Über Shalima Moon

Mit Jahrgang 1993 hab ich es inzwischen auf süße 28 Jahre geschafft. Ursprünglich aus Braunschweig kommend, lebe ich inzwischen im schönen Brandenburg. Hauptberuflich bin ich Tourismuskauffrau, freizeitlich gehe ich leidenschaftlich gerne ins Kino oder backe meinem Freundeskreis ein wenig Hüftgold. Auf die Idee für den Blog kam ich, da ich wie gesagt leidenschaftlich gerne ins Kino gehe und regelmäßig von meinem Freundeskreis nach Filmempfehlungen gefragt werde. Anstatt ständig das gleiche zu erzählen, schreib ich es nun einmal auf und jeder kann es nachlesen. Natürlich bin ich mir bewusst, dass ich keine professionelle Kritikerin bin. Darum geht es bei diesem Blog auch gar nicht. Hier schreibe ich einfach nur meine Gedanken auf und gebe ein kurzes Feedback und hoffe damit Leuten bei der Filmwahl zu helfen.

Eine Handvoll Filme – 01/22

Da sind wir schon im August und es gab dieses Jahr noch nicht eine Handvoll Filme. Das sollten wir schnell ändern: Herzlich Willkommen zur ersten Ausgabe der filmischen Handvoll in diesem Jahr. Heute mit: einem Charadespiel, einer postapokalyptischen Stadt, einer Birnenplantage, dem Spiel mit der Besessenheit und einer knallharten Lobbyistin.

Charade

Die Handlung: Reggie Lampert will nach einem Skiurlaub eigentlich die Scheidung einreichen. Doch ihr Mann hat nicht nur das komplette Mobiliar verkauft, sondern wird auch ernordet. In der schweren Zeit suchen sie drei Männer heim, die auf der Suche nach etwas sind, dass Reggies Mann gehört hat. Sie findet unerwartet Hilfe in dem undurchsichtigen Peter Joshua.

Meine Meinung: Ich habe mir in diesem Jahr vorgenommen mal mehr aus der Filmografie von Audrey Hepburn zu sehen, da dort noch einige Klassiker lauern (ich kenne bisher nur Frühstück bei Tiffanys). Charade machte den Anfang. Der Film erzählt sich herrlich ruhig und bietet doch einiges an Spannung, da es ständig Wendungen gibt, die ich nicht vorhergesehen habe. Die ständige Frage, ob Peter Joshua nun Feind oder Freund ist, begleitet einen durch die 113 Minuten Laufzeit und bis zum Ende wusste ich nicht, was ich denken sollte oder nicht. Der ständige Wechsel zwischen Krimi, Thriller und Komödie tut sein übriges zur ganz eigenen Stimmung des Films. Dabei ist Hepburns Schauspiel zwar stark reduziert, doch passt sich perfekt der Stimmung des Films an. Cary Grant ist wohl der eigentliche Star des Films, der seine Rolle ständig wechselt und doch gleichbleibend spielt. Die Chemie zwischen ihm und der 25 Jahre jüngeren Hepburn ist herausragend und trägt einen Großteil zur einzigartigen Stimmung des Films bei.

S.U.M. 1

Die Handlung: im Jahr 2070 lebt die Menschheit unter der Erde. Überirdisch gibt es Kontrollposten, die Soldaten für je 100 Tage bewachen. S.U.M.1 ist einer von ihnen. Doch die Isolation und Monotonie führen zu Paranoia, die den Einsatz sichtlich erschweren. 

Meine Meinung: Abgesehen davon, dass ich Iwan Rheon gern in Filmen sehe, reizte mich hier auch die Ausgangsgeschichte mit dem Wortspiel im Titel. S.U.M. 1 ausgelesen heißt Someone (= (Irgend-)jemand), so dass der Titel schon darauf anspielt, dass der Protagonist absolut auswechselbar ist. Zunächst war ich auch unsicher, ob die Handlung sich wirklich über 95 Minuten halten kann. Doch von Anfang an schafft Regisseur Christian Pasquariello eine unter die Haut gehende Stimmung, die die langsam einsetzende Paranoia des Protagonisten untermalt und die Zuschauenden praktisch an die Bildschirm fesselt. Denn die ständige Frage, ob es wirklich Paranoia oder doch eine groß angelegte Verschwörung ist, zieht sich durch den ganzen Film. Durch die Nähe zum Protagonisten, den Iwan Rheon ausgezeichnet porträtiert, verschwimmt die Grenze dazu. S.U.M. 1 ist bei der Allgemeinheit ziemlich untergegangen, dürfte aber durchaus ein Geheimtipp sein.

Birnenkuchen mit Lavendel

Die Handlung: Louise führt nach dem Tod ihres Mannes seine Birnenplantage weiter. Diese wirft jedoch kaum Profit ab und so ist die alleinerziehende Mutter ziemlich verschuldet. Als sie den Pierre anfährt, nimmt sie ihn kurzerhand mit. Durch das Asperger-Syndrom fällt Pierre der Kontakt mit Menschen schwer, weswegen er sich auf der Plantage um so wohler fühlt. 

Meine Meinung: Französische Filme können durchaus funktionieren, doch hat es sich gerade in letzter Zeit entwickelt, dass die gleich angesiedelten Komödien noch am ehesten zu uns rübergesspült werden. Nicht so Birnenkuchen mit Lavendel. Hier haben wir eine ruhig erzählte Liebesgeschichte, die sich nebenbei mit den Themen alleinerziehende Mutter und Asperger befasst. Dabei geht sie gerade mit Zweiterem absolut respektvoll um, auch wenn sie sich von den vielen Facetten vor allem auf die Übersensibilität konzentriert. Mit Loiuse haben wir eine Protagonistin, die wir mit ihrer Überforderung durchaus nachvollziehen können, was sie nahbar macht, auch wenn sie nicht die durchgehende Sympathieperson ist. Im Prinzip hab ich mich bei diesem Film im französischen Sommer verloren, mit den Charakteren mitgefiebert und mich einfach der Stimmung hingegeben. Dabei erzählt der Film gleichzeitig eine große zusammenhängende Geschichte und unzählige kleine, so dass eine interessante Mischung entsteht. Es geht irgendwie im die Birnenplantage, um Louises Kummer, die Rebellion der Tochter, Pierre und seine Geschichte und um so viel mehr. Dabei ist Birnenkuchen mit Lavendel wohl kein Film, der wahnsinnig lange im Gedächtnis bleibt, der einem aber beim Sehen eine schöne Zeit beschert.

