Eine Handvoll Serien

Heute mit: Einem hochgeladenem Leben nach dem Tod, Gesprächen über Sex, Abenteuern mit Opa und Enkel, Strategien zum Aufräumen und kleinen Häusern.

Upload – Staffel 1

Die Handlung: In einer nicht allzu fernen Zukunft ist die Technik soweit, dass sterbende Menschen sich entscheiden können, ob sie normal sterben wollen, oder ob ihr Verstand in eine virtuelle Welt geuploadet werden soll. Als Nathan (Robbie Amell) einen Unfall mit seinem selbstfahrenden Auto hat, wird er vor genau diese Entscheidung gestellt. Seine Freundin Ingrid (Allegra Edwards) besteht darauf, dass er nach Lakeview geuploadet wird. Aufgebaut wie ein Ferienresort an einem See, ist Lakeview alles andere als ein Paradies für Nathan. Doch seine menschliche Beraterin Nora (Andy Allo) setzt alles daran, dass er sich eingewöhnt. Doch warum sind einzelne Erinnerungen von Nathan zerstört? Und war Nathans Tod wirklich ein Unfall?

Meine Meinung: Upload braucht einige Folgen um Fahrt aufzunehmen. Man erfährt einiges über Nathans neues Leben als Upload, über seine Beziehung zu Ingrid und auch über Nora und deren Leben. Dabei sind die zerstörten Erinnerungen Nathans das große Mysterium, das sich durch die gesamte erste Staffel zieht. Dazu kommt die Frage, ob Nathan wirklich einem Unfall zum Opfer fiel, oder ob mehr dahinter steckt. Da Nathan nicht mehr viel zur Klärung dieser Fragen beitragen kann, sind es vor allem Nora und ein paar Nebencharaktere, die Spuren verfolgen. Zunächst geht es aber vor allem darum mit Nathan seine neue Welt zu erkunden. Das ist durchaus interessant, auch wenn in den Folgen dann noch wenig passiert und das Spannungslevel nicht gerade hoch ist. Mit fortschreitender Folgenzahl wird das immer mehr gesteigert, bis wir am Ende erste Hinweise auf eine größere Verschwörung finden. Leider ist die Staffel auch genau dann bereits wieder zu Ende und der Zuschauer muss mit einem dezenten Cliffhanger ausharren. So richtig überzeugt hat mich die Serie noch nicht, da es schon relativ viel Füllmaterial gab.

Sex Education – Staffel 1

Die Handlung: Otis (Asa Butterfield) ist eigentlich ein ganz normaler Highschool Schüler, der gerne unscheinbar bleibt. Seine Mutter (Gillian Anderson) dagegen ist Paar- und Sextherapeutin, die sich nicht auf eine Beziehung einlassen will. Als er zusammen mit der Außenseiterin Maeve (Emma Mackey) feststellt, dass erstaunlich viele Schüler Fragen zu Beziehungen und Sex haben, und Otis feststellt, dass er erstaunlich viel darüber von seiner Mutter weiß, wollen sich beide durch Sexberatung etwas dazu verdienen.

Meine Meinung: Ich habe diese Serie auf Empfehlung des werten Herrn Donpozuelo angefangen, der sehr begeistert von der Serie schien. Da ich sowieso schon länger um die Serie herumschlich, da auch Netflix der Ansicht war, dass mir die Serie gefallen könnte, gab ich ihr eine Chance. So richtig reingefunden in die Serie habe ich aber nicht. Mir waren die Charaktere allesamt zu schräg, oder zu stereotypisch und auch wenn versucht wurde in alle ein paar Ecken und Kanten einzubauen, waren es gerade die, die mir zu viel waren. Dabei war die verschlossene Maeve mit ihren Problemen noch der zugänglichste Charakter. Die Handlung selbst lässt sich grundsätzlich wegbingen, es passiert immer wieder etwas Neues und bestehende Konflikte werden ausgebaut. Auch die Beziehung zwischen Otis und seiner Mutter und die daraus resultierenden Konflikte haben mir gut gefallen. Hingegen hat mich vieles, was an der Schule passiert ist eher bedrückt und teilweise auch betrübt. Denn auch wenn das Thema Mobbing und ausgegrenzt werden an vielen Schulen wohl leider noch immer alltäglich ist und ohne diese Themen das ganze wohl sehr unrealistisch sein dürfte, war die Intensität des hier gezeigten Ausmaßes doch für mich sehr schwer. Ob ich die zweite Staffel mir noch ansehe, weiß ich aktuell nicht.

Rick & Morty – Staffel 4

Die Handlung: Morty reist wieder mit seinem Opa Rick, einem vielleicht etwas verrücktem Wissenschaftler, durchs Universum und erlebt dabei viele Abenteuer. Seine Familie darf natürlich auch nicht fehlen.

Meine Meinung: Hinter der Serie liegen drei wirklich starke Staffeln mit mal mehr und mal weniger guten Folgen. Dan Harmon wollte dies nun also noch einmal steigern und ließ sich dabei auch gut Zeit. Knapp drei Jahre lagen zwischen Staffel drei und vier. Und gesteigert hat er die Geschichten noch einmal, aber leider ist das nicht unbedingt positiv. So gibt es einfach Folgen, wie z. B. mit dem Geschichtenzug, die eine gute Grundidee haben, aber dann schon in der Folge noch immer einen draufsetzen müssen. Wenn der Zuschauer denkt, jetzt ist die Folge aufgelöst, dann kommt noch etwas dazu und nein, so konnte das ganze natürlich nicht enden, wir machen da noch einmal eine neue Ebene auf. Das kann einen mitunter den Spaß an der Folge nehmen. Hingegen gibt es aber auch Folgen, die es auf genau das richtige Maß schaffen. Und gerade Anspielungen auf diverse Filme und/oder Franchises machen Spaß beim Entdecken. Der Gesamtstaffel fehlt also letztlich das richtige Maß für zu viel und genau auf die Spitze getrieben. Dennoch hatte ich insgesamt wieder viel Spaß und ignoriere einfach die Folgen, die mir zu viel waren.

The Home Edit – Staffel 1

Die Handlung: In The Home Edit reisen Clea Shearer und Joanna Teplin von der gleichnamigen Firma zu diversen Kunden prominenter und unbekannter Natur, um an bestimmten Stellen im Haus beim Aufräumen, Sortieren und Ordnen zu helfen. Mit dabei sind unter anderem Reese Witherspoon, Khloe Kardashian und Neil Patrick Harris.

Meine Meinung: Die Firma The Home Edit ist vielleicht einigen von ihrem Instagramerfolg ein Begriff. Die beiden Grüner Clia und Joanna helfen Leuten beim Aufräumen. Was für manche vielleicht jetzt schon absurd klingt, andere vielleicht an Marie Kondo erinnert, dem sei gesagt, dass es hier um einiges mehr geht. Denn im Gegensatz zu Marie Kondo sollen die Klienten von The Home Edit nicht unbedingt alles auf ein minimalistisches Maß reduzieren, sondern es geht eher darum Bereiche zu schaffen und auch viele Sachen so zu ordnen, dass es stets aufgeräumt wirkt. Einige gute Tipps sind dabei, auch wenn sich viel auf Organisationsbehälter verlassen wird. Auch wenn ein paar Sachen etwas überzogen wirken, wie zum Beispiel Eva Longorias aufgeräumter Kühlschrank – ganz ehrlich, wer hat denn immer die gleichen Sachen im Kühlschrank, so dass man dafür Bereiche schaffen muss und wieso müssen meine Einkäufe ausgepackt werden und in Aufbewahrungsboxen umgepackt werden. Der wichtigste Bestandteil der Serie sind aber Clia und Joanna, die durch ihren Enthusiasmus und ihr sympathisches Auftreten, die Serie erst zu dem machen, was sie ist. Dabei strahlt sie ganz viel Charme und Herzenswärme aus. Und leider spornt sie auch zum Aufräumen an…

Tiny House Nation – Staffel 1+2

Die Handlung: John Weisbarth und Tiny House Experte Zack Giffin reisen durch das Land und helfen bei bestehenden Aufträgen. Dabei versuchen sie zum einen die Kunden auf die Verkleinerung vorzubereiten und zum anderen die Tiny Häuser so intelligent wie möglich zu gestalten.

Meine Meinung: Ich wäre wohl nicht für ein Tiny House gemacht. Zu sehr hänge ich an meinen Bücherregalen oder meiner DVD/Bluray-Sammlung. Dennoch war es spannend zu sehen, aus welchen Gründen sich manche der Kunden ein Tiny House zulegen wollen. Und wie wenig durchdacht das manchmal wirkt. Also während man sich bei den Kunden und deren Aussagen manchmal nur mit der Hand gegen den Kopf schlagen möchte, sind es gerade die unterschiedlichen Aufbauten der Tiny Häuser und die vielen verschiedenen Kleinigkeiten, die viel Stauraum schaffen, absolut faszinierend. Dabei helfen auch John und Zack, die die Serie mit viel Enthusiasmus bereichern. Zwar fehlt im Vergleich zu The Home Edit vielleicht noch so das letzte zündende Fünkchen, um wirklich charmant zu sein, aber dennoch macht es viel Spaß der Serie zuzugucken.

Eine Handvoll Bücher

Heute mit: dem Finden einer Stimme im Theater, den 10. Hungerspielen, eine Historikerin auf Zeitreisen, einer erwachenden Schattenkönigin und einer horrormäßigen Alice im Wunderland-Adaption.

Never Doubt – Emma Scott

Die Handlung: Willow muss mit ihren Eltern aus New York City wegziehen und findet sich im kleinen Städtchen Harmony wieder. Eigentlich würde sie lauthals protestieren, aber seit dem Vorfall vor einem Jahr hat sie ihre Stimme verloren. Bei einem Vorsprechen am örtlichen Theater findet sie ihre Stimme in den Worten Shakespeares wieder. Ebenso wie der Bad Boy der Stadt Isaac, der auf der Bühne jemand ganz anderes zu sein scheint.

Meine Meinung: Emma Scotts All in-Reihe gehört auf jeden Fall zu meinen Jahreshighlights. Never Doubt ist ein Einzelband, aber ebenfalls mit einer sehr tiefgehenden Geschichte. Es behandelt Tabuthemen und setzt sich mit Vorurteilen auseinander. Die Geschichte wird abwechselnd aus der Perspektive von Willow und Isaac erzählt, was einem Einblicke in die Gedankenwelt von beiden Seiten ermöglicht. Gemeinsam haben sie ihre Liebe zum Theater und das sie mit ihren eigenen Worten nicht sagen können, was sie gerne sagen wollen und daher die Worte auf der Bühne nutzen. Dabei schafft es Emma Scott wieder ihre Geschichte so tief zu gestalten und die einzelnen Szenen so intensiv werden zu lassen, dass man es kaum aus der Hand legen kann. Dabei geht Emma Scott wieder dem Weg des logischen und nicht unbedingt dem, den der Leser sich wünschen würde. Aber auch diesmal schafft sie es den Leser am Ende doch noch zufrieden zu stellen, auch wenn die Protagonisten eventuell eine Hürde mehr nehmen mussten, als in vergleichbaren Werken.

Die Tribute von Panem X – Suzanne Collins

Die Handlung: Die 10. Hungerspiele stehen bevor. Der junge Coriolanus Snow ist Schüler an der Akademie im Kapitol. Obwohl der Name seiner Familie noch viel Einfluss hat, lebt er doch in ärmlichen Verhältnissen. Als er die Chance bekommt als Mentor bei den Hungerspielen mit zu wirken und die Aussicht auf ein Stipendium für das Studium lockt, ist er sofort dabei. Doch dann bekommt er als Tribut das Mädchen aus Distrikt 12 zu geteilt. Doch Snow versucht alles, um ihr und sich selbst zum Sieg zu verhelfen.

