Verpasst im September 2016

Hallo ihr Lieben,
der September dieses Jahr war schon etwas seltsam. So oft habe ich meine Sommersachen noch nie aus dem Schrank gekramt, wie in diesem September. Erst war es wieder 30°C, dann auf einmal wieder unter 20°C und dann kam die nächste Hitzewelle. Abgesehen vom Wetter war der September auch voller Filme unterschiedlicher Genres. Das Sommerloch wurde eindeutig wieder aufgeholt. Ich habe 8 reguläre Filme gesehen, plus Montags die Cinemathek, und trotzdem noch einige Filme verpasst.

1) The Light between Oceans: Mit Michael Fassbender und Alicia Vikander ist dieses Drama mit zwei sehr starken Schauspielern besetzt und das allein ist schon Grund genug diesen Film auf meiner Liste zu behalten.

2) My first lady: Die Geschichte, wie sich Barack und Michelle Obama kennenlernten. Mich interessieren weniger die Personen an sich, als das ich vom Film eine schöne Romanze erwarte. Auch diesen Film hol ich noch nach.

3) Findet Dorie: Die Fortsetzung von Findet Nemo brauchte 13 Jahre, aber nun ist sie im Kino angelaufen. Auch der Film wird definitiv noch nachgeholt.

4) Mit dem Herz durch die Wand: Was passiert, wenn man alles hört, was in der Wohnung neben an passiert, aber sich nicht beschweren kann, weil die andere Wohnung nicht einmal im selben Bezirk liegt? Hier soll Romantik entstehen und das werd ich auch noch erfahren!

Blogparade: My 100 greatest films of the 21st century … so far

Hallo ihr Lieben,
auf dem absolut letzten Drücker und in stundenlanger Arbeit habe ich es doch noch geschafft eine Liste mit allen Filmen, die ich seit 2000 gesehen habe zu erstellen, und daraus die, meiner Meinung nach, 100 besten Filme herauszusuchen. Meine Liste wird in chronologischer Reihenfolge (geordnet nach Erscheinungsjahr) sein und nicht in wertender, denn ich will versuchen eine gute Balance zwischen allen Genres zu schaffen und die einzelnd zu bewerten ist sehr schwer! Ich habe versucht Filme zu nehmen, die ich entweder herausragend gut finde, oder die in ihrem Genre eine besonders gute Leistung abgeliefert haben und sich von den Genreklitschees gelöst haben. Mir ist beim Erstellen aufgefallen, dass ich mich eigentlich erst seit 2014 wirklich intensiv mit Filmen befasst habe, weswegen die Jahre davor etwas dünner gesäht sind. Die genauen Regeln findet ihr bei der Schöpferin dieser Blogparade Miss Booleana.

1) Die 9 Pforten.
2) Pitch Black – Planet der Finsternis
3) Requiem for a Dream
4) A beautiful mind
5) Donnie Darko
6) Memento
7) Oceans 11
8) Catch me if you can
9) Minority Report
10) Butterfly Effect
11) Harry Potter und der Gefangene von Askaban
12) Lauras Stern
13) Das Meer in mir
14) Das Phantom der Oper
15) Terminal
16) Lord of War
17) Stolz und Vorurteil
18) Blood Diamond
19) The hills have eyes
20) Pans Labyrinth
21) Peaceful Warrior
22) Silent Hill
23) Tristan & Isolde
24) Der seltsame Fall des Benjamin Button
25) Invictus – Unbezwungen
26) The hurt locker
27) Black Swan
28) Eat Pray Love
29) The King’s Speech
30) Tucker & Dale vs. Evil
31) Moneyball
32) Larry Crowne
33) The Cabin in the Woods
34) Flight
35) Les Mierables
36) The Avengers
37) Pitch Perfect
38) Silver Linings
39) Vielleicht lieber morgen
40) Alles eine Frage der Zeit
41) Das erstaunliche Leben des Walter Mitty
42) Remember Sunday
43) Philomena
44) Saving Mr. Banks
45) Die Unfassbaren – Now you see me
46) #Zeitgeist
47) Der Chor – Stimmen des Herzens
48) Die Entdeckung der Unendlichkeit
49) Guardians of the Galaxy
50) The Imitation Game
51) John Wick
52) Monsieur Claude und seine Töchter
53) Der Richter
54) Das Schicksal ist ein mieser Verräter
55) Still Alice
56) Whiplash
57) Alle steht Kopf
58) Ant Man
59) The Big Short
60) Brooklyn
61) Bridge of Spies
62) Codename UNCLE
63) The Danish Girl
64) Ex_Machina
65) Die Frau in Gold
66) Frühstück bei Monsieur Henri
67) The hateful eight
68) Kingman – The secret service
69) Krampus
70) Mad Max – Fury Road
71) Der Marsianer
72) Picknick mit Bären
73) Raum
74) Sicario
75) Spotlight
76) Unter dem Sand
77) Son of Saul
78) Bad Moms
79) BFG – Big friendly giant
80) Deadpool
81) Eddie, the Eagle
82) Ein ganzes halbes Jahr
83) Ein Hologramm für den König
84) Hail Caesar
85) Money Monster
86) SMS für dich
87) Snowden
88) War Dogs
89) Zoomania
90) Der Herr der Ringe – die Gefährten
91) Brücke nach Terabithia
92) Inception
93) Ziemlich beste Freunde
94) Nightcrawler
95) Bubble Boy
96) Fluch der Karibik
97) Ratatouille
98) The Children
99) Slumdog Millionär
100) Kiss the cook

The Purge – Election Year

Am 15.09.2016 erschien der inzwischen dritte Teil der Purge-Reihe in den deutschen Kinos.

