Green Room

Am 02.06.2016 erschien einer der letzten Filme mit Anton Yelchin in den deutschen Kinos.

Die Punkrock Band „Ain’t Rights“ tourt ohne Budget durch die USA. Unterwegs bekommen sie einen Gig in einem Nazi-Schuppen, der sie mitten in die Einöde führt. Nach ihrem erfolgreichen Gig werden sie jedoch Zeuge eines Mordes und werden in den Proberaum gesperrt. Ein Katz und Maus Spiel beginnt.

Star Trek – The next Generation trifft auf das Reboot von Star Trek. Patrick Stewart als Nazi-Führer gegen Anton Yelchin als Kopf der Band „Ain’t Rights“. Nazis gegen Punks. So ist das Thema des Films. Das Sehvergnügen dürfte jedoch getrübt sein durch den schweren Unfall Anton Yelchins, den er mit dem Tod bezahlte.
Der Traum einer jeder Band ist eine eigene große Tour. Wenn jedoch der große Vertrag und damit auch die Sponsoren fehlen, muss es halt ohne Geld gehen. „Ain’t rights“ lassen sich jedenfalls nicht von ihrem Traum abbringen und touren im alten Bus durch die USA, immer versucht mit kleinen Auftritten ein wenig Geld zu verdienen, um sich Essen und Benzin kauen zu können. Nach einem gescheiterten Gig bekommen sie das Angebot abseits des Weges einen Ersatzgig in einem Nazi-Schuppen halten zu können. Da sie dringend Geld brauchen, nehmen sie an. Es scheint auch vorerst alles glatt zu gehen. Doch als sie gehen wollen, werden sie Zeuge eines Mordes. Die Organisatoren geraten in Panik und sperren die Band kurzerhand in einen Raum ein, aus dem es keinen zweiten Ausweg gibt. Ein gnadenloses Katz und Maus Spiel beginnt, denn der Mord soll nun der Band angehangen werden.
Green Room kommt überraschend brutal und entgültig daher, dass lässt sich auf dem erste Blick nicht abschätzen. Ihn deswegen aber als Horrorfilm zu betiteln, ist übertrieben. Die Bezeichnung Thriller trifft es eher. Die Handlung braucht ein wenig, um in Schwung zu kommen. Am Anfang weiß man nicht genau, wohin der Film eigentlich führen will und auch nachdem der Mord passierte, baut sich einige Zeit keine Spannung auf. Erst nach über einem Drittel beginnt letztendlich die Jagd der Skinheads auf die Punks, die wiederum versuchen zu fliehen. Erst hier baut sich eine gewissen Spannung auf. Allerdings kommen schnell die üblichen Klitschees auf, bei denen sich das halbe Kino gegen die Stirn klatschte. Vom Setting her ist der Film sehr einfach gehalten, aber doch auch authentisch. Schauspieltechnisch wurde eine gute Auswahl getroffen. Gerade Patrick Stewart als Nazi-Führer war gut gewählt. Berühmtheit erlangte Stewart durch seine Rollen als Captain Pickard in Star Trek – The next Generation und als Professor Xavier in den X-Men Filmen. In beiden Rollen spielt er einen weisen, väterlichen Charakter. Auch in Green Room will man ihn zunächst damit assoziieren, weswegen es länger dauert, bis man ihn als den Hauptbösewicht identifiziert.

Alles in allem birgt Green Room leider wenig Spannung für einen Thriller. Dafür gibt es 05 von 10 möglichen Punkten.

Alice im Wunderland – Hinter den Spiegeln

Am 26.05.2016 erschien der zweite Teil der Tim Burton Verfilmung von Alice im Wunderland in den deutschen Kinos.

Alice Kingsleigh ist nach ihrem letzten Abenteuer im Unterland über die Weltmeere gereist. Zurück in London muss sie feststellen, dass die Gesellschaft ihre Ansichten über eine Frau in Führungspositionen nicht geändert hat. Doch ein Hilferuf aus Unterland lässt sie alles stehen und liegen lassen, denn der Hutmacher ist sehr krank. Alice muss durch die Zeit reisen, um ihn heilen zu können.

