Mein Serien-Adventskalender: 24x Weihnachten in Serie(n) – 23. Türchen

Scrubs – Mein Weihnachtswunder – Staffel 1 Folge 11

Darum geht’s – in der Serie

Im Sacred Heart fangen die Freunde J.D. und Turk als Assistenzärzte an. Zwischen Visiten, Patienten und demm ganz alltäglichen Wahnsinn, sind sie immer für ein Späßchen zu haben.

Darum geht’s – in der Folge

Während J.D. die Geburt von einem befreundeten Pärchen von Dr. Cox filmen soll, wird Elliott in die Notaufnahme eingeteilt, wo sie unter Stress und sexistischen Bemerkungen von Dr. Kelso zu leiden hat und eine Schwangere etwas ruppig abweist. Turk versucht sehr lange die Weihnachtsstimmung aufrecht zu halten, doch nach einer 24 Stunden Schicht, hat er seinen Glauben verloren. Nun hilft nur noch ein Weihnachtswunder.

Der Weihnachtszauber

Scrubs schafft es wieder einmal ein Thema aufzugreifen und mit dem ganz alltäglichen Wahnsinn in einem Krankenhaus zu verbinden. So ist es schwierig zwischen Notfällen und sterbenden Patienten sich die Weihnachtsstimmung zu bewahren. Doch gerade das Ende ist das titelgebende Weihnachtswunder und schafft es klarzustellen, dass es auf jeden selbst ankommt.

Weihnachtsfaktor: 5***** – Hohoho

Mein Serien-Adventskalender: 24x Weihnachten in Serie(n) – 22. Türchen

Supernatural – Übernatürliche Weihnachten – Staffel 3 Folge 8

Darum geht’s – in der Serie

Die Brüder Sam und Dean Winchester sind Jäger. Das heißt sie reisen kreuz und quer durch die USA und jagen alles Übernatürliche. Geister, Dämonen, Wendigos, Vampire, Werwölfe und noch vieles mehr, ist nicht mehr sicher.

Darum geht’s – in der Folge

Dean möchte gerne Weihnachten feiern, da es voraussichtlich sein letztes Fest wird. Sam ist jedoch dagegen, da er keine guten Erinnerungen an Weihnachten hat. Gleichzeitig verschwinden immer wieder Menschen und die Kindern schwören, dass der Weihnachtsmann durch den Kamin kam und ihre Eltern geholt hat. Sam und Dean finden heraus, dass es sich dabei um heidnische Götter handelt.

Der Weihnachtszauber

Die „Grinches“ dieser Welt werden ja selten müde zu erwähnen, dass Weihnachten gar nicht auf den Geburtstermin Jesu fällt, sondern auf das heidnische Fest der Wintersonnenwende. Auch sind viele Weinachtsbräuche übernommene heidnische Traditionen. Genau diese Diskussion übernimmt Supernatural und macht daraus ein altes heidnisches Götterpaar, dass sich an die moderne Welt angepasst hat, aber dennoch ihre jährlichen Opfer holt. Auch die Idee des bösen Weihnachtsmannes ist dann noch einmal ein völlig neuer Ansatz in der Serienwelt und passt perfekt zum Serienkonzept. Gleichzeitig wird auch die Weihnachtsverdrossenheit derer beleuchtet, die eben in der Kindheit keine beschaulichen Weihnachten hatten.

Weihnachtsfaktor: 4**** – Kinder, schaut euch den schönen Baum an

Mein Serien-Adventskalender: 24x Weihnachten in Serie(n) – 21. Türchen

How I met your mother – Wie Lily Weihnachten gestohlen hat – Staffel 2 Folge 11

Darum geht’s – in der Serie

Ted Mosby erzählt seinen Kindern, wie er ihre Mutter getroffen hat. Allerdings erzählt er ihnen auch alle vorherigen Datingerfahrungen und Geschichten, die er zusammen mit seinen besten Freundin Lily, Marchall, Barney und Robin erlebt hat.

Darum geht’s – in der Folge

Lily und Marchall sind wieder das Traumpaar, wie vor ihrer Trennung. Am Heiligen Abend findet Lily den alten Anrufbeantworter, den Ted versteckt hatte, weil er Marchall in seiner Trennungstrauer nur noch verstärkt hat. Doch in einer alten Nachricht nennt Ted Lily „Grinch“, wobei Grinch eher Teds Ersatz für das eigentliche Schimpfwort ist, da er die Geschichte ja seinen Kindern erzählt. Lily ist darüber so verärgert, dass sie die gesamte Weihnachtsdeko abbaut und abhaut. Nun versucht sich Ted bei ihr zu entschuldigen.

Der Weihnachtszauber

In dieser Folge geht es um Versöhnung. Denn die Trennung des Traumpaares schwebt immer noch irgendwo über den Freunden, da Marchall zwar Lily verziehen hat, aber zwischen Lily und Ted noch einiges nicht ausgesprochen wurde. Überzeichnet wird das Ganze mit einer Menge Weihnachtsdeko, denn Lily zaubert aus der Wohnung jedes Jahr ein Weihnachtswunderland. In einer Nebenhandlung geht es auch kurz um die völlig überlasteten Postboten und das nicht alle Geschenke rechtzeitig ausgeliefert werden können.

Weihnachtsfaktor: 4**** – Kinder, schaut euch den schönen Baum an

Star Wars – Episode 9 – Der Aufstieg Skywalkers

Ein Vorwort

Eine wichtige Zeit für die Star Wars ans weltweit steht an. Denn mit Episode 9 soll nun endgültig Schluss mit der Skywalker-Saga sein. Zwar soll es weitere Star Wars Filme geben, aber nicht mehr mit dem gleichen Grundgestein. Und so hieß es nun ein letztes Mal Vorhang auf und ein Wiedersehen mit den bekannten Charakteren. Warum Episode 9 die logische Konsequenz aus den vorangegangenen Filmen ist, erfahrt ihr in meiner Kritik.

