Ein ganzes halbes Jahr

Am 23.06.2016 erschien die Buchverfilmung des Bestsellers von Jojo Moyes in den deutschen Kinos.

 Lou lebt in einem kleinen Städtchen in England. Als sie ihren Job verliert, findet sie eine Anstellung im Haus der Familie Traynor. Will Traynor, der Sohn der Familie, ist seit einem Unfall vom Hals abwärts gelähmt. Nun soll Lou ihm Gesellschaft leisten. Doch warum ist die Anstellung auf 6 Monate befristet?

Ein ganzes halbes Jahr basiert auf dem Weltbestseller von Jojo Moyes, dass sich allein in Deutschland ca. 2 Millionen Mal verkauft hat. Schon das Buch mit seinem sehr flüssig lesbarem Schreibstil konnte begeistern. Nun wurde das Buch verfilmt. Und die Produzenten haben sich sehr stark an das Buch gehalten. Es gab keine Szene, die man nicht auch so im Buch finden kann, was schon einmal keinen Leser verschrecken kann. Das ist auch nicht nötig, denn die Handlung ist romatisch, witzig, zynisch und hochdramatisch. Eine perfekte Kombi, die gepaart mit den verschiedenen Charakteren ein Erfolgsrezept ist.
Louisa Clark ist 26 Jahre alt, aber lebt noch immer bei ihren Eltern. Zwischenzeitlich ist sie sogar Alleinverdiener in der Familie, da ihr Vater seinen Job verloren hat und ihre Schwester Treena an der Uni studiert. Am Anfang zögert sie den Job anzunehmen, da sie keine Ausbildung in der Pflege hat. Aber die ist auch gar nicht nötig, denn dafür gibt es Nathan, Wills Pfleger. Lou soll ihm eher Gesellschaft leisten und bei alltäglichen Sachen, wie essen und trinken helfen. Will jedoch ist von seinem Leben so enttäuscht, dass er ihr zunächst versucht das Leben schwer zu machen mit seinen Launen. Doch Lou kämpft sich durch und bringt ihn mit ihrem schrägen Geschmack für Mode und ihrer stets guten Laune doch noch auf ihre Seite. Eine rührende Geschichte startet, in der der gelähmte Will wieder Freude am Leben bekommen soll.
Ein großes Plus für den Film sind die wunderschöne Kulisse des Films und an erster Stelle die sehr gute Auswahl der Schauspieler. Einige Charaktere sind in dem Buch eher unsympathisch dargestellt, weswegen das Buch nicht die gleiche Ausstahlung hatte, wie jetzt der Film. Denn selbst die unsympathischeren Charaktere sind im Film so gut und passend besetzt, dass man sie viel eher ins Herz schließt. Das beste Beispiel ist Sam Claflin als Will Traynor. Will ist im Buch durch und durch zynisch und selbst in seinen guten Momenten kommt er noch unsympathisch herüber. Doch Sam Claflin schafft es durch sein strahlendes Lächeln dies zu überspielen, weswegen man im Film viel mehr mit ihm mitleidet. Auch die Lähmung stellt er gut dar.
Emilia Clarke ist der Star des Films. Sie verkörpert die Rolle der Louisa Clark einmalig und setzt den Charakter genau so um, wie man ihn sich nach dem Lesen vorstellt. Sie schafft es gleichzeitig die tapfere und die verletzliche Seite von Lou zu zeigen, trägt ihre verrückten Kleidungsstücke voller Überzeugung und lächelt sich von Anfang an in die Herzen der Zuschauer.
Auch der restliche Cast überzeugt auf ganzer Linie. Gebettet in ein wunderschönes Setting in einem kleinen Dorf in England zaubert der Film einen zum einen ein strahlendes Lächelns ins Gesicht und lässt zum anderen kaum ein Auge trocken. Der Film bleibt durchweg spannend, was vor allem daran liegen könnte, dass die langweiligeren Szenen aus dem Buch gestrichen wurden.

Alles in allem ein Film, der im Genre Romantik/Drama auf ganzer Linie überzeugt und schon jetzt ein Highlight des Jahres sein dürfte. Dafür gibt es 10 von 10 möglichen Punkten.

Film, die musst du gesehen haben #1 – Jans Filme

Hallo ihr Lieben,
ich möchte eine neue Kategorie ins Leben rufen: Filme, die musst du gesehen haben! Immer wieder höre ich von Freunden, wenn ich mich mit ihnen unterhalte „Was den Film kennst du nicht! Aber den muss man doch gesehen haben!“. Um diese Aussagen zu überprüfen, bitte ich immer wieder Freunde darum, mir doch genau diese Filme einmal zur Ansicht zu geben. Dies hat nun zunächst mein Arbeitskollege Jan getan und ich habe seine Filme nun durchgeschaut. Hier erfahrt ihr nun, ob sich die Filme meiner Meinung nach wirklich lohnen.

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1) Red Cliff:

Im Jahr 208 ist China in drei Reiche aufgeteilt. Um das Reich zu einen wird der Kaiser der Han-Dynastie überredet, die anderen beiden Reiche anzugreifen, die sich aber erbitterlich wehren. Am ‚Red Cliff‘ findet die Entscheidungsschlacht statt.

Der Film besteht im chinesischen Original aus zwei Teilen, die aber in der westlichen Welt zu einem Film zusammengeschnitten wurden. Dies merkt man nicht direkt beim sehen, aber die Handlung ist stark undurchsichtig und einige Handlungsstränge lassen sich nicht wirklich erklären. Für mich war es sehr schwierig den Film zu verstehen, weil jedes der drei Königreiche hat einen Kaiser, einen großen Feldheeren und noch einige andere Hauptfiguren, so dass man durch die Namen schnell nicht mehr durchstieg. Optisch macht der Film auf jeden Fall etwas her und die Schlachten sind sehr schön inszeniert.

