Phantastische Tierwesen 2 – Grindelwalds Verbrechen

Ein Vorwort

2001 erblickten Millionen neugierige Kinogänger zum ersten Mal die magische Welt von J. K. Rowling. Den begeisterten Lesern war die Zaubererwelt zwar bereits bekannt, aber trotzdem kam man aus dem Staunen fast nicht mehr heraus, als zum ersten Mal das Hogwartsschloss in Sicht kam. Acht Filme später lief dann 2011 das große Finale „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes – Teil 2“ in den Kinos an. Damit war die Saga um den Zauberschüler beendet. Fans halfen sich aus, indem sie die Filme einfach immer und immer wieder ansahen, bzw. die Bücher immer und immer wieder lasen. Unterdessen brachte Mrs. Rowling Begleitbücher zu ihren Werken heraus. Unter anderem das Lehrbuch „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“, geschrieben von einem gewissen Newt Scamander. Und genau um diesen sollte es dann 2016 in dem nächsten Abenteuer gehen. Denn Mrs. Rowling schrieb zwar keine weiteren Bücher, aber entschloss sich schließlich das Drehbuch zu einem weiteren Film zu schreiben. So entstand der Film Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind. Und wieder wurde der Zuschauer in Staunen versetzt. Diesmal verlässt die Geschichte die britische Insel und wir landen im Amerika der 1920er Jahre. Nach dem Erfolg (oder vielleicht auch schon vorher) wurde angekündigt, dass noch vier Filme folgen sollten. Grindelwalds Verbrechen macht hier den Anfang.

Was bisher geschah

Der Tierliebhaber Newt Scamander reist mit einem Koffer voller magischer Tierwesen in die USA. Er sucht einen bestimmten Magier, um ein seltenes Geschöpf in Arizona freizulassen. Durch ein Missverständnis landet sein Koffer aber in den Händen des Nicht-Magiers (Muggle/No-Maj) Jacob Kowalski. Als dieser den Koffer öffnet, können ein paar Tierwesen entfliehen. Newt und Jacob wollen diese nun wieder einfangen. Dabei treffen sie auf die Schwestern Tina und Queenie Goldstein. Tina ist eine ehemalige Aurorin und versucht noch immer ihren Job auszuführen. Da Newt sowohl durch die Einführung der Wesen, als auch durch die Einweihung Jacobs, gegen das Gesetzt verstoßen hat, bringt sie beide vor den Magierkongress. Der Auror Peter Graves verdreht jedoch Tatsachen und verurteilt Tina und Newt zum Tode, während Jacob die Erinnerung an die Magierwelt entzogen werden sollte. Durch Queenies Hilfe können sie fliehen. Zeitgleich taucht ein sogenanntes Obscurus auf. Hierbei handelt es sich um Zaubererkinder, die ihre magischen Fähigkeiten unterdrücken. Es wird angenommen, dass sie nicht älter als 10 Jahre alt werden können. Graves hat sich für die Suche Unterstützung durch den schüchternen Credence geholt, der bei seiner herrischen Mutter lebt, die überall vor der Gefahr von Zauberern warnt. Am Ende stellt sich jedoch heraus, dass es sich bei dem Obscurus um Credence handelt. Graves, der sich kurz vorher noch von Credence abgewandt hat, versucht nun unbedingt sein Vertrauen zurückzugewinnen. Letztendlich ist es aber Newt, der die richtigen Worte findet, da er auf seinen Reisen bereits einem Oscurus begegnet ist und dieses retten konnte. Eintreffende Auroren greifen jedoch an. Credence flieht. Graves wird beschuldigt und versucht ebenfalls zu fliehen, wobei es Newt jedoch gelingt ihn zu fesseln und ihm seine wahre Identität zu entlocken: Gellert Grindelwald. Ein Zauberer, der schon zuvor versucht hatte die Magierwelt in Dunkelheit zu stürzen. Dieser wird nun gefangen genommen. Newt reist zurück nach England, obwohl er und Tina Gefühle füreinander entwickelt haben. Zuvor jedoch werden Jacob schlussendlich doch die Erinnerungen an die Zaubererwelt genommen, sehr zum Leidwesen von Tinas Schwester Queenie, da sie sich in Jacob verliebt hat.

Die Handlung

Gellert Grindelwald (Johnny Depp) soll von den USA nach England gebracht werden, um sich dort für seine früheren Verbrechen vor Gericht zu stellen. Dabei kann er jedoch fliehen. In Paris ist er auf der Suche nach Credence (Ezra Miller), da er seine Macht braucht. Zeitgleich reist Newt (Eddy Redmayne) auf Anweisung von Albus Dumbledore (Jude Law) ebenfalls nach Paris und sucht dort nach Tina (Katherine Waterston). Diese ist ebenfalls auf der Suche nach Credence. Zeitgleich versuchen sie Grindelwalds Vorhaben Zauberer um sich zu scharen, um die Macht über die Nicht-Magische Welt an sich zu nehmen, zu verhindern.

Meine Meinung

Das Bangen war groß, denn die ersten Informationen zur neuen Reihe zeigten, dass sich die Filme wohl zusehends weg vom Tierwesen Film entwickeln würden. Denn im fünften Film dürfte es dann, laut Rowling, um jene große Schlacht zwischen Dumbledore und Grindelwald gehen. Nun war aber die Frage, wie sich die Filme dazwischen entwickeln. Während der erste Teil sich damit begnügt hat, hauptsächlich die neuen Charaktere vorzustellen und das neue Setting festzustecken, setzt Grindelwalds Verbrechen nun die Grundsteine für die neue Rahmenhandlung. Das dabei die Tierwesen nur noch eine untergeordnete Rolle spielen, dürfte den ein oder anderen bereits abgeschreckt haben. Da dies aber eigentlich im Vorfeld bekannt war, gab es nun im Kinosaal keine große Überraschung. Rowling ist hier wieder voll und ganz in ihrem Element und schafft nun die magische Welt der 1927er Jahre in Paris. Dabei kombiniert sie die Grindelwald-Handlung geschickt mit anderen Handlungssträngen und setzt diese in das vorhandene Universum ein. Das hier die ein oder andere Frage ungeklärt bleibt oder Diskussionsbedarf anregt, ist wohl gewollt, aber ich bin mir sehr sicher, dass Rowling für alle offenen Fragen oder Logikfragen eine Antwort bereithält. Letztendlich ist Grindelwalds Verbrechen aber nur ein Zwischenteil, um Grundsteine für die nächsten Filme zu legen. Wer hier also mit einer überfüllten Handlung rechnet, wird wohl enttäuscht.
Interessant war auch, wie Rowling Jacob Kowalski, der am Ende des ersten Teil obliviiert wurde, ihm also die Erinnerung an die magische Welt genommen wurde, wieder in den Film einbauen wollte. Dies geschieht zwar mit einer etwas unbefriedigenden Begründung, aber immerhin kehrt so unsere Identifikationsfigur zurück. Einfach ein Charakter, der mit uns zusammen über die magische Welt staunt und hinter jeder Ecke etwas Neues entdeckt. Ein bisschen Fanservice durfte dann auch nicht fehlen und so schafften es ein paar Charaktere, die der treue Harry Potter Fan zwar vom Namen her kannte, aber die bisher nicht in dieser Form auftauchten, auch in den Film. Hier ist sich Rowling sehr wohl bewusst, welche Schrauben sie drehen muss, damit die Fans weiterhin glücklich sind.
Während die Harry Potter Filme sich rein auf den Kampf Gut gegen Böse (Potter gegen Voldemort) beschränkten, wird es ab hier auch politisch, beziehungsweise tauchen geschichtliche Parallelen auf. Damit regt er aber auch gleichzeitig zum Nachdenken an.
Die wohl am heftigsten diskutierte Castingentscheidung dürfte dann wohl Johnny Depp als Gellert Grindelwald sein. Regisseur David Yates verteidigte seine Entscheidung stets und wie man nun sehen kann: Auch mit Recht! Denn Depp schafft es wie zuvor schon Ralph Fiennes als Voldemort, die Rolle nicht einfach nur zu verkörpern, sondern zu leben. Er spielt auf seinem altbekannten hohen Niveau und bringt doch noch einmal neue Züge in seinen Grindelwald und schafft damit seine beste Leistung seit Jahren – in Mord im Orient-Express hatte er sich nach seinen letzten Flops auch schon wieder erholt, jedoch noch eine übersichtliche Rolle gespielt. Hier kann man gespannt sein, was Jude Law als junger Dumbledore in den nächsten Filmen dem entgegenzusetzen hat.
Die wohl wesentlich schwierigere Castingentscheidung dürfte dann Zoe Kravitz als Lita Lestrange sein. Denn gerade in Szenen mit Redmayne und anderen guten Darstellern merkt man, wie wenig Variation sie im Gesichtsausdruck zu bieten hat.
Zu guter Letzt müssen wir noch über die Optik reden. Hier haben sich Setdesigner, Kostümschneider, die visuelle Effekte-Abteilung und Regisseur Yates wieder einmal selbst übertroffen. Die neu eingeführten Tierwesen sind einfach nur phantastisch und auch der restliche Film ist ein optischer Augenschmaus, der die magische Welt so lebendig werden lässt.

