1 (Spannender Star Wars Ableger, der es schafft in wenigen Folgen die Charaktere vorzustellen und zu einem runden Abschluss zu bringen)

The Marvelous Mrs. Maisel – Staffel 2 (Witzige Fortsetzung rund um die charmante aufkommende Stand-up Comedians Midge Maisel. Durch episodenhaftigere Erzählweise nochmal deutlich spannender als die erste Staffel)

Friends – Staffel 9 (Die New Yorker Clique versprüht auch in der neunten Staffel noch Spaß und man bangt mit ihnen mit)

Star Trek: Discovery – Staffel 2 (Fühlt sich endlich nach einer richtigen Star Trek Serie an. Das Auftauchen von Captain Pike und das Zusammenschmelzen der Crew zu einer Familie tut der Serie sehr gut)

Foodhacks mit Nadiya Hussain – Staffel 1 (Kurzweilige Kochshow um allerhand Kniffe für das Kochen trotz Vollzeitarbeit und Familie)

Chip und Chap – Staffel 2 (Die Rettungstruppe hat auch in der zweiten Staffel wieder allerhand zu tun)

Miss Fishers mysteriöse Mordfälle – Staffel 1 (Crimeserie im Australien der 1920er Jahre mit einer etwas ungewöhnlichen Ermittlerin überzeugt durch viel Charme)

Willkommen in Gravity Falls – Staffel 1&2 (Wunderbare Familienserie mit Mysteryanteil und wundertollen Charakteren)

Mein Lesemonat

Bücher insgesamt: 7
Seiten gesamt: 3.014
Seiten pro Tag: 97 im Durchschnitt
Taschenbuch: 7

Obsidian & Onyx: Die beiden Auftaktbände der fünfteiligen Reihe ließ mich am Anfang eher zweifelnd zurück, entwickelte sich dann jedoch in eine gute Richtung. Zeitweise war es schwer, die Bücher überhaupt aus der Hand zu legen.

Erbarmen: Nach langer Zeit mal wieder ein Krimi. Leider war mir der Ermittler nicht wirklich sympathisch und der Fall wirkte stark gestreckt. Ist wohl einfach wirklich nicht mehr mein Genre.

Am dunklen Fluss: Ruby kann sich nicht mehr an den Tod ihrer Schwester in ihrer Kindheit erinnern. Als sie in das frühere Anwesen reist, findet sie nicht nur ein altes Familiengeheimnis, sondern fängt auch an sich zu erinnern. Leider konnte mich die Geschichte nicht wirklich fesseln, zu vorhersehbar waren weite Teile. Das Ende konnte mich dann doch noch überraschen, half dem Buch aber nicht mehr.

Someone Else: Die Fortsetzung von Laura Kneidls Someone New. Diesmal geht es um die Nachbarn Auri und Cassie, die schon lange Mitbewohner sind und sich zueinander hingezogen fühlen. Doch das können sie nicht zugeben, das könnte ihre Freundschaft gefährden. Oder? Schöne Fortsetzung mit anderem Schwerpunkt, wenn auch schwächer als der erste Teil. Geschichte wurde an einigen Stellen deutlich gestreckt, was leider zu kleineren Längen führt. Dennoch ein schönes Buch, vor allem durch Kneidls Schreibstil.

Kirschkuchen am Meer: Marie hatte seit Jahren keinen Kontakt mehr zu ihrem Vater. Doch als auf der Seebestattung ihres Vaters eine geheimnisvolle Frau auftaucht, muss sie mehr erfahren. Der Weg führt nach Norderney, wo sie nicht nur die Frau sucht, sondern auch einige Lebensentscheidungen hinterfragt. Ein neuer sommerlicher Roman von Anne Barns, irgendwo zwischen Trauer, Sommer und Kirschkuchen.

Breathless 1 – Gefährliches Verlangen: Habe ich die Augen verdreht, als dieser Erotikroman mit einem Vertrag anfing? Definitv! Dennoch entwickelt sich die Geschichte weiter und ist definitiv besser als das offensichtliche Vorbild. Ende ist zwar sehr vorhersehbar und die Charaktere bleiben platt, aber für ein sinnliches Lesevergnügen zwischendurch vollkommen ausreichend.

Rückblick auf den April 2020

Ein ganzer Monat in respektvoller Social Distance und ohne Kinobesuche liegt erneut hinter uns und gerade meinem Heimkinokonsum ist dies anzumerken. Dementsprechend wenig ist auch passiert, weswegen es nun direkt zu meinem medialen Rückblick auf den April 2020 geht.

Filme – auf großem Fernseher gesehen

Wiederholungstäter sind: Der Marsianer (Matt Damon als Biologe auf dem Mars ist spannend, kurios und witzig) & Police Academy Teil 1-7 (Besprechung der Filme findet ihr hier) & The Green Mile (gute Buchverfilmung mit Tom Hanks, ein paar mehr Worte hier)

Fighting with my family: Saraya Knights größter Traum ist die WWE. Sie bekommt die Chance zu einem Casting, bei dem sie zwar genommen wird, aber nicht ihr Bruder. Beim Training eckt sie überall an und fühlt sich fehl am Platz, trotzdem versucht sie sich durchzukämpfen. Auch als nicht Wrestling-Fan kann man dem Film durchaus etwas abgewinnen, schafft er es doch nicht nur die Trainingseinheiten von Saraya zu zeigen, sondern auch ihre Familie mit all den Eigenheiten. Guter Balanceakt zwischen Drama, Durchkämpfen und leichter Komik.

Die Reise ins Labyrinth: Eine junge Jennifer Connelly in einem kuriosen Labyrinth des Koboldkönigs Jareth (David Bowie) hat 13 Stunden Zeit, um ihren kleinen Bruder Toby zu finden. Von Regisseur Jim Henson (Sesamstraße, Muppets) mit Animatronics gefilmt wechselt zwischen seltsam, kurios und komplett verrückt. Wer  mit Animatronics gut zurecht kommt, findet hier einen ganz interessanten kurzweiligen Film.

Aladdin (2019): Das Live-Action-Remake des Disneyklassikers kann mit leicht erweiterter Handlung und stärkeren Charakteren, vorallem Jasmin und der Sultan, überzeugen und avanciert fast zur besseren Variante. Will Smith gibt dem Dschinni das gewisse Etwas .

Susi und Strolch (2020): Eine weitere Live-Action-Variante, allerdings diesmal in enttäuschender Form. Die altbekannte Handlung wird unnötig gestreckt, dreht sich im Kreis und auch wenn Strolch ein bisschen Hintergrundgeschichte bekommt, fehlt hier einfach das Herz des Originals. – Ein Disney+ Original

Elliot, das Schmunzelmonster: Der Waise Pete flieht mit Hilfe seines Drachen Elliots vor seinen grausamen Adoptiveltern in das beschauliche Dorf Passamaquoddy. Dort eckt er durch Elliot gerne mal an, findet aber im Leuchtturmwärter Lampie und dessen Tochter Nora gute Freunde. Die Geschichte einer schwierigen Kindheit, die mit Hilfe eines supersüßen Schmunzelmonsters verbessert wird. Typische Disneywendungen aber mit ganz viel Herz.

Escape Room: Eine Gruppe Menschen bekommen eine rätselhafte Einladung zu einem Escape Room. Neugierig folgen sie der Einladung und finden sich kurz darauf in einem etwas untypischen Escape Room, versucht er doch, sie zu töten. Spannender Horrorfilm, der meiner Liebe zu Escape Rooms nciht gut tat.

Wind River: Wind River ist ein Indianerreservat im verschneiten Wyoming. Als dort die Leiche eines vergewaltigtenn Mädchens gefunden wurde, wird die schlecht ausgestattete Jane Banner vom FBI geschickt. Sie bittet den Wildhüter Cory Lambert um Hilfe. Ein spannender westernmäßiger Thriller, mitten im Schnee. Die verstörende Aufklärung der Geschichte ist leider doch real gehalten.

The Final Girls: Eine Gruppe Jugendlicher wird in den Horrorfilm Camp Blutbad gezogen und versucht nun mit dem Vorwissen über den Film zu überleben. Ein klischeeüberzogener Slasher wird zu einer Komödie, in dem Filmcharaktere und unsere reingezogenen Jugendlichen zusammen agieren. Eine gute Kombination ohne in albernen Klamauk zu verfallen.

Ihre beste Stunde: Mittem im zweiten Weltkrieg wird Catrin Cole im Informationsministerium eingestellt. Sie soll den Propagandafilmen eine weiblichere Note geben, damit auch Mütter und Ehefrauen sich angesprochen fühlen. Dort hat sie mit Vorurteilen zu kämpfen. Ein einfühlsamer Film, der noch einmal eine ganz andere Seite des Krieges zeigt.

Die Ritter der Kokosnuss: Muss ich zu dieser kuriosen Suche nach dem Heiligen Gral noch irgendetwas sagen?

