Eine Handvoll Filme

Wie beim letzten Mal geht es hier wieder um fünf Filme, die ich in keiner anderen Kategorie bespreche, euch aber trotzdem meine Meinung nicht vorenthalten möchte. Vielleicht sind für euch ja auch ein paar Anregungen dabei, auch wenn die Kinos aktuell wieder schrittweise öffnen 😉

Whale Rider

Die Handlung: Paikea (Keisha Castle-Hughes) wächst bei ihren Großeltern auf, nachdem ihre Mutter und ihr Zwillingsbruder bei der Geburt starben und ihr Vater sich danach komplett von der Familie zurückzog. Da ihr Großvater der Häuptlings ihres Maori Stammes in Neuseeland ist, wächst sie zwischen Liebe und Abneigung auf, da sie als Mädchen niemals die Nachfolge antreten kann. Obwohl sie die Traditionen und Anforderungen am besten erfüllt, will ihr Großvater in einem Ausbildungscamp die anderen Jungs aus dem Dorf trainieren.

Meine Meinung: Whale Rider ist einer der ersten Filme, an die ich mich noch aktiv erinnere dafür im Kino gewesen zu sein. Es ist ein Film, der einem zum einen die Situation der Maori in Neuseeland gefangen zwischen Moderne und Tradition näher bringt, sich aber vor allem auf die zwischenmenschlichen Töne konzentriert. Mit Paikeas Kampf um Anerkennung ist es auch ein Film über Emanzipation. Man fiebert mit ihr, leidet mit ihn und versteht, was in ihr vorgeht. Dafür hilft es, dass Castle-Hughes schon in jungen Jahren versteht, die Emotionen ihrer Rolle durch ihre Mimik wiederzugeben. Die innere Zerissenheit zwischen ihrer bedingungslosen Liebe ihres Großvaters gegenüber und dem Schmerz, den sie durch seine ständige Zurückweisung erfährt, schwingt in jeder Emotion mit. Nicht umsonst wurde sie 2004 als damals jüngste Darstellerin für einen Oscar als beste Darstellerin nominiert. Als Zuschauer ist man ebenfalls hin und hergerissen zwischen der traurigen, aber doch hoffnungsvollen Geschichte, die sich wunderbar in Einklang mit der Umgebung bringen lässt. Neuseelands Landschaft ist rau und doch wunderschön.

Whale Rider ist bei keinem gängigen Anbieter in der Flatrate enthalten. Er kann bei iTunes geliehen werden.

Familie Willoughby

Die Handlung: Familie Willoughby, dass sind Vater und Mutter Willoughby, die einer einflussreichen Familie entstammen, und sich unsterblich lieben. Dadurch sind die Kinder Tim, Jane und die Zwillinge, beide mit Namen Barnaby, entstanden. Doch Vater und Mutter sind genervt von allem, was sie von ihrer Liebe zueinander ablenkt. Und so hungern die Kinder und verwahrlosen. Bis sie eines Tages keine Lust mehr haben und beschließen ihre Eltern auf eine Abenteuerreise zu schicken, von der sie hoffentlich nie wiederkommen, damit sie zu Waisen werden. Das sich daraus noch ganz andere Abenteuer entwickeln könnten, ahnen die Kinder nicht.

Meine Meinung: Familie Willoughby ist ein Film, an dessen Animationsstil man sich erst einmal gewöhnen muss. Dies gelingt jedoch schnell und man kann sich auf die Geschichte einlassen. Diese kommt auch mit einigen guten Ideen daher und nimmt – trotz kurzzeitiger Befürchtung einer etwas brutaleren Version – einen kinderfreundlichen Verlauf. Die Themen Kindervernachlässigung und Adoption werden hier im spielerischen Kontext behandelt und bekommen keine Tiefe, was aber auch der Grundstimmung entgegen wirken würde. Das Problem an der Handlung ist eher, dass die Macher zu viele gute Ideen hatten, aber keine für einen runden ganzen Film ausgereicht hätten. So fühlt sich die zusammengesetzte Handlung, die an sich zwar immer noch rund wirkt, aber doch stark episodenartig erzählt wurde. So gibt es eine Episode mit einem Baby, dann geht es um die Reise der Eltern, dann muss ein Hausverkauf verhindert werden, die Willoughbys bekommen eine Nanny und so weiter. Irgendwo ergibt das alles zwar eine Geschichte, aber eigentlich ist es eher eine Kurzgeschichtensammlung, die versucht wurde zu einer Gesamthandlung zu drehen. Hier hätte ich es schöner gefunden, sich auf einen Aspekt zu konzentrieren.

Familie Willoughby ist ein Netflix Original und bei diesem Streaming-Dienst zu sehen.

