Mission Impossible 8 – The Final Reckoning

Ein Vorwort

Zum achten Mal heißt es Cobra übernehm… äh ich meine, schlüpfte Tom Cruise in die Rolle des Ethan Hunt. Was als kleiner Agententhriller nach Vorlage der Serien Cobra übernehmen sie und In geheimer Mission begann, hat sich schnell zu einem der größten Franchises der letzten Jahre entwickelt. Dazu haben vor allem Tom Cruise und seine immer größer werdenden selbstausgeführten Stunts beigetragen. Nun sollte alles in einem finalen Film beendet werden. Mit dem siebten Film wurde die Handlung bereits vorbereitet und zwei Jahre mussten wir auf den Abschluss warten. Ob der Film die Erwartungen erfüllen konnte, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Was bisher geschah

Hier werde ich kurz die zuvor erschienenen Filme zusammenfassen. Dadurch sind Spoiler leider nicht zu vermeiden. Du weißt bereits, was geschah? Dann überspring dieses Absatz einfach.

In Mission Impossible – Dead Reckoning Part One sehen wir, wie in der Beringsee ein russisches U-Boot die Sewastopol durch ein Fehler auf dem Sonar und eines nicht mehr steuerbaren Torpedo, versenkt wird. An Bord hat sie die Entiät, eine KI, die sich selbstständig gemacht hat und nun die gesamte Welt bedroht. Um sie zu deaktivieren, benötigt es zwei Schlüssel. CIA Chef Kittridge beauftragt Ethan Hunt mit der Beschaffung, wobei der erste in der Arabischen Wüste bei Ilsa Faust sein soll. Hunt beschafft diesen, erfährt dann aber von den Plänen der USA und lässt die Übergabe platzen. In Abu Dhabi wollen sie den Käufer, der voraussichtlich die zweite Hälfte besitzt, ködern, werden jedoch hereingelegt von der Diebin Grace, die sich nach Rom absetzen kann. Dort hilft Hunt ihr aus den Fingern der Behörden und kann sie bei einer wilden Verfolgungsjagd gegenüber der mysteriösen Französin Paris beschützen. Sie flieht erneut, diesmal nach Venedig. Während Hunt und seine Gruppe erfahren, dass Paris mit Gabriel zusammen arbeitet, der vor 30 Jahren durch die Ermordung der Freundin von Hunt dafür sorgte, dass dieser überhaupt beim IMF anfing, trifft sich Grace mit Alanna, die die zweite Hälfte besitzt. Hunt sabotiert die Übergabe, wird aber von Gabriel und der Entität in eine Falle gelockt. Ilsa wird getötet und Grace schließt sich Hunt an. Die nächste Übergabe soll im Orient-Express stattfinden. Grace ersetzt hier mittelt Maske Alanna und Hunt kommt per Fallschirm dazu. Dabei stellt sich heraus, dass Kittridge der Käufer ist. Gabriel stößt Paris von sich und manipuliert den Zug, so dass Hunt und Grace nun versuchen müssen dem Tod zu entkommen. In letzter Sekunde werden sie von Paris gerettet. Durch den Kampf haben sie aber nun die Informationen zur Sewastopol, weswegen sie dahin aufbrechen können.

Die Handlung

Nachdem Ethan Hunt sich nach den Ereignissen in Dead Reckoning zurückgezogen hat, reaktiviert ihn jedoch eine Nachricht der Präsidentin. Erneut nimmt er die Fährte von Gabriel auf, der Hinweise auf die Entität liefern kann. Dabei trifft er alte Verbündete, aber auch alte Feinde.

