I feel pretty

Ein Vorwort

Wer kennt es nicht? Der Blick in den Spiegel und schon hat man wieder eine Stelle gefunden, die man an sich so gar nicht schön findet. Die Nase ist zu dick, zu dünn, zu kurz, zu lang, zu knollig, zu hakennasig… Und das ist nur das Beispiel der Nase. Das ein oder andere Gramm Fett könnte an der einen oder anderen Stelle doch weichen. Für manche führt kein Weg mehr an einer verschönernden Operation vorbei, wieder andere schwitzen sich stundenlang im Fitnessstudio in Form oder hungern sich schön. Wieder anderen scheint ihr Aussehen total egal zu sein. Sie fühlen sich einfach wohl in ihrem Körper. Doch wie ist unser Blick eigentlich auf gewisse Schönheitsideale? Und wie viel bewirken wirklich der Charakter und die Ausstrahlung? Mit diesen Fragen befasst sich Amy Schumers neuer Film I feel pretty.

Die Handlung

Rene (Amy Schumer) findet sich absolut nicht schön. Um wenigstens etwas gegen ihre Fettpölsterchen zu tun, meldet sie sich zu einem Spinning Kurs an. Dort kommt es zu einem Unfall, bei dem sie einen ordentlichen Schlag gegen den Kopf bekommt. Und der neue Blick in den Spiegel, lässt auf ein Wunder hoffen. Denn auf einmal ist sie wunderschön, zumindest sieht sie sich so, denn für die Außenwelt bleibt sie unverändert. Mit neuem Selbstbewusstsein klettert sie fortan nicht nur auf der Karriereleiter weiter hoch.

Meine Meinung

Der Film beginnt an sich mit einer realitätsnahen Grundprämisse. Unsere Protagonistin ist mit ihrem Leben unzufrieden. Single, angestellt in ihrer Traumfirma, aber nicht in ihrer Traumposition. Für all das muss es doch einen Sündenbock geben. Der ist auch schnell gefunden. Sie findet sich nämlich nicht schön und darüber hinaus, schämt sie sich für ihren Hüftspeck. Also wird zumindest eins der Probleme mit motivierendem Sport versucht zu beseitigen. Während ihr einerseits Ablehnung entgegen kommt, was sie denn in so einem Sportkurs sucht, wird sie andererseits auch ganz normal behandelt. So weit, so realitätsnah. Denn wer war nicht schon mal in einem Fitnessstudio und musste sich die Blicke der durchtrainierten antun, was man selbst mit seinen paar Kilos zu viel auf den Hüften denn dort zu suchen hätte? Dann kommt der Unfall und schwupps sieht sich unsere Protagonistin selbst als wunderhübsch. Alles, was danach kommt ist ein Drahtseilakt zwischen guter Überlegungen, herzerwärmender Szenen und auf der anderen Seite einfach nur völlig überzogener Bullshit.
Denn zum einen wird Rene durch ihr neu gewonnenes Selbstbewusstsein aktiv, um ihr Leben neu zu gestalten. Natürlich reagieren ihre Mitmenschen erst einmal erstaunt, über ihr neu gewonnenes Selbstbewusstsein, aber nicht nur ihre Chefin überzeugt sie mit ihrer Art für eine bessere Stellung. Leider gehen auch hier schon einige Dialoge in die falsche Richtung und deuten an, dass sie nur aufgrund ihres „neuen“ Aussehens die richtige für die neue Stelle ist und nicht wegen ihrer anderen Qualitäten. Desweiteren zeigt Rene, dass sie – weil ja nun vorgeblich ihr einziges großes Problem aus der Welt geschafft wurde – endlich Spaß an ihrem Leben hat. Der große Haken an der Botschaft des Films ist aber, dass er nicht sagt, wenn du dich in deinem Körper wohlfühlst, entwickelst du genug Selbstbewusstsein, um endlich deine anderen Ziele im Leben zu erreichen. Sondern die Botschaft läuft eher darauf hinaus, dass er sagt, du wirst von vielen für dein Aussehen verurteilt, aber wenn du schön bist, dann darfst du alles sagen und machen. Das führt dazu, dass Rene sich durch „ihre Schönheit“ in ein arrogantes Miststück verwandelt. Hier hat der Film eindeutig seine eigentliche Botschaft verfehlt.
Als Komödie angelegt, krankt der Film leider auch hier. Denn Amy Schumer ist zwar für ihren eher deftigen Humor bekannt, lebt diesen hier aber so sehr aus, dass es nicht mehr wirklich witzig ist. So krankt der Film nicht nur an Botschaft und Handlung, sondern auch an seinem nicht funktionierendem Humor.

Das Fazit

I feel pretty ist ein Film, der sich das Thema Selbstakzeptanz auf die Farne geschrieben hat, es dann aber doch verfehlt. Letztendlich bleibt die Aussage, dass „schöne“ Leute oberflächlich sind und „hässliche“ Leute es im Leben nicht weit bringen. Auch Amy Schumers Humoreinlagen sind gewöhnungsbedürftig und reichen nicht aus, um die Komödie zu retten. Dafür gibt es 05 von 10 möglichen Punkten.

I feel pretty läuft seit dem 10.05.2018 in den deutschen Kinos.

Vorfreude – zweites Halbjahr 2018

Wie im Mai endet das Halbjahr? Das endet doch erst Ende Juni? Ja das mag sein, aber der fleißige Leser meines Blogs weiß, dass mein Filmjahr immer im November endet und im Dezember beginnt. Damit endet nun Ende Mai das erste Halbjahr meines Bloggerjahres und während ich gerne nächste Woche noch Solo abwarten möchte, kommt daher nun erst einmal die Vorfreude auf hoffentliche Highlights von Juni-November 2018.

Filme – auf großer Leinwand erwartet

Oceans 8 – Das Remake(?) der Oceans Reihe in bekannter hochkarätiger Besetzung, aber diesmal komplett in weiblich. Ich bin sehr gespannt, was Frau Bullock und Co da so auf die Beine stellen und ob sie vielleicht sogar einen besseren Rhythmus als die Männer rüberbringen können.

Love, Simon – Seit ich den Trailer das erste Mal gesehen habe, freue ich mich auf den Film. Das Thema Homosexualität wird zwar immer wieder aufgenommen, aber ich kenne es noch nicht in einem lockeren Teenager-Drama.

Ant Man and the WASP – Der nächste MARVEL-Streich, nachdem sie uns heulend und am Boden zerstört nach Infinity War zurückgelassen haben. Da bin ich mal gespannt, wie sie auch die Zeitlinie einhalten wollen.

Phantastische Tierwesen – Grindelwalds Verbrechen – Nach zwei Jahren warten, kommt nun der nächste Teil aus Mrs. Rowlings magischer Welt in die deutschen Kinos. Eine Ahnung, wie es sich entwickeln soll, hat man ja schon, aber ich bleibe gespannt, wie sie Newt Scamander und die Tierwesen im Geschehen behalten wollen.