Emo – The Musical

Die Handlung: Ethan ist ein Emo. Doch an seiner Privatschule in Australien ist er damit alleine. Durch ständiges Mobbing beschließt er sich zu erhängen. Dies scheitert und er fliegt von der Schule. An seiner neuen staatlichen Schule wird er sofort von den Christen aufgenommen, doch als er entdeckt, dass es eine Emo-Rock-Band gibt, ist er Feuer und Flamme in dieser zu spielen. Doch er fühlt sich zu Trinity hingezogen, die jedoch sehr gläubig ist, weswegen sie nicht nur austesten müssen, wie sie zusammenpassen, sondern sich auch vor ihren jeweiligen Freunden verstecken müssen. Als dann auch noch beide Gruppen beim Rock-Bandcontest teilnehmen, herrscht erst richtig Chaos.

Meine Meinung: Ein Musical über Emos, die in einem Bandcontest gegen eine christliche Schulgruppe antritt? Klingt herrlisch schräg und genau nach einem Film für meine beste Freundin. Die war dann so begeistert, dass sie mich dazu zwang diesen Film mit ihr zu sehen. Ich war sehr skeptisch, zumal der Film keine deutsche Synchronisation hat. Es hat keine Woche gedauert, da musste ich den Film unbedingt meinem besten Freund zeigen, weil ich ihn absolut herrlich fand. Auch dieser war zunächst wenig begeistert von den Wörtern Emo, Musical und keine Synchronisation in einem Satz. Doch auch ihn konnte der Film absolut begeistern. Das liegt wohl vor allem daran, dass sich der Film an vielen Stellen selbst nicht so ganz ernst nimmt, an anderen dafür umso mehr. Es wird mit Vorurteilen und Klischees gespielt und diese durcheinander geworfen. Über viele Sachen kann man lachen, wenn jedoch ein Mitglied der Christengruppe aus einem Umerziehungscamp wiederkommt und sich noch immer bei jedem Gedanken an einen Jungen Elektroshocks verabreicht, dann ist das im ersten Moment zwar witzig, aber sobald der Gedanke gesackt ist, überlegt man, warum man eigentlich darüber lachen konnte. Und genau mit solchen Tabus spielt dieses Musical. Versteht mich nicht falsch, es ist an erster Stelle ein Feel-Good-Film mit vielen humorvollen Einlagen und einprägsamen Liedern. Doch im Hintergrund brodelt auch noch die richtige Botschaft.
Wer noch immer nicht überzeugt ist, den möchte ich darauf hinweisen, dass es ein Lied gibt, in dem überlegt wird, ob Jesus nicht vielleicht ein Emo gewesen wäre. Also gebt diesem Film durchaus eine Chance.

Emo – The Musical ist bei Netflix enthalten

Underwater

Die Handlung: Eine Forschungs- und Bohrstation auf dem Grund des Marianengrabens wird durch mehrere Erdbeben erschüttert und größtenteils zerstört. Nur eine kleine Gruppe Wissenschaftler überlebt und versucht über den Meeresboden zu einer anderen Sektion zu kommen, wo noch Rettungskapseln verfügbar sein sollen. Doch etwas ist durch die Erdbeben erwacht und macht nun Jagd auf die Crew.

Meine Meinung: Underwater trägt den Beititel „Es ist erwacht“ und das sagt so ziemlich alles über den Film. Mit nur einer kurzen Exposition wird der Zuschauer gleich in die Katastrophe geworfen. Charaktere werden mit wenigen kurzen Sätzen charakterisiert. Der dunkle Meeresboden und die Beengung durch das umgebende Wasser geben dem Film ohne großes Zutun eine bedrückende Atmosphäre, die allein schon für eine Menge Gruselfaktor sorgt, spielt sie doch mit unseren Urängsten. Hinzu kommen dann jedoch die Unterwasserwesen, die ebenfalls durch die Erdbeben aufgerüttelt wurden. Hier spielt Regisseur William Eubank mit dem sehr wenig Sehen und doch wissen, dass da etwas sein muss. Allein diese Voraussetzung hätte aus dem Film viel machen können. Leider bedient Eubank im darauffolgenden die üblichen Klischees, so dass man mögliche Tode der Charaktere in der exakten Reihenfolge voraussagen kann. So fehlt dem Film Tiefe bei den Charakteren, die so absolut austauschbar sind und es kein Trauern um sie gibt, und ein Alleinstellungsmerkmal, abgesehen vom Setting, das sich von anderen Filmen des Genres abhebt. So ist ein grundsolider Film herausgekommen, der aber relativ schnell wieder aus dem Gedächtnis gespült wird, was schade ist, da hier deutlich mehr möglich wäre.