Meine Meinung: Brauchte es ein Prequel zur Tribute von Panem Reihe? Wohl eher nicht. War die Entscheidung den späteren Präsidenten Snow als Protagonist vorzustellen eine gute Entscheidung? Nun, durchaus, birgt die Geschichte doch ziemlich viel Potential. Hat die Geschichte das Potential auch genutzt? Tja, das ist nun etwas schwierig zu beantworten. Erst einmal ist Das Lied von Vogel und Schlange mit knapp über 600 Seiten schon sehr dick – zum Vergleich der erste Band hatte knapp über 400 Seiten – die Geschichte musste also einiges bieten, um spannend zu bleiben. Und zunächst ist die Einsicht in das Leben im Kapitol auch durchaus spannend. Es ist noch lange nicht das schillernde Überflussparadies, wie später in Katniss‘ Zeitstrang, da die Rebellion der Distrikte erst 10 Jahre zurückliegt und auch das Kapitol sich davon noch erholen muss. Autorin Suzanne Collins verfolgt hier also das Prinzip, die Entwicklungen des Kapitols und der Hungerspiele aufzugreifen. Die Hungerspiele sind also noch lange nicht die, die wir von Katniss kennen. Allein die verschiedenen Überlegungen, wie man die Spiele effektiver bzw. spannender gestalten könnte, sind gut durchdacht und spannend zu verfolgen. So hat auch der treue Leser immer noch etwas neues zu entdecken. Auch die Geschichte zwischen dem Mädchen aus Distrikt 12 und Snow ist sehr interessant, weil es doch die spätere Bedeutung der Dialoge zwischen Katniss und Snow verdeutlicht. Auch der dritte Abschnitt des Buches, wirkt er am Anfang noch völlig aus der Luft gegriffen, gewinnt am Ende an Bedeutung für die Entwicklung Snows zu dem gerissenen Präsidenten. Letztlich ist das Buch aber einfach zu lang. Viele Szenen waren spannend, interessant und wichtig für das Verständnis eines zuvor sehr einseitigen Charakters. Aber viele hätte man auch kürzen können. Und mit einer besseren Reduktion auf das wirklich wichtige, hätte dem Buch noch einmal gut getan. Kommen wir zur Ausgangsfrage zurück. Es hätte dieses Prequel nicht gebraucht, aber es war durch seine Umsetzung auch nicht völlig sinnfrei. Durch den deutlichen Zeitsprung war genug Potential für die Geschichte da, das größtenteils genutzt wurde.

Miss Maxwells kurioses Zeitarchiv – Jodi Taylor

Die Handlung: Madeleine „Max“ Maxwell ist Historikerin und Archäologin. Dabei ist sie für die stumpfe Forschungsarbeit in einer Bibliothek oder langweilige Ausgrabungen so gar nicht geeignet. Als ihre ehemalige Lehrerin ihr einen Job am St. Marys Institut anbieten, ist sie zunächst verwirrt. Doch als sie erfährt, was St. Marys wirklich macht, ist sie sofort dabei. Denn es ist kein gewöhnliches Institut. Denn hier werden Zeitreisen gemacht, um die wirklichen historischen Ereignisse live nachvollziehen zu können. Doch zunächst muss Max durch eine strenge Einarbeitungsphase.

Meine Meinung: Die Geschichte hatte mich sofort. Witzigerweise hatte ich zunächst den zweiten Teil auf den SuB, weil ich mich in den versprochenen Dodo der Handlung verguckt hatte. Ich beschloss dann aber doch zunächst den ersten Band zu lesen, was auch gut war, weil hier so viel passiert, dass ich wahrscheinlich vieles im zweiten nicht verstanden hätte. Dabei ist Max nicht unbedingt die sympathischste Protagonistin, aber trotzdem eine mit der man immer mitfiebert, auch mit all ihren Ecken und Kanten. Die Geschichte ist durchgehend spannend, was wohl auch daran liegt, dass einfach wahnsinnig viel passiert. Ich würde fast sagen zu viel, denn gefühlt sind die Protagonisten ständig nur in Gefahr und vor immer größeren Problemen. Was also andere Autoren in einer gesamten Trilogie erzählt hätten, findet hier in einem Band statt. Kommen wir auch schon zum einzigen Problem, das ich mit dem Buch hatte: Der Erzählstil. Es lag gar nicht am Schreibstil selbst, denn der war wunderbar flüssig. Es war wirklich der Erzählstil. Ein Beispiel: Mitten im Buch wird einem auf einmal gesagt, dass die Geschichte schon eine Zeitspanne von 5 Jahren umfasst. Das konnte der Leser aber an keiner Stelle wirklich ausmachen. Und natürlich kann in so einem Institut in fünf Jahren sehr viel passieren. Das erklärt auch die vielen Abenteuer, die alle erzählt werden. Im Prinzip gibt es keinen großen Spannungsbogen über das ganze Buch, sondern ein ständiges auf und ab. Problem taucht auf, Problem scheint unlösbar, Problem wird mit Verlusten und Verletzungen gelöst. Das nächste Problem taucht auf, das Problem scheint noch unlösbarer, wird dann aber mit noch mehr Verlusten und Verletzungen gelöst. Ein absolutes Finale bahnt sich, wird erstaunlich schnell gelöst. Naja, es gibt ja noch ein weiteres Problem. Aber das kann man ja wann anders lösen. Problem drängt sich und das eigentliche Finale startet. Es waren einfach zu viele Komponenten für eigenständige Bücher, das man sich auf keins richtig konzentrieren konnte und die Autorin auch viele eher stiefmütterlich behandelt hat, weil es natürlich noch die eine große Verschwörung geben musste. Man kann das auf und ab der Spannung gut finden. Mir war es einfach zu viel und ich habe auch einfach irgendwann die Übersicht verloren, so dass ich wirklich tolle Handlungsabschnitte nicht mehr so toll finden konnte.
Um es kurz zu machen: Ich mochte die Handlung und die Ideen sehr. Ich mochte nur nicht, wie sie erzählt wurden. Und das ist schade, weil es im großen und ganzen ein wirklich tolles Buch ist.

Rowan & Ash – Michael Handel

Die Handlung: Rowan ist seit seiner Kindheit mit der Kronprinzessin von Iriann, einer Insel, die einst von den Magiereserven aus dem mysteriösen Schattenlabyrinth profitierte, verlobt. Nun steht die Hochzeit bald bevor. Doch es gibt zwei Probleme. Zum einen droht die dunkle Königin aus dem Schattenlabyrinth zu erwachen und es wird überlegt, dieses zu versiegeln, was aber große Auswirkungen auf den Einfluss der Insel hätte. Zum anderen liebt Rowan jemand anderen. Allerdings nicht seine beste Freundin Raven, was ihm gerne unterstellt wird, sondern den Königssohn Ash.

Meine Meinung: Ein Fantasyroman mit einem homosexuellen Protagonisten? Das wollte ich mir nicht entgehen lassen. Und Christian Handel hat es wirklich geschafft mit Rowan einen wirklich tollen Helden zu kreieren, der eben nicht in die typischen Klischees passt. Er ist nicht der große Kämpfer, ist dafür aber schlau und gebildet. Er will nicht König werden, um Macht zu erlangen, sondern er will seine Verlobte unterstützen und beraten. Und er kämpft damit, dass er seine Homosexualität verbergen muss, weil sie in Iriann verpönt ist. Christian Handel zeigt uns, dass Mut auch ganz anders sein kann. Und das gerade das Überwinden von Ängsten viel Mut erfordert. Gleichzeitig schafft er es spielerisch uns in eine ganz neue Welt einzuführen, die für einen Einzelband eigentlich zu schade ist, aber trotzdem gut erklärt wird, ohne das es lediglich darum geht. Hier eine Information eingestreut, dort eine platziert, und schon fühle ich mich mittendrin, statt nur dabei. Und ganz nebenbei ist die Geschichte auch einfach nur rund und gelungen. Einziger Wermutstropfen ist das sehr offen gehaltene Ende. Ich habe im Rahmen der digitalen Frankfurter Buchmesse ein Interview mit dem Autor verfolgt, der meinte, dass für ihn die Geschichte an der Stelle fertig erzählt war und er eigentlich überrascht war, dass so viele das Ende kritisierten. Nun, Herr Handel, für mich ist das Ende nicht fertig erzählt, ganz und gar nicht! Denn die ausschlaggebenden Entscheidungen für die Zukunft wurden eben ausgelassen, nachdem Rowan zumindest eine getroffen hat. Aber genau die waren für mich spannend. Aber wie gesagt, dass macht den wirklich guten Roman nicht weniger gut, sondern lässt einen nur leicht unbefriedigt zurück.

Die Chroniken von Alice – Finsternis im Wunderland – Christina Henry

Die Handlung: Alice sitzt in einer Irrenanstalt, ihr einziger Gesprächspartner ist Hatter, der in der Nachbarzelle sitzt. Er soll einige Menschen abgeschlachtet haben, doch auf Alice macht er einen liebevollen Eindruck. Als die Irrenanstalt brennt, können die beiden den Flammen entkommen. Doch nun muss sich Alice ihrer Vergangenheit stellen. Einer verhängnisvollen Teeparty und dem weißen Kaninchen, doch was aus ihrer verschwommenen Erinnerung ist wahr und was geschah damals wirklich?

Meine Meinung: Ich bin ein großer Fan von Alice im Wunderland. Auch Adaptionen davon können mich gelegentlich in den Bann ziehen, sofern sie gut durchdacht sind und zwar etwas eigenständiges bieten, aber nicht die ganze Geschichte ad absurdum führen. Ein sehr gelungenes Beispiel ist Die Chroniken von Alice Dilogie, zumindest soweit ich das nach diesem ersten Band beurteilen kann. Denn das Wunderland wird hier in eine Stadt verwandelt, deren alter Stadtteil von verschiedenen Anführern „regiert“ werden. Dabei kommen einem die Gestalten durchaus bekannt vor. Zimmermann, Walross, Raupe, Grinser, etc. Doch man sollte sich vor Augen führen, dass es sich um eine Horrorvariante handelt. Auch wäre eine Triggerwarnung, was Gewalt, Vergewaltigung und ähnliches angeht, am Anfang durchaus angemessen gewesen. Wer mit solchen Themen Probleme hat, sollte von dem Buch Abstand nehmen. Wer sich trotzdem von einer Alice im Wunderland Horrorvariante überzeugen möchte, wird hier nicht enttäuscht. Die Geschichte ist, nachdem sie einmal Fahrt aufgenommen hat, durchgehend spannend, voller gut durchdachter Elemente, wenn auch an ein paar Stellen sehr grausam, und kann mit einem sehr flüssigem Schreibstil überzeugen. Ich bin auf jeden Fall sehr gespannt, wie es im zweiten Teil weitergehen soll.

Habt ihr eins der Titel gelesen? Wie fandet ihr es?

Eine Handvoll Serien

Heute mit: einer faszinierenden Familiengeschichte, einer ungewöhnlichen Superheldenfamilie, ein Weckruf der Erde, einen Einblick in die indische Tradition der Heiratsvermittlung und einer Geisterband. 

This is us – Staffel 1

Die Handlung: Familie Pearson ist nicht unbedingt alltäglich. 1980 erwarten die Eltern Jack (Milo Ventimiglia) und Rebecca (Mandy Moore) Drillinge. Kevin (Justin Hartley) und Kate (Chrissy Metz) kommen zur Welt, doch das dritte Baby stirbt bei der Geburt. Wie es der Zufall so will, wurde am gleichen Tag ein Baby vor einer Feuerwache ausgesetzt und ins gleiche Krankenhaus gebracht. Die Pearsons adoptieren Randall (Sterling K. Brown). Die Serie wechselt zwischen der Geschichte der Eltern in den 1980er Jahren und denen der erwachsenen Kinder hin und her.

Meine Meinung: Vielfach bei den Emmys nominiert, vereinzelte auch gewonnen, auf jeden Fall immer hoch gelobt. Schon länger hatte ich die Serie auf dem Schirm, nun habe ich sie endlich auch mal angefangen. Grundsätzlich gefällt sie mir auch richtig gut. Die Probleme und Dramen sind realitätsnah und durch die drei sehr unterschiedlichen Wege der Kinder auch sehr anders und jedes auf seine Art und Weise interessant. Durch den Wechsel zwischen den Geschichten bleibt auch die Spannung stets erhalten. Hinzu kommen die wirklich guten Schauspielleistungen aller Darsteller. Problematischer ist für mich die Menge an Drama. Nie gibt es einen Stillstand oder irgendetwas ist einfach mal gut. Ständig wird nur auf den nächsten großen Knall hingearbeitet. Und da das in den insgesamt 18 Episoden der ersten Staffel einfach so oft vorkam, gibt es dann auch kein richtiges Staffelfinale mehr, da gefühlt schon alles an Drama aufgebraucht war. Bedeutet, dass ich This is us immer nur in kleinen Häppchen sehen kann, damit es mir nicht zu viel wird. Dennoch weicht das Drama oft auch vom Schema ab und Entscheidungen werden nicht stereotypisch, sondern zum Charakter passend getroffen, was wirklich erfrischend ist. 