2010 inzenierte Tim Burton seine Variante von Alice im Wunderland. Ein düsteres und trübsinniges Unterland erwartete den Zuschauer, denn das Reich stand unter der Regierung der bösen Herzkönigin. Durch ein einmaliges Setdesign, knallbunte Kostüme und eine gute Auswahl an Schauspielern konnte der Film begeistern. Seine Handlung war angelehnt an das zweite Buch von Lewis Caroll, dem Autor von Alice im Wunderland, das den Titel „Alice hinter den Spiegeln“ trug. Aber wenn schon der erste Burton-Film die Handlung des zweiten Buches hatte, was wurde nun im zweiten Film verfilmt? Eine gänzlich neue Geschichte! Bezeichnend für den Film ist auch, dass Burton nicht mehr Regie führte, sondern lediglich als Produzent agierte.
Alice Kingsleigh lehrte uns im ersten Teil, dass man schon vor dem Frühstück an 7 unglaubliche Dinge glauben kann. Nach ihren Abenteuern in Unterland kehrte sie zurück in ihre Welt, lehnte die Verlobung mit Hamish ab und verfolgte den Traum ihres Vaters weiter. Sie bereiste die 7 Weltmeere. Dort setzt nun der zweite Film an. Alice kehrt gerade von ihrer letzten Reise nach London zurück und muss feststellen, dass ihr Traum zu zerplatzen droht. Ihre Mutter ist verarmt und ist kurz davor das Schiff verkaufen zu müssen. Alices früherer Geschäftspartner ist verstorben und Hamish, ihr einst Verlobter, hat die Geschäfte übernommen. Er grollt noch immer über die geplatzte Verlobung und versucht Alice ganz zu verdrängen. In dieser ausweglosen Situation bekommt Alice Nachricht aus Unterland und entkommt der Realität durch einen Zauberspiegel. Dort muss sie feststellen, dass der Hutmacher sehr krank ist. Leider kann sie ihm nicht sofort helfen. Die weiße Königin rät ihr ins Reich der Zeit zu gehen und dort einen Gegenstand zu stehlen, mit dem sie in die Vergangenheit reisen kann, um dort die Familie des Hutmachers zu retten. Zeit, ein mürrischer Mann, ist von der Idee nicht begeistert und sieht das Gefüge der Zeit in Gefahr.
Alice im Wunderland – Hinter den Spiegeln versprach vom Trailer her ein Wiedersehen mit den bekannten geliebten Figuren und eine neue spannende Handlung. Leider hat der Film einfach nur versucht mit den bekannten Figuren viel Geld zu machen. Die Handlung ist lieblos zusammengeschustert, voller Logiklöcher und wie sich am Ende herausstellt auch ziemlich überflüssig. Es gibt einen permanenten Wechsel zwischen London und Unterland, weswegen man sich auf keine Handlung richtig einlassen kann. Es folgt Zeitreise auf Zeitreise und es wird alles immer absurder, was das Sehvergnügen sehr stark trübt. Es kommt keine Spannung auf, da das Ende sehr vorhersehbar war.
Auch die Charaktere waren nur noch ein Abklatsch ihrer selbst. Es gab kaum lustige Dialoge, jede Szene wirkte gestellt und auch die Darsteller wirkten mitunter unmotiviert. Gerade Johnny Depp als der verrückte Hutmacher fiel weiter hinter seine Leistung von 2010 zurück und enttäuschte auf ganzer Linie. Selbst Helena Bonham Carter konnte als Rote Königin nicht mehr überzeugen. Lediglich Sascha Baron Cohen als Zeit lieferte eine gute Performance ab, was für Cohen eher untypisch ist. Zeit übernahm praktisch den Part des verrückten Hutmachers und brachte wenigsten ein wenig Witz in den Film.

Alles in allem enttäuschte der Film auf ganzer Linie und schien nur noch auf die bekannten Figuren zurückzugreifen. Dafür gibt es 03 von 10 möglichen Punkten.

Bastille Day

Am 23.06.2016 erschien ein neuer Actionthriller mit Idris Elba in der Hauptrolle in den deutschen Kinos.

Michael Mason lebt in Paris und ist ein Taschendieb. Als er eines Tages eine Tasche klaut, in der sich eine Bombe befindet, die auch noch in der Stadt explodiert und Menschen sterben, gerät er ins Visier der CIA. Agent Sean Briar, der für seine Alleingänge bekannt ist, wird auf ihn angesetzt. Doch schnell stellt sich heraus, dass Mason unschuldig ist und die Bombe erst der Anfang war.

Im Angesicht der Terroranschläge auf Paris im letzten Jahr ist Bastille Day vielleicht mit etwas Vorsicht zu genießen. Aber da die Handlung absolut keinen Bezug zu den realen Anschlägen hat, kann man den Film auch ohne bitteren Nachgeschmack gucken.
Michael Mason ist amerikanischer Staatsbürger, lebt aber in Paris und verdient seinen Lebensunterhalt mit Taschendiebstählen. Seine Beute verkauft er dann an zwielichtige Geschäftsmänner. Dieses Leben funktioniert bis er eines Tages ausversehen die falsche Tasche stiehlt. Denn sie gehört Zoe, die von einer kleinen Rebellengruppe angeworben wurde. Sie wollten eigentlich ein Attentat auf ein Bürogebäude verüben, doch hatte Zoe kalte Füße. Nun ist die CIA auf Mason aufmerksam geworden und senden den Agenten Sean Briar aus, um Mason zu fangen. Briar ist mürrisch und handelt immer sehr intuitiv, weswegen er aber eine Verwarnung von der CIA bekommen hat. Nach einer wilden Verfolgungsjagd hat Briar Mason gefangen und muss zu seinem Bedauern feststellen, dass er eine sehr passive Rolle bei dem Anschlag hatte. Inzwischen hat sich aber eine Terrorgruppe zu der Explosion bekannt und es hetzt verschiedene Gruppen gegeneinander auf. Es kommt zu einem halben Bürgerkrieg. Mason und Briar müssen gezwungenermaßen miteinander arbeiten.
Bastille Day ist ein Thriller, der vielleicht nicht die neuste und innovativste Handlung hat, diese aber mit Liebe zum Detail ausgearbeitet ist, schlüssig ist und obwohl man schnell erkennt, wer Gut und wer Böse ist, doch die Spannung durchgängig hoch halten kann und vorallem trotzdem immer noch für kleine Überraschungen sucht. Auch endet er nicht in einem typischen Buddy-Film, in dem das ungleiche Paar Briar und Mason am Ende beste Freund sind, sondern sie respektieren sich lediglich für ihre Taten. Dies gibt dem Film einen erstaunlich frischen Wind und ist einmal eine nette Abwechslung. Auch gibt es Ausnahmsweise keine nervige Liebesgeschichte und Zoe handelt nur die Hälfte aller Klitschees von Frauen in Actionfilmen ab.
Idris Elba übernimmt die Rolle des Sean Briar und zeigt einen ersten Vorgeschmack, auf was man sich freuen dürfte, wenn er der neue James Bond werden würde. Leider ist seine Rolle so mürrisch, dass man keine Beziehung zu ihm aufbauen kann und man seine Taten daher immer mit einer großen Distanz beobachtet. Hier hätten kleine Charaktermacken gut gepasst, um eine größere Nähe zum Publikum zu schaffen.
Richard Madden übernimmt die Rolle des Michael Mason. Die Rolle spielt er angemessen, auch wenn er die meiste Zeit wie ein geprügelter Hund aussieht. Hier hätte er trotz seiner ausweglosen Situation ein bisschen von seiner anfänglichen Arroganz behalten können. Eine wirkliche Dynamik oder gute Chemie kommt zwischen den Charakteren Mason und Briar leider nicht auf, was aber den Effekt des ungleichen Paares verstärkt.
Das Setting Paris ist eine nette Abwechslung zu den Standartstädten in den USA und es werden auch ausnahmsweise keine Wahrzeichen zerstört. Man merkt, dass der Film in Paris spielt, aber es wird einem auch nicht in jeder zweiten Szene durch die Einblendung des Eiffelturmes auf die Nase gebunden. Die Action-Szenen sind gut choreografiert, geben Briar aber auch keine übermenschlichen Fähigkeiten.

