A Star is born

Ein Vorwort

A Star is born vereint gleich zwei Wandlungen, die es immer öfter in der Filmwelt gibt. Zum einen wandelt sich Bradley Cooper vom Schauspieler zum Regisseur. Gleichzeitig hat sich Lady Gaga von einer Sängerin zu einer Schauspielerin gewandelt. In diesem Film darf sie gleich beides machen.
Das Originaldrehbuch wurde 1937 bereits verfilmt, mit Janet Gaynor und Frederic March in den Hauptrollen. Darauf folgten bereits zwei Remakes 1954 mit Judy Garland und James Mason und 1976 mit Barbra Streisand und Kris Kristofferson. Während es sich 1937 noch um zwei Schauspieler in Hollywood drehte, wandelte sich der Stoff nach und nach zu Sängern, wie auch in der aktuellen Variante.

Die Handlung

Jackson Maine (Bradley Cooper) war ein erfolgreicher Country-Musiker. Inzwischen lässt jedoch Gehör und Gesang nach und er ist auf dem absteigenden Zweig. Seinen Kummer ertränkt er in immer mehr Alkohol. Eines Abends trifft er auf Ally (Lady Gaga), die ihn mit ihrer Stimme gleich überzeugen kann. Nach einem spontanen ersten Date, bittet er sie ihn auf seiner Tour zu begleiten. Ally lässt sich schließlich überzeugen und wird von ihm spontan zu einem Duett auf die Bühne gezogen. Dadurch wird sie von einem Musikproduzenten entdeckt und steigt selbst langsam auf.

Meine Meinung

A Star is born ist ein Film mit vielen Facetten. Es geht um die absolute Aufopferung für die Musik, eine einmalige Liebe, die Schattenseiten des Berühmtseins, Alkoholprobleme, Opfer für eine Musikerkarriere und ganz nebenbei wird auch noch eine Geschichte mit ganz viel Herz erzählt. So sind die 136 Minuten des Films auch gut gefüllt. Trotzdem nimmt sich Regisseur Cooper genügend Zeit um die Geschichte von Anfang bis Ende zu erzählen. Hier wird nicht zwischendurch an einer guten Stelle aufgehört und den Rest muss sich der Zuschauer denken. Nein, diesmal wird die Geschichte mit allen Höhen und Tiefen zu Ende erzählt.
Dabei hat der Film auch alle Hände voll zu tun, um wirklich alles zu erzählen. Da bleiben einzelne Themen und Handlungsstränge schon einmal auf der Strecke. So wird zum Beispiel gerade am Anfang das Thema des ständig erkannt und angesprochen werdens wenn man berühmt ist angesprochen. Sobald es um den Aspekt der Karrieren und Liebesgeschichte wieder geht, wird das Thema jedoch komplett fallen gelassen. Dadurch verliert der Film zwar nichts, aber auffällig ist es doch.
Die Dialoge des Films sind wohl das größte Manko. Desöfteren sind sie sehr holprig und ungelenk. Doch in Bradley Cooper und Lady Gaga wurden zwei Schauspieler gefunden, die diese Schwäche mit viel Charme umgehen, so dass es kaum noch stört. Die beiden sind wohl auch der Grund, weswegen der Film so gut gelungen ist. Cooper verkörpert den Musiker Jackson Maine sehr treffend. Man merkt ihm seine innere Zerrissenheit an. Seine Karriere hat den Höhepunkt schon länger hinter sich, er ist dabei sein Gehör zu verlieren und ist Alkoholiker. Doch dann ist da Ally, in die er sich Hals über Kopf verliebt hat. Sie gibt ihm Halt. Gaga hingegen spielt ihre Rolle nicht nur, sie lebt diese. Vielleicht weil der Film mitunter Parallelen zu ihrem eigenen Leben bietet, weswegen vorab mehrfach die Frage auftrat, ob es sich um ihre Biographie handelt – was nicht der Fall ist. Sie färbte sich für die Rolle ihre Naturhaarfarbe zurück und ließ sich nur ein bisschen schminken. Die Rolle der Ally scheint ihr wie auf den Leib geschnitten und ihre Gesangskarriere ist wohl auch der Grund warum der Soundtrack so authentisch ist. Denn sie  brachte Cooper dazu diese live einzusingen und während Coopers Gesangspart zwar gut, aber nicht außergewöhnlich sind, ist es gerade Gagas Part im Hauptsong Shallows, der Gänsehaut verursacht.

Das Fazit

A Star is born ist mehr als eine Liebesgeschichte und mehr als ein Musikfilm. Er kombiniert so viele Themen und erzählt eine Geschichte mit allen Facetten, mit allen Höhen und Tiefen. Dabei beleben die beiden Hauptdarsteller Cooper und Gaga den Film unbedingt. Dafüt gibt es 09 von 10 möglichen Punkten.

Netflix Original – To all the boys I’ve loved before

Ein Vorwort

Netflix haut ja bekanntlich eine Eigenproduktion nach der nächsten raus und die meisten werden mir auch regelmäßig vorgeschlagen, sie doch einmal zu gucken. Bei to all the boys I’ve loved before war es nicht wie letztes Jahr bei To the Bone, wo ich darauf gewartet habe, dass Netflix ihn herausbringt, sondern die vielen positiven Reaktionen auf meinem privaten Facebookprofil brachten mich dazu dem Film eine Chance zu geben. Ob es sich gelohnt hat, erfahrt ihr in meiner Kritik.

Die Handlung

Lara-Jean lebt nach dem Tod ihrer Mutter zusammen mit ihrem Vater und ihren beiden Schwestern. In ihrem Leben war sie bisher fünfmal verliebt. Jedes Mal wenn sie in der schlimmen Verknalltphase war, hat sie dem Jungen einen Liebesbrief geschrieben, aber nie abgeschickt. Bis dies eines Tages jemand anderes für sie übernimmt und ihr sonst so geordnetes Leben ordentlich aus der Bahn wirft.

Meine Meinung

To all the boys I’ve loved before ist auf den ersten Blick ein typisches Teenagerdrama mit einer gewissen Portion Witz und einer gesunden Portion Romantik. Auch auf dem zweiten Blick bietet der Film nicht mehr, aber man merkt schnell, dass er zwar mit einigen Klischees um sich wirft, diese aber geschickt einsetzt, um die Geschichte zu erzählen. An erster Stelle lebt To all the boys I’ve loved before von seinen liebenswerten Charakteren.
Allen voran ist Lana Condor in der Rolle der Lara Jean. Sie verkörpert die Rolle des Mauerblümchens mit der richtigen Dosis Charme und schafft es so Lara sehr liebevoll darzustellen, so dass man nicht umhin kann sie zu mögen, auch wenn man ihre Gründe die Briefe zu schreiben und zu behalten, vielleicht nicht vollkommen nachvollziehen kann. Viele Couchpotatoes werden sich mit ihr verbunden fühlen, die keine Lust haben/hatten in der Schule immer bei allem mitzumachen oder den Zickenkrieg noch anzufachen, sondern lieber im Schutz der Familie bleiben. Als Bezugsperson hat sie ihren Vater Dan (John Corbett) und ihre Schwestern Margot (Janel Parrish) und Kitty (Anna Cathcart). Der Schicksalsschag durch den Tod der Mutter wird immer wieder thematisiert, aber nie überdramatisiert. Man merkt, dass alle vier ihren eigenen Weg zur Trauerbewältigung gehen, auch wenn Lara Jeans im Laufe des Films mehrfach in Frage gestellt wird.
Die Handlung wird geradlinig erzählt, wirkt mitunter aber doch etwas chaotisch, was dem Film ein Hauch Unvollkommenheit gibt und ihn dadurch noch sympathischer macht.

