1922 brachte Friedrich Wilhelm Murnau eine sehr bekannte – wenn auch nicht autherisierte – Dracula-Version in die Kinos, die das Genre nachhaltig prägte. Nun nach über 100 Jahren und in Ermangelung von neuen Ideen, wurde es mal wieder Zeit für ein Remake. Ob Nosferatu der Stummfilmvariante etwas hinzufügen kann, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.
Die Handlung
Der Immobilienmakler Knock erhält einen Auftrag vom Grafen Orlok aus den Karpaten. Dafür schickt er seinen Mitarbeiter Thomas Hutter zum Grafen. Dieser landet nach langer Reise in der Burg und steht dem Grafen gegenüber. Dieser ist sehr an Hutters Blut und seiner Frau Ellen interessiert und unterschreibt den Immobilienvertrag. Dann reist der Graf nach Wisborg und bringt Unheil über die Stadt.
Meine Meinung
Im Rahmen meiner ersten Monsterwochen 2020 befasste ich mich mit verschiedenen filmischen Erwählungen zu den literarischen Figuren Dracula und Frankenstein. Da kam ich auch mit Murnaus Nosferatu erstmalig in Berührung, dass nur knapp seiner kompletten Vernichtung entgangen ist, da es sich doch zu offensichtlich an Bram Stokers Dracula orientierte. Die Geschichte funktionierte wunderbar als Stummfilm, da es viel auf die Wirkung der Bilder und Max Schreck als Nosferatu setzte. Doch würde dieser Film auch mit modernen Mitteln funktionieren? Regisseur Robert Eggers hat in seiner Karriere gezeigt, dass er es versteht mit düsteren Stoffen einzigartige Geschichten zu erzählen. Sein ganz besonderer Stil nutzte er nun auch wieder bei Nosferatu und holte sich dazu einige sehr begabte Schauspielende. Das 94 Minuten lange Original wurde dabei auf 132 Minuten aufgeblasen und das dürfte wohl auch der Schwachpunkt geworden sein. Denn die Geschichte bietet nicht genügend Handlung, weswegen Szenen unnötig gestreckt werden. Allein die Reise Thomas Hutters zur Burg Nosferatus wird mit einer sehr langen Inszenierung eines Fiebertraums unterbrochen, die zwar irgendwie die Stimmung widerspiegelt, aber zeitgleich auch die Handlung nicht voran treibt. Das kann man mögen, aber es gibt dem Film keinen Mehrwert. Dabei ist es auch hier wieder die düstere Stimmung, die den Bann des Filmes erzeugt. Warum zur Hölle Nosferatu hier unbedingt dieses Aussehen haben musste, das so gar nicht mehr dem Original entspricht, aber auch in einer Neuinterpretation der Rolle nicht funktionieren will, erschließt sich mir nicht. Denn das übrige Setdesign und die Kostüme wirken gut gewählt und die Darstellenden geben sich sichtlich Mühe ihren Charakteren den letzten Schliff zu geben. Dies funktioniert leider auch nur bedingt, aber das liegt eher am Drehbuch. Letztlich bleibt die Frage, was das Remake bewirken wollte. Es brachte weder den Stoff auf ein moderneres Niveau, verbesserte keine alten Effekte, die damals schon wegbereitend waren, entwickelt die Handlung nicht neu, sondern erzählt die gleiche Geschichte in aufgeblasener. Damit ist der neue Nosferatu Film nicht schlecht, aber wenn ich die Wahl habe, nehme ich da doch lieber das Original.
Das Fazit
Nosferatu erzählt den bekannten Stoff mit einer gelungenen düsteren Stimmung und guten Schauspielenden erneut, schafft es aber nicht eine eigene Note einzubringen, weswegen der Mehrwert eines Remakes fehlt. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.
Nosferatu läuft seit dem 02.01.2025 in den deutschen Kinos
Eine Buchreihe, die mit dem Wort „Festival“ beworben wurde und der erste Teil spielte sogar auf einem? Ich war Feuer und Flamme! Und ebenso schnell leider auch enttäuscht, zumindest vom ersten Band. Dennoch habe ich auch der restlichen Reihe eine Chance gegeben. Wie sich die einzelnen Bände so gemacht haben, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.
Where Summer stays
Die Handlung: Charlie wird im Zuge ihres Praktikums bei einem Klassikradio auf ein großes Rockfestival geschickt. Leider hat sie soziale Ängste und die Menschenmassen auf dem Festival sind ihr persönlicher Horror. Dann trifft sie Levy, der sie durch seinen ganz eigenen Charme mutig macht. Doch Levy verhält sich immer mal wieder seltsam, doch auch nach dem Festival schlägt Charlies Herz noch für ihn.
Meine Meinung: Das Buch passte eigentlich so gar nicht in meine bisherige Sommerlektürenauswahl. Aber als Festivalgängerin gehört die Saison irgendwo für mich auch zum Sommer. So habe ich dem Strand den Rücken gekehrt und versuchte mein Glück auf dem Musikfestival und der Geschichte von Charlie und Levy. Wie in New Adult Büchern so üblich, gibt es hier eine Menge Drama und die Charaktere haben einige Päckchen zu tragen. Vom Genre wusste ich schon, worauf ich mich einlasse, und es waren auch wieder einige sehr schwierige Themen, die teilweise gut (Levy), teilweise etwas blass (Charlie) behandelt wurden. Leider war es gerade das Festival, was mich sehr enttäuscht hatte. Denn es kam überhaupt keine Festivalstimmung auf. Gefühlt bewegen wir uns immer nur am Rand dessen, die einzelnen Szenen könnten zu 80% auch einfach auf einem normalen Zeltplatz passieren. Das Besondere, das Feeling, die Stimmung eines Festivals kam hier gar nicht durch. Da es für mich der entscheidende Kaufgrund war, leider eine starke Enttäuschung, zumal ich mich lange auf das Buch gefreut habe. Auch insgesamt als New Adult war das Buch eher schwächer. Die Charaktere waren etwas sprunghaft, ebenso wie die Handlung. Mal schauen, ob der Rest der Reihe hier mehr bietet.
Where Winter falls
Die Handlung: Ellas Herz schlägt für die Musik und so veranstaltet sie als DJ verbotene Untergrund-Partys. Doch das darf nicht rauskommen, sonst könnte sie ihren Job als Erzieherin verlieren. Bei einer Razzia ist es ausgerechnet Otis, der sie findet. Seit dem Festivalsommer kann sie ihn nicht ausstehen, doch aus irgendeinem Grund hilft Otis ihr. Daraufhin treffen die beiden immer wieder aufeinander und wollen sich die gegenseitige Anziehung doch nicht eingestehen.
Meine Meinung: Nach dem enttäuschenden Auftakt der Reihe, habe ich mich dennoch durchgerungen dem zweiten Band eine Chance zu geben. Dabei ist Winter meine am wenigsten bevorzugte Jahreszeit und Otis war mir im vorherigen Band auch nicht sonderlich sympathisch. Also ziemlich schlechte Voraussetzungen. Doch manchmal sind es gerade diese Bücher, die dann doch zum richtigen Zeitpunkt da sind. Dabei möchte ich gar nicht sagen, dass das Buch perfekt ist. Gerade im stark umkämpften New Adult Genre zählt es wohl eher zu den schwächeren, aber mich hat es überzeugt. Otis kann deutlich zeigen, warum er sich oft wie ein Arschloch benimmt und Ivy Leagh schafft es logisch zu erzählen, dass die beiden sich immer wieder treffen und wieso sie nicht voneinander loskommen, ohne, dass es toxisch wird. Das Ende war dann doch ein bisschen schnell, hier gab es vorher angeteaserte Entwicklungen, die einfach übersprungen wurden. Aber im großen und ganzen mochte ich When Winter falls sehr und bin wieder gespannt auf die Folgebände.