This is us ist bei Amazon Prime im Abo enthalten

The Umbrella Academy – Staffel 2

Die Handlung: Die sieben Mitglieder der Umbrella Academy konnten dem Weltuntergang, hervorgerufen durch Nummer 7/Vanya (Ellen Page) mit Hilfe von Nummer 5 (Aidan Gallagher) entgehen. Sie landen alle in den 1960er Jahren, aber nicht im gleichen Jahr. Als schließlich auch Nummer 5 ankommt, herrscht erneut Weltuntergang. Nur mit Hilfe schafft es Nummer 5 noch einmal ein paar Tage vor die Apokalpyse zu springen und muss nun seine Geschwister zusammen suchen. Doch die haben sich teilweise schon ein ganz neues Leben aufgebaut.

Meine Meinung: Schon die erste Staffel der Umbrella Academy konnte begeistern. Auch wenn es schwer vorstellbar war, aber die zweite Staffel schafft es spielerisch noch einmal ordentlich einen drauf zu legen. Durch die unterschiedlichen Leben, die sich die Geschwister aufgebaut haben, bleibt genügend Zeit um ihre Charaktereigenschaften noch einmal näher zu betrachten. Dennoch wird es wieder spannend durch die drohende erneute Apokalypse, die sie wieder verhindern wollen. Dabei hat die Serie es inzwischen geschafft eine gute Grunddynamik zwischen den Charakteren aufzubauen, die hier wieder voll ausgeschöpft wird. Hinzu kommen einige altbekannte Gesichter und einige neue in mehr oder weniger wichtigen Nebenrollen. Es kommt zu einigen absurden Situationen, die auch den Humoraspekt der Serie wieder befeuern. So klebt man am Bildschirm vor Spannung und kann zwischendurch auch herzlich lachen. Auch wenn Teilaspekte wie eine Wiederholung der ersten Staffel wirken, kommen immer genügend neue Ideen dazu. Das ganze wird unterstrichen von einem auf den Punkt gebrachten Soundtrack. Wer auch immer in einer großen Schlacht die Backstreet Boys spielen wollte, verdient gefälligst einen Preis. Es war auf jeden Fall wieder ein Wechselbad der Gefühle und das ist absolut positiv gemeint.

The Umbrella Academy ist bei Netflix im Abo enthalten

Down to Earth with Zac Efron – Staffel 1

Die Handlung: Zac Efron hat sich mit Wellness-Experten Darren Olien zusammengetan. Zusammen reisen sie um die Welt, um verschiedene Konzepte zum den Themen Nachhaltigkeit und Umweltschutz zu begutachten und der Erde einfach mal zuzuhören.

Meine Meinung: Down to Earth hat im deutschen den wenig passenden Titel „Um die Welt mit Zac Efron“. Der Titel ist nicht nur unaussagekräftig, sondern verfehlt wohl auch die Zielgruppe. Denn Zac Efron kennt man wohl am ehesten durch seine Schauspieltätigkeit. Von seinen Anfängen mit High School Musical zu seinen gewöhnungsbedürftigen Komödien, wie Bad Neighbors oder Dirty Grandpa. Doch hier erleben wir Efron fern ab von Hollywood und dadurch auch von einer ganz anderen Seite. Denn schon seit längerem befasst er sich selbst mit den Themen Umweltschutz und Nachhaltigkeit. Inspiriert hat ihn das Buch von Darren Olien, woraus eine Freundschaft entstand, die schließlich zu dieser Serie führte. Zusammen bereisen die beiden Orte auf der Welt, die faszinierende Konzepte für gewisse Probleme entwickelt haben. Zum Beispiel bereisen sie Frankreich mit dem öffentlichen Wasserkonzept und einer Heilquelle. Oder sie untersuchen in Sardinien die hohe Lebenserwartung der Einheimischen. Durch die sehr unterschiedlichen Themen bleibt es stets spannend und man kann durchaus für sich etwas mitnehmen. 

Down to Earth ist bei Netflix im Abo enthalten

Indian Matchmaking – Staffel 1

Die Handlung: Sima Taparia ist eine Heiratsvermittlerin. Sie lebt in Mumbai, hat aber Klienten in Indien und den USA. Die Serie verfolgt sie bei ihrer Arbeit und erzählt die Hintergründe der indischen Tradition der Heiratsvermittlung und wie sich die moderne Variante von der früheren unterscheidet.

Meine Meinung: Zu dem Thema Heiratsvermittlung hatte ich eine Menge Vorurteile. Deswegen sprach mich die Serie durchaus an, konnte sie mich doch entweder bestätigen oder widerlegen. Und tatsächlich bestehen meine Vorurteile nicht umsonst, wurde es noch bis vor ein paar Jahren tatsächlich von den Eltern bestimmt, wen die Kinder zu heiraten haben. Inzwischen ist dies aber wesentlich fortschrittlicher. So ist die Heiratsvermittlerin eigentlich nur eine Zwischeninstanz, die verschiedene Profile vergleicht und versucht eine gemeinsame Basis zu finden. Die Dates machen die Vermittelten dann unter sich aus und können dann entscheiden, ob sie sich weiter treffen wollen. Natürlich hat der Familienaspekt noch immer einen großen Stellenwert. In Indien vielleicht auch nochmal etwas intensiver als in den USA. Da aus beiden Länder Kunden gezeigt werden, kann man auch hier noch einmal sehr gut die Unterschiede sehen. Die Kunden selbst sind sehr unterschiedlich. Bei manchen fiebert man mit, ob es zu einem Match kommt, während einem der Ausgang bei anderen relativ egal ist. So ganz ohne fragwürdige Aspekte kommt das ganze dann aber doch noch nicht aus. So wird regelmäßig ein Gesichtsleser und ein Astrologe dazu gerufen, die mithilfe der Gesichter oder der Sterne entscheiden sollen, ob das Match unter einem guten Stern steht. Schade finde ich es auch, dass die Kunden vom Anfang der Serie am Ende gar nicht mehr erwähnt wurden und man teilweise nicht richtig nachvollziehen konnte, ob sie jetzt den passenden Partner gefunden haben. Also wer sich einmal etwas intensiver mit der indischen Tradition auseinander setzen möchte, dem sei die Serie empfohlen.

Indian Matchmaking ist bei Netflix im Abo enthalten

Julie and the Phantoms – Staffel 1

Die Handlung: 1995 steht die Band Sunset Curve kurz vor dem musikalischem Durchbruch. Doch abgelaufene Hotdogs führten zum verfrühten Ableben drei der vier Bandmitglieder. 25 Jahre später, landen sie als Geister in der Garage von Julie (Madison Reyes). Die Highschoolschülerin trauert noch immer um ihre Mutter und hat dadurch ihre Liebe zur Musik verloren. Sie kann als einzige die Jungs sehen und findet dadurch zurück zur Musik. Und sobald sie auf einer Bühne auftritt, können auch die anderen die Jungs sehen. So gründen sie die Band Julie and the Phantoms, wobei alle denken, dass es sich bei den Jungs um Hologramme handelt. Hinzu zu den alltäglichen Probleme kommen noch ein paar Geisterprobleme.

Meine Meinung: 9 Episoden umfasst die erste Staffel und ich habe alle an einem Tag verschlungen. Wenn man sich mit der Grundprämisse der Musical-Comedy anfreunden kann, zieht einen die Serie sehr schnell in den Bann und man will einfach wissen, wie es weitergeht. Während Julie stellenweise noch etwas gewöhnungsbedürftig ist, sind die Jungs von Sunset Curve einfach nur liebenswert. Stellenweise ein bisschen trottelig, manchmal ein bisschen zu Klischee, aber schlussendlich einfach zum knuddeln. Die Geschichte geht zügig voran und bietet mehr als nur Bandproben und Auftritte. Neben Julies Probleme an einer Highschool inklusive Zicke und Crush, steht auch die Frage im Raum, wieso Julie die Jungs sehen kann, wieso sie beim Auftritt sichtbar werden und was ihre Aufgabe ist. Hier stellt die erste Staffel schon erste Vermutungen an, lässt einige Geisterprobleme einfließen, lässt aber auch noch einiges für eine zweite Staffel offen. Einen kleinen miesen Cliffhanger konnte sich die Serie dann am Ende doch nicht verkneifen.

Julie and the Phantoms ist bei Netflix im Abo enthalten

Welche Serien habt ihr schon gesehen? Konnte ich euch von einer neuen Serie überzeugen?

Eine Handvoll Bücher

Heute mit: dem Finale des Kampfes zwischen Chimären und Seraphim, einem magischen Constable in London, dem Finale der Again-Reihe, dem Auftakt eines Kampfes mit den sieben Todsünden und einer chaotischen Irin. 

Dreams of Gods and Monsters

Die Handlung: Als die Dominion-Armee der Seraphim unter Führung des brutalen Jael das Tor von Eretz in die Welt der Menschen durchquert, beschließen Seraphim und Chimären ein wackliges Bündnis, das Akive und Karou wieder zusammenführt. Doch wie sollen sie gegen die zahlenmäßig überlegende Armee Jaels bestehen?

Meine Meinung: Der Abschluss der Zwischen den Welten Reihe kommt zunächst ziemlich ernüchternd daher. Nach einem richtig starken Auftakt bei Daughter of Smoke and Bone, einem eher langatmigen Zwischenteil bei Days of Blood and Starlight, sind nun alle Weichen für das große Finale gestellt. Das dieses mit fast 800 Seiten noch einmal deutlich dicker ist als die Vorgängerbände hätte schon ein Warnzeichen sein können. Denn Autorin Laini Taylor hat noch eine ganze Reihe von Ideen, die sie einbringen wollte. Leider verliert sie sich dabei in ewigen Wiederholungen, dreht sich ständig im Kreis, ehe das Buch nach über 500 Seiten doch endlich mal in Schwung kommt, und bringt dann nochmal so viele neue Wendungen gegen Ende ein, dass sie den finalen Kampf ganz einfach vergisst. Das, worauf die ganze Zeit hingearbeitet wurde, gibt es einfach nicht. Was es aber gibt, und was die wenigsten Fantasybücher schaffen: ein richtiges Ende. Es wird nicht einfach nach einer großen Schlacht aufgehört und vielleicht noch ein Epilog eingeführt. Nein, es werden alle Rätsel und Andeutungen aufgelöst, erklärt und zu Ende gebracht. Das macht zwar vieles wett, aber ich habe mich gerade am Anfang echt durch das Buch gequält und nach ca. 200 Seiten eine sehr lange Pause eingelegt, weil ich es einfach nicht mehr weiterlesen wollte.

Die Flüsse von London

Die Handlung: Constable Peter Grant wollte eigentlich eine ganz normale Karriere bei Scotland Yard. Doch als er an einem Tatort auf einen Geist trifft, wird er dem mysteriösen Detective Chief Inspector Nightingale zugeteilt. Dieser eröffnet ihm, dass er ein Zauberer ist und Peter auch magische Fähigkeiten hat. Zusammen fahnden sie nicht nur nach dem Mörder, sondern sollen auch einen Streit zwischen Mutter und Vater Themse schlichten.

Meine Meinung: Ich habe das Hörbuch schon vor einigen Jahren mal gehört, aber ehrlich gesagt, hatte ich das meiste schon wieder vergessen. Das könnte man als schlechtes Omen nehmen, wahrscheinlicher ist, dass ich damals nicht richtig aufgepasst habe, weil ich Hörbücher meistens bei längeren Autofahrten höre. Bevor ich mich jedoch an einen zweiten Band der Reihe wagen wollte, hörte ich also noch einmal den ersten Band, um mich an alle wichtigen Figuren zu erinnern. Und zu meiner Verteidigung: Es gibt hier wirklich eine Menge an Figuren. Grundsätzlich handelt es sich aber um eine fantastische Idee, die spannend und interessant umgesetzt wurde. Gerade die Kombination aus normaler Polizeiarbeit und den fantastischen Elementen, fand ich sehr gut umgesetzt. So wirkt es wie ein „normaler“ Krimi mit starken Charakteren, aber hebt sich eben doch durch das fantastische Element stark ab. Durch eine ordentliche Länge von 480 Seiten im Taschenbuch und knapp 4 Stunden Hörbuch bleibt genug Platz/Zeit um die Charaktere vorzustellen, die Arbeit von Nightingale zu erkunden und trotzdem den Kriminalfall nicht unnötig in die Länge zu ziehen. Ich bin auf jeden Fall auf die weiteren Teile gespannt!

Dream Again

Die Handlung: Jude hat sich an einer Schauspielkarriere in LA versucht und ist tief gefallen. Nun flieht sie zu ihrem Bruder Ezra nach Woodshill. Doch ihr Ex-Freund Blake ist Ezras Mitbewohner und alles andere als begeistert. Nun versucht Jude nicht nur irgendwie nach vorne zu sehen, sondern auch das Zerwürfnis mit Blake zu regeln. Denn eigentlich hat sie nie aufgehört ihn zu lieben.

