Beyond Paradise

Ein Vorwort

Eine absolute Überraschung dieses Jahr war für mich die Serie Death in Paradise. Eine Krimiserie in der Karibik mit britischem Einfluss. Die Serie war herrlichster cosy crime und in jeder Folge ein schönes Whodunnit. Als zweiter Ermittler durfte Kris Marshall als Humphrey Goodman ran. Und nachdem er die Serie verlassen hat, um mit seiner Freundin zurück nach London zu reisen, blieb die Frage: Was wurde aus ihm? Genau, diese Frage wird nun beantwortet, denn es gibt ein Wiedersehen mit Humphrey. Ob Beyond Paradise mich ebenso wie Death in Paradise begeistern konnte, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Der Titel abgezeichnet zusammen mit einer Wasserpistole und einer Fernbedienung

Die Handlung

Das Team in ihrem Büro posieren für die Kamera

DI Humphrey Goodman hat seine Stelle in der Karibik aufgegeben, um seiner großen Liebe Martha zurück nach London zu folgen. Inzwischen sind die beide ins beschauliche Shipton Abbott gezogen, wo Martha herkommt. Sie will dort ein eigenes Restaurant eröffnen, während Humphrey eine Stelle im  kleinen Polizeirevier des Ortes annimmt. Dort müssen sich seine neuen Kolleg*innen erst einmal an seine Eigenheiten gewöhnen.

Meine Meinung

DI Humphrey Goodman sitzt auf einem Felsen an der Küste und sieht nachdenklich aus

Wie eingangs erwähnt bin ich in kürzester Zeit ein großer Death in Paradise Fan geworden. Auch, wenn ich nach dem Abschied von Richard ein paar Folgen gebraucht habe, um mich an Humphrey zu gewöhnen, so war es doch seine Tollpatschigkeit und seine Verwirrtheit, die ihn so sympathisch gemacht haben. Als er dann mitten im Paradies von seiner Frau abserviert wurde, war ich ehrlich geknickt. Umso schöner war es, dass er mit Martha neue Liebe gefunden hatte. Auch, wenn es das Ende von seiner Zeit in der Karibik einläutete. Umso freudiger war ich, als er seine eigene neue Serie bekam und wir nun neue Folgen bewundern konnten. Und keine Angst, es wird für Beyond Paradies kein Vorwissen benötigt. Alles wichtige erzählt Humphrey auch seinen neuen Kolleg*innen, wodurch es auch Neueinsteiger der Serie erfahren.
Gleichzeitig wurde sich auch Gedanken darüber gemacht, wie man die Serie aufziehen kann, ohne, dass sie wie eine billige Kopie wirkt. Zwar bleibt es bei einem kleinen Ermittlungsteam, die kaum Ausrüstung zur Verfügung haben, und der Verdächtigenkreis bleibt auch klein, dennoch wurde der Vibe und das Erzähltempo durchaus angepasst. Gleichzeitig bleibt es seinen Ursprüngen treu, so dass sowohl Neulinge als auch Fans auf ihre Kosten kommen.
Auch das neue Team kann sich sehen lassen und baut sich in kürzester Zeit auf. Mit Esther haben wir die Ermittlerin an Humphreys Seite, die zunächst seine Methoden in Frage stellt, aber schnell merkt, dass er ein System hat und im Chaos die Lösung findet. Dann haben wir Kelby, einen Nachwuchsofficer, der für die meisten Gags zuständig ist, einfach weil er einen guten Dackelblick drauf hat und die Kombination daraus und seine Unerfahrenheit einfach Comedypotential hat. Das Team wirrd abgerundet von Margo, die mit ihrem Sarkasmus und trockenem Humor ein wunderbares Gegenstück zu Humphrey ist.
Neben den Ermittlungsarbeiten geht es auch immer wieder um Humphreys Beziehung zu Martha, die einfach herrlich wholesome ist, auch wenn sie einige schwere Schicksalsschläge durchmachen. Es wird also nicht langweilig und Beyond Paradies entwickelt sich schnell zu einer Komfortserie im Krimibereich, wie es sonst nur ein Death in Paradies vermochte.
Die erste Staffel umfasst sechs Folgen, die jedoch vom Aufbau so unterschiedlich sind, dass sich kein Muster erkennen lässt und die Ausgänge der Ermittlungsarbeiten immer wieder spannend sind. Also Krimifans vereint euch und schaut fleißig die Serie, damit wir hoffentlich noch viele Staffeln bekommen!

Das Fazit

DI Esther Williams und Martha Floyd schauen kritisch bzw. amüsiert zu etwas außerhalb des Bildes

Beyond Paradies ist ein würdiges Spin-off, das sich keinesfalls hinter dem großen Vorbild Death in Paradies verstecken muss. Mit einem sympathischem Team und gut durchdachten Fällen spielt sich Shippton Abbott ebenso schnell in die Herzen, wie die Karibik. Cozy Crime vom Feinsten.

 

Beyond Paradies – Staffel 1 wurde mir von Glücksstern-PR als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür! Ich kennzeichne diesen Beitrag hiermit als Werbung.

London Kills

Ein Vorwort

Nach acht Staffeln Criminal Minds war es für mich mal wieder an der Zeit eine etwas ruhigere Krimiserie mir zu Gemüte zu führen. Da kam die Anfrage zu London Kills genau richtig. Nach der ersten Staffel, die mir freundlicherweise als Rezensionsexemplar* bereitgestellt wurde, habe ich noch schnell die Chance genutzt und die zweite Staffel auf Wow gleich mit geschaut – inzwischen dürfte die Serie dort leider ausgelaufen sein.

