Learning to drive

Am 06.08.2015 erschien der Film, der einen lehrt, dass es nie zu spät für den Führerschein ist, in den deutschen Kinos.

Kurz zur Story: Wendy ist Mitte 40, seit über 20 Jahren glücklich verheiratet, eine erfolgreiche Buchkritikerin und hat eine erwachsene Tochter. Doch ihr ganzes Leben gerät aus den Fugen, als ihr Mann eine Affäre hat und sich von ihr scheiden lässt. Ihre Tochter versucht sie zu trösten und erzählt ihr von ihrem Leben auf einer Farm. Wendy verspricht ihr sie zu besuchen, sobald sie ihren Führerschein gemacht hat. Bei ihren Fahrstunden lernt sie Darwan, ihren streng gläubigen Hindu-Fahrlehrer, kennen. Er lehrt sie jedoch nicht nur das Fahren, sondern auch Lebensweisheiten.

Learning to drive ist ein absolut lebensbejahender Film, der einem zeigt, dass Liebe leider doch nicht für immer sein muss und wie man dann damit umgeht. Wenn einem auf einmal auffällt, dass man grundlegende Dinge, wie einen Führerschein einfach nicht gelernt/gemacht hat, denn der Partner konnte ja fahren. Der Film befasst sich mit der Leere, die eine Scheidung hinterlässt und den Problemen, die dann aufgeworfen werden. Wer bekommt das Haus? Kann man den anderen auszahlen? Im Film wird die Leere gefüllt mit den Fahrstunden. Gleichzeitig kommen durch Darwan aber auch die Themen Glauben, Einwanderung, arrangierte Ehen und Rassismus hinzu, so dass der Film sehr vielschichtig ist und einem immer wieder Anstöße zum Nachdenken mit auf den Weg gibt. So schnell lässt der Film einen nämlich nicht los.
Patricia Clarkson verkörpert die Rolle der Wendy und zeigt dabei briliant die verschiedenen Phasen der Trennungsverarbeitung. Man erkennt schon an ihren Gesichtszügen, was ihr gerade im Kopf vorgeht, noch bevor sie es in Dialogen anspricht. Gleichzeitig harmoniert sie sehr gut mit Ben Kingsley, der Darwan verkörpert. Auch er bietet uns eine Bandbreite an Emotionen, auch wenn man sie nicht immer sofort deuten kann.
Wendy ist jemand, in den man sich gut hineinversetzten kann. Sie ist komplett in ihrem Job aufgegangen und führte zudem eine gute Ehe. Nur sah ihr Mann das nicht mehr so. Man erfährt wenig aus der Zeit der Ehe, da der Film mit der Trennung startet. Man fühlt mit ihr und möchte gerne dem Mann eine ‘reinhauen. Gleichzeitig möchte man sie schütteln, weil sie immer wieder hofft, dass er wieder zu ihr zurückkommt. Doch auch das ist nur zu verständlich. Ich selbst habe auch keinen Führerschein und Wendys Fahrversuche haben meine Vorstellungen von meinen ersten Fahrstunden bestätigt, was mich doch des öfteren schmunzeln ließ.
Darwan ist zwar ein lebenserfahrener Mann, hat aber keine Ahnung von der Liebe. Während er seine Fahrstunden immer gerne mit kleinen Lebensweisheiten durchführt, ist es beinahe komisch zu sehen, wie unerfahren er in der Liebe ist. Doch durch eine arrangierte Ehe wird er gezwungenermaßen mit dem Thema konfrontiert. So teilen Wendy und Darwan ihre Probleme miteinander und schaffen so die Grundlage für eine Freundschaft, die den Film so liebenswert macht.
Während der erste Teil des Films absolut gelungen ist, lässt er in der zweiten Hälfte leider etwas nach, was dem Film doch einige Längen verleiht. Das ist schade, aber wenn Wendy und Darwan dann die gleiche Unterhaltung wieder und wieder führen, zieht es sich für den Zuschauer dann doch.

Alles in allem ist den Machern ein absolut lebensbejahender und liebenswerter Film gelungen, dem ich 08 von 10 möglichen Punkten gebe.

Verpasst aber nicht vergessen – Teil 2

Hallo ihr Lieben,
heute soll es einmal wieder um die Filme gehen, die immer in meiner Verpasst-Übersicht auftauchten, die ich aber inzwischen geschafft habe zu sehen. Also folgen hier nun wieder ein paar Kurzkritiken:

1) Love Rosie, für immer vielleicht?: Eine Verfilmung eines Cecilia Ahern Buches. Schon allein durch diese Tatsache wappnet man sich gegen etwas Kitsch, sucht aber gleichzeitig die Taschentücher heraus. Für immer vielleicht handelt von Rosie und Sam, die sich seit ihrer Kindheit kennen und sich eigentlich auch lieben. Nur schaffen sie es nicht richtig sich das zu gestehen und sind doch immer in einer Beziehung mit jemand anderem oder etwas anderes im Leben kommt ihrer Liebe dazwischen. Doch schaffen sie es doch irgendwann zusammen zu kommen? Das bleibt die spannende Frage in einem liebevoll inzinierten Film, der nicht nur die Romanze, sondern auch einen hohen Humor Anteil zu bieten hat. Hinzu kommen die für den Film perfekt scheinenden Darsteller Lilly Collins und Sam Claflin. Alles in allem 09 von 10 möglichen Punkten.