Das Fazit

To all the boys I’ve loved before ist ein Film, der sehr typisch für sein Genre ist, aber alles mit seinem eigenen Charme überhäuft, was den Film sehr sympathisch macht. So erfindet er am Ende das Rad nicht neu, liefert aber 100 Minuten sehvergnügen. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

5 Kurzkritiken – fehlende Kritiken Juli-September

In den letzten Wochen war ich wieder wesentlich häufiger im Kino. Das liegt vor allem daran, dass in meinem Kino zum einen sowieso mehr Filme liefen und zum anderen auch mehr Filme, die mich interessierten. Leider hänge ich dadurch ziemlich hinterher und einige Filme laufen inzwischen auch gar nicht mehr im Kino. Um wieder auf einem halbwegs aktuellen Stand zu sein, möchte ich mich diesen Filmen nun in Kurzform widmen. 

Ferdinand

Der einzige Film, der tatsächlich bereits im Dezember letzten Jahres lief und den ich aus irgendeinem Grund immer wieder übersehen habe zu schreiben.

Die Handlung: Ferdinand ist ein Stier, der sich leider so gar nicht für die Kämpfe seiner Artgenossen interessiert und stattdessen lieber Blumen züchtet. Als sein Vater eines Tages für die Arena ausgewählt wird und nicht zurückkehrt, flieht Ferdinand. Er trifft auf den Blumenzüchter Juan und dessen Tochter Nina und beide schließen ihn sofort ins Herz. Doch Ferdinand wird immer größer und nach einem Vorfall mit einer Biene, muss er sich seiner Vergangenheit stellen.

Meine Meinung: Ferdinand ist ein liebevoll animierter Film mit ganz viel Herz. Auch wenn nicht Disney, sondern Blue Sky das animierende Studio ist, kommt der Schicksalsschlag schon sehr früh. Die Geschichte von Ferdinand und Nina ist dafür umso herzerwärmender. Erst als Ferdinand nach seinem Vorfall mit der Biene wieder zurück zu den Stieren seiner Kindheit muss, schwankt der Tenor des Films. Denn nun wechseln sich lustige Szenen und neue Charaktere mit dramatischen Einschlägen ab. So wird dem jüngeren Publikum der Film an vielen Stellen wahrscheinlich ganz viel Spaß bereiten, dass innere einer Schlachtanlage zu sehen, dürfte für einige dann aber doch zu viel des guten gewesen sein. So weiß der Film an manchen Stellen nicht, ob er eine Familienkomödie sein möchte, oder doch lieber auf die Missstände beim Fleischkonsum und den spanischen Stierkampf aufmerksam machen möchte.

Das Fazit: Ferdinand ist eine herrlich süße und witzige Komödie, die vor allem das jüngere Publikum ansprechen soll. Bis auf ein paar Stellen, an dem der Film vom lockeren Tenor abkommt, ist der Film auch für seine Zielgruppe gut geeignet. Dafür gibt es 06 von 10 möglichen Punkten.

Ferdinand lief ab dem 14.12.2017 in den deutschen Kinos

Sicario – Day of the Soldado

Die Handlung: Die Drogenkartelle an der mexikanischen Grenze waren bereits im ersten Teil Ziel gesonderter Ermittlungen. Nach einem Terroranschlag in einem Supermarkt sind die Kartelle nun auch im Verdacht neben Menschen auch bewusst Terroristen zu schmuggeln. Matt Graver (Josh Brolin) wird gerufen, um das Problem zu lösen. Wieder mit dabei ist Auftragsmörder Alejandro Gillick (Benicio del Toro).

Meine Meinung: Nach Deniz Villeneuves Überraschungshit aus dem Jahr 2015 war es nur eine Frage der Zeit, bis jemand auf die Idee käme ein Sequel zu machen. Leider nicht Villeneuve selbst, denn dann wäre der Film vielleicht weniger eine Enttäuschung geworden. Zwar hat das Sequel Josh Brolin und Benicio del Toro wieder gewinnen können, doch die Rolle von Emily Blunt wurde kurzerhand gestrichen. Damit fehlt dem Film nicht nur seine starke weibliche Figur und wird wieder zur Männerdomäne, sondern verliert auch die Identifikationsfigur für den Zuschauer, da der erste Teil davon lebte, dass Blunt alles herausfinden musste und der Zuschauer dadurch mit ihr. Desweiteren scheint die Fortsetzung die spannenden Aspekte des ersten Teils übernehmen zu wollen, packt dabei aber eine Schippe zu viel oben drauf, so dass es einfach nur noch sehr übertrieben, statt logisch durchdacht wirkt. Das Handtuch geworfen habe ich dann beim Ende, dass nicht mehr logisch und erklärbar war und anscheinend Potential für einen dritten Teil bieten sollte.

Das Fazit: Schwache Fortsetzung eines sehr starken ersten Teils. Manchmal sollte man Stoffe einfach ruhen lassen und sich was neues ausdenken. Dafür gibt es 05 von 10 möglichen Punkten.

Sicario – Day of the Soldado lief ab dem 19.07.2018 in den deutschen Kinos.

Christopher Robin

Die Handlung: Christopher Robin hat in seiner Kindheit viel mit Winnie Pu und seinen Freunden im Hundertmorgen-Wald gespielt. Doch das Leben kam irgendwann dazwischen und inzwischen ist Christopher Robin (Ewan McGregor) erwachsen. Eingeengt im Alltag muss er täglich versuchen seinen Job zu behalten und genügend Zeit für seine Familie finden, was ihm nicht immer sonderlich gut gelingt. Und dann taucht eines Tages ein Freund aus alten Tagen auf.

Meine Meinung: Während vor ein paar Monaten bereits Goodbye Christopher Robin in den Kinos lief und die schwierige Geschichte des Autors A.A. Milne und seines Sohnes Christopher Robin beleuchtete, konnte Disney es natürlich nicht auf sich sitzen lassen, dass jemand anderes ihre Figuren in einen ernsten Film einbaute und musste gleich einen Film in typischer Disneymanier herausbringen, inklusive Tod eines Elternteils am Anfang, dass kaum jemanden überraschte. Am Cast wurde auch nicht gespart. So kann man neben Ewan McGregor auch Hayley Atwell (Marvels Agent Carter) und Mark Gatiss (Sherlock) bewundern, die sich alle gut in die Geschichte einfügen. Die Handlung selbst kann man in zwei Teile teilen und beide sind in ihrer Aussage leider viel zu übertrieben. Während der erste Teil sich überwiegend mit Christophers Entfremdung von seiner Kindheit und seiner Familie und seiner Identität bei der Arbeit befasst, tut er dies mit einer unglaublichen Langsamkeit, dass man sich schon anstrengend muss, um mit den Gedanken nicht abzuschweifen. Beim ersten Auftauchen von Winnie Pu freut man sich natürlich ein Gesicht aus der Kindheit wiederzusehen – ich persönlich bin ein großer Fan – aber leider ist dieser Puh noch einmal wesentlich langsamer in allem, als der animierte, und verlangsamt so noch einmal mehr das Tempo des Films. Glücklicherweise kommt nun ein bisschen Humor in die Sache, der den Film aber auch nur bedingt auflockert. Und nach dem Abenteuer im Hundertmorgenwald, beginnt praktisch der zweite Teil des Films und nun wirft er den ernsten Grundton des bisherigen Films einfach über Bord und arrangiert eine rasante Jagd nach der Zeit und einen verzweifelten Gegenpart zum erwachsenen Christopher Robin. Dies passt leider überhaupt nicht mehr zum Grundton und ist so abgedreht, dass es zwar in einen Kinderfilm passt, aber die eigentliche Zielgruppe scheinen dann doch die Erwachsenen zu sein, was sich alles einfach widerspricht.
Letztendlich hat Christopher Robin die schöne Aussage, dass man zwar erwachsen werden kann, dafür aber nicht die Kindheit komplett aufgeben muss. Leider ist der Film aber handlungstechnisch und vom Grundton und Tempo her gescheitert.