2) Defiance:

Die vier Bielski-Brüder sind in Ostpolen lebende Juden zur Zeit des zweiten Weltkrieges. Um den Nazis zu entkommen und nicht in Konzentrationslager gesteckt zu werden, ziehen sie sich zusammen mit Gleichgesinnten in die Wälder zurück. Doch die Nazis sind ihnen weiterhin auf den Fersen und sie müssen irgendwie den Winter überstehen.

Der Film basiert zwar auf wahren Ereignissen, allerdings sehr lose. Gerade die Beziehungen zu sowjetischen Truppen werden nur angerissen, was vor allem von polnischer Seite stark kritisiert wird. Auch ansonsten plätschert der Film ohne Spannungsbogen vor sich hin. Anstatt auf die politischen Spannungen einzugehen, scheint der Film sich eher auf das Drama der „Waldbevölkerung“ untereinander zu konzentrieren. Dabei schafft er es weder eine Aussage zu treffen noch eine wirkliche Handlung zu generieren. Kein Film, den man gesehen haben muss.

3) Syriana:

 Der Orient hat Öl und der Westen, allen voran die USA, wollen es haben. Der Rohstoffexperte Bryan Woodman, der Anwalt Bennett Holiday und der CIA Agent Bob Barnes sind alle auf ganz unterschiedliche Weise in diese Geschäfte verwickelt.

Syriana ist ein Film, dessen Handlung man eigentlich nicht in ein paar kurzen Sätzen zusammen fassen kann. Das zentrale Thema ist das Öl und die Auswirkungen auf die Ölverkauenden Länder und die Wirtschaft der Ölkaufenden Länder. Dabei gibt es mehrere Handlungsstränge, die lose miteinander verwoben sind. Ohne Hintergrundinformationen über das Funktionieren der Wirtschaft ist es sehr schwer dem Film zu folgen und ein wirklicher Spannungsbogen wird auch nicht geschaffen. Stattdessen plätschert die Handlung vor sich hin und es werden so viele Charaktere vorgestellt, dass man schnell die Übersicht verliert. Definitiv nur ein Film, für jemanden, der sich ganz stark für die Thematik interessiert.

4) Blood Diamond

Vor dem Hintergrund des Bürgerkrieges in Sierra Leone schmuggelt der Söldner Danny Archer Blutdiamanten aus dem Land. Dabei hört er von einem besonders großen, den der Einheimische Solomon Vandy gefunden hat. Dieser wurde bei einem Angriff der Rebellen von seiner Familie getrennt. Archer verspricht Vandy für den Diamanten vereint er ihn wieder mit seiner Familie.

Blood Diamond ist ein Film, der bereits ab der ersten Szene zutiefst schockiert. Die Zustände die während des Bürgerkrieges in Sierra Leone herrschten sind für uns in der westlichen Welt einfach unfassbar und schockierend. Durch die hohe Brutalität und schonungslose Ehrlichkeit fällt es schwer einen tieferen Bezug zum Film und zu den Charakteren aufzubauen. Der Film selbst ist sehr spannend und sehr gut gespielt. Ob man den Film unbedingt gesehen haben muss, hängt davon ab, ob man mit so viel Realität zurecht kommt. Er regt auf jeden Fall zum nachdenken an.

5) Lord of War – Händler des Todes

Yuri Orlov ist von Beruf Waffenhändler. Er erzählt während des Films völlig nüchtern über seine Arbeit und wie alles funktioniert und welche Tricks er nutzt, um nicht gegen das Gesetz zu verstoßen.

Die Eröffnungsszene, in der die Herstellung einer Patrone gezeigt wird, ist sehr bekannt. Der Film zeigt viele brutale Auswirkungen von Waffenhändlern und erzählt die Geschichte von Yuri Orlov trotzdem komplett nüchtern. Der Film unterscheidet sich durch die Erzählweise stark von anderen Filmen und obwohl er nicht auf einen großen Spannungsbogen setzt, kann man doch nicht wegschalten. Ein Film, den man gesehen haben sollte.

6) Invictus – Unbezwungen

Nelson Mandela wurde aus dem Gefängnis auf Robben Island entlassen. Nach dem Ende der Apartheid gewinnt er die Wahl zum Präsidenten und wird der erste schwarze Präsident Südafrikas. Um seine Stellung auch bei der weißen Bevölkerung zu stärken und beide Gruppen einander näher zu bringen, unterstützt er die Rugby-Mannschaft, die Südafrika bei der bevorstehenden Weltmeisterschaft vertreten soll.

Der Film greift die Themen Rassismus und Politik auf und verpackt sie in ein Sportdrama. Ein sehr geschickter Schachzug, denn dadurch werden die brisanten Themen aufgelockert und der Zuschauer kriegt eher einen Bezug zum Film. Vorallem die sehr guten schauspielerischen Leistungen von Morgan Freeman und Matt Damon machen den Film zu einem einzigartigen Erlebnis. Ein Film, den man auf jeden Fall gesehen haben muss und der auch mein persönlicher Favorit von Jans Filmen ist.

So das war die erste Ausgabe von dem neuen Format „Filme, die man gesehen haben muss“. Hat es euch gefallen, gibt es Anmerkungen?

