Nach vier Staffeln voller Volleyball-Action aus Japan wird Haikyu nicht mit einer fünften Staffel, sondern mit Kinofilmen fortgesetzt. Den Anfang macht das lang ersehnte und seit Staffel Eins angeteaserte „Playoff der Müllhalde“ gegen Nekoma. Ob die Spannung auch über einen ganzen Film gehalten werden kann, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.
Die Handlung
Die Oberschule Karasuno hat es ins Achtelfinale der japanischen Meisterschaften im Volleyball geschafft. Hier stehen sie nun der Nekoma Oberschule gegenüber, die sie bereits aus vielen Testspielen kennen. Zumal die beiden Teams eine lange Geschichte haben. Anpfiff für das Schlacht am Müllplatz.
Meine Meinung
Vier Staffeln hat es gebraucht, um endlich zu dem lang angeteaserten Play-off an der Müllhalde zu kommen. Nun sollte dies auch nicht über eine weitere Staffel, sondern über einen Kinofilm geschehen. Die Zweifel waren groß, immerhin fehlten noch etliche Mangakapitel bzw -bände. Zumindest soll noch ein zweiter Film kommen, aber ob der es schafft die Geschichte final zu erzählen, bleibt auch abzuwarten. Aber zunächst soll es um den bereits erschienen Film gehen. Hier werden wir ohne große Exposition ziemlich direkt in das Spiel gezogen. Nochmal kurz die wichtigsten Charaktere kurz gezeigt, schon geht es los. Hier ist deutlich, dass es sich nicht um einen unabhängigen Film handelt, sondern dieser direkt die Animeserie fortführt. Zunächst wirkt das fast enttäuschend, weil für die zuschauenden Fans hier viele Gefühle dran hängen – was man schon an den unzähligen Cosplays im Kino gesehen hat. Doch die Geschichte baut sich um das Spiel herum auf und wir bekommen Rückblenden geboten, die die Intensität zwischen den Charakteren noch einmal verdeutlicht. Hier wird das Augenmerk auch stark auf Nekoma gelegt, denn über die Jungs der Karasuno haben wir in den vier Staffeln bereits sehr viel erfahren, da es sich immerhin um ihr Team dreht. Wir bekommen mehr Einblicke in die tiefe Freundschaft von Kuroo und Kenma, aber auch wie Kenma zu Volleyball steht, und wie er seine Fähigkeiten einsetzt, obwohl er eigentlich kein Fan von Sport ist. Das wird dann auch schnell das Hauptaugenmerk des Films, denn er setzt die Taktiken der Nekoma und versucht so die Karasuno immer wieder auszuspielen. Diese versuchen zwar dem ganzen etwas entgegen zu setzen, aber müssen ihre Schwächen eingestehen. Es wird eine nervenaufreibende Jagd um den nächsten Punkt und man hat dem ganzen Kinosaal angemerkt, wie die Spannung auf jeden einzelnen überging. Bei jedem Ballwechsel wurde mitgefiebert und die Macher des Films wussten ganz genau, wie sie mit den gezeigten Informationen umzugehen hatten. So gab es zwischenzeitlich immer mal wieder Fragezeichen über den Köpfen der Zuschauenden, die zwar kurz danach aufgeklärt wurden, aber so fühlte man sich noch einmal mehr mitten im Film, statt nur als Zuschauender auf eine Leinwand. Geschickt wurden die Emotionen aller gesammelt und man konnte beinahe spüren, wie das ganze Kino kollektiv den Atem anhielt, wenn es um die Entscheidung ging, ob beispielsweise ein Ball im Aus war oder nicht. Kurzum jeder Haikyu Fan kommt hier klar auf seine Kosten. Es ist spannend, es ist intensiv und die Emotionen sind auf dem Höhepunkt. So sehr habe ich wohl seit dem Finale von Staffel Drei nicht mehr mitgefiebert. Dennoch wird auch über das Spiel hinaus mehrere Geschichten erzählt, die uns nochmal Charaktere näher bringen. Also alles, was das Fanherz begehrte.
Das Fazit
Haikyu!! – Das Playoff der Müllhalde bietet alles, was sich Fans wünschen konnten. Starke Konzentration auf das Spiel, aber auch viel charakterbasiert und kann über die ganze Filmlänge Spannung und Emotionen halten und weiß durch geschickte Erzähltechniken diese voll auszunutzen. Dafür gibt es 09 von 10 möglichen Punkten.
Haikyu!! – Das Playoff der Müllhalde läuft seit dem 25.06.2024 in den deutschen Kinos
Und damit ist 2024 nicht nur schon zur Hälfte vorbei, wir haben auch das zweite Quartal hinter uns gebracht. Das Jahr rast wieder nur so dahin und schon wird es wieder Zeit für meine Top 5 Listen der Highlights aus dem vergangenen Quartal. Viel Spaß!
Meine fünf Kinohighlights
Agust D – D-Day Konzert: 2023 erschien das dritte Studioalbum von Agust D (aka Suga von BTS). Daraufhin ging er auf große Tournee. Nach einer Liveübertragung aus Tokyo gab es nun eine Konzertaufzeichnung des großen Finales in Seoul inklusive einiger Stargäste. – Das Konzert ist wirklich toll, leider sind ein paar Gastauftritte rausgeschnitten und allgemein wirkt es sehr zusammengeschnitten, wobei ziemlich viel vom Vibe verloren geht. Dennoch sticht es gut aus anderen Filmen raus.
Back to Black: Amy Winehouse gelingt der große Musikdurchbruch in jungen Jahren. Doch ihre Alkoholsucht und andere Drogen reißen sie immer weiter in einen Strudel, aus dem sie nicht herauszukommen scheint. – Ein gut geschriebenes Musik-Biopic, in dem wirklich mal eine Geschichte erzählt wird und es nicht um reine Infos aus dem Wikipedia-Artikel geht.
IF: Bea ist 12 Jahre und hat bereits ihre Mutter an den Krebs verloren. Nun ist ihr Vater für einen Eingriff im Krankenhaus, weswegen sie seit Jahren wieder bei ihrer Großmutter einzieht. Dabei begegnet sie zwei merkwürdigen Wesen aus dem Dachgeschoss und einem Mann namens Calvin, der diese zu betreuen scheint. Es stellt sich heraus, dass es sich dabei um IFs, also ehemalige imaginäre Freunde handelt, deren Kinder inzwischen erwachsen sind. Bea nimmt sich der Aufgabe an, ihnen neue Kinder zu suchen und taucht dabei ein eine faszinierende Welt ein. – Ein berührendes Drama voller phantastischer Elemente, dass im Trailer etwas irreführend als Komödie präsentiert wurde. Zauberhafte Elemente zum wegträumen, treffen auf mitfühlendes Drama rund um die Verlustangst bei Elternteilen.
Alles steht Kopf 2: Riley ist inzwischen 13 Jahre alt und plant mit ihren Freundinnen an einem Eishockey-Camp teilzunehmen. Doch dort eröffnen ihre Freundinnen ihr, dass sie im nächsten Jahr nicht auf die gleiche Highschool gehen werden. Gleichzeitig herrscht in Rileys Kopf helle Aufregung, denn nicht nur wurde die Kontrollkonsole der Emotionen angepasst, es ziehen auch vier neue Emotionen ein. Und gerade Zweifel versucht das beste aus Rileys Situation rauszuholen, sieht in Freude aber eine Bedrohung. Kann das gut gehen? – Ein Spaß für Jung und Alt, die es wieder schafft die Pubertät gut darzustellen und lediglich im Schatten seines eigenen Vorgängers untergeht.
Haikyu – Die Schlacht am Müllplatz: Die Oberschule Karasuno hat es ins Achtelfinale der japanischen Meisterschaften im Volleyball geschafft. Hier stehen sie nun der Nekoma Oberschule gegenüber, die sie bereits aus vielen Testspielen kennen. Zumal die beiden Teams eine lange Geschichte haben. Anpfiff für das Schlacht am Müllplatz. – Spannend, spannender, Haikyu. Emotionsgeladen, bringt die Charaktere auf den Punkt und überzeugt in der Inszenierung.
Meine fünf filmischen Highlights
MX University: 2021 gab die koreanische Idol-Gruppe Monsta X bereits ihr fünftes Fankonzert. Neben ihren größten Hits haben sie auch wieder einige Videos und Spiele vorbereitet. – Ich liebe die Idolgruppe und habe mich daher über jede Minute gefreut, vor allem die Lieder waren wieder super interpretiert. Die Spiele haben sich vielleicht ein wenig gezogen, aber waren trotzdem interessant.
Godzilla Minus One: Am Ende des zweiten Weltkriegs landet der Guerilla-Flieger Kōichi Shikishima auf einer Insel mit einem vermeintlichen Schaden am Flugzeug. In dieser Nacht greift jedoch Godzilla diese Insel an und nur Shikishima und ein Ingenieur überleben. Zurück in Tokyo steht er vor den Ruinen seines Elternhauses. Auf dem Markt läuft er einer Frau über den Weg, die ein Baby aufgenommen hat. Kurzerhand zieht diese bei ihr ein und in der Zeit des Wiederaufbaus arrangieren sie sich irgendwie. Doch dann taucht Godzilla wieder auf und zerstört Tokyo. Und Shikishima schließt sich einer Gruppe an, die einen Plan austüfteln, um Godzilla zu stoppen. – Mehr Charakterdrama als großer Monsterfilm und kann gerade deswegen überzeugen.
The Dark Knight: Der Joker ist nach Gotham gekommen und fordert Batman heraus. Er spielt den Untergrund gegeneinander aus und fordert, dass Batman die Maske abnimmt, sonst würde er weiter töten. Im Zwiespalt tut er sich mit dem Anwalt, und neuen Liebhaber seiner Ex Rachel, Harvey Dent zusammen, um gegen den Joker anzutreten. Doch dabei sind Verluste vorprogrammiert. – Nicht umsonst der stärkste Film der Reihe mit einem brilliant spielenden Heath Ledger als Joker.
Catch me if you can: Der 16-jährige Frank Abagnale Jr. rennt vor der Scheidung seiner Eltern davon. Nach dem Vorbild seines Vaters, der sich im Leben auch einiges ergaunerte, fängt er an Schecks zu fälschen und sich zeitweise sogar als Pilot auszugeben. Doch als der FBI-Ermittler Carl Hanratty auf seine Spur stößt, muss er immer weiter fliehen. – Spannende Komödie, die durch tolle Charaktere überzeugen kann.