Was bisher geschah

Hier werde ich kurz die zuvor erschienenen Filme zusammenfassen. Dadurch sind Spoiler leider nicht zu vermeiden. Du weißt bereits, was geschah? Dann überspring diesen Absatz einfach.

In Episode 7 lernen wir die Schrottsammlerin Rey kennen. Als sie eines Tages den desertierten Sturmtruppler Finn und den Droiden BB-8, der dem Kämpfer des Widerstands Poe Dameron gehört, trifft findet sie sich unerwartet an Bord des Millenium Falken wieder. Auf ihrer Flucht vor der Ersten Ordnung treffen sie auf Han Solo und Chewbacca. Dieser erzählt ihnen, dass die alten Geschichten um die Jedi wahr sind. Auf der Suche nach Luke Skywalker findet Rey Anakin Skywalkers altes Laserschwert und spürt, dass etwas  in ihr erwacht. Doch die erste Ordnung findet die Truppe und der mächtige Kylo Ren nimmt Rey mit. Die Erste Ordnung hat eine Starkillerbasis gebaut, die Planeten noch schnell als der frühere Todesstern zerstören kann. Han, Chewie, Poe und Finn melden sich freiwillig, um auf die Basis einzudringen, diese zu zerstören und Rey zu retten.
In Episode 8 hat Rey Luke aufgespürt und will ihn zum Widerstand zurückholen. Dieser weigert sich jedoch. Zeitgleich hat die Erste Ordnung die Widerstandsbasis aufgespürt und verfolgt das letzte Schiff des Widerstands. Doch diesem geht der Treibstoff aus. Während Leia einen Plan zu haben scheint, vertraut Poe dem ganzen nicht und schickt Poe mit der Wartungsarbeiterin Rose nach Canto Bight, um dort einen „Meistercodeknacker“ zu finden, der sich in das System der Ersten Ordnung einhacken soll und so dem Widerstand die Flucht ermöglichen soll.
Rey und Kylo Ren spüren inzwischen eine Verbindung untereinander. Rey überredet Luke ihr den Umgang mit der Macht beizubringen.

Die Handlung

Kylo Ren (Adam Driver) führt inzwischen die Erste Ordnung an. Auf seiner Suche durch die Galaxis findet er den totgeglaubten Imperator Palpatine. Dieser hat Schiffe und eine Armee bereit, um den Widerstand endgültig zu brechen und die gesamte Galaxie zu unterwerfen. Rey (Daisy Ridley) übt unterdessen an ihren Jedi-Fähigkeiten.

Meine Meinung

Was haben wir als Fans nicht alles schon mit Star Wars durchgemacht. Während die Ursprungstrilogie (nach chronologischer Zählung Episode 4-6) für immer unantastbar bleibt, wollen viele George Lucas Prequel Reihe (nach chronologischer Zählung Episode 1-3) eigentlich nur vergessen. Und während auch für mich Episode 1 und 2 wohl am schwächsten bleiben werden, war gerade Episode 3 die logische Konsequenz um den Übergang zu Episode 4 zu schaffen und die Ereignisse aus den vorangegangenen Teilen zu Ende zu erzählen. Es vergingen erneut … Jahre, bis sich J.J. Abrams erneut an den Stoff traute. Die Rechte waren von Lucas inzwischen an Disney verkauft worden, die eine Menge Potential sahen, vor allem um Geld zu scheffeln. Und so kam Episode 7, die sich sehr uninspiriert an Episode 4 orientierte bzw. die Geschichte einfach noch einmal anders nacherzählte. Dennoch funktionierte es, da die Fans lang genug auf neuen Stoff gewartet hatten. Doch auch ihr Zorn war geweckt. Dies spürte Rian Johnson dann sehr deutlich, als ihm Episode 8 übertragen wurde. In der Vorahnung, dass er es den Fans, die noch immer ihre Ursprungstrilogie vergötterten, sowieso nicht Recht machen konnte, erzählte er eine sehr zurückgenommene Geschichte über den verzweifelten Fluchtversuch des Widerstands und damit seine ganze persönliche Star Wars-Geschichte. Mir persönlich gefiel Episode 8 sehr gut, weil er sich ein bisschen selbst aufs Korn nahm, was aber bei vielen nicht gut ankam. Nun wurde eiligst J.J. Abrams wieder an Bord geholt. Er solle doch bitte den letzten Teil „retten“. Nun war die Frage, wie eben jener, der den Auftakt nicht richtig hinbekommen hat, nun denn das Finale retten soll, sehr drängend.
Aber man muss Abrams eins lassen. Wie schon damals Lucas mit Episode 3, schafft auch er es mit Episode 9 die logische Konsequenz aus den vorausgegangenen Teilen zu kreieren. Klar könnte man jetzt kreativen Mangel vorwerfen, dass er einfach den Bösewicht aus allen früheren Trilogien wiederbelebt hat, der natürlich im Hintergrund alle Strippen gezogen hat. Das Palpatine zurückkommt ist übrigens kein Spoiler, es wird im Trailer angedeutet und bereits im Intro-Text, also in der ersten Filmminuten bereits ausgeklärt – was seinen ersten Auftritt auch ein bisschen wirkungslos gemacht hat, aber durch die Inszenierung wurde hier doch wieder viel gewonnen. Aber letztendlich hatten die vorangegangenen Episoden es auch einfach verpasst den einen großen Bösewicht aufzubauen, also mussten sie nun halt einen herzaubern – die Diskussion ob es einen Oberbösewicht überhaupt gebraucht hätte, spar ich mir dann mal.
Episode 9 schafft es jedoch einen Bogen zu schlagen zwischen offenen Handlungssträngen, neuen Handlungssträngen, der Verknüpfung des Alten mit dem Neuen und die Charaktere sich zu Ende entwickeln zu lassen. Damit steht es wirklich für ein definitives Ende, wo am Ende wohl fast jede Frage geklärt sein dürfte. Dabei werden Entwicklungen und Veränderungen auch versucht zu erklären, so dass der Film trotz zahlreicher Actionsequenzen nicht gehetzt wirkt. Er nimmt sich die Zeit um seine Geschichte fertig zu erzählen. Man muss das Ende nicht gut finden – ein herzliches „Fuck Disney“, tönte am Ende durch den Kinosaal – aber man kann dem Film nicht vorwerfen, dass es nicht zu Ende gebracht wurde – oder wie die 8. Staffel von Game of Thrones Charakterentwicklungen über den Haufen wirkt, damit es zum Ende kommt.
Was einem aber vor allem auffällt ist das riesige Budget, das Disney in seinen Film investiert hat. Die Special Effects sind vom allerfeinsten und gerade das große Finale ist ein Augenschmaus, für den es sich wirklich lohnt den Film auch im Kino gesehen zu haben.