Vertigo

Die Handlung: Nach einer missglückten Verfolgung scheidet der Polizist John „Scottie“ Ferguson aus dem Dienst aus. Als er seinen alten Schulfreund Gavin Elster trifft, bittet dieser ihn seine Frau zu beschatten, da diese von ihrer verstorbenen Urgroßmutter besessen zu sein scheint. Doch mit seinen Gefühlen für Madleine hat Scottie nicht gerechnet.

Meine Meinung: Neben den Audrey Hepburn Klassikern habe ich mir auch vorgenommen, mehr Alfred Hitchcock Filme zu schauen. Nachdem letztes Jahr Die Vögel mein erster Hitchcock wurde, durfte nun Vertigo nachziehen. Ich glaube das Problem ist, dass mich der Film auf dem komplett falschen Fuß erwischt hat. Während ich die erste Hälfte sehr genossen habe, riss mich die zweite komplett raus, einfach weil ich nicht erwartete, dass sie überhaupt existiert. Bis zum wirklichen Ende kam es mir vor, als würde der Film das Ende nur künstlich hinauszögern, da ich die Wendung einfach nicht verstanden hatte. Im Nachhinein finde ich es schade, denn das Ende konnte mich wirklich noch einmal überraschen. So war es zunächst eine schöne Mysterygeschichte, wo man nicht wusste, ob es sich hier wirklich um Besessenheit handelt oder nicht und wandelte sich dann nochmal zu etwas ganz anderem. Schauspielerisch war der Film auf jeden Fall top! Wahrscheinlich werde ich ihn irgendwann nochmal schauen und dann auch mehr genießen können.

Die Erfindung der Wahrheit

Die Handlung: Elizabeth Sloane ist Lobbyistin und hat einige erfolgreiche Kampagnen für Cole Kravitz & Waterman geleitet. Doch beim Thema Waffenkäufe wechselt sie unerwartet das Lager und steigt bei einem kleinen Konkurrenten ein. Damit tritt sie einen Wettlauf los, bei dem einige schmutzige Mittel eingesetzt werden.

Meine Meinung: Eigentlich sind solch politische Filme gar nicht meins. Auch Lobbyarbeit finde ich sehr anstrengend zu sehen. Aber die vielen guten Kritiken haben mich dann doch neugierig werden lassen. Und tatsächlich konnte mich Die Erfindung der Wahrheit überzeugen. Denn auch wenn es viele Elemente vereint, die mich normalerweise vom Genre zurückschrecken lassen, harmonieren sie hier gut und bauen sich spannend auf. Vielleicht waren es ein paar zu viele Wendungen drin und Sloane schafft es einmal zu oft noch einen Trumpf in der Hinterhand zu haben, aber das ist Meckern auf sehr hohem Niveau. Vor allem Jessica Chastain zeigt hier wieder einmal, warum sie zur oberen Schauspielliga gehört. Ihre Sloane ist knallhart, darf aber auch in ruhigen Minuten Schwäche zeigen. Das schafft sie durch kleinste Nuancen in ihrem Spiel und begeistert in jeder einzelnen Szene. Doch auch der restliche Cast weiß zu überzeugen. Das Skript ist intelligent geschrieben und weiß einen durchgehend mitzureißen. Auch wenn man nichts mit politischen Thrillern anfangen kann, lohnt dieser Film einen Blick.

Habt ihr einen der Filme gesehen? Wie fandet ihr sie?

Der Gesang der Flusskrebse

Ein Vorwort

Zwischen all den Franchises, Reboots, Remakes und Co stiehlt sich ab und an dann doch die ein oder andere Buchverfilmung. Nachdem Bullettrain diesen Monat schon ganz gut funktioniert hat, gibt es diesmal eine Buchverfilmung aus einem ganz anderen Genre. Warum Der Gesang der Flusskrebse mehr bietet als hübsche Naturaufnahmen, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Kya Clark (Daisy Edgar-Jones) lebt allein in der Marsh, einer Sumpflandschaft in North Carolina. Von der Familie zurückgelassen, muss sie irgendwie überleben. Dabei findet sie in wenigen helfenden Hände Freundschaften und vielleicht auch Liebe. Doch Ende der 1960er Jahre wird sie eines Mordes beschuldigt.

Meine Meinung

Der erste Trailer von Der Gesang der Flusskrebse ließ auf eine Kriminalgeschichte schließen, die mit einer Einsiedlergeschichte unterstrichen wurde. Mein bester Freund, der das Buch gelesen hatte, sah daher schwarz für den Film, da es so gar nicht der Essenz des Buches entsprach, das sich mit dem Leben des „Marsh-Mädchens“ befasste. Mit einem dementsprechend kritischen Blick und doch irgendwo einer gewissen Faszination für den Film ging ich hinein und kann sagen, dass hier eine gute Balance gefunden wurde – auch mein bester Freund bestätigte inzwischen, dass der Film sehr Buchnah sei.
So beginnt der Film mit dem Leichenfund. Schnell wird die vermeintliche Mörderin festgenommen. Wir lernen eine Kleinstadt voller Vorurteile kennen, erst danach lernen wir Kya kennen. Nach und nach wird in Form von Rückblenden ihr Leben erzählt, nur ab und an unterbrochen von der Gerichtsverhandlung.
Dabei entsteht ein sehr ruhig erzählter Film, der wohl alle enttäuscht, die auf einen spannenden Kriminalfall spektuliert hatten, aber genau das Richtige für Fans der auserzählten Charakterfilme ist. Denn Kya ist ein sehr interessanter Charakter und die Stationen in ihrem Leben sind gleichzeitig ergreifend, entsetzend und gehen dabei ganz tief unter die Haut. So schafft es der Film ganz ruhig eine Geschichte von vorne bis hinten zu erzählen und dabei trotz wenig Spannung keine Langweile entstehen zu lassen.
Der Gesang der Flusskrebse ist einer dieser Filme, die einem allein durch die unglaublich schönen Naturaufnahmen und die erzeugte Atmosphäre in einer ganz besonderen Stimmung schwelgen lässt. Bei der Geschichte bleibt wohl kein Auge trocken, auch wenn der Film die Themen ganz ruhig erzählt und keineswegs mit Absicht auf die Tränendrüse drückt. Untermalt wird das Ganze von dem wunderbar reduzierten Schauspiel aller Akteure. Mit Daisy Edgar-Jones wurde eine perfekte Kya gefunden, deren Entwicklung nachvollziehbar dargestellt wurde.
Das Ende ist dann zum einen wunderbar rund und erzählt die Geschichte bis zum Ende, lässt aber doch eine Frage offen, was nicht jedem Kinogänger passen dürfte. Zumindest bleibt der Film so in Erinnerung und sorgte auch nach Zufall des Vorhangs noch für ordentlich Gesprächsbedarf (im positiven Sinne).

