Rückblick auf den November

Willkommen in der Adventszeit. Der November ist vorbei, der Dezember hat sich jedoch ebenso regnerisch vorgestellt. Die ersten Türchen sind bereits geöffnet und noch etwas steht bevor: die Jahresrückblicke. Denn mit dem abgelaufenem November ist auch mein mediales Jahr wieder vorbei. Doch zunächst geht es erst einmal wieder ganz klassisch um den November und meinen Medienkonsum in diesem.

Sneak Preview

Zombieland 2 – Doppelt hält besser: 10 Jahre nach dem spontanen Erfolg der Zombiekomödie, sind die beliebten Charaktere zurück. Alle sind älter geworden und auch die Zombies sind neue Herausforderungen. Dabei schafft er es wieder einfach nur gute Laune zu versprühen, wobei diesmal auch die Nebencharaktere einen wichtigen Teil zu beitragen.

Official Secrets: Whisteblower-Drama mit Keira Knightley über Katharine Gun. Spoilert sich leider selbst am Anfang und kommt nicht über eine durchschnittliche Leistung hinaus, auch wenn gerade durch den hervorragenden Cast deutlich mehr Potential da war.

Filme – auf großer Leinwand gesehen

Scary Stories to tell in the dark: versucht sich an einer Mischung aus Gänsehaut und Es, kann mit beiden, was die Szenenartigen Monstererscheinungen angeht auch mithalten, hält dieses Niveau aber nicht über die Rahmenhandlung und verpasst gerade am Ende die Rundung.

Last Christmas: Auch dieses Jahr gibt es wohl kein Herumkommen um den Song. Doch in diesem charmanten, aber doch ehrlichen Film, der weit mehr ist als nur eine Liebesgeschichte, bekommt er eine ganz neue Bedeutung.

Die Eiskönigin II: Sechs Jahre sind seit dem ersten Film vergangen. Der Merchandiseansturm hat nie abgenommen. Und nun bringt uns Disney den zweiten Teil, der irgendwo erwachsener ist, aber immer genau dann krankt, wenn er sich zu sehr am ersten Teil orientiert. Sobald er sein eigenes Ding macht, funktioniert er sehr gut.

Le Mans 66: Der Film, der die Geschichte hinter dem Duell zwischen Ford und Ferrari erzählt, die im 24 Stunden Rennen von Le Mans gipfelt. Trotz Überlänge schafft er es durch umheimlich gelungene Kameraarbeit und faszinierende Charaktere auch den letzten Automuffel abzuholen.

Filme – auf großem Fernseher gesehen

Corpse Bride – Hochzeit mit einer Leiche: Fast pünktlich zu Halloween lief dieser Klassiker bei mir. Mit der gelungenen Mischung aus Drama, „Grusel“ und Humor konnte er mich auch beim x-ten Mal sehen wieder begeistern.

Mit dem Herz durch die Wand: Diese süße Liebesgeschichte aus Frankreich hatte ich eigentlich schon lange auf dem Schirm, konnte sie aber nun endlich mal Sehen. Und habe mich sofort in den Film verliebt. Die Geschichte selbst ist eher unscheinbar, hat aber ein ganz großes Herz. Zwei Sonderlinge ziehen nebeneinander ein, getrennt nur durch eine ganz dünne Wand, so dass sie alles vom Nachbarn hören können.

No Man’s Land: Gesehen für meine filmische Weltreise, erzählt der Film von einem Konflikt mitten im Balkan-Krieg, der große Kritik am Krieg selbst, am Einsatz der UN und den Journalisten übt.

Brittany runs a marathon: Ein Amazon Original, das glücklicherweise kurz nach Kinostart bereits zum Streamen bereit stand, war für mich ebenfalls ein großes Highlight. Die Geschichte von Brittany, die ihr Leben nicht auf die Reihe bekommt und deren Arzt ihr sagt, dass sie dringend abnehmen müsse, berührt auf so vielen Ebenen und schafft es mehr als nur die Geschichte einer Dicken zu erzählen, die versucht abzunehmen.

Filme – leider in diesem Monat verpasst

The Report: Ein Senatsmitarbeiter deckt die Folterungen der USA nach den Anschlägen vom 11. September auf. Nun versuchen er und andere Abgeordnete diese zu veröffentlichen, während CIA und weißes Haus alles versuchen diese zu vertuschen.

Doctor Sleep: Da habe ich extra die Buchvorlage im Sommer gelesen, um auf den Filmstart von der Shining-Fortsetzung vorbereitet zu sein und dann zeigt mein Kino lieber die Eiskönigin sechs Mal am Tag…

Nicht auf die Liste geschafft, aber dennoch relativ interessant klangen folgende Filme: Lara, Midway, Booksmart, My Zoe, The Irishman, der Leuchtturm, Hustlers, The Good Liar