Filme – auf großer Leinwand skeptisch erwartet

Jurassic World 2 (Ich vermute mal, sie haben wieder einen Dino gezüchtet, den keiner mehr kontrollieren kann, aber ansonsten zeigt der Trailer meiner Meinung nach zwei nicht zusammenpassende Filme, es bleibt spannend), Sicario 2 (nach dem guten ersten Teil können sie es ja jetzt nur versauen, zumal sie auf Emily Blunt und Deniz Villeuneuve verzichten und sich anscheinend auf dem Namen ausruhen), The first Purge (wozu auch mal ein abgeschlossenes Franchise ruhen lassen? Nach dem ersten Teil haben die anderen Teile doch schon nur noch bedingt funktioniert), Skyscraper (sieht erst einmal aus wie die Dwayne Johnson Variante von High-Rise, mal gucken, ob der trotzdem was drauf hat), Mamma Mia 2 (ich fand den ersten Teil ja schon nur bedingt sehenswert, weil zu sehr auf bekannte Namen als auf begabte Sänger gesetzt wurde, wenn Pierce Brosnan wieder sing, verlasse ich das Kino), Deine Juliet (so richtig bin ich nicht mit dem Trailer warmgeworden, obwohl es nach einer spannenden Geschichte klingt), Venom (ein Superheldenfilm, der nur bedingt aus Marvels Superschmiede kommt, sollte erst einmal skeptisch betrachtet werden, zumal wenn es sich um einen Spider-Man Gegenspieler handelt, aber Spider-Man aus Lizenzgründen nicht mehr mitspielen darf)

Cinemathek

Das aktuelle Programm geht nur bis zum 02.07.2018, erst danach wird das neue Programm veröffentlicht, aber in diesem Zeitraum klingen folgende Filme ansprechend (was noch nicht heißt, dass sie zu meinem Dienstplan passen)

Call me by your name, The Big Sick, The Square und The Secret Man

Serien – ein kurzer Überblick

Die Liste der Serien, die ich noch sehen will, ist gefühlt endlos, aber mehr oder weniger kurzfristig sind folgende geplant:

Eine Reihe betrüblicher Ereignisse – Staffel 2: Die auf der Romanreihe von Lemony Snickett basierende Serie geht in die zweite Runde und konnte in der ersten mit Neil Patrick Harris als Graf Olaf gut überzeugen. Mal gucken, wie es den Waisen diesmal ergeht.

13 reasons why – Staffel 2: Letztes Jahr eine der am heißesten diskutierten Netflix-Serien. Die Buchversion ist fertig erzählt und nun geht es an die Nachfolgen und offenen Fragen, die in Buch und erster Staffel unbeantwortet blieben.

Westworld – Staffel 2: HBOs inoffizielles Nachfolgeprojekt zu Game of Thrones, konnte in der ersten Staffel schon einmal vor allem optisch überzeugen. Es bleibt spannend, wie es mit dem futuristischen Freizeitpark weitergeht.

Sense 8 – „Finale“: Ich habe das Finale mal in Anführungszeichen gesetzt, weil kein echter Fan zugibt, dass es sich bei dem von Netflix geplanten Special um das Finale handelt. Der Kampf geht weiter, um die eigentlich abgesetzte Serie noch die fehlenden 3 Staffeln zu ermöglichen. Aber zumindest soll das „Finale“ den absolut fiesen Cliffhanger am Ende der zweiten (und bisher letzten) Staffel richten.

The Handsmaid Tale – Staffel 1: Das Buch habe ich vor einiger Zeit bereits gelesen und mir nun endlich die Serie auf DVD zugelegt. Die Serie, die sogar Game of Thrones bei der Preisverleihung geschlagen hat.

Bücher – ein Sommer voller Gefühle

Vorfreude 2018

Büchertechnisch habe ich mich erst einmal für die kommenden Sommermonate ausgestattet. Es gibt natürlich noch wesentlich ältere Exemplare auf meinem SuB, aber die meisten werden wohl bis zu den dunklen Wintermonaten durchhalten müssen. Und natürlich plane ich immer genug Platz für Spontankäufe ein. Empfehlungen eurer Lieblingssommerbücher sind übrigens immer noch sehr gerne willkommen!

Mit Mann ist auch nicht ohne – Als ich diesen Artikel anfing zu schreiben (Montag Nachmittag), lag dieses Buch druckfrisch auf meinem SuB. Inzwischen (Dienstag Mittag) habe ich es schon komplett verschlungen. Autorin Silke Neumayer bringt mit Witz und Charme bekannte Alltagssituation beim Zusammenleben mit Mann auf den Tisch. Egal, ob ihre eigenen oder die ihrer pubertierenden Tochter Sophie.

Weil wir uns lieben – Der dritte Teil der Reihe von Colleen Hoover. Es waren ihre ersten drei Bücher (was man leider merkt) und konnten mich bisher nicht vollkommen mitreißen, aber trotzdem freue ich mich auf den Abschluss der Reihe.

Die Mitternachtsrose – Dieses Buch liegt seit Ewigkeiten auf meinem SuB. Das liegt vor allem daran, dass ich über Lucinda Riley bisher viele unterschiedliche Meinungen gehört habe und mich noch nicht final durchringen konnte, es zu lesen.

Auch donnerstags geschehen Wunder – Gekauft auf Empfehlung der Buchhändlerin meines Vertrauens, als ich sie verzweifelt um geeignete Sommerliteratur bat. Mal gucken, was dabei herauskommt.

Was sind eure Empfehlungen für die kommenden Sommermonate? Welchen Film/Serie/Buch sollte ich auf keinen Fall verpassen oder sollte dringend mit auf diese Liste? Ich bin für Empfehlungen immer offen!

 

 

 

 

 

A quiet place

Ein Vorwort

Filme über Alieninvasionen gibt es bereits in mehreren verschiedenen Versionen. Von Independence Day über Cloverfield bis zu Arrival. Nun kam mit a quiet place noch einmal eine neue Version des Szenarios in die deutschen Kinos. Diesmal sind die Aliens beinahe blind, hören aber sehr gut. Allein der Trailer ließ wenig zur eigentlichen Handlung erahnen, sondern verriet nur so viel über den Film: Die Familie sollte bloß kein Geräusch machen!

Die Handlung

Zurückgezogen auf eine Farm lebt Familie Abott und hat nur ein Ziel: Zu überleben, ohne ein Geräusch zu machen. Denn überall lauern Aliens, die zwar sehr schlecht sehen, dafür aber sehr gut hören und sich auf jedes laute Geräusch stürzen. Vater Lee (John Krasinski) versucht die Familie aus das Überleben zu schulen, während Mutter Evelyn (Emily Blunt) versucht die Familie weiterhin zu ernähren. Doch es stehen neue Probleme bevor, die es zu lösen gilt.

