Promising Young Woman

Ein Vorwort

Er wird schon jetzt als der wichtigste Film des Jahres gehandelt. Locker und farbenfroh, doch mit einem sehr schwierigen Thema trat Promising Young Woman bei den diesjährigen Oscars an und kam mit einem Goldjungen nach fünf Nominierungen nach Hause. Wie er mit dem Thema umgeht und ob er aus gutem Grund als so wichtig angesehen wird, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Cassie Thomas (Carey Mulligan) hat ihr Medizinstudium nach dem Selbstmord ihrer besten Freundin abgebrochen. Jetzt arbeitet sie in einem Café und verbringt ihre Abende in Clubs, wo sie so tut, als wäre sie sturzbetrunken und dann mit Männern mitgeht, die sie als leichte Beute ansehen. Nach und nach sucht sie Leute aus der Vergangenheit auf, um die Geschehnisse auf unkonventionelle Art aufzuarbeiten.

Meine Meinung

Promising Young Woman nimmt sich einem Thema an, das aktueller denn je ist und doch bei vielen nur noch ein müdes Augenrollen hervorruft: Sexismus, Sexuelle Belästigung, bis hin zur Vergewaltigung. Dabei werden aber keine ausufernden Diskussionen genutzt, sondern die Thematik wird in Form eines Rache-Thrillers erzählt. Aber fangen wir am Anfang an.
Wir lernen Protagonistin Cassie an einem der Abende kennen, in denen sie sich im Club gespielt betrunken abschleppen lässt. Dabei schaut sie, wie weit die Herren gehen und ob sie ihren Zustand ausnutzen. Bevor diese zu übergriffig werden, zeigt sie ihren nüchternen Zustand. Die Reaktionen sind dabei ähnlich. Unverständnis, Rechtfertigungen, bis zu wüsten Anschuldigungen. Auch ohne moralischen Fingerzeig wird hier deutlich wie falsch eine solche Situation ist und wo in der Einstellung der Männer der Fehler liegt. Durch ein zufälliges Treffen mit einem ehemaligen Kommilitonen, kommen Erinnerungen zurück und sie beginnt mit ihren Rachefeldzug. Dabei wird deutlich, dass Ryan (Bo Burnham) als Gegenpart angelegt ist und rücksichtsvolles und verständnisvolles Verhalten bei ihm dominiert. So entspinnt sich neben dem Rachethriller auch eine Liebesgeschichte. Hier zeigt sich auch die subtile Stärke des Drehbuchs, da Cassie traumatisiert durch den Verlust ihrer besten Freundin Probleme hat zu vertrauen. So werden gleichzeitig die Auswirkungen für die Hinterbliebenden gezeigt, ohne ständig darauf hinzuweisen, ganz gemäß dem Leitsatz „Show, don’t tell“.
Die Racheabschnitte selbst werden auf verschiedenste Weise aufgezogen und sind durchweg bitterböse. Auch hier zeigt sich, wie die verschiedenen Gruppen auf die Anschuldigungen reagiert haben und wie sie Jahre später darüber denken. Und wie sie handeln, wenn sie erneut damit konfrontiert werden. Zwar ist Cassies Verhalten hier höchst fragwürdig, als filmisches Mittel zur Verdeutlichung passt es aber umso besser.
Schauspielerisch ist es vor allem Carey Mulligan als Cassie, die hier hervorsticht. Dieser Zwiespalt zwischen der offenen „Mir ist alles egal“-Haltung und dem darunter verborgenen Trauma, spielt sie gekonnt aus. Dabei sind es nicht die großen Gesten, sondern die kleinen Änderungen in der Mimik die den Unterschied machen.
Unterm Fazit werde ich noch ein paar weitere Worte über den Film verlieren. Da ich dafür aber hochgradig spoilern muss, setzte ich diese nach unten.

Das Fazit

Promising Young Woman nimmt sich einer schwierigen Thematik an und zeigt Missstände in der Gesellschaft auf ohne mit der Moralkeule zu kommen. Doch selbst der lockere Grundton kann über die Relevanz des Erzählten nicht hinwegtäuschen. Dafür gibt es 09 von 10 möglichen Punkten.

Promising Young Woman läuft seit dem 19.08.2021 in den deutschen Kinos

Meine Meinung – Fortsetzung – Achtung Spoiler!

Der größte Kritikpunkt für mich am Film ist die Wendung, die Ryan am Ende nimmt. Vom tollen Vorzeigemann, der sie unterstützt und ihr Halt im Leben gibt durch seine verständnisvolle Art zu eben jenem Schema, das sie bekämpft. Seine Involvierung in die Ereignisse von damals und sein Schweigen dazu, hat mich stark getroffen. Hier hätte ich mir wirklich gewünscht, dass er der Good Guy geblieben wäre. So bleibt die Botschaft, dass wirklich alle Männer schlecht sind und man niemandem vertrauen kann.
Hingegen umso gelungener finde ich das Ende. Denn durch ihren Tod bei der letzten Racheaktion wird noch einmal verdeutlicht, welch gefährliches Spiel sie spielte. Denn schon allein, dass sie in den Bars mit all den Männern mitging, hätte schlimm ausgehen können. Hier nur einmal an den Mann geraten, der sich auch an ihrer Nüchternheit nicht stört und sie dann eben mit Gewalt vergewaltigt. Dass es für sie dann kein Happy-end gibt, war für mich die logische Schlussfolgerung. Dennoch finde ich es auch gut, dass es nicht beim ursprünglich geplanten Ende der Regisseurin (ihr Tod) blieb, sondern noch eine letzte Szene (Hochzeit) beigefügt wurde, wodurch die Hoffnung, dass es wenigsten ein bisschen Gerichtigkeit gibt, aufrecht bleibt.

The Father

Ein Vorwort

Die Tatsache, dass bei der diesjährigen Oscarverleihung die Reihenfolge der Kategorien geändert wurde und statt Bester Film diesmal Bester Hauptdarsteller als letztes vergeben wurde und Preisträger Anthony Hopkins dann nur per Bild eingeblendet werden konnte, sorgte für starke Kritik. Die Sinnhaftigkeit dessen sollte jedoch an anderer Stelle diskutiert werden. Ob der Gewinn Hopkins in der Kategorie gerechtfertigt war, das soll Thema des heutigen Beitrags sein.