Serien – ein kurzer Überblick

Im November kam die Zwischenstaffel von Queer Eye, die diesmal ausschließlich in Japan gedreht wurde. Leider war sie noch einmal kürzer, als die eigentlichen Staffeln, aber brachte neben den Glücksgefühlen durch die Vibes der Fab 5 auch noch einen schönen Einblick in die Denkweise der Japaner. Beim Fresh Prince of Bel Air ging es mit der vierten Staffel weiter. Leider führte die Neubesetzung von Tante Vivian auch zu einem kompletten Charakteraustausch. Ich bin von dieser Änderung wenig überzeugt. Bones ging in die inzwischen 11. Staffel. Während die einzelnen Fälle weiterhin interessant sind, merkt man, dass in der Charakterentwicklung eigentlich bereits alles Geschehen ist, weswegen sie zu immer drastischeren Mitteln greifen müssen. Neu lief die Miniserie Catherine The Great, die mich nicht abholen konnte. Helen Mirren ist eine begnadete Schauspielerin, nur leider nicht in dieser Serie. Hier ist sie merkwürdigerweise total fehl besetzt. Auch Jason Clarke mag so gar nicht in die Rolle eines russischen Offiziers passen und bei beiden zusammen fehlt jegliche Chemie. Leider ist die Serie dadurch eher enttäuschend. Dann gab es noch etwas Neues aus dem Comedy Bereich. Tiffany Haddish präsentiert ihre ganz eigene Auswahl an Comedians in They’re ready. Und tatsächlich tauchen hier Künstler auf, die man sonst wohl nur in den USA erleben dürfte.

Mein Lesemonat

Bücher insgesamt: 3
Seiten gesamt: 1.219
Seiten pro Tag: 41 im Durchschnitt
Gebundenes Buch: 1
E-Book: 2

Sinful Royalty: Der letzte Band der Reihe von Meghan March konnte mich ebenso noch einmal komplett anfixen. Die Reihe zählt definitv zu meinem Jahreshighlight.

Quarterback Crush: Wohingegen mich dieser Versuch einer Liebes-Erotik-Geschichte einfach nur enttäuscht hat. Die Geschichte ist absolut vorhersehbar, hat fürchterliche klischeehafte Charaktere, eine absolut nervige Protagonistin und leider hilft auch der Schreibstil nicht sonderlich weiter. Ich habe dann von den weiteren Teilen erst einmal Abstand genommen.

20.000 Meilen unter dem Meer: Ein neuer Haken auf meiner Klassiker-Liste der Schande. Von Jules Verne kannte ich bereits Die Reise zum Mittelpunkt der Erde, die ich wesentlich besser fand. Denn irgendwo wartet man bei der Fahrt mit Kapitän Nemo immer auf das eigentliche Highlight, das sich aber nicht einstellen mag. So wird man auf über 600 Seiten kreuz und quer durch die Weltmeere gejagt, erfährt aber abgesehen von der Klassifizierungen von Fischarten nichts.

Mein Serien-Adventskalender: 24x Weihnachten in Serie(n) – 4. Türchen

Lie to me – Der Überläufer – Staffel 2 Folge 8

Darum geht’s – in der Serie

Dr. Cal Lightman und sein Team sind Experten darin Mikroexpressionen zu erkennen und zu deuten.  Durch diverse Auftraggeber helfen sie bei der Verbrechensaufklärung.

Darum geht’s – in der Folge

Während Lightmans Tochter Emily eine Weihnachtsfeier bei der Lightman Group plant und versucht ihren Vater zum Wichteln zu bringen, wird Lightman kurzerhand vom Büro des Präsidenten nach Afghanistan gerufen. Dort wurde ein Amerikaner bei einer Gruppe Talibans gefangen und Lightman soll herausfinden, auf welcher Seite er steht.

Der Weihnachtszauber

In der Folgenhandlung kommt nicht so richtig Weihnachtsstimmung auf, immerhin wird Lightman in Kriegsgebiet in Afghanistan geschickt. Aber selbst die hatten Weihnachtsdeko und die Nebenhandlung geht um die Weihnachtsfeier…

Weihnachtsfaktor: 1* – Der Grinch lässt grüßen

Mein Serien-Adventskalender: 24x Weihnachten in Serie(n) – 3. Türchen

Dr. House – Unfrohes Fest – Staffel 3 Folge 10

Darum geht’s – in der Serie

Dr. Gregory House ist ein brillianter Arzt und Spezialist für ausweglose Fälle. Seit eines akuten arteriellen Verschluss im rechten Oberschenkel benötigt er das Schmerzmittel Vicodin, das aber auch ein Opiath beinhaltet und zu einer Abhängigkeit führte. Durch seine ruppige Art stößt er eigentlich alle von sich, rettet aber immer wieder Leben.

Darum geht’s – in der Folge

House nimmt sich eines Falls eines kranken zwergenwüchsigen Kindes an. Doch noch vor der ersten Diagnose entzieht im Krankenhausleiterin Cuddy den Fall, da es aufgrund seiner Vicodin-Abhängigkeit zu einer Anklage kommen könnte. House bekommt daraufhin weder von ihr, noch von seinem Freund Wilson die Tabletten und macht daraufhin einen kalten Entzug. Doch das restliche Diagnose Team ist ratlos.

Der Weihnachtszauber

Reicht ein weihnachtlich geschmücktes Krankenhaus aus, um als Weihnachtsfolge zu zählen? Denn lange Zeit sieht es danach aus, als würde die Folge nur darauf hinauslaufen, da sich die Handlung mit der angedrohten Anklage bereits in den Folgen davor ausgebaut hat und auch die Patientin der Folge kein unbedingt weihnachtliches Thema behandelt. Das ändert sich jedoch am Ende, als noch einmal die Bedeutungs von House angesprochen wird und die moralischee Frage im Raum steht, ob derjenige besser ist, der sich immer tadellos verhält, der aber die Krankheit nicht richtig diagnostiziert hätte, oder derjenige, der einem Grinch schon sehr nahe kommt, aber dafür trotz allem Leben retten kann.

