Der wilde Roboter

Ein Vorwort

Nachdem Vorreiter Disney selbst mit Pixar in letzter Zeit überwiegend hinter den Erwartungen zurückgeblieben ist, trauen sich nun die anderen Studios mit ihren Geschichten in die Kinos und schaffen es neue originelle Geschichten anzubieten. So nun Dreamworks, die sich endlich von ihren immergleichen Charakteren gelöst haben und mit der wilde Roboter einen Volltreffer gelandet haben. Warum das so ist, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Fanart des Kinotitels und Kinoticket auf einer Filmklappe

Die Handlung

Nach einem Schiffsunglück landet der Roboter Rozzum 7134 auf einer einsamen Insel. Diese ist fernab von Menschen, aber dafür voller Tiere. Da der einzige Existenzgrund für einen Rozzum das Erledigen von Aufgaben ist, versucht sie diese in der Tierwelt zu finden, was zu einigen Missverständnissen führt. Bis sie auf ein Gänseei trifft und die Aufgabe bekommt sich um das Küken zu kümmern.

Meine Meinung

Seit 1998 versucht sich Dreamworks als Konkurrent zu Disney und Pixar und stieg sehr schnell auf computeranimierte Filme um. Dabei waren es eher ihre großen Franchises und Reihen, die funktionierten, dafür aber bis zum bitteren Ende ausgeschlachtet wurden. Shrek, Madagascar, Kung Fu Panda oder auch Drachenzähmen leicht gemacht, sind da sehr prominente Namen. Doch zwischendurch sind es die kleineren Filme, die überraschen können. So zuletzt geschehen mit Der wilde Roboter.
Hier wurde sich ein Buch als Vorlage genommen und mit Chris Sanders einem  alten Disney-Veteranen, der mit dem Konzern aber inzwischen eher auf Kriegsfuß steht und bei Dreamworks auf mehr künstlerische Freiheit hoffte. Und das konnte er hier auch ausleben. Mit Einflüssen von niemand geringerem als Ghibli-Legende Hayao Miyazaki und auch des Malers Claude Monet wird hier eine wunderbare Optik geschaffen. Zusammen mit der supersüßen Geschichte des Kinderbuchautors Peter Brown kam ein Animationsfilm, der mit ziemlicher Sicherheit Kandidat für den nächsten Oscar ist.
Aber fangen wir noch einmal von vorne an. Zunächst erfahren wir über Ort und Zeit des Films nicht viel, aber wir lernen mit Rozzum 7134 eine künstliche Intelligenz kennen, die darauf programiert ist, alle möglichen Probleme zu lösen. Die Tierwelt ist ihr unbekannt und so tappt sie zunächst in allerlei Fettnäpfchen. Erst später lernt sie mit den Tieren zu kommunizieren, was aber nur bedingt hilft, da ihre Lebensweise sich noch immer stark von den Tieren unterscheidet. Ihr einziger Daseinsgrund ist es Aufgaben zu erledigen, aber die Tiere haben eher Angst vor ihr.
So ist es eine Geschichte über das Anders sein, über das Ausgeschlossen werden und wie man sich dennoch annähert. Es geht um Freundschaft, um Hilfsbereitschaft, um die Evolution, um Familie und das ganze in einer menschenfreien Insel. Dabei ist alles sehr liebevoll verpackt, auch wenn einige Dialoge doch etwas schwarzhumorig geraten sind, was aber wohl eher den erwachsenen Zuschauenden auffallen dürfte. Denn trotz der Vielzahl der Themen ist der Film an keiner Stelle überladen, sondern baut sich Stück für Stück auf.
Manche Themen werden auch erst später noch mit eingeworfen und bringen den Film noch einmal auf eine weitere Ebene. Und auch, wenn er größtenteils auf einer guten Humorebene läuft, sollte man die Taschentücher nicht vergessen.

Das Fazit

Der wilde Roboter vereint Humor, eine gute Aufarbeitung von Themen, wie Familie, Freundschaft und Evolution, und eine gute Portion Drama und ist so einer der innovativsten und intensivsten Animationsfilme der letzten Jahre. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.

Der wilde Roboter läuft seit dem 03.10.2024 in den deutschen Kinos

Alles steht Kopf 2

Ein Vorwort

Pixar war irgendwie nie das Studio, was meine Lieblingsfilme produzierte. Mit Toy Story, dem Steckenpferd, konnte ich nie etwas anfangen und nach ein paar ganz süßen Filmen, wie Findet Nemo, kamen auch nicht so die Filme, die mich unbedingt interessierten oder begeistern konnten. Bis 2015 Alles steht Kopf heraus kam. Der Film konnte mich nachhältig begeistern und hat einen ewigen Platz in meinem Herzen bekommen. Umso aufgeregter war ich, dass nun nach fast 10 Jahren doch noch ein zweiter Teil herauskam. Gleichzeitig war die Angst groß. Was, wenn er mit meinen Erwartungen nicht mehr mithalten konnte? Ob diese Befürchtung berechtigt ist oder nicht, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Riley ist inzwischen 13 Jahre alt und plant mit ihren Freundinnen an einem Eishockey-Camp teilzunehmen. Doch dort eröffnen ihre Freundinnen ihr, dass sie im nächsten Jahr nicht auf die gleiche Highschool gehen werden. Gleichzeitig herrscht in Rileys Kopf helle Aufregung, denn nicht nur wurde die Kontrollkonsole der Emotionen angepasst, es ziehen auch vier neue Emotionen ein. Und gerade Zweifel versucht das beste aus Rileys Situation rauszuholen, sieht in Freude aber eine Bedrohung. Kann das gut gehen?

