The Secret Book Club

Ein Vorwort

Nur Frauen lesen Liebesromane? Wer das glaubt, dem wird mit dieser Reihe das Gegenteil bewiesen! Nachdem ich die Reihe in den sozialen Medien immer wieder empfohlen bekommen habe, musste ich doch mal schauen, was dahinter steckt und kann nur sagen: Sie hat sich schnell zu einer Highlightreihe entwickelt. Warum, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die übergeordnete Handlung

Der „Secret Book Club“ gegründet von Brandon Mack ist eine Gruppe von Männern, die alle Probleme mit Beziehungen hatten. Bis sie sich mit Liebesromanen auseinander gesetzt haben, um ihre Frauen besser zu verstehen, aber auch um bessere Ehemänner und Partner zu werden. Dies sind ihre Geschichten.

Band 1: Ein fast perfekter Liebesroman

Die Handlung: Profisportler Gavin Scott hat ein Problem. Seine Frau Thea will die Scheidung, was er unbedingt verhindern will, zumal er der Ansicht ist, dass sie sich eigentlich bei ihm entschuldigen müsste. In seiner Verzweiflung wendet er sich an einen Freund, der ihn kurzerhand dem Secret Book Club vorstellt. Gavin ist skeptisch, doch für jeden Versuch dankbar.

Meine Meinung: Der Auftakt zur Reihe war auch gleichzeitig mein Highlight. Zum einen war es schon einmal ein ganz anderer Ansatz als bei anderen New Adult Romanen. Denn hier geht es nicht darum, dass sich zwei Fremde kennenlernen und dann die Liebe ins Spiel kommt und sie sich am Ende (hoffentlich) kriegen. Wir beginnen hier praktisch am Ende der Beziehung. An dem Punkt, wo sich Thea scheiden lassen will, weil sie die Beziehung nicht mehr erträgt und Gavin am Boden zerstört ist. Diesmal geht es also nicht darum, zusammenzukommen, sondern die Beziehung zu retten. Und das bedeutet aufzuräumen mit allem, was in den Jahren zuvor schief lief. Was einen gestört hat, aber auch sich selbst reflektieren. Das funktioniert hier wunderbar, weil beide lernen müssen und an sich arbeiten müssen. Als Zusatz hat man hier den Buchclub und Auszüge aus der vom Club empfohlenen Lektüre. Vor allem die Selbstgespräche zwischen Gavin und den Protagonisten des Buches sind sehr witzig und lockern die Atmosphäre gut auf. Im Prinzip ist das Buch ein Lobgesang auf die Liebe und den Kampf für den Erhalt, auch wenn man mal in einer Krise steckt. Dabei sind es aber auch keine kleinen Alltagskrisen, sondern schon große, die das Zusammenleben belasten können. Hinzu kommt, dass Gavin und Thea beide sehr sympathische Charaktere sind und man beide Seiten versteht und doch hofft, dass es einen Weg gibt.

Teil 2: Die Liebesroman-Mission

Die Handlung: Braden Mack ist erfolgreicher Geschäftsmann und Gründer des Secret Book Club. Während er schon einige Ehen seiner Freunde gerettet hat, ist er weiter Single. Bis Liv in sein Leben tritt, die Schwester von Thea Scott (bekannt aus Band 1). Diese hat soeben ihren Job verloren, weil sie ihren Chef dabei erwischt hat, wie er eine Kollegin sexuell belästigt hat. Mack will ihr helfen, dabei müssen sich beide ihren Dämonen der Vergangenheit stellen.

Meine Meinung: Braden Mack war für mich bereits im ersten Band ein spannender Nebencharakter, auf den ich neugierig war und mehr erfahren wollte. Liv war leider eher ein unsympathischer Nebencharakter. Dennoch hat die Autorin es hier gut geschafft die Wendung zu schaffen und Liv greifbarer zu machen mit ihrer ruppigen Art. Auch hier wechseln die Sichtweisen wieder, so dass wir den Leidensweg beider Charaktere verstehen und mit ihnen wachsen. Diesmal kommt als übergeordnetes Thema sexuelle Belästigung hinzu, womit sich die Autorin auf gefährliches Terrain gibt. Doch sie schafft es den schmalen Grad zwischen „Es darf kein Tabuthema sein“ und Respekt vor Betroffenen zu halten. Auch weil sie mehrere Sichtweisen einbaut und auch mehrere Wege damit umzugehen, stellt sie nicht einen Weg als den richtigen hin, sondern geht auf die Thematik ein. Natürlich gibt es auch hier wieder die Anspielungen auf die Liebesromane, aber diesmal wird aus keinem zitiert, was ein bisschen schade ist. So ist es immer noch ein tolles Buch und sehr stark geschrieben, hat aber nicht so ein Alleinstellungsmerkmal wie Band 1.

Teil 3: Liebesromane zum Frühstück

Die Handlung: Noah und Alexis sind beste Freundin. Aus Respekt vor ihrer Vergangenheit ist er da für sie. Dennoch hat er sich in sie verliebt, hat aber Angst die Freundschaft aufs Spiel zu setzen. Doch dann gibt es einen Kuss, der alles ändern könnte.

Meine Meinung: Der Abschluss der Reihe kommt wieder mit zwei Charakteren daher, die wir vor allem im zweiten Teil schon kennengelernt haben. Waren sie dort noch eher Randfiguren, bekommen wir jetzt Hintergründe und sie dürfen ihre Geschichte erzählen. Dabei ist es der Autorin auch im dritten Teil wieder gelungen eine völlig neue Konstellation zu schaffen. Nach der Rettung der Ehe, dem „Enemy to lover“-Prinzip, kommt jetzt die Freundschaft, die nicht aufs Spiel gesetzt werden soll. So ähneln sich zwar alle Teile der Reihe im Grundgedanken und unterscheiden sich doch von der Herangehensweise. Wie bereits im zweiten Band nimmt auch hier das zur Hilfe herangezogene Buch für Noah relativ wenig Platz. Es gibt zwar wieder einzelne Ausschnitte, aber es wird nur am Rande drauf eingegangen. Hinzu kommt diesmal vorrangig das Thema Familie und Verantwortung, gerade mit Vaterfiguren und wie uns die Erfahrung in der Beziehung beeinflussen kann. Dabei gab es wieder verschiedene Beispiele, wie es sein kann, aber auch genug Freiraum für „Wenn du es anders erlebt hast, dann ist das in Ordnung. Wenn du anders reagiert hättest, dann ist das in Ordnung“. Grundsätzlich also ein schöner Abschluss einer tollen Reihe, auch wenn er nicht an den ersten Teil herankommt.

Das Fazit

The Secret Book Club ist eine tolle Reihe mit verschiedenen Charakteren und verschiedenen Problemen, die von einer Richtung beleuchtet werden, die aber immer Spielraum lassen, dass man es selbst anders empfindet oder anders an die Sache rangegangen wäre. Für die ganze Reihe und für den ersten Band besonderns gibt es von mir eine große Leseempfehlung!

Rückblick auf das halbe Jahr 2021

Im Gegensatz zu meinen Quartalsrückblicken bleibt bei den Halbjahresrückblicken das Schema Dezember-Mai. Hier soll es, wie bereits im letzten Jahr, nur um eine kurze Bilanz gehen, in den Quartalsrückblicken gehe ich auf alles etwas ausführlicher ein und die großen Rückblicke gibt es wieder zu Ende des Jahres. Da die Kinos immer noch geschlossen sind – die Zeichen stehen für die zweite Jahreshälfte wieder auf Besserung! – entfällt die Sparte vollständig.

