Independance Day – Die Wiederkehr

Am 14.07.2016 erschien nach 20 Jahren die Fortsetzung zum erfolgreichsten Film des Jahres 1996 in den deutschen Kinos.

20 Jahre nach der Alien Invasion am amerikanischen Unabhängigkeitsttag, glaubt sich die Menschheit durch die erweiterte Technik in Sicherheit. Doch die Zeichen deuten auf einen erneuten Angriff der Aliens. Und diesmal ist die Gefahr noch größer.

1996 versammelten sich viele Zuschauer in den Kinos der Welt, um den ersten Angriff der Aliens zum amerikanischen Unabhängigkeitstag zu bestaunen. Nun 20 Jahre später, kommen die Aliens zurück, mit noch größeren Schiffen und noch gefährlicheren Waffen. Und wieder versammeln sich die Zuschauer in den Kinos der Welt, um auch diesmal wieder den Kampf mitzuerleben. Eins wird als erstes deutlich: Die Technik der Filmemacher mit den CGI Möglichkeiten hat sich stark weiterentwickelt. Independence Day – Die Wiederkehr versucht erst gar nicht einen nahtlosen Übergang zum ersten Teil zu schaffen. Die Schauspieler sind gealtert, die Technik hat sich weiterentwickelt und Will Smith ist nicht mehr an Bord. Stattdessen greift der Film gerade dies auf. Der Präsident aus dem 1. Teil ist im Ruhestand, die Luftwaffe der Menschen hat es bis auf den Saturn geschafft und Will Smith wird durch eine jüngere Ausgabe „ersetzt“. Jessie T. Usher spielt seinen Sohn Dylan Hiller, der das Erbe als Führungsperson bei der intergalaktischen Abwehr einnimmt.
Am Anfang des Films wird der Zuschauer erst einmal grob aufgeklärt, was mit den Charakteren aus dem ersten Teil passiert ist. Wir sehen den gealterten Präsidenten Whitmore, der noch immer unter den Nachwirkungen seiner „Besessenheit“ im ersten Teil leidet. Wir lernen als Neues seine Tochter kennen. Es wird zu deren Verlobten auf den Mond geschaltet. Hier bekommt man einen ersten Eindruck, wie weit die Menschheit, was die intergalaktische Abwehr angeht, inzwischen ist. Es wird wieder zurückgeschaltet auf die Erde. 20 Jahre sind seit dem Angriff der Aliens vergangen. Die Erde bereitet sich auf die Feierlichkeiten zum ehemaligen amerikanischen Unabhängigkeitstag vor. Fernab der Feierlichkeiten treffen wir wieder auf David Levinson. Er untersucht in Afrika den Absturz eines Alien-Raumschiffs, der den dort ansässigen Warlord stark zu schaffen gemacht hat. Nachdem alle Beteiligten des Films mindestens einmal gezeigt wurden, geht dann auch schon die eigentliche Geschichte los. Die Erde wird erneut von Aliens angegriffen, die dem Hilferuf der vor 20 Jahren angreifenden Aliens gefolgt sind. Nur das sie diesmal noch mehr sind, ein noch größeres Raumschiff haben – es landet auf dem gesamten Atlantik – und die Waffen denen der Erde noch immer weit überlegen sind. Nun muss sich die Erde für eine letzte große Schlacht bereit machen. Wie schon im ersten Film scheint die Menschheit angesichts der Übermacht keine Chance zu haben.
Obwohl es in diesem fiktiven 2016 keine Länder mehr gibt, sondern sich alle Staaten dem Weltsicherheitsrat unterordnen, wird ganz schnell klar, in welchem Land der Film gedreht wurde. In jeder zweiten Einstellung wird die amerikanische Flagge gezeigt und der Film trieft nur so vor Patriotismus. Die Handlung ist sehr vorhersehbar und enthält wenig neues. Die Menschheit greift mit ihren neuen Waffen lieber erst einmal an, anstatt abzuwarten. Aber der Film zielt gar nicht darauf an Neues zu schaffen. Stattdessen möchte der Film zeigen, dass 20 Jahre später viel mehr CGI benutzt werden kann, als 1996. Und so ist der Film vor allem eins: Bildgewaltig. Und so wird der Zuschauer wieder einmal unterhalten und in Staunen versetzt. Leider ist diese Wirkung nicht langfristig, denn beim Verlassen des Kinos stellt sich das Gefühl ein, dass man diesen Film nicht unbedingt noch ein zweites Mal sehen muss.
Die Mischung aus alten und neuen Charakteren gibt der Geschichte mehr Handlungsspielraum und sorgt mitunter auch für humorvolle Einlagen. Vor allem der Kontrast zwischem dem Warlord Dikembe Umbutu und dem Journalisten Floyd Rosenberg sorgten für mehrere Lacher. Ansonsten wird der Film leider sehr ernst und sehr patriotisch erzählt. Die schauspielerischen Leistungen bleiben alle auf dem gleichen Niveau und sind solide.

Alles in allem bietet Independance Day – Die Wiederkehr genau das, was der Trailer verspricht. Einfache Handlung, aber dafür bildgewaltig umgesetzt. Dafür gibt es 05 von 10 möglichen Punkten.