Weihnachtsfaktor: 1* – Der Grinch lässt grüßen

Die Addams Family

Ein Vorwort

1964-1966 als Fernsehserie, 1991 als Spielfilm, mit zwei Fortsetzungen 1993 und 1998. Was fehlte noch? Genau eine Musicalversion (2009), die in den USA in Chicago uraufgeführt wurde. Aber was wirklich noch fehlte war wohl die animierte Version. Und die durfte dieses Jahr im Kino bewundert werden. Dabei handelt es sich um ein Reboot, das die Geschichte der Addams noch einmal ganz neu erzählt.

Die Handlung

Morticia und Gomez Addams sind frisch verheiratet, als sie von den Dorfbewohnern mit Fackeln und Mistgabeln vertrieben werden. Auf der Suche nach einem Platz, an dem sie endlich bleiben können finden sie eine ehemalige Irrenanstalt in New Jersey. Der letzte verbliebene Insasse Lurch wird gleich als Butler verpflichtet. Dort ziehen sie ihre Kinder Wednesday und Pugsley groß, zusammen mit dem eiskalten Händchen und Onkel Fester. Doch nach vielen Jahren in Abgeschiedenheit und Frieden, zieht die TV-Architektin Margeaux eine ganze Stadt nach ihrem Vorbild auf. Leider ist das Anwesen der Addams für sie absolut fehl am Platz.

Meine Meinung

Zum Zeitpunkt der Sichtung des Films war ich noch ein absolut unbeschriebenes Blatt, was die Addams Family anging. Erst im Nachgang habe ich mir den Film von 1991 einmal angesehen. So ließ ich mich also ganz unvoreingenommen auf den Film ein.
Dabei ist die Handlung zwar schon irgendwo neu, in groben Zügen spielt sie aber mit Altbekanntem. Auch die Mitglieder der Familie waren mir zuvor unbekannt. Aber gerade die stets gelangweilt wirkende Wednesday hatte es mir bereits im Trailer angetan. Tatsächlich sind es letztendlich auch ihre One-Liner, die eine gesunde Portion Humor mit reinbringen.
Darüber hinaus ist Die Addams Family vor allem das, was sie auf keinen Fall sein wollen: Durchschnitt. Die Handlung ist zwar geprägt von interessanten und auch neuen Charakteren und so einige Anspielungen auf die alten Filme mag es wohl auch geben, schafft es aber nicht sich wirklich von der Konkurrenz abzuheben. Der Konflikt zwischen unheimlicher Familie und Dorfbewohner wird hier zwar durch die Architektenstadt ein wenig modernisiert, bleibt aber trotzdem vorhersehbar. Auch verkörpert die Architektin Margeaux so ziemlich jedes Klischee einer nach vorne hin übertrieben freundlich wirkenden Bösewichtin. Manch einer mag in ihrer Frisur, ihren Wahn gegen alles Fremdartige und ihrer Verbreitung von Gerüchten (Fake News) glatt eine Anspielung auf Trump sehen. Wirklich politisch ist der Film jedoch nicht.
Die Mitglieder der Addams Family sind ihren Vorbildern nachempfunden, auch wenn ein paar Abweichungen vorgenommen wurden. So orientiert sich Wednesday eher an den Originalzeichnungen des Schöpfers (1938). Die Charakterentwicklungen sind hier eher auf die der beiden Kinder ausgelegt, gerade Wedneyday macht mehrere Phasen durch, da sie endlich die Freiheit hat auch in die Schule zu gehen.
Selbst die Animation kann sich nicht wirklich hervortun. Die 3D Animation von Universal erinnert als vergleichbare Filme, wie zuletzt die Hotel Transsilvanien Reihe. Während die gesamte Atmosphäre deutlich entgruselt wurde und so wohl auch versucht ein jüngeres Publikum anzusprechen, wurde versucht mehr auf die Kontraste der Familie und der restlichen Welt einzugehen und gerade auch durch das Zusammentreffen der Familie auf Smartphones und Social Media ein gewisses Gagpotential zu generieren. Leider wird hier vieles auf der Strecke gelassen, auch wenn sich der Film bemüht lustig zu sein. Allerdings sind dann die besten Gags doch wieder im Trailer verbraten worden.
So hangelt sich der Film von Klischee zu Vorhersebarem zu Gezwungenem. Letztendlich ist ihm das nicht einmal schlecht gelungen und beim ersten Ansehen hat man durchaus auch seinen Spaß. Allerdings bleibt er damit weit hinter dem Bekannten Niveau vergleichbarer Filme und ist dem Durchschnittszuschauer bereits nach kurzer Zeit nicht mehr geläufig.

Das Fazit

Die Addams Family bleibt in allem Belangen beim Durchschnitt, versucht sich zwar durch ein paar gelungene Gags zu retten, kann sich aber nicht hervortun. Dafür gibt es 05 von 10 möglichen Punkten.