2) Hectors Reise oder die Suche nach dem Glück: Simon Pegg einmal nicht in seiner typischen Rolle, sondern viel ernster und trotzdem sympathisch wie immer. Der Psychiater Hector ist in seiner Arbeit und seiner Beziehung sehr eingefahren. Jeder Tag scheint nach dem gleichen Prinzip abzulaufen. Doch er schafft es einfach nicht deine Patienten zum glücklichsein zu bewegen. Eine Weltreise soll dies ändern. Über China, Kolumbien und den USA reist er und fragt jeden den er trifft nach seiner Definition für Glück. Dabei trifft er sympathische und weniger sympathische Menschen. Nur seine Freundin zu Hause findet die Reise nicht lustig und es kriselt ernsthaft. Der Film ist zwar etwas langsam erzählt, lässt sich aber auch Zeit einzelne Charaktere vorzustellen. Dadurch zieht der Film sich zwar zwischenzeitlich etwas, aber die lebensbejaende Botschaft behält er den ganzen Film über. Dafür erhält er 05 von 10 möglichen Punkten.

3) Monsieur Claude und seine Töchter: Französische Filme haben ja den Ruf etwas seltsam zu sein. Nicht jedoch dieser. Monsieur Claude ist streng katholisch und hat vier wunderbare Töchter. Doch nachdem die ersten drei sich einen Muslimen, einen Juden und einen Asiaten geangelt haben, scheint das Chaos schon vorprogrammiert. Die vierte Tochter ist nun die große Hoffnung. Und sie findet tatsächlich einen Katholiken, nur halt einen Schwarzen. Das ist zu viel für die Familie, die nun auch noch die Hochzeit organisiert. Der Film ist voller Vorurteile, verpackt diese aber mit so viel Humor, dass es nicht rassistisch ‚rüberkommt. Man kommt aus dem Lachen beinahe gar nicht mehr heraus. Trotzdem hat der Film auch Spannung und eine gute Portion Gesellschaftskritik. Dafür erhält er 08 von 10 möglichen Punkten.

4) Grand Budapest Hotel: Einer der Abräumer bei den diesjährigen Oscars. Mit einer vielleicht etwas ungewohnten Optik erzählt er die Geschichte des Pagen Zero, der im Grand Budapest Hotel unter Monsieur Gustave lernte und dabei eine Menge Abenteuer erlebte. Wenn man sich einmal auf die Stimmung und die Optik des Films eingelassen hat, kann er gut unterhalten, ist aber definitiv nicht für Jedermann. Belebt wird er vor allem von den Darstellern, die dem brillianten Ralph Fiennes in nichts nachstehen. Dafür erhält er 06 von 10 möglichen Punkten.

5) I, Frankenstein: Der Film ist von den Machern, der Underworld-Reihe, von der ich ein großer Fan bin. Dementsprechend waren auch meine Erwartungen. Auch die Grundidee des Frankensteins, der die Zeit überlebt hat und inzwischen in der modernen Welt angekommen ist. Optisch betrachtet kommt man als Zuschauer auch auf jeden Fall auf seine Kosten. Leider schafft der Film es durch eine Handlung, die zu viel in zu wenig Zeit wollte, auch durch brilliante Darsteller, allen voran Bill Nighy, nicht zu überzeugen. Man merkt, was der Film erreichen wollte, hat es aber leider versucht in 92 Minuten Film zu pressen und hat sich daher weder für Handlung noch für die Charaktere wirklich Zeit genommen. Daher gibt es nur 03 von 10 möglichen Punkten.

6) Ted 2: Der besoffenste Teddybär der Filmgeschichte ist zurück. Und er hat geheiratet. Doch auch ein Teddybär kann Eheprobleme bekommen. Diese soll nun ein Baby lösen. Doch der Adoptionsantrag löst eine Welle aus, die Ted nun stoppen muss. Denn nicht nur wird ihm das Recht verwährt, auch seine Ehe wird angezweifelt, da er nicht als Mensch gilt. Doch genau das möchte er nun beweisen. Wer den ersten Ted-Film mochte, wird auch den zweiten mögen. Der Humor ist genauso deftig, allerdings doch etwas weniger unter der Gürtellinie als noch der erste. Nur Amada Seyfried mag einfach nicht in den Film passen, da man ihr die Rolle einfach nicht abkauft. Man weiß auch nicht, was sie jetzt genau darstellen möchte, weil man kann nicht gleichzeitig die kiffende Anwältin und die brilliante Anwältin sein. Abgesehen von diesem Handlungsschwachpunkt, zeigt der Film viele bekannte Gesicher und die Lachmuskeln haben auf jeden Fall ordentlich zu tun. Dafür erhält der Film 06 von 10 möglichen Punkten.