Where spring hides
Die Handlung: Leni wäre am liebsten Musical-darstellerin. Doch ihr Traum ist nicht mit dem kurz vor der Insolvenz stehenden Familienreise-unternehmen vereinbar. Daher begleitet sie eine Gruppe aus den USA auf einer großen Deutschlandtour. Doch diesmal hat sich Edward mit angemeldet, ein College-Basketballspieler, den Leni vor vier Jahren getroffen hat und die sofort ein besonderes Band verbunden hat. Der ihr jedoch damals nicht die Wahrheit über sein Leben sagen konnte. Doch eins steht für ihn fest: Er will Leni unbedingt wiedersehen.
Meine Meinung: Frühling ist meine liebste Jahreszeit und dadurch war ich besonders gespannt, wie dies in der Reihe umgesetzt wurde. Diesmal treffen wir auf Leni, die wir bereits aus den vorherigen Büchern grob kennen. Zumindest ihre Leidenschaft für Musical und ihr großer Traum wurden bereits thematisiert. Wir wissen vorher auch schon, dass sie sich in Band Eins mit Edward auf dem Festival treffen wollte, aber gekniffen hatte. Zunächst war ich daher skeptisch, ob wir diese Geschichte noch einmal aufgewärmt brauchten, doch sie hat überraschend gut funktioniert. Ich bin gut durch die Handlung gekommen, auch wenn mir einiges ein Stirnrunzeln entlockte. Zum einen komme ich aus der Tourismusbranche und fand die gewählte Route für die amerikanischen Touristen schon ziemlich willkürlich. Hier wurde mit aller Verzweiflung versucht ein paar „Festivals“ unter zu bringen, um das Motto der Reihe aufrecht zu halten. Da es sich hier teilweise von der Beschreibung eines Mittelalterfestivals eher um einen klassischen Mittelaltermarkt handelt und auch das Piratenfestival diesen Namen wohl eher weniger verdient, verbuche ich das mal unter netter Versuch. Auch die Geschichte von Lenis Verbundenheit zu ihrer Familie und dass sie alles für ihren Bruder aufgibt, ist so wie es geschrieben wurde, schon reichlich konstruiert. Da war Edwards Geschichte wesentlich glaubhafter, wenn auch deutlich weniger ausführlich erzählt. Auch der plötzliche Wandel von „wir gehen lieber auf Abstand“ zu „wir lieben uns abgöttisch“ war für mich nicht nachvollziehbar. Letztlich zählt Where spring hides zu den okayen New Adult Romanen, funktionierte in der Reihe aber bisher am besten, trotz der aufgezählten Schwierigkeiten.
Where autumn leaves
Die Handlung: Beth macht ein FSJ an einer renommierten Rehaklinik. Nach einem Zwischenfall kann sie einfach nicht an ihren eigentlichen Plänen festhalten. Doch in der Klinik trifft sie auf Jakob, ihrem Sandkastenfreund, der nach einem Kreuzbandriss darauf hofft, wieder fit fürs Feld zu werden. Doch er hat ein Geheimnis, das ihre ganze Welt zum einstürzen bringen könnte.
Meine Meinung: Mit diesem Band verlässt Autorin Ivy Leagh dann vollständig die Grundidee einer Festival-Reihe. Denn der Hauptspielort ist die Rehaklinik. Lediglich in einem Epilog wird versucht den Bogen wieder zum ersten Band zu schlagen. Also das Marketing lief spätestens hier ins Leere. Aber abgesehen davon treffen wir hier erneut auf Jakob, den Bruder von Leni, die wir im dritten Band näher kennenlernen durften. Daher kennen wir auch bereits den Grundkonflikt, denn auch Beth wird im dritten Band erwähnt, taucht hier aber erstmals als Akteurin auf. Da dieser bereits im zweiten Band bei Otis genutzt wurde, die Grundlage für Lenis Konflikt im Dritten bildete, wirkt es hier irgendwie zu viel. Da wäre eine neue Idee doch erfrischender gewesen. Zunächst funktioniert das Buch jedoch wunderbar. Ich mochte die beiden Protagonist*innen und wenn man sich einmal mit dem Grundszenario von Jakobs Seite ausgesöhnt hat, ist die Geschichte auch spannend. Denn gerade Beth Seite bring neuen Schwung rein und macht ein Thema über Machtmissbrauch und toxische Männlichkeit auf, die durchaus gut in die Geschichte passt. Nach einem gefühlten Stillstand in der Mitte des Buches, nimmt das ganze aber einen ziemlichen Negativtrend. Wie von Zauberhand werden alle Probleme gelöst und somit sehr unrealistisch. Problematisch wird es dadurch, dass Lesenden in ähnlichen Situationen so kein Vorbild gegeben wird und zeigt, wie man sich da raus kämpfen kann, sondern es wird alles einfach magisch gelöst. Die „Bösen“ haben natürlich sofort ihre Strafe bekommen und die „Guten“ bekommen ihre Belohnungen. Das ging so weit, dass ich am Ende sogar vergaß, dass unser Pärchen noch gar nicht ihr Happy-end hatten und eigentlich schon mit dem Buch abgeschlossen hatte. Bedauerlich ist es vor allem, weil das Buch wesentlich mehr Potential hatte, sich aber einfach früher dazu hätte entscheiden müssen, die aufgemachten Themen auch zu behandeln und nicht weiter nur anzudeuten. So hinterlässt das Ganze leider einen bitteren Nachgeschmack und reiht sich ein, in eine Buchreihe, die ihrem Marketing nicht gerecht wurde und halbherzige Liebesgeschichten bot. Schade, aber immerhin gab es zwischendurch ja doch Lichtblicke in der Reihe.
Herzlich Willkommen zur ersten Ausgabe der buchigen Handvoll in diesem Jahr. Heute mit: Sandstürmen in Qatar, Träume in Europa, Weihnachten in Finnland, Monster aus Brunnen und Gedankenexperimente aus Japan.
Sturmflirren
Die Handlung: Rea hat eigentlich alles, was sie braucht. Bis ihr Vater eine Stelle als Diplomat in Qatar bekommt. Den Umzug nach Doha steckt sie überhaupt nicht gut weg und kann sich weder an das Wüstenklima noch die andere Kultur gewöhnen. Bis sie ein geheimnisvolles Phantom trifft und mit einer neuen Freundin bei illegalen Autorennen in der Wüste dabei ist.
Meine Meinung: Tokioregen war 2023 mein Jahreshighlight. Umso gespannter war ich als Autorin Yasmin Shakarami ihr neustes Werk ankündigte. Leider war ich dann auch direkt etwas abgeschreckt. Denn die Handlung sollte in Qatar spielen und nach Tokioregen befürchetet ich, dass hier wieder so viel Fernweh erzeugt wird, dass einige dieses politisch leider ziemlich problematische Land aufsuchen würden. Gerade für mich als queere Person ist der Umgang mit meinen Rechten – bzw. die Abwesenheit dieser – ein großer Kritikpunkt. Doch dann kamen aus meinem Bekanntenkreis die ersten Stimmen und mir wurde versichert, dass meine Befürchtungen unbegründet seien. Also wagte ich einen Blick und kann nur sagen: Sie hatten Recht. Ich habe auch dieses Buch absolut geliebt, denn es zeigt die Seiten Qatars, die gern versteckt werden bzw. auch strafrechtlich verfolgt werden. Wir lernen die queere Community kennen. Wir lernen arm und reich, strenggläubig und freigeistig kennen und dabei wird aber auch nichts hinterm Berg gehalten. Die politische Realität und die Strafverfolgung wird ungeschmückt erzählt und eingebunden. Aber auch ich habe hier gelernt über den Tellerrand hinaus zu schauen und nicht alles in schwarz-weiß zu sehen. Das ganze untermalt Shakarami mit einer tollen Geschichte, auch wenn ich ein bisschen gebraucht habe, um mich an die Protagonistin zu gewöhnen. Jetzt warte ich sehnsuchtsvoll auf weitere Werke von ihr.