Little Monsters: Der erfolglose Musiker Dave hat sich in die Grundschullehrerin Miss Caroline seines Neffen verknallt. Um sie zu beeindrucken stimmt er zu die Klasse auf einem Ausflug zu einem Erlebnisbauernhof zu begleiten. Leider kam es in der nahe gelegenen Militärbasis zu einem Zombieausbruch, die schnell den Bauernhof entdecken. Dave und Miss Caroline müssen nun alle Kräfte einsetzen, um alle Kinder in Sicherheit zu bringen, ohne diese zu ängstigen. Ich bin immer noch kein Fan von Zombiefilmen, aber dieser schafft es eher den komödischen Part hervorzuarbeiten und macht dabei unglaublich viel Spaß. Eine Lehrerin mit ihrer Ukulele gegen eine Zombiearmee. Unbedingt angucken!

The sun is also a star: Natasha Kingsley liebt die Stadt New York. Leider soll sie einen Tag später mit ihrer Familie die USA für immer verlassen, da die Eltern illegal eingewandert sind. Als sie die letzten Chancen durchgeht und einen Anwalt aufsucht, trifft sie auf Daniel Bae, der glaubt, dass sie sich innerhalb eines Tages verlieben könnten. Sie gibt ihm die Zeit dies zu beweisen. Ein Film, der das Zusammentreffen der beiden Protagonisten, sowie deren Wiedersehen relativ plump inszeniert. Man merkt die starke Liebe des Regisseurs zur Stadt, aber nicht zu seinen Charakteren. Schade.

Moolaadé: Ein neuer Film für die Filmreise-Challenge. Ein senegalesischer Film, der in Burkina Faso spielt und sich mit einer Mutter befasst, die ein ganzes Dorf gegen sich aufbringt, weil sie ein paar Mädchen unter häuslichem Schutz (Moolaadé) stellt, damit diese nicht beschnitten werden. Ein Film, der ganz stark unter die Haut geht und einen fassungslos zurücklässt. Genaueres gibt es in meinem nächsten Reisebericht.

Felix Lobrecht – Kenn ick: Ein Comedy Special, diesmal mit Felix Lobrecht auf seiner Kenn ick Tour. Mit berliner Charme, Goldkettchen und relativ ruhigem Humor schafft es Herr Lobrecht immer wieder durch kleine Witze das Publikum zum Lachen zu bringen.

Whale Rider: Die deutsch-neuseeländische Produktion erzählt die Geschichte von Paikea, die innerhalb ihrer Maori-Familie versucht sich zu emanzipieren. Ein kleiner, aber feiner Film zwischen Tradition und Familie.

Erica: Erica ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Spielfilm. Konzipiert für die PlayStation kann der Zuschauer nämlich den Verlauf des Films selbst beeinflussen. Daraus entsteht ein spannender Psychothriller, der leider am Ende mehr Fragen offen lässt, als beantwortet.

Serien – ein etwas ausführlicherer Überblick

Star Trek: Picard – Staffel 1 (Gelungener Spin-off mit alten und neuen Charakteren und eienr gut konzipierten Handlung)

Friends – Staffel 4-8 (Nach einem holprigen Start bin ich nun mitten im Friends-Fieber und sehne und fürchte mich vor den finalen zwei Staffeln)

Der Prinz von Bel-Air – Staffel 6 (Die finale Staffel verliert sich am Anfang im ganz normalemn Alltagswahnsinn im Hause Banks und muss am Ende in kürzester Zeit ein emotionales Finale schaffen)

Inhumans – Staffel 1 (Diese Marvel-Serie über die Inhumans auf der dunklen Seite des Mondes erzählt zu viel und erklärt zu wenig. Aus gutem  Grund nach einer Staffel abgesetzt)

Supernatural – Staffel 9 (Die übergeordnete Handlung kann nur noch ermüden. Die Einzelfolgen schaffen es dann aber doch, dass man am Ball bleibt)

Fleabag – Staffel 2 (Völlig verrückt geht es in die nächste Runde, die durch das Zusammenspiel von Waller-Bridge und Andrew Scott deutlich besser ist als die erste Staffel)

Peaky Blinders – Staffel 2 (Auch in der zweiten Staffel ein spannender Gangsterfilm im Serienformat)

PussyTerrorTV – Staffel 5 (Carolin Kebekus und ihre Gäste bringen Spaß und aktuelle Themen wieder auf den Punkt)

Chip & Chap – Staffel 1 (Erwähnte ich, dass Disney+ meine Kindheitsserien bietet und ich diese nun am bingen bin?)

Mein Lesemonat

Bücher insgesamt: 9
Seiten gesamt: 3.441
Seiten pro Tag: 115 im Durchschnitt
Gebundenes Buch: 1
Taschenbuch: 8

Das Manifest der anonymen Schauspieler: Der nicht ganz so anonyme Schauspieler James Franco hangelt sich an den 12 Schritten und Traditionen der anonymen Alkoholker entlang und spinnt dazu absurde Geschichten, wirre Schreibexperimente und teilweise auch abstoßende Anekdoten. Spart euch das Geld.

The Green Mile: Stephen King versuchte sich an einem Episodenroman und brillierte mit der Geschichte über den Todestrakt und dessen grüne Meile. Spannende Geschichten, die zusammenhängen.

Ghostsitter 3 – Zombie Party: Auch im dritten Band hat Tom wieder alle Hände voll zu tun, um die Geisterbahn mit den echten Monstern unter Kontrolle zu halten. Tommy Krappweis schafft es auch hier wieder den lockeren, witzigen Schreibstil beizubehalten und schafft so ein weiteres Werk für Groß und Klein.

Mara und der Feuerbringer: Der Auftakt einer Fantasy-Trilogie ebenfalls von Tommy Krappweis stellt uns die 14-jährige Mara vor, die eigentlich gerne völlig normal wäre, aber herausfindet, dass sie die Götterdämmerung aufhalten muss. Spannender Ausflug in die germanische Mythologie.

All in – 1000 Augenblicke & All in – Zwei Versprechen: Nach einem hoch emotionalen Auftakt war mein erster Schritt nach Wiedereröffnung der Buchläden, eben diesen zu stürmen, um auch den zweiten Teil des Duetts zu verschlingen.

Die grüne Ente: Ein etwas kurioser Roadtrip durch Frankreich mit einem etwas spezielleren Schreibstil, rund um einen Vater und seinem authistischen Sohn.

Bookless 2 – Gesponnen aus Gefühlen: Langatmiger Mittelband, dessen Handlung sich immer wieder im Kreis dreht und am Anfang und Ende am gleichen Punkt ist. Hier muss mit Bank 3 nun noch ein Knaller kommen.

Die Bücherdiebin: Der Tod erzählt von seinen Erlebnissen mit dem jungen Mädchen Liesel zu Zeiten des zweiten Weltkriegs. Ein ganz besonderes Werk der Literatur, das mich am Ende tränenreich verlassen hat.

 

 

Eine Handvoll Bücherkritiken

Ich habe gelesen und kann euch somit hier wieder eine Handvoll Bücher vorstellen, die mich in den letzten Wochen begleiteten. Diesmal mit dabei ist ein ganz besonderes Café, ein nicht ganz so anonymer Schauspieler, ein Roadtrip durch Frankreich, eine Hüterin von Büchern und eine Zeitreise in die Südstaaten der 1930er Jahre.

Das Café der guten Wünsche – Marie Adams

Die Handlung: Die Freundinnen Julia, Bernadette und Laura führen ein kleines Café im Herzen einer großen Stadt. Gerade Julia ist eine große Träumerin und alle drei glauben an die Macht der gedachten Wünsche. Und so wünschen sie jedem Gast stets etwas Gutes. Julia trifft auf den Pessimisten Robert, der ihr Leben ganz schön durcheinander wirbelt.

Meine Meinung: Das Buch war dieses Jahr mein erster Versuch einer leichten Sommerlektüre, auch wenn noch kein Sommer ist. Das war dann wohl auch das sichere Zeichen dafür, dass es ein Buch ist, dass nicht in die Kategorie passt. Denn Das Café der guten Wünsche ist einfach nur nervig. Zunächst muss man sich schon an die fehlenden Kapitel gewöhnen. Stattdessen wird mit Absätzen gearbeitet. Dadurch hat man aber irgendwie keinen Anhaltspunkt, wo gedanklich etwas neues beginnt. Die Autorin wollte dies wohl auch gar nicht ordnen, denn sie hat nicht den einen Erzähler und sei es ein allwissender, sondern sie lässt einfach alle Charaktere mal gedanklich zu Wort kommen. Dadurch kann man zwar die Handlungen dieser nachvollziehen, aber man muss auch damit klar kommen, dass auf einer Doppelseite gerne dreimal die Erzählperspektive gewechselt wird. Mir hat das nicht gefallen. Aber selbst, wenn man damit gut klar kommt, ist da dann noch die Geschichte an sich und ihre schrecklichen Charaktere. Alle handeln mit einer Naivität, die absolut unsympathisch wirkt. Es gab keinen Charaktere, den ich auch nur ansatzweise mochte, stattdessen wollte ich permanent alle schütteln und ins Gesicht schreien, dass sie bitte nicht so bescheuert sein sollen. Zusätzlich dreht sich die Geschichte auch immer wieder im Kreis und will einfach nicht vorkommen, nur um dann mit dem absolut offensichtlichen Ende aufzuwarten, dass dann komplett überstützt und hastend auf einen zugerast kommt. Keine Empfehlung für dieses Buch.