Meine Meinung

A quiet place ist einer der wenigen Horrorfilme der letzten Jahre, der wirklich auf Atmosphäre setzt. Und allein das ist schon ein unglaubliches Kompliment an den Film. Denn während viele Filme sich über Ihre gut geschriebenen Dialoge und Geräuscheffekte definieren, legt a quiet place ganz andere Prioritäten. Denn wenn in einem Film sich nur mit Zeichensprache verständigt wird, fehlen schon die ausschweifenden Dialoge. Auch ist die Grundprämisse des Films ja die, dass die Familie keine Geräusche machen sollte, um zu überleben. Doch wer denkt, dass es dadurch den ganzen Film über sehr still ist, liegt falsch. Denn für die Atmosphäre wird hier viel auf die Musik gesetzt, die es schafft genau an den richtigen Stellen schüchtern und zurückhaltend zu sein oder richtig auszuholen und die Spannung damit noch zu erweitern.
Spannung ist dann auch das richtige Stichwort, denn die hält a quiet place mühelos die gesamte Filmdauer über einem sehr hohen Niveau. Die ständige Anspannung der Familie, bloß kein Geräusch zu machen, ist ansteckend und man stellt fest, dass man mehr als einmal den Atem anhält. Diese Anspannung lässt einen auch beim Abspann noch nicht so schnell los, denn das Herz schlug auch dann noch viel zu schnell. Erst nach und nach kann man sich vom Film lösen.
Die Handlung selbst ist in sich schlüssig und erklärt sehr viel über die Bilder. So wird der Zuschauer in ein unbekanntes Szenario geworfen und hat aber den Spaß, nach und nach selbst die Hinweise zu einer Lösung zusammenzuziehen. A quiet place nimmt die Zuschauer also nicht wie kleine Kinder an die Hand und erklärt am Anfang erst einmal, was denn alles passiert ist und wieso sich die Familie so still verhält. Stattdessen tastet sich der Zuschauer selbst ganz langsam vor und wird durch Zeitungsartikel, die der Vater sammelt, immer wieder auf die richtige Spur gebracht.
Auch schauspielerisch hat der Film einiges drauf. Während Blunt und Krasinski auch im realen Leben ein Paar sind und dementsprechend eine gute Chemie zwischen beiden herrscht, bringen gerade die Jungdarsteller Millicent Simmonds und Noah Jupe (bekannt aus Wunder) frischen Wind rein und können die verschiedenen Charaktere überzeugen.

Das Fazit

A Quiet Place ist einer dieser Filme, die einem im Trailer erst einmal wenig zusagen und dann hinten raus doch unglaublich gut funktionieren. Die unzähligen Ideen der Familie, um leise zu bleiben, sind wunderbar anzusehen, und die Gruselatmosphäre ist durchgehend hoch, selbst wenn keine Bedrohung zu sehen ist. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.

A quiet place läuft seit dem 12.04.2018 in den deutschen Kinos.

Rampage – Big meets Bigger

Ein Vorwort

In einem Interview sagte Dwayne Johnson neulich, dass er sich als eine Marke sieht und seine Fans deswegen eine gewissen Erwartungshaltung an seine Filme hätten. Deswegen dürften diese auch nur auf eine gewisse Art und Weise enden. Damit hatte er dann natürlich schon den Megaspoiler für seinen neusten Film Rampage rausgehauen. Aber abgesehen von der Diskussion, ob sich ein Schauspieler selbst als „Marke“ sehen sollte – da dies ja suggeriert, dass er immer die gleichen Filme machen würde, was bei Johnson ja tatsächlich zutrifft – ist die Frage, ob Rampage an den überraschend guten Film „San Andreas“ anschließen kann, ein Überraschungserfolg wie „Jumanji“ wird oder eher ein Reinfall wie „Baywatch“.

Die Handlung 

Davis Okoye (Dwayne Johnson) ist Primatenforscher und sein Lieblingsgorilla ist George. Doch eines Tages landet ein fehlgeschlagenes Experiment in Georges Gehege und lässt ihn nicht nur unkontrolliert wachsen. Die Spur ist schnell zu Claire (Malin Akerman) und Brett Wyden (Jake Lacy)zurückzuführen. Die skrupellosen Unternehmer hatten im All Experimente mit Genom-Editierung durchgeführt. Dr. Kate Caldwell (Naomie Harris) sieht sofort Verbindungen zu ihrer früheren Forschung und will Okoye helfen. Doch neben George sind noch zwei weitere Tiere betroffen, was das Militär und Harvey Russel (Jeffrey Dean Morgan) auf den Plan ruft.

Meine Meinung

Rampage mit dem Beititel „Big meets Bigger“ – wer hat sich den eigentlich schon wieder ausgedacht?- ist nur eine weitere nicht gelungene Umsetzung eines Videospiels. Wie, ihr wusstet nicht, dass Rampage auf dem gleichnamigen Arcade-Videospiel basiert? Gut wusste wohl vorab kaum einer. Vor allem weil es im Spiel um den Gorilla George und einen Werwolf und einen Dinosaurier geht, die Häuser zerstören müssen. Zumindest dieses Element wurde zur genügend in Rampage eingebaut. Und wer vorab den Trailer gesehen hat, wusste wohl auch, dass er sich auf große „Monsterkloppe“ als Handlung einstellen konnte.
Das Problem an Rampage ist eher, dass er versucht vor der „Monsterkloppe“ noch eine richtige Handlung einzuführen. Er stellt doch tatsächlich erst einmal in aller Ausführlichkeit Davis Okoye und seine Beziehung zum Gorilla George vor. Dann passiert der Experimenteneinschlag und dann wird erst einmal wieder eine Weile über Georges Gefühle geredet. Dr. Kate Caldwell wird auf den Plan gerufen und natürlich mischt sich das Militär direkt ein. Das versteht aber natürlich Georges Gefühle nicht und deswegen läuft es nach einer ewigen Einführung endlich auf die versprochene „Monsterkloppe“ hinaus. Doch zwischendurch ist so viel geredet worden, dass der durchschnittliche Kinozuschauer schon längst kurz vorm Einschlafen ist. Nicht einmal der typische Humor von Dwayne Johnson kommt richtig durch. Letztendlich läuft es dann auf das große Finale hin, in dem Okoye und Caldwell versuchen ein Heilmittel zu finden und George und seine beiden neuen Buddys versuchen halb Chicago zu zerstören. Leider ist selbst dieser Teil nicht so richtig spannend dargestellt und da man den Ausgang ja bereits erahnen konnte, fieberte man auch nur sehr halbherzig mit den Figuren mit.
Dwayne Johnson versucht auch in Rampage wieder den starken Muskelmann zu spielen, aber diesmal sollte dieser noch eine Vorgeschichte und eine Charakterisierung bekommen. Leider ist die sehr stereotypisch ausgefallen und passt hinten und vorne nicht so richtig zusammen. Naomie Harris als weiblicher Sidekick ist dann auch eine ziemliche Verschwendung von Talent, da ihre Rolle viel mehr Leinwandzeit vertragen hätte und leider eben doch nur der Sidekick geblieben ist. Wirklich Spaß hat eigentlich nur Jeffrey Dean Morgans Harvey Russel gemacht, der Cowboy im schicken Anzug. Keine Vorgeschichte, keine Charakterisierung, sondern einfach nur eine coole Socke. Genau das, was Rampage zumindest noch halbwegs erträglich gemacht hat.