In den USA stehen die Präsidentschaftswahlen kurz bevor. Die Senatorin Charlie Roan tritt gegen den Kandidaten der neuen Gründungsväter an und will die Purge abschaffen. Leider steht eben diese Nacht im Jahr, in der für 12 Stunden alle Verbrechen, inklusive Mord, erlaubt sind, kurz bevor. Die Senatorin muss nun versuchen diese Nacht zu überleben.

Im Jahr 2013 machte uns Regisseur James DeMonaco zum ersten Mal mit der Purge bekannt. Die amtierende Partei „Die neuen Gründungsväter“ hatten diese eingeführt, um die Kriminalitätsrate und Arbeitslosigkeit gering zu halten. Die Purge ist eine Nacht im Jahr, in der für 12 Stunden alle Verbrechen, inklusive Mord, erlaubt sind. Im ersten Teil wurde eine Familie vorgestellt, die von der Purge ziemlich profitierte. Durch den Verkauf von teuren Sicherheitssystemen wurden sie sehr reich. Doch auch das beste Sicherheitssystem ist kein garant diese Nacht zu überleben. Im Jahr 2014 folgte mit Anarchy der zweite Purge-Teil. Hier wurde nun das Gegenstück der Medaille gezeigt. Die arme Bevölkerung, die sich keine Sicherheitssysteme leisten kann, und trotzdem irgendwie versucht zu überleben. Hier wird nun zum einen die große Kluft zwischen reichen Purgern und ihren armen Opfern gezeigt. Hier zeigen sich nun auch zum ersten Mal politische Einflüsse, denn die Regierung soll die Purge dafür nutzen, die arme Bevölkerung aus ihren Häusern zu entführen und massenweise zu töten, um die Sozialausgaben zu senken. In Election Year dem inzwischen dritten Teil der Reihe, wird diese Thema noch einmal verstärkt angesprochen.
Die Senatorin Charlie Roan war einst selbst Opfer in einer Purge-Nacht und überlebte diese nur knapp, während sie zusehen musste, wie ihre Familie brutal abgeschlachtet wurde. Nun kandidiert sie als neue Präsidentin, um die Purge entgültig abzuschaffen. Damit ist sie ein Dorn im Auge der neuen Gründungsväter. Also wird kurz vor der alljährlichen Purge die Immunität von hohen Politikern abgeschafft und somit das Feld für einen Attentat auf die Senatorin frei geräumt. Diese versucht jedoch nicht klein beizugeben und bleibt in ihrem Haus in der Stadt, anstatt den Rat ihres Sicherheitschefs zu befolgen und in ein Safehouse umzuziehen. Der Sicherheitschef ist inzwischen auch schon bekannt, nachdem er eine der Hauptfiguren in Anarchy verkörperte. Am Abend der Purge wird trotz aller Vorsichtsmaßnahmen das Sicherheitssystem überlistet und die Jagd auf die Senatorin mit professionellen Söldnern eröffnete. Diese muss sich nun durch die purgende Stadt kämpfen. Parallel dazu lernen wir den Ladenbesitzer Joe Dixon kennen. Er hat das Jahr über für seinen Laden extra eine Purge-Versicherung abgeschlossen. Doch ein Tag vor jener Nacht wird die Police auf einmal stark erhöht und Joe steht doch wieder ohne Versicherungsschutz da, denn die Erhöhung kann er sich nicht leisten. Also nimmt er mit seinem Freund Marcos auf dem Dach Stellung, um von dort aus den Laden zu beschützen. Dabei gabelt er zufällig auch die fliehende Senatorin auf.
The Purge – Election Year lässt keine Zweifel aufkommen, dass sich hier der Gipfel des Wahnsinns befindet. Die Purger in den Staaten lassen nicht einfach nur ihre Agressionen raus, sie metzeln einfach nur noch ab. Dabei kommen kreative Gedanken bei herum, wie das Aufstellen einer Guillotine. Auch weltweit hat das Ereignis eine so hohe Aufmerksamkeit, dass tausende von „Mordtouristen“ anreisen, nur um mitpurgen zu können. Die Purge wurde also noch nie größer gefeiert. Auch ist der dritte Teil der bisher politischste. Das Prinzip wird sehr einfach gehalten. Es gibt zwei Präsidentschaftskandidaten: Der Kandidat der neuen Gründungsväter ist für den Erhalt der Purge, die Senatorin Roan möchte die Purge am liebsten sofort abschaffen. Andere politische Ziele scheint es in diesem Wahlkampf nicht zu geben. Natürlich werden die Sympathien schnell auf Seite der Senatorin gezogen, in dem sie sehr menschenfreundlich auftritt und der Gegenkandidat eine gewissen Distanz bewahrt. Da die Senatorin tatsächlich im Wahlkampf gewinnen könnte, versuchen die neuen Gründungsväter sie in der nächsten Purge verschwinden zu lassen, während die Senatorin rein an das Prinzip der Demokratie glaubt. So werden also beide schnell in die typischen Gut und Böse Klitschees gesteckt. Natürlich darf auch die Rebellengruppe nicht fehlen, die ebenfalls gegen die Purge ist, dies aber mit drastischeren Mitteln durchsetzen will.
The Purge – Election Year schafft es ebenfalls wie seine Vorgänger ein rasantes Tempo aufzubauen und den Zuschauer komplett zu bannen. Es gibt eine gute Balance zwischen Thematik und Action und auch an neuen Ideen mangelt es dem Film nicht. Doch auch der bestgemachteste Thriller steht und fällt am Ende mit der Handlung. Und Election Year baut leider ein sehr starkes Gut/Böse-Bild auf und kann dies aber nur mit einigen Klitschees und Logiklöchern halten. Darüber kann man in diesem Fall aber großzügig hinwegsehen, denn der Film bleibt auf einem hohen Level. Allerdings lässt er auch sehr viel Spielraum für Diskussionen übrig.
Der größe Kritikpunkt dürfte aber die übertriebene Darstellung der neuen Gründungsväter sein. Grundsätzlich stellen sie eine politische Partei dar, aber wenn man von den neuen Gründungsvätern spricht, meint man immer die Köpfe in der Regierung. Diese regieren die USA nun schon seit vielen Jahren und müssen daher ja ein größeres politisches Interesse haben, als nur die Purge. Trotzdem werden sie im Film mitunter als fanatische Irren dargestellt, deren ganzer Lebensinhalt nur die Purge sein soll. Das wirkt nun so stilisiert und übertrieben, dass es dem Film einiges an Überzeugung nimmt.
Das Ende des Films ist wieder stimmig, passt ins Bild und rundet die Trilogie gut ab. Aber natürlich konnten die Macher es nicht lassen, ein Hintertürchen einzubauen für eine erneute Fortsetzung.