Anna – this is my dream
Die Handlung: Anna hat einen guten Job, eine stablige Ehe und zwei wunderbare Kinder. Doch irgendetwas schien all die Zeit zu fehlen. Bis sie auf Grace trifft, die als Straßenmusikerin ihren Traum lebt. Die beiden freunden sich an und starten gemeinsam ihre Karriere. Doch Anna erfährt bald von Grace Geheimnis, das ihre gemeinsame Zeit mit einem unausweichlich näherrückendem Ende umhüllt.
Meine Meinung: Ein Buch, so ganz anders, als alles andere, was ich in letzter Zeit gelesen habe. Es geht um Träume und warum man mit ihrer Erfüllung nicht warten sollte. Dabei sind viele nachdenkliche Aspekte mit eingebunden ohne je belehrend zu wirken. Im Vordergrund steht die Frage, was möchte ich machen, wenn mir egal ist, was andere davon halten. Warum nicht mal von der gewohnten Routine ausbrechen und schauen, was am Wegesrand noch so zu finden ist? Das ganze wird untermalt mit einer liebevollen Geschichte über eine Frau Anfang Vierzig, die eigentlich ein glückliches Leben führt. Sie hat ihre große Liebe geheiratet, einen gut bezahlten Job und zwei Kinder, die sie über alles lieben. Doch warum an diesem Punkt aufzuhören zu träumen? Und statt jetzt einfach alles hinzuschmeißen und irgendwo ganz neu anzufangen, versucht sie ihren neu entwickelten Traum zusammen mit Grace zu verwirklichen und dabei ihre Familie miteinzubeziehen. Gerade das fand ich sehr erfrischen, dass es eine Geschichte über einen Neuanfang ist, ohne die Schuld direkt bei der Familie zu suchen, die sie ja „einenge“. Stattdessen ist es gerade die liebevolle Familie und das damit verbundene Sicherheitsnetz, das ihr den Mut gibt, aus sich herauszukommen. Dennoch ist es keine Feel-Good Geschichte, da gerade Grace und ihre Krankheit noch wichtig werden und wir hier direkt bei der innigen Freundschaft der beiden mitleiden. Taschentücher sollten auf jeden Fall bereit gehalten werden.
Lovely, Hateful Christmas
Die Handlung: Levi reist kurz vor Weihnachten nach Finnland, seiner Heimat, um dort seine Kindheit aufzuarbeiten. Leider lässt ihn zuvor sein Mietwagen im Stich und er landet in seiner persönlichen Hölle: Dem Weihnachtsmanndorf in Rovaniemi. Dort trifft er auf Juna, die Weihnachten über alles liebt. Kann sie Grinch-Levi von der Schönheit des Festes überzeugen?
Meine Meinung: Weihnachts-Romance. Dinge, um die ich generell lieber einen Bogen mache. Doch durch einen Zufall (oder Glück am Glücksrad) ist es auf der Buch Berlin in meinem Beutel gelandet und wurde daher auch passend in der Vorweihnachtszeit gelesen, da der Klappentext zwar sehr nach Klischee, aber auch irgendwie interessant klang. Hätte ich es mal gelassen. Dachte ich am Anfang noch, okay immerhin spielt es in Rovaniemi und das könnte doch ganz interessant werden, kam ich kurz darauf aus dem Kopfschütteln nicht mehr heraus. Denn unsere liebe Weihnachtssüchtige Juna hat sich eine Hütte im Weihnachtsdorf gemietet, um dort zu bezahlen, um dort arbeiten zu dürfen. Und weil sie es so gern macht, hat sie ihr Zimmer einfach nie wieder geräumt. Und Levi gerät natürlich ausversehen in genau diese Hütte und soll jetzt gänzlich ungelernt direkt mitarbeiten und bezahlt auch noch dafür? Das es solche Schnuppertage geben könnte, will ich gar nicht abstreiten, aber bestimmt nicht für Monate bzw. Jahre. Ansonsten sind die beiden auch mit so ziemlich allen Aktivitäten, die man auf der Website des Dorfes finden kann, beschäftigt, und nur ganz selten wirklich am arbeiten. Oder begleiten gleich ganze Gruppen mit Aufsichtspflicht, was ich glaube niemand ungelernten Touris anvertrauen würde. Wenn wir aber mal von der sehr unlogischen Grundhandlung absehen, bietet das Buch leider auch nicht viel mehr. Wir bekommen das typische Grumpy x Sunshine mit Weihnachtsgrinchflavor, aber während ich das Trope normalerweise sehr gern habe, fand ich es hier einfach nur mega anstrengend. Es werden tragische Hintergrundgeschichten aufgemacht, die aber dann natürlich egal sind, weil „Weihnachten rettet alles“.
Brunnengeister
Die Handlung: Einst lebten Wunschgeister im Königreich. Als die lebensfrohe Lina entgegen ihrer Wünsche verheiratet werden soll, erinnert sie sich wieder an die alten Legenden und opfert eine goldene Kugel in einem alten Brunnen. Doch damit erweckt sie eine alte Macht, die besser weiter geruht hätte.
Meine Meinung: Bekanntermaßen zählt Christian Handel zu meinen Lieblingsautoren. Doch seine düstere Märchen-Adaption Schattengold hatte mir nicht wirklich zugesagt. So war ich skeptisch, was denn Brunnengeister könne, war es doch das gleiche Genre und für den gleichen Verlag geschrieben. Aber zum Glück gibt es bei mir in der Regel zweite Chancen, denn dieses Buch hätte ich nicht verpassen wollen. Ich war von Anfang an direkt in der Handlung gefangen und habe es in zwei Tagen durchgesuchtet. Hier wird das Motiv des Froschkönigs aufgegriffen und wunderbar feministisch ausgebaut. Das ganze gesprickt mit den düsteren Elementen, einem Königreich am Abgrund und der großen Frage, wem man trauen kann und wem nicht. Hier passt einfach alles zusammen und mehr als einmal musste ich meine Theorien überdenken. Christian Handel beweist hier einmal mehr sein Fingerspitzengefühl beim Schreiben von Charakteren und sein großes Wissen über Märchen und ihre Mechanismen. Bin dann bereit für ein neues Buch.
Wenn alle Katzen von der Welt verschwänden
Die Handlung: Ein junger (namenloser) Briefträger wird mit seinem bevorstehendem Tod konfrontiert. Da taucht der Teufel bei ihm auf und schlägt ihm einen Deal vor. Für jeden Tag, den der Protagonist länger leben darf, entfernt der Teufel eine Sache von der Welt. Zunächst scheint die Sachlage einfach, denn es gibt so viel unnützes Zeug auf der Welt. Doch was, wenn sich damit auch der eigene Charakter ändern würde?
Meine Meinung: Ein Buch, dass ich allein vom Titel her nicht auf dem Schirm gehabt hätte. Aber als Weihnachtsgeschenk passte es super und ich war doch gespannt, wie das Gedankenexperiment aussehen würde. Leider entwickelte es sich zunächst zu eine ziemlich „Clickbait“-Titel, da es hier zunächst, um ganz andere Dinge geht, die von der Welt verschwinden. Trotzdem war es direkt spannend und stellt den Protagonisten vor eine interessante Grundsatzfrage: Was ist man selbst bereit für einen weiteren Tag Leben aufzugeben. Und wie verlebt man dann diesen Tag? Spontan fallen einem so viele Dinge ein, auf die man verzichten könnte, aber man darf sie nicht selbst aussuchen. Fällt einem auf, wenn etwas auf einmal fehlt? Was wenn diese Dinge, die eigene Persönlichkeit beeinflusst haben? So tasteten wir uns durch die Geschichte und horchen dabei auch immer wieder ins uns hinein. Was wäre, wenn … Mit 192 Seiten handelt es sich um ein sehr dünnes Buch, was ich in kürzester Zeit durch hatte, dennoch mochte ich die aufgemachten Fragen und habe die Geschichte sehr genossen.
Es wird mal wieder Zeit uns einer Anime-Serie zuzuwenden. Nachdem ich beide Staffeln und den Vorgeschichtenfilm gesehen habe, fühle ich mich bereit euch einen Überblick zu geben und zu sagen, warum ich gerade die zweite Staffel wegbingen musste.
