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Über Shalima Moon

Mit Jahrgang 1993 hab ich es inzwischen auf süße 32 Jahre geschafft. Ursprünglich aus Braunschweig kommend, lebe ich inzwischen im schönen Brandenburg. Hauptberuflich bin ich Buchhalterin freizeitlich gehe ich leidenschaftlich gerne ins Kino oder backe meinem Freundeskreis ein wenig Hüftgold. Auf die Idee für den Blog kam ich, da ich wie gesagt leidenschaftlich gerne ins Kino gehe und regelmäßig von meinem Freundeskreis nach Filmempfehlungen gefragt werde. Anstatt ständig das gleiche zu erzählen, schreib ich es nun einmal auf und jeder kann es nachlesen. Natürlich bin ich mir bewusst, dass ich keine professionelle Kritikerin bin. Darum geht es bei diesem Blog auch gar nicht. Hier schreibe ich einfach nur meine Gedanken auf und gebe ein kurzes Feedback und hoffe damit Leuten bei der Filmwahl zu helfen.

Dreierlei Marvel Serien

Ein Vorwort

Eigentlich hatten die Marvel Serien bisher immer einen eigenen Beitrag. Nachdem nun aber wieder in kürzester Zeit gleich drei Serien erschienen sind, wobei es sich bei What if und Loki um die zweiten Staffeln handelt und bei Echo um den Auftakt der Spotlight-Reihe, wurde es einfach zu viel. Daher nun hier alles nochmal im Schnelldurchlauf.

Loki – Staffel 2

Die Handlung: Nachdem Sylvie Jenem, der bleibt, getötet hat, bricht Chaos in der TVA aus, da zu viele neue Abzweigungen entstehen. Loki springt zeitgleich unkontrolliert in der Zeit, was sich als „Zeitzerrung“ herausstellt. Zusammen mit Mobius, dem Techniker Ouroboros und Hunter B-15 versuchen sie das Zusammenbrechen des Webstuhls der Zeit zu verhindern. Dafür müssen sie Sylvie finden, die jedoch gar nicht daran denkt, etwas zu ändern. Doch das Ende der Zeit steht bevor.

Meine Meinung: Die erste Staffel von Loki war als dritte Serie noch erstaunlich erfrischend und kam noch vor der völligen Übersättigung raus. So gehört sie wohl auch mit zum besten, was Disney serientechnisch im MCU rausbrachte. Die zweite Staffel war damit irgendwie die Hoffnung auf nochmal ein bisschen guten Content. Aber sie hatte das gleiche Problem, wie viele Serien im MCU: Sie hatte nicht genügend Handlung für eine ganze Staffel. Und so kommt Loki in der zweiten Staffel eigentlich mit einer spannenden Geschichte, tollen Einfällen und vor allem einer faszinierenden Optik da, verennt sich aber gleichzeitig in Wiederholungen und irgendwie endet jede Folge so im Nichts. Das ändert sich erst im Staffelfinale, dass erzählerisch nochmal alle Register zieht und im wohl epischsten Finale der MCU Serien endet. Da wird man durchaus nochmal positiv auf die Serie gestimmt, der Weg ist aber lang und steinig. Nicht nur mit dem Auftauchen von Ke Huy Quan als Ouroboros, auch mit den allgemeinen Wirrungen der Zeit-Geschichte wird wohl versucht den Hype um Everything, Everywhere all at once anzuknüpfen, schafft es aber nicht die Zeit-Geschichten logisch zu halten bzw. so abgedreht zu werden, dass die Logik auch wieder egal ist. So bleibe ich bei der zweiten Staffel deutlich unentschlossen, ob sie mir gefallen hat oder nicht, obwohl sie wohl die stärkste Staffel war, die Marvel seit Hawkeye hervorgebracht hat.

What if… – Staffel 2

Die Handlung: Eine weitere Reihe von alternativen Geschichten aus dem MCU. Was wäre zum Beispiel, wenn Nebula für das Nova Corps rekrutiert worden wäre? Oder wenn Iron Man auf den Grandmaster treffen würde?

Meine Meinung: Eine weitere zweite Staffel, die wohl zu erwarten war, hat die erste zwar nicht überzeugt, aber bietet sie gefühlt unendliche Möglichkeiten, was passieren könnte. Leider funktionieren die einzelnen Folgen auch hier nur bedingt, da die Geschichten meist wenig innovativ sind. Ausnahmen bestätigen die Regel. Aber meist sind es normale Geschichten, die wir bereits kennen, nur dass ein Charakter ausgetauscht wurde. So war Iron Man beim Grandmaster doch einfach nur Thor 3, nur eben mit Iron Man und in Kürzer – was die Geschichte aber auch nicht besser gemacht hat. Abgesehen von einer neuen Originalgeschichte, die irgendwie für Echo eine Bedeutung zu haben schien, aber irgendwie dort auch wieder nicht aufgegriffen wurde, bleiben wir auch bei den altbekannten Charakteren. Selbst das Finale ist irgendwie wieder eine Art des Finales der ersten Staffel und kommt daher sehr unspannend daher. Wirklich gefallen hat mir nur eine Folge, in der Hera auf Shang-Chi traf, alle andere hat man halt irgendwie gesehen, ohne sie richtig wahrzunehmen.

Echo – Staffel 1

Die Handlung: Maya Lopez hat Kingpin erschossen. Nun versucht sie seine Institution, der sie selbst einmal anhörte, zu destabilisieren. Dabei macht sie sich jedoch eine Menge Feinde. Für Unterstützung muss sie in ihre Heimatstadt zurückkehren. Doch nicht alle dort, nehmen sie mit offenen Armen wieder auf.

Meine Meinung: Hawkeye gehört bisher noch immer zu meiner liebsten MCU Serie, drehte sie sich doch um meinen Lieblingsavenger und hatte eine funktionierende Handlung. So richtig die Notwendigkeit aus der Figur Mara Lopez eine eigene Serie zu machen, hat sich mir nicht erschlossen, war sie doch eher blass geblieben, nachdem feststand, dass sie nicht die Hauptantagonistin in Hawkeye war. Dennoch hatte sie eigentlich spannende Aspekte, die man bestimmt gut ausarbeiten konnte. Aber nicht so, wie es passiert ist. Denn auch Echo hat das gleiche Problem, wie viele Serien des MCU. Sie erzählt zeitgleich zu viel und zu wenig. Also sie macht viele Handlungsstränge auf, beendet aber kaum einen. Stattdessen hält sie sich viel zu lange mit wenig sinnvollen Szenen auf und dreht sich permanent im Kreis. Und auch wenn Vincent D’Onofrio als Kingpin bisher super funktioniert hat, war die Wiederbelebung nach Hawkeye leider nicht gut durchdacht, wird die Figur des Kingpin doch immer blasser. Sie lebt mehr von ihrem Mythos, aufgebaut in der vor MCU Zeit in Daredevil, als dass sie hier noch erschrecken kann. Leider ist die Geschichte in Echo auch voller Logiklöcher und widerspricht sich im zeitlichen Ablauf immer wieder selbst. So gern ich auch die Repräsentation der indigenen Bevölkerung und der Gehörlosen hier hervorhoben möchte, so wurden doch beide Themen entweder kaum angesprochen oder es wurde sich sehr leicht gemacht. Wenn die eine Gehörlose Person seit Jahrzehnten nicht mehr im Dorf ist und trotzdem noch alle perfekt Gebärde können, klingt das leider nicht sehr logisch. Vielleicht hätte Echo als Fernsehfilm gut funktioniert, weil sie sich dann auf das wichtigste hätte beschränken müssen und sie wäre nicht so lang gezogen worden, oder vielleicht hätten mehr Folgen geholfen, dass alles angedeutete auch richtig umgesetzt worden wäre. Aber so wie es abgeliefert wurde, ist es einfach nur eine weitere Enttäuschung aus dem Hause Marvel.

Habt ihr eine oder mehrere davon gesehen? Wie fandet ihr sie?

Dune – Part Two

Ein Vorwort

Kaum ein Film konnte 2021 mehr Vorfreude unter Filmfans auslösen, als der erste Teil von Dune. Nachdem er bereits einige Monate verschoben wurde, konnte er nicht nur mich absolut begeistern und die seltenen 10 von 10 Punkte abstauben. Nun war der zweite Teil ebenso heiß erwartet, erzählt er doch die Geschichte des ersten Buches zu Ende. Ob er mit dem Highlight des ersten Parts mithalten kann, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Was bisher geschah

Hier werde ich kurz die zuvor erschienenen Filme zusammenfassen. Dadurch sind Spoiler leider nicht zu vermeiden. Du weißt bereits, was geschah? Dann überspring dieses Absatz einfach.