Das Fazit

Der Gesang der Flusskrebse vereint ruhig erzählte Charakterstudie mit wunderschönen Naturaufnahmen und einer ergreifenden Geschichte. Haltet die Taschentücher bereit und stellt euch darauf ein komplett in dem Film zu versinken. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.

Der Gesang der Flusskrebse läuft seit dem 18.08.2022 in den deutschen Kinos

Ms. Marvel

Ein Vorwort

Marvel produziert derzeit nicht nur Filme, sondern auch Serien am laufenden Band, so dass man kaum noch hinterherkommt. Neben Captain Marvel als Film rund um Carol Danvers, gibt es nun in Serienform auch Miss Marvel. Wie das funktioniert, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Kamala Khan (Iman Vellani) ist 16 und lebt in Jersey City. Ihre Familie stammt aus Pakistan und kann daher ihre Faszination für ihr großes Vorbild Captain Marvel nicht nachvollziehen. Als sie für eine Comic Convention ihr Cosplay etwas aufpeppen will und einen alten Armreif aus ihrer Familie umlegt, hat sie auf einmal Superkräfte. Doch diese wollen kontrolliert werden.

Meine Meinung

Direkt nach Veröffentlichung der ersten Episode kam der große Aufschrei. Eine Muslimin sollte eine Superheldin im MCU werden? Rassistische Propaganda rief dazu auf, die Serie schlecht zu bewerten. Dabei ist es doch genau diese Vielfalt, die das MCU so lebendig macht. Denn die Auseinandersetzung mit dem Thema der indisch-pakistanischen Teilung und wie Familien dadurch getrennt wurden, hatte ich so auch noch nicht und fand es gut eingearbeitet.
Das die Serie an ganz anderer Stelle krankt, ist hier erstmal zweitrangig. Denn die Aufarbeitung des Themas, dass Muslime angeblich keine Superheld*innen sein können, erfolgt bereits im Laufe der Serie und eine kleine Geschichtsstunde inklusive der noch immer spürbaren Folgen der Trennung werden gut eingearbeitet.
Mit Kamala Khan haben wir zwar eine sehr junge, aber dafür auch eine sehr nahbare und nachvollziehbare Protagonistin bekommen. Ihre Begeisterung zu Captain Marvel und die langsame Entwicklung mit dem Entdecken ihrer Kräfte ist gut umgesetzt und hat eigentlich Neugier auf mehr geweckt.
Leider funktioniert die Serie über die Dauer der sechs Episoden so gar nicht. Vielleicht wäre ein schöner Film draus geworden, aber hier merkt man, wie wieder alles und nichts in die Serie gequetscht wurde. Denn so wirklich einen roten Faden gibt es nicht. Funktionieren die ersten beiden Folgen erstaunlich gut, geht es danach immer weiter bergab. Antagonisten werden geheimnisvoll eingeführt, nur um sie zugleich als Überbedrohung zu zeigen. Dann gibt es ein schnelles Hin und Her, Verbündete kommen und gehen, ein schneller Abstecher nach Pakistan, wieder zurück in die USA, neuer Antagonist wird geschaffen, eben noch schnell eine völlig überflüssige Regierungsorganisation mit reingeschoben, die zwar für den Endkampf sorgt, deren Motive aber so banal und einfach nur dumm und unnachvollziehbar sind, dass man sich zwischenzeitlich nur an den Kopf greifen kann, was hier für ein Blödsinn verzapft wurde. Statt sich auf eine Sache zu konzentrieren und diese auszuerzählen (was wohl in einem Film passiert wäre, da dort für mehr kein Platz gewesen wäre), werden tausend Sachen angefasst, oberflächlich abgearbeitet und unbefriedigend weggeschoben.
Dadurch platzt die Serie vor Logiklöchern, die Charaktere bleiben platt und eindimensional. Es gibt nach dem Anfang keinerlei Entwicklung mehr, es scheint fast, als wollte Marvel einfach nur den Charakter eingeführt haben und  weil sie für Disney+ nur Serien produzieren, musste es partout eine Serie werden. Schade, bietet die Grundidee doch genug Anreiz, um die Thematik auszuspielen.
Bleibt nur zu hoffen, dass das MCU noch die Kurve kriegt, denn nach einem auf und ab im letzten Jahr, gab es bisher nur Enttäuschungen. Es bleibt abzuwarten, was die weiteren angekündigten Serien und Filme bringen, aber Phase 4 ist aktuell vollkommen überladen mit lustlos produzierten Filmen und Serien.

Das Fazit

Ms. Marvel kommt über eine gute Grundidee zur Inklusion nicht hinaus und scheitert an tausend losen Handlungsfäden, die nirgendwo hinführen. Trotz sympathischer Protagonistin ist die Serie wohl eher ein Reinfall.

S(e)oul Duett

Ein Vorwort

Ich greif ja gern mal zu einem guten New Adult Buch. Als ich hörte, dass dieses auch noch in Korea spielt und keinen K-Pop Bezug hat, wusste ich, ich musste es haben. Warum ich die Reihe bedingungslos weiterempfehlen kann, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Blue S(e)oul Nights

Die Handlung: Nach dem Tod ihres Vater sucht Jade nach einem Neuanfang. Sie bekommt ein Jobangebot als Englischlehrerin in Korea und lässt ihr altes Leben hinter sich. In Seoul findet sie nicht nur neue Freunde, sondern lernt auch Hyun-Joon kennen. Und auch, wenn beide nur wenig Zeit haben, kommen sie sich langsam näher.

Meine Meinung: Sehnsuchtsziel Korea aus der Perspektive der Protagonistin Jade kennenzulernen, die sich dort langsam aber sicher einlebt, war eine schöne Abwechslung zum Setting in den USA und auch war es mal keine Universität, sondern verschiedene Stellen. Die Liebe zur Kunst und zur Fotografie werden hier vereint und zusammen mit den wunderbaren Protagonist*innen Jade und Hyun-Joon erleben wir eine zauberhafte Geschichte. Allerdings auch eine Geschichte mit ernsten Themen, die Triggerwarnung ist ernstzunehmen. Denn Autorin Kara Atkin schafft es die Balance zwischen ernsten Themen und leichter Liebesgeschichte zu schaffen und holt einen von der ersten Seite an ab. Die Geschichte baut sich relativ langsam auf, so dass wir viel Zeit haben die beiden kennenzulernen. Auch wenn es im Bereich New Adult angesiedelt ist, wirken die Protagonist*innen wesentlich reifer, da sie einige schmerzliche Erfahrungen schon machen mussten, die sie prägten. Der leichte Schreibstil lässt einen nur so durch die Seiten fliegen. Das Ende ließ mich dann doch sehr unzufrieden zurück, weswegen ich den zweiten Band kaum erwarten konnte.