7) a world beyond: Der Disneyfilm über eine Welt, die die Zukunft verändert sollte und ein Mädchen, dass den scheinbar vorhergesagten Untergang der Welt verändern könnte. Leider blieb der Film weit hinter meinen Erwartungen zurück, da ich mich wirklich auf den Film gefreut hatte. Doch die Handlung ist abgestumpft, hält sich viel zu lange an Kleinigkeiten auf und nimmt das angeschnittene Thema nicht ernst. Es hätte ein spannendes Abenteuer in einer Parallelwelt sein können, wurde aber Hugh Laurie, der der Welt abgeschworen hat, gegen George Clooney, der zwar keine Hoffnung mehr hat, aber trotzdem hilft. Es wurden gesellschaftskritische Themen angesprochen, aber dann nicht ausgeführt oder so schnell abgehandelt, dass sich keiner damit näher auseinandersetzt. Grundidee gut, Umsetzung schlecht. Dafür gibt es 03 von 10 möglichen Punkten.

8) San Andreas: Der San Andreas Graben löst eine Kette von sehr schweren Erdbeben aus und reist sogar teilweise auf. Dieses Phänomen könnte Wirklichkeit sein, daher hinterlässt der Film einen bitteren Nachgeschmack. Des weiteren geht es um Dwayne Johnson, der seine Familie während der Katastrophe zu retten versucht, da er Rettungspilot ist. Vorab befürchtete ich, dass es so ein typisches Liebesdrama mit viel Zerstörung wird, doch hier geht es um Familienliebe und auch die steht nicht zu sehr im Vordergrund und lässt sich so gut ertragen. Stattdessen ist der Film ein gespanntes Drahtseil für die Nerven, denn der Film bleibt spannend und man versucht mit den Charakteren einen Ausweg zu finden. Ich musste mich mehr als einmal in den Arm meines Freundes krallen, weil ich so sehr mitfieberte. Alles in allem erhält der Film 06 von 10 möglichen Punkten.

So das war es dann auch schon wieder für dieses Mal. Ich bleibe dran die Filme nachzuholen 😉

Codename U.N.C.L.E.

Am 13.08.2015 erschien ein Film, der den kalten Krieg wieder thematisierte, aber auf eine ganz andere Art, in den deutschen Kinos.

Kurz zur Story: Napoleon Solo, ein Agent der CIA, soll in der DDR Gaby Teller befreien. Dabei wird er jedoch vom KGB-Agenten Illya Kuryakin beinahe gehindert. Doch kurz darauf wollen Russland und die USA gemeinsame Sache machen, um die deutsche Victoria Vinciguerra am Bau einer Atombombe zu hindern. Und als Agenten werden Solo und Kuryakin ausgewählt, um mit Gaby nach Italien zu reisen. Dies geht natürlich nicht ohne Konflikte.

 Natürlich klingt der Plot nicht so ganz neu, was vielleicht auch daran liegen könnte, dass der Film die Serie Solo für U.N.C.L.E. wieder beleben sollte. Ich kenne die Serie aus den 1960er Jahren nicht, bin aber sehr angetan von dem daraus erzeugten Film.
Denn wenn ein CIA-Agent und ein KGB-Agent schon in der ersten Szene aufeinander treffen und dort den gleichen Auftrag haben und sich noch gegenseitig umbringen wollen und kurz darauf wieder aufeinander treffen, aber auf einmal zusammen arbeiten sollen, ist das schon ein Grund zum Schmunzeln. Wenn dann aber auch bei der Art der Ausführung des Auftrags grundsätzliche Unterschiede bestehen, jeder aber auf seine Art vertraut, resultieren da schon sehr lustige Dialoge heraus, die das Publikum aus vollem Halse lachen lassen.
So richtig trauen die beiden Agenten sich während des ganzen Films nicht über den Weg, obwohl sie irgendwann anfangen für einander einzustehen, was die Spannung des Films hält. Die die eher schlecht als recht geschlossene Freundschaft steht durchgehen auf der Kippe und der Zuschauer weiß auch gar nicht so recht, was er sich denn wünschen soll, weil beide Varianten mit viel Humor gezeigt werden. Auch könnten die beiden Charaktere einfach nicht unterschiedlicher sein. Natürlich wurden ihnen teilweise Charaktereigenschaften, die man mit ihrem Herkunftsland verbindet, zugeschrieben, so dass auch nie ein Zweifel aufkommt, wer jetzt aus welchem Lager kommt. Diese tropfen natürlich voller Vorurteile, wirken sich aber nicht negativ auf den Film aus.
Auch die anderen Charaktere wurden liebevoll und mit dem nötigen Tiefgang gezeichnet und zeigen auch im Laufe des Films mehrere Seiten ihres Charakters, was das Katz- und Maus-Agenten-Versteckspiel noch ausgefeilter und spannender macht. Trotz allem bleiben einige Teile des Films leider etwas zu vorhersehbar.
Die Kostüme sind zeitgemäß und sehr gut gewählt. Der ungeschulte Zuschauer erkennt auf erstem Blick zwar nicht die einzelnen Details, aber dafür wird dies teilweise im Film ausdiskutiert. Natürlich auf eine sehr lustige Art und Weise.

Alles in allem unterhält der Film das Publikum, schafft es aber im gleichen Atemzug durchgehend spannend zu bleiben. Dafür erhält er 07 von 10 möglichen Punkten.