In Dune lernen wir Paul Atreides kennen. Er ist der Sohn des Oberhauptes des Hauses Atreides, die bisher auf einem sehr wasserreichen Planeten herrschten. Doch durch politische Umbrüche wird ihnen der Wüstenplanet Arrakis vom Imperator als Lehen übergeben. Der Planet ist wichtig, da er die einzigen Vorkomnisse von Spice, einem aus dem Wüstensand gewonnener Stoff, der für die interplanetare Fortbewegung essentiell ist, beherbergt. Bisher war Haus Harkonnen für Arrakis zuständig und sie haben nicht vor, so schnell das Feld zu räumen, schließlich hat der Spice-Abbau sie unvorstellbar reich gemacht. Vor dem Aufbrauch, wird Paul noch von der obersten Mutter der Bene Gesserit besucht, einer Schwesternschaft, die eine spezielle Ausbildung abgeschlossen haben und aus den Schatten heraus in die Politik eingreifen. Auch Pauls Mutter ist eine Bene Gesserit und muss mit ansehen, wie Paul einer qualvollen Prüfung unterzogen wird, um herauszufinden, ob er der Eine aus einer alten Prophezeiung sein könnte. Kurz darauf bricht Haus Atreides zur Reise auf und muss sich an die sehr konträre Umgebung gewöhnen. Sie versuchen auch Frieden mit den auf Arrakis heimischen Fremen zu schließen, die sich im Laufe von vielen Jahren an die Bedingungen der Wüste angepasst haben, aber von den Harkonnen stets bekämpft wurden. Obwohl ihnen von den Harkonnen nur wenig funktionierende Ausrüstung überlassen wurde, müssen sie die Spice-Produktion voran treiben. Nachdem Paul bereits einem ersten Attentat entkommen ist, greifen die Harkonnen, mit Unterstützung der imperialen Saudakar-Armee, in der Nacht an und überwältigen die meisten Atreides. Oberhaupt Leto Atreides wird zu Baron Harkonnen gebracht, der seinen Einfluss auf Arrakis wiedererlangen will. Trotz eines versuchten Attentats Letos, überlebt Baron Harkonnen. In der Zwischenzeit werden Paul und seine Mutter entführt. Sie sollen in der Wüste ausgesetzt werden, um nicht offiziell Schuld an ihrem Tod zu sein, da es sonst die Bene Gesserit erzürnen würde. Sie können sich jedoch befreien. Sie erhalten zuerst Hilfe von einem Verbündeten, der dem Massaker ebenfalls entfliehen konnte, nun aber versucht Paul und seiner Mutter Zeit zu verschaffen und schließlich stirbt.  In der Wüste müssen sie nicht nur den dort heimischen und sehr gefährlichen Sandwürmern ausweichen, sondern suchen auch die Fremen, um dort Unterschlupf zu erhalten. Mit dieser Begegnung, bei der sich Paul als würdig erweist, endet Part 1.

Meine Rezensionen zum ersten Buch und zu Part 1 findet ihr hier hinterlegt.

Die Handlung

Paul Atreides (Timothee Chalamet) hat sich bei den Fremen bewiesen, doch er muss seine Zugehörigkeit festigen. Zusammen greifen sie regelmäßig die Harkonnen an und stellen sicher, dass sie ihre Spice-Produktion nicht in gewohntem Ausmaß erfüllen können. Gleichzeitig versucht seine Mutter ihne zu einem Messias zu machen, was Paul jedoch abzulehnen versucht. Doch als die Harkonnen immer unerbitterlich werden, müssen sich auch die Fremen zur finalen Schlacht um Arrakis aufmachen.

Meine Meinung

Nachdem Part I ziemlich offen endete, da erst mit Part II das erste Buch vollständig verfilmt werden sollte, waren natürlich viele Fragen noch offen. Dabei hat es Deniz Villeunve ziemlich gut geschafft das Buch in zwei Hälften zu teilen und ziemlich genau bei der Hälfte zu enden, zumal da auch ein Sinnabschnitt endete.
Nun stand aber eine neue Herausforderung an, denn der zweite Teil des Buches hatte weniger imposanste Weltenbauszenen, die im ersten Film noch für viele Wow-Momente gesorgt hatten, sondern fängt zunächst mit sehr viel Charakterentwicklung an. Paul muss seinen Platz bei den Fremen finden und auch seine Mutter muss sich auf ihrem Weg neu sortieren. Dabei versucht der Film schon einiges stark zusammenzuraffen, um Längen rauszunehmen, bzw. hat er auch so noch unglaublich viel zu erzählen, dass sich der Film stellenweise ziemlich gehetzt anfühlt. Denn selbst für die 166 Minuten Länge war es sehr viel Handlung und doch wurde sich wirklich nur auf das wichtigste aus dem Buch beschränkt. Gerade die Entwicklung der Mutter ist dadurch eher plump geraten und ihre Charakteränderung wird sehr sichtbar vollzogen, was eigentlich eher nach und nach enthüllt wird.
Aber nun, der Film hat vieles, aber keine Zeit, um sich an Details aufzuhalten. Auch wenn er genau dies ab und an noch versucht und gerade imposante Szenen, wie Pauls ersten Wurmritt (kein Spoiler ist in jedem Trailer zu sehen), komplett zeigt, um eben auch hier die imposanten Bilder beizubehalten. Wobei gerade dies ein wenig einbüßt, weil Part I bereits zeigte, was möglich ist und wie viel Liebe zum Detail in der Gestaltung der Welt steckt. So ist es zwar gemein, aber Villeneuve hat sich mit Part I selbst in Schatten gestellt und kann den gleichen Wow-Effekt nicht noch einmal erzeugen, auch wenn Part II unbestreitlich die gleiche hohe Qualität vom optischem aufweist und definitiv im Kino genossen werden sollte! Die Dune Reihe ist keine Reihe fürs Heimkino – und bitte bitte kommt gar nicht auf die Idee, die Filme auf einem Laptop oder Smartphone sehen zu wollen.
Das weitaus größere Problem, was sich in Part II jedoch auftut ist, dass auch die Handlung im Buch schwieriger wurde. Hier konnte das Buch durch seine Länge und seinen langsamen Aufbau noch ein wenig mehr punkten, doch alles, was ich an der Handlung kritisch finde, kann ich dem Film nicht zu lasten legen, da er sich halt sehr strikt an die Vorlage hält. Gerade bezogen auf die Entwicklung von Paul und seiner Mutter, fehlen gerade gegen Ende ein paar erklärende Szenen, so wirkt sie doch sehr abrupt. Aber ich wüsste auch nicht, wo man bei dem Spannungsaufbau dafür noch hätte Zeit finden sollen.
Positiv ist, dass wir hier endlich mal mehr Einblicke ins Reich der Harkonnen bekommen, auch wenn die unbändige Grausamkeit nicht zu 100% durchkommt, auch wenn es mit den nötigen Szenen versucht wird zu verdeutlichen. Aber allein Baron Harkonnens Fortbewegungsmittel umgesetzt zu sehen, der viel beschrieben und gezeichnet wurde, aber so noch einmal mehr den sonst etwas zu missenden Wow-Effekt schaffte.
Nun kommen wir wohl nicht drum rum über das Ende zu reden. Ich versuche es möglichst spoilerfrei zu halten. Wie schon in Part I bekommen wir ein Finale geliefert, dass die Spannung des Films gekonnt ins Unermessliche steigert und mit der finalen Schlacht um Arrakis aufwartet. Da hier sehr viele Charaktere agieren, wurden bewusst optische Wiedererkennungsmerkmale gesetzt und das funktioniert auch wunderbar. Der finale Dialog zwischen Paul und dem Imperator kommt allerdings etwas kurz, da aus Zeitgründen die Tochter, die im Buch bereits eine größere Rolle hatte, nicht genauer eingeführt wurde. Wirklich schwierig wird es jedoch danach, weil es klar mit einem offenem Ende endet, das man aber auch früher hätte ansetzten können. Gerade unter dem Aspekt, dass Villeneuve wohl plant mit einem Part III auch das zweite Buch zu verfilmen, hätte es die letzten Szenen wohl nicht gebraucht, um das Ende offen genug zu halten. Denn so steht jetzt eine sehr schwierige Botschaft im Raum, die wenn überhaupt erst in einem dritten Film revidiert werden kann. Das hätte durchaus durch ein paar Minuten weniger Film entschärft werden können, ohne, dass es dem Film irgendwie geschadet hätte.
So bin ich nach Part II deutlich zwiegespaltener als noch bei Part I. Denn die Genialität des Filmes möchte ich keineswegs absprechen. Wir haben unseren Blockbuster bekommen, auf den wir gewartet haben und außer meiner Kritik am Ende des Films, war doch alles andere mehr eine Kritik an der Handlung des Buches, was man einer Buchverfilmung, die sich an die Vorlage hält, aber wohl kaum vorwerfen kann. Die Optik hingegen sucht absolut seinesgleichen und auch wenn der Wow-Effekt geringer ist, bleibt sie doch herausragend.
Lediglich der Soundtrack, der sich hier etwas mehr zurücknimmt und sehr lange bis zum Maintheme braucht, konnte nicht mehr mit den epischen Ausmaßen Part I mithalten. Aber auch hier war wohl die Erwartungshaltung einfach zu groß, hatte mich der Soundtrack doch zuvor ab der ersten Minute gefesselt und in Part II halt erst später. Aber auch das bleibt Meckern auf hohem Niveau. Im Vergleich zu anderen Genrevertretern bleibt Dune absolut herausragend.

Das Fazit

Dune Part II adaptiert die zweite Hälfte des ersten Buches gekonnt und nimmt Längen und versucht die komplexe Handlung zeitgleich zu komprimieren. Das gelingt nicht immer zu 100% und generell steht Part II oft im Schatten der durch Part I geschaffenen Erwartungen. Dennoch ist es ein filmtechnisches Meisterwerk, bei dem viel Kritik Meckern auf hohem Niveau ist. Lediglich am sehr ungünstig offen gehaltenem Ende habe ich meine Probleme mit. Dafür gibt es 09 von 10 möglichen Punkten.

Dune – Part II läuft seit dem 29.02.2024 in den deutschen Kinos

Tokioregen

Ein Vorwort

In meinem Jahresranking 2023 hat es sich schon deutlich gezeigt, dass Tokioregen für mich das Jahreshighlight war. Dabei fiel mir auf, dass ich aber trotzdem noch keinen Beitrag dazu gemacht habe. Das möchte ich heute dringend nachholen, denn meine Begeisterung für das Buch kennt keine Grenzen. Doch lest selbst:

Die Handlung

Malu reist für ein Auslandsjahr nach Tokio. Ihre Gastschwester stellt ihr Kentaro vor, der ihr eine ganz besondere Seite der ganz besonderen Stadt zeigt. Doch die Geister der Vergangenheit scheinen sie nicht loszulassen. 