Das Manifest der anonymen Schauspieler – James Franco

Die Handlung: Schauspieler James Franco nimmt sich die 12 Schritte und Traditionen der anonymen Alkoholiker als Vorbild und verfasst daraus die 12 Schritte und Traditionen der anonymen Schauspieler. Untermalt mit Geschichten, Anekdoten, Gedankenfragmenten und experimentellem Geschreibsel.

Meine Meinung: Ich habe lange überlegt, ob ich überhaupt über dieses Werk schreiben sollte, weil es mich so abgeschreckt hat, dass ich eigentlich keine zusätzliche Aufmerksamkeit für das Buch erregen wollte. Aber vielleicht halte ich ja den ein oder anderen vom Kauf ab. Man kann von James Franco als Schauspielen halten, was man möchte. Die Grundidee des Buches sich an den 12 Schritten und Traditionen der anonymen Alkoholiker entlang zu hangeln, ist gut. Die Geschichten, die nicht wirklich etwas damit zu tun zu haben scheinen, sind bestenfalls langweilig, schlimmstenfalls abstoßend. Allein dafür lohnt es sich schon, sein Geld zu sparen, auch wenn man hier noch argumentieren kann, dass Franco hier bewusst provoziert. Aber wenn er dann ein paar Anekdoten aus den Anfängen seiner Schauspielkarriere erzählt und dabei in einem Abschnitt erzählt, wie er ein betrunkenes Mädchen vergewaltigt und das dann auch noch als okay bzw. unwichtig hinstellt, dann hört es bei mir auf. Es ist mir egal, ob es wirklich so war oder ob es nur irgendeine schlechte Metapher sein soll. Mit einem Mädchen, das betrunken und bewusstlos ist, Sex zu haben, ist Vergewaltigung.

Die grüne Ente – Manu Causse

Die Handlung: Der Vater tut sich schwer mit seinem Sohn, einem Autisten. Dennoch ist er zu den wöchentlichen Treffen außerhalb der Klinik da. Bis ihm diese untersagt werden. Als er kurz darauf eine grüne Ente erbt, beginnt ein wilder Trip durch Frankreich. Mit dabei sind der verstorbene Onkel und die tote Katze, die vom Rücksitz aus Kommentare fallen lassen.

Meine Meinung: Definitiv keine alltägliche Geschichte, ich kann nicht einmal sagen, ob es eine vergleichbare gibt. Interessant am Erzählstil ist schon, dass nur ganz wenige Charaktere überhaupt einen Namen bekommen. Der Vater ist immer der Vater, der Gendarm ist der Gendarm, die Mutter auch gerne mal die Frau mit den Krokodilhänden. Sobald man sich an diesen Umstand gewöhnt hat, folgt man gespannt dem agieren der verschiedenen Charaktere. Dabei werden viele Fragen aufgeworfen, die nie beantwortet werden, was im Laufe des Buches immer unbefriedigender wird. Auch der Roadtrip durch Frankreich ist viel nüchterner, als man ihn sich nach dem Klappentext wohl vorstellte. Zumal die Kommentare von der Rückbank auch eher sehr spärlich sind. Man muss sich hier wirklich auf die Geschichte einlassen und sie am besten auch in einem Rutsch lesen, wenn man einmal drin ist, ansonsten kann sie ziemlich mühselig werden. Es ist eine Geschichte, bei der ich hinterher beim besten Willen nicht sagen kann, ob ich sie mochte, oder nicht. Auf jeden Fall ein Tipp, für alle, die etwas abseits vom Alltagsbrei suchen.

Bookless 2 – Gesponnen aus Gefühlen – Marah Woolf

Die Handlung: Lucy wurde von Nathan aus dem Feuer der Bibliothek gerettet. Nur um sich kurz darauf in den Fängen von Nathans Onkel Batiste de Tremaine zu befinden. Der oberste Perfecti des Ordens, die Bücher auslesen, um sie „zu beschützen“, hat Pläne mit der Hüterin Lucy. Nathan will diese jedoch nicht zulassen und befreit Lucy aus den Fängen seines Onkels. Ein Katz und Maus Spiel beginnt.

Meine Meinung: Ein schlechtes Zeichen für eine Trilogie ist es wohl, wenn man einen Band braucht, um alle vorzustellen, in dem also nicht wirklich etwas passiert und dann den ganz typischen Mittelteil zu schreiben. Denn auch hier im zweiten Teil scheint nichts wirklich zu passieren. Stattdessen dreht sich das Buch immer und immer wieder im Kreis und pendelt von Schauort zu Schauort, wo gefühlt immer genau das gleiche passiert. Die Charaktere entwickeln sich nur bedingt weiter, lediglich Nathan bekommt eine etwas neue Richtung. Aber gerade Protagonistin Lucy bleibt absolut naiv und scheint keine einzige vernünftige Entscheidung treffen zu können. In Teil 3 muss nun der große Knall kommen, ansonsten wird die Reihe wohl schnell aus meinem Gedächtnis gelöscht. Auch der sehr einfache Schreibstil der Autorin konnte mich nicht wirklich abholen.
P.S.: Kann mir jemand sagen, ob sich die andere Reihe der Autorin „Götterfunke“ vielleicht eher lohnt?

Wer die Nachtigall stört – Harper Lee

Die Handlung: Der Anwalt Atticus Finch ist alleinerziehend. Seine beiden Kinder Jem und Scout wachsen wie ganz normale Kinder in den Südstaaten der USA der 1930er Jahre auf. Bis sich Atticus entschließt einen Schwarzen zu verteidigen, der ein Mädchen vergewaltigt haben soll. Und so werden die Geschwister in jungen Jahren mit den Thema Rassismus konfrontiert.

Meine Meinung: Ein weiterer Haken auf meiner Liste der Schande. Und ein Buch, das es schafft einen erst in die heißen Sommer Alabamas zu führen und sich mit der Leichtigkeit der Kinder in die Herzen zu spielen und dann ganz langsam immer weiter das Thema Rassismus einzubauen. Es brauchte für diese Geschichte zwei typische Kinder und den wohl nettesten Vater der Welt. Harper Lee versteht es die Geschichte ganz langsam dahin plätschern zu lassen und dabei doch so viel zu sagen. Sie baut Geheimnisse und Überraschungen so geschickt in die Handlung ein, dass man immer wieder etwas neues entdeckt. Handlungstechnisch liest es sich beinahe wie eine mögliche Vorgeschichte zu The Green Mile, weswegen es auch sehr passend war, beide Bücher zeitnah zu lesen – auch wenn ich das vorher natürlich nicht wusste. Letztlich ist es ein Stück amerikanische Geschichte durch den Augen eines Kindes und aus gutem Grund ein zeitloser Klassiker.

Rückblick auf den März 2020

Was für ein Monat. Eine Pandemie hält die ganze Welt in Atem. Kontaktverbote führten zur Schließung der Kinos, weswegen dies tatsächlich der erste Rückblick ohne Kinoanteil wird. Zwar wurde die Kinos erst Mitte des Monats geschlossen, aber durch meine Schichten und einen kurzen Urlaub im beinahe menschenleeren Rom – ich war leider genau zu der Zeit da, als dort nach und nach alles geschlossen wurde – kam ich tatsächlich auch vor den Kinoschließungen nicht dazu. Ebenfalls entfällt diesmal die Kategorie der im Kino verpassten Filme. Das liegt daran, dass so viele Filme verschoben wurden, dass ich keinen Überblick mehr habe, welche Filme ich wirklich verpasst habe, oder ich zu einem späteren Zeitpunkt im Kino begutachten kann. Hier nun also die abgespeckte Variante meines Monatrückblicks.

Filme – auf großem Fernseher gesehen

The Report: Nach den Anschlägen vom 11.09.2001 herrscht Angst in den USA vor weiteren Anschlägen. Daher genehmigt die CIA „erweiterte Verhörmethoden“. Diese stellen sich später als Folter heraus. Daniel Jones (Adam Driver) wird damit beauftragt alles darüber herauszufinden. Woher die Idee kam, wie sie umgesetzt wurde und welche Konsequenzen sie hatte. Leider zieht sich der Film ewig und auch Driver schafft es nicht den Film beinahe allein zu tragen. Da gab es schon bessere Aufdeckungsfilme. – Prime Original

Illuminati: Nachdem ich aufgrund der ganzen Schließungen in Rom an einer Illuminati-Führung teilnahm, hab ich mir zu Hause den Film noch einmal angesehen und somit noch einmal Robert Langdons Wettlauf gegen die Zeit auf der Suche nach den entführten Päpsten kreuz und quer durch Rom verfolgt.

Das schönste Mädchen der Welt: Roxy ist vom Internat in England geflogen und muss nun ganz kurzfristig mit auf Klassenfahrt. Sie freundet sich mit Außenseiter Cyril an, der wegen seiner großen Nase gemobbt wird. Für einige ist dies der beste deutsche Film der letzten Jahre. Dieser Meinung kann ich mich nicht anschließen. Platte Witze, platte Figuren, die nur darauf ausgelegt sind Klischees zu erfüllen und eine Geschichte, dessen Handlung absolut vorhersehbar war. Man kann es aber auch als Hilfeschrei der Lehrergemeinschaft sehen, denn die Klasse ist der absolute Horror.