Das Fazit

Wenn man sich einen Film wie Rampage ansieht, dann weiß man an sich, dass man keine große Erwartungen haben sollte, sondern sich nur auf ein bisschen sinnlose „Monsterkloppe“ einstellen sollte. Leider zögert Rampage diese viel zu lange heraus und setzt sie dann nicht einmal wirklich gut um, so dass ein Film entsteht, der es schafft nicht vorhandene Erwartungen nicht zu erfüllen. Das haben wir von The Rock schon einmal besser gesehen. Dafür gibt es 04 von 10 möglichen Punkten.

Rampage – Big meets Bigger läuft seit dem 10.05.2018 in den deutschen Kinos.

Der Sex Pakt

Ein Vorwort

Viele von uns haben wohl genau den Schritt schon hinter sich gebracht. Man hat die Schule beendet und stand dann vor der Entscheidung: Studium oder Ausbildung? Oder vielleicht doch erst einmal ein Jahr etwas ganz anderes machen? Bleibe ich in meiner Heimatstadt bei meinen Freunden, oder schaffe ich mir ein ganz neues Leben in einer neuen Stadt? Aber was verbindet die Freundinnen auch nach dem Schulabschluss? Wenn man dem Film glauben darf, dann wohl nur ein Sex-Pakt, oder?

Die Handlung

Julie (Kathryn Newton), Sam (Gideon Adlon) und Kayla (Geraldine Viswanathan) sind seit Beginn ihrer Schulzeit die besten Freundinnen. Nun steht das Ende der gemeinsamen Zeit bevor, denn sie haben den Schulabschluss hinter sich und planen nun den Abschlussball. Jede der drei hat sich ein Date organisiert und kurz bevor schließen sie noch einen gemeinsamen Pakt, der sie für immer als Freundinnen zusammenschweißen soll. Sie wollen alle an diesem Abend Sex haben. Doch ihre Eltern Lisa (Leslie Mann), Mitchell (John Cena) und Hunter (Ike Barinholtz) finden das heraus und setzen nun alles daran, diesen Pakt zu verhindern.

Meine Meinung

Der Sex-Pakt fängt ganz klassisch mit der Vorstellung der Charaktere an. Wir erfahren wie unterschiedlich die drei Mädchen eigentlich aufgewachsen sind. Während Julie bei ihrer alleinerziehenden Mutter lebt und sie eine sehr innige Beziehung haben – außer, dass Julie ihrer Mutter die Bewerbung an einer fernen Uni verschweigen muss. Kayla ist gut behütet im intakten Familienverhältnis aufgewachsen, auch wenn ihr Vater Mitchell ein wenig überängstlich ist. Und schließlich Sam, die sich nach der Scheidung ihrer Eltern komplett von ihrem Vater Hunter entfernt hat. So weit, so normal. Der Film krankt aber vor allem daran, dass jemand der Ansicht war aus ihm eine Komödie machen zu müssen. Denn als Drama hätte der Film stellenweise richtig gut funktioniert. An sich spricht er viele gute Themen an. So ist er eine Mischung aus Coming-of-Age – OMG ich habe die Schule beendet und der Abschlussball steht bevor und danach fängt das reale Leben an, weil ich von zu Hause ausziehen muss – Erkundung der eigenen Sexualität – inklusive der Unterschiede bei Jungs und Mädchen – und den Problemen bei der Erziehung, wenn die kleinen Prinzessinnen auf einmal erwachsen werden. Es werden verschiedene Sichtweisen gezeigt und mit Argumenten begründet, so dass der Film auch keinem seine Meinung aufdrückt. Soweit so gut. Leider kam irgendjemand auf die Idee aus den ganzen guten Grundprämissen und der Charaktervielfalt eine schlechte 08/15 Komödie zu machen. Auf einmal werden alle Charaktere unglaublich platt, obwohl eigentlich gut charakterisiert, und die Handlung zu einer Abfolge vorhersehbarer Banalitäten, die leider auch noch mit unglaublich schlechten Witzen untersetzt werden. Dass Seth Rogen als Executive Producer aufgelistet wurde, sollte am Ende keinen mehr überraschen. Denn Witze wie „Arschsaufen“ dürfte nur ein ziemlich kleines Publikum wirklich witzig gefunden haben.
Der ganz große Reinfall, wie vielleicht von vornherein durch den Trailer angedeutet, wurde der Sex-Pakt dann trotzdem nicht. Denn auch wenn der Film als Komödie versagt, da er kaum unterhalten konnte, zeichnen sich die kleineren Dramaelemente umso mehr aus. Und die Szenen ohne jegliches Niveau sind sogar erstaunlich wenige, die werden dafür aber grundlos in die Länge gezogen ohne die Handlung voranzutreiben.
Schauspielerisch ist der Film so semioptimal besetzt. Denn während die Jungdarsteller noch eine solide Leistung – wenn auch nicht überragend – abliefern, schaffen es gerade John Cena und Ike Barinholtz nicht, mehr als einen Gesichtsausdruck abzuliefern. Und auch Leslie Mann schafft es nicht über ihr übliches Mittelmaß zu springen.

Das Fazit

Der Sex-Pakt hat irgendwo gute dramatische Ansätze versteckt, die alleinstehend gut funktioniert hätten. Leider wurde der Film zu einer schlechten Komödie verhunzt und das eigentlich relativ hohe Niveau wurde immer wieder mit schlechten Witzen runtergezogen, so dass als Endprodukt leider ein schlechter Film entstand. Dafür gibt es 03 von 10 möglichen Punkten.

Der Sex-Pakt lief ab dem 12.04.2018 in den deutschen Kinos.

Tomb Raider

Ein Vorwort

Nach 9 veröffentlichten Tomb Raider Spielen (seit 1996) und zwei dazugehörigen Verfilmungen mit Angelina Jolie in der Hauptrolle (2000 und 2003) war das produzierende Studio nicht mehr zufrieden mit den Spieleinnahmen. Also wurde 2013 im 10. Teil der Reihe alles auf Null gesetzt. Lara Croft wurde noch einmal neu konzipiert und es wurde mehr Wert auf ihre Vorgeschichte gelegt. Aus der Idee sind inzwischen drei Spiele wieder entstanden. Nun wurde es Zeit die neue Lara auch der Filmwelt zu präsentieren. Und mit Alicia Vikander wurde eine sehr fähige Schauspielerin gewählt. Also dürfte so viel ja nicht schiefgehen, oder?