Die Addams Family läuft seit dem 24.10.2019 in den deutschen Kinos

Mein Serien-Adventskalender: 24x Weihnachten in Serie(n) – 2. Türchen

2 Broke Girls – Elfenterror- Staffel 1 Folge 10

Darum geht’s – in der Serie

Caroline Channing (Beth Behrs) hatte alles. Als Tochter eines reichen Geschäftsmannes lebte sie den absoluten Traum einer Kindheit. Doch ihr Vater hat eine Menge Leute um ihr Geld betrogen und nun sitzt er im Knast und alle Besitztümer wurden gepfändet. Caroline sitzt auf der Straße und ihre Freunde wollen nichts mehr von ihr wissen. Als sie einen Job als Kellnerin in Williamsburgh annimmt, um möglichst weit weg von bekannten Gesichtern neu anzufangen, lernt sie sie zweite Kellnerin Max (Kat Dennings) kennen. Diese lebt das genau Gegenteil, nimmt Caroline aber letztendlich bei sich auf. Die beiden werden Freundinnen und versuchen von nun an mit Maxs Backkünsten und Carolines Wirtschaftswissen genug Geld anzuhäufen, um ein eigenes Café zu eröffnen.

Darum geht’s – in der Folge

Caroline ist niedergeschlagen, weil ihr Vater Thanksgiving nicht mit ihr feiern will. Als sie dann versucht Max beim Backen zu helfen, zerstört sie die Küchemaschine. Da eine neue ein halbes Vermögen kostet, bewerben sich die beiden als Weihnachtselfen im Kaufhaus, um vom Angestelltenrabatt zu profitieren. Doch mitten im Black Friday Wahnsinn gerät Caroline außer Kontrolle.

Der Weihnachtszauber

Theoretisch spielt die Folge eher an Thanksgiving und dem darauf folgenden Black Friday, jedoch leitet gerade dieser in den USA das Weihnachtsshopping ein. Außerdem ist es der Reifeprozess Carolines, die eigentlich von Weihnachten und der Vorweihnachtsstimmung nicht genug bekommen kann und fast zum Grinch mutiert, da ihr die Situation mit ihrem Vater so sehr aufs Gemüt schlägt, dass sie nicht Gutes mehr an Weihnachten finden kann.

Weihnachtsfaktor: 3*** – Dir werden drei Geister erscheinen

Mein Serien-Adventskalender: 24x Weihnachten in Serie(n) – 1. Türchen

The Crown – Männergesellschaft – Staffel 2 Folge 2

Darum geht’s – in der Serie

Elisabeth II. besteigt nach dem Tod ihres Vaters den britischen Thron. Gemeinsam mit ihrem Mann Philipp versucht sie einerseits die Traditionen zu bewahren und andererseits das britische Empire in ein neues Zeitalter zu führen.

Darum geht’s – in der Folge

Philipp ist schon seit einer Weile auf seiner großen Reise durch das britische Empire. Sein bester Freund berichtet dabei fleißig an die Donnerstagsgesellschaft, nicht ahnend, dass seine Frau versucht die Scheidung einzureichen. Elisabeth und Philipp hatten seit Wochen keinen Kontakt, die Telefonverbindungen funktionieren nicht richtig. Nun steht der Weihnachtsabend bevor und die traditionellen Weihnachtsansprache der Königin wird vorbereitet. Um der Gerüchteküche der eingereichten Scheidung von Philipps engstem Freund vorzubeugen, wird auch Philipp verpflichtet eine Weihnachtsansprache zu halten. Doch fehlem ihm dafür die Worte.

Der Weihnachtszauber

Ist hier nicht ganz so hoch. Thematisch geht es zwar um die traditionellen Weihnachtsansprachen, doch darüber hinaus, wird wenig Tumult um Weihnachten gemacht. Damit bleibt sich die Serie in ihrem Tonfall zwar treu, dennoch wäre es schön zu sehen, wie der Buckingham Palace weihnachtlicht geschmückt wird.

Weihnachtsfaktor: 2** – Früher war mehr Lametta

Mein Serien-Adventskalender: 24x Weihnachten in Serie(n) – Ein Vorwort

Hand aufs Herz, wer ist schon in Weihnachtsstimmung? Gut, ich auch nicht. Dabei habe ich mich diesmal wirklich angestrengt und für euch alle meine Lieblingsserien nach Weihnachtsfolgen durchkämmt. Das ganze bei einer schönen heißen Tasse Tee – okay, ich gestehe, es ist eine einfache Cola – und im neuen Yoshi-Weihnachtspullover meines Lebensgefährten – seine Weihnachtspullover sind einfach viel bequemer als meine – um ein bisschen Weihnachtsvorfreude zu erzeugen. 24 Serien habe ich herausgesucht, und werde die Weihnachtsfolgen nun wie jedes Türchen bis Heilig Abend vorstellen. Vielleicht kennt der ein oder andere diverse Folgen bereits oder findet vielleicht ein wenig Anregung. Ich wünsche euch allen schon einmal eine schöne Adventszeit.