I. Filme – auf großem Fernseher gesehen

48 Filme liefen im ersten Halbjahr bei mir im Heimkino (16 weniger als letztes Jahr). Davon 7 Wiederholungstäter, 7 Originals (aller Plattformen) und 8 Reportagen/Dokumentationen. Von meiner 21 für 2021 Liste sind 7 Filme gesehen. Meine Highlights (ohne Ranking):

1 Der wunderbare Mr. Rogers
2 To all the boys I loved before (komplette Trilogie)
3 Clue
4 Expedition Atlantis
5 Manche mögens heiß
6 Mank
7 The Farewell
8 Flora & Ulysses
9 Aristocats
10 Tea with the Dames

II Serien – ein kurzer Überblick

40 verschiedene Serien mit 43 Staffeln (-6 im Vergleich zum Vorjahr) sind gesehen. Meine Highlights (ohne Ranking):

1 The Unicorn (Staffel 1)
2 Miracle Workers (Staffel 2)
3 The Mandalorian (Staffel 2)
4 The Crown (Staffel 4)
5 Das beste vom Rest (Staffel 1)
6 Bonding (Staffel 1-2)
7 WandaVision (Staffel 1)
8 Zoeys Extraordinary Playlist (Staffel 1)
9 Shadow & Bone (Staffel 1)
10 Miss Fishers neue mysteriöse Mordfälle (Staffel 1)

III Bücher – Das Beste aus den Lesemonaten

45 Bücher sind ausgelesen, 5 Hörspiele sind gehört (+10 Bücher und +5 Hörspiele im Vergleich zum letzten Jahr). Davon sind 13 von meiner 21 für 2021 Liste gelesen. Meine Highlights (ohne Ranking):

1 Ich bin Linus – Linus Giese
2 Becoming Elektra – Christian Handel
3 Eine Leiche zum Tee – Alexandra
4 Goldene Flammen – Leigh Bardugo
5 Die Schönheit der Begegnung – Frank Berzbach
6 Rottkäppchen und der Hipster-Wolf – Nina Mackkay
7 Und ich leuchte mit den Wolken – Sophie Bichon
8 My roommate is a cat –
9 The Secret Book Club 2 – Die Liebesroman-Mission – Lyssa Kay Adams
10 Die Windsängerin  – Sven Matthias (Hörspiel)

Wie sah euer erstes Halbjahr aus? Welcher Film/Buch/Serie fehlt definitiv in meiner Liste? Ich bin immer offen für Empfehlungen!

Der Joker

Ein Vorwort

Was sind eure absoluten Herzensbücher? Bücher, die ihr liebt, die ihr immer wieder lesen könnt, die euch nie langweilig werden? Ich habe ca. eine Handvoll dieser Herzensbücher. Voraussetzung ist, dass ich sie mehrfach gelesen habe und immer noch liebe. Daher fallen alle Bücher, die ich gerade in den letzten 1-2 Jahren gelesen und geliebt habe, meist raus, weil einfach die Zeit fehlt, sie noch einmal zu lesen. Und dann gibt es die Bücher, für die einfach immer Zeit ist. Eins davon ist der Joker von Markus Zusak. Und weil ich es gerade mal wieder gelesen habe, wird Zeit euch das Buch auch einmal vorzustellen.

Die Handlung

Eds Leben ist absolut durchschnittlich. Bis er einen Bankräuber aufhält. Kurz darauf findet er das Karo-Ass mit drei Adressen in seinem Briefkasten. Ihm stehen einige Prüfungen bevor, die sein Leben ganz schön durcheinander wirbeln.

Meine Meinung

Wie es manchmal im Leben ist, habe ich das Buch durch einen absoluten Zufall gekauft. Ich kam wegen anderer Bücher, die Buchhändlerin sah das und reichte mir das Buch, nach dem Motto „Das wird Ihnen auch gefallen“. Was soll ich sagen? Sie hatte Recht. Das es sich zu einem meiner absoluten Herzensbücher wandeln würde, konnte ich dennoch nicht vorhersehen.
Die Geschichte wirft einen zunächst mitten rein in den Banküberfall. Hier lernen wir Ed Kennedy und seine Freunde Marv, Ritchie und Audrey kennen und eben auch die Dynamik zwischen den Freunden. Dann wird zunächst wieder die Bremse gezogen. Wir lernen Ed und seinen Lebenstil etwas genauer kennen, seine Probleme und Konflikte. Bis das Karo-Ass auftaucht. Dann schafft Markus Zusak es zum einen die Geschichte stetig voranzutreiben und gleichzeitig ein gemächliches Tempo vorzulegen. Das spiegelt direkt Eds zögerlichen Aufschiebecharakter wieder, bleibt für den Leser aber gleichzeitig spannend, weil halt doch immer irgendetwas passiert.
Die einzelnen Aufgaben, die Ed durch das Karo-Ass abarbeiten muss, sind auf dem ersten Blick kaum durchschaubar und doch entfaltet sich hinten dran eine Metaebene, in die man sehr viel reininterpretieren kann, aber nicht muss. Man kann das Buch komplett durchanalysieren und findet überall versteckte Hinweise, aber man kann es auch einfach weglesen ohne darüber nachzudenken. Weil die Botschaften teilweise sehr offensichtlich sind und doch immer noch eine zusätzliche Interpretationsebene zulassen, wenn man sie denn möchte.
Der Schreibstil ist locker und leicht und auch die Dicke mit 444 Seiten ist überschaubar. Dennoch reicht es, um die Geschichte auch zu Ende zu erzählen. Alle Rätsel werden gelöst und die große Auflösung schafft es mich noch immer zu überraschen. Der Aufbau in fünf Abschnitte ist gut gewählt, um die thematischen Abgrenzungen sinnvoll zu zeigen. Die Kapitel sind nach Spielkarten aufgebaut und passen daher zum einen wunderbar zum Thema und man kann sich daran orientieren, wie weit man bei bestimmten Punkten ist.

Das Fazit

Der Joker hat eine berührende Geschichte, die sowohl spannend als auch gemächlich ist, die zwischen versteckten Andeutungen und offensichtlichen Erklärungen hin und her springt, so dass für jeden Liebhaber etwas dabei ist. Ich habe beim Lesen immer wieder Spaß, entdecke immer noch neue Details und kann mich einfach komplett in die Geschichte hineinversetzen. Eine große Empfehlung für jeden, der es gerne einmal lesen möchte.

Rückblick auf den Mai 2021

Na bei wem regnet es auch durchgehend? Der Mai hat zumindest wettertechnisch wenig Spaß gemacht, aber dafür lief es lesetechnisch recht gut. Was da so alles mit dabei war, jetzt in meinem neuen medialen Rückblick auf den Mai.

Filme – auf großem Fernseher gesehen

The Farewell: Billi Wang lebt in New York nachdem sie mit ihrer Familie aus China ausgewandert ist. Als sie erfährt, dass ihr Großmutter Lungenkrebs hat, ist sie am Boden zerstört. Doch die Familie beschließt der Oma nichts zu sagen, sondern eine Hochzeit zu arrangieren, damit alle sie nochmal sehen. Billi ist hin- und hergerissen zwischen Loyalität zur Familie und dem Wunsch sich richtig von ihrer Großmutter zu verabschieden. – Ein Film zwischen einer anderen Kultur, Trauer, aber auch irgendwo eine lebensbejaende Botschaft.

Flora & Ulysses: Flora, 10 Jahre alt, ist Tochter einer Autorin und eines Comiczeichners leidet unter der Trennung dieser. Bis Ulysses bei ihr auftaucht, ein aufgewecktes Eichhörnchen, von dem Flora glaubt, dass es Superkräfte hat. Allerdings ist vor allem Chaos angesagt. – Ein süßer Kinderfilm, der besser ist, als der Trailer glauben lässt.

Yes Day: Allison und Carlos Torres sind eigentlich sehr lebensbejaende Eltern. Doch seit ihre Kinder da sind, erwischen sie sich selbst dabei, wie sie nur noch „Nein“ sagen. Bis der Vertrauenslehrer der Schule sie zu einem „Yes Day“ ermuntert. Ein Tag, an dem sie zu allem, was die Kinder wollen „Ja“ sagen müssen, zumindest innerhalb gewisser Regeln. – Eine schöne Komödie, auch wenn die anfangs sehr positive Geschichte, schnell wieder ins Extreme abtriftet, was dem Ende einen überdrehten Nachgeschmack gibt. Aber gerade die ersten 2/3 sind sehr stark.

Scooby: Als Scooby ein Gyrosspies am Strand klaut, trifft er auf den einsamen und freundlosen Jungen Shaggy. Beide werden sofort die besten Freunden. Als sie an Halloween auf Fred, Velma und Daphne treffen und einen Geist enttarnen, gründen sie die Mystery Inc. Viele Jahre später werden sie getrennt, kurz bevor es jemand auf Scooby abgesehen hat. – Ein süßer „Wie alles begann“ Film, der aber über die nette Nachmittagsunterhaltung nicht hinaus kommt.

Rocky IV: Rocky und Apollo Creed sind inzwischen Freunde geworden. Als der sowjetische Boxer Ivan Drago in die USA kommt und Rocky zum Kampf auffordert, bittet Apollo um den Kampf, da er als alternder Kämpfer seinen Stern erlischen sieht. Doch alles kommt ganz anders. – Vorgeplänkel, Musikvideo, Kampf, Musikvideo, Musikvideo mit Trainingsmontage, Musikvideo mit Trainingsmontage, Kampf, Ende. Für Fans der Reihe wahrscheinlich durchaus ein guter Film, mir hat er nur bedingt zugesagt.

