Rückblick auf den Juni 2024

Ein Monat, der sich nicht so recht entscheiden konnte, ob er Sommer sein wollte oder nicht, ist zu Ende. Mit einer kleinen Auszeit an der Ostsee war der Juni für mich wunderbar entspannt und hatte wieder ein gutes Maß von allem zu bieten – außer die Kinobesuche, da war aber auch die Auswahl wieder eher mau. Zeit also einen Blick auf meine mediale Ausbeute zu werfen:

Filme – auf großer Leinwand gesehen

Alles steht Kopf 2: Riley ist inzwischen 13 Jahre alt und plant mit ihren Freundinnen an einem Eishockey-Camp teilzunehmen. Doch dort eröffnen ihre Freundinnen ihr, dass sie im nächsten Jahr nicht auf die gleiche Highschool gehen werden. Gleichzeitig herrscht in Rileys Kopf helle Aufregung, denn nicht nur wurde die Kontrollkonsole der Emotionen angepasst, es ziehen auch vier neue Emotionen ein. Und gerade Zweifel versucht das beste aus Rileys Situation rauszuholen, sieht in Freude aber eine Bedrohung. Kann das gut gehen? – Ein Spaß für Jung und Alt, die es wieder schafft die Pubertät gut darzustellen und lediglich im Schatten seines eigenen Vorgängers untergeht.

Haikyu – Die Schlacht am Müllplatz: Die Oberschule Karasuno hat es ins Achtelfinale der japanischen Meisterschaften im Volleyball geschafft. Hier stehen sie nun der Nekoma Oberschule gegenüber, die sie bereits aus vielen Testspielen kennen. Zumal die beiden Teams eine lange Geschichte haben. Anpfiff für das Schlacht am Müllplatz. – Spannend, spannender, Haikyu. Emotionsgeladen, bringt die Charaktere auf den Punkt und überzeugt in der Inszenierung.

Filme – auf großem Fernseher gesehen

Erneut gesehen habe ich: Corpse Bride – Hochzeit mit einer Leiche (Noch immer ein schöner Stopmotion-Film), Catch me if you can (Noch immer beherrscht der Film den schmalen Grad zwischen Humor und Spannung) und Batman Begins (Ein gelungener Auftakt der Reihe).

Godzilla Minus One: Am Ende des zweiten Weltkriegs landet der Guerilla-Flieger Kōichi Shikishima auf einer Insel mit einem vermeintlichen Schaden am Flugzeug. In dieser Nacht greift jedoch Godzilla diese Insel an und nur Shikishima und ein Ingenieur überleben. Zurück in Tokyo steht er vor den Ruinen seines Elternhauses. Auf dem Markt läuft er einer Frau über den Weg, die ein Baby aufgenommen hat. Kurzerhand zieht diese bei ihr ein und in der Zeit des Wiederaufbaus arrangieren sie sich irgendwie. Doch dann taucht Godzilla wieder auf und zerstört Tokyo. Und Shikishima schließt sich einer Gruppe an, die einen Plan austüfteln, um Godzilla zu stoppen. – Mehr Charakterdrama als großer Monsterfilm und kann gerade deswegen überzeugen.

The Dark Knight: Der Joker ist nach Gotham gekommen und fordert Batman heraus. Er spielt den Untergrund gegeneinander aus und fordert, dass Batman die Maske abnimmt, sonst würde er weiter töten. Im Zwiespalt tut er sich mit dem Anwalt, und neuen Liebhaber seiner Ex Rachel, Harvey Dent zusammen, um gegen den Joker anzutreten. Doch dabei sind Verluste vorprogrammiert. – Nicht umsonst der stärkste Film der Reihe mit einem brilliant spielenden Heath Ledger als Joker.

The Dark Knight Rises: Nach den Ereignissen im vorherigen Film hat Bruce Wayne die Rolle des Rächers an den Nagel gehängt. Doch dann taucht Bane auf und fordert eine Revolution in Gotham. Während sich Batman mit Catwoman einlässt, merkt er jedoch schnell, dass er gegen Bane nicht ankommt. Auch Comissioner Gordon kommt an seine Grenzen. Und während Batman von Bane weggesperrt wurde, nimmt er die Stadt Stück für Stück ein. Wird der dunkle Ritter aufsteigen? – Sehr langer Film, der aber auch viel zu erzählen hatte. Kann deswegen aber auch nicht mehr mit seinen Vorgängern mithalten.

Filme – leider in diesem Monat verpasst

A quiet place – Tag 1: Nach zwei grandiosen Filmen des Genres gibt es nun das übliche Prequel. Obwohl wir in Part II bereits einige Einblicke in diesen Tag bekamen, wird die Geschichte nun noch einmal aus einer anderen Perspektive erzählt. Der Trailer sah ganz spannend aus und ich bin sehr gespannt.

Ganz knapp nicht auf die Liste geschafft hat es: The Bikeriders

Serien – ein etwas ausführlicherer Überblick

Erneut gesehen habe ich: Die Gummibärenbande – Staffel 2 (Und habt ihr schon einen Ohrwurm?)

Gordon Ramsay – Uncharted Showdown – Staffel 1 (Eigentlich nur wegen der Walesfolge angefangen, aber doch interessant genug, um auch die anderen Folgen zu sehen)

Meisterdetektiv Ron Kamonohashi – Staffel 1 (Gelungene Umsetzung des Mangas, der die einzelnen Fälle gut in Szene setzt)

Criminal Minds – Staffel 5-6 (Ein bisschen mehr Drama um die Charaktere, aber der Fokus bleibt bei den Fällen. Weiterhin schön zum nebenbei schauen)

Die Tagebücher der Apothekerin – Staffel 1 (Farbenfrohe Umsetzung des Mangas, der den Geist gut einfangen kann und charismatisch rüberbringt)

Goedam – K-Drama (Kurzweilige Horror-Anthologie über Großstadtmythen. Erklärt leider nichts dazu, aber man ist schnell durch)

Ready, Set, Love – Thai-Drama (Spannende Grundgeschichte und kann die Spannung durchgängig halten, zumal interessante Charaktere aufgebaut wurden)

Doctor Who (2024) – Staffel 1 (Der „Neustart“ funktioniert wunderbar und bringt die Serie auf das frühere Niveau zurück. Habe die Staffel wieder sehr gern gesehen)

The Avengers – Earth Mightiest Heroes – Staffel 1 (Nach Jahren endlich mal die Staffel beendet. Kann die Einführung der Charaktere am Anfang nicht durchgängig halten und schafft es nicht die spannenden Geschichte zu halten)

Gabriel Drop Out – Staffel 1 (Nette Grundidee, schafft es leider nicht die Geschichte interessant zu halten, aber nett für zwischendurch)

Bridgerton – Staffel 3 (Die große Enthüllung steht bevor, worauf sich die Serie auch etwas zu sehr konzentriert und mir daher die Gefühle nicht richtig vermitteln konnte)

Mein Lesemonat

Bücher insgesamt: 16
Seiten insgesamt: 4.981
Seiten pro Tag: 166 im Durchschnitt
Gebundenes Buch: 1
Taschenbuch: 8
Comic/Manga/Graphic Novel: 6
Hörbuch: 1

Erneut gelesen habe ich Spiritus Daemonis Folge 2 Teil 1 (Vorbereitung für Teil 2 war wieder sehr witzig und abgedreht)

Wie das Leuchten von Bernstein: Marie ist glücklich mit ihrem Verlobten und ihren Blumenladen in München. Doch als beides zerbricht, bleibt ihr nichts anderes übrig als zu ihrer Oma nach Hiddensee zu fliehen. Der Ort, von dem sie damals ebenfalls geflohen ist und nie zurückkehren wollte. – Netter Sommerroman für zwischendurch, der ein bisschen zu stark das Drama künstlich aufbaut, aber durch die Charaktere funktioniert.

Divine Rivals: Nachdem Iris Bruder Forest an die Front in einem göttlichen Krieg gezogen ist, nimmt sie die Stelle bei einer Zeitung an, um sich als Kollumnistin zu beweisen. Doch ihr Konkurrent Roman hackt gern auf ihrem Aussehen herum. Zu Hause schreibt Iris auf ihrer Schreibmaschine Briefe, die aber nie ihren Bruder an der Front erreichen, sondern auf magische Weise bei Roman auftauchen. – Sehr starke Geschichte, die Gräuel des Krieges so realistisch und doch auf eine fantastische Ebene zu bringen weiß.

A man and his cat 2: Wir bekommen neue Einblicke aus dem Alltag des alten Mannes mit seinem neuen Kater. Wie er aufblüht, wie die Neuigkeit aus seiner Arbeit aufgenommen wird und wir bekommen auch Erinnerungen an früher. – Weiterhin super süßer Manga, der mir regelmäßig ein „Aaawwww“ entlockt hat.

Die Tagebücher der Apothekerin 8: Ein Freikauf auf dem Rokushokan steht bevor. Wir erfahren mehr über Maomaos Geschichte und ihren Vater und auch Jinshi kommt sie wieder näher. – Die Geschichte geht stark weiter und schafft es auch weiter Handlung zu haben.

Nordseesterne: Louisa wollte immer Köchin werden. Stattdessen arbeitet sie in der Firma ihrer Mutter und sieht sich einem Antrag des stellvertretenden Chefs gegenüber. Von ihrer Mutter gedrängt, kommt sie nicht einmal dazu, den Antrag abzulehnen, doch ein Gehirntumor ihrer Mutter veranlasst die beiden zu einer Auszeit in Greetsiel. Die Heimat ihrer Mutter birgt einige Überraschungen. Und dann ist da Holger, der Koch, dem Louisa aushilft, und ihr Herz höher schlagen lässt. – Leider sehr viel unangenehmes Drama, daher als leichte Strandlektüre eher ungeeignet.