Achtung! Im folgenden Kritikpunkt gehe ich etwas näher auf Details der Handlung ein. Je nach Auslegung kann dies als Spoilern verstanden werden. Ihr seid also gewarnt!

Das einzige, was mich wirklich gestört hat – außer der Bösewicht aus dem Hut, aber das ist noch vertretbar – ist das sich der Film zwar zwischendurch traut Charaktere vermeintlich umzubringen, dies aber meist keine zwei Szenen lang durchhält und sie wiederbelebt. Als dies beim ersten Mal geschah, war ich wirklich den Tränen nah, nur um mich ein paar Minuten danach zu ärgern. Klar war ich glücklich, dass der geliebte Charakter noch unter den Lebenden weilte, aber irgendwo wütend, weil ich um meinen emotionalen Moment betrogen wurde. Und leider geschieht dies einmal zu oft.
Gerade am Ende wäre es wirklich mutig gewesen, wenn sie vermeintlich Tote einfach tot gelassen hätten. Es wäre nicht das Ende, was man sich erhofft hat, aber es wäre mutig und vor allem unvorhersehbar gewesen. Ich hätte es gut gefunden.
Letztendlich ist aber auch dies Kritik auf hohem Niveau.

Das Fazit

Star Wars – Episode 9 – Der Aufstieg Skywalkers ist die logische Konsequenz aus den vorangegangenen Teilen. Die Schwächen resultieren aus den Schwächen der Vorgänger. Letztendlich schafft er aber die Balance zwischen Erwartetem und Überraschendem und bringt die komplette Saga zu einem runden und logischen Ende. Dafür gibt es 09 von 10 möglichen Punkten.

Star Wars – Episode 9 – Der Aufstieg Skywalkers läuft seit dem 18.12.2019 in den deutschen Kinos.

Mein Serien-Adventskalender: 24x Weihnachten in Serie(n) – 20. Türchen

Gilmore Girls – Schlittenfahrt – Staffel 2 Folge 10

Darum geht’s – in der Serie

Lorelai und Rory Gilmore sind nicht nur Mutter und Tochter, sondern auch beste Freundinnen. Sie leben im beschaulichen Stars Hollow. Neben den Schulproblemen Rorys und den Arbeitsproblemen Lorelais, die ein Inn führt, hat Stars Hollow neben allerlei skurrilen Traditionen auch viele skurille, aber liebenswerte Bewohner.

Darum geht’s – in der Folge

Lorelai und ihre Köchin Sookie haben ein aufwendiges historisches Dinner für eine Gesellschaft organisiert. Diese sind jedoch in Chicago eingeschneit und können nicht kommen. So laden die beiden kurzerhand einfach alle ihre Freunde ein, zum Essen, einer Schlittenfahrt und Übernachtung im Inn.

Der Weihnachtszauber

Ist hier allgegenwärtig. Klar ist das historische Dinner nicht unbedingt das klassische Weihnachtsdinner, aber die Stimmung ist dennoch von Frieden, Freundschaft und der Beilegung von Streitigkeiten dominiert. Und was gibt es weihnachtlicheres als eine Schlittenfahrt durch das verschneite Stars Hollow?

Weihnachtsfaktor: 5***** – Hohoho

Mein Serien-Adventskalender: 24x Weihnachten in Serie(n) – 19. Türchen

Two and a half man – Santas Dorf der Verdammten – Staffel 3 Folge 11

Darum geht’s – in der Serie

Charlie Harper ist erfolgreicher Jingle-Schreiber und lebt ein ausschweifendes Junggesellenleben. Viel Alkohol und vor allem viele One Night Stands in seinem Malibu-Strndhaus. Als eines Tages sein Bruder Alan vor der Tür steht, der von seiner Frau rausgeworfen wurde, ändert sich das Leben jedoch. Zumal auch Jake, Alans Sohn, an den Wochenenden zu Besuch ist.

Darum geht’s – in der Folge

Alan hat endlich eine bezaubernde Freundin gefunden. Sandy ist klug und führt den Haushalt absolut penibel. Reibereien zerstreut sie durch ihre teuflisch guten Koch- und Backkünste. Dies führt bei den Brüdern schnell zu einem kleinen Bäuchlein. Bis Weihnachten vor der Tür steht und Sandys schlimmste Seite zum Vorschein bringt.

Der Weihnachtszauber

Hier werden gekonnt die Weihnachtsfanatiker auf die Schippe genommen. Eine Folge, für all diejenigen, die Kistenweise Weihnachtsdeko im Keller stehen haben und dessen Häuser sich an Weihnachten in eine reine Blinklichthölle verwandelt.

