Rückblick auf das dritte Quartal 2024

Der Herbst ist da, es ist kalt und regnerisch und damit die perfekte Zeit für viele flauschige Lesestunden. Das Sommerloch im Kino war noch vorhanden, könnte sich jetzt aber in Richtung der Wintermonate wieder verbessern. Das Jahr rast wieder nur so dahin und schon wird es wieder Zeit für meine Top 5 Listen der Highlights aus dem vergangenen Quartal. Viel Spaß!

Ansammlung der im Beitrag erwähnten Filme und Bücher auf einer lila Couch

Meine fünf Kinohighlights

To the Moon: Im Zuge des Vietnamkriegs droht die NASA wertvolle Geldressourcen zu verlieren und so den Flug zum Mond nicht zu schaffen. Dafür wird Kelly Jones verpflichtet, die durch gut durchdachte Marketingtricksereien das Image ordentlich aufpolieren kann. Zeitgleich fühlt sie sich immer mehr zum ernsten Leiter des Projekts Cole Davis hingezogen. Doch die Regierung hält nichts von der Idee die Mondlandung live zu senden, falls es scheitert. Und so soll Kelly im Studio diese inszenieren. Nur, dass Cole davon absolut nichts erfahren darf. – Eine wunderbare Liebesgeschichte mit sehr neuem Hintergrund. Funktioniert sehr gut, auch wenn Johannsen Tatum absolut an die Wand spielt.

Deadpool & Wolverine: Wade Wilson aka Deadpool hat sich in ein paralleles Universum zurückgezogen, wo Vanessa noch am Leben ist. Dennoch läuft sein Alltag eher schleppend. Bis die TVA an seine Tür klopft und ihm gesteht, dass sie seine Welt auslöschen wollen, da durch den Tod Wolverines in Logan der Ankerpunkt fehle. Doch Deadpool sieht gar nicht ein, sich damit zufrieden zu geben und begibt sich auf die Suche nach einem neuen Wolverine. Nur, dass die Lösung damit noch nicht gefunden ist. – Der erste Multiversumfilm, der funktioniert, aber auch nur, weil genug Filme diesen vorbereitet haben. Bringt zwischendurch gute Pointen, man muss sie aber zwischen den ganzen 08/15 Witzen finden.

Zwei zu eins: 1990 ist das Ende der DDR besiegelt. Die Arbeitslosigkeit steigt und die Frist zum Umtauschen des Geldes in Westmark steht bevor. Doch die Bewohner eines Hochhauses finden durch Zufall in einem bewachten Schacht die eingelagerten Millionen der bald wertlosen Ostmark. Sie entwickeln ein ausgeklügeltes System, um das Geld umzutauschen. – Starker deutscher Film, der seine Prämisse bis zum Ende halten kann und wunderbar als Komödie mit ernsteren Einschlägen funktioniert.

One Life: Nicholas „Nicky“ Winton ist Börsenmarkler und reist 1938 nach Prag, um Geflüchteten Familien zu helfen, die vor Hitlers Mobilmachung flohen. Dabei ist er bestürzt über die Zustände und versucht alles, um zumindest die Kinder nach Großbritannien zu evakuieren. Dabei steht ihm vor allem die Bürokratie im Weg. Fünfzig Jahre später räumt Nicky sein Büro auf und findet das Album über die evakuierten Kinder. Er begibt sich auf die Suche nach einer Zeitung, die darüber berichten will. – Berührendes Drama über einen unbekannteren Teil der Geschichte mit starken Schauspielenden. – Cinemathek

Beetlejuice Beetlejuice: Zur Beerdigung ihres Vaters reist Lydia Deetz zurück in das Haus ihrer Kindheit. Mit dabei sind ihre Stiefmutter und ihre rebellische Tochter Astrid. Vor Ort gibt es dann auch allerlei Drama, was Astrid zur Flucht bringt. Doch kurz darauf gerät sie in ernsthafte Gefahr und ihrer Mutter bleibt nichts anderes übrig als Beetlejuice zu rufen. Dieser erträumt sich noch immer eine Hochzeit mit ihr und sieht seine Chance gekommen. – Auch, wenn es den zweiten Teil vielleicht nicht gebraucht hätte, so schafft er es doch eine lustige Geschichte zu erzählen, die guten Fansupport bietet und mich nachhaltig unterhalten hat.

Meine fünf filmischen Highlights

Batman Forever: Während Batman damit beschäftigt ist Two-Face das Handwerk zu legen, der Rache auf Batman sinnt, kommt es bei Wayne Industries zu einer neuen Entwicklung des exzentrischen Edward Nygma. In seiner neuen Identität als Riddler schickt Nygma Batman Briefe, um an sein Gehirn zu kommen. Dafür tut er sich mit Two-Face zusammen. Batman hat unterdessen den Waisen Dick Grayson unter seine Fittiche genommen, da er den Tod seiner Familie durch Two-Face nicht verhindern konnte. Dieser will nun Batmans rechte Hand werden. – Ich liebe die Bromance von Two-Face und dem Riddler einfach. Der Rest ist etwas naja und gerade Nicole Kidman ist einfach nur überflüssig, aber die beiden Bösewichte haben einen großen Platz in meinem Herzen gewonnen. 

Psycho: Marion Crane unterschlägt 40.000 Dollar ihres Arbeitsgebers und flieht aus der Stadt. Nachdem sie damit einen Polizisten und einen Autohändler misstrauisch gemacht hat, landet sie in einem abgelegenen Motel. Der Besitzer Norman Bates versucht etwas unbeholfen sich der Frau zu nähern, doch seine Mutter scheint von dem Besuch wenig zu halten. Später machen sich ein Privatdetektiv und Marions Schwester und Ex-Freund auf die Suche nach ihr und landen dabei ebenfalls in Bates Motel. Doch das geht nicht für alle glimpflich aus. – Bisher mein liebster Alfred Hitchcock Film. Der hat mich einfach bekommen, durch seine gute Atmosphäre.

Mein Nachbar Totoro: Professor Tatsuo Kusakabe zieht mit seinen Töchtern Satsuki und Mei aufs Land. Die Mutter erholt sich aktuell im Krankenhaus von einer schweren Krankheit. In diesem Sommer erleben die Schwestern allerhand Dinge. Unter anderem treffen sie auf Totoros, Waldgeister, die nur Kinder sehen können. – Liebevoller Anime, super Sommerstimmung und tiefgehende Familiengeschichte.

Kikis kleiner Lieferservice: Kiki ist frisch 13 geworden und das bedeutet für Hexen, dass sie sich ihren Besen schnappen und sich eine eigene Stadt suchen. Dort müssen sie ein Jahr lang beweisen, dass sie auf eigenen Beinen stehen können. Übermotiviert sucht sich Kiki eine Stadt am Meer. Doch so einfach ist das allein zurechtkommen, dann doch nicht. – Ein süßer unaufgeregter Anime.

BTS – Speak Yourself: Konzertfilm. Im Rahmen des Releases ihrer dreiteiligen Albumreihe Love Yourself gehen sie auf mehrjährigen Welttournee. Mehrere Konzerte davon wurden mitgefilmt und später veröffentlicht. Gesehen habe ich das Konzert aus London. – Wieder ein absolut gelungenes Konzert.

Meine fünf serientastischen Highlights

My Dress-up Darling – Staffel 1: Gojos Familie führt eine Manufaktur zur Herstellung von Puppen, wodurch er eine besondere Begeisterung zu Handarbeiten hat. Deswegen wird sich gern über ihn lustig gemacht. So glaubt er es auch, als Marin, eine der beliebtesten Mädchen, auf ihn zukommt. Doch diese möchte unbedingt ein Cosplay nähen, ist dafür aber zu ungeschickt. Dabei findet sie sein Hobby sehr faszinierend. Eine Freundschaft entwickelt sich. – Gute Umsetzung des Mangas, umschifft gut einzelne Stolpersteine

Good Witch – Staffel 1-3: Cassie Nightingale lebt in der Kleinstadt Middleton und ist für ihre Vorahnungen und Kräutermedizin bekannt. Als nebenan der Arzt Sam Radford mit seinem Sohn Nick einzieht. bekommt sie einen großen Kritiker, der jedoch nach und nach erstaunliches feststellt. – Super cosy Herbstserie mit einer überschaubaren Portion Drama.