Alles in allem ist Bastille Day ein schöner Action-Film mit einer nicht neuen Handlung, aber dafür erfrischend wenig Klitschees. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.

The Neon Demon

Am 23.06.2016 erschien ein Film, der sich mit dem Konkurrenzkampf in der Modewelt auseinander setzt, in den deutschen Kinos.

Jesse ist 16 Jahre alt und weise. Sie hat die Schule nicht abgeschlossen, aber ihr wurde immer wieder gesagt, wie hübsch sie ist. Als sie nach Los Angeles geht wird sie schnell von einer Modelagentur angeworben und schafft es durch ihr jugendliches Alter und ihrer Schönheit ohne Operationen schnell aufzusteigen. Das lässt andere Models eifersüchtig werden.

The Neon Demon ist ein Film, der viel aussagen will, aber doch nichts aussagt. Die zentrale Figur ist das Model Jesse. Sie ist 16 Jahre alt und stolpert in Los Angeles in die Modewelt hinein. Sie lebt in einem heruntergekommenen Motel und bändelt mit einem jungen Mann an, der gerne Fotograf wäre. Da sie Waisin ist und keinen Schulabschluss hat, versucht sie eine Karriere als Model zu starten. Dies gelingt ihr auch viel zu gut. Sie schafft es sofort einen Job bei einer Modelagentur zu bekommen und auch bei Castings überzeugt sie sofort. Damit zieht sie aber auch die Eifersucht anderer Models auf sich. Jesse ist in der ersten Hälfte des Films noch sehr zurückhaltend und eher ein graues Mäuschen, dass wandelt sich aber schlagartig in der zweiten Hälfte und sie passt sich dem Auftreten in der Branche an. Unterstützt wird sie von der Make-up-Artist Ruby.
So eine richtige Handlung aus dem Film zu erkennen, gestaltet sich als sehr schwer. Denn der Film ist sehr langsam erzählt und zeigt viele langsame Kamerafahrten. Dadurch entsteht auch kein Spannungsbogen, was den Film noch langsamer wirken lässt. Das erste, was bei diesem Film ins Auge sticht ist das außergewöhnliche Setdesign. Schon im Trailer ist die sehr künstlerische und moderne Aufmachung zu sehen. Gepaart mit teilweise sehr ausgefallen Kostümen ergibt dies einen ganz eigenen Look, der den Film auszeichnet. Zudem hat der Film sehr starke Schauspieler gecastet, die auch bei langen Kameraeinstellungen überzeugen können.
Was jedoch überhaupt nicht überzeugen kann ist die Handlung zusammen mit den Dialogen. Denn anstatt eine verständliche Handlung zu treffen und durch die Dialoge Ausagen zu treffen, ist der Film so angelegt, dass jede Szene ein Kunstwerk für sich ist und danach schreit interpretiert zu werden. Während dies in der ersten Hälfte des Films auch noch funktioniert, verliert er sich in der zweiten Hälfte komplett, schafft es auch nach Interpretationen keine Aussage zu treffen. Das Ende ist dann nur noch eine reine Metapher. Hier scheint das Augenmerk auf ein hochdramatisches und schockierendes Finale gesetzt worden zu sein, was aber nicht mehr zum Rhythmus des vorherigen Films passt. An sich soll die Schnellebigkeit der Modewelt kritisiert werden, in der man ab 20 Jahren alt ist und kaum noch etwas taugt, in der Schönheitsoperationen etwas alltägliches und gutes sind, in der Eifersucht und Rachsucht auf der Tagesordnung stehen. Doch the Neon Demon schrammt an diesem Thema vorbei und scheint nur noch die Aussage zu haben, dass jedes unschuldige Mädchen in der Modewelt zu einer „Bitch“ werden kann. Das einzige, was letztendlich vom Film in Erinnerung bleibt, sind abartige Szenen am Ende des Films.
Die Rolle von Keanu Reeves ist eine absolut austauschbare Rolle. Sie hat keinen Wert für den Ausgang der Geschichte und scheint nur hereingenommen zu sein, damit ein sehr bekannter Name auf dem Werbeplakat stehen kann.

Alles in allem ist The Neon Demon ein langweiliger Film, der sich zu sehr als Kunst sieht, aber am eigentlichen Thema vorbeischrammt. Dafür gibt es 02 von 10 möglichen Punkten.

Ein ganzes halbes Jahr

Am 23.06.2016 erschien die Buchverfilmung des Bestsellers von Jojo Moyes in den deutschen Kinos.