Weihnachtsfaktor: 3*** – Dir werden drei Geister erscheinen

Mein Jahresrückblick 2019 – #1 – Bücher

Es ist mal wieder soweit. Das Jahr ist fast vorbei und die obligatorischen Jahresrückblicke beginnen. Da ich mein mediales Jahr immer von Dezember-November betrachte, damit die Statistiken korrekt bleiben, die Jahresrückblicke aber nicht erst im Januar erscheinen, bin ich mal wieder relativ früh dran. Dieses Jahr beginne ich mit den Büchern. In diesem Jahr habe ich 56 Bücher gelesen. Damit liege ich wieder knapp unter meinem jährlichen Ziel von 60 Büchern, jedoch besser als letztes Jahr mit 49 Büchern. Dieses Jahr dominieren deutlich die multiplen Bände, während die Einzelbände Einbußen auf sich nehmen mussten.

Bücher insgesamt: 56
Seiten gesamt: 20.512
Seiten pro Tag: 58 im Durchschnitt
Gebunden Bücher: 8
Taschenbücher: 19
E-Books: 24
Manga/Comic/Graphic Novel: 2
Hörbücher: 2
Reclam: 1

I. Wiederholungstäter

2019 habe ich bei zwei Büchern den Staub weggepustet und sie noch einmal gelesen – ohne Ranking:

1. Der satanarchäolügenialkohöllische Wunschpunsch – Michael Ende
2. Harry Potter und der Feuerkelch – Joanne K. Rowling

II. Manga/Comic/Graphic Novel

2019 habe ich zwei „Bilderbücher“ gelesen – ohne Ranking:

1. Deadpool vs. Old Man Logan (Comic)
2. Death Note 5 (Manga)

III. Klassiker/Liste der Schande

2019 habe ich sieben Bücher aus dem Bereich Klassiker gelesen. Dabei habe ich die Definition Klassiker bewusst weitläufig gehalten. Wer sich an dem Begriff stört, soll es einfach als Werke von meiner Liste der Schande ansehen – im Ranking:

Platz 7: Fahrenheit 451 – Ray Bradbury

Ray Bradburys Klassiker durfte ich nun endlich von meiner Literaturklassikerliste der Schande streichen. Während das Buch eine wichtige Botschaft vermittelt, habe ich mich mit Protagonist und vor allem dem Schreibstil sehr schwer getan.

Platz 6: Das Bildnis des Dorian Gray – Oscar Wilde

Mr. Wilde übertreibt bei seinem einzigen Roman eindeutig, was die Länge angeht, weswegen es ein sehr langwieriges Buch ist, auch wenn zwischendurch durchaus interessante Charakterstudien eingeflochten wurden.

Platz 5: 20.000 Meilen unter dem Meer

Von Jules Verne kannte ich bereits Die Reise zum Mittelpunkt der Erde, die ich wesentlich besser fand. Denn irgendwo wartet man bei der Fahrt mit Kapitän Nemo immer auf das eigentliche Highlight, das sich aber nicht einstellen mag. So wird man auf über 600 Seiten kreuz und quer durch die Weltmeere gejagt, erfährt aber abgesehen von der Klassifizierungen von Fischarten nichts.

Platz 4: Mary Poppins kommt wieder – Pamela L. Travers

Die wohl bezaubernste Nanny aller Zeiten kommt zurück zur Familie Banks. Mit neuen Abenteuern in längeren Geschichten, kann sie einmal mehr einen in den Bann ziehen.

Platz 3: Alibi – Agatha Christie

Der inzwischen dritte Fall für Hercule Poirot kommt gewohnt spannend und rätselhaft daher. Bis zum Ende scheint nichts zusammen zu passen, bis dann die große Wendung kommt, mit der wohl keiner gerechnet hat.

Platz 2: Mord auf dem Golfplatz – Agatha Christie

Der zweite Band von Agatha Christie rund um den Meisterdetektiv Hercule Poirot konnte mich wieder vollständig in seinen Bann ziehen. Bis zum Ende stand ich einmal mehr komplett auf dem Schlauch, wer denn nun der Mörder sei.

Platz 1: Shining – Stephen King

Der Meister des Horrors schafft es mit Shining in beengten Raum eines Hotels drei Personen überwintern. Dabei trifft man nach und nach auf die Geschichte des Hotels, das einen nicht loslässt. King versteht es hier mit wenig Handlung eine faszinierende Atmosphäre aufzubauen und viel allein über Charakterentwicklungen zu erzählen.

IV. Multiple Bände

2019 habe ich 32 Bücher, die zu einer Reihe gehören oder von denen es Folgebände gibt, gelesen. Der Einfachheit habe ich zusammengehörende Bände unter einem Platz zusammengefasst – im Ranking:

Platz 15: Quarterback Crush – Alice Ann Wonder

Dieser Versuch einer Liebes-Erotik-Geschichte hat mich einfach nur enttäuscht. Die Geschichte ist absolut vorhersehbar, hat fürchterliche klischeehafte Charaktere, eine absolut nervige Protagonistin und leider hilft auch der Schreibstil nicht sonderlich weiter. Ich habe dann von den weiteren Teilen erst einmal Abstand genommen.

Platz 14: Never loved before – Monica Murphy

Eigentlich eine interessante Grundsituation, aber die Autorin wiederholt sich und die Gedanken der Person fast pausenlos, so dass die Geschichte nie wirklich vorwärts kommt und sich so das absolut vorhersehbare auf über 500 Seiten streckt.

Platz 13: Wir für zwei Nächte – D.C. Odesza

Die Geschichte rund um Jade & Lawrence geht weiter. Allerdings scheint die Autorin hier einfach nur nicht loslassen zu können, weswegen die Handlung etwas dünn ist, die gewohnte erotische Prise komplett fehlt und in der Handlung zwischendurch immer wieder gesprungen wird, weil der Autorin einfach nicht genug einfiel. Sehr schade.