Demolition – Lieben und Leben

Am 16.06.2016 erschien ein neuer Film, der sich mit Trauerbewältigung befasst, in die deutschen Kinos.

Davis ist Investmentbanker und sein Leben scheint perfekt zu sein. Bis er bei einem Autounfall seine Frau verliert. Doch anstatt zu trauern verstrickt er sich in neue Bekanntschaften und neue merkwürdige Hobbys.

 Demolition beschäftigt sich zwar mit der Trauerbewältigung, kommt aber trotzdem nicht klassisch daher. Es wird nicht nach dem Lichtblick am Horizont gesucht, es wird sich nicht in neuen Liebschaften verrannt, die einem über die Trauer hinweghelfen sollen, ja es gibt nicht einmal den typischen besten Freund, der immer für einen da ist. Nein Demolition kommt sehr untypisch daher. Denn Davis Mitchell scheint gar nicht zu trauern. Am Tag, als seine Frau stirbt, schafft er es nicht einen Schokoladenriegel aus dem Automaten auf der Intensivstation zu bekommen. Also schreibt er einen höflichen Beschwerdebrief an die Betreiberfirma des Automaten. Diese Briefe in denen er nur minimal auf das Problem mit dem nicht erhaltenen Schokoladenriegel eingeht und vielmehr große Teile seiner Lebensgeschichte erzählt und auch auf die Ehe mit seiner verstorbenen Frau eingeht, werden zu einem Ventil für ihn, denn er schafft es nicht zu trauern. Er kann über den Tod seiner Frau keine Träne vergießen. Stattdessen entwickelt er eine Vorliebe kaputte Sachen auseinander zu nehmen. Der Kühlschrank funktioniert nicht, also wird er in die Einzelteile zerlegt, um zu gucken, ob man ihn reparieren kann. Dies passiert Mitchell mehr als einmal und letztendlich wird er von seiner Arbeitsstelle vorläufig freigestellt, da er nicht mehr so funktioniert, wie früher. Gleichzeitig versucht Karen Moreno, die seine Beschwerdebriefe bezüglich des Automaten bekam, Kontakt mit ihm aufzunehmen. Seine Briefe haben sie berührt und sie entwickeln eine Art Freundschaft Plus, ohne das es einer von beiden wirklich ernst meint.
Demolition ist ein Film, der sehr ruhig erzählt wird und daher keinen großen Spannungsbogen hat. Durch seine sehr spezielle Thematik spricht er nicht das große Publikum an und doch kann er überzeugen. Der Film lebt von Jake Gyllenhall als David Mitchell. Er schafft es, den nicht trauernden Ehemann trotzdem sympathisch zu verkörpern und braucht dafür keine großen Gesten, sondern schafft es durch kleine Veränderungen in der Mimik, den Zuschauer mitfühlen zu lassen. Auch der Verzicht auf typische Handlungsstränge, die bereits oft benutzt wurden, ist positiv aufzuführen. Zwischenzeitlich scheint es jedoch, dass der Film die eigentliche Aussage aus den Augen verloren hat. Denn in dem Wahn Mitchells alles, was nicht zu 100% funktioniert auseinander zu nehmen, wird es mitunter sehr abgedreht und der Zuschauer weiß nicht mehr, worauf der Film eigentlich hinauswill. Wenn dann noch die Themen Mobbing und Homosexualität mit dazu kommen, muss der Fokus des Films hinterfragt werden. Aber im Endeffekt schafft Demolition noch die Kurve und begeistert mit einem runden Ende.

Alles in allem nicht für das große Publikum geeignet, aber wer selbst seinen eigenen Weg der Trauer gefunden hat, findet in diesem Film viel Sympathie. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

Central Intelligence

Am 16.06.2016 erschien ein neuer Film mit Kevin Hard und Dwayne Johnson in den deutschen Kinos.

Calvin Joyner war der beliebteste Schüler an der High-School. Bob Stone dagegen ein dicker Junge, der gemobbt wurde. Doch Jahre später scheint sich das Blatt gewendet zu haben. Stone ist inzwischen muskelbepackt und bei der CIA. Und versucht Joyner zu rekrutieren.