Das vierköpfige Team vor der Kulisse Londons. Links und rechts arbeitet die Spurensicherung an einem Tatort.

Die Handlung

DI David Bradford kehrt nach einer Auszeit zurück in den Dienst. Er leitet eine Abteilung für Mordfälle. Doch gerade mit seiner Vertretung Vivienne Cole kommt es immer wieder zu Reibungen, da er einen anderen Stil hat, als sie. Zeitgleich wird alles davon überschattet, dass Bradfords Frau noch immer verschwunden ist. Und das Team ist nicht vollständig überzeugt, dass er nichts damit zu tun hat.

Meine Meinung

Die Spurensicherung hat eine Leiche im Sack. DI David Bradford kniet davor, während sein Team im Hintergrund beobachtet

London Kills sollte als Serie sich realer als andere Krimiserien anfühlen. Nur ein kleines Team war bei den Drehs anwesend. Mehrere Kameras waren gleichzeitig aktiv, um die Szenen in nur wenigen Takes einzufangen und so die Schauspielenden permanent aktiv sein zu lassen. So sollten sie mehr in ihren Rollen bleiben und es sollte sich mehr wie eine Reportage anfühlen als eine geskriptete Serie. Das Ergebnis entspricht nicht ganz dem, was im Vorhinein versprochen wird. Man merkt zwar, dass die Serie nicht dem üblichen Vorgehen entspricht, aber dadurch wirkt sie nicht unbedingt wie eine Reportage, sie wirkt einfach nur hölzerner. Denn es wirken zwei Faktoren gegeneinander, die sich nicht gut vertragen. Auf der einen Seite stehen unsere Charaktere, die wir in all der Zeit kaum wirklich kennenlernen. Keine Hintergrundinformationen, keine Marotten. Sie könnten wirklich das Ermittlngsteam von Nebenan sein. Sehr kühles Spiel, kaum Variation in der Mimik. Auf der anderen Seite haben wir zum einen die Mordfälle, die auch eher nüchtern aufgeklärt werden und damit gut zum Stil und den Charakteren passen. Wir haben aber auch die Geschichte rund um das Verschwinden der Frau von DI Bradford. Hier wurde eine große dramatische Geschichte aufzumachen versucht, die einen an allem und jeden zweifeln lassen sollen, sich aber im Kontext der Serie seltsam grotesk und übertrieben anmutet. Hier werden in jeder Folge neue Hinweise gestreut und im Finale der ersten Staffel wird das Thema auch nochmal groß ausgebreitet. Dabei wirken diese Aspekte allerdings stets wie ein Fremdkörper in der sonst eher distanzierten Serie.
Auch die zweite Staffel kränkelt an eben diesem Problem, denn die Rätsel um die verschwundene Frau gehen hier weiter. So ist die Serie grundsätzlich für alle etwas, die sich an den großem Dramabögen anderer Krimiserien stören und eine eher nüchterne Betrachtung der Ermittlungen bevorzugen. So richtig mitreißen konnte mich die Serie leider nicht.

Das Fazit

Zwei Teammitglieder fahren im Dienstwagen.

London Kills ist sehr nüchtern erzählt und bietet dadurch eine ganz neue Atmosphäre, die mich aber nicht abholen konnte. Das folgenübergreifende Drama wirkt leider wie ein Fremdkörper. Für Krimifans, die etwas neues suchen, aber auf jeden Fall einen Blick wert.

London Kills – Staffel 1 wurde mir von Glücksstern-PR als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür! Ich kennzeichne diesen Beitrag hiermit als Werbung.

The Rookie

Ein Vorwort

Nachdem ich Death in Paradise durch hatte, war da dieses große Loch. Ich hatte zwar unzählige Serien auf der Watchlist, aber konnte mich nicht durchringen. Dann tauchte The Rookie wieder in meinen Vorschlägen auf und ich dachte mit Nathan Fillion kann man kaum etwas falsch machen, oder? Warum ich bei The Rookie zwiegespalten bin, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

John Nolan (Nathan Fillion) wird Zeuge eines Banküberfalls. Mitte 40 und frisch geschieden, überdenkt er seine Lebensziele und beschließt, dass er seine erfolgreiche Baufirma schließt und Polizist werden will. Er besteht auch die Prüfungen und wird damit der älteste Rookie (=Neuling) des LAPD. Das bringt allerdings einige Nachteile mit sich, zumal sein Chef davon gar nicht begeistert ist.