Himmelskind

Am 09.06.2016 erschien ein Film, der sich mit dem Thema beschäftigt, wenn Kinder unheilbar krank werden.

Anna Beam ist gerade einmal 10 Jahre alt als sie unheilbar erkrankt. Ihre Mutter Christy versucht alles, um sie dennoch zu therapieren. Das einzige was Anna jetzt nch helfen kann, ist ein Wunder.

Himmelskind basiert auf der wahren und unglaublichen Geschichte der Familie Beam. Die fünfköpfige Familie lebt in Texas und ist sehr gläubig. Doch im Alter von 10 Jahren erkrankt ihre Tochter Anna. Die Ärzte wollen zunächst keine Diagnose finden und tun Annas Beschwerden als Laktose-Intoleranz und ähnlichem ab. Doch ihre Mutter gibt nicht auf und beteuert immer wieder, dass ihre Tochter ernsthaft krank sein muss. Und schließlich finden die Ärzte doch eine schwere und unheilbare Krankheit in Annas Magen-Darm-Trakt. Es gibt keine Therapie für die Krankheit. Die Familie ist verzweifelt. Täglich müssen sie mit ansehen, wie ihre Tochter dauerhaft Schmerzen hat und sich durch einen ständig aufgeblähten Bauch auch unansehlich fühlt. Ihre Ärzte können ihr nur einen Spezialisten in Boston empfehlen, aber bei dem ein Termin zu kriegen scheint unmöglich. Doch auch wenn sie einen kriegen, müssten Mutter und Tochter regelmäßig von Texas nach Boston fliegen. Familie Beam versucht alles und muss ernsthaft kämpfen auch nicht den Glauben zu verlieren.
Himmelskind ist ein Film, dessen Geschichte tief berührt. Man leidet mit Anna mit und will Christy bei allem unterstützen. Leider kommt kein richtiger Spannungsbogen zu Stande, da der Trailer und fast alle Zusammenfassungen den Wendepunkt am Ende der Geschichte bereits vorweg nehmen. Der Weg dahin ist schön und mitreißend erzählt, aber leider auch an einigen Stellen zu religiös. Das Familie Beam gläubig ist, stellt im Film kein Problem dar, aber die Überthematisierung des Themas Religion und Glauben. Dadurch nimmt der Film Abstand von dem menschlichen Mitgefühl der Zuschauer und versucht sie auf eine spirituelle Schiene zu lenken. Ansonsten schafft der Film es gekonnt sowohl das Leid der kleinen Anna in allen Facetten zu zeigen und dies auch nachvollziehbar zu gestalten, wie auch den Film aufzulockern, durch gezieltes Einsetzen zweier Figuren, die dem Zuschauer trotz der ernsten Lage immer wieder ein Schmunzeln auf das Gesicht zu zaubern. Während 3/4 des Films sehr stark sind, wird im letzten Viertel versucht noch einen Höhepunkt zu setzen. Hierbei wird aber stark übertrieben, was dem Ende das traumhafte nimmt. Auch wird das Ende zu lange gezogen. Dies ist leider wieder ein Beispiel, wie ein guter Film durch ein zu hoch gegriffenes Ende zerstört werden kann. Die schauspielerischen Leistungen sind durch die Reihe weg gut und gerade Jennifer Garner überzeugt als besorgte und verzweifelte Mutter.

Alles in allem ist zu empfehlen sich vorher nicht über den Film zu informieren, damit das Ende nicht vorweg genommen werden kann. Der Film bekommt 06 von 10 möglichen Punkten.

Victor Frankenstein – Genie und Wahnsinn

Am 12.05.2016 erschien eine Neuauflage des berühmten Klassikers in den deutschen Kinos.

Victor Frankenstein trifft in einem Zirkus auf einen buckligen Clown. Kurzerhand befreit er ihn aus dem Zirkus und von seinem Buckel und nimmt ihn mit in sein Haus. Dort experimentieren sie gemeinsam den Tod wieder zum Leben zu erwecken und erschaffen dabei auch das berühmte Monster.