Das Fazit: Es hätte ein Wiedersehen mit meinen Kindheitsfreunden sein können, ist aber nichts halbes und nichts ganzes und trotz guter Aussage stört das Gesamtkonzept an allen Ecken. Dafür gibt es 04 von 10 möglichen Punkten.

Christopher Robin lief ursprünglich ab dem 16.08.2018 in den deutschen Kinos.

Predator Upgrade

Die Handlung: Der Scharfschütze Quinn McKenna (Boyd Holbrook) wird unfreiwillig Zeuge als ein Predatorschiff auf die Erde stürzt. Heimlich schickt er Ausrüstung an seinen Sohn Rory (Jacob Tremblay), als Beweis. Kurz darauf wird er von einer Militärorganisation festgenommen und zum Verhör geholt. Schließlich landet er mit anderen Sträflingen in einem Bus. Diese kapern den Bus jedoch und versuchen nun Rory zu schützen, denn ein zweiter größerer Predator ist ebenfalls auf der Erde gelandet und sucht nun die Ausrüstung des ersten. Ebenfalls mit von der Partie ist Casey Brackett (Olivia Munn), die zwischen die Fronten geraten ist und sich Quinn und den anderen Sträflingen anschließt.

Meine Meinung: Ich sollte vielleicht dazu erwähnen, dass ich vorab noch nie einen Predatorfilm gesehen habe und nur durch Zufall im Kino gelandet bin. Aber was ich gesehen habe, macht mit auch keine Lust darauf die anderen Teile zu sehen. Denn Predator-Upgrade versucht sich an verschiedenen Genres und mischt so Thriller, Action, Horror und Science-Fiction. Das ganze wurde dann noch mit einer ordentlichen Portion durchgeknallter Charaktere vermischt, einer sehr hohen Portion Testosteron und einer gewollt starken Frau, die leider nicht überzeugen kann und doch eher für die Frauenquote dazugeholt wurde. Herausgekommen ist ein Film, dessen Humor teilweise bei Deadpool geklaut scheint, aber ohne dessen Charme. Dabei schien der Cast auf dem ersten Blick doch vielversprechender mit Jacob Tremblay (Raum, Wunder), Trevante Rhodes (Moonlight) und Alfie Allen (Game of Thrones). Leider zieht sich der Film über 107 Minuten hin (die sich wesentlich länger anfühlen) ohne eine richtig durchdachte Handlung aufzubauen, arbeitet dabei mit klischeebelasteten Charakteren und setzt eigentlich nur auf großes Geballer. Letztendlich geht man aus dem Film raus und fragt sich, was das denn nun genau für ein Scheiß war und warum er sich in ein bekanntes Frachise einnisten musste.

Das Fazit: Ich habe nichts gegen gut gemachte Action und dann darf die Handlung auch gerne kürzer kommen, aber bei Predator – Upgrade passt einfach nichts zusammen. Herausgekommen ist ein Machofilm mit viel Geballer, das man auch schonmal spannender gesehen hat. Dafür gibt es 02 von 10 möglichen Punkten.

Predator – Upgrade läuft seit dem 13.09.2018 in den deutschen Kinos.

Searching

Die Handlung: David Kim (John Cho) und seine Tochter Margot (Michelle La) haben ein gutes Verhältnis zueinander. Zumindest dachte David das, bis zu jenem Abend als Margot verschwindet. Auf einmal bricht das ganze Kartenhaus zusammen und David muss nicht nur seine Tochter neu kennenlernen, sondern auch aktiv nach ihr suchen.

Meine Meinung: Im Grunde erzählt Searching eine ganz normale Krimifolge einer beliebigen Crimeserie. Aber statt den Fall nach 45 Minuten aufgeklärt zu haben, braucht er 102 Minuten. Dabei orientiert sich die Qualität auch an einer beliebigen Crimeserie, was nicht zwangsläufig negativ ist. Aber statt das typische Ermittlerteam bei ihrer Arbeit zu verfolgen, verfolgt man hier David Kim auf der Suche nach seiner Tochter. Das besondere an Searching ist allerdings, dass es sich um einen Desktop-Film handelt. Sprich die komplette Handlung wird nur über einen Bildschirm verfolgt. Wenn David versucht Margot zu finden, geht er beispielsweise auf ihr Facebookprofil und sucht dort nach Hinweisen. Gespräche finden grundsätzlich über Videochat statt. Das ist keine völlig neue Erfindung, aber im Thriller/Krimibereich war es mir noch nicht bekannt und ist hier auch seht gut umgesetzt. Natürlich setzt der Film damit voraus, dass man viel auf dem Bildschirm mitliest. Wer darauf keine Lust hat, sollte den Film lieber meiden.

Das Fazit: Searching setzt das Prinzip des Desktop-Films gut um und überzeugt auch mit der erzählten Geschichte. Sehr viel Tiefgang darf man hier allerdings nicht erwarten, was aber auch nicht das Ziel war. Dafür gibt es 06 von 10 möglichen Punkten.

Searching läuft seit dem 20.09.2018 in den deutschen Kinos.

Neulich in der Sneak: I can only imagine

Ein Vorwort

CCM ist die Kurzform für Contemporary Christian Music, zu deutsch christliche Popmusik. Mercy Me ist eine der erfolgreicheren Bands dieses Genres. Ihre Alben wurden mehrfach mit Gold und Platin ausgezeichnet und sie waren ebenfalls mehrfach bei den Grammys nominiert. Ich persönlich hatte zuvor noch nie etwas von der Band gehört, bin aber wohl auch nicht die richtige Zielgruppe. I can only imagine ist die Single, die Mercy Me einen Plattenvertrag einbrachte. Im Film geht es um Sänger Bart Millard und seine ganz persönliche Geschichte mit dem Song.

Die Handlung

Bart Millard (J. Michael Finley) hat keine leichte Jugend. Sein Vater Arthur (Dennis Quaid) ist leicht aufbrausend und schlägt gerne auf Bart und seine Mutter ein. Diese verlässt sie in Barts Kindheit. Über diesen Verlust und Verrat kommt Bart lange nicht hinweg. Nach seinem Schulabschluss verlässt er seine Heimat und schließt sich der CCM Band Mercy Me an. Als sie auf Plattenproduzent Brickell (Trace Adkins) treffen, versuchen sie ihn zu überzeugen, aber er meint nur, dass sie den Song ihres Lebens noch nicht gefunden hätten. Also begibt sich Bart zurück in seine Heimat, wo er auf seinen inzwischen schwer erkrankten Vater trifft.