Die Handlung

Anthony (Anthony Hopkins) ist 80 Jahre alt und dement. Dennoch will er seine Wohnung nicht verlassen und beteuert, dass er gut allein zurecht kommt. Seine Tochter Anne (Olivia Coleman) versucht so gut es geht für ihn da zu sein, doch stößt allmählich an ihre Grenzen.

Meine Meinung

Die Grundidee einen Film vollständig aus der Sicht eines Demenzkranken zu schreiben, ist schon ein schwieriges Unterfangen. Den schwierigsten Schritt dafür hatte Regisseur Florian Zeller schon hinter sich, denn der Film basiert auf seinem Theaterstück von 2012. Dies merkt man dem Kammerspielartigen Setting auch an. Nun musste es aber auch noch auf der Leinwand funktionieren.
Dafür setzt der Film auf kleine Details, die auf einer Bühne wohl schwierig umzusetzen gewesen wären. Die Feinheiten in der geänderten Einrichtung sind für die Zuschauer teilweise erst auf dem zweiten Blick ersichtlich, was aber den schleichenden Prozess der Verwirrung des Protagonisten unterstützt und auch den Zuschauer mehr  als einmal vor ein Rätsel stellt.
Die Handlung selbst bietet anfänglich, aber auch zwischenzeitlich immer wieder Stolpersteine, wo die Frage aufkommt, in welche Richtung der Film sich entwicklt. Die konkrete Auflösung erfolgt tatsächlich erst in den letzten Szenen, die die zuvor auftauchenden Rätsel lüftet. Das hängt damit zusammen, dass der Film aus dem hochgradig unzuverlässigen dementen Protagonisten erzählt wird. Der Film fängt gekonnt seinen Alltag ein, inklusive des Vergessens von Dingen. Aber auch zeitlich können einzelne Geschehnisse teils nicht richtig wiedergegeben werden. Dies erhöht die Spannung des Films, will man doch hinter des Rätselslösung kommen.
Getoppt wird die langsam erzählte, aber sehr feinfühlige Handlung und der dezente Kulissenwechsel, nur von den durch die Bank weg absolut grandiosen Darstellern. Während Rufus Sewell, Mark Gatiss oder auch Olivia Williams eher im Hintergrund bleiben, so sind es gerade Anthony Hopkins und Olivia Coleman, die ihren Ruf als ausgezeichnete Darsteller*innen wieder einmal gerecht werden. Denn der Film bedarf keiner großen Gesten oder der typischen „Oscarszene“, sondern es sind die kleinen Feinheiten. Der Stimmungswechsel, den man allein in den Augen der Darsteller*innen erkennt. Gerade Hopkins brilliert auf diesem Gebiet. Minutenlange Szenen mit einer Bandbreite von Emotionen und man sieht sie allein seinen Augen an. Für diese Leistungen kann man seinen Gewinn bei den diesjährigen Oscars nur als verdient ansehen. Coleman hingegen schafft es nicht gegen diese Leistung anzuspielen, sondern sie mit zu nutzen und zu eigen zu machen. Die innere Zerissenheit in jeder Szene nimmt man ihr ab und möchte sie mehr als einmal nur in den Arm nehmen.

Das Fazit

The Father ist ein ruhig erzählter und brilliant gespielter Film, dessen ganzes Spektrum erst am Ende deutlich wird und sich dadurch im Nachgang noch auf mehrfache Weise entfaltet. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.

The Father läuft seit dem 26.08.2021 in den deutschen Kinos

Free Guy

Ein Vorwort

Wenn man einen Gamer nach einer gelungenen Videospielverfilmung fragt, gibt es selten eine Antwort ohne Augenrollen. Doch wie ergeht es eigentlich den Nicht spielbaren Nebencharakteren? Genau mit dieser Frage befasst sich Free Guy. Wie das in Filmform funktioniert und ob es endlich Hoffnung am Videospielverfilmungshimmel gibt, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Guy (Ryan Reynolds) lebt in Free City. Was er nicht weiß ist, dass er ein Charakter in einem Videospiel ist. Als er auf Molotov Girl (Jodie Comer) trifft, fällt er aus seiner Endlosschleife heraus und versucht sie zu beeindrucken. Diese wiederum ist eine Spielerin, die einen Feldzug gegen den Entwickler des Spiels führt.

Meine Meinung

Free Guy funktionierte schon im Trailer gut und sah nach einem lustigen Zeitvertreib aus. Auch wenn man meint im Trailer schon viel gesehen zu haben: Der Film bietet noch mehr! Dabei sind es hier gerade auch die kleinen Anspielungen, die wahnsinnig gut funktionieren – außer, wenn Disney anfängt mit einem „Schaut mal, wofür wir alles die Rechte haben“, das war gerade am Ende ein bisschen viel.
Aber fangen wir vorne an. Free City ist von mehreren Videospielen inspiriert, unter anderem GTA. Das heißt Guy lebt in einer sehr brutalen Welt und ist als Bankangestellter daran gewöhnt mehrfach täglich überfallen zu werden. Die Tatsache und diese Selbstverständlichkeit wird so selbstironisch vermittelt, dass man schon hier aus dem Lachen kaum noch herauskommt. Da dies als vollständiger Film wohl kaum funktionieren würde, gibt es die zweite Ebene rund um Millie, die als Spielerin Molotov Girl einen versteckten Clip sucht, während sie im realen Leben einen Feldzug gegen den Entwickler des Spiels Antwan (Taika Waititi) führt, da er Code von ihr und ihrem ehemaligen Partner Keys geklaut hat. Leider muss sie es beweisen.
So hangelt man sich in beiden Erzählebenen an den einzelnen Stationen entlang, die zwischen Spaß, Spannung und Drama hin und herwechseln. So ist die Abwechslung garantiert. Mit Guy seine Welt noch einmal neu zu erkunden ist unglaublich aufregend. Gamer finden hier wahrscheinlich noch viel mehr versteckte Anspielungen.
Schauspielerisch funktioniert der Film ebenfalls wunderbar. Ryan Reynolds spielt zwar seine inzwischen perfektionierte Rolle, irgendwo zwischen Deadpool, The Voices und Meisterdetektiv Pikachu, aber hat spürbar viel Spaß Guy mit Leben zu füllen. Der restliche Cast ordnet sich genau da ein. Taika Waititis Overacting mögen manche als übertrieben ansehen, ich fand es On Point, um seinen Charakter so herrliche überdreht wirken zu lassen – okay am Ende war es auch mir zu viel, aber bis dahin hab ich die Rolle sehr gefeiert!
Mit einer Lauflänge von 115 Minuten schafft Free Guy es auf mehreren Ebenen zu erzählen, die Charaktere gut einzuführen und sich entwickeln zu lassen. Selbst beim meckern auf hohem Niveau lässt sich hier kaum etwas finden – außer die bereits angemerkten Kleinigkeiten. Der Film ist in sich rund und funktioniert bestimmt auch noch beim mehrmaligen Sehen.