Alles in allem ist The Purge – Election Year der brutalste und inhaltsvollste Film der Reihe, muss aber dadurch mit einigen Logikfehlern auskommen. Dafür gibt es 06 von 10 möglichen Punkten.

Collide

Am 04.08.2016 erschien ein Thriller, der komplett in Köln gedreht wurde, in den deutschen Kinos.

Der amerikanische Autodieb Casey versucht in Köln ein neues Leben zu führen. Bis seine Freundin Juliette schwer erkrankt und sie dringend viel Geld brauchen. Zu diesem Zeitpunkt lässt er sich auf ein dubioses Geschäft mit dem Dealer Geran ein, der wiederum Rache an seinem ehemaligen Geschäftspartner den Drogenboss Hagen Kahl nehmen will. Doch der Plan funktioniert nicht ganz so wie geplant.

 Schnelle Autos und rasante Verfolgungsjagden. Diese Szenen auf einer deutschen Autobahn dürfte vielen aus der deutschen Serie „Alarm für Kobra 11“ bekannt sein – oder zumindest aus den vielen Trailern in den Werbepausen. Diesmal versuchte sich jedoch Hollywood an der Faszination der nicht Geschwindigkeitsbeschränkten deutschen Autobahn und bringt dafür gleich einige ihrer bekanntesten Gesichter mit.
Casey war in den USA ein bekannter Autodieb, der inzwischen in Deutschland wohnt, um sich der Konsequenzen in den Staaten zu entziehen. Auch hier führt er kein ganz legales Leben und nimmt immer wieder neue Aufträge des Dealers Geran an. Dieser gilt als ein Handlanger des Drogenbosses Hagen Kahl, würde aber gerne zu seinem Partner aufsteigen. Als Casey ebenfalls die Amerikanerin Juliette trifft und sich verliebt, versucht er ihr zu Liebe ein legales Dasein zu führen. Bis zu dem Punkt, als Juliette lebensgefährlich erkrankt. Doch für die lebenswichtige Operation brauchen sie viel Geld. In seiner Not sucht Casey Geran auf. Dieser will sich an Hagen Kahl rächen und gibt Casey den Auftrag eine große Ladung Drogen von Kahl zu stehlen. Doch der Plan geht natürlich nicht auf und so ist Casey schon schnell auf der Flucht.
Collide ist ein Film, der bewusst eine simple Handlung hat, um sich vollkommen auf eine spektakuläre Verfolgungsjagd zu konzentrieren. Leider geht dieses Prinzip nach hinten los, denn der Film verliert schon bald alles an Glaubwürdigkeit, da diese Jagd sehr stark ausartet. Und spätestens, wenn Casey sich mit dem dritten Auto mehrfach überschlägt und trotzdem nur mit ein paar Kratzern wieder aufsteht und wieder den professionellen Leuten von Kahl entgeht, fühlt man sich als Zuschauer nicht mehr ernst genommen. Denn einen gewissen Grad an Realität möchte man als Zuschauer doch erwarten. Zudem wird Caseys und Juliettes Liebesgeschichte im Film vorgestellt und so weiß man, dass sich die beiden noch nicht all zu lange kennen und schon tut Casey alles für sie? Nun gut, man könnte es als bedingungslose Liebe interpretieren, aber es wäre wesentlich nachvollziehbar, wenn es noch einen zweiten Antriebsgrund geben würde.
Auch versucht der Film an mehrern Stellen, vor allem durch einen sehr durchgeknallten Geran, Humor mit einzubringen, was aber auch nur stellenweise gelingt. Wirklich positiv im Film ist lediglich die Besetzung mit teilweise namenhaften Schauspielern, wie Anthony Hopkins und Ben Kingsley. Aber auch diese bleiben weit hinter ihren Möglichkeiten zurück, weil es ihre Rollen einfach nicht nötig machen. Anthony Hopkins als Hagen Kahl spielt den eiskalten Drogenboss zwar sehr glaubhaft, aber auch ohne Facetten. Keine Rolle, die einem langfristig im Gedächtnis bleibt. Ben Kingsley spielt den völlig durchgedrehten Dealer Geran. Seine Rolle sorgt zwar für die einzigen humorvollen Momente und lockert den Film ein wenig auf, aber ist gleichzeitig wieder so überzogen, dass es nicht richtig passen will. Nicholas Hoult als Casey spielt seine Rolle zwar auch souverän, kann aber weder Nähe zur Figur oder gar Sympathie erzeugen.