Central Intelligence spielt mit dem Thema der Erwartungen an die Zukunft, wenn man in der Schule ist. Joyner haben sie in der Schule immer gesagt, dass er einmal richtig erfolgreich wird. Der beliebteste Schüler des Abschlussjahrgangs, der mit der hübschesten Schülerin zusammen ist. Stone dagegen war ein großer pummeliger Junge, der in der Schule immer gehänselt wurde. Gerade nach einem Vorfall in der letzten Woche traut er sich nicht noch einmal hin. Viele Jahre später treffen wir wieder auf Hard. Er ist noch immer mit seiner damaligen Freundin zusammen, die aber beruflich wesentlich erfolgreicher ist als er. Lustlos gammelt er in seinem Job als Buchhalter und verpasst immer wieder wichtige Beförderungen. Auch seine Ehe ist nicht so erfolgreich, wie vorausgesagt wurde, denn seine Frau pocht immer wieder auf eine gemeinsame Paartherapie. Doch auf einmal will sich ein alter Freund – Stone- wieder mit ihm treffen. Ohne groß nachzudenken stimmt Joyner zu. Doch anstatt des erwarteten Pummels trifft er auf einen wahren Muskelberg. Stone hat sich stark verändert, aber sieht in Joyner noch immer den Held seiner Schulzeit an, den einzigen, der ihn damals verteidigt hat. Das Chaos ist perfekt, als am nächsten Morgen die CIA vor Joyners Tür steht und sich nach Stone erkundigt, der zwar inzwischen eigentlich für die CIA arbeitet, aber suspendiert ist, da er im Verdacht steht seinen früheren Partner umgebracht zu haben. Ein Katz und Mausspiel beginnt, bei dem sich Joyner entscheiden muss, auf welcher Seite er steht.
Central Intelligence hätte eine lustige Buddy-Komödie werden können. Leider schafft der Film dies nicht, weil einfach kein Zusammengehörigkeitsgefühl zwischen Hard und Johnson aufkommt. Hard bleibt während des ganzen Films ein Feigling, der eigentlich nur einen Ausweg sucht, um wieder in sein altes Leben zurückkehren zu können. Seine fehlende Loyalität und sein Mangel an Ausdruck nehmen ihm viele Sympathien. Johnson hingegen wird zwar als der knallharte Muskelberg von der CIA dargestellt, jedoch merkt man schnell, dass er nicht sonderlich viel denkt, sehr naiv ist und auch nicht richtig zuhören kann. Die daraus entstehenden Situationen sind zwar mitunter witzig anzusehen, schaffen es aber nicht einen richtigen Komödienfaktor herzustellen. Stattdessen plätschert der Film von einer Actionszene zur nächsten und vermittelt zwischendurch nur wenig Inhalt. Auch kann kein Spannungsbogen entstehen. Lediglich die Actionszenen sind mitunter gut choreographiert, was aber den langen Zeitraum dazwischen nicht rechtfertigt. Weder Hard noch Johnson überzeugen durch eine großartige schauspielerische Leistung. Die Charaktere sind alle sehr stumpf gezeichnet und lieblos nach bestehenden Klitsches kreiert.

Alles in allem schrammt der Film am Thema vorbei und ist dabei nicht wirklich witzig und nicht wirklich spannend. Dafür gibt es 04 von 10 möglichen Punkten.

Rückblick 2. Quartal 2016: Die Highlights und Enttäuschungen

Hallo ihr Lieben,
frisch aus dem Urlaub zurück, möchte ich mit euch noch einmal das zweite Quartal Revue passieren lassen. Ich habe 23 Filme gesehen (7 im April, 7 im Mai und 9 im Juni).

Die Enttäuschungen

Platz 5: Hardcore

Der Film, der komplett in der Ego-Shooter-Perspektive gedreht wurde und dabei leider sehr wacklig, was zu Begegnungen mit der Kinotoilette führte. Idee gut, Umsetzung leider noch nicht. Auch die Handlung an sich kann nicht fesseln, da der Film nur auf die Bilder setzt.

Platz 4: Alice im Wunderland – Hinter den Spiegeln

Ein missglückter Versuch eine Fortsetzung zu Tim Burtons Alice im Wunderland aus dem Jahr 2010 zu schaffen. Leider ist die Handlung des Films ziemlich überflüssig und auch die Bilder und die bekannten Figuren können nicht mehr überzeugen.

Platz 3: Bad Neighbours 2

Wieder Studenten in der Nachbarschaft. Während der erste Kleinkrieg zwischen Familie und Studenten noch lustig war, schafft es der zweite Teil kaum noch einen einzigen Witz zu machen und schafft es auch nicht die eigentlichen Probleme im Film richtig anzusprechen.

Platz 2: The Neon Demon

The Neon Demon ist ein Film, der viel aussagen will, aber doch nichts aussagt. Die Handlung kommt durch die langen Sequenzen zu kurz und dadurch kommt auch kein Spannungsbogen auf. Ein Film, der auf Kunst setzt, aber keine Aussage trifft.

Platz 1: A bigger Splash

Vor der atemberaubenden Kulisse Süditaliens kam der bisher langweiligste Film des Jahres. Kaum Handlung, dafür aber eine Spielzeit von über 2 Stunden, in denen die Schauspieler eigentlich nur damit beschäftigt waren, sich auszuziehen. Trotz Starbesetzung kann der Film nur enttäuschen.

Die Highlights

Platz 5: Ein Hologramm für den König

Tom Hanks, der in Saudi-Arabien ein neues Hologramm-System vorstellen soll, aber extrem lange warten muss. Währendessen hat er genug Zeit seine eigenen Probleme zu überdenken und sein Leben neu zu ordnen. Dabei ist der Film ruhig und sympathisch erzählt. Zwischendurch driftet er ein wenig ab, kriegt aber am Ende noch die Kurve.

Platz 4: Bastille Day

Keine neue Handlung, aber dafür eine spannende und in sich schlüssige. Gutes Schauspiel und nur die Hälfte aller Klitschees, dass zeigte Bastille Day. Kein harmonisches Duo, das mit Madden und Elba präsentiert wird, und auch der Eiffelturm ist nicht dauerhaft zu sehen. All das macht den Reiz des Filmes aus.