Starlight Witch: Juna ist eine Sternenhexe, hat aber nur geringes magisches Potential. Auf ihrer Heimatinsel hat sie daher ein Café eröffnet und ist in ihrem Alltag glücklich. Nur leider ist das alljährliche Hexentreffen wieder auf der Insel. Inklusive eines Wettkampfes der Jugend, zu der sie natürlich nicht eingeladen wurde. Bis sie irgendwie in den Wettkampf gezogen wird. Nun muss sie beweisen, was wirklich in ihr steckt. Denn ihr Leben könnte davon abhängen. – Tolle Geschichte mit ein paar kleineren Kritikpunkten, funktioniert wunderbar als Einzelband, hat tolle Charaktere und eine starke Protagonistin.

Stadt der träumenden Bücher – Graphic Novel Band 1-2: Der Lindwurm Hildegunst von Mythennetz bekommt von seinem Paten ein Manuskript, das durch und durch perfekt ist. Um mehr darüber herauszufinden, macht sich der Lindwurm auf in die Stadt der Bücher. Doch dort gerät er in ein Netz aus Lügen und Intrigen, die ihm das Leben kosten könnten. – Toll gezeichnet mit vielen guten Ideen, konnte mich aber final nicht überzeugen.

Herzklopfen im kleinen Bonbonladen am Meer: Marla träumt schon ihr ganzes Leben davon nach Sylt zu ziehen. Als sie kurz davor ist, sich ihren Traum zu erfüllen, taucht ich Freund Johann einfach ab. Kurzerhand versucht Marla das beste aus der Situation zu machen und besucht eine Freundin auf der Insel. Schon auf dem Autozug lernt sie den sympathischen Peer kennen, der sie ins Zuckerhüs einlädt, dem Bonbonladen seiner Großmutter. Dort verliebt sich Marla nicht nur in den kleinen Laden. Doch kann ein Neuanfang so einfach sein? – Ein paar zu viele Zufälle und das Sommergefühl kam nicht so richtig rüber, obwohl sich dafür sehr viel Mühe gegeben wurde.

My genderless Boyfriend 5: Im finalen Band der Reihe nimmt Meguru Abstand von den Unicorn Boys und stellt sich neuen Aufgaben. Auch Wako bekommt neue berufliche Chancen. Und auch ihre Beziehung wird auf das nächste Level gebracht. – Die Reihe ist eine absolute Herzensreihe und auch der finale Band kann mich wieder komplett überzeugen. Die Reihe ist herzlich, cosy und einfach zum verlieben.

Could it be love?: Bonnie hat für jeden ihrer Crushes eine eigene Playlist. Doch ihren aktuellen Crush Dee anzusprechen, traut sie sich nicht. Lieber erstellt sie eine weitere Playlist. Doch als sie im Plattenladen ihres Vertrauens eine alte Playlist hört, wird sie in eine alternative Realität geschleudert und steht auf einmal ihrem ersten Crush gegenüber. Und bei dem einen Mal soll es nicht bleiben. Und Bonnie lernt, was hätte sein können, wenn sie mutig gewesen wäre. – Ich mochte die Idee und die Geschichte sehr, aber irgendwie fehlte der Funken, der mich ans Buch fesselte. Ich kann aber nicht sagen, woran es lag.

Die Prinzessin von Atlantis: Zwei Jahre sind seit den Ereignissen des ersten Bandes vergangen. Ria und Percy gehen sich in Oceana, der letzten Festung der Nachfahren der Atlanter, noch immer getrennte Wege. Doch als Intrigen in die Tat umgesetzt werden und so ihrer aller Leben in Gefahr ist, müssen sie erneut eine Seite wählen. Aber wird es die Richtige sein? – Gelungener zweiter Band, der die Geschichte gut fortführt und neue Baustellen aufmacht. Bin sehr gespannt auf das große Finale.

Spiritus Daemonis – Folge 2 Teil 2: Die Spukbusters versuchen noch immer das Rätsel um den wiederaufgestandenen Patienten zu lösen. Dabei bekommt Vince im Jenseits nochmal neue Informationen, die sie auf eine heiße Spur führen. – Spannende Weiterführung der Geschichte mit einem Schauplatzwechsel, der es einem nochmal schwieriger macht das Buch aus den Händen zu legen.

Drachenregen: Der Sohn des Drachengotts rettet einen gewöhnlichen Sterblichen vor dem Tod und stellt ihn als Diener ein. Aber wieso reagiert er so merkwürdig auf den Sterblichen? Und dann muss er sich auch noch den Gefühlsausbrüchen seines Vaters widmen, die die Macht haben große Zerstörung anzurichten. – Mein erster Boyslove Manga, der mich aber nicht abholen konnte. Die Gefühle kommen überhaupt nicht richtig rüber und zudem ist die Geschichte mehrfach problematisch. Schade.

Miss Moon höchst geheimer Club ungewöhnlicher Hexen: Mika Moon bekommt eine seltsame E-Mail und wird nach Nowhere House gerufen, wo sie feststellen muss, dass dort gleich drei ungelernte Junghexen Zuflucht gefunden haben. Nur, dass das komplett gegen die Regeln ist. Doch Mika nimmt sich der Aufgabe an und scheint zum ersten Mal ein Zuhause zu haben. Nur, dass Geheimnisse und der bevorstehende Besuch eines Anwalts das Glück schnell zerstören könnten. – Super cozy Geschichte mit super lieben Charakteren. Habe mich von Anfang bis Ende in die Geschichte verliebt, auch wenn es am Ende ein bisschen zu schnell ging.

Wie war euer Juni? Was waren eure Highlights?

Alles steht Kopf 2

Ein Vorwort

Pixar war irgendwie nie das Studio, was meine Lieblingsfilme produzierte. Mit Toy Story, dem Steckenpferd, konnte ich nie etwas anfangen und nach ein paar ganz süßen Filmen, wie Findet Nemo, kamen auch nicht so die Filme, die mich unbedingt interessierten oder begeistern konnten. Bis 2015 Alles steht Kopf heraus kam. Der Film konnte mich nachhältig begeistern und hat einen ewigen Platz in meinem Herzen bekommen. Umso aufgeregter war ich, dass nun nach fast 10 Jahren doch noch ein zweiter Teil herauskam. Gleichzeitig war die Angst groß. Was, wenn er mit meinen Erwartungen nicht mehr mithalten konnte? Ob diese Befürchtung berechtigt ist oder nicht, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Riley ist inzwischen 13 Jahre alt und plant mit ihren Freundinnen an einem Eishockey-Camp teilzunehmen. Doch dort eröffnen ihre Freundinnen ihr, dass sie im nächsten Jahr nicht auf die gleiche Highschool gehen werden. Gleichzeitig herrscht in Rileys Kopf helle Aufregung, denn nicht nur wurde die Kontrollkonsole der Emotionen angepasst, es ziehen auch vier neue Emotionen ein. Und gerade Zweifel versucht das beste aus Rileys Situation rauszuholen, sieht in Freude aber eine Bedrohung. Kann das gut gehen?

Meine Meinung

Während wir im ersten Teil die Emotionen Freude, Ekel, Wut, Angst und Kummer kennenlernten und die Probleme nach einem Umzug in eine neue Stadt durchlebten, steht nun die Pubertät vor der Tür. Riley durfte also auch in der Zeit zwischen den Filmen wachsen und sich weiter entwickeln.
Und wie es so in der Pubertät üblich ist, treten die Emotionen wesentlich stärker auf, die Stimmungsschwankungen sind größer und ganz neue Probleme treten auf. Dies wird im Film verdeutlicht durch das Auftauchen von vier neuen Emotionen. Während Peinlich, Neid und Ennui (französisch für Langweile und wird als Emotionen mit der typischen Kein Bock Einstellung von Pubertierenden gleichgesetzt) vergleichsweise kleine Auftritte haben, ist es vor allem Zweifel, die hier voll in ihrem Element ist.
Und auch, wenn sie zwischendurch beinahe als Antagonistin genutzt wird, ist der Beweggrund die Geschichte so zu erzählen, durchaus nachvollziehbar. Denn Entscheidungen, die man früher ganz anders getroffen hätte, bekommen nun auf einmal eine ganz neue Wichtigkeit. Das Bedürfnis dazuzugehören und die Angst vor der Zukunft (die hier auch Zweifel zugesprochen wird) sind vermutlich jedem noch gut bekannt.
So werden die Themen der Pubertät gut angesprochen und die Entwicklung zur Akzeptanz der eigenen Zweifel wird gut aufgezeigt. Manko an der Geschichte ist allerdings, dass dieser komplette Pubertätsentwicklungsschritt an einem einzigen Wochenende erzählt wird. Dass das natürlich länger Zeit braucht und teilweise auch im Erwachsenenalter noch nicht geschafft ist, kommt leider etwas zu kurz. Aber so ist das nun mit einem Film, der eine begrenzte Länge hat.
Auch wird hier vieles aus dem ersten Film wieder verwertet, so dass das Entdecken des Kopfes und wie sich alles vorgestellt wird, etwas kürzer kommt. Zeitgleich ist es natürlich auch verständlich, weil es nicht logisch wäre, hier alles abzuändern, und die ein oder andere Neuerung wurde auch versucht einzuführen, wie beispielsweise das Ich-Gefühl. Dennoch fehlt ein bisschen das Neu-Gefühl und insgesamt kann der Film durch weniger Innovativität punkten. Das ist aber auch einfach das Schicksal einer Fortsetzung.
Dennoch hat der Film wieder seine deutlichen Stärken und beweist wieder einmal das Feingefühl, sowohl Jung als auch Alt abzuholen und einen Film zu schaffen, den man auch gut mit Kindern schauen kann, um einige Dinge zu erklären und besprechen zu können. Gerade in Vorbereitung auf die Pubertät ist der Film gut geeignet, schafft es aber auch darüber hinaus zu unterhalten.
Mit ein paar weniger zitierfähigen Onelinern, dafür aber nochmal mehr Tiefgang als der erste Film, schafft er es seine positive Grundhaltung aufrecht zu halten und zeigt wieder einmal, was Animationsfilme noch alles können. Der Kinobesuch lohnt sich dafür auf jeden Fall!