Alles in allem versucht Collide gar nicht über eine mittelmäßige Leistung herauszukommen und kann damit in einem Thriller absolut keine Spannung erzeugen. Dafür gibt es 03 von 10 möglichen Punkten.

Pets

Am 28.07.2016 erschien ein Animationsfilm, der sich mit dem geheimen Leben unserer Haustiere befasst, in den deutschen Kinos.

Der Terrier Max könnte nicht glücklicher über sein Leben mit seinem Frauchen Katie sein. Er liebt sie über alles und hat in der Nachbarschaft einige Freunde. Doch eines Tages bringt Katie Duke mit, einen anderen Hund, den sie aus dem Tierheim hat. Durch die neue Konkurrenzsituation entführt Duke schließlich Max, dabei verlieren beide ihre Halsbänder und müssen nun vor den Tierfänger fliehen und irgendwie den Weg zurück nach Hause finden.

Bereits über ein Jahr vor dem Filmstart wurde der erste Trailer veröffentlicht. In diesem sah man verschiedene Haustiere, die alle unterschiedliche „Hobbies“ für die Zeit, in der ihre Besitzer arbeiten waren, entwickelt hatten. Der Trailer war so lustig gestaltet, dass der Erscheinungstermin rot im Kalender eingekreist wurde und über ein Jahr wurde nun auf den Start gefiebert. In der Weihnachtszeit erschien dann ein zweiter Trailer, in dem die bekannten Tiere nun für ein Weihnachtsfoto posieren sollten. Auch hier steckte wieder viel Witz drin, so dass die Aufregung noch mehr geschürt wurde. Doch bald darauf folgte der dritte Trailer und der erste, der auch etwas von der Handlung zeigt. Doch diese schien überhaupt nicht mehr so lustig, wie die ersten beiden Trailer vermuten ließen. Es schien nun gar nicht mehr so richtig, um die geheimen „Hobbies“ der Haustiere zu gehen, sondern es sah nach einem 08/15-Buddy-Film aus. Und genauso kam es letztendlich auch.
Zunächst lernt der Zuschauer Max kennen, einen Terrier, der sein Frauchen Katie über alles liebt, und der den ganzen Tag vor der Tür hockt und wartet, dass Katie zurück kommt. Als nächstes lernen wir seine Freunde kennen, mitsamt ihrer „Hobbies“. Es scheint alles, wie im ersten Trailer zu sein – könnte daran liegen, dass uns genau diese Szenen dort gezeigt wurden. Doch als Katie nach Hause kommt, hat sie eine Überraschung dabei: einen übergroßen Hund, der auf den Namen Duke hört. Er ist aus dem Tierheim und soll Max‘ neuer Bruder werden. Dieser ist von der Idee wenig begeistert und als Duke sich dann auch noch seiner Sachen annimmt, reicht es ihm. Als Katie am nächsten Tag das Haus verlässt, droht Max das ganze Haus zu verunstalten, wenn Duke nicht nach seinen Regeln spiele. Da max das noch nie gemacht hat, würde Katie sicher denken, dass Duke das Haus verwüstet habe. Dieser will sich beim alltäglichen Spaziergang mit dem Hundesitter dafür rächen. Kurzerhand entführt er Max und lässt ihn in einer einsamen Gasse zurück. Leider hat er nicht damit gerechnet, dass in dieser Gasse Straßenkatzen ihr unwesen treiben. Diese klauen die Halsbänder der beiden. Diese müssen nun nicht nur den Straßenkatzen und den Tierfängern entkommen, sondern auch irgendwie wieder zurück nach Hause finden. Dabei treffen sie unter anderem auf eine Straßengang vergessener Haustiere, angeführt von dem süßen, aber sehr gefährlichem, Hasen Snowball. Gleichzeitig sammeln sich zu Hause Max‘ Freunde für eine Suchaktion.
Durch die ersten Trailer hat Pets eine sehr hohe Erwartungshaltung geschürt, die der Film leider in keinster Weise halten konnte. Die Handlung ist lieblos zusammengeschustert und kann weder Spannung, noch Witz vermitteln. Die wirklich guten Witze sind bereits alle im Trailer verbaut. Die übrig gebliebenen sind so überspitzt, dass man über sie einfach nicht mehr lachen kann. Zudem hat man das Gefühl die gleiche Handlung schon ein dutzendmal gesehen zu haben.
Das Hauptaugenmerk liegt in diesem Film eindeutig auf den Charakteren und hier kann der Film wirklich mit den verschiedensten punkten. Leider entsprechen aber auch diese sehr gängen Klitschees und sind wenig neu inspiriert.
Nachdem Disney-Pixar in letzter Zeit mit „Alles steht Kopf“ und „Zoomania“ mit guten Ideen und guten Impulsen für die junge Generation daherkam, wirkt Pets nun noch bedeutungsloser. Denn das Thema der Freundschaft wird zwar vage angesprochen, aber doch sehr lasch behandelt. Man sollte nun also annehmen, dass Max und Duke auf ihrem Abenteuer zu Freunden werden. Doch in jeder Entscheidung, die die beiden treffen, ist immer die Frage, ob sie es für sich tun oder ob sie es wirklich aus Freundschaft tun. Max‘ Freunde zu Hause begeben sich zwar letztendlich auf die Suche nach den beiden, aber auch dies nur, weil die verliebte Gidget alle dazu bringt. Von alleine wäre keiner auf die Idee gekommen.

