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Über Shalima Moon

Mit Jahrgang 1993 hab ich es inzwischen auf süße 32 Jahre geschafft. Ursprünglich aus Braunschweig kommend, lebe ich inzwischen im schönen Brandenburg. Hauptberuflich bin ich Buchhalterin freizeitlich gehe ich leidenschaftlich gerne ins Kino oder backe meinem Freundeskreis ein wenig Hüftgold. Auf die Idee für den Blog kam ich, da ich wie gesagt leidenschaftlich gerne ins Kino gehe und regelmäßig von meinem Freundeskreis nach Filmempfehlungen gefragt werde. Anstatt ständig das gleiche zu erzählen, schreib ich es nun einmal auf und jeder kann es nachlesen. Natürlich bin ich mir bewusst, dass ich keine professionelle Kritikerin bin. Darum geht es bei diesem Blog auch gar nicht. Hier schreibe ich einfach nur meine Gedanken auf und gebe ein kurzes Feedback und hoffe damit Leuten bei der Filmwahl zu helfen.

Crumbling Hearts

Ein Vorwort

Spätestens seit ihrer Vielleicht Reihe ist Carolin Wahl eine der Autorinnen, deren Bücher ich bereits aus Prinzip kaufe. So war ich sehr begeistert als sie uns nach Norwegen entführen wollte. Diese schrumpfte allerdings wieder als das Thema High Society bekannt gegeben wurde. Aber hey, immerhin geht es um ein Keksimperium? Was die Reihe abgesehen davon so kann, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Skogen Dynasty

Die Handlung: Der Erbe eines großen Keks-Imperiums Aleksander Skogen hat ein Problem. Ein Video geistert im Netz rum, das ihn aus dem Kontext gerissen in keinem guten Licht da stehen lässt. Bis die Presse sich beruhigt hat, soll er sich ruhig verhalten und wird von seinen Eltern zu einer Trekkingtour durch Norwegen verdonnert. Dort trifft er auf Norah, deren Zukunft in Gefahr scheint. Zwischen Bergen und Fjorden kommen sie sich näher, doch können sie ihren Gefühlen nachgeben? 

Meine Meinung: Carolin Wahl gehört auch zu den Autorinnen, deren Werke ich blind kaufe, da sie mich bisher immer überzeugen konnte. Und eine Geschichte in den Bergen Norwegens? Also wieder einmal ein Setting abseits des Mainstreams? Da war ich doch erst Recht dabei. Allerdings war es dann gerade der Aspekt des reichen Erben, der mich ein wenig abschreckte, ist das doch nicht mein favorisierter Trope. Daher war ich auch relativ schnell genervt als es dann nur noch um Fotos und die Presse ging und wie etwas ausgelegt werden könnte. Das heißt aber keinesfalls, dass das Buch an sich schlecht ist, sondern lediglich, dass es nicht meins war. Da kann Carolin Wahl noch so wunderbar schreiben und Norah noch so eine tolle Protagonistin mit nachvollziehbarer Hintergrundgeschichte sein, der finale Funke ist nicht auf mich übergesprungen. Nicht, wie es noch bei ihrer Vielleicht-Reihe war. Aber vielleicht schaffen es ja noch die Folgebände.

Golden Heritage

Die Handlung: Ellinor Skogen ist zwar eine der Erben des Keksimperiums KOSGEN in Oslo, doch als sie nach ihrem Studium für ein Praktikum einsteigt, steht ihre Schüchternheit ihr mehr als einmal im Weg. Und dann ist da noch Lucas. Einst ihr bester Freund, hat er sie vor Jahren von einem auf den anderen Tag geghostet. Doch sobald sie sich wiedertreffen, sind auch die Gefühle wieder da. Können sie die Vergangenheit überwinden?

Meine Meinung: Es brauchte nur ein Kapitel und ich wusste: Der zweite Band würde nicht besser werden. Denn direkt am Anfang kam das Hauptproblem der Geschichte schon deutlich hervor. Die beiden Protas haben sich jahrelang nicht gesehen, nachdem er sie von einem auf den anderen Tag geghostet hat, aber sobald sie sich sehen, sind sofort alle Gefühle wieder da und beide müssen mit der unglaublichen Anziehung des anderen kämpfen? Ich war eigentlich schon direkt abgeschreckt, bin dann aber doch geblieben, weil ich Ellis Entwicklung verfolgen wollte. Weil sie ihren ganz eigenen Kampf mit der Schüchternheit hat, den ich größtenteils gut nachempfinden konnte. Lucas Motive sind zwar etwas weniger nachvollziehbar, aber immerhin hatte er welche, die auch aufgearbeitet wurden. Das nächste große Problem des Buches sind die unzähligen Zeitsprünge. Sobald eine Szene aufgebaut war, wird einfach eine Woche weiter gesprungen, anstatt die Szene auszuspielen und auf den Punkt zu bringen. Dadurch zieht es sich leider auch, da es einfach zu keinem vernünftigen Dialog kommt, da sobald dieser fällig wäre, wieder in der Handlung gesprungen wurde. Das war mit der Zeit einfach nur sehr nervig und passte auch nicht zum Verhalten der Charaktere. Und jetzt kommt das große Aber: Ich war dennoch nicht gelangweilt oder genervt. Durch den unheimlich guten Schreibstil von Caroline Wahl bin ich dennoch durch die Seiten geflogen und habe das Buch verschlungen. Ich würde nicht so weit gehen, es deswegen als gelungen zu bezeichnen, aber es war dadurch auch kein schlechtes Buch.

Larsson Legacy

Die Handlung: Theodor Skogen besucht den alljährlichen Maskenball der High Society Norwegens. Dort fasziniert ihn die geheimnisvolle Lou mit den vielen Tattoos. Beide spüren sofort eine Anziehung zwischen sich, doch Lou ist niemand anderes als Lovisa Larsson, Erbin von Knad, dem größten Konkurrenten von KOSGEN, dem Erbe von Theo. Gibt es eine Chance für sie beide?

Meine Meinung: Nachdem Theodor Skogen war in den bisherigen Bänden eigentlich ein ziemlich unsympathischer Zeitgenosse, weswegen ich auf seinen Band wenig Lust hatte und überlegt hatte, die Reihe einfach abzubrechen. Aber Vergangenheits-Shalima war so schlau den Band vorzubestellen, ehe sie Band 2 gelesen hatte. Und, was hätte ich es bereut, diesen Band ausgelassen zu haben, da er einfach mit Abstand der beste der Reihe ist und auch einfach eins der besten Carolin Wahl Bücher, die ich bisher gelesen habe. Alle Stolpersteine aus den vorherigen Bänden hat sie geschickt ausbalanciert und da Theo hier auch einfach älter ist, als in den anderen Bänden, ist auch sein Wandel in seinem Verhalten nachvollziehbar. Forbidden Love kann gut gemacht mich auch überzeugen und genau das ist hier passiert. Zwar wurde ab und an das Ganze mit Romeo und Julia verglichen, aber die Adaption wurde gut umgangen und etwas neue geschaffen. Die Anziehung zwischen den beiden Charakteren war gut nachvollziehbar und ich war mit ihnen bereit die beiden Familien-Imperien brennen zu lassen. Die Zeitsprünge waren sinnvoll platziert und Szenen wurden auch gut ausgespielt. Kurzum: Bitte mehr davon!

Kennt ihr die Reihe?

Eine Handvoll Bücher – 7/24

Herzlich Willkommen zur siebten Ausgabe der buchigen Handvoll in diesem Jahr. Heute mit: Geisterfreundschaften, gesetzlich geregelter Magie, Tentakelmonster in der Nordsee, Taschentuchreifer Tagträumerei und wissenschaschaftlicher Romance.