Meine Meinung

Mission Impossible und ich haben eine lange Reise zusammen durch. Von den ersten drei Filmen, die ich zwar irgendwann einmal gesehen habe, aber kaum noch in Erinnerung habe, über den absolut grandiosen Phantom Protokoll, der bis heute mein liebster Film der Reihe ist, über ein wieder abfallendes Niveau mit Teil Fünf und Sechs – auch wenn Fallout für viele einer der Besten der Reihe ist, allein durch die grandiose Toilettenszene – bis hin zur Ankündigung, dass das Finale einen Zweiteiler umfassen wird. Da war ich doch glatt zurückversetzt in die frühen 2010er, wo die ganzen Jugendbuchverfilmung am Ende unbedingt noch in zwei Filme gespalten werden mussten. Umso besorgter und innerlich eigentlich schon mit dem Franchise abgeschlossen, ging ich in Dead Reckoning. Und bekam einfach den zweitbesten Film der Reihe. Ich war absolut begeistert, da er sich wieder mehr auf die Ursprünge besann und statt einfach wieder Jedem eine Maske aufzusetzen, mehr auf ein gut geschriebenes Drehbuch achtete. Natürlich gab es auch hier wieder aufwendige Actionszenen, aber auch hier sind wir wieder mehr ins Klassische gerückt. Autoverfolgung durch enge Gassen? Check. Gesprengte Brücke und der Zug rast ohne Bremsen darauf zu? Oh Yes!
Mit zwei Jahren Pause ging es nun endlich mit der Geschichte weiter. Am Anfang habe ich auch einige Zeit gebraucht, um wieder in die Handlung reinzukommen, da ich es natürlich vorher nicht geschafft hatte, noch einmal den ersten Teil zu schauen. Aber der Film hat vor allem eins: Zeit. Mit 170 Minuten ist er nochmal ein paar Minuten länger als der Vorgänger, der die Zeit jedoch besser zu nutzen wusste. Hier gibt es kaum noch Intrigen, hier sind die Fronten geklärt und der Wettlauf gegen die Zeit startet. Das führt dazu, dass zunächst erstmal einige Referenzen aus den vorherigen Filmen eingebaut wurden. Keine Angst, wer Teil 1-6 nicht gesehen hat, kann dem Film immer noch folgen, da die entsprechenden Szenen eingeblendet wurden, aber für die langjährigen Fans wurde hier stark versucht zum Abschied die Nostalgieschiene zu fahren. Leider teilweise zu gewollt, wodurch sich nachträglich noch Plotschwächen aus den vorherigen Abenteuern ergeben. 
Auch die Hauptactionszenen sind wieder schwächer als noch im 7. Film. Während da bewusst mit alten Motiven gespielt wurde und Tom Cruise sein Können zeigen konnte, aber eben doch mit einem gewissen Schmunzeln dabei, sollte es hier jetzt nicht einmal mehr Konkurrenz geben, wodurch wir minutenlang Tom Cruise bei einem unmöglichen Tauchgang beobachten. Versteht mich nicht falsch, es war alles wieder sehr spannend und ich habe mitgefiebert. Aber ich habe mich dabei einfach nicht so unterhalten gefühlt, wie im siebten Teil, den ich eben als sehr positiv empfunden habe. 
Und für einen finalen Abschiedsfilm hätte es dann weniger die Tom Cruise Soloshow sein dürfen, als vielmehr ein schöner Abschied mit allen liebgewonnenen Charakteren. Und vielleicht ein bisschen weniger die amerikanische Präsidentin ist die einzig vernünftige Person weit und breit. Insgesamt gesehen also ein solider Film der Reihe. Actionfans kommen auf jeden Fall auf ihre Kosten, ein bisschen wenig Lug und Trug, dafür ein wenig zu viel gewollte Nostalgie. 

Das Fazit

Mission Impossible 8 – The final Reckoning nimmt sich zum Abschluss einiges vor, kommt aber nicht an die eigene Messlatte heran. Viel Action, wenig Handlung, aber leider fehlt auch der Witz, der den Vorgänger wieder so gut gemacht hat. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

Mission Impossible 8 – The Final Reckoning läuft seit dem 15.05.2025 in den deutschen Kinos 

Mission Impossible – Dead Reckoning 7.1

Ein Vorwort

Viel hat sich getan seit 1996 der erste Mission Impossible Film basierend auf den Fernsehserien Kobra übernehmen sie und In geheimer Mission auf der Kinoleinwand erschien. Das Franchise ist gewachsen und spätestens seit dem viertel Teil (Phantom Protokoll) verbesserten sich auch die Kritiken. Nun soll mit Dead Reckoning ein Film in zwei Teile aufgeteilt werden, was nur einem aktuellen Hollywoodtrend folgt. Doch geht die Rechnung auf?

Die Handlung

Der Test einer neuen Tarnkappentechnik an Bord eines russischen U-Bootes geht schief. Doch an Bord soll auch eine neue Superintelligenz gewesen sein. Um an diese zu kommen, benötigt es zwei Schlüssel, die nur zusammen funktionieren. Ethan Hunt (Tom Cruise) bekommt den Auftrag diese zu beschaffen, merkt aber schnell, dass es diesmal keinen klaren Gegner gibt. Als dann auch noch ein Phantom aus seiner Vergangenheit auftaucht, will er am liebsten sein Team abziehen und außer Gefahr bringen.