Beyond Paradies – Staffel 1: DI Humphrey Goodman hat seine Stelle in der Karibik aufgegeben, um seiner großen Liebe Martha zurück nach London zu folgen. Inzwischen sind die beide ins beschauliche Shipton Abbott gezogen, wo Martha herkommt. Sie will dort ein eigenes Restaurant eröffnen, während Humphrey eine Stelle im kleinen Polizeirevier des Ortes annimmt. Dort müssen sich seine neuen Kolleg*innen erst einmal an seine Eigenheiten gewöhnen. – Sehr gelungenes Spin-off zu Death in Paradise, funktioniert gut mit abgewandeltem Konzept und Humphrey einfach wieder in seinem Element

Criminal Minds – Staffel 7-8: Das BAU-Team des FBI ist spezialisert auf Fälle mit Serientätern, wo sie Profile für erstellen. Dabei reisen sie zu den einzelnen Polizeistationen, die ihre Hilfe anfordern.Bleibt auf gewohntem Niveau, das Staffelfinale war für den großen Aufbau des Films sehr ernüchternd, aber die Fälle pro Folge sind ganz interessant

The American BBQ Showdown – Staffel 3: Grillfans aufgepasst! Eine tolle Grillchallengeserie nach dem Prinzip der typischen Kochwettbewerbe. Nichts für Vegetarier und wahrscheinlich auch mit wenig Nachkochpotenzial – Wieder eine spannende Staffel und diesmal wirklich tolle Kandidat*innen

Meine fünf buchigen Highlights

Dangerously Close: Liv ist Journalismusstudentin und steht kurz vor ihrer Masterarbeit. Diese würde sie nur zu gern über den Fall der ermordeten Sarah Mills schreiben, zumal sie an dem Abend auf der gleichen Party war. Doch dafür braucht sie ein Interview mit Weston Vermont, dem Mörder Sarahs. Doch der hat seit seiner Verurteilung nichts mehr dazu gesagt. Durch ihre Hartnäckigkeit bekommt sie ihr Interview, doch beide konnten die Folgen ihres Treffens nicht vorhersehen. – Fand die Prämisse eigentlich sehr fragwürdig, aber die Autorin hat eine wirklich runde und gute Geschichte draus gezaubert.

Not in Love: Rue Siebert ist stolz auf ihre Arbeit bei einem Start-up, wo sie als Wissenschaftlerin sich ganz der Forschung widmen kann. Doch dann tauchen neue Investoren auf und scheinen die Firma anzugreifen. Mit dabei ist Eli Killgore, mit dem Rue fast einen One-Night-Stand hatte. Und obwohl sie auf unterschiedlichen Seiten zu stehen scheinen, kommen sie einfach nicht voneinander los. – Sehr spice-lastig und dennoch wieder eine starke Geschichte von Ali Hazelwood, mit weniger Witz, aber mit viel Tiefgang.

The Whitestone Hospital 4 – Saved Dreams: Auch wenn Assistenzärztin Jane alles versucht hat, sie kommt um die Gynäkologie nicht herum. Und auch, wenn Oberärztin Abby ihr Herz zum schnellerschlagen bringt, so muss sie sich doch einem Trauma stellen, das sie trotz Therapie nie überwunden hat. – Große Liebe für diese Reihe und Ava Reed hat es mal wieder geschafft mich komplett in den Bann zu ziehen und so viele Emotionen reinzubringen. Freue mich sehr auf Band 5!

Dunkles Wasser: Kate Linvilles Fall wird ihr entzogen, obwohl sie alles richtig gemacht hat. Genau zu der Zeit trifft ihr Ex-Kollege Caleb Hale in Frankreich auf eine junge Frau, deren Roadtrip-Freundin verschwunden ist. Vor vielen Jahren hat sie ein entsetzliches Massaker an ihrer Familie als Einzige überlebt. Holt sie die Vergangenheit ein? – Diesmal war ich von Anfang an in der Geschichte und habe es praktisch inhaliert. Sehr spannend und konnte mich am Ende auch noch sehr überraschen.

Schlachtenlärm in Vertikow: Eigentlich wollte Peer mit seiner Frau Sascha nur einen Ausflug zur Heimatstätte Vertikows machen. Doch dann wird eine Leiche gefunden, die dort wohl schon seit einer großen Schlachtnachstellung liegt. Peer wittert einen neuen Fall, doch der Hauptkommissar macht ihm einen Strich durch die Rechnung. Bis sich gleich zwei Frauen bei Peer melden, da sie ihre Unschuld beweisen wollen. Und so stürzt sich Peer doch wieder in die Ermittlungen. – Auch der dritte Fall hat mir gut gefallen, auch wenn Peer wieder in unsympathischere Gefielde abgedriftet ist, aber das macht auch irgendwie den Charme aus, weil es alles nachvollziehbar geschrieben ist.

Was waren eure Highlights im dritten Quartal?

Rückblick auf den September 2024

Der Herbst ist da! Anstatt vorsichtig anzuklopfen, hat er die Tür eingetreten und gesagt „Tada, da bin ich“. Also beginnt nun wieder die cosy Lesezeit und zumindest meine Herbstserie steht fest! Aber nun wollen wir noch einmal auf den September zurückblicken.

Filme – auf großer Leinwand gesehen

Die Ironie des Lebens: Edgar tourt mit Ende 60 noch immer durch Deutschland und macht seinem Ruf als erfolgreicher Comedian alle Ehre. Doch abseits der Bühne ist er in sich gekehrt und einsam. Bis er nach 25 Jahren wieder auf seine Ex-Frau trifft, die unheilbar an Krebs erkrankt ist. In ihren letzten Tagen kommen sie sich wieder näher und Eva beschließt spontan ihn auf seiner Tour zu begleiten. – Ungewohnt nachdenklicher deutscher Film, der sich nicht von Witz zu Witz hangelt.

Was ist schon normal?: Pablo und Lucien haben frisch ein Juweliergeschäft ausgeraubt. Um vor der Polizei zu fliehen geraten sie in den Bus einer Gruppe Menschen mit Behinderung, die auf dem Weg ins Sommercamp ist. Während Pablo sich ebenfalls als behindert ausgibt, mimt Lucien dessen Sonderpädagoge. Dabei werden sie mit ihrer eigenen Weltsicht konfrontiert und erleben ein unvergessliches Abenteuer. – Gelungene Komödie, die ihre Pointen gut setzt und um den üblichen Ablelismus rumkommt.

Borderlands: Die kopfgeldjägerin Lilith muss auf ihren Heimatplaneten Pandora zurückkehren, der eine Hochburg von kriminellen Banden ist. Sie soll die Tochter eines einflussreichen Bösewichts zurückbringen. Vor Ort muss sie jedoch feststellen, dass der Auftrag nicht so leicht zu erledigen ist, wie erhofft. – Videospielverfilmung, die leider überhaupt nicht weiß, was sie erzählen will und sich auf allesamt unsympathische Charaktere stützt, was nicht funktioniert.

Beetlejuice Beetlejuice: Zur Beerdigung ihres Vaters reist Lydia Deetz zurück in das Haus ihrer Kindheit. Mit dabei sind ihre Stiefmutter und ihre rebellische Tochter Astrid. Vor Ort gibt es dann auch allerlei Drama, was Astrid zur Flucht bringt. Doch kurz darauf gerät sie in ernsthafte Gefahr und ihrer Mutter bleibt nichts anderes übrig als Beetlejuice zu rufen. Dieser erträumt sich noch immer eine Hochzeit mit ihr und sieht seine Chance gekommen. – Auch, wenn es den zweiten Teil vielleicht nicht gebraucht hätte, so schafft er es doch eine lustige Geschichte zu erzählen, die guten Fansupport bietet und mich nachhaltig unterhalten hat.

Filme – auf großem Fernseher gesehen

Erneut gesehen in Vorbereitung auf den zweiten Teil habe ich: Beetlejuice (Nicht mein Lieblingsburton, aber hatte schon ikonische Einfälle)

Der Dschungel der 1000 Gefahren: Die Familie Robinson kommt aus der Schweiz und wollte eigentlich in Neuginea ein neues Leben anfangen. Durch die Verfolgung durch Piraten und einen Sturm werden sie von der Crew allein zurückgelassen und laufen schließlich auf Grund. Sie schaffen es auf eine Insel zu fliehen und versuchen dort ein neues Leben anzufangen. Dabei müssen sie allerhand Gefahren überwinden. – Sehr langweiliger und unlogischer Abenteuerfilm.

BTS: Speak Yourself: Konzertfilm. Im Rahmen des Releases ihrer dreiteiligen Albumreihe Love Yourself gehen sie auf mehrjährigen Welttournee. Mehrere Konzerte davon wurden mitgefilmt und später veröffentlicht. Gesehen habe ich das Konzert aus London. – Wieder ein absolut gelungenes Konzert.

Filme – leider in diesem Monat verpasst

Ganz knapp nicht auf die Liste geschafft, haben es: The Crow & Die Fotografin

Serien – ein etwas ausführlicherer Überblick

Die Schurken von Nebenan – Staffel 1 (Schlechte Animation, typische Disney Channel Serie mit platten Dialogen, aber funktioniert gut für zwischendurch)

Good Witch – Staffel 1-3 (Super cosy Herbstserie, habe mich sehr schnell in die Serie verliebt, tolle Charaktere, entspannter Dramaanteil)

Westworld – Staffel 4 (Alles, was in Staffel Drei schon nicht mehr funktioniert hat, wird hier nochmal verschlechtert, ich bin überhaupt nicht mehr durchgestiegen, kein Wunder, dass die Serie abgesetzt wurde)

The Rising of the Shield Hero – Staffel 1 (Bin ich leider überhaupt nicht mit warm geworden. Sobald mal ein „normales“ Gepsräch geführt wurde, kam gleich wieder eine Nervtröte und es war einfach nur anstrengend)

Beyond Paradise – Staffel 1* (Sehr gelungenes Spin-off zu Death in Paradise, funktioniert gut mit abgewandeltem Konzept und Humphrey einfach wieder in seinem Element)

Mein Lesemonat

Bücher insgesamt: 17
Seiten insgesamt: 4.892
Seiten pro Tag: 163 im Durchschnitt
Gebundenes Buch: 2
Taschenbuch: 5
Comic/Manga/Graphic Novel: 7
Hörbuch: 3

Tee? Kaffee? Mord! 6 – Tod eines Schneemanns: Direkt vor Natalie Ames Pub steht eines Morgens ein riesiger Schneemann. Doch als ein Transporter beim Glatteis in den Schneemann rast, stellt sich heraus, dass damit eine Leiche gedeckt werden sollte. Ein neuer Fall für die Pubbesitzerin und ihre Köchin Louise. – War mir etwas zu viel gewollt, die Auflösung ging einfach zu weit für die sonst eher kleingehaltenen Fällen.