Corpse Bride – Hochzeit mit einer Leiche: Bei der Probe für seine arrangierte Hochzeit mit der adligen Victori stellt sich Victor so ungeschickt an, dass die Hochzeit droht abgesagt zu werden. Also geht er in den Wald, um zu üben. Doch als er das erste Mal sein Gelübde fehlerfrei aufgesagt bekommt, steckt er den Ring nicht wie gedacht an einen Ast, sondern an den Finger einer Leiche. Emily ist hin und weg, dass sie nach ihrem tragischen Schicksal endlich verheiratet ist. Victor hat also alle Hände voll zu tun, um sie irgendwie von dem Missverständnis zu überzeugen. – Zeitloser Klassiker von Tim Burton, der immer wieder begeistern kann.
Meine fünf serientastischen Highlights
MaiThinkX – Staffel 1-6: Mai Thi Nguyen Kim klärt in dieser Wissenschaftssendung spielerisch und sehr anschaulich über diverse Themen aus Wissenschaft und Gesellschaft auf. Dabei steht das kritische Hinterfragen und die Methodiken im Vordergrund. – Spannende und packend umgesetzte Wissenschafts-Show, die den schmalen Grad zwischen Unterhaltung und Wissensvermittlung wunderbar meistert
Spy x Family – Staffel 2.1: Twilight ist Spion aus Westalis und wird nach Ostania geschleust. In Berlint soll er sich unter der Tarnidentität Loid Forger Zugang zu einem der führenden Politiker verschaffen. Der einfachste Weg ist über die Eden-Akademie, eine der führenden Schulen. Dafür benötigt er jedoch ein Kind. In einem Waisenhaus adoptiert er die Telepathin Anya, ohne von ihren Fähigkeiten zu wissen. Doch leider akzeptiert die Eden nur vollständige Familien, weswegen Loid noch eine Frau braucht. Diese findet er in Yor, weiß jedoch nicht, dass sie eine berühmte Auftragskillerin namens Dornenprinzessin ist. – Die Geschichte rund um die etwas andere Familie geht weiter und hält sich auch hier wieder nah an die Manga-Vorlage und kann den Charme dieser wunderbar einfangen
Die Tagebücher der Apothekerin – Staffel 1: Maomao ist entführt worden und an den Kaiserhof verkauft worden. Dort leistet sie ihre „Schulden“ als einfache Dienerin ab. Doch als eine seltsame Krankheit am Hof ausbricht, entdeckt Jinshi, einer der Eunuchen, ihr Talent als Apothekerin. Dadurch steigt sie auf und bekommt eine bessere Stellung. Doch Intrigen lauern überall. – Farbenfrohe Umsetzung des Mangas, der den Geist gut einfangen kann und charismatisch rüberbringt.
Ready, Set, Love – Thai-Drama: Im Thailand einer nicht so entfernten Zukunft gibt es auf einmal kaum noch männliche Babys. Als Reaktion darauf wurde Die Farm gegründet, wo die Männer außerhalb der Gesellschaft in Sicherheit sein sollen. Einmal im Jahr finden die Reasy Set Love Spiele statt, wo heranwachsende Männer in einem Wettkampf um die Liebe versteigert werden, damit die Kandidatinnen dann eine Familie mit ihnen gründen können. Day ist durch Einfluss ihrer Schwester eine der wenigen Loskandidatinnen, die nicht aufgrund ihres sozialen Status dabei sind. Und während sie versucht dabei zu bleiben, entdeckt sie, dass hinter der Show ein abgekartertes Spiel steckt. – Spannende Grundgeschichte und kann die Spannung durchgängig halten, zumal interessante Charaktere aufgebaut wurden
Doctor Who (2024) – Staffel 1: Nachdem der Doctor in den Specialfolgen sich selbst gespalten hat, reist er mit seiner neugen Begleiterin Ruby Sunday durch Raum und Zeit. Dabei birgt die Herkunft von Ruby ein großes Rätsel, das sie immer wieder beschäftigt. – Der „Neustart“ funktioniert wunderbar und bringt die Serie auf das frühere Niveau zurück. Habe die Staffel wieder sehr gern gesehen
Meine fünf buchigen Highlights
More than roommates: Annie ist als Musikerin mit ihrem Freund erfolgreich auf YouTube unterwegs und sie haben gerade einen Plattendeal an Land gezogen. Das ändert sich jedoch, als ihr Freund sie kurzerhand gegen seine neue Flamme ersetzt. Doch Annie findet in der WG ihrer besten Freundin eine neue Bleibe, auch wenn ihr von Moon das freie Zimmer direkt vor der Nase weggeschnappt wurde. Auch er scheint gerade eine Niederlage erlebt zu haben. Zusammen versuchen sie die Scherben ihres Lebens zusammenzukehren und kommen sich dabei immer näher. – Ich liebe die Geschichte, sie hat alles gehabt. Coole K-Pop Anspielungen, Drama, große Gefühle, viel Liebe zur Musik und das beste aus München und Seoul vereint.
Die Nacht der Königinnen: Der junge König Gideon hat nach dem Tod seines Vaters frisch den Thron bestiegen. Ihm werden allerlei dunkle Kräfte nachgesagt, weswegen seine Thronbesteigung kritisch beäugt wird. Umso schockierter ist Alixandra als sie zusammen mit zwölf weiteren adligen Mädchen an den Hof gerufen wird, um bei einer königlichen Brautschau anwesend zu sein. Dort angekommen passieren jedoch allerlei seltsame Dinge. Alixandra und ihre neuen Freundinnen versuchen diesen auf den Grund zu gehen. – Ein weiteres Buch, das ich einfach weggesnackt habe. Ich liebe Christian Handels Schreibstil und hier hat er es wieder geschafft einen unwiderstehlichen Sog aufzubauen, das ich die Geschichte quasi inhaliert habe.
Wie Wellen im Sturm: Louise bekommt die Chance ihr Schreibtalent im Internat Schloss Mare zu verbessern. Dafür lässt sie ihre Familie zurück und stellt sich der ganz neuen Welt. Im Fußballteam findet sie schnell Anschluss und Freundinnen. Nur ihre Mitbewohnerin Mika ist ziemlich verschlossen, vor allem da Louise durch Zufall ein Geheimnis von ihr erfährt. Zeitgleich schlägt ihr Herz in Mikas Nähe unglaublich schnell. Was haben diese Gefühle zu bedeuten? – Endlich wieder eine queere Liebesgeschichte! Und dann auch noch eine sehr süße und auch das Ambiente und der Schreibstil haben mich komplett überzeugt.
Eine Leiche zum Tee 2: An Amys Schule ist Projektwoche, zu der auch ein paar hochrangige Ehemalige eingeladen sind. Unter anderem soll ein Stück der hochverehrten Krimiautorin Olivia Hartcastle aufgeführt werden, mit ihr in einer Nebenrolle. Nur, dass es bei den Proben zu einem Mord kommt und die Autorin nicht mehr nur die Leiche spielt. Amy, ihre neue Freundin Willow, und natürlich ihre Tante und ihr Krimiclub, sind den Tätern dicht auf den Fersen. Doch auf einmal haben sie es auch noch mit Geistern zu tun. – Ich liebe die Geschichten rund um Amy und ihre Tante, sie sind so wunderbarer cosy crime, genau nach meinem Geschmack. Leider gibt es bisher keinen weiteren Band.
Divine Rivals: Nachdem Iris Bruder Forest an die Front in einem göttlichen Krieg gezogen ist, nimmt sie die Stelle bei einer Zeitung an, um sich als Kollumnistin zu beweisen. Doch ihr Konkurrent Roman hackt gern auf ihrem Aussehen herum. Zu Hause schreibt Iris auf ihrer Schreibmaschine Briefe, die aber nie ihren Bruder an der Front erreichen, sondern auf magische Weise bei Roman auftauchen. – Sehr starke Geschichte, die Gräuel des Krieges so realistisch und doch auf eine fantastische Ebene zu bringen weiß.
Ein Monat, der sich nicht so recht entscheiden konnte, ob er Sommer sein wollte oder nicht, ist zu Ende. Mit einer kleinen Auszeit an der Ostsee war der Juni für mich wunderbar entspannt und hatte wieder ein gutes Maß von allem zu bieten – außer die Kinobesuche, da war aber auch die Auswahl wieder eher mau. Zeit also einen Blick auf meine mediale Ausbeute zu werfen:
Filme – auf großer Leinwand gesehen
Alles steht Kopf 2: Riley ist inzwischen 13 Jahre alt und plant mit ihren Freundinnen an einem Eishockey-Camp teilzunehmen. Doch dort eröffnen ihre Freundinnen ihr, dass sie im nächsten Jahr nicht auf die gleiche Highschool gehen werden. Gleichzeitig herrscht in Rileys Kopf helle Aufregung, denn nicht nur wurde die Kontrollkonsole der Emotionen angepasst, es ziehen auch vier neue Emotionen ein. Und gerade Zweifel versucht das beste aus Rileys Situation rauszuholen, sieht in Freude aber eine Bedrohung. Kann das gut gehen? – Ein Spaß für Jung und Alt, die es wieder schafft die Pubertät gut darzustellen und lediglich im Schatten seines eigenen Vorgängers untergeht.
Haikyu – Die Schlacht am Müllplatz: Die Oberschule Karasuno hat es ins Achtelfinale der japanischen Meisterschaften im Volleyball geschafft. Hier stehen sie nun der Nekoma Oberschule gegenüber, die sie bereits aus vielen Testspielen kennen. Zumal die beiden Teams eine lange Geschichte haben. Anpfiff für das Schlacht am Müllplatz. – Spannend, spannender, Haikyu. Emotionsgeladen, bringt die Charaktere auf den Punkt und überzeugt in der Inszenierung.
Filme – auf großem Fernseher gesehen
Erneut gesehen habe ich: Corpse Bride – Hochzeit mit einer Leiche (Noch immer ein schöner Stopmotion-Film), Catch me if you can (Noch immer beherrscht der Film den schmalen Grad zwischen Humor und Spannung) und Batman Begins (Ein gelungener Auftakt der Reihe).
