Cinemathek: The Square

Ein Vorwort

Willkommen in der Cinemathek, heute mit: The Square.
Was hat The Square mit The Insult, Körper und Seele und Loveless gemeinsamen? Genau sie alle unterlagen Eine fantastische Frau aus Chile im Rennen um den besten fremdsprachigen Oscar 2018. The Square erhielt ebenfalls eine Nominierung als bester fremdsprachiger Film bei den Golden Globe Awards und gewann in Cannes die goldene Palme. Doch was kann der Film eigentlich, der die Kritiker begeisterte?

Die Handlung

Christian (Claes Bang), der Kurator eines schwedischen Kunstmuseums, wird auf der Straße Opfer eines Trickbetrugs. Da er aber sein gestohlenes Handy orten kann, stellt er alle Mieter unter Generalverdacht, um seine Sachen wiederzuerlangen. Gleichzeitig gibt es in seinem Museum ein neues Kunstprojekt namens the Square, welches es zu vermarkten gilt. Den Kopf voller privater Dinge, lässt Christian zu, dass das Marketingunternehmen freie Hand bekommt, um einen viralen Hit zu erzeugen.

Meine Meinung

The Square ist einer dieser Filme, die hochtrabend künstlerisch sein wollen und dabei vergessen ihre eigentliche Geschichte zu erzählen. So trieft der Film nur so vor Metaphern, die ihren belehrenden Zweck aber mit der Zeit verlieren, da eine Metapher noch nicht ganz fertig erzählt ist und schon die nächste anfängt.
Zunächst startet The Square ganz ambitioniert. Das neue Kunstprojekt wird aufgebaut und mit einer Inschrift versehen, die bei jedem Leser erst einmal Fragen aufwirft. Doch statt diese zu klären, baut der Film erst einmal eine ganz neue Handlung auf rund um den Kurator Christian. Dabei entgeht ihm wohl, dass er sein namensgebendes Kunstprojekt immer noch nicht erklärt hat. Erst viele Minuten später fällt ihm das wieder ein und es wird eine Szene mit Marketingexperten eingespielt, die The Square vermarkten sollen. Leider hält er sich auch in dieser Szene mit so vielen Kleinigkeiten und Nebenerzählungen auf, dass man am Ende noch genau so schlau wie vorher ist. Und so geht es leider immer weiter. Nach 2,5 Stunden, hat der Film eine Handlung gezeigt, die auch in 90 Minuten fertig erzählt wäre und dann immer noch genug Zeit hätte, um sich seinem eigentlichen Kunstprojekt zu widmen. Stattdessen wird der Film durch langgestreckte künstlerische Einlagen so sehr gezerrt, dass man zwischendurch die Handlung komplett vergisst und der ein oder andere Zuschauer mag auch weggenickt sein.
Darstelltechnisch mag es teilweise auch etwas plump rübergekommen sein, weil die deutsche Synchronisation nicht so recht zu passen schien. Da will ich mich nicht festlegen, ohne den Film mal im OmU gesehen zu haben, allerdings hat Hauptdarsteller Claes Bang seine Rolle im deutschen selbst synchronisiert.

Das Fazit

The Square hat viel gewollt und es dann aber mit den künstlerischen Ambitionen so übertrieben, dass sie vom eigentlichen Ziel abgekommen sind. Man weiß zwar, was der Film einem sagen will, aber die Umsetzung lässt trotzdem stark zu wünschen übrig. Dafür gibt es 03 von 10 möglichen Punkten.

The Square lief ursprünglich ab dem 19.10.2017 in den deutschen Kinos.

Mamma Mia 2 – Here we go again

Ein Vorwort

Im Jahr 2008 lief das ursprünglich als Broadway Musical konzipierte Stück Mamma Mia erstmals im Kino. Mit einer großartigen Handlung konnte der Film weniger punkten, als vielmehr mit viel Herz und guter Laune und natürlich den großen ABBA-Klassikern. Unter dem Motto „Here we go again“ kam nun der nächste Teil in die Kinos. Und es wird wieder Musik, Spaß und viel Herz versprochen. Kann der zweite Teil dieses Versprechen halten?

Die Handlung

Sophie (Amanda Seyfried) hat das halb verfallene Hotel ihrer Mutter Donna komplett renoviert und wartet nun auf die große Eröffnung. Mit an ihrer Seite ist einer ihrer drei Väter Sam (Pierce Brosnan). Ihr Verlobter Sky (Dominic Cooper) und ihre beiden anderen Väter Bill (Stellan Skarsgard) und Harry (Colin Firth) sind leider verhindert. Dafür reisen die beiden besten Freundinnen ihrer Mutter an Tanya (Christine Baranski) und Rosie (Julie Walters). In Rückblenden wird gezeigt wie die junge Donna (Lily James) das Hotel damals fand und sich in drei Männer verliebte, woraus letztendlich Sophie entstand.

Meine Meinung

Here we go again wird in zwei Zeitebenen erzählt. Zum einen die Geschichte rund um Sophie und die Hoteleröffnung, zum anderen die Geschichte wie die junge Donna in die Welt zog und die kleine griechische Insel Kalokairi fand. Die Geschichten sind beide ausgeglichen und werden durch gekonnte Übergänge verbunden. An sich ist die Handlung, wie schon im ersten Teil, sehr einfach gehalten. Trotzdem fährt sie wieder mit Witz und Charme auf, so dass einen der Film schon so durchgehend zum Lächeln bringt. Und dann kommen wieder die ABBA-Lieder hinzu. Natürlich darf der namensgebende Klassiker nicht fehlen. Ansonsten sah sich der zweite Teil gezwungen andere Lieder als im ersten zu verwenden. Während dort noch die fröhlichen Partylieder dominierten, sind nun eindeutig die traurigeren Lieder auf dem Vormarsch. Das mindert den Spaß aber nur geringfügig, weil doch immer ein Partylied wieder dazwischen geschoben wurde. Aber auch die melancholischen Lieder ändern nichts daran, dass ABBA einfach immer wieder Spaß macht. Allerdings merkt man der Handlung an einigen Stellen doch deutlich an, dass sie stark verbogen werden musste, damit wieder ein Lied auch passt.
Aber auch darüber kann man großzügig hinwegsehen, wenn man wieder das ehrliche Lachen in den Gesichtern der Darsteller sieht und merkt, wie viel Spaß sie schon bei den Dreharbeiten gehabt haben müssen. Und genau dieses Gefühl überträgt sich auch auf den Zuschauer. So ist es egal, wie viele Schwächen die Handlung aufweist, wie sehr sie verbogen werden musste, um das nächste Lied wieder einbringen zu können, Mamma Mia 2 kann mit dem ersten Teil deutlich mithalten und eignet sich perfekt für einen Fernsehabend mit Freunden, bei dem man dann auch endlich bei den Liedern laut mitsingen und mittanzen kann, was im Kino leider nicht so gut angekommen wäre. Er hat Witz und Charme und kann trotzdem auch traurige Momente gut rüberbringen.