Tee? Kaffee? Mord! 7 – Arsen und Käsekuchen: Natalie Ames wird überraschend gebeten den alljährlichen Käsekuchenwettbewerb auszurichten. Bereits im Vorfeld gibt es schlechte Stimmung, da viele die Bewertungen als ungerecht ansehen. Und dann wird auch noch der Hauptjuror während der Verkostung vergiftet. Wenn das nicht mal wieder nach einem Fall für Natalie und ihre Köchin Louise klingt. – Wieder deutlich stärkerer Fall. Hab den Titel direkt geliebt und auch die Handlung passte wieder gut und hatte auch wieder lustige Momente dabei.

Schlachtenlärm in Vertikow: Eigentlich wollte Peer mit seiner Frau Sascha nur einen Ausflug zur Heimatstätte Vertikows machen. Doch dann wird eine Leiche gefunden, die dort wohl schon seit einer großen Schlachtnachstellung liegt. Peer wittert einen neuen Fall, doch der Hauptkommissar macht ihm einen Strich durch die Rechnung. Bis sich gleich zwei Frauen bei Peer melden, da sie ihre Unschuld beweisen wollen. Und so stürzt sich Peer doch wieder in die Ermittlungen. – Auch der dritte Fall hat mir gut gefallen, auch wenn Peer wieder in unsympathischere Gefielde abgedriftet ist, aber das macht auch irgendwie den Charme aus, weil es alles nachvollziehbar geschrieben ist.

Kaiju No. 8 – Band 2-6: Kafka ist weiter in seiner Ausbildung als die nächste Kaiju-Welle anrollt. Und dann erscheint das mysteriöse Kaiju No. 9, das ebenfalls menschliche Gestalt annehmen kann und sogar andere  Kaijus zur Zusammenarbeit bringen kann. Das Korp hat alle Hände voll zu tun und muss schnell über sich hinauswachsen. – Nachdem mein Mangastapel leer war, bin ich endlich mal dazu gekommen, diese Serie aus dem Regal des Pärchengatten weiterzulesen. Sie blieb spannend, da sie viele Kampfszenen hatte und konnte doch die Handlung voran treiben.

Sarg niemals nie: Betty Pabst kehrt zurück nach Bielefeld zu ihrer Familie, die in zweiter Generation ein Bestattungsinstitut betreibt. Doch Betty ist Assistenzärztin und erkennt, dass die aktuelle Leiche keines natürlichen Todes gestorben ist. Betty beginnt zu ermitteln und muss leider auch ihre eigene Familie in Verdacht nehmen. – Hatte eigentlich alle Aspekte eines cosy Crime Romans, die ich mag, aber irgendwie bin ich nicht in die Handlung reingekommen. Vielleicht geb ich dem zweiten Teil noch eine Chance.

The Whitestone Hospital 4 – Saved Dreams: Auch wenn Assistenzärztin Jane alles versucht hat, sie kommt um die Gynäkologie nicht herum. Und auch, wenn Oberärztin Abby ihr Herz zum schnellerschlagen bringt, so muss sie sich doch einem Trauma stellen, das sie trotz Therapie nie überwunden hat. – Große Liebe für diese Reihe und Ava Reed hat es mal wieder geschafft mich komplett in den Bann zu ziehen und so viele Emotionen reinzubringen. Freue mich sehr auf Band 5!

Kings & Thieves 1 – Die letzte der Sturmkrallen: Lina arbeitet als Sklavin für die Schwarzkraniche, die ihre eigene Gang abgeschlachtet haben. Doch als sie einen wandteppich aus einem Tempel stiehl, verärgert sie damit ausgerechnet den Spielmann, den König der Dokkaebi. Er entführt sie in seine Welt und bietet ihr ein Spiel an: Sollte sie ihn töten können, dann würde sie überleben. Doch Dokkaebi gelten als beinah unsterblich. – Am Anfang habe ich eine Weile gebraucht, aber schließlich bin ich der Geschichte und der Welt verfallen!

Im Schatten des Drachen: Die Beschwörung des Drachen steht kurz bevor. Yumeko und ihre Gefährten müssen den Mondclan aufsuchen, um sich Hilfe zu erbitten und Genno aufzuhalten. Doch dabei steht ihr eine ganze Dämonenarmee im Weg. Kann sie ihre Welt retten? – Absolut spannendes Finale, das mich leider komplett zerstört hat. Rundes Ende der Reihe.

Rosefield Academy of Arts 2 – The Promises we make: Charlotte ist am liebsten unsichtbar und hält sich penibel an Regeln. Im Gegensatz zu Andrew, dem Sohn des Rektors, der seine Sozialstunden an der Rosefield abarbeitet. Als Charlotte immer wieder Sachen aus ihrem Kurs gestohlen werden, weiß Andrew wer dafür verantwortlich ist. Doch er verrät es ihr nur, wenn sie fünf Dates mit ihm verbringt, bei der sie Regeln brechen muss. – Auch hier habe ich am Anfang ganz schöne Probleme gehabt, um reinzukommen. Wurde im Laufe des Buches besser und es hat auch deutlich besser als Band 1 funktioniert.

Die Farbe der Knochen von Alpakas am Strand: Eine problematische Klasse wird zu einer Fahrt nach Helgoland verdonnert, um die Dynamik zu verbessern. Dabei gerät die Fähre in einen Sturm und sie landen kurzerhand auf der nicht-existenten Insel Hoogenhörn. Doch damit beginnen die Mysterien erst und wieso ist die Insel eigentlich voller Alpakas? – Es war etwas wirr, ich hatte mit den vielen Namen zu kämpfen und doch war es absolut faszinierend. Bin sehr gespannt auf mehr.

Dunkles Wasser: Kate Linvilles Fall wird ihr entzogen, obwohl sie alles richtig gemacht hat. Genau zu der Zeit trifft ihr Ex-Kollege Caleb Hale in Frankreich auf eine junge Frau, deren Roadtrip-Freundin verschwunden ist. Vor vielen Jahren hat sie ein entsetzliches Massaker an ihrer Familie als Einzige überlebt. Holt sie die Vergangenheit ein? – Diesmal war ich von Anfang an in der Geschichte und habe es praktisch inhaliert. Sehr spannend und konnte mich am Ende auch noch sehr überraschen.

Meisterdetektiv Ron Kamonohashi 12: Ron und Toto reisen nach England an die berühmte Blue Akademie, da Rons guter Name wieder hergestellt wurde. Doch auf einmal verschwinden Agenten der Blue und schließlich wird die Direktorin tot aufgefunden. So aufregend hatten sich die beiden Ermittler ihren Urlaub nicht vorgestellt.  – Viele neue Charaktere zum merken, aber damit haben sie es geschafft wirklich einen neuen Handlungsstrang zu eröffnen.

Die Tagebücher der Apothekerin 9: Die Karawane macht halt am kaiserlichen Palast, was für allerlei Wirbel und auch ganz neuen Gefahren sorgt. Zum Glück behält Maomao alles im Blick. – Auch in Band 9 kann die Qualität der Reihe gehalten werden und immer wieder spannende Rätsel einbringen.

Wie war euer September? Was waren eure Highlights?

Nur noch ein einziges Mal

Ein Vorwort

Bereits 2018 war „Nur noch ein einziges Mal“ mein Jahreshighlight in der Kategorie Bücher. Das Buch, das eine Liebesgeschichte wie eine sanfte Umarmung aufbaute, nur, um sich dann mit einem sehr schwierigem Thema zu widmen. CN: Häusliche Gewalt. Nach einigen eher fehlgeleiteten Marketingversuchen – Stichwort Malbuch – gab es nun die Verfilmung. Warum diese aber den Ton des Buchs nur bedingt einfangen kann und teilweise geradezu problematisch umgesetzt ist, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Lilly Bloom will in der Großstadt neu anfangen. Sie eröffnet einen Blumenladen und lernt dabei ihre neue beste Freundin kennen. Und Ryle, deren Bruder. Sie verlieben sich und kommen sich langsam näher. Doch als Atlas, Lillys Jugendliebe, auftaucht, zeigt sich Ryles gewalttätige Seite.