Platz 3: The Jungle Book

Da kamen die Kindheitserinnerungen wieder hoch, als wieder in einem Film das Theme zu Probier’s mal mit Gemütlichkeit lief. Die Geschichte ist bekannt und doch konnte der Film überraschen und kam wesentlich düsterer daher, als die Disney Verfilmung von 1967 und konnte wieder neu begeistern.

Platz 2: Money Monster

Jodie Foster brachte uns den bisher spannendsten Film des Jahres. Obwohl er lange Zeit als Teil-Kammerspiel inzeniert ist, schaffen es die Thematik und das Spiel mit Gut und Böse zu überzeugen. Julia Roberts tut in ihrer Rolle das restliche.

Platz 1: Ein ganzes halbes Jahr

Romantik, Drama, Tragödie. Der Film vereint sie alle. Er versucht Hoffnung zu spenden und spielt doch mit dem Unausweichlichen. Kein Kritikpunkt zu finden, gute schauspielerische Leistungen und eine gute Buchumsetzung treffen in dem Film aufeinander und schafft es damit ich in mein Herz zu spielen und die 10 von 10 Punkten abzuräumen.

Was waren eure Highlights und Enttäuschungen im 2. Quartal des Jahres?

High Rise

Am 30.06.2016 erschien ein neuer Film über eine dystopische Vergangenheit in den deutschen Kinos.

Robert Laing zieht in ein Hochhaus, in dem die Gesellschaftsstrukturen klar gezogen sind. Während die Wohlhabenden sich in den oberen Stockwerken ausbreiten, wurden Familien und Menschen mit weniger Einkommen in die unteren Stockwerke verbannt. Doch schon schnell kommen Krisen auf.

High Rise basiert auf einen Buch von J.G. Ballard, dass 1975 erschien und damals eine dystopische Moderne entwarf. Die Ausgangsidee ist, dass alle Gesellschaftsschichten in einem Hochhaus zusammen wohnen. Die oberen Etagen sind von den Wohlhabenden bezogen. Hier dominieren ausschweifende und teure Partys das Leben. Die unteren Etagen hingegen gehören den wenig Verdienenen und den Familien mit Kindern. Ziemlich mittig zieht Robert Laing ein. Hin- und hergerissen, da er sich zum einem mit einer Familie aus den unteren Stockwerken anfreundet und zum anderen aber vom Schöpfer des Hochhauses Anthony Royal fasziniert ist. So kauft er zwar in den unteren Stockwerken ein, wird aber mitunter auch auf die Partys in den oberen Stockwerken eingeladen. Nach permanenten Stromausfällen, die vorallem die unteren Stockwerke betrifft, gibt es eine Rebellion, die schnell in Anarchie ausbricht.
High Rise ist ein Film, der versucht gesellschaftskritisch darzustellen, was passiert, wenn einem durchgängig vor Augen geführt wird, dass es Menschen gibt, denen es besser als dir geht. Eine Grundidee mit hohem Potential. Der Look ist an die 1970/1980er Jahre angelehnt. Leider schafft der Film es am Anfang nicht richtig in die Thematik einzuführen und verliert sehr schnell den Faden und scheint ab der zweiten Hälfte nur noch ein Bild der Verwüstung, des Chaos und der Anarchie zu zeigen. Abstruse Handlungen, viele Tote und ein Leben im Chaos – und trotzdem bleiben die Bewohner in ihrem Hochhaus. Teilweise fahren sie nicht einmal mehr zur Arbeit. Der Spannungsbogen, der sich am Ende der ersten Hälfte aufbauen wollte, ist schnell vergessen. Kopfschüttelnd sieht man sich das Chaos an und doch findet der Film einfach kein Ende. Die Gesellschaftskritik, die sich zunächst andeutet, ist schnell in den Hintergrund geraten. Das ist sehr schade, denn aus der Idee hätte man defintiv mehr machen können.
Tom Hiddlestone übernimmt die Rolle des Protagonisten Robert Laing. Als Neurologe findet er das „Experiment“ im Hochaus sehr spannend und gerät gleichzeitig direkt zwischen die Fronten. Obwohl auch er merklich immer verrückter wird, scheint er noch der Normalste im Hochhaus zu sein. Hiddlestone meistert souverän die Rolle und zeigt seine ausgezeichneten Schauspielkünste.
Auch der übrige Cast gerade mit Jeremy Irons und Luke Evans brillieren in ihren Rollen. Hier fällt keiner negativ auf. Trotzdem kann letztendlich die Handlung des Films nicht überzeugen. Der Film bietet zwar großen Interpretationsspielraum, erzählt aber letztendlich zu wenig, um den Zuschauer die Handlung verständlich zu machen.

Alles in allem hatte High Rise eine gute Grundidee, die aber schlecht umgesetzt wurde. Dafür gibt es 05 von 10 möglichen Punkten.

Green Room

Am 02.06.2016 erschien einer der letzten Filme mit Anton Yelchin in den deutschen Kinos.