 Lou lebt in einem kleinen Städtchen in England. Als sie ihren Job verliert, findet sie eine Anstellung im Haus der Familie Traynor. Will Traynor, der Sohn der Familie, ist seit einem Unfall vom Hals abwärts gelähmt. Nun soll Lou ihm Gesellschaft leisten. Doch warum ist die Anstellung auf 6 Monate befristet?

Ein ganzes halbes Jahr basiert auf dem Weltbestseller von Jojo Moyes, dass sich allein in Deutschland ca. 2 Millionen Mal verkauft hat. Schon das Buch mit seinem sehr flüssig lesbarem Schreibstil konnte begeistern. Nun wurde das Buch verfilmt. Und die Produzenten haben sich sehr stark an das Buch gehalten. Es gab keine Szene, die man nicht auch so im Buch finden kann, was schon einmal keinen Leser verschrecken kann. Das ist auch nicht nötig, denn die Handlung ist romatisch, witzig, zynisch und hochdramatisch. Eine perfekte Kombi, die gepaart mit den verschiedenen Charakteren ein Erfolgsrezept ist.
Louisa Clark ist 26 Jahre alt, aber lebt noch immer bei ihren Eltern. Zwischenzeitlich ist sie sogar Alleinverdiener in der Familie, da ihr Vater seinen Job verloren hat und ihre Schwester Treena an der Uni studiert. Am Anfang zögert sie den Job anzunehmen, da sie keine Ausbildung in der Pflege hat. Aber die ist auch gar nicht nötig, denn dafür gibt es Nathan, Wills Pfleger. Lou soll ihm eher Gesellschaft leisten und bei alltäglichen Sachen, wie essen und trinken helfen. Will jedoch ist von seinem Leben so enttäuscht, dass er ihr zunächst versucht das Leben schwer zu machen mit seinen Launen. Doch Lou kämpft sich durch und bringt ihn mit ihrem schrägen Geschmack für Mode und ihrer stets guten Laune doch noch auf ihre Seite. Eine rührende Geschichte startet, in der der gelähmte Will wieder Freude am Leben bekommen soll.
Ein großes Plus für den Film sind die wunderschöne Kulisse des Films und an erster Stelle die sehr gute Auswahl der Schauspieler. Einige Charaktere sind in dem Buch eher unsympathisch dargestellt, weswegen das Buch nicht die gleiche Ausstahlung hatte, wie jetzt der Film. Denn selbst die unsympathischeren Charaktere sind im Film so gut und passend besetzt, dass man sie viel eher ins Herz schließt. Das beste Beispiel ist Sam Claflin als Will Traynor. Will ist im Buch durch und durch zynisch und selbst in seinen guten Momenten kommt er noch unsympathisch herüber. Doch Sam Claflin schafft es durch sein strahlendes Lächeln dies zu überspielen, weswegen man im Film viel mehr mit ihm mitleidet. Auch die Lähmung stellt er gut dar.
Emilia Clarke ist der Star des Films. Sie verkörpert die Rolle der Louisa Clark einmalig und setzt den Charakter genau so um, wie man ihn sich nach dem Lesen vorstellt. Sie schafft es gleichzeitig die tapfere und die verletzliche Seite von Lou zu zeigen, trägt ihre verrückten Kleidungsstücke voller Überzeugung und lächelt sich von Anfang an in die Herzen der Zuschauer.
Auch der restliche Cast überzeugt auf ganzer Linie. Gebettet in ein wunderschönes Setting in einem kleinen Dorf in England zaubert der Film einen zum einen ein strahlendes Lächelns ins Gesicht und lässt zum anderen kaum ein Auge trocken. Der Film bleibt durchweg spannend, was vor allem daran liegen könnte, dass die langweiligeren Szenen aus dem Buch gestrichen wurden.

Alles in allem ein Film, der im Genre Romantik/Drama auf ganzer Linie überzeugt und schon jetzt ein Highlight des Jahres sein dürfte. Dafür gibt es 10 von 10 möglichen Punkten.

Film, die musst du gesehen haben #1 – Jans Filme

Hallo ihr Lieben,
ich möchte eine neue Kategorie ins Leben rufen: Filme, die musst du gesehen haben! Immer wieder höre ich von Freunden, wenn ich mich mit ihnen unterhalte „Was den Film kennst du nicht! Aber den muss man doch gesehen haben!“. Um diese Aussagen zu überprüfen, bitte ich immer wieder Freunde darum, mir doch genau diese Filme einmal zur Ansicht zu geben. Dies hat nun zunächst mein Arbeitskollege Jan getan und ich habe seine Filme nun durchgeschaut. Hier erfahrt ihr nun, ob sich die Filme meiner Meinung nach wirklich lohnen.

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1) Red Cliff:

Im Jahr 208 ist China in drei Reiche aufgeteilt. Um das Reich zu einen wird der Kaiser der Han-Dynastie überredet, die anderen beiden Reiche anzugreifen, die sich aber erbitterlich wehren. Am ‚Red Cliff‘ findet die Entscheidungsschlacht statt.

Der Film besteht im chinesischen Original aus zwei Teilen, die aber in der westlichen Welt zu einem Film zusammengeschnitten wurden. Dies merkt man nicht direkt beim sehen, aber die Handlung ist stark undurchsichtig und einige Handlungsstränge lassen sich nicht wirklich erklären. Für mich war es sehr schwierig den Film zu verstehen, weil jedes der drei Königreiche hat einen Kaiser, einen großen Feldheeren und noch einige andere Hauptfiguren, so dass man durch die Namen schnell nicht mehr durchstieg. Optisch macht der Film auf jeden Fall etwas her und die Schlachten sind sehr schön inszeniert.