Meine Meinung

Hallo Jahreshighlight! Okay, das ist die Kurzzusammenfassung, aber ich will versuchen meine Begeisterung doch noch in ein paar mehr Worte zu fassen. Was zunächst wie das typische vor den Problemen wegrennen wirkt, geht hier schon nach den ersten Seiten in eine so herzliche Geschichte auf, dass jegliche Vorurteile wie weggeblasen wirken. Stattdessen betreten wir mit Malu ein Land und insbesondere eine Stadt, die vor allem den Japanbegeisterten und den Manga/Anime Fans so vertraut scheint und doch immer wieder so abstrakt wirkt. Doch Yasmin Shakarami schafft es innerhalb kürzester Zeit uns nach Tokio zu entführen und es wirken zu lassen, als ob wir nochmal eine völlig neue Stadt erkunden. So hat man das quirlige Leben noch nie erlebt. Und wer es hier geschafft hat aus dem Staunen und der Liebe für die Stadt wieder rauszukommen, der bekommt mit den verschiedensten Charakteren eine neue Sinflut an Eindrücken aufgebrummt, die jedoch durch den locker leichten, flüssigen und doch zeitgleich faszinierenden Schreibstil leicht zu verdauen sind. Dabei haben die Charaktere alle ihre Ecken und Kanten und wirken so real, als ob man sie sehr wohl in Japan besuchen könnte. Und dann lernen wir Kentaro kennen und wow, Bookboyfriend erster Klasse. Auch, wenn er seine Dämonen hat, schafft er es einen noch mehr in den Bann zu ziehen als das Buch sowieso schon tat. Wir sind übrigens immer noch auf den ersten Seiten des Buches und haben schon so viele Eindrücke zu verarbeiten.
Doch Shakarami fängt hier gerade erst an aufzudrehen. Denn so faszinierend bis hierhin auch alles war, so bleiben wir nicht in unserer Blase. Denn die japanische Kultur wird mit ihren Vorteilen, aber auch mit ihren (aus unserer Sicht) Schattenseiten gezeigt. Die Dinge, über die nie gesprochen wird. Und wir werden mit Kentaro noch tiefer in ein anderes Tokio gezogen und was waren das bitte für einmalige Szenen? Und damit sind wir noch lange nicht am Ende des Buches. Während der Klappentext des Buches das noch folgende bereits vorweg nimmt, habe ich mich bei meiner Handlungszusammenfassung bewusst dagegen entschieden. Daher werde ich hier auch nicht direkter drauf eingehen. Aber auch die noch folgenden Ereignisse stürzen uns in ein Wirrwarr der Gefühle, wir sind gefangen zwischen hoffen, bangen, Daumen drücken und die Entwicklung der Charaktere, die hier nochmal deutlich voran getrieben wird, zu bewundern. Hier holt die Autorin noch einmal alles aus der Geschichte raus und fast wirkt alles viel zu viel für die doch überschauliche Dicke des Buches und doch hat alles seinen Platz, nichts wirkt gehetzt oder überstürzt, die Charaktere haben ihre Zeit sich zu entwickeln und gleichzeitig wird auch nichts künstlich gestreckt.
Ich habe im letzten Jahr eine Handvoll Bücher gelesen, die mich wirklich nachhaltig geprägt, fasziniert und begeistert haben. Doch Tokioregen, was eigentlich ein Glücksgriff durch das schöne Cover und den ansprechenden Titel war, hat alles getoppt und sich sofort einen nachhaltigen Platz in meinem Herzen erobert. Ich freue mich bereits jetzt auf ein Re-Read (was bei mir sehr selten vorkommt), um die Geschichte noch ein weiteres Mal erleben zu dürfen. Und ich möchte es ganz nebenbei einfach jedem in die Hand drücken.
Dass meine Begeisterung kein Ende kennt, zeigt wohl auch dieser Beitrag, denn eigentlich sollte es eine Kurzkritik mit ca. 150 Wörtern im Rahmen meiner Handvoll Bücher werden und dann ist die Begeisterung einfach aus mir raus eskaliert und hier sind wir nun. Es wird wohl eine Weile dauern, eh ich wieder so ein Werk in die Finger kriege.

Das Fazit

Tokioregen führt einen in ein ganz besonderes Tokio, mit tollen Charakteren, einer faszinierenden und so vielschichtigen Geschichte, dass sie einen immer wieder begeistern und überraschen kann. Es ist ein ganz besonderes Herzensbuch für mich und nennt sich nicht umsonst Jahreshighlight.

Rückblick auf den Februar 2024

Der Februar ist vorbei und nach vielen grauen, aber erstaunlich milden Tagen, bin ich dann doch bereit für einen richtigen Frühlingsanfang. Die ersten Anzeichen dafür waren ja da und einen schönen sonnigen Tag konnte ich schon im Zoo verbringen. Aber zunächst hier wieder der obligatorische Rückblick über meinen medialen Konsum im Februar.

Filme – auf großer Leinwand gesehen

Argylle: Autorin Elly Conway hängt bei ihrem neuen Argylle-Roman ein bisschen und plant daher ihre Mutter zu besuchen. Unterwegs trifft sie auf Aidan Wilde, der ihr erzählt, dass ihre Bücher real passiert sind und sie nun weiterschreiben muss, um ein Geheimnis zu lüften. Dabei findet sie allerhand über sich und ihren Protagonisten heraus. Immer mit dabei ist ihre Katze Alfie. – Kann gerade zum Anfang mit coolen Ideen überzeugen, schwächt sich aber selbst durch unzählige Plottwists immer mehr ab.

All of us strangers: Adam lebt in einem fast leeren Hochhaus und arbeitet an einem Buch. Dabei trifft er auf Harry, den einzig anderen Bewohner des Hauses. Sie kommen sich schnell näher und Adam beschließt sich seiner Vergangenheit zu stellen und reist zu seinem Elternhaus. Doch obwohl diese bereits vor vielen Jahren verstorben sind, ist es bewohnt. – Unglaublich berührender Film, der ganz tief unter die Haut geht und mit seiner Melancholie und Traurigkeit ansteckend ist. Denkt also an Taschentücher!

Filme – auf großem Fernseher gesehen

Die Chroniken von Erdsee: Prinz Arren wird von einer  bösen Kraft manipuliert und ermordet seinen Vater, den König. Auf seiner Flucht begegnet er dem Magier Sperber, der ihn auf seiner Reise mitnimmt. Doch das Gleichgewicht von Gut und Böse in Erdsee ist gestört und noch immer ist jemand auf der Suche nach Arren. Wem kann er trauen? – Schwächerer Ghibli-Film. Erzählt einen Ausschnitt aus einer viel größeren Geschichte und verpasst dabei Weltenbau und Charaktere genauer auszuführen.

Habsburgs verkuppelte Töchter: Lange Zeit waren die Habsburger das regierende und Kaiserstellende Geschlecht in Österreich. Doch diesmal stehen die Töchter der Regierenden im Vordergrund und ihre Verkupplungen an andere Königs-/Kaiserhöfe. – Kurzweilige Dokumentation mit interessanten Schicksalen, bleibt aber durch die Kürze sehr oberflächlich.

BTS Muster: Happy ever after: Konzertfilm. 2018 schaffen es BTS bereits auf ihr viertes alljährliches Fankonzert unter dem Motto Happy ever after. Neben dem Konzert gibt es kurze Interviewformate und kleinere Spiele. Ebenso kurze Filme, die während der Outfitwechsel abgespielt werden. – Mal ein etwas älteres Konzert von BTS, wodurch ich tatsächlich einige Lieder auch nicht so kannte. Dennoch stimmt Konzept und Charme einfach überein.

Monsta X: Friends: Konzertfilm. Das 7. alljährliche Fankonzert der koreanischen Idolgruppe Monsta X stand unter dem Motto „Friends“. Mit einigen Anspielungen auf die beliebte Sitcom verbindet die Gruppe Konzert und  kleinere Filme bzw. Interviews. – Meine liebste K-Pop Band ist Monsta X und daher konnte mich das Konzert natürlich absolut mitreißen.

Filme – leider in diesem Monat verpasst

Lisa Frankenstein: 1989 erweckt Lisa, eine Highschool-Außenseiterin, ausversehen eine viktorianische Leiche zum Leben, in die sie sich auch noch verliebt. Es klingt herrlich abstrus und sieht optisch auch sehr cool aus, weswegen ich noch sehr hoffe, den Film bald zu Gesicht zu bekommen.

Dune 2: Die Verfilmung der zweiten Hälfte des ersten Buches kam natürlich zum letzten Tag des Monats in die Kinos, weswegen ich es nicht mehr geschafft habe. Aber nach dem sensationell gutem ersten Teil steht es wohl außer Frage, wieso ich den nächsten sehen will.

Knapp nicht auf die Liste geschafft haben es: Eine Million Minuten & The Zone of Interest

Serien – ein etwas ausführlicherer Überblick

Erneut gesehen habe ich: Modern Family – Staffel 7-8 (Man merkt die fortgeschrittene Geschichte durch das Alter der Kinder, funktioniert dadurch aber doch immer besser)

Doctor Who – Staffel 13 (Die wohl schwächste Staffel von Doctor Who. Hat ein übergreifendes Thema und verstrickt sich dadurch immer mehr, will mehr, als man verdauen kann. Ich hab sehr schnell innerlich abgeschaltet)

King the Land – K-Drama (Sehr süßes Drama, bei dem ich ein wenig Eingewöhnung brauchte. Danach aber stark gespielt und weiß neben Drama und Romantik auch die Komik nicht zu vergessen)

Hazbin Hotel – Staffel 1 (Wie abgedreht darf eine Serie sein? Diese legt die Latte definitv sehr hoch, kann aber durchaus durch neue Ideen, tolle Lieder und reihenweise liebens- und hassenswerte Charaktere zu überzeugen)

Death in Paradise – Staffel 1-7 (Nachdem der Pärchengatte sie bereits durchgebinged hatte, bin ich auch dieser britischen Krimiserie verfallen, die durch das karibische Setting, tolle Charaktere und interessante Fälle nach klassischem Whodunnit überzeugen kann)

Attack on Titan – The Final (Der Abschluss der Serie in zwei Folgen in Spielfilmlänge. Ich war emotional nicht dafür bereit und bin noch immer am verarbeiten. Aber sie bringen die Serie zu Ende, ob es einem nun gefällt, oder nicht)

Echo – Staffel 1 (Marvel haut eine weitere Enttäuschung raus. Will gleichzeitig sehr viel und erzählt gleichzeitig nichts. Dadurch unglaublich langweilig und belanglos, obwohl einige gute Ideen erkennbar sind)

Hilda – Staffel 3 (Kann nicht mehr an dem Charme der vorherigen Staffeln anknüpfen. Verstrickt sich zu sehr in einer folgenübergreifenden Handlung, die im Finalfilm endet. Schade.)