Das Fazit

Wer den ersten Teil mochte, wird auch den zweiten Teil gut finden. Wer Lust auf ein spaßiges Spektakel mit ABBA-Lieder hat, findet sich trotz einiger Schwachstellen hier gut aufgehoben. Dafür gibt es 06 von 10 möglichen Punkten.

Mamma Mia – Here we go again läuft seit dem 19.07.2018 in den deutschen Kinos.

Sense 8

Ein Vorwort

Seit mein Lebensgefährte und ich uns entschieden haben, uns einen Netflix-Account zuzulegen, lag eine Serie auf meiner Merkliste: Sense 8. Sie lag da, weil sie gut klang. Allerdings staubte sie nun auch seit beinahe drei Jahren zu, weil immer andere Serien den Vortritt bekamen. Als dann jedoch die Singende Lehrerin ihre Passion in der Serie fand, wagte ich mich doch endlich heran, zumal die Wachowski-Schwestern die Serie gestaltet haben und seinerzeit mit Matrix einen echt guten Job gemacht haben. Ich empfehle beim Lesen dieser Kritik „What’s up“ von den 4 Non Blondes zu hören, da dieser Song in der Serie eine größere Rolle spielt.

Die Handlung

Acht Personen in sieben verschiedenen Ländern über vier Kontinente verteilt, bekommen gleichzeitig eine Verbindung zueinander. Auf einmal können Sie mental zu den anderen reisen, mit ihnen reden oder sich insofern mit ihnen verbinden, dass sie die Fähigkeiten der anderen zu ihrem Vorteil nutzen können. Will, Riley, Sun, Capheus, Lito, Kala, Wolfgang und Nomi müssen die Entdeckungen erst einmal verdauen. Doch viel Zeit haben sie dafür nicht, denn eine geheime Organisation macht Jagd auf sie.

Meine Meinung

Unterschiedlicher könnten die Charaktere nicht sein. Einmal um den ganzen Erdball verstreut lernen wir in den ersten Folgen ihr Leben genauer kennen. Da wäre Will Gorski (Brian J. Smith), ein aufstrebender Chicagoer Polizist, der immer wieder mit den Drogengangs seiner Stadt zusammenstößt und mit seiner sanftmütigen Art eigentlich nur helfen will, aber nicht wirklich viel ausrichten kann. Dann Riley „Blue“ Gunnarsdóttir (Tuppence Middleton) eine Isländerin, die es nach London gezogen hat, um dort eine Karriere als D-Jane zu starten. Ihr größter Wunsch ist es nach Island zurückzukehren, aber sie hat dort ein großes Trauma erlitten und wagt sich daher nicht zurück. Wir lernen Capheus „Van Damme“ Onyango (Aml Ameen/Toby Onwumere) kennen, der in Nairobi einen Bus fährt, der mit Bildern von Jean-Claude Van Damme beklebt ist – daher sein Spitzname. Er versucht durch die Busfahrten genug Geld zusammenzubekommen, um sich und seine Aids-kranke Mutter zu versorgen. Da wäre Sun Bak (Bae Doona) aus Seoul, Südkorea, die in der Firma ihres Vaters arbeitet und dort die Veruntreuung ihres Bruders aufdeckt. Damit die Schande der Familie möglichst gering bleibt, gesteht sie die Veruntreuung und geht für ihren Bruder ins Gefängnis. Doch das hat Konsequenzen. Wir springen nach Mexiko-Stadt zu Lito Rodriguez (Miguel Angel Silvestre), einem aufstrebenden Schauspieler. Dafür muss er seine Sexualität verstecken, denn einen schwulen Schauspielstar gibt es in Mexiko nicht. Dafür sorgt seine Alibifreundin Daniela Velasquez. Wir reisen wieder einmal um die Welt und lernen Kala Dandekar (Tena Desae) in Indien kennen. Sie lebt in Mumbai und steht kurz vor einer arrangierten Ehe mit ihrem Chef. Hilfe sucht sie bei ihren Göttern. Auch Deutschland bekommt seine Rolle. So treffen wir auf Wolfgang Bogdanow (Max Riemelt), der russische Wurzeln hat und sich als Dieb über Wasser hält. Er wird nach einem großen Coup in Familienstreitigkeiten hineingezogen, so dass er eine folgenschwere Entscheidung treffen muss. Als letzte im Bunde ist da noch Nomi Marks (Jamie Clayton), eine Bloggerin und Hackerin. Nach ihrer Geschlechtsumwandlung wurde sie von Michael zu Nomi und verliebte sich in die Lesbe Amanita, mit der sie eine Beziehung führt. Nach einem Unfall wird sie ins Krankenhaus eingeliefert, wo eine Gehirnfehlfunktion festgestellt wird. Genau hier gibt es auch den ersten Berührungspunkt mit der BPO.