Die Frau des Nobelpreisträgers: Joe Castleman bekommt die erlösende Nachricht, dass er den Nobelpreis in Literatur gewonnen hat. So reist er mit seiner Frau Joan und ihrem Sohn nach Stockholm. Doch Joan ist zusehens genervt von ihrer Rolle als Frau an der Seite des Nobelpreisträgers. Ein wichtiger Film über die Entwicklungen im Literaturbereich der letzten Jahrzehnte.

The Aeronauts: 1862. Der Meterologe James Glashier (Eddie Redmayne) will eine Ballonfahrt in revolutionärer Höhe unternehmen. Dafür hat er die Ballonfahrerin Amelia Wren (Felicity Jones) engagiert. Die 101 Minuten des Films werden nachezu in Echtzeit erzählt und nur durch Rückblenden unterbrochen. Und trotz des interessanten Themas, kommt keine richtige Spannung auf. Während Redmayne gewohnt zurückhaltent spielt, verliert sich Jones im nervigen Overacting. – Prime Original

Mein Nachbar Totoro: Nach dem Verlust der meisten Disneyfilme durch Disney+, scheint Netflix die Lücke durch die Produktionen von Studio Ghibli ausfüllen zu wollen. So hatte ich aber die Chance endlich einmal nachzuvollziehen, was hinter der Figur Totoro steckt. Und so verbrachte ich gefühlt einen Sommer lang im ländlichen Japan und begleitete die Schwestern Satsuki und Mei.

Unsere Erde 2: Ein Tag auf der Erde ist ein faszinierender Anblick. Von der Jagd im Morgengrauen bis in die tiefe Nacht hinein, kämpfen die verschiedensten Lebewesen ums Überleben. Faszinierende Bilder erzählt von der ruhigen Stimme Günther Jauchs.

Chris Rock – Tamborine: In diesem Netflix Comedy Special widmet sich Rock dem Themaa Männer und Frauen und wer im Haus wirklich die Hosen an hat. Dabei trifft er nicht unbedingt meinen Humor.

Serien – ein etwas ausführlicher Überblick

Der Prinz von Bel Air – Staffel 5 (Will Smith findet diesmal scheinbar die große Liebe, ausgerechnet in einer Studentin, die sich für eine Verbindung bewirbt)

Friends – Staffel 1-3 (In meinem dritten Versuch mit der Serie habe ich es endlich über die erste Folge hinaus geschafft. Sobald man sich einmal an die etwas kuriosen Charaktere gewöhnt hat, kommt man schnell in die Bingewatch-Falle)

Kim Possible – Staffel 1 (Disney+ bietet zahlreiche Serien meiner Kindheit. Eine davon war Kim Possible. Eine Staffel habe ich bereits durchgebinged)

The Witcher – Staffel 1 (Die Einführungsstaffel konnte mich noch nicht richtig überzeugen. Zu viele Nebenhandlungen und Charaktere.)

Doctor Who – Staffel 10 (Kaum habe ich mich mit Peter Capaldi als Doktor angefreundet, musste ich mich auch schon wieder verabschieden)

The Handmaids Tale – Staffel 1 (Wenn man sich damit abfindet, dass die Buchvorlage praktisch nur Stichwortgeber ist und die Serie viel mehr Details und Hintergründe beleuchtet, ist die Serie zwar noch immer nicht wirklich spannend, aber doch irgendwo sehenswert)

Pixar in real life – Staffel 1 (Kurzweilige Unterhaltung mit den altbekannten Pixarhelden)

Brain Games – Staffel 1-2 (Spannende Einblicke in unser Gehirn und wie es immer wieder überlistet wird)

Mein Lesemonat

Bücher insgesamt: 7
Seiten gesamt: 3.063
Seiten pro Tag: 99 im Durchschnitt
Gebundenes Buch: 1
Taschenbuch: 4
E-Book: 1
Hörbuch: 1

Poirot – die großen Vier: Agatha Christie erschuf für Hercule Poirot einen unschlagbaren, großen und einflussreichen Gegner. Herausgekommen ist ein Wirrwarr aus Einzelteilen, die irgendwann zu einer Geschichte verschmelzen, aber so gar nicht zu den bisherigen Werken der Autorin passen wollen.

Harry Potter und der Halbblutprinz: Der sechste Band um den Zauberlehrling lässt sie Welt in Angst erstarren. Denn der böse Zauberer Lord Voldemort ist zurück. Nun liegt es an Harry zusammen mit dem Schulleiter Dumbledore möglichst viel über Voldemorts Vergangenheit herauszufinden.

The Ivy Years 5 – Bis wir uns finden: Der inzwischen fünfte Teil der Ivy-Years-Reihe befasst sich mit Schauspielerin Lianne, die sich in DJ Trevi verliebt hat. Doch dieser hat aktuell ein ganz anderes Problem und kann sich nicht auf eine Beziehung einlassen. In den vorherigen Bänden hat es sich schon angekündigt, aber Autorin Sarina Bowen ist nun endgültig die Puste ausgegangen. So zieht sich die Geschichte ewig und Spannung kommt keine mehr auf.

Origin: Symbologe Robert Langdon ist mit seinem inzwischen fünften Abenteuer zurück. Und während die Geschichte wieder deutlich spannender als die Vorgänger ist, hat Langdon in seiner Rolle als Symbologe diesmal erstaunlich wenig zu tun.

Heute hat die Welt Geburtstag: Keyborder Flake erzählt aus dem Touralltag der Band Rammstein und deren Gründungsgeschichte. Humorvolle Erkenntnisse runden das Buch ab.

Das Café der guten Wünsche: Dies führen die drei Freundinnen Julia, Laura und Bernadette. Drei absolut naive Protagonistinnen, die sich mit dem Misanthropen Robert auseinander setzen müssen. Herausgekommen ist eine furchtbare Handlung, die sich erst ewig zieht und am Ende dann ganz übereilt endet.

Wer die Nachtigall stört: Dieser Klassiker führt den Leser in die 1930er Jahre in den Südstaaten. Die Kinder Jem und Scout des Rechtsanwalts Atticus Finch werden mit dem Rassismus ihrer Stadt konfrontiert.

Eine Handvoll Bücherkritiken

Wir haben März und ich habe bereits 9 Bücher meiner 20 für 2020 Liste abgearbeitet, und konnte sogar noch ein paar andere Bücher dazwischen quetschen. Läuft also bisher ganz gut. Hier nun fünf neue kurze Bücherkritiken:

Was perfekt war – Colleen Hoover

Die Handlung: Quinn und Graham sind seit acht Jahren verheiratet. Und obwohl die Beziehung auf undenkbare Weise begann, lieben sie sich innig. Doch nun steht ihre Ehe vor dem Aus und es scheint kein Entrinnen zu geben.

Meine Meinung: Mrs. Hoover, Sie wissen, dass ich Ihren Schreibstil und auch viele Ihrer Ideen sehr bewundere und einige Ihrer Werke zu meinen absoluten Lieblingen zählen. Doch bei Ihrem aktuellsten Werk bin ich etwas hin- und hergerissen. Sie erzählen die Geschichte einmal im Jetzt, wo Quinn und Graham nach acht Jahren vor den Trümmern Ihrer Ehe stehen, obwohl Sie sich noch immer lieben. Diese Abschnitte waren ein wenig langatmig, da Sie sich sehr lange weigern zu sagen, worum es eigentlich geht. Die Beiden tanzen umeinander und keiner spricht das Thema wirklich an. Bei jeder anderen Autorin hätte ich da das Buch schon lange aus der Hand gelegt und mich anderem gewidmet. Sie wiederholen Passagen immer und immer wieder und man will doch nur wissen, worum es denn eigentlich geht. Zum Glück schaffen Sie es auch diese Stellen durch Ihren unvergleichlichen Schreibstil irgendwie erträglich zu machen. Gerettet hat dieses Buch dann irgendwann die liebenswerten Charaktere und die Thematik irgendwann an sich, die sich einem ernsten Thema nähert, das einmal zu oft verschwiegen wurde. Sie nähern sich der Thematik vorsichtig und umsichtig und schaffen es dadurch es aus verschiedenen Blickwinkeln zu beleuchten. Dennoch wirklich gerettet hat das Buch die Passagen von Damals. Damals als Quinn und Graham sich kennenlernten. Hier beweisen Sie einmal mehr, dass Sie es schaffen supersüße kleine Geschichten zu erzählen, die so voller Liebe sind, das einem das Herz ganz warm wird. Auch wenn es hier irgendwann ziemlich sprunghaft zuging, ist das doch genau so eine Geschichte, die einem den Glauben an die Liebe zurückgibt. Und auch die finale Auflösung ist nichts geringeres als eine reine Hommage an die Liebe.

Wo das Glück zu Hause ist – Jenny Colgan

Die Handlung: Nina ist Bibliothekarin und igelt sich am liebsten mit einem guten Buch ein. Doch aufgrund der vielen Schließungen verliert sie ihren Job. Da kommt ihr der Gedanke sich mit einem kleinen Bücherbus selbstständig zu machen und von der großen Stadt Birmingham nach Schottland zu ziehen. Denn dort brauchen die Menschen dringend neuen Lesestoff. Und Nina als Expertin weiß natürlich auch genau, welches Buch sie jedem in die Hand drücken muss. Nur bei der Liebe fällt es ihr etwas schwerer.