Achtung, die Inhaltsangabe von Band 2 spoilert das Ende von Band 1!

Golden S(e)oul Days

Die Handlung: Nach drei Jahren in Singapur reist Jade zurück nach Korea. Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen trifft sie wieder auf Hyun-Joon und ihre Gefühle kehren heftiger zurück als zuvor. Doch nach seiner Zeit beim Militär hat er sich geändert. Gibt es für beide eine gemeinsame Zukunft?

Meine Meinung: Das Ende von Band 1 hat mich ziemlich unbefriedigt zurückgelassen, wusste man doch nicht, wie die finale Entscheidung der beiden ausfiel. In Band 2 werden wir dann direkt in die Zeit drei Jahre später katapultiert und erfahren nach und nach, was zwischen den Bänden passiert ist. Der zweite Band ist wesentlich schwerer, da auch hier die ernsten Themen (auch hier unbedingt auf die Triggerwarnung achten!) nochmal deutlich zunehmen. Und auch, wenn die Lockerheit der Liebesgeschichte aus dem ersten Band fehlt, habe ich jede Seite aufgezogen, habe mitgefiebert und war mir doch uneinig, was ich von den Veränderungen gerade bei Hyun-Joon halten sollte. Doch nach und nach klärt sich alles auf und sein Verhalten wird immer nachvollziehbarer. Auch hier trägt der leichte Schreibstil durch die Geschichte und die Hoffnung auf ein Happy-End hält einen am Ball. Die Geschichte findet einen runden Abschluss, doch auch danach bleibt die Sehnsucht nach dem Land und eine kleine Traurigkeit, da ich mich von den Charakteren verabschieden musste.

Das Fazit

Das S(e)oul Duett überzeugt durch einen leichten Schreibstil, das Sehnsuchtsziel Korea und tolle Charaktere. Eine schöne Liebesgeschichte vor allem in Band eins geht in eine Auseinandersetzung mit wichtigen Themen in Band 2 über. Eine schöne New Adult Reihe, die mir noch lange im Gedächtnis bleiben wird.

Bullettrain

Ein Vorwort

Von den Machern von Deadpool 2 ist vielleicht nur bedingt ein Qualitätsmerkmal, aber allein der Trailer für die Buchverfilmung sah aus wie eine gesunde Mischung aus Action, Dialogen und Humor. Ich war angefixt, aber skeptisch, ob das Niveau über einen ganzen Film gehalten werden konnte. Wie spielerisch Bullettrain dies umsetzt, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Ladybug (Brad Pitt) bekommt den Auftrag in einem Shinkansen einen Aktenkoffer voll Geld zu stehlen. Doch in diesem Zug sind noch einige andere Personen aus verschiedenen Motiven, die alle unterschiedliche Ziele haben. Doch eins ist gewiss: Der weiße Tod wartet in Kyoto.

Meine Meinung

Filme in Zügen haben bekanntlich ein Problem. Es geht nur nach vorne oder nach hinten, aber der Platz ist begrenzt und ein Zug endet auch irgendwann. Filme wie Train to Busan oder auch ein Snowpiercer (der an ganz anderen Stellen gescheitert ist) haben jedoch bewiesen, dass dies nicht unbedingt ein Nachteil sein muss. So zieht uns Bullettrain direkt nach Fernost und in einen hochmodernen Shinkansen. Das Setting in Japan ist hier allerdings relativ egal, da die Gäste international sind und es wohl lediglich darum ging einen Zug zu haben, der sehr schnell und sehr pünktlich fährt (also fiel Deutschland als Setting schonmal raus).
Wir begegnen zunächst Ladybug, der uns wie aus dem Trailer bekannt von seiner neuen Einstellung erzählt und dann feststellt, dass er wieder einen Auftrag hat, bei dem er auf eine Waffe nicht verzichten sollte. Kaum im Zug angekommen, häufen sich die ersten Probleme. Nach und nach lernen wir auch die anderen Akteure kennen, erfahren ein wenig von ihrer Geschichte (ob vollständig oder nicht) und lernen ihre Motive kennen. Was wir nach der fröhlichen Vorstellungsrunde zu wissen glauben, wird im Laufe des Films mehrfach auf die Probe gestellt. Kleinere Rückblenden oder das Einführen weiterer Charaktere steigert den Spannungsgrad.
Die wunderbare Kombination aus Spannung, Action, Humor und Dialogen sorgt dafür, dass Bullettrain ein Spaß auf ganzer Linie wird. Zwischen den gut choreographierten Kämpfen – hier merkt man, dass Regisseur David Leitch am ersten John Wick mitgewirkt hat – gibt es immer diese Atempausen, die aber durch die Dialoge stets gut gefüllt sind.
Bis zum Ende bleibt es ein Katz und Maus Spiel und auch wenn man glaubt, das meiste durchschaut zu haben, gibt es immer wieder Wendungen und neue Informationen, mit denen vorher keiner gerechnet hat. Der ausgezeichnet ausgewählte Cast tut sein übriges zu diesem Film, der 127 Minuten Sehvergnügen bietet.
Wem John Wick gefallen hat, wird die Action hier lieben. Wer den Humor aus Deadpool mochte, wird sich hier wiederfinden, auch wenn die Dialoge hier noch mal ein ganz anderes Niveau erreichen. Wer ein gut gecastetet Schauspieler*innenensemble sucht, ist hier genau richtig. Kurzum: Bullettrain ist auf dem besten Weg zum Jahreshighlight.

Das Fazit

Bullettrain bietet gut choreographierte Action, ein tolles Setting, einen gut ausgesuchten Cast, ist spannend, humorvoll und einfach komplett rund. Ein Actionfilm mit spannendem whodunnit und humorvollen Dialogen. Dafür gibt es 09 von 10 möglichen Punkten.

Bullettrain läuft seit dem 04.08.2022 in den deutschen Kinos

Sandman

Ein Vorwort

Neil Gaiman ist in der Regel ein Garant für gute Stories, stammen doch Werke wie Good Omens, American Gods oder auch Coraline aus seiner Feder. Als Netflix dann die Verfilmung seiner DC Comics ankündigte, war ich mehr als gehyped. Und nun war es soweit und die erste Staffel wurde veröffentlicht und ich konnte es mir nicht nehmen sie innerhalb von zwei Tagen durchzubingen. Warum die Serie absolut grandios ist, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Dream (Tom Sturridge), einer der Ewigen und zuständig für die Traumlande, wird von einem Zauberer (Charles Dance) gefangen genommen. Hundert Jahre später kann er sich befreien und steht vor den Trümmern seines Reiches, dass er nun wieder aufbauen muss.