Yadriel & Julian

Die Handlung: Yadriel entstammt einer Dynastie an Brujx, die dafür zuständig sind Geister in die Totenwelt zu geleiten. Doch Yadriel wird die Zeremonie verweigert, da er trans ist. Und bei seiner ersten Beschwörung erwischt er gleich noch den falschen Geist. Und Julian denkt gar nicht daran sich erlösen zu lassen.

Meine Meinung: Der Dias de Muerto ist zur Zeit gefühlt so stark repräsentiert, wie noch nie. Daher hatte ich mich eigentlich gegen das Buch gewehrt, aber dann ist es doch in meinem Einkaufskorb gelandet. Und das zum Glück! Denn die Geschichte ist aus der Sicht von jemandem, der den Wert der Feier für die Latino-Gemeinde in den USA richtig zu deuten weiß und das ganze mit Fantasyelementen zu bestücken weiß. Gleichzeitig haben wir hier ein coming-of-age, da sowohl Yadriel als auch Julian ihren Platz in der Gesellschaft suchen. Zeitgleich muss Yadriel seit seinem Coming-Out als trans Mann noch mit ganz anderen Problemen kämpfen, wird ihm doch ständig seine Identität abgesprochen. Und all das ist in eine spannende Geschichte eingebunden, die für Romance Fans, für Fantasy Fans, für Mystery Fans und für Krimi Fans etwas bietet, ohne an irgendeiner Stelle überladen zu sein. Ich werde auf jeden Fall die Augen offen halten, wenn etwas neues vom Autor kommt.

Die Gesetze der Magie

Die Handlung: Willow will nichts weiter als ihren Doktor am Trinity College machen. Doch trotz der Zusage hat ihr Professor sie nicht aufgerufen. Kurz darauf landet sie an einem geheimen College, wo die Gesetze der Magie mithilfe der verschiedenen Naturwissenschaften erforscht werden. Doch ein plötzlicher Todesfall lässt das Institut unruhig werden. 

Meine Meinung: Erwartungen sind tricky. Denn, wenn man Jenny Karpe auf Instagram verfolgt, so bekommt man einen sehr stilvollen Blog geboten. Viel Liebe zu Ästetik und Musik und immer wieder gute Marketingposts zu dem Buch, so dass ich mich sehr drauf gefreut habe und es mir extra für die spooky season aufgehoben habe. Nur, dass meine Erwartungshaltung nicht erfüllt wurde. Und so stellte sich die Frage, lag es an meinen Erwartungen oder hätte mich das Buch auch ansonsten enttäuscht. Ich bin zum Schluss gekommen, dass es eine Mischung aus beidem war. Denn die Grundidee ist sehr spannend, wurde aber nicht richtig genutzt. Stattdessen verliert sich die Geschichte in seiner eigenen Handlung, der Prämisse und in den Charakteren. Alles wird sehr plump ausgespielt und wir springen viel in allem hin und her. Die Erklärungen der Magie und ihrer Gesetzte bzw. der Forschung an diesen, konnte mir bis zum Ende nicht richtig erklärt werden, stattdessen wurde mit vielen historischen Namen um sich geschmissen. Vielleicht lag auch vieles am Schreibstil, der mich nicht mitreißen konnte. So möchte ich gar nicht sagen, dass das Buch an sich schlecht ist, denn die guten Ansätze sind erkennbar. Aber sie sind mit zu unklar herausgearbeitet.

Ich warte auf dich, Haru

Die Handlung: Eric versinkt gern in Tagträumen. Nach einem Verlust, der ihn den Boden unter den Füßen wegreißt, denkt er immer wieder an Haru, einem jungen Mann, den er vor Jahren in Tokyo über den Weg gelaufen ist. Bis dieser wirklich vor ihm steht. Nur, kann ihn kein anderer sehen.

Meine Meinung: Holt die Taschentücher, Dustin Thao ist zurück! Nach „Bleib bei mir Sam“ widmet er sich wieder einer hochemotionalen Geschichte und erneut dem Thema Trauerbewältigung. Diesmal jedoch nicht mit dem Telefon, an dem der Verstorbene antwortet, sondern mit der Vorstellung einen sympathischen Menschen wiederzubegegnen, der aber nicht richtig da zu sein scheint. Diesmal konnte er mich am Anfang noch nicht so richtig abholen, da mir die Ebene der Tragträumerei von Anfang an zu präsent war. Das hat sich dann gelegt und ich konnte leichter in dem Buch versinken, hatte aber stets eine größere Distanz als noch im ersten Band. Vor allem, weil ich viele von Erics Taten nicht nachvollziehen konnte und teilweise  nur den Kopf geschüttelt habe. Aber irgendwo konnte es doch immer logisch erklärt werden. Und dann kam das Ende, dass ich so absolut nicht vorhergsehen habe und dass mich zerstört  hat. Leute, ihr braucht dafür wirklich Taschentücher, okay?

Not in love

Die Handlung: Rue Siebert ist stolz auf ihre Arbeit bei einem Start-up, wo sie als Wissenschaftlerin sich ganz der Forschung widmen kann. Doch dann tauchen neue Investoren auf und scheinen die Firma anzugreifen. Mit dabei ist Eli Killgore, mit dem Rue fast einen One-Night-Stand hatte. Und obwohl sie auf unterschiedlichen Seiten zu stehen scheinen, kommen sie einfach nicht voneinander los. 

Meine Meinung: Die Bücher von Ali Hazelwood sind bisher stets in meinen Bestenlisten ganz oben zu finden. Mit Bride versuchte sie sich bereits an einer Fantasy-Geschichte, die wesentlich mehr Spice beinhaltete, als man von ihr gewohnt war. Mit Not in Love kehrt sie zwar in die Romance Gefielde zurück, aber hier gibt die Autorin selbst vorab eine Warnung ab, dass es sich von ihren bisherigen Romance Werken unterscheidet. Und Recht hat sie. Zwar schafft sie es wieder sehr schnell die Charaktere aufzubauen und auch den wissenschaftlichen Aspekt gut einzubauen, aber das Buch ist auch voller spicy Szenen. Im Gegensatz zu vielen anderen Büchern ersetzen sie aber nicht die Handlung, sondern sind Teil dieser und auch Teil der Charakterentwicklung. Dennoch muss ich sagen, dass ich am Ende übersättigt war und lieber ein paar Seiten weniger gehabt hätte. Aber im großen und ganzen war es wieder eine sehr tiefgreifende und herzliche Geschichte, die weniger lustige Momente hatte, aber dafür noch einmal auf eine ganze andere Gefühlsebene abzielte. Ich bin gespannt, wie sich Ali Hazelwoods Bücher weiterentwickeln.

Die Farbe der Knochen von Alpakas am Strand

Die Handlung: Eine problematische Klasse wird zu einer Fahrt nach Helgoland verdonnert, um die Dynamik zu verbessern. Dabei gerät die Fähre in einen Sturm und sie landen kurzerhand auf der nicht-existenten Insel Hoogenhörn. Doch damit beginnen die Mysterien erst und wieso ist die Insel eigentlich voller Alpakas?

Meine Meinung: Was für ein verrückter Ritt! Nachdem ich im letzten Jahr die Demons Diaries der Autorin C.C. Hollister verschlungen hatte, stand ich bei der diesjährigen Buch Berlin wieder an ihrem Stand und wollte mir die dazugehörigen Romane holen. Doch dann hatte sie einfach ein neues Buch geschrieben und dann hatte es noch einen absolut abgefahrenen Titel und es ging um Alpakas! Also fiel meine Entscheidung darauf. Zuvor hatte ich noch ein längeres Gespräch mit der Autorin, denn Mobbing war in den content notes versehen. Doch mit der Klasse war das für mich kein Problem. Denn hier hat jeder auf jeden draufgehauen und alle waren so unsympathisch, dass ich mit keinem Charakter wirklich mitfühlen konnte. Das war auch mein größtes Problem mit dem Buch. Für mich wäre es vollkommen in Ordnung gewesen, wenn alle bereits im Sturm drauf gegangen wären. So war es mir leider herzlich egal, wenn wieder jemand in Gefahr schwebte. Darüber hinaus ist die Geschichte aber gut konstruiert, bietet Spannung und ein interessantes Setting. Mit der Auflösung am Ende ist wirklich nicht zu spaßen, die geht nochmal gut unter die Haut. So bin ich gespannt, ob mit dem Setting nochmal etwas gemacht wird oder was sich die Autorin noch so alles ausdenkt.