Sense 8 war ursprünglich auf fünf Staffeln angelegt. Nach der zweiten setzte Netflix diese leider aus Quotengründen ab, obwohl die Serie weltweit eine große Fangemeinde entwickelt hat. Nach vielen Kämpfen der Fans hat Netflix nun im Juni dieses Jahres ein Special in Spielfilmlänge veröffentlicht, um den großen Cliffhanger am Ende der zweiten Staffel zu lösen und die Serie laut Aussage Netflix zum Ende zu bringen. Für die wirklichen Sense 8 Fans ist der Kampf natürlich noch lange nicht zu Ende!
Allerdings merkt man dem Aufbau der Serie deutlich an, dass da noch mehr kommen sollte. So nimmt sich die Serie zunächst ausführlich Zeit wirklich alle Charaktere und ihre einzelnen Handlungen vorzustellen, ehe sie immer mehr zu einer Handlung verschmelzen. So hat – wie oben vorgestellt – jeder seine eigenen Probleme und Sorgen und muss gleichzeitig auch noch feststellen, dass er/sie mit seinen/ihren Gedanken nicht mehr alleine ist. So helfen Sie sich durch ihre unterschiedlichen Fähigkeiten in verschiedenen Situationen. Erst ganz langsam nach und nach wird stückweise offenbart, dass alle Acht in Gefahr sind und von einer geheimen Gruppe gesucht werden. Durch die sehr langsame Einführung fiel es mir anfangs sehr schwer in der Serie anzukommen. Während mir versichert wurde, dass der Süchtigkeitseffekt ab der vierten Folge der ersten Staffel eintritt, trat er bei mir tatsächlich erst in der zehnten Folge auf. Danach gab es aber auch kein Halten mehr und den Rest der Serie verschlang ich wesentlich schneller.
Die zweite Staffel beginnt auch mit einer Folge in Spielfilmlänge und kann durchaus ebenfalls als Special gesehen werden. Danach hält sich die Serie weiter an das Schema der einstündigen Folgen. In der zweiten Staffel kommt dann auch noch einmal eine größere Dynamik durch. Da der Schauspieler des Capheus ausstieg, wurde dieser neu besetzt und bekam dadurch auch noch einmal eine etwas neuere Handlung, was sich aber gut in das Gesamtkonzept eingefügt hat. In der zweiten Staffel wird sich auch nochmal deutlich mehr auf die große Gesamthandlung konzentriert, die Einzelhandlungen werden aber nie vernachlässigt.
Meine persönliche Lieblingsfolge ist aber tatsächlich das Finale Special! Die Folge trägt den Namen Amor Vincit Omnia, die sehr passend die Folge beschreibt. Hier treffen erstmals alle Charaktere aufeinander. Auch alle, die bisher nur in den Einzelhandlungen eine größere Rolle spielten. Ich möchte eigentlich auch gar nicht viel mehr verraten…

Sense 8 überzeugt neben Handlung, Dramaturgie, Spannungsaufbau und Darstellern vor allem noch durch eine weitere Sache. Ihre Weltoffenheit. Die Serie wurde nicht nur in vielen verschiedenen Ländern gedreht und verbindet damit verschiedene Kulturen und Religionen, sie verbindet auch verschiedene sexuelle Orientierungen. Ob heterosexuell, homosexuell oder Transgender, hier ist alles vertreten. Und jede Liebe hat seine eigenen Probleme, egal bei welcher Orientierung. Und genau das macht Sense 8 zu einer so besonderen Serie.

Das Fazit

Trotz schwerem Einstieg ist mir Sense 8 ans Herz gewachsen und ich kann die Serie nur weiterempfehlen. Die Weltoffenheit, die hier gezeigt wird, wünscht man sich auch für viele andere Serien.

The first Purge

Ein Vorwort

2013 bereicherte uns ein Franchise im Horrorbereich. Mit The Purge kam der erste Teil der Reihe in die Kinos, in der eine Zukunftsvision der neuen Art gesponnen wurde. Durch Anstieg der Kriminalitätsraten wurde durch die neue regierende Partei in den USA, den Neuen Gründungsvätern Amerikas, die alljährliche Säuberung beschlossen. In einer Nacht im Jahr werden die Gesetzte außer Kraft gesetzt und die Notrufe abgeschaltet. Alle Straftaten inklusive Mord sind in dieser Nacht erlaubt. Die Fortsetzungen Anarchy und Election Year kamen 2014 und 2016 in die deutschen Kinos. Nun im vierten Teil soll der Anfang genauer beäugt werden.

Was bisher geschah

Hier werde ich kurz die zuvor erschienenen Filme zusammenfassen. Dadurch sind Spoiler leider nicht zu vermeiden. Du weißt bereits, was geschah? Dann überspring diesen Absatz einfach.

In The Purge lernen wir die Familie Sadin kennen, die durch den Verkauf von Sicherheitssystemen für die Purgenacht reich geworden ist. Auch bei dieser Purge verbarikardieren sie sich wieder. Doch zum einen schleicht sich der Freund der Tochter ins Haus, zum anderen rettet Vater James einen Fremden vor einem wilden Mob. Der Mob droht daraufhin ins Haus einzudringen, wenn die Familie den Fremden nicht ausliefert. In den darauffolgenden Geschehnissen wird James getötet, der Rest der Familie schafft es zu überleben.
In The Purge Anarchy wird die Perspektive umgedreht und der Zuschauer erlebt nun die Geschenisse auf der Straße. Da gibt es zum einen Leo, der sich eigentlich nur am Mörder seines Kindes rächen will, aber schließlich auf Eva und Calie – die vom Militär aus ihrem Haus getrieben wurden – und auf Shane und Liz – die es nicht mehr rechtzeitig zur Purge nach Hause geschafft haben – trifft. Sie finden heraus, dass zum einen das Militär gezielt die Nacht nutzt, um im Auftrag der Regierung die ärmere Bevölkerung zu reduzieren, und zum anderen Reiche Leute Purger engagieren, um Opfer für sie zu fangen.
In The Purge – Election Year kommen wir im Wahljahr an. Senatorin Charlie Roan hat 18 Jahre früher mit ansehen müssen, wie ihre komplette Familie bei einer Purge getötet wurde und möchte nun Präsidentin werden und die Purge abschaffen. Vorher muss sie aber die alljährliche Purge überleben. Leo Barnes, aus dem zweiten Purgeteil, ist ihr persönlicher Sicherheitsbeauftragter und hat alle Hände voll damit zu tun, dass sie nicht stirbt. Gleichzeitig lernen wir die Anti-Purge Bewegung kennen. Am Ende des Films gewinnt Roan die Wahl und beendet die Purge. Die Anhänger der Neuen Gründungsväter setzten sofort zu gewalttätigen Ausschreitungen an.