Godzilla Minus One: Am Ende des zweiten Weltkriegs landet der Guerilla-Flieger Kōichi Shikishima auf einer Insel mit einem vermeintlichen Schaden am Flugzeug. In dieser Nacht greift jedoch Godzilla diese Insel an und nur Shikishima und ein Ingenieur überleben. Zurück in Tokyo steht er vor den Ruinen seines Elternhauses. Auf dem Markt läuft er einer Frau über den Weg, die ein Baby aufgenommen hat. Kurzerhand zieht diese bei ihr ein und in der Zeit des Wiederaufbaus arrangieren sie sich irgendwie. Doch dann taucht Godzilla wieder auf und zerstört Tokyo. Und Shikishima schließt sich einer Gruppe an, die einen Plan austüfteln, um Godzilla zu stoppen. – Mehr Charakterdrama als großer Monsterfilm und kann gerade deswegen überzeugen.
The Dark Knight: Der Joker ist nach Gotham gekommen und fordert Batman heraus. Er spielt den Untergrund gegeneinander aus und fordert, dass Batman die Maske abnimmt, sonst würde er weiter töten. Im Zwiespalt tut er sich mit dem Anwalt, und neuen Liebhaber seiner Ex Rachel, Harvey Dent zusammen, um gegen den Joker anzutreten. Doch dabei sind Verluste vorprogrammiert. – Nicht umsonst der stärkste Film der Reihe mit einem brilliant spielenden Heath Ledger als Joker.
The Dark Knight Rises: Nach den Ereignissen im vorherigen Film hat Bruce Wayne die Rolle des Rächers an den Nagel gehängt. Doch dann taucht Bane auf und fordert eine Revolution in Gotham. Während sich Batman mit Catwoman einlässt, merkt er jedoch schnell, dass er gegen Bane nicht ankommt. Auch Comissioner Gordon kommt an seine Grenzen. Und während Batman von Bane weggesperrt wurde, nimmt er die Stadt Stück für Stück ein. Wird der dunkle Ritter aufsteigen? – Sehr langer Film, der aber auch viel zu erzählen hatte. Kann deswegen aber auch nicht mehr mit seinen Vorgängern mithalten.
Filme – leider in diesem Monat verpasst
A quiet place – Tag 1: Nach zwei grandiosen Filmen des Genres gibt es nun das übliche Prequel. Obwohl wir in Part II bereits einige Einblicke in diesen Tag bekamen, wird die Geschichte nun noch einmal aus einer anderen Perspektive erzählt. Der Trailer sah ganz spannend aus und ich bin sehr gespannt.
Ganz knapp nicht auf die Liste geschafft hat es: The Bikeriders
Serien – ein etwas ausführlicherer Überblick
Erneut gesehen habe ich: Die Gummibärenbande – Staffel 2 (Und habt ihr schon einen Ohrwurm?)
Gordon Ramsay – Uncharted Showdown – Staffel 1 (Eigentlich nur wegen der Walesfolge angefangen, aber doch interessant genug, um auch die anderen Folgen zu sehen)
Meisterdetektiv Ron Kamonohashi – Staffel 1 (Gelungene Umsetzung des Mangas, der die einzelnen Fälle gut in Szene setzt)
Criminal Minds – Staffel 5-6 (Ein bisschen mehr Drama um die Charaktere, aber der Fokus bleibt bei den Fällen. Weiterhin schön zum nebenbei schauen)
Die Tagebücher der Apothekerin – Staffel 1 (Farbenfrohe Umsetzung des Mangas, der den Geist gut einfangen kann und charismatisch rüberbringt)
Goedam – K-Drama (Kurzweilige Horror-Anthologie über Großstadtmythen. Erklärt leider nichts dazu, aber man ist schnell durch)
Ready, Set, Love – Thai-Drama (Spannende Grundgeschichte und kann die Spannung durchgängig halten, zumal interessante Charaktere aufgebaut wurden)
Doctor Who (2024) – Staffel 1 (Der „Neustart“ funktioniert wunderbar und bringt die Serie auf das frühere Niveau zurück. Habe die Staffel wieder sehr gern gesehen)
The Avengers – Earth Mightiest Heroes – Staffel 1 (Nach Jahren endlich mal die Staffel beendet. Kann die Einführung der Charaktere am Anfang nicht durchgängig halten und schafft es nicht die spannenden Geschichte zu halten)
Gabriel Drop Out – Staffel 1 (Nette Grundidee, schafft es leider nicht die Geschichte interessant zu halten, aber nett für zwischendurch)
Bridgerton – Staffel 3 (Die große Enthüllung steht bevor, worauf sich die Serie auch etwas zu sehr konzentriert und mir daher die Gefühle nicht richtig vermitteln konnte)
Erneut gelesen habe ich Spiritus Daemonis Folge 2 Teil 1 (Vorbereitung für Teil 2 war wieder sehr witzig und abgedreht)
Wie das Leuchten von Bernstein: Marie ist glücklich mit ihrem Verlobten und ihren Blumenladen in München. Doch als beides zerbricht, bleibt ihr nichts anderes übrig als zu ihrer Oma nach Hiddensee zu fliehen. Der Ort, von dem sie damals ebenfalls geflohen ist und nie zurückkehren wollte. – Netter Sommerroman für zwischendurch, der ein bisschen zu stark das Drama künstlich aufbaut, aber durch die Charaktere funktioniert.
Divine Rivals: Nachdem Iris Bruder Forest an die Front in einem göttlichen Krieg gezogen ist, nimmt sie die Stelle bei einer Zeitung an, um sich als Kollumnistin zu beweisen. Doch ihr Konkurrent Roman hackt gern auf ihrem Aussehen herum. Zu Hause schreibt Iris auf ihrer Schreibmaschine Briefe, die aber nie ihren Bruder an der Front erreichen, sondern auf magische Weise bei Roman auftauchen. – Sehr starke Geschichte, die Gräuel des Krieges so realistisch und doch auf eine fantastische Ebene zu bringen weiß.
A man and his cat 2: Wir bekommen neue Einblicke aus dem Alltag des alten Mannes mit seinem neuen Kater. Wie er aufblüht, wie die Neuigkeit aus seiner Arbeit aufgenommen wird und wir bekommen auch Erinnerungen an früher. – Weiterhin super süßer Manga, der mir regelmäßig ein „Aaawwww“ entlockt hat.
Die Tagebücher der Apothekerin 8: Ein Freikauf auf dem Rokushokan steht bevor. Wir erfahren mehr über Maomaos Geschichte und ihren Vater und auch Jinshi kommt sie wieder näher. – Die Geschichte geht stark weiter und schafft es auch weiter Handlung zu haben.
Nordseesterne: Louisa wollte immer Köchin werden. Stattdessen arbeitet sie in der Firma ihrer Mutter und sieht sich einem Antrag des stellvertretenden Chefs gegenüber. Von ihrer Mutter gedrängt, kommt sie nicht einmal dazu, den Antrag abzulehnen, doch ein Gehirntumor ihrer Mutter veranlasst die beiden zu einer Auszeit in Greetsiel. Die Heimat ihrer Mutter birgt einige Überraschungen. Und dann ist da Holger, der Koch, dem Louisa aushilft, und ihr Herz höher schlagen lässt. – Leider sehr viel unangenehmes Drama, daher als leichte Strandlektüre eher ungeeignet.
Starlight Witch: Juna ist eine Sternenhexe, hat aber nur geringes magisches Potential. Auf ihrer Heimatinsel hat sie daher ein Café eröffnet und ist in ihrem Alltag glücklich. Nur leider ist das alljährliche Hexentreffen wieder auf der Insel. Inklusive eines Wettkampfes der Jugend, zu der sie natürlich nicht eingeladen wurde. Bis sie irgendwie in den Wettkampf gezogen wird. Nun muss sie beweisen, was wirklich in ihr steckt. Denn ihr Leben könnte davon abhängen. – Tolle Geschichte mit ein paar kleineren Kritikpunkten, funktioniert wunderbar als Einzelband, hat tolle Charaktere und eine starke Protagonistin.
Stadt der träumenden Bücher – Graphic Novel Band 1-2: Der Lindwurm Hildegunst von Mythennetz bekommt von seinem Paten ein Manuskript, das durch und durch perfekt ist. Um mehr darüber herauszufinden, macht sich der Lindwurm auf in die Stadt der Bücher. Doch dort gerät er in ein Netz aus Lügen und Intrigen, die ihm das Leben kosten könnten. – Toll gezeichnet mit vielen guten Ideen, konnte mich aber final nicht überzeugen.
Herzklopfen im kleinen Bonbonladen am Meer: Marla träumt schon ihr ganzes Leben davon nach Sylt zu ziehen. Als sie kurz davor ist, sich ihren Traum zu erfüllen, taucht ich Freund Johann einfach ab. Kurzerhand versucht Marla das beste aus der Situation zu machen und besucht eine Freundin auf der Insel. Schon auf dem Autozug lernt sie den sympathischen Peer kennen, der sie ins Zuckerhüs einlädt, dem Bonbonladen seiner Großmutter. Dort verliebt sich Marla nicht nur in den kleinen Laden. Doch kann ein Neuanfang so einfach sein? – Ein paar zu viele Zufälle und das Sommergefühl kam nicht so richtig rüber, obwohl sich dafür sehr viel Mühe gegeben wurde.
My genderless Boyfriend 5: Im finalen Band der Reihe nimmt Meguru Abstand von den Unicorn Boys und stellt sich neuen Aufgaben. Auch Wako bekommt neue berufliche Chancen. Und auch ihre Beziehung wird auf das nächste Level gebracht. – Die Reihe ist eine absolute Herzensreihe und auch der finale Band kann mich wieder komplett überzeugen. Die Reihe ist herzlich, cosy und einfach zum verlieben.
Could it be love?: Bonnie hat für jeden ihrer Crushes eine eigene Playlist. Doch ihren aktuellen Crush Dee anzusprechen, traut sie sich nicht. Lieber erstellt sie eine weitere Playlist. Doch als sie im Plattenladen ihres Vertrauens eine alte Playlist hört, wird sie in eine alternative Realität geschleudert und steht auf einmal ihrem ersten Crush gegenüber. Und bei dem einen Mal soll es nicht bleiben. Und Bonnie lernt, was hätte sein können, wenn sie mutig gewesen wäre. – Ich mochte die Idee und die Geschichte sehr, aber irgendwie fehlte der Funken, der mich ans Buch fesselte. Ich kann aber nicht sagen, woran es lag.