Prinzessin Mononoke: Ashitaka verteidigt sein Dorf und wird dabei von einem Fluch befallen. Auf der Suche nach Heilung trifft er auf das bei Wölfen lebende Mädchen San und kurz darauf auf eine Eisenhütte, die gleichzeitig Frauen und Erkrankten Arbeit ermöglichen und den Wald abholzen, weswegen sie im Kampf mit den Tiergöttern und Tieren des Waldes sind. – Ich bin immer noch kein Anime-Fan, versuche mich aber ein wenig an den Klassikern. So interessant viele Ansätze in diesem Film auch waren, mir war er einfach zu lang.

Serien – ein etwas ausführlicherer Überblick:

Big Time Rush – Staffel 1 (Ich präsentiere eines meiner absoluten guilty pleasures. Es wurde nun auch Zeit sie meiner besten Freundin zu zeigen)

Schitt’s Creek – Staffel 1* (Ganz netter arm/reich Klamauk, aber die Witze und gerade die Überspitzung der ländlichen Bevölkerung war nicht so richtig meins)

Gargoyles – Staffel 3 (Eine weitere Kindheitsserie konnte beendet werden. Auch wenn die letzte Staffel etwas anstrengend war)

Miss Fishers neue moderne Mordfälle – Staffel 1 (Spin-off mit Phrynes Nichte im Australien der 1960er Jahre. Ich habe etwas gebraucht, um reinzukommen und mich an die Doppelfolgen zu gewöhnen, aber jetzt liebe ich sie und kann die zweite Staffel kaum noch erwarten)

The Unicorn – Staffel 1 (Witzige Serie über einen Freundeskreis mit einem frischen Witwer. Die Charaktere sind einfach herrlich und beleben die Serie ungemein)

Amerikas National Parks – Staffel 1 (Dokumentation über ein paar amerikanische National-parks. Ganz interessant, wie unterschiedlich die verschiedenen Ecken der USA doch sind)

Mein Lesemonat

Bücher insgesamt: 9
Seiten gesamt: 2.965
Seiten pro Tag:  96 im Durchschnitt
Gebundenes Buch: 1
Taschenbuch: 7
Hörbuch: 1

Pubertät ist voll nice*: Pubertät beschreibt Silke Neumayer als die Phase, in der sie süßen Kinder von Aliens entführt werden und innerhalb von 24 Stunden zurückgebracht werden, nur um dann Teenager zu sein. Herzschmerz, Pickel, die Wichtigkeit des Smartphones und die Peinlichkeit der Eltern nehmen in dieser Phase unfassbar zu. Dies ist das Werk für alle leidgeprüften Eltern. – Kurzweiliges und witzes Werk über die Pubertät. Nicht nur für Eltern.

Star Wars: Tarkin: Großmoff Wilhuff Tarkin soll den Bau einer mobilen Kampfstation überwachen, als diese angegriffen wird. Seinen Bericht soll er direkt vorm Imperator ablegen und wird daraufhin zusammen mit Darth Vader auf eine Mission geschickt, die schon bald in einer galaktischen Verfolgungsjagd endet. – An sich ein gut geschriebener Sci-Fi Roman mit interessamten Star Wars Charakter. Nur leider lese ich sehr ungern Sci-Fi, weswegen es sich für mich etwas gezogen hat.

Rotkäppchen und der Hipster-Wolf: Die vier Prinzen von Reds (Rotkäppchen) besten Freundinnen Schneewittchen, Dornröschen, Aschenputtel und Rapunzel wurden entführt. Auf ihrer Suche trifft sie ausgerechnet auf einen Hipster-Wolf und das bei ihrer Wolf-Phobie. Dieser sieht in der Suche aber eine tolle Schlagzeile und schließt sich Red an. Die Reise führt die beiden über die Grenzen des Märchenwaldes heraus. – Ein Buch zum totlachen, auch wenn manche Charaktere (*hust Snow hust*) sehr nervig waren. Aber die ganzen Ideen Märchen in unsere Zeit zu holen und die Prinzessinen mit Smartphone und Selfiestick auszustatten ist schon zum totlachen! Bin sehr gespannt, wie es weiter geht.

Deeply: Zoey zieht nach Seattle in die WG ihres großen Bruders Cooper, bereit sich nicht mehr von einem Erlebnis ihrer Vergangenheit vom Leben abhalten zu lassen. Dort trifft sie auf ihren neuen Mitbewohner Dylan. Zwischen beiden besteht sofort eine Anziehung, doch Zoey ist zögerlich und auch Dylan hat ein Geheimnis. – Ein schöner Abschluss der Reihe mit wenig Drama, dafür aber wieder sehr wichtigen Themen, die respektvoll behandelt wurden.

Und ich leuchte mit den Wolken: Lilou reist nach Paris, um ihre französischen Wurzeln zu erforschen. Dabei trifft sie auf Mignon. Zwischen beiden ist sofort eine Anziehung, doch gerade Mignon möchte sich das nicht eingestehen. – Ich mochte Paris und diese ganzen französischen Attitüten bisher nicht, aber in diesem Buch habe ich alle meine Vorurteile gleichzeitig bestätigt und widerlegt gesehen. Und in die Geschichte von Lilou und Mignon habe ich mich schockverliebt! Schon jetzt ein Jahreshighlight!

House of Scarlett: Nachdem Gabriel Legend und Scarlett Priest im ersten Band unschön auseinander gingen, treffen sie doch wieder aufeinander. Und auch wenn sie weiterhin aus verschiedenen Welten kommen, bleibt die Anziehung bestehen. Können sie alle Hindernisse überwinden? – Auch der zweite Band wirkt sehr lang gestreckt und kommt nicht richtig auf den Punkt. Das dürfte sich nach dem Cliffhanger in Band drei ändern, aber der Weg dahin ist ziemlich lang.

Land in Sicht: Jana ist vaterlos aufgewachsen, doch irgendwann fragt sie sich, wie ihr Vater so ist. Als sie herausfindet, dass er Kapitän für eine Flusskreuzfahrt-Reederei ist, bucht sie kurzerhand die Reise. Doch die Reise verläuft anders, als gedacht. – Während mich die Geschichte grundsätzlich angesprochen hat, war die Umsetzung gerade gegen Ende dann doch etwas zu wirr und kam nicht auf den Punkt.

Hummeldumm: Matze wird von seiner Freundin Sina auf eine Gruppenreise nach Namibia geschickt. Nicht nur ist er von der Gruppe alles andere als begeistert, auch hat er vorher vergessen eine Reservierungssumme für die neue Wohnung zu überweisen, weswegen er verzweifelt versucht Handy- und Internetempfang zu bekommen. – Eigentliche eine witzige Geschichte, die sehr mit Stereotypen spielt. Leider überschreitet der Autor in einigen Aussagen die Grenze zu Beleidigungen und teilweise auch zum Rassismus, was dem ganzen einen schlechten Nachgeschmack anhängt. – Hörbuch

James Bond 007 – Moonraker: Nachdem Bond Sir Hugo Drax beim Kartenspiel des Betrugs überführt, wird er als Spion zum Moonraker-Projekt gerufen. Dessen Kopf ist ausgerechnet Sir Hugo Drax. Doch was geht bei dem Projekt wirklich vor sich? – Der dritte James Bond Roman braucht sehr lange um richtig in Fahrt zu kommen und wird erst gegen Ende wirklich spannend.

Was waren eure Highlights im Mai?

*Werbung, da Rezensionsexemplar

 

 

Truly Madly Deeply

Ein Vorwort

Bücher aus dem Lyx-Verlag sind in den meisten Fällen noch immer ein Garant für tolle New Adult Romane. Und nachdem der Auftakt „Truly“ durch alle Social Media Bereiche gezeigt wurde und alle von schwärmten, musste ich doch mal einen Blick wagen. Und habe mich in den ersten Band schockverliebt – auch wenn viele den zweiten für den besseren halten. Nun ist der dritte und letzte Band „Deeply“ ganz frisch erschienen und so wird es Zeit euch die ganze Reihe einmal vorzustellen.

Die übergreifende Handlung

Studieren in Seattle war immer Junes und Andys Traum. Und endlich sind sie beide da, doch Andy hat keinen Platz im Studentenwohnheim bekommen. Nach einem Abend im Masons hat sie zumindest einen Job und kurz darauf kommt sie in der WG von Mason, Cooper und Dylan unter. Abenteuer, aber auch viel Gefühl, stehen bevor.