Alles in allem ist Pets ein liebloser Film, der in keinster Weise die Erwartungen erfüllen kann. Dafür gibt es 04 von 10 möglichen Punkten.

Verräter wie wir

Am 07.07.2016 erschien ein neuer Thriller mit Ewan McGregor in den deutschen Kinos.

Perry und Gail treffen in ihrem Urlaub in Marrakesch auf den zwielichtigen Russen Dima. Dieser hat jedoch Angst um sich und seine Familie und bittet daher den unauffälligen Perry um Hilfe nach Großbritannien einzureisen. Bei dem Versuch treffen sie auf den Geheimagenten Hector, der seine Chance auf wichtige Informationen wittert. Eine Hetzjagd durch Europa beginnt.

John le Carré dürfte als Autor vielen ein Begriff sein. Durch seine frühere Arbeit beim britischen Geheimdienst konnte er seinen Spionage-Thrillern die nötige Authentizität geben, die sie zu internationalen Bestsellern machten. In den letzten Jahren wurden seine Werke mehrfach als Vorlage für einen Film/Serie genommen, so z.B. „a most wanted man“ als Kinofilm im Jahr 2014 und „The Night Manager“ als Kurzserie im Jahr 2016. Dazu reiht sich nun auch „Verräter wie wir“, dessen Romanvorlage erst im Jahr 2010 veröffentlicht wurde.
Der Universitätsprofessor Perry und seine Frau die Anwältin Gail wollen in Marrakesch eigentlich nur einen romantischen Urlaub verbringen, um ihre Ehe zu retten. Niemals hätten sie gedacht, dort in irgendwelche Mafia Verstrickungen verwickelt zu werden. Doch sie treffen in ihrem Hotel auf den zwielichtigen Dima. Dieser begrüßte sie mit einer sehr offen Art. Was mit einem harmlosen Tennisspiel und einer Partyeinladung beginnt, soll schon bald größere Wellen schlagen. Denn Dima gehört zu den obersten Geldwäschern der russichen Mafia. Doch nachdem enge Freunde von ihm getötet wurden, möchte er gerne aussteigen. Perry soll ihm dabei helfen, indem er einen USB-Stick mit Informationen dem britischen Geheimdienst übergibt. Doch der eingeschaltete Geheimagent Hector sieht eine Chance noch mehr Informationen zu bekommen. Und schon stehen auch Perry und Gail zwischen dem britischen Geheimdienst und der russischen Mafia.
Verräter wie wir hat eine interessant klingende Handlung, kann aber als Thriller nicht überzeugen. Die nötige Spannung kommt in keiner Szene wirklich auf. Dafür sind die Dialoge zu lang und nichtssagend gehalten und es gibt zu lange Plansequenzen und Landschaftsaufnahmen. Gleichzeitig wird die Handlung so belanglos umgesetzt, dass man sich nach zwei Monaten kaum noch an diese erinnert. Die Charaktere selbst sind mit Ewan McGregor, Damian Lewis und Naomie Harris gut besetzt, die ihre Rollen auch souverän spielen. Nur Stellan Skarsgård kann als Dima wenig überzeugen. Weder nimmt man ihm den harten Geldwäscher ab, noch den Russen. Zwar imitiert er als Schwede den russischen Akzent sehr gut, aber er hat nicht die Austrahlung, die man mit Russland assoziiert.
Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass die Geschichte sehr vorhersehbar ist. Selbst jede plötzliche und eigentlich unerwartete Wendung ist so klitscheebeladen, dass man diese bereits minutenlang vorhersehen kann bzw. der Ausgang des Films bereits am Anfang klar ist. Hier fehlt einfach ein bisschen die Neuartigkeit.

Alles in allem kann der Film einfach nicht überzeugen und bleibt daher nicht dauerhaft im Gedächtnis. Dafür gibt es 05 von 10 möglichen Punkten.

Star Trek – Beyond

Am 21.07.2016 erschien pünktlich zum 50. Jubiläum der Star Trek Serie der dritte Reboot-Film der Reihe in den deutschen Kinos.