Die Handlung

Lara Croft (Alicia Vikander) lebt in London und arbeitet als Fahrradkurier. Eigentlich wartet ein großes Erbe auf sie, was alle finanziellen Sorgen abschaffen würde, aber sie weigert sich ihren Vater als Tod zu deklarieren, obwohl er von seiner letzten Forschungsreise, die Jahre zurückliegt – nicht zurückkehrte. Als sie schließlich doch das Testament öffnen lässt, bekommt sie Hinweise auf die letzte Reise ihres Vaters. Entschlossen alle Rätsel zu lösen und ihn zu finden, macht sie sich auf die Reise nach Yamatai, einer Insel zwischen China und Japan, um dort das Grab von Himiko zu finden. Dabei hilft ihr, eher unfreiwillig, Lu Ren (Daniel Wu). Vor Ort muss sie sich jedoch mit dem Grabschänder Mathias Vogel (Walton Goggins) auseinander setzen.

Meine Meinung

Zunächst sollten wir festhalten, dass ich bisher keines der Spiele gespielt habe und auch die Filmvorgänger mit Angelina Jolie in der Hauptrolle nie gesehen habe. Meine bessere Hälfte hat die Spiele gespielt und mitunter sah ich ein paar Szenen aus dem neuen Spiel, während er zockte, die aber nicht ausreichen, um Spiel und Film miteinander vergleichen zu können. Demnach kann ich nur beurteilen, ob der Film als solches funktioniert hat.
Zunächst wird die Protagonistin Lara Croft vorgestellt, für alle wie mich, die sie vorher noch nicht kannten. Wir erfahren einige Details aus ihrer Vergangenheit und warum sie sich weigert, den Tod ihres Vaters zu akzeptieren. Hier wird bereits ihr Kämpfergeist deutlich. Gemessen an der Gesamtlänge von knapp 120 Minuten gerät die Einführung vielleicht doch etwas zu lang. Denn bis Lara endlich auf der Insel anlegt, ist schon ziemlich viel Filmzeit verstrichen. Umso schneller muss nun auch der Rest der Handlung gehen. Schnell wird ein Verbündeter gefunden, der ihr hilft auf die Insel zu gelangen, dann wird der Bösewicht vorgestellt und schon fängt das Katz- und Mausspiel an. Das darf natürlich auch nicht zu lange dauern, denn das große Finale muss sich ja irgendwann ankündigen und darf ja auch nicht zu kurz kommen. So geraten die wirklich guten Szenen, wie Lara versucht auf der Insel zu überleben, während einerseits Vogels Männer hinter ihr her sind und gleichzeitig die Insel nicht gerade zum Leben dort einlädt, viel zu kurz. Hier lag aber die eigentliche Qualität des Films. Aber mehr als ca. 15 Minuten gute Action sind nicht drin gewesen. Und schon geht es Richtung Finale. Hier wird nochmal alles bisher aufgebaute über Bord geworfen und zu einer 08/15-„lasst uns das Grab öffnen, je genau das mit den unzähligen Fallen“ Geschichte. Spätestens hier hat dann auch der letzte Zuschauer abgeschaltet. Spannung wird kaum noch erzeugt, weil einem inzwischen auch die Charaktere egal geworden sind. Die große Auflösung rund um Himiko ist dann zwar doch nochmal überraschend, hilft aber nicht, um den Film final zu retten.
Grundsätzlich ist zu Tomb Raider zu sagen, dass die Optik des Films wirklich gelungen ist. Auch die Auswahl der Schauspieler ist gut gelungen und Alicia Vikander hätte eigentlich eine tolle neue Lara Croft werden können. Wenn der Film nicht so ein großes Problem mit der Handlung und der Spannung hätte. Hier werden Filmgucker und Spielliebhaber gleichermaßen enttäuscht. Das Ende lässt zwar eine Fortsetzung vermuten, aber nach den vielen schlechten Kritiken ist es noch fraglich, ob dieser umgesetzt wird.

Das Fazit

Tomb Raider hätte mit einigen starken Elementen gut funktionieren können, krankt aber an seiner misslungenen Handlung, die gerade zum Ende hin, vieles zerstört. Zurück bleiben enttäuschte Fans und selbst neutrale Filmliebhaber kommen hier nicht auf ihre Kosten. So ist Tomb Raider nur eine weitere nicht gelungene Spieladaption. Dafür gibt es 04 von 10 möglichen Punkten.

Tomb Raider lief ab dem 15.03.2018 in den deutschen Kinos.

Ready Player One

Ein Vorwort

Erst im Jahr 2010 schrieb der Autor Ernest Cline sein Debutroman „Ready Player One“. Noch vor der Veröffentlichung sicherte sich Steven Spielberg die Filmrechte. 2012 erschien dann die deutsche Übersetzung und landete sofort auf den Bestsellerlisten. Die Dystopie und heilige Gral Suche begeisterte sehr viele. Spielberg hielt Wort und brachte nun die Verfilmung in die Kinos, und das obwohl er mit „Die Verlegerin“ dieses Jahr eigentlich bereits einen Film produziert hatte und pünktlich zur Oscarsaison veröffentlichte. Dabei vereint er das Computerspielthema mit sozialer Kritik und einer Suche nach dem „heiligen Gral“. Alle Andeutungen zu finden, dauert sicher einige Sichtungen, aber was kann „Ready Player One“ überhaupt? Schließlich hat Cline bereits angekündigt sein Buch zu einer Trilogie auszuweiten.

Die Handlung

2045. Die Bevölkerung ist so groß geworden, dass die Städte zu Slum ähnlichen Bevölkerungszentren wurden. Fast alle Bewohner versuchen ihrem Leben zu entfliehen, in dem sie sich in das Computerspiel Oasis flüchten. Der Schöpfer des Spiels James Donovan Halliday (Mark Rylance) hat vor seinem Tod drei Rätsel eingebaut und verspricht demjenigen, der sie als erstes löst, die volle Kontrolle über die Oasis. Auch Wade Watts (Tye Sheridan) möchte seinem bisherigen Leben entkommen und die Rätsel lösen. Doch die Konkurrenzfirma  Innovative Online Industries (IOI) möchte unbedingt selbst die Kontrolle erlangen, um ihre „Verbesserungen“ vornehmen zu können. Vor allem deren Chef Nolan Sorrento (Ben Mendelsohn) greift zu immer skrupelloseren Methoden.