Meine Meinung

Nathan Fillion ist vielen vermutlich als Castle aus der gleichnamigen Serie bekannt. Die Krimiserie mochte ich gerade in den ersten Staffeln, auch wenn sie hintenraus leider stark nachgelassen hat. The Rookie konzentriert sich jedoch weniger auf die Mordkomission des LAPD, sondern vielmehr auf die Polizist*innen im Streifendienst. Das verlagert sich nach hinten raus immer mehr, da einzelne Charakter die Abteilung wechseln, aber dazu später mehr.
Fangen wir mit den positiven Aspekten der Serie an. Sie schafft es durchaus den teilweise sehr tragischen Schicksalen auch eine humorvolle Note zu verpassen. Es gibt wohl kaum etwas, was ein Streifenpolizist noch nicht gesehen hat. Dennoch weiß die Serie, wann der Ton nicht angemessen ist und wechselt auch gern zu einem ernsteren Tonfall. Für jemanden, der die Serie hauptsächlich des Unterhaltungswertes wegen angefangen hat, könnte das vielleicht abstoßen, aber die Balance ist gut gehalten.
Zum anderen ist das Team einfach gut gewählt und entwickelt sich auch mit der Zeit immer weiter. Hatte ich am Anfang noch meine Probleme mit einigen, so wachsen sie einen immer weiter ans Herz, da die Serie auch stark Charaktergetrieben ist. Zwar haben wir zwischendurch auch eine gewisse Fluktuation – teilweise aus ziemlich nachvollziehbaren Entscheidungen der Darstellenden – aber wir werden dafür auch mit neuen Charakteren belohnt, die mal mehr, mal weniger gut ins Team passen.
Auch schafft die Serie es zwischendurch kontroverse Themen mit einzubeziehen. Anwälte, die sich über die Methoden beschweren, wo durchaus auch mal mit Argumenten ausdiskutiert wird, was angemessen oder auch manchmal notwendig ist und wo es zu weit geht. Die Charaktere bekommen die Chance sich und ihre Methoden zu hinterfragen. Aber vor allem auch der Rassismus und das racial profiling wird groß thematisiert und auch die Schwierigkeiten einer eigentlich humorvollen Polizeiserie, die sich dennoch mit #blacklivesmatter auseinander gesetzt hat. Hierfür werden natürlich absolute Negativbeispiele genutzt, um das eigentliche Team, das eine große Diversität zeigt, davon freizusprechen.
Der größte Kritikpunkt für mich an der Serie ist die absolute Übertriebenheit der einzelnen Fälle. Was allein alles in der ersten Staffel passiert, liest sich wie eine Liste aller worst case Szenarien, die man sich einfallen lassen konnte. Theoretisch ist Los Angeles in jeder Folge mehr oder weniger dem Untergang geweiht und die Teammitglieder eigentlich ständig in absoluter Lebensgefahr. Ständige Verfolgungsjagden und keine Folge ohne eine große Schießerei. Das ganze steigert sich natürlich noch über die einzelnen Staffeln und irgendwann nehmen einzelne Fälle auch mehr als nur Doppelfolgen ein und ziehen sich gleich teilweise über halbe Staffeln. Und wenn man feierte, dass die große Bedrohung endlich geschafft wurde, musste die nächst größere gefunden werden, die dann noch mehr aufgebauscht wurde. Hätte ich mich nicht schon vorher so sehr mit dem Team angefreundet, ich hätte irgendwann abgebrochen.
So steckt in vielem vermutlich ein wahrer Kern und es wurden auch gut die kleinen oder größeren Probleme, mit denen man konfrontiert wird, wenn man Streife fährt, wie lange Schichten, Bereitschaft, Hitze in der vollen Montur und andere Aspekte, angesprochen, aber das ganze wird halt immer wieder überschattet von einem großen Hang zur Überdramatisierung. Manche schauen solche Serien vielleicht gerade deswegen, aber mich schreckt es leider eher ab. Gerade mit dem sehr guten Death in Paradise kurz davor, fällt mir das halt noch mehr negativ auf.

Das Fazit

The Rookie punktet mit einer witzigen Grundprämisse, tollen Charakteren und neben den humorvollen Aspekten auch mit einer gewissen Ernsthaftigkeit gewisser Themen gegenüber, verbirgt dies aber hinter sehr aufgebauschtem Drama und dem ständigen Katastrophenfall. So bin ich letztlich zwiegespalten, ob ich die Serie wirklich gut finde, werde aber auch weitere Staffeln durchaus mir ansehen.

The Rookie ist mit aktuell fünf Staffel bei Disney+ im Abo enthalten

Death in Paradise

Ein Vorwort

Normalerweise schaue ich Krimi-Serien gern im Herbst. Aber eine Serie, die im tropischen Paradies in der Karibik spielt, kann man auch gut in Vorbereitung auf den Frühling schauen, oder? Warum Death in Paradies nicht nur durch das Setting punkten konnte, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Die beschauliche Karibikinsel Saint Marie hat ein sehr übersichtliches Polizeirevier. Lediglich drei ortsansässige Mitarbeitende sind angestellt. Dabei bekommen sie Hilfe von einem Detective – der alle paar Staffeln wechselt – aus Großbritannien, die allesamt brilliante Köpfe im Ermitteln sind, doch so ihre Schwierigkeiten mit den karibischen Bedingungen haben. Doch auch im Paradies gibt es Morde.