Die Serienblogparade by Frau Margarete – Volume 7

Hallo ihr Lieben,
das Jahr rennt förmlich davon und auch bei der Serienblogparade von Frau Margarete sind wir bereits beim 7. Thema!

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Thema #7: Stadt, Land, Fluss

Die meisten bzw. die bekanntesten Serien kommen aus dem englischsprachigen Raum – welche Serien kannst du empfehlen, die nicht aus den USA oder aus Großbritannien kommen?

Ich muss ehrlich sagen, dass ich mir nie Gedanken darüber gemacht habe, in welchem Land eine Serie produziert wurde. Natürlich fällt einem bei Sherlock schon die Kulisse von Londom auf und bei Doctor Who die Kulisse Londons oder Cardiffs. Aber ich habe meine Lieblingsserien nachrecherchiert und sie kommen tatsächlich alle aus dem englischsprachigen Raum. Das war mir vorher gar nicht bewusst, weil ich immer danach geschaut habe, ob mich eine Serie anspricht oder nicht, unabhängig vom Herkunftsland.

Welche deutschen Serien sind deine Favoriten?

Auch hier bin ich nun doch einml neugierig geworden und habe mir einmal eine Liste mit den erfolgreichsten deutschen Serien angesehen, um zu gucken, welche deutschen Serien zu meinen Favoriten gehören. Allerdings sagen mir deutsche Serien eindeutig nicht zu. Die meisten habe ich nicht gesehen, von einem Großteil hab ich sogar nicht einmal gehört. Zumindest je so 2-3 Folgen habe ich von Doctors Diary und Türkisch für Anfänger gesehen. Dies jedoch eingestellt, weil mir beide Serien nicht gefallen haben. Bei der Tatortreiniger hab ich sogar nur die erste Hälfte der ersten Folge durchgehalten, dann musste ich die Serie wechseln, weil ich sie einfach nicht gut fand.
Wirklich viele Folgen habe ich nur von Hand aufs Herz gesehen, eine Soap über die Singen und Tanzen Schüler-AG an einer Kölner Gesamtschule. Wirklich beliebt ist die AG nicht und erinnert stark an Glee. Aber ein liebevoller Cast und gute Lieder ließen mich die Serie weitergucken. Aber zählt sie dazu zu meinen Favoriten?
In der Liste der erfolgreichsten Serien fielen mir noch drei weitere auf. Zum einen Ein Herz und eine Seele. Ekel-Alfred und seine arme Familie. Die hab ich wirklich gerne gesehen und kann sie auch empfehlen. Zum anderen Loriot. Die Sketche prägten durch meine Mutter meine gesamte Kindheit und noch heute kann ich keinen Weihnachtsbaum sehen ohne ein „Früher war mehr Lametta“ rauszuhauen.
Doch die einzige deutsche Serie, die mich von meiner Kindheit bis jetzt immer begleitet hat ist „Die Sendung mit der Maus“. Die Serie hat mir sehr viel über die Welt beigebracht und die Maus und der Elefant sind noch heute meine Wegbegleiter.

Oder hast du vielleicht sogar ein paar Exoten in deiner Watchlist?

Das „exotischste“ was ich auf meiner Watchlist habe, ist Orphan Black. Und die Serie kommt aus Kanada, also auch aus dem englischsprachigen Raum. Zählt also nicht wirklich. Also nein wirkliche Exoten habe ich nicht auf meiner Liste, lass mich aber gerne von euren Kommentaren inspirieren!

Fantastic Four

Am 13.08.2015 erschien der neue Versuch die vier Marvel Helden auf die Leinwand zu bekommen in den deutschen Kinos.

Kurz zur Story: Reed Richards weiß seit seiner Kindheit, dass er irgendwann Lebewesen in andere Dimensionen teleportieren möchte. Doch auch als er älter wurde, wurde er dafür immer nur ausgelacht und von seinen Lehrern verurteilt. Nur sein Freund Ben Grimm hielt immer zu ihm. Bis er auf … und Sue Storm trifft, die an seine Vision glauben und bereits ähnliche Versionen wie Reed entworfen haben. Kurzerhand wird Reed angeworben zusammen mit Victor van Doom und Sues und ihrem Bruder Johnny an einem Teleporter zu arbeiten. Tatsächlich schaffen sie es auch, nur das die Geldgeber nicht die Erbauer auch die ersten Teleportieren sein lassen wollen. Also versuchen sie es zusammen mit Reeds Freund aus Kindertagen Ben in einer Nacht und Nebel Aktion, die vollkommen nach hinten los geht.