Queer Eye – Staffel 8 (Auch in der achten Staffel schaffen die Fab 5 es wieder so viel Lebensfreude zu verströmen, dass man automatisch davon angesteckt wird. Tolle Geschichten dabei, die sehr berühren)

Mein Lesemonat

Bücher insgesamt: 8
Seiten insgesamt: 2.386
Seiten pro Tag: 82 im Durchschnitt
Hardcover: 1
Taschenbuch: 4
Comic/Manga/Graphic Novel: 3

The 99 boyfriends of Micah Summers: Micah hatte in seinem Leben bereits 99x einen Crush auf einen Jungen. Diese hat er auf seinem Instagramkanal als Zeichnungen festgehalten. Leider hatte er aber noch nie ein Date bzw eine Beziehung. Mit Crush 100 soll alles anders werden. Und als er in der Bahn den perfekten Jungen trifft, ist er sich sicher. Das ist Crush 100. Aber sie wurden getrennt, ehe er auch nur den Namen erfahren konnte. Und so beginnt eine Suche durch Chicago. – Beginnt sehr stark, nur, dass die eigentliche Handlung ziemlich schnell abgeschlossen ist und das Buch dann leider sehr offensichtlich auf einen Plottwist hinarbeitet, der die vorherige Geschichte eigentlich überflüssig macht. Schade.

Penelope – Das Böse ist dem Tod geweiht 1: Nach einer durchzockten Nacht des beliebten Dating-Simulations-Games „Die Tochter des Dukes“ erwacht die Protagonistin nicht in der Rolle der Heldin Yvonne, sondern in der der Antagonistin Penelope Eckart. Doch diese stirbt in fast jedem möglichen Handlungsstrang. Um zu überleben, muss sie versuchen die vorgefertigten Antwortmöglichkeiten zu umgehen. – Interessanter Auftakt, wo zunächst die wichtigsten Charaktere vorgestellt werden. Freue mich sehr auf die nächsten Bände.

Bronwick Hall – Dornengift: Die magische Schule und Universität Bronwick Hall bildet junge Hexende aus. Blaine, die wegen des Hochverrats ihres Vaters in Ungnade fiel, versucht möglichst unauffällig zu bleiben und sucht in der Verlobung mit Karan Schutz. Doch Henry Saints, ein neuer Professor, lockt sie aus ihrer Deckung. Nach einem Rebellenangriff, bei dem Karan schwer verletzt wurde, setzt sie alles auf ein Gegenmittel. Doch dafür braucht sie Saints Hilfe. – Ein weiteres magisches Werk von Laura Labas mit einem tollen Weltenbau und Charakteren. Voller Twists und baut die Handlung sehr stark auf. Bin sehr froh den zweiten Band bereits in den Händen zu halten, denn ich muss dringend wissen, wie es weitergeht.

Double Crush: Kolly ist die Tochter der CEO der Ognito Inc, eine Agentur, die sich auf Doppelgänger*innen in Los Angeles spezialisiert hat. Kolly bekommt den Auftrag die Doubles für eine beliebte Band zu trainieren. Doch zwischen dem Double Lincoln und ihr knistert es gewaltig. Doch die Regeln ihrer Mutter sind eindeutig. Auch hat Lincoln ein Geheimnis, das ihn als Double disqualifizieren würde. Zumal man niemals einen Doppelgänger küssen sollte, denn man erwischt immer den Falschen. – Tolle Grundidee, bin leider mit der Protagonistin überhaupt nicht warm geworden, weswegen ich nicht richtig in die Geschichte reingekommen bin.

Flüster mir ein Liebeslied 2: Während Himari versucht herauszufinden, was ihre Gefühle bedeuten und was Liebe genau für sie ist, tritt Yori der Band Sweet Explosion bei, um Himari doch noch für sich zu gewinnen. – Leider etwas schwächer als der erste Band, da er sich etwas gezogen hat.

A man and his cat 1: In einer Zoohandlung in Japan werden täglich neue Kitten verkauft. Doch ein etwas dickerer und nicht ganz so süßer Kater bleibt Tag für Tag zurück. Bis ein alter Mann kommt und genau ihn kauft. Glücklich endlich ein richtiges Zuhause – und einen Namen – zu haben, lernen sich Fukumaru und der alte Mann täglich besser kennen. – So ein süßer und herzlicher Manga. Habe jede Seite geliebt! (Und ein wenig den Pärchengatten und meine Katzis da drin gesehen)

Der fürsorgliche Mr. Cave: Nachdem Terence Cave nicht nur Mutter und Frau verloren hat, sondern auch den Tod seines Sohnes mit ansehen musste, beschließt er auf seine Tochter Bryony ganz genau acht zu geben und merkt nicht, dass er sie mit seiner Fürsorge immer weiter erdrückt. – Unglaublich starkes Buch, das ich dennoch mehrfach aus der Hand legen musste, weil die Geschichte sehr bedrückend ist. Man ist hin und her gerissen zwischen Verständnis und Unverständnis.

Follow me to Wonderland III – My soul in your hands: Um den Krieg Wonderlands gegen Mirror zu verhindern, müssen die Verbündeten rund um Cat Cheshire hinter die Spiegel reisen. Dort erwarten sie allerlei neue Abenteuer. Doch der größte Kampf steht noch bevor. – Spannender und runder Abschluss der Alice im Wunderland-Adaption. Hatte nur bei den ganzen Charakteren ein wenig Probleme mich an alle zu erinnern, da zwischen Band 2 und 3 doch etwas Zeit verstrichen ist.

Wie war euer Februar? Was waren eure Highlights?

Argylle

Ein Vorwort

2014 überraschte Regisseur Matthew Vaughn mit seiner überzeichneten, aber doch zielsicher treffenden Actionkomödie Kingsman und konnte nicht nur mich vollkommen überzeugen. Nach einem schon nicht mehr richtig funktionierendem Sequel und einem richtig schlechten Prequel, schien die Kingsman Reihe beendet zu sein. Nun hat Vaughn mit Argylle einen neuen Film rausgebracht, der dennoch eine Verbindung zum Kingsman-Franchise haben soll. Dafür hat er sogar extra ein Buch herausgebracht, mit gleichem Namen, dass er „verfilmen“ wollte. Kann der Reihenauftakt ebenfalls überraschen, wie zuvor Kingsman?

Die Handlung

Autorin Elly Conway (Bryce Dallas Howard) hängt bei ihrem neuen Argylle-Roman ein bisschen und plant daher ihre Mutter zu besuchen. Unterwegs trifft sie auf Aidan Wilde (Sam Rockwell), der ihr erzählt, dass ihre Bücher real passiert sind und sie nun weiterschreiben muss, um ein Geheimnis zu lüften. Dabei findet sie allerhand über sich und ihren Protagonisten heraus. Immer mit dabei ist ihre Katze Alfie.

Meine Meinung

Nachdem ich den ersten Trailer zu Matthew Vaughns neustem Film sah, war ich zwiegespalten. Er konnte funktionieren, durch die interessante Ausgangsidee, nach einem richtig starken und zwei eher schwachen Kingsman-Filmen, war ich aber trotzdem vorsichtiger. Die Hintergrundgeschichte, dass Matthew Vaughn zunächst den Roman Argylle hat schreiben lassen, den unter dem Namen Elly Conway veröffentlicht hat und dann angekündigte diesen zu verfilmen, ist schon wieder sehr witzig. Zumal es zwischendurch bereits das Gerücht gab, dass Taylor Swift das Buch unter Pseudonym geschrieben hätte. Es kam dann aber heraus, dass es für den Film in Auftrag gegeben wurde und auf der Basis dann das Drehbuch geschrieben wurde.
Nun saß man doch irgendwie wieder mit Erwartungen in dem Film. Und gerade am Anfang hat man auch genau das bekommen, was der Trailer versprach. Eine Protagonistin, die hinter ihrem Schreibtisch hervorgezogen wurde und auf einmal in der realen Welt der Spionage auskommen muss und sich mit einigen Sachen einfach nicht abfinden kann. Ihre eigene Romanwelt ist absolut abgedreht und ähnelt eher James Bond in seinen abgedrehtesten Tagen, als realen Szenarien – ich sag nur Verfolgungsjagd mit Auto über die Dächer Griechenlands. Ich mochte die ganzen Anspielungen auf das reale Leben einer Autorin, mit Recherche und wie der Plot verknüpft worden wäre, damit es einem die Lesenden abkaufen. Die überzeichneten Bücher dann allerdings im Realismus mit einem le Carré zu vergleichen, gleicht dann doch Blasphemie.
Leider hat der Film es nicht dabei belassen. Nach ca. einem Drittel, in dem die wichtigsten Charaktere eingeführt wurden, fängt leider das große Plottwist Karoussel an. Denn es konnte nicht nur bei einem Plottwist bleiben, es musste immer noch einer drauf gesetzt werden. Dadurch zieht sich der Film leider auch ziemlich, hatte zwischendurch bereits einige Szenen, die ein Ende hätten sein können, aber es musste noch mehr sein. Das funktioniert so gar nicht und streckt den Film auf quälend lange 139 Minuten, die nach 60 Minuten schon so langsam nicht mehr funktionieren.
So hat Argylle zwischendrin durchaus noch gute Ideen, versucht sich an dem bekannten Witz aus Kingsman, kann diesen aber nur selten halten. Einige Szenen sind dadurch einfach zu gewollt überzeichnet. Einzelne Witze zu lange ausgespielt. Dadurch ist Argylle am Ende kein schlechter Film geworden, aber enttäuscht gerade gegen Ende eher als zu überzeugen, ermüdet und hätte einfach so viel mehr sein können, wenn die ganzen Plottwists weggelassen worden wären. So hatte ich zeitgleich doch irgendwie eine gute Zeit im Kino, habe den Film aber eher negativ in Erinnerung. Manchmal ist weniger eben doch mehr.
Dann ist da noch die Sache mit der Katze. Wer mich kennt, weiß, dass ich eine große Katzenfreundin bin. Demnach leide ich immer schnell mit den Fellnasen mit. Mal ganz davon abgesehen, dass sich für eine Fold-Katze (Katze mit Klappohren) entschieden wurde, die zwar mega süß sind, allerdings auch Qualzucht und daher in Deutschland inzwischen auch verboten, waren die wenigsten Szenen mit der Katze wirklich sinnvoll. Sie wurde genutzt, um den Charakter der Protagonistin zu verstärken, dennoch sind leider die meisten Szenen unglaublich viel Stress für Katzen. Da wurde sich dann mit sehr schlechtem CGI beholfen, aber dennoch hatte ich fast durchgehend einfach nur Mitleid mit der Katze. Und das ohne wirklichen Mehrwert für den Film. Was im Trailer noch Anreiz für den Film war, entwickelte sich schnell zu einem Faktor, der mir zunehmend Bauchschmerzen verursacht hat.