Meine Meinung

Okay Leute, ich weiß zur Zeit habe ich nicht unbedingt die besten gute Laune Filme im Repertoire. Aber es wird auch wieder anders versprochen! Heute befassen wir uns also mit der Umsetzung der Thematik von häuslicher Gewalt in der Buchverfilmung des Bestsellers von Colleen Hoover. Ich habe den Roman 2018 gelesen und kann sagen, dass mit dem Thema dort gut umgegangen wurde – wenn man mal von einer fehlenden Triggerwarnung absah und einfach einen weiteren Hoover Liebesroman erwartet hat. Dies kann man von der Verfilmung nicht unbedingt sagen. Daher wird es diesmal auch relativ viele Vergleiche mit dem Buch geben, auch wenn ich sonst versuche beide Medien getrennt voneinander zu betrachten.
Aber beginnen wir am Anfang. Wir lernen zunächst Lilly kennen, die auf der Beerdigung ihres Vaters keine Worte findet. Die Gründe sind uns noch unbekannt. Dann lernt sie Ryle kennen, der sie mit seiner Art sofort in den Bann zieht. Es beginnt eine süße Liebesgeschichte, die wohl alle Romance Fans begeistern konnte. Doch nach und nach zeigt sich Ryles toxische und gewalttätige Seite. Gleichzeitig lernen wir auch etwas über Lillys Vergangenheit, denn auch ihr Vater schlug gern zu. Soweit so wichtig, denn oft hören von häuslicher Gewalt betroffene Frauen, dass sie doch selbst Schuld seien, da sie ja von Anfang an gewusst hätten, wie der Partner drauf sei. Ich hoffe, ich muss nicht erklären, warum das sehr problematisch ist und den Diskurs verschiebt. Aber zumindest hier wird es deutlich, dass gewisse Seiten eben auch erst später zum Vorschein kommen können.
Machen wir auch mit den positiven Seiten weiter. Während im Buch viel mit innerem Monolog gespielt wurde, um so die Zerrissenheit von Lilly zu zeigen, die nach dem ersten Vorfall nicht genau einordnen konnte, was passiert ist, wird hier ein anderes Stilmittel genutzt. Denn es wird aus einem ganz bestimmten Blickwinkel gefilmt und dann sofort abgeblendet. So wissen die Zuschauenden (ohne Buchvorkenntnisse) eben auch nicht, was gerade genau passiert ist und ob es nicht doch ein Unfall gewesen sein könnte. Denn das ist die große Frage danach. War es ein Unfall? EIn Ausrutscher? Ein Einzelfall? Und ab dem wievielten Mal sollte man gehen? Nur noch ein einziges Mal, dann gehe ich wirklich. Doch was, wenn der Mann mein Ankerpunkt im Leben ist? Von der Familie entfremdet, in einer neuen Stadt ein neues Leben begonnen, meine einzige Freundin ist die Schwester meines gewalttätigen Mannes. Und er liebt mich doch, das sagt er doch immer wieder. Vielleicht bewerte ich die Situation auch nur über. Soweit so stark.
Kommen wir nun leider zu den Schwachstellen des Films. Und Hauptkritikpunkt bezieht sich auf den zuvor genannten positiven Punkt. Denn es gibt eine Stelle im Film, wo Lilly final realisiert, dass es eben nicht nur noch ein einziges Mal gibt, sondern, dass sie in einer gewalttätigen Beziehung ist und zwingend weg muss. Dabei laufen die vorher genannten Szenen noch einmal aus ihrer Perspektive vor ihr ab. So weit so gut. Aber das ganze passiert so schnell, dass sie überhaupt keine Wirkung haben. Die Erkenntnis, die daraus gewonnen wird, wird nicht gezeigt.
Problem Nummer Zwei: Es geht viel zu einfach. Sie entscheidet zu gehen, und hat sofort Unterstützung durch ihre Jugendliebe Atlas, die sie wieder getroffen hat, ihre Beziehung zu ihrer Mutter ist auf einmal wieder da und ihre beste Freundin – wir erinnern uns, die Schwester ihres Partners – hat sofort Verständnis. Doch es gibt so viele Faktoren, die dazu führen, dass Frauen eben nicht einfach gehen können. Und auch im Buch wird dies nicht als so einfach dargestellt. Denn dort gibt es zuvor noch eine wichtige Schlüsselszene, in der ihre beste Freundin sie bewusst nochmal zu Ryle drängt und sie anfleht, ihrem Bruder doch noch eine Chance zu geben. Wo also bewusst dieser Rückhalt fehlt.
Daraus resultiert dann auch das nächste Problem: Die Geschichte rund um ihren gewalttätigen Vater wurde nur in wenigen Szenen gezeigt und das Kernproblem wird nicht deutlich. Denn ihr Vater ist eine einflussreiche Persönlichkeit in der Kleinstadt, wo Lilly herkommt. Er hatte Mittel und Wege ihre Mutter als Lügnerin hinzustellen und sie hätte im schlimmstenfall sogar ihre Tochter zurücklassen müssen. Also hat sie sich entschieden, zu bleiben. Hier ist nämlich das nächste Beispiel von Abhängigkeit, das man gut als Gegenstück hätte nutzen können.
Auf das ganze Drama hinter den Kulissen verzichte ich mal einzugehen. Aber es gab die Möglichkeit ein wichtiges Werk über ein viel zu totgeschwiegenes Thema zu verfilmen und die Chance wurde leider nicht ausreichend genutzt. Dass die ersten Verbände den Film stark kritisieren, kann ich leider nachvollziehen. Also hier mein Appell zum Ende: Lest lieber das Buch, da die Thematik dort besser aufgearbeitet wurde.

Das Fazit

Nur noch ein einziges Mal verfehlt leider die sensible Thematik gut umzusetzen und setzt falsche Signale, die Aufklärungsarbeiten leider eher erschweren. Trotz guter Ansätze leider in der Gesamtheit eher schwierig. Dafür gibt es 05 von 10 möglichen Punkten.

Nur noch ein einziges Mal läuft seit dem 15.08.2024 in den deutschen Kinos

Cinemathek: One Life

Ein Vorwort

Die Cinemathek ist ein Format, in dem kleinere Filme, die es vorher nicht ins Kinoprogramm geschafft haben, an einem Abend nachgeholt werden. Heute mit: One Life

Nachdem wir uns am Freitag in Zwei zu Eins mit dem Ende der DDR befasst haben, müssen wir jetzt leider noch einmal in ein weitaus düsteres Kapitel der Geschichte eintauchen. One Life befasst sich mit dem Thema Kinderdeportation aus der Tschechoslowakei vor Hitlers Einmarsch nach England. Und eine zentrale Figur in dem Unterfangen. Warum ich den Film jeden ans Herz lege, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Nicholas „Nicky“ Winton ist Börsenmarkler und reist 1938 nach Prag, um Geflüchteten Familien zu helfen, die vor Hitlers Mobilmachung flohen. Dabei ist er bestürzt über die Zustände und versucht alles, um zumindest die Kinder nach Großbritannien zu evakuieren. Dabei steht ihm vor allem die Bürokratie im Weg. Fünfzig Jahre später räumt Nicky sein Büro auf und findet das Album über die evakuierten Kinder. Er begibt sich auf die Suche nach einer Zeitung, die darüber berichten will.

Meine Meinung

In Zeiten, in denen rechte Parteien wieder stark gewählt werden, ist es gut, dass der düstere Teil der deutschen Geschichte noch einmal filmisch aufgearbeitet wird, damit nichts davon in Vergessenheit gerät. Mit One Life wird nochmal ein neues Kapitel beleuchtet, das sonst meist unterschlagen wird.
Aber fangen wir am Anfang an. Zunächst lernen wir Nicky Winton in den 1980er Jahren kennen. Ein älterer Mann, der seine Frau damit in den Wahnsinn treibt, dass er ständig neue Sachen anschleppt, die er wohltätigen Organisation spenden kann. Nur, dass er sie nicht so schnell los wird und daher die Wohnung langsam voll ist. Also soll er ausmisten. Dabei fällt ihm die Mappe mit all den Erinnerungen an die Kinder-Evakuierungen in die Hand. Wir reisen also mit ihm in die Vergangenheit und treffen sein jüngeres Ich 1938 auf dem Weg nach Prag. Hitler ist zuvor ins Sudetenland einmarschiert und die Flüchtlinge sind in Lagern unter unhygienischsten Bedingungen untergebracht. Die Möglichkeiten etwas dagegen zu tun, sind begrenzt. Die wenigen Freiwilligen sind überlastet und Nickys Vorschlag zumindest die Kinder nach Großbritannien zu evakuieren, scheint ein Ding der Unmöglichkeit.
Im Laufe des Films wird zwischen beiden Perspektiven gewechselt, wodurch deutlich wird, wie sehr Nicky auch viele Jahre später noch leidet. Denn er konnte nicht alle retten. Es war ein Wettlauf gegen die Zeit und letztlich gegen die Bürokratie. Denn das ist ein Aspekt, der im Film deutlich gezeigt wurde. Auch, wenn er sich über die Zeit immer mehr Unterstützende gesucht hat und auch mit Spenden ausgeholfen wurde, so musste er doch die britische Bürokratie einhalten. Und die sah nicht vor, ihm entgegenzukommen. Und auch, wenn es so viele Erfolge gab, sind es doch die Fehlschläge, die dem Film diesen bitteren Beigeschmack geben und gerade am Ende zu Tränen zu rühren vermag.
Dennoch schaffen er und sein Team es unheimlich viele Kinder zu retten. Das ist wohl auch die große Botschaft des Films: Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Und Menschlichkeit in unmenschlichsten Zeiten kann Leben retten.