Habt ihr eins der Bücher gelesen? Wie fandet ihr es?

Was ist schon normal?

Ein Vorwort

Französische Komödien sind in letzter Zeit auch so eine Sache für sich. Seit dem riesen Erfolg von Monsieur Claude und seinen tausend Fortsetzungen bin ich eher skeptisch. Doch ein Film, der sich mit Menschen mit Behinderungen auseinander setzt? Das kann ordentlich in die Hosen gehen, oder wir hätten endlich mal eine gute Repräsentation. Und was soll ich sagen: Es ist tatsächlich zweiteres geworden. Alles weitere dazu findet ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Pablo und Lucien haben frisch ein Juweliergeschäft ausgeraubt. Um vor der Polizei zu fliehen geraten sie in den Bus einer Gruppe Menschen mit Behinderung, die auf dem Weg ins Sommercamp ist. Während Pablo sich ebenfalls als behindert ausgibt, mimt Lucien dessen Sonderpädagoge. Dabei werden sie mit ihrer eigenen Weltsicht konfrontiert und erleben ein unvergessliches Abenteuer.

Meine Meinung

Ableismus ist überall. In unserer Sprache („Ey bist du behindert?“ als Beleidigung) und Barrierefreiheit ist in den wenigsten Fällen gegeben. Videos ohne Untertitel, Leitstreifen, die ins Nichts führen oder gar von Pfeilern unterbrochen werden oder der Arzt, dessen Praxis nur über Stufen zu erreichen ist. Diese Aufzählung könnte ich noch ewig weiterführen und das sind nur die Dinge, die mir als Nicht-behinderte Person auffallen. Jedes Jahr versuche ich im Juli zum Disability Pride Month Repräsentative Darstellungen in Medien zu finden und habe jedes Jahr das Problem etwas zu finden. Sichtbarkeit ist einfach nicht gegeben. Umso schöner ist es, wenn Filme gedreht werden, die sich bewusst auf die Präsenz von Charakteren mit Behinderung stürzen und dabei nicht außer Acht lassen, dass jede Behinderung anders ist.
Ähnlich wie beim deutschen Film „Die Goldfische“ landen wir diesmal wieder in einer Reisegruppe von Menschen mit Behinderungen. Etwas andere Prämisse und etwas mehr Respekt den Charakteren gebenüber werden uns verschiedene Krankheitsbilder vorgestellt und auch die verschiedenen Arten von Betreuung. Dabei wird deutlich gemacht, dass eine Überbetreuung auch nicht richtig ist, sondern ein gesundes Maß gefunden werden muss.
Natürlich ist das ganze eine Komödie, aber hier konnte man auch einfach ganz befreit lachen, weil der Film es sehr gut schafft, sich eher über die Vorurteile und Klischees lustig zu machen als über die Charaktere mit Behinderung. Über den übereifrigen Betreuer, der dadurch aber auch nicht auf die Bedürfnisse der Mitreisenden eingeht, oder auch über andere Menschen im Supermarkt, die sich am „Anders“ sein unserer Gruppe zu stören scheinen. Über ihre Engstirnigkeit, die aufs Korn genommen wird, kann man sehr gut lachen und der Film dreht es immer wieder so, dass man über Handlungen und nicht über Behinderungen lacht. Damit schafft er den feinen Spagat, wie es nur wenige Filme mit ähnlicher Prämisse schaffen.
Es wäre keine französische Komödie, wenn er es nicht an der ein oder anderen Stelle überspitzt. So wird für Pablo ein anderer Reisender „vergessen“, der kurzerhand mit einer Reisegruppe in Ballermann-Manier mitreist. Hier hatte ich zunächst Bedenken, aber er wird auch in die Reisegruppe gut integriert und hat den Spaß seines Lebens.
So schafft Was ist schon normal? der Gesellschaft den Spiegel vorzuhalten, für mehr Inklusion zu werben und trotzdem gut zu unterhalten. Einen Blick ist diese kleine Perle auf jeden Fall wert!

Das Fazit

Was ist schon normal? ist eine runde Komödie, die sich gegen Ableismus ausspricht und für mehr Inklusion wirbt, einfach, in dem sie eine gut gestrickte Handlung schafft, die den Witz auf die Außenstehenden schiebt und die Gruppe einfach eine gute Zeit haben lässt. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.

Was ist schon normal? läuft seit dem 05.09.2024 in den deutschen Kinos

Borderlands

Ein Vorwort

Das Drama mit den Videospielverfilmungen geht in die nächste Runde. Als jemand, der kaum zockt, geht die Diskussion wie spielnah ein Film ist, meist an mir vorüber. Bei mir ist dann eher die Frage, funktioniert es als Verfilmung, also aus filminszenatorischen Gesichtspunkten. Bei Borderlands kann man jedoch nur von einem Reinfall auf ganzer Strecke sprechen. Warum, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Die kopfgeldjägerin Lilith muss auf ihren Heimatplaneten Pandora zurückkehren, der eine Hochburg von kriminellen Banden ist. Sie soll die Tochter eines einflussreichen Bösewichts zurückbringen. Vor Ort muss sie jedoch feststellen, dass der Auftrag nicht so leicht zu erledigen ist, wie erhofft.

Meine Meinung

Eli Roth dürfte dem ein oder anderen vielleicht etwas sagen als der Regisseur der Hostel Filme, oder anderer Slasher Filme, wie zuletzt Thanksgiving. Sein letzter Film im Fantasy Bereich war 2018 „Das Haus der geheimnisvollen Uhren“, der mit Jack Black und Cate Blanchett lockte, letztlich aber keine gute Geschichte erzählte, obwohl allerlei Ansätze da waren. Eben dieser lockte nun die Gamer ins Kino mit einer Verfilmung einer beliebten Spielereihe. Mich lockte er trotz eines bereits sehr durchwachsenen Trailers vorallem mit Cate Blanchett. Weil die Granddame Hollywoods würde sich ja wohl kaum für einen kompletten Reinfall hergeben.
Aber wie bereits 2018 wurde ich enttäuscht, wenn auch diesmal deutlich schlimmer. Und wieder waren die Ansätze eindeutig vorhanden, nur wurden sie zu gunsten billiger Gags und sinnloser Schlachten nicht genutzt. Aber fangen wir am Anfang an. Wir bekommen die Geschichte des Planets Pandora im Schnelldurchlauf erzählt, damit alle auch auf dem gleichen Stand sind. Dann lernen wir auch schon Lilith kennen, die sich gut durchchoreographiert durch eine reine CGI Welt schießt. Die eigentlich sehr toughe Frau wird natürlich innerhalb eines kleines Gesprächs „überredet“ auf ihren Heimatplaneten zurückzukehren. Die ganze Mission gerät in kürzester Zeit außer Kontrolle und die meisten Missverständnisse hätten hier in einem guten Dialog geklärt werden können.
Stattdessen wird sich weiter untereinander bekämpft, wobei ein Charakter unsympathischer ist als der Nächste. Wir haben absolut keine Identifikationsfigur und der Ausgang wurde mir von Minute zu Minute egaler. Jeder Ansatz eines Gesprächs wird durch das plötzliche Auftauchen irgendwelche Gegner gestört, damit es auch ja keine vorzeitige Lösung gibt.
Aber wer glaubt, dass es damit getan ist: Nein! Weil der ganze Film noch nicht langweilig, unorganisiert und viel zu gestreckt ist, bekommen wir noch ein Finale, das so abgedreht ist, dass man darüber nur noch den Kopf schütteln kann. Keine Ahnung, wie viel Gage Cate Blanchett hierfür bekommen hat, aber es war eindeutig zu wenig. Am Ende bleibt einem nicht einmal eine gute Optik oder irgendetwas, was man positiv herausstellen könnte. Also bleibt mir nur eins zu sagen: Spart euch das Geld!