Das Fazit

Free Guy spielt zwar in einem Videospiel bietet aber auch für Nicht-Gamer eine Menge Spaß und versprüht einfach nur gute Laune. Dafür gibt es 09 von 10 möglichen Punkten.

Free Guy läuft seit dem 12.08.2021 in den deutschen Kinos

Rückblick auf den August 2021

Die Kinos sind weiterhin geöffnet – außer mein Stammkino, das hatte mit einer defekten Klimaanlage zu kämpfen. Dennoch habe ich keine Mühen und Kosten gescheut und bin für euch mehrfach in andere Städte gereist. Dann hatte ich Urlaub und konnte tatsächlich mal ein bisschen abschalten. Und (um mal etwas persönlicher zu werden): Ich habe von meinem langjährigen Partner einen Antrag bekommen. Ich bin jetzt also verlobt (und noch immer ein wenig hyped deswegen 😀 ). So nun aber ganz schnell zum medialen Rückblick auf den vergangenen Monat.

Neulich in der Sneak

Killer’s Bodyguard 2: Griechenland ist nach einer Ankündigung der EU im Ausnahmezustand. Dies nutzt Aristotle Papadopoulos aus, um Hackerangriffe an zentralen Knotenpunkten auszuführen. Der eigentlich in einer Auszeit befindliche Bodyguard Michael Bryce  wird von Sonia abgeholt, um ihren Mann Darius Kincaid zu befreien. Kurz darauf wird den dreien der Auftrag gegeben, Papadopoulos aufzuhalten. – Ein zweiter Teil, den niemand brauchte und der auf mehreren Ebenen problematisch ist.

Filme – auf großer Leinwand gesehen

Jungle Cruise: Die Forscherin Lily Houghton begibt sich 1916 in den Amazonas, um dort einen geheimnisvollen Baum zu finden, dessen Blüten angeblich alle Wunden heilen können. Zusammen mit ihrem etwas ängstlichen Bruder McGregor heuern sie Frank Wolff an. Doch sie sind nicht die einzigen, die den Baum suchen. – Nette Grundidee, mangelhafte Umsetzung.

In the Heights (OV): Usnavi ist Besitzer eines kleinen Ladens in Washington Heights einem Stadtteil von New York City. Dort trifft sich die Gemeinschaft, die alle unterschiedliche Sorgen haben. Als dann auch noch das Gerücht umgeht, dass jemand 96.000 Dollar im Lotto gewonnen hat, gibt es kein Halten mehr. – Ohrwurmgefahr bei diesem mitreißenden Musical.

Cash Truck: „H“ stößt neu zu einer Geldtransportfirma. Trotz seiner schweigsamen Art findet er sich gut ein. Als der Transporter überfallen wird, beweist er erstaunliches Geschick mit der Waffe. Doch er hat ein Geheimnis. Denn sein Sohn starb bei einem ähnlichen Überfall und er setzt alles daran die Mörder zu finden. – Guter Erzählstil, braucht am Anfang ein bisschen um den richtigen Ton zu finden.

Free Guy: Guy lebt in Free City. Was er nicht weiß ist, dass er ein Charakter in einem Videospiel ist. Als er auf Molotov Girl trifft, fällt er aus seiner Endlosschleife heraus und versucht sie zu beeindrucken. Diese wiederum ist eine Spielerin, die einen Feldzug gegen den Entwickler des Spiels führt. – Eine wunderbare Videospieladaptionparodie, die viel Spaß macht.

The Suicide Squad: Eine neu zusammengestellte Task Force X unter dem Kommando von Rick Flag wird auf die Insel Corto Maltese geschickt, die gerade einen Militärputsch hinter sich hat. Sie sollen den Thinker finden und in der Geheimbasis Jotunheim ein Projekt sicherstellen. Dabei geht, wie der Name verrät, einiges schief. – Nicht der erhoffte Neuanfang, aber auch kein kompletter Reinfall.

The Father: Anthony ist 80 Jahre alt und dement. Dennoch will er seine Wohnung nicht verlassen und beteuert, dass er gut allein zurecht kommt. Seine Tochter Anne versucht so gut es geht für ihn da zu sein, doch stößt allmählich an ihre Grenzen. – Brilliant gespielt, die Handlung ergibt sich erst gegen Ende vollständig. Überzeugt vor allem durch den unkonventionellen Erzählstil.

Promising Young Woman: Cassie Thomas hat ihr Medizinstudium nach dem Selbstmord ihrer besten Freundin abgebrochen. Jetzt arbeitet sie in einem Café und verbringt ihre Abende in Clubs, wo sie so tut, als wäre sie sturzbetrunken und dann mit Männern mitgeht, die sie als leichte Beute ansehen. Nach und nach sucht sie Leute aus der Vergangenheit auf, um die Geschehnisse auf unkonventionelle Art aufzuarbeiten. – Locker erzählt, dabei ein schwieriges, aber wichtiges Thema sehr gut aufgearbeitet.

Filme – leider in diesem Monat verpasst

Snake Eyes: G.I. Joe Origins: Film 1 fand ich relativ gut, Film 2 habe ich nie gesehen aber dieses Spin-off sieht ganz interessant aus.

Ganz knapp nicht auf die Liste geschafft haben es: Tom & Jerry, Reminiscence – Die Erinnerung stirbt nie

Filme – auf großem Fernseher gesehen

Das wandelnde Schloss: Eine junge Hutmacherin wird von einer Hexe verflucht und wacht als alte Frau auf. Auf ihrer Suche nach Erlösung, trifft sie auf einen Zauberer in einem wandelnden Schloss. Sie heuert als seine Putzfrau an und merkt, dass auch er errettet werden muss. – Bisher eines meiner liebsten Studio Ghibli-Filme.