Meine Meinung

I can only imagine erinnert mich ein wenig an den 2016 erschienenen Film Himmelskind. Auch er befasste sich mit dem Thema Religion und wie viel der Glaube an etwas helfen kann. Doch abgesehen von der Grundthematik, die bei beiden Filmen doch sehr abweicht, haben die Filme vor allem die Überthematisierung des Glaubens gemein. Denn Bart Millard findet bereits in seiner Jugend zu Gott und schließt sich hinterher einer christlichen Popband an. Bis hierhin ist dies noch kein Hindernis. Doch als Bart schließlich zu seinem gewalttätigen Vater zurückkehrt und dieser durch seine Krankheit zum Glauben gefunden hat und durch den Glauben nun verzweifelt versucht ein besserer Mensch zu sein, beginnt das Thema wieder Überhand zu nehmen. Doch bereits auf den Weg dahin hat I can only imagine seine Zuschauer verloren.
Dies hat mehrere Gründe. Zum einen beginnt der Film damit Barts Kindheit sehr ausführlich aufzuschlüsseln. Zwar begnügt er sich mit einer Handvoll Schlüsselszenen, aus denen man viel über Barts Kindheit und Charakter ableiten soll, präzisiert diese dann aber doch nicht genau, so dass alles langgezogen und schwammig wirkt. Es folgt eine kurze Geschichte über Entstehung und mäßigen Erfolg der Band bis sie auf ihren späteren Produzenten Brickell treffen. Spätestens als dieser sagt, dass Bart den Song seines Lebens noch nicht gefunden hat, wird klar, dass sich dieser nun mit seiner Vergangenheit beschäftigen muss. Der andere Grund, warum der Zuschauer bis hierhin bereits verloren gegangen ist, ist, dass Bart Millard, verkörpert von J. Michael Finley, sehr sprunghaft, naiv und an den unpassendsten Stellen auch einfach nervig ist. Der Film lebt stark davon, dass man den Protagonisten sympathisch findet und sich für ihn und seine Geschichte interessiert, denn das Ende ist sehr vorhersehbar.
Schließlich kommt der Film zum Wendepunkt. Bart trifft auf seinen inzwischen schwerkranken und gläubigen Vater, der sich nichts mehr als die Vergebung seines Sohnes wünscht. Hier hat es der Film eindeutig auf die Tränendrüse der Zuschauer abgesehen, denn statt mit subtilen Botschaften zu kommen, wird die Vorschlaghammermethode bevorzugt. Dabei verliert sich nicht nur die Handlung in Klischees, sondern Dennis Quaid, der Barts Vater Arthur verkörpert, auch im over-acting.

Objektiv betrachtet hat der Film leider mehr Schwachstellen als Pluspunkte. Dennoch hat er irgendwo eine tiefere Botschaft versteckt und ist spätestens für Fans von Mercy Me natürlich sehr sehenswert. Und obwohl ich eigentlich kaum etwas positives zum Film zu sagen habe, hat er tief in mir einen sehr wunden Punkt angesprochen. Und genau deswegen war meine Tränendrüse auch des Öfteren im Einsatz. Und so fällt es mir sehr schwer, den Film final zu bewerten, da ich zwischen den deutlichen Schwächen und meiner persönlichen Verbundenheit mit dem Film hin und her schwanke.

Das Fazit

I can only imagine erzählt die Geschichte eines echt schönen Songs. Leider erzählt er sie mehr auf reißerische Art und nicht mit genügend Subtilität. Dennoch vermag er durchaus wunde Stellen zu treffen, auch wenn er sehr viel falsch macht. Dafür gibt es 05 von 10 möglichen Punkten.

I can only imagine läuft seit dem 27.09.2018 in den deutschen Kinos.

Safari – Match me if you can

Ein Vorwort

Die Liebe auf „klassischem Weg“ zu finden ist in der heutigen schnelllebigen Zeit mit ständiger Verbundenheit über das Internet, gar nicht mehr so leicht. Wie gut, dass es inzwischen auch dafür mobile Varianten gibt. Die bekannteste App dürfte wohl Tinder sein. Und während viele diese Apps als „Fickapps“ abtun oder sich über ihre Oberflächlichkeit beschweren – immerhin entscheidet man erst einmal nach dem Foto, ob man mit jemandem schreibt oder nicht – sind daraus auch schon echte Beziehungen entstanden – habe ich gehört… So ist es nicht weiter verwunderlich, dass auch die Filmwelt das Thema aufgreift und einen eigenen Film über eine imaginäre App, die Tinder aber sehr ähnelt, zu kreieren. Ob das was geworden ist, erfahrt ihr in meiner Kritik.

Die Handlung

In der Safari-App kann man ein Profil anlegen und sucht sich ein Tier aus, mit dem gewisse Eigenschaften verbunden sind. Dann kann man sich seinen One-Night-Stand suchen. Episodenartig werden hier verschiedene Handlungen aufgegriffen. Von der sich jünger wünschenden Mutter, über den alleinerziehenden Vater bis zur Instagram-Schönheit sind alle Stereotypen vertreten.

Meine Meinung

Safari – Match me if you can ist einer jener Filme, die vorgeben innovativ und fortschrittlich zu sein und sich doch in absolute Klischees verliert. So ist die Idee einen Tinder-Film zu machen – auch wenn man ihn dann nicht Tinder, sondern Safari genannt hat – erst einmal eine gute Idee. Hier hätte man gut gewisse Probleme unserer Gesellschaft aufgreifen und humorvoll verpacken können. Leider ist Safari sowohl an der Kritik als auch am Humor gescheitert.
Die Probleme des Films beginnen schon damit, dass alle Charaktere ausnahmslos klischeebelastet sind und an keiner Stelle aus ihrem vorgeschriebenen Muster ausbrechen. So haben wir den geilen Stecher, der ständig nur auf den nächsten One-Night-Stand aus ist, dafür alle möglichen Lügen und Maschen auf dem Kasten hat – allerdings ohne den Stil eines Barney Stinson. Natürlich hat er dazu noch seinen eigenen Youtube-Kanal, auf dem er Anbaggermaschen vorstellt und wie man der perfekte Charmeur wird. Und so zieht es sich über alle weiteren Charaktere. Vom Instagramm-Girl, dass ihren Followern verspricht sich den Sex für die Ehe aufzuheben, aber eigentlich ständig einen neuen One-Night-Stand hat, von der Yoga-machenden-Alternativen, die ihren Weg noch nicht gefunden hat und in einer absolut heruntergekommenden WG lebt. Von der fünzigjährigen Mutter, die endlich ihre Jugend nachholen will, über den alleinerziehenden Vater, der mehr als einen One-Night-Stand zeitlich nicht hinbekommt. Das einzig gute ist, dass man sich durch die Episodenartige Erzählweise nicht emotional an einen Charakter binden muss, da alle ungefär die gleiche Screentime bekommen. Andererseits hat der Zuschauer ein bisschen mehr als müde Klischees in der Charaktergestaltung verdient.
Der zweite Knackpunkt des Films ist, dass er sich dem Zuschauer vorab als Komödie präsentiert. Die Witze sind aber allesamt sehr flach und schaffen es nicht dem Publikum auch nur einen Lacher zu entlocken. Ab und an schafft es der ein oder andere Zuschauer vielleicht noch zu schmunzeln, aber mehr Gefühle werden nicht hervorgerufen. Damit hat der Film nicht nur den Ton, sondern auch seine Zielgruppe noch einmal komplett verfehlt.
Die Episodenartige Erzählweise ist gut umgesetzt und die einzelnen Episoden sind teilweise miteinander verknüpft, so dass man den gleichen Charakter auch in mehr als nur einer Episode sehen kann. Wirklich gut, war tatsächlich nur die allerletzte Episode, in der mehrere Charaktere aus vorherigen Episoden wieder aufeinander treffen. Hier sind auch die einzigen echten Lacher des Films versteckt, allerdings auch nur, weil diese letzte Episode alles noch einmal ins Extreme und Überzogene zieht. Das ist auch der einzig positive Punkt, den man Safari zugestehen kann.