Meine Meinung

Bisher war die Mentalität der Mission Impossible Filme stets: Höher, größer weiter. Auf jeden atemraubenden Stunt von Tom Cruise musste noch ein weiterer folgen, der noch spektakulärer war. Das dieses Konzept irgendwann nicht mehr aufging, hat man an den Kritiken kaum gemerkt, denn gerade die Authentizität der Actionszenen war ein Merkmal des Franchises, die trotz mangelhafter Handlung stets begeistern konnte. Doch abseits davon gingen die Ideen aus. Im sechsten Teil musste schon der Antagonist wiederverwertet werden, da es an neuen Ideen mangelte. Stattdessen wurde die Maskentechnik einfach inflationär benutzt. Jeder bekam eine. Manchmal wurde auch eine Maske über der Maske getragen.
Nun sollte es nicht nur einen neuen Film geben, sondern mit Dead Reckoning wurde gleich angekündigt, dass es sich lediglich um den ersten Teil eines Zweiteilers handeln soll. Die Skepsis gerade meinerseits war groß. Würden sie genug Handlung haben, denn auch der Auftakt ist mit einer Laufzeit von 168 Minuten nicht gerade kurz geraten. Es passte alles in Schema des Größer, Höher, Weiter. Doch Dead Reckoning ist wohl die Überraschung des Sommers. Denn obwohl die Handlung für zwei Filme geschrieben wurde, ist er vor allem eins: Reduzierter. Alles, was in den letzten Teilen absolut überhandnahm, wurde zurückgeschraubt und herauskam ein solider Actionfilm, der sich des Erbes der Ursprungsserie würdig erweist und gleichzeitig wieder feinste handgemachte Action bietet.
Das beginnt damit, dass ein klares Ziel und ein nicht ganz so klarer Gegner geschaffen wurden, Die beiden Schlüssel finden und herausfinden, wer genau gegen einen spielt. Dabei ist die Enthüllung des Antagonisten nach der  Auftaktszene zwar nicht überraschend, aber doch erstaunlich erfrischend, zumal die logischen Schlüsse daraus gezogen wurden und gleichzeitig ist die Thematik erstaunlich aktuell, auch wenn dies durch die lange Produktionsphase des Films wohl nicht vorhersehbar war. Aber dadurch entstehen ganz neue Möglichkeiten und neue Schwierigkeiten.
Weiter geht es mit der Tatsache, dass die zwei größten Aktionszenen eine klassische Autoverfolgungsjagd und ein außer Kontrolle geratener Zug sind. Auch wenn es hier nicht ganz back to the roots heißt, sind doch viele altbekannte Motive eingebaut, die eigentlich völlig überholt wirken, aber doch wieder eine herrliche Anziehungskraft entwickelt haben. Das liegt daran, dass mit Hayley Atwells Charakter Grace eine neue Komponente eingeführt wurde, die wieder mehr an einen Jeremy Renner aus Phantom Protokoll erinnert und daher im guten Kontrast zu Rebecca Fergusons Ilsa Faust oder Vanessa Kirbys Alanna Mitsopolis steht, ohne dabei die Handlung zu sabotieren.
So entstanden Szenen, bei denen ich im Kino saß und mir dachte „Na klar, das machen die eh nicht, das wäre völlig vorhersehbar. Oh, sie haben es doch gemacht. Ja, aber das wird doch nicht darauf hinauslaufen … okay, doch“. Und genau das war das Faszinierende an dem Film. Er spielt mit Klischees und altbekannten Motiven, verpackt sie aber in eine moderne Handlung und schafft es so die Zuschauenden, die mit so etwas nicht mehr rechnen, zu überraschen und zu begeistern. Damit ist Dead Reckoning Part 1 wohl die Überraschung des Sommers, denn dass das Franchise nochmal so die Kurve bekommt, hätte ich nicht erwartet.

Das Fazit

Mission Impossible – Dead Reckoning 7.1 ist wohl die Überraschung des Sommers. Reduzierter, altbekannte Motive und doch durch den Kontrast zum sehr modernen Thema spannend, atemraubend und nimmt sich aber auch Zeit für Emotionen und auflockernde Witze. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.

Mission Impossible – Dead Reckoning 7.1 läuft seit dem 13.07.2023 in den deutschen Kinos

Top Gun – Maverick

Ein Vorwort

1986 kam mit Top Gun ein ziemlich patriotischer Actionfilm in die Kinos und half Tom Cruise zum Durchbruch. Inzwischen dafür bekannt seine Stunts in den meisten Fällen selbst durchzuführen, ist er aus der Actionfilmszene nicht mehr wegzudenken. Nun fast 40 Jahre später gibt es einen zweiten Teil. Ob sich dieser in die Riege der überflüssigen Fortsetzungen einreiht, oder tatsälich noch einmal etwas zu bieten hat, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Maverick (Tom Cruise= ist noch immer bei der Navy, fliegt Testflüge und wurde trotz vieler Auszeichnungen nie befördert. Der Fund eines geheimen Nuklearlagers führt dazu, dass er zurück zu Top Gun beordert wird. Dort soll er die Nachwuchselite innerhalb kürzester Zeit für eine beinahe unmögliche Mission ausbilden. Dabei ist auch der Sohn seines früheren Freundes Goose: Rooster (Miles Teller).