Truly

Die Handlung: Andy fängt mit ihrem Studium ein Semester später an als ihre beste Freundin June, da der Tod ihrer Mutter das Leben zu Hause zu sehr durcheinandergewürfelt hat. Auf der Suche nach einer bezahlbaren Unterkunft und einem Job treffen die beiden im Masons auf den Besitzer Mason Greene. Dieser bietet Andy einen Job hinter der Bar an, wo sie auf den schweigsamen Cooper trifft, der sie stets von sich zu weisen scheint. Als Mason ihr kurz darauf auch noch anbietet in der gemeinsamen WG von ihm, Cooper und Dylan zu wohnen, ist das Chaos vorprogrammiert.

Meine Meinung: Ich habe zuvor noch nichts von Ava Reed gelesen, hatte sie aber bereits auf dem Schirm, um das irgendwann nachzuholen. Als ich dann gerade auf Instagram eigentlich gar nicht mehr an der Reihe vorbeikam, gab ich nach und legte mir Truly zu. Bereits auf den ersten Seiten verliebte ich mich nicht nur in Reeds Schreibstil, sondern auch in die Charaktere. Andys zurückhaltende Art, Junes sprunghafte und mitreißende und Mason war instant so ein Bookcrush. Und dann war da noch Cooper, irgendwo so ein bisschen Bad Boy mäßig angehaucht, mit seiner stillen Art, dem Motorrad und seiner abweisenden Haltung. Doch durch die regelmäßigen Perspektivwechsel versteht man schnell, dass in ihm etwas arbeitet, auch wenn es sehr lange braucht, bis man erfährt, warum er sich so verhält. Mir hat es vor allem gefallen, weil es sich langsam aufgebaut hat und doch immer wieder diese gewissen Momente hatte – für die, die es gelesen haben: ich sag nur Ananas und Nachos – die einen zum schmunzeln gebracht haben. Auch bleibt es größtenteils sehr unaufgeregt, was aber auch mal angenehm war. Statt alles überzudramatisieren gab es zwar auch Dramamomente, aber nachvollziehbare und welche, über die gesprochen wurde. Kurzum es war einfach ein Buch voller toller Charaktere und eine schöne unaufgeregte Geschichte.

Madly

Die Handlung: Mason Green weiß, was er will: June, die beste Freundin seiner Mitbewohnerin Andy. Doch diese hält ihn immer weiter auf Abstand, auch wenn sie offensichtlich ebenfalls Gefühle für ihn hat. Denn June hat ein Geheimnis, das sie so angreifbar macht, dass sie Angst hat jemanden zu nah an sich heranzulassen.

Meine Meinung: Der zweite Teil der Reihe hatte nicht nur das Problem, dass zweite Teil es immer ein bisschen schwer haben, vor allem, wenn der erste so gut ankam, sondern auch, dass die beiden Protagonisten June und Mason bereits im ersten Band einen gewissen Raum bekommen haben. Demnach weiß man als Leser bereits sehr viel über die beiden und ihre Beziehung. Dementsprechend langsam beginnt der zweite Band. Auch wenn man schnell herausfindet, was Junes Problem ist und das Buch genutzt wird, damit man mit ihr zusammen daran wachsen kann, hat es doch mitunter ein paar Längen. Auch wenn Junes fröhliche Art darüberhinwegzutäuschen versucht, so drehen sich die beiden doch einmal zu oft im Kreis. Dabei ist es gerade Mason und seine Hintergrundgeschichte mit seinem Vater, die ordentlich Spannung aufbaut und das Buch vorantreibt. Trotz all der Kritik möchte ich betonen, dass auch der zweite Band wieder toll zu lesen war, eine tolle Geschichte hatte, wichtige Themen ansprach und man zusammen mit den Charakteren gebangt und vor allem gewachsen ist. Aber mit ca. 410 Seiten ist das Buch insgesamt ein bisschen zu lang. Und auch wenn viele diesen Band für den bessere halten, weil sie mit June und Mason wärmer geworden sind als mit Andy und Cooper, so ist es bei mir genau andersherum, einfach weil ich Andys und Coopers stille Art mochte. Aber so ist zumindest für jeden Geschmack ein Band dabei!

Deeply

Die Handlung: Zoey zieht nach Seattle in die WG ihres großen Bruders Cooper, bereit sich nicht mehr von einem Erlebnis ihrer Vergangenheit vom Leben abhalten zu lassen. Dort trifft sie auf ihren neuen Mitbewohner Dylan. Zwischen beiden besteht sofort eine Anziehung, doch Zoey ist zögerlich und auch Dylan hat ein Geheimnis.

Meine Meinung: Der Abschluss der Reihe kommt ebenfalls mit bekannten Gesichtern daher, tauchte Zoey doch bereits kurz in einem der Vorgangerbände auf (ich weiß leider nicht mehr in welchem) und auch Dylan war als Mitbewohner irgendwie immer da und doch weiß man über die beiden bisher am wenigstens. Dafür hat man nun den ganzen dritten Band Zeit beide richtig kennenzulernen. Dabei haben beide traumatische Erlebnisse hinter sich, wenn auch auf gänzlich unterschiedliche Art und haben beide zum Zeitpunkt der Geschichte damit leben gelernt. Doch werden beide noch gehemmt, weswegen die Geschichte sehr zögerlich startet. Am dritten Band hat mir besonders gut gefallen, dass auf das ganze Drama verzichtet wurde. Beide fühlen sich von Anfang an vom anderen angezogen und zeigen dies auch, wenn auch sehr unterschwellig. Diesmal ist nicht die Frage, ob sie sich kriegen, sondern wie der*die andere mit den Geschehnissen in der Vergangenheit umgeht. Das funktioniert als ganzes Buch relativ gut, da Ava Reed einfach einen unglaublichen Schreibstil hat, der einen sofort in den Bann zieht, aber dennoch kommt es einfach zu Längen zwischendurch. Einfach weil im ganzen Buch relativ wenig passiert. Das schmälert jedoch das Leseerlebnis nur bedingt. Es ist immer noch ein guter Genrevertreter, nur kommt es halt nicht mehr an den ersten Band heran, der die Messlatte aber auch sehr hoch gelegt hat. Alles in allem handelt es sich um einen schönen Abschluss einer tollen Reihe.

Das Fazit

Truly Madly Deeply ist eine New Adult Reihe vom Feinsten. In allen drei Bänden geht es um die großen Gefühle, aber auch um wichtige Themen, die angesprochen werden wollen. Ava Reeds Schreibstil ist zum niederknien und ich freue mich schon darauf mehr von ihr zu lesen.

Eine Handvoll Bücher – 3/21

Herzlich Willkommen zur dritten Ausgabe der buchigen Handvoll in diesem Jahr. Heute mit: Begegnungen, Göttinnen, einer besonderen Schule, einer Menge Gedanken und einer Verfolgungsjagd durch die Galaxie.

Die Schönheit der Begegnung – Frank Berzbach

Die Handlung: Autor Frank Berzbach erzählt wie er seine Freundin kennengelernt hat. Und zwar in 32 Variationen und am Ende weiß man nicht, welche die richtige ist. Doch eins eint sie alle: Sie feiern die Begegnung und den Prozess des Verliebens.

Meine Meinung: Ich war vor dem Kauf gleichzeitig fasziniert und skeptisch. Mich interessierte die Idee, doch ich war mir unsicher bei der Umsetzung. Ich bin auf das Buch über eine andere Bloggerin gestoßen, von der ich weiß, dass sie gerne mal richtig gute Geheimtipps raushaut, wir ansonsten aber nicht die größten buchigen Berührungspunkte haben. Doch dann hat meine Neugier überwogen und was soll ich sagen: Es war eine sehr gute Entscheidung. Denn Frank Berzbach schafft es einem hier von der ersten bis zur letzten Geschichte in den Bann zu ziehen. Jede hat ihre ganz eigene Besonderheit, auch wenn sich die grundsätzlichen Charaktereigenschaften nie ändern, so ändern sich doch die Gegenbenheiten. Und doch scheint selbst die extremsten Gegenteile noch wunderbar zu den beiden Personen zu passen. In jeder Geschichte liegt so viel Gefühl, dass man sich wünscht, dass jede auf ihre eigene Art wahr wäre. Besonders schön fand ich auch, dass es hier selten eine Verklärtheit der Liebe gab. Es gab kein „Ich sah ihr in die Augen und da war es um mich geschehen, ich war Hals über Kopf verliebt“, sondern es waren mehr diese sofortige Vertrautheit, diese Unbeschwertheit, eben dieses Besondere, was wir uns für die ersten Begegnungen wünschen. Nach diesem Buch glaubt man an die wahre Liebe noch einmal stärker, als bei den meisten Liebesromanen auf dem Markt. Wer sich also mal auf etwas völlig anderes, aber unglaublich schönes, unglaublich magisches, einlassen möchte, dem kann ich dieses Buch nur empfehlen!