Das Fazit

Borderlands verliert auf ganzer Ebene, schlechtes CGI, unsympathische und langweilige Charaktere, eine unorganisierte Handlung und das auch noch sehr gestreckt. Lasst einfach die Finger von dem Streifen. Dafür gibt es 02 von 10 möglichen Punkten.

Borderlands läuft seit dem 22.08.2024 in den deutschen Kinos

Teresa Sporrers Chaos-Reihe

Ein Vorwort

Bei ägyptischer Mythologie in einem Urban Fantasy Roman bin ich immer gleich dabei. Leider kommt es viel zu selten vor und dann oft auch schlecht recherchiert. Daher wurde ich bei Teresa Sporrers Reihe direkt hellhörig. Warum mir die Reihe auch sehr gut gefallen hat, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Chaoskuss

Die Handlung: May ist eine ägyptische Hexe in Ausbildung, die sich zusätzlich mit einer normalen amerikanischen Highschool rumschlagen muss. Dabei will sie nur ein bisschen Normalität und mit dem Menschen Noah auf einer Party knutschen. Doch dann geraten nicht nur ihre Kräfte außer Kontrolle, es gibt auch einen Toten. May verspricht das Verbrechen aufzuklären, was gar nicht so einfach ist. 

Meine Meinung: Eigentlich versuche ich inzwischen Schulsetting und Teenagedramen zu vermeiden, da sie in der Regel sehr anstrengend sind. Und so waren meine Befürchtungen am Anfang der Reihe auch groß, zumal es natürlich auch die klassische Zicke, den coolen Sportler und natürlich die „Looser“-Gruppe rund um unsere Protagonistin gab. Doch, was mich normalerweise abschrecken würde, war hier durch eine gute Portion Witz gut dargestellt und konnte locker genossen werden. Das Drama wechselt sich mit dem interessanten Teil um Mays Hexenkräfte und ihre Abstammung ab und die Autorin weiß stets eine gute Anspielung auf so ziemlich alles, was Filme, Serien oder Spiele angeht, einzubauen. Manchmal hatte die Geschichte fast zu viel Tempo, aber so konnte ich sie gut wegsuchten und war dann sehr gespannt auf den nächsten Teil.

Chaosherz

Die Handlung: Noah ist wieder ein Mensch, doch damit immer distanzierter gegenüber May. Das stachelt das Chaos in ihr weiter an, das immer schwieriger zu kontrollieren wird. Doch damit nicht genug. Ihr Cousin Horus scheint sich in seinem Schlaf zu regen und hat es wohl auf May abgesehen. Weil ein Teenager mit Liebeskummer ja nicht schon genug Probleme hat. 

Meine Meinung: Auch in den zweiten Band bin ich aufgrund des guten Schreibstil, der leicht und flüssig zu lesen ist, gut reingekommen und habe auch diesen Band einfach nur inhaliert. Auch hier ist der Dramaanteil gut ausgewogen und wir bekommen zwar die typischen Teenagerprobleme mit, aber sie sind auch immer so aufgearbeitet, dass sie nicht übertrieben nervig wirken. Und sollte das Chaos doch mal überhand nehmen, dann wird es mit dem lockeren Humor der Reihe gut ausbalanciert. Wir lernen zusammen mit May viel Neues über ihre Abstammung und ihre Fähigkeiten und wachsen zusammen mit ihren Fehlern. Und auch, wenn mit dem Gott Horus bereits der Endgegner angeteasert wird und er teilweise bereits auftritt, bleibt die Handlung doch auf einem Niveau, wie es Teenager gut wegstecken können. Und hier durfte auch der romantische Aspekt endlich ein bisschen mehr Platz bekommen.

Chaosseele

Die Handlung: Nach Horus Anschlag auf Mays Leben versucht sie sich auf die Götterdämmerung vorzubereiten. Dabei positionieren sich die Gottheiten aller Religionen auf den beiden Seiten. Und ganz nebenbei versucht May noch ihr Liebesleben am Laufen zu halten. Alles ein bisschen viel, zumal auch noch eine Reise nach Ägypten ins Land ihrer Vorfahren.

Meine Meinung: Was habe ich mich auf den Abschlussband der Reihe gefreut. Ein Wiedersehen mit all den tollen Charakteren – okay abgesehen von einer gewissen Banshee – und endlich der finale Kampf gegen Horus. Doch vorher hatte das Buch noch einiges zu erzählen. Und leider so viel, dass die Handlung sehr episodenartig wirkt. Es geht um May und Noah, um Viv und Shane, um einen ersten Götterkampf, dann werden immer wieder Gottheiten gesammelt, damit die eigene Armee größer ist, als die von Horus. Da merkt man zwar, dass die Autorin stark recherchiert hat und versuchte alle großen Religionen unterzubringen, aber dafür ging eben auch eine Menge Platz drauf. Dann wird die große Ägyptenreise angekündigt, die nach drei Kapiteln schon wieder vorbei ist, nur damit dann der Finalkampf angeteasert wird, der aber letztlich auf den letzten 30 Seiten stattfand, dort aber auch noch ein Epilog stattfinden musste. Gefühlt war hier genug Material für noch zwei Bände oder zumindest für deutlich mehr Seiten. Schade, dass es partout auf die 300 Seiten gekürzt wurde, denn so fühlt sich der Abschluss sehr unfertig an. Ein eher enttäuschender Abschied von einer tollen Reihe.

Kennt ihr die Reihe? Wer ist euer Lieblingsgott aus der Reihe und warum ist es Anubis?

Der wilde Roboter

Ein Vorwort

Nachdem Vorreiter Disney selbst mit Pixar in letzter Zeit überwiegend hinter den Erwartungen zurückgeblieben ist, trauen sich nun die anderen Studios mit ihren Geschichten in die Kinos und schaffen es neue originelle Geschichten anzubieten. So nun Dreamworks, die sich endlich von ihren immergleichen Charakteren gelöst haben und mit der wilde Roboter einen Volltreffer gelandet haben. Warum das so ist, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Fanart des Kinotitels und Kinoticket auf einer Filmklappe

Die Handlung

Nach einem Schiffsunglück landet der Roboter Rozzum 7134 auf einer einsamen Insel. Diese ist fernab von Menschen, aber dafür voller Tiere. Da der einzige Existenzgrund für einen Rozzum das Erledigen von Aufgaben ist, versucht sie diese in der Tierwelt zu finden, was zu einigen Missverständnissen führt. Bis sie auf ein Gänseei trifft und die Aufgabe bekommt sich um das Küken zu kümmern.