Meine Meinung

Es gibt wenige Serien, die mich von Minute eins an absolut fesseln können. Meistens braucht es doch zumindest eine Folge, damit ich in die Handlung reinkomme oder mich mit den Charakteren anfreunden kann. Nicht so bei Sandman. Allein die ersten Szenen sind optisch schon ein absoluter Traum (Wortspiel beabsichtigt), dass ich mich komplett verloren habe. Selbst wenn alles danach mich nicht überzeugt hätte, stand schon fest, dass Netflix hier zusammen mit Warner Brothers keine Mühen und Kosten gescheut hat und optisch einiges aufgetragen hat.
Glücklicherweise passte aber auch der Rest wunderbar gut zusammen. Mir fehlt der Vergleich, inwieweit die Handlung den einzelnen Bänden der Comic Vorlage entspricht, doch es wirkt wie zwei Bände in einer Staffel, haben die erste und die zweite Hälfte andere thematische Schwerpunkte in der Handlung. Dennoch geht es im Groben um Dreams Abwesenheit und wie er das Traumreich nach seiner Rückkehr wieder aufbaut. Unterwegs tauchen verschiedene Charaktere auf, die teilweise später noch einmal Relevanz haben, teilweise aber auch nicht, so dass es sich anfühlt wie ein großer Handlungsbogen und doch wirken die Einzelfolgen mehr oder weniger in sich geschlossen. So bleibt es durchgehend spannend ohne sich von einem Cliffhanger zum nächsten zu hangeln.
Die Grundstimmung ist vergleichsweise ruhig, aber nicht einschläfernd, was bei American Gods irgendwann zu einem Problem wurde. Szenen werden ausgespielt, dennoch gibt es genug Tempo, um das Spannungsniveau zu halten. Neben den sehr ernst aufgezogenen Themen gibt es aber auch immer wieder kleine Schmunzeleinheiten, wie der Rabe Matthew oder der Disput zwischen Kain und Abel.
Sandman vereinigt auf herrliche Weise ein neu gebautes Universum, aber auch bekannte Elemente aus Religion und Mythologie und bietet immer wieder Feinheiten zum Entdecken. Auch wenn viele Nebencharaktere vorhanden sind, werden diese so gut vorgestellt, dass man sich die wichtigsten gut merken kann (wenn auch nicht unbedingt alle Namen).
Auch schauspielerisch hat die Serie einiges zu bieten. Patton Oswalt, Charles Dance, Jenna Coleman, David Thewlis und viele mehr reihen sich hier aneinander. Während mir Hauptdarsteller Tom Sturridge bisher eher unbekannt war, liefert er hier eine sehr solide Leistung ab und passt einfach perfekt in die Rolle des Sandman, nur ausgestochen von Boyd Holbrook als der Korinther. Eher enttäuschend ist diesmal Gwendoline Christie, deren Luzifer absolut blass bleibt und sehr uninspiriert wirkt. Gerade von ihr hätte ich in der Rolle wesentlich mehr erwartet und so war auch die Folge mit ihr am enttäuschendsten, wenn auch noch immer auf einem sehr guten und hohen Niveau. Dies bleibt aber auch der einzige kleine Kritikpunkt, den ich an der ganzen Serie hatte.
Zum Schluss bleibt nur noch eine wichtige Frage: Wann kommt Staffel 2?

Das Fazit

Sandman dürfte das Serienhighlight des Jahres sein. Allein optisch schon ein absoluter Traum, Handlung und Charaktere können komplett überzeugen und es bietet einfach von allem etwas: Spannung, Humor, Fantasy, guter Weltenbau. Was soll ich sagen: Schaut euch diese Serie an.

Anime Special: Sing a bit of harmony (OmU)

Ein Vorwort

Mit Belle erreichte uns dieses Jahr bereits ein musikalischer Anime in einem Special. Während dies eine moderne Social Media Interpretation von die Schöne und das Biest war, befasst sich Sing a bit of harmony mit der Frage nach künstlicher Intelligenz. Wie das funktioniert, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Satomi lebt in einer Modellstadt, wo künstliche Intelligenz getestet wird. Roboter sind in ihrem Alltag fest integriert. Ihre Mutter steht kurz vor dem Abschluss eines wichtigen Projekts und hat daher wenig Zeit. Als mit Shion eine neue Mitschülerin auftaucht, die auf Satomis Glück aus ist, steht die Welt Kopf. Doch dann findet Satomi mit ihrem Freundeskreis heraus, dass Shion das neue Projekt der Mutter ist.

Meine Meinung

Die Frage, welche Auswirkungen künstliche Intelligenz auf unser Leben hätte, wurde bereits in vielen Filmen aufgegriffen. Auch, ob wir ab einem gewissen Punkt noch KI von realen Menschen unterscheiden könnten, war oftmals Thema. Meist jedoch in einer düsteren Dystopie oder zumindest mit dem erhobenen Finger. Sing a bit of harmony schlägt hier einen neuen Weg ein. Denn auch, wenn die Ausgangsfrage eine ähnliche ist, unterscheidet sich doch die Herangehensweise.
Zunächst lernen wir Satomi kennen, die mit ihrer Mutter zusammenlebt und offensichtlich mit viel Technik im Haus ausgestattet ist. In der Schule eher isoliert und von ihren Mitschüler*innen abschätzig gemustert, taucht eine neue Mitschülerin auf. Schnell stellt sich heraus, dass es sich bei Shion um eine KI handelt. Es entwickelt sich darum ein Freundeskreis und die Frage nach dem Glück steht im Mittelpunkt. Eher am Rand geht es um die KI. Dies ändert sich im Laufe des Films, denn Shion wird immer übermütiger bei ihrem Versuch Satomi glücklich zu machen.
Der Film nähert sich dem eigentlich Thema sehr langsam und greift vorher noch die Bereiche Freundschaft, Glück und Liebe ab. Dennoch bleibt irgendwann die Frage: Wie weit kann eine KI gehen, bevor es gefährlich wird. Das Ganze allerdings verpackt in eine feuchtfröhliche Komödie mit herzerwärmenden Charakteren und tollen Gesangseinlagen. Auch im großen Finale geht es noch mehr um die Freundschaft als um tiefgreifende KI Themen, was herrlich erfrischend ist. So fehlt dem Film zwar ein wenig die Tiefe des Themas, was aber auch gar nicht schlimm ist, weil der Film es gar nicht darauf anlegt. Stattdessen ist es einfach ein schöner Film, der gerade gegen Ende ziemlich spannend wird.
So konnte mich der Film auch als Nicht-Anime-Fan (wobei ich den Titel wohl langsam abgeben muss, näher ich mich dem Genre doch immer näher an) überzeugen. Ein paar kleinere Ruckler, die aber das Sehvergnügen keinesfalls einschränken, waren vorhanden, aber im Großteil ein schöner runder Film.