Folgende Bewertungsskala wird den Folgen auf ihre weihnachtliche Stimmung hin zugeteilt:

1 * = Der Grinch lässt grüßen
2** = Früher war mehr Lametta
3*** = Dir werden drei Geister erscheinen

4**** = Kinder, schaut euch den schönen Baum an
5***** =  Hohoho

Eure Shalima 🙂

Die Eiskönigin II

Ein Vorwort

Die Eiskönigin oder im englischen Original Frozen? „Davon habe ich ja noch nie etwas gehört“, dürfte wohl kaum jemand sagen können. Denn seit der erste Teil 2013 in den Kinos erschien und sich zum absoluten Hit mauserte – ich sag nur Oscargewinn, weltweit erfolreichster Animationsfilm und ein Soundtrack, der sich drei Jahre lang in den deutschen Albumcharts halten konnte – ist das Merchandise aus den Kinderzimmern und vor allem aus den Kaufhallen nicht mehr wegzudenken. So ist es wohl wenig verwunderlich, dass der zweite Teil der erfolgreichste Animationsfilm im Vorverkauf und am Starttag ist.

Was bisher geschah

Hier werde ich kurz die zuvor erschienenen Filme zusammenfassen. Dadurch sind Spoiler leider nicht zu vermeiden. Du weißt bereits, was geschah? Dann überspring diesen Absatz einfach.

Das Königreich Arendelle hat zwei Prinzessinen. Während die impulsive Anna gar nicht genug Spaß haben kann, hat die ältere Schwester Elsa mit magischen Kräften zu kämpfen, die sie Eis erzeugen lässt. Bei einem Unfall in der Kindheit verletzt Elsa Anna beim spielen mit ihrer Magie. Während Annas Erinnerung gelöscht wird, verschanzt sich Elsa fortan in ihrem Zimmer, da sie Angst hat, jemanden weh zu tun. Als ihre Eltern zu einer Reise aufbrechen und nicht wieder kommen, wird Elsa auf einmal Königin. Für die Krönungszeremonie reisen viele Gäste anderer Königreiche an. Anna verliebt sich Hals über Kopf in den charmanten Prinz Hans von den südlichen Inseln. Während der Krönungsfeier kommt es zu einem Zwischenfall in dessen Folge Elsas Magie auffliegt und diese flieht. Anna versucht ihr zu folgen und findet Unterstürtzung im Eisblockhauer Kritstoff und dessen Rentier Sven. Auf der Suche finden sie den Schneemann Olaf, den Elsa auf ihrer Flucht erschaffen hat und der sehnsüchtig vom Sommer träumt. Elsa hat sich inzwischen einen Eispalast erschaffen und sich selbst in der Einsamkeit neu erfunden („Let it go“). Als Anna Elsa findet, haben die beiden einen Schritt, weil Elsa nicht zurückkehren will, da sie Angst über die Unkontrollierbarkeit ihrer Kräfte hat. Im Streit trifft Anna ein Eisblitz ins Herz. Kristoff flieht mit ihr zu seinen Freunden, den Trollen. Diese sagen ihm, dass nur die wahre Liebe Anna noch retten kann. In der Hoffnung, dass Anna diese Liebe bei Hans findet, bringt Kristoff sie zum Schloss zurück. Hans hat inzwischen mit dem Herzog von Pitzbühl Elsas Eispalast gefunden und schaffen es sie zu überwältigen. Während Elsa im Kerker gefangen gehalten wird, enthüllt Hans Anna sein wahres Gesicht. Da er durch zwölf ältere Brüder auf den südlichen Inseln keinen Thronanspruch hat, wollte er diesen durch eine Heirat mit Anna herstellen. Nun überlässt er sie ihrem Schicksal und erzählt dem Volk von Arendelle, dass Anna Tod sei, aber ihm im Sterben noch das Eheversprechen gab. Als erste Tat verurteilt er Elsa zum Tode. Während Elsa sich befreien konnte und vor Hans flieht, hilft Olaf Anna und versucht sie zu Kristoff zu bringen, der sich heimlich in Anna verliebt hat. Doch statt sich retten zu lassen, rettet Anna Elsa vor Hans. Durch diese Tat aus Liebe rettet sich Anna selbst. Die beiden Schwestern räumen zusammen das entstandene Chaos auf.

Die Handlung

Elsa, Anna, Kristoff, Sven und Olaf leben glücklich zusammen im Arendeller Schloss. Als Elsa eine Stimme hört, sie sie ruft, die die anderen aber nicht hören, kehrt ihre Unsicherheit zurück. Kurz darauf erwachsen Naturgeister und verscheuchen alle Bewohner Arendelles aus der Stadt. Elsa wird von den Trollen hinter den Nebel, der ein verlassenes Land einkreist, von dem ihr Vater in früheren Gute-Nacht-Geschichten erzählt hat, geschickt. Anna, Olaf, Kristoff und Sven beschließen sie zu begleiten.