Das Fazit

Grindelwalds Verbrechen ist für das, was er erreichen wollte, nämlich Fronten klären und Grundsteine für Kommendes legen, sehr gelungen. Er schafft es trotz noch überschaubarer Handlung, mit sehr schöner Optik und hohem Spannungsgrad das Warten auf den nächsten Teil fast schmerzlich zu machen. Gerade Depp als Grindelwald weiß zu überzeugen. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.

Phantastische Tierwesen 2 – Grindelwalds Verbrechen läuft seit dem 15.11.2018 in den deutschen Kinos.

The Avengers – Infinity War – eine ausführliche Besprechung – Teil 1

Ein Vorwort

Anfang Mai habe ich bereits meine Kurzkritik zu diesem Film veröffentlicht. Da zu dem Zeitpunkt wahrscheinlich noch nicht viele den Film gesehen hatten, hatte ich meine Gedanken nur kurz stichpunktartig aufgezählt. Jetzt nach dem DVD-Release habe ich mir den Film noch einmal angesehen und möchte ihn jetzt ausführlich besprechen. Da dies aber auch wieder sehr viel Text wird, gibt es auch hier mehrere Teile. Diesmal werde ich dabei natürlich auch spoilern. Also rate ich jedem, der den Film noch nicht gesehen hat, deutlich hiervon ab!

Was bisher geschah

Im Vorfeld zum Kinostart habe ich euch alle bisher erschienen 18 Filme zusammengefasst und habe es euch in die 3 Phasen des MCU (Marvel Cinematic Universe) unterteilt.

Phase 1

Phase 2

Phase 3

Die Handlung

Thanis, der Weltenzerstörer, ist auf der Suche nach den sechs Infinity Steinen. Wenn er sie findet, reicht ein Schnipsen mit seinem Handschuh und er kann die Hälfte des Universums auslöschen. Als die Avengers und die Guardians of the Galaxy davon erfahren, setzen sie alles daran Thanos aufzuhalten.

Meine Meinung

  1. Asenschiff

Infinity War setzt nahtlos die Geschichte aus Thor Ragnarök fort. So werden wir direkt wieder auf das Asenschiff geschickt. Zur Erinnerung Hela und Surtur haben Ragnarök, den Kampf der Götter, ausgetragen und dabei Asgard komplett zerstört. Thor und seine Freunde konnten jedoch alle Bewohners Asgards auf ein Schiff evakuieren. Seitdem waren sie unterwegs, um eine neue Heimat zu finden. Bereits in der Midcredit Szene sahen wir dann das Asenschiff auf das Schiff Thanos‘ zu treffen. Inzwischen hat Thanos mit seinen „Kindern“ das Asenschiff überfallen. Wir sehen Heimdall (Idris Elba) schwer verletzt am Boden und Thor (Chris Hemsworth) in der Gewalt Thanos‘ (Josh Brolin). Somit beginnt der Film schon mit einer der schlimmsten Szenen des Films.

Schließlich taucht Loki (Tom Hiddleston) auf und erinnert Thanos an das damalige Bündnis (Hintergrund: Im ersten Avengersfilm war Loki auf Thanos Geheiß auf die Erde gekommen, um des Tesserakts habhaft zu werden und zu Thanos zu bringen. Die Avengers verhinderten dies jedoch). Nun hatte wohl jeder erst einmal wieder Panik, dass Loki sich doch wieder auf Thanos‘ Seite schlagen könnte, doch diesmal ist es nur eine versuchte List Lokis. Schließlich taucht der Hulk (Mark Ruffalo) auf („We have a Hulk!“), doch selbst dieser ist machtlos gegen Thanos und wird mit Heimdalls Hilfe auf die Erde geschickt. Loki wird schließlich von Thanos ermordet. Nach dem Verlassen von Thanos und seinen Kindern explodiert das Asenschiff.

In dieser Szene werden mehrere Sachen deutlich. Zum einen die große Liebe zwischen Thor und Loki. Diese wurde zuvor immer wieder auf eine harte Probe gestellt, denn Loki intrigierte mehr als einmal gegen Thor. Dennoch war allein die Aussicht, dass Loki ihn wieder einmal verraten könnte, sehr hart für Thor. Als dieser jedoch erkennt, dass es nur eine List ist, sieht man deutlich die Erleichterung. Leider währt dies nur kurz, da er kurz darauf mit ansehen muss, wie sein schon öfter tot geglaubter Bruder vor seinen Augen wohl endgültig(?) getötet wurde. Zum anderen wird hier deutlich wie unnachgiebig Thanos sein kann und wie stark er gleichzeitig ist. So werden die Weichen gestellt, um Thanos wirklich als starken Gegner anzusehen. Zuvor waren die Bösewichte im MCU ja eher schwach.

2. New York

Blende auf die Erde in den New Yorker Tempel. Strange (Bendict Cumberbatch) und Wong (Benedict Wong) scherzen, bis Hulk inzwischen als Bruce Banner durch die Decke stürzt. Er kann nur noch stammeln, dass Thanos auf dem Weg sei. Schnitt ins „Intro“.

Währenddessen sind Tony Stark (Robert Downey Jr.) und Pepper Potts (Gwyneth Paltrow) im Park spazieren. Strange und Wong treffen auf ihn und Banner erklärt noch einmal Thanos Kommen. Wong erklärt dann auch noch einmal für alle, worum es sich bei den Infinity Steinen handelt. Tony erklärt, dass Vision einen dieser Steine hat, er aber nicht weiß, wo er sich aufhält und dafür auch nicht bei Captain America anrufen kann (Hintergrund: In Civil War haben sie gegeneinander gekämpft, da Cap Bucky schützen wollte). Hulk wusste nicht vom Civil War und ist daher entsetzt, dass die Avengers getrennte Wege gehen.

Kurz darauf taucht ein Schiff der Thanoskinder auf. Dies bemerkt auch Peter Parker alias Spider-Man (Tom Holland). Dieser ist gerade mit seiner Klasse im Bus unterwegs und bittet seinen Freund ein Ablenkungsmanöver zu starten, damit er als Spider-Man fliehen kann. Stan Lee (Möge er in Frieden ruhen) hat hier übrigens sein Cameo als Busfahrer. So eilen Iron Man, Spider-Man, Dr. Strange und Wong zum Kampf. Nur Banner hat ein kleines Problem. Die Verwandlung zu Hulk klappt nicht.
Die Thanoskinder sind auf der Suche nach dem Zeitstein, den Strange als Kette um den Hals trägt. Dieser verteidigt ihn. Da die Thanoskinder den Stein nicht von seinem Hals kriegen, fesseln und entführen sie ihn kurzerhand. Stark und Parker folgen ihnen und schaffen es mit ins Schiff zu kommen. Wong und Banner bleiben auf der Erde zurück. Während Wong sich zurückzieht, um die Tempel weiter zu schützen, wählt Banner schließlich doch Caps Nummer.

In dieser Szenen treffen erstmals Iron Man und Dr. Strange aufeinander. Das war eins der Aufeinandertreffen, die sich Fans seit 2016 gewünscht haben. Leider sind die Dialoge zwar bissig, aber nicht so genial, wie man es sich vorgestellt hat. Stark hat deutliche Panik vor Thanos, immerhin ist er bei dem letzten Angriff (The Avengers, 2012) fast gestorben. Dies versucht er zwar zu überspielen, ist dadurch aber doch vorsichtiger.
Das zweite entscheidende ist, dass Banner sich nicht mehr in den Hulk verwandeln kann. Hintergrund dürfte hier sein, dass er nach Age of Ultron (2015) bis Thor Ragnarök (2017) durchgehend Hulk war und sich nicht zurück verwandeln konnte.
Und zu guter Letzt haben wir hier wieder Iron Man als Vaterfigur für Spider-Man. Dieser möchte unbedingt seinem großen Idol helfen und bringt sich dabei selbst in Gefahr. Stark möchte dies unbedingt verhindern, kann sich jedoch nicht durchsetzen.