Meine Meinung: Manchmal sehe ich ein Buch und verliebe mich sofort in ihre Idee. Und die Idee vom Bücherbus in Schottland begeisterte mich auf zweierlei Weise. Zum einen die damit einhergehende Liebe zu Bücher und zum anderen das Fernweh – meine eigene Schottlandreise im April wird wohl durch die aktuelle Situation ausfallen müssen. Leider schafft es Frau Colgan nur mich mit der Idee, nicht aber mit dem Buch an sich zu überzeugen. Denn hier wird uns eine absolut naive Protagonistin präsentiert, die mich nicht authentisch durch die Geschichte führen konnte. Mir waren ihre Ängste und Probleme sehr schnell sehr egal. Ihr wortkager, stets miesepetriger Vermieter, ist natürlich trotz seiner Grumpy-Art heiß, was Nina aber erst nach 3/4 des Buches auffällt. Man merkt, dass die Autorin eine Menge Ideen hat und alle versucht irgendwie unterzubekommen, letztlich aber jede nur kurz anspricht und dann relativ schnell eine Lösung findet. So wirkt die Handlung viel zu sprunghaft und es baut sich kein Lesefluss auf. Lediglich die beiden Liebesgeschichten nehmen einige Seiten in Anspruch, kommen aber irgendwie auch nicht voran. So schleppt man sich Seite für Seite vorwärts, verdreht mehr als einmal die Augen, wenn Nina wieder etwas unglaublich naives macht und erhofft sich ein baldiges Ende.

Someone New – Laura Kneidl

Die Handlung: Micah kommt aus gutem Haus und beginnt ihr Jurastudium, um ihren Eltern zu gefallen, die erfolgreiche Anwälte sind. Doch ein Schatten liegt über der Familie, da Micahs Bruder Adrian nach seinem unfreiwilligem Outing verschwunden ist. Eigentlich würde Micah lieber Kunst studieren, aber damit würde ihre Hoffnung auf eine wiedervereinte Familie entgültig zerstört werden. Dann trifft sie auf ihren Nachbarn Julian, der seltsam verschlossen wirkt. Doch Micah gibt nicht locker.

Meine Meinung: Mit Berühre mich. Nicht und Verliere mich. Nicht schaffte es Frau Kneidl bereits einen großen Vertrauensvorsprung bei mir zu haben. Auch diesmal konnte mich ihr Schreibstil sofort wieder gefangen nehmen, auch wenn über lange Strecken gefühlt nichts passiert. Man fragt sich immer wieder, was mit Julian los ist und fiebert doch mit Micah mit, ob sie Adrian irgendwann findet. Die ersehnte Auflösung kommt leider sehr spät, dafür steigert sich hier die Qualität des Buches ins unermessliche, weswegen ich dieses Buch eigentlich absolut jedem in die Hand drücken möchte. Denn hier wird mit einem Thema umgegangen, das sonst eher totgeschwiegen wird. Dabei dürfen dann auch alle Meinungen einmal geäußert werden, auch wenn das Buch sich eindeutig für eine Meinung entscheidet und diese vertritt. Ich möchte hier nicht die Auflösung vorweg nehmen, finde es nur schade, dass das Buch sich nach zwei Schlüssenszenen am Ende bereits verabschiedet. Gerade hier hätte ich mir noch ein paar Seiten mehr gewünscht. Mit der Protagonistin Micah bin ich zwar schnell warm geworden, konnte ihre Entscheidung aber nicht immer nachvollziehen. Ich freu mich auf jeden Fall auf den zweiten Teil, der die Geschichte von Julians Mitbewohnern erzählen wird.

Die großen Vier – Ein Fall für Poirot – Agatha Christie

Die Handlung: Poirot steht vor seinem bisher größten Fall. Eine Geheimorganisation mit vier einflussreichen Mitgliedern versucht ihn zum Schweigen zu bringen. Unterstützt wird er dabei von seinem alten Freund Hastings. Doch die großen Vier wollen sich einfach nicht schnappen lassen.

Meine Meinung: Bisher war ich von Mrs. Christie sehr angetan und verschlang Poirots Fälle. Doch diesmal wollte mich der Fall einfach nicht packen. Es wirkte eher wie eine verwirrende Ansammlung an Kurzepisoden, die viel zu schnell gelöst wurden und irgendwie immer unbefriedigend endeten. Mit den großen Vier wurde ein Gegner geschaffen, der viel zu groß angelegt wirkte und so gar nicht in das übliche Whodunnit Schema passen wollte. Also habe ich ein bisschen nachgeforscht und anscheinend war Mrs. Christie bei der Arbeit an diesem Buch in finanziellen Nöten und hat dann tatsächlich die Kapitel einzelnd veröffentlicht, um möglichst schnell an ein wenig Geld zu kommen. Leider wirkte dadurch die Gesamthandlung sehr unausgewogen und verlor sich in seinen ständigen Hinweisen auf die großen Vier, die doch immer gleich endeten. Dadurch wurde es ein regelrechtes Durchquälen durch 224 Seiten, die nicht zu enden schienen. So freue ich mich nun auf weitere Werke und versuche diesen Fehlschlag einfach zu vergessen.

Heute hat die Welt Geburtstag – Flake

Die Handlung: Flake ist Keyborder bei Rammstein. In seinem zweiten Buch beschreibt er den ganz normalen Ablauf eines Tages auf Tour. Gespickt wird dies mit Erinnerungen aus der Gründungszeit von Rammstein bis zum dritten Album und auch sonst allerlei Gedanken, die einem Keyborder so kommen.

Meine Meinung: Es war auf jeden Fall die richtige Entscheidung Heute hat die Welt Geburtstag als Hörbuch zu konsumieren. Flake schafft es durch seine ruhige Stimme den Worten seine ganz eigene Betonung zu geben, die rein auf dem Papier wohl beim Lesen anders rübergekommen wäre. Der humorvolle Stil dürfte auch nicht eingefleischte Rammstein-Fans ansprechen. Allerdings ist es als Fan wahrscheinlich noch einmal schöner auf diese Weise vermittelt zu bekommen, wie alles angefangen hat. Auch die Gedanken eines Musikers während des Konzerts sind erfrischend und interessant, kennt man es in der Regel ja nur von der anderen Seite. So begleitete mich das Hörbuch auf Reisen, ließ mich schmunzeln, wundern, lachen, grübeln und vorallem konnte es die Reisezeit gefühlt verkürzen.

Origin

Ein Vorwort

Dan Brown veröffentlichte bereits im Jahr 2017 sein inzwischen fünftes Werk über den Symbologen Robert Langdon. Doch nach einem ziemlich langgezogenem Inferno und einem zuvor bereits sehr schwachem Verlorenem Symbol, hatte sich meine Begeisterung für Browns Werke stark abgekühlt. So wollte ich Origin gar nicht erst kaufen, zumal Browns Werke auch gerne mal 25€ kosten. Als Thalia das Buch dann bei einer Lagerräumung für 4€ raushaute, wurde ich dann doch schwach. Und nun war die Zeit gekommen, um Origin doch eine Chance zu geben.

Die Handlung

Robert Langdon wurde von seinem ehemaligen Studenten, dem Zukunftsforscher Edmond Kirsch, zu einer bahnbrechenden Enthüllung seiner Forschung ins Guggenheim Museum in Bilbao eingeladen. Doch durch ein Unglück wird die Ausstrahlung, die die Welt in eine Glaubenskrise stürzen soll, verhindert. Langdon versucht zusammen mit Ambra Vidal, der Direktorin des Museums, Kirschs Entdeckung doch noch zu enthüllen. Dabei gerät er in einen Strudel mit den Anführern der drei großen Weltreligionen und des spanischen Königshauses.