Das Fazit

Argylle kommt mit einer guten Grundidee daher, die er sich schnell durch einen Haufen unnötiger Plottwist kaputt macht. Zwischendurch gab es zwar noch ein paar witzige Ideen, aber die wurden eigentlich auch immer durch einen Negativaspekt wieder ausgeglichen. So ist der Film am Ende nicht wirklich schlecht, aber halt auch leider nicht gut. Dafür gibt es 05 von 10 möglichen Punkten.

Argylle läuft seit dem 01.02.2024 in den deutschen Kinos

Silver & Poison

Ein Vorwort

Ich habe mal wieder eine Reihe beendet und bevor ich wieder vergesse zeitnah über die Geschichte zu schreiben, widmen wir uns gleich der Silver & Poison Reihe von Anne Lück, die nur ein kleiner Coverkauf war – also die Geschichte hat mich auch angesprochen. Was die Reihe über den hübschen Einband hinaus zu bieten hat, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Band 1 – Das Elixier der Lügen

Die Handlung: Avery ist eine Poisonerin, die mit dem Mischen von Drinks Menschen dazu bringen kann, bestimmte Dinge zu tun. Da sie in Schuld bei dem Boss einer gefährlichen Gang steht, gerät sie ins Visier der Polizei. Doch mit Hayes verbindet sie eine Vergangenheit. Als in der magischen Welt seltsame Dinge vor sich gehen, muss Avery mit Hayes zusammen arbeiten.

Meine Meinung: Der erste Band beginnt relativ ruhig und langsam damit die Welt einzuführen. Wir lernen einiges über das Magiesystem, die verschiedenen „Abteilungen“ und wie die Welt aufgeteilt ist. Wir lernen Avery genauer kennen, ihre Vergangenheit, ihre Gegenwart und nach und nach die wichtigsten Charaktere. Allerdings wurde sich dafür für mich etwas zu viel Zeit gelassen. Ich bin nicht so richtig in die Geschichte reingekommen, hab zwar teilweise mit den Figuren mitgefiebert, aber es war mir zu langsam erzählt. Nicht wirklich langatmig, aber der Pepp hat irgendwie gefehlt. Wirklich spannend wurde es erst gegen Ende und dann kam der fiese Cliffhanger, der mich doch zu Band 2 greifen ließ.
Doch auch, wenn ich nicht so richtig in die Geschichte reinkam, so fasziniert war ich doch von der Welt. Ich mochte das Worldbuilding und die Vielschichtigkeit der Charaktere. Manchmal kam ich mit ein paar Namen durcheinander – was aber auch daran liegen könnte, dass ich Band 1 als Hörbuch gehört habe. Da fallen mir Namen immer etwas schwerer als beim Lesen.

Band 2 – Die Essenz der Erinnerung

Die Handlung: Avery befindet sich nach Islas Mord auf der Flucht, da die ganze magische Gemeinde glaubt, dass sie die Mörderin sei. Nur der undurchsichtige Ryker glaubt ihr und hilft ihr bei der Flucht. Doch kann sie ihm vertrauen? Und was ist mit Detective Hayes, dem sie gerade erst näher gekommen ist? 

Meine Meinung: Hätte es den Cliffhanger in Band 1 nicht gegeben, ich weiß nicht, ob ich weitergelesen hätte. Da ich selten Reihen abbreche, vermutlich schon, aber wohl nicht so zeitnah. Hier habe ich nach dem Anfang auch vom Hörbuch aufs Lesen gewechselt. Nachdem ich mich am Anfang noch ein wenig überwinden musste, es weiterzulesen, weil wir an einem Punkt waren, wo gerade alles den Bach runtergegangen ist, bin ich aber überraschend schnell an einen Punkt gekommen, wo ich es kaum noch aus der Hand legen konnte. Die Langsamkeit von davor war wie weggeblasen und es passierte viel, aber es gab trotzdem Verschnaufpausen. Ich bin mit den Charakteren noch wärmer geworden und habe diesmal richtig mitgefiebert. Ich kann nicht sagen, ob es der Wechsel vom Hörbuch begünstigt hat oder, ob es generell an der Story liegt, aber Band 2 hat mich mitgerissen, ich habe die Welt noch mehr geliebt und konnte es nach dem Anfang kaum noch aus der Hand legen. Im Nachhinein würde ich die Reihe daher als gelungen ansehen. Und vielleicht gefällt euch Band 1 ja auch einfach besser.

Das Fazit

In seiner Gesamtheit funktioniert Silver & Poison ganz gut. Wobei für mich Band 2 einfach deutlich stärker war und besser funktioniert hat. Aber es war ein tolles Wordlbuilding, eine interessante Geschichte und gegen Ende hatte es absoluten Suchtfaktor.

Boris

Ein Vorwort

Erinnert ihr euch an die Mona Reihe? Die Funtasy Serie über eine junge Hexe, die mit ihren Kräften Probleme hat und sich bei einem Ritual, um das Museum, in dem sie arbeitet, zu schützen, sich ausversehen an einen Erzdämon bindet und diesen heiraten muss? Nun, nachdem ich die Reihe absolut geliebt habe und jeden Band sofort verschlungen habe, hat Autorin I. B. Zimmermann nun ein Spin-off über den Vampir Boris herausgebracht. Ich musste es natürlich sofort haben und erzähle ich heute, warum ich auch diesen Band absolut verschlungen habe.

Ein paar Worte zu Mona

Wir lernen Boris bereits in der Mona Trilogie kennen, die zeitlich vor dem Spin-off spielt. Mal abgesehen davon, dass ich die Reihe jedem empfehle, da sie eine gute Mischung aus Spaß, Fantasy und ernsten Themen bietet, die zu einer einzigartigen Mischung gemixt wurden, ist es grundsätzlich empfehlenswert die Reihe vor Boris zu lesen. Man versteht Boris auch ohne die Mona Reihe, aber verpasst einiges an Entwicklung und Hintergrundinformationen, die zwar gut versucht wurden in Boris einzubauen, aber für das volle Erlebnis bietet es sich an. Falls ihr noch zögert, geht es hier zu meinem ausführlichen Beitrag über Mona.

Die Handlung

Boris, ein Vampir, hat seine Ausbildung beim thaumaturgischen Notdienst beendet und fängt in der Abteilung von Martin van Helsing, ein Werwolf, an. Gleich an seinem ersten Tag gibt es einen Anschlag auf eine Blutbank und kurz darauf eine gescheiterte Vampirverwandlung. Boris lassen beide Fälle nicht los. Gibt es eine größere Verschwörung?

Meine Meinung

Als ein Spin-off zur Mona-Reihe angekündigt wurde, die zunächst nur als Sonderausgabe herauskam, bevor sie nun auch als reguläre Ausgabe erschien, war ich sofort Feuer und Flamme und bestellte die Sonderausgabe. Boris war mir bereits in der Trilogie sehr ans Herz gewachsen. Ein 2000 Jahre alter Vampir, der in seinem Leben schon so einiges erlebt hat, nun aber in einer Welt lebt, in der sich die mystischen Wesen nicht mehr verstecken müssen.
Nun hat er sich vom Nachtwächter im Museum zum Neuling beim traumaturgischen Notdienst, also mehr oder weniger die Polizei der übernatürlichen Wesen, entwickelt. Dafür musste er einige Aspekte seines Lebens anpassen, was zu neuen Einschränkungen führt. Wir bleiben also nah an seinem Charakter und erleben jede Neuerungen hautnah mit.
Als Fan der Mona Reihe sollte man wissen, dass es bei Boris vorangig um den Kriminalfall geht und es daher weitaus ernster und weniger witzig zugeht. Das passt aber zur Stimmung des Buches und der flüssige und leichte Schreibstil der Autorin lässt einen dennoch nur so durch die Seiten fliegen. Mit fast 700 Seiten ist Boris durchaus dicker als ein einzelner Mona Band und zuvor befürchtete ich, dass sich der Kriminalfall dadurch unangenehm ziehen würde. Dabei war das Gegenteil der Fall. Der Fall ist groß angelegt, hat viele Wendungen und Plottwist, die ich eindeutig nicht kommen sah, aber ist dennoch auf einem Level, dass alles nachvollziehbar bleibt.
Die Dicke des Buches ist aber auch mit den vielen Charakteren zu erklären und den vielen Szenen, die das zwischenmenschliche (das zwischen-nicht-menschliche? Das zwischen-un-menschliche? Wie ist der Begriff bei Nicht-Menschen?) der Einheit näher beschreiben. Und hier ist keine Szene zu viel, denn I. B. Zimmermann schafft es wieder einmal so vielseitige und doch so liebenswerte Charaktere zu entwickeln, dass sie sich damit deutlich von der Masse auf dem Buchmarkt abheben und die Geschichte zu etwas ganz besonderem macht.
Gleichzeitig bekommen wir auch noch eine tolle queere Liebesgeschichte, die vielleicht etwas zu sehr slow burn für meinen Geschmack war, aber in sich gut funktioniert. Wir treffen auch auf altbekannte Charaktere aus den Mona Büchern, dennoch geht es hier hauptsächlich um die neuen Charaktere.
Insgesamt kann ich sagen, dass ich Boris wieder sehr geliebt habe, die Geschichte als Einzelband rund und auserzählt ist – auch wenn ich nichts gegen einen weiteren Band mit einer neuen Geschichte einzuwenden hätte. Wer es also etwas düster mag, Krimis mag, tolle und einzigartige Charaktere liebt und nichts gegen ein bisschen Witz zwischendrin einzuwenden hat, der ist hier absolut richtig.