Meine Meinung

Seit 1998 versucht sich Dreamworks als Konkurrent zu Disney und Pixar und stieg sehr schnell auf computeranimierte Filme um. Dabei waren es eher ihre großen Franchises und Reihen, die funktionierten, dafür aber bis zum bitteren Ende ausgeschlachtet wurden. Shrek, Madagascar, Kung Fu Panda oder auch Drachenzähmen leicht gemacht, sind da sehr prominente Namen. Doch zwischendurch sind es die kleineren Filme, die überraschen können. So zuletzt geschehen mit Der wilde Roboter.
Hier wurde sich ein Buch als Vorlage genommen und mit Chris Sanders einem  alten Disney-Veteranen, der mit dem Konzern aber inzwischen eher auf Kriegsfuß steht und bei Dreamworks auf mehr künstlerische Freiheit hoffte. Und das konnte er hier auch ausleben. Mit Einflüssen von niemand geringerem als Ghibli-Legende Hayao Miyazaki und auch des Malers Claude Monet wird hier eine wunderbare Optik geschaffen. Zusammen mit der supersüßen Geschichte des Kinderbuchautors Peter Brown kam ein Animationsfilm, der mit ziemlicher Sicherheit Kandidat für den nächsten Oscar ist.
Aber fangen wir noch einmal von vorne an. Zunächst erfahren wir über Ort und Zeit des Films nicht viel, aber wir lernen mit Rozzum 7134 eine künstliche Intelligenz kennen, die darauf programiert ist, alle möglichen Probleme zu lösen. Die Tierwelt ist ihr unbekannt und so tappt sie zunächst in allerlei Fettnäpfchen. Erst später lernt sie mit den Tieren zu kommunizieren, was aber nur bedingt hilft, da ihre Lebensweise sich noch immer stark von den Tieren unterscheidet. Ihr einziger Daseinsgrund ist es Aufgaben zu erledigen, aber die Tiere haben eher Angst vor ihr.
So ist es eine Geschichte über das Anders sein, über das Ausgeschlossen werden und wie man sich dennoch annähert. Es geht um Freundschaft, um Hilfsbereitschaft, um die Evolution, um Familie und das ganze in einer menschenfreien Insel. Dabei ist alles sehr liebevoll verpackt, auch wenn einige Dialoge doch etwas schwarzhumorig geraten sind, was aber wohl eher den erwachsenen Zuschauenden auffallen dürfte. Denn trotz der Vielzahl der Themen ist der Film an keiner Stelle überladen, sondern baut sich Stück für Stück auf.
Manche Themen werden auch erst später noch mit eingeworfen und bringen den Film noch einmal auf eine weitere Ebene. Und auch, wenn er größtenteils auf einer guten Humorebene läuft, sollte man die Taschentücher nicht vergessen.

Das Fazit

Der wilde Roboter vereint Humor, eine gute Aufarbeitung von Themen, wie Familie, Freundschaft und Evolution, und eine gute Portion Drama und ist so einer der innovativsten und intensivsten Animationsfilme der letzten Jahre. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.

Der wilde Roboter läuft seit dem 03.10.2024 in den deutschen Kinos

A Spark of Time

Ein Vorwort

Geschichten über Zeitreisen sind immer wieder faszinierend. Aber sie bergen auch das Risiko, sich in Logiklöcher oder zu hohen Ambitionen zu verstricken. Dennoch sprach mich Kira Lichts neuste Reihe direkt an, beinhalteten sie doch die magischen Worte „Titanic“ und „Mr. Darcy“. Wie sie mir gefallen hat, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Rendevous auf der Titanic

Die Handlung: Lilly deGray und ihr Vater sind nicht nur Antiquitätenhändler, sondern können auch in der Zeit reisen, wodurch sie auch verloren geglaubte Stücke wiederfinden können. Doch durch Geldsorgen muss Lilly zu ihrem nächsten Auftrag alleine aufbrechen, der sie auf die Titanic führt. Dort trifft sie auf Ray, einem Passagier, der bei ihr sofort Gefühle auslöst. Was sie nicht weiß, ist, dass Ray eigentlich Damien ist, ebenfalls ein Zeitreisender. Und sein Ziel ist Lilly.

Meine Meinung: Klappentexte sind ein tückisches Werkzeug. Während sie einem das Buch schmackhaft machen sollen, kann es bereits zu Spoilern kommen. Oder sie lenken einen in eine völlig falsche Richtung. So ging es mir mit Rendevouz auf der Titanic. Denn während der Klappentext lediglich den Teil mit Ray und Lillys Gewissensbissen, weil sie ihn zurücklassen muss, erzählte, merkte ich bereits im zweiten Kapitel, dass dies nicht die richtige Handlung ist. Stattdessen treffen wir auf Damien, der ebenfalls Zeitreisender ist und seinen echt bösen Vater. Leider war das genau ein Handlungsstrang, von dem ich so gar kein Fan bin und den ich eigentlich hoffte, nicht dabei zu haben. Meine Stimmung zu dem Buch war also schon sehr früh getrübt. Die Vorfreude sehr rasch verpufft. Dennoch haben A Spark of Time und ich uns zusammengerauft und gerade als es endlich auf die Titanic ging, konnte mich die Geschichte auch mehr abholen. Kira Licht hat hier sehr viel Recherche reingesteckt, was man durchaus merkt. Leider sich dann doch in inzwischen widerlegten Behauptungen verstrickt (Funfact: Auch mehr Rettungsboote hätten nicht mehr Menschen gerettet, denn die Zeit bis zum Untergang reichte nicht einmal, um alle vorhandenen Boote zu besetzen und zu Wasser zu lassen.) Auch war der Anhang zu den realen Personen und Orte ganz nett, beinhaltete aber keine neuen Informationen, die nicht bereits in der Geschichte enthalten waren. Hier wären bewusste Änderungen oder zusätzliche Details wesentlich spannender gewesen. Letztlich konnte mich das Buch abholen und ich habe die Geschichte sehr schnell inhaliert. Die leichte Schreibweise hat dabei sehr geholfen.

Ein Date mit Mr. Darcy

Die Handlung: Lilly hat Damiens Identität aufgedeckt. Und während sie nichts mehr mit ihm zu tun haben möchte, verfolgt Damiens Vater weiter seine bösen Machenschaften. Letztlich nimmt er Lillys Vater als Geisel und zwingt beide Kinder dazu in die Regency Zeit zu reisen, um ein letztes Zahnrad  aufzuspüren. Dabei treffen sie auf Lillys großes Vorbild Jane Austen und deren Familie.

Meine Meinung: Nach dem ersten Band war ich mir nicht sicher, ob ich die Reihe wirklich weiter verfolgen wollte, war sie doch so ganz anders als in meinen Erwartungen (wofür die Autorin übrigens nichts kann, nur der Klappentext war irreführend!). Doch dann habe ich den Untertitel des zweiten Bands gesehen und bei Jane Austen und Mr. Darcy konnte ich einfach nicht widerstehen. Durch die weiterhin sehr leichte Schreibweise, habe ich auch den zweiten Band regelrecht inhaliert. Auch hier war wieder sehr deutlich, wie gut die Autorin recherchiert hat und wie sie dadurch gute Twists einbauen konnte. Leider gibt es auch hier ein paar Abers, weswegen ich nicht völlig überzeugt bin. Zum einen ist es der etwas zähere Mittelteil. Hier wurde viel Augenmerk auf die Liebesgeschichte gesetzt und dabei fehlte ein wenig das Tempo. Dadurch fehlten dann hintenraus die Seiten. Denn die Zeit bei Familie Austen nimmt hier nicht, wie die Titanic im ersten Band, das ganze Buch ein, sondern wir haben im dritten Abschnitt nochmal einen kompletten Zeit-  und Locationswechsel. Dabei wurde man mit vielen neuen Namen und Fakten überschüttet, die leider nur wenig ausgearbeitet wurden, denn das spannende Finale musst her. Dabei ging alles irgendwie zu leicht. Das große Böse war schnell gebannt, das Damoklesschwert über dem Liebespaar war auf einmal weg und dann gab es nur noch ein schnelles Happy-end im Epilog. Das war sehr ernüchternd für die Geschichte, die über die zwei Bände aufgebaut wurde. Ich sage das zwar selten, aber eine Trilogie wäre hier durchaus angebrachter gewesen. Genügend Handlung dafür wäre da gewesen und das große Überböse wäre nicht auf einmal sehr leicht zu überwältigen gewesen.

Das Fazit

A Spark of Time ist eine Reihe mit einer faszinierenden Grundidee, die ein wenig besser ausgebaut auch funktioniert hätte. Leider sammeln sich in beiden Bände einige Schwachstellen – und wir reden hier nichtmal über den nicht gelungenen Buchsatz oder die überproportional vielen Schreib- und Druckfehler für ein teueres Verlagsbuch – die den Gesamteindruck leider schmälern. Die Autorin hat sehr viel Zeit und Energie in die Recherche gesteckt, das spürt man deutlich, aber dadurch hakte es leider an der finalen Handlung. Ein Spin-off ist bereits in Arbeit, aber ich kann aktuell nicht sagen, ob ich nach dem Ende nochmal Lust darauf habe.