Die Handlung

Durch ansteigende Kriminalitätsraten beschließt die regierende Partei die Neuen Gründungsväter Amerikas auf Staten Island ein Experiment durchzuführen, dass sie Purge nennen. Als Anreiz wird der überwiegend ärmlichen Bevölkerung viel Geld geboten, wenn sie sich vorab nicht auf dem Festland in Sicherheit zu bringen, und Bonuszahlungen, wenn sie aktiv purgen.

Meine Meinung

Das Problem an diesem Prequel ist, dass man vieles bereits durch die vorherigen Teile weiß. Demnach hatten die Macher deutlich weniger Spielraum. Es ist bekannt, dass die Purge nach diesem Experiment sich landesweit durchgesetzt hat und es ist bekannt, dass die Regierung dabei deutlich ihre Finger im Spiel hat, um die ärmere Bevölkerung zu dezimieren. Demnach wäre es ein sinnvoller Schritt gewesen in diesem Prequel, das von der Idee her die erste Purge zu zeigen grundsätzlich interessant ist, einzelne Charaktere vorzustellen und ihre Beweggründe genauer darzustellen. Das wurde zwar auch versucht doch die einzelnen Schicksale sind hier so belanglos gehalten, dass im Kinosaal eher das große Gähnen statt das große Gruseln herrscht. Denn letztendlich bezahlt die Regierung hier einfach nur die Menschen, die auf Staten Island bleiben und es gibt Bonuszahlungen für aktives Purgen. Das hier natürlich in erster Linie die ärmere Bevölkerung angesprochen wird, die dringend das Geld braucht, ist stark absehbar. Von den Charakteren lernen wir also den naiven Jüngling kennen, der Geld braucht, einen Wahnsinnigen, der tatsächlich Spaß am purgen hat, die Purgegegnerin, die Zuflucht in der Kirche anbietet, und den großen Drogenboss, der sein Eigentum gegen Purger schützen will.
Mit 98 Minuten Laufzeit, ist The first Purge nicht kürzer als die Vorgänger. Hier gibt es aber eine deutlich längere Einführungszeit. Die erste halbe Stunde geht rein für die Einführung drauf, in der sich die Purger anmelden können und die politischen Verhältnisse geklärt werden. Erst danach startet die erste Purge überhaupt und bis wir zu dem Teil kommen, der Spannung erzeugt, vergeht wieder eine halbe Stunde. Natürlich ist auch der vierte Purge-Teil optisch wieder in bester Qualität und kann mit geschickten Lichteffekten eine ganz eigene Stimmung erzeugen. Leider kann das gute Handwerk nicht über das schlechte Drehbuch hinweghelfen, durch das auch bei guter Stimmung keine Spannung aufkommt.

Das Fazit

Nette Idee, gutes Handwerk, aber die Idee konnte einfach nicht vernünftig umgesetzt werden. So schafft es The first Purge nicht spannungstechnisch mit den Vorgängern mitzuhalten und erzählt auch nichts wirklich neues. Dafür gibt es 04 von 10 möglichen Punkten.

The first Purge läuft seit dem 05.07.2018 in den deutschen Kinos.

Queer Eye

Ein Vorwort

Um euch zu erläutern, wie ich auf diese Serie gestoßen bin, muss ich ein bisschen ausholen – ich entschuldige mich schon einmal dafür. Letzte Woche hatte ich einen dezent beschissenen Tag auf Arbeit, was glücklicherweise echt selten vorkommt, aber wenn man täglich mit Kunden zu tun hat, bleibt es eben nicht aus. Kurzum, ich kam echt niedergeschlagen nach Hause (auch wenn meine bessere Hälfte mich naürlich sofort zum Burgeressen einlud). Ich durchforstete Twitter, da ich auf nichts wirklich Lust hatte. Dabei entdeckte ich einen Tweet von ‚Katie on the Offbeat‘, die beschrieb, dass sie an einem Tag, an dem es ihr sehr schwer fiel allein aus dem Bett zu kommen, einfach eine Folge Queer Eye geschaut hat und dann ging es ihr schon viel besser. Netflix hatte diese Serie mir erst kurz zuvor mehrfach vorgeschlagen, sie sprach mich aber nicht genug an, um auf meiner Watchlist zu landen. Doch ich beschloss, genau an dem Tag, an dem ich mich beschissen fühlte, der Serie eine Chance zu geben. Ich habe innerhalb dieser Woche beide Staffeln durchgesuchtet und muss sagen: Ich habe mich schon nach ein paar Minuten wieder gut gefühlt und kann bestätigen, die Serie hilft und verbreitet gute Laune. Alles weitere nun in meiner Kritik.

Die Handlung

Die Fab 5 sind Antoni, Tan, Karamo, Bobby und Jonathan. Sie sind alle schwul und haben jede Woche die gleiche Aufgabe. Sie reisen zu unterschiedlichen Menschen in Georgia, verbringen eine Woche mit ihnen und helfen ihnen wieder in Form zu kommen. Dazu gehört zum einen den Kleiderschrank auszumisten und die Körperpflege voranzutreiben, aber auch die Wohnung neu zu gestalten, das Kochverhalten zu überprüfen und die kulturellen und sozialen Kontakte zu überprüfen.