Das Fazit

Boris kann wieder mit einer tollen Geschichte, einzigartigen und liebenswerten Charakteren, einem spannenden Kriminalfall und einfach dem gewissen Etwas überzeugen. Nicht nur für Fans der Mona Reihe ein Lesevergnügen auf jeder Seite.

Doctor Who – der 13. Doctor

Ein Vorwort

2017 wurde Jodie Whittaker die neue Doctor aus Doctor Who. Für drei Staffeln (11-13) verkörperte sie die Rolle. Nachdem ich diese nun endlich nachgeholt habe, wird es wohl endlich Zeit für eine Rezension dazu. Also starten wir mal direkt:

Die Handlung

Nach ihrer dreizehnten Regeneration muss der Doktor nicht nur mit dem neuen Geschlecht zurecht kommen, es steht auch direkt wieder eine Bedrohung auf der Erde an. Noch teamlos trifft sie dabei auf Ryan, der mit seiner Oma und dessen neuen Partner Graham versucht Fahrrad fahren zu lernen, und Yasmin, die ihre Ausbildung bei der Polizei angefangen hat. Nach ihrem ersten Abenteuer, das nicht verlustfrei war, brechen sie zu viert zu weiteren Abenteuern in Raum und Zeit auf.

Ein paar Worte zur Einordnung

2017 wurde Jodie Whittaker die neue Doctor aus Doctor Who. Während viele aufgrund des Geschlechtwechsels der Serie den Rücken kehrten, war es von mir gar nicht geplant. Aber die neuen Staffeln waren in meinen Streamingabos nicht mehr enthalten und irgendwie kam ich davon ab mich genauer damit zu befassen – hatte ich doch genug andere Serien, die mich interessierten. Nachdem nun aber Disney+ sich teilweise Rechte gesichert hat und neue Specials rausbrachte, sowie eine neue Staffel ankündigte, wurde es für mich dann doch Zeit mal die inzwischen erschienen Staffeln 11-13 im BBC Player nachzuholen. Und genau um die soll es heute gehen.

Meine Meinung

Mit inzwischen dreizehn Staffeln ist Doctor Who wohl die Serie, die ich am längsten verfolge – wobei die meisten meiner Lieblingsserien einfach nicht so viele Staffeln haben. Supernatural übertrumpft das zwar aktuell mit 15 erschienen Staffeln, aber da steck ich irgendwo in Staffel 10 fest, weil die Qualität einfach immer mehr abnahm. Und das ist wohl das gute bei Doctor Who, dass durch die Regenerationen nicht nur die Schauspielenden regelmäßig getauscht werden, sondern sich die Serie dadurch auch stets weiterentwickeln kann. Ein Capaldi braucht kein größeren oder schlimmeres Übel als ein Tennant, weil es immer wieder wie neue Abschnitte funktioniert. Doktor und Companion müssen sich stets erstmal finden und erleben einfach neue Abenteuer. Daleks und Cybermen tauchen in regelmäßigen Abständen auf und die Erde ist sowieso regelmäßig bedroht. Aber das Konzept geht auf.
Nun standen also eben diese genannten Änderungen wieder an. Und nicht nur wir mussten uns an eine neue Doktor gewöhnen, sondern auch die Rolle selbst musste sich erstmal finden. Das merkt man gerade in den ersten Folgen, wo sie noch völlig verwirrt in den Szenen herumspringt, als ob sie nicht schon unzählige Leben gelebt hätte. Doch gerade das macht die Eingewöhnung wesentlich leichter. Auch hat man in der ersten Folge noch nicht so richtig die Ahnung, auf welchen Companion es denn nun herausläuft, da einfach vier neue Charaktere eingeführt werden. Das wir dann gleich drei Companions bekommen, hat mich ziemlich überrascht. Waren es doch bisher maximal zwei und dann auch meist nur, wenn es sich um Partner*innen des eigentlichen Companion handelt – Jack Harkness mal als Ausnahme gesehen, um das Torchwood Spin-off einzuführen. Dass diesmal alle drei geplant waren, und einer auch alterstechnisch noch raussticht, ist wieder so eine angenehme Neuerung, die mir die neuen Staffeln sehr sympathisch machte.
Leider habe ich durch die Fülle an Charakteren allerdings auch nicht die gleiche Bindung zu ihnen aufgebaut. Es war eben keine Rose, um die man in jeder Folge gebangt und gefürchtet hat. Aber auch der Doktor und die Companions konnten irgendwie nicht die gleiche Nähe aufbauen wie früher. Zunächst hat man es noch verstanden, nach dem Staffelfinale mit dem zwölften Doktor (Capaldi) und Bill, war die neue Angst spürbar sich wieder zu nah zu binden und dann wieder einen Verlust ertragen zu müssen. Doch das zieht sich leider durch alle Staffeln weiter und schafft eine Distanz, die in früheren Staffeln nicht da war.
Auch die Abenteuer selbst wirkten auf mich merkwürdig distanziert. Es waren wirklich tolle Ideen dabei, die ich sehr mochte. Rosa Parks, Mary Shelley zur Geburtsstunde ihres Frankensteins oder auch die Folge, wo Graham auf einen Wellnessplaneten bestand. Aber ich habe selten wirklich mitgefiebert, meist sie einfach an mir vorbeiziehen lassen. Es fehlte die Magie, die die Serie früher auf mich hatte. Und ich kann nicht einmal benennen, was mir gefehlt hat oder was mich gestört hat.
War dieses Gefühl in Staffel 11 noch ein leises Hintergrundrauschen und ich hab mich trotzdem noch darauf gefreut, die Serie weiterzusehen, so wurde es in Staffel 12 zusehens schlimmer. Denn hier gab es gleich zwei viel zu aufgebauschte Doppelfolgen und auch die Rückkehr des Masters katapultierte die Handlung auf ein Niveau des Schlimmen, die ich bei vielen lang laufenden Serien kritisiere, wenn es einfach immer alles nochmal schlimmer werden muss.
Endgültig ausgestiegen bin ich mental aber dann in Staffel 13. Nicht nur hat sich hier die Companion-Zahl deutlich verringert, was deutlich an Charme eingebüßt hat, denn gerade die kleinen Kabbeleien im Team haben die Folgen noch aufgelockert. Wenngleich es neue Charaktere gab, die nach und nach in der Geschichte mehr oder weniger zu Companions wurden, war es nicht das Gleiche, da der Teamgedanke nicht so richtig aufkam. Auch ist es nicht mehr das „Monster der Woche“ Prinzip, sondern ein allumfassendes Überböse über alle Folgen gestreckt, mit episodenartigen Ausschnitten, die daraus resultieren. Das ist etwas, was ich so schon nicht so gern sehe und hier passte es einfach noch weniger in die Geschichte. Glücklicherweise war das dann in sechs quälend langen Folgen auserzählt und die Staffel ist mit ein paar Specials ausgeklungen. Allerdings war ich da schon so ausgestiegen, dass ich mich kaum noch auf sie konzentrieren konnte oder wollte. Lediglich die „Legend of the Sea Devils“ Folge konnte nochmal etwas neues bieten und leichtes Interesse wecken.
Dennoch bin ich noch lange nicht durch mit der Serie! Ich freue mich auf die Rückkehr von David Tennant als Doktor und die neuen Specials, die uns jetzt auf Disney+ erwarten.

Das Fazit

Jodie Whittaker als Doktor war durchaus gut und die Companions mochte ich, doch irgendwie fehlte etwas in der Dynamik und Herzlichkeit von früheren Folgen, weswegen ich teilweise eher ausgestiegen bin und viele Folgen nur an mir vorbei habe ziehen lassen. Dennoch bin ich mit der Serie noch lange nicht durch.

Eine Handvoll Serien – 01/24 – K-Drama Special

Herzlich Willkommen zur ersten Ausgabe der serientastischen Handvoll in diesem Jahr. Wir beginnen direkt wieder mit einem K-Drama Special, denn da haben sich tatsächlich schon wieder fünf Stück angesammelt. Heute mit: Unheil vor der Tür, einem Pub in Itaewon, einer KI mit Brille, einem magischen Buch und der Braut des Goblins.

Doom at your service

Die Handlung: Tak Dong-Kyung hat einen wirklich beschissenen Tag. Sie erfährt, dass sie nur noch kurze Zeit zu leben hat, dass ihr Freund bereits verheiratet ist und ihr Bruder sich ein Teil des Erbes ihrer Eltern für eine dumme Geschäftsidee krallen will. In ihrer Frustration schreit sie in die Nacht, dass sie die Welt brennen sehen will. Dies hört Myul Mang, das Unheil. Er schließt einen Vertrag mit ihr, um die Schmerzen ihrer letzten Wochen von ihr zu halten, dafür muss sie sich das Ende des Welt wünschen, damit er ihren Wunsch erfüllen kann. Doch es soll anders kommen.