Rückblick auf den Oktober 2024

Und da ist der spooky Monat schon wieder vorbei, der Herbst wandelt sich langsam von golden zu kahl und ich hab zumindest ein paar spooky Sachen geschaut bzw. gelesen – Hauptsächlich für die Horrorwochen, aber wir wollen mal nicht kleinlich sein. Allgemein bin ich wieder mehr zum lesen als zum schauen gekommen, aber das ist ja auch nichts ungewöhnliches mehr.

Filme – auf großer Leinwand gesehen

Joker 2 – Folie á deux: Arthur Fleck ist im Gefängnis und erwartet seine Verhandlung. Der Umgangston ist rau, einziger Lichtblick sind die Gesangsstunden, bei denen er Harleen „Len“ Quinzel trifft, die ganz fasziniert vom Joker ist. Doch während des Prozesses hadert er immer mehr mit sich. Ist er der Joker oder doch einfach nur Arthur? – Leider sehr langatmig und mit sehr später Pointe, kann nicht an den ersten Teil ranreichen.

Der Buchspazierer: Carl Kollhoff spaziert für eine kleine Buchhandlung jeden Tag durch die Stadt und liefert Buchbestellungen aus. Die Stammkundschaft hat von ihm inzwischen Namen aus Büchern bekommen, so schaut er regelmäßig bei Mr. Darcy oder Frau Langstrumpf vorbei. Dabei wahrt er stets eine höfliche Distanz. Bis er auf die neunjährige Schascha trifft, die ihn gern begleiten möchte und durch ihre quirlige Art seinen Alltag ordentlich auf den Kopf stellt. – Sehr schöner und emotionaler Film mit tollen Aussagen und viel Liebe zum Buch.

Der wilde Roboter: Nach einem Schiffsunglück landet der Roboter Rozzum 7134 auf einer einsamen Insel. Diese ist fernab von Menschen, aber dafür voller Tiere. Da der einzige Existenzgrund für einen Rozzum das Erledigen von Aufgaben ist, versucht sie diese in der Tierwelt zu finden, was zu einigen Missverständnissen führt. Bis sie auf ein Gänseei trifft und die Aufgabe bekommt sich um das Kücken zu kümmern. – Das zweite Highlight diesen Monat, supersüßer Animationsfilm, bei dem wohl kein Auge trocken bleiben dürfte.

Filme – auf großem Fernseher gesehen

Der Untergang des Hauses Usher (1928): Familie Usher bestehend aus Roderick und Madeline Usher sitzen entspannt beim Abendessen. Dabei befallen Madeline ungewöhnliche Bilder, die sie in den Wahnsinn und schließlich in den Tod treiben. Roderick befürchtet nun das gleiche Schicksal. Der Reisende besucht ihn und versucht zu helfen. – Etwas wirre Darstellung der Geschichte, aber in der Kürze alles drin.

Die Verfluchten: Philip Winthrop hat sich mit Madeleine Usher verlobt und reist zu dem Landsitz der Familie, um sie abzuholen. Doch vor Ort verhalten sich der Butler und vorallem Madeleines Bruder Roderick sehr merkwürdig und erzählen etwas von einer seltsamen Krankheit. Philip will es nicht glauben und versucht alles, um seine Verlobte zu retten. – Gute Verfilmung der Kurzgeschichte von Poe.

Serien – ein etwas ausführlicherer Überblick

Erneut gesehen habe ich: Modern Family – Staffel 9 (Noch immer ne gute Sitcom für nebenbei) und Alexa & Katie – Staffel 1 (Tolle Sitcom mit schwierigem Thema)

Black Butler – Staffel 1 (Die Grundidee mochte ich, aber die Umsetzung war mir zu langatmig. Auch die einzelnen Folgen ziehen sich leider zwischendurch sehr)

Criminal Minds – Staffel 9 (Hält das Niveau der Serie gut und schafft es weiterhin interessante neue Fälle zu bieten)

Are you sure – Staffel 1 (Viel Essen, wenig Handlung, und doch funktioniert das Konzept durch die Herzlichkeit der Hosts)

Geschichte mal anders – Staffel 1 (Interessanter Ansatz und gute Themenauswahl. Allerdings mehr zur Unterhaltung als zur wirklichen Wissensvermittlung)

Untergang des Hauses Usher – Miniserie (Spannende Umsetzung diverser Werke von Edgar Allen Poe mit interessanter Übertragung in die heutige Zeit)

Mein Lesemonat

Bücher insgesamt: 15
Seiten insgesamt: 4.890
Seiten pro Tag: 158 im Durchschnitt
Gebundenes Buch: 3
Taschenbuch: 4
Comic/Manga/Graphic Novel: 4
Hörbuch: 3
E-Book: 1

Erneut gelesen habe ich Das Eche der Schuld (Solider Charlotte Link Roman, der viel über  Melancholie und die Schuldfrage zu sagen weiß)

Yadriel & Julian: Yadriel entstammt einer Dynastie an Brujx, die dafür zuständig sind Geister in die Totenwelt zu geleiten. Doch Yadriel wird die Zeremonie verweigert, da er trans ist. Und bei seiner ersten Beschwörung erwischt er gleich noch den falschen Geist. Und Julian denkt gar nicht daran sich erlösen zu lassen. – Am Anfang habe ich ein bisschen gebraucht, um reinzukommen, aber die Geschichte entwickelt sich schnell zu einem tollen Buch mit wichtigen Aussagen zu trans  Personen.

Mermaid Melody 1 – Pitchi Pitchi Pitch: Luchia hat den Menschenjungen Kaito bei einem Schiffsunglück gerettet. Dafür musste sie ihm ihre Perle geben, die für Meerjungfrauen eine wichtige Bedeutung hat. Jahre später wird sie in die Menschenwelt geschickt, um eben jede wiederzufinden. Dabei trifft sie auch wieder auf Kaito. – Das war damals mein erster Manga, daher aus Nostalgie nochmal geholt. Hat mich leider doch  abgeschreckt, da die Handlung sehr wirr ist und gefühlt alle Charaktere gleich aussehen.

A Spark of Time 2 – Ein Date mit Mr. Darcy: Lilly hat Damiens Identität aufgedeckt. Und während sie nichts mehr mit ihm zu tun haben möchte, verfolgt Damiens Vater weiter seine bösen Machenschaften. Letztlich nimmt er Lillys Vater als Geisel und zwingt beide Kinder dazu in die Regency Zeit zu reisen, um ein letztes Zahnrad  aufzuspüren. Dabei treffen sie auf Lillys großes Vorbild Jane Austen und deren Familie. – Wieder gute Grundidee, aber die Umsetzung hat deutliche Mängel. Wird durch den guten Schreibstil etwas gerettet.

Haikyu! 6: Nach dem Spiel gegen die Dateko hat die Karasuno Oberschule sehr gute Laune. Doch ihr nächster Gegner ist nicht zu unterschätzen. Schließlich handelt es sich dabei um die Aoba-Josei und gerade Tobio hat eine persönliche Fehde gegen die Schule. – Obwohl ich den Ausgang kannte, schafft der Manga es einen in Atem zu halten.

Mord im Pfarrhaus: Colonel Protheroe, ein nicht unbedingt geschätzter Zeitgenosse mit einer Menge Einfluss in St. Mary Mead, wird ermordet im Pfarrhaus aufgefunden. Der Pfarrer mit einem unschlagbarem Alibi begleitet daraufhin die Polizei bei den Ermittlungen. Dabei fischen sie ziemlich im Trüben. Zum Glück wohnt Miss Marple nicht weit und weiß immer wieder kluge Hinweise zu geben. – Auch, wenn Miss Marple hier noch eine ziemliche Nebenrolle spielt, war es ein interessanter Krimi mit überraschender Auflösung.