Meine Meinung

Was haben sich die Nerds und Geeks vorab auf ein Who is Who der Szene gefreut. Es sollte eine Geschichte um ein Online-Spiel der Zukunft werden mit einer großen Homage an die alten Spiele. Jeder freute sich bereits auf die Lieblingsfiguren aus seinem Lieblingsspiel. Doch dann kam relativ zu Anfang die Ernüchterung. Ja alle lieb gewonnenen Figuren aus Spiel und Film sind zu sehen… im Hintergrund und ohne größere Bedeutung. Wer sich mit dieser Prämisse anfreunden kann, da der Trailer doch etwas anderes andeutet, für den lohnt sich ein genauerer Blick auf Ready Player One. Denn Spielberg inszeniert schon mit einer kurzen Einführung eine Realität in der man schnell versteht, warum sich alle in die Oasis flüchten – auch wenn die Frage offen bleibt, wie es überhaupt noch ein öffentliches Leben geben kann, wenn doch eigentlich alle spielen, aber mit solchen Kleinigkeiten sollte man gar nicht erst anfangen sich zu beschäftigen. Die Handlung beginnt zunächst auch sehr spannend und führt uns in die unglaubliche Welt der Oasis. Die Spielmöglichkeiten sind zwar nicht mehr ganz so innovativ, wie vielleicht noch bei Erscheinung der Buchvorlage, da die Spielentwicklungen immer weiter gehen, dennoch sind sie ein Traum für jeden Spielenerd und die vielseitige Welt der Oasis ist auch für Nicht-Spieler unglaublich faszinierend.
Doch während die erste Hälfte mit einer unglaublichen Dynamik absolut mitreißen kann, verlässt dem Film irgendwann der Elan. Irgendwann ist der Bösewicht zu stereotypisch geworden und die Handlung scheint sich immer wieder im Kreis zu drehen. Dadurch geht irgendwann auch die Spannung schrittweise immer mehr verloren und irgendwann ist es egal geworden, was aus den Hauptcharakteren wird. Mit einer Laufzeit von 140 Minuten ist Ready Player One für die Geschichte, die er erzählen will, einfach zu lang geworden. Ein paar Wendungen weniger hätten ihm ganz gut getan, damit nicht am Ende eine gewisse Monotonie einsetzt. Denn eigentlich macht Spielberg sehr viel richtig mit seinem Herzensprojekt. Die Charaktere sind sehr verschieden und werden gut vorgestellt, ebenso wie ihre Beweggründe. Es wird eine absolut faszinierende Welt vorgestellt, die voller Überraschungen ist. Ready Player One kombiniert die verschiedensten Elemente und eigentlich hätte er unglaublich gut werden müssen. Aber die Ernüchterung setzt halt spätestens im letzten Dritten ein und ein Spannungsabfall zusammen mit einer Handlung, die sich die ganze Zeit im Kreis dreht, sorgen dafür, dass man relativ enttäuscht aus dem Kinosaal geht, was immer ein schlechtes Kriterium ist.

Das Fazit

Ready Player One startet sehr stark, kann das eigene Niveau aber nicht bis zum Ende durchhalten. Obwohl eine absolut faszinierende Welt aufgebaut wird und der Film auch stellenweise sehr viel richtig macht und dort auch begeistern kann, geht ihm am Ende die Puste aus. Sehr schade! Dadurch gibt es „nur“ 06 von 10 möglichen Punkten.

Ready Player One ist seit dem 05.04.2018 in den deutschen Kinos zu sehen.

P.S.: Achtung Spoiler! Wer Shining noch nicht gesehen hat, es aber noch vorhat, sollte es vor der Sichtung von Ready Player One tun!

 

Pacific Rim – Uprising

Ein Vorwort

2013 lief Guilermo del Toros Pacific Rim in den Kinos an und entführte uns erstmals in eine Welt, in der es einen großen Spalt im pazifischen Ozean gibt, durch den riesige Aliens gelangen, die ganze Städte zerstören. Genannt werden sie Kaijus (ein japanischer Begriff). Um sich dagegen zu schützen, entwickelten die Menschen riesige Roboter, die von zwei Menschen geführt werden, die sogenannten Jäger (ein deutscher Begriff yey). 2015 plante del Toro bereits die Fortsetzung seines Erfolgs, dass er zusammen mit Maisie Williams (bekannt als Arya Stark aus Game of Thrones) in der Hauptrolle realisieren wollte. 2016 gab er dann den Regiestab an Steven S. DeKnight ab, der nun 2018 die Fortsetzung auf die Leinwand brachte. Nach dem ersten Teil waren die Erwartungen hoch und der Trailer enttäuschte sehr. Doch was kann die Fortsetzung?

Was bisher geschah

Hier werde ich kurz die zuvor erschienenen Filme zusammenfassen. Dadurch sind Spoiler leider nicht zu vermeiden. Du weißt bereits, was geschah? Dann überspring dieses Absatz einfach.

Aus dem sogenannten Breach kommen immer wieder Kaijus und zerstören die Küstenstädte am pazifischen Ozean. Doch Jahre nach dem ins Leben gerufene Jäger-Programm, glauben die Menschen nicht mehr, dass diese sie beschützen können. Sie initieren ein großes Projekt, um alle Küstenstädte mit einer großen Mauer zu umgeben. Doch schon beim ersten Kaiju Angriff auf Sydney, kann die Schutzmauer nicht bestehen. Die vier verbleibenden Jäger sammeln sich in Hongkong, um einen letzten Vernichtungsschlag zu planen. Dabei wird auch der ehemalige Jaeger-Pilot Raleigh Becket (Charlie Hunnam) zurückgerufen, der nach dem Tod seines Bruders aus dem Programm ausgestiegen ist. Zunächst braucht Becket einen neuen Partner, da immer zwei Piloten die Jäger steuern müssen. Doch seine Wahl fällt auf Mako Mori (Rinko Kikuchi), die aber bereits ein traumatisches Erlebnis mit den Kaijus hinter sich hat. Um den Breach zu schließen, wollen sie eine Nuklearbombe hineinwerfen. Die Wissenschafter Dr. Newton Geiszler (Charlie Day) und Dr. Hermann Gottlieb (Burn Gorman) haben jedoch herausgefunden, dass das nur funktioniert, wenn Kaiju-DNA sich gleichzeitig im Breach befindet. Stacker Pentecost (Idris Elba), der Anführer der Jaeger, opfert sich schließlich selbst, um Becket und Mori beim Verschließen zu helfen.

Die Handlung

Im Jahr 2035 scheint die Erde wieder komplett sicher zu sein, trotzdem wird das Jäger-Programm fortgesetzt, für den Fall, dass die Kaijus irgendwann zurückkommen. Jake Pentecost (John Boyega) flieht derweil vor seinem Erbe, als Sohn des Helden im finalen Kampf auf dem ersten Teil. Doch nach einer kurzen kriminellen Karriere, wird er zusammen mit der Rebellin Amara Namani (Cailee Spaeny) zurück zum Jäger-Programm befördert. Derweil versucht die Wissenschaftlerin und Unternehmerin Liwen Shao (Tian Jing) ein Drohnenprogramm durchzusetzen, dass die bemannten Jäger absetzen soll. Bis die Drohnen sich anfangen selbstständig zu machen. Auf einmal steht die Welt wieder einer Bedrohung gegenüber, mit der es nur wenige aufnehmen können.