Meine Meinung

Ich habe den ersten Top Gun wohl vergleichsweise spät gesehen, aber dennoch konnte der in seiner Einfachheit auch Jahre später noch durch die handgemachte Action überzeugen. Fast 40 Jahre später noch ein Sequel zu bringen, konnte funktionieren, konnte aber auch mächtig schief gehen.
Tatsächlich ist es bei Top Gun Maverick eher das Erstere. Und das liegt vor allem an einer Sache: Die noch immer größtenteils handgemachte Action mit wenig CGI und viel Tom Cruise, der seine Stunts selbst geflogen ist.
Denn wie schon im ersten Teil ist die Handlung gar nicht das entscheidende. Hier ist vieles vorhersehbar, der Ablauf orientiert sich am ersten Teil und ist sehr einfach gestrickt. Gespickt wird das ganze mit einer guten Portion Fanservice. Nicht zu viel, um überladen zu wirken, eher um einen ab und an zum schmunzeln zu bringen. Auch über die Charaktere wird nicht viel erzählt, gerade genug, um sie in ihren Positionen auseinander zu halten. Auch wenn es mit einem altbekannte und einem neuen weiblichen Gesicht versucht wird, die reine Männerriege aufzusprengen, ist der Film noch immer sehr Männerlastig. Dies merkt man auch an vielen Dialogen. Hätte man natürlich zeitgemäß weiter auflockern können, tritt hier aber ebenso wie die gesamte Handlung eher in den Hintergrund.
Die gesamte Konzentration des Films und auch der Grund, warum das Franchise nach all den Jahren immer noch so gut funktioniert, sind einfach die Actionszenen. Hier sieht man in jeder Einstellung die Liebe zum Fliegen. Hervorgehoben wird dies durch die handgemachte Action, die nur wenig CGI braucht. Dadurch, dass Tom Cruise – laut Medienberichten – selbst im Cockpit Platz genommen hat, sieht man den Unterschied auch einfach. Die Atmosphäre durch neue und alte Filmmusik, die Kameraführung und die Actionszenen zeigt einmal mehr, wofür es Kino noch immer gibt. Denn dieser Film funktioniert vollumfänglich nur auf der großen Leinwand.

Das Fazit

Top Gun Maverick ist zwar sehr schlicht in Handlung und Charakteren und bietet wenig Überraschungen, doch durch handgemachte Action bietet er ein Leinwanderlebnis für das sich der Kinogang lohnt. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.

Top Gun Maverick läuft seit dem 26.05.2022 in den deutschen Kinos

Mission Impossible 6 – Fallout

Ein Vorwort

Nachdem Tom Cruise in MI Phantom Protokoll nur mit haftenden Handschuhen am Burj Khalifa hochkletterte, schien der Stunt nicht mehr zu toppen. In MI Rogue Nation hing Ethan Hunt – Cruises Charakter – dann an einem startenden Jet. Auch dies schien nicht mehr zu toppen. Nun erscheint der inzwischen sechste MI Teil Fallout in den deutschen Kinos und wurde bereits vorab als der actionreichste der Reihe angekündigt. Man durfte also durchaus gespannt sein, was sich Cruise nun wieder ausgedacht hat. Man sollte übrigens zumindest den fünften Teil vorher gesehen haben, da der sechste an ihn direkt anschließt. Für ein bisschen Hintergrundwissen wären auch der dritte und vierte von Vorteil.

Was bisher geschah

Hier werde ich kurz die zuvor erschienenen Filme zusammenfassen. Dadurch sind Spoiler leider nicht zu vermeiden. Du weißt bereits, was geschah? Dann überspring diesen Absatz einfach.

In Mission Impossible lernen wir den IMF Agenten Ethan Hunt (Tom Cruise) kennen, der einen Maulwurf in der CIA entlarven soll. Hilfe erhält er von dem Hacker Luther (Ving Rhames) Jim Phelbs wird als dieser erkannt – Fun Fact: Jim Phelbs war in den beiden Serien Kobra übernehmen sie und in geheimer Mission auf der die Filme basieren der Protagonist, der nun von Hunt abgelöst wurde.
In Mission Impossible II muss Hunt die Verbreitung eines Grippevirus vor dessen Ausbruch stoppen. Hilfe erhält er wieder von Luther.
In Mission Impossible III hat sich Hunt größtenteils vom IMF abgewandt und lebt mit seiner Freundin Julia zusammen. Er nimmt jedoch wieder einen Auftrag an, da sein Schützling Lindsay entführt wurde. Im Laufe des Films wird Julia jedoch entführt und er muss die Hasenpfote klauen, die er eigentlich zuvor sicherstellen sollte, um Julias Leben zu retten. Da diese vorher nichts von seiner Arbeit wusste und seine Lügen langsam Leid ist, heiratet er sie, um ihr Vertrauen zu behalten. Am Ende erfährt sie doch von seiner Tätigkeit und Hunt will beim IMF aussteigen. Unterstützung während der Mission bekommt er von Benji (Simon Pegg), der als IT-Experte gerne auch einmal in einen Außeneinsatz möchte.
In Mission Impossible – Phantom Protokoll wird Hunt von Benji, der inzwischen für Außeneinsätze zugelassen wurde, und Jane (Paula Patton) aus einem Gefängnis befreit. Zusammen müssen sie in den Kreml einbrechen, der aber kurz nach ihnen in die Luft fliegt. Da dem IMF von den Russen die Schuld gegeben wird, wird das IMF aufgelöst. Hunt muss zusammen mit dem Sekretär Brandt (Jeremy Renner) fliehen. Zusammen müssen die den Kreml-Attentäter finden und ausschalten. Dabei kommt heraus, dass Brandt zuvor ein Pärchen im Urlaub bewachsen sollte, die Frau aber trotzdem getötet wurde, weswegen er sich zunächst aus dem aktiven Dienst zurückgezogen hatte. Der Mann, der überlebte, war Hunt. Am Ende des Films sieht man jedoch Julia aus der Entfernung und Hunt erzählt Brandt, dass es nur eine Tarnung war, damit seine Frau ein normales Leben ohne ihn führen konnte.
In Mission Impossible – Rogue Nation erfährt Hunt von dem Syndikat, einer Terrorgruppe unter der Führung von Solomon Lane. Er wird vom Syndikat gefangen genommen, kann aber durch Ilsa Faust, eine Doppelagentin des MI6 fliehen. Taten des Syndikat werden jedoch Hunt zugeschrieben und dieser muss untertauchen, zumal der Chef der CIA Hunley (Alec Baldwin) nicht an die Existenz des Syndikats glaubt. Das IMF wird aufgelöst und Brandt und Benji müssen nun für die CIA arbeiten. Hunt nimmt schließlich Kontakt zu Benji auf und beide werden von Ilsa nach Marokko gelockt. Dort bergen sie einen Stick mit geheimen Informationen, den Ilsa aber an sich nimmt, um sie dem MI6 zu übergeben. Schließlich stößt auch Brandt wieder zum Team und hat Luther mit dabei. Am Ende schaffen sie es Solomon Lane zu fassen, nachdem dieser Ilsa als Druckmittel gefangen hält und Benji entführt wurde. Hunley wird neuer Chef des IMF.