Das Fazit

One Life ist ein stark erzählter Film mit pointierter Botschaft, der neben dem emotionalen Part auch viele Fakten zu vermitteln weiß. Und die Menschlichkeit in den Vordergrund stellt. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.

One Life lief ursprünglich ab dem 28.03.2024 in den deutschen Kinos

Zwei zu eins

Ein Vorwort

Über die DDR wurden schon viele Filme gedreht und unzählige Geschichten erzählt. Über die Zeit kurz vor der Wiedervereinigung und wie chaotisch es zu den Zeiten im Osten war, nach und nach immer mehr Leute ihren Job verloren und nicht so richtig wussten, wie es weitergehen soll, wurde bisher meist geschwiegen. Warum die Geschichte nicht mit einem gewissen Augenzwinkern und dann auch noch nach wahren Begebenheiten? Was Zwei zu Eins so kann, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

1990 ist das Ende der DDR besiegelt. Die Arbeitslosigkeit steigt und die Frist zum Umtauschen des Geldes in Westmark steht bevor. Doch die Bewohner eines Hochhauses finden durch Zufall in einem bewachten Schacht die eingelagerten Millionen der bald wertlosen Ostmark. Sie entwickeln ein ausgeklügeltes System, um das Geld umzutauschen.

Meine Meinung

Der deutsche Film ist ja immer so eine Sache. Durch die (leider meist schlechten) großen Komödien, ist der Ruf sehr schlecht, da auch immer wieder der gleiche Mist gefördert wird. Dazwischen finden sich dann noch die Geschichtsdramen, die auch meist eher nicht begeistern können. Doch, wenn man ganz genau hinschaut, dann findet man sie. Die kleinen Perlen, die nicht versuchen super lustig zu sein, sondern wirklich mal eine Geschichte erzählen wollen. Die nicht den ganz großen Cast aus den immer gleichen Gesichtern haben. Okay, in diesem Jahr war zumindest Sandra Hüller ein gutes Indiz für einen gelungenen deutschen Film, konnte doch bereits The Zone of Interest überzeugen.
Die nächste kleine Perle ist Zwei zu Eins. Und zwar, weil er sich eben nicht auf die billigen Witze anderer Genrevertreter verlässt, sondern diese aus der Situation heraus aufbaut. Aber von Anfang an: Wir treffen auf Maren und Robert, die in ihrer Plattenbausiedlung die Tage zwischen Ende der DDR und Wiedervereinigung ganz in Ruhe angehen. In ihrem Umfeld verlieren immer mehr Bekannte ihren Job und allgemein ist die Stimmung irgendwo zwischen Feiern und Trauer. Mit dem Auftauchen von Volker bekommen wir dann die erste Diskussion über die Themen, die wohl viele damals beschäftigt haben. Denn Volker ist in die BRD geflohen und kehrt nun durch die offenen  Grenzen zurück. Nach dem Fund des Geldes geht es dann auch locker weiter mit einer gelungenen Mischung aus Situationskomik und ernsten Themen. Wie die  „Wessis“ noch schnell versucht haben ihre Produkte an den Osten zu verkaufen, während dort immer mehr (auch gut laufende) Betriebe dicht gemacht werden. Und wie eben diese zum Spottpreis verkauft wurden. 
So ist die Grundstimmung des Films durchaus gut und die Geschichte entwickelt sich, ohne, dass zu bewusst Drama geschührt oder zu bewusst Witze eingebaut wurden. Dies entwickelt sich alles schon aus der Absurdität der Situation heraus. Regisseurin Natja Brunckhorst mag noch relativ neu auf dem Regieposten sein, doch landet mit Zwei zu Eins schon einen Volltreffer. Die kleinen Töne dazwischen zu treffen, gelingt ihr wunderbar und auch wenn die Dreiecksgeschichte zwischen Maren, Robert und Volker ein wenig zu viel ist, bleibt sie doch stehts bei der Haupthandlung.
Wer eine typisch deutsche Komödie erwartet und von einem billigen Gag zum nächsten hetzen will, der ist hier falsch. Wer einen hochkorrekten und ernsten Historienfilm erwartet, ebenfalls. Wer von beidem etwas, aber vor allem ein sinniges Drehbuch erwartet, herzlichen Glückwunsch, das ist genau das passende Film. Und davon doch gern mehr!

Das Fazit

Zwei zu Eins ist eine intelligent geschriebene Komödie, die ihre Witze natürlich wachsen lässt und das Drama an die historischen Gegebenheiten anpasst und genau damit ins Schwarze trifft. Eine kleine Perle am deutschen Filmhimmel. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.

Zwei zu Eins läuft seit dem 25.07.2024 in den deutschen Kinos

Rückblick auf den August 2024

Ich bin aus meinem Urlaub zurück und direkt bereit in den Rückblick zu starten. Das filmische Hoch ist wieder vorbei, also ist alles wieder beim Alten. Ich schiebe es einfach mal auf die Hitze, bzw. war ich auch einige Tage nicht zu Hause. Aber damit ohne weitere Worte in den Rückblick:

Der Schriftzug "Mein Monatsrückblick" vor blauem Himmel mit Seifenblasen

Filme – auf großer Leinwand gesehen

One Life: Nicholas „Nicky“ Winton ist Börsenmarkler und reist 1938 nach Prag, um Geflüchteten Familien zu helfen, die vor Hitlers Mobilmachung flohen. Dabei ist er bestürzt über die Zustände und versucht alles, um zumindest die Kinder nach Großbritannien zu evakuieren. Dabei steht ihm vor allem die Bürokratie im Weg. Fünfzig Jahre später räumt Nicky sein Büro auf und findet das Album über die evakuierten Kinder. Er begibt sich auf die Suche nach einer Zeitung, die darüber berichten will. – Berührendes Drama über einen unbekannteren Teil der Geschichte mit starken Schauspielenden. – Cinemathek

Nur noch ein einziges Mal: Lilly Bloom will in der Großstadt neu anfangen. Sie eröffnet einen Blumenladen und lernt dabei ihre neue beste Freundin kennen. Und Ryle, deren Bruder. Sie verlieben sich und kommen sich langsam näher. Doch als Atlas, Lillys Jugendliebe, auftaucht, zeigt sich Ryles gewalttätige Seite. – Buchverfilmung, die zwar gute Ansätze hat, den wichtigen Grundtonus aber nicht final trifft und daher das wichtige Thema nicht gut umsetzt.

Filme – auf großem Fernseher gesehen

Erneut gesehen habe ich: Mein Nachbar Totoro (Einfach ein sommerlicher Wohlfühlfilm), Kikis kleiner Lieferservice (Ein süßer Film aus dem Hause Ghibli)

The Hunger Games – The Ballad of Songbirds and Snakes: Zu den 10. alljährlichen Hungerspielen wurde sich ein Mentor*innenprogramm ausgedacht, um die Zuschauendenzahlen zu steigern. Auch der junge Coriolanus Snow wurde dafür ausgewählt. Doch er bekommt ausgerechnet District 12 zugeteilt. Mit Lucy Gray als Tribut bekommt er die Chance sein Ansehen zu ändern. Doch was ist der Preis dafür? – Setzt das Buch sehr farbenfroh um, übernimmt aber auch alle Schwächen mit und kann daher im Endeffekt nicht überzeugen.

Batmans Rückkehr: Aus den Tiefen der Kanalisation taucht der Pinguin auf und beteuert nur nach seinen Eltern zu suchen, die ihn als kleines Kind aussetzten. Dabei vertraut er auf die Hilfe von Max Shreck, ein Milliardär, der ganz eigene Pläne verfolgt. Batman versucht diese Pläne zu durchkreuzen und muss sich gleichzeitig mit der kratzbürstigen Catwoman auseinander setzen. – Die Handlung an sich ist eher schwach, aber gerade die Figur des Pinguins kann mit einigen witzigen Einfällen überzeugen.