Meine Meinung: Der fünfte und voraussichtlich letzte Teil der Again-Reihe zieht noch einmal ein ganz neues Gesicht in die Geschichte. Die Verbindung zu den vorherigen Teilen stellt diesmal Blake dar, der zusammen mit Hope und Everly in Nolans Seminar war. Natürlich dürfen auch einige der bereits bekannten Charaktere wieder auftauchen, wenn auch eher kurz. Die Geschichte selbst verfolgt das bekannte Schema und schafft es nur selten zu überraschen. Irgendwo war Jude auch nicht der greifbarste Charakter der Reihe. Versteht mich nicht falsch, sie war durchaus sympathisch und ihre Handlungen waren auch größtenteils nachvollziehbar. Aber die Geschichte von ihr und Blake hätte auch in ein wesentlich schmaleres Buch gepasst, dabei ist es mit 321 Seiten schon eher schmal. Kurzum: Auch der Abschluss der Again-Reihe hat mir wieder großen Spaß beim Lesen gemacht, ist aber mit der schwächste Band der Reihe, da er etwas zu vorhersehbar verläuft und sich in Wiederholungen verliert.

Seven Sins – hochmütiges Herz

Die Handlung: Avery hatte sich ihren 18. Geburtstag wohl ganz anders vorgestellt. Doch als der gutaussehende Dämon Nox ihr enthüllt, dass ihr Vater ihre Seele verpfändet hat und sie sterben wird, geht sie auf einen folgenschweren Deal ein. Sie kann versuchen die Prüfung der sieben Todsünden zu bestehen, dann wäre ihre Seele frei. Auf einmal muss sie feststellen, dass ihr bester Freund Adam ein Engel ist und sie beschützen soll. Und eigentlich weiß auch keiner so genau, was die Prüfungen beinhalten. Und so gehen die drei auf die Suche, um sich der ersten Prüfung zu stellen.

Meine Meinung: Autorin Lana Rotaru hatte sie Sevens Sins Reihe bereits vor ein paar Jahren angefangen und im Selfpublishing veröffentlicht. Schon damals habe ich sie verfolgt. Nun hat der Impress Verlag sie von der Autorin überarbeiten und auch endlich weiterschreiben lassen. Der erste Band beinhaltet nun den ursprünglich ersten Band und große Teile des zweiten Bands. Damit ist er immer noch ein reiner Einleitungsband. Das eigentlich spannende fängt erst im zweiten Band an. Das muss man allerdings wissen, um Hochmütiges Herz nicht voreilig wieder wegzulegen. Dennoch versteht sich Frau Rotaru darauf die Charaktere vorzustellen, einem näher zu bringen und die Handlung zu ebnen, damit es danach richtig losgehen kann. Durch ihren flüssigen Schreibstil hatte ich beim Lesen trotzdem Spaß. Umso gespannter bin ich auf die nächsten Bände.

OMG – Diese Ashling

Die Handlung: Aisling lebt mit 28 noch bei ihren Eltern im beschaulichen Ballygobbard. Sie pendelt regelmäßig zu ihrem Job in Dublin. Mit ihrem Freund John ist sie seit 7 Jahren zusammen. Doch als John ihr eröffnet, dass er sie noch lange nicht heiraten will und auch nicht mit ihr zusammenziehen will, beschießt Aisling ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen. Sie zieht zu ihrer Kollegin Sadhbh in eine hippe WG und probiert neue Dinge aus. Wenn das mal nicht im Chaos endet.

Meine Meinung: Ich bin durch den Youtube Kanal von Anabelle Stehl auf dieses Buch aufmerksam geworden. Dort findet man auch ein hilfreiches Video zur Aussprache der irischen Namen, die nicht ganz ohne sind (Link hier). Zu 100% bin ich aber nicht warm geworden mit dem Buch. Denn gerade zum Anfang konnte ich Aisling und ihre Handlungen noch irgendwo nachvollziehen und dann kam noch ein bisschen Sehnsucht nach Irland dazu, eigentlich eine gute Kombination. Doch mit fortschreitendem Buch wurde mit Aisling immer unsympathischer. Sie wird immer unselbstständiger und gerade wenn sie auf ihre hippere Kollegin Sadhbh trifft, wirkt sie eher wie ein Trampel, als eine starke Frau. Während ich einige Aufreger ihrerseits nachvollziehen konnte und auch wenig Probleme mit ihrer ständigen Weight Watchers Zählerei hatte, steigert sie sich mit fortlaufender Geschichte in immer mehr Belanglosigkeiten rein. Auch die Geschichte an sich, die in mehrere Kurzgeschichten unterteilt scheint, verrennt sich immer mehr. Zwar ergibt sie am Ende eine zusammenhängende Handlung, doch scheint den Autorinnen am Ende ein wenig die Ideen auszugehen.

Eine Handvoll Serienkritiken

Heute mit: Einer Bekanntschaft auf einer Trauergruppe, eine unsichere Teenagerin mit außergewöhnlichen Fähigkeiten, einem queeren Make-over, Pille macht Jagd auf Superman und mysteriösen Mordfällen in Australien.

Dead to me – Staffel 1

Die Handlung: Jen Harding ist eine toughe Immobilienmaklerin, die nach dem Unfalltod mit Fahrerflucht ihres Mannes zwischen Trauer und Rettung des Familienlebens hin- und herschwankt. Als sie in einer Selbsthilfegruppe auf Judy trifft, die das komplette Gegenteil von ihr ist, entsteht eine seltsame Freundschaft. Doch Judy hat ein großes Geheimnis.

Meine Meinung: Netflix bewirbt diese Serie als Komödie. Auch der kurze Einblick, der startet, wenn man beim scrollen zu lange auf einer Serie bleibt, macht den Eindruck zwar sehr schwarzhumorig zu sein, aber dennoch irgendwo Richtung Komödie geht. Doch Dead to me ist vieles, aber keine Komödie. Auch wenn Jen versucht vieles mit Sarkasmus zu lösen ist es doch ein Drama zum Thema Trauerbewältigung zusammen mit Geheimnissen, Intrigen und Verrat. Nicht gerade die Komponenten einer guten Komödie. So irregeleitet war ich dementsprechend enttäuscht von der Serie. Dennoch kann ich sagen, dass die Serie einiges richtig macht. Die Folgen sind intelligent geschrieben und das Drama bleibt immer im überschaubarem Rahmen. Die Handlungen der Charaktere sind größtenteils nachvollziehbar und die Charaktere selbst haben alle ihre Ecken und Kanten, so dass keiner wirklich sympathisch wirkt, aber nur die wenigsten direkt unsympathisch wirken. Aber auch wenn die Serie eigentlich durchgehend spannend war und versucht hat jeder Folge eine eigene Richtung zu geben, scheint es nur eine langgestreckte Erzählung des Unausweichlichen zu sein. Durch den Cliffhanger am Ende der ersten Staffel bin ich nun doch am Überlegen weiter zu gucken, obwohl ich eigentlich abgeschlossen hatte mit der Serie.

I’m not okay with this – Staffel 1

Die Handlung: Sydney Novak ist 17, trauert um ihren Vater, der sich ein Jahr zuvor das Leben nahm, hat seitdem ein schlechtes Verhältnis zu ihrer Mutter, die nicht über seine Beweggründe sprechen will, und empfindet für ihre beste Freundin mehr als sie sollte. Und weil das noch nicht genug ist, entwickelt sie telekinetische Kräfte, die immer dann unkontrolliert aus ihr Strömen, wenn sie ihre negativen Emotionen nicht mehr unter Kontrolle hat. Zusammen mit Stanley, der sie beobachtet hat und glaubt, dass es Superheldenkräfte seien, versucht sie diese fortan zu kontrollieren.

Meine Meinung: Mit Sophie Lillis und Wyatt Oleff hat die Serie bereits zwei Jungdarsteller aus der aktuellen Verfilmung von ES, hinzu kommen als Produzenten noch zwei Financiers von Stranger Things, womit dann auch vollkommen klar sein dürfte, woran sich die Serie orientiert. Allerdings liegt hier die Konzentration klar auf Sydney und ihren Problemen, die durch ihre unkontrollierten Fähigkeiten durchaus noch verstärkt werden. Dennoch ist Coming-of-Age ein Schwerpunkt der Serie. Die Fantasyelemente wirken teilweise willkürlich in das Teenagerdrama eingewoben. Das Hauptproblem der Serie dürfte aber wohl darin liegen, dass die gesamte erste Staffel, die mit 7 Folgen, die jeweils eine Länge zwischen 20-30 Minuten haben, wie ein einziger großer Prolog wirkt. Erst in der allerletzten Szene bekommt der Zuschauer eine Ahnung in welche Richtung sich diese Serie entwickeln könnte. Wahrscheinlich würde ich der zweiten Staffel noch eine Chance geben, weil ich wissen möchte, ob die Serie dann ihr Potential nutzt, aber ich verstehe auch, wenn viele bereits die erste Staffel nicht zu Ende gesehen haben. Denn es werden allerlei Fragen aufgemacht, aber keine wirklich beantwortet, bzw. scheint die Serie kein direktes Ziel zu haben, auf das es hinarbeitet. Und auch wenn die Serie schnell zum Durchschauen ist, fehlt ihr doch das entscheidende Elemente, um sie nicht nur wie ein Prolog wirken zu lassen.

Queer Eye – Staffel 5

Die Handlung: Die Fab 5 sind zurück. Diesmal zieht es Tan (Mode), Karamo (Kultur), Bobby (Design), Anthony (Essen) und Jonathan (Pflege) nach Philadelphia. Doch die Mission ist die gleiche. Sie antworten auf Hilferufe aus Familie und Freundeskreis, um sich in jeder Woche einem/einer  Ausgewählten in allen Belangen des Lebens unter die Arme zu greifen und mit ihrer üblichen quirligen Art Probleme anzugehen und Freude zu bringen.

Meine Meinung: Auch in der fünften Staffel ist der Aufbau jeder Folge gleich. Die Fab 5 kommen zu ihrem neuen Hilfegesuch, erfassen die Lage und arbeiten dann alle in ihren Resorts die Probleme ab, um am Ende ein Lebensumstyling gemacht zu haben. Kann dies auch in einer fünften Staffel noch funktionieren? Ja kann es! Denn im Vergleich zu anderen Umstylings wissen alle Fünf, dass viele Probleme tiefer liegen und versuchen Selbstbewusstsein zu stärken und  die Probleme in vielen Gesprächen zu ergreifen. Vor allem ist aber der ungetrübte Optimismus der Fab 5 der Grund, warum auch die fünfte Staffel mich noch uneingeschränkt zum Lächeln bringt, auch wenn einzelne Schicksale einem zu Tränen rühren können. Doch auch gesellschaftskritische Themen finden immer Platz und sei es nur weil Karamo Brown sich in jeder Folge mit einem anderen T-Shirt-Spruch für ein Thema einsetzt, z.B. #blacklivesmatter. Es bleibt amerikanisches Reality-TV, aber das auf einem ganz hohen Niveau und vor allem mit ganz großem Herz.

The Boys – Staffel 1

Die Handlung: Hugh Campbell ist ein Verkäufer, dessen größer Plan es ist, mit seiner Freundin Robin zusammenzuziehen. Bis der Superheld A-Train, seines Zeichens der schnellste Mann der Welt, direkt durch Robin hindurchrennt und sie dabei zerfetzt. Die Superheldenfirma Vought bietet ihn daraufhin Schadensersatz an, die er ablehnt. Kurz darauf lernt er Billy Butcher kennen, der einen privaten Rachefeldzug gegen die „Supes“ führt.

Meine Meinung: Stellen wir uns eine Welt vor, in der Superhelden ein großes Franchise bilden, mit Filmen, Merchandise und allem drum und dran. Klingt noch wie unsere? Gut, dann stellen wir uns die gleiche Welt vor, nur das die Superhelden auch tatsächlich existieren. Genau diese haben wir in The Boys. Und ebenso wie Superheldenfilme auch nach über 10 Jahren noch immer boomen, werden auch die Supes in der Serie wie Götter verehrt. Doch mit fortschreitender Serie blickt man tief hinter die Marketingkampagnen und die Abgründe die sich daraus ergeben. So ist The Boys mit einer Freigabe ab 16 Jahren, voller tiefschwarzem Humor und sehr direkten Dialogen. Und während einige in meiner Umgebung absolut begeistert sind von der Serie, konnte sie mich nicht wirklich abholen. Warum? Nun zum einen war die Staffel mit acht Folgen zwar nicht lang, aber für mich zogen sich diese wenigen Folgen ewig, weil sich das Team um Butcher immer wieder im Kreis zu drehen schien. Zum anderen waren mir einige Wendungen, wenn sie auch logisch waren, einfach nicht nach Nase. Das ist aber ein ganz persönliches Problem, dass ich mit der Serie habe. Ganz objektiv ist sie eine starke Parodie auf das gesamte Superheldengenre und der Marketingindustrie dahinter.

