Zoomania

Am 03.03.2016 erschien ein neuer Disney-Pixar Film in den deutschen Kinos.

Kurz zur Story: Judy Hopps hat sein Kindheitstagen nur einen Traum: Sie möchte Polizistin werden. Nur leider ist sie als Hase sehr klein und daher stehen ihre Chancen sehr schlecht. Doch sie schafft die Ausbildung und zieht nach Zoomania, wo „jeder alles werden kann“. Doch auch dort trifft sie auf viele Vorurteile. Als sie einen ausweglos scheinenden Fall zugeteilt bekommt, für den sie nur 48 Stunden Zeit hat und von dem ihre Karriere abhängt, braucht sie Hilfe und findet sie in einem kleinkriminellen Fuchs.

Nach uns Pixar im letzten Jahr mit „Alles steht Kopf“ gezeigt hat, wie es bei uns im Kopf aussieht, geht es diesmal um unsere Träume. Mit der Geschichte der Judy Hopps zeigt uns Pixar, dass wir groß träumen dürfen und mit viel Mühen auch unseren Traum leben können. Zunächst lernt der Zuschauer Judy Hopps in Kindheitstagen kennen. Zusammen mit ihrer sehr großen Familie lebt sie in einem kleinen Dorf und träumt davon Polizistin zu werden. Dabei wird sie von allen Seiten belächelt, denn ein kleines Tier, wie ein Hase, hat keine Chance Polizistin zu werden. Doch Hopps beweist es allen und besteht als Jahrgangsbeste die Polizeiakademie. Sie wird in Zoomania eingesetzt, die Stadt mit dem Motto „Wo jeder alles sein kann“. Doch schnell lernt Hopps, dass es nicht der Realität entspricht. Wieder muss sie sich den gängigen Vorurteilen stellen. Aber Judy Hopps wäre nicht Judy Hopps, wenn sie nicht weiter nach der Erfüllung ihres Traumes streben würde. Allen Widrigkeiten zum Trotz.
Zoomania ist ein Film, der sehr ernste Themen anspricht und sie in eine Hülle aus Humor packt. Die Hauptthemen sind Benachteiligung und Rassismus. Jemand, der klein ist, kann kein Polizist werden. Ein Fuchs kann nicht anständig sein. Raubtiere können von Natur aus nicht gutartig sein, sondern irgendwann bricht immer ihre böse Natur aus. Der Film greift diese Themen auf und verpackt sie in eine süße Geschichte, die trotzdem zum nachdenken anregt. Dies scheint ein Versuch zu sein, aktuelle Themen aufzugreifen und auch schon der jüngsten Generation näher zu bringen. Ob diese die Themen dann wirklich verstehen oder sich eher über das liebevolle Setdesign und die vielen witzigen Einlagen freuen, ist fraglich. Doch Zoomania ist auch ein Film, der bei dem erwachsenen Publikum punkten kann, gerade mit Anspielungen auf den Paten und Breaking Bad. Doch leider wollte der Film ein bisschen zu viel. Durch die beiden großen Themenkomplexe wirkt der Film sehr vollgestopft, auch wenn am Ende versucht wurde beide zu verbinden. Hier hätte es ein Thema – Benachteiligung oder Rassismus – durchaus auch getan. Trotzdem schafft der Film es das Publikum durchweg gut zu unterhalten. Gerade die vielen kleinen Nebencharaktere machen das gewisse Etwas aus und bringen viel frischen Wind auf die Kinoleinwand. Es wird mit einigen Klitschees gespielt, die die Vielfalt der Tiere zeigen.

Alles in allem ist Zoomania ein Film, der gut unterhält aber ein bisschen zu viel wollte. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

Zoolander 2 (Kurzkritik)

Am 18.02.2016 erschien ein neuer Film mit Ben Stiller und Owen Wilson in der Hauptrolle in den deutschen Kinos.

Kurz zur Story: Derek Zoolander lebt nach dem Unfall, bei dem seine Frau starb, und nachdem ihm sein Sohn weggenommen wurde, zurückgezogen. Doch als immer mehr Popstars sterben und dabei einen unverwechselbaren Blick posten, werden Zoolander und sein bester Freund Hansel gerufen, um bei der Aufklärung der Fälle zu helfen.

Zoolander 2 ist die Fortsetzung eines normalen Klamauk-Filmes. Und auch dieser Teil lässt wenig bis keine Ernsthaftigkeit aufkeimen. Ein abgedrehter Gag jagt den anderen und dabei wird vor allem die Modewelt und das Klitschee der dummen Models aufs Korn genommen. Doch abgesehen von ein paar One-Linern und ein paar abgedrehten Star-Auftritten, allen voran Benedict Cumberbatch als Alles und Kiefer Sutherland, hat der Film wenig bis gar nichts zu bieten. Die Witze sind größtenteils nicht lustig und zudem noch völlig übertrieben. Ben Stiller sieht völlig fehl am Platz aus, Owen Wilson bringt noch die lustigere Nebengeschichte und auch Penelope Cruz kann den Film nicht mehr retten. Was vom Film hängen bleibt ist einzig die erste Szene, in der Justin Bieber ermordet wird – das Kino ist lange bei keinem Film mehr in so große Jubelstürme ausgebrochen.

Alles in allem ist Zoolander 2 ein reiner Klamauk-Film, der nicht überzeugen kann. Lediglich für One-Liner und die Ermordung Justin Biebers gibt es 02 von 10 Punkten.