Platz 12: Bookless 1 – Wörter durchfluten die Zeit – Marah Woolf

Der erste Teil der Bookless-Reihe kommt mit einer ausführlichen Einführung daher. Wirklich viel ist noch nicht passiert, außer, dass die Grundhandlung gefestigt wurde. Macht dadurch leider kaum Werbung für die Folgebände (die allerdings doch schon bei mir im Regal stehen…)

Platz 11: Dark Wonderlands – Herzkönigin – A. G. Howard

Gerade am Anfang mochte ich die Geschichte, die sich mit der dunklen Seite der Alice im Wunderland Geschichte befasst. Doch ab einem gewissen Punkt bin ich aus der Geschichte ausgestiegen und habe einfach nicht mehr reingefunden. Gute Idee, anstrengende Umsetzung, verwirrender Schreibstil.

Platz 10: The Ivy-Years: Bevor wir fallen/Was wir verbergen/Solange wir schweigen/ Wenn wir vertrauen/Was wir uns bedeuten – Sarina Bowen

The Ivy Years sind eine gute Romanreihe für zwischendurch, wobei es starke Qualitätsschwankungen unter den Bänden gibt.

Platz 9: Spiegel & Scherben/Sterne & Regen/Rosen & Blüten/Splitter & Herz – D.C. Odesza

Während das erste Buch noch die Weichen gelegt hat, konnte mich vor allem der zweite Band rund um Trajan, Lelouch und Clary überzeugen. Der dritte Band war dann das typische übertriebene „jetzt muss noch was hochdramatisches passieren“ und der vierte hat dann noch stärker abgebaut. Sehr schade.

Platz 8: Ich bin die Nacht – Ethan Cross

Nach langer Zeit war mit tatsächlich mal wieder nach einem Thriller. Und hab auch schon wieder die Lust verloren. Denn die Auflösung der ganzen Geschichte war mir schon wieder zu abstrus.

Platz 7: Feel Again/Hope Again – Mona Kasten

Die Fortsetungsbände der Again-Reihe befassen sich wieder mit Nebencharakteren aus den vorangehenden Bänden. Dabei kreiert Frau Kasten eigenständige, runde Geschichten, die man als locker leichte Liebesgeschichten für zwischendurch bezeichnen kann.

Platz 6: Maybe Someday/Maybe Not – Colleen Hoover

Damit habe ich nun auch noch die fehlenden Werke von Mrs. Colleen Hoover gelesen. Wieder eine interessante Geschichte, die sich ganz anders entwickelt hat, als ich gedacht hätte. Nicht meine Lieblingsgeschichte von Mrs. Hoover, aber doch wieder sehr stark erzählt.

Platz 5: Die Känguru-Apokryphen – Mark-Uwe Kling

Mark-Uwe Kling hat es doch wieder getan. Er hat ein neues Werk über sein Leben mit dem Känguru geschrieben. Es sollen die unerzählten Geschichten aus den bisher erschienenen Bücher sein. Auf jeden Fall sind sie wieder unglaublich lustig und am besten als Hörbuch zu genießen!

Platz 4: Ghostsitter 2 – Achtung Poltergeist – Tommy Krappweis

Auf dem Elbenwaldfestival durften die Lesungen von Tommy Krappweis natürlich nicht fehlen und so kam ich endlich dazu mir den zweiten Teil seiner Ghostsitter-Reihe zu besorgen und signieren zu lassen. Die Geschichte ist zwar auch wieder eher für die kleineren ausgelegt, kann aber auch die Großen in den Bann ziehen und begeistern.

Platz 3: Wie Monde so silbern – Marissa Meyer

Ich bin mit Märchen aufgewachsen, vor allem die der Gebrüder Grimm. Die Geschichte von Aschenputtel/Cinderella aber einmal in einer Cyberpunk-Variante zu erleben, war erfrischend neu, hat gut funktioniert und konnte mich mitreißen.

Platz 2: Kein Rockstar für eine Nacht/Wer will schon einen Rockstar/Rockstars bleiben nicht für immer/Rockstars küsst man nicht – Kylie Scott

In den einzelnen Bänden geht es um die Mitglieder der Band Stage Dive, die neben einem absoluten Musikerfolg eben auch ein Anrecht auf die Liebe haben. Bereits im ersten Band konnte mich der Gitarrist David Ferris absolut überzeugen und auch die Folgebände konnten mich schnell in ihren Band ziehen.

Platz 1: Sinful King / Sinful Queen / Sinful Empire / Sinful Prince / Sinful Princess / Sinful Royalty – Meghan March

Eine Reihe, die aus zwei Unterteilen besteht, die mich nach Entdeckung nicht mehr losließ und innerhalb weniger Tage komplett verschlungen wurde. Aus dem Bereich Liebes-Erotik-Geschichten, jedoch mit starken Charakteren, gelungenem Schreibstil und zwei packenden Geschichten. Es gibt bewusst keine Szenen, die als Vergewaltigung oder körperliche Gewalt durchgehen könnten (looking at you 50 shades of grey) und auch in auswegslosscheinenden Szenen, lassen sich die Frauen nicht unterdrücken, ohne dabei gleich nur noch zickig werden zu können.

V. Einzelbände

2019 habe ich 13 Bücher gelesen, die (bisher) nicht als multiple Bände angelegt sind – im Ranking:

Platz 13: Am Ende die Zeit – Daniela Tetzlaff

Über dieses Buch bin ich auf der Comic Con in Berlin letztes Jahr gestolpert und wurde mir von der Verlegerin wärmstens empfohlen. Wirklich warm geworden bin ich mit Geschichte und Schreibstil nicht, auch wenn es mich im letzten Drittel doch noch fesseln konnte. Aber dafür, dass es eigentlich um die ägyptische Mythologie gehen sollte, kam mir gerade dieser Part sehr schwach vor.