Meine Meinung

Während wir im ersten Teil die Emotionen Freude, Ekel, Wut, Angst und Kummer kennenlernten und die Probleme nach einem Umzug in eine neue Stadt durchlebten, steht nun die Pubertät vor der Tür. Riley durfte also auch in der Zeit zwischen den Filmen wachsen und sich weiter entwickeln.
Und wie es so in der Pubertät üblich ist, treten die Emotionen wesentlich stärker auf, die Stimmungsschwankungen sind größer und ganz neue Probleme treten auf. Dies wird im Film verdeutlicht durch das Auftauchen von vier neuen Emotionen. Während Peinlich, Neid und Ennui (französisch für Langweile und wird als Emotionen mit der typischen Kein Bock Einstellung von Pubertierenden gleichgesetzt) vergleichsweise kleine Auftritte haben, ist es vor allem Zweifel, die hier voll in ihrem Element ist.
Und auch, wenn sie zwischendurch beinahe als Antagonistin genutzt wird, ist der Beweggrund die Geschichte so zu erzählen, durchaus nachvollziehbar. Denn Entscheidungen, die man früher ganz anders getroffen hätte, bekommen nun auf einmal eine ganz neue Wichtigkeit. Das Bedürfnis dazuzugehören und die Angst vor der Zukunft (die hier auch Zweifel zugesprochen wird) sind vermutlich jedem noch gut bekannt.
So werden die Themen der Pubertät gut angesprochen und die Entwicklung zur Akzeptanz der eigenen Zweifel wird gut aufgezeigt. Manko an der Geschichte ist allerdings, dass dieser komplette Pubertätsentwicklungsschritt an einem einzigen Wochenende erzählt wird. Dass das natürlich länger Zeit braucht und teilweise auch im Erwachsenenalter noch nicht geschafft ist, kommt leider etwas zu kurz. Aber so ist das nun mit einem Film, der eine begrenzte Länge hat.
Auch wird hier vieles aus dem ersten Film wieder verwertet, so dass das Entdecken des Kopfes und wie sich alles vorgestellt wird, etwas kürzer kommt. Zeitgleich ist es natürlich auch verständlich, weil es nicht logisch wäre, hier alles abzuändern, und die ein oder andere Neuerung wurde auch versucht einzuführen, wie beispielsweise das Ich-Gefühl. Dennoch fehlt ein bisschen das Neu-Gefühl und insgesamt kann der Film durch weniger Innovativität punkten. Das ist aber auch einfach das Schicksal einer Fortsetzung.
Dennoch hat der Film wieder seine deutlichen Stärken und beweist wieder einmal das Feingefühl, sowohl Jung als auch Alt abzuholen und einen Film zu schaffen, den man auch gut mit Kindern schauen kann, um einige Dinge zu erklären und besprechen zu können. Gerade in Vorbereitung auf die Pubertät ist der Film gut geeignet, schafft es aber auch darüber hinaus zu unterhalten.
Mit ein paar weniger zitierfähigen Onelinern, dafür aber nochmal mehr Tiefgang als der erste Film, schafft er es seine positive Grundhaltung aufrecht zu halten und zeigt wieder einmal, was Animationsfilme noch alles können. Der Kinobesuch lohnt sich dafür auf jeden Fall!

Das Fazit

Alles steht Kopf 2 bleibt zwar im Schatten seines herausragenden ersten Teils zurück, schafft es aber wieder, mit kleineren Abstrichen, eine tolle Geschichte zu erzählen, mit ordentlich Tiefgang und doch kindergerecht zum verstehen. Ein Spaß für Jung und Alt. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.

Alles steht Kopf 2 läuft seit dem 13.06.2024 in den deutschen Kinos

Wish

Ein Vorwort

Kurz vorm Auslauf des Jubiläums präsentiert uns Disney doch noch einen Film zum 100 jährigen. Während der Trailer eher abschreckend aussah, wollte ich dem Film dennoch eine Chance geben. Warum mich Wish am Ende doch positiv überraschte, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

In Rosas geben alle 18-jährigen ihren Herzenswunsch an den König, einem Zauberer, der bei Zeremonien ausgewählte Wünsche erfüllt. Asha bewirbt sich auf eine Stelle als seine Assistentin und erfährt dabei, dass viele Wünsche niemals erfüllt werden. Sie möchte ihrem Großvater seinen Wunsch zurückgeben, doch der König reagiert nicht gut auf Kritik. Als Asha sich abends etwas von den Sternen wünscht, kommt einer nach Rosas, um ihr zu helfen. Doch der König will keine Konkurrenz neben sich.