Frankensteins Monster ist nach dem Roman von Mary Shelly weltweit bekannt. Doch während die Erschaffung des Monsters und sein Fortbestehen in vielen Filmen behandelt wurde, setzt Victor Frankenstein – Genie und Wahnsinn an einem ganz anderen Punkt an. Hier geht es nämlich um den Erschaffer des Monsters. Victor Frankenstein, der geradezu besessen davon ist, totes Gewebe oder sogar tote Kreaturen wieder zum Leben zu erwecken. Erzählt wird die Geschichte von seinem Assistenten Igor. Dieser wächst in einem Circus auf, interessierte sich aber schon immer für die Medizin. Doch durch seinen Buckel reicht es selbst beim Zirkus für ihn nur als Clown. Bis er eines Abends auf den Medizinstudenten Victor Frankenstein trifft. Dieser erkennt in Igor mehr als nur einen Clown und befreit ihn kurzerhand. In seinem Haus heilt er ihn von seinem Buckel und überzeugt ihn bei seinen Forschungen mitzuwirken. Igor zweifelt zwar immer wieder an den möglichen Ergebnissen, doch hilft er ihn. Zusammen schaffen sie es mit Hilfe von Strom totes Gewebe wieder zubeleben und schließlich sogar eine erste kleine Kreatur wieder zum Leben zu erwecken. Das Ganze bleibt natürlich nicht unbemerkt und so ist der reiche Medizinstudent Finnegan sehr an den Forschungen Frankensteins interessiert und möchte ihn gerne unterstützen und zum anderen versucht Inspector Turpin alles, um die Forschungen zu verhindern. Das ganze ist eingehüllt in ein liebevolles Setdesign.
Der ganze Film but letztendlich auf einer altbekannten Geschichte aus einem neuen Blickwinkel, die viele liebevolle Bilder produziert, aber leider auch nicht mehr bietet. Die Handlung wird sehr lieblos behandelt und immer so gebaut, dass die Sets gut zur Geltung kommen. Ansonsten wird mit Igor und seiner Angebeteten eine Nebenhandlung geschaffen, die nichts zur eigentlichen Geschichte beiträgt und dem Film eine Menge Spannung nimmt. Der Spannungsbogen während des Films ist zwar da, aber nicht besonders hoch. Da der Ausgang des Films bekannt ist, hätte man weniger auf das große Finale hinarbeiten sollen. Stattdessen wäre eine ausführlichere Charakterisierung der Figuren wünschenswert gewesen, da gerade Victor Frankenstein nur als ziemlich Wahnsinniger dargestellt wird und ohne Hintergrundinformationen ist eine Identifikation mit dem Charakter unmöglich. Es wird sehr stark in Schwarz und Weiß gedacht: Frankenstein ist Wahnsinnig, strebt aber ein höheres Ziel an, während Inspector Turpin nur gute Absichten haben kann. Das große Finale ist auch als genau das inzeniert, jedoch wird hier so sehr übertrieben in der Aufmachung, dass jeglicher Bezug zu Mary Shelley Roman beim Sehen verloren geht. Die schauspielerischen Leistungen sind dem Film entsprechend angebracht. Bei dem Cast wäre jedoch mehr möglich gewesen, vor allem James McAvoy und Andrew Scott haben mehrfach bewiesen, dass sie schauspielerisch mehr leisten könnten.

Alles in allem ist der Film nur auf die Bilder und nicht auf Handlung und Figuren ausgelegt, hier wäre definitiv mehr drin gewesen. Dafür gibt es 04 von 10 möglichen Punkten.

X-Men – Apocalypse

Am 19.05.2016 erschien der dritte Teil der neuen X-Men Reihe in den deutschen Kinos.

Er wird als der erste Mutant der Welt bezeichnet: Apocalypse. Nachdem er jahrtausende lang begraben war, ist er nun wieder erwacht und will mit Hilfe von seinen vier „Reitern“ die Welt in ein neues Zeitalter führen, was jedoch die vollkommende Zerstörung dieser bedeutet. Charles Xavier und seine X-Men versuchen dies zu verhindern.

Bei den X-Men Filmen kommt man immer nicht so richtig dahinter in welcher Zeiteben der Film denn nun spielt. Es gab eine ursprüngliche Trilogie mit Patrick Stewart und Ian McKellen als Xavier und Magneto. Sie umfasste die Filme „X-Men“ „X-Men 2“ und „X-Men – The last Stand“. Dann gab es das Prequel „First Class“, in dem alle Schauspieler verjüngt wurden und wir nun James McAvoy und Michael Fassbender als Xavier und Magneto sehen dürften. Dann erschien der Film, der die Zeitebene vermischt und damit sehr undurchsichtig gemacht hat: „Days of future and past“. Denn hier spielt der Film eigentlich weit nach „the last stand“, aber Hugh Jackman als Wolverine wird in die Vergangenheit geschickt und so spielt er zeitgleich auch nach „First Class“. Nun erschien „Apocalypse“ wieder mit McAvoy und Fassbender in den Hauptrollen. Trotzdem kam die Frage nach der Zeitebene auf, die schon Deadpool in seinem Film thematisierte „Wen treffe ich eigentlich? McAvoy oder Stewart? Ich komm mit diesen Zeitebenen immer durcheinander“. Aber anhand der Fakten, dass „Apocalypse“ in den 1980er Jahren spielt und wichtige Figuren, wie Jean Grey und Cyclops neu einführt und wieder mit McAvoy und Fassbender in den Hauptrollen ist, kann der Film zwischen dem Vergangenheitsstrang in „Days of Future and Past“ und zwischen dem ersten „X-Men“ eingeordnet werden.
Apocalypse, der erste Mutant der Welt, der in sich selbst eine Art Gott sieht, wurde vor vielen Jahren durch einen Putsch in Ägypten unter seiner eigenen Pyramide begraben. Er hatte stets vier Anhänger, deren Fähigkeiten er verstärkte. Nach Tausenden von Jahren wurde er nun wiederbelebt und suchte sich seine neuen Anhänger. Einer davon ist auch Magneto, der nach den Geschehnissen in „Days of future and past“ versuchte ein normales Leben zu führen und Frau und Kind hatte, die aber durch einen Unfall verlor. Ungeachtet der Ereignisse führt Xavier seine Schule für Mutanten, zu deren Schüler auch seit neustem Jean Grey und Cyclops sind, die man bereits aus der ursprünglichen Trilogie kannte. Doch Apocalypse will die Welt vernichten und nach seinen Vorstellungen wieder aufbauen. Xavier muss ein neues Team von X-Men gründen. Unterstützung findet er seltsamerweise bei Mystique.
Es sollte der Abschluss der zweiten X-Men Trilogie darstellen. Dafür musste noch einmal eine riesige Schlacht mit bombastischen Bildern auf die Leinwand. Das hat der Film auch geschafft und umgesetzt. Nur leider musste darunter die Handlung leiden. Sie wurde auf ein Minimum reduziert. Es wurden lediglich alle beteiligten Mutanten gezeigt, die in diesem Film eine relevante Rolle haben und kurz, wie Apocalpyse seine vier Mutanten zusammen suchte. Dann ging es auch schon mit den Kämpfen los, die ohne Zweifel bildgewaltig waren, aber doch wenig aussagten. Als Abschluss ist dies sehr schade. Bei einer Filmlänge von 144 Minuten ist die schwache Handlung umso bedauerlicher, denn die Zeit das Finale anständig auszuarbeiten wäre da gewesen.
Auch die Charakterisierung von Apocalypse wurde nur angerissen, was ihn als Bösewicht nicht interessant macht. Er wird nur als der Übermutant dargestellt, dessen Fähigkeiten natürlich besser sind, als die von allen anderen Mutanten zusammen und der sich nur als Gott sieht und deswegen herrschen will. Es gibt keinen Tiefgang bei seiner Figur, keine Grauabstufungen, er denkt nur in Schwarz und Weiß. Auch dies ist bedauerlich, denn aus der Grundidee des ersten Mutanten wäre wesentlich mehr rauszuholen gewesen.