Die Morde in der Rue Morgue: Der Detektiv Auguste Dupin liest in der Zeitung von einem unlösbarem Doppelmord. Durch Kontakte bekommt er die Möglichkeit selbst vor Ort zu ermitteln und stößt auf einige Ungereimtheiten. – Poes Krimi kam zunächst sehr gewöhnlich daher, hatte aber wohl die überraschendste Auflösung aller Zeiten.

Night of Shadows and Flames 1-2 – Der wilde Wald & Die ewige Nacht: Billie ist eine Hexe. Diese werden von den Vampiren als Sklavinnen gehalten. So landet sie bei einer Auktion bei dem gut aussehendem und einflussreichem Vampir Tian. Doch nicht nur er, sondern auch sein bester Freund Jamie löst Gefühle in Billie aus. Doch sie hat geschworen alle Vampire zu vernichten. – So richtig warm bin ich mit Laura Labas neuster Reihe nicht geworden. Das könnte an der High Fantasy Welt liegen, denn ich kann nicht sagen, dass die Bücher wirklich schlecht sind.

Die Gesetze der Magie: Willow will nichts weiter als ihren Doktor am Trinity College machen. Doch trotz der Zusage hat ihr Professor sie nicht aufgerufen. Kurz darauf landet sie an einem geheimen College, wo die Gesetze der Magie mithilfe der verschiedenen Naturwissenschaften erforscht werden. Doch ein plötzlicher Todesfall lässt das Institut unruhig werden. – Leider eine ziemliche Enttäuschung. Ich mochte die Idee und es hatte gute Ansätze, aber die Umsetzung war sehr emotionslos und das hat mich nicht überzeugt.

My Home Hero 3: Tetsuo wird von der Yakuza weiterhin bewacht und bedroht. Doch für das Wohl seiner Familie treibt er seinen Plan immer weiter. – Diesmal kam die Handlung nicht so richtig in Schwung, ich hoffe auf den nächsten Band.

Fangirl 3: Nach Levys Betrug zieht sich Cath noch mehr zurück. Dann bekommt sie einen Notruf ihren Vater betreffend und stellt alle Lebensentscheidungen in Frage. Können ihre neuen Freunde sie auffangen? – Wieder ein sehr intensiver Band mit einer tollen Geschichte und einer sehr nachvollziehbaren Protagonistin.

Haunted Reign: Zoey versucht verzweifelt zu vergessen, dass ausgerechnet ihre beste Freundin hinter den Intrigen steckte. Auch zu Dylan geht sie auf Distanz. Doch als ein Turnier an der Everfall Academie ansteht, sieht sie ihre Chance fehlende Punkte für ihr Zeugnis nachzuholen. Doch schon bei der ersten Prüfung kommt es zu Problemen, die nicht nur sie in Lebensgefahr bringen. – Leider eine ziemliche Enttäuschung. Die Geschichte ist vollkommen überladen, daher wirkt nichts richtig ausgearbeitet. Hier fehlen locker 200 Seiten, wenn nicht sogar ein eigenständiger dritter Band.

Ich warte auf dich, Haru: Eric versinkt gern in Tagträumen. Nach einem Verlust, der ihn den Boden unter den Füßen wegreißt, denkt er immer wieder an Haru, einem jungen Mann, den er vor Jahren in Tokyo über den Weg gelaufen ist. Bis dieser wirklich vor ihm steht. Nur, kann ihn kein anderer sehen. – Nach Bleib bei mir Sam, wieder eine sehr traurige Geschichte, die so viel unterschwellig sagt. Haltet die Taschentücher bereit!

Stellen Sie die Sirenen aus, mein Kind macht Mittagsschlaf!: Wer kennt sie nicht, die Helikoptereltern. Das Autorinnenduo hat wieder allerlei Anekdoten gesammelt und in diesem Buch aufbereitet. – Leider eher nichtssagend und unreflektiert. Aber zum nebenbei hören und ab und an schmunzeln doch ganz okay.

Wie war euer Oktober? Was waren eure Highlights?

Monsterwochen Reloaded – Der Untergang des Hauses Ushers – III & IV

Nachdem ich die Monsterwochen im letzten Jahr pausiert habe, geht es dieses Jahr weiter. Zwar nicht direkt mit Monstern, aber dafür wieder mit einem Klassiker aus dem Bereich Horror bzw. Schauerroman, den ich lese und mir dann verschiedene filmische Interpretationen dazu anschaue.
So waren es in den Jahren zuvor bereits Dracula, Frankenstein, Das Phantom der Oper und Das Bildnis des Dorian Gray.
Eine weitere Änderung in diesem Jahr ist, dass ich die vier Versionen aus zeitlichen Gründen lediglich in zwei Beiträgen erläutern werde.

Und damit Vorhang auf für den zweiten Part zu „Der Untergang des Hauses Usher“

Die populärste Verfilmung

Die Handlung: Philip Winthrop hat sich mit Madeleine Usher verlobt und reist zu dem Landsitz der Familie, um sie abzuholen. Doch vor Ort verhalten sich der Butler und vorallem Madeleines Bruder Roderick sehr merkwürdig und erzählen etwas von einer seltsamen Krankheit. Philip will es nicht glauben und versucht alles, um seine Verlobte zu retten.

„Unsicherheit, wie nur das Erlöschen aller lebendigen Impulse sie hervorruft, zu jener Art entschlossener Knappheit, jener abgehackten, gewichtigen, schleppenden und hohlen Aussprache, jenem bleiernden, schwerfälligen und moduliert-gaumigem Tonfall,den man sonst nur bei haltlosen Trinkern oder unverbesserlich Opiumsüchtigen im Zustand höchster Erregung beobachten kann.“*

Meine Meinung: Wenn man nach Verfilmung zur Kurzgeschichte sucht, kommt „Die Verfluchten“ als eines der meisten Suchergebnisse. In 76 Minuten verfilmte Roger Corman – der übrigens eine beeindruckende Geschichte hat und Hollywood nachhaltig veränderte – die 25 Seiten Geschichte und schafft es dabei den Fokus genau richtig zu legen. Denn die Änderung den eigentlich namenlosen Erzähler, der ein alter Freund von Roderick ist, umzuändern in Philip Winthrop, den Verlobten von Madeleine, lässt mehr Spielraum, um die Geschichte zu erzählen. Die Auseinandersetzung zwischen den beiden Männern, die beide auf ihre Weise versuchen Madeleine zu schützen – wir erinnern uns, dass der Film von 1960 ist – funktioniert hervoragend und gibt der Geschichte weit mehr Tiefe als die Buchvorlage bot. So haben wir trotz der Kammerspielartigen Kulisse, da das Haus kaum verlassen wird, immer wieder erschreckende Momente, denn die Charaktere können einfach aus dem Nichts auftauchen und verschwinden. Und gerade weil Roderick und Philip eher im Streit sind, ergibt sich auch Konflikt und Dialog. So bleibt der Kern der Geschichte erhalten und wird soweit ausgeschmückt, um einen kompletten Film zu erzählen.

„Seine erregte und zerrüttete Vorstellungsweise verlieh allen Dingen einen schwefligen Schimmer; seine langen, improvisierten Sterbegesänge werden mir immer in den Ohren klingen.“*

Funfact zu Edgar Allen Poe: Poes Tod ist so mysteriös wie seine Geschichte. Er war zuvor tagelang verschwunden, trug die Kleidung eines Anderen und wurde als sehr verwirrt beschrieben. Da das Krankenhaus seine Unterlagen verlor, ist die genaue Ursache bis heute unbekannt.

Funfact zu Untergang des Hauses Usher: Es wird gemutmaßt, dass Poe sich bei  der Geschichte stark an „Das Raubschloss“ des deutschen Autors Heinrich Clauren orientiert hat, da es im Aufbau sehr ähnlich ist und die Geschichte auch ins englische übersetzt wurde.