Filme – leider in diesem Monat verpasst

Ganz knapp nicht auf die Liste geschafft haben es: Trap – No way out und Borderlands

Serien – ein etwas ausführlicherer Überblick

Erneut gesehen habe ich: The A-Team – Staffel 3 (Es bleibt ein guilty pleasure)

Dead Boy Detectives – Staffel 1 (Hat durchaus seinen Charme durch die Charaktere und baut eine gute Atmosphäre auf, erzählt die Geschichten aber eine Spur zu langsam, so dass sich die Folgen leider teilweise ziehen)

BTS Monuments: Beyond the Star – Miniserie (Interessante Hintergrundinfos über BTS und ihre Karriere, aber seltsam unstringent erzählt. Auch ist jede Folge irgendwie runterziehend, obwohl BTS eher für gute Laune steht)

London Kills – Staffel 1-2* (Sehr realistische Polizeiarbeit, dafür aber doch mit zu dramatischer Hintergrundgeschichte und leider nicht sonderlich sympathischem Team)

Criminal Minds – Staffel 8 (Bleibt auf gewohntem Niveau, das Staffelfinale war für den großen Aufbau des Films sehr ernüchternd, aber die Fälle pro Folge sind ganz interessant)

My Dress-up Darling – Staffel 1 (Gute Umsetzung des Mangas, umschifft gut einzelne Stolpersteine)

Oshi No Ko – Staffel 1 (Starker Anime, mit einem krassen Plottwist nach der ersten Folge)

*Werbung – Staffel 1 Rezensionsexemplar

Mein Lesemonat

Bücher insgesamt: 13
Seiten insgesamt: 4.835
Seiten pro Tag: 156 im Durchschnitt
Gebundenes Buch: 1
Taschenbuch: 2
Comic/Manga/Graphic Novel: 5
Hörbuch: 2
E-Book: 3

Westwell – Band 1-3: Zwei Jahre nach dem Tod ihrer Schwester kehrt Helena aus dem Exil zurück nach New York. Während sie ihre Eltern überzeugen muss, dass sie sich an die Regeln der High Society hält, versucht sie herauszufinden, was in jener Nacht wirklich passierte. Dabei trifft sie auf Jess, dessen Bruder Adam mit ihrer Schwester verlobt war und in der gleichen Nacht starb. Dabei ist Jess der letzte, mit dem Helena sich abgeben darf. Denn die Westons und die Coldwells sind verfeindet, erst Recht seit dem Tod der Erstgeborenen. Doch Helena und Jess fühlen sich unweigerlich voneinander angezogen. Wird sich die Geschichte wiederholen? – Kann den Hype leider gar nicht nachvollziehen. Es ist unlogisch, verstrickt sich im immergleichen Problem, zieht sich und gerade der Krimianteil ist sehr an den Haaren herbeigezogen. Schade, habe Lena Kiefers Fantasy Bücher geliebt.

Penelope – Das Böse ist dem Untergang geweiht 3: Das Jagdturnier steht bevor und Penelope tut alles, um daran teilnehmen zu dürfen. Zeitgleich fürchtet sie sich davor, dem brutalen Kronprinzen wieder zu begegnen. – Der dritte Band hat sich leider ganz schön gezogen und kam erst gegen Ende in Fahrt.

Golden Heritage: Ellinor Skogen ist zwar eine der Erben des Keksimperiums KOSGEN in Oslo, doch als sie nach ihrem Studium für ein Praktikum einsteigt, steht ihre Schüchternheit ihr mehr als einmal im Weg. Und dann ist da noch Lucas. Einst ihr bester Freund, hat er sie vor Jahren von einem auf den anderen Tag geghostet. Doch sobald sie sich wiedertreffen, sind auch die Gefühle wieder da. Können sie die Vergangenheit überwinden? – Eigentlich hat das Buch ganz schön viele Logiklöcher und die ständigen Zeitsprünge nehmen viel von der Spannung. Aber Caroline Wahl schafft es trotzdem durch ihren einmalig guten Schreibstil, dass ich mich nicht gelangweilt habe.

When you come back to me: Holden hat bei einer Konversionstherapie in Alaska die Hölle erlebt. Selbst ein ganzes Jahr in einem Sanatorium kann ihn nicht heilen. Er zieht zu seiner Tante und seinem Onkel und geht dort zur Schule. Dort trifft er auf River, der Starquarterback der Schule. Beide empfinden sofort etwas, doch während Holden zwar zu seiner Sexualität steht, aber unter seinen Dämonen aus Alaska leidet, muss River erst einmal über sich selbst klar werden. Denn die Träume seines Vaters erdrücken ihn und da passt Homosexualität nicht rein. – Emma Scott nimmt sich wieder einmal einem schwierigen Thema an und erzählt irgendwo eine starke Geschichte, die sich aber viel zu lange zieht und gerade am Ende viel zu viele Zeitsprünge hat.

Haikyu!! 5: Das Interhigh steht an und die Karasuno trifft auf ihre ersten Gegner. Doch, sollten sie diese besiegen, treffen sie in der nächsten Runde auf die Dateko, die das Team zuletzt haushoch geschlagen hatte, mit ihrer unüberwindbaren Mauer. Reicht der neue Schnellangriff von Tobio und Shoyo aus, um dem Team zum Sieg zu verhelfen? – Wir bekommen hier einiges an Spielaction geboten und das funktioniert auch als Manga erstaunlich gut.

Spy x Family 11: Große Aufregung im Hause Forger. Die Schulbusse sind von Terroristen gekapert worden, die die reichen Familien erpressen und damit ihre politischen Ansichten durchkriegen wollen. Auch Anya und ihre Klassenkamerad*innen sind entführt worden. – Wohl einer der spannendsten Bände der Reihe und kann doch den Charme der Reihe halten.

Solo Leveling 3: Sung Jin-Woo levelt fleißig weiter, doch bei dem nächsten Raid sind auch Strafgefangene mit dabei. Und die Aufsichtsperson hegt ganz eigene Pläne. Reicht seine neugewonnene Stärke aus? – Hat etwas von der Spannung eingebüßt, da sich vieles wiederholt. Hoffentlich wird das in den nächsten Bänden wieder besser.

Im Schatten des Schwertes: Yumeko hat eigentlich nur eine Aufgabe: Sie muss das Stück des Drachengebets zu einem verborgenen Kloster bringen. Doch nachdem der erste Oni Hakaimono Besitz ergriffen hat vom Dämonenjäger Tatsumi, hat sich ihre Priorität geändert. Doch auch dieser hat es auf das Drachengebet abgesehen. – Zunächst ein typischer zweiter Band, der die Handlung ziemlich streckt, doch gegen Ende noch einmal wesentlich spannender als der erste Band.

Not in Love: Rue Siebert ist stolz auf ihre Arbeit bei einem Start-up, wo sie als Wissenschaftlerin sich ganz der Forschung widmen kann. Doch dann tauchen neue Investoren auf und scheinen die Firma anzugreifen. Mit dabei ist Eli Killgore, mit dem Rue fast einen One-Night-Stand hatte. Und obwohl sie auf unterschiedlichen Seiten zu stehen scheinen, kommen sie einfach nicht voneinander los. – Sehr spice-lastig und dennoch wieder eine starke Geschichte von Ali Hazelwood, mit weniger Witz, aber mit viel Tiefgang.

Der Fluch des purpurnen Rauches 1: Auf der Suche nach einem Hexenmeister stürzt Erin sich in die Fluten des Meeres. Dabei wird sie vom Gesuchten gerettet. Sie sucht den besten Weg für ihr Leben, da sie nicht weiß, was sie damit anfangen soll. Der Preis sind 10 Jahre, die sie in der Lehre beim Hexenmeister verbringen soll. Doch dabei merkt sie schnell, dass schwierige Entscheidungen bevorstehen. – Interessanter Auftaktband, der zwar einen merkwürdigen Ezählstil hat, dafür aber tolle Charaktere.

The Darkest Queen 1 – Kuss der Dämonen: Skylar hat nur eine Aufgabe: Sie muss sich unter die Anwärterinnen bei der großen Brautshow schmuggeln. Doch nicht etwa, um den Prinzen zu heiraten, sondern um ihn zu töten und seine Schwester zu kontrollieren. Das soll laut Dämon Andras dazu beitragen, dass das große Sünderfressen verhindert wird. Doch Skylar und Prinz Read kommen sich ungewollt näher und auch die anderen Anwärterinnen geben nicht so leicht auf. – Bisher stärkstes Buch von Nina MacKay.

Wie war euer August? Was waren eure Highlights?

Blue Lock – Episode Nagi

Ein Vorwort

2023 brachte uns Crunchyroll die 8-bit Produktion Blue Lock auf den heimischen Fernseher und damit den japanischen Fußball näher. Und nachdem wir noch in selige Erinnerungen an den Haikyu Film schweben, bekamen wir auch zu Blue Lock einen Film.  Allerdings ist die Handlung zeitgleich zur ersten Staffel angesiedelt und überschneidet sich oft. Kann das funktionieren? Erfahrt es in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Nagi hat eigentlich kein Interesse an Sport oder allgemein etwas anderem als seine Videospiele. Bis Reo auf ihn aufmerksam wird. Als Sohn einer wohlhabenden Familie ist er es gewohnt alles zu bekommen, was er will. Doch seine neue Leidenschaft Fußball stößt sowohl bei seinem Vater als auch bei seinen Freunden auf Unverständnis. So überredet er Nagi, der sich als erstaunlich talentiert erweist und kurz darauf bekommen sie eine Einladung zu Blue Lock, einem Auswahlverfahren für den besten Stürmer Japans. Doch bei Blue Lock kann nur einer gewinnen.