Die Göttinen von Otera 1 – Golden wie Blut – Namina Forna

Die Handlung: In Otera werden Frauen unterdrückt. Doch sollten sie golden bluten, so werden sie als Dämonen verdammt und zum Tode verurteilt. So ereilt es auch Deka, doch ein Dekret vom Kaiser rettet sie. Statt hingerichtet zu werden, soll sie nun einer Armee aus ihresgleichen beitreten. Dabei erfährt sie jedoch einiges und muss langsam aber sicher ihre Stellung als Frau in Frage stellen.

Meine Meinung: Das war ein Buch, bei dem ich einige Zeit überlegt habe, ob ich es kaufe oder nicht. Es gibt Bücher, da weiß ich es sofort und es gibt Bücher, bei denen ich zögere. Dies ist also so ein zögerliches Buch. Mich hat die Geschichte gleichzeitig angezogen und abgeschreckt, einfach weil Otera so gleich und doch so anders klang, als vergleichbare Fantasy. Mich faszinierte es, weil es von afrikanischen Kulturen inspiriert zu sein scheint, von denen ich gerne viel mehr lesen würde, gleichzeitig gab es aber den Aspekt der unterdrückten Frauen, die zwar unbedingt angesprochen werden wollte, doch ich wusste nicht, ob es mich beim lesen zu sehr aus meiner Komfortzone reißen würde und ob ich das wollte. Letztlich habe ich mich dazu entschieden und kann euch sagen, die Geschichte hat es in sich. Der Hass, der Frauen und vor allem Frauen mit goldenem Blut entgegenschlägt ist sehr hart und einige Szenen fand ich sehr schwer zu verdauen. Durch den Erzählstil wurde ich gleichzeitig immer wieder gut in die Welt hineingesogen und doch musste ich mich immer wieder überreden weiter zu lesen. Das hängt vor allem mit den großen Zeitsprüngen zusammen, die die Geschichte auseinander reißt und unvollständig wirken lässt. Viele Anspielungen, Fragen werden aufgemacht und dann kommt der nächste Zeitsprung, so dass man gefühlt nur die Hälfte beantwortet bekommt. Dann kommt hinzu, dass das Buch mit knapp über 500 Seiten für den Auftakt einer Trilogie sehr lang ist. Einiges wirkt unnötig gestreckt, während die Handlung insgesamt zu kurz zu kommen scheint. Dennoch bin ich sehr gespannt auf die nächsten Teile, denn das Ende macht Hoffnung auf das, was da noch kommen kann.

Beastsoul 1 Sternenlicht – Juliana Fabula

Die Handlung: Finya erfährt, dass sie eine Beasttamerin ist und daher fortan in Nebula Asteri auf die Schule gehen wird. Zusammen mit Leonel ihrem Partner soll sie ihre elementaren Fähigkeiten kontrollieren lernen. Doch Leonel denkt gar nicht daran, mit ihr zusammen zu arbeiten. Doch mit ihren Freunden versucht sie trotzdem irgendwie das Schuljahr zu meistern.

Meine Meinung: Juliana Fabula ist eine dieser grundsympathischen Menschen, die ich auf Twitch entdecken durfte. Neben ihre Kreativ- und Co-Working-Streams erzählt sie auch ab und an von ihrem Autorinnenleben. Und ihre „Anpreisungen“ ihres Buches machten mich so neugierig, dass es einfach bei mir einziehen musste. Zumal die Idee von einer Schule hinter den Sternen und das ganze dann auch noch mit den Elementen und verschiedenen Tierverwandlungen gemischt, klang total nach meinem Buch. Auch hier bin ich ein wenig über die Länge mit 450 Seiten für den Auftaktband gestolpert, zumal die Seiten sehr eng bedruckt sind. Und doch wollte ich das Buch unbedingt mögen und kann zumindest sagen, dass mir die Grundgeschichte auch gefallen hat – ihr hört hier schon das aber, oder? – aber sowohl der Erzähl- als auch der Schreibstil so gar nicht. Das liegt vor allem daran, dass ich der Protagonistin ihr Alter von 17 Jahren einfach nicht abkaufe. Sie verhält sich absolut naiv und gefühlsmäßig eher wie eine 12-jährige. Dafür passieren ihr aber auch immer wieder Sachen, die hat selbst Harry Potter in seinem ersten Jahr nicht erlebt. Auch das Gezicke ihres Partners Leonel war irgendwann einfach nicht mehr aushaltbar. Ab einem gewissen Punkt, hätte man halt die Gründe für sein Handeln gebraucht, weil so waren sie nicht nachvollziehbar. Auch die Geschichte drum rum, hat sich einfach viel zu sehr gezogen, weil es eben partout das gesamte erste Schuljahr sein musste, was beschrieben wird. Es gab immer mal wieder Andeutungen über eine Verschwörung und zwischendurch auch richtig spannende Kämpfe, aber es mangelte an Informationen, stattdessen wurde man mit Füllstoff überrollt. So sehr ich das Buch mögen wollte, so enttäuscht war ich.

Biss zur Mitternachtssonne – Stephenie Meyer

Die Handlung: In Biss zum Morgengrauen (Twilight) erfuhren wir, wie Bella und Edward sich kennengelernt haben. Jetzt ist es Edward, der uns die Geschichte noch einmal aus seiner Sicht erzählt. 

Meine Meinung: Wirklich gebraucht hat es die Geschichte wohl nicht, auch kommt sie sehr lange nachdem der Hype um die ursprüngliche Buchreihe wieder abgeflaut ist. Auch das nächste Problem war bereits hausgemacht: Die Geschichte war bereits bekannt und bereits in Biss zum Morgengrauen erklärte Edward immer wieder sein Verhalten, es war für den Leser also ab einem bestimmten Punkt kein Rätsel mehr, was er dachte und warum er sich so verhalten hat. Dennoch hätte der Perspektivwechsel noch ein paar neue Aspekte einbringen können. Mehr Informationen über das Zusammenleben mit den anderen Familienmitgliedern, mehr über die Zeit, als er sich vor Bella versteckte, vielleicht sogar ein paar noch unbekannte Errinerungseinschübe. Nun all das gab es, allerdings sehr rar gesäht und nicht in dem Ausmaß, in dem man es sich gewünscht hätte. Stattdessen bekommt man eine Nacherzählung der bekannten Geschichte und das mit sehr vielen Gedanken Edwards. Könnte man meinen, dass das fast 850 Seiten starke Buch noch mehr erzählt, als der ca. 500 Seiten lange erste Teil, so sucht man auch hier vergeblich. Das Buch endet an der gleichen Stelle, nur, dass wir noch einmal 350 Seiten zusätzlich zur bekannten Geschichte haben. Eins muss man Autorin Stephenie Meyer lassen, sie schafft es trotz allem, dass man das Buch locker leicht weglesen kann. Erst hinterher fragt man sich, ob die ganzen Gedanken nötig waren und was man sich viel lieber gewünscht hätte. Beim Lesen selbst ist man wieder mittendrin. Und machen wir uns bei Stalker Edward nichts vor und auch Bella stolpert noch immer sehr schnell und sehr naiv in die Beziehung, doch irgendwo ist der alte Flair noch enthalten. Allerdings brauche ich auch nicht noch einen weiteren Band aus Edwards Sicht.

Star Wars – Tarkin – James Luceno

Die Handlung: Großmoff Wilhuff Tarkin soll den Bau einer mobilen Kampfstation überwachen, als diese angegriffen wird. Seinen Bericht soll er direkt vorm Imperator ablegen und wird daraufhin zusammen mit Darth Vader auf eine Mission geschickt, die schon bald in einer galaktischen Verfolgungsjagd endet.

Meine Meinung: Über vier Jahre lag dieses Buch nun auf meinem SuB (Stapel ungelesener Bücher)  und gehörte damit zu meinen größten SuB-Leichen. Es war ein Geburtstagsgeschenk eines Freundes, der sehr wohl wusste, dass ich die Filme aus dem Star Wars Universum sehr mochte, allerdings nicht bedacht hat, dass ich Sci-Fi sehr ungern lese. Nun wollte ich es im Rahmen meiner 21 für 2021 endlich vom SuB runter haben. Letztlich war es auch ein gut geschrieber, spannend erzählter und auch vielfältiger Roman. Man erfährt mehr über Tarkin, seine Denkweise, seine Kindheit und seine Karriere. Die Verfolgungsjagd ist spannend, größeren Star Wars Fans werden wohl auch die Planeten noch mehr sagen. Erzählerisch verfolgt man hauptsächlich die Sichtweise von Tarkin, doch auch Darth Vader und der Imperator kommen zu Wort. Zeitlich befinden wir uns nach den Klonkriegen, am Anfang des Imperiums. Und auch, wenn wie gesagt objektiv es sich um einen guten Roman handelt, so hat er mich einfach nicht abgeholt. So gerne ich auch Star Wars mag und Tarkin ein interessanter Charakter ist – ansonsten hätte ich es wohl auch nie gelesen – das Buch war einfach nicht mein Fall. Aber hey, wenn dies hier ein Star Wars Fan liest, der auch gerne Sci-Fi in Buchform verschlingt, für den ist dies auf jeden Fall eine Empfehlung!