Das Fazit

Safari – Match me if you can ist ein lieblos zusammengestückelter Film, der lieber Klischees aufleben lässt, als sich um innovate Handlung und individuelle Charaktere zu kümmern. Gleichfalls schafft er es weder einen ernsten kritischen Film über das heutige Datingverhalten zu inszenieren, noch alles mit einer gewissen Dosis Humor zu verzieren. Zurück bleibt ein Film, bei dem man nicht weiß, was er einem eigentlich sagen wollte. Dafür gibt es 04 von 10 möglichen Punkten.

Safari – Match me if you can läuft seit dem 30.08.2018 in den deutschen Kinos.

Meg

Ein Vorwort

70,7% der Erdoberfläche sind mit Wasser bedeckt. Und die Tiefen des Ozeans sind noch immer die am wenigsten erforschte Region der Welt. Grund genug, um sich mit einem neuen Film mit einem als ausgestorben geltenden Vertreter zu befassen. Dabei hat sich Meg wohl Spielbergs Weißen Hai als Vorbild genommen, jedoch war dieser wohl nicht groß genug. Also musste nun der Megalodon antreten. Forscher schätzen ihn auf eine Gesamtlänge von 12-18 Metern. Im Vergleich wird ein Wal zwar über 6 Meter lang, aber bei weitem keine 12 Meter. Können sich Jason Statham und sein Team gegen so eine Monstrosität wehren?

Die Handlung

Die Mana One ist eine Unterwasserforschungseinrichtung des Milliardärs Jack Morris (Rainn Wilson). Aktuell befasst sie sich mit der Theorie, dass der Marianengraben noch wesentlich tiefer ist, als bisher angenommen. Doch bei einer Forschungsmission wird eine Kreatur der Tiefe geweckt und gelangt nun ebenfalls an die Oberfläche. Ein Megalodon. Nun muss das Team um Dr. Minway Zhang (Winston Chao) und Jonas Taylor (Jason Statham) ihn einfangen und töten, ehe er unschuldige Menschen tötet. Doch der „Meg“ denkt gar nicht daran und macht den Forschern das Leben schwer.

Meine Meinung

Wer allein den Trailer gesehen hat, wusste, dass es sich mit Meg eher um einen Actionspaß als wirklich um einen anspruchsvollen Film handelt. Vielleicht hätte man das vorher den Machern des Films sagen sollen, denn die scheinen bis zum Ende des Films überzeugt zu sein, dass die Kinowelt den Film ebenso ernst nehmen würde. Dabei hat uns Regisseur Jon Turteltaub bisher immer wieder begeistern können. Sei es mit seiner Kultkomödie Cool Running oder der Vermächtnis-Reihe (Das Vermächtnis der Tempelritter & das Vermächtnis des geheimen Buches). Hier vermochte er Humor und dramatische Geschichte gut zu vereinen. Bei Meg hingegen ist nun so einiges schief gelaufen.
Angefangen haben die Unstimmigkeiten mit dem Megalodon selbst. Denn während er an sich eindrucksvoll inszeniert ist und das Special Effects Team sich wirklich große Mühe gegeben hat, waren sie sich wohl nicht so ganz einig, wie groß der Meg nun wirklich sein soll. Denn in den ersten Szenen unterhalb des Marianengrabens ist das Vieh einfach mal riesig! Danach variiert die Größe aber sehr stark, so dass er am Ende auch einfach mal in Strandnähe unterhalb der Strandbesucher hinwegschwimmen kann, ohne das diese es sofort bemerken. Diese Diskrepanz mit der Größe dürfte wohl auch mit verantwortlich sein für die Verwechslung mit einem weißen Hai.
Das zweite Manko ist Jason Statham bzw. seine Rolle des Jonas Taylor. Denn Taylor fängt als in Ungnade gefallener Mann an, der nichts mehr mit dem Meer und seinen Tiefen zu tun haben will. Mit nur einem einzigen Satz kann er dann doch überzeugt werden, sich dem Rettungsteam anzuschließen und wird dort zugleich zum Supermacho, der natürlich auch direkt wieder freiwillig im Taucheranzug und mit Harpune bewaffnet ins Wasser springt und dem Meg entgegen schwimmt. Seine sehr heroischen Taten sind dabei so übertrieben, dass man es nur noch mit einem genervten Augenrollen erträgt, wenn er das nächste Mal wieder ins Wasser springt, um jemanden zu retten.
Auch die Idee, dass ein Forschungsteam, das teilweise nicht einmal schwimmen kann, auf einem kleinen Boot losfährt, um den Meg zu fangen und zu töten, zeugt wohl nicht von einer sehr brillanten Idee. Umso einfacher ist es, die Charaktere einer nach dem anderen als Kanonenfutter zu benutzen. Tatsächlich habe ich mich nur einem einzigen Charakter gefürchtet und das liegt auch nur daran das die Jaxx Herd von Ruby Rose gespielt wurde und mir diese Frau spätestens seit XxX 3 sehr sympathisch ist. Ansonsten war ich eindeutig pro Megalodon, denn viele unüberlegte Handlungen verdienten einfach bestraft zu werden.
Wenn man ganz ehrlich ist und auch ganz genau danach sucht, dann hat Meg auch ein paar positive Aspekte. Zum einen wird erneut die große cineastische Grundsatzdiskussion aufgerollt. Wissenschaftler kriegen nicht genug, und erforschen immer mehr und werden direkt mit ihren Taten – in diesem Fall durch das Erwachen des Megalodons – bestraft. Leider kommt dieser Ansatz viel zu kurz und man muss ihn schon ganz genau suchen. Auch ist Meg – leider auf ungewollte Art – mitunter sehr lustig. Als Trashfilm hätte er wohl auch sehr gut funktioniert. Leider nimmt sich der Film viel zu ernst und wichtig.

Das Fazit

Meg hat leider von allem zu wenig. Zu wenig Handlung, zu wenig interessante Charaktere, zu wenig Spannung. Denn dadurch, dass dem Zuschauer die Bindung zu den Charakteren fehlt, ist es letztendlich egal, wer alles vom Meg gefressen wird. Mit der Ausgangsprämisse hätte man durchaus mehr anfangen können. Aber dafür hätte man sich zunächst auch einfach einigen müssen, wie groß der Meg denn nun sein soll. Dafür gibt es 03 von 10 möglichen Punkten.

Meg läuft seit dem 09.08.2018 in den deutschen Kinos.

Neulich in der Sneak: Schneeflöckchen

Ein Vorwort

Vor Beginn eines jeden Filmdrehs muss erst einmal ein Drehbuch her. Erst dann kann mit dem Dreh begonnen werden und im besten Fall findet man vorher oder hinterher auch noch einen Filmverleih, dass den Film veröffentlicht. Während das Drehbuch bei Schneeflöckchen gleich eine doppelte Bedeutung hat, war gerade die Filmverleih Suche sehr schwierig, weswegen der Film lange nach seiner Premiere auf einem Filmfestival erst jetzt die Chance bekommt auch im Kino gezeigt zu werden. Und was ist nun mit dem doppelten Drehbuch gemeint? Nun der Film brauchte ein Drehbuch und nimmt genau dieses als zentrales Element im Film auf. Mehr dazu in meiner Kritik.

Die Handlung

Die Brüder Tan (Erkan Acar) und Javid (Reza Brojerdi) suchen den Mörder ihrer Eltern. Unterwegs finden sie ein Drehbuch, das haargenau ihr Leben beschreibt. Da sie mit dem Ende nicht zufrieden sind, suchen sie den Drehbuchautor Arend (Alexander Schubert) auf, damit dieser es umschreibt. Gleichzeitig sinnt di junge Eliana (Xenia Assenza) auf Rache und lässt die Brüder verfolgen.