Das Fazit

Alles steht Kopf 2 bleibt zwar im Schatten seines herausragenden ersten Teils zurück, schafft es aber wieder, mit kleineren Abstrichen, eine tolle Geschichte zu erzählen, mit ordentlich Tiefgang und doch kindergerecht zum verstehen. Ein Spaß für Jung und Alt. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.

Alles steht Kopf 2 läuft seit dem 13.06.2024 in den deutschen Kinos

Sommerlektüren – Ausgabe 2024

Es ist Sommer!
Und da ich frisch von einer Auszeit an der Küste komme, wird es doch direkt wieder Zeit für meine alljährlichen Sommerlektüren. Drei Bücher habe ich mir dieses Jahr herausgesucht und stelle euch die heute vor – natürlich mit Sommerlektürenfaktor!
Die Beiträge der letzten Jahre findet ihr hier: 2023 2022 2021 2020 2019

Wie das Leuchten von Bernstein

Die Handlung: Marie ist glücklich mit ihrem Verlobten und ihren Blumenladen in München. Doch als beides zerbricht, bleibt ihr nichts anderes übrig als zu ihrer Oma nach Hiddensee zu fliehen. Der Ort, von dem sie damals ebenfalls geflohen ist und nie zurückkehren wollte.

Meine Meinung: Sommer, Sonne, Strand, ab und an mal ein kleineres Gewitter. Das ist die Situation in Das Leuchten von Bernstein, die sehr gut zu meinen üblichen Sommerlektüren passt. Auch die Pension ihrer Oma und die Liebe zum Essen und Kuchen passt perfekt. Auch über die Situation, wie sie nach Hiddensee kommt, die schon etwas konstruiert wirkt, kann man noch gut hinwegsehen. Die Charaktere sind liebevoll gestaltet, auch wenn mir eine gewisse Inselschamanin zwischendurch ein bisschen zu überzeichnet war. Leider ist es gerade die Liebesgeschichte, die Schwächen aufweist. Denn die Geschichte, wie sie sich von ihrer Jugendliebe entfernt hat, nur um ihn jetzt wiederzutreffen, hätte schon in wenigen Sätzen geklärt sein können. Stattdessen wurde viel Drama gemacht, anstatt, dass Leute mal miteinander reden. Doch auch hier gab es witzige Szenen und ich bin durch den angenehmen Schreibstil gut durch die Seiten geflogen. Aber am Ende kommt dann doch alles etwas schnell und übertrieben und nimmt irgendwie den Wind aus den Segeln. Zumal mir erst dann aufgefallen ist, dass „Dein Flüstern im Meereswind“, das ich 2022 gelesen habe, tatsächlich der zweite Band dazu ist und ich so den Ausgang irgendwie schon kannte. Grundsätzlich also kein schlechtes Buch, aber irgendwie doch zu viele Stolpersteine, um sich gänzlich drin verlieren zu können.

Sommerlektürenfaktor: ****

Nordseesterne

Die Handlung: Louisa wollte immer Köchin werden. Stattdessen arbeitet sie in der Firma ihrer Mutter und sieht sich einem Antrag des stellvertretenden Chefs gegenüber. Von ihrer Mutter gedrängt, kommt sie nicht einmal dazu, den Antrag abzulehnen, doch ein Gehirntumor ihrer Mutter veranlasst die beiden zu einer Auszeit in Greetsiel. Die Heimat ihrer Mutter birgt einige Überraschungen. Und dann ist da Holger, der Koch, dem Louisa aushilft, und ihr Herz höher schlagen lässt.

Meine Meinung: Eigentlich wollte ich von der Autorin das Buch „Strandkorbbriefe“ lesen, habe aber beim Bestellvorgang festgestellt, dass es erst im nächsten Jahr erscheint und ich beim Stöbern in den Vorschauen wohl darüber gestolpert bin. Dabei fiel mir aber auch auf, dass es der zweite Teil der Nordsee-Reihe der Autorin Marie Merburg sein wird und warum dann nicht mit Band Eins anfangen? So richtig warm geworden bin ich mit der Geschichte leider nicht. Louisas Mutter war so unsympathisch und unfassbar übergriffig, dass sich keine richtige Mutter-Tochter-Geschichte aufbauen konnte. Immer, wenn die Annäherung stattfand, kam ein neues Geheimnis der Mutter ans Licht, was alles wieder zunichte machte. Die Geschichte rund um Holger, das Restaurant und die typischen ostfriesischen Gerichte war dann schon deutlich angenehmer und barg eine schöne Liebesgeschichte. Sobald es um den Teil ging, habe ich das Buch sehr gern gelesen, leider mussten wir immer wieder zum anderen Plotstrang zurückkehren. So ist das Buch insgesamt nicht wirklich schlecht, aber teilweise schwierig und keinesfalls eine fluffige Sommergeschichte.

Sommerlektürenfaktor: **

Herzklopfen im kleinen Bonbonladen am Meer

Die Handlung: Marla träumt schon ihr ganzes Leben davon nach Sylt zu ziehen. Als sie kurz davor ist, sich ihren Traum zu erfüllen, taucht ich Freund Johann einfach ab. Kurzerhand versucht Marla das beste aus der Situation zu machen und besucht eine Freundin auf der Insel. Schon auf dem Autozug lernt sie den sympathischen Peer kennen, der sie ins Zuckerhüs einlädt, dem Bonbonladen seiner Großmutter. Dort verliebt sich Marla nicht nur in den kleinen Laden. Doch kann ein Neuanfang so einfach sein?

Meine Meinung: Der Anfang erinnerte mich sehr an „Wie das Leuchten von Bernstein“, was irgendwie ein seltsamer Zufall in diesem Jahr war. Doch das Buch schafft sich schnell davon zu distanzieren und eine eigene Geschichte zu erschaffen. Wir haben hier Sonne, Strand, Meer und die Autorin versuch möglichst viel vom Charme der Insel einzufangen. Das gelingt ihr auch stellenweise sehr gut, auch wenn es manchmal fast zu viel ist. Die ganzen Orte werden zwar gut beschrieben, aber ich bin einfach nicht richtig reingekommen. Obwohl ich es sogar in meinem Strandurlaub gelesen habe und selbst im Strandkorb saß, das Rauschen der Wellen und das Kreischen der Möwe im Ohr, konnte sich die Urlaubsstimmung des Buches nicht auf mich übertragen. Vielleicht liegt es auch an der Handlung, denn die ist ganz schön konstruiert. So oft, wie sich Marla und Peer „zufällig“ über den Weg laufen, ist es einfach nicht mehr glaubwürdig. Gefühlt in jedem Kapitel treffen sie sich ganz zufällig wieder. Und das, obwohl Sylt mehrere Orte hat und durchaus zu den größeren Inseln zählt. Wenn man darüber hinwegsehen kann, bekommt man aber eine schöne Liebesgeschichte und gerade die Szenen im Zuckerhüs sind zuckersüß. Und auch, wenn der Anfang sich ganz schön zieht, gibt das Ende noch einmal ordentlich Gas. So ist es hintenraus doch irgendwie eine schöne Geschichte, braucht aber viel zu lange, um sich zu entwickeln und dreht sich zwischendurch einmal zu oft im Kreis.

Sommerlektürenfaktor: ***

Habt ihr eins der Bücher gelesen? Wie hat es euch gefallen?

Urlaubsankündigung

Ich bin dann mal weg!

Wales – grüne Wiese im Hintergrund eine Bucht und davor eine jubelnde Frau

Ich gönne mir mal wieder eine Auszeit und bin ein wenig auf Reisen. Daher kommt bis einschließlich 25.06.2024 hier kein Beitrag. Danach je nachdem, wie ich Zeit habe.

Updates gibt es wie immer auf meiner Instagramseite ( instagram.com/shalima_dreams_on ).

Wir lesen uns!

Furiosa – A Mad Max Story

Ein Vorwort

2015 konnte George Miller mit Fury Road beweisen, wie gute Action geht. Trotz geringer Handlung war man an die Filmleinwand gefesselt und kam aus dem Staunen kaum heraus. Nun beinahe 10 Jahre später darauf ein Spin-off zu gestalten, ist irgendwie schon ein Zeichen dafür, dass es Hollywood weiterhin an neuen Ideen fehlt. Warum auch der Film nicht wirklich überzeugt, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Inmitten einer größtenteils unbewohnbaren Welt wächst Furiosa im grünen Tal auf, eine grüne Oase im Outback. Von dort wird sie entführt und Dementus, dem Anführer einer Motorradgang, gebracht, der sie adoptiert, um den Weg zum grünen Tal zu erfahren. Doch selbst die Folter ihrer Mutter, die ihr folgte, bringt Furiosa nicht zum reden. Also versucht Dementus stattdessen die Zitadelle von Immortan Joe einzunehmen.