Die Handlung

Während einer gescheiterten Mission gelangt waffenfähiges Plutonium in die Hände von Terroristen. Ethan Hunt (Tom Cruise) und sein Team müssen dafür gerade stehen und werden beauftragt das Plutonium zurückzuholen. Dabei wird ihnen der CIA Agent August Walker (Henry Cavill) an die Seite gestellt. Unterwegs treffen sie auf bekannte Gesichter, wie Ilsa Faust (Rebecca Ferguson) und den im fünften Teil gestellten Bösewicht Solomon Lane (Sean Harris).

Meine Meinung

Den gleichen Bösewicht noch einmal verwenden, obwohl er schon im vorangegangen Teil eine unmögliche Mission darstellte, war entweder ein sehr gewagter oder ein sehr dummer Schritt. Genau diese Frage stand zu Anfang des neuen Teils im Raum. Denn zuvor wurde zumindest immer diese Rolle komplett neu ausgearbeitet. Dies war den Machern aber nun anscheinend zu mühsam und so wurde Sean Harris erneut verpflichtet und durfte wieder antreten, diesmal aber zunächst vom Gefängnis aus.
Das Grundteam hat sich mit Tom Cruise, Ving Rhames und Simon Pegg erneut versammelt. Alec Baldwin durfte als Chef des IMF erneut auftreten und bekam auch eine etwas größere Rolle. Und während selbst Rebecca Ferguson als Ilsa, ebenfalls ein Charakter aus dem fünften Teil, wieder auftauchen durfte, wurde Jeremy Renners … ohne ein Wort aus dem Skript gestrichen. Als „Ersatz“ wurde dann Henry Cavill gecastet – mit Verpflichtung zum Schnurrbart, was ihm durch die Nachdrehs bei Justice League etwas ins Schwitzen brachte – der als CIA-Agent die Dynamik des Films zumindest ein bisschen änderte. Ebenfalls als Neuzugang wurde Vanessa Kirby als zwielichtige … gecastet. Die The Crown-Darstellerin hat zwar nur eine kleinere Rolle, nutzt diese aber, um dem Film noch einmal eine neue Nuance zu geben.
So wurden die Weichen für das neue Abenteuer gestellt, das schon von ersten Kritikern als das mit Abstand actionlastigste beschrieben wurde. Und genau hier liegt das Problem des Films. Denn während in den vorherigen Teilen zunächst neue Charaktere und der neue Bösewicht vorgestellt wurden, wird dieser Teil einfach übersprungen, Henry Cavill mit einem kurzen Dialog dem Team zugeschustert und schon geht es los von einer Verfolgungsjagd zur Nächsten. Das irgendjemand von der CIA Dreck am Stecken hat, wird auch schnell klar und so überrascht der „große“ Plottwist überhaupt nicht.
Viele loben die viele Action im sechsten Teil. Und natürlich ist sie auch hier wieder gut gefilmt und excellent choreographiert und Tom Cruise übertrifft sich mit seinen Stunts wieder einmal selbst. Aber genau das ist der Haken, den ich im Film sehe. Dadurch das immer noch etwas drauf gesetzt werden musste, es immer noch einmal schlimmer kommen musste, war ich am Ende des Films nicht geflasht, sondern eher ermüdet. Die Hubschrauberschlacht am Ende entlockte mir nur noch ein müdes Schulterzucken und das erneute Fangen des Bösewichts am Ende ließ mich nur noch die Augen rollen. Denn letztendlich war es einfach zu viel Action, zu wenig Handlung und vorallem zu wenig Dialoge, denn gerade Simon Pegg, der in den letzten Teilen immer wieder für gute Momente sorgte, ist erstaunlich still. Dafür wurde sich mehr auf testosteron geladenes Geplänkel zwischen Cruise und Cavill konzentriert. Um das wieder aufzulockern musste Rebecca Ferguson wieder antreten, um zumindest ein bisschen weibliche Stärke einzubringen, denn Vanessa Kirbys Rolle versprüht zwar unglaublich viel Charme, aber leider auch wieder das Klischee der Frau mit den Bodyguards.