Die Punkrock Band „Ain’t Rights“ tourt ohne Budget durch die USA. Unterwegs bekommen sie einen Gig in einem Nazi-Schuppen, der sie mitten in die Einöde führt. Nach ihrem erfolgreichen Gig werden sie jedoch Zeuge eines Mordes und werden in den Proberaum gesperrt. Ein Katz und Maus Spiel beginnt.

Star Trek – The next Generation trifft auf das Reboot von Star Trek. Patrick Stewart als Nazi-Führer gegen Anton Yelchin als Kopf der Band „Ain’t Rights“. Nazis gegen Punks. So ist das Thema des Films. Das Sehvergnügen dürfte jedoch getrübt sein durch den schweren Unfall Anton Yelchins, den er mit dem Tod bezahlte.
Der Traum einer jeder Band ist eine eigene große Tour. Wenn jedoch der große Vertrag und damit auch die Sponsoren fehlen, muss es halt ohne Geld gehen. „Ain’t rights“ lassen sich jedenfalls nicht von ihrem Traum abbringen und touren im alten Bus durch die USA, immer versucht mit kleinen Auftritten ein wenig Geld zu verdienen, um sich Essen und Benzin kauen zu können. Nach einem gescheiterten Gig bekommen sie das Angebot abseits des Weges einen Ersatzgig in einem Nazi-Schuppen halten zu können. Da sie dringend Geld brauchen, nehmen sie an. Es scheint auch vorerst alles glatt zu gehen. Doch als sie gehen wollen, werden sie Zeuge eines Mordes. Die Organisatoren geraten in Panik und sperren die Band kurzerhand in einen Raum ein, aus dem es keinen zweiten Ausweg gibt. Ein gnadenloses Katz und Maus Spiel beginnt, denn der Mord soll nun der Band angehangen werden.
Green Room kommt überraschend brutal und entgültig daher, dass lässt sich auf dem erste Blick nicht abschätzen. Ihn deswegen aber als Horrorfilm zu betiteln, ist übertrieben. Die Bezeichnung Thriller trifft es eher. Die Handlung braucht ein wenig, um in Schwung zu kommen. Am Anfang weiß man nicht genau, wohin der Film eigentlich führen will und auch nachdem der Mord passierte, baut sich einige Zeit keine Spannung auf. Erst nach über einem Drittel beginnt letztendlich die Jagd der Skinheads auf die Punks, die wiederum versuchen zu fliehen. Erst hier baut sich eine gewissen Spannung auf. Allerdings kommen schnell die üblichen Klitschees auf, bei denen sich das halbe Kino gegen die Stirn klatschte. Vom Setting her ist der Film sehr einfach gehalten, aber doch auch authentisch. Schauspieltechnisch wurde eine gute Auswahl getroffen. Gerade Patrick Stewart als Nazi-Führer war gut gewählt. Berühmtheit erlangte Stewart durch seine Rollen als Captain Pickard in Star Trek – The next Generation und als Professor Xavier in den X-Men Filmen. In beiden Rollen spielt er einen weisen, väterlichen Charakter. Auch in Green Room will man ihn zunächst damit assoziieren, weswegen es länger dauert, bis man ihn als den Hauptbösewicht identifiziert.

Alles in allem birgt Green Room leider wenig Spannung für einen Thriller. Dafür gibt es 05 von 10 möglichen Punkten.

Alice im Wunderland – Hinter den Spiegeln

Am 26.05.2016 erschien der zweite Teil der Tim Burton Verfilmung von Alice im Wunderland in den deutschen Kinos.

Alice Kingsleigh ist nach ihrem letzten Abenteuer im Unterland über die Weltmeere gereist. Zurück in London muss sie feststellen, dass die Gesellschaft ihre Ansichten über eine Frau in Führungspositionen nicht geändert hat. Doch ein Hilferuf aus Unterland lässt sie alles stehen und liegen lassen, denn der Hutmacher ist sehr krank. Alice muss durch die Zeit reisen, um ihn heilen zu können.