Alles in allem setzt X-Men Apocalypse leider nur auf eine bildgewaltige Schlacht, die jedoch in allen Facetten gezeigt wird. Dafür gibt es 04 von 10 möglichen Punkten.

Money Monster

Am 26.05.2016 erschien ein Film, der sich mit Manipulation an der Börse auseinander setzt, in den deutschen Kinos.

Lee Gates gibt in seiner Show „Money Monster“ regelmäßig Empfehlungen zu Investitionen an der Börse. Doch einer seiner Tipps hat durch einen angeblichen Computerfehler hohe Verluste geschrieben. Kyle Budwell hat all sein Geld durch den Tipp verloren. Nun sucht er die Verantwortlichen, in dem er Gates live in der Sendung gefangen nimmt und mit einer Sprengstoffweste bedroht.

Niemand geringeres als zweifache Oscargewinnerin Jodie Foster nahm für diesen Film im Regiestuhl Platz und inszeniert prompt einen der spannendsten Filme des Jahres. Money Monster spielt mit der Wahrnehmung der Menschen. Lee Gates als prominenter Fernsehstar scheint „der Gute“ zu sein, während Kyle Budwell mit der Bombe automatisch „der Böse“ sein müsste. Doch diese Wahrnehmung verschwimmt im Laufe des Films und zeigt, dass ein komplettes Schwarz-Weiß-Denken nicht möglich ist.
Der Film beginnt mit dem Alltag am Set. Lee Gates mault seine Leute an, weil ihm irgendeine Kleinigkeit nicht in den Kram passt. Seine Produzentin Patty versucht alles zu retten und zu organisieren, während sie versucht Lee wieder auf den Boden der Tatsachen zu bringen. Eine ganz normale Show von Money Monster beginnt. Gates entertained und Patty versucht auch seine Alleingänge als gewollt darzustellen. Doch es bleibt nicht bei der Normalität. Denn Kyle Buckwell hat sich in das Studio geschlichen mit einer Waffe und einer Sprengstoffweste. Er stürmt die Show bedroht Gates und lässt ihn die Weste anziehen. Schnell wird herausgefunden, dass Buckwell viel Geld durch einen sogennanten Clitche bei der Firma, in die er investierte, verloren hat und nun nach Antworten sucht. Patty erkennt schnell den Ernst der Lage und schickt alle Mitarbeiter, die noch fliehen können aus dem Gebäude. Dann versucht sie mit Gates die Show weiterlaufen zu lassen. Zusammen mit Buckwell wollen sie das passierte aufdecken.
Money Monster ist ein Film, der locker leicht beginnt und schon nach wenigen Minuten einen an den Kinosessel fesselt. Er baut eine hohe Spannung auf, die er bis zum Ende hält. Man fiebert mit den Charakteren mit und möchte endlich erfahren, was an der Börse schief ging und wieso so viele Menschen viel Geld verloren haben. Ca. 3/4 des Films sind ein reines Kammerspiel, dass sich nur im Studio abspielt und trotzdem schafft der ilm es mit wenigen Mitteln sehr guten Dialogen und starken Schauspielern die Spannung zu halten. Der Ausgang bleibt überraschend und schockierend, auch wenn man zwischenzeitlich der Ansicht ist eine Ahnung zu haben, wohin das ganze führt. Trotz des sehr ernsten Themas und der sachgerechten Behandlung dessen, kommt auch der Witz nicht zu kurz, um die Situation zumindest für das Kino wieder etwas zu lockern.
George Clooney übernimmt die Rolle des Lee Gates. Gates ist reich und arrogant und nimmt seine Sendung nicht so ganz ernst. Das ändert sich sehr schnell als er den Sprengstoffgürtel anziehen muss.
Julia Roberts übernimmt die Rolle der Prdozentin Patty. Diese ist die Ruhe in Person auch während der Geiselnahme. Sie versucht einen kühlen Kopf zu bewahren und alles zu organisieren. Damit ist sie die eigentliche Heldin des Films.
Beide Roberts und Clooney zeigen wieder einmal, weswegen sie auf der Leinwand sehr geschätzt werden und überzeugen vollkommen in ihren Rollen.
Jack O’Connell übernimmt die Rolle des Kyle Budwell. Ein junger Mann, der immer arm war und in seinem Leben nicht viel auf die Reihe bekommen hat. Als er ein bisschen Geld erbte, glaubte er dem Tipp der Show Money Monster und verlor alles. Er zeigt sich zunächst seiner Sache sehr sicher, verliert aber immer mehr die Kontrolle und zweifelt immer mehr an sich.
Im Schatten von Größen wie Roberts und Clooney konnte sich O’Connell durchsetzen und seine Rolle glaubhaft und gut dargestellt herüberbringen.