Die Handlung
Yuji Itadori tritt an seiner Oberschule den Club für Okkultes bei, da er keine Lust auf Leichtathletik hat. Seine beiden Freunde und anderen Mitglieder des Clubs brechen ausversehen ein Siegel und entfesseln einen Fluch, in dem sie einen Finger aus einem Schrein nehmen. Yuji trifft auf den Jujutzisten Megumi, der jedoch gegen den entfesselten Fluch keine Chance hat. Um seine Freunde zu retten, isst Yuji den Finger und vereint sich damit mit dem Fluchgeist Sukuna. Eigentlich müsste er dadurch sterben, kann sich aber durchsetzen. Dadurch wird der Jujutsuisten-Orden auf ihn aufmerksam und will ihn eigentlich eliminieren lassen. Doch Satoru Gojo, ein einflussreicher und begabter Jujuzist und Lehrer, spricht sich für ihn aus und nimmt ihn unter seine Fittiche.
Meine Meinung
Bekanntermaßen ist Attack on Titan mein Lieblingsanime. Seitdem wurde mir Jujutsu Kaisen immer wieder vorgeschlagen. Nachdem auch meine beste Freundin komplett im Fandom aufging und mir immer wieder von den Figuren vorschwärmte, beschloss ich ihr auch noch eine Chance zu geben. Und während die erste Staffel bei mir noch eher im Hintergrund lief, waren es dann der Film 0 mit der Vorgeschichte und vor allem die zweite Staffel, die mich komplett in ihren Bann zogen. Aber fangen wir am Anfang an. Wir lernen zunächst den Protagonisten Yuji Itadori kennen. Während schon in der ersten Szene klar wird, dass mit ihm etwas nicht stimmt, erfahren wir dies dann auch ausführlich in den kommenden Folgen. Hier zeigt der Anime auch direkt, dass er die Charakterentwicklung komplett in den Kämpfen einbaut. Und gerade die sind es, die Jujutsu Kaisen zu etwas besonderem machen. Wir bekommen die Charaktere auch schön nach und nach vorgestellt, so dass wir nicht direkt mit Namen überschüttet werden. Allerdings wirkt die Geschichte hier noch sehr episodenartig und wir schlittern von epischen Kampf in epischen Kampf, was mir ein wenig zu viel war. Da fehlte mir ein bisschen Entwicklung außerhalb der Kämpfe und ein paar mehr Erklärungen. Gerade das Zusammentreffen mit der Schule aus Kyoto und deren Charakter war mir dann zu viel. Zu viele neue Charaktere, zu viele neue Namen und Fähigkeiten und mir viel es zunehmend schwer zu unterscheiden, wer wirklich wichtig ist. Weiter geht es mit dem Kinofilm Jujutsu Kaisen 0. Dieser erzählt zwar die Vorgeschichte, also einen Jahrgang über unserem Haupttrio aus der Serie, enthält aber wichtige Informationen für die zweite Staffel. Hier war ich zunächst auch skeptisch, da wir wieder auf allerlei Charaktere treffen, die wir schon kannten, die vorher aber noch keine so große Rolle spielten. Diese bekommen hier deutlich mehr Tiefe, was schön zu sehen war und der Endkampf lässt sich auf jeden Fall wieder sehen. Kommen wir also zur zweiten Staffel. Diese beginnt ganz ungewohnt mit Charakteren, die wir zwar irgendwie schon kannten, aber hier wesentlich jünger sind. Denn das erste Viertel befasst sich ebenfalls mit der Vorgeschichte, aber wir gehen noch einmal weiter in die Vergangenheit und lernen Gojo und Geto in ihrer Schulzeit kennen – wir erinnern uns, dass Gojo inzwischen als einflussreicher Lehrer fungiert. Wir lernen hier eine Menge über ihre Freundschaft und ihre verschiedenen Kräfte und Getos Weg weg von der Schule hin zu den dunklen Künsten. Nach diesem durchaus interessanten Ausflug in die Vergangenheit – und der vor allem dazu diente, die Charaktere noch einmal zu vertiefen, auch wenn dies wieder hauptsächlich durch Kämpfe passierte – kehren wir in die Gegenwart zurück. Und zum Shibuya-Incident. Denn dieser beschreibt den nächsten Abschnitt, der sich über die komplette restliche Staffel zieht. Wir sind endgültig weg von dem Episodencharakter der ersten Staffel und handeln hier eine zusammenhängende Handlung ab. Und hier ist es wichtig, dass vorher bei der Einführung der Charaktere gut aufgepasst wird, denn alle bekommen hier ihre Nebenkämpfe, die ausschließlich mit der Haupthandlung zu tun haben. Und hier wird alles an Kampfanimation herausgeholt, was möglich ist. Mich hat diese zweite Staffel einfach nur gebrochen. Denn natürlich stirbt mein Lieblingscharakter nach einer verzweifelten Schlacht. Aber kannte ich ja nun auch schon von Attack on Titan. Während ich die erste Staffel noch immer mal wieder ein paar Folgen gesehen habe und dann auch wieder genug hatte, konnte ich hier nicht abschalten. Sie wurde einfach in einem Rutsch weggebinged. So bietet Jujutsu Kaisen interessante Charaktere, wobei das Haupttrio eigentlich ein bisschen hinter den anderen zurückbleibt. Vor allem bekommen wir aber atemraubende Action und Kämpfe. Mir fehlte dabei ein wenig die Erklärungen, die sehr schnell dazwischen geklemmt wurden, aber das ist doch Jammern auf hohem Niveau. Und ich fieber nun sehr stark auf eine dritte Staffel hin, denn die zweite endet doch sehr offen und lässt viele Fragen offen.
Das Fazit
Jujutsu Kaisen ist ein starker Action Anime, der mit interessanten Charakteren, einem spannenden Weltenbau und vor allem sehr gut inszenierten Kämpfen punkten kann. Man sollte sich nur genau überlegen, welchen Charakter man mag, sonst helfen nur eine Menge Taschentücher.
Jujutsu Kaisen ist bei Crunchyroll im Stream enthalten
Disney verfolgt die Strategie der zumindest finanziell erfolgreichen Realverfilmungen weiter. Mit Mufasa gibt es als Prequel zu Der König der Löwen zumindest mal eine neue Geschichte, statt die gleiche erneut zu erzählen. Allerdings kennen wir die Hauptcharaktere auch bereits und wissen um ihr Schicksal. Kann der Film einen neuen Blick liefern und mit der Handlung überzeugen?
Die Handlung
Mufasa wird als junger Löwe von seinen Eltern getrennt. Der Löwenprinz Taka rettet ihn und will ihn in sein Rudel aufnehmen, was sein Vater sehr kritisch sieht. Während Mufasa also bei den Löwinnen aufwächst, sehen sich die beiden Jungen wie Brüder. Doch als ein Rudel gefährlicher weißer Löwen auftaucht, müssen sie fliehen und über sich hinauswachsen.