Das Fazit

Sing a bit of harmony ist ein kleiner, aber feiner, Anime mit einigen Musikeinlagen, einer tollen Geschichte über Freundschaft und Glück und liebevollen Charakteren. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.

Sing a bit of harmony lief am 26.07.2022 in den deutschen Kinos

When we Dream – Fall – Hope

Ein Vorwort

Als ich den ersten Band auf meine 21 für 2021 Liste packte, ahnte ich nicht, dass ich etwas über ein Jahr später durch diverse K-Dramen wesentlich intensiver in der koreanischen Kultur und auch das Phänomen K-Pop wesentlich besser verstehen konnte. So konnte ich die beiden Folgebände in diesem Jahr noch wesentlich mehr genießen. Wie mir die Reihe darüber hinaus gefallen hat, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

When we Dream

Die Handlung: Ella lebt seit dem Tod ihrer Eltern mit ihren beiden Schwestern zusammen in Chicago. Sie liest viel und zieht sich aus der Außenwelt zurück. Dann lernt sie Jae-Yong kennen. Beide haben sofort einen Draht zueinander. Doch Jae-Yong ist ein weltweit berühmer K-Pop-Star. Und sein Vertrag verbietet ihm eine Freundin zu haben.

Meine Meinung: Den ersten Band habe ich Ende letzten Jahres gelesen und hatte ihn mir nur wegen der ganzen positiven Rezensionen zugelegt. Mit K-Pop konnte ich wenig anfangen, aber das ist bei dem Werk  auch gar nicht schlimm, denn im Prinzip könnte es auch ein Rockmusiker oder ähnliches sein, es geht primär um die verschiedenen Welten, Paparazzi und die Vorteile und Bürden des berühmten Lebens. Aber dennoch eben anders und neu und mit einer schönen Portion koreanischer Kultur (auch wenn die in den Folgebänden noch stärker wird). Der Schreibstil ist sehr leicht und flüssig zu lesen und so bin ich schnell in dem Buch versunken und konnte es fast nicht mehr aus den Händen legen. Da es diesmal in allen drei Bänden um das gleiche Paar geht, war mir klar, dass es mir etwas dramatischem enden musste, aber hier hat es mich nicht gestört. Normalerweise mag es nicht, wenn Liebesgeschichten sich zu lange ziehen und zu viele Wendepunkte haben, aber hier war es gut ausgearbeitet und das Kennenlernen ist langsam von statten gegangen und auch die Gefühle haben sich langsam aufgebaut, was mir gut gefallen hat. Die Charaktere waren sehr sympathisch, auch wenn man bei der ein oder anderen Sache ein Auge zudrücken musste (Ihre kleine Schwester ist ein riesen NXT Fan und Ella kennt nicht einen der Mitglieder?).
Da die Folgebände auf diesem aufbauen sind kleine Spoiler gerade in der Inhaltsangabe nicht zu vermeiden. Wer also gar nicht mehr wissen möchte, sollte hier aufhören zu lesen.

When we Fall

Die Handlung: Ella und Jae-Yong sind nach dem Skandal in New York getrennt. Doch beide kommen damit nicht gut klar. Zaghaft bauen sie ihren Kontakt wieder auf, doch die Probleme bleiben die gleichen. Schaffen sie es diese zu überwinden? 

Meine Meinung: When we fall ist zwar im großen und ganzen ein typischer Mittelband, der den Bogen zwischen Aufbau in Band eins und Finale in Band 3 schließen muss, aber trotzdem hat es sich nicht wie ein reiner Füllband angefühlt. Er hatte genug eigene Handlung, um eine Daseinsberechtigung zu haben und baut die Beziehung zwischen Ella und Jae-Yomg langsam und realistisch wieder auf. Den zweiten Band habe ich im Mai diesen Jahres gesehen, als ich bereits mitten im K-Drama Fieber war und daher auch vermehrt K-Pop gehört habe. War es für mich vorher in Band 1 nicht störend, war die Thematik jetzt ein großer Pluspunkt für mich. Man merkt, dass sich die Autorin mit der Branche befasst hat und neben den positiven Seiten, eben auch die Schattenseiten aufzeigt. Die Geschichte konnte mich noch immer mitreißen und so flog ich nur die Seiten.

When we Hope

Die Handlung: Ella und Jae-Yong sind sich in den letzten Wochen wieder näher gekommen. Doch noch immer trennen sie tausende von Kilometern und auch sein Management ist noch strikt gegen die Beziehung. Können sie alle Hindernisse überwinden und ihr gemeinsames Glück finden?

Meine Meinung: Auch im dritten Teil wurde es noch einmal spannend. Wir lernen endlich Jae-Yongs Leben in Korea kennen, es wird noch einmal dramatisch mit dem Management und einige andere Hindernisse gilt es zu überwinden. Als Abschluss der Reihe funktioniert der Band sehr gut und auch wenn die Geschichte schon zwei Bände dauert, sind keine Längen vorhanden, es gibt genug Handlung und die Geschichte ist einfach nur toll. Vor allem merkt man auch die Entwicklungen nicht nur in der Beziehung, sondern auch der Charaktere allgemein. Ich mochte die Schwesterndynamik, die Dynamiken innerhalb von NXT und konnte auch Band 3 nicht mehr aus der Hand legen. Ein schöner Abschluss einer unvergesslichen Reihe, die einen großen Platz in meinen Herzen bekommt.

Das Fazit

Ob K-Pop Fan oder nicht, die Geschichte ist einfach nur zuckersüß, tolle Charaktere, der Aufbau hat gut über drei Bände funktioniert und der Schreibstil war super flüssig. Ich habe die Bände nur inhaliert.

 

Death Note – Anime

Ein Vorwort

Nachdem ich neulich (okay, ich hab nachgeschaut, es war schon im April) über die Mangas zu Death Note gesprochen habe, habe ich im Nachgang die Anime-Serie dazu gesehen. Ob die Adaption gelungen ist und wie mir die Serie gefallen hat, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Light Yagami findet das Death Note des Todesgott Ryuk. Dieser hat sich in der Welt der Todesgötter gelangweilt und sucht nun Zerstreuung. Light hingegen ist von den Möglichkeiten des Death Note fasziniert. So fängt er fortan an damit gezielt Morde an Verbrechern auszuüben. Das ruft die Polizei weltweit auf den Plan. Auch Lights Vater, der bei der japanischen Polizei arbeitet, wird auf den Fall angesetzt. Doch erst als der mysteriöse L auftaucht, scheint er Light auf die Spur zu kommen.