Verpasst im Februar 2016

Hallo ihr Lieben,
manchmal glaube ich ja, dass mein Kalender mich belügt. Es war doch gerade erst Silvester und schon soll auch der Februar vorbei sein? Das geht nicht! Ich habe im Mai schon Abschlussprüfung und bei den starken Kinomonaten einfach keine Zeit zu lernen… und der März wird nicht besser… Aber genug gejammert hier erst einmal meine Filme, die ich im Februar leider nicht geschafft habe zu sehen:

1) The Forest: Natalie Dormer in einen Horrorfilm über den Selbstmordwald in Japan. Der Trailer sah einigermaßen spannend aus, leider kamen bisher kaum gute Kritiken. Aber davon habe ich mich ja noch nie abhalten lassen 😉

2) Where to invade next?: Ein neuer Film von Michael Moore. Er war bis zum Trailer gänzlich unbekannt, aber mein Freund „klärte mich auf“ und auch der Trailer über die 1-Mann-Armee, die auf friedliche Weise versucht die Welt zu erobern, sah sehr schön aus.

So das war es dann auch, denn ich habe ansonsten meine Liste komplett abhaken können. Hier noch ein paar Filme, die es nicht auf meine Liste geschafft haben, die ich aber nicht unerwähnt lassen möchte:

Suffragette, Dirty Grandpa, der geilste Tag, Mustang

Die Oscarverleihung 2016

Hallo ihr Lieben,
wie jedes Jahr bleibe ich für die Oscars wach. Bestens vorbereitet mit genügend Süßkram, um ein paar Kilo mehr auf die Hüfte zu kriegen, möchte ich euch gleich über die Gewinner informieren. Dazu schreibe ich euch noch meinen (natürlich vorher festgelegten) offiziellen Tipp und dann meinen persönlichen Favoriten. Dabei lasse ich die Kategorien, in denen ich zu wenig Filme gesehen habe, wie bester Kurz-, Fremdsprachiger-, Dokumentar- und Animationsfilm. Die „wichtigen“ Filme, die ich aufgrund des deutschen Filmstart noch nicht sehen konnte, sind Raum und Trumbo (Bryan Cranson = Bester Hauptdarsteller). The Hateful 8 und Joy habe ich gesehen, aber es nicht mehr geschafft eine Kritik darüber zu schreiben.

Bester Nebendarsteller:

Offizieller Tipp: Tom Hardy
Persönlicher Favorit: Mark Rylance
Gewinner: Mark Rylance

Beste Nebendarstellerin:

Offizieller Tipp: Alicia Vikander
Persönlicher Favorit: Alicia Vikander
Gewinner: Alicia Vikander

Beste Regie:

Offizieller Tipp: Alejandro G. Inarritu
Persönlicher Favorit: Adam McKay
Gewinner: Alejandro G. Inarirtu

Beste Kamera:

Offizieller Tipp: The Revenant
Persönlicher Favorit: Sicario
Gewinner: The Revenant

Bester Schnitt:

Offizieller Tipp: The Big Short
Persönlicher Favorit: The Big Short
Gewinner: Mad Max: Fury Road

Bester Hauptdarsteller:

Offizieller Tipp: Michael Fassbender
Persönlicher Favorit: Eddie Redmayne
Gewinner: Leonardo diCaprio

Beste Hauptdarstellerin:

Offizieller Tipp: Cate Blanchett
Persönlicher Favorit: Saoirse Ronan
Gewinner: Brie Larson

Bester Film:

Offizieller Tipp: Spotlight
Persönlicher Favorit: Brooklyn
Gewinner: Spotlight

Bestes Originaldrehbuch:

Offizieller Tipp: Spotlight
Persönlicher Favorit: Alles steht Kopf
Gewinner: Spotlight

Bestes adaptiertes Drehbuch:

Offizieller Tipp: The Big Short
Persönlicher Favorit: The Big Short
Gewinner: The Big Short

Bestes Szenenbild:

Offizieller Tipp: The Revenant
Persönlicher Favorit: Bridge of Spies
Gewinner: Mad Max: Fury Road

Bestes Kostümdesign:

Offizieller Tipp: The Revenant
Persönlicher Favorit: Mad Max: Fury Road
Gewinner: Mad Max: Fury Road

Beste Filmmusik:

Offizieller Tipp: Sicario
Persönlicher Favorit: The Hateful 8
Gewinner: The Hateful 8

Bestes Make-up und Frisuren:

Offizieller Tipp: The Revenant
Persönlicher Favorit: Mad Max: Fury Road
Gewinner: Mad Max: Fury Road

Bester Ton:

Offizieller Tipp: The Revenant
Persönlicher Favorit: Bridge of Spies
Gewinner: Mad Max: Fury Road

Bester Tonschnitt:

Offizieller Tipp: Sicario
Persönlicher Favorit: Mad Max: Fury Road
Gewinner: Mad Max: Fury Road

Beste visuelle Effekte:

Offizieller Tipp: Der Marsianer
Persönlicher Favorit: Ex_Machina
Gewinner: Ex_Machina

Das macht Offiziell 6 Richtige und Persönlich 8 Richtige 🙂

Verpasst aber nicht vergessen – Teil 5 – Oscarspezial

Hallo ihr Lieben,
die Verleihung der legendären Academyawards findet in Kürze statt und ich habe noch schnell drei Filme nachgeholt, die nominiert wurden und möchte euch vorab noch schnell meine Meinung dazu nennen.