Meine Meinung

Furiosa trägt den Beinamen A Mad Max Story, da namensgebender Herr nicht auftaucht. Furiosa – ein Drama in fünf Akten wäre aber genauso passend – oder gar passender – gewesen. Denn der Film ist tatsächlich in fünf Akte unterteilt, wie wir direkt am Anfang erfahren. Inklusive Schwarzblende und Kapitelüberschrift. Diese fünf Sinnabschnitte der Geschichte sind zwar irgendwie zusammenhängend, zeigen aber auch, dass in der Geschichte immer wieder größere Zeitsprünge dabei sind. Denn von Furiosas Kindheit bis zum Beginn von Fury Road ist so ziemlich alles dabei. Die einzelnen Abschnitte lassen sich dennoch zu einer großen Geschichte zusammenfügen.
Dabei haben sie alle das gleiche Problem: Sie sind viel zu lang. Hatte Fury Road eine Lauflänge von 120 Minuten, bringt es die Vorgeschichte nun auf stattliche 148 Minuten. Macht durchschnittlich ca. 30 Minuten pro Abschnitt. Diese haben aber selten genug Handlung dafür bzw. wiederholen sich auch gern in ihrem gezeigten immer wieder. So haben wir nicht eine atemraubende Verfolgungsjagd, die in allen Facetten gezeigt wird und in ihrer Brachialität die Zuschauenden vom Hocker zu hauen weiß, sondern immer wieder einzelne Verfolgungsjagden, die aber nie an den Vorgänger heran zu kommen weiß. Dabei will er natürlich auch kein zweites Fury Road sein.
Die Actionszenen sind zwar weiterhin auf hohem Niveau, aber die Verfolgungsjagden scheinen sich einfach nur zu doppeln und holen einen einfach nicht mehr ab. Egal, wie viel Zerstörung angerichtet wird und wie gut die Stunts aussehen. Man hat sie gesehen und dabei bleibt es. Hier hätte es vermutlich wirklich geholfen, wären die Abschnitte zusammengekürzt worden. Auch der Soundtrack kann nicht so richtig für Spannung sorgen. Nur, wenn das Theme aus Fury Road wieder eingespielt wurde, hatte ich einmal mehr das Gefühl voll in der Szene drin zu sein. Darüber hinaus hatte der Soundtrack keinerlei Wiedererkennungswert.
War ich nach dem Trailer von der Besetzung von Anya Taylor-Joy und Chris Hemsworth nicht wirklich überzeugt, so kann der Film doch zeigen, dass die beiden defintitiv nicht das Problem sind. Während Hemsworth seine Rolle geradezu lebt, zeigt Taylor-Joy endlich mal wieder, warum sie als Schauspielerin so groß gefeiert wird. Denn gerade in ihren letzten Filmen hatte ich das Gefühl, dass sie ihren halb arrogant-herablassenden Gesichtsausdruck zu sehr perfektioniert hatte, um ihn wieder ablegen zu können. Sei es in Das Damengambit, Last Night in Soho, New Mutants oder zuletzt The Menu überall war dieser typische Gesichtsausdruck omnipräsent. Doch diesen vermochte sie durchaus abzulegen und konnte ihre Furiosa gut umsetzen und die Emotionen gut rüberbringen, auch wenn vieles gewollt hinter einer unbeeindruckten Fassade blieb.
So hatte Furiosa eine interessante Protagonistin, deren Geschichte durchaus Potential hatte, gute Schauspieler und ein gutes Setting. Abe durch die Länge und die Wiederholungen bei der Action, konnte er mich nicht final abholen.

Das Fazit

Furiosa bietet eine interessante Vorgeschichte der namensgebende Protagonistin, schafft es aber nicht sich über die Länge zu halten, da alle fünf Akte zu lang geraten sind. Selbst ein tolles Setting und gute engagierte Darstellende konnten die Langatmigkeit nicht aufhhalten. Dafür gibt es 06 von 10 möglichen Punkten.

Furiosa – A Mad Max Story läuft seit dem 23.05.2024 in den deutschen Kinos

Eine Handvoll (oder mehr) Bücher – 5/24 – Pride Month Special

Es ist Juni und damit Pride Month. Bedeutet, dass jedes Jahr im Juni die LGBTQIAP+ Gemeinde zu verschiedenen Veranstaltungen, inkl. dem Christopher Street Day, aufruft und so für ihren Kampf auf Gleichberechtigung aufmerksam macht. Beginnend waren die Stonewall Unruhen von 1969, die als Beginn des Kampfes für Rechte und Gleichberechtigung angesehen wird. Wir haben seitdem einen wunderbaren Wandel in vielen Ländern erlebt, aber noch immer sind wir weit von realer Gleichberechtigung entfernt. In diesem Beitrag soll es um ein paar Lesetipps gehen, die sich mit LGBTQIAP+ befassen. Es handelt sich lediglich um eine kleine Auswahl, gerne könnt ihr mit eure liebsten Bücher zu diesem Thema nennen.

Loveless

Die Handlung: Georgia hat nur ein Ziel: Geküsst zu werden, bevor es aufs College geht. Doch sie verspürt so gar keine Anziehung zu egal welchem Geschlecht. Auch auf dem College geht die Sehnsucht weiter. Küssen und Beziehungen gehören doch zum Erwachsen werden Prozess dazu, oder? Doch wieso fühlt Georgia nichts davon?

Warum das Buch so wichtig ist: Mein erster Roman von Alice Oseman und definitiv nicht der Letzte! Hier haben wir auch eine Repräsentation, die noch mit am wenigsten im Buchmarkt vorhanden ist (belehrt mich gern eines besseren): Das A in LGBTQIAP+. Wir reden von Ace und Aro, also A-Sexualität und A-Romantik. Hier herrschen noch so viele Vorurteile und die Unaufgeklärtheit ist selbst in queeren Reihen teilweise noch stark vertreten, was hier ebenfalls wunderbar angesprochen wurde. Es geht nicht nur um Georgia, sondern auch um ihr Umfeld, deren Reaktionen und auch die Reaktionen in einer queeren Gruppe, die eigentlich unterstützen sollte. Ein Buch, das mit der Nähe zur Protagonistin so viel Aufklärungsarbeit leistet und doch immer wieder betont, dass sie nur eine Geschichte von vielen erzählt und es nicht alle als gleich erleben.

Boris

Die Handlung: Boris, ein Vampir, hat seine Ausbildung beim thaumaturgischen Notdienst beendet und fängt in der Abteilung von Martin van Helsing, ein Werwolf, an. Gleich an seinem ersten Tag gibt es einen Anschlag auf eine Blutbank und kurz darauf eine gescheiterte Vampirverwandlung. Boris lassen beide Fälle nicht los. Gibt es eine größere Verschwörung? 

Warum das Buch so wichtig ist: Während die queere Repräsentation in Liebesromane schon deutlich zugenommen hat, wie meine diesjährige Auswahl zeigt, so sind die anderen Genres leider noch etwas schwieriger zu finden. Denn auch, wenn ich versuche diese Liste so breitgefächert wie nur möglich zu gestalten, waren diesmal einfach kaum andere Bücher dabei (vielleicht sind sie auch einfach nur an mir vorbei gegangen). Aber mit Boris haben wir die Genres Fantasy und Krimi abgedeckt. Das Spin-off zur Mona Reihe beschäftigt sich diesmal mit Boris. Dieser ist in seinen Vorgesetzen verknallt. Das wird auch immer wieder mit thematisiert, aber an vorderer Stelle steht die Charakterentwicklung und der Kriminalfall. Wir treffen auch wieder auf das polyamuröse Dreiergespann aus dem letzten Mona Band, was mich zusätzlich noch freute.

You are my sun

Die Handlung: Jae-Sun hat sich seinen Traum erfüllt und seinen eigenen Mangaladen eröffnet. Seit zwei Jahren beobachtet er nun schon den schweigsamen Henry, der jeden Freitag kommt, um ein Gacha zu ziehen. Bis er sich endlich traut ihn um ein Treffen zu bitten. Doch Jae-Sun muss mit seiner Angst vor Ablehnung zurecht kommen und auch Henry trägt Geheimnisse mit sich rum.

Warum das Buch so wichtig ist: Hier haben wir die Geschichte einen jungen Mangabesitzers, der sein Coming Out bereits hinter sich hatte und seines Schwarms, der erst nach und nach versucht sich und seine Sexualität zu entdecken. Der sich auch gar nicht labeln möchte, sonder nur weiß, dass er verliebt ist. Doch die beiden haben beide ihre Probleme, sei es mit Zurückweisungen, weil sie einfach zu oft schon erlebt wurden, oder mit der erfahrenen Ausgrenzung durch Queerness. Das alles ist leider real und in dieser wunderbaren Geschichte verarbeitet.

The 99 boyfriends of Micah Summers

Die Handlung: Micah hatte in seinem Leben bereits 99x einen Crush auf einen Jungen. Diese hat er auf seinem Instagramkanal als Zeichnungen festgehalten. Leider hatte er aber noch nie ein Date bzw eine Beziehung. Mit Crush 100 soll alles anders werden. Und als er in der Bahn den perfekten Jungen trifft, ist er sich sicher. Das ist Crush 100. Aber sie wurden getrennt, ehe er auch nur den Namen erfahren konnte. Und so beginnt eine Suche durch Chicago. 

Warum das Buch so wichtig ist: Hier haben wir eine Geschichte, die zeigt, dass es als queerer Mensch halt auch schwierig sein kann, wenn man einen Crush hat, aber einfach nicht weiß, ob der andere ebenfalls passend queer ist. Als hetero Mensch ist die Auswahl einfach wesentlich größer. Und selbst, wenn alles zu passen scheint, ist eben doch nicht alles sofort perfekt. Und ganz nebenbei ist es auch einfach eine süße Geschichte.

Wie Wellen im Sturm

Die Handlung: Louise bekommt die Chance ihr Schreibtalent im Internat Schloss Mare zu verbessern. Dafür lässt sie ihre Familie zurück und stellt sich der ganz neuen Welt. Im Fußballteam findet sie schnell Anschluss und Freundinnen. Nur ihre Mitbewohnerin Mika ist ziemlich verschlossen, vor allem da Louise durch Zufall ein Geheimnis von ihr erfährt. Zeitgleich schlägt ihr Herz in Mikas Nähe unglaublich schnell. Was haben diese Gefühle zu bedeuten? 

Warum das Buch so wichtig ist: Auch hier haben wir eine queere Liebesgeschichte, diesmal reden wir über das L in LGBTQIAP+. Auch dieses kommt gefühlt immer noch kürzer als das männliche Pendant. Da wir hier auch ein relativ junges Paar haben, geht es hier auch viel um Selbstfindung, um das akzeptieren der eigenen Sexualität und natürlich auch um Coming Outs. Wir lernen, wie man als Ally helfen kann, wie man richtig zuhört und den Leuten ihre eigenen Entscheidungen überlässt. Auf jeden Fall eine Empfehlung und ich freu mich auf weitere Teile der Reihe.

Check & Mate

Die Handlung: Mallory hat Schach einst geliebt, doch inzwischen scheint es ihr ein Fluch zu sein. Doch als sie in einem Wohltätigkeitsturnier ausversehen den amtierenden Weltmeister Nolan Sawyer schlägt, wird sie wieder in die Welt des Profischachs gerissen. Denn Nolan will unbedingt erneut gegen sie antreten und Mallory braucht Geld für ihre Familie.