Meine Meinung

Nagi war in der Serie bereits ein interessanter Charakter, so dass die Wahl ihn als Protagonisten zu nehmen, durchaus nah lag. Dabei gab es aber ein Problem: Seine Hintergrundgeschichte und seine Freundschaft zu Reo wurde bereits in der Serie dargestellt. Da gab es wenig Potential, um noch spannende Details rauszupressen. Dennoch wollte ich dem Film eine Chance geben.
Wir beginnen auch in der Zeit vor Blue Lock. Nagi und Reo treffen zum ersten Mal aufeinander und Reo kommt seinem Traum von Fußball näher, während Nagi eigentlich lieber Videospiele zocken möchte. Hier gibt es dann tatsächlich auch neue Infos, auch wenn die wichtigsten Szenen bereits bekannt waren. Aber auch, wenn die beiden und ihre Freundschaft hier einen größeren Part bekommen haben, bleibt sie merkwürdig undurchsichtig und bis zum Ende ist immer noch nicht klar, welche Art der Beziehung sie zueinander haben.
Weiter geht es zu Blue Lock, wo dann zwar die Spiele von Nagis Gruppe nochmal gezeigt werden, die wir vorher nur vom Ergebnis her kannten, aber wirklich in größerer Länge wurde nur das Spiel gegen Team Z – aus dessen Sicht die Serie erzählt wurde – gezeigt, das eben bereits in der Serie zu sehen war. Zwar diesmal aus der anderen Sicht, aber die Erkenntnisse, die Nagi hieraus mitnahm, waren eben auch nicht neu.
So zieht sich der Film weiter und bleibt an Nagi dran, der aber auch in der Serie ab dem Punkt Protagonist wurde. Hier gibt es für Serienfans eigentlich keinen Mehrwert und für Nicht-Fans dürfte der Film auch nicht interessant sein. Dennoch ist es faszinierend wie sehr durch starke Bilder und Szenen die Spannung des Films weitestgehend gehalten werden kann. Man ist trotzdem mit drin und fiebert mit, obwohl man längst weiß, wie die Spiele ausgehen.
Es gibt übrigens eine After Credit Scene. Allerdings frage ich mich, ob sie nicht die zweite Staffel etwas gespoilert hat, weil sie hinter Entscheidungen angesiedelt ist, die erst noch anstehen. Aber sie wurde dennoch benötigt, um der Geschichte von Nagi und Reo überhaupt noch eine neue Ebene zu geben.

Das Fazit

Blue Lock – Episode Nagi bietet für Fans der Serie wenig Neues, wiederholt praktisch die erste Staffel noch einmal aus einer anderen Sicht und kann dennoch die Spannung halten. Leider verfehlt sie ihr vordergrüdigstes Ziel: Nagi als Charakter und die Freundschaft zu Reo stärker zu erläutern. Schade. Dafür gibt es 06 von 10 möglichen Punkten.

Blue Lock – Episode Nagi läuft seit dem 23.07.2024 in den deutschen Kinos

A Quiet Place – Tag Eins

Ein Vorwort

Es wurde still im Kinosaal. 2018 und 2020 brachte John Krasinski die Horrorthriller A Quiet Place in die Kinos. Die Prämisse: Die Monster reagieren auf Geräusche. Also psssst! Und wenn Hollywood die Ideen ausgehen, dann werden halt funktionierende Franchises ausgeschlachtet. So bekommen wir nun das Prequel zum Tag als die Aliens auf der Erde ankamen. Warum das dennoch größtenteils funktioniert, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Sam (Lupita Nyong’o) ist an Krebs erkrankt und unternimmt einen Ausflug mit anderen Bewohnendes des Hospizes. Immer an ihrer Seite ihre Therapiekatze Frodo. Doch in Manhatten kommt es zu einer Alieninvasion. Sie kann mit anderen in ein Marionettentheater fliehen, von wo aus sie die Informationen bekommen, dass die Aliens auf Geräusche reagieren. Doch während alle sich zu Evakuierungspunkten begeben, will Sam eine letzte Pizza genießen und versucht nach Harlem zu gelangen. Dabei trifft sie auf Eric (Joseph Quinn), der völlig unter Schock ihr folgt.

Meine Meinung

Grundsätzlich klang die Idee die Vorgeschichte zu A Quiet Place zu erzählen gar nicht mal so verkehrt. Dabei gab es aber schon von Anfang an einen Haken: Der zweite Teil beginnt mit einer Rückblende auf eben jenen Tag. Wir haben also schonmal gesehen, wie unsere Hauptfamilie mit der neuen Situation konfrontiert wurde und damit umgehen musste. Was konnte Tag Eins also noch großartig erzählen, was wir noch nicht wussten?
Eine weitere Änderung sorgte bei mir auch vorab für Stirnrunzeln. John Krasinski zog sich vom Regiestuhl zurück und übergab das Zepter an Michael Sarnoski, der zuvor den als Geheimtipp verschrienen Pig gedreht hatte. So wurde die Uhr also nicht nur zurückgedreht, sondern wir bekamen gleich ganz andere Charaktere, mit Manhatten ein anderes Setting und einen neuen Regisseur. Der Erfahrung nach also eher schlechte Voraussetzungen.
Doch dafür funktioniert A Quiet Place: Tag Eins erstaunlich gut. Zunächst lernen wir Sam kennen, die mit ihrer Erkrankung kämpft, dabei aber weniger die bedauernswerte Patientin gibt, sondern eine, die sich mit Sarkasmus und klaren Worten versucht oben zu halten. Der Film hält zielstrebig auf das ausschlaggende Event zu und dann haben wir den direkten Überlebenskampf.
Dieser ist auch sehr spannend inszeniert. Denn auch, wenn schnell geklärt wird, dass die Aliens auf Geräusche reagieren – wie auch immer das so schnell herausgefunden werden konnte – so ist es gar nicht so leicht in einer zerstörten Stadt keine Geräusche von sich zu geben. Informationen werden oft per Hubschrauber und Lautsprecher weitergegeben, die natürlich kurz darauf angegriffen werden und so haben wir gleich wieder mehr Zerstörung. Dadurch wird aber auch die Spannung hoch gehalten.
Und auch, wenn die Absicht Sams mit der Pizza zunächst aus der Luft gegriffen schien, rundet sich das Bild ihres Charakters immer stärker ab und spätestens, wenn sie auf Eric trifft, kommt eine gute Dynamik auf. Die Szene im Pub ist dann auch noch etwas fürs Herz – Nein, wir haben hier keine Liebesgeschichte mit drin – und wertet den Film ordentlich auf.
So ist der Film größtenteils rund erzählt und kann auf jeden Fall Spannung aufbauen. Allerdings gibt es auch ein paar Punkte, die schlechter funktionieren, weswegen das Prequel doch nicht an die guten Vorgänger anschließen kann. Zum einen ist ein Kritikpunkt, dass die Stille nicht genutzt wird. Während in den vorherigen Filmen es gerade beängstigend wurde, wenn die Musik und die Sounds auf stumm gedreht wurden. Wenn überall etwas lauern könnte und man bloß kein Geräusch machen darf. In Tag Eins wird leider lieber mit viel Sound und den Genretypischen Jumpscares gearbeitet. Dadurch geht leider viel vom Charme und der Spannung verloren, weil man lediglich damit beschäftigt ist auf den nächsten Jumpscare zu warten, statt wirklich Atmosphäre aufzubauen.
Zum anderen gibt es ganze Szenen, die irgendwie die Geschichte der Aliens weiter ausbauen sollen, aber einfach absolut nichtssagend sind. Ebenso muss über das ein oder andere Logikloch hinweggesehen werden. Hätte es das Prequel gebraucht? Vermutlich nicht, aber unter den Umständen macht es eine ziemlich gute Figur, auch wenn es bei weitem nicht an die Vorgänger herankommt.

Das Fazit

A Quiet Place: Tag Eins schafft es zwar eine spannende Geschichte zu erzählen und die Charaktere gut in den Mittelpunkt der Handlung zu stellen, verpasst aber auch einige Chancen, gerade weil zu sehr auf Jumpscares gesetzt wird. Charme und Atmosphäre der Vorgänger kann daher nicht gehalten werden, ist aber ein grundsolider Film. Dafür gibt es 06 von 10 möglichen Punkten.

A Quiet Place: Tag 1 läuft seit dem 27.06.2024 in den deutschen Kinos

A Killer Romance

Ein Vorwort

Zwischen all den Remakes, Reboots, Sequels und Prequels im Kino gibt es dann doch noch die Filme, die keinem Franchise entspringen. Im Juli war A Killer Romance einer dieser Filme. Glen Powell durfte sich dabei rollentechnisch voll austoben, doch hat der Film einige Stolpersteine. Welche das sind, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Gary Johnson ist Philosophieprofessor und die Definition von Durchschnittsbürger. Nebenbei arbeitet er bei der Polizei als Techniker für Undercover-Einsätze, bei denen die Anheuerung eines Auftragskillers aufgedeckt werden soll. Durch einen unglücklichen Zufall wird Gary jedoch auf einmal selbst Undercover-Cop und findet zusehens Gefallen an den Rollen. Bis er auf Madison trifft, die ihren tyrannischen Ehemann loswerden möchte. Er hilft ihr ihn legal loszuwerden, beginnt aber kurz darauf mit seinem Alter Ego Ron eine Affäre mit ihr.