Meine Meinung

When you wish upon a star … Ach nein, das war ein anderer Film. Und auch wenn 83 Jahre zwischen Pinocchio und Wish liegen, so sieht man hier bereits die erste Parallele zwischem dem zweiten Kinofilm der Meisterwerk Reihe und dem 62. und aktuellsten. Denn pünktlich zum 100 jährigen Jubiläum des größten Filmstudios der Welt präsentiert uns eben dieses einen neuen Teil der Meisterwerk Reihe. Doch zunächst war die Enttäuschung groß, denn der Trailer sah grausam aus. Es wurde nicht klar, welche Geschichte erzählt werden soll, die Optik irgendwo zwischen Zeichentrick und sehr klobiger Computeranimation war eher abstoßend und irgendwie wurde doch eher wieder der tierische Sidekick fürs Merchandise vorgestellt.
Entsprechend mit sehr wenigen Erwartungen ging ich in den Film, bereit einen Veriss zu schreiben, wie wenig die Chance für einen Film zu einem 100 jährigen Jubiläum genutzt wurde. Doch ich wurde eines besseren belehrt.
Zunächst schien der Film alle meine Befürchtungen zu unterstreichen. Der Einstieg war etwas holprig und auch die ersten Lieder gingen überhaupt nicht ins Ohr bzw waren auch eher schlecht als recht ins Deutsche übersetzt. Die Optik war in ihrer wilden Mischung sehr gewöhnungsbedürftig, aber mit der Zeit verstand man immer mehr, dass Wish versucht den Spagat zwischen Vergangenheit und Moderne zu ziehen und so beide Stile kombiniert. Wenn man sich dem einmal bewusst geworden ist, störte es auch immer weniger.
Doch nicht nur das, auch die Geschichte wird immer klarer, die Lieder gehen immer schneller ins Ohr, bis man auch vom Soundtrack überzeugt ist. Die Charaktere wachsen einem immer mehr ans Herz und dann ist da noch die eine Sache, die mich am Ende doch überzeugen konnte: Die unzähligen Anspielungen auf die bisherigen Disney-Filme. Von sehr offensichtlichen Schneewittchen Anspielungen über Robin Hood, Pinocchio, Dornröschen und und und. Die Liste lässt sich ewig weiterführen und wahrscheinlich habe ich nicht einmal alle gesehen. So verzeiht man auch, dass die Geschichte letztlich doch sehr vorhersehbar ist, da sie typischen Tropes folgt.
So ist Wish vielleicht kein perfekter Film, aber durchaus ein durchdachter zum Jubiläum, bringt viel Nostalgie, aber auch neues mit ein und baut sich langsam aber sicher auf. Ich bin auf jeden Fall auf eine zweite Sichtung gespannt, ob ich noch mehr Anspielungen finde über die ich mich freuen kann.

Das Fazit

Wish kombiniert Nostalgie mit neuen Elementen und schafft eine wunderbare Hommage an die 100-jährige Disney Geschichte, auch wenn die Geschichte eher einfach und vorhersehbar war, gibt es doch regelmäßig Anspielungen zu entdecken. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

Wish läuft seit dem 30.11.2023 in den deutschen Kinos

Elemental

Ein Vorwort

Nachdem Pixar sich mit Alles steht Kopf und Soul den Emotionen und der Seele gewidmet hat, wird es diesmal elementar. Wie daraus eine Analogie zu Fremdenfeindlichkeit werden kann, zeigt uns Elemental. Warum mir der Film gut gefallen hat, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

In Elemental City leben die vier Elemente harmonisch zusammen. Lediglich Feuer wird immer wieder ausgegrenzt, da es angeblich eine zu hohe Zerstörungsgewalt hätte. Ember Lumen träumt seit ihrer Kindheit davon den Laden ihres Vaters zu übernehmen. Bei einem Wasserschaden trifft sie durch Zufall auf den Wasserelementaren Wade Ripple, der als Inpektor für die Stadt arbeitet, findet leider bauliche Verstöße und will diese melden. Ember versucht alles, um den Laden ihres Vaters zu retten und kommt Wade dabei immer näher. Doch Feuer und Wasser, dass kann doch nicht funktionieren.

Meine Meinung

Auch wenn mir nur ungefähr die Hälfte der Pixar-Filme wirklich zusagt, bin ich doch bei jedem neuen Film gespannt. Und mit Alles steht Kopf konnte Pixar absolut mein Herz erobern. Ich liebe die Idee, die Umsetzung, die Botschaft, die Liebe zum Details und wie gut einfach das Gehirn und Emotionen erklärt werden konnten. Als mit Soul ein Film angekündigt wurde, der erneut in diese Richtung gehen sollte, aber sich statt mit den Emotionen mit der Seele befassen sollte, war ich sofort wieder dabei. Leider hat mich der Film entgegen der allgemeinen Meinung eher enttäuscht. Nun also Elemente.
Sah der Trailer noch nach einer klassischen Liebesgeschichte zwischen den Elementen aus, wo das einzige Problem ist, dass sich Elemente nicht vermischen, geht der fertige Film deutlich tiefer. Denn hier sind es nicht nur die Vorurteile der einzelnen Elemente gegeneinander, sondern Feuer wird deutlich ausgegrenzt. Als letztes Element, dass nach Elemental City zugewandert ist, ist die Stadt nicht auf ihre Bedürfnisse angepasst und potentiell lebensgefährlich. So haben sie sich ihr eigenes Viertel gebaut und werden komisch beäugt, wenn sie dieses  verlassen. Die Analogie zur Fremdenfeindlichkeit ist sehr gut gelungen und bricht die Probleme auf eine kindliche Erklärweise herunter, die aber auch für Erwachsene sehr gut funktioniert. Wie man sich in einem fremden Land zwischen Integration und Traditioneinhaltungen versucht einzufinden und was für eine Gemeinschaft dadurch entstehen kann.
Durch die Geschichte zwischen Ember und Wade wird deutlich, wie tief die Vorurteile auf beiden Seiten sind und was es braucht, um diese aufbrechen zu können. Dabei sehen wir zwar wesentlich weniger von der Stadt als in einem Zoomania, aber die wenigen Szenen beweisen wieder eine Liebe zum Detail, die auf jeden Fall mehrere Sichtungen braucht, um sie alle erfassen zu können. Die Reaktionen der Familien spiegeln Möglichkeiten wieder und zeigen, dass es ein Spektrum gibt.
Die Handlung ist sehr rund erzählt und an den verschiedenen Charakteren angepasst. Dabei ist kein Charakter zu klischeemäßig dargestellt, auch wenn gewisse Verallgemeinerungen durchaus gezeigt werden sollten. Einziger Kritikpunkt für mich war die Vorhersehbarkeit von Embers beruflichem Wunsch. Hier wurde leider wieder der übliche Weg eingeschlagen, statt es mal weniger offensichtlich zu machen.
Letztendlich wurde ich über die gesamte Spielzeit gut unterhalten, hatte ständig etwas neues zu entdecken, habe mit den Charakteren mitgefiebert und mich über eine Menge Ungerechtigkeiten aufgeregt. Aber genau deswegen ist der Film auch so wichtig. Weil uns dadurch noch einmal die Augen geöffnet werden kann und wir dadurch bestimmte Denkmuster vielleicht auch überdenken.