Habt ihr eins oder mehrere der Bücher gelesen? Wie fandet ihr sie?

Hinter der blauen Tür – Kritik zu Buch und Film

Ein Vorwort

Wo meine beste Freundin manchmal Filme ausgräbt, ist mir schleierhaft. Aber als sie mit diesem Film auftauchte und meinte, sie hätte es nur wegen des Covers gekauft, konntet ich sie schon irgendwie verstehen. Nach dem Sehen des Films blieben jedoch ein paar Fragen offen. Ihre Lösung? Sie schenkt mir das Buch zu Weihnachten, damit ich es lese und ihr sagen kann, ob dort mehr erklärt wird. Was soll ich sagen… es hat funktioniert.

Die Handlung

Lukasz kommt nach einem Unfall zu seiner Tante in eine baufällige Pension. Doch hinter seiner Zimmertür, die als einzige blaugestrichen ist, findet er eine ganz andere Welt. Dort trifft er auf den geheimnisvollen Schneider. Das dieser nicht nur gutes im Schilde führt, muss Lukasz schon bald am eigenen Leib erfahren.

Meine Meinung zum Film

„Nach dem Bestseller der Kinderliteratur“ und „Ein wundervoller Film für die ganze Familie“, so wird der Film auf der Blu-Ray-Hülle beworben. Das ganze steht ein bisschen im Widerspruch zur etwas gruseligen Darstellung. Doch die blau-lilanen Farben und der mystische Touch wirken sehr anziehend, den Kauf meiner besten Freundin konnte ich auf jeden Fall nachvollziehen. Zu Beginn erkennt man schnell, dass das polnische Kinderbuch auch in Polen verfilmt wurde, was einen spannenden und vor allem auch mal anderen Einblick bietet, als die typischen US-Städte. Schnell wechselt die Handlung und wir finden uns in der Pension der Tante wieder, die so gar nicht ansprechend aussieht. Man erwartet ein altes Gebäude mit einem ganz eigenen Charme und bekommt ein eher gruseliges Gebäude mit einer Vorliebe für Geweihe an der Wand. Die Geschichte fängt hier kurzzeitig an zu stocken, da Lukasz hier im Prinzip immer nur wegen irgendetwas wütend ist und es seiner Tante nicht leicht macht. Das ändert sich, sobald er das Geheimnis der blauen Tür entdeckt und die Welt dahinter erkundet. Hier kommt die ganze Stärke des Films heraus. Denn die Welt hinter der blauen Tür ist mit einer unfassbaren Liebe für Details gestaltet, dass man sich hier kaum sattsehen kann. Mit Eintreffen des Schneiders wird der Film dann für die Zielgruppe leicht gruselig, weswegen der Film eine FSK 12 Freigabe hat, was durchauch angemessen ist. Nur als Verfilmung eines Kinderbuchs eben an der Zielgruppe vorbei, was auch den einleitenden Sätzen widerspricht. Der Film gipfelt in ein vergleichsweise ruhiges Finale und kommt zu einem überraschenden – und auch enttäuschendem – Ende. Denn leider bleiben bis zum Ende die großen Geheimnisse des Films unbeantwortet. Stattdessen wird eine Erklärung angesetzt, die so gar nicht zum restlichen Film passen will und den Zuschauer eher vor den Kopf stößt – wobei dies natürlich auch mit der Buchvorlage zusammenhängt.

Meine Meinung zum Buch

Ich habe wie gesagt das Buch nach dem Film gelesen, weswegen ich diesmal auch erst etwas zum Film geschrieben habe. Zunächst ähneln sich beide auch sehr, die Geschichte gerät langsam in Fahrt und schnell finden wir uns auch hier in der Pension wieder. Ab hier gibt es immer noch Handlungsstränge, die sich stark ähneln und welche, die komplett anders verlaufen. Das ist aber vollkommen in Ordnung, weil so nur wenig Informationen im Film verloren gingen, die wirklich wichtig waren. Die Beschreibung der Welt hinter der blauen Tür ist hier zwar ausführlich, dennoch ist die Darstellung der große Pluspunkt des Films, dafür bietet das Buch einen hübschen Einband und kleine zeichnerische Details im Buch. Generell ist im Buch das Zusammentreffen mit dem Schneider weniger gruselig dargestellt und daher passender zum Genre. Denn durch den Schreibstil und den auch zum späteren Zeitpunkt  ungruseligeren Szenen merkt man, dass die Buchvorlage sich doch eindeutig an Kinder richtet, auch wenn man es als Erwachsene ebenfalls gut  lesen kann.
Letztlich gibt das Buch am Ende wenigstens eine Erklärung für die Geschehnisse hinter der blauen Tür, auch wenn es ein wenig unbefriedigend ist. Auch das Ende im Buch macht wieder einen Sprung, der die Geschichte leider ihrer Magie beraubt. Das ist sehr schade, hat es bis dahin doch als Kinderbuch sehr gut funktioniert.

Das Fazit

Während sich das Buch gut als Kindergeschichte macht und lediglich am Ende ein bisschen schwächelt, verfehlt der Film die Zielgruppe, punktet durch eine schöne Weltgestaltung und scheitert am Ende an den Erklärungen. Zusammen ergeben Film und Buch eine gute Symbiose.

Eine Handvoll Serien – 3/21

Herzlich Willkommen zur dritten Ausgabe der serientastischen Handvoll in diesem Jahr. Heute mit: einer Freundschaft seit Kindertagen, einer magischen Parallelwelt, einer Country Sängerin als Nanny, ein Einblick in die unteren Decks und einer Entdeckung von Hexen.

Immer für dich da – Staffel 1

Die Handlung: Tully Hart (Katherine Heigl), eine erfolgreiche Talk-Show Moderatorin und Kate Mularkey (Sarah Chalke), Hausfrau und mitten in der Scheidung, sind seit ihrer Kindheit die besten Freundinnen. Während Tully aus schwierigen Verhältnissen mit ihrer drogensüchtigen Hippie-Mutter kam, ist Kate sehr behütet aufgewachsen. Doch trotz aller Gegensätze sind sie immer für einander da.

Meine Meinung: Immer für dich da erzählt die Geschichte einer Freundschaft auf drei Zeitebenen. Zum einen die Jugend der beiden, dann ihre erste Zeit in der Medienbranche und schließlich die Gegenwart (zeitlich Anfang der 2000er), in der Tully ihre Karrieredurchbruch schon hinter sich hat und Kate mit ihrer Scheidung und dem Wiedereintritt in die Medienbranche hadert. Nach dem Trailer habe ich gezögert, ob die Serie wirklich etwas für mich ist, weil ich kein großer Fan von reinen Dramaserien bin. Mich hat letztlich die Prämisse der Freundschaft und der Originaltitel „Firefly Lane“ überzeugt. Leider war letztlich mein erster Eindruck richtig. Denn die Serie findet keinen richtigen Rhythmus, sondern springt in den Zeiten hin und her und zeigt nur, wie sich die beiden Freundinnen immer wieder streiten – teilweise auch aus vollkommen nachvollziehbaren Gründen – und sich dann wieder vertragen. Viele Entwicklungen gerade aus der Vergangenheit werden durch den Gegenwartszeitstrang vorweggenommen, weswegen sie einfach nicht überraschend kommen. Lediglich die Dynamik der beiden Protagonistinnen hält die Zuschauenden bei der Stange. Leider tritt sehr schnell das ein, was ich an Dramaserien nicht mag: Es passiert zu schnell zu viel. Grundsätzlich finde ich die angesprochenen Themen gut und auch wie damit umgegangen wird. Aber es ist in der Masse einfach zu viel. Und dann hat man sich durch die ganze Staffel mit 10 Folgen mit je ca. 50 Minuten Lauflänge gequält um ein so offenes Ende mit Cliffhanger zu bekommen, dass man beinahe gezwungen wird, eine mögliche zweite Staffel zu sehen. Ob ich der Serie dann aber noch einmal eine Chance geben würde, bleibt abzuwarten.