Miss Fishers mysteriöse Mordfälle – Staffel 2+3

Die Handlung: Auch in der zweiten und finalen dritten Staffel darf die vermögende und unabhängige Phryne Fisher wieder ihrer Leidenschaft, dem Aufklären von Morden frönen. Dabei vertieft sie auch ihre Beziehung zum Detective Inspector Jack Robinson. Ebenso vertieft sich die Beziehung zwischen Phrynes Assistentin Dot und Constable Hugh Collins.

Meine Meinung: Wir reisen wieder in die 1920er Jahre nach Australien. Hier wartet wieder Phryne Fisher auf uns und zeigt uns ihre Welt voller Mordfälle, Geheimnisse und absolut toller Nebencharaktere. Auch hier zeigt sich wieder, dass das sehr hohe Budget gekonnt eingesetzt wird, um die Serie vollkommen realistisch in der Vergangenheit spielen zu lassen. Das hohe Budget war dann aber auch der Grund, warum die dritte Staffel bereits verkürzt war und schließlich das Ende bildete. Glücklicherweise findet die Serie trotzdem die Zeit, um die übergreifende Handlung zu einem runden Ende zu bringen, auch wenn nicht alle Fragen final geklärt wurden. Damit ist es auch verzeihbar, dass die finale Episode jetzt nicht unbedingt der spannendste Fall war.

Eine Handvoll Serienkritiken

Heute mit dabei: Eine gehirnsüchtige Pathologin, ein Meisterdetektiv zwischen London und New York, die Erklärung der alltäglichsten Dinge durch einen Dinosaurier-Experten, ein außer Kontrolle geratener Freizeitpark und ein schauspielender (Ex-)Auftragskiller. 

IZombie – Staffel 1

Die Handlung: Liv Moore (Rose McIver) ist frisch verlobt, ehrgeizige Medizinstudentin und einfach rundum glücklich. Bis auf einer Bootsparty ein Virus ausbricht und sie gekratzt wird. Mit blassem Teint, weißblonden Haaren und einem Heißhunger auf Gehirn, muss sie entsetzt feststellen, dass sie ein Zombie ist. Sie bricht die Verlobung, schmeißt das Studium und sucht in der Pathologie eines Polizeireviers einen neuen Job. Dadurch hat sie Zugriff auf die Gehirne der verstorbenen. Zusammen mit ihrem Kollegen Ravi Chakrabarti (Rahul Kohli) sucht sie nach einem Gegenmittel. Gleichzeitig stellen sie fest, dass Liv nach einem Gehirnmahl Charaktereigenschaften und Erinnerungen der Verstorbenen annimmt, wodurch die Detektive Clive Babineaux (Malcolm Goodwin) tatkräftig unterstützt.

Meine Meinung: Ich bin ein großer Fan von (gut gemachten) Crimeserien. Wohingegen ich mit dem Zombiethema so gar nichts anfangen kann. Daher hatte ich bisher auch einen großen Bogen um die Serie gemacht, auch wenn mein Lebensgefährte bei der Serie durchaus ins Schwärmen geriet. Nachdem ich aber Miss Fishers Mysteriöse Mordfälle beendet hatte, musste doch irgendwo wieder eine Crimeserie bei mir einziehen. Und so gab ich der Serie doch eine Chance. Und ja, man muss sagen, dass sie es sehr schnell schafft durch die Charaktere und Ausgangssituation einen in den Bann zu ziehen, so dass ich die erste Staffel auch in wenigen Tagen durchgeschaut hatte. Bisher haben Crimethemen und Zombiethemen auch noch eine gute Balance, allerdings ist meine Befürchtung, dass weitere Staffeln eher in Richtung Zombiethema gehen, weswegen ich noch vor dem Weiterschauen zurückschrecke. Wobei ich der Serie wahrscheinlich zumindest für eine weitere Staffel noch die Chance gebe.

Elementary – Staffel 7

Die Handlung: Sherlock (Johnny Lee Miller) und Joan (Lucy Liu) sind nach dem Ende der sechsten Staffel nach London gegangen, um so dem FBI zu entgehen. Doch gerade Joan schlägt sich mit Heimweh herum. Als dann auch noch eine Schreckensnachricht vom NYPD die beiden erreicht, reist Joan zurück. Gleichzeitig hat Odin Reichenbach (James Frain), der Kopf hinter einem großen Internetunternehmen, einen Algorithmus geschrieben, mit dem er Verbrechen vorhersagen will, um so die Verbrecher vorab auszuschalten. Er versucht Sherlock und Joan für sein Unterfangen anzuwerben, die jedoch kritisch bleiben.

Meine Meinung: Die finale Staffel Elementary kommt mit 13 Folgen verkürzt daher. Dennoch war es für mich als großer Fan der Serie, gut zu wissen, dass nach dem mehr oder weniger Cliffhanger am Ende der sechsten Staffel noch ein paar Folgen zur Aufklärung kommen. Die Staffel schafft es auch tatsächlich trotz der kurzen Zeit, das offene Ende der sechsten Staffel aufzugreifen, einen neuen Gegner einzuführen und die gesamte Serie zu einem Ende zu bringen. Ganz nebenbei gibt es auch weiterhin die Mordfälle der Woche, die zu lösen sind. Es gibt Wiedersehen mit alten Bekannten und auch den ein oder anderen endgültigen Abschied. Auch wenn die Sherlock Holmes Fans da draußen sich wohl vorstellen können, in welche Richtung die Handlung um den Charakter Reichenbach führen kann, bleibt die Staffel durchgehend spannend. Mit der finalen Episode haben sie mich dann durch ein Wechselbad der Gefühle geschickt. Aber dennoch war es eine runde Sache, auch wenn man aus der finalen Episode vielleicht eine Doppelfolge hätte machen können, um für ein paar Sachen einfach ein wenig mehr Zeit zu haben – oder statt einer Doppelfolge auch gerne nur eine Folge mit Überlänge. Aber all das bleibt Jammern auf hohem Niveau, denn Elementary ist eine sehr gute Serie, geht respektvoll und doch Modern mit seinem literarischen Vorbild um und weiß immer wieder zu überraschen.

The World according to Jeff Goldblum – Staffel 1

Die Handlung: Jeff Goldblum, ja der Schauspieler, hat 12 verschiedene Themen vorgesetzt bekommen, auf die er einen Blick werfen soll. Dabei sind es ganz alltägliche Themen, wie Fahrräder, Pools oder Grillen. Dafür hat er sich möglichst wenig informiert, um durch Gespräche mit den verschiedensten Personen neue Einblicke zu erhalten und seine Gedanken dazu mitzuteilen.

Meine Meinung: Disney+ hat nach seinem Release gleich daran gesetzt Publikum mit eigenen Originals die wöchentlich ausgestrahlt werden, an die Plattform zu binden. Neben Erfolgsrezepten wie The Mandalorian, durfte Jeff Goldblum (Jurassic Park, Independence Day) uns in 12 Folgen seine Sicht auf die Welt mitteilen. Dabei ist das Interessanteste, dass er sich mit ganz alltäglichen Dingen auseinander setzt und dann immer zu einer Großveranstaltung oder einzelnen Personen geschickt wird, um dort neue Eindrücke zu gewinnen. Untermauert wird dies immer wieder mit diversen Bildermontagen, die Geschichte und Entwicklung des Themas zeigen. Dabei wird alles mit Goldblums Charme und einer gewissen Lockerheit behandelt, so dass neben reinen Fakten auch ein echter Mehrwert geboten wird. Und auch wenn ein Thema mal so gar nicht interessant klang, gibt es doch in jeder Folge einen Aspekt, den man so vielleicht gar nicht beachtet hätte und der das Thema dann irgendwo doch interessant macht. Und nun bleibt mir nichts anderes übrig, als sehnsüchtig auf die nächste Staffel zu warten.

Westworld – Staffel 2

Die Handlung: Am Ende der ersten Staffel brachen die Hosts aus ihren vorbestimmten Rollen aus und Chaos kam über den Park, in dem jeder Gast in ein vorgefertigtes Szenario in einer Wild-West-Welt schlüpfen kann, um seine Gewalt- und andere Fantasien ausleben zu können. Doch der Aufstand der Hosts ist blutig und die Angestellten des Parks haben alle Hände voll zu tun die Lage unter Kontrolle zu bekommen. Und was ist das für ein großes Geheimnis, das unbedingt beschützt werden muss?

Meine Meinung: Die ganzen einzelnen Charaktere und ihre Handlungsstränge aufzuzählen, würde diese Kurzkritik definitiv sprengen. Sagen wir der Zuschauer verfolgt mehrere Gruppen, teilweise Mitarbeiter, teilweise Host, teilweise Gäste, um den Aufstand der Host aus mehreren Gesichtspunkten darzustellen. Dabei tauchen zwischendurch Charaktere auf und verschwinden wieder. Manche bekommen erst gegen Ende der Staffel eine Bedeutung. Selbst der Aufstand besteht nicht aus der einen Gruppe, sondern ist in mehrere Splitterparteien unterteilt. Hier nicht den Überblick zu verlieren ist schon schwer. Doch den Machern der Serie war dies noch nicht Verwirrung genug, stattdessen haben sie auch noch beschlossen die Staffel nicht linear zu erzählen. Mit Hilfe des Charakters Bernard werden Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft immer wieder wild gemischt. Dies wird leider auch bis zum Ende nicht wirklich aufgeklärt. Der Kunstgriff sollte wohl genutzt werden, um immer wieder überraschende Wendungen einbauen zu können, führt aber lediglich dazu, dass der Zuschauer immer verwirrter wird. Tatsächlich hätte ich mir am Ende gewünscht, dass ich noch einmal an die Hand genommen werde und mir ganz genau erklärt wird, was wann und warum passiert ist. Dies ist leider nicht passiert, weswegen ich auch gar nicht so genau sagen kann, ob mir die Staffel wirklich gefallen hat. Qualitativ ist sie auf einem weiterhin sehr hohen Niveau und auch schauspielerisch kann man nichts negatives sagen. Vielleicht hätte ein Handlungsstrand, eine andere Zeitlinie weniger schon geholfen. Denn am besten gefiel mir tatsächlich eine Folge, in der es hauptsächlich um einen Nebencharakter ging, der auf einmal eine viel wichtigere Rolle spielte. Einfach weil er mir seine Geschichte einfach von vorne bis hinten chronologisch erzählte. Auch die Erweiterung der Settings – neben Westworld gibt es noch mindestens zwei weitere Parks – war zwar eine interessante Idee, führte aber letztlich einfach zu weit. Weniger ist eben manchmal doch mehr.

Barry – Staffel 2

Die Handlung: Barry Berkman (Bill Hader) muss mit den Konsequenzen seiner Tat aus der finalen Episode der ersten Staffel leben, die auch seinen Schauspiellehrer Gene Cousineau (Henry Winkler) aus der Bahn wirft. In der Schauspielschule soll jeder ein traumatisches Erlebnis in einem kurzen Stück verarbeiten, was Barrys Freundin Sally (Sarah Goldberg) ganz in den Bann zieht. Und ganz nebenbei wird Barry wieder von der tschetschenischen Mafia eingespannt, da Hank (Anthony Carrigan) seine Zusammenarbeit mit den Bolivianern in Gefahr sieht, als die Anführerin der burmesischen Mafia anfängt sich einzumischen.

Meine Meinung: Die Grundidee der ersten Staffel einen Auftragskiller zu schaffen, der viel lieber Schauspieler wäre, war so kurios, dass ich sie mir einfach ansehen musste. Und Bill Haders Barry war einfach so kurios, dass ich mich regelrecht auf die zweite Staffel freute. Doch musste ich leider feststellen, dass die zweite Staffel bei weitem nicht mehr so gut funktionierte wie die erste. Das liegt zum einen daran, dass der Schatten der finalen Episode der ersten Staffel (ich möchte hier ungern spoilern, für alle, die die Serie noch schauen wollen) noch über der Handlung liegt. Und auch, weil an gewissen Stellen einfach der Witz raus ist. Dies merkt man vor allem an Folge Fünf die einfach nur völlig over the top ist und einfach nicht wusste, wann man besser aufhören sollte. Auch NoHo Hank schafft es nur mit der immer gleichen Masche für ein wenig Witz zu sorgen, was irgendwann auch nicht mehr erheitern kann. So hat die zweite Staffel von Barry zwar durchaus noch einige gute Ideen, aber irgendwo zu wenig, um ein ganze Staffel zu füllen, weswegen einzelne Aspekte immer und immer wieder durchgekaut werden. Vielleicht war der Stoff grundsätzlich nur geeignet für eine Miniserie. Es kann natürlich auch sein, dass nun durchaus ganz neue Ansätze gefunden werden, und mich die dritte Staffel dann noch einmal ganz neu überrascht.