2) Defiance:

Die vier Bielski-Brüder sind in Ostpolen lebende Juden zur Zeit des zweiten Weltkrieges. Um den Nazis zu entkommen und nicht in Konzentrationslager gesteckt zu werden, ziehen sie sich zusammen mit Gleichgesinnten in die Wälder zurück. Doch die Nazis sind ihnen weiterhin auf den Fersen und sie müssen irgendwie den Winter überstehen.

Der Film basiert zwar auf wahren Ereignissen, allerdings sehr lose. Gerade die Beziehungen zu sowjetischen Truppen werden nur angerissen, was vor allem von polnischer Seite stark kritisiert wird. Auch ansonsten plätschert der Film ohne Spannungsbogen vor sich hin. Anstatt auf die politischen Spannungen einzugehen, scheint der Film sich eher auf das Drama der „Waldbevölkerung“ untereinander zu konzentrieren. Dabei schafft er es weder eine Aussage zu treffen noch eine wirkliche Handlung zu generieren. Kein Film, den man gesehen haben muss.

3) Syriana:

 Der Orient hat Öl und der Westen, allen voran die USA, wollen es haben. Der Rohstoffexperte Bryan Woodman, der Anwalt Bennett Holiday und der CIA Agent Bob Barnes sind alle auf ganz unterschiedliche Weise in diese Geschäfte verwickelt.

Syriana ist ein Film, dessen Handlung man eigentlich nicht in ein paar kurzen Sätzen zusammen fassen kann. Das zentrale Thema ist das Öl und die Auswirkungen auf die Ölverkauenden Länder und die Wirtschaft der Ölkaufenden Länder. Dabei gibt es mehrere Handlungsstränge, die lose miteinander verwoben sind. Ohne Hintergrundinformationen über das Funktionieren der Wirtschaft ist es sehr schwer dem Film zu folgen und ein wirklicher Spannungsbogen wird auch nicht geschaffen. Stattdessen plätschert die Handlung vor sich hin und es werden so viele Charaktere vorgestellt, dass man schnell die Übersicht verliert. Definitiv nur ein Film, für jemanden, der sich ganz stark für die Thematik interessiert.

4) Blood Diamond

Vor dem Hintergrund des Bürgerkrieges in Sierra Leone schmuggelt der Söldner Danny Archer Blutdiamanten aus dem Land. Dabei hört er von einem besonders großen, den der Einheimische Solomon Vandy gefunden hat. Dieser wurde bei einem Angriff der Rebellen von seiner Familie getrennt. Archer verspricht Vandy für den Diamanten vereint er ihn wieder mit seiner Familie.

Blood Diamond ist ein Film, der bereits ab der ersten Szene zutiefst schockiert. Die Zustände die während des Bürgerkrieges in Sierra Leone herrschten sind für uns in der westlichen Welt einfach unfassbar und schockierend. Durch die hohe Brutalität und schonungslose Ehrlichkeit fällt es schwer einen tieferen Bezug zum Film und zu den Charakteren aufzubauen. Der Film selbst ist sehr spannend und sehr gut gespielt. Ob man den Film unbedingt gesehen haben muss, hängt davon ab, ob man mit so viel Realität zurecht kommt. Er regt auf jeden Fall zum nachdenken an.

5) Lord of War – Händler des Todes

Yuri Orlov ist von Beruf Waffenhändler. Er erzählt während des Films völlig nüchtern über seine Arbeit und wie alles funktioniert und welche Tricks er nutzt, um nicht gegen das Gesetz zu verstoßen.

Die Eröffnungsszene, in der die Herstellung einer Patrone gezeigt wird, ist sehr bekannt. Der Film zeigt viele brutale Auswirkungen von Waffenhändlern und erzählt die Geschichte von Yuri Orlov trotzdem komplett nüchtern. Der Film unterscheidet sich durch die Erzählweise stark von anderen Filmen und obwohl er nicht auf einen großen Spannungsbogen setzt, kann man doch nicht wegschalten. Ein Film, den man gesehen haben sollte.

6) Invictus – Unbezwungen

Nelson Mandela wurde aus dem Gefängnis auf Robben Island entlassen. Nach dem Ende der Apartheid gewinnt er die Wahl zum Präsidenten und wird der erste schwarze Präsident Südafrikas. Um seine Stellung auch bei der weißen Bevölkerung zu stärken und beide Gruppen einander näher zu bringen, unterstützt er die Rugby-Mannschaft, die Südafrika bei der bevorstehenden Weltmeisterschaft vertreten soll.

Der Film greift die Themen Rassismus und Politik auf und verpackt sie in ein Sportdrama. Ein sehr geschickter Schachzug, denn dadurch werden die brisanten Themen aufgelockert und der Zuschauer kriegt eher einen Bezug zum Film. Vorallem die sehr guten schauspielerischen Leistungen von Morgan Freeman und Matt Damon machen den Film zu einem einzigartigen Erlebnis. Ein Film, den man auf jeden Fall gesehen haben muss und der auch mein persönlicher Favorit von Jans Filmen ist.

So das war die erste Ausgabe von dem neuen Format „Filme, die man gesehen haben muss“. Hat es euch gefallen, gibt es Anmerkungen?

Himmelskind

Am 09.06.2016 erschien ein Film, der sich mit dem Thema beschäftigt, wenn Kinder unheilbar krank werden.

Anna Beam ist gerade einmal 10 Jahre alt als sie unheilbar erkrankt. Ihre Mutter Christy versucht alles, um sie dennoch zu therapieren. Das einzige was Anna jetzt nch helfen kann, ist ein Wunder.