Die Thematik der Brown-Werke

1998 schrieb Dan Brown seinen ersten Roman Diabolus (in Deutschland 2005 erschienen). Hier befasste er sich mit einem Supercomputer der NSA, der alle Verschlüsselungen knacken kann. Hier probierte sich Brown noch aus, schaffte es aber schnell Erfolg zu haben. Illuminati wurde der zweite Roman Browns, 2000 erschienen (in Deutschland 2003 und damit vor Diabolus). Hier erschuf er den Symbologen Robert Langdon, der in Origin seinen inzwischen fünften Auftritt hat und in den Verfilmungen von Tom Hanks gespielt wird, was ihn noch einmal wesentlich sympathischer erscheinen lässt. In Illuminati lässt Brown vier Kardinäle während des Konklaves entführen und zu bestimmten Uhrzeiten hinrichten. Langdon muss einer alten Fährte Galileis folgen und es folgt eine Hetzjagd gegen die Zeit durch Rom. Hier griff Brown zum ersten Mal die Kirche an, auch wenn das Ende einen versöhnlichen Ton annimmt und auf eine Vereinbarkeit zwischen Kirche und Wissenschaft pocht.
2001 (in Deutschland 2003) erschien dann Browns drittes Buch Meteor. Hier verzichtete Brown noch auf Langdon als Helden. Meteor ist leider noch immer eines der Werke, die wohl meinen SuB nie verlassen wird.
2003 (in Deutschland 2005) erschien dann der zweite Teil um den Symbologen Robert Langdon mit Sakrileg. Verfilmt unter dem Originaltitel The Da Vinci Code ist Langdon diesmal in Paris und London auf der Suche nach dem heiligen Gral. Mit seinen Vermutungen über die Rolle Maria Magdalenas schien sich Brown entgültig mit der Kirche überworfen zu haben. Beide Werke Sakrileg und Illuminati brauchten Langdon als Symbologen und er bringt durch seine Geschichtskenntnisse die Handlung deutlich voran. Eine zeitlang wurde es ruhig um Brown. Erst 2009 ging es mit den Abenteuern Langdons weiter. Das Verlorene Symbol spielte diesmal auf amerikanischem Boden und hatte die Freimaurer als Thematik. Leider schien Brown trotz der langen Vorbereitung die Puste ausgegangen zu sein. Ich könnte die Handlung des Buches nicht einmal mehr wiedergeben, so schnell hatte ich sie nach dem Lesen wieder vergessen. So wurde auch die geplante Verfilmung auf unbestimmte Zeit verschoben und Langdons vierter Fall Inferno vorgezogen.
Die Buchvorlage für Inferno erschien 2013. Auch hier hatte sich Brown wieder ausgiebig Zeit genommen, um eine detaillierte Recherche vorzunehmen. Diesmal ging es um Danthes Inferno, ein Teil seines Buches die Göttliche Komödie. Zunächst schien die Geschichte auch wieder deutlich spannender als das Verlorene Symbol zu werden. Doch nachdem sich Brown offensichtlich in die Stadt Florenz verliebt hatte und sich in seinen Beschreibungen, gerade der Kunstwerke in den Uffizien, verlor, wurde das Buch zunehmend langatmiger, obwohl die Ansätze und Gedankengänge durchaus interessant waren und das Ende durchaus spannend. Der Film konnte jedoch gerade die Botschaft am Ende nicht vermitteln und hat sie einfach umgeschrieben, was den Film belanglos wirken lässt.
2017 erschien nun Langdons fünfter Fall Origin. Diesmal zog es Brown nach Spanien. Auch schien er sich mal wieder mit der Kirche anlegen zu wollen, so dass bereits im Klappentext berichtet wird, dass sich die Entdeckung des Zukunftsforschers Edmond Kirsch mit allen großen Religionen anlegt. Ebenfalls erfindet er diesmal einen neuen Supercomputer, was an seine Anfänge mit Diabolus erinnert. Geht Brown also in doppelter Sicht zum Ursprung (Origin) zurück?

Meine Meinung

Dan Brown versteht sich darauf am Anfang erst einmal allerlei Handlungsstränge aufzumachen und gefühlt jedes Kapitel mit einem Rätsel enden zu lassen. Dafür nimmt er sich die ersten hundert Seiten Zeit um das Grundgerüst seiner Geschichte zu bauen. Sobald man diese überstanden hat, fängt die Geschichte an langsam spannend zu werden. Etwas nervend ist lediglich, dass einem immer wieder von verschiedenen Personen gesagt wird, dass Kirschs Forschung und Erkenntnisse „bahnbrechend“ seien und „unser Denken, aber vor allen den Glauben, auf den Kopf stellen würden“. Durch die Entwicklungen bei der Präsentation gelangt diese aber erst einmal in den Hintergrund. Etwas frustrierend war es beim Lesen schon immer wieder hingehalten zu werden.
Der Mittelteil ist eine spannende Hetzjagd durch Bilbao und schließlich Barcelona. Ähnlich wie seine Figur Langdon scheint sich Brown aber mit der modernen Kunst schwer zu tun. So tauchen gerade die Werke Gaudis immer wieder auf, aber große Geheimnisse verbergen sich hier nicht. Dies ersparte uns zwar endlose Kunstvorträge, wie zuletzt in Inferno, aber Langdon bekam in seiner Funktion als Symbologe erstaunlich wenig zu tun. Auch ohne ihn hätte die Geschichte funktioniert und damit wird das Rätsel, das es zu lösen gilt, ihm nicht gerecht.
Achtung! Ich werde noch ein paar Worte über das Ende verlieren. Auch wenn ich versuce mich allgemein zu halten, kann es sich je nach Definition um Spoiler handeln!
Auch das Ende lässt einen dann etwas ratlos zurück. Die große Ankündigung entpuppt sich als teils durchdachte Version der Evolution und als teils an den Haaren herbeigezogene Zukunftsvision. Darauf über 500 Seiten hinzustreben, scheint es am Ende irgendwie nicht so richtig wert. Auch die danach noch offenen Handlungsstränge scheinen sich zunächst im Nichts zu verlaufen, ehe sie auf den letzten Seiten dann doch noch gelöst werden. Allerdings ist auch die Lösung ein bisschen einfach gehalten. Alle nebenbei eingeführten Personen verlieren mit einem Mal an Bedeutung. Hier hatten die Leser doch etwas mehr verdient. Spoiler Ende
Wirklich überwerfen dürfte sich Brown diesmal wohl mit der Kirche nicht, findet er doch diesmal – ähnlich wie in Illuminati – am Ende tröstende Worte über Kirche und Wissenschaft und wieso sie nicht gänzlich das gegensätzliche predigen. Seine zentralen Themen, wie die Schöpfung bzw. die Evolution, ziehen sich zwar wie ein roter Faden durch das Buch, doch so richtig auf den Punkt kommt Brown leider nicht. So ist Origin zwar nach Das Verlorene Symbol und leider auch Inferno wieder auf einem richtigen Weg gewesen, kann aber nicht an Illuminati und Sakrileg heranreichen. Ein paar mehr Rätsel und vielleicht ein paar ernst gemeinte Symbolentschlüsselungen für Langdon hätte das Buch gut verkraften können. Dennoch bin ich nun fast wieder gespannt auf ein weiteres Werk Browns.

Das Fazit

Origin hält seine eigenen Versprechen nicht. Trotz spannendem Mittelteil kann das Ende die hohen Erwartungen nicht halten. Auch hat Symbologe Langdon wenig zu tun, vielmehr darf er sich lediglich über die moderne Kunst beschweren. Dennoch wieder ein starker Fortschritt zu Browns beiden Vorgängerwerken.

Rückblick auf den Februar

Der kürzeste Monat des Jahres war dieses Jahr gar nicht so kurz und brachte uns relativ zeitig die Oscarverleihung. Bei mir wurde der Februar ein sehr filmlastiger Monat, zum einen, was die Kinogänge anging, aber auch was das Heimkino so zeigte. Aber auch von meiner 20 für 2020 Liste konnte ich ein bisschen was abhaken.

Cinemathek

Porträt einer jungen Frau in Flammen: Malerin Marianne reist auf eine einsame Insel, um Eloise zu malen, die davon aber nichts mitkriegen darf. Dabei knüpfen die beiden Frauen ein ganz besonderes Band. Ein Film voller schöner Bilder, interessanter Charaktere, ruhiger Erzählart und eine versprühende Erotik, die gerade durch die Subtilität funktioniert.

Sneak Preview

Bombshell: Die wahre Geschichte über den Missbrauchsskandal bei FOX News gegen den früheren Senderleiter Roger Ailes. Stark gespielt, versinkt aber in Zeitsprüngen und zu vielen Nebencharakteren, das man der eigentlich wichtigen Handlung nicht richtig folgen kann.

The Gentleman: Drogenbaron Mickey Pearson will sein Imperium verkaufen. Das sorgt für allerlei Trubel. Heraussticht die besondere Erzählart, die dem Film einen ganz eigenen Rhythmus gibt. Sobald man sich an den gewöhnt hat, entfaltet der Film einen Sog, den er bis zum Ende durchhält.

Filme – auf der großen Leinwand gesehen

Jojo Rabbit: Jojo ist in der Hitlerjugend zur Zeit des zweiten Weltkriegs und hat Adolf Hitler als imaginären besten Freund. Doch als er feststellt, dass seine Mutter eine Jüdin versteckt, stellt das sein Weltbild auf den Kopf. Ein Film, der einen auf zwei Weisen zum Weinen bringt. Durch die Komik und Satire und durch die dramatische Geschichte.

Little Woman: Jo March wächst mit ihren drei Schwestern in ärmlichen Verhältnissen auf. Schon früh ist es ihr größter Wunsch Schriftstellerin zu werden. Doch Mitte des 19. Jahrhunderts ist es für Frauen schwierig Geld zu verdienen. Dennoch versucht Jo gegen die strengen Konventionen zu rebellieren. Little Woman ist trotz reduzierter Inszenierung ein Film, der tief ins Herz geht. Durch liebevolle Charaktere und ein Schwesterband, das unerschütterlich scheint, braucht es kaum Drama, um einen einfach nur schönen Film zu inszenieren.

Parasite: Eine arme Familie erschleicht sich nach und nach Jobs bei einer reichen Familie.  Parasite ist ein Film, der verschiedene Genres vermischt und doch eine deutliche Systemkritik spüren lässt. Stellenweise sehr extrem inszeniert, kommt er mit einer starken ersten Hälfte und einer überraschenden zweiten Hälfte daher.