Das Fazit

Elemental zeigt in einer liebevoll gestalteten Analogie wie Fremdenfeindlichkeit in Form von Elementen aussehen kann. In einer runden Liebesgeschichte werden viele wichtige Themen angesprochen und bespaßt gleichzeitig Groß und Klein. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.

Elemental läuft seit dem 22.06.2023 in den deutschen Kinos

Super Mario Bros.

Ein Vorwort

Für viele das Spiel ihrer Kindheit (oder auch ihres Erwachsenenlebens). Ich habe eigentlich bis heute keinen wirklichen Draht zu dem Franchise bekommen, auch einfach, weil ich keine Gamerin bin. Dennoch sprach mich der Trailer zu Super Mario Bros. durchaus an, sah er doch nach einem schönen Animationsfilm aus, der aber eben doch durch das Franchise stark beeinflusst ist.

Die Handlung

Mario und Luigi haben sich als Klempner selbstständig gemacht, doch so richtig kommt das Geschäft nicht in Fahrt. Als in der Stadt eine Überschwemmung herrscht, sehen sie ihre Möglichkeit gekommen. Dabei werden sie jedoch von einer Röhre in eine andere Welt gezogen. Während Mario im Pilzkönigreich bei Prinzessin Peach landet, hat Luigi weniger Glück. Er landet bei Bowser, der kurz davor ist, das Pilzkönigreich anzugreifen. Ein Abenteuer für die beiden Brüder steht bevor.

Meine Meinung

Was als klassisches Jump ’n Run begann, hat sich längst weiterentwickelt und inzwischen gibt es die Super Mario Spiele in allen möglichen Varianten. Ob als Partyspiel, in der Sportvariante oder mit rasanten Rennen, der rotmützige Klempner hat es drauf. Dennoch stellte sich die Frage, wie das nun in einen funktionierenden Film umgewandelt werden sollte. Den Ansatz, die Geschichte in der realen welt spielen zu lassen und die beiden Brüder durch Röhren ins eigentliche Super Mario Universum geraten zu lassen, ist dabei sehr gut gewählt. So wird der Nicht-Franchise Kenner behutsam an die verschiedenen Figuren herangefügt, und das gleich auf zwei Seiten, während für die Fans allerlei Easter-Eggs aufgewartet werden.
Mit den verschiedenen Welten gibt es auch genügend Abwechslung, um auch in Ableger reinzuschauen, ohne die Handlung direkt zu überladen. Neben dem Erkunden der Welten gibt es aber auch eine spannende Handlung, die natürlich trotzdem der jungen Zielgruppe angepasst  ist und vor allem jede Menge Witz. Dabei sind es nicht die großen Schenkelklopfer, wo man vor Lachen auf dem Boden liegt, aber genügend, um gut unterhalten zu werden.
Dennoch ist es faszinierend, wie sie auch Elemente, wie die berühmt berüchtigte Regenbogen-Strecke aus Mario Kart untergebracht haben, ohne, dass es zu künstlich und gewollt wirkt. Letztlich ist der Film mit seinen 93 Minuten kunterbunte gute Laune zum Mitnehmen. Die Charaktere funktionieren gut mit ihren Aufgaben und Peach darf sogar mehr sein als nur die Prinzessin, die regelmäßig gerettet werden muss (ich weiß nicht, ob es in den Spielen irgendwann auch so war, ich kenne nur die Memes dazu). Lediglich das Ende war dann doch etwas zu viel des Guten. Hier hätte es den erneuten Weltenwechsel nicht gebraucht, um die Geschichte rund zu Ende erzählen zu können. Das war für mich aber auch so ziemlich das einzige Manko. Vor allem die Kürze des Films spricht für ihn, da alles auserzählt wurde, es genügend Wendungen gab, aber die Handlung nicht künstlich in die Länge gestreckt wurde.

Das Fazit

Super Mario Bros. ist ein kunterbunter Spaß für die ganze Familie. Schlichte Handlung mit viel Liebe zu den Details umgesetzt und so rund und mit viel Witz und Spannung erzählt. Für Fans ebenso wie für Nicht-Franchisekenner. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.