Meine Meinung
Der König der Löwen ist für viele noch immer der Film der Kindheit. Darüber hinaus habe ich das Gefühl, dass der zweite Teil eher unbekannt ist. Ich hingegen habe auch den zweiten geliebt und kenne daher auch die Geschichte von Simbas Tochter Kiara. Diese wird hier auch als Ausrede genutzt, um die Geschichte von Mufasa zu erzählen. Denn waren im Trailer bereits Timon und Pumbaa zu sehen, die ja aber gar nicht in Mufasas Geschichte vorkommen konnten, da ja erst Simba sie im ersten Teil kennenlernte, erklärt sich hier ihre Anwesenheit. Allerdings verkommen sie hier auch zu simplen Stichwortgebern und können bei weitem nicht an ihre Gagdichte von einst heranreichen, auch wenn hier mit aller Mühe ein Gag nach dem anderen rausgepresst wurde, die aber einfach nicht mehr zünden – auch nicht bei den anwesenden Kindern im Kino. Aber fangen wir doch nochmal ganz am Anfang an. Wie erwähnt treffen wir zuerst auf Kiara. Die soll beim Königsfelsen bleiben, während Daddy Simba zu Mummy Nala geht, die wohl ein weiteres Baby erwartet. Hierzu hätte ich dann noch Fragen, denn dieses Geschwisterchen kommt im Sequel nicht vor und dort verfolgen wir Kiara bis ins Erwachsenenalter. Ist es also verstorben? Verstoßen? Weggelaufen? Wie Boris Blocksberg ins Internat geschickt und dann die Existenz vergessen worden? Okay, ich schweife ab, aber wenn wir einen Logikloch-Counter hätten, wäre er hier bereits ein paarmal angesprungen. Okay, also weiter in der Geschichte. Timon und Pumbaa wollen Kiara also ablenken und erzählen eine wirre Geschichte, in der sie die Protagonisten sind – wir erinnern uns an den Versuch eines dritten Teils, in dem sie genau das mit der Geschichte des ersten Films versucht haben, was nur mäßig funktionierte. Zum Glück taucht Rafiki auf und übernimmt die Rolle des Erzählens. Wir lernen nun also Mufasa als jungen Löwen kennen und nun ja, es ist ein Disney-Film, aber ist das Kindheitstrauma nicht weit. Mufasa wird also von seinen Eltern getrennt und trifft auf Taka. Wer es noch nicht verstanden hat: Taka ist übrigens Scar. Wir wissen also wie die Geschichte der beiden ausgeht. Und während uns damals erklärt wurde, dass Mufasa halt der Zweitgeborene war und aus irgendeinem Grund trotzdem den Thron bekommen hat, was der Grund für Scars Verbitterung sein sollte, wird hier einfach eine komplett neue Geschichte aufgemacht. Okay, akzeptieren wir also die Tatsache, dass die beiden lediglich Brüder im Geiste sind. Denn wie Taka immer wieder betonte, wollte er immer einen „Brudaaa“ – okay, ich weiß, dass Disney eigentlich die Auswahl ihrer Synchronsprecher sehr ernst nimmt und wir in Deutschland auch echt gute haben, die eine tolle Arbeit leisten. Aber wer zur Hölle hat den Taka Sprecher genehmigt, der gefühlt tausendmal Bruder sagen muss und es einfach immer anstregendend Brudaaa nennt? Während im folgenden eine interessante Spannung zwischen den beiden aufgemacht wird, da Mufasa als „Strafe“ mit den Löwinnen leben muss und dort allerlei hilfreiche Dinge fürs Leben lernt, „darf“ Taka bei den Löwen bleiben, lediglich, weil er der Prinz ist. Dadurch lernt aber auch nicht wirklich was, was ihm später zum Verhängnis wird. Allein dieses Ungleichgewicht richtig ausgebaut und richtig geschrieben, hätte sehr viel erklären können und wäre eine gute Geschichte geworden. Aber bei Disney wollte man keine tiefenpsychologische Geschichte, sondern lieber die gleiche Formel, die seit Ewigkeiten ausgelutscht ist. Also bekommen wir unseren Oberbösewicht in Form des Rudels der weißen Löwen, die einfach nur böse sind und alle anderen Löwen töten wollen. Okay, sie bekommen einen Nebensatz zur Charakterisierung und sie sind übrigens alle Verstoßene, was Mufasa auch hätte drohen können. Naja, anstatt sich als found family zu verstehen, gehen sie halt lieber auf Rachezug. Also müssen Mufasa und Taka fliehen. Dabei treffen sie auf Sarabi und Zazu. Nun was passiert natürlich? Genau Taka verliebt sich in Sarabi, diese aber in Mufasa und während der noch versucht sie trotzdem mit seinem Bruder zu verkuppeln, gibt er sich schließlich geschlagen. Taka hasst also von jetzt auf gleich Mufasa, der sich vorher schon immer durch seine Erfahrungen bei den Löwinnen hervortun konnte. (Okay er wird hier schon als ein wenig Überklug dargestellt und macht seinen Charakter dadurch auch ein wenig Unglaubhaft, hier hätte ein bisschen mehr Teamwork nichts an der Aussage geändert.) Naja ab hier werde ich den Film auch mal nicht weiter zusammenfassen, damit noch ein paar „Überraschungen“. bleiben. Aber sagen wir es bleibt so plakativ, also ein „everything wrong with Mufasa“ Video hätte einen sehr hohen Counter. Ich hatte sehr oft Fragezeichen über dem Kopf, einfach weil es mir nicht logisch war, dass die Charaktere so reagiert haben. Während das Potential für eine wesentlich logischere Entwicklung gegeben war. Das verwundert vor allem, da Regisseur Barry Jenkins eigentlich mit Filmen wie Moonlight und If Beale Street could talk bewiesen hat, dass er die Feinheiten herauszuarbeiten weiß. Für das Drehbuch war hier Jeff Nathanson verantwortlich, der einst mit Terminal und Catch me if you can, gute Bücher geschrieben hat, ehe er irgendwie dazu genutzt wurde, Filmreihen, die eigentlich ihren Zenit überschritten haben, weiterzuführen. Sei es Indiana Jones 4, Men in Black 3 oder Fluch der Karibik 5. Auch bei Mufasa konnte er nichts mehr retten. Aber gut kommen wir mal zu etwas positivem: Der Optik. Während die Realverfilmung von Der König der Löwen vor allem für ihre zu realisitische Darstellung kritisiert wurde, da so sämtliche Emotionen der Charaktere verloren gingen, wurde sich dies hier zu Herzen genommen und die Löwen und anderen Tiere haben wenigstens ein bisschen Mimik bekommen, es wird sich dennoch viel an der realistischen Darstellung orientiert. Über ein Problem müssen wir leider noch reden: die Lieder. Während die Hintergrundmusik gut funktioniert – was vor allem wohl daran liegt, dass sich hier hauptsächlich am Originalscore orientiert wurde und dadurch berechtigterweise immer wieder für Gänsehautmomente sorgte – sind es die neu geschriebene Lieder, die so gar nicht passen wollen. Sie wirken wie leblose Popsongs von der Stange und das obwohl sie von niemandem geringeren als Lin-Manuel Miranda (Hamilton, In the Heights) geschrieben wurden. Entweder bekam er hier keinerlei Freiheiten oder es wurden die immer gleichen Popsongs verlangt. Anders kann ich mir diesen Komplettreinfall nicht erklären. Denn ausnahmslos jedes Lied klingt gleich. Gleicher Beat, gleiche Geschwindigkeit, gleicher seelenloser Text. Schade, sind doch die Originallieder bis heute unvergessene Klassiker. Im großen und ganzen ist Mufasa kein schlechter Film. Immerhin hat sich Disney getraut mal eine neue Geschichte zu erzählen. Aber er ist leider auch nicht gut.
Das Fazit
Mufasa versucht eine neue Geschichte mit größtenteils bekannten Charakteren zu erzählen und scheitert an dem vorhersehbarem Ausgang, traut sich aber auch nicht von der altbekannten (aber inzwischen überholten) Formel abzuweichen. Mit einer Menge Logiklöchern und seelenlosen Liedern, können auch die Optik und der alte Soundtrack nicht viel retten. Dafür gibt es 04 von 10 möglichen Punkten.
Mufasa läuft seit dem 18.12.2024 in den deutschen Kinos
Marvel hat gemerkt, dass sie es übertrieben haben und versuchen nun die Bremse zu ziehen. Gerade auch im Serienbereich haben sie die neuen Charaktere zurückgefahren und versuchen sich eher in Fortsetzungen (aktuell What if…) und bereits eingeführten Charakteren. Denn der Plottwitst mit Agatha Harkness in Wandavision war durchaus spannend und ich war gespannt, wie der Charakter weiter ausgebaut werden sollte. Wie das funktioniert hat und ob es mich überzeugen konnte, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.