The guy who didn’t like musical: Paul mag keine Musicals. Doch nach einem Kometenabsturz fangen alle um ihn rum an zu singen und tanzen. Was hat es damit auf sich? – Leicht abgedrehte Musicalnummer, die total viel Spaß macht.

Twisted – the untold story of a Royal Visier: Was wäre, wenn nicht Aladdin der Held der Geschichte wäre, sondern Dschafar total missverstanden? – Ein Musical, eine Disney Parodie und dann auch noch tolle Charakterentwicklung.

Denn sie wissen nicht, was sie tun: Jim Stark kommt neu an die Schule und muss sich mit einer Gruppe Rowdys auseinander setzen. Bei einer Mutprobe stirbt der Anführer. Es folgt eine Nacht voller Erkenntnisse, Flucht, Jagd und vor allem Konflikte zwischen den Jugendlichen und den Erwachsenen. – Braucht ein wenig, um in Fahrt zu kommen, dann umso wichtiger.

Schindlers Liste: Oskar Schindler ein Mitglied der NSDAP will eine Emaillefabrik bei Krakau zu neume Leben erwecken und benötigt dafür Arbeiter. Aus Kostengründen entscheidet er sich für Juden aus dem neugeschaffenem Ghetto. Über die Jahre setzt er sich immer wieder für seine Arbeiter*innen ein und rettet damit ca. 1200 Juden*Jüdinnen das Leben. – 195 Minuten bedrückende Geschichte und jede Szene ist notwendig und wichtig.

Serien – ein etwas ausführlicherer Überblick

High School Musical – das Musical – die Serie – Staffel 1 (Nette Idee, funktioniert stellenweise auch ganz gut, aber tendenziell zu wenig oder zu einfallslose Lieder)

The Unicorn – Staffel 2 (Auch die zweite Staffel hat wieder großen Spaß gemacht und die Charaktere sind einfach nur zum liebhaben)

Cooking with Paris – Staffel 1 (Fragt mich nicht, warum ich die Serie geguckt habe, aber sie ist eher aufgesetzt als cringe, also durchaus mal einen Blick wert)

We bare bears – Staffel 1 (Charmante Animationsserie über drei Bären und ihre Suche nach Freunden)

Motel Makeover – Staffel 1 (Haltet den Rosé bereit, denn diese Serie schafft es Stil, Freundschaft und ein großes Renovierungsprojekt zu vereinen. Haltet mich aber bitte davon ab meine Wohnung jetzt auch apricot pink streichen zu wollen)

Mein Lesemonat

Bücher insgesamt: 7
Seiten gesamt: 2.529
Seiten pro Tag: 82 im Durchschnitt
Gebundenes Buch: 1
Taschenbuch: 5
E-Book: 1

Malady Savage Love: Maladys Aufenthalt auf Madeira bei den Almeida Brüdern wird gefährlicher. Ein Anschlag auf Jupiter sorgt für strengere Sicherheitsbestimmungen, was Narciso ins Spiel bringt. Der Strudel aus Gewalt, Gefühl und Begehren wird stärker. – Solider zweiter Teil, bei dem man das bekommt, was man nach Band 1 erwarten kann.

Der Orden des geheimen Baumes 1 – Die Magierin: Ein gespaltener Kontinent. Während im Osten Drachen verehrt werden und die junge Anwärterin Tané darauf hofft eine Drachenreiterin zu werden, lebt der Westen in ständiger Angst, dass die großen Erhabenen wieder erwachen und die Welt in Dunkelheit stürzen. – Schwieriger Erzählstil, lange Aufwärmphase, aber letztlich tolle Geschichte.

Bluescreen: Lizzie Benett ist eine Auszubildende bei einem Regionalsender. Dort trifft sie auf den Moderator Will Darcy, da der Sender seine Sendung übernommen hat. Auf den ersten Blick sind beide wenig begeistert von einander. Können Sie ihren Stolz und ihre Vorurteile überwinden? – Tolle Jane Austen Adaption, hinten raus ein wenig langatmig.

Unter gläsernen Fassaden: Moritz ist eigentlich hochbegabt und verliert sich gerne in seiner Welt aus Zahlen. Nur, dass seine Eltern ihn gerne als Anwalt sehen würden. Während er bei seinem Vater und seiner Stiefmutter für Hausarbeiten ausgenutzt wird, reagiert seine Mutter regelmäßig ihre Wutanfälle an ihm an. Dann verliert er auch noch sein Notizbuch. Dies findet Josie, die ein Faible für Codes hat und daher versucht Moritz‘ zu knacken. – Schwieriges Thema, aber tolle Umsetzung und so voller Hoffnung geschrieben.

Das Lied der Nacht: Dunkle Schatten reisen durch das Land und schlachten alles ab, was auf ihrem Weg liegt. Nur der Wanderer Weys und die Bardin Caer finden einen Weg ihnen zu entkommen. Dabei lauert die Gefahr überall. – Poetischer Schreibstil und blutige Handlung vereinen sich zu einer tollen Geschichte.

Das Meer der Legenden: Die Halbnixe Mavi landet durch Zufall auf dem Schiff des berüchtigen Piraten Tairon wieder. Da sie auf der Flucht vor einem anderen Mann ist, schließt sie sich der Gruppe an und segelt Abenteuern entgegen. – Spannende Abenteuergeschichte mit tollen Charakteren.

Das Phantom der Oper: Die neuen Operndirektoren Moncharmin und Richard sind wenig begeistert über die Gerüchte eines Phantoms, das auch noch Geldforderungen stellt. Doch die kommenden Ereignisse rund um die Sängerin Christine Daaé sind kaum zu erklären. – Ein weiterer Klassiker von meiner Liste. Im Oktober folgt ein Projekt dazu 😉

Neulich in der Sneak: Killers Bodyguard 2

Ein Vorwort

Ja, ihr sehr richtig: Ich war mal wieder in einer Sneak. Während diese im Kino meines Vertrauens seit Corona die Überraschungsvorstellung nicht wieder eingeführt wurde, so doch bei meiner besten Freundin, die ich letzte Woche besucht habe. Statt eines guten Films lief Killers Bodyguard 2. Warum er mir nicht gefiel, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Was bisher geschah

Michael Bryce war einst ein gut bezahlter und hoch geachteter Bodyguard. Doch nachdem er einen Auftrag in den Sand setzte, verlor er fast alles und gibt sich nun mit unterklassigen Jobs zufrieden. Bis er einen Anruf von seiner Ex-Freundin bekommt, die den Auftragskiller Kincaid dringend zum internationalen Gerichtshof in Den Haag bringen muss, doch befürchtet, dass es in ihrer Organisation einen Maulwurf gibt. Doch Bryce und Kincaid können sich eigentlich überhaupt nicht riechen, da Kincaid öfter Aufträge hatte Bryce Klienten zu töten. Es folgt eine wilde Verfolgungsjagd, da die Handlanger des Angeklagten Vladislav Dukhovich ihnen dicht auf den Fernsen sind.