Birds of Prey: Harley Quinn hat sich vom Joker getrennt. Dadurch wird sie zu Freiwild. Sie stimmt zu einen Auftrag des Mafiabosses Sionis anzunehmen. Dabei trifft sie auf noch mehr Frauen, die nach Emanzipation suchen. Der Film hat zwei Schwerpunkte, die beide zu kurz kommen. Dies macht er aber mit einer großen Portion Spaß und Frauenpower wett und schafft es trotz Stolpersteine zu funktionieren. Garniert wird das mit dem besten Finale seit Endgame.

Enkel für Anfänger: Drei Renter stehen an einem Punkt, an dem sie etwas im Leben ändern wollen. So legen sie sich – teilweise nicht ganz freiwillig – Patenenkel zu. Da ist das Chaos vorprogrammiert. Eine gutes Drama, das sich hinter einer nicht funktionierenden Komödie verbirgt. Aber genau dann, wenn der Film ruhiger wird und hinter die Masken schaut, zeigt er seine große Stärke.

Nightlife: Milo und Renzo wollen ihre eigene Bar eröffnen. Doch während Renzo sich in Schwierigkeiten bringt, um an Geld zu kommen, versucht Milo ein Date unter außergewöhnlichen Umständen hinzubekommen. Leider eine Komödie, die eher durch plumpe Witze und Klischees versucht vorwärts zu kommen. Bis auf wenige Momente funktioniert das Konzept nicht.

Sonic – the Hedgehog: Die Videospielreihe bekommt ihre Verfilmung. Dabei wird eine einfache Origin Story erzählt, die für Fans der Spiele durchaus funktionieren kann, für alle andere aber wenig Neues bietet.

Ruf der Wildnis: Der Weg eines Hundes nach Alaska. Dort hat er mit immer neuen Herausforderungen zu kämpfen. Auch wenn viele den CGI Hund kritisieren, findet man gerade durch die übertriebene Mimik des Hundes eine Verbindung und verliert sich schnell in den eisigen Kälten Alaskas.

Filme – auf großem Fernseher gesehen

Erneut gesehen habe ich Dogma und Harry Potter und der Gefangene von Askaban

Die zwei Päpste: Der amtierende Papst Benedikt XVI. und der zukünftige Papst Franziskus treffen sich und führen Gespräche, die zum finalen Rücktritt Benedikts führten. Ein Film, der den Drehbuchoscar durchaus verdient gehabt hätte, denn er schafft es allein durch Dialoge den Zuschauer an den Fernseher zu fesseln. – Netflix Original

Late Night: Katherine Newbury hat eine Late Night Show, die nicht mehr so richtig läuft. Also will sie in ihrem rein männlichen Autorenteam eine Frau engagieren. Die verträumte Molly kommt da gerade richtig. Eim Film über zwei Frauen, die es auf unterschiedliche Art in einer Männerdomäne versuchen. Dabei schafft er es nicht durchgehend eine starke Performance hinzulegen und versinkt in Nebenhandlungen.

Long Shot: Die amerikanische Außenministerin will für das Präsidentenamt kandidieren, doch dafür sollen ihre Reden besser werden. Da passt es ihr sehr gut einen alten Bekannten aus Kindertagen wieder zu treffen. Sein Auftreten passt zwar nicht ins Schema, dafür treffen seine Texte ins Schwarze. Wer auch immer auf die Idee kam  Charlize Theron und Seth Rogen in eine romantische Komödie zu stecken, hatte zwar eine gute Grundidee, doch leider funktioniert der Film eher schlecht als recht. Vor allem, wenn man einen Funken Realismus erwartet.

I,Tonya: Die Geschichte Tonya Hardings, die eine vielversprechende Eiskunstlaufkarriere vor sich hatte, bis der Vorfall mit einer zertrümmerten Kniescheibe ihrer Konkurrentin auf sie zurückfällt. Der Film stützt sich dabei auf Interviews, die einen am Ende immer noch zweifeln lassen, was damals wirklich passiert ist. Dafür bietet er eine starke Geschichte mit engagierten Darstellern.

Isle of Dogs: Ein etwas gewöhnungsbedürftig erzählter Animationsfilm über eine Welt, in der Hunde auf eine Müllinsel zum sterben gebracht werden, weil sie angeblich für Seuchen verantwortlich seien. Und die Geschichte eines Jungen, der auf der Suche nach seinem Hund ist. Der Film punktet durch viele kleine Spitzen und viele kleine Momente und fühlt sich eher wie ein Episodenfilm an. Einen Blick riskieren lohnt sich.

Filme – leider in diesem Monat verpasst

Just Mercy: Ein junge Anwalt setzt sich für Todestraktinsassen ein. Starker Trailer mit starker Botschaft. Hier wäre ich gespannt, was der Film noch alles kann.

Ganz knapp nicht auf die Liste geschafft hat es Chaos auf der Feuerwache

Serien – ein kurzer Rückblick

Im Februar habe ich – mal wieder – die ersten beiden Staffeln von IT Crowd geschaut. Außerdem habe ich die außergewöhnlichsten Häuser der Welt mit Staffel 2b fortgesetzt. Auch diesmal waren wirklich interessante Gebäude in den unterschiedlichsten Ländern dabei. Einen Blick gewagt habe ich auf The Kominsky Method mit der ersten Staffel. Die Serie konnte mich zwar irgendwo kriegen, aber ich kann nicht genau sagen, ob ich die mochte. Und zum Schluss konnte ich endlich bei American Horror Story die vierte Staffel beenden. Die Freak Show hatte mich wie die Staffeln zuvor irgendwann durch ihre hundert Nebenstränge verloren, konnte mich jetzt am Ende aber noch einmal kriegen. Vielleicht ist es einfach eine Serie, die ich nicht am Stück gucken sollte.

Mein Lesemonat

Bücher insgesamt: 4
Seiten gesamt: 2.256
Seiten pro Tag: 78 im Durchschnitt
Taschenbuch: 3
E-Book: 1

Was perfekt war: Colleen Hoover ist zurück und präsentiert mit Was perfekt war eine gewohnt gute Liebesgeschichte, doch diesmal geht es auch um die gleiche Geschichte acht Jahre später, wo ein Problem eine funktionierende Ehe zu zerstören droht. Wieder widmet sich Hoover einem wichtigen Thema, schafft es aber eher durch die Rückblenden den Leser bei der Stange zu halten, da sie sich an einem gewissen Punkt in Wiederholungen verliert.

Harry Potter und der Orden des Phönix: Da mein Lebensgefährte sich aktuell zum ersten Mal der Bücher in Form der Hörbücher annimmt, lese ich parallel wieder mit. Der fünfte Band ist bekanntlich der zähste der Reihe, allerdings hatte ich ihn schlimmer in Erinnerung.

Wo das Glück zu Hause ist: Nina liebt Bücher. Als nicht nur sie ihren Job als Bibliothekarin verliert, sondern auch die Bücher ihr Zuhause, eröffnet sie einen mobilen Buchladen in Schottland. Weit ab größerer Städte könnte jedoch mehr auf sie zukommen als nur ein beruflicher Neustart. Ich mochte die Grundidee und wollte das Buch wirklich mögen. Leider verliert sich die Autorin in ihren Ideen, hält sich an bestimmten Teilen zu lange auf und hastet dann an anderer Stelle, so dass ihre Charaktere sehr sprunghaft wirken. Und ihre Protagonistin ist leider ein kleines Naivchen, das natürlich trotzdem alles problemlos meistert. Es konnte mich nicht überzeugen.

Someone New: Laura Kneidl nimmt sich einem neuen Thema an, das viel zu lange Tabuthema war. In über 500 Seiten erzählt sie die Geschichte von Micah, die aus gutem Hause kommt, und ihren verschwundenen Bruder sucht, der nach seinem Outing von ihren Eltern verstoßen wurde. Dabei lernt sie Julian kennen, der ebenfalls ein Geheimnis zu haben scheint. Eine starke Geschichte, die am Ende etwas sprunghaft aufgelöst wurde – was jedoch meckern auf hohem Niveau ist. Am liebsten würde ich das Buch jedem in die Hand drücken.

 

 

Rückblick auf den Januar 2020

Und da ist der erste Monat 2020 auch schon wieder vorbei. Abgesehen davon, dass ich Geburtstag hatte und schon wieder näher an die 30 gerückt bin, fing das Jahr auch gleich schon mit einem Highlight an: Ich habe es nach fünf Jahren endlich wieder geschafft, ein Sabaton-Konzert zu besuchen. Mit ihrer Tour zum Album Great War haben sie sich musikalisch einmal mehr mit dem ersten Weltkrieg auseinander gesetzt.

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Ansonsten geht es hier wieder einmal kurz um meinen medialen Januar. Die ersten Anfänge für die bevorstehenden Academy Awards merkt man bereits, der Großteil wird jedoch wieder auf den Februar entfallen.

Sneak Preview

1917: Mitten im ersten Weltkrieg werden zwei Soldaten losgeschickt, um den Befehl eines abgesagten Angriffes zu überbringen. Dafür riskieren sie ihr eigenes Leben. Der Film brilliert vor allem durch die Kameraeinstellungen, die den Zuschauer immer mitten im Geschehen vermuten lässt. Darüber hinaus ist er sehr realitätsnah und undramatisch gehalten.