Meine Meinung

Nachdem ich mit vielen Pausen es irgendwann endlich geschafft hatte The Mentalist zu beenden, stellte sich für mich die Frage nach einer neuen Krimi-Serie zum wegbingen. Und ganz ehrlich: ich wollte wirklich nur eine kleine, überschaubare Serie, die mir klassisch den Mord der Woche bietet und nicht ständig mit noch größeren und noch schlimmeren Morden aufwarten muss. Mit einem sympathischen Ermittlungsteam, bei dem man nicht ständig darauf warten muss, dass sie ab einer gewissen Staffel zusammen kommen und es sich nur noch um die Beziehung dreht. Aber wo so eine Serie finden?
Zum Glück hatte der Pärchengatte genau die richtige Serie kurz vorher weggebinged. Und so hatte ich bereits Ausschnitte aus Death in Paradise gesehen und wollte ihr nun ebenfalls eine Chance geben. Und es war genau die Serie, die ich gesucht hatte! Mit dem Mord der Woche bzw. der Folge. Bis auf wenige Ausnahmen war der Fall mit Ende der Folge auch abgeschlossen. Gleichzeitig haben wir in jeder Folge das klassische Whodunnit. Am Anfang der Folge werden ein paar Charaktere gezeigt, einer davon stirbt und man kann die Verdächtigen genau auf diese Gruppe gezeigter Charaktere eingrenzen. Doch damit ist die Serie keineswegs langweilig! Mehr als einmal bin ich absolut daran verzweifelt, wer es sein könnte, weil man sich nie sicher sein konnte, selbst wenn Charaktere als zu verdächtig oder zu unschuldig dargestellt wurden, konnte es noch immer jeder sein. Die Methode einfach die am wenigsten verdächtige Person zu nehmen, geht hier keineswegs auf. Und selbst, wenn sich mein Verdacht am Ende als richtig erwies, so konnte ich doch nie vorhersagen, wie der Mord ausgeführt wurde.
Kommen wir also zum Ermittlungsteam. Hier haben wir an erster Stelle immer einen Ermittler aus England, der sich erst an die Zustände in Saint Marie gewöhnen muss. In den bisherigen 12 Staffeln hat dieser ingesamt dreimal gewechselt. Dabei waren es stets sehr außergewöhnliche Charaktere, die sich aber untereinander doch stark unterschieden. Dann gibt es immer noch drei ortansässige Ermittelnde, eine in Zivil, zwei in Uniform. Auch diese haben im Laufe der Staffeln immer mal gewechselt, um neue Charaktere einzubringen. Dabei waren manche sympathischer als andere, aber insgesamt hat die Dynamik immer gut funktioniert. Hier wurde sich vermutlich am Erfolgskonzept von Doctor Who orientiert, denn durch den regelmäßigen Wechsel der Charaktere kam man gar nicht dazu die Geschichten immer weiter künstlich aufzubauschen, denn die Charaktere sorgten für eine gute Dynamik und viel Witz und Spaß.
Zwar sind die Folgen sehr gleich aufgebaut, dennoch bietet jede auf ihre Art Witz, Charme und Spannung. Und sie lässt sich auch wunderbar nach einem stressigen Tag schauen zum abschalten, sie kann einem nach einem miesen Tag wieder aufbauen und sie funktioniert eben auch wunderbar für Krimi Fans. So ist ein Blick hier auf jeden Fall wert.

Das Fazit

Death in Paradise bietet das klassische Whodunnit mit dem Mord der Folge, einem tollen und neuen Setting, wobei mehr auf klassische Ermittlungsarbeit gesetzt wird als große moderne Technologien, einem tollen und sympathischen Cast und sie umgeht vorallem die klassischen Fehler anderer Krimiserien. Nicht nur eine Empfehlung für Krimifans!

Glass Onion

Ein Vorwort

2020 war Knives Out allein nach dem Trailer der von mir am meisten erwartete Film des Jahres. Und er enttäuschte mich nicht, sondern brillierte durch ein einfaches Whoddunit in einer großen Villa mit einigen Verdächtigen. Dennoch war er so intelligent geschrieben und voller unerwarteter Wendungen, dass er mich durchgehend an den Stuhl fesselte. Für mich hat er noch immer die beste Verfolgungsjagd der Filmgeschichte (kleiner Hyundai versucht den schnellen Autos wegzufahren) und Daniel Craig als Benoit Blanc funktionierte einfach als Ermittler, der an die guten alten Zeiten mit Poirot und Co. erinnerte. Nun hatte Netflix die Rechte gekauft und die Fortsetzungen angekündigt. Nach den letzten Netflix Originals war nun das Schlimmste zu befürchten, doch wieder einmal weiß Rian Johnson zu überraschen. Womit diesmal erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Der Milliardär Miles Bron (Edward Norton) lädt seine engsten Freund*innen zu einem Krimidinnerwochenende auf seiner privaten Insel in Griechenland ein. Mit dabei die Firmenbesitzerin und It-Girl Birdie Jay (Kate Hudson), deren Assistentin Peg (Jessica Henwick) Politikerin Claire Debella (Kathryn Hahn), Wissenschaftler Lionel Toussaint (Leslie Odom Jr.) und der problematische Twitcher Duke Cody (Dave Bautista) und dessen Freundin Whiskey (Madelyn Cline). Die Party wird jedoch unangenehm als Brons Firmenmitbegründerin Andi Brand (Janelle Monáe) ebenfalls auftaucht, da diese ein paar Monate zuvor den Gerichtsprozess verlor und damit alle ihre Rechte an der Firma. Ebenfalls überraschend ist das Auftauchen von Benoit Blanc (Daniel Craig), der von irgendjemandem eine Einladung erhielt. Benoit bietet an Ermittlungen zu führen, da er glaubt, dass jemand Bron bei seinem eigenen Krimidinner ermorden möchte.