2010 inzenierte Tim Burton seine Variante von Alice im Wunderland. Ein düsteres und trübsinniges Unterland erwartete den Zuschauer, denn das Reich stand unter der Regierung der bösen Herzkönigin. Durch ein einmaliges Setdesign, knallbunte Kostüme und eine gute Auswahl an Schauspielern konnte der Film begeistern. Seine Handlung war angelehnt an das zweite Buch von Lewis Caroll, dem Autor von Alice im Wunderland, das den Titel „Alice hinter den Spiegeln“ trug. Aber wenn schon der erste Burton-Film die Handlung des zweiten Buches hatte, was wurde nun im zweiten Film verfilmt? Eine gänzlich neue Geschichte! Bezeichnend für den Film ist auch, dass Burton nicht mehr Regie führte, sondern lediglich als Produzent agierte.
Alice Kingsleigh lehrte uns im ersten Teil, dass man schon vor dem Frühstück an 7 unglaubliche Dinge glauben kann. Nach ihren Abenteuern in Unterland kehrte sie zurück in ihre Welt, lehnte die Verlobung mit Hamish ab und verfolgte den Traum ihres Vaters weiter. Sie bereiste die 7 Weltmeere. Dort setzt nun der zweite Film an. Alice kehrt gerade von ihrer letzten Reise nach London zurück und muss feststellen, dass ihr Traum zu zerplatzen droht. Ihre Mutter ist verarmt und ist kurz davor das Schiff verkaufen zu müssen. Alices früherer Geschäftspartner ist verstorben und Hamish, ihr einst Verlobter, hat die Geschäfte übernommen. Er grollt noch immer über die geplatzte Verlobung und versucht Alice ganz zu verdrängen. In dieser ausweglosen Situation bekommt Alice Nachricht aus Unterland und entkommt der Realität durch einen Zauberspiegel. Dort muss sie feststellen, dass der Hutmacher sehr krank ist. Leider kann sie ihm nicht sofort helfen. Die weiße Königin rät ihr ins Reich der Zeit zu gehen und dort einen Gegenstand zu stehlen, mit dem sie in die Vergangenheit reisen kann, um dort die Familie des Hutmachers zu retten. Zeit, ein mürrischer Mann, ist von der Idee nicht begeistert und sieht das Gefüge der Zeit in Gefahr.
Alice im Wunderland – Hinter den Spiegeln versprach vom Trailer her ein Wiedersehen mit den bekannten geliebten Figuren und eine neue spannende Handlung. Leider hat der Film einfach nur versucht mit den bekannten Figuren viel Geld zu machen. Die Handlung ist lieblos zusammengeschustert, voller Logiklöcher und wie sich am Ende herausstellt auch ziemlich überflüssig. Es gibt einen permanenten Wechsel zwischen London und Unterland, weswegen man sich auf keine Handlung richtig einlassen kann. Es folgt Zeitreise auf Zeitreise und es wird alles immer absurder, was das Sehvergnügen sehr stark trübt. Es kommt keine Spannung auf, da das Ende sehr vorhersehbar war.
Auch die Charaktere waren nur noch ein Abklatsch ihrer selbst. Es gab kaum lustige Dialoge, jede Szene wirkte gestellt und auch die Darsteller wirkten mitunter unmotiviert. Gerade Johnny Depp als der verrückte Hutmacher fiel weiter hinter seine Leistung von 2010 zurück und enttäuschte auf ganzer Linie. Selbst Helena Bonham Carter konnte als Rote Königin nicht mehr überzeugen. Lediglich Sascha Baron Cohen als Zeit lieferte eine gute Performance ab, was für Cohen eher untypisch ist. Zeit übernahm praktisch den Part des verrückten Hutmachers und brachte wenigsten ein wenig Witz in den Film.

Alles in allem enttäuschte der Film auf ganzer Linie und schien nur noch auf die bekannten Figuren zurückzugreifen. Dafür gibt es 03 von 10 möglichen Punkten.

Bastille Day

Am 23.06.2016 erschien ein neuer Actionthriller mit Idris Elba in der Hauptrolle in den deutschen Kinos.

Michael Mason lebt in Paris und ist ein Taschendieb. Als er eines Tages eine Tasche klaut, in der sich eine Bombe befindet, die auch noch in der Stadt explodiert und Menschen sterben, gerät er ins Visier der CIA. Agent Sean Briar, der für seine Alleingänge bekannt ist, wird auf ihn angesetzt. Doch schnell stellt sich heraus, dass Mason unschuldig ist und die Bombe erst der Anfang war.

Im Angesicht der Terroranschläge auf Paris im letzten Jahr ist Bastille Day vielleicht mit etwas Vorsicht zu genießen. Aber da die Handlung absolut keinen Bezug zu den realen Anschlägen hat, kann man den Film auch ohne bitteren Nachgeschmack gucken.
Michael Mason ist amerikanischer Staatsbürger, lebt aber in Paris und verdient seinen Lebensunterhalt mit Taschendiebstählen. Seine Beute verkauft er dann an zwielichtige Geschäftsmänner. Dieses Leben funktioniert bis er eines Tages ausversehen die falsche Tasche stiehlt. Denn sie gehört Zoe, die von einer kleinen Rebellengruppe angeworben wurde. Sie wollten eigentlich ein Attentat auf ein Bürogebäude verüben, doch hatte Zoe kalte Füße. Nun ist die CIA auf Mason aufmerksam geworden und senden den Agenten Sean Briar aus, um Mason zu fangen. Briar ist mürrisch und handelt immer sehr intuitiv, weswegen er aber eine Verwarnung von der CIA bekommen hat. Nach einer wilden Verfolgungsjagd hat Briar Mason gefangen und muss zu seinem Bedauern feststellen, dass er eine sehr passive Rolle bei dem Anschlag hatte. Inzwischen hat sich aber eine Terrorgruppe zu der Explosion bekannt und es hetzt verschiedene Gruppen gegeneinander auf. Es kommt zu einem halben Bürgerkrieg. Mason und Briar müssen gezwungenermaßen miteinander arbeiten.
Bastille Day ist ein Thriller, der vielleicht nicht die neuste und innovativste Handlung hat, diese aber mit Liebe zum Detail ausgearbeitet ist, schlüssig ist und obwohl man schnell erkennt, wer Gut und wer Böse ist, doch die Spannung durchgängig hoch halten kann und vorallem trotzdem immer noch für kleine Überraschungen sucht. Auch endet er nicht in einem typischen Buddy-Film, in dem das ungleiche Paar Briar und Mason am Ende beste Freund sind, sondern sie respektieren sich lediglich für ihre Taten. Dies gibt dem Film einen erstaunlich frischen Wind und ist einmal eine nette Abwechslung. Auch gibt es Ausnahmsweise keine nervige Liebesgeschichte und Zoe handelt nur die Hälfte aller Klitschees von Frauen in Actionfilmen ab.
Idris Elba übernimmt die Rolle des Sean Briar und zeigt einen ersten Vorgeschmack, auf was man sich freuen dürfte, wenn er der neue James Bond werden würde. Leider ist seine Rolle so mürrisch, dass man keine Beziehung zu ihm aufbauen kann und man seine Taten daher immer mit einer großen Distanz beobachtet. Hier hätten kleine Charaktermacken gut gepasst, um eine größere Nähe zum Publikum zu schaffen.
Richard Madden übernimmt die Rolle des Michael Mason. Die Rolle spielt er angemessen, auch wenn er die meiste Zeit wie ein geprügelter Hund aussieht. Hier hätte er trotz seiner ausweglosen Situation ein bisschen von seiner anfänglichen Arroganz behalten können. Eine wirkliche Dynamik oder gute Chemie kommt zwischen den Charakteren Mason und Briar leider nicht auf, was aber den Effekt des ungleichen Paares verstärkt.
Das Setting Paris ist eine nette Abwechslung zu den Standartstädten in den USA und es werden auch ausnahmsweise keine Wahrzeichen zerstört. Man merkt, dass der Film in Paris spielt, aber es wird einem auch nicht in jeder zweiten Szene durch die Einblendung des Eiffelturmes auf die Nase gebunden. Die Action-Szenen sind gut choreografiert, geben Briar aber auch keine übermenschlichen Fähigkeiten.