Immer für dich da ist seit dem 03.02.2021 auf Netflix verfügbar

Willkommen im Haus der Eulen – Staffel 1

Die Handlung: Luz Noceda war eigentlich auf dem Weg in ein Sommercamp für schwierige Teenager, in das sie ihre Mutter schicken wollte, nachdem sie in der Schule vermehrt auffällig wurde, da sie eher in einer eigenen Fantasy als der Realtät zu leben scheint. Doch unterwegs folgt sie einer Eule und stolpert prompt durch ein Portal in eine andere Welt. Dort trifft sie auf die Eulenlady und Hexe Eda und ist so fasziniert von der Welt, dass sie beschließt zu bleiben. Und obwohl Menschen keine Magie ausüben können, nimmt die bei Eda Unterricht.

Meine Meinung: Manche Serien darf man auf keinen Fall nach ihrer Pilotfolge beurteilen. Als mir meine beste Freundin ganz begeistert von ihrer Neuentdeckung erzählt hat, habe ich ihr vertraut. Gefiel mir doch schon „Willkommen in Gravity Falls“ sehr gut, bei der Showrunnerin Dana Terrace ebenfalls ihre Finger im Spiel hatte. Doch nach der ersten Folge hätte ich beinahe aufgehört, weil es mir ein einziges Chaos war und ich bis auf wenige Figuren nichts mehr der Serie anfangen konnte. Doch ich hielt durch und ab Folge 3 wurde es merklich besser, bis ich gänzlich dem Sog der Serie erlag und innerhalb von drei Tagen die erste Staffel mit 19 Folgen je ca. 23 Minuten durchgebinged habe. Denn Willkommen im Haus der Eulen bietet nicht nur eine völlig faszinierende Parallelwelt voller Überraschungen und Gefahren, sondern auch liebenswerte Charaktere. An manche musste man sich vielleicht erst gewöhnen, aber andere hat man sehr schnell ins Herz geschlossen – ich sag nur Edas dämonischen Mitbewohner King. Vieles ist auch sehr abgedreht, aber letztlich immer in einem guten Maß (außer halt in der Pilotfolge). Wer mit der Serie anfangen will, den erwartet eine abgefahrene Welt, aber doch irgendwo im Stile anderer Disneyserien.

Willkommen im Haus der Eulen ist seit dem 31.08.2020 auf Disney+ verfügbar

Country Comfort – Staffel 1

Die Handlung: Bailey (Katherine McPhee) ist Countrysängerin von ganzem Herze und sing in der Band ihres Freundes. Als dieser nicht nur mit ihr Schluss macht, sondern sie auch aus der Band wirft und gegen seine neue jüngere Freundin austauscht. Als sie vor der Situation fliehen will, bleibt auch noch ihr Wagen liegen. Auf der nächstgelegegen Farm trifft sie auf Familie Haywood, die sie für ihre neue Nanny halten. Trotz aller Erklärungsversuche Baileys wird sie eingestellt und stellt kurz darauf fest, dass die Mutter vor nicht allzulanger Zeit gestorben ist und die Kinder sich nicht an die neue Freundin ihres Vaters gewöhnen wollen. Umso schneller schließen sie Bailey ins Herz, die nun nebem dem Nannysein versucht ihre Solokarriere voranzutreiben.

Meine Meinung: Country Comfort umfasst bisher eine Staffel mit 10 Folgen mit einer Länge zwischen 20 und 30 Minuten. Der Einstieg in die Serie ging sehr flott, so dass man sich schnell  auf der Ranch von Familie Haywood wiederfindet. Hier gibt es einen kurzen Zeitpunkt der Überforderung, wenn man versucht sich die Namen der fünf Kinder zu merken. Aber auch das ist schnell überwunden, so dass man sich auf die Handlung konzentrieren kann. Zumal die Kinder, auch wenn sie bewusst mit einem gewissen familienähnlichen Aussehen gecastet wurden, sich durch ihren Charakter stark unterscheiden. Dadurch findet man leicht in die Serie rein, zumal jeder Charakter die Handlung auf eine bestimmte Weise vorantreibt. Als Sitcom funktioniert die Serie größtenteils sehr gut. Es gibt pro Folge einige gut pointierte Witze, die einen instant lachen lassen und so hat man das Gefühl, dass die Serie gute Laune verbreitet. Das Problem ist eher, dass die Serie trotz der herzlichen Charaktere, an vielen Stellen sehr gestellt wirkt. Man kann einfach die gesamte Handlung sehr gut vorhersehen, vor allem die in den einzelnen Folgen. Dadurch passiert wenig überraschendes. Wen das nicht stört, dem garantiere ich ein paar erheiternde Minuten mit der Haywood-Familie.

Country Comfort ist seit dem 19.03.2021 auf Netflix verfügbar

Star Trek: Lower Decks – Staffel 1

Die Handlung: Es ist viel zu tun auf der USS Cerritos, einem eher unbedeutenderen Schiff der Sternenflotte. Das alles reibungslos funktioniert liegt wohl vor allem an den Ensigns, die auf den unteren Decks arbeiten, weit entfernt von der Brücke. Diesmal geht es um die Abenteuer dieser Crew.

Meine Meinung: Gefühlt schießen seit neuestem nach dem Erfolg von Rick & Morty immer mehr Animationsserien aus dem Boden, die weniger kinderfreundlich sind, sondern eine sehr derbe Sprache haben. Star Trek: Lower Decks gehört dazu. Sobald man sich damit arrangiert hat, dass sie ganz anders als die bekannten Star Trek Serien ist und bekannte Muster auch gerne mal auf die Schippe nimmt – aber immer mit einem liebevollen Zwinkern – findet man sich in einem Team voller witziger und einzigartiger Charaktere wieder. Und auch, wenn man einiges von der Brückencrew erfährt, auch wenn diese absichtlich sehr klischeehaft dargestellt wurde, liegt der Fokus doch auf den Ensigns und den unteren Decks. Also genau die, die in den bisherigen Serien immer dann eingeblendet wurden, wenn das Schiff angegriffen wurde und man darstellen wollte, dass das ganze Schiff durchgeschüttelt wurde. Und das ist nicht nur ein interessanter Einblick in die unbekannteren Regionen, sondern eben auch sehr witzig, weil hier sehr viel schief geht. Wer also mal einen neuen Blick wagen und sich von den derberen Dialogen nicht abschrecken lässt, der wird hier bestimmt fündig.

Star Trek: Lower Decks ist seit dem 22.01.2021 auf Prime Video verfügbar

A Discovery of Witches – Staffel 1

Die Handlung: Diana Bishop (Teresa Palmer) ist eine brilliante Historikerin, die sich gerne mit dem Themebereich Alchemie befasst. Das liegt wohl daran, dass sie aus einer Familie von Hexen und Hexern abstammt, selbst aber eher unterbewusste Fähigkeiten hat. Als sie eines Tages ein seltenes Buch in der Bibliothek ausleihen kann, sind auf einmal alle Wesen an ihr interessiert. Vor allem der Vampir Matthew Clairmont (Matthew Goode) hängt seitdem an ihr. Doch wer will ihr wirklich helfen und wer sucht nur nach einem Weg einen Vorteil gegenüber der anderen Spezies zu gewinnen?

Meine Meinung: Ich habe mich lange nicht mehr an Serien (oder auch Bücher und Filme) gewagt, in denen Vampire vorkommen, war das Thema doch sehr ausgelaugt worden durch die letzten Jahre. Doch nach einigem Zögern gab ich a Discovery of Witches eine Chance – und wurde sowohl überrascht, als auch enttäuscht. Denn die Serie selbst schafft mit ihren Hexen, Vampiren und Dämonen eine spannende Welt, mit eigenen Regeln, über die man gerne mehr erfahren möchte, und die einen bei der Stange hält. Die ständig neuen Entwicklungen und Wirrungen der vorhandenen Charaktere sind gut ausgearbeitet und bieten sowohl Spannung als auch überraschende Wendungen. Dabei wird in vielen Fällen auf gängige Klischees verzichtet, wenn sie auch nicht gänzlich vermeidbar sind. Wesentlich störender war die sich viel zu schnell entwickelnde Liebesgeschichte zwischen Diana und Matthew, die an vielen Stellen sehr gestellt wirkt, auch wenn Matthew Goode alles dran setzt und dagegen anspielt. Ein Problem könnte auch Teresa Palmer sein, die mir ihre Diana Bishop leider sehr platt präsentiert und sich so auch zwischen den beiden Charakteren keine richtige Chemie aufbaut. So war ich während des Sehens gefangen zwischen „Erzählt mir mehr“ und einem genervten Augenrollen, wenn statt neuer Entwicklungen lieber ein wenig Süßholzgeraspel eingefügt wurde. Der zweiten Staffel werde ich aber dennoch wahrscheinlich eine Chance geben.