Seit dem letzten Versuch von 2004 kennt man die vier Helden, die sich die Fantastic Four nennen. Reed Richards, der seine Gliedmasen gummiartig ausdehnen kann, Sue Storm, die sich unsichtbar machen kann, Johnny Storm, die menschliche Fackel und Ben Grimm, der nach dem Unfall nur noch ein großer Steinhaufen ist. Während viele Stimmen aus den Kritikerreihen, diesen Film als sehr schlecht und weit unter dem bereits schlechten ersten Teil sehen, muss ich sagen, dass ich die schlechten Kritiken nur teilweise nachvollziehen kann.
Denn im Gegensatz zum vorherigen Teil wird hier viel mehr auf die Details geachtet. Es beginnt schon mit der Schauspielerauswahl. Diesmal wird auf jüngere Darsteller gesetzt, allen voran Miles Teller, der spätestens seit Whiplash zeigte, was er drauf hatte. Das diese leider anhand des nicht gelungenen Drehbuches mit seinen teilweise sehr platten Dialogen grundsätzlich unterfordert scheinen, merkt man dem Film schon an, aber trotzdem holen sie viel aus dem Film heraus. Hinzu kommen geschlossene Handlungslöcher aus dem letzten Film. Denn diesmal wird ganz genau gezeigt, wieso die vier ausgerechnet diese “Kräfte” erhalten und keine anderen. Das ist zuvor immer unklar geblieben. Hinzu kommen liebevolle Details, wie klarere menschliche Umrisse bei Ben Grimm als “Das Ding”, wie einen sehr menschlich geformten Hintern.
Das sich Regisseur Josh Trank bereits von dem Film distanzierte, weil die für ihn entscheidenden Szenen herausgeschnitten wurden und er zu diesem Ende “gezwungen” wurde, ist schon verständlich, aber trotzdem merkt man, dass er sehr viel Herzblut in den Film investiert hat und auch die Charaktere auf einer sehr tiefen Ebene hätten liegen können. Reed wird diesmal nicht einfach plump als guten Wissenschaftler dargestellt, sondern wir lernen ihn bereits in der 5. Klasse kennen und erfahren, wie er Ben Grimm kennenlernte. Das macht ihn viel menschlicher und so fühlt man viel mehr mit ihm und seinen Entscheidungen als zuvor. Auch Johnny Storm bleibt zwar der bekannte Draufgänger, bringt aber mit seinem Ego in Verbinung mit seinen Kräften niemanden mehr in Gefahr, wie noch in der Version von 2004. Allgemein erhalten alle Charaktere mehr Tiefgang und so auch mehr Sympathiepunkte im Publikum.
Die viseullen Effekte sind der heutigen Generation angepasst und sorgen so für ein sehr schönes Bild zum angucken. Durch Liebe zum Detail, aber auch einer schönen Orientierung an den Comics fühlt man sich an die Qualität der Marvel-Reihe erinnert.

Alles in allem ist die Kritik am Film teilweise berechtigt, aber so schlecht wie viele ihn sehen, kann ich ihn einfach nicht bewerten, weil er durchaus auch seinen Wert hat. Dafür erhält er von mir 05 von 10 möglichen Punkten.

Boy 7

Am 20.08.2015 erscheint ein neuer deutscher Thriller in den deutschen Kinos.

Kurz zur Story: Sam erwacht an einer U-Bahnstation ohne Erinnerungen. Doch anscheinend wird er von der Polizei gesucht. Er flieht vor den Beamten und versucht seine Schritte zu rekonstruieren. Dabei findet er sein Notizbuch, in dem er alles aufschrieb für den Fall, dass er sein Gedächtnis verlöre. Er findet heraus, dass er nachdem er die Schuldatenbank gehakt hatte, in eine Resozialisierungsanstalt gesteckt wurde. Während dort am Anfang alles gut aussieht und ihm gute Chancen geboten werden, merkte er immer mehr, dass etwas nicht stimmte.

Die Handlung klingt nun nicht gerade neu, denn dieses oder ähnliche Szenarios wurden schon öfter verfilmt. Nicht weiter verwunderlich ist es, dass der Film bis auf wenige Ausnahmen absolut vorhersehbar ist. Trotzdem gibt er eine ganz gute Leistung ab, wenn man mal von ein paar Logikfehlern absieht oder er doch teilweise ein paar Klitschees zu viel bedient.
Natürlich musste in diesem Film auch wieder die obligatorische Liebesgeschichte untergebracht werden, die eigentlich so gar nicht wirklich in die Handlung und vor allem nicht in die Szenerie passen will. Aber was erwartet man, wenn beide Geschlechter eine Hauptrolle bekommen.
Boy 7 hat einen der schrägsten Bösewichte, die ich seit langem gesehen habe. Man merkt zwar schon ab seiner ersten Szene, dass er wohl der Bösewicht sein soll, aber mit seinem sehr schmierigem Gehabe, seiner Arroganz seinem Aussehen betreffend und seiner neutralen und fast einschläfernden Stimme wirkt er zunächst nicht so. Auch im weitern Verlauf sorgt er eher für Erheiterung, als dass man ihn ernst nimmt. Aber genau das ist der Fehler, denn er hat es Faustdick hinter den Ohren. Und selbst wenn er oder seine Äußerungen lustig erscheinen, kann er jedoch gleichzeitig sehr kaltblütig sein. Das macht ihn zwar irgendwie interessant, aber so richtig ernstzunehmen ist er dann doch nicht. Daher fehlt dem Film doch irgendwie der Bösewicht, als dauerhafte Bedrohung.
Während Jens Harzer trotz aller Kritik an seiner Rolle als Bösewicht, diese trotzdem souverän spielt, enttäuscht David Kross in der Hauptrolle leider eher. Er schafft es leider nicht die Emotionen seiner Rolle dem Zuschauer verständlich ‘rüberzubringen. Diese muss der Zuschauer durch Situation und Dialoge erraten. Egal ob er nun auf der Flucht ist, im Gericht oder in der neuen Umgebung der Resozialisierungsanstalt, seine Mimik bleibt unverändert. Hier wäre jemand anderes wohl die bessere Wahl gewesen. Bei Emilia Schürle hingegen variiert die Leistung. Ihre harte Schale spielt sie souverän und gut. Sobald es aber auch hier um ein breiteres Spektrum an Emotionen geht, versagt auch sie. Man merkt ihr an, dass ihre Schauspielerfahrungen vor allem auf den Freche Mädchen-Filmen basieren.