Alles in allem ist Bastille Day ein schöner Action-Film mit einer nicht neuen Handlung, aber dafür erfrischend wenig Klitschees. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.

The Neon Demon

Am 23.06.2016 erschien ein Film, der sich mit dem Konkurrenzkampf in der Modewelt auseinander setzt, in den deutschen Kinos.

Jesse ist 16 Jahre alt und weise. Sie hat die Schule nicht abgeschlossen, aber ihr wurde immer wieder gesagt, wie hübsch sie ist. Als sie nach Los Angeles geht wird sie schnell von einer Modelagentur angeworben und schafft es durch ihr jugendliches Alter und ihrer Schönheit ohne Operationen schnell aufzusteigen. Das lässt andere Models eifersüchtig werden.

The Neon Demon ist ein Film, der viel aussagen will, aber doch nichts aussagt. Die zentrale Figur ist das Model Jesse. Sie ist 16 Jahre alt und stolpert in Los Angeles in die Modewelt hinein. Sie lebt in einem heruntergekommenen Motel und bändelt mit einem jungen Mann an, der gerne Fotograf wäre. Da sie Waisin ist und keinen Schulabschluss hat, versucht sie eine Karriere als Model zu starten. Dies gelingt ihr auch viel zu gut. Sie schafft es sofort einen Job bei einer Modelagentur zu bekommen und auch bei Castings überzeugt sie sofort. Damit zieht sie aber auch die Eifersucht anderer Models auf sich. Jesse ist in der ersten Hälfte des Films noch sehr zurückhaltend und eher ein graues Mäuschen, dass wandelt sich aber schlagartig in der zweiten Hälfte und sie passt sich dem Auftreten in der Branche an. Unterstützt wird sie von der Make-up-Artist Ruby.
So eine richtige Handlung aus dem Film zu erkennen, gestaltet sich als sehr schwer. Denn der Film ist sehr langsam erzählt und zeigt viele langsame Kamerafahrten. Dadurch entsteht auch kein Spannungsbogen, was den Film noch langsamer wirken lässt. Das erste, was bei diesem Film ins Auge sticht ist das außergewöhnliche Setdesign. Schon im Trailer ist die sehr künstlerische und moderne Aufmachung zu sehen. Gepaart mit teilweise sehr ausgefallen Kostümen ergibt dies einen ganz eigenen Look, der den Film auszeichnet. Zudem hat der Film sehr starke Schauspieler gecastet, die auch bei langen Kameraeinstellungen überzeugen können.
Was jedoch überhaupt nicht überzeugen kann ist die Handlung zusammen mit den Dialogen. Denn anstatt eine verständliche Handlung zu treffen und durch die Dialoge Ausagen zu treffen, ist der Film so angelegt, dass jede Szene ein Kunstwerk für sich ist und danach schreit interpretiert zu werden. Während dies in der ersten Hälfte des Films auch noch funktioniert, verliert er sich in der zweiten Hälfte komplett, schafft es auch nach Interpretationen keine Aussage zu treffen. Das Ende ist dann nur noch eine reine Metapher. Hier scheint das Augenmerk auf ein hochdramatisches und schockierendes Finale gesetzt worden zu sein, was aber nicht mehr zum Rhythmus des vorherigen Films passt. An sich soll die Schnellebigkeit der Modewelt kritisiert werden, in der man ab 20 Jahren alt ist und kaum noch etwas taugt, in der Schönheitsoperationen etwas alltägliches und gutes sind, in der Eifersucht und Rachsucht auf der Tagesordnung stehen. Doch the Neon Demon schrammt an diesem Thema vorbei und scheint nur noch die Aussage zu haben, dass jedes unschuldige Mädchen in der Modewelt zu einer „Bitch“ werden kann. Das einzige, was letztendlich vom Film in Erinnerung bleibt, sind abartige Szenen am Ende des Films.
Die Rolle von Keanu Reeves ist eine absolut austauschbare Rolle. Sie hat keinen Wert für den Ausgang der Geschichte und scheint nur hereingenommen zu sein, damit ein sehr bekannter Name auf dem Werbeplakat stehen kann.