Underwater ist bei Prime zum Kauf oder Leihen verfügbar. Nicht in der Flatrate enthalten

Everybody’s Fine

Die Handlung: Frank Goode (Robert deNiro) will nach dem Tod seiner Frau seine vier Kinder, die im ganzen Land verstreut wohnen, zu einer Grillparty einladen. Doch nach und nach sagen alle ab. Da Frank durch eine Lungenkrankheit nicht fliegen darf, beschließt er sie alle mit dem Zug zu besuchen, kündigt dies aber nicht an. Auf seiner Reise muss er feststellen, dass seine Kinder ihm wohl nicht immer die Wahrheit über ihre Lebensumstände erzählt haben.

Meine Meinung: Everybody’s Fine ist ein Film, wo man einige Zeit darauf warten muss, bis er klar macht, worauf er hinauswill. Doch sobald er den Punkt erreicht hat, wird es ein Familiendrama, das mit wenig Worten auskommt, und doch tief unter die Haut geht. Wir haben einen sympathischen Familienvater, der noch um seine frisch verstorbene Frau trauert und sich auf einmal ganz alleine in einem großen Haus wiederfindet. Seine Kinder lieben ihn, es fiel ihnen aber immer leichter mit ihrer Mutter über die Probleme zu sprechen und erzählten dem Vater lieber nur die guten Sachen. Im Laufe des Films fallen einem viele kleine Dinge auf, die daraufhin deuten, dass nicht alles so ist, wie es scheint. Am Ende werden diese Dinge natürlich noch einmal für den abgelenkten Zuschauer aufgezählt, falls man sie übersehen hat. Einige waren sehr deutlich, andere jedoch auch sehr subtil, so dass die Zusammenfassung gar nicht schlecht war. So harmonisiert sich ein schönes Familiendrama zusammen, ruhig erzählt und geht doch sehr tief.

Everybody’s Fine ist bei Prime zum Kauf und Leihen verfügbar. Nicht in der Flatrate enthalten.

Rückblick auf den Mai 2020

Der Mai ist vorbei, die Kinos sind noch immer geschlossen, daher wird dies nun wieder ein verkürzter Rückblick. Auch im Mai war es größtenteils ruhig bei mir, weswegen ich den Einleitungsteil dann jetzt auch wieder überspringe und einfach gleich zur Sache komme.

Filme – auf großem Fernseher gesehen

Disney Family Sing Along: Gleich zweimal habe ich dieses Disney Corona-Special gesehen, denn es gefiel mir so gut, dass ich es meiner besten Freundin auch noch zeigen musste. Hier wurden Disneystars der verschiedensten Art aufgefordert zu Hause eine musikalische Umsetzung zu filmen. So wurden bekannte Klassiker aus Disneys Filmgeschichte umgesetzt. Qualität variiert zwar stark, doch die Untertitel zum mitsingen, machen es wett.

Titanic – 20 Jahre nach dem Film: Zum Jubiläum seines Welterfolgs hat sich James Cameron an eine Dokumentation gewagt, in der er verschiedene Theorien und Fakten überprüft, die ihn am Mythos Titanic befassten. Zunächst verfolgen wir ihn auf mehreren Tauchfahrten zur Titanic, in der er überprüfen möchte, wie akkurat seine Umsetzungen war. Ein spannender neuer Einblick in mehrere Mysterien, nicht nur für Fans des Films.

Taylor Thomlinson – Quarter-Life Crisis: Im Mai war mal wieder ein Netflix Comedy-Special fällig. Taylor Thomlinson erzählt davon, wie es ist Mitte 20 zu sein. Durchaus eine Comedian, die ich auf dem Schirm behalten werde.

Familie Willoughby: Mutter und Vater Willoughby sind unglaublich verliebt ineinander. Logischerweise sind dabei insgesamt vier Kinder entstanden. Allerdings sind diese ihren Eltern eher lästig und werden komplett vernachlässigt. Wieso sollte man seinen Kindern auch etwas zu essen geben? Also beschließen die Geschwister, dass sie unbedingt Waisen werden wollen und schicken ihre Eltern auf eine mörderische Reise. Ein Animationsfilm an dessen Stil man sich zunächst gewöhnen muss. Er kommt mit einigen erfrischenden Ideen daher, die aber alle nicht für einen Film reichen und daher werden episodenhafte Geschichten zu einem großen Verwoben, was dem Film eindeutig nicht gut tat.

Emo – the Musical: Ethan ist ein Emo und wird nach einem gescheiterten Selbstmordversuch von der Privatschule geschmissen. An seiner neuen Schule wird er zunächst begeistert von den streng Gläubigen aufgenommen, doch als er merkt, dass es eine Emo-Band an der Schule gibt, wird er schnell zum Feindbild der Gläubigen. Als auch noch ein Bandwettbewerb bevorsteht, kochen die Emotionen über. Noch ein Film, den ich im Mai gleich zweimal gesehen habe. Nachdem meine beste Freundin ihn mir voller Begeisterung zeigte, musste mein bester Freund auch gleich dran glauben. Und ja, der Film ist noch viel skurriler als er sich anhört, aber auf gute Weise. Kleine Perle für Musicalfans.