Meine Meinung

Hätte ich mich im Vorfeld über Schneeflöckchen informiert oder mit den Trailer ansehen, ich hätte den Film nie im Leben gesehen. Da er in der Sneak lief, habe ich mich dann überraschen lassen. Ich wusste nicht, worum es geht oder worauf ich mich einzustellen habe. Und genau das war gut, denn so ist mir ein wirklich gelungener kleiner Film mit ziemlich düsterem Humor über den Weg gelaufen, der mir doch erstaunlich gut gefallen hat.
Die Grundprämisse ist ein Europa, das ins Chaos gefallen ist. Berlin ist der Handlungsort und zu einem vollständigen sozialen Brennpunkt geworden. Zunächst lernt der Zuschauer die Brüder Tan und Jarvid kennen. Schon allein die erste Szene ist absolut genial und erinnert an einen typischen Tarantino Dialog. Der Film ist in mehrere Episoden unterteilt die alle mit der Haupthandlung um das Drehbuch zu einem Film namens Schneeflöckchen zusammenhängen. So wird der rote Faden gezogen und doch mehr oder weniger selbstständige Handlungsstränge erzählt.
Ein großer Pluspunkt bei Schneeflöckchen ist es, dass der Film den Zuschauer immer wieder aufs Neue überrascht. So bleibt der Film komplett unvorhersehbar und die teilweise kuriosen oder skurrilen Wandlungen kommen unerwartet, was selten Filmen noch gelingt. Dabei wird der Film auch gerade von den Darstellern getragen, die auch Wendungen, die eigentlich zu skurril sind, um sie ernstzunehmen, glaubhaft rüberbringen.
Schneeflöckchen hat einen sehr schwarzen Humor, auf den man stehen muss. Ebenfalls wird der Film sehr ruhig erzählt, wird aber nie langweilig. Viel mehr möchte ich auch nicht erwähnen, da man Schneeflöckchen gesehen haben muss, um zu wissen, ob man ihn mag oder nicht. Er ist sehr speziell, konnte mich aber positiv überraschen und ich wurde in den zwei Stunden Lauflänge gut unterhalten.

Das Fazit

Schneeflöckchen ist ein sehr ungewöhnlicher Film, der aber in einer Zeit, in der man gefühlt immer wieder dasselbe vorgesetzt bekommt, positiv überraschen kann und durch seine Andersartigkeit einfach punkten kann und sich zu einem deutschen Geheimtipp mausert. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

Neulich in der Sneak: Mile 22

Ein Vorwort

Das Regisseure oft Lieblingsdarsteller haben, mit denen sie gut arbeiten können und bei denen gute Filme herauskommen, kennt man spätestens seit dem Erfolgduo Tim Burton und Johnny Depp. Inzwischen scheint auch Regisseur Peter Berg seinen Lieblingsdarsteller als starke männliche Hauptrolle gefunden zu haben. Denn nach Lone Survivor, Deepwater Horizon und Boston erscheint nun bereits der vierte Film mit Mark Wahlberg in der Hauptrolle, der von Berg inszeniert wurde. Zumindest bei Deepwater Horizonen und Boston war ich von der Qualität begeistert. Kann Mile 22 hier mithalten?

Die Handlung

Elite-Agent James Silva (Mark Wahlberg) wird immer dann gerufen, wenn Politik und Diplomatie scheitern. Diesmal soll er zusammen mit seinem Team den Spion Li Noor (Iko Uwais) aus dessen Land schaffen, damit er in den USA Asyl beantragen kann. Im Gegenzug soll Li ihnen Informationen geben.

Meine Meinung

Nur 22 Meilen liegen zwischen der amerikanischen Botschaft und dem Flugplatz, an dem das Flugzeug landen soll, das Li Noor in die Staaten bringen soll. Für 22 Meilen, also ca. 35,4 km, braucht Regisseur Peter Berg 94 spannungsgeladene Minuten.
Aber nochmal ganz von vorne. Zunächst wird einmal das Overwatch Team in einem ersten kleineren Einsatz vorgestellt. Hier merkt man direkt, dass man es mit einem hochprofessionellem Team zu tun hat. Dann wird in einem schnellen Intro, das mit schnell geschnittenen Clips und Zeitungsartikeln zusammen mit einem voice-over den Protagonisten James Silva vorstellen soll. Weiter geht es in schnellem Tempo zu Li Noor und der neuen Mission von Overwatch und den namensgebenden 22 Meilen. Die ganze Einführungsphase wird sehr schnell abgehakt, damit in die 94 Minuten noch eine Menge Action reinpasst. Und genau hiervon bekommt der Film eine ganze Menge geliefert. Dabei wird glücklicherweise neben Masse auch noch auf Qualität der einzelnen Actionsequmente Wert gelegt. So ist jede Kampfszene gut durchchoreografiert und interessant gefilmt. Für die gesamte Spiellänge – zumindest nach dem etwas holprigen Einstieg – bleibt der Zuschauer an seinen Sitz gefesselt und die Minuten verfliegen nur so, während ein Magazin nach dem nächsten leer geballert wird.
So viel zu den positiven Aspekten des Films. Denn während Mile 22 handwerklich wirklich gut gemacht ist, hat er einen ganz großen Haken. Er holt das Publikum nicht ab. Denn schon zu Anfang ist klar, wenn Mark Wahlbergs Charakter ein eigenes Intro bekommt, um seinen Hintergrund zu erläutern, dann wird er wohl nicht sterben. Jeder andere Charakter wird nach dem gleichen Prinzip behandelt. Je weniger Hintergrund er bekommt, desto eher könnte er sterben. So fehlt dem Film die emotionale Nähe zu den Charakteren, man fiebert nicht mit ihrem Schicksal mit. Gleichzeitig nervt Mark Wahlbergs Machogehabe während des Films, denn die Charakterzeichnung scheint in der heutigen Zeit doch etwas überholt. Hier hätte man Lauren Cohan als Alice durchaus einen größeren Platz einräumen können. Denn ihre Rolle hatte Potential. Die geschiedene Mutter, die zwischen Patriotismus und Angst darum, dass ihr Kind von der neuen Frau des Ex großgezogen wird, hin und her schwankt.
Warum ich aber Mile 22 gerade im Nachhinein doch als interessanten Film einstufe, liegt vor allem am Ende mit der großen Auflösung. Denn damit hätte ich wirklich nicht gerechnet und bin positiv überrascht, dass Hollywood so ein Ende produziert hat. Aus Spoilergründen möchte ich nicht näher ins Detail gehen.

Das Fazit

Mile 22 punktet durch gute handwerkliche Arbeit und einem hohen Spannungsgrad. Negativ fällt dagegen die Emotionslosigkeit und Distanz zum Publikum ins Gewicht. Am Ende kann Mile 22 jedoch wieder punkten und bekommt daher 06 von 10 möglichen Punkten.

Mile 22 läuft seit dem 13.09.2018 in den deutschen Kinos.

The Equalizer 2

Ein Vorwort

2014 kam das Remake einer Fernsehserie aus den 1980er Jahren in die deutschen Kinos. The Equalizer war damit eine Mischung aus Rachethriller mit knallharter Action und ein Film über einen guten älteren Mann, der den Menschen in seiner Umgebung hilft, um sein gebrochenes Herz nach dem Tod seiner Frau zu heilen – und ja mir fiel dafür kein passendes Genre ein. Nachdem Russel Crowe für die Rolle des Equalizers ausschied, bekam Denzel Washington den Zuschlag, was auf jeden Fall eine gute Wahl war, denn der erste Teil bekam überwiegend positive Kritiken. Kann der zweite Teil an den Erfolg anknüpfen?