Meine Meinung

Queer Eye ist eine amerikanische Reality-TV Sendung. Eigentlich eine Prämisse, dass ich sie nicht unbedingt gut finden dürfte. Zumal die deutsche Synchronisation von ein paar wenigen Sprechern über den Originalton drüber gesprochen wird, so dass man das Original im Hintergrund noch hört. Dabei merkt man schnell, dass es überhaupt nicht synchron ist und meist sehr frei übersetzt wird. Gerade wenn mehrere Charaktere durcheinander sprechen, wird es etwas anstrengend – gut vielleicht sollte ich mir auch einfach angewöhnen solche Serien im Original zu gucken. Das ist auch schon so ziemlich der einzige Kritikpunkt den ich an der Sache habe.
Die Folgen sind immer nach dem gleichen Prinzip aufgebaut. Der neue „Kandidat“ stellt sich vor, bzw. wird von demjenigen vorgestellt, der ihn/sie angemeldet hat. Dann treten die Fab 5 auf und erkunden am ersten Tag erst einmal ganz genau den Lebenstil des Kandidaten. Dabei wollen sie herausfinden, wie sie ihm/ihr am besten helfen können. Dabei sind die Rollen klar verteilt. Bobby, zuständig für Design, guckt sich die Wohnung genauer an und untersucht, was er daraus zaubern kann. Seine Aufgabe die Woche über ist immer der Wohnung neuen Glanz zu verleihen. Tan, zuständig für Mode, untersucht den Kleiderschrank, sortiert aus und bestückt diesen neu. An einem der folgenden Tage nimmt er den Kandidaten immer mit zum shoppen, um deren Stil zu erkunden. Jonathan, zuständig für Pflege, versucht aus den Kandidaten mehr herauszuholen und veranstaltet immer ein kleines Umstyling – allerdings ganz ohne Tränen, ganz anders als die Püppchen von Frau Klum – und erklärt den Kandidaten, wie sie sich ansonsten ganz leicht pflegen können. Antoni, zuständig für Essen und Wein, zeigt den Kandidaten, die sich ganz Amilike zum Großteil von Fertigessen aus der Mikrowelle oder Junk Food ernähren, wie sie mit wenig Aufwand etwas leckeres zaubern können. Zum Schluss gibt es noch Karamo, zuständig für Kultur, dessen Aufgabe nicht so richtig sichtbar ist, denn er nimmt die Kandidaten immer zur Seite und bespricht deren Sorgen und Ängste und versucht diese zu lösen. Am Ende der Woche steht immer ein großes Event für die Kandidaten an, für die sie vorbereitet sein wollen.
Alles, was die Fab 5 tun, tun sie mit einer absoluten Hingabe. Allein das erste Zusammentreffen mit den Kandidaten ist immer schon voller Späße und mit ihrer lockeren Art, treiben sie dem Zuschauer sofort ein Lächeln ins Gesicht. Sie gehen offen aber zielstrebig durchs Leben und strahlen dabei so viel gute Laune aus, dass es bis im Herzen des Zuschauers landet.
Falls ich noch nach einem Kritikpunkt suchen müsste, dann würde ich Jonathans übertriebe Dramaqueen erwähnen, die mitunter etwas anstregend sein kann. Aber im Endeffekt sind die fünf Jungs alle sehr verschieden und harmonieren doch wunderbar.

Bei Netflix sind aktuell zwei Staffeln verfügbar, die jeweils 8 Folgen haben und ca. 45 Minuten pro Folge gehen.

Das Fazit

Queer Eye ist eine Serie, der man durchaus eine Chance geben kann, auch wenn man überhaupt kein Fan von Reality-TV ist. Durch die quirlige Art der Fab 5, baut sich eine Menge guter Laune auf, die auch an schweren Tagen einem ein Lächeln ins Gesicht zaubert.

Love, Simon

Ein Vorwort

Neben dem allgemeinem Wust an Superheldenfilmen, Fortsetzungen, Remakes und Reboots gibt es auch noch die ganz klassischen Buchverfilmungen. So geschehen mit dem Buch „Nur drei Worte“ von Becky Albertalli (Originaltitel Simon vs. the Homo Sapiens Agenda). Schon der Trailer ließ auf eine süße Teenager Dramedy mit erstem Thema schließen. Was dabei herauskam, erfahrt ihr in meiner Kritik.

Die Handlung

Simon Spier (Nick Robinson) ist ein ganz normaler Junge kurz vor seinem Abschluss an der High-School. Er hat nur ein Geheimnis: Er ist schwul. Auf dem Schulblog outet sich eines Tages der anonyme Blue. Simon freundet sich per E-Mail mit Blue an und versucht herauszufinden, wer er ist. Bis seine E-Mails auch auf dem Schulblog geleaked werden.

Meine Meinung

Love, Simon ist einer dieser selten gewordenen Filme, bei dem einfach alles passt. Die Handlung ist logisch, mitreißend, aber doch auf dem Boden geblieben und erzählt chronologisch die Geschichte des ganz normalen Teenagers, der ein wenig Angst vor seinem Coming-out hat und mit den normalen High-School Problemen herumläuft.
Das größte Lob sollte der Film für die Herangehensweise an das Thema Coming-out kriegen. Natürlich ist vieles davon aus der Buchvorlage abgekupfert, aber auf eine gute Art. So lernen wir zunächst den ganz normalen Simon kennen. Irgendwann erfahren wir, dass er schwul ist und dies auch vor seiner Familie geheim hält. Er ist aber immer noch der gleiche sympathische Junge wie vorher, nur dass der Zuschauer nun ein Detail mehr über ihn weiß. In seinem Mailwechsel mit dem anonymen Blue philosophiert Simon unter anderem darüber, warum er sich überhaupt outen muss. Warum müssen sich heterosexuelle Menschen nicht outen, homosexuelle aber schon? Das ist nur ein Beispiel, in dem Love, Simon auf sehr subtile Art deutlich macht, wie normal Homosexualität in der Gesellschaft sein sollte, aber leider nicht ist. So bekommen wir ein supersüßes lockeres leichtes Teenagerdrama mit einem Hauch Gesellschaftskritik, die gut eingebunden ist, aber nicht dominant auftaucht. So ist Love, Simon so viel mehr als nur ein erzähltes Einzelschicksal, was dem Film nochmal zusätzliche Pluspunkte gibt.
Wie man im Trailer bereits erfährt, kommt es zum unfreiwilligen Coming-out. Hier nimmt sich der Film vor, ganz genau die verschiedenen Charaktere und ihre Reaktionen abzubilden. So erfährt es die Familie, die nicht geschockt ist, dass er schwul ist, sondern dass sie es einfach nicht bemerkt haben. Dass er so lange so ein Geheimnis mit sich herum tragen konnte, ohne dass sie etwas gemerkt haben. Dann kommen die Freunde, die ihn teilweise auch schon ewig kennen und ihre Reaktionen und schließlich natürlich die Mitschüler, die es sehr unterschiedlich auffassen.
Die ganze Thematik meistert Love, Simon mit einer unglaublichen Lockerheit. Hinzu kommt genau pointierter Humor, der dem Film nicht den nötigen ernst nimmt. Untermauert wird die gute Handlung von den gut durchdachten Charakteren und deren Darstellern.