Alles in allem ist Money Monster ein gut gemachter und spannender Film, der sich mit den Machenschaften an der Börse befasst. Dafür gibt es 09 von 10 möglichen Punkten.

Blogparade – Gegen den Strom

Hallo ihr Lieben,
die Königin der Blogparaden rief wieder auf und ich eile, um als Untertan meinen Senf dazu abzuliefern. Dieses Mal lautet das Thema Gegen den Strom Das heißt Filme, die entweder sehr gut, aber leider sehr unbekannt sind oder Filme, die von der Allgemeinheit als schlecht befunden wurden, man selbst  aber sehr gerne sieht. Hier meine Liste (die Reihenfolge gibt diesmal keine Wertung ab)

1) Hello Dolly
Kategorie: Unbekannt

Ich meine die Verfilmung von 1969 mit Barbra Streisand. Die Lieder sind einfach sehr schön und die Handlung macht gute Laune. Dolly Levi versucht alle Menschen glücklich zu machen und nebenbei noch ihr eigenes Glück zu finden. Trotz einer Dauer von 3 Stunden zieht sich der Film an keiner Stelle, lädt zum singen und tanzen ein und verbreitet gute Laune durch eine große Auswahl der verschiedensten Charaktere.

2) Larry Crowne
Kategorie: unbeliebt

Zumindest was die Kritiken angeht, kam Larry Crowne nicht gut weg. Für mich völlig unverständlich, denn für mich ist das ein absoluter Gute-Laune-Film. Tom Hanks spielt den namengebenden Titelhelden, der seinen Job verliert, weil er nie studiert hat. Trotz seines fortgeschrittenen Alters beschließt er also genau das nachzuholen. Die Handlung ist sehr einfach gehalten, versprüht aber positive Energie und hat eine schöne Botschaft.

3) Aeon Flux
Kategorie: unbeliebt

Charlize Theron übernimmt hier die Rolle der Aeon Flux, die in einer postapokalyptischen Welt lebt und den amtierenden Diktator stürzen soll. Dem Film wird eine schlechte Handlung, schlechtes Schauspiel und schlechter Schnitt vorgeworfen, was an sich alles seine Richtigkeit hat. Ich mag den Film aber trotzdem, weil mich die Grundidee so sehr fasziniert hat, dass ich über seine Schwächen hinwegsehen konnte.

4) Peaceful Warrior
Kategorie unbekannt/unbeliebt

Dan studiert an der University of California und trainiert dort sehr hart im Turnkader für die Meisterschaft und hat einen sehr ausschweifenden Lebensstil. Eines Abends lernt er an einer Tankstelle Sokrates kennen, der zu seinem Mentor mutiert. Ein Film, der einen über vieles nachdenken lässt und den ausgeprägten Ehrgeiz im Sport zeigt. Leider hat der Film nur wenige Menschen erreicht und wurde zudem auch sehr stark kritisiert.

5) Wir sind die Neuen
Kategorie: unbeliebt

In meiner damaligen Kritik hab ich dem Film nur 3 Punkte gegeben. Ganz objektiv betrachtet hat der Film auch seine Schwächen. Die Geschichte von drei älteren Freunden, die aus finanzieller Sicht wieder zusammen in eine WG ziehen und dabei auf eine Studenten-WG treffen, die nicht begeistert von den Ruhestörungen während der Lernphase sind. Subjektiv betrachtet hat der Film einen ganz eigenen Charme und erzählt auf humorvolle Weise von dem Generationskonflikt und der zu geringen Rente im Alter.

6) Geliebte Jane
Kategorie: unbekannt

Die Geschichte von Jane Austen und wie sie Autorin wurde und ihren ganz eigenen Mister Darcy kennen lernte. Eine mitreißende Geschichte, die leider nur wenige Zuschauer erreichte. Anne Hathaway und James McAvoy harmonieren hier sehr gut vor der Kamera.

7) Im Strahl der Sonne
Kategorie. unbekannt

Meinen treuen Lesern wird die Dokumentation über ein Mädchen in Nordkorea durch meine erst kürzlich erschienende Kritik etwas sagen. Aber an den meisten ist sie wohl einfach vorbeigegangen. Das ist sehr schade, denn der Film zeigt einmalige Eindrücke in das Regimedenken in Nordkorea und wie sehr versucht wird alles zu kontrollieren.

8) St. Vincent
Kategorie unbekannt

Bill Murray als mürrsicher alter Säufer, der neue Nachbarn bekommt. Die alleinerziehende Mutter gespielt von Melissa McCarthy muss aus arbeitsgründen ihren Sohn immer öfter beim Säufer von Nebenan lassen, die ein ganz eigenartiges Verhältnis zueinander entwickeln. Der Film ist unterhaltsam, hat eine tolle Botschaft  und ist sehr gut besetzt. Leider hat der Film nicht viele Zuschauer erreicht.

9) Der Chor – Stimmen des Herzens
Kategorie: unbekannt

Auch dieser Film dürfte zumindest meinen treuen Lesern bekannt sein, auch wenn er ansonsten wohl nicht das größte Publikum erreicht hat. Stet ist 12 Jahre alt, als er seine Mutter verliert. Sein Vater, der eine eigene Familie hat, bringt ihn zum Knabenchor National Boychoir, dass einem Internat gleicht. Hier muss er sich gegen die Vorurteile seiner Lehrer und Mitschüler durchbeißen. Ein spannender Film mit unglaublich berührender Musik.