Meine Meinung

Die Eiskönigin II hat ein schwieriges Erbe anzutreten. Denn während zwischen der Fortsetzung von Berhard und Bianca noch 13 Jahre lagen und Ralph reichts seinen zweiten Kinofilm zwar auch nach sechs Jahren bekam, aber bei weitem nicht so einen großen Hype aufgebaut hat, hat der dritte Film der Disney-Meisterwerkreihe mit einer Kinofortsetzung in den Begeisterungsstürmen nie abgebaut. Schon vorab wurde gemunkelt, mit welchem Lied der ewige Ohrwurm „Lass jetzt los“ (im Original Let it go) nun abgelöst werden soll.
So gerät auch gerade der Anfang sehr holprig. Es wird versucht die Charaktere wieder neu vorzustellen und ihre aktuellen Sorgen einzubringen. Mit einem schmissigen „So wird’s immer sein“ wird versucht dies zusammen zu fassen, doch so richtig will die Melodie nicht funktionieren. Auch der neue Titelsong „Wo noch niemand war“ (Im Original Into the Unknown) wird sehr früh eingebracht, hat zwar nach mehrmaligem Hören auch seinen eigenen Charakter, was aber eher die norwegische Sängerin Aurora mit ihrem „Ruf“ schafft. Erst nach circa der Hälfte des Songs schafft er es einen wirklich mitzureißen und stinkt damit gegen ein „Ich lass los“ ziemlich ab – auch wenn das offizielle Cover von Panic at the Disco richtig Laune macht. Erst nachdem die Freunde zu ihrem Abenteuer aufgebrochen sind, scheint die Handlung richtig in Schwung zu kommen. Fernab von Arendelle lernen wir neue Charaktere kennen, decken eine uralte Fehde auf und kämpfen mit den Freunden gegen die Naturgeister. Allerdings wird es hier zunächst erst einmal stiller, was die Lieder angeht. Lediglich Olaf kriegt sein „Wenn ich erst groß bin“ (im Original When I am older), was wohl die Neuinterpretation von „Im Sommer“ aus dem ersten Teil sein soll. Im letzten Drittel folgen dann noch drei weitere Lieder, wobei mir „Zeige dich“ (im Original Show Yourself) als Titelsong besser gefallen hätte – allerdings verrät er auch schon einiges von der Handlung.
Die Aufklärung des Ganzen ist dann zwar doch sehr vorhersehbar und sehr einfach gelöst, doch dafür konsequent und mit einer gelungenen kritischen Haltung.
Weite Teile der Handlung erinnern an Pocahontas, da die „zivilisierten“ Arendeller auf ein „wildes“ Volk treffen. Dennoch werden genug neue und eigene Elemente eingebaut, um sich von dem Bekannten abzuheben. Die Charaktere dürfen sich hier schön weiterentwickeln, auch wenn Olafs Entwicklung ein wenig gezwungen wirkt. Denn während er als Sidekick mit den coolen und herzerwärmenden Sprüchen weiterhin super funktioniert, allein in der Szene, in der er die Geschehnisse des ersten Teils nacherzählt, ist so wunderbar umgesetzt, dass man auf dem Boden liegen möchte vor Lachen, ist sein neuer Herzenswunsch irgendwann Erwachsen zu werden eher uninspiriert. Während er im ersten Teil als Schneemann noch vom Sommer träumte, was wie ein unmöglicher Wunsch schien, ist Erwachsen werden irgendwie langweilig. Hier wirkt auch sein Lied sehr gezwungen, um ihn einfach irgendetwas singen zu lassen.
Die beste Szene jedoch hatte Kristoff. Während ich noch befürchte, dass Disney sein Lied „Verlassen im Wald“ (Im Original Lost in the Woods) durchaus ernst meinte, ist die Inszenierung so übertrieben und voller Klischees, dass ich buchstäblich auf dem Boden vor Lachen lag. Ob dies gewollt war, wage ich jedoch zu bezweifeln.
Optisch orientiert sich der zweite Teil am ersten und kann erneut mit einer wunderschönen und detailreichen Landschaft punkten. Auch  die Charaktere sind wie gewohnt animiert und weisen eine hohe Qualität auf.
Zusammenfassen ist zu sagen, dass die Eiskönigin 2 auf einem hohen Niveau agiert. Optisch ein Augenschmaus, Charakterentwicklung bis auf eine Ausnahme gelungen. Ein kleiner Kritikpunkt ist die am Anfang und Ende etwas holprig geratene Handlung, die aber verzeihlich ist. Dafür grenzt sie sich auch genug vom ersten Teil ab. Zweiter kleiner Kritikpunkt sind die Anordnung der Lieder, die etwas blockweise wirkt. So werden am Anfang gleich drei Lieder hintereinander gebracht und auch am Ende treffen nochmal drei ziemlich nah aufeinander. Bei sieben Liedern bedeutet dies, dass zwischendurch nur ein Lied gespielt wird. Dies hätte besser verteilt werden können.
Auch schaffen es die Lieder zwar nach mehrfachem Hören zu Ohrwürmer zu werden, aber beim ersten Sehen wirken sie nicht so überwältigend, wie ein Let it go oder ein In Summer aus dem ersten Teil. Dafür hat mir zumindest das Lied „Zeige dich“ eine Gänsehaut verschafft – erwähnte ich, dass es mein Lieblingslied aus dem zweiten Teil ist? So schafft es der zweite Teil eine schöne Fortsetzung zu sein, auch wenn er nicht – wie vorher schon vermutet – gänzlich an den ersten Teil heranreicht.

Das Fazit

Die Eiskönigin II schafft es nicht das Niveau des ersten Teils zu halten, für sich betrachtet erzählt er aber eine schöne Geschichte, besticht durch seine Optik und kann bis auf ein paar kleinere Kritikpunkte am holprigen Start und Ende, sowie der Anordnung der Lieder doch überzeugen. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.

Die Eiskönigin II läuft seit dem 20.11.2019 in den deutschen Kinos.