3. Space

Die Guardians folgen einem Notsignal. Während Peter Quill (Chris Pratt) seinen typischen Soundtrack hört, sehen wir hier zum ersten Mal Teenager-Groot (Stimme: Vin Diesel). Sie treffen auf die Überreste des Asenschiffes. Kurz darauf „fällt“ ihnen Thor auf die Windschutzscheibe. Sie retten ihn und Drax (Dave Bautista) bewundert sogleich Thors Muskeln. Quill ist hier eingeschnappt, weil er als Anführer nicht genug respektiert wird. Thor berichtet, was passiert ist und Gamora (Zoe Saldana), als ehemalige Ziehtochter Thanos‘, berichtet kurz, wie mächtig er ist.

Thor hat einen Plan, um Thanos aufzuhalten und will dafür nach Nidavellir. Quill versucht sich zu behaupten, und ihm die dafür benötigte Raumschiffkapsel zu verweigern. Doch Rocket (Stimme: Bradley Cooper) fällt ihm in den Rücken und zusammen mit Groot begleitet er Thor. Quill, Gamora, Drax und Mantis (Pom Klementieff) beschließen Thanos in Knowhere zu stellen.

Erst einmal gab es die große Erleichterung: Thor ist bei der Explosion des Asenschiffes nicht gestorben! Dann haben wir das Aufeinandertreffen von Thor und den Guardians, die vorerst die lustigste Szene des Films ist. Hierbei trifft der Guardians Humor auf einen Avenger. Gleichzeitig werden die Weichen für zwei weitere Handlungsstränge gelegt. Nidavellir und Knowhere.

4. Schottland

Nachdem Scarlett Witch (Elizabeth Olsen) und Vision (Paul Bettany) bereits in Civil War flirteten und dann doch in unterschiedlichen Teams kämpften, haben sie sich nun eine gemeinsame Auszeit in Schottland genommen. Sie führen eine heimliche Beziehung, wissen aber nicht, wie die Zukunft aussehen wird. Kurz darauf sehen sie die Nachrichten über den Angriff in New York und wissen, dass sie sofort zurück müssen.

Soweit kommen sie aber gar nicht, denn die Thanoskinder haben sie gefunden und es auf Visions Infinitystein abgesehen. Es kommt zum Kampf, sieht für unsere beiden Avengers jedoch schlecht aus. Da kommt Hilfe in Form von Captain America (Chris Evans), Falcon (Anthony Mackie) und Black Widow (Scarlett Johannsen). Zusammen können sie Vision retten und reisen zusammen weiter.

Nach der Flirterei in Civil War und dem anschließenden Kampf in unterschiedlichen Teams war man schon gespannt, wie es mit Scarlett Witch und Vision weitergeht. Dies wurde hier kurz und schmerzlos aufgeklärt. Ansonsten dienten diese Szenen eher als Teambuilding und Zusammenführung verschiedener Avengers.

Soviel zum 1. Teil meiner ausführlichen Infinity War-Besprechung. Stay tuned 😉

Der Nussknacker und die vier Reiche

Ein Vorwort

Kurz vor der nahenden Adventszeit bringt uns Disney nun eine der ersten weihnachtlichen Filme der Saison. Bei den bis vor kurzem noch relativ warmen Temperaturen vielleicht etwas ungewohnt. Dabei bedient sich Disney sowohl E.T.A. Hoffmanns literarische Vorlage, als auch Tschaikowskis Ballett, dennoch wird eine neue Geschichte erzählt. Ob dies gelingt, erfahrt ihr hier.

Die Handlung

Clara Stahlbaum (Mackenzie Foy) leidet zusammen mit dem Rest ihrer Familie unter dem Tod ihrer Mutter. Am Weihnachtsabend ist sie daher gar nicht begeistert auf die Feier ihres Onkels Drosselbart (Morgan Freeman) zu gehen und Konversation zu betreiben. Doch bei dem alljährlichen Geschenkeauspacken folgt sie den Spuren des letzten Geschenks ihrer Mutter und landet in einem verborgenen Reich. Dort wartet ein großes Abenteuer auf sie.

Meine Meinung

Nach dem ersten Trailer war nicht so ganz klar, in welche Richtung sich Der Nussknacker und die vier Reiche entwickeln wird. Das es eine magische Geschichte wird, war klar, jedoch nicht, inwieweit sich der Film an die Vorlagen hält oder ob er eine gänzlich neue Geschichte erzählen wird. Die Antwort ist: Beides. Denn in einigen Grundzügen hält sich der Film an die Vorlagen. So tauchen altbekannte Figuren auf, wie Clara Stahlbaum, Onkel Drosselbart, der Nussknacker und auch der Mäusekönig. Jedoch ist die eigentlich erzählte Geschichte eine völlig andere. So wird das Fantasiereich in vier Bereiche unterteilt, wobei das Vergnügungsland verstoßen wurde. Die größte Änderung dürfte jedoch die Motivation der Charaktere sein. Während im klassischen Stück der Nussknacker verflucht wurde und Clara ihn rettet, indem sie sich in ihn verliebt, wird hier die gesamte Liebesgeschichte weggelassen. Der Nussknacker ist lediglich der beste Freund Claras. Es geht hier vielmehr um Vertrauen, Verrat, den Abbau von Vorurteilen und an erster Stelle auch die Verarbeitung des Todes eines geliebten Menschen. 
Das größte Augenmerk des Films ist jedoch nicht die Geschichte. Diese, wenn auch größtenteils neu, orientiert sich im Ablauf sehr stark an altbekanntem. So ist selbst die Wendung am Ende ab einem gewissen Punkt keine große Überraschung mehr. Stattdessen schafft es Disney hier einmal mehr einen Augenschmaus zu schaffen. Die gesamte Optik des Films schlägt einen in den Bann und gerade im Fantasiereich ist hinter jeder Ecke etwas neues zu entdecken. Dabei wird eine Welt, so bekannt und doch so neu, geschaffen, die Groß und Klein begeistert. Dazu schafft es Komponist James Newton Howard die bekannten Kompositionen Tschaikowskis zu adaptieren und weiterzuspinnen, sodass der Soundtrack durchgehend wie das Ballett klingt, obwohl viele Stücke komplett neu sind. Diese fügen sich damit perfekt in die Szenen ein und vermitteln im neuen Stoff ein Stück Nostalgie. 
Schauspielerisch braucht sich Mackenzie Foy nicht hinter Schauspielgrößen wie Keira Knightley und Helen Mirren zu verstecken. Im Gegenteil übertrumpft sie hier doch durch ihr zurückhaltendes Spiel Knightley sogar. Denn während Mirren altbekannt auf hohem Niveau spielt, gerät Knightley immer wieder an die Grenze zum Übertriebenen. Ist ihre Rolle zwar genau darauf ausgelegt, so legt sie noch eine Schippe drauf, sodass es mit Fortschreiten des Films immer anstrengender wird, ihr zuzusehen. 
Am Ende gibt es dann nur noch eine Sache wirklich zu kritisieren. Nämlich die nicht vorhandene Altersbeschränkung. Denn Clara trifft im Fantasiereich nicht nur auf schöne Dinge und gerade einzelne Szenen im Vergnügungsreich bedienen sich Horrorfilmelemente inklusive Horrorclowns und vom Boden verschluckte Soldaten. Dies dürfte gerade jüngere Kinder doch noch ängstigen. 

Das Fazit

Der Nussknacker und die vier Reiche erfindet das Rad nicht neu und die Geschichte erinnert an viele ähnliche Filme, dennoch gelingt es gerade durch die unglaubliche Optik und dem gelungenen Soundtrack doch einen schönen Film zu schaffen. Dafür gibt es 06 von 10 möglichen Punkten.

Der Nussknacker und die vier Reiche läuft seit dem 01.11.2018 in den deutschen Kinos.