Super Mario Bros läuft seit dem 06.04.2023 in den deutschen Kinos

Disney+ Original: Rot

Ein Vorwort

Seit dem Launch von Disney+ bringen Disney und Pixar nicht nur regelmäßig Kinofilme gleichzeitig auf der Plattform raus, sondern eben auch Originals. Nachdem im letzten Sommer Luca für Wellen sorgte, befasst sich Pixar diesmal in Rot mit der Pubertät. Was dies mit einem roten Panda zu tun hat, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Meilin Lee ist 13 und während sie in der Schule ein klassischer Teenager ist und mit ihren Freundinnen für eine angesagte Boyband schwärmt, ist sie zu Hause die absolute Vorzeigetochter. Doch bei einem starken Emotionsausbruch verwandelt sie sich auf einmal in einen roten Panda. Laut ihrer Mutter ist das ein Familienfluch und sie kann das bei einer Zeremonie beim nächsten roten Mond beseitigen. Solange soll sie sich isolieren. Doch als Meilin merkt, dass ihre Freundinnen sie beruhigen können, versucht sie ihren Alltag zu normalisieren. Vor allem, weil ein Konzert der Boyband ansteht.

Meine Meinung

Pixar und ich sind so eine Sache. Gesehen habe ich die meisten Filme (außer die Toy Story Reihe, da mich die nie interessiert hat), wirklich gemocht die wenigsten. Außer Findet Nemo, Alles steht Kopf und Coco konnte mich kein Pixarfilm wirklich begeistern und doch versuche ich es immer wieder. Versteht mich nicht falsch. Ich mag einige Pixarfilme (okay, einige auch wirklich gar nicht), aber die meisten kommen für mich nicht über die „Ganz nett einmal gesehen zu haben“ Schiene hinaus. So leider auch wieder bei Rot passiert.
Aber fangen wir vorne an. Sich grundsätzlich mal mit Teenagern und den Problemen auseinander zu setzen, fand ich schon längst an der Zeit. Gerade die Parallele zwischen körperlichen Veränderungen, wie der Menstruation, und der Heimsuchung durch den roten Panda fand ich gut gewählt. Auch die Abgrenzung zwischen Freundeskreis und Elternhaus war gut nachvollziehbar, auch wenn Meilins Mutter schon eine sehr überzeichnete Helikoptermutter war. Und genau hier setzt bei mir das erste Problem an. Denn gerade durch diese Überzeichnung und den sehr krassen Unterschied zwischen der Meilin in der Schule und bei ihren Freundinnen und der Meilin zu Hause fehlte mir von Anfang an die Wärme, um in die Handlung richtig hineingesogen zu werden. Stattdessen blieb ich eher auf Abstand.
Das ändert sich auch im folgenden leider nicht, auch wenn hier die Handlung zumindest durch ein paar witzige Einfälle aufgelockert wird. Leider war auch die Handlung bis auf wenige Ausnahmen sehr vorhersehbar, vor allem das Desaster, was einen gegen Ende erwartet, war irgendwo abzusehen. Und grundsätzlich ist es auch nicht schlimm, wenn eine Handlung vorhersehbar ist, sofern sie es mit einem ganz eigenen Charme tut oder man trotzdem in dem Film versinken kann. Aber genau das fehlt hier alles.
Unnahebare Charaktere treffen auf vorhersehbare Handlung. Und so schön die Metaphern doch ausfallen und so positiv die Botschaft am Ende ist, so zäh ist der Weg dahin.

Das Fazit

Rot bietet eine gute Grundidee, die leider lieblos und vorhersehbar abgehandelt wird, ohne Nähe zum Publikum aufzubauen. Ein zäher Weg bis zur positiven Botschaft am Ende. Dafür gibt es 05 von 10 möglichen Punkten.

Rot ist seit dem 11.03.2022 auf Disney + verfügbar

Sing 2 – Die Show Deines Lebens

Ein Vorwort

Neben ihrem Dauerbrenner rund um die Minions versuchte Illuminations den Niedlichkeits- und Witzfaktor auch in anderen Filmen mit vielen Tieren einzubringen. Während Pets und das dazugehörige Sequel eher im Trailer als im Ganzen funktioniert hatte, war der erste Teil von Sing ein ganz netter Musikfilm rund um ein heruntergekommenes Theater, das es zu retten galt. Da das Einspielergebnis zufriedenstellend war, war es nur eine Frage der Zeit, bis es auch dazu ein Sequel gab. Das wir nun 6 Jahre warten mussten, dürfte wohl auch mit an der Pandemie liegen. Wie Sing – die Show Deines Lebens funktioniert, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Die Show „Alice im Wunderland“ im Moon-Theater ist fast jeden Abend ausgebucht. Nun erhofft sich Buster Moon von der Casterin Suki ausgesucht zu werden, um in Redshore City im Crystal Tower Theater aufzutreten. Doch diese erteilt dem Ensemble eine Absage. Als sich die Truppe dennoch in das Casting schleicht, sind es die abgedrehten Ideen von Gunther, die Musikmogul Jimmy Crystal überzeugen. Doch dafür muss Buster Moon die Rocklegende Clay Calloway auftreiben, der seit dem Tod seiner Frau komplett zurückgezogen lebt. Für das und für die komplett neue Show „Nicht von dieser Welt“ haben sie nur drei Wochen Zeit. Und einen Jimmy Crystal enttäuscht man besser nicht.