Die Prinzessin von Atlantis: Zwei Jahre sind seit den Ereignissen des ersten Bandes vergangen. Ria und Percy gehen sich in Oceana, der letzten Festung der Nachfahren der Atlanter, noch immer getrennte Wege. Doch als Intrigen in die Tat umgesetzt werden und so ihrer aller Leben in Gefahr ist, müssen sie erneut eine Seite wählen. Aber wird es die Richtige sein? – Gelungener zweiter Band, der die Geschichte gut fortführt und neue Baustellen aufmacht. Bin sehr gespannt auf das große Finale.
Spiritus Daemonis – Folge 2 Teil 2: Die Spukbusters versuchen noch immer das Rätsel um den wiederaufgestandenen Patienten zu lösen. Dabei bekommt Vince im Jenseits nochmal neue Informationen, die sie auf eine heiße Spur führen. – Spannende Weiterführung der Geschichte mit einem Schauplatzwechsel, der es einem nochmal schwieriger macht das Buch aus den Händen zu legen.
Drachenregen: Der Sohn des Drachengotts rettet einen gewöhnlichen Sterblichen vor dem Tod und stellt ihn als Diener ein. Aber wieso reagiert er so merkwürdig auf den Sterblichen? Und dann muss er sich auch noch den Gefühlsausbrüchen seines Vaters widmen, die die Macht haben große Zerstörung anzurichten. – Mein erster Boyslove Manga, der mich aber nicht abholen konnte. Die Gefühle kommen überhaupt nicht richtig rüber und zudem ist die Geschichte mehrfach problematisch. Schade.
Miss Moon höchst geheimer Club ungewöhnlicher Hexen: Mika Moon bekommt eine seltsame E-Mail und wird nach Nowhere House gerufen, wo sie feststellen muss, dass dort gleich drei ungelernte Junghexen Zuflucht gefunden haben. Nur, dass das komplett gegen die Regeln ist. Doch Mika nimmt sich der Aufgabe an und scheint zum ersten Mal ein Zuhause zu haben. Nur, dass Geheimnisse und der bevorstehende Besuch eines Anwalts das Glück schnell zerstören könnten. – Super cozy Geschichte mit super lieben Charakteren. Habe mich von Anfang bis Ende in die Geschichte verliebt, auch wenn es am Ende ein bisschen zu schnell ging.
Pixar war irgendwie nie das Studio, was meine Lieblingsfilme produzierte. Mit Toy Story, dem Steckenpferd, konnte ich nie etwas anfangen und nach ein paar ganz süßen Filmen, wie Findet Nemo, kamen auch nicht so die Filme, die mich unbedingt interessierten oder begeistern konnten. Bis 2015 Alles steht Kopf heraus kam. Der Film konnte mich nachhältig begeistern und hat einen ewigen Platz in meinem Herzen bekommen. Umso aufgeregter war ich, dass nun nach fast 10 Jahren doch noch ein zweiter Teil herauskam. Gleichzeitig war die Angst groß. Was, wenn er mit meinen Erwartungen nicht mehr mithalten konnte? Ob diese Befürchtung berechtigt ist oder nicht, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.
Die Handlung
Riley ist inzwischen 13 Jahre alt und plant mit ihren Freundinnen an einem Eishockey-Camp teilzunehmen. Doch dort eröffnen ihre Freundinnen ihr, dass sie im nächsten Jahr nicht auf die gleiche Highschool gehen werden. Gleichzeitig herrscht in Rileys Kopf helle Aufregung, denn nicht nur wurde die Kontrollkonsole der Emotionen angepasst, es ziehen auch vier neue Emotionen ein. Und gerade Zweifel versucht das beste aus Rileys Situation rauszuholen, sieht in Freude aber eine Bedrohung. Kann das gut gehen?
Meine Meinung
Während wir im ersten Teil die Emotionen Freude, Ekel, Wut, Angst und Kummer kennenlernten und die Probleme nach einem Umzug in eine neue Stadt durchlebten, steht nun die Pubertät vor der Tür. Riley durfte also auch in der Zeit zwischen den Filmen wachsen und sich weiter entwickeln. Und wie es so in der Pubertät üblich ist, treten die Emotionen wesentlich stärker auf, die Stimmungsschwankungen sind größer und ganz neue Probleme treten auf. Dies wird im Film verdeutlicht durch das Auftauchen von vier neuen Emotionen. Während Peinlich, Neid und Ennui (französisch für Langweile und wird als Emotionen mit der typischen Kein Bock Einstellung von Pubertierenden gleichgesetzt) vergleichsweise kleine Auftritte haben, ist es vor allem Zweifel, die hier voll in ihrem Element ist. Und auch, wenn sie zwischendurch beinahe als Antagonistin genutzt wird, ist der Beweggrund die Geschichte so zu erzählen, durchaus nachvollziehbar. Denn Entscheidungen, die man früher ganz anders getroffen hätte, bekommen nun auf einmal eine ganz neue Wichtigkeit. Das Bedürfnis dazuzugehören und die Angst vor der Zukunft (die hier auch Zweifel zugesprochen wird) sind vermutlich jedem noch gut bekannt. So werden die Themen der Pubertät gut angesprochen und die Entwicklung zur Akzeptanz der eigenen Zweifel wird gut aufgezeigt. Manko an der Geschichte ist allerdings, dass dieser komplette Pubertätsentwicklungsschritt an einem einzigen Wochenende erzählt wird. Dass das natürlich länger Zeit braucht und teilweise auch im Erwachsenenalter noch nicht geschafft ist, kommt leider etwas zu kurz. Aber so ist das nun mit einem Film, der eine begrenzte Länge hat. Auch wird hier vieles aus dem ersten Film wieder verwertet, so dass das Entdecken des Kopfes und wie sich alles vorgestellt wird, etwas kürzer kommt. Zeitgleich ist es natürlich auch verständlich, weil es nicht logisch wäre, hier alles abzuändern, und die ein oder andere Neuerung wurde auch versucht einzuführen, wie beispielsweise das Ich-Gefühl. Dennoch fehlt ein bisschen das Neu-Gefühl und insgesamt kann der Film durch weniger Innovativität punkten. Das ist aber auch einfach das Schicksal einer Fortsetzung. Dennoch hat der Film wieder seine deutlichen Stärken und beweist wieder einmal das Feingefühl, sowohl Jung als auch Alt abzuholen und einen Film zu schaffen, den man auch gut mit Kindern schauen kann, um einige Dinge zu erklären und besprechen zu können. Gerade in Vorbereitung auf die Pubertät ist der Film gut geeignet, schafft es aber auch darüber hinaus zu unterhalten. Mit ein paar weniger zitierfähigen Onelinern, dafür aber nochmal mehr Tiefgang als der erste Film, schafft er es seine positive Grundhaltung aufrecht zu halten und zeigt wieder einmal, was Animationsfilme noch alles können. Der Kinobesuch lohnt sich dafür auf jeden Fall!
Das Fazit
Alles steht Kopf 2 bleibt zwar im Schatten seines herausragenden ersten Teils zurück, schafft es aber wieder, mit kleineren Abstrichen, eine tolle Geschichte zu erzählen, mit ordentlich Tiefgang und doch kindergerecht zum verstehen. Ein Spaß für Jung und Alt. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.
Alles steht Kopf 2 läuft seit dem 13.06.2024 in den deutschen Kinos
2015 konnte George Miller mit Fury Road beweisen, wie gute Action geht. Trotz geringer Handlung war man an die Filmleinwand gefesselt und kam aus dem Staunen kaum heraus. Nun beinahe 10 Jahre später darauf ein Spin-off zu gestalten, ist irgendwie schon ein Zeichen dafür, dass es Hollywood weiterhin an neuen Ideen fehlt. Warum auch der Film nicht wirklich überzeugt, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.
Die Handlung
Inmitten einer größtenteils unbewohnbaren Welt wächst Furiosa im grünen Tal auf, eine grüne Oase im Outback. Von dort wird sie entführt und Dementus, dem Anführer einer Motorradgang, gebracht, der sie adoptiert, um den Weg zum grünen Tal zu erfahren. Doch selbst die Folter ihrer Mutter, die ihr folgte, bringt Furiosa nicht zum reden. Also versucht Dementus stattdessen die Zitadelle von Immortan Joe einzunehmen.
Meine Meinung
Furiosa trägt den Beinamen A Mad Max Story, da namensgebender Herr nicht auftaucht. Furiosa – ein Drama in fünf Akten wäre aber genauso passend – oder gar passender – gewesen. Denn der Film ist tatsächlich in fünf Akte unterteilt, wie wir direkt am Anfang erfahren. Inklusive Schwarzblende und Kapitelüberschrift. Diese fünf Sinnabschnitte der Geschichte sind zwar irgendwie zusammenhängend, zeigen aber auch, dass in der Geschichte immer wieder größere Zeitsprünge dabei sind. Denn von Furiosas Kindheit bis zum Beginn von Fury Road ist so ziemlich alles dabei. Die einzelnen Abschnitte lassen sich dennoch zu einer großen Geschichte zusammenfügen. Dabei haben sie alle das gleiche Problem: Sie sind viel zu lang. Hatte Fury Road eine Lauflänge von 120 Minuten, bringt es die Vorgeschichte nun auf stattliche 148 Minuten. Macht durchschnittlich ca. 30 Minuten pro Abschnitt. Diese haben aber selten genug Handlung dafür bzw. wiederholen sich auch gern in ihrem gezeigten immer wieder. So haben wir nicht eine atemraubende Verfolgungsjagd, die in allen Facetten gezeigt wird und in ihrer Brachialität die Zuschauenden vom Hocker zu hauen weiß, sondern immer wieder einzelne Verfolgungsjagden, die aber nie an den Vorgänger heran zu kommen weiß. Dabei will er natürlich auch kein zweites Fury Road sein. Die Actionszenen sind zwar weiterhin auf hohem Niveau, aber die Verfolgungsjagden scheinen sich einfach nur zu doppeln und holen einen einfach nicht mehr ab. Egal, wie viel Zerstörung angerichtet wird und wie gut die Stunts aussehen. Man hat sie gesehen und dabei bleibt es. Hier hätte es vermutlich wirklich geholfen, wären die Abschnitte zusammengekürzt worden. Auch der Soundtrack kann nicht so richtig für Spannung sorgen. Nur, wenn das Theme aus Fury Road wieder eingespielt wurde, hatte ich einmal mehr das Gefühl voll in der Szene drin zu sein. Darüber hinaus hatte der Soundtrack keinerlei Wiedererkennungswert. War ich nach dem Trailer von der Besetzung von Anya Taylor-Joy und Chris Hemsworth nicht wirklich überzeugt, so kann der Film doch zeigen, dass die beiden defintitiv nicht das Problem sind. Während Hemsworth seine Rolle geradezu lebt, zeigt Taylor-Joy endlich mal wieder, warum sie als Schauspielerin so groß gefeiert wird. Denn gerade in ihren letzten Filmen hatte ich das Gefühl, dass sie ihren halb arrogant-herablassenden Gesichtsausdruck zu sehr perfektioniert hatte, um ihn wieder ablegen zu können. Sei es in Das Damengambit, Last Night in Soho, New Mutants oder zuletzt The Menu überall war dieser typische Gesichtsausdruck omnipräsent. Doch diesen vermochte sie durchaus abzulegen und konnte ihre Furiosa gut umsetzen und die Emotionen gut rüberbringen, auch wenn vieles gewollt hinter einer unbeeindruckten Fassade blieb. So hatte Furiosa eine interessante Protagonistin, deren Geschichte durchaus Potential hatte, gute Schauspieler und ein gutes Setting. Abe durch die Länge und die Wiederholungen bei der Action, konnte er mich nicht final abholen.