The Danish Girl

Am 07.01.2015 erschien ein Film, der sich mit der ersten Geschlechtsumwandlung befasst in den deutschen Kinos.
Das Künstlerpärchen Einar und Gerda Wegener leben ein glückliches Leben in Kopenhagen. Doch Einar fühlt sich nicht ganz wohl in seinem Körper, kann es aber nicht definieren, woher dieses Gefühl kommt. Bis Gerdas Model ausfällt und Einar ihre Strümpfe und ihr Kleid anzieht. Dadurch entwickelt er seine zweite Persönlichkeit Lili. Was als Spiel des Ehepaares beginnt, wird für Einar zu einer wahren Persönlichkeitsfrage. The Danish Girl ist ein Film, der den inneren Zwiespalt einer Person, das Unwohlfühlen im eigenen Körper so authentisch darstellt ohne darüber viele Worte verlieren zu müssen. Einar hat wenig Chancen mit jemanden darüber zu reden. Ärzte sehen in ihm eine gestörte Persönlichkeit, seine Frau Gerda weiß nicht, wie sie mit der Situation umgehen soll. Einerseits will sie ihren Mann glücklich sehen und ihn daher bei seiner Findung unterstützen, andererseits brauch sie auch ihren Mann als Stütze im Leben. Eddie Redmayne und Alicia Vikander harmonieren perfekt vor der Kamera und haben für ihre Leistung zu Recht Oscar-Nominierungen bekommen. Der Film hält einen hohen Spannungsgrad, auch wenn von Anfang an der Ausgang relativ klar ist. Trotzdem überrascht das Ende und rührt einen noch eine längere Zeit. Lediglich bei den Kostümen verfehlt der Film knapp das Ziel. Die Geschichte von Lili spielt in den 1920er Jahren, die Kostüme spiegeln aber eher die Jahrhundertwende wieder. Trotzdem sind die Schauplätze sehr schön, man fühlt den Kontrast des Kopenhageners und des Pariser Lebens zu der Zeit.
Alles in allem berührt der Film sehr und führt zu der ein oder anderen Träne im Auge und bekommt dafür 09 von 10 möglichen Punkten.

 Brooklyn – Eine Liebe zwischen zwei Welten

Am 21.01.2016 erschien ein Film über das Heimatgefühl und wie schwierig es ist seine Heimat zu verlassen in den deutschen Kinos.
Die Irin Eilis hat in Irland keine Zukunft. Durch die Wirtschaftskrise gibt es keine Jobchancen und ihre Schwester organisiert daher, dass sie in die USA auswandern kann. Doch Heimweh plagt sie, trotz Job und Abendschule. Erst als sie sich in den Italiener Tony verliebt, fühlt sie sich besser. Als jedoch ihre Schwester stirbt, muss sie zurück nach Irland. Dort läuft es nun besser für sie, sie findet einen Job und lernt den netten Jim kennen. Doch ist Irland noch ihre Heimat?
Brooklyn ist ein herzerwärmender Film, der sich weniger um die klassische Liebe dreht, als viel mehr um die Liebe zur Heimat. Die Frage ist pernament: Wo gehör ich hin? Kann sich auch in einem fremden Land das Heimatgefühl aufbauen? Und was passiert, wenn die Gründe für die Auswanderung plötzlich wegfallen? Dabei dramatisiert der Film nicht großartig, sondern erzählt relativ langsam, aber auf sehr schöne Weise die Geschichte von Eilis. Auch Saoirse Ronan überzeugt durch ein minimalistisches Schauspiel. Sie überzeugt einen mit ihren Emotionen ohne offensichtliches Lachen oder der bebenden Unterlippe. Man fühlt mit Eilis mit und kann ihre innere Zerissenheit nachvollziehen. Obwohl der Film langsam und ruhig erzählt wird, ist er doch an keiner Stelle langweilig.
Alles in allem ist Brooklyn ein schöner Film über das Heimatgefühl und jetzt schon einer der schönsten Filme des Jahres. Dafür gibt es 09 von 10 Punkten.

Spotlight

Am 25.02.2016 erschien die Verfilmung der mit dem Pulitzer Preis ausgezeichnete Journalismusarbeit um den Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche in den deutschen Kinos.
Der Boston Globe hat ein spezielles Team für investigativen Journalismus: Spotlight. Der neue Chefredakteur des Globe setzt dieses Team auf einen Missbrauchsfall von einem katholischen Priester an einem Jungen an. Doch bald merkt das Team, dass es sich nicht um einen Einzelfall handelt. Auch Anwälte sind mit in den Skandal verwickelt, die immer zwischen der Kirche und den „Opfern“ vermitteln.
Spotlight ist ein Film, dessen Ausgang man schon kennt. Man weiß, dass die Story veröffentlicht wurde und das es einen riesen Skandal auslöste. Aber trotzdem ist der Film durchgehend spannend. Er zeigt in allen Ausführlichkeiten die Recherchearbeiten des Teams mit allen Steinen, die ihnen in den Weg gelegt wurden und mit allen moralischen Fragen. Dabei decken sie immer mehr auf und man entdeckt das eigentliche Ausmaß. Die Schauspielleistungen sind durchgehend gut, was auch daran liegt, dass ein sehr starker Cast gewählt wurde. Die Oscar-Nominierungen für Mark Ruffalo und Rachel McAdams sind jedoch unbegründet, da sie keine herausragenden Leistungen zeigen, sondern standarisierte gute Leistungen. Gerade Ruffalo fällt teilweise fast ins Overacting und steigert sich sehr in seine Rolle hinein. Die Handlung ist, obwohl das meiste bereits bekannt ist, packend und mitreißend, allerdings sollte man sich schon für das Thema interessieren.
Alles in allem ist der Film eine packende Umsetzung der Recherchearbeiten mit einem starken Cast und erhält daher 08 von 10 Punkten.