Das Fazit

Mission Impossible – Fallout erscheint zwar wieder mit einem guten Cast, vergisst diesen aber gewinnbringend einzusetzen und verliert sich im Machogehabe von Cruise und Cavill und bringt eine gute Portion Action mit, die leider am Ende etwas zu viel des Guten wird. So kann der inzwischen sechste Teil der Reihe leider nicht mehr überzeugen. Dafür gibt es 05 von 10 möglichen Punkten.

Mission Impossible – Fallout läuft seit dem 02.08.2018 in den deutschen Kinos.

Barry Seal – Only in America

Am 07.09.2017 erschien ein neuer Film mit Tom Cruise in der Hauptrolle in den deutschen Kinos.

Als Pilot gelangweilt von seinem Job bekommt Barry Seal aus heiterem Himmel ein Angebot von der CIA. Er soll Waffen und ähnliches transportieren. Aber das Leben kann so viel aufregender sein, wenn man sich gleichzeitig einen Nebenverdienst im Drogenkartell von Pablo Escobar sucht.

Wie wird man sehr schnell verdammt reich? Damit haben sich in den letzten Jahren bereits die Filme Wolf of Wall Street und War Dogs, beide basierten auf wahren Ereignissen. So auch Barry Seal und versetzt uns gleichzeitig zurück in die 1970er und 1980er Jahre.
Barry Seal – Only in America wird komplett stringent erzählt und orientiert sich an Jahreszahlen und Orten die in den Jahren eine wichtige Rolle spielten. So baut er sich langsam auf. Leider baut er sich zu langsam auf, um wirklich Spannung zu erzeugen. Auch im Mittelteil erzählt Seal ganz nüchtern seine Geschichte und seine vielen Kurierflüge. Auch dem „großen Finale“ mangelt es an Spannung.
Die Handlung hatte an sich aber einiges zu bieten. Den großen Spagat zwischen FBI, CIA und Pablo Escobar gelingt Seal und somit dem Film gut. Damit ist die Handlung interessant und bietet eigentlich genug Wendungen, um Spannung aufzubauen. Doch Seal bleibt hinter den oben genannten Vorgängerfilmen zurück. Er hat weder die durchgedrehten Ideen, wie in Wolf of Wall Street oder sie selbstironische Erzählweise, wie War Dogs. Trotzdem kann man nicht sagen, dass es sich um einen schlechten Film handelt. Tom Cruise spielt seine Rolle durchaus souverän. Aber ihm fehlt der nötige Pepp, um etwas besonderes aus der Erzählung zu machen.

Alles in allem bleibt der Film weit hinter den Erwartungen zurück und bleibt so in der Mittelmäßigkeit stecken, dass es weder große Kritikpunkte, noch herausragende Leistungen gibt, weswegen diese Kritik sehr kurz ausfällt. Dafür gibt es 05 von 10 möglichen Punkten.

Die Mumie

Am 08.06.2017 erschien der Auftaktfilm des neuen Dark Universe in den deutschen Kinos.

Vor 2000 Jahren wurde die ägyptische Prinzessin Ahmanet wegen Morden lebendig mumifiziert und an einem geheimen Ort verbannt. Bis die Grabräuber Nick und Chris ihr Grab entdecken und sich dabei versehentlich verfluchen. Ahmanet wird befreit und will nun ihre Aufgabe von damals zu Ende bringen, ihr auserwähltes Opfer ist diesmal Nick.