Das Fazit
Furiosa bietet eine interessante Vorgeschichte der namensgebende Protagonistin, schafft es aber nicht sich über die Länge zu halten, da alle fünf Akte zu lang geraten sind. Selbst ein tolles Setting und gute engagierte Darstellende konnten die Langatmigkeit nicht aufhhalten. Dafür gibt es 06 von 10 möglichen Punkten.
Furiosa – A Mad Max Story läuft seit dem 23.05.2024 in den deutschen Kinos
Ryan Reynolds hat sich in letzter Zeit einen gewissen Ruf für Komödien erworben, beispielsweise mit Free Guy oder seiner ikonischsten Rolle Deadpool. So warb auch IF wieder mit witzigen Szenen und einem gewissen Humor. Trotzdem hat mich das Thema genug gereizt, um ins Kino zu gehen. Warum ich einen gänzlich unerwarteten Film, aber dennoch einen herzerwärmenden, bekam, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.
Die Handlung
Bea ist 12 Jahre und hat bereits ihre Mutter an den Krebs verloren. Nun ist ihr Vater für einen Eingriff im Krankenhaus, weswegen sie seit Jahren wieder bei ihrer Großmutter einzieht. Dabei begegnet sie zwei merkwürdigen Wesen aus dem Dachgeschoss und einem Mann namens Calvin, der diese zu betreuen scheint. Es stellt sich heraus, dass es sich dabei um IFs, also ehemalige imaginäre Freunde handelt, deren Kinder inzwischen erwachsen sind. Bea nimmt sich der Aufgabe an, ihnen neue Kinder zu suchen und taucht dabei ein eine faszinierende Welt ein.
Meine Meinung
Zu Beginn war ich ja ein wenig skeptisch, was IF sein will. Witzige Kindergeschichte? Trauriges Drama? Ein typischer Film mit Ryan Reynolds, der zumindest in letzter Zeit ein Faible für ähnliche Rollen seit seinem Erfolg mit Deadpool. Sei es Free Guy, Killer’s Bodyguard (inkl. des desaströsen zweiten Teils) oder auch sein Meisterdetektiv Pikachu. Schon der Trailer schwankte irgendwie zwischen süßer Kindergeschichte und doch wieder dem bekannten Humor aus zuvor genannten Filmen – wenn auch weiterhin kindertauglich. Zeitgleich haben wir John Krasinski als Regisseur, der zuvor mit seinen A Quiet Place Filmen zwar überzeugen konnte, sich dort jedoch im Horrorgenre aufhielt. Nun auf einmal ein Kinderfilm. Konnte das funktionieren? IF ist davon alles und zeitgleich nichts. Aber fangen wir doch am Anfang an. Denn hier dachte ich kurz augenrollend, dass Disney ihre traurige Vorgeschichte zurück haben will. Aber nein, schon hier beweist der Film sein Feingespür dafür komplexe Geschichten mit wenigen Bildern lebendig werden zu lassen. Wir erkennen die tiefe Verbundenheit der Familie, die zwar von der Krebserkrankung der Mutter geprägt ist, sich aber dennoch an den schönen Seiten des Lebens fest hält. Hier wurde nicht mit aller Macht auf die Tränendrüse gedrückt, sondern die kamen ganz natürlich, weil wir den Schmerz trotz der schönen Bilder fühlen konnten. Dann müssen wir die Situation erst einmal neu erfassen. Bea kommt zu ihrer Großmutter, hat sich aber deutlich von ihrer Kindheit distanziert. Man erkennt den Schmerz über den Tod ihrer Mutter hinter der Fassade. Ihr Vater ist nun auch im Krankenhaus. Hier dauerte es ein wenig, um zu erkennen, dass es sich bei ihm eigentlich nur um einen kleinen Eingriff handelt, denn Beas Angst ist greifbar, nun auch ihr verbliebendes Elternteil zu verlieren. Ab hier beginnt auch die Geschichte mit den IFs. Relativ spät, da wir vorher viel Exposition hatten, was aber für die Charakterentwicklung durchaus angebracht war. Auch die Welt und die verschiedenen IFs lernen wir nach und nach kennen und hier kommen beim Schmunzeln defintiv nicht nur Kinder auf ihre Kosten. Die Welt wird schrittweise vorgestellt und wird immer faszinierender. Hier zeigt sich einmal mehr die faszinierende Fantasy eines Kindes, die mit wundervollen Bildern gezeigt wird. Hiervon hätte es gerne mehr geben dürfen, aber die Geschichte hat andere Pläne. Grundsätzlich ist der Trailer einfach schlecht geschnitten, da er tatsächlich die wenigen rein lustigen Szenen zeigt und so ein ganz falsches Gefühl des Films vermittelt. Denn er hat zwar seine witzigen Parts, aber geht doch viel tiefer. IF ist wie eine Umarmung an unsere Kindheit und zeigt, wie schön es ist, ein Kind zu sein, und wie gut uns unser inneres Kind auch beim Erwachsen sein helfen kann. Der Film geht tief unter die Haut und hinterlässt trotz teilweise trauriger Szenen und einer gut dosierten Portion Drama ein gutes Gefühl und füllt das Herz mit ganz viel Glücksgefühlen an. Sowohl optisch als auch schauspielerisch kann IF eindeutig überzeugen. Er vermittelt nicht nur eine schöne Geschichte, sondern transportiert auch tolle Botschaften und holt damit Kinder wie Erwachsene gleichermaßen ab. Also wieder ein perfektes Beispiel, wie er schlecht vermarktet wurde und so viel mehr in sich birgt. Also lasst euch nicht abschrecken und gebt dem Film eine Chance.
Das Fazit
IF vereint eine traurige Grundstory mit jeder Menge Hoffnung und fühlt sich wie eine große Umarmung an. Eine tolle Optik und fantastische Szenen wechseln sich mit einer schönen Botschaft ab und hinterlässt eine Menge Glücksgefühle. Dafür gibt es 09 von 10 möglichen Punkten.
IF läuft seit dem 16.05.2024 in den deutschen Kinos
Die Periode Dezember-Mai ist vorbei und damit wird es Zeit für meinen Halbjahresrückblick. Wie jedes Jahr geht es hier eher um ein kurzes Zwischenfazit als um ausführliche Besprechungen, gespickt mit Top 10 Listen. Dann starten wir auch direkt ohne weiteres Vorgeplänkel.
I. Filme auf großer Leinwand gesehen
15 Filme habe ich im ersten Halbjahr im Kino gesehen (-1 im Vergleich zum Vorjahr). Davon war einer ein Anime Special und einer ein Konzertfilm. Wie schon im letzten Jahr lag es weniger an meiner Unlust auf das Kino und mehr an der mangelnden Auswahl. Die wenigsten Filme auf meiner Liste habe ich verpasst. Daher auch diesmal eine verrringerte Liste (statt einer Top 10) – ohne Ranking:
Wonka
Girl you know it’s true
All of us strangers
Dune 2
The Zone of Interest
Back to Black
IF
Agust D – Day-Day Konzert
II. Filme – auf großem Fernseher gesehen
25 Filme liefen im ersten Halbjahr bei mir im Heimkino (+3 im Vergleich zum Vorjahr). Davon sind 3 Wiederholungstäter, 4 Konzertfilme, 4 Reportagen und 1 Netflix Original. Von meiner 12 für 2024 Liste sind 8 Filme gesehen. Meine Highlights auch hier in reduzierter Form – ohne Ranking:
Leo
The Whale
Rendevous mit Joe Black
Der Junge im gestreiften Pyjama
Die Mumie
BTS: Yet to come
BTS. Happy ever after
MX Friends
MX University
III. Serien – ein kurzer Überblick
42 verschiedene Serien mit 77 Staffeln (+11 Serien/+36 Staffeln im Vergleich zum Vorjahr) habe ich im ersten Halbjahr gesehen. Meine Highlights – ohne Ranking:
Goblin – K-Drama
Buddy Daddies – Staffel 1
CEO-dol Mart – K-Drama
King the Land – K-Drama
Hazbin Hotel – Staffel 1
Death in Paradise – Staffel 1-12
Queer Eye – Staffel 8
MaiThinkX – Staffel 1-6
Spy x Family – Staffel 2.1
A Sign of Affection – Staffel 1
IV. Bücher – das beste aus den Lesemonaten
71 Bücher sind gelesen (-15 im Vergleich zum Vorjahr). Davon sind 11 von meiner 12 für 2024 Liste gelesen. Meine Highlights – ohne Ranking:
Chasing Melodies
Check & Mate
Tough Choices
Boris
Love Game
Bride
More than roommates
Die Nacht der Königinnen
Wie Wellen im Sturm
Eine Leiche zum Tee 2 – Mord in der Bibliothek
Wie sah euer erstes Halbjahr aus? Welcher Film/Buch/Serie fehlt definitiv in meiner Liste?