Aufbruch zum Mond

Ein Vorwort

Mit Whiplash und La la Land hat sich Damien Chazelle nicht nur unter Musikfreunden bereits einen Namen gemacht. Doch während seine vorherigen Filme zwar beide Oscarnominierungen bekamen, waren sie nur in ausgewählten Kinos zu sehen. Sein neuster Streich Aufbruch zum Mond dagegen schaffte es nun sogar bis in die Provinzkinos. Diesmal widmet sich Chazelle Neil Armstrong, dem ersten Mann auf dem Mond, und seiner Geschichte vom Piloten und Techniker zur Legende.

Die Handlung

1961 ist Neil Armstrong (Ryan Gosling) noch Testpilot. Nach einem Schicksalsschlag in der Familie zieht er mit seiner Familie nach Florida, um dort am Gemini Projekt teilzunehmen. Damit ist er sehr früh und bei allen Vorphasen zur Apollomission dabei. Dabei verlangt ihm der Job viel ab, so dass er selten genug Zeit für seine Frau (Claire Foy) und seine Söhne hat.

Meine Meinung

Aufbruch zum Mond ist ein Film, der vieles richtig macht und daher auch zu Recht von den Kritikern in den höchsten Tönen gelobt wird. So schafft es Chazelle in seinen 142 Minuten Laufzeit 8 Jahre Raumfahrtgeschichte unterzubringen und trotzdem Zeit zu haben, um auch den persönlichen Bereich Armstrongs zu erforschen. Dabei stützt sich das Drehbuch auf das Buch First Man von James R. Hansen. Der Historiker hat selbst für die NASA gearbeitet und stützt sich auf viele persönliche Quellen und private Dokumente. Dadurch ist Aufbruch zum Mond unglaublich authentisch geraten. Dennoch werden die komplizierten Vorexperimente auch für den Laien ohne Raumfahrtstudium verständlich erklärt. Gleichzeitig schafft der Film den Drahtseilakt, um die ganzen Opfer der Vorexperimente zu erwähnen, zu würdigen und Platz für Trauer zu schaffen und dennoch das Thema nicht zu überdramatisieren. Dennoch hätte man zwischendurch einzelne Experimente abkürzend zeigen können, um so die Gesamtlänge zu kürzen.
Ebenfalls positiv zu erwähnen ist Claire Foy, die als Janet Armstrong immer im Schatten ihres berühmten Mannes stand. Hier bekommt sie zwar nicht unbedingt viel, aber doch ausreichend Spielraum, um die andere Seite zu zeigen. Denn während Neil viel Zeit in das Gemini Projekt steckt, muss Janet die Kinder fast alleine aufziehen. Dabei  ist sie auch mit den Frauen der verstorbenen Männer konfrontiert und wird zunehmend zum psychischen Wrack, da sie eigentlich nur ein normales Leben möchte und doch ständig Angst um ihren Mann haben muss. Genau diesen Zwiespalt setzt Foy gekonnt um, auch wenn sie hinter ihren gewohnten Fähigkeiten bleibt.
Ryan Gosling hingegen schafft es zwar Neil Armstrong zu porträtieren, doch gerade bei den Szenen, die eine gewisse Finesse benötigen, schwächelt er. So schafft er es nicht, wie bereits bei La la Land, seinem Charakter Tiefe zu geben.
Das größte Manko ist jedoch die Kameraarbeit. Während die Wackelkameraoptik bei den Start- und Landungsszenen noch authentisch wirkt und positiv hervorgehoben werden kann, wird dies leider auch während normaler Dialogszenen angewandt. Das führr dazu, dass sich der permanente Wackeleffekt leider auch auf die Mägen der Zuschauer auswirken kann. Zumindest ich vertrage so viel starkes Gewackel nicht und hatte am Ende mit Übelkeit zu kämpfen (auch wenn es nicht ganz so schlimm war, wie bei Hardcore…). Das führt natürlich dazu, dass ich persönlich den Film schlechter fand, als meine Begleiter, die davon nicht betroffen waren. Aber gerade in einfachen Dialogszenen hätte man die Kamera auch einfach mal stillhalten können.

Das Fazit

Aufbruch zum Mond ist in seinen Grundzügen ein gut erzählter Film mit kleineren Schwachstellen und leider einer stärkeren Schauspielerin als Nebencharakter (Foy) als der Schauspieler des Protagonisten (Gosling). Ebenfalls gibt es einen persönlichen Minuspunkt, weil mir von der Kameraführung schlecht geworden ist. Daher gibt es 07-01 von 10 Punkten.

Aufbruch zum Mond läuft seit dem 08.11.2018 in den deutschen Kinos.

Neulich in der Sneak: Nur ein kleiner Gefallen

Ein Vorwort

„Kannst du mir einen Gefallen tun?“ Wie oft hört man dieses Satz? Ich höre ihn bereits auf Arbeit mindestens einmal am Tag. Meistens sind es wirklich nur kleine Gefallen, die das Leben nicht weitreichend beeinflussen. Doch was, wenn durch einen kleinen Gefallen plötzlich das eigene Leben aus den Fugen gerät? Genau das wird in „Nur ein kleiner Gefallen“ thematisiert.

Die Handlung

Die beiden Mütter Stephanie (Anna Kendrick) und Emily (Blake Lively) könnten unterschiedlicher nicht sein. Während Stephanie Vollzeit Mama ist, ist Emily eher auf ihre Karriere als auf die Erziehung fixiert. Trotzdem freunden sich beide an. Bis Emily eines Tages Stephanie um einen kleinen Gefallen bittet. Sie solle bitte ihren Sohn Nick nach der Schule mit abholen. Doch aus diesem kleinen Gefallen entwickelt sich bald mehr, denn Emily taucht nicht wieder auf.

Meine Meinung

Nur ein kleiner Gefallen fängt zunächst als typische Mutterstudie an. Während die „perfekten“ Eltern, die es schaffen sowohl Geld zu verdienen, als auch sich ausreichend um ihre Kinder zu kümmern, über Stephanie und Emily immer nur lästern können, sind es vor allem diese beiden Charaktere, die als abschreckende Beispiele genutzt werden. Stephanie ist verwitwet und lebt von der Lebensversicherung ihres Mannes. Dadurch kann sie Vollzeitmutter sein und verschreibt sich dieser Aufgabe auch mit Haut und Haaren. Für die anderen Eltern ist sie dadurch viel zu überengagiert. Allerdings reicht das Geld aus der Lebensversicherung auch nicht ewig. Aber statt sich einen Job zu suchen, investiert sie viel Freizeit in einen Vlog, auf dem sie Rezepte und Haushaltstipps teilt. An ihren Sohn ist sie immer mit einer Kamera dran und wenn es um Schulfeste geht, würde sie am liebsten alle Organisationspunkte selbst in die Hand nehmen. Im starken Kontrast dazu steht Emily. Sie ist erfolgreiche PR-Beraterin eines angesagten Designers. Dementsprechend ist sie auch immer von oben bis unten durchgestylt. Sie führt ein pompöses Leben in einem Designerhaus, zusammen mit ihrem Mann Sean, der ein erfolgloser Schriftsteller ist und sein Geld an der Universität verdient. Mutter zu werden, gehörte wohl nicht zu ihrem Plan und so ist die Erziehung des Kindes nur Nebensache und wird auch nur halbherzig vorgenommen.
Nachdem die Mutter- und Charakterstudie beendet ist, fängt der Krimi/Thriller-Part an. Emily bittet Stephanie um den titelgebenden kleinen Gefallen und verschwindet. Stephanie versucht nun ihre Freundin wiederzufinden und nutzt dafür auch ihren Vlog. Dabei wird sie immer wieder gewarnt, nicht zu weit in Emilys Vergangenheit zu schnüffeln. Hier kippt zwar die fröhlich lockere Stimmung, die noch zu Anfang herrschte, aber der Film schafft es den Umschwung zu nutzen und einen hohen Spannungsgrad zu erzeugen. Im weiteren Verlauf des Films wird dann noch einmal das Genre gewechselt. Hier spinnen nun einzelne Charaktere verschiedene Intrigen. Allianzen werden gebildet und gleich wieder zerstört. Leider ist es das Ende, das einen starken Film dann doch ein wenig runterzieht. Zwar werden die einzelnen Fäden zusammengeführt und das Ende logisch erklärt, trotzdem sorgt die ein oder andere Szene für ein bisschen Slapstick, was nicht zum vorherigen Film passt.
Castingtechnisch wurden mit Anna Kendrick und Blake Lively genau passende Darsteller gefunden. Während Lively den nötigen Glamour versprüht, passt Kendrick zu der Vorstadtmutter. Wobei man gerade von Kendrick schauspieltechnisch doch mehr gewöhnt ist. Hier stellt sich die Frage ob die etwas schwächere Schauspielleistung gewollt ist.