Meine Meinung

Kann es nach einem perfekten ersten Film eigentlich eine gute Fortsetzung geben? Die Zeichen sahen zunächst schlecht aus, doch Glass Onion setzt auf die richtigen Ansätze und so überzeugt Rian Johnson bei seinem zweiten Streich erneut auf ganzer Linie. Denn anstatt verzweifelt zu versuchen das Erfolgsrezept zu wiederholen, gibt es ein ganz neues Grundszenario. Statt alter Villa mit zerstrittener Familie nun also Privatinsel, Milliardär und auf dem ersten Blick unzertrennliche Freundschaften. So gibt es schon genug Abwechslung, um sich vom ersten Teil weit genug entfernt zu haben, um keine direkten Parallelen ziehen zu können. Zunächst wirken die Charaktere jedoch hochgradig problematisch, weswegen ich zu Anfang meine Zweifel hatte, ob ich den Film mit der Konstellation durchstehen könnte. Sexistischer Twitcher? It-Girl, das angeblich nicht merkt, wenn es antisemitische Phrasen nutzt? Doch dann merkte ich, dass es eigentlich ein geschickter Schachzug war. Denn in dieser Konstellation wäre jeder willkommen als Täter*in oder Opfer.
Das übliche Whodunnit läuft nach einem bestimmten Schema ab. Charaktervorstellung, Gelegenheit, Mord, Ermittlungen, Auflösung. Nun zog sich die Charaktervorstellung immer weiter hin, es gab die Gelegenheit und doch … fehlte der Mord. Denn wie schon im ersten Knives Out hatte Rian Johnson hier noch einige Überraschungen parat. So bleibt die Struktur zwar irgendwo bestehen, doch es wird mit ihr gespielt. Es werden ungeschriebene Regeln gebrochen, neue aufgestellt und den Zuschauenden immer wieder alles präsentiert und doch gleichzeitig verschwiegen.
Ich selbst wäre wohl sehr lange im Dunkeln getappt, wenn mein Mann nicht seine Vermutung aussprechen musste und ich kurz darauf dann tatsächlich den späteren Beweis entdeckte. Doch auch, wenn ich mir daraufhin sehr sicher war, auf wen die Ermittlungen zu laufen, ist auch hier gerade das Wie wieder sehr entscheidend. So brach dadurch die Spannung in keiner Weise ab, sondern nahm fast noch zu, weil nun die Frage nach den Beweisen die entscheidende war.
So bietet Glass Onion nicht nur eine traumhafte Kulisse und erneut einen sehr sehenswerten Cast, sondern erneut einen spannenden Fall rund um Ermittler Benoit Blanc, der lediglich minimal an Charisma eingebüßt hat, weil sich die Handlung mehr auf ihn konzentrierte. Zudem vereint der Film gekonnt das Whodunnit aus dem Krimibereich mit Elementen der Komödie und gerade die kleinen Feinheiten, die gespickt sind mit Andeutungen und Cameos machen den Film wunderbar rund.
So würde ich den ersten Teil noch immer als den besseren bezeichnen, weil seine unkonventionelle konventionelle Art dort noch mehr überraschen konnte, doch der zweite Teil muss sich keinesfalls verstecken und dürfte wohl zu den Highlights gehören, die Netflix zu bieten hat.

Das Fazit

Glass Onion ist der Beweis, dass gute Fortsetzungen existieren und das Netflix doch noch gute Filme produzieren kann. Guter Cast, traumhafte Kulisse, ein ungewöhnliches und damit überraschendes Whoddunit und eine gute Portion Humor in den ansonsten spannenden Film sorgen für ein Filmvergnügen vom Feinsten. Dafür gibt es 09 von 10 möglichen Punkten.

Glass Onion läuft seit dem 23.11.2022 in den deutschen Kinos und seit dem 23.12.2022 auf Netflix

Detective Grace

Ein Vorwort

Es war ein aufregendes Serienjahr, wodurch ich auch nicht wirklich Zeit hatte, um mich, wie sonst üblich im Herbst, ein paar Crimeserien zu widmen. Doch als  Detective Grace an meine Tür klopfte, konnte ich nicht anders, als ihr eine Chance zu geben. Warum die Serie mich nicht vollständig überzeugen konnte, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Roy Grace (John Simm) ist verzweifelt. Nachdem bei seinem letzten Fall bekannt wurde, dass er ein Medium um Hilfe bat, ist er zu Schreibtischarbeit verdonnert. Dabei juckt es ihm in den Fingern draußen aktiv zu sein. Zum Glück hat er seinen Partner Glenn Branson (Richie Campbell), der ihn bei den brisanten Fällen mit einbezieht. Denn auch wenn mit fragwürdigen Methoden, hat Grace doch stets den richtigen Riecher.

Meine Meinung

Nichts ermüdet mich mehr als die immer gleichen Krimiklischees erneut verarbeitet zu bekommen. Ein Ermittlungsteam aus Brighton (UK) klang daher eher erst einmal vielversprechend. Etwas exzentrischer Ermittler war auch vollkommen in Ordnung. Seine tragische Hintergrundgeschichte mit der verschwundenen Ehefrau war für mich dann wieder ein Grund mit den Augen zu rollen. Glücklicherweise wurde das Thema nicht zu stark angeschnitten. Lediglich, um einzelne Charakterzüge zu erklären, oder wenn Grace versucht eine Verbindung zu Zeug*innen aufzubauen, wird es thematisiert.
Die erste Staffel bringt uns lediglich zwei Folgen. Dafür hatte jede eine Lauflänge von ca. 90 Minuten. Ähnliches ist man bereits von anderen Serien, wie Sherlock, gewöhnt. Durch die Spielfilmlänge müssen aber auch die Fälle interessant genug sein, dass sie genug Material für die gesamte Dauer bieten. Und genau daran scheitert Grace. Wir lernen relativ wenig vom Team kennen, auch Grace überzeugt eher durch seine zurückhaltende Art. Dadurch müssten die Fälle besonders spannend sein. Sie schaffen es auch immer noch eine Wendung reinzubringen, mit der zu Anfang keiner rechnen konnte und ich kann nun wirklich nicht behaupten mich gelangweilt zu haben. Doch sie reihen sich lediglich ein in die Flut der Crimeserien. Wer von den ganzen exzentrischen Ermittelnden genug hat, wird hier vielleicht eine Neuentdeckung machen. Für wen der Ermittelnde aber herausstechen muss, der wird mit Grace nicht glücklich.
Schauspielerisch zeigt John Simm, dass er den ruhigen und besonnenen Ermittler Roy Grace gut verkörpert. Immer an seiner Seite Richie Campbell, der das Pendant zu Simm bietet. Beide Leistungen sind absolut solide. Gut funktioniert auch das Setting in Brighton, ein guter Gegenpol zu sonst hektischen Großstädten, wie New York, wo viele Crimeserien angesiedelt sind. So zieht sich die ruhige Art der Serie auch hier weiter fort. Für meinen Geschmack war die Serie nur insgesamt etwas zu ruhig erzählt. Aber wer genau das sucht, sollte auf Grace auf jeden Fall mal einen Blick wagen.