Meine Meinung

Regisseur Richard Linklater hat durchaus eine durchwachsene Filmographie vorzuweisen. Bekanntheit dürfte er auch erlangt haben, durch sein Großprojekt Boyhood, welches über 12 Jahre gedreht wurde, um die Darstellenden realistisch altern zu lassen. Für sein neustes Projekt hat er sich Artikel aus dem Texas Monthly herausgesucht und die Hintergrundgeschichte zu Gary Johnson hatte auch durchaus Potential für die Verfilmung.
Mit Glen Powell wurde ein Hauptdarsteller gefunden, der hier endlich einmal mehr von seinem schauspielerischen Können zeigen konnte, wurde er doch vorher oft nur als der coole Strahlemann mit den fetzigen Sprüchen gecastet, wie in Maverick oder Wo die Lüge hinfällt. Und gerade das Schlüpfen in die verschiedenen Rollen für die Undercover-Aufträge machen ihm sichtbar Spaß und er geht voll in diesen auf. Auch Schauspielkollegin Adria Arjona geht sichtlich in ihrer Rolle auf und zusammen bilden sie eine zerstörerische Kraft auf der Leinwand.
Da beginnen dann allerdings auch schon die Probleme. Denn A Killer Romance kann sich nicht so ganz entscheiden, welches Genre es jetzt bedienen will und schafft es daher keins richtig zu erreichen. Zunächst wird versucht in die Comedy Schiene zu rutschen und Powells Verkleidungskünste trugen auch durchaus zur Erheiterung bei. Bis wir auf Madison treffen, die in einer toxischen Beziehung steckt und keinen anderen Ausweg sieht. Ab hier nimmt sich der Film ein sehr ernstes Thema vor und schafft es auch zunächst gut damit umzugehen. Madison baut sich ein neues Leben auf und alles scheint seinen gewohnten Weg zu gehen.
Doch dann treffen Gary und Madison wieder aufeinander und beginnen eine Beziehung. Ab hier wechselt der Tonus dann in Richtung Erotik, da die beiden sehr viele intime Szenen haben, die dann auch einiges an Platz einnehmen. Einerseits ist verständlich, was dadurch gezeigt werden soll, denn die Beziehung zwischen den Beiden ist für Gary insofern ein Problem, als dass er weiterhin sein Alter Ego nutzt.
So kommen wir gegen Ende dann auch zum großen Problem des Films. Während man vorher über die Genrewechsel hinwegsehen konnte oder es gar als charmant bezeichnen konnte, so geht es hier in die Abstrusität über. Madisons Ex bekommt wieder einen Platz im Film und ab da werden die Charaktere etwas undurchsichtig und agieren teilweise so, dass man die vorherige Handlung – und gerade den guten Umgang mit der toxischen Beziehung – leider hinterfragen muss.
Gleichzeitig könnte das natürlich spannend wirken und dem Film noch einmal eine besondere Note geben, ich fand den Wechsel leider eher problematisch. Wenn man Madison eine andere Hintergrundgeschichte gegeben hätte, wäre es vielleicht etwas stimmiger gewesen, aber so eben nicht.
Final ist zu sagen, dass A Killer Romance schon zu einem der besseren Filme gehört, eigentlich auch eine unterhaltsame Geschichte erzählt, aber auch keins der erwähnten Genres richtig bedient. So habe ich wenig gelacht, wenig mitgefiebert und hatte auch mit einigen Plotteilen meine Probleme. So bleibt es leider eher bei Netter Versuch, statt wirklich gut zu sein.

Das Fazit

A Killer Romance hat eine gute Grundidee, verhaspelt sich aber in einem wilden Genremix, der nur bedingt funktioniert und leider am Ende auch problematisch wird, was die Themen angeht. Dafür gibt es 06 von 10 möglichen Punkten.

A Killer Romance läuft seit dem 04.07.2024 in den deutschen Kinos

 

To the Moon

Ein Vorwort

Ich bin überhaupt kein Fan von Verschwörungstheorien. Dennoch ist auch mir die ewige Frage, ob die Amis damals wirklich auf dem Mond gelandet sind, nicht an mir vorbei gegangen. Die Ankündigung eines Films, der bei der NASA angesiedelt ist und dennoch die Verschwörungstheorie mit einbaut, war mir zunächst suspekt, aber dann siegte meine Neugier. Und warum To the Moon ein voller Seherfolg war, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Im Zuge des Vietnamkriegs droht die NASA wertvolle Geldressourcen zu verlieren und so den Flug zum Mond nicht zu schaffen. Dafür wird Kelly Jones verpflichtet, die durch gut durchdachte Marketingtricksereien das Image ordentlich aufpolieren kann. Zeitgleich fühlt sie sich immer mehr zum ernsten Leiter des Projekts Cole Davis hingezogen. Doch die Regierung hält nichts von der Idee die Mondlandung live zu senden, falls es scheitert. Und so soll Kelly im Studio diese inszenieren. Nur, dass Cole davon absolut nichts erfahren darf.

Meine Meinung

Wie Eingangs erwähnt, war ich etwas skeptisch, was die Prämisse angeht. Als ich nach Hause kam, war ich so geflasht, dass ich meine wichtigsten Gedanken sofort notieren musste, damit ich beim Schreiben dieses Beitrags auch nichts vergessen würde. Nun steh ich vor der Herausforderung meine sehr wirren Notizen in einen sinnvollen Beitrag zu wandeln.
To the Moon stand vor der Herausforderung eine bekannte Geschichte, die bereits mehrfach auf alle möglichen Weisen verfilmt wurde, neu und innovativ zu erzählen. Und durch den Ansatz die zwei sehr verschiedenen Charaktere von Kelly als impulsive Marketingsexpertin und Cole als zurückhaltender Projektleiter aufeinander prallen zu lassen, funktioniert schon einmal sehr gut. Wir haben hier das typische Sunshine x Grumpy Trope, das ich persönlich aber sehr gern mag und hier auch voll auf geht.
Denn die Anziehung zwischen den beiden wird ab dem ersten Aufeinandertreffen klar kommuniziert und dann durch die unterschiedlichen Ansätze bei der Arbeit verkompliziert. Dennoch entwickelt sich die Geschichte der beiden nach und nach und auch, wenn der Fokus hier nicht unbedingt auf der Liebesgeschichte liegt, ist es doch eine der schönsten, die die Kinoleinwand in letzter Zeit zu bieten hatte.
Gleichzeitig wird die bekannte Geschichte auch noch einmal spannend erzählt. Denn hier geht es zwar auch um die technische Herausforderung, aber eben auch darum, wie das Projekt fertig finanziert werden konnte. So fiebert man mit, auch, wenn man genau weiß, worauf es hinausläuft. Ein großer Vorteil hierbei ist auch, dass es alles mit einem gewissen Augenzwinkern erzählt wird. So ist der Film unglaublich witzig, ohne es direkt darauf anzulegen. Keine lahmen Oneliner, die in Sitcoms Dosengelächter herausbeschworen hätte, keine groß angelegten Witze, die erst Minuten später zünden. Sondern einfach die Charaktere so gestaltet, dass es von ganz alleine witzig wird und dies auch über die gesamte Laufzeit gehalten werden kann.
Für Geeks gab es dann auch kleinere Schmunzler mit den Captain Kirk Gedächtnisshirts von Channing Tatum. Es mag der Mode von damals geschuldet sein, aber immer wieder, wenn ich ihn in diesen engen Shirts gesehen habe, musste ich an William Shatner denken. Zum Glück war das rote Shirt im großen Finale dann doch keine Prophezeiung. Aber dafür ist Tatum immer aus der Masse herausgestochen, was wohl der Hauptgrund der Kostümwahl war.
Man kann von Channing Tatum als Schauspieler halten, was man möchte. In To the Moon gibt er wirklich alles, was sein Repertoire herzugeben hat. Leider kommt er gegen eine Scarlet Johannsen damit nicht an, die hier wieder einmal beweist, wie sie spielerisch eine Bandbreite der Emotionen hergibt.
Zu guter Letzt noch ein paar Worte zur Eingangs erwähnten Verschwörungstheorie. Der Film spielt natürlich damit, dass es irgendwie die Studioaufnahmen doch gab, gleichzeitig wurde aber an der realen Mondlandung gearbeitet. Während ich anfangs schon skeptisch war, die Prämisse allein miteinzubauen, schafft der Film es jedoch so zu drehen, dass es wieder eine logische und schlüssige Handlung ergibt. Also für die Zweifler unter euch: Entwarnung!

Das Fazit

To the Moon ist ein rundum gelungener Film, der Historiendrama mit einer wirklich schönen Liebesgeschichte untermalt und von gut platziertem Humor getragen wird. Ein Film, bei dem ich mich schon auf einen Rewatch freue. dafür gibt es 09 von 10 möglichen Punkten.

To the Moon läuft seit dem 11.07.2024 in den deutschen Kinos