Das Fazit

Nur ein kleiner Gefallen ist ein Film aus drei Genres, die nacheinander abgespielt werden und doch wunderbar zusammenpassen. Die Geschichte ist spannend erzählt und hat immer wieder interessante Wendungen. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

Nur ein kleiner Gefallen läuft ab dem 15.11.2018 in den deutschen Kinos.

Bohemian Rhapsody

Ein Vorwort

Eine Band, die noch heute weder aus dem Radio noch aus dem CD-Regal wegzudenken ist, ist Queen. Während meine Mama wahrscheinlich die Alben aus dem Stehgreif in die korrekte chronologische Reihenfolge bringen kann, laufen bei mir zumindest ab und an die Greatest Hits hoch und runter. Nun bekommt die Band mit einiger Verzögerung doch noch ihren Film. Nachdem das Projekt bereits 2010 angekündigt wurde und zunächst noch Sacha Baron Cohen als Freddy Mercury im Gespräch war, hat sich zum Glück nochmal einiges geändert.

Die Handlung

1985. Bob Geldof organisiert seine legendären Live-aid Konzerte. Queen ist einer der Gäste. Doch der Weg dorthin war lang, steinig und gerade Liedsänger Freddy Mercury (Rami Malek) hat ein Leben voller Höhen und Tiefen hinter sich. Dies ist die Geschichte der Band.

Meine Meinung

Nach der Sichtung des ersten Trailers war man sich einig. Die Wissenschaft ist soweit fortgeschritten, dass Freddy Mercury, 1991 verstorben, aus seinem Grab wiederbelebt wurde, um noch einen Film über sein Leben zu drehen. Kurz darauf folgte die Ernüchterung. Es war nicht Mercury posthum himself, sondern Rami Malek, der mit Kieferprothese sich dem typischen Erscheinungsbild Mercurys genähert hat und nach wochenlangen Trainings mit Bewegungscoaches auch den typischen Bewegungsstil sicher beherrscht. Doch nicht nur mit Malek, der in dieser Rolle voll aufgeht und über sich noch einmal hinauswächst – obwohl für seine Rolle in Mr. Robot bereits mehrfach für Preise nominiert und teilweise auch gewonnen – ist hervorragend gecastet, sondern auch der Rest der Band. Ob nun Ben Hardy als Roger Taylor, Gwilym Lee als Brian May oder Joseph Mazzello als John Deacon, alle sind ihrem Vorbild wie aus dem Gesicht geschnitten. Während des Abspanns war dann ein Liveausschnitt der realen Band zu sehen. Dass man kaum Unterschiede zu den Filmversionen gesehen hat, dürfte so ziemlich alles über den Cast aussagen. Abgerundet wird er mit Aiden Gillen als Manager, Tom Hollander als Anwalt und Allen Leech als Paul Prenter.
Handlungstechnisch bildet das Live-aid Konzert den Auftakt und das krönende Finale. Zwischendurch wird chronologisch die Bandgeschichte von der Gründung, zum ersten Plattenvertrag, zu den einzelnen Hitsingles und Alben bis zu Mercurys Soloversuch erzählt. Das ein paar kleinere zeitliche Patzer drin sind, dürfte wohl nur dem Hardcore Queen Fan auffallen. Und dramaturgisch war es eine gute Entscheidung alle 11 Nummer 1 Hits der Band in den Film zu packen und auch Mercurys AIDS Diagnose zu erwähnen, wenn auch nicht zu dramatisieren.
Ferner geht es neben der reinen Bandgeschichte auch um die zwischenmenschlichen Töne. Hier ist Mercury deutlich im Mittelpunkt. Denn seine Geschichte mit Partyexzessen, Drogen und wechselnden Liebhabern ist nun einmal am buntesten zu inszenieren. Dennoch hält sich der Film ziemlich zurück, was die Darstellungen angeht.
Letztendlich ist Bohemian Rhapsody mit seinen 135 Minuten eine mitreißende und spannende Hommage an Queen, die nicht nur Fans begeistert.

Das Fazit

Bohemian Rhapsody wirbt mit den bekannten Liedern Queens, überzeugt jedoch mit einem exzellenten Cast und einem guten Riecher für eine gute Dosis Drama und Humor. Dafür gibt es 08 von 10 Punkten.

Bohemian Rhapsody läuft seit dem 31.10.2018 in den deutschen Kinos.

Rückblick auf den Oktober

Im Gruselmonat Oktober habe ich mich selbst zwar relativ wenig gegruselt. Bei Ma-Go ging es dann schon wesentlicher Horrormäßiger zu, mit seiner Reihe „31 Blogger’s Gruselstories“. Zu dieser Reihe schrieb ich auch einen Beitrag. Wer also wissen will, wieso ich meinen ersten Horrorfilm mit meiner ersten Achterbahnfahrt verglichen habe, kann es hier nachlesen. Ansonsten ging es in diesem Monat auf Dienstreise – Lanzarote und Fuerteventura wurden erkundet. Was medientechnisch bei mir los war, erfahrt ihr nun in meinem Monatsrückblick:

Sneak Preview

Der Vorname: Ein Gruppe Freunde trifft sich zum Abendessen. Dabei wird der Vorname des noch ungeborenes Nachwuchs eines Paares preisgegeben. Doch dieser sorgt für allerlei Diskussionsbedarf. Regisseur Sönke Wortmann weiß zu überzeugen und erschafft ein gelungenes Kammerspiel mit starken Darstellern und interessanten Charakteren.

25 km/h: Zwei Brüder treffen sich nach 30 Jahren wieder. Beide haben sich sehr unterschiedlich entwickelt, beschließen aber den Roadtrip, den sie als Kinder geplant haben, endlich nachzuholen. Dabei vereint der Film Roadmovie mit Feel good und einer gesunden Portion Drama. Regisseur Goller weiß, wann er nachbohren muss und wann er ein Thema ruhen lassen sollte.

Filme – auf großer Leinwand gesehen

A Star is born: Er ist ein in die Jahre gekommener Musiker, der sein Leben in Alkohol ertränkt, sie schafft es durch ihn entdeckt zu werden. Eine Liebesgeschichte mit allen Höhen und Tiefen. Der Film ist mehr als eine Liebesgeschichte und mehr als ein Musikfilm. Er kombiniert so viele Themen und erzählt eine Geschichte mit allen Facetten, mit allen Höhen und Tiefen. Dabei beleben die beiden Hauptdarsteller Cooper und Gaga den Film.

Venom: Journalist Eddie Brock, untersucht einen Fall bei der Life Foundation. Zurück kommt er mit einem Symbionten namens Venom, der sich in ihm eingenistet hat. Venom hat zwar einige Schwachstellen, die jedoch während des Sehens nur bedingt stören und erst im Nachhinein wirklich ins Gewicht fallen. Dennoch ist es schade, dass die ständigen Regisseurwechsel das Potential des Films so klein gehalten haben.

Johnny English – man lebt nur dreimal: Ein Hackerangriff legt die Identitäten aller von Großbritannien im Einsatz befindlichen Agenten offen. Nun muss der MI7 sich Alternativen überlegen. Zum Glück hat Johnny English gerade Zeit. Johnny English 3 ist genau das, was man erwartet. Ob es einen dritten Teil noch gebraucht hätte, dürfen die Fans entscheiden.

Filme – auf großem Fernseher gesehen

Im Zuge meiner Reihe „Filme, die musst du gesehen haben“, sichtete ich noch Zwielicht und Alice im Wunderland. Details sind hier zu finden.

Jumanji 2: Im letzten Monat sah ich das erste Mal das Original und ließ nun den zweiten Teil folgen. Mich konnte noch immer die Handlung und vor allem die Besetzung begeistern!

Mary Poppins: In Vorbereitung auf den zweiten Teil, den Disney uns demnächst im Kino zeigt, ließ ich mich noch einmal von Julie Andrews bezaubern.