Die Handlung

Griechenland ist nach einer Ankündigung der EU im Ausnahmezustand. Dies nutzt Aristotle Papadopoulos (Antonia Banderas) aus, um Hackerangriffe an zentralen Knotenpunkten auszuführen. Der eigentlich in einer Auszeit befindliche Bodyguard Michael Bryce (Ryan Reynolds) wird von Sonia (Salma Hayek) abgeholt, um ihren Mann Darius Kincaid (Samuel L. Jackson) zu befreien. Kurz darauf wird den dreien der Auftrag gegeben, Papadopoulos aufzuhalten.

Meine Meinung

Ich musste tatsächlich nachgucken, wie ich den ersten Teil gefunden habe. Mit 08 von 10 möglichen Punkten scheint er mir ganz gut gefallen zu haben. Gerade das Duo aus Ryan Reynolds und Samuel L. Jackson habe ich lobend hervorgehoben. Ich musste das nachgucken, nicht weil ich mich nicht mehr erinnern konnte, dass er mir gefallen hat. Sondern, weil ich sicher gehen musste, dass meine Erinnerung wirklich an den ersten Teil dieses Film war. Denn dieser war so schlimm, dass ich gar nicht weiß, wo ich anfangen soll.
Also beginnen wir doch am Anfang. Griechenland befindet sich in einer Krise, die EU schreitet ein und fällt ein Urteil zum Ungunsten von Griechenland, was Aufstände auslöst. Das Land befindet sich kurz darauf im Ausnahmezustand. Das kommt einen vielleicht teilweise bekannt vor, denn genau dieses Szenario gab es vor ein paar Jahren. Wie das hier fast ins Lächerliche gezogen wird, ist ein Magenschlag für alle Griechen. Dann treffen wir auf Michael Bryce, der sich eine Auszeit vom Bodyguarding nehmen soll. Das ist tatsächlich der Teil des Films, der am besten funktioniert, was wohl schon alles sagt. Dann taucht Sonia Kincaid auf. Hat die echt schräge Beziehung zwischen Sonia und Darius (Jackson) im ersten Teil noch für Erheiterung gesorgt, so schlägt es hier ins Extreme um. Hier war man wohl der Ansicht, dass mehr besser sei und haben aus den wenigen Szenen im ersten Teil – wodurch es wahrscheinlich funktioniert hat – einen ganzen Film gebaut. Das sorgt dafür, dass der ganze Film extrem anstregend ist, da gerade Sonia (Hayek) nur am Fluchen und Keifen ist.
Wer davon noch nicht genervt genug ist, zumal auch die Herren nur damit beschäftigt sind, sich gegenseitig Beleidugungen an den Kopf zu werfen, dem wird noch eine absolut sinnlose Handlung hingeworfen, die größtenteils vorhersehbar ist, Wendungen hat, die keiner braucht und grundsätzlich komplett austauschbar. Denn die zweite Konstante neben den nervigen Charakteren sind die Explosionen im Minutentakt. Ja es ist ein Actionfilm und bei Verfolgungsjagden fliegt auch gerne mal was in die Luft. Aber so inflationär, wie es hier benutzt wird, wirkt es nur noch ermüdend.
Nun fragt ihr euch zurecht, ob es denn noch schlimmer kommen kann. Sagt euch gesagt: Ja, es geht. Auftritt Frank Grillo. Wobei nicht der Schauspieler das Problem ist, sondern der Charakter Bobby O’Neill. Wie man in der heutigen Zeit noch einen Charakter, der rassistisch, sexistisch und auch ansonsten in allen Facetten ein Arschloch ist, bleibt wohl ein Rätsel, das nur die Drehbuchautoren aufklären können.
So ist der Film weder spannend, da die Handlung zu generisch, austauschbar ist und dazu noch vorhersehbar, kein bisschen witzig (okay ein zwei Szenen am Anfang vielleicht), weil die Charaktere einfach nur nerven und dann auch noch auf mehren Ebene problematisch (Rassismus, Sexismus, Menschen mit Traumata werden lächerlich gemacht). Mein Tipp: Schaut euch lieber noch einmal den ersten Teil an und spart euer Geld.

Das Fazit

Killers Bodyguard 2 macht nicht nur so ziemlich alles falsch, was man falsch machen kann, sondern ist dann auch noch auf mehreren Ebene problematisch. Warum man aus dem soliden ersten Teil einen so schlechten zweiten Teil machen musste, bleibt fraglich. Dafür gibt es 02 von 10 möglichen Punkten.

Killers Bodyguard 2 läuft seit dem 26.08.2021 in den deutschen Kinos

The Suicide Squad

Ein Vorwort

Das DCEU (DC Extended Universe) kränkelte eigentlich schon ab dem ersten Film eher rum. Dann 2016 schien die große Erlösung bevorzustehen – zumindest war der Trailer echt gut gemacht. Doch der Film war ein wirres Hin und Her und konnte nicht richtig überzeugen. Zumindest Harley Quinn hatte in Margot Robbie ihre Meisterin gefunden. Nun sollte alles besser werden. James Gunn hat sich nach seinem Abgang bei Disney und damit bei Marvel (auch wenn er inzwischen wiederkommen durfte) frei entfalten dürfen. Gute Aussichten gab es, da es sich um ein Reboot handeln sollte. Was der zweite Versuch eines Suicide Squad nun kann, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Eine neu zusammengestellte Task Force X unter dem Kommando von Rick Flag (Joel Kinnaman) wird auf die Insel Corto Maltese geschickt, die gerade einen Militärputsch hinter sich hat. Sie sollen den Thinker (Peter Capaldi) finden und in der Geheimbasis Jotunheim ein Projekt sicherstellen. Dabei geht, wie der Name verrät, einiges schief.