Meine Meinung

Nach dem ersten Trailer war ich eher abgeschreckt von dem Film. So richtig konnte ich mir unter der Handlung nichts vorstellen, außer, dass die Show in allen Bereichen größer und aufregender werden sollte, als die im ersten Teil. Zumal mir die große „Überraschung“ für das Finale bereits im Trailer weggenommen wurde. Doch dann häuften sich die sehr positiven Meinungen anderer Blogger*innen. 8-9 von 10 möglichen Punkten war keine Seltenheit. So beschloss ich dem Film doch eine Chance zu geben.
Sing 2 beginnt mehr oder weniger dort, wo der erste endete. Im Moon-Theater wird mit den üblichen Verdächtigen aus dem ersten Teil eine Show aufgeführt. Doch die Träume sind nach dem Erfolg der Show größer geworden. Es soll nach Redshore City gehen, einer Las Vegas nachempfundenen Stadt. Mit viel Witz und mehr Glück als Verstand bekommt die Gruppe eine Möglichkeit eine sehr große Show auf die Beine zu stellen. Ab dort wird die Handlung etwas wirr und unzusammenhängend, da immer wieder neue Probleme auftauchen. Da diese aber nicht zu dem großen Endproblem passen, werden sie praktisch wie nebenbei aufgeklärt.
Letztlich ist es vor allem eine Kritik an großen Musikmorgulen, die glauben mit ihrer Macht alles durchsetzen zu können. Während vorher noch gute Nebenhandlungen irgendwo zu erkennen waren, läuft es im großen Finale nur noch darauf hinaus. Das ist etwas schade, da mehr möglich gewesen wäre, aber dennoch bekommt der Film ein rundes und befriedigendes Ende. 
Am enttäuschendsten sind wohl die eher raren Musikeinlagen. Außer des Anfangs, dem obligatorischen Casting und nem großen Finale wird kaum gesungen, auch nur selten in Proben. Vielleicht habe ich es auch falsch in Erinnerung, aber ich würde sagen, im ersten Teil gab es da mehr.
Ansonsten ist auch der zweite Teil von Sing ein farbenfrohes und an vielen Stellen sehr witziges Abenteuer, springt aber letztlich nicht über seinen Schatten und bietet zu viel Vorhersehbares. So ist es schön ihn gesehen zu haben, aber der Lobeshymne kann ich mich nicht ganz anschließen.

Das Fazit

Eine würdige Fortsetzung, die viel Witz einbringt. Leider eine zu vorhersehbare und teilweise sehr durcheinander erzählte Handlung mit zu wenig Musikeinlagen, um über die magische Grenze von Gut zu springen. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

Sing 2 – Die Show Deines Lebens läuft seit dem 20.01.2022 in den deutschen Kinos

Addams Family 2

Ein Vorwort

In einer Zeit, in der gefühlt alles ein Remake oder Reboot bekommt, war es nur eine Frage der Zeit, bis auch diese kultige Familie neu verarbeitet wurde. 2019 kam bereits ein erster Teil in die Kinos und konnte die Fans nur wenig abholen, versuchte sich aber durch ein paar gute Witze und eine nette Grundstimmung zu retten. Nun gibt es eine Fortsetzung dazu. Wie diese funktioniert erfahrt  ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Wednesday Addams nimmt an einem Naturwissenschaftswettbewerb an ihrer Schule teil, die vom Wissenschaftler Dr. Cyrus Strange gesponsort wird. Dieser ist schwer beeindruckt von ihrer Leistung, doch sie lehnt eine weitere Zusammenarbeit ab. Kurz darauf steht ein Anwalt vor der Tür, der beweisen will, dass Wednesday gar keine richtige Addams ist. Kurzentschlossen beschließen die Eltern Gomez und Morticia eine Reise quer durch die USA zu starten. Ein Roadtrip der anderen Art beginnt.

Meine Meinung

Dadurch, dass der erste Teil bereits nicht richtig funktioniert hatte, gab es gar nicht erst die Frage, ob es einen zweiten Teil gebraucht hätte, denn das hätte es eindeutig nicht. Doch so funktioniert die Filmwelt leider nicht. Also wurde ein Sequel gedreht. Nach dem Trailer war ich zumindest angefixt durch die Roadtrip Idee, die doch einiges an Potential bot. So stellte ich mich auf leichte Unterhaltung ein und erwartete nicht allzuviel, außer an ein paar Stellen unterhalten zu werden.
Leider bin ich anscheinend mit zu hohen Erwartungen an den Film herangegangen. Denn auch wenn es ab und an kleine Lichtblicke von guten Ideen gab, wurden diese meist von groß angelegten Gags übertüncht, die wohl für das kleinste Publikum ausgelegt wurden und nicht einmal bei diesen fruchteten. So war die Stimmung im Kinosaal eher gelangweilt, denn erheitert.
Der Film funktioniert genau dann, wenn er es nicht darauf anlegt. Wenn er nicht versucht besonders witzig zu sein oder die Handlung voranzutreiben. Sondern, wenn er einfach mal seine Charaktere einsetzt. So ist die Tanzsequenz zu I will survive die Szene im ganzen Film, die ich am meisten gefeiert habe – und sie hat nicht gerade viel zur Handlung beigetragen. Genau das waren die kleinen Lichtblicke in einem Film, der viel wollte und wenig konnte.
Das liegt wohl auch daran, dass die Charaktere zu sehr an die ikonischen Vorbilder angepasst wurden und überhaupt kein Handlungsspielraum bekommen. Es gibt keine Weiterentwicklung, die Konstellation ist am Ende die gleiche, wie am Anfang. Dadurch werden Dialoge fast vollständig wiederholt und die nervigsten Eigenschaften werden nie überwunden.
Da hilft es auch wenig, wenn offensichtlich andere Filme als Vorbild für Szenen mit eingebunden werden. So gibt es nicht nur die Addams Family Variante eines Godzilla vs. Kongs, sondern auch so ziemlich alle Witze aus dem Marvel Franchise zum Namen Dr. Strange. Mag es ganz nett zu entdecken sein, so zeugt es doch nur einmal mehr von der Unfähigkeit des Films wirklich etwas eigenes aufregendes zu kreieren.
Die 93 Minuten Laufzeit ziehen sich dadurch gefühlt ins Unendliche, der Film kommt bis zum Schluss nicht wirklich auf den Punkt und auch der ganze Witz rund um den Roadtrip, der so gut hätte werden können, verfehlt seine Wirkung völlig.