Platz 12: Die Mitternachtsrose – Lucinda Riley

Nach Monaten (könnten inzwischen auch Jahre gewesen sein) auf meinem Sub (Stapel ungelesener Bücher) habe ich mich endlich an mein erstes Werk von Lucinda Riley herangewagt. Leider konnte mich weder die Geschichte, noch die Charaktere überzeugen. Es war irgendwie alles zu vorhersehbar, da die Charaktere sehr platt und stereotypisch waren.

Platz 11: 40 Festival in 40 Wochen – Christine Neder

Das Selbstexperiment der Autorin hatte ich mir eigentlich pünktlich zur Festival-Saison besorgt, kam aber nicht gerade viel zum Lesen auf dem Festival. Die kurzen und knackigen Beschreibungen der verschiedensten Festivals waren zunächst sehr interessant, wurden jedoch schnell monoton, da sich die Autorin gefühlt ständig nur über ihren Gesundheitszustand beschwerte.

Platz 10: Streifzüge durch das Abendland – Bill Bryson

Mit Bill Bryson und seine Reiseberichten habe ich ja schon einiges durch. Diesmal ging es kreuz und quer durch Europa. Ein eigentlich gutes Buch von Bill Bryson, dass sich aber so oft wieder holt und den üblichen Biss vermissen lässt.

Platz 9: Mr. Barnacals Schildkröte – Lisa Brenk

Meine Ausbeute von der GCC Berlin dieses Jahr stammt vom Wölfchen Verlag und wurde mir wärmstens empfohlen, da die Geschichte herrlich verrückt sei. Dies war keinesfalls untertrieben und konnte mich auch zunächst in Bann ziehen, bis mich die Geschichte leider irgendwann verlor.

Platz 8: Doctor Sleep – Stephen King

Die Fortsetzung zu Shining diesmal mit einem erwachsenen Danny. Nachdem ich den Trailer gesehen habe, musste ich das Buch schnell noch vor Kinostart lesen. Wirklich was besonderes war die Geschichte jetzt nicht, aber Stephen King kann aus allem eine Geschichte erzählen.

Platz 7: Erhebung – Stephen King

Dieser Kurzroman von Stephen King lies ich mir diesmal in Hörbuchform vorlesen. Eine schöne Geschichte über einen Mann, der immer leichter wird und bis er sich nicht mehr auf der Welt halten kann, zumindest noch eine Sache in Ordnung bringen will. Ein typischer King, nur eben diesmal tatsächlich auf 144 Seiten.

Platz 6: Ein wenig Leben – Hanya Yanagihara

Ein wenig Leben erzählt auf fast tausend Seiten die Geschichte der vier Freunde Jude, Willem, Malcolm und JB. Die Geschichte geht über einen Zeitraum von über 30 Jahren und geht tief unter die Haut. Vor allem Jude hat in seinem Leben sehr viel durchmachen müssen.

Platz 5: Fee – Schwestern bleiben wir für immer – Monika Feth

Ein Buch, das mir kommentarlos von meiner besten Freundin in die Hand gedrückt wurde. Eine Geschichte über Krankheit, Familie, Verlust und Trauer. Eine rührende Geschichte, die mir leider zu auseinandergerissen erzählt wurde.

Platz 4: Wir sehen uns beim Happy End – Charlotte Lucas

Ella lebt für Happy-ends und kann nichts ertragen ohne. Kein Film, kein Buch, nichts. Bis ihr eigenes Leben auf einmal aus der Bahn gerät und sie auf Oskar trifft, der anscheinend ganz dringend ein Happy-end braucht. Das perfekte Buch für Träumer, das vielleicht zwischendurch etwas realitätsfern ist, aber trotzdem eine zauberhafte Story erzählt.

Platz 3: Der Aufstieg und Fall des D.O.D.O. – Neal Stephenson & Nicole Galland

Ein Buch, das man selbst erleben muss. Ein solch komplexes, durchdachtes, logisches, gut recherchiertes und doch magisches Buch habe ich noch nie gelesen. Selbst wenn man mit ein paar Wendungen nicht einverstanden ist oder der Schreibstil zwischendurch merkwürdig erscheint, bleibt es im Ganzen doch ein sehr gutes Buch.

Platz 2: Die 1000 Teile meines Lebens – Colleen Hoover

Das neuste Buch von Colleen Hoover durfte natürlich nicht in meinem Regal fehlen. Doch statt wie gewohnt eine Liebesgeschichte zu erzählen, ging es diesmal nur ganz nebensächlich um Sagan und Merit. Stattdessen ging es vielmehr im eine verworrene Familiengeschichte voller Geheimnisse und Missverständnisse. Hier musste Merit lernen, sich selbst und auch ihre Familie zu lieben. Grandios geschrieben und noch einmal eine völlig neue Thematik. Dennoch konnte es mich nicht so sehr begeistern, wie andere Werke von ihr.

Platz 1: Honigduft & Meeresbrise – Anne Barns

Die Geschichte über im Weltkrieg verloren gegangene Briefe, gibt es immer mal wieder. Hier wird die Geschichte jedoch mit einer absolut sympathischen Protagonistin und ihrer liebenswerten Oma aufgezogen und befasst sich gleichzeitig mit den Themen Verlust und Freundschaft und natürlich Bienen. Das perfekte Strandbuch für den Sommer.

Was waren eure Highlights des Jahres?

Mein Serien-Adventskalender: 24x Weihnachten in Serie(n) – 18. Türchen

Bones – Morgen kommt kein Weihnachtsmann – Staffel 3 Folge 9

Darum geht’s – in der Serie

Dr. Temperance „Bones“ Brennan ist eine brilliante forensische Antropologin. Nur mit der Sozialkompetenz hat sie es nicht so. Als der FBI-Agent Seeley Booth sie und ihr Team im Jeffersonian für einen Fall benötigt, entsteht eine regelmäßige Arbeitsbeziehung. Der impulsive Booth und die rationale Brennan bilden dabei ein sonderbares, aber sehr erfolgreiches Team.