Die Handlung
Agatha Harkness war lange Zeit unter dem Zauber dre Scarlet Witch gefangen, bis ein Teenager sie befreit. Er möchte unbedingt den geheimnisvollen Hexenweg beschreiten, um Antworten zu finden. Agatha ist zwar alles andere als begeistert, stimmt aber zu. Dafür brauchen sie jedoch einen Zirkel.
Meine Meinung
Agatha all along war kaum raus, da kamen schon die ersten Lobeshymnen in meine Timeline. Da ich bei sowas grundsätzlich skeptisch bin, habe ich versucht nicht zu große Erwartungen zu haben, denn die bisherige Ausbeute der Disney+ Serien ist eher mau gewesen. Dennoch war WandaVision als Auftakt noch eine der besten Vertreter gewesen und Agatha Harkness bot als Protagonistin genug Ansatzpunkte. Die Frage blieb aber wie bei vielen Serien, ob der Stoff nicht auch in einem Film auserzählt wäre und nicht zwangsläufig in eine Serie gepresst werden musste. Gleich mit der ersten Folge wurde die Erwartungshaltung, ob wir es hier wieder mit Episoden zu tun bekommen, die auf verschiedene Formate anspielen, wie noch WandaVision mit den verschiedenen Sitcoms im Laufe der Jahrzehnte. Das Konzept wurde leider bereits in der zweiten Folge verworfen. Mit dem Teenie wird zwar eine weitere spannende Komponente hinzugefügt und wir bekommen noch eine Handvoll weiterer spannender Charaktere, aus denen man einiges hätte machen können. Doch Marvel wäre nicht Marvel, wenn sie sich nicht lediglich auf das Uninteressante stürzen würden. Die Etappen des Hexenwegs sind umfangreich gestaltet und hier könnte man auch einiges über die Charaktere erfahren, aber weil gerade um Agatha und den Teenie weiterhin ein großes Geheimnis gemacht wurde, bleibt vieles unerzählt und es wird sich mehr auf möglichst viel Action gestürzt als den Charakteren Tiefgang zu geben. Dafür bekamen wir zumindest optisch einiges geboten. Letztlich wird zwar gegen Ende noch einiges erklärt, aber viele Andeutungen, die zuvor gemacht wurden, laufen weiterhin ins Leere. Die Figur Agatha ist weiterhin eher schwammig, viele Fragen bleiben offen. Zwar gibt es eine komplette Rückblendenfolge, aber teilweise wurde in WandaVision mehr erzählt, so dass es letztlich doch nicht ohne Vorwissen geht. Schade. Dennoch ist Agatha all along keine schlechte Serie. Auch wenn hier vieles negativ klang, so war es doch spannender und interessanter als 80% der bisherigen Serien aus dem MCU. Es war ein durchdachtes Konzept, hat über die Lauflänger der Serienfolgen funktioniert und ich hab sie gern weitergeschaut und nicht nur, um in anderen Serien und Filmen die Andeutungen zu verstehen. Aber die große Erlösung der Serienflaute von Marvel, wie sie oft bezeichnet wurde. ist sie dann doch nicht.
Das Fazit
Agatha all along hat eine interessante Grundidee und spannende Charaktere, aus denen aber letztlich zu wenig herausgeholt wird und lieber auf viel Action gesetzt wurde. Funktioniert als Serie in seiner Gesamtheit, bleibt aber weit hinter dem Potential zurück.
Wicked zählt zu den international erfolgreichsten Musicals. Auch hier in Deutschland lief es viele Jahre und doch habe ich es trotz meiner Leidenschaft für Musicals nie geschafft es auf der Bühne zu sehen. Umso mehr habe ich mich gefreut, als die Verfilmung angekündigt wurde. Abgesehen von den Trailern habe ich vorab auch versucht möglichst wenig darüber zu wissen, auch wenn mir die grobe Handlung bekannt war und ich 2-3 Lieder auch schon kannte. Warum ich absolut begeistert von dem Film bin, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.
Die Handlung
Die böse Hexen des Westens ist tot. Die Leute feiern ihr Ableben. Da taucht die gute Hexe Glinda auf und erzählt von ihrer Freundschaft zu Elphaba, die später zur böse Hexe wurde. Wie sie als Baby bereits grün geboren wurde und dadurch stets Ausgrenzung erfuhr und ihr Zusammentreffen an der Akademie Glizz.
Meine Meinung
Zwei Sachen sollte man vor dem Kinobesuch wissen. Zum einen handelt es sich bei Wicked um den ersten Teil, der den ersten Akt des Musicals adaptiert. Die Fortsetzung ist für Ende 2025 geplant. Zum anderen wird der Film in verschiedenen Fassungen gezeigt. Zum einen in der deutschen Fassung, hier sind die Dialoge und die Songs auf deutsch. Dann im OV, also in der originalen englischen Fassung. Hier sind Dialoge und Songs auf englisch. Und dann die Mischform. Deutsch mit Songs in OmU (Original mit Untertitel). Wer sich also im englischen nicht so sicher fühlt und die Dialoge lieber auf deutsch hat, aber trotzdem nicht die originalen Sängerinnen missen will, für den ist das der ideale Kompromiss und ich finde es sehr schön, dass es bei so einer großen Produktion auch angeboten wird. (PS: Wer die deutschen Songs aus der Bühnenproduktion liebt, sollte wissen, dass diese im Film wegen der Lippensynchronität leicht angepasst wurden.) Aber kommen wir zum eigentlichen Film. Und ich muss sagen, dass ich absolut geflasht bin. Ich war nach den Trailern schon absolut begeistert von der Optik, aber der Film bietet noch so viel mehr. Und wie so oft bei Filmen, die mich absolut begeistern konnten, fällt es mir sehr schwer diese Begeisterung auch in Worte zu fassen. Also versuchen wir es einfach schrittweise. Ich habe mich aus Zeitgründen (die Vorstellung passte am besten in meinen Terminkalender) für die deutsche Fassung mit den Songs in OmU entschieden. Der Film beginnt so ziemlich am Ende, spoilert dabei aber lediglich die, die den Zauberer von Oz nicht kennen, da es sich bei Wicked um eine Vorgeschichte dessen handelt. Hier wird wohl auch gleich der Hauptgrund gezeigt, wieso eine Ariana Grande für die Rolle der Glinda gecastet wurde. Denn die hohen Töne liegen ihr auf jeden Fall und sie kann allgemein während des Films eine weitreichende Bandbreite ihrer Stimme zeigen. Wir erfahren die Hintergründe von Elphabas Geburt und ihre Kindheit, die alles andere als leicht war. Durch ihre grüne Hautfarbe erfährt sie von Anfang an nur Abneigung. Schließlich kommen wir zum Hauptschauplatz des Films: die Akademie Glizz. Während Elphaba eigentlich nur ihre Schwester Nessarose bringen wollte, wird sie durch einen Zwischenfall ebenfalls aufgenommen. Hier macht Wicked neben dem Rassismusthema rund um Elphaba noch eine weitere Komponente auf. Denn Nessarose sitzt im Rollstuhl und hier kommt der Alltagsableismus durch, wenn dabei ständig über ihren Kopf hinweg entschieden wird und die übertriebene Fürsorglichkeit mit Übergriffigkeit verwechselt wird. Auch Glinda erscheint und ist sofort die beliebteste Mitschülerin und zeigt das auch deutlich. Sie will ständig die gute sein, greift dabei aber oft zu den falschen Mitteln. Und dann kommt auch noch Elphaba und bekommt die große Chance, die sie sich ihr Leben lang erträumt hat (und wohl das Einzige ist, was sie nicht bekommen kann). So trägt uns der Film weiter durch die Geschichte, wie die beiden sich schließlich anfreunden. All das benötigt seine Zeit und dauert einige Lieder, aber trotzdem zieht