Deadpool

Am 11.02.2016 erschien ein neuer Film aus dem Hause Marvel mit einem etwas anderen Helden in den deutschen Kinos.

Kurz zur Story: Wade Wilson ist ein Söldner und führt eine glückliche Beziehung zu der Prostituierten Vanessa. Bis bei ihm Krebs diagnostiziert wird. Im Kampf ums Überleben gibt er sich in die Hände einer zwielichtigen Organisation, die ihm verspricht den Krebs zu heilen und ihn zu einem Superheld zu machen. Doch etwas geht gehörig schief und Wilson hat zwar Superheilungskräfte, ist aber auch komplett entstellt. In dem bekannten roten Anzug geht er auf die Suche nach dem Kopf der Organisation für seine Rache.

Deadpool ist vielleicht nicht der typische Held und der Film kein typischer Film aus dem Hause Marvel, aber dafür kann er noch mehr begeistern als andere. Deadpool ist brutal, sorgt für beinahe pausenlose Lachanfälle und hat so viel Charme, wie kaum ein Film vor ihm. Das ganze beginnt schon am Anfang. Anstatt mit einer Großaufnahme einer überflogenen Stadt oder irgendetwas ähnlichem Belanglosen anzufangen, beginnt Deadpool mit einem Standbild. Zunächst werden nur kleine Teile gezeigt, doch während des gesamten Vorspanns wird das Bild von allen Seiten gezeigt, wodurch sich ein sehr obstruses Bild ergibt. Doch viel Zeit zum Wundern bleibt nicht, denn die Beteiligten am Film werden genannt, nur halt nicht wie üblich mit Namen. Und schon liegt das Publikum halb auf dem Boden vor Lachen. Schnell wird der Film ein bisschen zurückgedreht und der Zuschauer erkennt, wie Deadpool in die Situation kam. Die Zeitachse wechselt sich nun ab. Zum einen wird das „aktuelle“ Geschehen gezeigt und zum anderen Deadpools Vorgeschichte. Dabei fällt es schwer zu entscheiden, welche Zeitebene einem besser gefällt, denn beide sind so voller Witz, Humor und Charme, dass beide Geschichten wunderbar funktionieren. Selbst die Liebesgeschichte stört kaum, denn sie wird im Schnelldurchlauf erzählt und Deadpool hatte schon vor seinem „Unfall“ eine große Klappe. Der Film bietet einige brutalen Szenen, die ungeschnitten gezeigt werden, aber nie zu Übertrieben sind. Das Publikum liegt in jeder zweiten Szene auf dem Boden vor Lachen, aber trotzdem punktet der Film als Actionfilm und auch anrüchige Witze landen nie unter der Gürtellinie. Es gibt unzählige Anspielungen auf das Marvel Cinematic Universe, die X-Men Filme, Green Lantern, etc, die für Fans zu noch mehr Erheiterung führte. Aber auch ohne vorher einen einzigen Marvel Film gesehen zu haben ist Deadpool in vollen Zügen zu genießen.
Ryan Reynolds übernimmt die Rolle des Wade Wilson bzw. des Deadpools. Er spielte die Rolle bereits im X-Men Universum in X-Men Origins: Wolverine. Dort hatte Deadpool aber eher einen kleinen Auftritt und konnte nicht überzeugen. Dafür gibt Reynolds in diesem Film alles. Wilson ist ein sarkastischer Söldner und wird zu einem sarkastischen… Held? Das bestreitet Deadpool die ganze Zeit und wirklich ein Held ist er nicht. Aber auf der Suche nach dem Mann, der ihn bei der Krebsheilung entstellt hat. Zur Seite stehen ihm mehrere Sidekicks, die ebenfalls alle ihren eigenen Charme und Humor haben.
Ed Skrein übernimmt die Rolle des Francis bzw. des Ajax. Damit übernimmt er die Rolle des Antagonisten also im Prinzip des Bösen (Kann man Deadpool daher als den Guten bezeichnen?). Eiskalt und mit einem sehr trockenen Humor ist er der perfekte Gegenspieler.
Auch die anderen Rollen sind alle sehr durchdacht besetzt. Es gibt keine Rolle, die nicht wie die Faust aufs Auge in den Film passt. Mit einer Spielzeit von unter 2 Stunden ist Deadpool für Marvel Verhältnisse ein kurzer Film. Dadurch wirkt aber auch keine Szene künstlich in die Länge gezogen, sondern der Film nimmt sich genau die Zeit, die er braucht, um die Geschichte zu erzählen. Die Vorgeschichte, die Suche nach Rache und natürlich die obligatorische Endschlacht. Alles hat eine gute Länge und braucht nicht mehr Zeit, um erzählt zu werden. Die Schauplätze sind gut gewählt und auch an den Effekten ist nichts auszusetzten.

Alles in allem überzeugt Deadpool in allen Blickpunkten und lässt keinen Raum für Kritik. Dafür gibt es 10 von 10 möglichen Punkten.