Das Belko-Experiment: Die Angestellten einer Firma werden ohne Vorwarnung in ihr Bürogebäude eingesperrt. Dann bekommen sie die Anweisung eine gewissen Anzahl ihrer Kollegen zu töten. Das Belko-Experiment beleuchtet zum einen wie sich verschiedene Menschen verhalten, wenn sie in so einer Situation stecken. Töten oder möglicherweise selbst getötet zu werden. Zum anderen erfreut sich der Film aber auch einfach an großen Abschlachtszenen.

The Tale – Die Erinnerung: Eine Frau findet Briefe aus ihrer Kindheit und merkt, dass sie große Teile ihrer Kindheit verdräng hat. Schnell merkt sie auch, warum. Sie wurde als Kind sexuell missbraucht. The Tale erzählt die Geschichte in einzelnen Schnipseln. Dabei ist das erzählte schon sehr krass und wird von Hauptdarstellerin Laura Dern gut rübergebracht.

The Avengers – Infinity War: Nach dem DVD Release des dritten Avengers Abenteuer musste ich den Film unbedingt noch einmal sehen, um meine Meinung zu überprüfen. Ja, immer noch sehr guter Film!

Filme – leider in diesem Monat verpasst

Bad times at the El Royal: Sieben Fremde treffen in einem Hotel zusammen. Jeder hat eine andere Geschichte und andere Geheimnisse. Der Trailer sah schon sehr interessant aus und auch der Cast lässt einiges erhoffen.

Hunter Killer: Von Filmen mit Gerard Butler lass ich eigentlich gerne die Finger, nachdem seine letzten Filme allesamt floppten. Gary Oldman hingegen ist ein Schauspieler, den ich sehr gerne sehe. Was auch Hunter Killer interessant macht.

Filme, die es ganz knapp nicht in die Liste geschafft haben: Werk ohne Autor, Gänsehaut 2, Abgeschnitten

Serien – ein  kurzer Überblick

Im Oktober habe ich drei Serien beendet. Zum einen Elementary mit der vierten und fünften Staffel. Bis zum Ende hohes Niveau und interessante Fälle. Ich erwarte nun sehnsüchtig die sechste Staffel. Zum anderen Rick & Morty mit der dritten Staffel. Die Serie ist zwar vollkommen verrückt, aber hat trotzdem Suchtpotential. Auch hier erwarte ich nun die nächste Staffel. Und zu guter Letzte The A-Team. Die fünfte Staffel war zwar vom Konzept her ganz anders als die ersten vier, aber trotzdem noch spannend. Ich hätte gerne mehr gesehen, aber die Serie ist damit endgültig beendet. Neu gesehen habe ich die erste Staffel von Glow. Die Serie über weibliche Wrestler ist zwar irgendwo interessant und gut gemacht, aber so der letzte Funke ist nicht wirklich übergesprungen. Auf Empfehlung meines Freundes habe ich Rick & Morty mit Adventure Time ersetzt. Auch diese Serie ist einfach nur abgedreht, aber mit ihren gerade mal 10 minütigen Folgen super zum durchsuchten. Und zu guter Letzt habe ich noch Netflix neue Serie All about the Washingtons gesehen. Leider war die Serie nicht so lustig wie ich erwartet hätte.

Mein Lesemonat:

Bücher insgesamt: 2
Seiten insgesamt: 1104
Seiten pro Tag: ca. 35 pro Tag
Taschenbücher: 1
Manga: 1

Death Note – Band 4: Die Geschichte rund um Light und seinen Todesgott ist zwar immer noch interessant, aber ich merke, dass ich vielleicht zwischen den Bänden etwas Zeit verstreichen lassen sollte.

Christine: Mein inzwischen vierter Stephen King Roman hielt mich den gesamten Oktober über in Atem. So habe ich wohl doch Gruseloktober „gefeiert“. King schafft es wieder ein völlig normales Szenario – ein Autokauf – in eine Horrorgeschichte zu verwandeln und dabei die typischen Entwicklungen eines Mannes am Ende seiner Highschool-Zeit mit einzubeziehen.

Venom

Ein Vorwort

Nachdem Sony und Marvel mit den beiden Deadpoolteilen bereits große Erfolge einheimsen konnten, war die Comicfilmwelt wohl für einen weiteren Antihelden bereit. Und zunächst schien ja auch alles gut zu laufen. Der erste Trailer sah technisch gut gemacht aus und Tom Hardy dürfte wohl auch die Idealbesetzung sein. Doch dann kamen die ersten Pressestimmen und berichteten von einem Totalausfall. Das konnte ich nicht glauben und musste mir sogleich ein eigenes Bild machen. Wie schlecht ist Venom also wirklich?

Die Handlung

Der Journalist Eddie Brock (Tom Hardy) ist nach einem misslungenem Interview in Ungnade gefallen und hat Job und Verlobte verloren. Als nun eine Mitarbeiterin von der Life Foundation zu Brock kommt, eben jener Firma wegen der sein Leben eine drastische Wendung nahm, und ihm erzählt, dass die Anschuldigungen wahr sind und der CEO Dr. Carlton Drake (Riz Ahmed) Experimente an Menschen durchführt, muss sich das Brock genauer ansehen. Von seinem Ausflug kommt er mit einem Parasiten wieder. Der Symbiont Venom hat sich in Brock eingenistet. Nun versuchen beide miteinander klar zu kommen und gleichzeitig Drake davon abzuhalten, das Ende der Welt einzuläuten.