Meine Meinung

Da Death Note meine erste Managreihe war, die ich vollständig gelesen habe, ist auch die Serie die erste, die ich nachdem ich die Mangas gelesen habe, gesehen habe, aber nicht meine erste Anime-Serie allgemein. Nachdem ich zuvor Attack on Titan durchgesuchtet hatte, war Death Note deutlich ruhiger erzählt. Aber beginnen wir am Anfang.
Wie auch im Manga lernen wir zunächst Ryuk und die Welt der Totengötter kurz kennen. Dann treffen wir direkt auf Light, der das Death Note findet. Nach und nach erlernt er die Funktionsweise und macht einige Tests. Nach und nach baut sich die Serie auf und bleibt dabei sehr stark an der Mangavorlage. Ganz gemächlich wird alles aufgebaut und ausgespielt. Doch während das in der Vorlage noch gut funktionierte, da die meiste Handlung über Dialoge wiedergegeben wird, fehlt es dem Anime schnell an Spannung, bietet er durch die vielen Dialoge doch kaum Mehrwert. Während bei anderen Animes die Action, die in den Mangas nicht so rüberkommt – gerade Attack on Titan gewinnt dadurch einiges an Dynamik – besser in Szene gesetzt werden kann, gibt es hier kaum Unterschiede. Das bedeutet nicht, dass der Anime per se schlecht ist, eher, dass man nicht beides lesen/schauen muss.
Die Folgen sind auf zwei Boxen mit je drei Blurays aufgeteilt. Doch am Ende der ersten musste ich etwas stutzen, den die Handlung war noch nicht bei der Hälfte angekommen. Auch danach ließ sie sich weiter viel Zeit, wurde es doch immer enger noch alles unter zu kriegen. Das wird dem Finale dann auch zum Verhängnis, musste hier alles wesentlich schneller durchgespielt werden, um noch alle wichtigen Schritte unterzubekommen. Dadurch wirkt es eher gehetzt, wo es vorher vielleicht zu ruhig war. Klar sind viele mit dem Wendepunkt nach ca der Hälfte der Mangas nicht zufrieden, dies jedoch dann so schnell abzuarbeiten, fand ich schwierig.
Auch das Ende selbst wurde dann leicht abgewandelt, was irgendwie die finale Wendung ein bisschen abmildert, auch wenn es hinten ran nochmal umgesetzt wurde. Kann man runder finden, mir hat es ein bisschen die finale Spannung genommen.
Grundsätzlich der Animationsstil war aber gut umgesetzt, auch wenn ich Lights Charakter ein wenig zu stark in Szene gesetzt fand. Gar nicht  gefallen, haben mir die Intros, aber das ist wohl Geschmackssache.

Das Fazit

Death Note funktioniert als Anime nicht so gut wie als Manga, da die Geschichte stark dialoglastig ist und dies im Anime keinen Mehrwert bietet. Ansonsten ist es fast eine 1:1 Umsetzung, außer das die zweite Hälfte ein bisschen zu gehetzt erzählt wurde.

Rückblick auf den Juli 2022

Ein sehr warmer Monat ist vorbei. Ob die Hitzewelle wirklich überstanden ist, darüber will ich hier gar nicht spekulieren. Auf jeden Fall war es in den Kinos gut klimatisiert, allerdings merkt man hier das Sommerloch. Und irgendwie war der Juli ein seltsamer Monat. Meine Listen ruhten in den meisten Fällen sehr lange, obwohl ich nicht das Gefühl hatte, weniger zu konsumieren. Nun gut, schieben wir es einfach alles auf die Temperaturen. Auf jeden Fall folgt hier mein medialer Rückblick auf den Juli.

Filme – auf großer Leinwand gesehen

Cinemathek: Everything, everywhere, all at once: Evelyn Wang ist komplett überfordert. Eine Steuerprüfung steht an, ihr Vater ist vor kurzem aus China zu ihnen in die USA gezogen, ihr Mann Waymond will sich scheiden lassen und ihre Tochter versucht ihre Freundin der Familie vorzustellen. Doch bei der Steuerprüfung übernimmt plötzlich ein Waymond aus einer anderen Realität den Körper ihres Mannes und erzählt ihr, dass sie in einer anderen Realität eine Technologie entwickelt hat, um die Realitäten zu verknüpfen. Doch dabei hat sie etwas geschaffen, was sie jetzt aufhalten müssen: Jobu Tupaki. – Lange Zeit ein etwas anderer Film über Multiversen, dann zieht er sich leider und driftet zu sehr ab. Hinten raus eher enttäuschend.

Liebesdings: Marvin Bosch ist ein gefeierter Schauspieler. Doch nach einem desaströsen Interview findet er sich im kurz vor dem Bankrott stehenden Theater von Frieda und ihren Freund*innen wieder. Da er untertauchen muss und Frieda Geld braucht, schließen sie sich zusammen. – Wenig Liebe, wenig Komödie, schlecht für eine Liebeskomödie, aber grundsätzlich gute Themen angesprochen, nur zu viel und zu oberflächlich.

Thor 4 – Love & Thunder: Thor hat sich den Guardians of the Galaxy nach Endgame angeschlossen. Doch so richtig scheint es nicht seine Bestimmung zu sein. Er folgt einem Notruf von Lady Sif und erfährt, dass Gorr über das Nekro-Schwert verfügt und geschworen hat: Alle Götter müssen sterben. Als er versucht New Asgard zu retten, trifft er auf eine altet Bekannte. – Er hat seine (optischen) Momente, aber meist driftet er ins Oberflächliche ab. Thor hatte sich eigentlich wesentlich weiter entwickelt.

Elvis: Colonel Tom Parker ist eigentlich ein Rummelplatz-Manager, doch als er den jungen Elvis Presley entdeckt, beginnt eine ganz andere Karriere. Zusammen erobern sie die Musikcharts. Doch im Laufe der Zusammenarbeit tauchen immer mehr Differenzen auf.- Tolles Biopic, etwas wenig Musik, aber interessanter Erzählstil.

Anime Special: Sing a bit of harmony: Satomi lebt in einer Modellstadt, wo künstliche Intelligenz getestet wird. Roboter sind in ihrem Alltag fest integriert. Ihre Mutter steht kurz vor dem Abschluss eines wichtigen Projekts und hat daher wenig Zeit. Als mit Shion eine neue Mitschülerin auftaucht, die auf Satomis Glück aus ist, steht die Welt Kopf. Doch dann findet Satomi mit ihrem Freundeskreis heraus, dass Shion das neue Projekt der Mutter ist. – Thema künstliche Intelligenz mal ganz anders aufgezogen, sehr süßer und lebensfroher Film.