sich der Film an keiner Stelle. Trotz einer Lauflänge von ca. 160 Minuten, ist keine Minute zu viel. Aber wir sind bei weitem noch nicht am Ende von den ganzen Nebenhandlungen, die schließlich zum großen Finale in der Smaragdstadt beim Zauberer von Oz führen. Da hätten wir noch ein weiteres Rassismusthema, was leider aktueller denn je ist. Denn während die Unzufriedenheit im Volk wächst, wird sich einfach ein neues Feindbild gesucht. Diesmal in Form von sprechenden Tieren. Hier werden abscheuliche Theorien geäußert, die völlig übertrieben klängen, wenn die Geschichte nicht schon längst bewiesen hätte, wie real diese werden können. Und so ganz ohne Love interest kommen wir halt auch nicht aus. Leider hat er eine schreckliche Abneigung gegen Bücher, die für mich in seinem Lied fast unerträglich war. Denn es wird auf ihnen herumgetrampelt, sie werden geworfen, als Skateboard benutzt und ach mein armes Herz ist so gebrochen. Danach ging es dann aber auch wieder. Interessant war, dass hier Jonathan Bailee gecastet wurde, der doch etwas zu alt aussah, um noch zur Schule zu gehen. Auch die anderen Darstellenden sind deutlich älter, aber bei ihm fiel es irgendwie noch einmal deutlicher auf. So jetzt habe ich viel über die Handlung gesprochen, kommen wir noch zu drei weiteren Komponenten, die den Film ausmachen. Zum einen der grandiose Cast, der sich durch alle Rollen zieht. Hatte ich am Anfang noch Bedenken wegen Ariana Grande, so ist ihr die Rolle auf den Leib geschrieben. Eine Michelle Yeoh oder ein Jeff Goldblum liefern natürlich ab, aber vor allem Cynthia Erivo als Elphaba kann in jeder einzelnen Szene absolut überzeugen. Dann hätten wir noch die unglaubliche Optik, die ich hier lobend erwähnen möchte. Gerade die vielen Kamerafahrten durch diese, dürfte mit ein Grund sein, wieso der Film deutlich länger ist als der erste Akt des Musicals. Aber hier gibt es einfach genug zum Bestaunen und Bewundern, so dass ich froh war, genau dafür Zerit zu haben. Und last, but not least, die Lieder. Ein wahnsinnig guter Soundtrack, der wohl auch zur großen Beliebtheit des Bühnenstücks beigetragen hat, wird hier sehr gut adaptiert und eingesetzt. Sie im englischen Original zu hören, war für mich die richtige Wahl (auch wenn sie zufällig war) und ich werde ihn bestimmt noch einge Male hören.
Das Fazit
Wicked ist eine Musicaladaption, die auf allen Ebenen überzeugen kann. Ich bin sehr gespannt auf den zweiten Teil, ob er das sehr hohe Niveau halten kann. Dafür gibt es 10 von 10 möglichen Punkten.
Wicked läuft seit dem 11.12.2024 in den deutschen Kinos
2016 hatte Disney gerade durch den Erfolg von Frozen wieder ordentlich Aufwind bekommen und wagte sich an neue Konzepte. So durfte mit Vaiana eine Häuptlingstochter aus Polynesien die Weltmeere erobern. Da sich der Mäusekonzern aktuell eher an der gefühlt hundersten uninnovativen Realverfilmung versucht und die letzten Animationsfilme auch eher mies liefen, wurde nun kurzerhand die Vaiana Serie gekippt und zu einem zweiten Teil umgebaut. Ob das funktioniert hat, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.
Die Handlung
Vaiana kehrt nach einer Expeditionstour zurück auf ihre Heimatinsel. Dort bekommt sie einen neuen Titel verliehen, doch bei der Zeremonie kommt es zu einem Zwischenfall und sie erhält eine Vision, die sie dazu animiert einen verschollenen Knotenpunkt zwischen den anderen Inseln zu suchen. Dafür braucht sie eine Crew. Gleichzeitig gerät Maui in Gefangenschaft.
Meine Meinung
Inzwischen freut man sich ja eher, wenn Disney ein Sequel im Animationsbereich ankündigt, anstatt den neusten sinnlosen Realfilm – auch wenn eben dieser für Vaiana wohl in der Planung ist. Und zumindest mit Frozen 2 und Chaos im Netz konnte Disney gut unterhalten. Dass hier aus der Not heraus eine Serie umgewandelt wurde, ließ hingegen das schlimmste befürchten. Aber hey, immerhin gab es diesmal keine lächerliche deutsche Tagline, wie „Das Paradies hat einen Haken“. Zunächst treffen wir wieder auf Vaiana und erfahren, was sie in der Zwischenzeit so erlebt hat. Es gibt ein Wiedersehen mit alten Bekannten, wir treffen aber auch auf neue Gesichter. Motonui hat sich seit der Rettung von Te Fiti gut entwickelt und hier bekommen wir eine grobe Übersicht. Nachdem dann auch Maui wieder eingeführt wurde, wenn auch noch getrennt vom Rest, geht es auch wieder auf große Fahrt. Und diesmal durfte gleich eine ganze Crew mit. Die Einführung dieser ging flott voran und auch wenn ich zunächst Bedenken hatte, funktionierte gerade die Vielfalt der Charaktere sehr gut. Ab hier schreitet die Handlung flott voran und bringt einige spannende Momente mit sich, lässt aber auch immer Pausen, damit die Zuschauenden auch wieder durchatmen können. Aber vor allem bietet der Film eine ganze Menge Spaß. Die Witze zünden gut und konnten Groß und Klein im Kino gleichermaßen abholen. Die Charaktere harmonieren gut miteinander und bringen ganz neue Ebenen rein. Da wirkt Maui zunächst wie ein unwichtiger Nebencharakter, der nur der Nostalgie wegen reaktiviert wurde. Aber auch das bessert sich im Laufe des Films, spätestens wenn die Handlungsstränge zusammenlaufen. So ganz kommt der Film nicht über den Seriencharakter hinweg, der aber eher auffällt, wenn man den Hintergrund kennt. Aber ganz können sie nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Geschichte mal in Episoden aufgeteilt war. Die neuen Lieder brauchen ebenfalls ihre Zeit, um richtig zu zünden und sind keine instant Ohrwürmer, wie noch im ersten Teil. Dennoch sind sie melodisch und verbinden alte Rhythmen mit neuen und bringen den Film stets voran. Im großen und ganzen kommt der zweite Teil zwar nicht an den Vorgänger heran, macht seine Sache als Sequel aber gut und weiß zu unterhalten. Auch wird er bestimmt noch mehrfach konsumiert.
Das Fazit
Vaiana 2 bringt eine neue spannende Handlung und bietet wieder viel Witz und eine schön gestaltete Welt. Dabei steht der Film aber im Schatten seines Vorgängers, gerade, was die Lieder angeht. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.
Vaiana 2 läuft seit dem 28.11.2024 in den deutschen Kinos
Jeder kennt die generischen Weihnachts-Romanzen, die ab November bei Netflix und Co wie aus dem Nichts aufploppen. Während ich dieses Jahr auf diese wenig Lust hatte, lockte ein Weihnachts-Blockbuster in die Kinos. Und immerhin war die Prämisse, dass der Weihnachtsmann entführt wird. Ob Red One mehr ist als eine generische Dwayne Johnson Actionkomödie erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.
Die Handlung
Nick – besser bekannt als der Weihnachtsmann – wird von seiner Station am Nordpol entführt. Sein Sicherheitsoffizier Callum Drift kann die Spur kurz darauf zum Kopfgeldjäger Jack O’Malley zurückverfolgen. Dieser hält seit seiner Kindheit Weihnachten und die ganzen Mythen für Humbug und muss nun zusammen mit Callum den Nick finden und damit Weihnachten retten.