Meine Meinung

Es sollte ein Reboot sein, der die vorherigen Filme einfach ignoriert und alles besser macht. Allein an dieser Prämisse scheitert es schon insofern, dass am Anfang nichts mehr erklärt wird. Es wird davon ausgegangen, dass jeder weiß, was ein Suicide Squad ist, wer Rick Flag, Amanda Waller und Harley Quinn ist. Gleichzeitig macht Regisseur James Gunn innerhalb weniger Minuten deutlich, dass er einiges am Ton der Serie ändern will. Allein die Tatsache, dass man nicht allein an der Einführung sehen kann, welcher Charakter stirbt und welcher lebt, sagt einiges aus.
The Suicide Squad – und nicht etwa Suicide Squad 2 um das Reboot deutlicher zu machen oder um alle zu verwirren – hat im Vergleich zur 2016er Version die weniger erinnerungswürdigen Charaktere. Hier wurde für den DC Laien (also mich) ganz tief in die Comic-Kiste gegriffen, um die abgedrehtesten Bösewichte zu finden. Dennoch fehlt es den Charakteren wie schon im ersten Versuch an vor allem einen: Hintergrundgeschichte und Tiefgang. Nun bei einigen wäre das wohl verschwendete Liebesmüh und würde den Rahmen des Films wohl auch sprengen. Das war der Vorteil des kleineren Teams aus dem ersten Versuch – hier wurde das ganze einfach nur vergessen.
Darüber hinaus bietet der Film ein Wechselbad aus Spaß und Spannung. Gut gemachte Action – auch wenn man manchen Charakteren irgendwann nicht mehr glaubt, dass sie das noch überleben konnten – trägt den Film von Szene zu Szene. Zwischendurch wird der Spaß erzeugt, in dem die Charaktere einfach miteinander agieren, auch wenn der ein oder andere „Ich bin aber viel toller“ Moment zwischen Bloodsport und Peacemaker ziemlich überflüssig wirkt – gut meiner Meinung nach war der ganze Charakter Peacemaker überflüssig, aber das ist ein anderes Thema. Highlight des Films ist wieder einmal Margot Robbies Harley Quinn. Da ihre Szenen wohl dosiert sind und es keine reine Harley-Show wird, machen sie noch viel mehr Spaß. Hier wird das verrückte Wesen Harley genommen und in abstruse Szenen gesteckt, was aber diesmal absolut wunderbar harmoniert.
Kurzum The Suicide Squad macht vieles richtig und kann im Großen und Ganzen als guter Film bzezeichnet werden. Die Rettung des Franchises ist die Widerherstellung des Rufes der Antagonist*innengruppe ist er jedoch nicht. Denn das meiste, was passiert, vergisst man innerhalb kürzester Zeit. Charaktere wie Amanda Waller sind einfach viel zu überzeichnet, für Antagonist*innen haben sie eine viel zu große Moral und irgendwo fehlt der letzte Touch, der den Film zu etwas besonderem gemacht hätte.

Das Fazit

The Suicide Squad schwankt zwischen wirklich gut, ganz nett und nett gemeint hin und her. Er funktioniert beim Sehen gut, schafft es aber nicht längerfristig im Gedächtnis zu bleiben. Dafür gibt es 06 von 10 möglichen Punkten.

The Suicide Squad läuft seit dem 05.08.2021 in den deutschen Kinos

Cash Truck

Ein Vorwort

Wir brauchen mal wieder einen neuen Actionfilm, irgendwer Ideen? Lasst uns doch einen der älteren Actionstars nehmen und dann… dann machen wir mit dem ein Remake eines französischen Films von 2004. Genial! So oder so ähnlich könnte die Besprechung zu Cash Truck abgelaufen sein. Was der Film darüber hinaus kann, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

„H“ (Jason Statham) stößt neu zu einer Geldtransportfirma. Trotz seiner schweigsamen Art findet er sich gut ein. Als der Transporter überfallen wird, beweist er erstaunliches Geschick mit der Waffe. Doch er hat ein Geheimnis. Denn sein Sohn starb bei einem ähnlichen Überfall und er setzt alles daran die Mörder zu finden.

Meine Meinung

Guy Ritchie ist einer dieser Regisseure, bei dem der Film richtig gut werden kann – zuletzt gesehen bei The Gentleman – oder eben auch nicht (wir verschweigen am besten King Arthur). Cash Truck zählt zu denen, irgendwo dazwischen. Denn die dreigeteilte Erzählweise passt so herrlich zu Ritchies Erzählstil, dass der Film sich von anderen Genrevertretern abgrenzt – zumal es hier auch wieder schwierig ist dem Film ein eindeutiges Genre zuzuweisen – zum anderen funktioniert er in seiner Gesamtheit nur bedingt. 
Aber von vorne. „H“ stößt zur Geldtransporterfirma. Sein erster Tag ist getränkt voller toxischer Männlichkeit, flachen Sprüchen, so gut wie alle unter der Gürtellinie und Schwanzwitzen. Wer auch immer das lustig findet, mich störte es massiv. Nicht so sehr, dass es vorkam, sondern die Masse. Zwischendurch befürchtete ich, dass es überhaupt nicht mehr aufhört und der Dialog nur noch daraus besteht. Dann geht es gleich ins Eingemachte. Die meisten Szenen dürfte man aus dem Trailer kennen. Nach circa einem Drittel wendet der Film und reist in die Vergangenheit. Hier erfahren wir einiges über „H“ und seine Geschichte. Das ist auch bitter nötig, um dem vorhergehenden ein bisschen Sinn zu verleihen. Damit es sich ein letztes Mal dreht und wir eine Gruppe neuer Charaktere kennenlernen. Hier wird eilig noch ein bisschen Erklärung eingeworfen und dann geht es ans große Finale.
Und das kann sich zwar sehen lassen, wirkt aber auch einfach überladen. Zu viel Gewalt und Tote für den ansonsten besonnen reagierenden Film. Auch das ein oder andere Logikloch tut sich hier auf. Alles in allem nicht so rund, wie man es bei Ritchie erwarten könnte.
Dennoch funktioniert der Film in seiner Gesamtheit. Man muss halt über den Testosteronausfall am Anfang hinwegsehen und das Finale aushalten. Für Actionfans ist auf jeden Fall etwas dabei, gespickt mit ein bisschen Charakterstudie. Mit einer Lauflänge von 119 Minuten hat der Film gerade noch die passende Länge, um alles wichtige zu erzählen, dabei spannend zu bleiben. Noch länger und es hätte sich gezogen. Hier hat Ritchie gerade rechtzeitig den Absprung geschafft.