Wer hat denn den ganzen Regen bestellt? Nachdem der Mai sehr sonnig anfing, kamen dann sehr viele Wassermassen – wobei ich in Brandenburg noch sehr verschont geblieben bin. Grüße gehen raus an meine Freund*innen im Saarland. Und diesmal kann ich sogar mit einigen gesehenen Filmen aufwarten, womit auch meine übliche Floskel dazu entfällt. Alle weitere Detail nur jetzt, nur hier, im medialen Rückblick auf den Mai:
Filme – auf großer Leinwand gesehen
The Fall Guy: Colt Seavers arbeitet als Stuntman. Doch nach einem Unfall zieht er sich komplett aus der Filmbranche zurück. Doch als er den Anruf bekommt, dass ausgerechnet Jody Moreno, früher Kamerafrau inzwischen Regisseurin eines Film und ganz nebenbei Colts Ex, ihn als Stuntman angefragt hat, sagt er zu und reist ans Set. Nur leider wusste Jody davon nichts und ist nicht gerade begeistert. Nebenbei ist der Hauptdarsteller des Films verschwunden und Colt bekommt von dessen Agentin den Auftrag ihn dezent zu suchen. Dabei gerät er in ein Netz aus Intrigen. – Spannungsgeladene Komödie, deren Witze bei mir leider kaum ziehen konnten. Auch wurde ich nicht in die Atmosphäre eingesogen, weswegen er bei mir weniger gut funktioniert hat.
IF: Imaginäre Freunde: Bea ist 12 Jahre und hat bereits ihre Mutter an den Krebs verloren. Nun ist ihr Vater für einen Eingriff im Krankenhaus, weswegen sie seit Jahren wieder bei ihrer Großmutter einzieht. Dabei begegnet sie zwei merkwürdigen Wesen aus dem Dachgeschoss und einem Mann namens Calvin, der diese zu betreuen scheint. Es stellt sich heraus, dass es sich dabei um IFs, also ehemalige imaginäre Freunde handelt, deren Kinder inzwischen erwachsen sind. Bea nimmt sich der Aufgabe an, ihnen neue Kinder zu suchen und taucht dabei ein eine faszinierende Welt ein. – Ein berührendes Drama voller phantastischer Elemente, dass im Trailer etwas irreführend als Komödie präsentiert wurde. Zauberhafte Elemente zum wegträumen, treffen auf mitfühlendes Drama rund um die Verlustangst bei Elternteilen.
Furiosa: Inmitten einer größtenteils unbewohnbaren Welt wächst Furiosa im grünen Tal auf, eine grüne Oase im Outback. Von dort wird sie entführt und Dementus, dem Anführer einer Motorradgang, gebracht, der sie adoptiert, um den Weg zum grünen Tal zu erfahren. Doch selbst die Folter ihrer Mutter, die ihr folgte, bringt Furiosa nicht zum reden. Also versucht Dementus stattdessen die Zitadelle von Immortan Joe einzunehmen. – Episodenartig erzählt, funktioniert nicht über die Länge des Films. Hat spannende Elemente und spannende Plotpunkte, kann diese aber nicht über die gesamte Länge halten.
Filme – auf großem Fernseher gesehen
Creed: Adonis Johnson ist der uneheliche Sohn von Apollo Creed und versucht in dessen Fußstapfen zu treten. Als er an der Westküste auf Widerstand stößt, reist er nach Philadelphia und bittet Rocky Balboa um Hilfe. Dieser will zunächst ablehnen, trainiert ihn dann aber doch. Während „Donnie“ versucht aus eigener Kraft Erfolg zu haben, verfolgt ihn dennoch der Ruf seines Vates. – Für das Erbe des Rocky-Franchises vermutlich gut, aber ich komm einfach nicht an die Boxerfilme heran, weil ich den Sport einfach nicht verstehe.
Die Mumie: 1290 v. Chr. wurde der Hohepriester Imhotep nach einer Affäre mit der Mätresse des Pharaos lebendig vergraben und gut versteckt. Sein Grabmahl wird stark bewacht. Dennoch gelangt der Amerikaner Rick O’Connell 1923 auf der Flucht genau dorthin. Ein paar Jahre später wollen der Archäologe Jonathan Carnahan und seine Schwester Evelyn die verschollene Stadt Hamunaptra suchen und engagieren dafür Rick. Doch sie ahnen nicht, was sie dabei sind zu erwecken. – Witzige Komödie, die man das Alter irgendwo ansieht, dafür jedoch erstaunlich gute Effekte aufweist.
Heathers – das Musical: An der Westerburg High dominiert die Mädchen-Clique Heathers, drei Mädchen mit dem gleichen Vornamen. Die introvertierte Veronica schafft es von diesen aufgenommen zu werden, fällt jedoch schon bald in Ungnade. Zusammen mit dem Draufgänger J. D. will sie der roten Heather nur einen Streich spielen und stürzt daraufhin die Kleinstadt ins Chaos. – Funktioniert etwas besser als der Film, aber mir sind die Lieder leider kaum im Ohr geblieben, weswegen es wohl auch bei dem einmaligem Sehen bleiben wird.
Der Junge im gestreiften Pyjama: Der achtjährige Bruno zieht mit seiner Familie von Berlin aufs Land, denn sein Vater ein SS-Offizier wurde als Kommandant eines Arbeitslagers abkommandiert. Von seinem Fenster aus sieht er etwas, was er für einen Bauernhof hält, nur dass alle Arbeitenden gestreifte Pyjamas tragen. Da keiner in seiner Umgebung ihm genau erklärt, was es mit dem KZ auf sich hat, freundet er sich mit Schmuel an, den er am Zaun des Lagers kennenlernt. – Gut gespielte Geschichte, die einen mitnimmt und nochmal einen Blick auf die damalige Zeit wirft.
Flüstern des Meeres: Taku Morisaki und Yutaka Matsuno sind beste Freunde. Als die neue Schülerin Rikako Muto in die Klasse kommt, gibt es Spannungen zwischen den Freunden, da Yutaka sich schnell in sie verliebt. Stattdessen hängt Rikako sich an Taku, da sie versucht zurück zu ihrem Vater nach Tokio zu kommen. – Leider schwächerer Ghibli Film, dessen Geschichte sehr wirr und irgendwie ohne Aussage war.
Natürlich Blond: Elle Woods studiert Mode und lebt auch für diese. Als ihr Freund ihr nicht den erwarteten Antrag macht, sondern sie abserviert, um in Harvard Jura zu studieren, schreibt sie sich ebenfalls ein und wird trotz eines unkonventionellem Bewerbungsvideo genommen. Doch ihr Freund ist inzwischen verlobt und glaubt auch nicht, dass sie ihr Studium schaffen könnte. Sie beschließt es allen zu zeigen, auch wenn ihr Weg, manchmal merkwürdig ist. – Witzige Komödie, die einige gute Aussagen hat, stellenweise aber auch nicht gut gealtert ist. Zumal Elles einziger Antrieb ihr Ex-Freund ist, der sie nichtmal nett abserviert hat.
Natürlich Blond 2: Im zweiten Teil plant Elle Woods, inzwischen als Anwältin praktizierend, ihre Hochzeit. Dafür will sie auch die leibliche Mutter ihres Hundes einladen. Dieser ist jedoch eingesperrt für Tierversuche. Ihre einzige Chance ist es, ein Gesetz gegen Tierversuche auf den Weg zu bringen. Also beschließt Elle kurzerhand ihre Kontakte in Washington aufzusuchen und dort eben dies zu versuchen. Dabei rennt ihr allerdings die Zeit weg, denn ihre Hochzeit steht bereits kurz bevor. – Nochmal eine Runde abstruser als Teil 1, aber wenn man darüber hinwegsieht, durchaus eine nette Komödie für einen Regentag.
Filme – leider in diesem Monat verpasst
Keinen. Ganz knapp nicht auf die Liste geschafft hat es: Garfield
Serien – ein etwas ausführlicherer Überblick
Criminal Minds – Staffel 2-4 (Nach ein paar Umbesetzungen, nimmt das Team nochmal ordentlich Fahrt auf. Orientiert sich aber auch weiterhin stark am Fall der Woche. Ab und an sind schon ein paar problematische Aussagen über Geisteskrankheiten dabei, aber für die Hintergrundbeschallung durchaus angenehm)
Chainsaw Man – Staffel 1 (Ich hatte einige Einstiegsschwierigkeiten, die ich auch schon im Manga hatte. Wird aber im Laufe der Folgen nochmal deutlich stärker, sobald man die Charaktere mehr kennenlernt)
MaiThinkX – Staffel 6 (Weiterhin interessante Themen mit starker Umsetzung und Betrachtung von allen Seiten. Freue mich über weitere Staffeln)
My Demon – K-Drama (Es hätte ein starkes Drama sein können, steht sich aber selbst im Weg und zieht sich dabei einfach in die Länge. Das Hauptpaar kann die Handlung nicht tragen und wirklich gut ist sie nur, wenn die Nebencharaktere zu Wort kommen)
The Brothers Sun – Staffel 1 (Nach den vielen guten Stimmen hatte ich hier mehr Komödie erwartet. War dafür ganz schön steif und weiß nicht so richtig, ob es sich ernst nehmen will oder nicht. War nicht mein Fall)
LOL – Staffel 5 (Auch die nächste Staffel von Last One Laughing konnte mich wieder komplett begeistern. Die Gags waren gut und auch die Kandidat*innen geben wieder alles)
Attack on Titan 5: Eren steht vor Gericht und kommt zwar frei, aber unter die Aufsicht des Hauptgefreiten Levi aus dem Aufklärungstrupp. Auch die übrigen Rekrut*innen müssen sich entscheiden, welchem Trupp sie beiwohnen möchten. Schon kurz darauf startet die nächste Aufklärungsmission. – Weiterhin spannende Geschichte, die im Anime sehr manganah umgesetzt wurde.
Rosefield Academy of Arts 1 – The Secrets we keep: Hazel wurde erfolgreich an der Rosefield Academy of Arts angenommen. Doch neben dem vollen Stundenplan interessiert sie viel mehr der mysteriöse Todesfall ihrer Schwester vor ein paar Jahren, der nie aufgeklärt wurde. Daher kann sie sich keine Ablenkung leisten. Doch der attraktive Tristan macht ihr da einen Strich durch die Rechnung. – Leider kommt das Buch erst sehr spät auf den Punkt, was mich etwas gestört hat. Mal schauen, was der zweite Band kann.