Meine Meinung

Als die Nachricht eintraf, dass sich Sony an einem Venomfilm versucht, war die Verwirrung zunächst groß. Denn Disney, genauer Marvel, hatte sich die Rechte für ihren Spider-Man zurück gesichert und mit Spider-Man Homecoming ihren eigenen Teil verfilmt. Venom als Hauptgegner Spider-Mans gehöre doch eigentlich dazu, so nahm der treue Comicleser an. Immerhin gibt es auch kein Batman ohne seinen Joker. Doch Marvel hatte sich nicht die Rechte an allen Spider-Man Gegnern gesichert. So konnte in Homecoming the Vulture auftauchen, aber Sony nun einen Venom Solofilm herausbringen. Spätestens ab hier sind die ersten Comicleser vom Projekt abgesprungen. Ein Venom Film ohne Spider-Man wäre nicht möglich. Doch Sony ließ sich nicht unterkriegen und versucht sich gegen die Konkurrenz aus dem Hause Marvel zu wehren.
Zunächst wurde Tom Hardy als Venom/Eddie Brock verpflichtet. Das stimmte viele schon wieder milde, immerhin ist Hardy als sehr guter Schauspieler bekannt. Verzückt von der Aussicht an Hardys Seite zu spielen, ließ sich auch Michelle Williams verpflichten, die ihr hohes schauspielerisches Niveau spätestens in den oscarnominierten Filmen Manchester by the Sea und Alles Geld der Welt bewies. Das war dann aber auch schon das Ende der ruhmreichen Entstehungsgeschichte. Es folgten Regisseurwechsel, Drehbuchumschreibungen, Nachdrehs. Bei dem treuen Kinogänger schrillten die Alarmglocken. Denn ähnliches ist vor allem aus dem DC Extended Universe bekannt und auch die Filme fielen fast alle bei Zuschauer und Kritikern durch. Doch wie wirkte sich das nun auf den Film aus?
Man merkt schon deutlich, dass einige Regisseure sich am Film versucht haben. So gibt es mehrere Teile des Films, die deutlich eine andere Handschrift tragen. Am Ende ergibt sich zwar ein schlüssiger Film, aber die unterschiedlich ausgeprägten Teile, mal actionlastiger, mal dialoglastiger, hätten durchaus dynamischer gestaltet werden können. Bei der Charakterisierung merkt man dann, warum zu viele Köche den Brei einfach verderben. Denn zunächst ist Eddie Brock ein willensstarker Journalist, der sich nichts sagen lässt und überall die Oberhand behält. Und dann verliert er Job und Verlobte und schon hängt er nicht einfach nur durch, sondern gibt das Bild eines typischen Versagers, der sich leicht beeinflussen lässt. Gleiche nicht nachvollziehbare Sprünge gibt es auch bei dem Symbionten Venom, der von einer Szene auf die andere erst die Welt vernichten und dann auch einmal retten will. Hier fehlt die konsequente Linie.
Handlungstechnisch ist Venom sehr einfach aufgebaut und folgt dem typischen Schema eines Superheldenfilms. Gerade hier hätte Venom mutiger sein dürfen. Wir haben einen markanten Antihelden verkörpert von einem sehr guten Schauspieler. Daraus hätte man mehr machen können. Stattdessen wird sich auf altbekanntes verlassen. Frei nach dem Motto, eine Prise Drama, ein Löffel Humor und ein Liter Action. Vielleicht hätte man das Rezept gerade, was den Humor angeht, ändern sollen. Denn wirklich witzig sind nur die Dialoge zwischen Brock und seinem „Parasiten“. Hier hätte man sich entweder darauf einigen sollen, den knallharten Actionfilm zu drehen, den man angekündigt hat, oder man hätte sich in Deadpoolmanier darauf einigen sollen, den Film auch wirklich witzig zu machen. Aber so sieht Venom wie schon die Filme des DC Extended Universe allesamt so aus, als würden sie dem großen Konkurrenten Marvel hinterherlaufen, aber einfach nicht an ihn heranreichen können. Blöd natürlich, dass Venom der Auftakt von Sonys neuem „Sony’s Universe of Marvel Charakters“ werden sollte. Ob die Idee auch direkt wieder eingestampft wird, wie Universals Versuch seines Dark Universe, nachdem der Startfilm „Die Mumie“ absolut gefloppt ist?
Was Venom ebenfalls fehlt sind die intelligenten Dialoge, gerade am Anfang. Wer auch immer diese Dialoge geschrieben hat, kann froh sein, dass Hardy und Williams es schaffen diese nur halbwegs lächerlich klingen zu lassen, was schon wieder ein großes Lob an die Darsteller ist. Denn gerade in einer romantischen Restaurantszene am Anfang zwischen den beiden, sind die Dialoge einfach nur unterirdisch.
Womit wir wieder einmal auf Michelle Williams zu sprechen kommen. Denn ihre Rolle verdient eindeutig mehr Aufmerksamkeit, als sie bekommt. Denn sie ist tatsächlich ein Love interest, der mehr als nur schreiend wegrennen kann. Sie arbeitet hart an ihre Karriere und verlässt Brock, sobald er ihr nicht mehr guttut. Dennoch ist sie besorgt und hilft ihm, nachdem er sich den „Parasiten“ eingefangen hat. Sie wird in den Kampf mit reingezogen, ohne spezielle Kräfte zu haben. Trotzdem gewinnt sie den Endkampf sogar mehr oder weniger, weil sie als einzige den Kopf und nicht die Muskeln eingesetzt hat. Klar wird sie gerne zurückgelassen, um eben nicht in Gefahr zu geraten, doch sie lässt sich vom Machogehabe der Männerriege nicht unterkriegen. Wie gesagt, ich hätte mir gerne mehr Szenen mit ihr gewünscht!
Zu guter Letzt sollten wir noch über den großen Endkampf reden. Denn dieser ist visuell zwar sehr schön anzusehen, wenn zwei Symbionten gegeneinander kämpfen, doch leider sind die beiden Symbionten farblich sehr ähnlich gestaltet, so dass man schnell den Überblick verloren hat, welches Körperteil nun zu wem gehört. Dadurch verliert man leider auch ein wenig das Interesse am Kampf, weil man ihn nicht nachvollziehen kann.

Das Fazit

Venom ist definitiv nicht der Totalausfall, wie die ersten Kritiken befürchten ließen. Er hat zwar einige Schwachstellen, die jedoch während des Sehens nur bedingt stören und erst im Nachhinein wirklich ins Gewicht fallen. Dennoch ist es schade, dass die ständigen Regisseurwechsel das Potential des Films so klein gehalten haben. Dafür gibt es 06 von 10 möglichen Punkten.

Venom läuft seit dem 03.10.2018 in den deutschen Kinos.

Johnny English – Man lebt nur dreimal

Ein Vorwort

Die Rolle seines Lebens hatte Rowan Atkinson wohl als Mr. Bean. Zumindest muss ich jedes Mal an diese Figur denken, wenn ich Atkinson sehe. Da ich mit Mr.. Bean überhaupt nichts anfangen kann und dem Humor überhaupt nichts abgewinnen kann, mache ich normalerweise einen großen Bogen um alle Werke Atkinsons. So habe ich auch noch nie die Johnny English Teile gesehen. Bis ich aus irgendeinem Grund im Kino saß, um mir den dritten Teil anzugucken.

Die Handlung

Ein großer Hackerangriff deckt die gesamten Decknamen der aktiven britischen Spione auf. In ihrer Verzweiflung sucht das MI7 nach inaktiven Spionen und nach einem Zwischenfall bleibt nur noch einer übrig: English, Johnny English (Rowan Atkinson). Zusammen mit seinem treuen Freund Bough (Ben Miller) versucht er den Hacker zu identifizieren. Zunächst ist er aber mit der neusten Technik etwas überfordert.

Meine Meinung

Im Ganzen Dschungel der Prequels und Sequels, die jedes Jahr über den Kinohimmel hineinbrechen, ist es mitunter schon schwierig herauszufiltern, welche Sequels sind sinnvoll und welche nicht. Bei Johnny English ist das schwierig zu sagen (vor allem wenn man die ersten Teile nicht kennt). Letztendlich ist es eine Parodie auf James Bond, wenn dieser nicht mit der Technik mitgewachsen wäre. Also praktisch ein Sean Connery James Bond, dem man ein Smartphone vor die Nase hält und ihn mit virtuell Reality konfrontiert. Dies birgt durchaus ein großes Humorpotential, zumal English die neue Technik konsequent ablehnt und versucht mit den alten Methoden zurecht zu kommen. Aber wie bei vielen Parodien wird es ab einem gewissen Punkt einfach nur noch übertrieben und zieht damit alles ins Lächerliche. Die Handlung an sich ist dabei sehr simpel gehalten und leider auch sehr vorhersehbar. Ein Hackerangriff auf Großbritannien. Und wer zusätzlich zu English zur Hilfe gerufen? Ein Großunternehmer, wie Steve Jobs, dessen Angebote alle darauf ausgelegt sind, möglichst viele Daten von seinen Nutzern zu sammeln, um seine Algorithmen zu füttern. Na, wer sieht das Ende noch nicht vor sich?
Letztendlich liefert Johnny English 3 genau das, was die Vorgänger und der Trailer versprechen. Vielleicht sogar ein bisschen mehr, weil einige Szenen wirklich witzig sind und nicht dieses gewollte übertriebene Witzig. Einfache Handlung, Rowan Atkinson mit seiner typischen Art und ein Bondgirl, äh ich meine English-Girl, runden den Film in seiner Einfachheit ab. Dazu kommt noch eine Emma Thompson, die man einfach in jeder Rolle lieben muss, auch als leicht naive Premierministerin.
Was jedoch wirklich schade ist, ist, dass in Johnny English 3 die Idee für einen viel besseren Film schlummert. Denn ähnlich wie im deutschen Kundschafter des Friedens, werden zusätzlich zu English auch drei Agenten, die wegen ihres Alters im Ruhestand sind, einberufen. Diese werden leider sehr schnell auch wieder entlassen, doch mit Michael Gambon (Dumbledore in den Harry Potter Filmen), Charles Dance (Tywin Lannister in Game of Thrones) und Edward Fox (Taboo) wurde schon ein interessanter Cast geschaffen. Wenn man diese nun statt English mit der neuen Technik vertraut gemacht hätte, wäre es wohl durchaus noch eine Komödie geworden, aber mit weniger Slapstick. Also praktisch ein britisches Kundschafter des Friedens (der leider nicht wirklich ausgereift ist, aber mit dem typischen britischen Humor und dem Cast, hätte ich ihn mir auf jeden Fall angesehen!).

Das Fazit

Johnny English 3 ist genau das, was man erwartet. Ob es diesen dritten Teil noch gebraucht hätte, dürfen die Fans entscheiden. Von mir gibt es 05 von 10 möglichen Punkten.

Johnny English – man lebt nur dreimal läuft seit dem 18.10.2018 in den deutschen Kinos.

Filme, die musst du gesehen haben #2 – Alices Filme

Es ist tatsächlich schon über zwei Jahre her, dass ich diese Kategorie ins Leben gerufen habe, damals mit den Filmen meines damaligen Kollegen Jan. Seitdem standen zwar einige Filme bei mir herum, aber erst jetzt habe ich alle gesehen, die mir meine beste Freundin Alice in die Hand gedrückt hat. 