Warum das Buch so wichtig ist: Wieso das Buch drin ist, obwohl wir hier doch eine typische hetero Romanze zwischen einer Frau und einem Mann haben? Weil es das eben genau nicht ist. Mallory ist Bi und geht damit auch offen um. Sie hat sowohl Ex-Freunde als auch Ex-Freundinnen und nur, weil sie sich in diesem Buch in einen Jungen verliebt, macht sie das nicht weniger queer oder gar hetero. Bi-Sexuelle Menschen haben es in der Gemeinschaft immer noch sehr schwer, weil ihnen gern von beiden Seiten die Sexualität aberkannt wird. Nicht queer genug für die einen, weil sie eben auch in heteronormativ-gelesenen Beziehungen sind, und doch zu queer für die Heteronormative Mehrheit. Es ist auch nicht so, dass bisexuelle Personen sich nicht entscheiden können. Daher mag ich die Repräsentation in diesem Buch, wo offen damit umgegangen wird. Zwar werden die genannten Probleme hier ausgeschwiegen, da Mallorys Sexualität niemanden stört, aber der Fokus liegt hier auch auf Schach und der Charakterentwicklung. Trotzdem finde ich es schön, wenn bi sein auch einfach mal als normal dargestellt wird.

Die Kunst des Verschwindens

Die Handlung: Nico trifft durch Zufall die Schauspielerin Ellen Kirsch und freundet sich mit ihr an. Während jede Begegnung mit ihr, sich beinahe magisch anfühlt, scheint Ellen etwas zu bedrücken. Und dann verschwindet die Schauspielerin ohne ein Wort. Doch Nico kommt mit der Leere, die ihr Verschwinden hinterlassen hat, nicht zurecht. 

Warum das Buch so wichtig ist: Die Kunst des Verschwindens ist keine normale Romanze, sondern ein sehr nachdenkliches Buch. Durch die Aufmachung und Vermarktung gehört es vermutlich eher zur „gehobenen“ Literatur, also mit einem höheren Anspruch als der reinen Unterhaltung. Wir haben hier philosophische Ansätze und generell ist die Geschichte sehr nachdenklich. Und das schönste? Eine der beiden Protagonistinnen ist lesbisch und geht damit auch offen um. Also praktisch queere Repräsentation in einem Buch, das nicht unbedingt für eine junge Zielgruppe geschrieben wurde, zumal die Protagonistinnen auch schon etwas älter sind. Weil man eben nicht im Älterwerden merkt, dass alles nur „eine Phase“ ist.

Was sind eure queeren Leseempfehlungen? Schreibt mir gern!

IF

Ein Vorwort

Ryan Reynolds hat sich in letzter Zeit einen gewissen Ruf für Komödien erworben, beispielsweise mit Free Guy oder seiner ikonischsten Rolle Deadpool. So warb auch IF wieder mit witzigen Szenen und einem gewissen Humor. Trotzdem hat mich das Thema genug gereizt, um ins Kino zu gehen. Warum ich einen gänzlich unerwarteten Film, aber dennoch einen herzerwärmenden, bekam, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Bea ist 12 Jahre und hat bereits ihre Mutter an den Krebs verloren. Nun ist ihr Vater für einen Eingriff im Krankenhaus, weswegen sie seit Jahren wieder bei ihrer Großmutter einzieht. Dabei begegnet sie zwei merkwürdigen Wesen aus dem Dachgeschoss und einem Mann namens Calvin, der diese zu betreuen scheint. Es stellt sich heraus, dass es sich dabei um IFs, also ehemalige imaginäre Freunde handelt, deren Kinder inzwischen erwachsen sind. Bea nimmt sich der Aufgabe an, ihnen neue Kinder zu suchen und taucht dabei ein eine faszinierende Welt ein.

Meine Meinung

Zu Beginn war ich ja ein wenig skeptisch, was IF sein will. Witzige Kindergeschichte? Trauriges Drama? Ein typischer Film mit Ryan Reynolds, der zumindest in letzter Zeit ein Faible für ähnliche Rollen seit seinem Erfolg mit Deadpool. Sei es Free Guy, Killer’s Bodyguard (inkl. des desaströsen zweiten Teils) oder auch sein Meisterdetektiv Pikachu. Schon der Trailer schwankte irgendwie zwischen süßer Kindergeschichte und doch wieder dem bekannten Humor aus zuvor genannten Filmen – wenn auch weiterhin kindertauglich. Zeitgleich haben wir John Krasinski als Regisseur, der zuvor mit seinen A Quiet Place Filmen zwar überzeugen konnte, sich dort jedoch im Horrorgenre aufhielt. Nun auf einmal ein Kinderfilm. Konnte das funktionieren?
IF ist davon alles und zeitgleich nichts. Aber fangen wir doch am Anfang an. Denn hier dachte ich kurz augenrollend, dass Disney ihre traurige Vorgeschichte zurück haben will. Aber nein, schon hier beweist der Film sein Feingespür dafür komplexe Geschichten mit wenigen Bildern lebendig werden zu lassen. Wir erkennen die tiefe Verbundenheit der Familie, die zwar von der Krebserkrankung der Mutter geprägt ist, sich aber dennoch an den schönen Seiten des Lebens fest hält. Hier wurde nicht mit aller Macht auf die Tränendrüse gedrückt, sondern die kamen ganz natürlich, weil wir den Schmerz trotz der schönen Bilder fühlen konnten.
Dann müssen wir die Situation erst einmal neu erfassen. Bea kommt zu ihrer Großmutter, hat sich aber deutlich von ihrer Kindheit distanziert. Man erkennt den Schmerz über den Tod ihrer Mutter hinter der Fassade. Ihr Vater ist nun auch im Krankenhaus. Hier dauerte es ein wenig, um zu erkennen, dass es sich bei ihm eigentlich nur um einen kleinen Eingriff handelt, denn Beas Angst ist greifbar, nun auch ihr verbliebendes Elternteil zu verlieren.
Ab hier beginnt auch die Geschichte mit den IFs. Relativ spät, da wir vorher viel Exposition hatten, was aber für die Charakterentwicklung durchaus angebracht war. Auch die Welt und die verschiedenen IFs lernen wir nach und nach kennen und hier kommen beim Schmunzeln defintiv nicht nur Kinder auf ihre Kosten. Die Welt wird schrittweise vorgestellt und wird immer faszinierender. Hier zeigt sich einmal mehr die faszinierende Fantasy eines Kindes, die mit wundervollen Bildern gezeigt wird. Hiervon hätte es gerne mehr geben dürfen, aber die Geschichte hat andere Pläne.
Grundsätzlich ist der Trailer einfach schlecht geschnitten, da er tatsächlich die wenigen rein lustigen Szenen zeigt und so ein ganz falsches Gefühl des Films vermittelt. Denn er hat zwar seine witzigen Parts, aber geht doch viel tiefer. IF ist wie eine Umarmung an unsere Kindheit und zeigt, wie schön es ist, ein Kind zu sein, und wie gut uns unser inneres Kind auch beim Erwachsen sein helfen kann. Der Film geht tief unter die Haut und hinterlässt trotz teilweise trauriger Szenen und einer gut dosierten Portion Drama ein gutes Gefühl und füllt das Herz mit ganz viel Glücksgefühlen an.
Sowohl optisch als auch schauspielerisch kann IF eindeutig überzeugen. Er vermittelt nicht nur eine schöne Geschichte, sondern transportiert auch tolle Botschaften und holt damit Kinder wie Erwachsene gleichermaßen ab. Also wieder ein perfektes Beispiel, wie er schlecht vermarktet wurde und so viel mehr in sich birgt. Also lasst euch nicht abschrecken und gebt dem Film eine Chance.

Das Fazit

IF vereint eine traurige Grundstory mit jeder Menge Hoffnung und fühlt sich wie eine große Umarmung an. Eine tolle Optik und fantastische Szenen wechseln sich mit einer schönen Botschaft ab und hinterlässt eine Menge Glücksgefühle. Dafür gibt es 09 von 10 möglichen Punkten.

IF läuft seit dem 16.05.2024 in den deutschen Kinos

Rückblick auf das halbe Jahr 2024

Die Periode Dezember-Mai ist vorbei und damit wird es Zeit für meinen Halbjahresrückblick. Wie jedes Jahr geht es hier eher um ein kurzes Zwischenfazit als um ausführliche Besprechungen, gespickt mit Top 10 Listen. Dann starten wir auch direkt ohne weiteres Vorgeplänkel.

I. Filme auf großer Leinwand gesehen

15 Filme habe ich im ersten Halbjahr im Kino gesehen (-1 im Vergleich zum Vorjahr). Davon war einer ein Anime Special und einer ein Konzertfilm. Wie schon im letzten Jahr lag es weniger an meiner Unlust auf das Kino und mehr an der mangelnden Auswahl. Die wenigsten Filme auf meiner Liste habe ich verpasst. Daher auch diesmal eine verrringerte Liste (statt einer Top 10) – ohne Ranking:

  1. Wonka
  2. Girl you know it’s true
  3. All of us strangers
  4. Dune 2
  5. The Zone of Interest
  6. Back to Black
  7. IF
  8. Agust D – Day-Day Konzert

II. Filme – auf großem Fernseher gesehen

25 Filme liefen im ersten Halbjahr bei mir im Heimkino (+3 im Vergleich zum Vorjahr). Davon sind 3 Wiederholungstäter, 4 Konzertfilme, 4 Reportagen und 1 Netflix Original. Von meiner 12 für 2024 Liste sind 8 Filme gesehen. Meine Highlights auch hier in reduzierter Form – ohne Ranking:

  1. Leo
  2. The Whale
  3. Rendevous mit Joe Black
  4. Der Junge im gestreiften Pyjama
  5. Die Mumie
  6. BTS: Yet to come
  7. BTS. Happy ever after
  8. MX Friends
  9. MX University

III. Serien – ein kurzer Überblick

42 verschiedene Serien mit 77 Staffeln (+11 Serien/+36 Staffeln im Vergleich zum Vorjahr) habe ich im ersten Halbjahr gesehen. Meine Highlights – ohne Ranking:

  1. Goblin – K-Drama
  2. Buddy Daddies – Staffel 1
  3. CEO-dol Mart – K-Drama
  4. King the Land – K-Drama
  5. Hazbin Hotel – Staffel 1
  6. Death in Paradise – Staffel 1-12
  7. Queer Eye – Staffel 8
  8. MaiThinkX – Staffel 1-6
  9. Spy x Family – Staffel 2.1
  10. A Sign of Affection – Staffel 1

IV. Bücher – das beste aus den Lesemonaten

71 Bücher sind gelesen (-15 im Vergleich zum Vorjahr). Davon sind 11 von meiner 12 für 2024 Liste gelesen. Meine Highlights – ohne Ranking:

  1. Chasing Melodies
  2. Check & Mate
  3. Tough Choices
  4. Boris
  5. Love Game
  6. Bride
  7. More than roommates
  8. Die Nacht der Königinnen
  9. Wie Wellen im Sturm
  10. Eine Leiche zum Tee 2 – Mord in der Bibliothek

Wie sah euer erstes Halbjahr aus?
Welcher Film/Buch/Serie fehlt definitiv in meiner Liste?