10) Groupies bleiben nicht zum Frühstück
Kategorie: unbeliebt

Trotz einiger guter Kritiken, war doch das allgemeine Echo eher negativ. Was ich nicht nachvollziehen kann. Die Handlung ist sehr einfach gehalten. Lila kommt nach einem Austauschjahr aus den Staaten wieder und kennt daher nicht die neuste angesagteste Band Berlin Mitte und den Teenagerschwarm Chriz. Als die beide einander treffen ist er sehr angetan davon, dass es einen Menschen auf der Welt gibt, der ihn noch nicht kennt. Eine schöne Liebesgeschichte, die alle Kreisch-Teenies schön auf die Schippe nimmt, mit viel Witz und viel Herz. Gespickt mit einem schönen Soundtrack ist der Film für mich ein Highlight der deutschen Filmbranche, auch wenn das viele nicht so sehen.

Was sind eure Filme, die entweder viel zu unbekannt sind, oder keiner mag außer euch?

Verpasst im Mai 2016

Hallo ihr Lieben,
der Mai hat sich irgendwie länger gezogen als die vergangenen Monate und trotzdem habe ich es nicht so oft ins Kino geschafft, wie sonst. Könnte allerdings auch daran liegen, dass der Monat im Vergleich zu den vorherigen etwas schwächer wurde. Wie ihr merkt gibt es zur Zeit auch immer seltener neue Kritiken. Das liegt zum einen daran, dass meine mündliche Abschlussprüfung noch bevorsteht und zum anderen, dass ich zusätzlich privat sehr viele Termine hatte. Aber es wird spätestens ab August hoffentlich alles wieder etwas entspannter werden. Lange Rede, kurzer Sinn: Hier die Filme, die ich im Mai leider verpasst habe zu sehen.

1) Triple 9: Ein Film über eine Gangsterbande, die einen Triple 9 auslösen, um einen großen Raubüberfall auszulösen. Trailer sah ziemlich gut.

2) Die Poesie des Unendlichen: Erinnert ein wenig an die Entdeckung der Unendlichkeit, den ich sehr mochte, spielt aber in einer anderen Zeitepoche und beschäftigt sich dem Heimatgefühl.

3) Alice im Wunderland 2 – Hinter den Spiegeln: Ich bin ein großer an des ersten Teils und freue mich seit dem ersten Trailer auf diesen Film, bin aber doch etwas bestürzt über die negativen Kritiken.

Und die Filme, die nicht unerwähnt bleiben sollten, es aber nicht auf meine Liste geschafft haben:

Monsieur Chocolat, Mängelexemplar, Warcraft – The Beginning

Bad Neighbours 2

Am 05.05.2016 erschien der zweite Teil der Bad Neighbours Reihe in den deutschen Kinos.

Mac und Rose Radner erwarten Familiennachwuchs und wollen daher ihr Haus verkaufen und in ein größeres in der Vorstadt ziehen. Der Deal scheint auch unter Dach und Fach zu sein, bis auf die 30 Tage Regel in der nichts passieren darf. Doch genau in dieser Zeit zieht erneut eine Studentenverbindung in das Nachbarhaus ein. Doch diesmal sind es Studentinnen. Die Radnors müssen sie schnellstmöglich loswerden.

 Das Ausgangsprinzip klingt nicht wirklich neu, entspricht es doch in der Theorie haargenau dem Vorgängerfilm. Der Trailer zeigt schon, dass auch die Witze wieder genau in die gleiche Richtung gehen und sogar bewusst die gleichen Witze wieder aufgegriffen werden, z. B. mit den Airbags. Doch den Film mit den Witzen und dem Handlungsverlauf zusammen, ist einfach nur eine schlechte Neuauflage des ersten Teils. Schon die erste Szene des Films hätte genauso den ersten eröffnen können. Bzw. hat er sogar, denn in beiden Eröffnungssequenzen haben die Radnors Sex und diskutieren dabei, ob ihre Tochter zusieht bzw. aufwachen könnte. Und so geht es weiter. Die Radnors haben es geschafft ihr Haus zu verkaufen und ein Haus in der Vorstadt zu kaufen (den Plan gab es schon im ersten Teil). Der einzige Haken: Es gibt eine 30-Tage-Frist in der es sich die neuen Mieter anders überlegen können. Demnach darf in diesen 30 Tagen nichts passieren. Zeitgleich an der Uni: Shelby, Beth und Nora, drei Erstsemester, sind enttäuscht von den Praktiken der bisherigen weiblichen Studentenverbindungen. Sie beschließen ihre eigene zu gründen und mieten dafür das ehemalige Haus von Delta Psi, direkt neben den Radnors. Diese sind natürlich nicht begeistert von der Entwicklung, weil sich auch Kappa Nu, die weibliche Studentenverbindung, ebenso wie Delta Psi aus dem ersten Teil nicht an ihre Regeln halten wollen und sie den Verkauf des Hauses als gefährdet ansehen. Wie immer kann die Universität nichts machen und die Radnors ergreifen wieder die Eigeninitiative und versuchen durch böse Streiche die Mädchen aus dem Nachbarhaus zu kriegen. Nur das diese schnell zurückschlagen. Es entsteht ein neuer Nachbarschaftskrieg.
Bad Neighbours 2 wollte an den ersten Teil anknüpfen, hat ihn jedoch einfach kopiert und mit wesentlich schlechteren Witzen ausgestattet. Der größte Unterschied dürfte sein, dass Kappa Nu gegen die Vorurteile einer Studentinnenverbindung ist. Die Behandlung der Mädchen als Objekte, wie es noch im ersten Film bei Delta Psi der Fall war, wird zurückgewiesen und es geht eher darum Freundschaften zu knüpfen und Gleichgesinnte zu finden. Ein paar Details sind auch sehr liebevoll und teilweise sogar humorvoll gestaltet. Doch das bleibt leider die Ausnahme. Die Handlung plätschert so vor sich hin und versucht die Streiche aus dem ersten Film noch größer und gemeiner werden zu lassen. Dadurch leidet aber der Witz ganz stark darunter, denn Bad Neighbours 2 ist vieles, aber nicht lustig und unterhaltsam. Die Streiche erlangen gerade gegen Ende ein Ausmaß, dass absolut keinen Bezug mehr zur Realität hat. Auch die Charaktere, allen voran Mac und Teddy, werden noch dümmer als im ersten Teil gezeichnet. Mitunter will man den Radnors gerne die Tochter wegnehmen, denn in dem Umfeld ist sie dauerhaft gefährdet. Auch funktionieren viele Streiche nur, weil die Radnors anscheinend nie ihre Tür verschließen und Kappa Nu ständig hereinspazieren kann.