Das Fazit

Detective Grace schafft es trotz ruhiger Erzählweise spannende Fälle zu erzählen, die dennoch über die Lauflänge nur bedingt funktionieren. Wer sich mit ruhigem Ermittler im windigen Brighton wiederfinden will, dem sei die Serie empfohlen.

Detective Grace – Staffel 1 wurde mir von Glücksstern-PR als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür! Ich kennzeichne diesen Beitrag hiermit als Werbung.

Einsame Nacht

Ein Vorwort

Im Herbst greif ich ja gern mal zu einem Krimi. Und da Charlotte Link trotz ein paar Enttäuschungen in den letzten Jahren noch immer zu meinen Lieblingsautor*innen zählt, musste ihr neustes Werk direkt bei mir einziehen. Dass es größtenteils zur Weihnachtszeit spielt, war für mich als Grinch dann ein kleiner Schick, aber wenn schon Weihnachten, dann doch mit einem spannenden Mordfall. Warum mir Einsame Nacht wieder gut gefallen hat, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Kate Linvilles zweiter Fall als festes Teammitglieder der North Yorkshire Police bringt sie zu einem Mordfall auf einsamer Straße. Eine Frau wurde mit mehreren Messerstichen in ihrem Auto ermordet. Die einzige Zeugin schweigt. Fingerabdrücke führen die Polizei zu einem Verbrechen von vor neun Jahren. Einem Cold Case, an dem Kates früherer Vorgesetzter Caleb Hale gescheitert ist. Schafft Linville es die Hinweise neu zu deuten?

Meine Meinung

Charlotte Link, der Krimi und ich hatten einen schwierigen Start. Als mit Die Betrogene das erste Mal die Figur Kate Linvilles eingeführt wurde, war es zugleich Links erster Krimi. Gewohnt war ich ihre stets ins schwarze treffenden psychologischen Spannungsromane, mit Drama, mit Spannung, mit ausgewogenen Charakteren. All das vermisste ich und quälte mich Seite um Seite durch eine jammernde Kate, die mit der Einsamkeit nicht zurechtkam. Auch der zweite Linville Die Suche war zäh und nervte an vielen Stellen. Erst mit Ohne Schuld als Linville ein fester Bestandteil der North Yorkshire Police wurde, nahm Link wieder Fahrt auf. Die Handlung passte, die Geschichte war spannend, die Charaktere vielschichtig und auf die Auflösung wäre ich niemals gekommen. Nun hielt ich den vierten Linville in der Hand.
Glücklicherweise führt Link ihre Erfolgsserie hiermit fort. Die Karten im Police Departement wurden neu gemischt, neue und alte Charaktere halten sich die Waage. Mit Linville bin ich endlich warm geworden. Gleich zu Anfang wird man Zeug*in einer grauenhaften Tat. Jahre später setzt dann die eigentliche Handlung ein. Im Laufe des Buches trifft man auch viele Charaktere, die alle irgendwie mit dem aktuellen Mordfall zusammenhängen sollen, doch bis zum Schluss hat man keine Ahnung wie. Sogar der*die Mörder*in darf zu Wort kommen, und doch gibt es keinen Hinweis darauf, aus wessen Sicht die Abschnitte geschrieben sind.
Link lässt einige direkt zu Wort kommen, andere nur im Hintergrund agieren. Beim Lesen hatte ich so viele verschiedene Theorien und doch hat sich keine Bewahrheitet. Gefühlt werden drei verschiedene Handlungen aufgemacht und doch schafft Link es sie am Ende alle zusammenzuführen.
Trotz einer Dicke von 590 Seiten ist keine davon zu viel. Link schafft es mit ihrem einzigartigen Schreibstil einen nur so durch die Seiten gleiten zu lassen. Mal fühlt man sich mit den Charakteren verbunden, mal abgestoßen und gleichzeitig ist der Umgang mit der Weihnachtszeit faszinierend. Also wer mal keine Lust hat auf Friede Freude Eierkuchen, sondern lieber einen (oder mehrere) eiskalten Mord braucht, dem sei dieses Buch wärmstens ans Herz gelegt.

Das Fazit

Einsame Nacht führt die guten Eigenschaften aus Platzhalter fort und verbindet Weihnachten mit Kälte, Einsamkeit und Mord. Spannend, mitreißend und lässt einen bis zum Ende im Dunkeln tappen.

Einsame Nacht wurde mir von Blanvalet als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür! Ich kennzeichne diesen Beitrag hiermit als Werbung.

Im Zweifel für das Monster

Ein Vorwort

Als ich noch dabei war, meine Monsterwochen für den Oktober zu planen, fiel mir dieses Buch mehr oder weniger in die Arme. Es sprach mich vom Titel und Cover sofort an und dann klang es auch noch nach einem perfekten Herbstbuch. Kurz darauf zog es als Rezensionsexemplar bei mir ein. Warum es sich bei ans Fenster prasselnden Regen und umgeben von verfärbtem Laub, echt gut gelesen hat, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Daniel Becker ist ein frisch geschiedener Anwalt, der in seiner Kanzlei sehr erfolgreich ist und darauf hin arbeitet Partner zu werden. Doch eines Nachts besucht ihn das Monster aus seiner Kindheit. Ihm wird ein Mord vorgeworfen. Bei einem übernatürlichen Gericht schafft es Daniel die Unschuld des Monsters zu beweisen. Leider bekommt er daraufhin immer mehr Anfragen von anderen Monstern und wird auch noch mit der Aufgabe betraut, den wahren Mörder zu finden.