Was bisher geschah

Hier werde ich kurz die zuvor erschienenen Filme zusammenfassen. Dadurch sind Spoiler leider nicht zu vermeiden. Du weißt bereits, was geschah? Dann überspring diesen Absatz einfach.

In The Equalizer lernten wir den ehemaligen CIA-Agenten Robert McCall, der als frischer Witwer noch immer trauert. Während er tagsüber in einem Baumarkt arbeitet, kann er nachts nicht schlafen und arbeitet daher in einem Diner die Liste der „100 Bücher, die Sie gelesen haben sollten, bevor Sie sterben“. Dort freundet er sich mit Alina an, die als Prostituierte arbeitet. Als diese eines Abends krankenhausreif geschlagen wird, tötet McCall ihren Zuhälter. Dieser ist jedoch in die russische Mafia verstrickt, die es nun auf McCall abgesehen hat. Dieser versucht nun neben seinem Job im Baumarkt Menschen mit seinen Fähigkeiten zu helfen und gleichzeitig es mit der russischen Mafia aufzunehmen.

Die Handlung

McCall (Denzel Washington) arbeitet inzwischen als Fahrer. Auf seinen Fahrten lernt er nicht nur jede Menge interessanter Leute kennen, sondern leider auch Menschen, denen er helfen muss. Als eines Tages seine gute Freundin Susan Plummer (Melissa Leo) ermordet wird, versucht er ihren Mord aufzuklären. Dabei trifft er auf seinen früheren Partner Dave York (Pedro Pascal).

Meine Meinung

Wenn ein Film erfolgreich ist, ist es meist nur eine Frage der Zeit bis eine Fortsetzung gedreht wird. Das dies nicht immer eine gute Idee ist, bewiesen in letzter Zeit Fortsetzungen, wie Kingsman 2, der es nicht mit seinem Vorgänger aufnehmen konnte, aber doch eine halbwegs gute Leistung ablieferte. Nun versucht Denzel Washington erneut als Equalizer sein Glück auf der Kinoleinwand. Dabei orientiert sich der Film an den Dingen, die im ersten Teil gut funktioniert haben. McCall ist weiterhin die gute Seele, der jedem helfen möchte und auch jedem eine zweite Chance gibt. Schon am Anfang des Films gibt es wieder eine Szene, in der er eine ganze Gruppe halbstarker Männer auseinander nimmt, natürlich mit Countdown auf der Uhr gestellt. Dies ist ein schöner Einstieg und erinnert gleich wieder an die gut choreographierten Szenen aus dem ersten Teil. Weiter geht es mit weiteren Einzelschicksalen bis man zu McCalls Nachbarn Miles kommt, der eigentlich eine Kunstschule besuchen möchte, aber doch an eine Drogengang gerät. Hier investiert Regisseur Antoine Fuqua sehr viel Zeit, um Miles einzuführen, seine Beweggründe zu erörtern und wie McCall ihm helfen will. Dieser ganze Handlungsstrang entschleunigt den Film leider viel zu stark und das gute Anfangstempo ist schon bald dahin. Zusammen mit anderen Einzelschicksalen, die einen großen Platz im Film einnehmen, kommt der Film immer mehr von der Haupthandlung ab. Denn diese baut sich langsam und im Hintergrund rund um McCalls Freundin Susan Plummer auf, die zu einem Einsatz gerufen wird und schließlich selbst ermordet wird. Nun wird McCall zwar aktiv und versucht ihren letzten Fall zu rekonstruieren, trotzdem übertreibt es Fuqua mit der Trauerstimmung und verliert dabei auch noch den letzten Zuschauer, der bis zu diesem Punkt noch nicht abgeschaltet hat. Schließlich werden noch einmal neue Figuren vorgestellt, unter anderem McCalls früheren Partner Dave York, der von Game of Thrones Star Pedro Pascal verkörpert wird. Nachdem nun schon 3/4 des Films vorbei sind, setzt er endlich zum großen Finale an. McCall hat die Mörder Plummers gefunden und lockt sie nun in ein kleines Küstenstädtchen, das wegen eines nahenden Hurrikanes evakuiert wird. In diesem einmaligen Setting, kann sich Fuqua endlich austoben und mit Wind, schlechten Sichtverhältnissen und der drohenden Katastrophe spielen. Hier entfaltet The Equalizer 2 endlich alle seine Qualitäten und liefert ein einmaligen Finale ab, das positiv in Erinnerung bleibt. Der Haken an der Sache ist leider nur, dass jeder Zuschauer an diesem Teil des Films bereits vollständig abgeschaltet hat und das Geschehen auf der Leinwand nur noch halbherzig begutachtet. Hätte man vorher unwichtige Szenen – und davon gab es reichlich – gekürzt oder gestrichen und das ein oder andere Einzelschicksal weggelassen, dann hätte The Equalizer 2 ein gut gemachter und vor allem spannender Film werden können. Letztendlich war es einfach von allem zu viel des Guten.
Denzel Washington zumindest schafft es auch im zweiten Teil wieder den Wechsel zwischen netter alter Mann von nebenan und brutalem Ex-Agenten glaubhaft zu verkaufen und balanciert so gekonnt auf dem Drahtseil zwischen Unglaubwürdg und over the top. Ebenfalls gut an seiner Seite spielt Pedro Pascal und gibt dem Film noch einmal eine neue Richtung.

Das Fazit

The Equalizer 2 nimmt das Erfolgsrezept vom ersten Teil zur Hand, mischt aber von allen Zutaten zu viel hinzu, so dass der Zuschauer irgenwann aussteigt und das großartige Finale nicht mehr die Wirkung erzielt, die es erzielen könnte. Dafür gibt es 05 von 10 möglichen Punkten.

The Equlizer 2 läuft seit dem 16.08.2018 in den deutschen Kinos.

Mission Impossible 6 – Fallout

Ein Vorwort

Nachdem Tom Cruise in MI Phantom Protokoll nur mit haftenden Handschuhen am Burj Khalifa hochkletterte, schien der Stunt nicht mehr zu toppen. In MI Rogue Nation hing Ethan Hunt – Cruises Charakter – dann an einem startenden Jet. Auch dies schien nicht mehr zu toppen. Nun erscheint der inzwischen sechste MI Teil Fallout in den deutschen Kinos und wurde bereits vorab als der actionreichste der Reihe angekündigt. Man durfte also durchaus gespannt sein, was sich Cruise nun wieder ausgedacht hat. Man sollte übrigens zumindest den fünften Teil vorher gesehen haben, da der sechste an ihn direkt anschließt. Für ein bisschen Hintergrundwissen wären auch der dritte und vierte von Vorteil.

Was bisher geschah

Hier werde ich kurz die zuvor erschienenen Filme zusammenfassen. Dadurch sind Spoiler leider nicht zu vermeiden. Du weißt bereits, was geschah? Dann überspring diesen Absatz einfach.