Meine Meinung: Dieses Drama war im letzten Jahr nicht nur mein Highlight unter den K-Dramen, sondern auch mein Jahreshighlight im Bereich Serien. Dabei war es eine absolute Zufallsentdeckung, für die ich sogar mein eigentlich aktuelles Drama pausierte. Und nachdem man die harten Nachrichten am Anfang überwunden hatte, war es genau so ein Drama, wie ich es liebe. Es baut sich sehr langsam auf, eigentlich konnte ich kaum sagen, was in den einzelnen Folgen so passiert ist, aber dafür baut es eine Herzlichkeit auf, die ich bei vielen Serien vermisse. Wir haben hier ein eindeutig reales Szenario mit der erkrankten Protagonistin und landen dann weiterhin im urbanem Setting in einer übernatürlichen Komponente. Dadurch war es nicht einfach nur ein weiteres Liebesdrama, tatsächlich kommt der Liebesaspekt erst später im Verlauf der Serie durch und nimmt dann nach und nach mehr Platz ein. Der Weltenbau ist vergleichsweise simpel und passt sich doch herrlich in die Geschichte ein. Und während sich Seo In-Guk wahrscheinlich in die Herzen aller Frauen gespielt hat, war mit Lee Soo-Hyuk einfach noch mein (aktuell) drittliebster koreanischer Schauspieler in einer größeren Nebenrolle vertreten. So habe ich jede Folge der Serie geliebt, habe mitgelitten, gebangt und mehrfach den Fernseher angeschrien, wenn etwas passierte, was mir absolut nicht gepasst hat. Und die Geschichte hat diesmal auch in ihre 16 Folgen gepasst, ohne zu lang oder zu kurz zu sein. Wer schon immer mal mit dem Genre K-Drama einfangen wollte, hier ist eine super Gelegenheit dazu!

Itaewon Class

Die Handlung: Park Saeroyi hat Probleme an seiner neuen Schule, da er das Mobbing eines Mitschülers nicht duldet. Da dieser aber der Sohn eines einflussreichen CEO ist, fliegt er von der Schule und sein Vater verliert seinen Job. Als kurz darauf sein Vater vom gleichen Mobber tot gefahren wird, dreht er durch und landet dadurch im Gefängnis. Doch Saeroyi hat einen Plan. Viele Jahre später eröffnet er in Itaewon eine kleine Bar und versucht diese zum Erfolg zu führen, um gegen die Familie, die ihn alles gekostet hat, bestehen zu können. 

Meine Meinung: Ich bin es ja inzwischen gewohnt bei einem K-Drama auch nach schwierigen ersten Folgen einfach mal dran zu bleiben, denn meist entwickeln sie sich erst so ab Folge 3 in eine gute Richtung. Bei Itaewon Class hat dieser Prozess deutlich länger gedauert, weswegen ich zwischendurch mehrfach an abbrechen gedacht habe. Doch nach dem ersten Zeitsprung entwickelt sich die Geschichte noch einmal ganz neu und dann werden auch nach und nach mehr Charaktere eingeführt, was gut funktioniert. Zumal wir hier auch mal einen deutlich diverseren Cast haben als sonst. Die Hauptgeschichte wird immer weiter geführt und es ist bestimmt keine Wohlfühlserie, was hier alles passiert ist schon schockierend. Wir haben im Laufe der Serie noch einen weiteren großen Zeitsprung, der zwar unerwartet kam, aber irgendwo auch logisch ist. Die ein oder andere Charakterentwicklung war dann zwar gewöhnungsbedürftig, aber wir kriegen auf jeden Fall noch unseren Anstieg in der Spannungskurve. So habe ich am Ende meinen Frieden mit der Serie geschlossen, hatte aber zwischendurch meine Auf- und Abs.

My holo love

Die Handlung: Han So-Yeon kämpft seit ihrer Kindheit mit Gesichtsblindheit, die sie aber verschweigt. Dadurch wird sie von ihren Kolleg*innen eher gemieden, und auch darüber hinaus führt sie eher ein zurückgezogenes Leben. Das ändert sich, als sie den Prototypen einer Brille in die Hände bekommt, mit der sie Holo sehen kann. Diese KI hilft ihr im Alltag. Doch sie bekam die Brille nur, weil die Erfinderfirma sie vor Dieben schützen wollte. Nun wollen sie ihren Prototypen dringend zurück. Blöd, dass So-Yeon eine starke Bindung zu Holo aufgebaut hat. Doch beruht diese auf Gegenseitigkeit? 

Meine Meinung: Ein Drama, das ich mit meiner besten Freundin zusammen gesehen habe, was wohl auch der Grund sein dürfte, warum ich es nicht abgebrochen habe. Aber wir mussten uns auch immer wieder überwinden weiter zu schauen, haben immer andere Serien dazwischen geschoben, um doch irgendwann weiterzuschauen. Denn obwohl die Serie gerade einmal 12 Folgen hatte und die auch nur ca. 50 Minuten gingen, hatte sie viel zu wenig Stoff dafür. Die Handlung hat sich immer wieder im Kreis gedreht, die gleichen Fehler wurden immer wieder gemacht und es ging einfach nichts voran. Die Charaktere waren auch ziemlich nervig und aus der Grundidee wurde nur wenig gemacht. Teilweise bin ich aus dem Augenrollen nicht mehr herausgekommen. Was sich Netflix hier bei ihrem Original gedacht hat, weiß man auch nicht so recht. Ich habe jedenfalls drei Kreuze gemacht als die Serie nach einem viel zu abgehobenem Finale endlich vorbei war.

Destined with you

Die Handlung: Lee Hong-Jo arbeitet im Landschaftsamt im Rathaus, wo sie jedoch aufgrund von Vorfällen in der Vergangenheit von ihrem Team eher gemieden wird. Bei einem Außeneinsatz in einem „Spukhaus“ trifft sie auf Jang Sin-Yu. Dieser ist Anwalt und arbeitet inzwischen auch im Rathaus. Eigentlich will er nichts mit der übereifrigen Beamtin zu tun haben, doch bekommt er den Auftrag eine alte verschlossene Kiste an eben diese zu übergeben. Durch Neugier hält er den Kontakt und beide finden heraus, dass ein Zauberbuch in der Kiste ist. Hong-Jo glaubt eigentlich nicht an Magie, aber warum den Liebeszauber nicht einmal an ihrem Schwarm austesten. Nur leider kommt Sin-Yu dazwischen. 

Meine Meinung: Destined with you wollte wohl das sein, was Doom at your service geschafft hat. Ein Drama mit übernatürlicher Note, eine Protagonistin, die einiges zu ertragen hat und ein Love interest, dem ein Geheimnis zu umgeben scheint. Dabei hat es aber leider keinen Charme, keine Herzlichkeit und vergisst zwischendrin regelmäßig, was es eigentlich erzählen will. Gibt es nun Magie in diesem Drama? Nun, da wurde sich zwischendurch einfach merhfach umentschieden, so dass man es selbst am Ende nicht sagen kann. Dann haben wir eine Enemies to lovers Geschichte, die aber einfach nicht funktioniert, weil beide Charaktere unsympathisch sind und wir ihnen die Entwicklung zum Liebespaar einfach nicht abkaufen. Da kann Rowoon noch so gut aussehen, er war einfach zwischendurch ein ziemliches Arschloch. Auch das Mobbing im Büro gegenüber der Protagonistin ist ziemlich heftig, weswegen es nicht klar ist, wieso sie am Ende mit ihrem Team befreundet ist. Auch ansonsten springt die Geschichte ziemlich hin und her und natürlich brauchten wir gegen Ende noch eine historische Komponente, die so willkürlich wirkt, dass den Schreibenden hier wohl einfach die Ideen ausgegangen sind.

Goblin

Die Handlung: Kim Shin wird zu einem Goblin und wandert fast tausend Jahre ruhelos durch die Welt. Nur die Braut des Dokkaebi (Goblin) kann ihn befreien. Mit Ji Eun-Tak einer Abschlussschülerin findet er diese schließlich, doch Abschied vom Leben war noch nie so schwierig. Dabei wurde sogar schon sein Haus an einen Gevatter Tod weiter vermietet. 

Meine Meinung: So viel hatte ich bereits über das K-Drama gehört. Es war tatsächlich sogar so ziemlich das Erste, von dem ich je gehört habe, da es in einem Buch erwähnt wurde, dass ich bereits las, ehe ich in den Strudel aus K-Dramen und K-Pop gezogen wurde. Da ich bisher aber nur die Netflix-Serien gesehen habe, blieb es mir verwehrt, auch wenn ich immer wieder schaute, ob es nicht doch irgendwo verfügbar wäre. Bis ich schließlich mit einem Gratisabo von Viki gelockt wurde (und bisher hängen geblieben bin). Und das war meine Chance. Und tatsächlich habe ich die Serie innerhalb kürzester Zeit durchgebinged, denn sie bot einfach alles. Eine spannende Geschichte, große Gefühle, tolle Charaktere, Einblicke in die koreanische Mythologie und ganz nebenbei Herzlichkeit und eine gehörige Portion Witz. Eigentlich habe ich sie weniger wegen der Liebesgeschichte geschaut, als vielmehr wegen der Bromance zwischen dem Dokkaebi und Gevatter Tod. Lediglich am Ende hat man gemerkt, wie sie die Handlung wieder partout auf die 16 Folgen strecken mussten und es deswegen ein paar der Wendungen gar nicht so gebraucht hätte. Aber das ist bei der Serie wirklich Jammern auf hohem Niveau.

Habt ihr eins davon gesehen? Wie fandet ihrs?

Eine Handvoll Bücher – 01/24

Herzlich Willkommen zur ersten Ausgabe der buchigen Handvoll in diesem Jahr. Heute mit: teurer Magie, einem farbenfrohem Regenbogen, sarkastischen Dämoninnen, nassen Mädchen und transportierenden Hexen.