Meine Meinung

Meistens Richtung Herbst oder Winter gehend überkommt mich das Bedürfnis doch mal nach einem Krimi zu greifen. Dabei interessieren mich die ewig gleichen Ermittler*innen mit Alkohol (oder anderem) Problem ziemlich wenig. Dafür mag ich die Geschichten, die sich irgendwie unterscheiden. Die nochmal eine ganz neue Komponente ins Genre einbringen.
Im Zweifel für das Monster hat genau das, was mich sofort angesprochen hat. Wir haben statt eines Ermittlers einen Anwalt, der versucht Hinweise zu finden, um den Mord aufzuklären. Und wir haben die Monster und anderen übernatürlichen Aspekte, die die Geschichte in eine ganz ungewöhnliche Richtung drängt. Dabei bleibt es eine Kriminalgeschichte. Wir bewegen uns nur rudimentär im Fantasybereich durch den übernatürlichen Einfluss, aber es wird nicht eine komplett neue Welt aufgemacht.
Der Schreibstil ist sehr flüssig, so dass ich schnell in die Geschichte reingefunden habe. Zunächst lernen wir Daniel als Protagonisten kennen, der uns fortan durch die Geschichte führt. Relativ schnell wird der Monsteraspekt beleuchtet. Danach wird sich schnell auf den Mordfall fokussiert und die ersten Ermittlungen starten. Dabei wechselt die Geschichte immer zwischen neuen Aspekten und den Füllern in der Kanzlei hin und her, wobei das erste natürlich durchaus spannender ist, das zweite der Geschichte aber die nötige Rundung gibt.
Der Mordfall und die Ermittlungen gehen dann auch immer wieder in verschiedene Richtungen, wodurch ich bis zum Ende absolut im Dunkeln tappte, wer es denn nun war. Es werden Brotkrumen gestreut, aber da die Ermittlungen sehr weitläufig sind, was wieder auf den übernatürlichen Aspekt zurückzuführen ist, hätte ich die Zusammenhänge so nie gezogen.
Das Finale ist spannend und rund und führt einige Handlungsaspekte zusammen. Die Geschichte kann vermutlich Jahreszeitenunabhängig gelesen werden, aber es passte jetzt wunderbar in den Herbst, regnete es doch in letzter Zeit immer öfter. Dadurch kam die passende Atmosphäre hoch, wenn es abends schon dunkel war, dann gegen das Fenster regnete und in einem wieder die Kindheitsängste vom Monster unter dem Bett hochkommen, die in diesem Buch durchaus real sind.

Das Fazit

Im Zweifel für das Monster vereint Krimi  mit übernatürlichem Aspekt und schafft damit eine spannende und runde Geschichte, die sich perfekt für die bevorstehenden dunklen Monate eignet. Wer also Krimis mag, aber genug von der klassischen Ermittlerhandlung hat, ist hier bestens aufgehoben.

Im Zweifel für das Monster wurde mir von Blanvalet als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür! Ich kennzeichne diesen Beitrag hiermit als Werbung.

Murdoch Mysteries – Staffel 2

Im letzten Jahr stellte ich euch die erste Staffel von Murdoch Mysteries vor. Die spannende Krimiserie aus Kanada, die im Toronto der 1890er Jahre spielt, hatte es mir gleich angetan. Als ich die Anfrage für die zweite Staffel bekam, schlug ich direkt zu. Wie diese mir gefallen hat, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Detective William Murdoch (Yannik Bisson) arbeitet im 4. Polizeirevier von Toronto in den 1890er Jahren. Mit seinem unstillbaren Drang nach neuen Erkenntnissen ist er der Wissenschaft zeitweise voraus, was sein Vorgesetzter Inspector Thomas Brackenreid (Thomas Craig) eher kritisch beäugt. Unterstützt wird er von Pathologin Dr. Julia Ogden (Hélène Joy).

Meine Meinung

Der Einstieg in die zweite Staffel war schnell geschafft. Sie setzt relativ nahtlos an die erste an. Dadurch, dass es weiterhin eher um den Mordfall der Woche geht, braucht man auch nur wenig Vorwissen aus Staffel 1. Die Charaktere werden nicht nochmal vorgestellt, aber bekommen dafür nochmal neue Tiefe.
Leitführend sind diesmal neben den einzelnen Mordfällen Brackenreids Alkoholproblem, aber vor allem die bereits in Staffel 1 angedeutete Liebesgeschichte zwischen Murdoch und Dr. Ogden. Oder auch nicht. Oder doch wieder. Da konnte sich die Handlung nicht so ganz entscheiden, was wohl auch der nervigste Aspekt der Staffel war. Neue Charaktere kommen dazu, ob nur für eine Folge oder für mehrere. Dennoch gibt es für die 13 Folgen der Staffel eine Menge Liebesdrama nebenher, was nur teilweise zum Ton der Serie passen will.
Darüber hinaus bietet aber auch die zweite Staffel wieder spannende Fälle mit neuen Erfindungen (z.B. der Röntgen-Apparat) und alten und neuen Wegbegleiter*innen. Diesmal begegnet unser Ermittler*innenteam unter anderem Houdini. Aber auch „Übernatürliches“ ist diesmal mit dabei, so begegnen sie einem Werwolf, einem Riesen und ein Fall dreht sich sogar rund um Dinosaurierknochen.
Wie schon in Staffel 1 macht auch hier wieder der Reiz die Mischung aus den typischen Crimelementen gepaart mit dem historischen Aspekt aus. Anstatt wie in anderen Crimeserien alle Beweise durch ein Massenspektrometer zu schicken und so auch noch den winzigsten Hinweis zu entdecken, sind es hier gerade die kreativen Methoden Murdochs, die seiner Zeit zwar stets voraus zu sein scheinen und doch für unsere Verhältnisse sehr primitiv wirken. So kommt Abwechslung in jede Folge, auch wenn die Mordfälle trotzdem immer ähnlich aufgebaut sind.
Im großen und ganzen konnte mich auch die zweite Staffel wieder mitreißen, so dass ich sie in einem hintereinander weggeguckt habe. Lediglich das etwas zu große Liebesdrama zwischendrin war etwas nervig, aber auch das war gut auszuhalten.