Das Fazit

Cash Truck ist ein Actionfilm, der nach einer Findungsphase gut funktioniert, dennoch Schwächen aufweist, die er nicht gänzlich mit Stathams störischer Art wett machen kann. Dafür gibt es 06 von 10 möglichen Punkten.

Cash Truck läuft seit dem 29.07.2021 in den deutschen Kinos

Jungle Cruise

Ein Vorwort

Dass Attraktionen aus den Disneylands zu erfolgreichen Filmfranchises führen können, hat wohl die Flucht der Karibik Reihe bewiesen – über die letzten Ausrutscher reden wir dabei nicht. So war es auch hier nur eine Frage der Zeit, bis Disney es ein weiteres Mal probiert. Mit Jungle Cruise gab es zumindest ein interessantes Setting. Warum der Film dennoch nur mäßig funktioniert, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Die Forscherin Lily Houghton (Emily Blunt) begibt sich 1916 in den Amazonas, um dort einen geheimnisvollen Baum zu finden, dessen Blüten angeblich alle Wunden heilen können. Zusammen mit ihrem etwas ängstlichen Bruder McGregor (Jack Whitehall) heuern sie Frank Wolff (Dwayne Johnson) an. Doch sie sind nicht die einzigen, die den Baum suchen.

Meine Meinung

Dass „Captain“ Frank Wolff kein neuer Jack Sparrow wird, war ja nur zu hoffen, da dieser nach fünf Filmen doch durch ist. Dass man jedoch gleich auf jeglichen natürlichen Effekt verzichtet und nur noch auf CGI setzt, war dann doch nicht der Sinn dahinter.
Aber fangen wir vorne und mit ein paar positiven Aspekten an. Da hätten wir zum einen das Geschwisterpaar Houghton. Lily ist für 1916 eine starke Frauenfigur, die genau weiß, was sie will und wie sie es bekommt. Für einige Dinge muss sie ihren Bruder vorschicken, da Frauen z. B. an Universitäten noch nicht gern gesehen sind. Auch im Dschungel behält sie immer die Oberhand und verfolgt zielstrebig ihre Ziele. Ihr Bruder McGregor hingegen ist der vorsichtige, der zögerliche. Damit brechen beide mit den typischen Geschlechterklischees, ohne gleich in die anderen Extreme abzudriften. Zwar hat man mit Dwayne Johnson dann wieder das Männerklischee, doch wird hier tatsächlich auf Charakter gesetzt und nicht rein auf Johnsons Muskeln.
Die Grundhandlung war auch ganz nett. Gegen eine wilde Flussfahrt durch den Amazonas auf der Suche nach einem geheimnisvollen Baum, sprach erstmal nichts. Aber hier fangen die Probleme des Films an. Denn statt es bei dieser Rahmenhandlung zu belassen und sie mit den Charakteren und Gefahren auf dem Amazonas zu verfeinern, musste es natürlich mit einem Fluch, eine gewisse Art von Zombies, überintelligenten Tieren und noch viel mehr gespickt werden. Als Gegenspieler musste dann natürlich auch noch ein Deutscher her, der natürlich auch ein bisschen verrückt ist. Wie sollte es auch anders sein, wenn der Film mitten im ersten Weltkrieg spielt. Das war einfach zu viel des Guten und leider wurde auf jede Stelle, über die ich nur noch den Kopf schütteln konnte, noch einen drauf gesetzt. Da war die sehr erzwungene Liebesgeschichte zwischen Blunt und Johnson noch das harmloseste von.
Aber auch das hätte man alles noch ertragen können, wenn der Film nicht in einem einzigen CGI Gewitter gipfeln würde. Hier wurde sich in keiner Einstellung wirklich Mühe gegeben, sondern einfach nur billige Effekte draufgeklatscht. Letztlich wirkt es wie ein Film, der am Anfang motiviert war und sich dann immer weiter ins abstruse steigert und dessen Effekte immer gelangweilter werden. Der film fühlt sich nicht nach 127 Minuten an, sondern eher nach 180 Minuten, weil er gefühlt kein Ende findet.

Das Fazit

Jungle Cruise hatte am Anfang einiges an Potential, hat aber lieber CGI, eine unnötige Mysterygeschichte und eine unglaubwürdige Liebesgeschichte eingebaut. Immerhin die Charaktere haben – abgesehen von den Bösewichten – funktioniert. Dafür gibt es 04 von 10 möglichen Punkten.

Jungle Cruise läuft seit dem 29.07.2021 in den deutschen Kinos

In the Heights (OV)

Ein Vorwort

Erinnert ihr euch noch an Hamilton? Okay blöde Frage, da es immer und immer wieder in meinen Monatsrückblicken aufgetaucht ist und sich schnell zu meinem Lieblingsmusical entwickelt hat. Doch vor Hamilton schrieb Lin-Manuel Miranda bereits ein Musical: In the Heights. Nun gibt es die adaptierte Bühnenfassung im Kino. Wie das funktioniert hat, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Usnavi (Anthony Ramos) ist Besitzer eines kleinen Ladens in Washington Heights einem Stadtteil von New York City. Dort trifft sich die Gemeinschaft, die alle unterschiedliche Sorgen haben. Als dann auch noch das Gerücht umgeht, dass jemand 96.000 Dollar im Lotto gewonnen hat, gibt es kein Halten mehr.