Die Serienverfilmung

Die Handlung: Roderick Usher ist CEO von Fortunato Pharmaceuticals, einem milliademschweren Unternehmen, das sich gerade in einem Gerichtsverfahren wiederfindet. Auch hat er frisch den Tod seiner sechs Kinder zu betrauen. In einer regnerischen Nacht legt er vor dem ermittelndem Staatsanwalt eine umfangreiche Beichte ab und erzählt dabei auch, wie seine Kinder ums Leben kamen.

„“Ob ich es höre? – Oh doch, ich höre es und habe es gehört. Lange schon – lange – viele Minuten, viele Stunden, viele Tage höre ich es schon – doch ich wagte nicht – so habt doch Mitleid mit dem Elenden, der ich bin! – Ich wagte nicht zu sprechen!“*

Meine Meinung: Netflix Werbekampagne hat Früchte getragen, denn mir fiel noch vor der Recherche zu verschiedenen Verfilmungen sofort diese Serienumsetzung ein. Dabei fand ich es von Anfang an befremdlich, dass eine Kurzgeschichte in acht Folgen umgesetzt werden sollte. Und auch der Beginn sah so aus, als würde sich gerade einmal das Grundgerüst an die Vorlage halten. Tatsächlich ist es aber auch genauso gewollt. Netflix wählte zwar den Titel „Untergang des Hauses Usher“, aber eigentlich ist es eine Verfilmung von acht verschiedenen Kurzgeschichten inklusive des wohl bekanntesten Gedichts Poes „Der Rabe“. So begab ich mich auf weitere Recherche und las vor den Folgen jeweils die dazugehörigen Geschichten. Und den Machern der Serie ist es wirklich gut gelungen durch die familiären Strukturen und der Rahmenhandlung die verschiedenen Motive gekonnt einzusetzen. Da die Handlung in die Gegenwart geholt wurde, konnte viel mit den Motiven und die Übertragung dieser in die heutige Zeit gespielt werden, was die Serie auch gekonnt umzusetzen weiß. Unterschwellig ist auch viel Gesellschaftskritik vorhanden, die den finalen Schliff gibt.

„Als läge ein Zauber im Schrei seiner Worte, öffnete im gleichen Moment die schwere alte Tür, auf die er deutete, langsam ihre mächtigen Ebenholzkiefer.“*

Funfact zu Edgar Allen Poe: Obwohl Poe zum Release von Der Rabe bereits seit zwanzig Jahren veröffentlichte, bekam er lediglich 9 Dollar für sein Werk.

Funfact zu Untergang des Hauses Usher: Alle in der Serie vorkommenden Charaktere tragen Namen, die Anspielungen auf Poes Leben oder seine Werke sind.

Kennt ihr die Werke?

*Zitate aus: „Der Untergang des Hauses Usher und andere fantastische Geschichten“ von Edgar Allen Poe in der Ausgabe des Coppenrath Verlags 2024.

Joker – Folie á deux

Ein Vorwort

2019 brachte Todd Phillips seine Version des wohl bekanntesten Bösewichts aus dem Batman Universum auf die große Leinwand. Dabei handelte es sich um ein erstaunlich gut funktionierendes Drama mit einer großen Portion Gesellschaftskritik. Gerade Hauptdarsteller Joaquin Phoenix gab hier alles und so wurde es ein Film, der im Gedächtnis blieb. Nun sollte es eine Fortsetzung geben und zuvor gab es jede Menge Gerüchte rund um ein Musical, wofür auch Lady Gaga gecastet wurde. Die ersten Kritiken waren vernichtend und nun war für mich die Frage: Wird es wieder nur eine enttäuschende Fortsetzung? Die Antwort findet ihr in meinem heutigen Beitrag.

Filmtitel und Kinokarte arrangiert auf einer Filmklappe. Im Hintergrund liegt ein Manga über den Joker.

Die Handlung

Arthur Fleck ist im Gefängnis und erwartet seine Verhandlung. Der Umgangston ist rau, einziger Lichtblick sind die Gesangsstunden, bei denen er Harleen „Len“ Quinzel trifft, die ganz fasziniert vom Joker ist. Doch während des Prozesses hadert er immer mehr mit sich. Ist er der Joker oder doch einfach nur Arthur?

Meine Meinung

Wenn ein Regisseur sagt, dass er keine Lust hat ein Sequel zu drehen, und sich der Hauptdarsteller dieser Meinung anschließt, dann ist das eigentlich ein sicheres Zeichen, dass man den Stoff liegen lassen sollte. Aber wenn ein Film nun einmal gute Zahlen schreibt, dann wollen die Studios auf der Erfolgswelle weiter surfen. Und so konnten Phillips und Phoenix doch noch überredet werden und setzten sich an den zweiten Teil zu Joker. Doch wo ansetzten und worauf soll es hinauslaufen?
Diese Frage hat uns Regisseur Todd Phillips zwar erst ganz zum Schluss beantwortet, aber vorher bietet er uns 138 Minuten voller Gefängnisdrama, Gerichtsdrama, Liebesgeschichte und Musical. Und gleichzeitig bietet er uns … Nichts. Denn was dem Film fehlt, ist irgendwie der rote Faden. Grundsätzlich ist er erstmal viel zu lang, die Aufmerksamkeit im Publikum nahm merklich ab und mit jeder weiteren Gesangsnummer wurde das Geseufze lauter. Denn diese tragen nicht, wie angenommen, das Geschehen und bringen die Handlung voran, sondern werden immer dann eingesetzt, wenn die Zuschauenden im Unklaren gelassen werden sollen, wie viel Joker in Arthur Fleck steckt. Wenn durch einzelne Zeugenaussagen Trigger ausgelöst werden und er sich in eine Traumwelt flüchtet, wo er noch immer der starke Joker ist. Leider werden die einzelnen Songs dann auch noch komplett ausgespielt und auch wenn sie in der Regel gut geschrieben, und gerade von Lady Gaga auch gut vertont sind, eine bunte und aufregende Performance bieten, so tragen sie doch nicht weiter zur Geschichte bei. Das hätte auch wesentlich reduzierter stattfinden können.
Auch das Gefängnisdrama und der Part im Gericht wirkt sehr künstlich gestreckt und kommt erst ganz am Schluss mit einer Aussage daher. Wir bekommen zwar wieder viel von Joaquin Phoenix unfassbar gutem Schauspiel geboten und es wird auch wieder gezeigt, welche Abgründe die Menschheit bietet, diesmal vorrangig in Form der Gefängniswärter. Doch all das reicht nicht, um eine spannende oder zumindest interessante Handlung zu bieten. Stattdessen glaubt man überall kleine Anzeichen einer Botschaft von Phillips zu spüren, doch bei genauerem Nachdenken bleibt nicht viel Übrig.
So haben wir einen Film, der eigentlich ständig nur sagt: Sehr her, ich bin nicht das, was ihr erwartet habt oder was ihr euch gar erhofft habt. Damit ist er in seiner Gesamtheit nicht unbedingt schlecht, nur sehr gewöhnungsbedürftig und wie bereits erwähnt auch einfach zu lang. Und vielleicht lernt Hollywood ja daraus und lässt Sequels liegen, wenn Regisseure und Hauptdarstellende von Anfang an sagen, dass sie keine Lust darauf haben.

Das Fazit

Joker 2 – Folie á deux kommt nicht so richtig in Schwung, macht einige Ebenen auf, kann aber keine wirklich zufriedenstellend abschließen. Immer wieder künstlich gestreckt ist der Film auch einfach zu lang und schafft es erst in den letzten Minuten auf den Punkt zu kommen. Dafür gibt es 06 von 10 möglichen Punkten.

Joker 2 – Folie á deux läuft seit dem 03.10.2024 in den deutschen Kinos