Alles in allem ist Boy 7 durchaus spannend und auch sehenswert, bleibt aber hinter vergleichbaren Filmen seines Genres weit zurück. Dafür erhält er 04 von 10 möglichen Punkten.

Orphan Black

Hallo ihr Lieben,
ich stieß durch Zufall bei einer Blogparade auf die Serie Orphan Black und verschlang die ersten beiden Staffeln in nur zwei Tagen! (Mehr ist leider auf Netflix noch nicht verfügbar 😦 )

Kurz zur Story: Sarah Manning ist eine kleine Rebellin, die es nicht mehr bei ihrer Pflegemutter aushielt. Doch sie hat ihre Tochter zurückgelassen. Also kehrt sie in die Stadt zurück. Doch bei ihrer Ankunft am Bahnhof sieht sie eine Frau, die genauso aussieht wie sie – nur das die andere wesentlich besser gekleidet ist – und sich kurzerhand vor den einfahrenden Zug wirft. Zwar unter schock, aber auch eine Gelegenheit sehens, klaut Sarah der Frau ihre Handtasche. Eigentlich wollte sie nur an ihr Geld, um ihrer Tochter eine Zukunft bieten zu können. Doch dabei trifft sie auf noch mehr Frauen, die genauso aussehen, wie sie. Zusammen versuchen sie hinter das Geheimnis zu kommen.

Orphan Black ist von der ersten bis zur (bisher) letzten Folge absolut spannend konzipiert. Der Zuschauer entdeckt zusammen mit Sarah immer mehr Geheimnisse und leidet mit ihr. Doch auch mit den identisch aussehenden Frauen Alison und Cosima leidet man, denn auch ihre Leben werden in der Serie ausführlicher dargestellt.
Die Charaktere selbst könnten unterschiedlicher nicht sein. Das Pflegekind Sarah, dass ihr Leben lang von einem Schlamassel in den nächsten rutschte. Die wissenschaftsbegeisterte Cosima, die trotz der skurrilen Situation in ihr Studium vertieft ist. Die Hausfrau Alison, die ein Vorzeigeleben in einer Vorstadtwohniedlung mit Mann und zwei Kindern führt. Sarahs Pflegebruder Felix, der schwuler nicht sein könnte und eher unfreiwillig in die ganze Geschichte mit hineingezogen wurde. Und das, um nur die absoluten Hauptcharaktere zu nennen.
Die Serie lebt natürlich von der Hauptdarstellerin Tatiana Maslany, die es auf einzigartige Weise schafft, jedem von ihr verkörperten Charakter (und das sind im Laufe der Serie sehr viele!) auf unterschiedliche Weise zu spielen. Wenn man Sarah, Cosima und Alison zusammen agieren sieht, sehen sie zwar alle gleich aus, aber wirken trotzdem, wie von verschiedenen Schauspielern gespielt. Die Mimik und Gestik sind bei jedem Charakter individuell und so ausgeprägt, dass man sie immer erkennt, selbst wenn sich z.B. Alison einmal für Sarah ausgibt und andersherum. Man weiß trotz allem, wen man gerade vor sich hat. Dafür gebührt der Schauspielerin großen Respekt und zu Recht viele Ehrungen und Preise für die brillant gespielten Darstellungen.
Was mich etwas gestört hat, ist das schnelle Tempo, was die Serie vorlegt. Das Verwechslungsspiel zu Beginn der Serie mit Sarah und der vor den Zug gesprungenen Beth macht großen Spaß und hat viele humorvolle Momente. Leider nimmt dies viel zu schnell ab und baut sich zu einem Thriller aus, der ohne Zweifel sehr spannend ist, aber für meinen Geschmack die Serie zu schnell vorantreibt. Bei einer Serie erwarte ich doch ein anderes Tempo als in einem Film.

Alles in allem hat die Serie ein sehr großes Suchtpotenzial (ich sag nur zwei Staffeln in zwei Tagen) und ich kann sie nur wärmstens jedem empfehlen. Sie bietet für fast jeden Genrefan Stoff und ist meines Erachtens viel zu unbekannt!

Coconut hero

Am 13.08.2015 erschien ein neues lebensbejahendes Teenagerdrama in den deutschen Kinos.