Das Fazit

Love, Simon ist intelligent geschrieben und erzählt Simons Geschichte mit dem nötigen Ernst, aber doch auf eine lockere und witzige Weise. Dabei unterläuft ihm kein Fehler und spielt sich direkt in die Herzen der Zuschauer. Dafür gibt es 10 von 10 möglichen Punkten.

Love, Simon läuft seit dem 28.06.2018 in den deutschen Kinos.

Neulich in der Sneak: Super Troopers 2

Ist es zu glauben? Mein Heimatkino versucht sich seit Neustem an einer Sneak. Aktuell ist sie für jede zweite Woche angekündigt. Hier präsentiere ich euch nun die Wahl für den Sneakauftakt. 

Ein Vorwort

Neulich in der Sneak lief: Super Troopers 2.
Bereits im Jahr 2001 lief der erste Teil Super Troopers in den deutschen Kinos. Aus der Feder der Comedytruppe Broken Lizard, die sich auch für den zweiten Teil verantwortlich zeigen. Während Jay Chandrasekha den Regieposten übernimmt, arbeiteten alle sechs Mitglieder am Drehbuch mit und übernahmen auch die Hauptrollen.

Die Handlung

Die ehemaligen Mitglieder der Vermont State Police werden von ihren neuen Jobs abgezogen, um einem neuen Auftrag zu folgen. Die Grenzsteine an der Grenze zwischen den USA und Kanada wurden noch einmal neu ausgewertet und ein Teil des bisherigen Kanadas soll nun zu Vermont, USA gehören. Dafür werden die sechs engagiert, um zusammen mit den Mounties den Übergang zu regeln. Doch das stößt nur bedingt auf freundschaftliche Absichten.

Meine Meinung

Bei Super Troopers 2 wird sehr schnell klar, dass es sich um einen Film handelt, den niemand gebraucht hätte. Während die erste Szene mit Gastauftritten von Seann William Scott (bekannt als Stifler aus American Pie) und Damon Wayans Jr. (bekannt als Coach aus New Girl) noch ein paar – zwar sehr trashige – witzige Momente vorweisen kann, hören diese nach ca. 5 Minuten auf. Alles was danach folgt ist eine Aneinanderreihung von uninspirierten und nicht lustigen Witzen im Pipi-Kacka-Humor, also absolut unter der Gürtellinie. Alle Charaktere sind viel zu überzogen dargestellt und das Niveau hat sich schon nach der Einblendung des Filmtitels verabschiedet.
Die Handlung selbst ist eigentlich nur Trug, um irgendwo wieder Vorurteile und unangebrachte Witze unterzubringen – ich wiederhole: keiner der Witze war lustig. Die Amerikaner und die Kanadier werden so stereotypisch überspitzt, dass sie nicht einmal als Karikatur durchgehen können. Der „Twist“ der Handlung war lange vorhersehbar, so dass der Zuschauer nicht einmal am Ende gepackt wird. Grundsätzlich ist von Spannung absolut keine Spur, die Handlung wird müde abgearbeitet und als Zuschauer ist man ständig damit beschäftigt über die sehr dummen Gags den Kopf zu schütteln.
Auch schauspieltechnisch ist dem Desaster nicht mehr hinzuzufügen. Die Darsteller scheinen sich in ihrer Blödelkomödie wohl zu fühlen und geben dabei auch nur das Mindestmaß an Schauspielkunst zum Besten.

Das Fazit

Super Troopers 2 ist ein Film, der keiner wollte, keiner brauchte und den auch niemand sehen muss. Abgesehen von einer gut trashigen lustigen Anfangsszene hat der Film absolut nichts zu bieten. Dafür gibt es 01 von 10 möglichen Punkten.

Super Troopers 2 läuft ab dem 12.07.2018 in den deutschen Kinos.

Ocean’s 8

Ein Vorwort

Neben den ganzen Remakes und Reboots in letzter Zeit, scheint es auch modern geworden zu sein, bei Reboots die vormals männliche Belegschaft durch weibliche Akteure zu ersetzen – siehe zuletzt beim neuen Ghostbusters. Der Unterschied ist diesmal jedoch, dass Ocean’s 8 nicht als Reboot, sondern als Sequel aufgebaut ist. So ist die neue Hauptrolle Debbie Ocean die Schwester von George Clooneys Danny Ocean. Dennoch dürfte einem einiges bekannt vorkommen. Aber was können die acht Frauen eigentlich alles so?

Die Handlung

Debbie Ocean (Sandra Bullock) wird nach mehrjähriger Haft entlassen. Während ihrer Zeit im Gefängnis hat sie sich einen Masterplan ausgedacht, um auf der alljährlichen Met-Gala ein sehr teures Collier zu stehlen. Dafür sucht sie zunächst ihre beste Freundin Lou (Cate Blanchett) auf, um mit ihr ein Team zusammenzustellen.