Im Schatten des Fuchses: Yumeko ist eine Kitsune und lebt unentdeckt in einem Kloster. Doch eine alte Prophezeiung steht vor der Erfüllung. Um dies zu verhindern muss sie eine Schriftrolle in einen entlegenden Tempel bringen. Ihr zur Seite steht der Samurai Tatsumi, dem sie jedoch nicht die Wahrheit sagen kann. Auch der Samurai hütet ein Geheimnis. Können sie alle Gefahren überwinden? – Sehr spannende japanisch angehauchte Welt mit kleineren episodenartigen Stellen, was insgesamt gut funktionierte, aber ein bisschen zu lang ist, zumal es der Auftakt einer Trilogie ist.
Die Tagebücher der Apothekerin 7: Maomao ist zwar verletzt, kommt aber schnell wieder auf die Beine. Nun gilt es die Verantwortlichen des Anschlags ausfindig zu machen. Zeitgleich hilft sie einem Freund bei seinem Liebeskummer, was Jinshi gar nicht gern sieht. – Es geht spannend und witzig weiter und Maomao und Jinshi kommen sich nochmal näher.
Tee? Kaffee? Mord! 4 – Der Besuch des lächelnden Belgiers: In Earlsraven taucht ein schrulliger Belgier auf, der direkt aus der Feder von Agatha Christie zu kommen scheint. Zeitgleich wird die Leiche des Antiquitätenhändlers gefunden, den der Belgier eigentlich aufsuchen wollte. Und wieder ist es an Nathalie Ames und ihrer Köchin Louise den Mörder zu finden. – Am Anfang wusste ich nicht, was ich mit der Hercule Poirot Anspielung anfangen sollte, aber sie hat dann doch für einige erheiternde Situation gesorgt. Hatte wieder viel Spaß beim Rätseln.
Unfollow Me: Toni ist Bloggerin und hält sich seit einer traumatischen Stalkererfahrung eher bedeckt. Hikaru ist erfolgreicher Mangaka, der jedoch eine besondere Gabe hat. Seine Monster verlassen gern mal die Zeichnungen und suchen die Stadt heim. Als Toni bei einem der Ausbrüche angegriffen wird, beschließt sie Hikaru zu helfen. Doch beide behalten ihre Geheimnisse für sich. – Liza Grimms bisher stärkstes Buch voller richtig guter Illustrationen. Leider noch mit einigen Stopersteinen und es kommt durch die Geheimniskrämerei der beiden nicht so richtig auf den Punkt.
Belladaire Academy of Athletes 2 – Rivals: Lova und Luis waren eins das Traumpaar schlechthin. Doch vor drei Jahren änderte sich alles. Seitdem halten sie es kaum in einem Raum auf, ohne aufeinander loszugehen. Als sie beide in die engere Auswahl für das Elite-Team im Tennis kommen und sie zwangsläufig viel Zeit miteinander verbringen müssen, kommt das einem Pulverfass gleich. Ihre Freund*innen warten nur auf die große Explosion. – Schwächer als der erste Band, zumal die Zickereien zwischen Lova und Luis irgendwann nur noch anstrengend waren.
My roommate is a cat 9: Subaru hat für Haru einen Kratzbaum gekauft, was diese dankbar angenommen hat. Nun bietet er einer Bekannten an, dass diese ihren Kater auch mal an einen Kratzbaum heranführen kann. Haru versucht natürlich wieder alles, um ihn zu unterstützen. – Cosy, witzig, für Katzenliebhabende. Funktioniert auch im neunten Band noch gut.
Eine Leiche zum Tee 2 – Mord in der Bibliothek: An Amys Schule ist Projektwoche, zu der auch ein paar hochrangige Ehemalige eingeladen sind. Unter anderem soll ein Stück der hochverehrten Krimiautorin Olivia Hartcastle aufgeführt werden, mit ihr in einer Nebenrolle. Nur, dass es bei den Proben zu einem Mord kommt und die Autorin nicht mehr nur die Leiche spielt. Amy, ihre neue Freundin Willow, und natürlich ihre Tante und ihr Krimiclub, sind den Tätern dicht auf den Fersen. Doch auf einmal haben sie es auch noch mit Geistern zu tun. – Ich liebe die Geschichten rund um Amy und ihre Tante, sie sind so wunderbarer cosy crime, genau nach meinem Geschmack. Leider gibt es bisher keinen weiteren Band.
Night of the living cat 1: Durch eine Mutation wird die Welt auf einmal von Katzen bevölkert. Denn wer eine der infizierten Flauschetiger anfasst, wird selbst zur Katze. Auch die Mitarbeitenden eines Katzencafés sind auf der Flucht. Doch diese ist voller Entbehrungen und Gefahren. – War ein Manga-Blinddate und die Idee fand ich auch interessant. Leider hat mich die Geschichte an sich nicht so richtig mitgerissen, weswegen ich sie wohl erstmal nicht weiter verfolgen werde.
A Spark in Time 1 – Rendevous auf der Titanic: Lilly deGray und ihr Vater sind nicht nur Antiquitätenhändler, sondern können auch in der Zeit reisen, wodurch sie auch verloren geglaubte Stücke wiederfinden können. Doch durch Geldsorgen muss Lilly zu ihrem nächsten Auftrag alleine aufbrechen, der sie auf die Titanic führt. Dort trifft sie auf Ray, einem Passagier, der bei ihr sofort Gefühle auslöst. Was sie nicht weiß, ist, dass Ray eigentlich Damien ist, ebenfalls ein Zeitreisender. Und sein Ziel ist Lilly. – Es hätte genau mein Buch werden können! Leider schürt der Klappentext falsche Erwartungen und wir haben doch die übliche Gut/Böse Geschichte, die gerade am Anfang und am Ende eher ermüdet, als Spannung schürt. Aber die Recherche war auf den Punkt (außer einen Fehler, den ich nach einer Titanicdoku schon finden konnte).
Lost & Fallen – Engelgedöns: Talia lebt zusammen mit ihrem Onkel Gabriel auf einer beschaulichen Farm. Als dieser von einer Geschäftsreise nicht zurückkehrt, ist sie besorgt. Als kurz darauf die Höllenfürstin Lillith vor der Tür steht, kann sie nur knapp dem Tod entkommen. Sam ist ein ergebener Halbdämon Lilliths. Bis er Talia trifft und sie aus irgendeinem Grund verschont. Beide auf der Suche nach Antworten, treffen sich unter ungünstigen Umständen wieder. Doch irgendwie müssen sie sich dem Engelgedöns stellen. – Kleine Anfangsschwierigkeiten, doch dann ein spannendes Abenteuer. Mir war das ganze leider zu heftig und zu blutig, aber für Fans des Genres vermutlich genau passend. Ich musste nebenbei immer noch zu einem cosy Strandroman greifen.
More than a doll 5: Marin führt Gojo in ein Mangacafé, wo sie neue Cosplay-Ideen entwickeln. Begeistert von dem Sukkubus-Mädchen Liz mieten sie eine Räumlichkeit für das Fotoshooting. Dabei kommen sie sich noch einmal näher. – Herzallerliebst die beiden, wieder eine schöne Geschichte für zwischendurch.
Sie haben den gefährlichsten Job am Set und kriegen doch kaum die Credits, die sie verdienen. Lebensgefährliche Unfälle kostet sie meist nicht nur den Job, sondern lässt sie auch mit Behinderungen oder gar dem Tod zurück. Dies ist meist nichtmal einen Kommentar in der Newsspalte wert. Die Rede ist von Stuntleuten. Um ihnen endlich mehr Aufmerksamkeit zu schenken, hat sich Regisseur David Leitch der filmischen Umsetzung von Ein Colt für alle Fälle angenommen. Wie das funktioniert, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.
Die Handlung
Colt Seavers (Ryan Gosling) arbeitet als Stuntman. Doch nach einem Unfall zieht er sich komplett aus der Filmbranche zurück. Doch als er den Anruf bekommt, dass ausgerechnet Jody Moreno (Emily Blunt), früher Kamerafrau inzwischen Regisseurin eines Film und ganz nebenbei Colts Ex, ihn als Stuntman angefragt hat, sagt er zu und reist ans Set. Nur leider wusste Jody davon nichts und ist nicht gerade begeistert. Nebenbei ist der Hauptdarsteller des Films verschwunden und Colt bekommt von dessen Agentin den Auftrag ihn dezent zu suchen. Dabei gerät er in ein Netz aus Intrigen.
Meine Meinung
David Leitch habe ich schon seit Atomic Blonde, spätestens aber seit seinem grandiosen Bullet Train im vorletzten Jahr, auf dem Schirm. Als ehemaliger Stuntman kennt er die Branche und auch die Leiden dieser. Kaum Anerkennung für Manöver, in denen sie regelmäßig ihr Leben riskieren. Diese Kombination machte The Fall Guy für mich sehr interessant, auch wenn ich von Ryan Gosling als Hauptdarsteller wenig überzeugt bin. Der Film fängt auch sehr vielversprechend an. Wir erleben Colt voll in seinem Element, bekommen die angespannte Dynamik mit dem Protagonisten mit und erleben seinen Unfall. Dann Zeitsprung. 18 Monate später müssen wir uns erstmal wieder einfinden. Wir treffen am neuen Set alte und neue Gesichter und da war ich das erste Mal raus. Durch das typische Gewirr amn Set war ich ein paar mal verwirrt, was alles parallel passiert und kam vorallem bei der Szene zwischen Colt und Jody nicht mit, was genau geschehen ist. Denn ihre Vergangenheit wird erst später genauer beleuchtet. Das alles ist nicht weiter tragisch, aber ein Indikator für das, was folgt. Denn der Film erzählt so viel gleichzeitig, dass er leicht unübersichtlich wirkt, wenn er sich nicht gerade auf seine Actionszenen konzentriert, die er mit einer Brachialität inszeniert und das Publikum minutenlang in Atem zu halten weiß. Leider konzentriert er sich ab einem gewissen Punkt nur noch darauf und übersieht dabei so manches Logikloch. Ganz nebenbei versucht er sich auch noch seinen Status als Komödie aufrecht zuhalten. Dabei ist es gerade Emily Blunt, die hier großartige kleine Macken einbringt, die gut funktionieren. Die groß angelegten Gags dagegen fallen entweder sehr brutal aus, was meinem Humor nicht entspricht, oder ziehen nur bedingt. Wirklich gelacht habe ich kaum während des Films. So ist The Fall Guy keineswegs ein schlechter Film. Aber er hat eine ganz eigene Dynamik. Wenn man in diese reingezogen wird und mitten im Film ist, dann hat man vermutlich großen Spaß mit dem Film und geht gut unterhalten raus. Ich bin leider in diesen Sog nicht reingekommen, so sehr ich es auch wollte und hatte daher diesen Unterhaltungsfaktor nicht. Zumindest eins hat der Film geschafft: Er hat seine Botschaft zum Thema Stuntleute rübergebracht. An der einen oder anderen Stelle hätte er da für mich auch nochmal deutlicher werden können, aber an sich wurden die gängigsten Probleme angesprochen.