Meine Meinung
Wenn Dwayne Johnson einen Film produziert, dann kommen oft Actionkomödien, wie San Andreas, Rampage oder Skyscraper bei raus, die stets nach einem ähnlichen Prinzip funktionieren. Auf Logik sollte man nicht zu sehr achten, sondern sich einfach von gewagten Stunts einlullen lassen und Dwayne Johnson ist natürlich stets der strahlende Held, der die Lage rettet. Versteht mich nicht falsch, die Filme haben durchaus ihren Charme, man sollte nur nicht zu viel erwarten, vor allem keine Abwechslung. Mit dieser Einstellung ging ich also auch an Red One und siehe da, wir haben das gleiche Grundkonstrukt und unseren strahlenden Held – auch hier mit „tragischer“ Hintergrundgeschichte. Wenn man aber genau das sucht und sich gern knapp zwei Stunden mit Wortwitzen zum Thema Weihnachten auseinander setzen möchte, ist dies der ideale Film! Denn unterhalten wird man hier defintiv. Zur Handlung will ich gar nicht so viel sagen, denn sie ist ziemlich vorhersehbar und spielt mit den gängigen Klischees. Auf Logik sollte man nicht zu sehr achten, sonst fällt das Konstrukt schnell in sich zusammen. Dafür werden verschiedene Weihnachtsmythen aus „Deutschland“ (eher Bayern und Österreich) und Island genutzt und für Hollywood-Filme typisch nur ganz oberflächlich recherchiert und dann ins Genre gepresst, bis von der eigentlichen Mythologie nichts mehr übrig ist. Dafür aber hübsch anzusehen. Aber auch darüber kann man hinwegsehen, wenn man wirklich nur die leichte Unterhaltung sucht. Und irgendwie funktioniert der Film tatsächlich auch. Er bietet gute Ideen, kann gerade in der Action durchaus unterhalten und Chris Evans als Stichwortgeber sorgt für gute Unterhaltung. So hatte ich beim Schauen deutlich Spaß, konnte viel lachen und einfach mal eine zeitlang abschalten. Bei einigen Stellen musste ich zwar alle Augen zudrücken, die ich finden konnte, aber mit ausgeschaltetem Kopf funktioniert das gut. Wer sich also zu Weihnachten einfach mal unterhalten lassen möchte, abseits von den ganzen Romanzen der Streamingdienste, dürfte hier fündig werden. Aber bitte lest hinterher nochmal die Mythen nach und übernehmt die falsche Darstellung nicht einfach.
Das Fazit
Red One bietet Action, Unterhaltung und Witz nach Dwayne Johnson Manier, wenn man diese mag und eine kurzweilige Auszeit sucht, bietet der Film zusätzlich noch eine Portion Weihnachtsstimmung abseits des Mainstreams. Dafür gibt es 06 von 10 möglichen Punkten.
Red One läuft seit dem 07.11.2024 in den deutschen Kinos
Atlantis war schon immer ein faszinierendes Thema für mich. Und nach einer Lesung der Autorin auf einer Buchmesse stand für mich fest, dass ich die Reihe weiter verfolgen wollte. Inzwischen habe ich die Trilogie beenden können und warum ich sie auf jeden Fall empfehle und Freya von Korff ein gutes Vorbild im Bereich Selfpublishing ist, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.
Die Krone von Atlantis
Die Handlung: Taschendiebin Ria stiehlt ein Artefakt von einer zwielichtigen Gruppe, was sie besser nicht getan hätte. Auf ihrer Flucht trifft sie auf Percy und dessen Ziehmutter, die ihr Unterschlupf bieten. Dabei erfährt sie, dass beide Gruppen auf der Suche nach der Krone von Atlantis sind, Nachfahren der Atlanter auf der Erde leben und sie mitten in einem Abenteuer ist, dass sie von Hamburg nach Norwegen und schließlich nach Griechenland bringen wird.
Meine Meinung: Der Mythos Atlantis hat mich schon immer fasziniert – spätestens aber seit dem Disneyfilm, der aber wenig mit den gängigen Forschungen zu tun hat. So wirklich ist das Thema in der Belletristik aber nicht vertreten, weswegen ich auf Freya von Korffs Reihe aufmerksam wurde. Nach einem sehr guten Gespräch auf der Buchpassion in Erfurt und ihrer Lesung, stand für mich fest, dass ich die Reihe lesen wollte. Und mit Band eins legt sie bereits auch gut vor. Wir haben eine etwas eigenwillige Protagonistin, die mit der Zeit immer mehrschichtiger wird und einen ziemlichen Plottwist, den ich so nicht vorhergesehen habe. Vorallem haben wir aber eine Autorin, die ziemlich gut zu dem Mythos recherchiert hat und dann daraus ihre eigenen phantastischen Elemente drauf gebaut hat. Und damit war jede Seite irgendwie auch ein erkunden des Mythos und es blieb dennoch spannend, was noch alles möglich ist. Denn eins ist sicher, auch wenn hier schon viel passierte, sind viele Fragen offen geblieben und ich bin gespannt auf die Folgebände.
Die Prinzessin von Atlantis
Die Handlung: Zwei Jahre sind seit den Ereignissen des ersten Bandes vergangen. Ria und Percy gehen sich in Oceana, der letzten Festung der Nachfahren der Atlanter, noch immer getrennte Wege. Doch als Intrigen in die Tat umgesetzt werden und so ihrer aller Leben in Gefahr ist, müssen sie erneut eine Seite wählen. Aber wird es die Richtige sein?
Meine Meinung: Zweite Bände sind die typischen Füllerbände, womit nur das eigentliche Finale vorbereitet wird? Nicht so bei Freya von Korff! Durch den Zeitsprung nimmt sie erst einmal Distanz zu den Geschnissen aus dem ersten Band. Wir lernen nach und nach erstmal wieder, wie es den Charakteren ergangen ist, wo sie jetzt stehen, was sie in der Zwischenzeit getan haben und wie es um ihre Motivation steht. Nebenbei werden die Weichen für die Haupthandlung des Bandes gestellt, die sich wunderbar in die Welt eingliedern und neue Spannung entstehen lassen. Gleichzeitig werden aber auch die offenen Handlungsstränge weitergeführt, so dass der Band durchaus seine Daseinsberechtigung hat, aber eben mehr ist als nur ein Füller. Das Finale wird mit angeteasert und vorbereitet, aber eben nicht so offensichtlich. Es werden neue Geheimnisse offenbahrt und die Charaktere mehr als einmal vor unmögliche Entscheidungen gestellt. Ich habe das Buch wieder sehr genossen, weil es herrlich anders ist, als die meisten Reihen und ich nicht vorhersagen konnte, was genau geschehen wird. Kein reines Abarbeiten von Schema F, was ich sehr begrüße.
Die Götter von Atlantis
Die Handlung: Ria, Ben und Rider reisen durch Europa und suchen Verbündete, um zum letzten Schlag gegen Gräfin Eleana und die Atlanter antreten zu können. Dabei findet sie noch wesentlich mehr über sich und ihr Schicksal heraus, bis es zur finalen Entscheidung kommt.
Meine Meinung: Das Finale der Reihe hatte es noch einmal in sich! Ich empfehle die Taschentücher nicht zu weit wegzulegen, denn Freya von Korff ist hier gnadenlos. Dabei sind ihr die Gefühle der Lesenden keineswegs egal, sondern sie hat einfach nochmal so viele Kämpfe und Konfrontationen zu bieten, dass es schlicht unlogisch wäre, wenn keine Opfer zu betrauern wären. Dabei weiß sie den Fokus nicht zu verlieren und auf die finale Konfrontation hin zu arbeiten und die Motive der einzelnen Charaktere noch einmal deutlicher herauszuarbeiten, damit auch alle Motivationen nachvollziehbar sind. Ich habe das Finale in drei Tagen verschlungen, da ich es zwischendurch nicht mehr weglegen konnte bzw. habe ich das Hörbuch durchgehört, das wunderbar direkt von der Autorin eingesprochen wurde und all die Verzweiflung, die man selbst empfunden hat, gut wiedergegeben hat. Letzlich kann ich nur die ganze Reihe absolut empfehlen und freue mich sehr auf das Spin-off, in dem wir auf Spurensuche nach Ägypten gehen.
Habt ihr schon ein Buch von Freya von Korff gelesen?