A Discovery of Witches ist aktuell bei Sky Ticket enthalten

Habt ihr eine davon gesehen? Wie hat sie euch gefallen?

Schitt’s Creek

Ein Vorwort

19 Nominierungen, 9 gewonnene Emmys, Schitt’s Creek hat abgeräumt und damit meine Neugierde sehr bestärkt. Dann die Ernüchterung. Die Serie war auf noch keiner deutschen Streamingplattform vorhanden (Prime Video hat sie jetzt neu aufgenommen). Doch das hält einen Serienfan ja bekanntlich nicht ab und so kann ich euch heute die erste Staffel der Serie vorstellen.

Die Handlung

Familie Rose, das sind die Eltern Johnny und Moira, sowie die Kinder David und Alexis, sind reich. Zumindest bis der neue Geschäftsführer ihrer Firma keine Steuern zahlt und die Steuerbehörde ihnen fast alles wegnimmt. Geblieben ist ihnen eine kleine Stadt namens Schitt’s Creek, die Johnny David vor ein paar Jahren als Witz zum Geburtstag schenke. Dort müssen sie nun in einem heruntergekommenen Motel in zwei Zimmern ohne abschließbare Tür leben und sich mit den Kleinstadtgewohnheiten auseinander setzen.

Meine Meinung

Wenn eine Serie so viele Emmys gewinnt und als eine sehr gute Comedy-Serie angepriesen wird, so sind die Erwartungen dementsprechend hoch. Das war wohl auch mein größtes Problem mit der Serie. Meine Erwartungen waren einfach viel zu hoch.
Aber fangen wir mit ein paar positiven Aspekten an. Denn auch wenn die Grundidee der Serie (reich und verwöhnt, trifft auf arm) schon oft umgesetzt wurde, wird sie hier nicht als reine Vorlage für eine romantische Komödie genutzt, sondern wird von allen Seiten der Familie beleuchtet. Und da schon allein die Charaktere, auch wenn sie ihr zuvor privilegiertes Leben eint, sehr unterschiedlich sind, ist hier eine Menge Platz zum entfalten. Nehmen wir Johnny Rose, der noch immer nur in Anzügen herumläuft und versucht wieder ganz zum Geschäftsmann zu werden. Oder seine Frau Moira, eine gescheiterte Schauspielerin, die aber immer noch in ihren alten Glanzzeiten festhängt und gefühlt 1000 Perücken besitzt. Dann gibt es Sohn David, der sich durch die Freundschaft zur Motelbesitzerin Stevie am schnellsten einlebt, aber eigentlich sein Leben in New York zurückhaben möchte und schließlich Alexis, der inbegriff der verwöhnten Tochter mit einem ständigen Drang zur Party und vielleicht auch nicht dem höchsten IQ. Dem gegenüber stehen die Bewohner von Schitt’s Creek. Stevie ist die introvertierte Besitzerin des Motels, das sehr heruntergekommen ist und selbst jemand mit niedrigeren Ansprüchen als Familie Rose abschrecken würde. Sie ist eher still, versucht aber David immer wieder zu Unternehmungen zu bewegen. Dann gibt es noch Bürgermeister Roland Schitt und seine Frau Jocelyn. Roland ist der Inbegriff des Kleinstadtbewohners mit sehr geringem Horizont und verkörpert damit mehr Klischees, als der Serie gut tut. Wie seine Frau Jocelyn, die für die Serie unnatürlich normal wirkt, es mit ihm aushält, bleibt fraglich.
Soweit funktioniert die Serie zwar, doch die ständigen Klischees und vorallem die teils sehr übertriebenen Darstellungen der Charaktere wären eigentlich nicht nötig. Das weitaus größere Problem ist jedoch, dass die einzelnen Folgen gefühlt jedes Mal sehr bedächtig anfangen und gerade, wenn die Folge richtig in Schwung kommt, ist sie schon wieder vorbei. Also wird praktisch vergessen zu erzählen, was die Folge eigentlich aussagen könnte.
Kommen wir nun zum Humor der Serie. Der war definitiv vorhanden, entsprach nur leider so gar nicht meinen. Das kann man der Serie zwar schwer anlasten, dennoch war es für mich ziemlich ermüdend. Insgesamt gesehen ist die Serie nicht schlecht und ich würde mir auch weitere Staffeln ansehen. Aber die Kombination aus „Nicht mein Humor“, ein paar Klischees, denen ich überdrüssig bin, und meinen zu hohen Erwartungen, war für mich nicht gut.

Das Fazit

Schitt’s Creek ist eine Comedyserie basierend auf dem altbekannten Prinzip „reich wird arm und muss sich neu einfinden“, was erstaunlich gut aufgeht. Dennoch ist der Humor eher gewöhnungsbedürftig, wer mit dem jedoch gut klarkommt, wird mit der Serie viel Spaß haben.

Schitt’s CreekStaffel 1 wurde mir von Glücksstern-PR als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür! Ich kennzeichne diesen Beitrag hiermit als Werbung.

Pubertät ist voll nice

Ein Vorwort

Im Mai 2018 stellte ich euch das Buch „Mit Mann ist auch nicht ohne“ von Silke Neumayer vor. Und jetzt fast drei später, gibt es tatsächlich eine indirekte Fortsetzung! War ich für den „Liebes-Lesestoff für die fortgeschrittene Frau“ wohl schon nicht die richtige Zielgruppe, fühlte ich mich bei „Pubertät ist voll nice“ auch nicht ganz angesprochen, stellte es mir aber schön vor in Erinnerungen an die Zeit zu schwelgen. Doch wieder gab es einen Untertitel „Nur blöd, dass wir jetzt die Eltern sind“. Es scheint also doch wieder in Richtung des ersten Bands zu gehen, aber trotzdem startete ich gespannt in den zweiten Teil. Wie er mir gefallen hat, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Pubertät beschreibt Silke Neumayer als die Phase, in der sie süßen Kinder von Aliens entführt werden und innerhalb von 24 Stunden zurückgebracht werden, nur um dann Teenager zu sein. Herzschmerz, Pickel, die Wichtigkeit des Smartphones und die Peinlichkeit der Eltern nehmen in dieser Phase unfassbar zu. Dies ist das Werk für alle leidgeprüften Eltern.

Meine Meinung

Die Pubertät war schon eine schwierige Phase, aber viele neue Angewohnheiten waren für einen in der Phase ganz normal. Dies jetzt nochmal aus Elternsicht beschrieben zu haben, lässt einem beinahe Mitleid mit den Eltern empfinden.
Die „Geschichten aus der hormonellen Phase“ sind wie schon im ersten Band kurz und bündig gehalten. Jedes Kapitel umfasst 2-5 Seiten und kann locker weggelesen werden. Hier liegt der Fokus – wie schon im ersten Band – nicht auf tiefgründigen Erörterungen, sondern auf kurzweiliger Unterhaltung. Und genau darauf versteht sich Frau Neumayer.
Und hierbei rechnet sie mit allem ab. Mit der pubertierenden Tochter, den anderen Eltern und vor allem den pubertierenden Jungs, auf die die Tochter entweder ein Auge geworfen hat, oder andersherum. Dem Pickel auf der Stirn, weswegen die Tochter auf gar keinen Fall mehr in die Schule kann, mit der Smartphone-Sucht und Sturmfrei, was das für die Kinder und die Eltern bedeutet.
Auch hier ist die Sichtweise wieder die der Eltern, vor allem von Müttern. Das ist wahrscheinlich für Mitleidende sehr gut, weil man sich sofort in die Situationen einfühlen kann, oder sogar schon gleiche/ähnliche Erfahrungen gemacht hat. Gleichzeitig funktioniert es aber auch für Jüngere – bevorzugt, wenn man schon ein wenig Abstand zur Pubertät hat – um auf seine eigene Zeit zurückblicken zu können. Denn ein paar Dinge ändern sich dann eben doch nie.
Mit 224 Seiten ist das Buch wieder wunderbar kurz, um es in kürzester Zeit durchzulesen. Zusätzlich zu den Kapiteln, gibt es auch regelmäßig sehr passende Zeichnungen, die sich Stil des Covers anpassen und zur zusätzlichen Erheiterung beitragen. Aber die Botschaft des Buches ist klar: Liebe Eltern, haltet durch! Es wird wieder besser!

Das Fazit

Ein wunderbar kurzweiliges Buch voller Anekdoten aus der hormonellen Phase, das einem ein Lächelns inss Gesicht zaubert.

Pubertät ist voll nice wurde mir vom Heyne Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür! Ich kennzeichne diesen Beitrag hiermit als Werbung.