Meine Meinung

Ein Ocean wird aus dem Gefängnis entlassen und hat dort einen perfekten Plan geschmiedet, um bei der nächsten Gelegenheit sehr viel Geld zu machen. Der beste Freund wird aufgesucht, es wird ein Team gebildet, der Plan wird ausgeführt. Dabei kommt heraus, dass es aber auch immer noch um einen Ex-Partner geht. Die Handlung erinnert euch sehr an Ocean’s 11? Ist sie auch. Allerdings lässt sie sich ebenfalls auf Ocean’s 8 anwenden. So viel zu den neuen Ideen in Sequels. Davon aber einmal abgesehen ist die Handlung sehr rund und gut erzählt. Die übliche Dynamik eines Heist-Movies wird genutzt, um eine in sich runde Geschichte zu erzählen. Und immer wenn man denkt, nun ist es aber vorbei, kommt doch noch ein neuer Schritt.
Der größte Vorteil von Ocean’s 8 ist jedoch die tolle Besetzung. Während bei den Vorgängerfilmen mit den Herren immer jemand untergegangen ist, weil es einfach zu viele Charaktere gab, ist die Zahl bei den Damen nun auf 8 begrenzt und damit völlig ausreichend, um jeder Dame eine kurze Vorstellung und eine sinnvolle Aufgabe zu geben. Im Vordergrund stehen Bullock, Blanchett und Sarah Paulson, die eindeutig die größten Rollen haben. Aber auch Rihanna, Helena Bonham-Carter, Awkwafina und Mindy Kaling geben allesamt eine gute Performance ab. Auch Anne Hathaway liefert als „Antagonistin“ und Diva eine gute Rolle ab. Ein wenig unter Wert verkauft sich Frau Hathaway hier allerdings schon, ist doch ihre einzige Aufgabe ein paar viele eingebildete Kommentare abzugeben. Aber auch das will gelernt sein und man nimmt ihr die Roll zu 100% ab. Insgesamt spürt man eine ganz wunderbare Dynamik zwischen den Charakteren.
Auch nach dem großen Coup verläuft sich die Handlung nicht einfach, sondern bringt mit James Corden als Versicherungsdetektiv noch eine zweite Handlung ins Rollen, die gekonnt an die erste anknüpft und so mehr als nur ein Diebstahl aus dem Film macht. Dabei ist es interessant, dass die Geschichte trotzdem chronologisch erzählt wird, am Ende jedoch noch einige Details hinzugefügt wurden, damit die Logiklöcher geschlossen werden konnten.

Das Fazit

Ocean’s 8 erfindet nichts – nicht einmal die eigene Handlung, die sehr stark von Ocean’s 11 abgeknüpft wurde – neu, aber liefert trotzdem eine solide Performance ab. Vor allem der gut gewählte Cast sorgt für heitere 110 Minuten, die durchaus gut unterhalten. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

Ocean’s 8 läuft seit dem 21.06.2018 in den deutschen Kinos.

Rückblick auf den Juni

Im Juni habe ich zwei Wochen Sommerurlaub genossen. Während die Vulkaneifel leider nicht unbedingt mit schönem Wetter begeistern konnte, hat mein Freund endlich sein Weihnachtsgeschenk einlösen können und wir haben uns bei Starlight Express begeistern können. Auch meine kleine Schwester wurde zu ihrem 18. Geburtstag reich beschenkt und verbrachte mit mir ein Wochenende im Tropical Island. Was Medientechnisch so bei mir los war, erfahrt ihr nun in meinem Monatsrückblick.

Cinemathek

The Big Sick – Die wahre Geschichte, wie Comedian Kumail Nanjiani seine Frau kennengelernt hat. Ein grundsätzlich sehr schöner Film, aber leider für eine Komödie nicht wirklich lustig.

The Square – Anwärter für den besten fremdsprachigen Oscar 2018. Man versteht auch, was der Film, über ein Kunstprojekt in einem Museum in Schweden, aussagen möchte. Leider verliert sich der Film sehr stark in einer künstlerischen Auslebung und kommt an keiner Stelle wirklich auf den Punkt.

Filme – auf großer Leinwand gesehen

Jurassic World – das gefallene Königreich – der zweite Teil der Jurassic World Reihe konnte durchaus durch Kameraführung und teilweise sogar horrorbehaftete Inszenierung überzeugen. Leider ist die Handlung schlecht vom zweiten Jurassic Park Teil abgeleitet und krankt an zu vielen Stellen, um überzeugt zu haben.

Ocean’s 8 – ein Remake/Reboot/Sequel – je nach Interpretation – der bekannten Ocean’s Reihe, diesmal mit weiblichem Cast, um Debbie Ocean (Sandra Bullock). Auch wenn die Handlung sehr nach Oceans 11 klingt, bringt der wunderbar zusammengestellte Cast doch genug eigene Power mit, um durchaus überzeugen zu können.

Love, Simon – Was wenn man eigentlich ein normaler Teenager ist, sich aber nicht traut irgendwem zu erzählen, dass man schwul ist? Mit diesem Problem schlägt sich Simon herum. Ein sehr ehrlicher Film mit herzlichen Charakteren, guten Schauspielern, einer durchdachten Handlung, kurz ein Film bei dem einfach alles stimmt.

Filme – auf großem Fernseher gesehen

Der Juni war ein Monat in dem ich endlich einmal eine Menge Klassiker nachgeholt habe. Bereits vorher einmal gesehen habe ich Coco, Sicario und Whiskey Tango Foxtrott. Daher diese drei hier nur kurz erwähnt. Folgende Filme, liefen bei uns ebenfalls auf dem Fernseher.

Schlaflos in Seattle – Tom Hanks und Meg Ryan kennen sich nicht und doch fühlt sie sich zu ihm hingezogen, nachdem er zufällig an Weihnachten in einer Radioshow erzählt. Ein absolut rührender Klassiker!

Die große Liebe meines Lebens – Der Film, auf dessen Idee (Valentinstag auf dem Empire State Building) Schlaflos in Seattle basiert. Ich musste diesen Film einfach auch noch sehen. Deborah Kerr und Cary Grant treffen sich durch Zufall auf einer Kreuzfahrt und verlieben sich. Doch sie sind beide noch in festen Händen. Daher beschließen sie sechs Monate zu warten und sich am Valentinstag auf dem ESB wiederzutreffen. Ein absolut rührender Film, der romantisch, aber auch tieftraurig ist.

Notting hill – Nach den oberen beiden romantischen Klassikern war ich in Stimmung und ließ mich auch noch auf Julia Roberts und Hugh Grant ein. Auch hier bekam ich einen herrlich romantischen Film über den Buchhändler von nebenan und der berühmten Schauspielerin.