Kurz zur Story: Mike Tyson hat nur einen Wunsch. Er möchte sterben. Doch leider ist er der eine Prozent, der überlebt, wenn er sich mit einem Gewehr in den Kopf schießt. Zu seinem Glück wird jedoch bei einer Nachuntersuchung ein Tumor in seinem Kopf gefunden und ihm werden nur noch ein paar Monate Leben vorhergesagt. In diesen muss er jedoch an Therapiesitzungen teilnehmen und auch einen Sportkurs mitmachen, bei dem er die hübsche und sympathische Miranda kennenlernt. Ändert sie seine Meinung?

Coconut hero scheint das Thema Selbstmord und Pubertät einfach bunt miteinander zu mischen. Man lernt Mike kennen, der ein nicht ganz leichtes Teengerleben führt. In der Schule wird er gehänselt, seinen Vater hat er nicht kennengelernt, weil dieser sich direkt nach seiner Geburt aus dem Staub gemacht hat, und seine Mutter ist mit dem Thema Erziehung viel zu überfordert und lässt Mike doch lieber den ganzen Tag alleine. Das ganze ist vielleicht kein Einzelfall, aber im realen Leben werden dann doch eher verbitterte Erwachsene aus den Teenagern oder manche ertragen auch nur ihr Kindheit und genießen dann ihr Erwachsenendasein. Doch nicht Mike. Mike hat einfach keine Lust mehr zu leben. Vor seinem Selbstmordversuch ruft er ganz trocken bei der Zeitungsredaktion an und lässt sich einen Nachruf erstellen. Dieses Ausgangsszenario finde ich schon sehr extrem dargestellt, denn so einen wirklichen Auslöser für den Selbstmord gibt es nicht und sollte sich jetzt jeder Teenager umbringen, nur weil seine Eltern sich nicht richtig kümmern und man in der Schule gehänselt wird?
Aber das ist natürlich nicht die Grundlegende Nachricht des Films, denn Mike schafft den Selbstmord nicht und hat nun noch ein paar Monate, um über seine Entscheidung nachzudenken, bis ihn der Tumor umbringen wird. Außer natürlich er macht die lebensrettende OP. Und um diese Zeit geht es eigentlich in dem Film und um die Frage, ob Mike doch noch Gefallen am Leben findet.
Mike ist ein sehr ruhiger Charakter, der nicht so viel spricht. Hinzu kommt eine sehr langsame Erzählweise, so dass sich der Film an einigen Stellen schon zieht. Aufgelockert wird die Grundstimmung durch einige humorvolle Einlagen, die dem Zuschauer dann doch eine gewisse Lockerheit in das schwierige Grundthema bringt. Die Charaktere schwanken von liebenswert bis unsympathisch, wie es auch im realen Leben so ist.
Das Ende des Films spaltete mal wieder mich und meine Mitkinogänger in zwei Lager. Mir gefiel es nicht, das andere Lager fand es doch sehr passend. Mir war es doch zu vorhersehbar und leider auch zu kitschig. Das einzige, was am Film wirklich sehr störend war, war die schlechte deutsche Synchronisation. In Deutschland wird sich damit ja eigentlich große Mühe gegeben, aber in diesem Film wollten die Lippenbewegungen einfach nicht zum Gehörten passten.

Alles in allem ist es doch irgendwie ein lebensbejahender Film geworden, über dessen Grundsituation man streiten kann, das sich vielleicht auch etwas zieht, aber im Endeffekt doch irgendwo sehenswert ist. Dafür bekommt der Film 05 von 10 möglichen Punkten.

Girl on the train

Durch die nicht zu übersehenden Reklametafeln in den Buchläden, wurde ich neugierig und stieß so auf „Girl on the train“ von Paula Hawkins und machte es sogleich zu meiner Urlaubslektüre.

Kurz zur Story: Rachel pendelt jeden Tag mit dem Zug nach London. Dort fährt sie auch immer vorbei an dem Ort Witney vorbei, in dem ihr Ex-Mann Tom mit seiner Affäre, inzwischen Frau, und deren gemeinsamer Tochter lebt. Um ihrem armseligen und vor allem betrunkenen Leben zu entkommen, träumt sie sich immer in das Leben eines Pärchens, die nur ein paar Häuser von ihrem alten Haus entfernt wohnen. Doch eines Tages ist Megan, die Frau des Traumpärchens, verschwunden. Und Rachel sieht ihre große Stunde als gekommen und ermittelt selbst und gerät dadurch immer tiefer in den Strudel der Geschehnisse.