Rückblick auf den Mai 2024

Wer hat denn den ganzen Regen bestellt? Nachdem der Mai sehr sonnig anfing, kamen dann sehr viele Wassermassen – wobei ich in Brandenburg noch sehr verschont geblieben bin. Grüße gehen raus an meine Freund*innen im Saarland. Und diesmal kann ich sogar mit einigen gesehenen Filmen aufwarten, womit auch meine übliche Floskel dazu entfällt. Alle weitere Detail nur jetzt, nur hier, im medialen Rückblick auf den Mai:

Filme – auf großer Leinwand gesehen

The Fall Guy: Colt Seavers arbeitet als Stuntman. Doch nach einem Unfall zieht er sich komplett aus der Filmbranche zurück. Doch als er den Anruf bekommt, dass ausgerechnet Jody Moreno, früher Kamerafrau inzwischen Regisseurin eines Film und ganz nebenbei Colts Ex, ihn als Stuntman angefragt hat, sagt er zu und reist ans Set. Nur leider wusste Jody davon nichts und ist nicht gerade begeistert. Nebenbei ist der Hauptdarsteller des Films verschwunden und Colt bekommt von dessen Agentin den Auftrag ihn dezent zu suchen. Dabei gerät er in ein Netz aus Intrigen. – Spannungsgeladene Komödie, deren Witze bei mir leider kaum ziehen konnten. Auch wurde ich nicht in die Atmosphäre eingesogen, weswegen er bei mir weniger gut funktioniert hat.

IF: Imaginäre Freunde: Bea ist 12 Jahre und hat bereits ihre Mutter an den Krebs verloren. Nun ist ihr Vater für einen Eingriff im Krankenhaus, weswegen sie seit Jahren wieder bei ihrer Großmutter einzieht. Dabei begegnet sie zwei merkwürdigen Wesen aus dem Dachgeschoss und einem Mann namens Calvin, der diese zu betreuen scheint. Es stellt sich heraus, dass es sich dabei um IFs, also ehemalige imaginäre Freunde handelt, deren Kinder inzwischen erwachsen sind. Bea nimmt sich der Aufgabe an, ihnen neue Kinder zu suchen und taucht dabei ein eine faszinierende Welt ein. – Ein berührendes Drama voller phantastischer Elemente, dass im Trailer etwas irreführend als Komödie präsentiert wurde. Zauberhafte Elemente zum wegträumen, treffen auf mitfühlendes Drama rund um die Verlustangst bei Elternteilen.

Furiosa: Inmitten einer größtenteils unbewohnbaren Welt wächst Furiosa im grünen Tal auf, eine grüne Oase im Outback. Von dort wird sie entführt und Dementus, dem Anführer einer Motorradgang, gebracht, der sie adoptiert, um den Weg zum grünen Tal zu erfahren. Doch selbst die Folter ihrer Mutter, die ihr folgte, bringt Furiosa nicht zum reden. Also versucht Dementus stattdessen die Zitadelle von Immortan Joe einzunehmen. – Episodenartig erzählt, funktioniert nicht über die Länge des Films. Hat spannende Elemente und spannende Plotpunkte, kann diese aber nicht über die gesamte Länge halten.

Filme – auf großem Fernseher gesehen

Creed: Adonis Johnson ist der uneheliche Sohn von Apollo Creed und versucht in dessen Fußstapfen zu treten. Als er an der Westküste auf Widerstand stößt, reist er nach Philadelphia und bittet Rocky Balboa um Hilfe. Dieser will zunächst ablehnen, trainiert ihn dann aber doch. Während „Donnie“ versucht aus eigener Kraft Erfolg zu haben, verfolgt ihn dennoch der Ruf seines Vates. – Für das Erbe des Rocky-Franchises vermutlich gut, aber ich komm einfach nicht an die Boxerfilme heran, weil ich den Sport einfach nicht verstehe.

Die Mumie: 1290 v. Chr. wurde der Hohepriester Imhotep nach einer Affäre mit der Mätresse des Pharaos lebendig vergraben und gut versteckt. Sein Grabmahl wird stark bewacht. Dennoch gelangt der Amerikaner Rick O’Connell 1923 auf der Flucht genau dorthin. Ein paar Jahre später wollen der Archäologe Jonathan Carnahan und seine Schwester Evelyn die verschollene Stadt Hamunaptra suchen und engagieren dafür Rick. Doch sie ahnen nicht, was sie dabei sind zu erwecken. – Witzige Komödie, die man das Alter irgendwo ansieht, dafür jedoch erstaunlich gute Effekte aufweist.

Heathers – das Musical: An der Westerburg High dominiert die Mädchen-Clique Heathers, drei Mädchen mit dem gleichen Vornamen. Die introvertierte Veronica schafft es von diesen aufgenommen zu werden, fällt jedoch schon bald in Ungnade. Zusammen mit dem Draufgänger J. D. will sie der roten Heather nur einen Streich spielen und stürzt daraufhin die Kleinstadt ins Chaos. – Funktioniert etwas besser als der Film, aber mir sind die Lieder leider kaum im Ohr geblieben, weswegen es wohl auch bei dem einmaligem Sehen bleiben wird.

Der Junge im gestreiften Pyjama: Der achtjährige Bruno zieht mit seiner Familie von Berlin aufs Land, denn sein Vater ein SS-Offizier wurde als Kommandant eines Arbeitslagers abkommandiert. Von seinem Fenster aus sieht er etwas, was er für einen Bauernhof hält, nur dass alle Arbeitenden gestreifte Pyjamas tragen. Da keiner in seiner Umgebung ihm genau erklärt, was es mit dem KZ auf sich hat, freundet er sich mit Schmuel an, den er am Zaun des Lagers kennenlernt. – Gut gespielte Geschichte, die einen mitnimmt und nochmal einen Blick auf die damalige Zeit wirft.

Flüstern des Meeres: Taku Morisaki und Yutaka Matsuno sind beste Freunde. Als die neue Schülerin Rikako Muto in die Klasse kommt, gibt es Spannungen zwischen den Freunden, da Yutaka sich schnell in sie verliebt. Stattdessen hängt Rikako sich an Taku, da sie versucht zurück zu ihrem Vater nach Tokio zu kommen. – Leider schwächerer Ghibli Film, dessen Geschichte sehr wirr und irgendwie ohne Aussage war.

Natürlich Blond: Elle Woods studiert Mode und lebt auch für diese. Als ihr Freund ihr nicht den erwarteten Antrag macht, sondern sie abserviert, um in Harvard Jura zu studieren, schreibt sie sich ebenfalls ein und wird trotz eines unkonventionellem Bewerbungsvideo genommen. Doch ihr Freund ist inzwischen verlobt und glaubt auch nicht, dass sie ihr Studium schaffen könnte. Sie beschließt es allen zu zeigen, auch wenn ihr Weg, manchmal merkwürdig ist. – Witzige Komödie, die einige gute Aussagen hat, stellenweise aber auch nicht gut gealtert ist. Zumal Elles einziger Antrieb ihr Ex-Freund ist, der sie nichtmal nett abserviert hat.

Natürlich Blond 2: Im zweiten Teil plant Elle Woods, inzwischen als Anwältin praktizierend, ihre Hochzeit. Dafür will sie auch die leibliche Mutter ihres Hundes einladen. Dieser ist jedoch eingesperrt für Tierversuche. Ihre einzige Chance ist es, ein Gesetz gegen Tierversuche auf den Weg zu bringen. Also beschließt Elle kurzerhand ihre Kontakte in Washington aufzusuchen und dort eben dies zu versuchen. Dabei rennt ihr allerdings die Zeit weg, denn ihre Hochzeit steht bereits kurz bevor. – Nochmal eine Runde abstruser als Teil 1, aber wenn man darüber hinwegsieht, durchaus eine nette Komödie für einen Regentag.