Disney hat das Marvel Cinematic Universe und verdient damit Milliarden jedes Jahr. Warner Brothers hat das DC Extended Universe und versucht jedes Jahr wieder damit Fuß zu fassen, was aber nach den Flops Dawn of Justice und Suicide Squad noch nicht richtig gelang. Dieses Jahr sollen es Wonder Woman und Justice League richten. Nun hat Universal die Nase voll. Ein eigenes Universe soll her. Und anstatt das dritte Superhelden Universe zu schaffen, besann sich Universal auf ihre Stärken von früher. In den 1930er-1950er Jahren verfilmte Universal viele Filme mit noch heute sehr bekannten Monstern. (Der werte Kollege Ma-Go widmete sich dieser Filmreihe sehr detailreich, wessen Interesse geweckt ist, findet seine Beiträge hier). Diese sollen nun wiedererweckt werden und Platz finden im neuen Dark Universe von Universal. Dabei sollen viele Filme als Remake neu produziert werden, aber die Filme sollen auch ganz neu miteinander verknüpft werden (Infos dazu hier).
Die Mumie soll hierfür den Auftakt bilden. Zunächst erzählt eine Stimme aus dem Off die Geschichte der ägyptischen Prinzessin Ahmanet. Sie war zunächst Alleinerbin Ägyptens, bis ihrem Vater von einer Nebenfrau ein Junge geboren wurde. Voller Wut und Neid schließt sie einen Pakt mit dem Gott des Chaos Seth und ermordet ihren Vater, seine Geliebte und das Kind. Als Gegenleistung für den Pakt soll sie Seth in Form ihres Geliebten durch einen Ritualmord erwecken. Die Hohepriester können sie jedoch hindern und weit entfernt von Ägypten und gut bewacht lebendig mumifizieren und begraben. Hier endet die Vorgeschichte und der Zuschauer wird direkt mitten ins Geschehen geworfen. Er lernt die beiden Grabräuber Nick und Chris kennen, die das Grab Ahmanets durch einen Zufall finden. Zwar entdeckt die Archäologin Jenny Halsey schnell, dass es sich nicht um ein Grab, sondern um ein Gefängnis handelt, aber Nick befreit Ahmanet trotzdem. Dadurch zieht er einen uralten Fluch auf sich und soll nun Seth neue Hülle werden. Dafür muss Ahmanet sich noch von ihren letzten Fesseln befreien und das Ritual von damals beenden. Die geheime Organisation Prodigium geführt vom geheimnisvollen Dr. Henry Jeckyll hat dabei aber auch ganz eigene Pläne. Wird Nick sich vom Fluch befreien können?
In Die Mumie wechseln sich kurze Erklärungssequenzen immer wieder mit ausufernden actionreichen ab. Dies funktioniert nur bedingt, da der Film so zu einem beinahe beliebig auswechselbaren Actionschauspiel verkommt. Der Spannungsfaktor wird hierbei auch nur bedingt hoch getrieben, da Protagonist aus jeder noch so brutalen Kampfszene schainbar ohne einen Kratzer hervorgeht. Lediglich die Hintergrundgeschichte um die Organisation Prodigium schafft etwas neues. Diese soll auch das Verbindungsglied zwischen den einzelnen Dark Universe Filmen werden. Doch auch hier führt der Film Szenen an, die weder Handlung noch Charaktere wirklich voran treiben. Vielleicht hätte der Film spannender werden können, wenn er statt knapp 2 Stunden Laufzeit auf solide 90 Minuten gekürzt wäre. Handlung wäre dadurch nicht verloren gegangen.
Für ihr neues Universe lässt sich Universal zumindest nicht lumpen und castete direkt Tom Cruise als Hauptcharakter. Das hat allerdings den Haken, dass Cruise zum einen viele Sympathisanten verlor, da er sich immer wieder zu Scientology bekennt, und auch ansonsten keinen besonders guten Ruf in Hollywood geniest. Auch spielt er hier wieder genau die gleiche Rolle, wie man ihn schon in Jack Reacher oder in den Mission Impossible Teilen gesehen hat. Ein unbekannteres Gesicht, dass man zusammen mit dem neuen Universe neu entdecken könnte, wäre hier die deutlich bessere Wahl gewesen und hätte den Film wohl auch interessanter gemacht. Russel Crowe wurde als Dr. Henry Jeckyll und damit als Leiter von Prodigium gecastet und scheint sich damit von The Nice Guys wieder erholt zu haben. Jeckyll soll das neue Bindeglied zwischen den Filmen sein und verkörpert damit wohl den neuen Nick Fury (Marvel). Sofia Boutella als Prinzessin Ahmanet bzw. als Mumie macht hier schon wie in Kingsman eine sehr gute Figur und schafft es allein durch Blicke das Publikum erstarren zu lassen. Sie braucht keine großen Gesten, um Eindruck zu hinterlassen. Daher hätte man auch gut die Walking Dead Armee auf Speed weglassen können, die den Film gerade in der großen Endschlacht noch etwas ins Lächerliche zieht.

Alles in allem startet das Dark Universe mit kleinen und größeren Stolpersteinen. Man darf trotzdem auf die kommenden Filme gespannt sein. Für Die Mumie vergebe ich 05 von 10 möglichen Punkten.