Girl on the Train ist glaube ich das erste Buch, das ich gelesen habe, in dem mir absolut JEDER Charakter unsympathisch ist. Sei es nun Rachel, die nicht nur betrunken, sondern auch sehr naiv durchs Leben taumelt oder ihre arrogante Gegenspielerin Anna, die ihr den (auch unsympathischen) Mann Tom ausspannte und nun ihr Leben als Mutter zwar nicht auf die Reihe kriegt, aber immer große Monologe schwingt, wie toll sie doch ist. Sei es nun Megan, die man durch Rachel erst als sehr sympathische Frau kennenlernt, aber sobald man mehr über sie erfährt, verdreht man auch nur die Augen und möchte ihr am liebsten in den Hintern treten, damit sie aufhört über ihr „schlechtes“ Leben zu heulen oder sei es Megans Mann Scott, der auch nur heulen oder zum Choleriker werden kann. Man kann natürlich sagen, dass einfach extreme Figuren aus dem Leben gegriffen wurden, aber in diesem Fall ist es einfach absolut zu viel. Denn beim Lesen hat man eigentlich keine Lust irgendeinem Charakter „zuzuhören“. Die Emotionen schwanken zwischen dem Drang jemanden anzuschreien oder einfach nur aus dem Buch zu kicken. Das erschwert natürlich das Lesevergnügen um ein Vielfaches.
Die Handlung selbst ist eigentlich spannend konzipiert und so wirklich möchte man das Buch dann doch nicht aus der Hand legen. Durch einen sehr einfach Sprachstil und keinen ausführlichen, sondern kurzen und präzisen, Situationsbeschreibungen, wird der Lesefluss sehr begünstigt, so dass man Girl on the train sehr schnell durchliest. Jedoch reicht einem das eine Mal und ab da wird es wohl eher im Bücherregal verstauben.
Die Aufbau des Buches ist sehr spannend, denn am Anfang wird nur aus der Sicht Rachels berichtet. Da diese immer morgens und abends mit dem Zug fährt, wird auch ein Kapitel in morgens und abends eingeteilt und dann immer von Rachel im Zug sitzend erzählt. Dies wird im Verlaufe des Buches ausgeweitet und auch aus der Sicht weiterer Charaktere wird berichtet, jedoch bleibt das Schema mit morgens und abends größtenteils erhalten. Das ist mal eine erfrischende Abwechslung zu einem chronologisch geschriebenem Buch, bei dem man immer zeitgleich mit den Charakteren etwas erfährt.

Alles in allem ist „Girl on the train“ ein gutes und spannendes Buch, es leidet nur unter den durchweg unsympathischen Charakteren. Hier hätte man dies etwas abschwächen können, um es lesbarer zu gestalten.

True Story (Kurzkritik)

Am 06.08.2015 erschien der neue Film, der Jonah Hill und James Franco zusammen vor der Kamera zeigt, in den deutschen Kinos.

Kurz zur Story: Michael Finkel arbeitet bei der New York Times, bis er dort in Ungnade fällt. Also räumt er seinen Schreibtisch, nur um kurz darauf zu erfahren, dass der vor Gericht stehende Christian Longo sich bei der Verhaftung als Finkel ausgab. Dieser versucht nun Longo, der seine Frau und Kinder umgebracht haben soll, näher kennenzulernen und findet bald Potenzial für ein Buch über ihn. Doch spielt Longo nur mit ihm?

Ich habe den Film bereits vor über einem Monat in der OV-Sneak gesehen. Das heißt in englischer Sprache und mit original Genuschel. Dadurch fiel es mir sehr schwer der Handlung zu folgen und ich muss gestehen: ich habe den Film leider nicht verstanden… Nichtsdestotrotz soll es hier nun eine Kritik geben, allerdings in verkürzter Form, da ich die Handlung natürlich nicht bewerten kann.

Im Vordergrund des Films standen vor allem die Schauspielleistungen der beiden Hauptdarsteller Jonah Hill und James Franco. Beide sind eher für ihre Darstellungen in Komödien bekannt, als dafür tiefgründige Schauspieler zu sein. Doch mit diesem Film schaffen beide ihr Image etwas aufzupolieren. Gerade Jonah Hill schafft es einen tiefgründigen Michael Finkel zu kreieren, mit dem man von Anfang bis Ende mitfühlt. Zum einen schafft er sehr sympathisch ‚rüberzukommen, zum anderen fragt man sich aber auch, ob ethisch alles so richtig ist, was er macht. Wobei selbst die zweifelhafteren Aktionen ihn nie als schlechten Menschen darstellen lassen. Man nimmt Hill also seine Performance vollkommen ab.
Bei James Franco hingegen ist es etwas schwieriger. Zwar spielt auch er vollkommen ernst und verkörpert auch gut den Mann, der seine Familie umgebracht haben soll. Jedoch ist seine Mimik teilweise etwas eingefroren und zeigt ständig die selben Regungen. Dies wirkt auf Dauer nicht aufregend und spielt daher auch wenig mit dem Zuschauer. Bei diesem Film gilt es für den Zuschauer herauszufinden, ob er an Longos Schuld oder Unschuld glaubt. Doch hier wird der Zuschauer den Dialogen überlassen, denn Francos Mimik und Gestik lassen einem im Dunkeln tappen. Das ist Schade, denn hier ist ein großer Spielraum verloren gegangen.
Der Film ist teilweise als Kammerspiel inziniert, denn viele Szenen spielen im Gefängnis, während Finkel und Longo sich gegenüber sitzen und reden. Doch selbst in dieser „simplen“ Szene bleibt der Film spannend und die Zeit rennt eher und man wird immer weiter in den Strudel von Longos Geschichten hineingerissen.

Alles in allem bin ich mit einem sehr positivem Gefühl aus dem Film gegangen, kann ihn aber leider nicht entgültig bewerten, denn ich habe die Dialoge einfach nicht verstanden und damit auch nicht die Handlung. Daher gibt es erst einmal 05 von 10 möglichen Punkten, die ich nach einer neuen Sichtung des Films gerne nach oben oder unten korrigiere.