Der Preis der Magie

Die Handlung: Nach dem Tod ihrer Mutter bekommt Helena ein altes Buch ihres Vaters vererbt, der die Familie vor vielen Jahren einfach verließ. Dadurch entdeckt sie nicht nur die Magie in sich, sondern auch ihre Tante Elizabeth, von der sie jahrelang nichts wusste. Doch so verlockend die Geschichten ihrer Tante auch klingen, so lernt Helena schnell, dass Magie immer einen Preis hat. 

Meine Meinung: Während die ersten paar Seiten noch ein bisschen wie altbekanntes wirken, Protagonistin bekommt ein Grimoir vererbt und erkennt, dass sie magische Fähigkeiten hat, ist dies auch so ziemlich das letzte Mal, dass man sich auf Vorhersehbares verlassen kann. Autorin Mila Illbach schafft es einfach einen ständig zu überraschen. Ich habe das Buch in einer Leserunde gelesen und wir waren uns so oft sicher, dass Charaktere ganz bestimmt auf die ein oder andere Weise handeln würden, verdächtigten andere, schlossen wieder andere in unsere Herzen und dann kam alles ganz anders. Dabei war es nie die völlig Abkehr von allem, so dass man einfach mit dem Gegenteil vom Erwartetem rechnen konnte, sondern es wurde so geschickt mit einem gespielt, dass man einfach nichts mehr glauben konnte und alles einfach auf sich zukommen lassen musste. Das war herrlich erfrischend, abwechslungsreich und spannend. Der lockere Schreibstil der Autorin tut sein übriges. Wir konnten in eine bekannte und doch völlig neue Welt der Magie eintauchen und haben immer die Grundfrage des Buches „Was ist der Preis der Magie“ präsent. Das wurde so geschickt verbaut, dass ich nur meinen Hut ziehen kann. Lediglich nach hinten raus scheint dem Buch ein wenig die Puste auszugehen. Hier wurde bewusst ein Einzelband geschrieben, was ich sehr schätze, denn die Geschichte war dann auch fertig erzählt, aber die ein oder andere Facette kam doch zu kurz. Ein paar mehr Seiten wären am Ende schön gewesen, aber letztlich ist das auch Jammern auf hohem Niveau. Wer Magie fernab von den üblichen Genrekonstruktionen erleben will, dem sei dieses Buch auf wärmste empfohlen.

Die siebte Farbe des Regenbogens

Die Handlung: Ella hat Angst um ihren besten Freund Nick. Meist ist er verschlossen, doch nach dem letzten Wochenende scheint er eine schlimme Nachricht erhalten zu haben und ist danach verschwunden. Auf der Suche nach ihm, landet sie in einer seltsamen grauen Welt. Ein Wesen namens Mirin bietet ihr einen Deal an: Sie und Nick müssen Prüfungen bestehen, eine für jede Farbe des Regenbogens. Doch Ella hat keine Ahnung, welche Tür sie damit geöffnet hat.

Meine Meinung: Vorm lesen des Buches sollte man sich auf jeden Fall der Triggerwarnung gewahr werden, denn es behandelt das Thema Suizid. Das ist grundsätzlich ein schwieriges und sensibles Thema, doch die Art, wie sich dem genähert wird und die Alliteration mit dem Regenbogen war einfach sehr gelungen. Das ist übrigens kein direkter Spoiler, denn auch, wenn es zunächst nicht direkt gesagt wird, so ist es doch so deutlich angedeutet, dass man es sich denken kann. Schön ist es, dass hier nicht über die Entscheidung der einzelnen geurteilt wird, sondern ganz im Gegenteil, es wird versucht darzustellen, wie man zu einer solchen Entscheidung überhaupt gelangen kann. Es geht darum, Anzeichen vielleicht früher zu erkennen, aber auch zu akzeptieren, wenn man sie nicht gesehen hat. Das Ganze wird verpackt in eine faszinierende Welt des Regenbogens voller Alliterationen, Interpretationsmöglichkeiten und immer mit dem Hintergedanken des Überthemas. Dadurch wird das Thema zwar nicht leichter und auch immer mit dem nötigen Ernst und Respekt behandelt, dennoch macht das Lesen durch das Erkunden der Welt auch Spaß – auch wenn das in dem Zusammenhang vielleicht unpassend klingt. Aber genauso schafft man es sich den Themen zu nähern und sie offen zu behandeln und nicht nur hinter vorgehaltener Hand. Ich kann das Buch nur wärmstens empfehlen.

Demon’s Diaries – Band 1-3

Die Handlung: Mia und Cay sind ziemlich hohe Tiere in der Hölle. Das hindert sie nicht daran ab und an in Schwierigkeiten zu geraten, sich mit dem überbürokratischen Himmel auseinander setzen zu müssen. Kein Wunder, dass sie manchmal auch einfach nur The Walking Dead schauen wollen.

Meine Meinung: Normalerweise hätte ich die Cover der Reihe gesehen und die Bücher nichtmal angerührt. So traurig wie es klingt, aber Cover sind eben doch der erste Berührungspunkt mit den Büchern. Mein Glück war jedoch, dass die Autorin einen Stand auf der Buch Berlin hatte und ich mir die Idee rund um die Dämoninnen anhören konnte, ehe ich die Cover sah. Denn so gab ich ihnen eine Chance und wurde von dem Humor der Geschichten ganz verzaubert. Denn wenn man mal über das nicht so ansprechende Äußere hinwegsieht, bekommt man allerlei Kurzgeschichten, die wunderbar auf den Punkt sind und die ganz Idee mit der Verwaltung der Hölle und wie das funktioniert und welche Probleme dabei auftreten können, hat mich mehrfach zum lachen gebracht. Ich habe mich so gut unterhalten gefühlt, wie lange nicht mehr und vielleicht hatte das Ganze mehr parallelen mit einem deutschen Amt als mir lieb wäre. So bin ich auf jeden Fall sehr gespannt auf die beiden dazugehörigen Romane, die ich mir bei Gelegenheit bestimmt holen werde.

Das Mädchen, das in den Wellen verschwand

Die Handlung: Um den Meeresgott zu besänftigen und die Stürme in ihrer Heimat aufhören zu lassen, wird in Minas Dorf jedes Jahr ein Mädchen als Braut des Meeresgottes ausgewählt. Durch ihr Eingreifen, um ihren Bruder zu schützen, gelangt diesmal Mina ins Geisterreich, nur um festzustellen, dass ein Fluch auf dem Gott liegt und sie nur 30 Tage Zeit hat, um diesen zu brechen.

Meine Meinung: Nachdem ich Axie Ohs XOXO im letzten Jahr absolut verschlungen und geliebt habe – ich hatte auch sehr lange auf die Übersetzung gewartet – brachte uns der Loewe Verlag direkt ein weiteres Werk der Autorin auf Deutsch heraus. Dabei handelt es sich aber diesmal nicht um K-Pop Romance, sondern um ein Fantasywerk mit koreanischer Mythologie. Das ganze dann auch noch in einem historisch angehauchtem Setting, was noch einmal ein starker Kontrast zum vorherigen Buch ist. Dementsprechend habe ich auch einige Zeit gebraucht, um in „Das Mädchen, das in den Wellen verschwand“ reinzukommen. Der Schreibstil war sofort wieder in den Bann ziehend, aber das Setting und vor allem die vielen Namen fielen mir da wesentlich schwerer. So habe ich doch eine Weile gebraucht, um mich einzufinden. Das hat sich mit der Zeit dann immer weiter gelegt, bis wir eine faszinierende und erfrischend neue Geschichte haben mit Plottwist, die ich so nicht vorhergesehen habe. Denn hier ist nichts, wie es auf dem ersten Blick scheint. Und gerade das „Vorende“, also die Auflösung bevor es zum finalen Ende des Buches kam, konnte mich begeistern, so dass ich nun wissen wollte, wie es weitergeht und auf jede Unterbrechnung nicht gut reagiert habe. Wer also einmal ein sehr erfrischendes Fantasybuch lesen möchte, ist hier genau richtig.

Seelenverrat

Die Handlung: Felicity betreibt nicht nur ein ganz besonderes Café, sie transportiert auch die Seelen der magischen Gemeinde ins Jenseits. Doch bei ihrem letzten Transport traten einige Seltsamkeiten auf. Bis der Enkel des Verstorbenen ihr Büro stürmt und ihr vorwirft, seinen Großvater getötet zu haben. Zusammen versuchen sie das Rätsel zu lösen, was jedoch einem Wettlauf gegen die Zeit gleicht.

Meine Meinung: Nach der Ankündigung des Drachenmond-Verlages über dieses Buch wandert es sehr schnell auf meine Wunschliste und ich fiebert regelrecht drauf hin. Als dann auch noch der Farbschnitt gezeigt wurde, war es um mich geschehen. Nicht zuletzt, wurde auch noch mit einer Katze als Seelenpartner geworben. Ich habe meiner Vorbestellung also regelrecht aufgelauert. Umso schader ist es, dass ich mit dem Buch einfach nicht warm geworden bin. Ich möchte gar nicht behaupten, dass es nicht gut war, denn die Geschichte war gut strukturiert, spannend, hatte einen guten Weltenbau, konnte überraschen und hatte auch ansonsten alle Zutaten für ein tolles Buch. Es war leider der Erzählstil, mit dem ich so gar nicht zurecht kam. Es wird aus der Sicht von Felicity erzählt, aber als auktorialer Erzähler. Ich kann nicht einmal sagen warum, aber für mich hat es sich dadurch immer wieder so angefühlt als  würde sie Selbstgespräche führen. Das hat mich ab Seite Eins irritiert und ließ mich bis zum Schluss nicht los. Die Folge dessen war dann leider, dass ich mich immer wieder überwinden musste, das Buch in die Hand zu nehmen und weiterzulesen. Ich hatte nicht das Gefühl flüssig durchzukommen. Und das finde ich bei einem ansonsten tollen Buch sehr Schade, ist aber natürlich auch etwas, was die Autorin nicht ändern kann.

Habt ihr eins davon gelesen? Wie fandet ihr es?