Die Enterprise ist mitten in ihrer fünfjährigen Mission im Weltall unterwegs, als sie bei einer Rettungsmission angegriffen werden. Dabei wird die Enterprise komplett zerstört und die Mannschaft in alle Winde auf einem fremden Planeten gestreut. Nun kann sie nur ihr eiserner Zusammenhalt noch retten.

1966 startete die erste Besatzung der USS Enterprise in die unendlichen Weiten des Weltalls. Gene Roddenberry schaffte zwar damals nicht den großen Erfolg, aber baute sich über die Jahre eine große Fangemeinde auf, die sich liebevoll Trekkies nannten, und mit den Jahren immer größer wurde. Nach der Originalserie folgten noch fünf Serienableger. Es wurden sechs Kinofilme mit der Originalcrew gedreht, die mit „Treffen der Generationen“ abgelöst wurde. Es folgten vier Kinofilme mit der Besatzung aus der Serie „The next Generation“. Schließlich im Jahre 2009 kam ein Reboot in die deutschen Kinos. Die ursprüngliche Crew wurde durch jüngere Ausgaben ersetzt und auf ein neues Abenteuer geschickt. So wurde auch eine neue Generation an Zuschauer herangezogen. Es folgte „Into Darkness“ im Jahr 2013 und nun „Beyond“. Was ist anders? Zum einen ist J.J. Abrams nur noch Produzent und die Regie übernahm Justin Lin. Zum anderen wurde ein Großteil des Drehbuchs vom bekennenden Trekkie Simon Pegg geschrieben, der auch wieder in die Rolle des Ingenieurs Scotty schlüpft.
Star Trek Beyond besinnt sich wieder mehr auf die ursprüngliche Serie zurück, in dem der Großteil des Films nicht auf der Enterprise stattfindet, sondern die Planeten entdeckt werden. Diesmal ist es allerdings nicht so ganz freiwillig. In der Mitte ihrer 5-jährigen Mission hält die USS Enterprise an einer Raumstation, um das Schiff kontrollieren zu lassen und ein bisschen zu verschnaufen. Dort erreicht sie der Hilferuf der Kapitänin Kalara, deren Schiff zerstört wurde und deren Mannschaft sich nun auf einem fremden Planeten befindet. Sofort eilt die Enterprise zur Hilfe. Doch auch sie ereilt das gleiche Schicksal. Die Enterprise wird zerstört und die Crew wird in alle Himmelsrichtungen zerschlagen. Doch sie müssen nun nicht nur auf einem fremden Planeten überleben. Denn hier leben Krall und seine Anhänger, die Rache an der Sternenflotte üben wollen. Schafft die Crew es sich zu wehren?
Auch der dritte Film der Reboot-Reihe kann wieder mit seinem bildgewaltigen Material überzeugen. Ob nun Weltraumschlachten oder der Überlebenskampf auf einem fremden Planeten. Hier merkt man, dass der Film als Abschluss einer Trilogie gelten könnte und daher noch einmal alles in Action verwandelt. Die Figuren agieren in ihren üblichen Verhaltensmustern, entwickeln sich aber, im Gegensatz zu den beiden Vorgängerfilmen, nicht weiter. Auch die neu eingeführten Charaktere bleiben sehr eindimensional, allen voran der Bösewicht Krall. Dieser wird sehr eindrucksvoll vorgestellt und sein Hass auf die Sternenflotte ist zwar nicht nachvollziehbar, dafür aber ein dominantes Thema. Doch am Ende wird dies wieder auf die einfachsten Gründe heruntergebrochen, die man immer wieder in Filmen sieht, und die im Nachhinein Krall zum 08/15-Bösewicht machen. Der altbekannte Witz der Reboot-Reihe wird beibehalten und gerade der analytische Spock und der impulsive Pille in Kombination bieten viel Humor.
Das Grundthema des Films ist der Zusammenhalt der Crew. Leider wird dieses Thema nicht subtil, sondern mit dem Vorschlaghammer eingebracht und immer wieder betont. Dadurch wirkt es zu aufgesetzt und nimmt dem Thema den Charme. Auch wirkt der Film dadurch zu konstruiert, woran auch das nervenzerreißende Finale nichts ändert.

Alles in allem macht der Film vieles richtig und kann begeistern, er wirkt aber nicht wie ein dritter Teil oder ein mögliches Finale. Dafür gibt es 06 von 10 möglichen Punkten.

Cinemathek: Power to change

Willkommen in der Cinemathek, heute mit: Power to change – die EnergieRebellion. Der Film lief am 17.03.2016 in den deutschen Kinos an.

Die Politik finanzierte jahrzehntelang fossile Brennstoffe. Doch in diesem Film werden die Vorteile und die Visionen der erneuerbaren Enerien vorgestellt. Die Dokumentation führt uns dafür bis in die Ukraine.