Blogparade: Unwiderrufliche Karriererollen

Hallo ihr Lieben,
der liebe Ma-Go hat nun auch eine Blogparade hervorgebracht. Da lass ich mich nicht lange bitten und zauber gleich einmal einen Beitrag dazu. Das Thema sind unwiderrufliche Karriererollen, d. h. Rollen mit denen die Schauspieler immer und immer wieder in Verbindung gebracht werden. „Das ist doch der aus…“ Wichtig für meine Liste ist mir, dass ich bei diesem Standartsatz immer nur einen Film/eine Rolle nenne und die Schauspieler hinterher nichts mehr gespielt haben, was sie von diesem Klitschee wegbringt. So fehlt beispielsweise Jennifer Lawrence mit ihrer Paraderolle Katniss aus Hunger Games, weil sie danach einige Filme gemacht hat, die noch mehr überzeugt haben. Die Reinfolge stellt übrigens keine Wertung da 😉

  1. Will Poulter als Kenny Rossmore

21031712_2013082317392807.jpg-r_640_600-b_1_D6D6D6-f_jpg-q_x-xxyxx
Quelle

2. Romy Schneider als Sissi

2d3575ce9b6ba1caf0f09ad382a525ca
Quelle

3. Elijah Wood als Frodo

Frodo-Elijah-Wood-lord-of-the-rings-27496035-1920-800
Quelle

4. Kate Beckinsale als Selene

kate-beckinsale-underworld-4-awakening-image
Quelle

5. Nicole Kidman als Satine

anigif_enhanced-32089-1398823116-9
Quelle

6. Chris Evans als Captain America

evansCA
Quelle

7. Audrey Hepburn als Holly Golightly

22-2249-PHAZD00Z
Quelle

8. Daniel Radcliffe als Harry Potter

daniel-radcliffe---harry-potter-final-scenes-seems-fantastic-102-101272
Quelle

9. Elyas M’Barek als Herr Müller

19535249_20131010164828663.jpg-c_640_360_x-f_jpg-q_x-xxyxx
Quelle

10. Pierce Brosnan als James Bond

James_Bond_(Pierce_Brosnan)_-_Profile
Quelle

Was sagt ihr zu dem Thema? Stimmt ihr mir zu? Und wer fehlt eurer Meinung nach auf meiner Liste?

Legend

Am 07.01.2016 erschien ein neuer Film über die berüchtigten Kray-Zwillinge mit Tom Hardy in einer Doppelrolle in den deutschen Kinos.

Kurz zur Story: Die Zwillinge Ron und Reggie Kray beherrschen in den 60er Jahren die Unterwelt Londons. Doch dabei haben sie einige Probleme. Denn Reggie Kray muss seiner Ehe zuliebe den Anschein wahren, dass seine Geschäfte komplett legal sind und sich gleichzeitig um seinen unter Schizophrenie leidenden Bruder Ron kümmern, der leicht außer Kontrolle gerät.

London in den 60er Jahren. Der Zuschauer lernt am Anfang erst einmal Reggie Kray kennen. Elegant im Anzug gekleidet, bietet er den beiden Inspectors, die in einem Wagen vor seiner Tür warten, eine Tasse Tee an. Man merkt gleich, dass er nicht ganz der nette Kerl sein kann, der er vorgibt zu sein. Die Inspectors sind natürlich nicht begeistert und lehnen ab. Im folgenden wird zunächst das Kennenlernen zwischen Reggie und seiner zukünftigen Frau Frances gezeigt, die auch als Off-Stimme den Film erzählt. Als nächstes wird Ron Kray vorgestellt. Er sitzt wegen Schizophrenie in einer Psychiatrischen Anstalt. Obwohl der Arzt davon abrät, setzt Reggie alles daran, Ron zu befreien und schafft es. Ab jetzt mischt er sich aber in die Geschäfte mit ein, misstraut treuen Partner und anstatt zu verhandeln und einzuschüchtern, möchte er lieber eine „ordentliche Schießerei“. Trotzdem schaffen sie es, andere „Banden“ zu vertreiben und sich ihr eigenes Imperium aufzubauen. Bis Reggie im Gefängnis landet und Ron die alleinige Führung übernimmt.
In Legend erleben wir einen zweigeteilten Film. Im ersten Teil haben wir einen etwas andere Gangster-Film. Die beiden Brüder bauen sich ein Imperium auf, man erfährt einzelne Sachen ihrer Machenschaften, aber nie wirklich viel, da die Geschichte durch die Off-Stimme von Reggies Frau Francis erzählt wird, die bis zum Schluss glaubt, dass Reggies Geschäfte größtenteils legal sind. Das ist etwas schade, hier hätte man mehr herausholen können. Umso enttäuschender ist es, dass die Machenschaften im zweiten Teil des Films nur noch am Rande thematisiert werden. Hier verkommt der Film zu einem Drama. Die Ehe zu Francis, die am scheitern ist wird in allen Facetten thematisiert und nebenbei noch Reggies komplizierte Beziehung zu seinem Bruder Ron. Das die beiden Gangster sind, wird nur noch am Rande thematisiert. Das ist schade, denn der Film klang sehr verheißungsvoll und fing auch so an, verliert sich aber während seiner langen Laufzeit. Die am Anfang aufgebaute Spannung hält nicht lange an. Nur wenig Unvorhergesehenes geschieht ab der zweiten Hälfte. Dadurch zieht sich der Film immer mehr. Auch das Ende will nicht so ganz rund gelingen.
Tom Hardy spielt sowohl Reggie als auch Ron Kray. Dabei nuanciert er beide Brüder so unterschiedlich, dass man beim Betrachten nicht auf die Idee kommt, dass die Brüder von nur einem Schauspieler gespielt wurden. Dabei beschränkt Hardy sich auf verschiedene Gestik und Mimik ohne bei einer von beiden Rollen ins Übertriebene zu verfallen. Auch die Dreh- und Schnittechniken sind gelungen, um die vollständige Illusion aufrecht zu erhalten. Lediglich in einer Kampfszene der beiden Brüder konnte man sehen, dass mit Stuntdoubeln gearbeitet wurde.
Auch die anderen Rollen wurden mit guten und überzeugend spielenden Schauspielern besetzt allen voran Christopher Eccleston und David Thewlis. Die Kulisse ist ebenfalls sehr gelungen. Man fühlt sich in der Zeitachse nach hinten in die 60er Jahre gezogen und sieht auch einmal andere Ecken von London.