21 Bridges: Manhatten verbindet 21 Brücken mit dem Festland. Nach einem gescheiterten Drogendeal und mehreren toten Polizisten, wird die Insel abgeriegelt. Leider nutzt der Film seine Möglichkeiten nicht und erzählt einen Thriller nach Schema F. Damit kommt er aber aus der Mittelmäßigkeit nicht hinaus.

Anime Special

Weathering with You: Der Nachfolger des wunderbaren Your Name. befasst sich mit einer nicht enden wollenden Regenzeit in Tokyo und einem Mädchen, das durch Gebet die Sonne für kurze Zeit hervorlocken kann. Ein schöner Coming-of-age Film mit fantastischen Elementen. Kommt nicht an den Vorgänger heran, erzählt aber trotzdem seine Geschichte.

Filme – auf großer Leinwand gesehen

Knives Out: Der erfolgreiche Krimiautor Harlan Thrombey wird tot aufgefunden. Die Familie findet sich zur Testamentseröffnung ein. Detektiv Benoit Blanc nutzt die Chance, um den vermeintlichen Selbstmord näher zu untersuchen. Ein Film nach feinster Agatha Christie Manie mit interessanten Charaktern, allen voran Daniel Craigs Blanc, und einer spannenden Handlung, der den Balanceakt zwischen alteingessesenem Genre und neuartiger Erzählweise geschickt meistert.

Die fantastische Reise des Dr. Dolittle: Robert Downey Jr. beerbt Eddie Murphy als Arzt, der mit den Tieren sprechen kann. Als Grundidee sehr schön, leider mutiert der Film schnell zu einem 08/15 Abenteuerfilm, der somit von Anfang bis Ende vorhersehbar ist. Aufgebaute Vorlagen und running gags werden nicht genutzt und so bleibt der Film leider weit hinter seinen Möglichkeiten.

Lindenberg. Mach dein Ding: Udo Lindenberg ist inzwischen erfolgreicher deutschsprachiger Künstler, aber wie fing das eigentlich alles an? Biopic mit sehr sprunghafter Erzählweise. Wer aber gerne mehr über den Herrn erfahren möchte und kein Problem mit massenweise Zeitsprüngen hat, sollte hier einmal einen Blick wagen.

Filme – auf großem Fernseher gesehen

Erneut gesehen habe ich Shazam (musste ihn unbedingt meiner besten Freundin mal zeigen), The Great Wall (musste mein neues Soundsystem ausprobieren) und Meisterdetektiv Pikachu (musste den neuen Fernseher testen)

Der Sternenwanderer: Fantasiefilm über einen gefallenen Stern und einen jungen Mann, der mit dem Stern das Herz einer Frau gewinnen will. Allerdings ist er nicht der einzige, der hinter dem Stern her ist. Die erste Hälfte war tatsächlich sehr nichtssagend und hat zu viele Rollen eingeführt. Doch nach dem Auftauchen von Robert de Niro bin ich mit dem Film immer wärmer geworden.

Isn’t it romantic?: Natalie kann mit Romantik und dem ganzen Kram nichts anfangen. Romantische Komödien sind ihr zutiefst zuwider. Bis sie sich selbst in einer wiederfindet. Der Film, der alle Klischees romantischer Komödien aufgreift und sie verdreht bzw. überspitzt und so sowohl für Fans des Genres als auch für alle anderen einen absolut lustigen Film ergibt. – Netflix Original

Marriage Story: Charlie und Nicole wollen sich scheiden lassen. Eigentlich hatten sie sich auch geeinigt, wie das ganze ablaufen soll. Doch Nicole berät sich mit ihrer Anwältin, die zusammen mit Charlies Anwalt eine wilde Schlacht um alle Besitztümer und vor allem um den gemeinsamen Sohn anzettelt. Dieser Oscarkandidat zeigt nicht nur die schlimmsten Seiten einer Scheidung, sondern auch wie verkehrt das Rechtssystem sein kann. Sehr gut gespielt und mit starken Dialogen, sprang bei mir der letzte Funke nicht über, weswegen er sich für mich ziemlich gezogen hat. – Netflix Original

Crawl: Haley sucht während eines Hurrikans in Florida ihren Vater. Sie findet ihn im Keller ihres alten Hauses, verletzt. Beim Versuch ihn zu retten, wird sie selbst von Alligatoren angegriffen. Eingesperrt im eigenen Haus, versuchen Vater und Tochter nun zu entkommen. Man sollte bei diesem Film nicht allzusehr auf Logik hoffen, wenn man aber sich darauf einlässt, dass Alligatoren hier blutrünstige Bestien sind und trotzdem eher kleinere Wunden verursachen, dann hat man mit diesem Film durchaus einen nervenzerrenden spannenden Katastrophenfilm.

Hereditary: Nach dem Tod der Mutter scheint ihr Geist noch immer im Haus der Familie Graham zu wohnen. Und während vor allem Mutter Annie immer hysterischer wird, wird es noch dramatischer im Hause Graham. Ein Film, der wohl für Horrorliebhaber funktioniert, mich aber nicht abholen konnte. Gerade Toni Collette in beinahe Dauerhysterie wird auf Dauer anstrengend.

Juliet, Naked: Tucker Crowe ist der absolute Lieblingskünstler von Duncan. Seiner Frau Annie hat er jedoch nicht mehr viel zu sagen. Nach der Trennung der beiden, trifft Annie aber ausgerechnet auf Tucker Crowe. Beide verstehen sich gut und helfen sich aus ihren festgefahrenen Leben. Ein schöner ruhiger Film über einen abgestürzten Rockstar, der sich im normalen Leben wiederfindet.

Filme – leider in diesem Monat verpasst

Bad boys for life: Das Wiedersehen der Bad Boys Will Smith und Martin Lawrence habe ich leider nicht mehr geschafft zu sehen.

Violet Evergarden und das Band der Freundschaft: Das zweite Animespecial diesen Monat hat sich leider mit meiner Schicht überschnitten. Die Serie Violet Evergarden habe ich aber sehr gerne gesehen und hätte mich daher über dieses Special wohl gefreut.

Serien – ein kurzer Überblick

Der Januar wurde bei mir durch Serienfinale geprägt. So lief zum einen die finale 12. Staffel von The Big Bang Theory und veranlasste mich kurzerhand zu einer Hommage. Ebenfalls lief die 12. Staffel von Bones, die noch einmal mit einem großen Knall beendet wurde. Ebenfalls traurig hat mich das Ende mit der 6. Staffel von Grace & Frankie gestimmt. Hier war es wohl besser auszuhören, ehe sie schlecht wird, aber das Ende kam mir dann doch zu plötzlich. Fortgesetzt habe ich Brooklyn 99 mit der 5. Staffel, die mich kurzweilig wieder zu unterhalten vermochte. Neu getestet habe ich Batwoman mit einer sehr attraktiven Ruby Rose in der Hauptrolle. Die erste Staffel birgt eine interessante Bösewichtin und schafft es durchweg spannend zu bleiben.

Mein Lesemonat

Bücher insgesamt: 4
Seiten gesamt: 1.278
Seiten pro Tag: 41 im Durchschnitt
Gebundene Bücher: 1
Taschenbuch: 2
E-Book: 1

Naughty, Sexy, Love – Dive Bar Teil 3: Eric Collins ist der geborene Badboy. Doch nach einem Schicksalsschlag versucht er sich zu ändern. Dabei trifft er die attraktive Jean. Diese ist jedoch schwanger und allein. Eric will sich eigentlich fernhalten, schafft es jedoch nicht. Der Abschluss der Dive Bar Trilogie kommt mit dem unsympathisten Charakter der Vorgängerbände daher, der sich für den Leser jedoch schnell wendet. Handlung etwas konstruiert und somit schwächer als die Vorgänger, aber dennoch ein schönes Buch für zwischendurch.

James Bond 2 – Leben und sterben lassen: 007 wird in die USA gerufen. Mr. Big, ein Drogenbaron, soll endlich gestellt werden. Die Jagd führt Bond bis Jamaika. Der zweite Band der 007 Reihe ist weitaus spannender als Casino Royal, zieht sich streckenweise dennoch.

Momo: Obwohl Michael Ende einer der Autoren ist, die ich am häufigsten gelesen habe und seine unendliche Geschichte bis heute mein Lieblingsbuch ist, habe ich es bisher immer verpasst Momo zu lesen. Die Geschichte um ein junges Mädchen, das den grauen Herren, von Beruf Zeitdieben, entgegentritt, konnte mich aber auch jetzt noch in den Bann ziehen.

Puh der Bär: Die Gesamtausgabe enthält Puh der Bär und Puh baut ein Haus. Winnie Puh ist auch so eine Figur aus meiner Kindheit, die mich noch immer begleitet. Die Originalvorlage fand ich dann aber doch etwas anstrengend geschrieben und A.A. Milne misst sich wohl mit Tolkien um die Anzahl der meisten Lieder. Dennoch sind es irgendwo die Geschichten, die ich seit meiner Kindheit kannte.