Spätestens nach dem Unglück in Fukushima ist die Gefahr der Atomenergie bei allen bekannt. Die Politik reagierte sofort und wollte die Energiewende. Doch sobald Fukushima aus den Nachrichten verschwand, verschwand auch die Diskussion wieder. Der Film Power to change befasst sich mit Visionären, die noch immer versuchen die Energiewende durchzubringen. Seien es kleine Ideen mit denen sie ihren ganz eigenen Energiewandel voran bringen. Seien es Kommunalpolitiker, die zeigen, dass man etwas ändern kann, Unternehmer, Aktionäre, etc. Es sind schöne Ideen dabei, die in diesem Film gezeigt werden. Die eindeutige Nachricht des Films ist: Die Energiewende ist möglich! Die Schuldigen sind für alle Sprecher eindeutig die Großkonzerne und die Politiker, die nichts unternehmen. Gespickt ist die ganze mit interessanten Fakten.
Das größte Problem dieser Dokumentation ist aber, dass sie keinen klaren Adressaten hat. Die Ideen die vorgestellt werden, sind zwar nett, aber für den Zuschauer nicht zwangsläufig relevant. Die wirklichen Tipps der Energiesparer werden nur ganz kurz angesprochen und dann wird wieder weggeschaltet. Also im Prinzip das wirklich interessante und relevante für den Zuschauer im Kino, wird viel zu schnell abgehandelt. Ansonsten führt die Dokumentation bis in die Ukraine zur Krim-Krise und thematisiert wie die Politik Krieg um fossile Brennstoffe führt. Das wäre interessant, wenn daraus eine Aktion der Zuschauer führen könnte. Aber die durchgängige Kritik an Politik und Großkonzerne sollte sich auch an eben diese richten. Da ist der durchschnittliche Kinogänger eben nicht das richtige Publikum. Zwar wird auch auf die Wichtigkeit einer Photovoltaikanlage hingewiesen, aber im Endeffekt wird hier auch nicht auf alle Möglichkeiten hingewiesen. Uns so geht man am Ende mit einem Schulterzucken aus dem Kino und hat die Dokumenation binnen einer Stunde fast gänzlich vergessen. Hier wäre mehr möglich gewesen, wenn man sich eine Minute darüber besonnen hätte, wer am Ende den Film sehen wird.

Alles in allem zeigt der Film gute Ansätze, verzettelt sich aber in den Fakten und erreicht das Publikum damit nicht. Dafür gibt es 04 von 10 möglichen Punkten.

Cinemathek: Monsieur Chocolat

Willkommen in der Cinemathek, heute mit: Monsieur Chocolat. Der Film lief am 19.05.2016 in den deutschen Kinos an.

Der Clown George Footit sucht für sein neues Programm einen zweiten Clown. Schließlich trifft er auf den schwarzen Chocolat und revolutioniert mit ihm die Clownzirkusauftritte. Schnell haben die beiden viel Erfolg. Doch das ein Schwarzer zu der damaligen Zeit so viel Erfolg hatte, stößt nicht bei allen auf Applaus.

Monsieur Chocolat erzählt eine wahre Geschichte über den ersten schwarzen Clown. Er floh vor der Sklaverei aus Afrika und versteckte sich ohne Papiere in einem kleinen Wanderzirkus. Schon hier wurde er nicht hoch geschätzt und als Kananga der Kanibale verkauft. Bis sich eines Tages der Clown Footit bei diesem Zirkus bewirbt. Doch seine Vorstellung ist inzwischen ziemlich ermüdend. Auf der Suche nach einem neuen Ansatz, überredet er Kananga es auch einmal als Clown zu probieren. So wurde dieser nicht nur der erste schwarze Clown, sondern die beiden revolutionierten auch die Clownauftritte. Denn ebenfalls zum ersten Mal waren ein weißer Clown und ein dummer August zusammen zu sehen. Als Duo Footit und Monsieur Chocolat feierten beide zunächst im kleinen Wanderzirkus Erfolge, bis sie entdeckt und direkt für einen großen Zirkus in Paris angeworben werden. Auch dort feiern sie Nacht für Nacht große Erfolge und machen ein Vermögen mit ihren Nummern. Aber jeder Erfolg hat auch seine Schattenseiten. Und nicht jeder gönnt dem schwarzen Clown seinen Erfolg.
Monsieur Chocolat beginnt mit einem etwas gemächlichen Erzähltempo und stellt die wichtigsten Figuren in Ruhe vor und lässt erste Einblicke in ihre Gedankenwelt zu. Dies ändert sich leider im Laufe des Films, wo der Fokus zunehmend nur noch auf Monsieur Chocolat liegt und auch gerade sein Partner Footit schmerzlich vernachlässigt wird. Nach dem der Weg des Erfolgs der beiden schön beschrieben und dargestellt wird, kommen immer mehr ernste Themen hinzu. Spielsucht, der Verlust von viel Geld, Identitätsprobleme und den schwierigen Stand der schwarzen Bevölkerung im Frankreich Ende des 19. Jahrhunderts. Zusammen mit den Themen Freundschaft und großen Träumen ist der Film ab einem gewissen Punkt im zweiten Drittel so vollgestopft, dass er nicht mehr so richtig weiß, was er eigentlich erzählen möchte. Jedes Thema wird irgendwie angesprochen, aber nicht tiefgründig behandelt, weswegen jeder zweite Handlungsstrang überflüssig wirkt. Das über eine Spiellänge von 120 Minuten fängt schon bald an sich zu ziehen. Da kann auch das sehr dramatische Ende kaum noch etwas herausreißen. Für dne Film wäre es besser gewesen, sich auf zwei Themen zu konzentrieren und diese dann aber auch konsequent zu erzählen. Auch wäre eine Konzentration auf beide Clowns und deren unterschiedlichen Lebenstil sehr interessant gewesen. Denn beide verdienten viel Geld, aber während wir von Chocolat sein Spielsuchtproblem kennen, erfahren wir von Footit nichts. Zwar spricht Chocolat ihn in einer Szene auf seinen alten Mantel an, da sie genug verdienen, dass er sich mehrere neue hätte kaufen können, doch wieso er sich keinen neuen kauft, wird nicht aufgeklärt.
Die einzelnen Clownszenen sind schön anzusehen, auch wenn es in der heutigen Zeit nicht mehr die gleichen Begeisterungsrufe wie damals auslösen kann. Aber trotzdem machen die Szenen Freude und man merkt auch, dass die Schauspieler beim Dreh viel Spaß hatten. Leider sieht man die meisten dieser Szenen im ersten Drittel und nach und nach werden es nur nach Randnotizen. Die schauspielerischen Leistungen der beiden Hauptdarsteller James Thiérrée und Omar Sy sind beide einwandfrei und heben die Qualität des Films merklich.