 

Eine Handvoll Bücher

Heute mal mit einem Thriller/Krimi, einer Geschichte über verblasste Erinnerungen, Liebe zwischen Mitbewohnern, dem Auftakt der Breathless-Erotik-Trilogie und dem Abschluss der Engel-Apokalypse. Klingt interessant? Dann unbedingt weiterlesen!

Erbarmen – Jussi Adler-Olsen

Die Handlung: Carl Mørck ist Ermittler bei der Kopenhagener Polizei. Nach einem Zwischenfall ist sein einer Partner tot und der andere querschnittsgelähmt. Da er bei den anderen Kollegen nicht unbedingt beliebt ist, kommt das von der Regierung geforderte Sonderdezenat Q, das sich mit unaufgeklärten Fällen befassen soll, gerade richtig. Carl soll die Abteilung alleine leiten. Er holt sich noch einen Angestellten. Hafez el-Assad ist Syrer und sollte eigentlich nur für die Reinigung zuständig sein, doch hängt er sich gerne in die Fälle rein. So auch in den der verschwundenen Merete Lynggaard, einer Politikerin. Während Carl am Anfang wenig Lust hat, wirklich zu arbeiten, stellt er doch bald fest, dass bei der damaligen Ermittlung Spuren nicht genauer verfolgt wurden.

Meine Meinung: Für meine 20 für 2020 wollte ich auch einen Thriller mit einbauen und die ersten vier Bände rund um Carl Mørck staubten eh schon lange auf meinem SuB (Stapel ungelesener Bücher) ein, da sie mir mehrfach wärmstens empfohlen wurden. Ich weiß allerdings auch wieder, warum ich Thriller/Krimis aktuell lieber in Serienform sehe, gerne mit einem abgeschlossenen Fall pro Folge. Denn diese langgezogenen Fälle schaffen es selten mich bis zum Schluss zu fesseln. Zu lange brauchen sie, um Fahrt aufzunehmen und selbst dann ziehen sie sich ewig. Hier kam noch hinzu, dass mir der Ermittler ziemlich unsympathisch war. Seine Rolle war wohl auch darauf ausgelegt, aber Ermittler mit Trübsalmiene, ständig schlechter Laune und tragischem Hintergrund hab ich wohl auch einfach einmal zu viel gelesen. Der Fall an sich war letztlich trotzdem spannend! Aber es war einfach ein Fall, den man auch auf halb so vielen Seiten hätte aufklären können.

Am dunklen Fluss – Anna Romer

Die Handlung: Ruby führt ein ganz normales Leben. Sie führt eine kleine Buchhandlung und ihr Freund Rob ist erfolgreicher Arzt. Doch auch nach vielen Jahren beschäftigt sie immer noch der Tod ihrer Schwester Jamie in ihrer Kindheit. Doch sie kann sich an das gesamte Jahr nicht mehr erinnern, obwohl sie bei Jamies Tod dabei gewesen sein müsste. Als sie eine alte Bekannte ihrer Mutter von früher trifft, die sie auf das alte Anwesen der Familie einlädt, zögert sie. Soll sie sich wirklich den Dämonen ihrer Vergangenheit stellen?

Meine Meinung: Eigentlich ist so ein Familiengeheimnis, das es zu entschlüsseln gilt, total mein Genre. Auch die Tatsache, dass der gesamte Roman in Australien spielt und es eben kein altes Anwesen in Großbritannien ist, hat mich magisch angezogen. Ich bin auch sehr leicht in die Geschichte reingekommen, der Schreibstil war angenehm, aber auch nichts besonderes. Neben der Geschichte um Ruby gibt es auch noch eine weitere Anfang des 20. Jahrhunderts. Am Ende wird zwar versucht beide Geschichten zu beginnen, dennoch ist die zweite Geschichte eigentlich vollkommen überflüssig – und dazu ist die Protagonistin aus der zweiten Geschichte auch ziemlich nervig. Doch selbst, wenn man den Teil ausblendet, wird die Hauptgeschichte an einigen Stellen künstlich in die Länge gezogen. Kaum kommt Ruby am alten Anwesen an, scheint die ganze Geschichte für eine mögliche Liebesgeschichte still zu stehen. Auf den letzten Seiten nimmt die Geschichte noch einmal deutlich an Fahrt zu, doch da hatte mich das Buch bereits verloren. Während davor viele Sachen vorhersehbar waren, hat mich das Ende noch einmal überraschen können.

Someone Else – Laura Kneidl

Die Handlung: Nachdem sich Micah und Julian im ersten Teil am Ende gefunden haben, ist Julian gänzlich bei Micah eingezogen. Dadurch leben seine Mitbewohner Auri und Cassie nun alleine zusammen. Und die Anziehung zwischen den beiden, die sie eher beim LARP rauslassen, ist weiterhin da. Doch auch, wenn sie sich beide zueinander hingezogen fühlen, wollen sie nicht ihre Freundschaft gefährden.

Meine Meinung: Zweite Bände sind tückisch. Und während ich schon dankbar war, dass der Schwerpunkt im zweiten Band nicht mehr auf den Protagonisten aus dem ersten lag und sich damit die Geschichte nicht ewig hinziehen konnte, war der Einstieg dennoch schwerer als beim ersten Band. Das lag wohl auch daran, dass man Cassie und Auri irgendwie schon kannte und auch die Probleme der beiden im ersten Band schon ein wenig angesprochen wurden. Da gibt es zum einen eben die Tatsache, dass sie beide nicht ihre Freundschaft gefährden wollen, dann ist Auri für die Außenwelt auch der Sportler und hält daher seinen inneren Geek gerne geheim, außer wenn er mit Cassie zusammen ist und ganz nebenbei wird eben auch noch das Rassismusproblem mit angesprochen. Eigentlich genug Themen für ein Buch, doch selbst eine wirklich gute Autorin, wie Laura Kneidl, schafft es dann doch nicht Längen zu vermeiden. Denn die Geschichte dreht sich eigentlich immer wieder im Kreis. Dann wird ein Vorstoß gewagt und ein paar Seiten weiter, ist dieser wieder vergessen. Hier hätten es ein paar Seiten weniger dann doch besser gemacht, zumal hier auch einfach die Einleitung und Einführung der Charaktere nicht mehr nötig war und sich damit die Geschichte noch mehr streckte, um auf die gleiche Seitenanzahl wie bei den anderen Werken zu kommen. Nichtsdestotrotz ist es eine schöne Geschichte! Ich möchte diesen Band nicht missen, aber kürzer wäre eben besser gewesen.

Breathless 1 – Gefährliches Verlangen – Maya Banks

Die Handlung: Gabe Hamilton ist erfolgreicher Geschäftsmann und hat sein Liebesleben gut im Griff. Doch schon länger hat er ein Auge auf Mia, die kleine Schwester seines Geschäftspartners und besten Freundes Jace geworfen. Als er auf einer Feier Mia ohne Jace antrifft, nutzt er die Chance ihr ein Angebot zu machen. Ein Vertrag, in dem festgelegt wird, dass Mia fortan seine Geliebte sei. Damit dies besser funktioniert, bietet er ihr gleichzeitig einen Job in seinem Unternehmen. Mia ist hin- und hergerissen, doch begehrt sie Gabe ebenfalls schon lange. Und da sie ihn nur nach seinen Regeln bekommen kann, lässt sie sich darauf ein.

Meine Meinung: Ein erfolgreicher Geschäftsmann und ein Vertrag, in dem die sexuellen Belange geregelt werden. Wem kommt es noch bekannt vor? Aber bevor ihr alle genervt die Augen verdreht, lässt mich dazu noch sagen, dass sich dieser Roman schnell weiter entwickelt und die schlimmsten Fehler des Vorbilds auslässt. Zum einen ist Mia nicht das kleine Mauerblümchen, sondern kennt durch ihren Bruder die Welt der erfolgreichen Geschäftsmänner, zum anderen wird nicht eine dazu gezwungen die Wünsche des anderen zu erfüllen, sondern es ist von vornherein ein beidseitiges Verlangen, das mit dem Vertrag eher festhält, dass es in beidseitigem Einverständnis ist. Auch gibt es keine Safewörter, sondern Mia kann zu allem einfach Nein sagen, wenn sie es nicht möchte. Also keine Vergewaltigung und keine häusliche Gewalt. Dennoch sind Handlung und Charaktere ziemlich platt angelegt. Aber für das sinnliche Lesevergnügen zwischendurch durchaus eine Empfehlung.

Angelfall 3 – Am Ende der Welt – Susan Ee

Die Handlung: Penryn und Raffe sind ein weiteres Mal Uriels Engeln entkommen. Raffe hat zwar seine Flügel wieder, doch muss er noch jemanden finden, der die Dämonenschwingen gegen seine Flügel austauscht. So suchen beide erneut das Widerstandscamp auf und bereiten sich auf den finalen Kampf vor. Doch dafür könnte es nötig werden hinabzusteigen in die Hölle. Werden die Menschen doch noch über die Engel siegen?

Meine Meinung: Eigentlich habe ich sehr lange auf den finalen Band gewartet, nur damit er dann doch auf meinem SuB einstaubt. Irgendetwas hat mich immer wieder davon abgehalten das Buch in die Hand zu nehmen. Und so ist der zweite Band bereits im Mai 2017 von mir gelesen worden. Dementsprechen schwer fiel es mir nun wieder in die Geschichte reinzukommen. Denn während mich bei vielen Autoren die ewig langen Wiederholungen aus den vorherigen Bänden stören, verzichtet Susan Ee fast vollständig darauf. Dadurch geriet ich nicht nur einmal ins schwimmen, wenn ich versuchte mich zu erinnern, was denn nun genau passiert war. Zumal gerade der Anfang ein reines Aneinanderreihen von spannenden Szenen war, was zwar den Spannungsbogen hoch halten soll, mich aber eher zweifelnd zurück ließ. Dies ändert sich zwar nicht wirklich, aber zumindest gab es dann doch wieder ein gutes Maß an Handlung. Ab der Hälfte konnte ich das Buch dann auch wieder gut lesen und war bereit für das große Finale. Letztlich ist es ein würdiger Abschluss einer größtenteils spannenden Reihe.

Eine Handvoll Filme

Wie beim letzten Mal geht es hier wieder um fünf Filme, die ich in keiner anderen Kategorie bespreche, euch aber trotzdem meine Meinung nicht vorenthalten möchte. Vielleicht sind für euch ja auch ein paar Anregungen dabei, auch wenn die Kinos aktuell wieder schrittweise öffnen 😉

Whale Rider

Die Handlung: Paikea (Keisha Castle-Hughes) wächst bei ihren Großeltern auf, nachdem ihre Mutter und ihr Zwillingsbruder bei der Geburt starben und ihr Vater sich danach komplett von der Familie zurückzog. Da ihr Großvater der Häuptlings ihres Maori Stammes in Neuseeland ist, wächst sie zwischen Liebe und Abneigung auf, da sie als Mädchen niemals die Nachfolge antreten kann. Obwohl sie die Traditionen und Anforderungen am besten erfüllt, will ihr Großvater in einem Ausbildungscamp die anderen Jungs aus dem Dorf trainieren.

Meine Meinung: Whale Rider ist einer der ersten Filme, an die ich mich noch aktiv erinnere dafür im Kino gewesen zu sein. Es ist ein Film, der einem zum einen die Situation der Maori in Neuseeland gefangen zwischen Moderne und Tradition näher bringt, sich aber vor allem auf die zwischenmenschlichen Töne konzentriert. Mit Paikeas Kampf um Anerkennung ist es auch ein Film über Emanzipation. Man fiebert mit ihr, leidet mit ihn und versteht, was in ihr vorgeht. Dafür hilft es, dass Castle-Hughes schon in jungen Jahren versteht, die Emotionen ihrer Rolle durch ihre Mimik wiederzugeben. Die innere Zerissenheit zwischen ihrer bedingungslosen Liebe ihres Großvaters gegenüber und dem Schmerz, den sie durch seine ständige Zurückweisung erfährt, schwingt in jeder Emotion mit. Nicht umsonst wurde sie 2004 als damals jüngste Darstellerin für einen Oscar als beste Darstellerin nominiert. Als Zuschauer ist man ebenfalls hin und hergerissen zwischen der traurigen, aber doch hoffnungsvollen Geschichte, die sich wunderbar in Einklang mit der Umgebung bringen lässt. Neuseelands Landschaft ist rau und doch wunderschön.