Das Fazit

Addams Family 2 ist ein liebloser Abklatsch einer Kultserie und schafft es in den wenigsten Momenten dem Zuschauer ein müdes Lächeln abzuringen. Stattdessen verrennt er sich in nicht zündende, aber groß angelegte Gags. Dafür gibt es 04 von 10 möglichen Punkten.

Addams Family 2 läuft seit dem 18.11.2021 in den deutschen Kinos

Willkommen in Gravity Falls

Ein Vorwort

Was passiert, wenn man seine ebenfalls Film- und Serienverrückte beste Freundin besuchen fährt? Man wird vor den Fernseher gezwungen, weil einem muss ja so viel Neuentdecktes gezeigt werden. So zum Beispiel die Serie Willkommen in Gravity Falls. Und während ich nie gedacht hätte, dass mir die Serie gefallen könnte, aber auf die Frage „Und was machen wir jetzt?“, immer nur ein „Noch ne Folge Gravity Falls!“ kam, sind nun beide Staffeln gesehen und hier gibt es nun meine Meinung dazu.

Die Handlung

Dipper und Mabel, beide 12 Jahre alt, werden während der Sommerferien zu ihrem Großonkel Stan Pines geschickt. Dieser wohnt in Gravity Falls und betreibt dort die Mystery Shack, ein Kuriositätenmuseum, mit mehr oder weniger echten Kuriositäten. Während Mabel zunächst nur daran denken kann, dass sie eine große Sommerromanze braucht, findet Dipper ein Tagebuch des mysteriösen Autors, in dem allerlei Wesen beschrieben werden, die sich in und um Gravity Falls tummeln sollen. Und schon bald finden beide Geschwister raus, dass an den Mythen so einiges Wahres dran ist. Ein Sommer voller Spaß und Abenteuer steht bevor.

Meine Meinung

Willkommen in Gravity Falls ist wohl keine Serie, die man von Anfang an liebt. Denn gerade am Anfang müssen sich die Charaktere erst noch entwickeln und man weiß noch nicht so recht, in welche Richtung sich die Serie entwickeln wird.
Dipper ist der ruhigere Zwilling und setzt sich gerne mit dem Tagebuch des Autors auseinander. Außerdem schwärmt er total für die 15-jährige Wendy, die als Aushilfe in der Mystery Shack arbeitet. Seine Bemühungen cool und älter zu wirken, machen einen Großteil seines Charmes aus und seine Feindschaft zu Robbie, einem weiteren Verehrer Wendys, wird zum running gag. Seine Schwester Mabel hingegen ist ständig aufgedreht und einfach ein absoluter Sonnenschein. An ihren Charakter musste ich mich am längsten gewöhnen, aber danach habe ich sie auch am meisten ins Herz geschlossen. Ihr running gag ist die Bessenheit eine Sommerromanze heraufzubeschwören, was einfach nicht so richtig gelingen will.
Ebenfalls stets präsente Figuren sind Großonkel „Gronkel“ Stan, der verzweifelt versucht leichtgläubigen Touristen  auch noch den letzten Dollar für Merchandise aus dem Leib zu leiern, und seine Angestellten Soos, ein übergewichtiger 22-jähriger von leichtem Gemüt und Wendy, die oben bereits erwähnte Angebetete von Dipper, die einer Holzfällerfamilie entstammt und eben typisch Teenager ist.
Aber auch darüber hinaus hat Gravity Falls viele wiederkehrende Charaktere zu bieten, die alle ihre Eigenheiten haben und damit das Gesamtbild einer verträumten Kleinstadt unterstreichen. Viel spannender sind jedoch die „Monster“ und anderen Gestalten, die in den einzelnen Folgen auftauchen. Hier ist für jeden Geschmack etwas dabei und manches scheint ganz anders zu sein als es hinterher wirklich ist.
Willkommen in Gravity Falls hat zwei Staffeln mit insgesamt 41 Folgen. Da die Serie von Anfang an auf die zwei Staffeln ausgelegt war, ist die Serie abgeschlossen und das mit einem runden Ende, in dem fast alles aufgelöst wird. Doch trotz dieser vergleichsweise kurzen Zeit ist der Abschied am Ende traurig. Aber auch wenn man sich mehr Abenteuer wünscht, ist es schön, dass die Serie nicht auf Gedeih und Verderb gestreckt wurde oder irgendwann eine ganz neue Richtung eingeschlagen werden musste (looking at you Supernatural). So hat man seinen Zwischendurchdauerantagonisten und den Endgegner und gipfelt das ganze in ein vier Episoden Serienfinale. Die Serie ist ab 6 Jahren freigegeben, was in manchen Episoden schon sehr fraglich ist. Meine Kinder dürften die Serie wohl mit 6 Jahren noch nicht sehen, gerade das Serienfinale ist streckenweise brutal – andererseits sind die Kinder heutzutage wahrscheinlich ganz andere Sachen gewöhnt. Trotzdem ist der Grundton durchaus an ein jüngeres Publikum gerichtet, auch wenn es auch gut für die Erwachsenen funktioniert.
Grundsätzlich hat mir die erste Staffel besser gefallen, weil hier die Konzentration auf die Einzelabenteuer größer war. In der zweiten Staffel wurde mit Dippers Suche nach dem Autor und einigen weiteren Verstrickungen stark auf das große Finale hingearbeitet. Dennoch wäre die erste Staffel sehr sinnfrei ohne die logische Fortführung der zweiten.