Alles in allem ist der Film schauspielerisch top, verliert sich aber zu sehr in der Handlung und kann daher nicht überzeugen. Leider nur 06 von 10 möglichen Punkten.

Suite francaise (Kurzkritik)

Am 14.01.2016 erschien ein Film über eine ugewöhnliche Liebe zur Zeit des zweiten Weltkrieges in den deutschen Kinos.

Kurz zur Story: Lucile lebt im Haus ihrer strengen Schwiegermutter Madame Angellier während ihr Mann an der Front gegen die Deutschen kämpft. Ihr Situation ändert sich, als die Deutschen in dem Ort stationiert werden und sich in den Häusern einquartieren. So auch Bruno von Falk im Haus der Angelliers. Doch Bruno scheint nicht wie die anderen Deutschen zu sein und teilt Luciles Hang zur Musik. Eine ungewöhnliche Liebe beginnt.

Der Film bietet einmal einen anderen Blick auf die Geschehnisse während des zweiten Weltkrieges. Es werden weder die Qualen an der Front, noch die Beratungen auf Führungsebene gezeigt. Stattdessen führt der Film uns in ein kleines französisches Dorf. Überwiegend sind nur noch Frauen vorzufinden, da die Männer an der Front sind. Nur noch Männer eines gewissen Alters oder mit körperlicher Einschränkung sind anzufinden. Bis die Deutschen kommen und den Ort besetzen. Nun setzt sich der Film mit der Frage auseinander, wie sich die Deutschen und wie die Bewohner verhalten. Beide Seiten wurden mehr oder weniger in den Krieg gezwungen, denn selbst die Deutschen wollten ihn nicht zwangsläufig. Einfühlsam wird beschrieben, wie unter der Besetzung gelitten wird und was passiert, wenn man doch Gefühle für einen Deutschen entwickelt. Dabei wird leider das Augenmerk ein wenig zu sehr auf die Liebesbeziehung und ein wenig zu wenig auf die Verhältnisse gelegt, was schade ist. Auch wird der Film sehr langsam erzählt, was nicht in jeder Szene angebracht ist. Daher zieht sich der Film ungewollt, was sehr schade ist.

Alles in allem behandelt der Film ein interessantes Thema, konzentriert sich aber auf die falschen Aspekte und verpasst es Spannung aufzubauen. Dafür gibt es 05 von 10 möglichen Punkten.

The Revenant

Hallo ihr Lieben,
da The Revenant mich schon grundsätzlich nicht angesprochen hat, gibt es heute wieder eine Gastkritik von Markus. Also lest ihr nun zunächst meine Meinung und im Anschluss Markus Meinung 🙂

Am 06.01.2016 erschien einer der aufwendigsten Filme der Filmgeschichte in den deutschen Kinos.

Kurz zur Story: Hugh Glass ist zusammen mit seinem Sohn, einem Halbindianer, und einem Trupp Trapper auf Felljagd. Dabei werden sie von Indianern verfolgt, die glauben, dass die Trapper die Tochter des Häuptlings entführt haben. Auf der Flucht wird Glass von einem Bären angegriffen und schwer verletzt. Durch den Wintereinbruch und den landschaftlichen Bedingungen muss Glass zurückgelassen werden. Der griesgrämige John Fitzgerald, der unbedarfte Jim Bridger und Glass Sohn bleiben bei ihm. Ihr Auftrag: Glass bis zu seinem unausweichlichen Tod nicht allein lassen. Aber der Winter und die Indianer sitzen ihnen im Nacken und so beschließt Fitzgerald, dass sein Leben ihm mehr Wert ist. Er begräbt Glass noch lebendig und bringt dessen Sohn um, der versucht ihn zu hindern. Zusammen mit Bridger, der davon nichts mitbekam, macht er sich auf den Heimweg. Aber Glass ist nicht tot und sinnt nun auf Rache, die ihm scheinbar Superkräfte bescheren.