Alles in allem kopiert die Fortsetzung den ersten Teil und setzt ihn noch einmal schlechter und ohne Witz um. Dafür gibt es 02 von 10 möglichen Punkten.

Sing Street

Am 26.05.2016 erscheint ein neuer Coming-of-Age Film vor der schönen Kulisse Dublins in den deutschen Kinos.

Irland in den 1980er Jahren. Conors Eltern können sich die Privatschule nicht mehr leisten, weswegen er auf eine staatliche kommt. Dort wird er schnell als Außenseiter gehändelt. Sein einziger Lichtblick ist die schöne Raphina, die er unbedingt beeindrucken möchte. Also gründet er kurzerhand mit ein paar anderen Jungs aus der Nachbarschaft eine Band.

Sing Street ist ein Film, der einseits die Probleme einer irischen Familie in den 1980er Jahren erzählt und sich zum anderen mit dem jüngeren Sohn und seiner Selbstfindungsphase beschäftigt. Die 1980er Jahre in Irland sind nicht das positivste Kapitel irischer Geschichte. Eine schlechte wirtschaftliche Lage und Massenarbeitslosigkeit geht an kaum einer Familie unbemerkt vorbei. So ist es auch bei Conors Familie. Sein Vater ist Architekt, bekommt aber kaum noch Aufträge, seine Mutter arbeitet in einem Lebensmittelladen, aber wird auf eine Halbzeitstelle gekürzt. So muss Conor von der Privatschule genommen werden und wird fortan auf eine staatliche geschickt. Dort wird er aber schnell als Außenseiter abgestempelt und ist stark erschrocken von der offenen Gewaltbereitschaft, die gezeigt wird und das nicht nur von seinen Mitschülern. Auch zu Hause geht alles weiter den Bach runter. Seine Eltern stecken nicht nur in einer finanziellen, sondern auch in einer privaten Krise, und streiten immer häufiger. Gefangen in diesem Teufelskreis begegnet er eines Tages der schönen und geheimnisvollen Raphina, die von sich selbst behauptet Model zu sein. Conor lädt sie spontan ein als Model in seinem Musikvideo aufzutreten. Das Problem an der Sache ist, dass er weder eine Band hat, noch ein Musikinstrument spielen kann. Also bittet er seinen einzigen Freund Darren um Hilfe. Der kennt einen Jungen aus der Nachbarschaft, der einfach jedes Instrument spielen kann: Eamon. So gründen sie noch mit weiteren Jungs aus der Nachbarschaft die Band Sing Street und lassen Raphina in ihrem ersten Musikvideo autreten. Inspiriert werden sie unter anderem von Conors musikbegeistertem Bruder Brendan. Conor versucht sich nun seine Identität neu aufzubauen, was aber nicht überall gut ankommt.
Sing Street ist ein Film, der die Entwicklung eines Jungen durch die Musik darstellt. Dabei wird der Film gekonnt vertont mit Musik von Duran Duran, The Cure und A-Ha. Zudem sind die Lieder von Sing Street keine Covers, sondern wurden eigens von Regisseur John Carney und Gary Clark geschrieben. Die Musik stimmt den Film trotz der düsteren Zeiten sehr positiv und ist eine schöne Kulisse für die ernsteren Themen des Films. Gleichzeitig spielt der Film mit Klitschees, nimmt sie auf, führt sie aber nicht zu Ende, was einen schönen Stilbruch bewirkt. Die Handlung ist größtenteils vorhersehbar, aber das stört keineswegs. Sing Street ist kein Film, der auf einen großen Abschluss hinarbeitet. Im Gegenteil schafft er es durchgängig dem Zuschauer durch die Musik ein gutes Gefühl zu geben und schafft gute Laune. Man wird Zeuge der Entwicklung Conors und fühlt mit ihm. Allgemein schafft der Film es, die Charaktere beinahe positiv darzustellen – bis auf wenige Ausnahmen. Auch die schauspielerischen Leistungen sind alle gut. Allerdings sollte man den Film nur im Originalton gucken, wenn man den irischen Dialekt versteht. Aber selbst die Verständnisprobleme können das Sehvergnügen nicht einschränken.

Alles in allem ein schöner Musikfilm, der die Emotionen einer ganzen Generation einfängt. Dafür gibt es solide 07 von 10 möglichen Punkten.