Neulich in der Sneak: Official Secrets

Ein Vorwort

Wenn man das Wort Whistleblow hört denkt man unweigerlich zunächst an Edward Snowden, der 2013 die NSA-Affäre auslöste. An den Namen Katharine Gun denken dabei wohl die wenigsten, wobei ihre Tat gar nicht mal so unwichtig ist. Mit den Details befasst sich Official Secrets. Wie der Film so performt, erfahrt ihr in meiner Kritik.

Die Handlung

2003. Katharine Gun (Keira Knightley) arbeitet beim britischen GCHQ als Übersetzerin. Diese dem britischen Geheimdienst unterstehende Behörde erhält ein Memo von der NSA, in der sie angewiesen wird, UN-Abgeordnete einiger Länder abzuhören, die noch unentschlossen in der Irak-Krieg-Frage sind. Gun entdeckt das amerikanische Erpressungsmittel für den Krieg und leakt das Memo, in der Hoffnung damit den Krieg oder zumindest die britische Beteiligung verhindern zu können.

Meine Meinung

Official Secrets ist ein Film mit einer unheimlich spannenden Prämisse, die den Irak-Krieg bzw. dessen Ausrufung noch einmal aus einer völlig neuen Perspektive beleuchtet. Hinzu kommt, dass mit Keira Knightley, Matt Smith, Matthew Goode, Conleth Hill, Indira Varma, Rhys Ifans und last but not least Ralph Fiennes  ein absolut grandioser Cast zusammengesetzt wurde. Leider schafft er es nicht aus der Mittelmäßigkeit herauszukommen und irgendwo besonders hervorzustechen. Versuchen wir einmal die Gründe dafür näher zu beleuchten.
Zum einen spoilert die Handlung sich an vielen Stellen selbst. Ganz zu Anfang wird bereits gezeigt, wie Gun vor dem Gericht steht und sich verantworten muss. Damit steht die Möglichkeit, dass sie nicht entdeckt wird, schon gar nicht mehr zur Debatte. Dennoch bemüht er sich danach den uninformierten Zuschauer im Schnelllauf durch ein paar wenige Dialoge in die Hintergründe der UN-Abstimmung zum Irak-Krieg einzuweihen. Dies gelingt relativ gut – hilfreich war es aber trotzdem, dass in diesem Jahr mit Vice bereits die kritische Sicht der USA darauf dem Kino präsentiert wurde. Danach geht es relativ kurz um den eigentlichen Leak und wie der von statten ging. Während bei Snowden dieser Akt im fortgeschrittenen Teil des Films erst geschah, da Snowden mit Rückblenden arbeitete, war dort die Spannung noch einmal wesentlich größer. Im folgenden wird auf zwei Ebenen erzählt. Zum einen geht es um Katharines Reue, vor allem weil alle im GCHQ verhört werden und auch ihre Freunde alle unter Verdacht stehen, und wie sie versucht damit umzugehen. Zum anderen wird eine zweite Ebene eröffnet und es geht um die Zeitung „Observer“, bei der der Journalist Martin Bright (Matt Smith) das geleakte Dokument erhält und nun die Frage nach dessen Echtheit im Raum steht. Die Recherchearbeiten des Observer sind dann aber leider auch der einzig spannende Teil des Films. Hier ist interessant, wie verschiedene politische Motivationen mit hineinspielen und wie viele Bekanntschaften es benötigt, um die Echtheit zu überprüfen. Dabei bekommt der Observer mit Matt Smith zwar einen sehr talentierten Schauspieler, bleibt jedoch außerhalb der Recherchearbeit sehr blass.
In der zweiten Hälfte fällt die Handlung dann auch noch einmal deutlich ab. Hier geht es praktisch nur noch um Katharine, die den Krieg nicht verhindern konnte mit ihrem Leak, aber dennoch unter Anklage steht. Hier kommt das Anwaltsteam mit Ralph Fiennes ins Spiel. Leider steht es hier ähnlich wie um den Observer. Der Ansatz ist gut, der wichtige Charakter mit einem sehr talentierten Schauspieler besetzt, aber die Umsetzung bleibt blass und beinahe bedeutungslos.
So verbrät der Film letztendlich viel Potential in der Handlung, in den Charakteren und vorallem nutzt er nicht seinen grandiosen Cast. Zurück bleibt eine eigentlich interessante Geschichte, verpackt in einen uninteressanten Film, der mit 112 Minuten eigentlich eine gute Länge hat, daraus aber doch mehr hätte machen können.

Das Fazit

Official Secrets hatte den Cast und die Geschichte um einen spannenden Film über die Whisteblowerin Katharine Gun zu machen. Leider nutzt er die Elemente nicht und schafft es nicht aus der Mittelmäßigkeit herauszukommen. Dafür gibt es 05 von 10 möglichen Punkten.

Official Secrets läuft seit dem 21.11.2019 in den deutschen Kinos.