Himmelskind basiert auf der wahren und unglaublichen Geschichte der Familie Beam. Die fünfköpfige Familie lebt in Texas und ist sehr gläubig. Doch im Alter von 10 Jahren erkrankt ihre Tochter Anna. Die Ärzte wollen zunächst keine Diagnose finden und tun Annas Beschwerden als Laktose-Intoleranz und ähnlichem ab. Doch ihre Mutter gibt nicht auf und beteuert immer wieder, dass ihre Tochter ernsthaft krank sein muss. Und schließlich finden die Ärzte doch eine schwere und unheilbare Krankheit in Annas Magen-Darm-Trakt. Es gibt keine Therapie für die Krankheit. Die Familie ist verzweifelt. Täglich müssen sie mit ansehen, wie ihre Tochter dauerhaft Schmerzen hat und sich durch einen ständig aufgeblähten Bauch auch unansehlich fühlt. Ihre Ärzte können ihr nur einen Spezialisten in Boston empfehlen, aber bei dem ein Termin zu kriegen scheint unmöglich. Doch auch wenn sie einen kriegen, müssten Mutter und Tochter regelmäßig von Texas nach Boston fliegen. Familie Beam versucht alles und muss ernsthaft kämpfen auch nicht den Glauben zu verlieren.
Himmelskind ist ein Film, dessen Geschichte tief berührt. Man leidet mit Anna mit und will Christy bei allem unterstützen. Leider kommt kein richtiger Spannungsbogen zu Stande, da der Trailer und fast alle Zusammenfassungen den Wendepunkt am Ende der Geschichte bereits vorweg nehmen. Der Weg dahin ist schön und mitreißend erzählt, aber leider auch an einigen Stellen zu religiös. Das Familie Beam gläubig ist, stellt im Film kein Problem dar, aber die Überthematisierung des Themas Religion und Glauben. Dadurch nimmt der Film Abstand von dem menschlichen Mitgefühl der Zuschauer und versucht sie auf eine spirituelle Schiene zu lenken. Ansonsten schafft der Film es gekonnt sowohl das Leid der kleinen Anna in allen Facetten zu zeigen und dies auch nachvollziehbar zu gestalten, wie auch den Film aufzulockern, durch gezieltes Einsetzen zweier Figuren, die dem Zuschauer trotz der ernsten Lage immer wieder ein Schmunzeln auf das Gesicht zu zaubern. Während 3/4 des Films sehr stark sind, wird im letzten Viertel versucht noch einen Höhepunkt zu setzen. Hierbei wird aber stark übertrieben, was dem Ende das traumhafte nimmt. Auch wird das Ende zu lange gezogen. Dies ist leider wieder ein Beispiel, wie ein guter Film durch ein zu hoch gegriffenes Ende zerstört werden kann. Die schauspielerischen Leistungen sind durch die Reihe weg gut und gerade Jennifer Garner überzeugt als besorgte und verzweifelte Mutter.

Alles in allem ist zu empfehlen sich vorher nicht über den Film zu informieren, damit das Ende nicht vorweg genommen werden kann. Der Film bekommt 06 von 10 möglichen Punkten.

X-Men – Apocalypse

Am 19.05.2016 erschien der dritte Teil der neuen X-Men Reihe in den deutschen Kinos.

Er wird als der erste Mutant der Welt bezeichnet: Apocalypse. Nachdem er jahrtausende lang begraben war, ist er nun wieder erwacht und will mit Hilfe von seinen vier „Reitern“ die Welt in ein neues Zeitalter führen, was jedoch die vollkommende Zerstörung dieser bedeutet. Charles Xavier und seine X-Men versuchen dies zu verhindern.