Filme – leider in diesem Monat verpasst

Keinen. Ganz knapp nicht auf die Liste geschafft hat es: Garfield

Serien – ein etwas ausführlicherer Überblick

Criminal Minds – Staffel 2-4 (Nach ein paar Umbesetzungen, nimmt das Team nochmal ordentlich Fahrt auf. Orientiert sich aber auch weiterhin stark am Fall der Woche. Ab und an sind schon ein paar problematische Aussagen über Geisteskrankheiten dabei, aber für die Hintergrundbeschallung durchaus angenehm)

Chainsaw Man – Staffel 1 (Ich hatte einige Einstiegsschwierigkeiten, die ich auch schon im Manga hatte. Wird aber im Laufe der Folgen nochmal deutlich stärker, sobald man die Charaktere mehr kennenlernt)

MaiThinkX – Staffel 6 (Weiterhin interessante Themen mit starker Umsetzung und Betrachtung von allen Seiten. Freue mich über weitere Staffeln)

My Demon – K-Drama (Es hätte ein starkes Drama sein können, steht sich aber selbst im Weg und zieht sich dabei einfach in die Länge. Das Hauptpaar kann die Handlung nicht tragen und wirklich gut ist sie nur, wenn die Nebencharaktere zu Wort kommen)

The Brothers Sun – Staffel 1 (Nach den vielen guten Stimmen hatte ich hier mehr Komödie erwartet. War dafür ganz schön steif und weiß nicht so richtig, ob es sich ernst nehmen will oder nicht. War nicht mein Fall)

LOL – Staffel 5 (Auch die nächste Staffel von Last One Laughing konnte mich wieder komplett begeistern. Die Gags waren gut und auch die Kandidat*innen geben wieder alles)

Mein Lesemonat

Bücher insgesamt: 13
Seiten insgesamt: 4.055
Seiten pro Tag: 130 im Durchschnitt
Gebundenes Buch: 3
Taschenbuch: 4
Comic/Manga/Graphic Novel: 5
Hörbuch: 1

Attack on Titan 5: Eren steht vor Gericht und kommt zwar frei, aber unter die Aufsicht des Hauptgefreiten Levi aus dem Aufklärungstrupp. Auch die übrigen Rekrut*innen müssen sich entscheiden, welchem Trupp sie beiwohnen möchten. Schon kurz darauf startet die nächste Aufklärungsmission. – Weiterhin spannende Geschichte, die im Anime sehr manganah umgesetzt wurde.

Rosefield Academy of Arts 1 – The Secrets we keep: Hazel wurde erfolgreich an der Rosefield Academy of Arts angenommen. Doch neben dem vollen Stundenplan interessiert sie viel mehr der mysteriöse Todesfall ihrer Schwester vor ein paar Jahren, der nie aufgeklärt wurde. Daher kann sie sich keine Ablenkung leisten. Doch der attraktive Tristan macht ihr da einen Strich durch die Rechnung. – Leider kommt das Buch erst sehr spät auf den Punkt, was mich etwas gestört hat. Mal schauen, was der zweite Band kann.

Im Schatten des Fuchses: Yumeko ist eine Kitsune und lebt unentdeckt in einem Kloster. Doch eine alte Prophezeiung steht vor der Erfüllung. Um dies zu verhindern muss sie eine Schriftrolle in einen entlegenden Tempel bringen. Ihr zur Seite steht der Samurai Tatsumi, dem sie jedoch nicht die Wahrheit sagen kann. Auch der Samurai hütet ein Geheimnis. Können sie alle Gefahren überwinden? – Sehr spannende japanisch angehauchte Welt mit kleineren episodenartigen Stellen, was insgesamt gut funktionierte, aber ein bisschen zu lang ist, zumal es der Auftakt einer Trilogie ist.

Die Tagebücher der Apothekerin 7: Maomao ist zwar verletzt, kommt aber schnell wieder auf die Beine. Nun gilt es die Verantwortlichen des Anschlags ausfindig zu machen. Zeitgleich hilft sie einem Freund bei seinem Liebeskummer, was Jinshi gar nicht gern sieht. – Es geht spannend und witzig weiter und Maomao und Jinshi kommen sich nochmal näher.

Tee? Kaffee? Mord! 4 – Der Besuch des lächelnden Belgiers: In Earlsraven taucht ein schrulliger Belgier auf, der direkt aus der Feder von Agatha Christie zu kommen scheint. Zeitgleich wird die Leiche des Antiquitätenhändlers gefunden, den der Belgier eigentlich aufsuchen wollte. Und wieder ist es an Nathalie Ames und ihrer Köchin Louise den Mörder zu finden. – Am Anfang wusste ich nicht, was ich mit der Hercule Poirot Anspielung anfangen sollte, aber sie hat dann doch für einige erheiternde Situation gesorgt. Hatte wieder viel Spaß beim Rätseln.

Unfollow Me: Toni ist Bloggerin und hält sich seit einer traumatischen Stalkererfahrung eher bedeckt. Hikaru ist erfolgreicher Mangaka, der jedoch eine besondere Gabe hat. Seine Monster verlassen gern mal die Zeichnungen und suchen die Stadt heim. Als Toni bei einem der Ausbrüche angegriffen wird, beschließt sie Hikaru zu helfen. Doch beide behalten ihre Geheimnisse für sich. – Liza Grimms bisher stärkstes Buch voller richtig guter Illustrationen. Leider noch mit einigen Stopersteinen und es kommt durch die Geheimniskrämerei der beiden nicht so richtig auf den Punkt.

Belladaire Academy of Athletes 2 – Rivals: Lova und Luis waren eins das Traumpaar schlechthin. Doch vor drei Jahren änderte sich alles. Seitdem halten sie es kaum in einem Raum auf, ohne aufeinander loszugehen. Als sie beide in die engere Auswahl für das Elite-Team im Tennis kommen und sie zwangsläufig viel Zeit miteinander verbringen müssen, kommt das einem Pulverfass gleich. Ihre Freund*innen warten nur auf die große Explosion. – Schwächer als der erste Band, zumal die Zickereien zwischen Lova und Luis irgendwann nur noch anstrengend waren.

My roommate is a cat 9: Subaru hat für Haru einen Kratzbaum gekauft, was diese dankbar angenommen hat. Nun bietet er einer Bekannten an, dass diese ihren Kater auch mal an einen Kratzbaum heranführen kann. Haru versucht natürlich wieder alles, um ihn zu unterstützen. – Cosy, witzig, für Katzenliebhabende. Funktioniert auch im neunten Band noch gut.

Eine Leiche zum Tee 2 – Mord in der Bibliothek: An Amys Schule ist Projektwoche, zu der auch ein paar hochrangige Ehemalige eingeladen sind. Unter anderem soll ein Stück der hochverehrten Krimiautorin Olivia Hartcastle aufgeführt werden, mit ihr in einer Nebenrolle. Nur, dass es bei den Proben zu einem Mord kommt und die Autorin nicht mehr nur die Leiche spielt. Amy, ihre neue Freundin Willow, und natürlich ihre Tante und ihr Krimiclub, sind den Tätern dicht auf den Fersen. Doch auf einmal haben sie es auch noch mit Geistern zu tun. – Ich liebe die Geschichten rund um Amy und ihre Tante, sie sind so wunderbarer cosy crime, genau nach meinem Geschmack. Leider gibt es bisher keinen weiteren Band.

Night of the living cat 1: Durch eine Mutation wird die Welt auf einmal von Katzen bevölkert. Denn wer eine der infizierten Flauschetiger anfasst, wird selbst zur Katze. Auch die Mitarbeitenden eines Katzencafés sind auf der Flucht. Doch diese ist voller Entbehrungen und Gefahren. – War ein Manga-Blinddate und die Idee fand ich auch interessant. Leider hat mich die Geschichte an sich nicht so richtig mitgerissen, weswegen ich sie wohl erstmal nicht weiter verfolgen werde.

A Spark in Time 1 – Rendevous auf der Titanic: Lilly deGray und ihr Vater sind nicht nur Antiquitätenhändler, sondern können auch in der Zeit reisen, wodurch sie auch verloren geglaubte Stücke wiederfinden können. Doch durch Geldsorgen muss Lilly zu ihrem nächsten Auftrag alleine aufbrechen, der sie auf die Titanic führt. Dort trifft sie auf Ray, einem Passagier, der bei ihr sofort Gefühle auslöst. Was sie nicht weiß, ist, dass Ray eigentlich Damien ist, ebenfalls ein Zeitreisender. Und sein Ziel ist Lilly. – Es hätte genau mein Buch werden können! Leider schürt der Klappentext falsche Erwartungen und wir haben doch die übliche Gut/Böse Geschichte, die gerade am Anfang und am Ende eher ermüdet, als Spannung schürt. Aber die Recherche war auf den Punkt (außer einen Fehler, den ich nach einer Titanicdoku schon finden konnte).

Lost & Fallen – Engelgedöns: Talia lebt zusammen mit ihrem Onkel Gabriel auf einer beschaulichen Farm. Als dieser von einer Geschäftsreise nicht zurückkehrt, ist sie besorgt. Als kurz darauf die Höllenfürstin Lillith vor der Tür steht, kann sie nur knapp dem Tod entkommen. Sam ist ein ergebener Halbdämon Lilliths. Bis er Talia trifft und sie aus irgendeinem Grund verschont. Beide auf der Suche nach Antworten, treffen sich unter ungünstigen Umständen wieder. Doch irgendwie müssen sie sich dem Engelgedöns stellen. – Kleine Anfangsschwierigkeiten, doch dann ein spannendes Abenteuer. Mir war das ganze leider zu heftig und zu blutig, aber für Fans des Genres vermutlich genau passend. Ich musste nebenbei immer noch zu einem cosy Strandroman greifen.

More than a doll 5: Marin führt Gojo in ein Mangacafé, wo sie neue Cosplay-Ideen entwickeln. Begeistert von dem Sukkubus-Mädchen Liz mieten sie eine Räumlichkeit für das Fotoshooting. Dabei kommen sie sich noch einmal näher. – Herzallerliebst die beiden, wieder eine schöne Geschichte für zwischendurch.

Wie war euer Mai? Was waren eure Highlights?

Eine Handvoll Serien – 3/24 – K-Drama Special

Herzlich Willkommen zur dritten Ausgabe der serientastischen Handvoll und dem zweiten K-Drama Special in diesem Jahr. Heute mit: ungewöhnlicher Hochzeit, Idols als Marktleitung, lächelnden Hotelangestellten, Geschichte, die sich wiederholt und einer Dämonenhochzeit.

So I married the Anti-Fan

Die Handlung: Lee Geun-Young ist Reporterin und soll von einer Cluberöffnung berichten, auf der auch das angesehene Idol Hoo Joon eingeladen ist. Dabei beobachtet sie vermeintlich sein schlechtes Verhalten gegenüber seiner Ex-Freundin und gerät mit ihm aneinander. Als sie kurz darauf ihren Job verliert, ist sie sich sicher, dass das Idol dahinter steckt und beschließt seine Lügen Publik zu machen. Dabei gerät sie ins Visier seiner Fans, nachdem sie sich öffentlich als Anti-Fan platziert hat. Doch ein Sender sieht darin Potential und schließt mit Geun-Young und Joon einen Vertrag über eine Reality Show, in der Idol und Anti-Fan zusammenleben. Doch die beiden sind wie ein Pulverfass kurz vorm explodieren.