Meine Meinung

Guilermo del Toro setzte im ersten Pacifim Rim Teil vor allem auf eine absolut großartige Optik und brachte uns seine Idee über die Kaijus und die Jäger näher. Dabei blieb jedoch mitunter die Spannung auf einem tieferem Niveau, da die Charaktere ausführlich gezeigt wurden und das viel Zeit einnahm. Uprising setzt da nun auf ein ganz anderes Tempo. Da die Handlung Jahre später spielt, werden viele neue Charaktere eingeführt. Für die zwei neuen Hauptcharaktere reicht jedoch eine kurze actionreiche Anfangssequenz, um die wichtigsten Weichen zu stellen. So wird an der Charakterisierung nicht gespart, aber es wird keine trockene Einführung, sondern der Film legt schnell viel Tempo vor.
Während der Trailer zu Uprising noch andeutete, dass er sich einen Mist um den Vorgängerfilm schere und einfach nur auf dem aufgebautem Konzept einen 08/15-Actionfilm machen würde, wird man beim Schauen schnell eines besseres belehrt. Denn der zweite Teil hat wesentlich mehr drauf als der Trailer vermuten lässt. Man sollte den Trailer vielleicht sogar ganz außer Acht lassen, denn an sich zeigt er nur die große Endschlacht und nimmt dort wieder viel vorweg. In den ersten 2/3 des Films zeigt er seine eigentliche Qualitäten und kann handlungstechnisch auf jeden Fall mit dem ersten Teil mithalten, wenn er ihn nicht sogar noch übertrumpft, denn immerhin erzählt er die Geschichte wesentlich spannender. Auch ist die Nähe zu den Charakteren wesentlich näher, da Charlie Hunnam im ersten Teil doch sehr publikumsdistanziert spielt, während John Boyega im zweiten Teil seinen Zwiespalt rüberbringt, aber doch sympathisch und locker bleibt.
Man kann also sagen, dass Pacifim Rim Uprising die Schwächen des ersten Teils aufgreift und verbessert und doch die Vision von del Toro weiterlebt. Lasst euch hier nicht von dem sehr schwachen und völlig falsch aufgebautem Trailer vom Kinobesuch abhalten! Die Drehbuchautoren haben hier zwar kein völlig neues Werk erschaffen und die Parallelen zum ersten Teil sind unbestreitbar, aber es stört nicht den Filmgenuss. Wer also mal wieder Lust auf einen schönen Actionfilm mit überlebensgroßen „Robotern“ hat, der sollte hier mal einen Blick wagen. Außerdem kriegt Daniel Day hier eine größere Rolle und auch Burn Gorman als Dr. Hermann Gottlieb durfte wieder auftreten (worüber ich mich sehr gefreut habe, da ich die Rolle schon im ersten Teil ins Herz geschlossen habe).

Das Fazit

Pacifim Rim Uprising greift die Geschichte von Guilermo del Toros erstem Teil respektvoll auf, bessert kleinere Schwachstellen aus und bringt so einen gelungenen Actionfilm auf die Leinwand. Die Charaktere sind näher am Publikum und das Erzähltempo wurde angezogen, ohne dabei eine nachvollziehbare Handlung und Charaktereinführungen zu vernachlässigen. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

Pacific Rim – Uprising lief ab dem 22.03.2018 in den deutschen Kinos.

The Avengers 3 – Infinity War (Kurzkritik)

Ein Vorwort

Vor 10 Jahren offenbarte ein gewisser Tony Stark, dass er Iron Man sei. Seit 10 Jahren verkörpert nun Robert Downey Jr. eben jenen „Genie, Milliardär, Playboy, Wohltäter“. In all der Zeit kamen immer mehr Helden zusammen. 2012 versammelten sie sich das erste Mal, um die Welt vor einer außerirdischen Bedrohung zu beschützen. Doch das ganze war nur der Anfang. Infinity War ist der inzwischen 19. Film und wir befinden uns inzwischen in der dritten Phase. Seit 2012 tauchte nun Thanos, der Weltenzerstörer, regelmäßig in den After Credit Scenes auf. Es war also nur eine Frage der Zeit, bis er schließlich selbst in Erscheinung treten würde. Nun müssen sich alle Helden aus 18 Filmen zusammenschließen und die Welt beschützen. Weil man über Infinity War eigentlich nicht spoilerfrei reden kann, ich aber vermute, dass noch nicht alle Leser, die den Film sehen wollen, ihn auch schon gesehen haben, werde ich in dieser Kurzkritik nur ein paar Gedanken stichpunktartig aufzählen, um für jeden Zögerer Argumente für oder gegen den Film zu bringen. Erst in ein paar Wochen, wird es noch einmal eine ausführlichere Kritik geben (ich denke mal im Sommerloch während der WM, dürfte genug Zeit dafür sein.

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Was bisher geschah

Weil 18 Vorgängerfilme hier zusammenzufassen den Rahmen sprengen würde, aber die meisten direkte Hinweise auf Infinity War geben, war ich im Vorfeld fleißig und habe euch in drei Einzelbeiträgen die drei Phasen des MCU (Marvel Cinematic Universe) zusammengefasst.

Phase 1

Phase 2

Phase 3 

Die Handlung

Thanos der Weltenzerstörer ist auf der Suche nach den sechs Infinity Steinen. Wenn er sie findet, reicht ein Schnipsen mit seinem Handschuh und er kann die Hälfte des Universums auslöschen. Als die Avengers und die Guardians of the Galaxy davon erfahren, setzen sie alles daran, Thanos aufzuhalten.

Meine „Stichpunkt“ Meinung

  • Die Russo-Brüder haben zuvor die eher ernsten Captain America-Fortsetzungen „The Winter Soldier“ und „Civil War“ gedreht. Diesmal haben sie sich trotz ernster Grundstimmung auf den typischen Marvel-Humor besonnen. Allerdings wirkt er teilweise nicht so abgerundet und gesetzt, wie in anderen Teilen des MCU, auch wenn teilweise wieder gut zitierbare Sätze dabei waren.
  • Die Handlung ist an sich rund und logisch aufgebaut. Allerdings ist Infinity War auch der Film mit der kleinsten Handlung, da sie sich schon sehr auf Thanos Reise konzentriert und diese immer wieder mit epischen Schlachten mischt.
  • Die Optik des Films ist wieder einmal ungeschlagen. Sei es nun das wunderschöne Wakanda, oder die Einführung ganz neuer Welten
  • Die Russo-Brüder lassen es sich auch nicht nehmen, noch einmal neue Charaktere einzuführen. Trotzdem ist deren Einführungszeit dann relativ gering (ja ich spiele auf Peter Dinklages Rolle an)
  • All der kleinen Kritikpunkte zum trotz, ist Infinity War einer der stärksten Filme des MCU. Das liegt vorallem daran, dass er jeden möglichen Gedankengang zu Thanos auch zu Ende gedacht hat und keine Kompromisse eingeht. Trotz des vielen Humors und der Situationskomik, wenn gewisse Charaktere aufeinander treffen, bleibt der Film knallhart.
  • Das Ende dürfte wohl am meisten diskutiert werden und natürlich wird der zweite Teil hier einiges wieder gerade rücken (ansonsten sind das MCU und ich geschiedene Leute!) Aber ohne groß weiter darauf eingehen zu wollen, sei so viel gesagt: Nehmt euch eine große Packung Taschentücher mit.
  • Thanos ist mit Abstand der beste Bösewicht des MCU – liegt wohl daran, dass abgesehen von Loki die Bösewichte bisher sehr blass waren. Er kriegt genügen Screentime und Hintergrundgeschichte, um tatsächlich Charakter zu entwickeln und es werden sogar seine Beweggründe genauer erläutert, die zwar irgendwo sinnvoll klingen, aber trotzdem grausam bleiben. So ist Thanos kein Schwarz-Weiß Bösewicht, sondern tatsächlich mal jemand, über den man diskutieren kann!