Pretty Woman – Als letzter Film im für mich sehr Romanzen lastigem Juni, begegnete ich Julia Roberts als Straßennutte und Richard Gere als reichem Geschäftsmann. Hach was ging mir das Herz auf als Roberts sich wahnsinnig über eine Badewanne freute.

Rocky – Als Gegenprogramm zu den Romanzen, brachte mich mein Freund nun auch dazu ein paar seiner liebsten Klassiker zu sehen. Den Auftakt machte Silvester Stallone als Rocky. Sehr ruhig erzählt, erleben wir hier Rocky Balboa, der die Chance bekommt als Amateur gegen den amtierenden Boxweltmeister zu kämpfen.

Rambo – Weiter ging es noch einmal mit Silvester Stallone. Diesmal als Vietnamveteran, der in einer Kleinstadt Ärger mit der örtlichen Polizei bekommt. Leider war der Film nicht ganz mein Fall, da ich mich viel zu sehr über die blöden Polizisten aufgeregt habe, um den Film genießen zu können.

Alien 2 – Da Prime Rocky 2 schon wieder aus dem Programm genommen hat, überredete mich mein Freund nun endlich einmal den zweiten Alien-Teil zu gucken. Ellen Ripley wird nach den Ereignissen im ersten Teil aufgefunden, doch glaubt ihr keiner ihre Geschichte. Bis Kolonnisten verschwinden und Ripley mit einem neuen Team dorthin gesandt wird.

Jurassic Park – Nach der Sichtung vom zweiten Jurassic World Teil wollte ich unbedingt noch mehr Dinos sehen. Und was wäre da besser geeignet, als der Film, mit dem alles begann. Hier sieht man noch eindeutig Steven Spielbergs Handschrift, der versuchte trotz freilaufendem T-Rex einen Familienfilm zu konstruieren.

Jurassic Park 2 – Vergessene Welt – Auch der zweite Teil lief kurz darauf bei uns auf dem Fernseher. Leider krankt er an ähnlichen Problemen, wie Jurassic World 2 (liegt vielleicht daran, dass sie eine sehr ähnliche Handlung haben.

A Silent Voice – Mein Freund schaut zwischendurch sehr gerne mal einen Anime und nach dem er mich für Your Name begeistern konnte (und der Film mich begeisterte), versuchte er es nun mit A Silent Voice. Shoko kommt neu an die Schule und ist gehörlos. Dafür wird sie von ihren Mitschülern, allen voran Shoya gehänselt. Jahre später nimmt Shoya wieder Kontakt zu Shoko auf, da er inzwischen nachvollziehen kann, wie er sich gefühlt haben muss. Kommt für mich nicht an Your Name heran, hat aber durchaus seine Stärken.

Filme – leider in diesem Monat verpasst

Goodbye Christopher Robin – die Geschichte hinter der Entstehung von Winnie Pu interessiert mich als großer Winnie Pu Fan sehr.

Serien – ein kurzer Überblick

Im Juni habe ich die dritte Staffel vom A-Team beendet, die mich noch immer sehr begeistert. Dann habe ich mich an Elementary gewagt, nachdem ich verzweifelt wieder einmal nach einer guten Crime-Serie gesucht habe. Mit der ersten Staffel bin ich schonmal gut belohnt worden. Dann habe ich nach einiger Zeit mal wieder Chef’s Table gesehen und (durch einen technischen Fehler) direkt die vierte (ohne die dritte Staffel gesehen zu haben). Hier ging es um Desserts und mir lief mehr als einmal das Wasser im Mund zusammen. Zu guter Letzt habe ich noch das Finale Special von Sense 8 „Amor Vincit Omnia“ gesehen und es zu meiner offiziell liebsten Folge von Sense 8 ernannt. Sie hatte einfach alles, was ich an Sense 8 liebe und konnte den blöden Cliffhanger am Ende der zweiten Staffel endlich aufklären.

Mein Lesemonat

Bücher insgesamt: 5
Seiten insgesamt: 2158
Seiten pro Tag: ca. 72 im Durchschnitt
Gebundene Bücher: 1
Taschenbücher: 1
Hörbücher: 1
E-Books:  2

Begin again – Über Mona Kasten habe ich zuvor die unterschiedlichsten Meinungen gehört. Aber ich habe mich doch einmal an ihre Begin again Reihe herangetraut. Mit ihrer süßen Liebesgeschichte, hat sie das Genre Young adult bestimmt nicht neu erfunden, aber doch irgendwo eine schöne Geschichte abgeliefert. Perfekt für sonnige Stunden im stickigen Bus auf dem Weg zur Arbeit.

Trust again – Ich habe gleich im Anschluss auch noch den zweiten Teil angehangen. Auch hier bekam ich eine durchschnittliche Liebesgeschichte, die aber durch tolle Charaktere überzeugen konnte.

Qualityland – Marc-Uwe Kling hat mit seiner Känguru Reihe einen ewigen Platz in meinem Herzen. So war ich nun auch auf sein neustes Werk gespannt. Und weil er das Buch selbst am besten vorlesen kann, gab es das Hörbuch (genug Autofahrten auf dem Weg in den Urlaub hatte ich dafür). Klings Zukunftsversion spricht so viele Wahrheiten aus und trifft dabei aber genau meinen Humor. Einfach ein absolut empfehlenswertes Werk.

Auch Donnerstags geschehen Wunder – Eine Empfehlung von meiner Buchhändlerin des Vertrauens, als ich nach einer schönen Sommerlektüre fragte. Und genau die bekam ich. Eine herrliche Liebesgeschichte, die zweigleisig fährt und mal in Hamburg, mal in Edinburgh spielt.

Was man von hieraus sehen kann – Auf dem Blog Lesen… in vollen Zügen bin ich über dieses Buch gestolpert und die Begeisterung Andreas über dieses Buch, nahm mich so in den Bann, dass ich es mir sogleich zulegte. Nun habe ich es endlich gelesen und kann die Begeisterung uneingeschränkt teilen!

Und wie war euer Juni? Konntet ihr den Sommer schon gut nutzen?