Alles in allem hätte der Film viel mehr aus seinem Potential heraus holen können, was sehr enttäuschend ist. Dafür gibt es 05 von 10 möglichen Punkten.

Unterwegs mit Jacqueline

Am 14.07.2016 erschien ein französischer Film mit einer Kuh als weiblicher Hauptdarstellerin in den deutschen Kinos.

Fatah lebt mit seiner Frau, seinen Kindern und seiner Kuh Jacqueline in einem kleinen Dorf in Algerien. Sein größter Traum ist es mit Jacqueline auf der Landwirtschaftsmesse in Paris aufzutreten. Eines Tages bekommt er sogar die Einladung dahin. Nur leider ist er arm. Doch das ganze Dorf legt für ihn zusammen und so kann er die Überfahrt bezahlen und läuft einfach den restlichen Weg. Unterwegs trifft er allerhand verschiedene Leute.

Tiere haben in Filmen immer wieder kleinere oder größere Rollen. Doch wenn sie die Protagonisten des Films sind, handelt es sich doch meistens um einen Kinderfilm. Doch nur die Franzosen schaffen es einen Film auf die Kinoleinwand zu bringen, in der eine Kuh die weibliche Hauptrolle übernimmt und es sich um keinen Kinderfilm handelt. Die Altersfreigabe ist zwar ab 0 Jahren, aber Kinder sind in diesem Fall nicht die Hauptzielgruppe. Dabei herausgekommen ist eine etwas andersartige Komödie.
Fatah ist ein Bauer in einem kleinen Dorf in Algerien. Sein ganzer Stolz ist seine Kuh, die er Jacqueline getauft hat. Im Dorf wird Jacqueline sogar als seine eigentliche Ehefrau betitelt. Während Fatah das Gerede ziemlich kalt lässt, ist seine Ehefrau nicht begeistert. Fatahs größter Traum ist die Landwirtschaftsmesse in Paris. Er bewirbt sich jedes Jahr, hat aber bisher noch nie eine Einladung bekommen. Das ändert sich jedoch diesmal. Nun steht Fatah vor dem nächsten Problem: Wie soll er die Reise bezahlen. Also legt das ganze Dorf für ihn zusammen, auch wenn sie nicht geschlossen hinter der Reise stehen. So kann er sich zumindest die Überfahrt nach Marseille leisten und von dort geht es zu Fuß weiter bis nach Paris. Unterwegs trifft er die verschiedensten Menschen, die er alle durch seine einmalige positive Art überzeugt und so wird er schon bald zum Internet-Phänomen. Trotzdem ist der Weg weit und beschwerlich und nicht immer geht alles rund.
Am Anfang von „Unterwegs mit Jacqueline“ braucht man ein bisschen, um sich mit der Ausgangssituation anzufreunden. Denn Fatah etwas naive Art und einfältige Art zusammen mit seiner Liebe zu seiner Kuh sind am Anfang ziemlich befremdlich. Trotzdem ist man gespannt auf seine Reise, die leider zu Anfang etwas langweilig und eintönig dargestellt wird. Doch spätestens nach einem französischen „I will survive“ kommt etwas Stimmung in den Film und von da an macht es Spaß Fatah bei seiner Reise zuzusehen. Die verschiedenen Personen, die er unterwegs trifft, sind alle so verschieden, dass es Spaß macht, sie mit Fatah kennenzulernen. Hier treffen vorallem auch verschiedene Kulturkreise aufeinander. Als Fatah schließlich von der Presse entdeckt wird und zum Internet-Phänomen mutiert, lässt man sich schnell vom Hype mitreißen und hofft nur noch auf ein Happy-End und verflucht alle Steine im Weg. So schafft der Film es sich von langweiligem Drama zu mitreißender Komödie zu bessern. Trotzdem bleiben die Witze rar gesäht und zum Ende hin zieht sich der Film ein wenig. Trotzdem kann der Film am Ende mehr überzeugen, als man aus der Filmbeschreibung vermuten kann.

Alles in allem überzeugt der Film mehr, als man am Anfang vermuten lässt, hat aber doch ein paar Schwächen. Dafür gibt es 06 von 10 möglichen Punkten.