Das Fazit

Der dritte Avengers-Teil ist nur ein Auftakt für den vierten und hatte das hauptsächliche Ziel die Weichen zu stellen und die Charaktere zusammenzuführen. Das hat der Film mit Bravour bestanden. Dadurch ist die Handlung sehr simpel gestaltet, was aber das Sehvergnügen an keiner Stelle stört. Einziger kleiner Kritikpunkt – also mal abgesehen von dem riesen Cliffhanger am Ende, auf dessen Aufklärung wir nun ein ganzes Jahr warten müssen – sind die ab und an etwas holprigen Dialoge. Beim Zusammentreffen mancher Charaktere habe ich mir doch mehr erwartet. Aber das bleibt Meckern auf hohem Niveau und so kriegt Infinity War 09 von 10 möglichen Punkten.

Death Wish

Ein Vorwort

1974 kam der Film Death Wish in die amerikanischen Kinos, der hier eher bekannt sein dürfte unter dem Titel „Ein Mann sieht rot“. Und da in der heutigen Zeit kein Streifen ohne Remake bleibt, wurde nun auch Death Wish neu verfilmt. Und wer eignet sich besser für einen Actionthriller als Altmeister Bruce Willis?
Zunächst musste jedoch der Starttermin verschoben werden, so dass er nicht im Oktober letzten Jahres anlief, sondern erst ab März. Spekulationen zufolge war der Amoklauf in Las Vegas kurz zuvor einer der Verschiebungsgründe. Somit könnte man meinen, dass es sich um ein Film mit einem brandaktuellen Thema handelt. Doch die sehr schlechten Kritiken bisher und das schlechte Einspielergebnis spricht eine andere Sprache. Was kann Death Wish also wirklich?

Die Handlung

Dr. Paul Kersey (Bruce Willis) ist Unfallchirurg und liebender Ehemann und Vater. Als sich die Familie eigentlich zu einem Geburtstagessen außer Haus befinden wollte, dringen drei Einbrecher in das Haus ein. Doch die Pläne der Familie haben sich geändert und so befinden sich Mutter und Tochter im Haus, während Dr. Kersey arbeiten ist. Der Einbruch geht schief und Mutter wird erschossen, während Tochter durch die Schussverletzungen ins Koma fällt. Da die Polizei rund um Detective Kevin Raines (Dean Norris) einige Zeit im Dunkeln tappen, beschließt Kersey Selbstjustiz zu üben. Er besorgt sich eine Waffe und übt heimlich in seinem Keller. Doch bevor er sich auf die Suche nach den Einbrechern macht, sorgt er in seiner Heimatstadt Chicago erst noch auf andere Art für Gerechtigkeit.

Meine Meinung

Death Wish ist so ein Film, bei dem man sich zunächst fragt, ob er das gezeigte überhaupt wirklich ernst meint. Denn viele Szenen wirken wie eine Parodie auf ähnliche Filme. Aber während der Film für einen Actionthriller viel zu viel Slapstick anwendet, für einen Rachethriller zwar sehr blutig, aber nicht konsequent genug ist, ist er für eine Parodie einfach nicht lustig genug. Denn auch wenn viele Szenen ungewollt komisch erscheinen, haben sie keinen Humorgedanken dahinter. Wenn sich also ein Bruce Willis auf die Straße wirft und da etwas ungelenk eine Waffe zieht und unkontrolliert auf ein Auto schießt, wirkt das zwar im ersten Moment sehr amüsant. Da entkommt einem doch ein kleines Reflexlachen. Doch schon im nächsten Moment fragt man sich, was diese Szene denn nun genau sollte? Denn auch wenn Willis einen Neuling im Umgang mit der Waffe spielt, scheint er als Chefarzt doch eigentlich schlau genug, um zu wissen, dass man sich besser hinter einem der parkenden Autos versteckt, als sich einfach auf die Straße zu werfen. Leider ist diese Szene nur eine von vielen Beispielen, in denen Death Wish völlig abstruse Handlungselemente einführt, die in keinem Genre funktionieren. Leider strahlt der Film auch noch aus, dass er sich vollkommen ernst nimmt und selbst die Szenen, die das Reflexlachen hervorrufen, gar nicht witzig und mit Augen zwinkern gemeint waren. Stattdessen wird ein Klischee nach dem nächsten eingebracht, aber trotzdem nicht gut umgesetzt.
Was man Death Wish zugutehalten muss, ist die Diskussion über Selbstjustiz, die immer wieder angeführt werden. Nach jeder Aktion von Dr. Kersey, werden Ausschnitte aus Radiosendungen eingeblendet, in denen das Für und Wider seiner Taten diskutiert wird. Während manche es gut finden, dass endlich jemand etwas gegen die Gewalttaten unternimmt, haben die Anderen Angst, vor Nachahmungstätern oder das die Taten irgendwann nicht mehr kontrollierbar sind, da Kersey mehrfach beweist, dass er eigentlich ziemlich unerfahren ist. Leider wird dieser Aspekt immer wieder sehr kurz gehalten.
Death Wish ist mit 110 Minuten viel zu lang geraten für das im Film erzählte. Allein die Charaktereinführung dauert unfassbar lange, was gar nicht nötig gewesen wäre, da die Konstellation schnell klar ist. Dr. Kersey ist liebender Ehemann und Vater und natürlich passiert seiner Familie etwas und weil die Polizei nicht schnell genug Hinweise bekommt, versucht er sich an der Selbstjustiz. Wäre schnell erzählt, ohne dass dem Film etwas fehlen würde. Denn die lange Einführung führt dazu, dass der Zuschauer schon am Anfang halb einschläft im Kinosessel. Auch danach kann die Spannung nicht gehoben werden, da man mit Kersey einfach nicht mitfühlt, da er sich – wie oben beschrieben – viel zu unglaubwürdig verhält.
Mit Bruce Willis und Vincent D’Onofrio ist Death Wish eigentlich top besetzt. Leider bleiben beide hinter ihren Möglichkeiten. Bruce Willis als Actionstar bekommt keine Möglichkeit die Action wirklich rüberzubringen. D’Onofrio hat bereits oft bewiesen, dass er ein guter Charakterdarsteller ist. Nur ist seine Rolle als Kerseys Bruder so plump angelegt, dass er auch dazu keine Chance bekommt.

Das Fazit

Death Wish weiß nicht so wirklich, was er eigentlich sein will und ist egal in welcher Kategorie einfach nur schlecht umgesetzt. Er hat zeitgleich von allem zu wenig und von allem zu viel. Darsteller bleiben hinter ihrem Können, die Handlung ist vorhersehbar und konsequent langweilig. Dafür gibt es 02 von 10 möglichen Punkten.

Death Wish läuft seit dem 08.03.2018 in den deutschen Kinos.