Das Fazit

Willkommen in Gravity Falls ist ein Spaß für die ganze Familie voller Mysterien und Abenteuer mit unglaublich lebensfrohen und realistischen Charakteren.

Willkommen in Gravity Falls ist auf Disney+ im Stream abrufbar

Die Addams Family

Ein Vorwort

1964-1966 als Fernsehserie, 1991 als Spielfilm, mit zwei Fortsetzungen 1993 und 1998. Was fehlte noch? Genau eine Musicalversion (2009), die in den USA in Chicago uraufgeführt wurde. Aber was wirklich noch fehlte war wohl die animierte Version. Und die durfte dieses Jahr im Kino bewundert werden. Dabei handelt es sich um ein Reboot, das die Geschichte der Addams noch einmal ganz neu erzählt.

Die Handlung

Morticia und Gomez Addams sind frisch verheiratet, als sie von den Dorfbewohnern mit Fackeln und Mistgabeln vertrieben werden. Auf der Suche nach einem Platz, an dem sie endlich bleiben können finden sie eine ehemalige Irrenanstalt in New Jersey. Der letzte verbliebene Insasse Lurch wird gleich als Butler verpflichtet. Dort ziehen sie ihre Kinder Wednesday und Pugsley groß, zusammen mit dem eiskalten Händchen und Onkel Fester. Doch nach vielen Jahren in Abgeschiedenheit und Frieden, zieht die TV-Architektin Margeaux eine ganze Stadt nach ihrem Vorbild auf. Leider ist das Anwesen der Addams für sie absolut fehl am Platz.

Meine Meinung

Zum Zeitpunkt der Sichtung des Films war ich noch ein absolut unbeschriebenes Blatt, was die Addams Family anging. Erst im Nachgang habe ich mir den Film von 1991 einmal angesehen. So ließ ich mich also ganz unvoreingenommen auf den Film ein.
Dabei ist die Handlung zwar schon irgendwo neu, in groben Zügen spielt sie aber mit Altbekanntem. Auch die Mitglieder der Familie waren mir zuvor unbekannt. Aber gerade die stets gelangweilt wirkende Wednesday hatte es mir bereits im Trailer angetan. Tatsächlich sind es letztendlich auch ihre One-Liner, die eine gesunde Portion Humor mit reinbringen.
Darüber hinaus ist Die Addams Family vor allem das, was sie auf keinen Fall sein wollen: Durchschnitt. Die Handlung ist zwar geprägt von interessanten und auch neuen Charakteren und so einige Anspielungen auf die alten Filme mag es wohl auch geben, schafft es aber nicht sich wirklich von der Konkurrenz abzuheben. Der Konflikt zwischen unheimlicher Familie und Dorfbewohner wird hier zwar durch die Architektenstadt ein wenig modernisiert, bleibt aber trotzdem vorhersehbar. Auch verkörpert die Architektin Margeaux so ziemlich jedes Klischee einer nach vorne hin übertrieben freundlich wirkenden Bösewichtin. Manch einer mag in ihrer Frisur, ihren Wahn gegen alles Fremdartige und ihrer Verbreitung von Gerüchten (Fake News) glatt eine Anspielung auf Trump sehen. Wirklich politisch ist der Film jedoch nicht.
Die Mitglieder der Addams Family sind ihren Vorbildern nachempfunden, auch wenn ein paar Abweichungen vorgenommen wurden. So orientiert sich Wednesday eher an den Originalzeichnungen des Schöpfers (1938). Die Charakterentwicklungen sind hier eher auf die der beiden Kinder ausgelegt, gerade Wedneyday macht mehrere Phasen durch, da sie endlich die Freiheit hat auch in die Schule zu gehen.
Selbst die Animation kann sich nicht wirklich hervortun. Die 3D Animation von Universal erinnert als vergleichbare Filme, wie zuletzt die Hotel Transsilvanien Reihe. Während die gesamte Atmosphäre deutlich entgruselt wurde und so wohl auch versucht ein jüngeres Publikum anzusprechen, wurde versucht mehr auf die Kontraste der Familie und der restlichen Welt einzugehen und gerade auch durch das Zusammentreffen der Familie auf Smartphones und Social Media ein gewisses Gagpotential zu generieren. Leider wird hier vieles auf der Strecke gelassen, auch wenn sich der Film bemüht lustig zu sein. Allerdings sind dann die besten Gags doch wieder im Trailer verbraten worden.
So hangelt sich der Film von Klischee zu Vorhersebarem zu Gezwungenem. Letztendlich ist ihm das nicht einmal schlecht gelungen und beim ersten Ansehen hat man durchaus auch seinen Spaß. Allerdings bleibt er damit weit hinter dem Bekannten Niveau vergleichbarer Filme und ist dem Durchschnittszuschauer bereits nach kurzer Zeit nicht mehr geläufig.

Das Fazit

Die Addams Family bleibt in allem Belangen beim Durchschnitt, versucht sich zwar durch ein paar gelungene Gags zu retten, kann sich aber nicht hervortun. Dafür gibt es 05 von 10 möglichen Punkten.

Die Addams Family läuft seit dem 24.10.2019 in den deutschen Kinos