Bei den X-Men Filmen kommt man immer nicht so richtig dahinter in welcher Zeiteben der Film denn nun spielt. Es gab eine ursprüngliche Trilogie mit Patrick Stewart und Ian McKellen als Xavier und Magneto. Sie umfasste die Filme „X-Men“ „X-Men 2“ und „X-Men – The last Stand“. Dann gab es das Prequel „First Class“, in dem alle Schauspieler verjüngt wurden und wir nun James McAvoy und Michael Fassbender als Xavier und Magneto sehen dürften. Dann erschien der Film, der die Zeitebene vermischt und damit sehr undurchsichtig gemacht hat: „Days of future and past“. Denn hier spielt der Film eigentlich weit nach „the last stand“, aber Hugh Jackman als Wolverine wird in die Vergangenheit geschickt und so spielt er zeitgleich auch nach „First Class“. Nun erschien „Apocalypse“ wieder mit McAvoy und Fassbender in den Hauptrollen. Trotzdem kam die Frage nach der Zeitebene auf, die schon Deadpool in seinem Film thematisierte „Wen treffe ich eigentlich? McAvoy oder Stewart? Ich komm mit diesen Zeitebenen immer durcheinander“. Aber anhand der Fakten, dass „Apocalypse“ in den 1980er Jahren spielt und wichtige Figuren, wie Jean Grey und Cyclops neu einführt und wieder mit McAvoy und Fassbender in den Hauptrollen ist, kann der Film zwischen dem Vergangenheitsstrang in „Days of Future and Past“ und zwischen dem ersten „X-Men“ eingeordnet werden.
Apocalypse, der erste Mutant der Welt, der in sich selbst eine Art Gott sieht, wurde vor vielen Jahren durch einen Putsch in Ägypten unter seiner eigenen Pyramide begraben. Er hatte stets vier Anhänger, deren Fähigkeiten er verstärkte. Nach Tausenden von Jahren wurde er nun wiederbelebt und suchte sich seine neuen Anhänger. Einer davon ist auch Magneto, der nach den Geschehnissen in „Days of future and past“ versuchte ein normales Leben zu führen und Frau und Kind hatte, die aber durch einen Unfall verlor. Ungeachtet der Ereignisse führt Xavier seine Schule für Mutanten, zu deren Schüler auch seit neustem Jean Grey und Cyclops sind, die man bereits aus der ursprünglichen Trilogie kannte. Doch Apocalypse will die Welt vernichten und nach seinen Vorstellungen wieder aufbauen. Xavier muss ein neues Team von X-Men gründen. Unterstützung findet er seltsamerweise bei Mystique.
Es sollte der Abschluss der zweiten X-Men Trilogie darstellen. Dafür musste noch einmal eine riesige Schlacht mit bombastischen Bildern auf die Leinwand. Das hat der Film auch geschafft und umgesetzt. Nur leider musste darunter die Handlung leiden. Sie wurde auf ein Minimum reduziert. Es wurden lediglich alle beteiligten Mutanten gezeigt, die in diesem Film eine relevante Rolle haben und kurz, wie Apocalpyse seine vier Mutanten zusammen suchte. Dann ging es auch schon mit den Kämpfen los, die ohne Zweifel bildgewaltig waren, aber doch wenig aussagten. Als Abschluss ist dies sehr schade. Bei einer Filmlänge von 144 Minuten ist die schwache Handlung umso bedauerlicher, denn die Zeit das Finale anständig auszuarbeiten wäre da gewesen.
Auch die Charakterisierung von Apocalypse wurde nur angerissen, was ihn als Bösewicht nicht interessant macht. Er wird nur als der Übermutant dargestellt, dessen Fähigkeiten natürlich besser sind, als die von allen anderen Mutanten zusammen und der sich nur als Gott sieht und deswegen herrschen will. Es gibt keinen Tiefgang bei seiner Figur, keine Grauabstufungen, er denkt nur in Schwarz und Weiß. Auch dies ist bedauerlich, denn aus der Grundidee des ersten Mutanten wäre wesentlich mehr rauszuholen gewesen.

Alles in allem setzt X-Men Apocalypse leider nur auf eine bildgewaltige Schlacht, die jedoch in allen Facetten gezeigt wird. Dafür gibt es 04 von 10 möglichen Punkten.

Money Monster

Am 26.05.2016 erschien ein Film, der sich mit Manipulation an der Börse auseinander setzt, in den deutschen Kinos.

Lee Gates gibt in seiner Show „Money Monster“ regelmäßig Empfehlungen zu Investitionen an der Börse. Doch einer seiner Tipps hat durch einen angeblichen Computerfehler hohe Verluste geschrieben. Kyle Budwell hat all sein Geld durch den Tipp verloren. Nun sucht er die Verantwortlichen, in dem er Gates live in der Sendung gefangen nimmt und mit einer Sprengstoffweste bedroht.

Niemand geringeres als zweifache Oscargewinnerin Jodie Foster nahm für diesen Film im Regiestuhl Platz und inszeniert prompt einen der spannendsten Filme des Jahres. Money Monster spielt mit der Wahrnehmung der Menschen. Lee Gates als prominenter Fernsehstar scheint „der Gute“ zu sein, während Kyle Budwell mit der Bombe automatisch „der Böse“ sein müsste. Doch diese Wahrnehmung verschwimmt im Laufe des Films und zeigt, dass ein komplettes Schwarz-Weiß-Denken nicht möglich ist.
Der Film beginnt mit dem Alltag am Set. Lee Gates mault seine Leute an, weil ihm irgendeine Kleinigkeit nicht in den Kram passt. Seine Produzentin Patty versucht alles zu retten und zu organisieren, während sie versucht Lee wieder auf den Boden der Tatsachen zu bringen. Eine ganz normale Show von Money Monster beginnt. Gates entertained und Patty versucht auch seine Alleingänge als gewollt darzustellen. Doch es bleibt nicht bei der Normalität. Denn Kyle Buckwell hat sich in das Studio geschlichen mit einer Waffe und einer Sprengstoffweste. Er stürmt die Show bedroht Gates und lässt ihn die Weste anziehen. Schnell wird herausgefunden, dass Buckwell viel Geld durch einen sogennanten Clitche bei der Firma, in die er investierte, verloren hat und nun nach Antworten sucht. Patty erkennt schnell den Ernst der Lage und schickt alle Mitarbeiter, die noch fliehen können aus dem Gebäude. Dann versucht sie mit Gates die Show weiterlaufen zu lassen. Zusammen mit Buckwell wollen sie das passierte aufdecken.
Money Monster ist ein Film, der locker leicht beginnt und schon nach wenigen Minuten einen an den Kinosessel fesselt. Er baut eine hohe Spannung auf, die er bis zum Ende hält. Man fiebert mit den Charakteren mit und möchte endlich erfahren, was an der Börse schief ging und wieso so viele Menschen viel Geld verloren haben. Ca. 3/4 des Films sind ein reines Kammerspiel, dass sich nur im Studio abspielt und trotzdem schafft der ilm es mit wenigen Mitteln sehr guten Dialogen und starken Schauspielern die Spannung zu halten. Der Ausgang bleibt überraschend und schockierend, auch wenn man zwischenzeitlich der Ansicht ist eine Ahnung zu haben, wohin das ganze führt. Trotz des sehr ernsten Themas und der sachgerechten Behandlung dessen, kommt auch der Witz nicht zu kurz, um die Situation zumindest für das Kino wieder etwas zu lockern.
George Clooney übernimmt die Rolle des Lee Gates. Gates ist reich und arrogant und nimmt seine Sendung nicht so ganz ernst. Das ändert sich sehr schnell als er den Sprengstoffgürtel anziehen muss.
Julia Roberts übernimmt die Rolle der Prdozentin Patty. Diese ist die Ruhe in Person auch während der Geiselnahme. Sie versucht einen kühlen Kopf zu bewahren und alles zu organisieren. Damit ist sie die eigentliche Heldin des Films.
Beide Roberts und Clooney zeigen wieder einmal, weswegen sie auf der Leinwand sehr geschätzt werden und überzeugen vollkommen in ihren Rollen.
Jack O’Connell übernimmt die Rolle des Kyle Budwell. Ein junger Mann, der immer arm war und in seinem Leben nicht viel auf die Reihe bekommen hat. Als er ein bisschen Geld erbte, glaubte er dem Tipp der Show Money Monster und verlor alles. Er zeigt sich zunächst seiner Sache sehr sicher, verliert aber immer mehr die Kontrolle und zweifelt immer mehr an sich.
Im Schatten von Größen wie Roberts und Clooney konnte sich O’Connell durchsetzen und seine Rolle glaubhaft und gut dargestellt herüberbringen.