Filme – auf großem Fernseher gesehen

Motherless Brooklyn: In den 1950er Jahren arbeitet Lionel Essrog für das Detektiv-Büro von Frank Minna. Durch sein fotografisches Gedächtnis ist er ein unverzichtbares Teammitglied. Als Minna bei einem Auftrag getötet wird, nimmt sich Lionel dem Auftrag an, merkt aber schnell, dass da mehr dran ist, als auf dem ersten Blick schien. – Spannender Krimi trotz ruhiger Erzählweise.

Die Erfindung der Wahrheit: Elizabeth Sloane ist Lobbyistin und hat einige erfolgreiche Kampagnen für Cole Kravitz & Waterman geleitet. Doch beim Thema Waffenkäufe wechselt sie unerwartet das Lager und steigt bei einem kleinen Konkurrenten ein. Damit tritt sie einen Wettlauf los, bei dem einige schmutzige Mittel eingesetzt werden. – So ganz bin ich wohl nicht mit allen Wendungen hinterhergekommen, aber sehr spannender Politthriller.

Chip & Chap: Die Ritter des Rechts: Nach dem Ende ihrer Fernsehserie geht die Rettungstruppe getrennte Wege. Doch als Samson in Gefahr gerät, müssen sich Chip & Chap wieder zusammen tun, da die Polizei nur eingeschränkt ermittelt. – Ganz nett für zwischendurch, aber so wirklich kommen die Kindheitserinnerungen nicht durch.

Train to Busan: Seok-Woo ist Fondmanager und hat daher wenig Zeit für seine Tochter Su-An. Diese ist so traurig, dass sie mit dem Zug zurück zu ihrer Mutter nach Busan fahren will. Seok-Woo will sie nicht allein fahren lassen und steigt mit ein. Doch auf der Fahrt häufen sich die Meldungen, um merkwürdige Tumulte in ganz Korea. – Ich hasse Zombies. Ich hasse Horrorfilme. Aber dafür ist der Film echt gut.

Filme – leider in diesem Monat verpasst

Meine Stunden mit Leo: Emma Thompson als sexuell unbefriedigte Witwe, die sich einen jungen Mann gegen Bezahlung holt und dann ein philosophischer Film über das Leben. Das verspricht der Trailer und genau das reizt mich noch an dem Film.

Ganz knapp nicht auf die Liste geschafft haben es: Monsieur Claude und sein großes Fest, Men, DC League of Super-Pets

Serien – ein etwas ausführlicherer Überblick

Her private life – K-Drama (Super süßes Drama mit viel Witz und Charme. Hintenraus 1-2 Folgen zu lang)

How I met your father – Staffel 1 (Ganz nettes Reboot, kann aber nicht die alten Vibes hervorholen. Mal schauen, was folgende Staffeln bringen)

Hospital Playlist – Staffel 1 – K-Drama (Ein bisschen Krankenhaus, ein bisschen Drama, aber größtenteils einfach tolle Charaktere. Gut für zwischendurch, da wenig zusammenhängende Handlung)

How to build a s*x room – Staffel 1 (Als Fan von Einrichtungssendungen konnte ich bei diesem Konzept nicht widerstehen. Sehr sympathische Host)

Ducktales – Staffel 2 (Die Kindheitserinnerungen wurden herausgeholt und nicht enttäuscht. Noch immer mitreißende Folgen)

Lovestruck in the City – K-Drama (Die Geschichte war ein auf und ab, konnte mich aber im Gesamtkonzept nicht überzeugen, auch wenn sie hinten raus nochmal deutlich an Stärke zugelegt hat)

Mein Lesemonat

Bücher insgesamt: 8
Seiten insgesamt: 2.855
Seiten pro Tag: 92 im Durchschnitt
Gebundenes Buch: 1
Taschenbuch: 3
E-Book: 1
Comic/Manga/Graphic Novel: 3

Nevernight 1 – die Prüfung: Mia hat Rache an den Mördern ihrer Familie geschworen. Dazu versucht sie dem geheimen Assassinenorden beizutreten. Doch die Aufnahmeprüfung verlangt ihr alles ab. – Etwas zäher Roman, auch wenn stellenweise ziemlich spannend. War grundsätzlich aber einfach nicht meine Geschichte.

Beastseller 1 – Monomythos: Marc wacht in einer Fantasywelt auf und hat nur noch eine Nummer in seinem Smartphone gespeichert. Ciri eine Fee in Handyform erklärt ihm, dass er eine Heldenreise durchleben muss, um wieder zurück zu kommen. – Roman in Chatform, der mit einigen Klischees aufräumt bzw. diese bewusst ausspielt. Sehr witzig und gut umgesetzt.

Vielleicht Irgendwann: Karla hat sich vorgenommen keine Beziehung einzugehen. Als sie auf Henning Kiefer, ihrem Idol aus der Formel 2, trifft, könnte sie jedoch schwach werden. Dann bekommt sie ein zweifelhaftes Angebot: Sie soll Hennings Freundin spielen. Da sie dringend Geld braucht, geht sie drauf ein, nichts ahnend, was seine Nähe in ihr auslöst. – Die Grundidee mochte ich, die Umsetzung hat mich überrascht, aber die Geschichte hab ich geliebt. Sehr schöner Abschluss der Reihe.

Spy x Family – Band 2-4: Anja hat die Aufnahme an die Eden-Akademie geschafft. Doch Schule und lernen liegt ihr so gar nicht. Yuri, Yors Schwester, kommt zu Besuch und ist gar nicht begeistert von Loid. Und Anja bekommt einen Hund, mit dem sie prompt ein Bombenattentat verhindern muss. – Spannend und witzig mit tollen Charakteren, eine tolle Manga-Reihe.

Und wir tanzen über den Flüssen: June kehrt nach London zurück und trifft prompt auf Kian, ihrem Ex. Schnell schleichen sie die alten Gefühle bei beiden wieder ein. Doch dann ist da noch Ash, Kians bester Freund, mit dem sie sich nur fetzt, auch wenn sie das prickeln in seiner Nähe nicht ignorieren kann. – Das Finale der Love is love Reihe befasst sich mit Polyamorie und das auf eine sehr herzliche Art. Es hat leider ein bisschen lange gebraucht, um sich aufzubauen, wodurch kleine Längen vorhanden waren, aber die tollen Charaktere und die starke Geschichte macht vieles wett.

Wood High Love: Lova ist nur genervt vom Frauenaufreißer Novid. Als dieser sich dann auch noch bei dem Campingausflug ihres Freundeskreises einschleicht, wär sie am liebsten an die Decke gegangen. Doch bei dem Camping passieren einige merkwürdige Dinge. Wer ist dieser O., der ihr ständig Nachrichten schreibt? – Leider wieder eines der schlechteren Werke von D. C. Odesza. Beide Protagonist*innen sind sehr nervig und ihr Gezicke wenig nachvollziehbar. Schade.