Scary Stories to tell in the dark

Ein Vorwort

Habt ihr euch auch als Kinder bei Klassenfahrten, Zeltlagern oder Ferienlagern nachts im Dunkeln Gruselgeschichten erzählt? Ja? Nun ich nicht. Ich saß bei den Kindern, die sich Witze erzählt haben und versuchten trotz Lachanfällen einzuschlafen. Und abgesehen von einer kurzen Phase als Jugendliche in der ich erstaunlich viele Horrorfilme gesehen habe, meide ich das Genre eigentlich weitgehend. Warum genau mich mein bester Freund nun doch wieder für den Besuch eines Horrorfilms, der hier im Kino auch nur um 23Uhr lief, überreden konnte, weiß ich nicht. Aber ich verrate euch in meiner Kritik, was Scary Stories to tell in the dark kann.

Die Handlung

1968. Stella (Zoe Colletti), Auggie (Gabriel Rush) und Chuck (Austin Zajur) ziehen zusammen an Halloween zu „Süßes oder Saures“ los. Unterwegs treffen sie Ramon (Michael Garza) und zu viert besuchen sie das Spukhaus, das einst der Familie Bellows gehört hat, die eine ihrer Töchter, Sarah, im Keller eingesperrt haben soll. Die Legende sagt, dass Sarah Bellows aus ihrem Verlies den Kindern in der Stadt Geschichten erzählt haben soll, und das die Kinder daraufhin verstarben. Stella, die total fasziniert von der Geschichte ist, finden Sarahs Geschichtenbuch und nimmt es kurzerhand mit. Doch nach und nach tauchen zusätzliche Geschichten auf. Und die Hauptcharaktere sind  lebende Personen, zumindest noch.

Meine Meinung

Scary Stories to tell in the dark verfolgt ein ähnliches Konzept, wie Gänsehaut aus dem Jahr 2015. Er greift die Kurzgeschichten von Autor Alvin Schwartz auf und kreiert eine Rahmenhandlung drum herum. Da ich die Bücher nicht gelesen habe, kann ich nicht sagen, ob die Geschichte von Sarah Bellows auch auf einer Kurzgeschichte basiert oder eben diese für die Rahmenhandlung erfunden wurde. Mit der Einordnung der Handlung in der Vergangenheit versucht der Film auf den Nostalgiezug aufzuspringen, den Erfolgskonzepte, wie Es oder auch Stranger Things in letzter Zeit befeuert hat. Während diese jedoch (filmisch) in den 1980er Jahren angesiedelt sind, siedelt sich Scary Stories jedoch in den 1960er Jahren an. Die angesprochene Zielgruppe ist daher etwas ungenau definiert. Denn während sich die Geschichte der vier Freunde ähnlich wie Gänsehaut an ein eher jüngeres Publikum zu richten scheint, sind die Horrorelemente dann doch so präsent, dass es ein FSK 16 wurde. Die Generation, deren Nostalgie mit dem Setting der 1960er Jahre befeuert werden könnte, dürfte jedoch eher wenig Interesse am Film zeigen.
So ist die Rahmenhandlung eher durch kindlich-naive Dialoge geprägt. Auch fehlt die Gruppendynamik, die die Vorbilder Es und Stranger Things wunderbar etablieren konnten, da man über die meisten Charaktere nur ganz dünne Informationen erhält. Lediglich Stella kriegt ein wenig Hintergrundgeschichte und zu Ramon fallen zumindest ein paar erklärende Sätze, aber Auggie und Chuck sind dann eher Anhang.
Hingegen sind die eigentliche Stärke die erscheinenden Monster, die szenenartig auftauchen und so den Kurzgeschichtencharakter prägen. Diese sind wunderbar durchdacht und definitiv keine Standartmonster. In diesen Horroreinschüben wird praktisch die gesamte Atmosphäre des Films aufgebaut. Und die ist eindeutig gruselig. Auch wenn die Monster auf dem ersten Blick harmlos wirken, schafft es Regisseur André Øvredal durch gekonnte Kameraeinstellungen und dem Setting eine solche Spannung zu erzeugen, dass man sich förmlich in den Sitz krallen will. So ganz ohne Jumpscares kommt der Film dann aber doch nicht aus, was man ihm an dieser Stelle jedoch verzeihen mag, da er sie nicht anstatt einer Atmosphäre nutzt, sondern beide Elemente gekonnt verbindet.
Leider reichen die einzelnen Horrorszenen nicht aus, um den Film als Gesamtwerk zu retten. Gerade die Rahmenhandlung rund um das Spukhaus und die Geschichte mit Sarah Bellows gerät sehr stereotypisch. Zwar ist das große Geheimnis zunächst sehr spannend und hält den Zuschauer auch mit im Kino, da man die Auflösung wissen will. Doch gerade diese gerät dann so enttäuschend, da man hier nur noch auf die einfachste Lösung bedacht war, um den Film irgendwie zu Ende zu bringen. Das hat dem Film noch einmal so viel Charme genommen, dass es besonders bedauerlich ist, dass sich die Macher hier nicht einfach nochmal ein paar Minuten mehr Zeit genommen haben, um den Handlungsaufbau von ca. 90 Minuten auch richtig zu würdigen.

Das Fazit

Scary Stories to tell in the Dark versucht sich an einer Mischung aus Gänsehaut und Es, kann mit beiden, was die Szenenartigen Monstererscheinungen angeht auch mithalten, hält dieses Niveau aber nicht über die Rahmenhandlung und verpasst gerade am Ende die Rundung. Dafür gibt es 05 von 10 möglichen Punkten.

Scary Stories to tell in the Dark läuft seit dem 31.10.2019 in den deutschen Kinos.