The Revenant behandelt zwei Themen. Rache und Überleben in einer unberührten Natur. Dabei verschmelzen beide Themen immer wieder miteinander, so dass es so scheint, als würde es im Film nur um Rache gehen. Der Zuschauer wird am Anfang gleich ins Geschehen geworfen. Glass und sein Sohn haben gerade Jagd auf einen Elch gemacht. Dann werden die Trapper vorgestellt und man erfährt, dass sie von Indianern verfolgt werden. Und schon geht es los: Die Indianer überfallen das Lager und töten mindestens die Hälfte der Trapper. Den Überlebenden bleibt nichts anderes über, als sich auf ein Boot zu flüchten und flussabwärts die Ware zu verstecken und möglichst schnell zur Basis zurückzukehren. Bei einem Spährundgang wird Glass aber von einem Bären angegriffen und lebensbedrohlich verletzt. Der Leiter der Trapper Andrew Henry hat eine so hohe Meinung von Glass, dass er es mit seinem Gewissen nicht ausmachen kann, ihn einfach zum sterben zurückzulassen. Doch die landschaftlichen Bedingungen lassen nicht zu, dass Glass lange auf einer Trage transportiert werden kann. Henry will ihn aber auch nicht ganz alleine zum sterben zurücklassen. Also sucht er freiwillige. Glass Sohn und Bridger melden sich sofort. Fitzgerald erst, als eine großzügige Belohnung angeboten wird. Doch die Indianern, angetrieben von Rache, denn sie glauben, dass die Trapper die Tochter des Häuptlings entführt haben, sitzen ihnen weiterhin im Nacken. Als Glass nach Tagen immer noch nicht sterben will, entschließt Fitzgerald die Initiative zu ergreifen. Er will Glass helfen zu sterben und ihn ersticken. Da greift dessen Sohn ein. In dem Handgemenge wird dieser getötet. Handlungsunfähig kann Glass nichts tun, außer Fitzgerald zusehen, wie der die Leiche seines Sohnes versteckt und schließlich ihn in ein Grab wirft und lebendig begräbt. Bridger bekam davon nichts mit und glaubt Fitzgerald, dass Glass starb. Die beiden machen sich nun ebenfalls auf dem Weg zur Basis. Aber Glass ist nicht tot. Unter Qualen erhebt er sich aus seinem Grab und krabbelt zur Leiche seines Sohnes. Doch die Indianer sind nicht weit. Von Rache getrieben, macht sich nun auch Glass auf dem Weg zur Basis. Aber er hat drei Gegner: die Indianer, die weiterhin auf Verfolgungsjagd sind, seine Verletzungen und den Winter in einem unbesiedelten Gebiet, wo die Natur eher dein Feind, als dein Freund ist.
The Revenant nimmt mehrere Schicksale und Wege genau unter die Lupe. Die Indianer, die Traper in drei Gruppen und in Rückblenden auch Glass Vorgeschichte. Dadurch übernimmt sich der Film, auch mit den beiden Themen. Um alles genau zu erzählen, braucht der Film eine Spiellänge von fast drei Stunden. Auch für den geübten Kinogänger ist das einfach zu lang. Denn durch die Länge der Handlung ergeben sich auch immer mehr Logiklöcher in der Handlung. Das ist besonders schlecht, weil der Film sehr auf Logik aufbaut und gerade die Landschaftsaufnahmen alles Originalaufnahmen sind. Hier hätten Kürzungen dem Film gut getan. Die Handlung lässt Kritikpunkte offen – die Kamera, der Schnitt und die Filmgestaltung nicht. Durch die natürlichen Gestaltungen, reale Landschaftsaufnahmen und sehr gute Kostüme wird eine einzigartige Atmosphäre geschaffen, die ihr volles Potenzial auf der Kinoleinwand entfaltet.
Leonardo diCaprio übernimmt die Rolle des Hugh Glass und wird schon jetzt als absoluter Oscarfavorit gehandelt. Und natürlich kann man ihm ein gutes Spiel nicht aberkennen, doch mitunter wirkt es auch sehr steif und die Mimik scheint immer wieder dasselbe zu zeigen. Gerade als er seine Geschichte erzählt und von dem Mord an seinem Sohn berichtet, zeigt er absolut keine Emotion. Gutes Schauspiel, aber für den Oscar gibt es doch bessere Kandidaten. Glass ist ein Charakter, der eine sehr bewegende Vergangenheit hat, wie durch einige Rückblenden gezeigt wird. Leider wird seine Geschichte trotz minutenlanger Rückblenden nie deutlich, weswegen sie eher verwirren und daher zur Kürze weggelassen werden sollten. Glass Überlebenskampf wird in allen Facetten gezeigt. Das ist grundsätzlich gut, nur zieht er sich zu lange hin. Mit seinen vielen Verletzungen ist es schon unlogisch, dass er überhaupt den Weg überlebt. Dass aber immer noch mehr hinzukommen auf seinem Weg und er trotzdem weitergehen kann, strapaziert die Geduld des Zuschauers.
Tom Hardy übernimmt die Rolle des Fitzgeralds. Dieser ist der Folter von Indianern entkommen, die ihn, am Kopf beginnend, die Haut abziehen wollten. Eine große Narbe am Kopf erinnert noch an diese Tat. Darüber hinaus ist er der komplette Antagonist. Er lässt Glass halb tot zurück und tötet auch noch dessen Sohn. Er wird vollkommen rücksichtslos dargestellt und scheint kein Gewissen zu haben. Vielleicht muss er so ohne Ecken und Kanten als Böse dargestellt werden, damit die Rachethematik funktioniert und man noch mehr mit Glass sympathisiert. Hardy ist als bester Nebendarsteller für einen Oscar nominiert. Hier sogar äußerst verständlich, zudem die Chancen gut sein dürften.
Will Poulter übernimmt die Rolle des Jim Bridger. Dabei spielt er das, was er am besten kann. Einen verängstigten Jungen, der zu Glass aufsieht, aber sich von Fitzgerald manipulieren lässt. Die Rolle spielt er gut, aber eine neue Leistung ist es nicht.