Darum geht’s – in der Folge

Booth und Brennan bekommen einen Fall, in dem der „Weihnachtsmann“ ermordet wurde auf den Tisch. Bei dem Opfer handelt es sich um einen Mann, der das ganze Jahr über als Weihnachtsmann arbeitete. Nebenbei plagen die beiden private Sorgen zum bevorstehenden Weihnachtsfest. Brennan will den Wunsch ihres inhaftierten Vaters nach einem Weihnachtsfest im Gefängnis nicht nachgehen. Booth hingegen bekommt mitgeteilt, dass er Weihnachten nicht mit seinem Sohn verbringen kann, da dessen Mutter und ihr neuer Lebensgefährte in Vermont feiern wollen.

Der Weihnachtszauber

Ein ermordeter Weihnachtsmann mag zunächst nicht den Zauber von Weihnachten versprühen, aber die Serie ist nun einmal im Crimegenre angesiedelt und ohne Leiche funktioniert die Serie wohl kaum. Dazu gibt es ja noch die privaten Probleme der Charaktere, die sich beide damit befassen, inwieweit Weihnachten ein Familienfest ist.

Weihnachtsfaktor: 4**** – Kinder, schaut euch den schönen Baum an

Mein Serien-Adventskalender: 24x Weihnachten in Serie(n) – 17. Türchen

Rick & Morty – Anatomie-Park – Staffel 1 Folge 3

Darum geht’s – in der Serie

Morty lebt mit seinen Eltern und seiner älteren Schwester zusammen. Mit im Haus lebt sein Grandpa Rick, der ihn immer wieder mitnimmt zu den seltsamesten Abenteuer in verschiedenste Galaxien. Dabei überrascht Rick immer wieder durch neue Erfindungen.

Darum geht’s – in der Folge

An Weihnachten kommen Jerrys – Mortys Dad – Eltern zu Besuch. Doch seltsamerweise haben sie den jungen Mann Jacob dabei. Jerry findet das merkwürdig und versucht hinter das Geheimnis zu kommen. Gleichzeitig führt Rick einen sichtlich betrunkenen Weihnachtsmann namens Ruben in die Garage und nimmt Morty gleich mit. Denn Rick hat einen Freizeitpark in Ruben eingepflanzt. Der Anatomie-Park stellt sich als eine Mischung aus Disneyland und Jurassic Park heraus und Morty soll herausfinden, was dort passiert ist.

Der Weihnachtszauber

Es ist für mich sehr passend, dass meine absolute Lieblingsfolge der Serie gleichzeitig auch die Weihnachtsfolge ist. Während die Geschichte rund um Rick und Morty und den Anatomie-Park wenig weihnachtlich ist, ist es die Nebenhandlung rund um Jerry und seine Eltern umso mehr. Hier geht es darum, dass alle nur noch auf ihre technischen Geräte schauen und zu wenig Zeit mit der Familie verbracht wird. Jerry sammelt darauhin alle Geräte ein, damit endlich wieder alle miteinander reden. Dies geht allerdings für ihn nach hinten los.

Weihnachtsfaktor: 3*** – Dir werden drei Geister erscheinen

Netflix Original: The Irishman

Ein Vorwort

Das Netflix aus der Award-Season nicht mehr wegzudenken ist, hat der Erfolg von Roma im letzten Jahr bewiesen. Während Netflix lange den Ruf hatte bei den Filmen weniger auf Qualität als eher auf Quantität zu achten bei den Eigenproduktionen, ist nun nur noch teilweise richtig. Denn auch dieses Jahr ist neben Marriage Story auch ein The Irishman bei den Golden Globes stark vertreten. Über den grundsätzlichen Wandel zum Streaming und warum große Filmemacher, wie Martin Scorsese oder letztes Jahr Alfonso Cuaron, ihre Filme nicht mehr über die klassischen Studios finanziert kriegen und welche Vor- und Nachteile dies mit sich bringt, ist Thema für eine ganz eigene Diskussion. Ob The Irishman über eine Spiellänge von 3,5 Stunden funktioniert, erfahrt ihr in meiner Kritik.

Die Handlung

Der Ire Frank Sheeran (Robert de Niro) gelangt in den 1950er Jahren auf den Radar der Bufalino-Familie, einer Mafia Familie in Pennsylvania. Dort lernt er den Oberhaupt Russell (Joe Pesci) kennen. Über ihn wird er zum Leibwächter des Gewerkschaftsführers Jimmy Hoffa (Al Pacino).