Jack Reacher – Kein Weg zurück

Am 10.11.2016 erschien die Fortsetzung der Action-Reihe, mit Tom Cruise in der Hauptrolle, in den deutschen Kinos.
Jack Reacher ist zurück. In Washington erfährt er, dass Susan Turner, die Reachers ehemalige Einheit leitet, wegen Verrats inhaftiert wurde. Er startet eine Befreiungsaktion und findet sich wenig später mit Turner auf der Flucht wieder.
Bereits 2013 erschien die erste Verfilmung der auf den Jack Reacher-Büchern basierende neue Filmreihe. Tom Cruise übernahm bereits dort die Hauptrolle und schaffte es eine strikte Trennung zwischen seiner Rolle als Ethan Hunt in den Mission Impossible Filmen und seiner neuen Rolle als Jack Reacher zu ziehen. Trotzdem war der erste Teil nichts weiter, als ein Actionfilm voller Klischees. Der einsame Wolf, ehemals in der Army, rettet die Blondine, die sich zwar als Anwältin taff gibt, aber in Gefahrensituationen doch nur schreiend daneben stehen kann. Da konnte auch eine Rosamunde Pike nichts mehr dran retten. Und das, obwohl die Jack Reacher Romane sehr gefeiert werden.
Dann erschien der erste Trailer zum zweiten Film und schnell wurde klar, dass es sich diesmal um ein paar Klischees weniger handeln würde. Denn in diesem Film wird die Figur Susan Turner aufgegriffen. Turner ist noch aktiv in der Army und steht in drei Bänden Reacher immer wieder telefonisch zur Verfügung. Erst im vierten Band, auf das sich nun der zweite Film bezieht, tritt sie selbst in Erscheinung. Turner ist eine starke Frauenfigur, die sich zwar von Reacher helfen lässt, aber
das bestimmt auch sonst ganz gut gemeistert hätte. Jack Reacher beteuert auch im zweiten Film immer wieder, dass er komplett aus der Army ausgestiegen ist. Trotzdem kommt er immer wieder in Situationen, in denen seine Kampfkünste doch von Vorteil sind. Von unterwegs hält er immer wieder telefonischen Kontakt zu  Susan Turner, die ihn immer mit gutem Rat zur Seite steht. Am Telefon flirten die beiden auch immer ein bisschen miteinander. Schließlich beschließt Reacher Turner in Washington zu überraschen und sie zu einem Konzert mitzunehmen. Doch kaum im Hauptquartier angekommen, muss er feststellen, dass Turner in Untersuchungshaft steckt und keinen Kontakt zu ihm wünscht. Doch das hält ihn nicht auf und er nimmt Kontakt zu ihrem Anwalt auf. Dieser hat jedoch eine ganz andere Schreckensbotschaft für Reacher. Kurz darauf wird er Anwalt ermordet aufgefunden und Reacher ist der Hauptverdächtige. Doch er findet einen Weg seiner eigenen Verhaftung zu entkommen und Turner zu befreien. Zusammen fliehen sie vor ihren eigenen Leuten auf der Suche nach Antworten. Wer hat Turners Männer in Afghanistan getötet und wer wollte Turner und Reacher von der Bildfläche verschwinden lassen?
Jack Reacher – kein Weg zurück schafft es schon sehr schnell sich vom schwachen ersten Teil zu lösen und praktisch einen Neuanfang zu starten. Die ersten drei Bücher, in denen Turner vorkam, werden im Schnelldurchlauf durchgespielt, um die telefonische Verbindung zwischen Turner und Reacher zu verdeutlichen. Der wirklich spannende Teil beginnt jedoch erst mit Reachers Eintreffen in Washington. Ab dort beginnt eine wilde Verfolgungsjagd, die sehr spannend gestaltet ist und einen bis zur Aufklärung am Ende packt und nicht mehr loslässt. Dabei ist es sehr entspannend, dass sich zwischen Reacher und Turner keine nervige Liebesgeschichte entwickelt, sondern sie sich als Kollegen respektieren, auch wenn Reacher seinen Beschützerinstinkt einfach nicht abstellen kann. Tom Cruise verkörpert trotz seines Alters und seiner Größe den Jack Reacher souverän, lässt ihn den einsamen Alphawolf sein, gibt ihm aber auch keine zusätzlichen Facetten. Dadurch wirkt sein Reacher durch und durch kalt. Lediglich der zweite Handlungsstrang um eine dritte Person, die größtenteils mit Reacher und Turner auf der Flucht ist, gibt ihm überhaupt eine Persönlichkeit. Cobie Smulders als Susan Turner spielt gekonnt die Powerfrau, die aber auch in passenden Momenten ihre Härte fallen lassen kann und dadurch eine sehr authentische und starke Identifikationsfigur darstellt. Smulders zeigt allen Frauen da draußen, dass man sehr wohl eine Armeeuniform tragen und dabei sehr feminin wirken kann, ohne tiefen Ausschnitt und ohne viel Make-up.
Als Kritikpunkt ist zu nennen, dass die Bösewichte ein wenig blass bleiben über den Film. Der Hauptdrahtzieher ist bis auf das Ende kaum zu sehen und der Hauptverfolger bekommt auch einfach zu wenig Screentime, um seiner Figur nur ansatzweise etwas mehr Tiefe, als das übliche Klischee, zu geben. Dadurch das der Film sich hauptsächlich mit der Flucht Reachers und Turners befasst, gibt es für einen Action-Film vergleichsweise wenige Kämpfe, aber wenn die Fäuste erhoben werden, dann richtig.
Alles in allem macht Jack Reacher als Action-Film Spaß, bleibt aber simples Popcornkino. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.