In Mission Impossible lernen wir den IMF Agenten Ethan Hunt (Tom Cruise) kennen, der einen Maulwurf in der CIA entlarven soll. Hilfe erhält er von dem Hacker Luther (Ving Rhames) Jim Phelbs wird als dieser erkannt – Fun Fact: Jim Phelbs war in den beiden Serien Kobra übernehmen sie und in geheimer Mission auf der die Filme basieren der Protagonist, der nun von Hunt abgelöst wurde.
In Mission Impossible II muss Hunt die Verbreitung eines Grippevirus vor dessen Ausbruch stoppen. Hilfe erhält er wieder von Luther.
In Mission Impossible III hat sich Hunt größtenteils vom IMF abgewandt und lebt mit seiner Freundin Julia zusammen. Er nimmt jedoch wieder einen Auftrag an, da sein Schützling Lindsay entführt wurde. Im Laufe des Films wird Julia jedoch entführt und er muss die Hasenpfote klauen, die er eigentlich zuvor sicherstellen sollte, um Julias Leben zu retten. Da diese vorher nichts von seiner Arbeit wusste und seine Lügen langsam Leid ist, heiratet er sie, um ihr Vertrauen zu behalten. Am Ende erfährt sie doch von seiner Tätigkeit und Hunt will beim IMF aussteigen. Unterstützung während der Mission bekommt er von Benji (Simon Pegg), der als IT-Experte gerne auch einmal in einen Außeneinsatz möchte.
In Mission Impossible – Phantom Protokoll wird Hunt von Benji, der inzwischen für Außeneinsätze zugelassen wurde, und Jane (Paula Patton) aus einem Gefängnis befreit. Zusammen müssen sie in den Kreml einbrechen, der aber kurz nach ihnen in die Luft fliegt. Da dem IMF von den Russen die Schuld gegeben wird, wird das IMF aufgelöst. Hunt muss zusammen mit dem Sekretär Brandt (Jeremy Renner) fliehen. Zusammen müssen die den Kreml-Attentäter finden und ausschalten. Dabei kommt heraus, dass Brandt zuvor ein Pärchen im Urlaub bewachsen sollte, die Frau aber trotzdem getötet wurde, weswegen er sich zunächst aus dem aktiven Dienst zurückgezogen hatte. Der Mann, der überlebte, war Hunt. Am Ende des Films sieht man jedoch Julia aus der Entfernung und Hunt erzählt Brandt, dass es nur eine Tarnung war, damit seine Frau ein normales Leben ohne ihn führen konnte.
In Mission Impossible – Rogue Nation erfährt Hunt von dem Syndikat, einer Terrorgruppe unter der Führung von Solomon Lane. Er wird vom Syndikat gefangen genommen, kann aber durch Ilsa Faust, eine Doppelagentin des MI6 fliehen. Taten des Syndikat werden jedoch Hunt zugeschrieben und dieser muss untertauchen, zumal der Chef der CIA Hunley (Alec Baldwin) nicht an die Existenz des Syndikats glaubt. Das IMF wird aufgelöst und Brandt und Benji müssen nun für die CIA arbeiten. Hunt nimmt schließlich Kontakt zu Benji auf und beide werden von Ilsa nach Marokko gelockt. Dort bergen sie einen Stick mit geheimen Informationen, den Ilsa aber an sich nimmt, um sie dem MI6 zu übergeben. Schließlich stößt auch Brandt wieder zum Team und hat Luther mit dabei. Am Ende schaffen sie es Solomon Lane zu fassen, nachdem dieser Ilsa als Druckmittel gefangen hält und Benji entführt wurde. Hunley wird neuer Chef des IMF.

Die Handlung

Während einer gescheiterten Mission gelangt waffenfähiges Plutonium in die Hände von Terroristen. Ethan Hunt (Tom Cruise) und sein Team müssen dafür gerade stehen und werden beauftragt das Plutonium zurückzuholen. Dabei wird ihnen der CIA Agent August Walker (Henry Cavill) an die Seite gestellt. Unterwegs treffen sie auf bekannte Gesichter, wie Ilsa Faust (Rebecca Ferguson) und den im fünften Teil gestellten Bösewicht Solomon Lane (Sean Harris).

Meine Meinung

Den gleichen Bösewicht noch einmal verwenden, obwohl er schon im vorangegangen Teil eine unmögliche Mission darstellte, war entweder ein sehr gewagter oder ein sehr dummer Schritt. Genau diese Frage stand zu Anfang des neuen Teils im Raum. Denn zuvor wurde zumindest immer diese Rolle komplett neu ausgearbeitet. Dies war den Machern aber nun anscheinend zu mühsam und so wurde Sean Harris erneut verpflichtet und durfte wieder antreten, diesmal aber zunächst vom Gefängnis aus.
Das Grundteam hat sich mit Tom Cruise, Ving Rhames und Simon Pegg erneut versammelt. Alec Baldwin durfte als Chef des IMF erneut auftreten und bekam auch eine etwas größere Rolle. Und während selbst Rebecca Ferguson als Ilsa, ebenfalls ein Charakter aus dem fünften Teil, wieder auftauchen durfte, wurde Jeremy Renners … ohne ein Wort aus dem Skript gestrichen. Als „Ersatz“ wurde dann Henry Cavill gecastet – mit Verpflichtung zum Schnurrbart, was ihm durch die Nachdrehs bei Justice League etwas ins Schwitzen brachte – der als CIA-Agent die Dynamik des Films zumindest ein bisschen änderte. Ebenfalls als Neuzugang wurde Vanessa Kirby als zwielichtige … gecastet. Die The Crown-Darstellerin hat zwar nur eine kleinere Rolle, nutzt diese aber, um dem Film noch einmal eine neue Nuance zu geben.
So wurden die Weichen für das neue Abenteuer gestellt, das schon von ersten Kritikern als das mit Abstand actionlastigste beschrieben wurde. Und genau hier liegt das Problem des Films. Denn während in den vorherigen Teilen zunächst neue Charaktere und der neue Bösewicht vorgestellt wurden, wird dieser Teil einfach übersprungen, Henry Cavill mit einem kurzen Dialog dem Team zugeschustert und schon geht es los von einer Verfolgungsjagd zur Nächsten. Das irgendjemand von der CIA Dreck am Stecken hat, wird auch schnell klar und so überrascht der „große“ Plottwist überhaupt nicht.
Viele loben die viele Action im sechsten Teil. Und natürlich ist sie auch hier wieder gut gefilmt und excellent choreographiert und Tom Cruise übertrifft sich mit seinen Stunts wieder einmal selbst. Aber genau das ist der Haken, den ich im Film sehe. Dadurch das immer noch etwas drauf gesetzt werden musste, es immer noch einmal schlimmer kommen musste, war ich am Ende des Films nicht geflasht, sondern eher ermüdet. Die Hubschrauberschlacht am Ende entlockte mir nur noch ein müdes Schulterzucken und das erneute Fangen des Bösewichts am Ende ließ mich nur noch die Augen rollen. Denn letztendlich war es einfach zu viel Action, zu wenig Handlung und vorallem zu wenig Dialoge, denn gerade Simon Pegg, der in den letzten Teilen immer wieder für gute Momente sorgte, ist erstaunlich still. Dafür wurde sich mehr auf testosteron geladenes Geplänkel zwischen Cruise und Cavill konzentriert. Um das wieder aufzulockern musste Rebecca Ferguson wieder antreten, um zumindest ein bisschen weibliche Stärke einzubringen, denn Vanessa Kirbys Rolle versprüht zwar unglaublich viel Charme, aber leider auch wieder das Klischee der Frau mit den Bodyguards.

Das Fazit

Mission Impossible – Fallout erscheint zwar wieder mit einem guten Cast, vergisst diesen aber gewinnbringend einzusetzen und verliert sich im Machogehabe von Cruise und Cavill und bringt eine gute Portion Action mit, die leider am Ende etwas zu viel des Guten wird. So kann der inzwischen sechste Teil der Reihe leider nicht mehr überzeugen. Dafür gibt es 05 von 10 möglichen Punkten.

Mission Impossible – Fallout läuft seit dem 02.08.2018 in den deutschen Kinos.