Meine Meinung

Als ich mir vorgenommen habe The Irishman zu sehen, war meine größte Hemmschwelle tatsächlich die Lauflänge. Bereits The Wolf of Wall Street war mit 180 Minuten Lauflänge ein ganz schöner Brocken und schon den konnte ich bisher nie in einem Stück gucken. Nun hat sich Scorsese noch einmal selbst getoppt. Mit 209 Minuten Lauflänge beinhaltet er die Länge von zwei durchschnittlichen Filmen. Kann ein Film es schaffen die Aufmerksamkeit eines Zuschauers so lange zu halten?
Nun hier kommt es gewiss auch ein wenig darauf an, in welcher Umgebung man den Film sieht. Vor Veröffentlichung auf Netflix war The Irishman kurzzeitig in ausgewählten Kinos zu sehen. Unerreichbar also für alle, die nicht in einer großen Metropolregion mit vielen kleinen unabhängigen Kinos wohnen. Hier sind jedoch die Ablenkungsfaktoren durch die Umwelteinflüsse relativ gering. Allerdings kann man hier auch nicht mal eben den Film anhalten, um die Toilette aufzusuchen. Das reguläre Publikum wird den Film also auf Netflix schauen. Allein die Tatsache, dass Scorsese einen Appell an die Zuschauer starten musste, seinen Film doch bitte nicht auf dem Handy zu schauen, sagt viel über das Sehverhalten von Netflix-Zuschauern. Aber selbst ich, die den Film auf einem relativ großen Fernseher zu Hause sehen konnte, konnte mich nicht vollständig vor Unterbrechungen wappnen.
Dennoch sollte man möglichst versuchen den Film als Ganzes zu sehen und nicht in kleine Häppchen zu unterteilen. Dies ist mitunter auch gar nicht möglich, weil es tatsächlich keine Stelle im Film gibt, der man einen Cut anmerkt, also eine Stelle, wo man meinte „Okay, jetzt hab ich diesen Abschnitt gesehen, bevor es weitergeht, kann ich noch schnell etwas anderes erledigen“. Stattdessen ist die ganze Handlung geprägt von Zeitsprüngen und die Schauspieler werden mal jünger, mal älter, mal spiegeln sie ihr tatsächliches Alter wieder. Aber alles in einer laufenden Erzählung. Es gab auch die Überlegung, warum Scorsese, wenn er die Geschichte komplett auserzählen wollte, das Ganze nicht als Serie angelegt hat. Auch dies beantwortet der Film. Denn in einer Serie braucht man Szenen, die jede Folge eröffnen und Szenen die eine Folge in sich schließen. Sei es durch eine schöne Abschiedsmodellage an Bildern oder meinetwegen auch durch einen Cliffhanger. Doch als dies hätte die Erzählstruktur des Films massiv angegriffen, weswegen es die Folgerichtige Entscheidung war, den Film als Film zu belassen. Dennoch schafft der Film es nicht, einen für die gesamte Dauer zu fesseln. Er schafft es stellenweise, aber zwischendurch schweiften dann doch immer wieder die Gedanken ab. Dann kam wieder ein Stichwort und man wusste, wenn man jetzt nicht aufpasst, dann verpasst man etwas Wichtiges. Dann passte man wieder für 20 Minuten auf, bis man für 10 Minuten wieder komplett raus war und immer so weiter. In der Gänze schafft es The Irishman also durchaus den Zuschauer abzuholen.
Aber wieso wurde der Film dann nicht kürzer erzählt? Bei 209 Minuten gibt es doch bestimmt die eine oder andere Szene, die man hätte weglassen können? Grundsätzlich bin ich ein großer Verfechter von kürzeren Filmen. Alles, was über zwei Stunden dauert, braucht für mich eine gute Begründung, warum der Film so lang ist. Auch ist The Irishman einfach zu lang, angenehmer Filmgenuss geht anders. Doch hat Scorsese es geschafft einen Film zu drehen, bei dem wirklich jede Szene wichtig ist. Es gibt keine Szene, bei der man denkt, dass sie nur Füllmaterial ist, um den Film zu strecken. Denn alle Szenen führen zu unserem Protagonisten im Altersheim, der uns seine Geschichte erzählt. Ganz im Gegenteil muss man sogar sagen, dass der Film vielleicht sogar die eine oder andere Szene zu wenig hat. Denn gegen Ende gibt es einen kurzen Dialog zwischen DeNiro und eine seiner Töchter, die ihm erklärt, warum es nie wirklich ein Familiengefühl gab. Und genau dieser Aspekt kommt eigentlich viel zu kurz. In einer kurzen Szene sieht man, warum die Kinder Angst hatten ihrem Daddy etwas zu erzählen. Aber dabei wurde es dann belassen.
Kommen wir zu einem weiteren heiß diskutierten Punkt. Wie Scorsese im The Irishman Gespräch – ebenfalls einsehbar auf Netflix – sagte, war sein Hauptproblem vor der Umsetzung des Films, dass er zwar eine Ahnung hatte, wer der passende Cast sein könnte, jedoch die Handlung so viel Zeit umfasste, dass er eigentlich für viele Szenen weitaus jüngere Darsteller hätte casten müssen. Aber weil er wusste, dass jeder seiner Schauspieler absolut einzigartige Bewegungen und Mimik leisten würde, wollte er den gesamten Film mit den gleichen Darstellern drehen. Also musste eine Verjüngungstechnik her. Er wollte aber auch nicht die gleiche, die in Star Wars benutzt wurde. Schließlich wurde er fündig und konnte nun seine Darsteller anständig digital verjüngen lassen. Das Ergebnis kann sich auch durchaus sehen lassen. Das Problem an der Sache ist, dass seine Darsteller eben nicht jünger werden, sondern nur so aussehen. Auch wenn in vielen Szenen darauf geachtet wurde, dass sie sich eben nicht wie alte Männer bewegen, sieht man es den Herren eben doch an. Wenn de Niro zutritt, dann tritt er wie ein alter Mann. Das lässt sich nicht digital verbergen.
Dennoch leisten die Darsteller einen guten Job. Optisch, schauspielerisch und erzählerisch kann man The Irishman absolut nichts vorwerfen. Das Problem, das ich mit dem Film habe, ist rein persönlich. Ich mag keine Mafiafilme. Ich kann nichts damit anfangen. Mich überfordern die verstrickten Strukturen, die tausend Personen, die irgendwo irgendwann noch einmal wichtig werden können. Aber wer Mafiafilme mag oder gar liebt, der wird hier einen neuen Kandidaten fürs Herz haben.

Das Fazit

The Irishman ist mit 209 Minuten sehr lang. Dennoch besticht er über die gesamte Länge mit spannenden Elementen, guten Darstellern und einer einmaligen Optik. Für das optimale Sehvergnügen sollte man jedoch ein Liebhaber von Mafiageschichten sein. Denn wer vorher damit nichts anfangen konnte, kann es auch nach The Irishman nicht.

The Irishman lief ab dem 14.11.2019 in ausgewählten Kinos und ist seit dem 27.11.2019 auf Netflix abrufbar.