Was ist „Filme, die musst du gesehen haben“?

Immer wieder höre ich von Freunden, wenn ich mich mit ihnen unterhalte, „Was den Film kennst du nicht! Aber den muss man doch gesehen haben!“. Um diese Aussagen zu überprüfen, bitte ich immer wieder Freunde darum, mir doch genau diese Filme zur Ansicht zu geben. Hier erfahrt ihr nun, ob sie meiner Meinung nach Recht haben, oder eher nicht.

20181004_211403

1 – Cry_Wolf

Owen kommt neu an ein Elite-Internat, nachdem er von seiner letzten Schule geflogen ist. Er findet schnell Freunde in dem sogenannten „Lügenclub“, die er schnell in deren eigenem Spiel schlägt. Da gleichzeitig eine Schülerin vermisst und später ermordet aufgefunden wird, beschließt der Club die Sage vom „Wolf“ zu erfinden, einem Serienmörder. Letztendlich glaubt Owen sich aber selbst verfolgt und denkt, dass der Mörder des Mädchens dahinter steckt.

Diesen Film habe ich bereits 2016 zum Horroroctober besprochen (seitdem lagen die Filme auf meinem Schreibtisch). Hier meine damalige (und damit aktuellere) Bewertung: Bei Cry_Wolf  wird ein vermeintlicher Serienkiller erschaffen, der wenig später wirklich auftaucht. Nur leider mangelt es dem Film an guten Ideen, die zur Spannung beitragen könnten. So verläuft er sich in eine Aneinanderreihung von vorhersehbaren Ereignissen ohne Spannung zu erzeugen und schafft eine so große Distanz zwischen Charaktere und Publikum, dass einem selbst der Ausgang des Films komplett kalt lässt.

2 – Sucker Punch

Ein Mädchen wird nach dem Tod ihrer Mutter durch ihren Stiefvater in eine psychiatrische Einrichtung für eine ungenehmigt Lobotomie eingeliefert. Um damit umzugehen generiert ihr Unterbewusstsein eine alternative Handlung. Babydoll, wie das Mädchen nun heißt, wird in ein Bordell geschickt. Dort kann sie andere durch ihren Tanz bewusstlos machen. Können sie und die anderen dadurch aus dem Bordell fliehen?

Zack Snyder schaffte es mit seinem Dawn of the Dead und seinem die Legende der Wächter meine Bewunderung zu wecken. Allerdings ist er auch verantwortlich für das nicht gerade gut laufende DC Extended Universe (Man of Steel, Dawn of Justice & Justice League). Bei Sucker Punch hat er nun auch noch das Drehbuch geschrieben und sich dabei anscheinend einmal komplett ausgetobt. Dadurch entstand dieser Film mit drei Handlungsebenen, also einem Film im Film eines Films. Während Inception jedoch noch immer Vorreiter ist, um mehrere Handlungsebenen geschickt zu verknüpfen, bleibt Sucker Punch leider am Ende nur ein netter Versuch. Denn insgesamt ist er zwar nett zu interpretieren, aber leider doch viel zu abgedreht. Die einzelnen Ebenen scheinen nur bedingt etwas miteinander zu tun zu haben und Snyder scheint sich auch einfach einmal bei der Action und den Effekten ausgetobt zu haben. So bleibt ein Film zurück, bei dem man nur mit den Schultern zucken kann, was genau das denn nun sollte. Vor allem die Tonmischung ist auf der Bluray-Fassung extrem schlecht. Denn während man die Dialoge kaum verstehen konnte, befürchtet man bei den Actionsequenzen, dass selbst den Nachbarn noch die Trommelfälle platzen könnten.

3 – Alice im Wunderland (2009)

Alice (Caterina Scorsone) folgt ihrem entführten Freund Jack (Philip Winchester) in ein Land hinter einem Spiegel. Dort muss sie sich der Herzkönigin (Kathy Bates) stellen und hat nur Hilfe vom Hatter (Andrew Lee Potts). 

Hierbei handelt es sich um eine britische Fernsehfilmfassung und Adaption von Lewis Carolls Alice im Wunderland. Dabei pickt sich Regisseur und Drehbuchautor Nick Willing jedoch nur einzelne Brotkrumen der ursprünglichen Geschichte heraus und inszeniert eine völlig abstruse Geschichte (man kann sie leider nicht mehr verrückt nennen, was ja noch gepasst hätte) und verirrt sich in seinen Handlungssträngen, so dass diese auch irgendwann einfach nicht mehr spannend sind. Auch schauspielerisch hat der Film leider wenig zu bieten. Das einzige, was überhaupt überzeugen kann, ist die sehr eigenwillige Optik. Hier findet man doch teilweise noch einmal eine schöne Neuinterpretation von Wunderland. Der Film ist in zwei Teile unterteilt und beide gehen ca. 90 Minuten. Herausgekommen ist eine Geschichte, die sich auf 3 Stunden erstreckt, aber allerspätestens nach 2 Stunden fertig erzählt wäre, mit ein paar geschickten Änderungen vielleicht auch schon nach 90 Minuten. Aber so ist die kaum vorhanden Handlung noch einmal künstlich aufgebläht.

4 – Wild Things

Der allseits beliebte Lehrer Sam Lombardo (Matt Dillon) wird beschuldigt eine Schülerin vergewaltigt zu haben. Die Detectives Ray Duquette (Kevin Bacon) und Gloria Perez (Daphne Rubin-Vega) beginnen gegen den Lehrer zu ermitteln, was seine Karriere ruiniert. Doch in der Gerichtsverhandlung kommt alles anders. Was ihr wahr und was nicht?

Wild Thing ist einer dieser Filme bei denen man vorab nicht so viel von der Handlung wissen sollte, damit er funktioniert. Denn die Handlung macht nach ca. der Hälfte eine 180° Wendung. Leider spielt er ein bisschen zu viel mit diesen Wendungen und irgendwann ist es alles einfach nicht mehr glaubhaft. Letztlich ist er für das, was er erzählen wollte auch einfach viel zu lang geraten. Obwohl der Film nur 103 Minuten Lauflänge hat, hat er viele Längen und kann die Spannung nicht wirklich halten. Trotzdem hat er eine interessante Handlung und ein Blick lohnt sich doch mal.

5 – Zwielicht

Staranwalt Martin Vail (Richard Gere) übernimmt einen Fall pro bono, der eigentlich so gar nicht in sein Beuteschema passt. Aaron Stampler (Edward Norton) ist ein schüchterner Messdiener und wird beschuldigt den Erzbischof von Chicago brutal ermordet zu haben. Vail versucht einen Freispruch zu bekommen, da er sich nicht vorstellen kann, dass Stampler dazu fähig wäre, doch die Beweise sprechen gegen ihn.

Zwielicht kommt als typisches Gerichtsdrama daher. Doch unter der oberen Schicht steckt noch viel mehr. Was das genau ist, werde ich hier nicht näher erläutern, denn auch Zwielicht lebt davon, dass man nicht allzu viel von der Handlung weiß. Mich hat der Film wirklich überrascht und konnte mich durchaus begeistern. Schauspielerisch ist es vor allem Edward Norton, der hier sein Schauspieldebut gibt und zugleich einen Golden Globe gewann und für einen Oscar nominiert wurde.

6 – Donnie Darko

Der 16-jährige Donnie Darko überlebt einen Unfall nur, weil ihm in der Nacht zuvor ein Mann im Hasenkostüm erschienen ist, der ihn aus dem Haus gelockt hat. Seitdem erscheint ihm immer wieder der Hase und gibt ihm verschiedenen Anweisungen, die Auswirkungen auf die Menschen in seinem Umfeld haben.

Donnie Darko war so ein Film, von dem ich bisher sehr viel positives gehört hatte, ihn aber selbst nie gesehen hatte. Bei den von Alice ausgesuchten Film ist er auch mein Favorit geworden. Denn er vereint die typischen Teenagerdrama-Elemente mit Science-Fiction und bringt sie aber auch noch auf eine psychologische Ebene. Dabei überzeugt vor allem Jake Gyllenhaal als Donnie. Den Film genauer zu beschreiben ist eigentlich unmöglich. Man muss ihn einfach gesehen haben!