Meine Meinung: Was als Handlungsbeschreibung super witzig klang, war leider eher anstrengend. Ich fand den Aspekt mit dem Anti-Fan und allgemein ein weiteres Drama in der Welt der Idols total spannend. Leider sind durchweg alle Charaktere unsympathisch – von vielleicht ein oder zwei Nebencharakteren abgesehen. Die Zickereien zwischen Geun-Young und Joon wollen einfach nicht aufhören. Immer, wenn man denkt, dass sie sich ein bisschen angenähert haben, kommt wieder die Kehrtwende und wir durchleben alles wieder von vorne. Manchmal kommen kurze Momente durch, in dem man mit den Charakteren Mitleid empfindet und kurz darauf wird es wieder durch ihr Verhalten zu nichte gemacht. Toxischer als dieser Beziehungsanfang ist nur die Geschichte der beiden Nebencharaktere in Form von Joons früheren Mittrainees. Hier wird sich solange terrorisiert, bis sogar Suizid im Raum steht. So hatte die Serie mit ihrer Idee viel Potential, die leider so gar nicht genutzt wurde. Schade.

CEO-dol Mart

Die Handlung: Die fünfköpfige Idol Gruppe Thunder Boys haben leider den großen Durchbruch verpasst, nachdem ihr erster Erfolg von einer Tragödie überschattet wurde. Nun fünf Jahre später sind sie alle getrennte Wege gegangen, doch bekommen unerwartet einen Supermarkt vererbt, den sie nicht so leicht verkauft kriegen. Also beschließen sie sich wieder zusammen zu tun und den Supermarkt selbst zu leiten. Doch das ist gar nicht so einfach.

Meine Meinung: Als großer Monsta X Fan habe ich die Serie eigentlich nur angefangen, weil Hyungwon einen Teil der Thunder Boys spielt. Geblieben bin ich, weil mich die Serie absolut mitreißen konnte. In gerade mal 10 für koreanische Verhältnisse mit ca. 40 Minuten, sehr kurzen Folgen wird eine Geschichte erzählt über Freundschaft, über Trauer, über Träume, über Hoffnung und über Neuanfänge. Das alles wird wunderbar als Komödie verpackt, weiß aber auch mit den Emotionen der Zuschauenden zu spielen. Gerade, weil hier mal die Freundschaft im Vordergrund stand und nicht die große Liebe, die hier fast gar nicht vorhanden ist, war es mal eine schöne Abwechslung zu den anderen Dramen. Schauspielerisch waren hier zwar nicht die größten Profis am Werk, aber auch das hatte Charme und machte die Serie noch sympathischer. Wer also mal ein K-Drama probieren möchte, aber von dem ganzen Romance Kram abgeschreckt ist, der findet hier den perfekten Einstieg ins Genre.

King the Land

Die Handlung: Gu Won ist Erbe der King Group und leitet den luxuriösen Teil des King Hotels. Dabei steht er in direkter Konkurrenz zu seiner Halbschwester, die darauf aus ist Alleinerbin zu werden. Cheon Sa-Rang träumte schon immer von einer Anstellung im King Hotel und hat sich durch ihr einnehmendes Lächeln und ihre Kompetenz schnell hochgearbeitet. Doch Won kann das aufgesetzte Lächeln überhaupt nicht ausstehen und gerät daher öfter mit ihr aneinander. Doch sie treffen immer wieder aufeinander und nähern sich langsam an. Hat ihre Liebe eine Chance?

Meine Meinung: Am Anfang war ich sehr skeptisch was die Serie anging. Sie wurde mir wärmstens empfohlen und so gab ich ihr eine Chance, doch gerade die ersten Folgen waren etwas chaotisch, vor allem weil einige Zeit zwischen den Episoden verging, ohne, dass die Darstellenden sich groß geändert haben. Nach ein paar Folgen war ich jedoch drin und dann konnte sie mich durchaus mitreißen. Sie schafft es eine gute Mischung aus Drama, Komödie, Romance und Freundschaft aufzubauen. Sa-Rang und ihre Freundinnen bekommen viel Zeit, um ihre tiefe Freundschaft zu festigen und auch ihre Freundinnen bekommen ihre eigene Geschichte. Dadurch gibt es immer einen guten Ausgleich zum vielen Drama und die Geschichte kommt gut voran. Zwischendurch gab es zwar immer mal wieder die Szenen, wo man sich an den Kopf fasst und sich fragt, wie falsch man Entscheidungen treffen kann, aber das hat eher zur Komödie beigetragen, als wirklich zu stören. Gegen Ende gab es dann vielleicht eine Wendung zu viel, da hier einfach kein Abschluss gefunden wurde, sondern die Serie partout auf die üblichen 16 Folgen gestreckt werden musste. Das war ein bisschen überflüssig, aber auch das war letztlich verzeihbar.

Born Again

Die Handlung: In den 1980er Jahren sind Cha Hyung-Bin, ein Polizist, und Jung Ha-Eun, eine Buchladenbesitzerin mit Herzfehler, verliebt und planen zu heiraten. Der schüchterne und aus schwierigen Verhältnissen stammende Gong Ji-Chul hat ebenfalls ein Auge auf Ha-Eun geworfen und mordet nach dem Vorbild seines Vaters, einem psychopathischem Massenmörder, um seiner großen Liebe ein gesundes Herz zu besorgen. Doch in den Wirrungen sterben alle drei. In der Gegenwart sind sie alle wiedergeboren. Ha-Eun ist inzwischen forensische Medizinerin, Hyung-Bin ist ein skurpeloser Staatsanwalt und Ji-Chul ist Medizinstudent. Das Schicksal führt sie alle wieder zusammen. Wird es diesmal ein Happy-end geben?

Meine Meinung: Auch hier wollte ich nochmal ein neues Genre ausprobieren und mich von der Fantasy und Romance, die ich sonst oft bevorzuge zu trennen. Das es dann ein Psychothriller wurde, lag dann doch eher an Lee Soo-Hyuk und Jin Se-Yeon, da mir beide sehr sympathisch sind und ich es spannend fand sie beide mal in einem gemeinsamen Drama zu sehen. Leider war meine Grundeinschätzung leider doch richtig: Ich bin nicht für Psychothriller gemacht. Doch das Drama hat noch ein anderes großes Problem. Während die ersten Folgen in der Vergangenheit spielen und die Charaktere da gut vorgestellt werden und auch sinnvoll agieren, und man somit ihre Handlungen nachvollziehen kann, ist es in der Gegenwart das reinste Chaos. Die Charaktere werden zwar vorgestellt, aber irgendwie eher mit den unwichtigen Informationen, so dass man sich im Laufe des Dramas viel erarbeiten muss. Und dann fängt die Geschichte leider an sich immer wieder im Kreis zu drehen und nicht so wirklich vorwärts zu kommen. Und wenn die Charaktere endlich wieder in der passenden Ausgangssituation sind und man einen Showdown einleiten könnte, kommt ein Zeitsprung und wir fangen wieder bei Null an uns in die Geschichte einzuarbeiten. So kommt man vielleicht auf die geplante Folgenanzahl, aber der Spannung und der Geschichte allgemein hat es defintiv nicht gut getan. Auch war die Motivation der Charaktere teilweise sehr unklar und teilweise auch an den Haaren herbeigezogen. Blutig und voller Leichen war die Serie aber auf jeden Fall, trifft also das Genre. Ich mache dann aber doch wieder einen größeren Bogen darum.

My Demon

Die Handlung: Jeong Gu-Won ist ein 200 Jahre alter Dämon, der ständig neue 10-Jahres-Verträge abschließt, um Seelen für die Hölle zu sammeln. Dabei trifft er auf die CEO Do Do-Hee, die mit Intrigen in der Firma zu kämpfen hat. Bei einem Unfall übertragt sich das Tattoo, das Gu-Won seine Kräfte gibt, ausversehen auf Do-Hee. Fortan müssen sie zusammen arbeiten, um ihre Ziele zu erreichen und den Tausch rückgängig zu machen. Doch dann kommen auch noch Gefühle ins Spiel.

Meine Meinung: Es hätte das Drama des Jahres werden können. Es sah gut aus, die Handlung klang gut und bot genau die Mischung aus Drama und Fantasy, die mich in K-Dramen bisher meist gut überzeugen konnte. Noch das wunderbare Doom at your Service aus dem letzten Jahr im Kopf, war My Demon leider ein Reinfall. Waren die Charaktere am Anfang vielleicht nicht unbedingt sympathisch, aber charismatisch, verwischt das immer weiter und das Drama leidet schnell daran, dass sie für die 16 Folgen einfach nicht genug Handlung hatten – ein Phänomen, was ich leider immer öfter beobachte. So ist gerade Do-Hee bis zum Ende ziemlich unsympathisch und ihre Beziehung zu Gu-Won kauft man beiden nicht so wirklich ab. Es wirkt einfach gestellt und dreht sich auch immer wieder im Kreis, weswegen sich das Drama einfach unendlich zieht. Dabei sind es gerade die Nebencharaktere, die ordentlich Schwung reinbringen. Die beiden Assistent*innen der Protagonist*innen haben wunderbare Geschichten, das Marketing-Team ist immer wieder für einen Gag da und eine gewisse Straßengang ist wohl das humorvolle Highlight des ganzen Dramas. Mit allen habe ich mehr mitgelitten als mit den beiden Hauptcharakteren. Irgendwo wollte ich doch wissen, wie es aus geht, und wenn die ganzen langweiligen Füllerszenen zwischendurch nicht gewesen wären, hätte das Drama wohl auch wesentlich besser funktioniert. So bin ich nur froh, dass es zu Ende ist.

Habt ihr eins davon gesehen? Wie hat es auch gefallen?