Alles in allem ist Money Monster ein gut gemachter und spannender Film, der sich mit den Machenschaften an der Börse befasst. Dafür gibt es 09 von 10 möglichen Punkten.

Bad Neighbours 2

Am 05.05.2016 erschien der zweite Teil der Bad Neighbours Reihe in den deutschen Kinos.

Mac und Rose Radner erwarten Familiennachwuchs und wollen daher ihr Haus verkaufen und in ein größeres in der Vorstadt ziehen. Der Deal scheint auch unter Dach und Fach zu sein, bis auf die 30 Tage Regel in der nichts passieren darf. Doch genau in dieser Zeit zieht erneut eine Studentenverbindung in das Nachbarhaus ein. Doch diesmal sind es Studentinnen. Die Radnors müssen sie schnellstmöglich loswerden.

 Das Ausgangsprinzip klingt nicht wirklich neu, entspricht es doch in der Theorie haargenau dem Vorgängerfilm. Der Trailer zeigt schon, dass auch die Witze wieder genau in die gleiche Richtung gehen und sogar bewusst die gleichen Witze wieder aufgegriffen werden, z. B. mit den Airbags. Doch den Film mit den Witzen und dem Handlungsverlauf zusammen, ist einfach nur eine schlechte Neuauflage des ersten Teils. Schon die erste Szene des Films hätte genauso den ersten eröffnen können. Bzw. hat er sogar, denn in beiden Eröffnungssequenzen haben die Radnors Sex und diskutieren dabei, ob ihre Tochter zusieht bzw. aufwachen könnte. Und so geht es weiter. Die Radnors haben es geschafft ihr Haus zu verkaufen und ein Haus in der Vorstadt zu kaufen (den Plan gab es schon im ersten Teil). Der einzige Haken: Es gibt eine 30-Tage-Frist in der es sich die neuen Mieter anders überlegen können. Demnach darf in diesen 30 Tagen nichts passieren. Zeitgleich an der Uni: Shelby, Beth und Nora, drei Erstsemester, sind enttäuscht von den Praktiken der bisherigen weiblichen Studentenverbindungen. Sie beschließen ihre eigene zu gründen und mieten dafür das ehemalige Haus von Delta Psi, direkt neben den Radnors. Diese sind natürlich nicht begeistert von der Entwicklung, weil sich auch Kappa Nu, die weibliche Studentenverbindung, ebenso wie Delta Psi aus dem ersten Teil nicht an ihre Regeln halten wollen und sie den Verkauf des Hauses als gefährdet ansehen. Wie immer kann die Universität nichts machen und die Radnors ergreifen wieder die Eigeninitiative und versuchen durch böse Streiche die Mädchen aus dem Nachbarhaus zu kriegen. Nur das diese schnell zurückschlagen. Es entsteht ein neuer Nachbarschaftskrieg.
Bad Neighbours 2 wollte an den ersten Teil anknüpfen, hat ihn jedoch einfach kopiert und mit wesentlich schlechteren Witzen ausgestattet. Der größte Unterschied dürfte sein, dass Kappa Nu gegen die Vorurteile einer Studentinnenverbindung ist. Die Behandlung der Mädchen als Objekte, wie es noch im ersten Film bei Delta Psi der Fall war, wird zurückgewiesen und es geht eher darum Freundschaften zu knüpfen und Gleichgesinnte zu finden. Ein paar Details sind auch sehr liebevoll und teilweise sogar humorvoll gestaltet. Doch das bleibt leider die Ausnahme. Die Handlung plätschert so vor sich hin und versucht die Streiche aus dem ersten Film noch größer und gemeiner werden zu lassen. Dadurch leidet aber der Witz ganz stark darunter, denn Bad Neighbours 2 ist vieles, aber nicht lustig und unterhaltsam. Die Streiche erlangen gerade gegen Ende ein Ausmaß, dass absolut keinen Bezug mehr zur Realität hat. Auch die Charaktere, allen voran Mac und Teddy, werden noch dümmer als im ersten Teil gezeichnet. Mitunter will man den Radnors gerne die Tochter wegnehmen, denn in dem Umfeld ist sie dauerhaft gefährdet. Auch funktionieren viele Streiche nur, weil die Radnors anscheinend nie ihre Tür verschließen und Kappa Nu ständig hereinspazieren kann.

Alles in allem kopiert die Fortsetzung den ersten Teil und setzt ihn noch einmal schlechter und ohne Witz um. Dafür gibt es 02 von 10 möglichen Punkten.