Whale Rider ist bei keinem gängigen Anbieter in der Flatrate enthalten. Er kann bei iTunes geliehen werden.

Familie Willoughby

Die Handlung: Familie Willoughby, dass sind Vater und Mutter Willoughby, die einer einflussreichen Familie entstammen, und sich unsterblich lieben. Dadurch sind die Kinder Tim, Jane und die Zwillinge, beide mit Namen Barnaby, entstanden. Doch Vater und Mutter sind genervt von allem, was sie von ihrer Liebe zueinander ablenkt. Und so hungern die Kinder und verwahrlosen. Bis sie eines Tages keine Lust mehr haben und beschließen ihre Eltern auf eine Abenteuerreise zu schicken, von der sie hoffentlich nie wiederkommen, damit sie zu Waisen werden. Das sich daraus noch ganz andere Abenteuer entwickeln könnten, ahnen die Kinder nicht.

Meine Meinung: Familie Willoughby ist ein Film, an dessen Animationsstil man sich erst einmal gewöhnen muss. Dies gelingt jedoch schnell und man kann sich auf die Geschichte einlassen. Diese kommt auch mit einigen guten Ideen daher und nimmt – trotz kurzzeitiger Befürchtung einer etwas brutaleren Version – einen kinderfreundlichen Verlauf. Die Themen Kindervernachlässigung und Adoption werden hier im spielerischen Kontext behandelt und bekommen keine Tiefe, was aber auch der Grundstimmung entgegen wirken würde. Das Problem an der Handlung ist eher, dass die Macher zu viele gute Ideen hatten, aber keine für einen runden ganzen Film ausgereicht hätten. So fühlt sich die zusammengesetzte Handlung, die an sich zwar immer noch rund wirkt, aber doch stark episodenartig erzählt wurde. So gibt es eine Episode mit einem Baby, dann geht es um die Reise der Eltern, dann muss ein Hausverkauf verhindert werden, die Willoughbys bekommen eine Nanny und so weiter. Irgendwo ergibt das alles zwar eine Geschichte, aber eigentlich ist es eher eine Kurzgeschichtensammlung, die versucht wurde zu einer Gesamthandlung zu drehen. Hier hätte ich es schöner gefunden, sich auf einen Aspekt zu konzentrieren.

Familie Willoughby ist ein Netflix Original und bei diesem Streaming-Dienst zu sehen.

Emo – The Musical

Die Handlung: Ethan ist ein Emo. Doch an seiner Privatschule in Australien ist er damit alleine. Durch ständiges Mobbing beschließt er sich zu erhängen. Dies scheitert und er fliegt von der Schule. An seiner neuen staatlichen Schule wird er sofort von den Christen aufgenommen, doch als er entdeckt, dass es eine Emo-Rock-Band gibt, ist er Feuer und Flamme in dieser zu spielen. Doch er fühlt sich zu Trinity hingezogen, die jedoch sehr gläubig ist, weswegen sie nicht nur austesten müssen, wie sie zusammenpassen, sondern sich auch vor ihren jeweiligen Freunden verstecken müssen. Als dann auch noch beide Gruppen beim Rock-Bandcontest teilnehmen, herrscht erst richtig Chaos.

Meine Meinung: Ein Musical über Emos, die in einem Bandcontest gegen eine christliche Schulgruppe antritt? Klingt herrlisch schräg und genau nach einem Film für meine beste Freundin. Die war dann so begeistert, dass sie mich dazu zwang diesen Film mit ihr zu sehen. Ich war sehr skeptisch, zumal der Film keine deutsche Synchronisation hat. Es hat keine Woche gedauert, da musste ich den Film unbedingt meinem besten Freund zeigen, weil ich ihn absolut herrlich fand. Auch dieser war zunächst wenig begeistert von den Wörtern Emo, Musical und keine Synchronisation in einem Satz. Doch auch ihn konnte der Film absolut begeistern. Das liegt wohl vor allem daran, dass sich der Film an vielen Stellen selbst nicht so ganz ernst nimmt, an anderen dafür umso mehr. Es wird mit Vorurteilen und Klischees gespielt und diese durcheinander geworfen. Über viele Sachen kann man lachen, wenn jedoch ein Mitglied der Christengruppe aus einem Umerziehungscamp wiederkommt und sich noch immer bei jedem Gedanken an einen Jungen Elektroshocks verabreicht, dann ist das im ersten Moment zwar witzig, aber sobald der Gedanke gesackt ist, überlegt man, warum man eigentlich darüber lachen konnte. Und genau mit solchen Tabus spielt dieses Musical. Versteht mich nicht falsch, es ist an erster Stelle ein Feel-Good-Film mit vielen humorvollen Einlagen und einprägsamen Liedern. Doch im Hintergrund brodelt auch noch die richtige Botschaft.
Wer noch immer nicht überzeugt ist, den möchte ich darauf hinweisen, dass es ein Lied gibt, in dem überlegt wird, ob Jesus nicht vielleicht ein Emo gewesen wäre. Also gebt diesem Film durchaus eine Chance.

Emo – The Musical ist bei Netflix enthalten

Underwater

Die Handlung: Eine Forschungs- und Bohrstation auf dem Grund des Marianengrabens wird durch mehrere Erdbeben erschüttert und größtenteils zerstört. Nur eine kleine Gruppe Wissenschaftler überlebt und versucht über den Meeresboden zu einer anderen Sektion zu kommen, wo noch Rettungskapseln verfügbar sein sollen. Doch etwas ist durch die Erdbeben erwacht und macht nun Jagd auf die Crew.

Meine Meinung: Underwater trägt den Beititel „Es ist erwacht“ und das sagt so ziemlich alles über den Film. Mit nur einer kurzen Exposition wird der Zuschauer gleich in die Katastrophe geworfen. Charaktere werden mit wenigen kurzen Sätzen charakterisiert. Der dunkle Meeresboden und die Beengung durch das umgebende Wasser geben dem Film ohne großes Zutun eine bedrückende Atmosphäre, die allein schon für eine Menge Gruselfaktor sorgt, spielt sie doch mit unseren Urängsten. Hinzu kommen dann jedoch die Unterwasserwesen, die ebenfalls durch die Erdbeben aufgerüttelt wurden. Hier spielt Regisseur William Eubank mit dem sehr wenig Sehen und doch wissen, dass da etwas sein muss. Allein diese Voraussetzung hätte aus dem Film viel machen können. Leider bedient Eubank im darauffolgenden die üblichen Klischees, so dass man mögliche Tode der Charaktere in der exakten Reihenfolge voraussagen kann. So fehlt dem Film Tiefe bei den Charakteren, die so absolut austauschbar sind und es kein Trauern um sie gibt, und ein Alleinstellungsmerkmal, abgesehen vom Setting, das sich von anderen Filmen des Genres abhebt. So ist ein grundsolider Film herausgekommen, der aber relativ schnell wieder aus dem Gedächtnis gespült wird, was schade ist, da hier deutlich mehr möglich wäre.

Underwater ist bei Prime zum Kauf oder Leihen verfügbar. Nicht in der Flatrate enthalten

Everybody’s Fine

Die Handlung: Frank Goode (Robert deNiro) will nach dem Tod seiner Frau seine vier Kinder, die im ganzen Land verstreut wohnen, zu einer Grillparty einladen. Doch nach und nach sagen alle ab. Da Frank durch eine Lungenkrankheit nicht fliegen darf, beschließt er sie alle mit dem Zug zu besuchen, kündigt dies aber nicht an. Auf seiner Reise muss er feststellen, dass seine Kinder ihm wohl nicht immer die Wahrheit über ihre Lebensumstände erzählt haben.

Meine Meinung: Everybody’s Fine ist ein Film, wo man einige Zeit darauf warten muss, bis er klar macht, worauf er hinauswill. Doch sobald er den Punkt erreicht hat, wird es ein Familiendrama, das mit wenig Worten auskommt, und doch tief unter die Haut geht. Wir haben einen sympathischen Familienvater, der noch um seine frisch verstorbene Frau trauert und sich auf einmal ganz alleine in einem großen Haus wiederfindet. Seine Kinder lieben ihn, es fiel ihnen aber immer leichter mit ihrer Mutter über die Probleme zu sprechen und erzählten dem Vater lieber nur die guten Sachen. Im Laufe des Films fallen einem viele kleine Dinge auf, die daraufhin deuten, dass nicht alles so ist, wie es scheint. Am Ende werden diese Dinge natürlich noch einmal für den abgelenkten Zuschauer aufgezählt, falls man sie übersehen hat. Einige waren sehr deutlich, andere jedoch auch sehr subtil, so dass die Zusammenfassung gar nicht schlecht war. So harmonisiert sich ein schönes Familiendrama zusammen, ruhig erzählt und geht doch sehr tief.

Everybody’s Fine ist bei Prime zum Kauf und Leihen verfügbar. Nicht in der Flatrate enthalten.

Eine Handvoll Serienkritiken

Ich bin aus meiner Auszeit zurück und hoffe euch nun wieder regelmäßig ein paar Artikel präsentieren zu können. Ob und wann die Kinos wieder öffnen, ist weiterhin nicht final entschieden und daher kommen wir nun wieder zu meinen obligatorischen Überbrückungsbeiträgen. Die Serienkritiken machen hier den Anfang.

The Marvelous Mrs. Maisel – Staffel 2

Die Handlung: Miriam „Midge“ Maisel arbeitet weiter an ihrer Karriere als Stand-up-Comedian. Seit ihr Ex-Mann Joel davon Wind bekommen hat, ist es auch um ihre Erneuerung der Ehe vorbei. Dennoch stehen große Abenteuer bevor. Midges Mutter Rose Weismann ist nach Paris abgehauen und Midge muss ihr mit ihrem Vater hinterherreisen, um sie zurückzuholen. Dann steht der Sommer bevor, den die Familie alljährlich in den Catskills verbringt. Und vielleicht gibt es auch für Midge einen neuen Verehrer.

Meine Meinung: Während die erste Staffel ein Warmwerden mit den Charakteren war und vor allem durch die Scheidung von Midge und Joel dominiert wurde, gibt es nun viele kleinere Geschichten, die erzählt werden. Allein die Catskills nehmen drei Folgen ein, was der Serie aber gut tut. Durch den regelmäßigen Tapetenwechsel geht der Serie nicht die Puste aus und gleichzeitig arbeiten alle Folgen weiterhin an Midges Traum. Wir bekommen alte liebgewonnende Charaktere zurück und neue hinzu, die wir genauer betrachten dürfen. Der Witz, aber auch die Spannung, kommen nicht zu kurz. So gesehen eine gelungene Fortführung der Serie. Wobei mir die zweite Staffel noch besser gefiel als die erste.

Star Trek: Discovery – Staffel 2

Die Handlung: Der Krieg mit den Klingonen ist vorbei und die Discovery ist unterwegs nach Vulkan, um ihren neuen Captain zu begrüßen. Unterwegs treffen sie auf die Enterprise mit Captain Pike. Dieser kommt zusammen mit zwei Offizieren an Bord und nimmt das Kommando an sich. Es wurden sieben rätselhafte Signale abgefangen und Pike soll zusammen mit der Besatzung der Discovery diesen nachgehen.

Meine Meinung: Lange habe ich mit mir gerungen, ob ich die zweite Staffel überhaupt noch sehen mag. Denn die erste hat mir nicht so richtig zugesagt. Die viel zu langgezogene Staffel rund um den Klingonenkrieg hatte zu viele Wendungen und Zwischengeschichten (ich sag nur Spiegeluniversum) um spannend zu bleiben. Dies ändert sich in der zweiten Staffel jedoch vollkommen und mit Captain Pike wird ein cooler neuer/alter Charaktere hinzugefügt, mit dem die Star Trek Formel nun wieder aufgeht. Wir haben durch die Signale zwar eine zusammenhängende Geschichte, aber irgendwo auch Einzelepisoden. Das harmoniert sehr gut zusammen und wird nur mit minimalen kleineren Geschichten gestreckt. Auch die Charaktere harmonieren nun viel mehr miteinander und haben sich zu einer kleinen Familie zusammengerauft. So kommt der typische Charakter der früheren Star Trek Serien wieder durch. Lediglich das Ende stimmt mich wieder nachdenklich, ob die dritte Staffel dann auch wieder so gut funktionieren kann.
PS: Zwischen den beiden Staffeln gibt es vier Kurzfilme. Die sollten vor dem Staffelfinale gesehen werden, sonst versteht man nicht, wo der eine Charakter auf einmal herkommt 😉

Foodhacks mit Nadiya Hussain – Staffel 1

Die Handlung: Die meisten dürften das Problem kennen. Man kommt gestresst von der Arbeit und dann soll man noch für die Familie kochen. Teilweise kommen dann noch Kinder dazu, die ja auch noch bespaßt werden wollen. Nadiya Hussain nimmt sich diesem Problem an und zeigt Rezept mit wenig Aufwand, die man wunderbar vorbereiten kann oder die einfach Zeit sparen. Außerdem begibt sie sich hinter die Kulissen einer Lebensmittel und deren Herstellung.