Das Fazit
The Fall Guy versteckt das Loblied auf die Stuntleute hinter einer etwas zu verwirrender Geschichte mit ein wenig zu ausschweifender Action und schafft es gerade im Komödienbereich nicht vollständig zu überzeugen. Dennoch ist er auf jeden Fall einen Blick wert und wer von Anfang an von der Dynamik mitgerissen wird, hat hier auf jeden Fall eine gute Zeit. Dafür gibt es 06 von 10 möglichen Punkten.
The Fall Guy läuft seit dem 30.04.2024 in den deutschen Kinos
Herzlich Willkommen zur ersten Ausgabe der filmischen Handvoll in diesem Jahr. Trotz eines insgesamt eher filmschwachen Jahr, sind doch wieder ein paar zusammengekommen, über die ich mit euch reden will. Diesmal mit: einer sprechenden Eidechse, einem Wal auf dem trockenen, einem mordenden Prinzen, einem toten potentiellen Schwiegersohn und einem entführten Captain.
Leo
Die Handlung: Leo ist eine Echse und lebt zusammen mit Squirtle, einer Schildkröte, in einem Terrarium in einer fünften Klasse. Als beim alljährlichen Elternabend über das Alter von Echsen diskutiert wird, findet Leo heraus, dass er wahrscheinlich nur noch ein Jahr zu Leben hat. Gleichzeitig beschließt die Vertretungslehrerin, dass die Kinder abwechselnd eines der Tiere übers Wochenende mit nach Hause nehmen müssen. Leo sieht darin seine Chance zu fliehen und noch ein Abenteuer in seinem letzten Jahr zu erleben. Doch es soll anders kommen.
Meine Meinung: Als der Film groß auf Netflix beworben wurde, war ich skeptisch, zumal Adam Sandler im Original eine Rolle übernommen hat. Aber an einem kalten düsteren Dezemberabend (ja so lange ist es schon wieder her, dass ich ihn gesehen habe), schien der Zeitpunkt gekommen und ich habe mich direkt in diesen Film verliebt. Er bedient zwar einige Klischees, aber dabei ist er so herergreifend und niedlich und einfach ehrlich. Was als Komödie beginnt, entwickelt immer mehr Tiefe und zeigt, wie sehr die Kinder verstanden werden und wie sie gemeinsam ihre Probleme lösen können. Wie man zusammen halten kann, wenn einem selbst die Eltern nicht verstehen (oder verstehen wollen). Dabei werden so viele coole Ideen eingebaut, wie die Drohne von den absoluten Helikoptereltern, die Gefühle entwickelt. Ich hatte noch nie so viel Mitgefühl für eine Drohne! Natürlich bietet der Film auch eine Menge Aussagen, aber das entwickelt sich ganz natürlich in der Geschichte und nicht mit erhobenem Finger. Ein schöner Film für die ganze Familie.
The Whale
Die Handlung: Charlie hat sich nach einem Verlust sich vollständig zurückgezogen. Durch seine morbide Adipositas traut er sich nicht einmal bei seinem Online-Kurs, den er gibt, die Webcam einzuschalten. Seine Freundin Liz, die Krankenpflegerin ist, drängt ihn ins Krankenhaus zu fahren, da sie befürchtet, dass sein Herz aufgibt. Doch Charlie versucht sich mit seiner entfremdeten Tochter zu versöhnen, die jedoch wenig Verständnis zeigt.
Meine Meinung: Habt ihr eure Taschentücher bereit? Denn die werdet ihr für diesen Film auf jeden Fall brauchen! Gleichzeitig ist der Film definitiv nichts für schwache Nerven und geht einen ordentlich an die Nieren. Aber fangen wir am Anfang an. Wir lernen Charlie kennen und wie er sich vor seinem Onlinekurs nicht zeigen möchte, aber zeitgleich viele Einblicke in die Literatur hat und dort mit Wissen glänzt. Nach und nach erfahren wir in diesem Kammerspiel von seiner Geschichte, von seinem Verlust, wie seine Ehe scheiterte, die Entfremdung zur Tochter und nur Liz, die noch zu ihm hält. Wie er versucht wieder eine Beziehung zu seiner Tochter aufzubauen, die jedoch wohl eins der bösartigsten Miststücke der Filmgeschichte ist. Einen Jungen, der versucht zu missionieren und dabei immer wieder in Charlies Privatsspähre eindringt. Hier wird man an keiner Stelle geschont. Gleichzeitig wird sehr sensibel mit Charlies Krankheit umgegangen und wir schwanken zwischen „Nun helft ihm doch endlich“ und „Akzeptiert bitte seine Entscheidungen“. Man leidet mit, man will, dass es aufhört und vor allem will man ein dringend benötigtes Happy End. Stattdessen steigert sich der Film in einem Strudel aus Negativität und bleibt dabei doch erzählerisch stark. Brendan Fraser hat hier definitiv verdient den Oscar gewonnen, spielt er Charlie doch mit allen Facetten und einer Hingabe, die man selten so in Hollywood sieht. Also absolute Filmempfehlung, aber bitte nur, wenn ihr euch bereit für den Film fühlt.
Die Chroniken von Erdsee
Die Handlung: Prinz Arren wird von einer bösen Kraft manipuliert und ermordet seinen Vater, den König. Auf seiner Flucht begegnet er dem Magier Sperber, der ihn auf seiner Reise mitnimmt. Doch das Gleichgewicht von Gut und Böse in Erdsee ist gestört und noch immer ist jemand auf der Suche nach Arren. Wem kann er trauen?
Meine Meinung: Ein weiterer Studio Ghibli Film, den ich von meiner Liste streichen konnte. Leider für mich so ziemlich der schlechteste. Das liegt vor allem daran, dass er sich eine Buchreihe als Vorbild genommen hat. Doch statt diese irgendwie von Anfang an zu verfilmen, wurde lediglich ein Ausschnitt genommen und versucht daraus einen Solofilm zu machen. Dafür fehlt aber massiv an Hintergrund, Figuren werden einfach eingeführt, ohne, dass man viel über sie erfährt. Von Anfang an basiert der Film auf der Prämisse, dass Arren seinen Vater aus dem Nichts ermordet hat. Das ganze wird aber später nicht richtig aufgearbeitet oder eingebunden, es wird lediglich auf seine dunkle Seite hingewiesen, die aber auch immer wieder handlungsrelevant ist, ohne, dass sie genauer erklärt wird. Dadurch bin ich überhaupt nicht in die Geschichte rein gekommen, hatte immer wieder Fragezeichen über dem Kopf und dadurch zog sich der Film auch deutlich. Hat insgesamt leider gar nicht für mich funktioniert.
Rendevous mit Joe Black
Die Handlung: William Parrish ist erfolgreicher Unternehmer und steht kurz vor seinem 65. Geburtstag. Als der geheimnisvolle Joe Black in sein Leben tritt ändert sich jedoch einiges, denn dieser ist der Tod und gekommen, um William zu holen. Sie handeln einen Pakt aus, wenn William es schafft Joe bei Laune zu halten, darf er noch weiter leben. Doch das bringt einige Probleme mit sich.
Meine Meinung: Nachdem der Film immer wieder bei Quizen auftauchte und ich ihn nie erkannt habe, hat meine beste Freundin ihn mir kurzerhand in die Hand gedrückt. Zunächst war ich etwas abgeschreckt, denn eine Liebesgeschichte über 180 Minuten? Wie sollte das funktionieren ohne zu dramatisch oder zu langweilig zu werden? Nun Rendevous mit Joe Black ist die Antwort darauf. Denn der Film nimmt sich zwar viel Zeit, um die Charaktere einzuführen, um den Tod vorzustellen und die Welt nochmal aus seiner Sicht zu sehen, aber dabei ist er an keiner Stelle langweilig. Im Gegenteil schafft er es doch gerade durch diesen Tiefgang uns immer weiter in die Welt reinzuziehen und an den Bildschirm zu fesseln. Dabei ist der Ton trotz des bevorstehenden Todes des Protagonisten locker und mitfühlend. Insgesamt war es ein schöner Film für einen Filmabend und gleichzeitig wunderbar entschleunigend, weil eben nicht das nächste große Drama aufgebaut wurde, sondern sich eins langsam gesteigert hat.
Captain Phillips
Die Handlung: Phillips ist Captains eines Frachtschiffes, das Waren über die Meere befördert. Seine nächste Fahrt führt ihn und sein Team auch in ein Gebiet, in dem immer wieder somalische Piraten gesichtet wurden. Während sie eigentlich dachten ausreichend Vorbereitungen getroffen zu haben, kommt es dennoch zum Supergau: Das Schiff wird von Piraten eingenommen. Und sie sind leider so gar nicht an den Waren interessiert, sondern wollen Lösegeld für die Crew.
Meine Meinung: Von der Thematik her, war es gar nicht mein Film, aber ich versuche ja nach und nach alle mir fehlenden Tom Hanks Filme nachzuholen. Dieses Jahr stand also Captain Phillips auf der Liste. Und während ich am Anfang noch überlegte, ob ich ihn nicht einfach hätte überspringen sollen, zog er mich dann doch nach kurzer Zeit doch ziemlich in den Bann. Denn die Geschichte wird keineswegs mit der typischen Gut und Böse Moral erzählt, sondern setzt sich durchaus auch mit der Situation in Somalia auseinander, auch wenn es noch deutlich differenzierter sein könnte. Auch die Piraten werden differenziert betrachtet, mit ihren Forderungen und nicht alle in eine Schublade gesteckt. Dennoch bleibt es eine Geschichte, bei der Piraten deutlich gewalttätig waren, da es aber auch auf wahren Begebenheiten basiert, war hier der Spielraum vermutlich auch kleiner. Tom Hanks, aber auch die anderen, spielen hier sehr stark, so dass man regelrecht mitfiebert und der Film nur so dahingleitet. Einen Blick ist er allemal wert.
Habt ihr einen der Filme gesehen? Wie fandet ihr ihn?