Alles in allem ist The Revenant ein Film, der technisch und landschaftlich begeistert, aber handlungstechnisch und durch die Länge Schwächen aufweist. Daher gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

Und nun die Kritik von Markus:

Am 06. Januar 2016 erschien das für zwölf Oscars nominierte Survival-Western-Drama „The Revenant“ in den deutschen Kinos. Die Verfilmung des gleichnamigen Romans von Michael Punke basiert auf der angeblich wahren Geschichte des Trappers (Pelztierjägers) Hugh Glass (Leonardo DiCaprio). Im Jahr 1823 erforscht er gemeinsam mit einer vom Captain Andrew Henry (Domhnall Gleeson) angeführten Gruppe die amerikanische Wildnis. Bei einem alleinigen Gang durch die Wälder wird er von einem Grizzly angegriffen und dabei lebensgefährlich verletzt. Während ein Großteil der Trapper den Weg fortsetzt, sollen die beiden Männer John Fitzgerald (Tom Hardy) und Jim Bridger (Will Poulter) sich um Glass kümmern. Als sie keine Chance mehr auf Rettung für ihn sehen und anscheinen Indianer in der Nähe des Lagers auftauchen, entschließen sie sich, den Schwerverletzten ohne Ausrüstung in der Wildnis zurückzulassen…

Der Regisseurs Alejandro González Iñárritu, der bereits 2015 für seinen Film Birdman vier Oscars bekommen hat, soll unter Extrembedingungen gedreht haben. Zum Beispiel wurde nur mit natürlichem Licht in den ländlichen Gebieten Kanadas und Argentiniens in extremer Kälte gedreht. Darüber hinaus seien auch die Schauspieler bis an die Grenze gegangen. So habe der Vegetarier Leonardo DiCaprio laut eigenen Angabe eine rohe Bison-Leber gegessen. Nun kann darüber gestritten werden, ob selbstauferlegte schwierige Drehbedingungen und körperliche Strapazen der Schauspieler gleich einen hervorragenden Film auszeichnen. Warum der Film abgesehen davon trotzdem hervorragend für mich funktioniert, werde ich im Folgenden erläutern.

Zum einen liefert der Kameramann Emanuel Lubezki, der auch bereits in den letzten beiden Jahren für die Filme Gravity und Birdman mit dem Oscar ausgezeichnet wurde, großartige Bilder, die man unbedingt im Kino genießen sollte. Aufgrund der vielen nahen Kameraeinstellungen, die den Protagonisten folgen, wird dem Zuschauer permanent das Gefühl vermittelt, mitten im Geschehen zu sein und nicht nur stiller Beobachter. Zudem ist der Film, wie z.B. bei der jetzt schon berühmt berüchtigten Grizzly-Angriffsszene technisch grandios umgesetzt. Auch die atemberaubenden Landschaftsaufnahmen des verschneiten Kanadas bringen die Kälte des Films, die sich auch in der Handlung wiederfindet, direkt an den Zuschauer weiter. Ich persönlich konnte die Kälte regelrecht spüren und war nach kurzer Zeit so tief in dem Film versunken, dass ich irgendwann vergaß, dass ich im warmen Kino saß.

Auch die Schauspielleistungen waren durchgehend sehr gut. DiCaprio nimmt man seinen Überlebenskampf komplett ab und obwohl er vor allem in der Mitte des Films kaum mehr als Stöhn-Geräusche von sich gibt, schaffte er es allein durch Mimik und Gestik dem Zuschauer seine Verzweiflung sehr glaubhaft rüberzubringen. Auch Tom Hardy hat seine Rolle als Antagonist perfekt gespielt, obwohl ich mir vielleicht nicht nur das absolute Böse in Person, sondern auch ein paar Zwischentöne in der Gestaltung der Figur gewünscht hätte. Domhnall Gleeson und Will Poulter haben ihre Rollen ebenfalls mehr als glaubhaft verkörpert und ich bin gespannt, was in nächster Zeit noch alles von den Schauspielern kommen wird.

Die Geschichte an sich, die man irgendwo zwischen Western und Survival-Drama mit integrierter Rachethematik einordnen kann, ist letztendlich sicherlich sehr dünn und auch vorhersehbar. Diese wurde allerdings mithilfe von Kamera, Schauspieler und der Bilder grandios umgesetzt und das Beste herausgeholt.

Letztendlich hat „The Revenant“ bei mir aufgrund der überwältigenden Bilder und der durchgehend sehr guten Schauspielleistungen einen bleibenden Eindruck hinterlassen und mich regelrecht in den Kinosessel gedrückt. Allerdings würde ich empfehlen den Film unbedingt im Kino anzusehen, da die großartigen Bilder am besten auf der großen Leinwand zur Geltung kommen. Darüber hinaus kann ich aber auch Leute verstehen, die mit der stellenweise sehr langsamen Erzählweise wenig anfangen können. Tatsächlich hatte ich auch in der Mitte des Filmes kurz das Gefühl, dass der Überlebenskampf von Hugh Glass um 5 Minuten hätte gekürzt werden können. Andererseits benötigt der Film aber auch diese Länge, um als Zuschauer komplett in das Geschehen eintauchen zu können. Wer sich also darauf einlassen kann, der wird mit einem einmaligen Filmerlebnis belohnt, das man so schnell nicht wieder vergessen wird. Für mich persönlich ist der Film aufgrund des einmaligen Erlebnisses 9 von 10 Punkten wert.