Alles in allem ist The Neon Demon ein langweiliger Film, der sich zu sehr als Kunst sieht, aber am eigentlichen Thema vorbeischrammt. Dafür gibt es 02 von 10 möglichen Punkten.

Ein ganzes halbes Jahr

Am 23.06.2016 erschien die Buchverfilmung des Bestsellers von Jojo Moyes in den deutschen Kinos.

 Lou lebt in einem kleinen Städtchen in England. Als sie ihren Job verliert, findet sie eine Anstellung im Haus der Familie Traynor. Will Traynor, der Sohn der Familie, ist seit einem Unfall vom Hals abwärts gelähmt. Nun soll Lou ihm Gesellschaft leisten. Doch warum ist die Anstellung auf 6 Monate befristet?

Ein ganzes halbes Jahr basiert auf dem Weltbestseller von Jojo Moyes, dass sich allein in Deutschland ca. 2 Millionen Mal verkauft hat. Schon das Buch mit seinem sehr flüssig lesbarem Schreibstil konnte begeistern. Nun wurde das Buch verfilmt. Und die Produzenten haben sich sehr stark an das Buch gehalten. Es gab keine Szene, die man nicht auch so im Buch finden kann, was schon einmal keinen Leser verschrecken kann. Das ist auch nicht nötig, denn die Handlung ist romatisch, witzig, zynisch und hochdramatisch. Eine perfekte Kombi, die gepaart mit den verschiedenen Charakteren ein Erfolgsrezept ist.
Louisa Clark ist 26 Jahre alt, aber lebt noch immer bei ihren Eltern. Zwischenzeitlich ist sie sogar Alleinverdiener in der Familie, da ihr Vater seinen Job verloren hat und ihre Schwester Treena an der Uni studiert. Am Anfang zögert sie den Job anzunehmen, da sie keine Ausbildung in der Pflege hat. Aber die ist auch gar nicht nötig, denn dafür gibt es Nathan, Wills Pfleger. Lou soll ihm eher Gesellschaft leisten und bei alltäglichen Sachen, wie essen und trinken helfen. Will jedoch ist von seinem Leben so enttäuscht, dass er ihr zunächst versucht das Leben schwer zu machen mit seinen Launen. Doch Lou kämpft sich durch und bringt ihn mit ihrem schrägen Geschmack für Mode und ihrer stets guten Laune doch noch auf ihre Seite. Eine rührende Geschichte startet, in der der gelähmte Will wieder Freude am Leben bekommen soll.
Ein großes Plus für den Film sind die wunderschöne Kulisse des Films und an erster Stelle die sehr gute Auswahl der Schauspieler. Einige Charaktere sind in dem Buch eher unsympathisch dargestellt, weswegen das Buch nicht die gleiche Ausstahlung hatte, wie jetzt der Film. Denn selbst die unsympathischeren Charaktere sind im Film so gut und passend besetzt, dass man sie viel eher ins Herz schließt. Das beste Beispiel ist Sam Claflin als Will Traynor. Will ist im Buch durch und durch zynisch und selbst in seinen guten Momenten kommt er noch unsympathisch herüber. Doch Sam Claflin schafft es durch sein strahlendes Lächeln dies zu überspielen, weswegen man im Film viel mehr mit ihm mitleidet. Auch die Lähmung stellt er gut dar.
Emilia Clarke ist der Star des Films. Sie verkörpert die Rolle der Louisa Clark einmalig und setzt den Charakter genau so um, wie man ihn sich nach dem Lesen vorstellt. Sie schafft es gleichzeitig die tapfere und die verletzliche Seite von Lou zu zeigen, trägt ihre verrückten Kleidungsstücke voller Überzeugung und lächelt sich von Anfang an in die Herzen der Zuschauer.
Auch der restliche Cast überzeugt auf ganzer Linie. Gebettet in ein wunderschönes Setting in einem kleinen Dorf in England zaubert der Film einen zum einen ein strahlendes Lächelns ins Gesicht und lässt zum anderen kaum ein Auge trocken. Der Film bleibt durchweg spannend, was vor allem daran liegen könnte, dass die langweiligeren Szenen aus dem Buch gestrichen wurden.

Alles in allem ein Film, der im Genre Romantik/Drama auf ganzer Linie überzeugt und schon jetzt ein Highlight des Jahres sein dürfte. Dafür gibt es 10 von 10 möglichen Punkten.