Das Fazit

Murdoch Mysteries – Staffel 2 schafft wieder einen einzigartig guten Mix aus Krimi und Historie mit spannenden Fällen und schafft es die Charaktere weiter zu entwickeln. Für alle Krimi Fans, die mal einen anderen Ansatz suchen.

Murdoch Mysteries Staffel 2 wurde mir von Glücksstern-PR als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür! Ich kennzeichne diesen Beitrag hiermit als Werbung.

The Pembrokeshire Murders

Ein Vorwort

Wenn man mich nach meinem Sehnsuchtsort Nummer eins fragt, lautet meine Antwort: Wales. Unter anderem würde ich gerne einmal am Pembrokeshire Nationalpark entlangwandern – nicht die ganze Strecke, nur ein Stück! Als ich gefragt wurde, ob ich eine Crimeserie sehen möchte, die an eben diesem spielt, gab es für mich nur eine mögliche Antwort. Wie sie mir gefielt, erfahrt ihr ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Kriminalkomissar Steve Wilkins (Luke Evans) rollt zehn Jahre nach mehreren Morden diese noch einmal auf, um den wegen eines anderen Verbrechens inhaftierten John Cooper (Keith Allen) zu überführen. Damit will er verhindern, dass dieser entlassen wird und weiter morden kann. Dabei haben er und sein Team nur ein begrenztes Budget zur Verfügung, um mit Hilfe neuer DNA-Technik neue Beweise zu sammeln

Meine Meinung

The Pembrokeshire Murders ist eine dreiteilige abgeschlossene Miniserie mit einer Folgenlänge von je ca. 50-60 Minuten. Mit der Eingangsformulierung, dass die Serie auf einer realen Ermittlung basiere, die zwischen 2006 und 2011 stattfand, zeigt die Serie gleich zu Beginn, dass zeitlich einiges zu erzählen ist. Dabei sichert sie sich gleich ab, dass es aus dramaturgischen oder zum Schutz bestimmer Personen Änderungen geben kann.
Die Zuschauenden werden zunächst mit Steve Wilkins bekannt gemacht, der seinen Arbeitsalltag zeigt. Kurz darauf wird schon die Einheit gegründet und erläutert, was ihre Ziele sind. John Cooper wird kurz und schmerzlos vorgestellt. Das ist auch das Markenzeichen der Serie. Es geht vordergründig um die Ermittlungen. Das heißt, dass es an keiner Stelle inszenierte Tathergänge oder Rückblenden gibt. Stattdessen bleibt die Geschichte an Wilkins und seinem Team. Einzige Abschweifungen sind, wenn Wilkins Verhältnis zu seinen Kindern gezeigt wird. Auch John Cooper wird nur in wenigen Szenen gezeigt, die genutzt werden, um ihn und sein Verhältnis zu Frau und Sohn deutlich zu zeigen.
Die Serie wird sehr ruhig erzählt. Es gibt keine großen Verfolgungsjagden oder ein Aufbauschen einzelner Szenen. Stattdessen wird die Geschichte beinahe nüchtern erzählt, schafft es aber dennoch die Zuschauenden vollständig in den Bann zu ziehen. So ist keine Szene zu viel, die drei Folgen hintereinander weg zu bingen war fast Pflicht und das obwohl kein sonst gängiger Kniff genutzt wurde, um künstlich Spannung zu erzeugen. Hier reicht allein der Fall. Die atemraubende Landschaft Wales tut ihr übriges.
Etwas schwerer hingegen ist es dem Zeitstrahl zu folgen. Zwar wird die Geschichte chronologisch erzählt, doch ohne Jahreszahleinblendungen bei Zeitsprüngen. Dadurch erkennt man nur an den Dialogen über die Beweismittel und das Budget, dass Zeit vergangen ist. Das mindert die Qualität und das Verständnis der Serie nicht, ist aber so ein kleiner Kritikpunkt.
Schauspielerisch kann sich die Serie mit einem starken Luke Evans an der Spitze durchaus sehen lassen. Auch hier wird sehr bewusst minimalistisch gespielt, dennoch bekommen die Rollen Charakter und man fiebert mit ihnen mit.

Das Fazit

The Pembrokeshire Murders ist zwar ruhig erzählt und kommt ohne die bekannten Kniffe auf anderen Crimeserien aus, doch gerade durch den Fokus auf die Ermittlung und das Team wird eine Nähe aufgebaut, die eine einzigartige Spannung und einen Sog erzeugt. Für alle, die von den großen Crimenamen genug haben und mit Wales einen neuen spannenden Handlungsort suchen.

The Pembrokeshire Murders wurde mir von Glücksstern-PR als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür! Ich kennzeichne diesen Beitrag hiermit als Werbung.