Meine Meinung: Wunderbar kurzweilige Serie für zwischendurch. Einige interessante Fakten zu Lebensmitteln sind dabei und auch einige Rezepte, die ich vielleicht doch einmal ausprobieren werde. Im großen und ganzen bin ich mir jedoch unsicher, ob die Rezepte wirklich den gewünschten Effekt haben. Denn selbst, wenn ein Essen nur 10 Minuten für die Vorbereitung braucht, finde ich durchschnittlich 40 Minuten im Ofen doch sehr lang. Wenn ich im Schichtsystem von der Spätschicht nach Hause komme, halte ich keine 40 Minuten mehr durch, um auf das Essen zu warten. Auch sind manche Tipps für mich keine Alternative. Zum Beispiel werde ich nicht mit vorgeschälten Kartoffeln aus dem Glas arbeiten. Da plane ich lieber die Schälzeit mit ein. Aber einiges dient dann doch auch einfach zur schönen Inspiration. Freue mich trotz allem auf eine zweite Staffel.

Miss Fishers mysteriöse Mordfälle – Staffel 1

Die Handlung: Phryne Fisher ist Aristokratin und kehrt in den 1920er Jahren nach vielen Jahren in Europa in ihre Heimat Melbourne, Australien zurück. Dort hilft sie bei der Aufklärung eines Mordes mit. Fortan mischt sie sich gerne in die laufenden Ermittlungen bei Mordfällen ein. Detective Inspector Jack Robinson ist davon wenig begeistert, kann Miss Fishers Enthusiasmus aber auch nicht stoppen.

Meine Meinung: Ich präsentiere eine Crimeserie, die in Australien spielt, in den 1920er Jahren und dann noch eine sehr unkonventionelle Ermittlerin hat. Wie bei den meisten Crimeserien, die sich mit dem Fall der Woche befassen, ist es hier vor allem das Zusammenspiel der verschiedenen Charaktere, die den Charme der Serie ausmachen. Tatsächlich ist mir Phryne Fisher fast noch am unsympathischsten, was allerdings nicht viel heißt. Spannend ist es jedoch zu beobachten, wie Miss Fisher die Täter überführt, denn die technischen Mittel  waren damals doch eher mau. Neben dem Crimefaktor hat man also auch noch den Historienfaktor, der sich vor allem in faszinierenden Kleidern niederschlägt. Ein Blick lohnt hier auf jeden Fall.

Küchenhelden – Staffel 1

Die Handlung: Kurz gesagt ist es ein Familien-Koch/Back-Duell mit von Disney inspirierten Themen. Fünf Familien mit jeweils vier Familienmitgliedern treten in 10 Runden gegeneinander an. Thema ist jeweils ein Disneyfilm und es wird die Art vorgegeben (Hauptspeise/Dessert/Snack). Am Ende kostet jeweils ein Chefkoch aus Disney World die Gerichte und bestimmt dann den Gewinner.

Meine Meinung: Eigentlich bin ich für Koch- und Backwettbewerbe wenig zu haben. Das große Backen konnte mich für ein oder zwei Staffeln nochmal fesseln, verloren dann aber auch einfach wegen der Länge den Reiz. Bei den Küchenhelden funktioniert das ganz gut, weil jede Folge nur knapp 30 Minuten geht und der Kochprozess daher nicht in die Länge gezogen wird. Die Folgen beginnen mit der Vorstellung des Disneyfilms, um den es geht und die beiden Familien, die in der Runde antreten, dürfen in Disney World die jeweils passende Abteilung besuchen und Inspiration sammeln. Dann geht es ans Kochen/Backen. Dafür gibt es eine Stunde Zeit. Zwischendurch gibt es noch ein Gartenduell, bei dem jeweils zwei Familienmitglieder gegeneinander antreten, während die anderen weiterkochen dürfen. Der Gewinner des Duells bekommt den goldenen Löffel, der der Siegerfamilie einen Vorteil, wie z.B. Extra-Zeit, einbringt. Am Ende wird verkostet. So gesehen eine schöne Serie für Zwischendurch. Die Folgen sind immer Freitags auf Disney+ erschienen und am kommenden Freitag steht das große Finale bevor.

Eine Handvoll Filme zum Muttertag

Nicht ganz pünktlich und etwas unvorbereitet erscheint von mir dann noch ein Beitrag zum gestrigen Muttertag. Zu meiner Verteidigung: Ich habe an den Muttertag gedacht und mit meiner Schwester ein kleines Geschenk organisiert! Besuche fallen zur Zeit ja leider aus, zumal meine Mutter im Gesundheitswesen an vorderster Front kämpft (hier dürft ihr gerne alle einmal für sie applaudieren). Nun habe ich mich doch relativ spontan entschlossen doch noch einen Beitrag zum Thema Muttertagsfilme zu schreiben und bin einmal im Internet verschiedene Listen zu dem Thema durchgegangen. Was soll ich sagen, ich habe die allerwenigsten davon gesehen (Asche auf mein Haupt). Vielleicht wäre das mal ein Projekt fürs nächste Jahr. Aber so geht es heute um vier Filme, die als Muttertagsfilme empfohlen werden und die ich tatsächlich gesehen habe, plus meinen ganz persönlichen Muttertagsfilm, der mich immer wieder in verschiedene Stadien von Kindheit und Jugend mit meiner Mama zurückversetzen wird. Und schon wieder eine lange Einleitung, na vielleicht wird das demnächst wieder besser 😉

Mamma Mia

Die Handlung: Zu den Klängen von ABBAs Welthits wird hier die Geschichte von Sophie (Amanda Seyfried) erzählt, die mit ihrer Mutter Donna (Meryl Streep) auf einer kleinen griechischen Insel ein Hotel betreibt. Sie steht kurz vor ihrer Hochzeit mit Sky (Dominic Cooper). Da sie nicht weiß, wer ihr Vater ist, und laut Tagebuch ihrer Mutter drei Kandidaten in Frage kommen, hat sie kurzum alle drei eingeladen. Chaos ist hier vorprogrammiert.

Meine Meinung: So richtig konnte ich mich für diese Verfilmung nie begeistern. Ich habe inzwischen das Bühnenmusical gesehen und finde es mit ausgebildeten Darstellern einfach viel besser. Denn wer auch immer die Idee hatte, dass Pierce Brosnan singen könnte, lag leider falsch – das sagte er in Interviews sogar selbst, er sagte nur zu, um mit Meryl Streep einen Film drehen zu können. Dennoch ist die Grundhandlung eine schöne Hommage an eine Mutter, die ihrer Tochter beide Elternteile geboten hat. Dennoch blieb natürlich immer die Frage nach der Vaterschaft offen, die auch Sophie gerade zu ihrer Hochzeit beschäftigt hat.

Muttertagsfaktor = 3/5

Merida – Legende der Highlands

Die Handlung: Merida ist die Tochter eines Königs in den Highlands, hält aber nicht viel vom Prinzessinensein. Doch ihre Mutter pocht auf ihren Manieren und auf der Wahl eines Ehemannes. Dies soll ein Sohn der drei verbündeten Clans sein. In einem Bogenschützwettkampf soll herausgefunden werden, wer um Meridas Hand anhalten darf. Bestürzt über diese Wendung schießt sie selbst das beste Ergebnis. Dies führt zu einem großen Streit mit ihrer Mutter, die mit Hilfe einer Hexe ausversehen von Merida in einen Bären verwandelt wird. Nun müssen Mutter und Tochter zusammenarbeiten, um die Mutter zurückzuverwandeln.

Meine Meinung: Grundsätzlich mag ich den Ansatz von Merida, dass sie sich nicht einfach zwangsverheiraten lässt, sondern versucht ihren eigenen Weg zu gehen. Auch das Setting in den Highlands gefällt mir gut. Nur die Geschichte selbst und auch die Protagonistin konnte mich nicht richtig abholen und fesseln. Ich könnte nicht einmal sagen, was mich gestört hat. Für den Muttertag ist es aber ein guter Film, schließlich müssen hier die zerstrittene Mutter und Tochter sich zusammenraufen, um den Zauber zu brechen, der die Mutter in einen Bären verwandelt hat.

Muttertagsfaktor = 4/5

Bad Moms

Die Handlung: Amy (Mila Kunis) hat Ehemann, zwei Kinder, Haus, Hund und Karriere. Doch dies alles unter einen Hut zu bringen, bringt sie beinahe täglich zur Verzweiflung. Eines Tages hat sie die Nase voll und gründet mit zwei weiteren überforderten Müttern die Bad Moms und hören auf zu versuchen perfekt zu sein. Das passt den perfekten Müttern jedoch gar nicht in den Kram.

Meine Meinung: Hier haben wir doch einmal den perfekten Film für alle Mütter. Bestimmt kennt jede berufstätige Mutter das Gefühl der völligen Überforderung zwischen Karriere und Fürsorge für die Kinder. Man will es allen recht machen und bleibt dabei am Ende selbst auf der Strecke. Hier wird der Spieß irgendwann umgedreht und die Bad Moms lassen die Sau raus – bzw. kaufen einfach Gebäck für den Schulbasar, statt vegane, gluten-, laktose- und zuckerfreie Kekse zu backen. Hier steht die Frage nach den Qualitäten einer guten Mutter im Vordergrund. Das ganze wird als rasante Komödie verpackt, wodurch der Spaßfaktor sehr hoch ist. Ein Film für alle Mütter, nur die Beziehung zu den Kindern wird ein wenig halbherzig behandelt.

Muttertagsfaktor = 3/5

Lady Bird

Die Handlung: Christine McPherson (Saoirse Ronan) möchte lieber Lady Bird genannt werden. Sie wächst in einer armen Familie auf, träumt aber von größerem. Dadurch gerät sie oft mit ihrer Mutter (Laurie Metcalf) aneinander, die denkt, dass sich Lady Bird für sie schämt.

Meine Meinung: Greta Gerwigs Regiedebüt bringt uns eine liebevolle Coming-of-Age Geschichte einer rebellischen Tochter, die sich zu größerem bestimmt sieht und indirekt ihrer Mutter Vorwürfe für die ärmlichen Verhältnisse macht. Das diese sich in vielen Doppelschichten abschuftet, wird ignoriert. Dabei sind es gerade die Dialoge zwischen Mutter und Tochter, die selten liebevoll sind, die das Dilemma von beiden gut durchleuchten. Wir haben hier nicht unbedingt einen gute Laune Film, aber dafür einen herzlichen und realitätsnahen.

Muttertagsfaktor = 4/5

Bernhard und Bianca – die Mäusepolizei

Die Handlung: Die Rettungshilfsverinigung der Mäuse findet die Flaschenpost der Waisin Penny, die von der verrückten Medusa in die Teufelssümpfe entführt wurde, um dort in einer alten Piratenhöhle nach einem wertvollen Diamanten zu suchen. Die ungarische Abgeordnete Bianca meldet sich freiwillig, um Penny zu helfen und wird auf eigenen Wunsch vom Hausmeister Bernhard begleitet, der eigentlich wenig Sinn für Abenteuer hat.

Meine Meinung: Wie oben erwähnt, handelt es sich hierbei nicht um einen klassischen Muttertagsfilm, sondern um meinen ganz persönlichen. Es handelt sich um den Disneyklassiker, den meine Mama und ich lieben und auch gerne jetzt noch zusammen sehen. Mit etwas Mühe könnte man noch das Muttertagsthema reininterpretieren. Immerhin ist Penny Waisin und wünscht sich nichts mehr als eine Familie, die sie adoptiert. Als dann Medusa ihr ein Zuhause anbietet, stimmt sie schließlich ein, findet hier aber nicht die fürsorgliche Mutterfigur, sondern eine böse Frau, die sie nur benutzt. So sind in diesem Film Tränen vorprogrammiert. Entweder aus Trauer über Pennys Schicksal oder aber vor Lachen, wenn die Stadtmäuse auf die Bewohner der Sümpfe treffen.

Muttertagsfaktor = (zumindest für mich) 5/5