Meine Meinung

Die Handlung von In the Heights zusammenzufassen ist ein bisschen schwierig, weil alles und gleichzeitig nichts passiert. Um es ganz kurz zu machen, es geht um die Hoffnungen und Träume in einem Stadtteil New York, das von vielen Einwanderern und deren Nachkommen bewohnt wird. Von einem Ladenbesitzer, der von seiner Kindheit in der Dominikanischen Republik träumt und dorthin zurückziehen will. Von einer jungen Friseurin, die gerne Designerin wäre und einen Laden in Manhattan hätte, dort aber nicht einmal eine Wohnung bekommt. Von einer jungen Studentin, die es nach Stanford geschafft hat, doch vom Heimweh zerfressen wird. Und noch so vielen anderen.
Und auch wenn die Grundstimmung der einzelnen Geschichte eher traurig ist, ist es der Film keinesfalls. Lateinamerikanische Rhythmen, mitreißende Hip-Hop Beats und dazu Musical-Melodien. Zusammen ergibt dies einen Cocktail, der es einem schwer macht, artig im Kinosessel sitzen zu bleiben. Vor allem weil die Choreographien einen förmlich dazu auffordern, aufzuspringen und mitzutanzen – auch wenn ich null Rhythmusgefühl habe.
Schwieriger ist es da schon der Handlung zu folgen. Denn es gibt den Film aktuell nur in der Originalversion. Die Betonung liegt hier auf Ohne Untertitel. Das mag bei den Dialogen für geübte Originalzuschauer noch gut funktionieren, ist bei den Liedern dann schon schwieriger, vor allem wenn viel durcheinander gesungen wird. Dennoch schafft man es die Grundaussagen des Films gut zu verstehen, auch wenn es dadurch mitunter anstrengend wird.
Mit 143 Minuten ist In the Heights kürzer als Hamilton (160 Minuten). Dennoch merkt man stellenweise, wo sich Längen auftun könnten. Doch das Drehbuch schafft es genau dann wieder durch eine gefühlvolle Ballade oder eine mitreißende Nummer die Stimmung zu kippen.
Schauspielerisch ist der Film top besetzt. Lin-Manuel Miranda, der in der Broadwayfassung noch die Hauptrolle des Usnavi spielte, gibt diese an seinen Kollegen Anthony Ramos ab, der bereits bei Hamilton eine große Rolle spielen durfte. Doch auch der übliche Cast kann sich durchaus sehen lassen. Schmunzler gab es für Brooklyn-99 Fans mit Stephanie Beatriz Rolle, die so gar nicht der Rosa entspricht und für Hamilton Fans mit dem Gastautritt von Chris Jackson.

Das Fazit

In the Heights bringt lateinamerikanische Rhythmen ins Musical und vereint gute Laune und ernste Themen über die Einwanderungspolitik mit einem unfassbaren Gemeinschaftsgefühl. Nicht nur für Musicalfans eine Empfehlung! Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.

In the Heights läuft seit dem 22.07.2021 in den deutschen Kinos

PS: Bleibt bis zum Ende des Abspanns sitzen! Dort wartet noch ein kleiner Schmunzler und das letzte Lied auf euch!

Nobody

Ein Vorwort

Es war nur eine Frage der Zeit, bis John Wick die ersten Nachfolger anzieht. Gut gemachte Action und ein noch nicht verbratener Actionstar. Mit Better Call Saul Star Bob Odenkirk wurde genau dieser gefunden. Ob Nobody ein würdiger Nachfolger ist oder sich eher die Actionfilmkatastrophen der letzten Jahre einreiht, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Hutch Mansell (Bob Odenkirk) ist ein liebender Vater, fürsorglicher Ehemann und fleißiger Mitarbeiter. Also ein vorbildlicher Bürger, auch wenn er gerne die Mülltonne zu spät rausstellt. Eines Abends gibt es einen Raubüberfall, bei der er widerstandslos das Risiko klein hält. Dafür erntet er viel Kritik. Als kurz darauf ein paar Betrunkene im Bus randalieren, kann er sich nicht mehr zurückhalten. Denn hinter der Fassade schlummert eine Vergangenheit, die jetzt herausbricht.

Meine Meinung

Der einleitende Vergleich mit John Wick kommt nicht von ungefähr. In beiden Filmen haben wir einen Mann, der nach einem Überfall auf sein Haus seine dunkle Vergangenheit auspackt und beachtliche kämpferische Skills besitz, mit der auf Rachefeldzug geht. In beiden Filmen legt man sich mit dem Sohn/Bruder eines einflussreichen Mafiabosses an, der darauf eine persönliche Racheaktion plant. Vorteil für Hutch Mansell im Vergleich zu John Wick: seine Familie lebt noch.
Spannend ist hier gerade am Anfang, wie Sprüche von Sohn, Ehefrau und Chef das Bild des mustergültigen Mannes kreiert wird, und Hutch praktisch alles davon abgesprochen wird. Er sei „kein richtiger Mann“, nur weil er friedlich vor sich hinlebt und jede Konfrontation meidet. Glücklicherweise wird dieses Bild im folgenden relativiert, auch wenn natürlich der Wandel zum knallharten Schläger erfolgt. Dennoch kann mit ein paar Klischees gebrochen werden.
Leider verrennt sich Nobody im folgenden zu sehr in Altbekanntem, statt wirklich etwas neues zu schaffen. Gerade Alexeis Serebrjakows Charakter als Mafiaboss Yulian Kusnezow wirkt wie ein wandelndes Klischee, zumal man „den bösen Russen“ und den „guten Amerikaner“ auch nicht mehr sehen kann. So mag der Film grundsätzlich ein gutes Drehbuch haben, doch man kann in so ziemlich jeder Szene vorhersagen, was passiert. Hier wird lieber auf Nummer sicher gegangen, anstatt sich mal etwas zu trauen und vom Bekannten abzuweichen.
Das ist besonders schade, weil man gerade im großen Finale und durch das Auftauchen von Christopher Lloyds Charakter David Mansell erkennt, was möglich gewesen wäre. Hier kommt so viel Schwung und Witz dazu, dass man praktisch dafür belohnt wird, bis hier ausgehalten zu haben.
Also ja Nobody ist stellenweise ein guter Film, der richtig Spaß macht und tolle Charaktere etabliert. Aber eben nur stellenweise. Und das ist letzlich zu wenig, um wirklich zu überzeugen. Dennoch möchte ich hier die tollen Kampfchoreographien erwähnen und auch, dass Hutch zwar als starker Kämpfer, aber nicht als Übermensch gezeigt wird. Auch er bekommt Schläge ab, die ihn hart treffen und straucheln lassen. Nur, dass er halt wieder aufsteht, was nicht alle seine Gegner schaffen.

Das Fazit

Nobody ist ein Actionfilm, der ein bisschen zu sehr auf Nummer sicher geht und sich an altbekannten Handlungsstrukturen orientiert. Dabei zeigt er gerade am Ende, dass er mehr drauf hat, dafür muss man aber bis dahin durchhalten. Dafür gibt es 06 von 10 möglichen Punkten.

Nobody läuft seit dem 01.07.2021 in den deutschen Kinos