Teen Beach Movie: Brady und McKenzie sind ein Paar und lieben das Surfen. Doch McKenzie will beides aufgeben, um zu ihrer Tante zu ziehen, die eine große schulische Karriere für McKenzie plant. Als diese ein letztes Mal surfen geht, geraten sie und Brady durch einen Sturm in Bradys Lieblingsfilm Wet Side Story. Nun müssen sie einen Ausweg finden. Ja, der Film klingt sehr skuril. Ja, es war ein Disney Channel Original und ist demnach mit sehr wenig Geld produziert worden. Ja, man sieht es dem Film an. Ja, er hat trotzdem Spaß gemacht, aber man darf halt echt nichts erwarten.

Garfunkel & Oates: Trying to be special: Die beiden Comedians Riki Lindhome und Kate Micucci versuchen als Garfunkel & Oates ihr eigenes Netflix-Special zu bekommen. Dafür führen sie in Seattle eine Show auf, bei der sie mit ihren gewagten Liedtexten zu begeistern wissen.

Underwater: Die auf dem Grund des Marianengrabens befindliche Forschungsstation Kepler 822 wird von mehreren Erdbeben erschüttert und stark beschädigt. Eine Gruppe Wissenschaftler versucht nun zu den verbliebenden Rettungskapseln zu kommen. Doch etwas ist erwacht. Ein Thriller tief unten im Meer hat wohl das Potential atmosphärisch gut Ängste zu erzeugen. Dies schafft der Film auch. Auch die Handlung ist rund. Leider hat der Film so gar kein Alleinstellungsmerkmal.

Serien – ein etwas ausführlicherer Überblick

Kim Possible – Staffel 2 (Teenieheldin in weiterhin spannenden Missionen unterwegs, diesmal mit wechselnden Outfits)

The Mandalorian – Staffel 1 (Spannender Star Wars Ableger, der es schafft in wenigen Folgen die Charaktere vorzustellen und zu einem runden Abschluss zu bringen)

The Marvelous Mrs. Maisel – Staffel 2 (Witzige Fortsetzung rund um die charmante aufkommende Stand-up Comedians Midge Maisel. Durch episodenhaftigere Erzählweise nochmal deutlich spannender als die erste Staffel)

Friends – Staffel 9 (Die New Yorker Clique versprüht auch in der neunten Staffel noch Spaß und man bangt mit ihnen mit)

Star Trek: Discovery – Staffel 2 (Fühlt sich endlich nach einer richtigen Star Trek Serie an. Das Auftauchen von Captain Pike und das Zusammenschmelzen der Crew zu einer Familie tut der Serie sehr gut)

Foodhacks mit Nadiya Hussain – Staffel 1 (Kurzweilige Kochshow um allerhand Kniffe für das Kochen trotz Vollzeitarbeit und Familie)

Chip und Chap – Staffel 2 (Die Rettungstruppe hat auch in der zweiten Staffel wieder allerhand zu tun)

Miss Fishers mysteriöse Mordfälle – Staffel 1 (Crimeserie im Australien der 1920er Jahre mit einer etwas ungewöhnlichen Ermittlerin überzeugt durch viel Charme)

Willkommen in Gravity Falls – Staffel 1&2 (Wunderbare Familienserie mit Mysteryanteil und wundertollen Charakteren)

Mein Lesemonat

Bücher insgesamt: 7
Seiten gesamt: 3.014
Seiten pro Tag: 97 im Durchschnitt
Taschenbuch: 7

Obsidian & Onyx: Die beiden Auftaktbände der fünfteiligen Reihe ließ mich am Anfang eher zweifelnd zurück, entwickelte sich dann jedoch in eine gute Richtung. Zeitweise war es schwer, die Bücher überhaupt aus der Hand zu legen.

Erbarmen: Nach langer Zeit mal wieder ein Krimi. Leider war mir der Ermittler nicht wirklich sympathisch und der Fall wirkte stark gestreckt. Ist wohl einfach wirklich nicht mehr mein Genre.

Am dunklen Fluss: Ruby kann sich nicht mehr an den Tod ihrer Schwester in ihrer Kindheit erinnern. Als sie in das frühere Anwesen reist, findet sie nicht nur ein altes Familiengeheimnis, sondern fängt auch an sich zu erinnern. Leider konnte mich die Geschichte nicht wirklich fesseln, zu vorhersehbar waren weite Teile. Das Ende konnte mich dann doch noch überraschen, half dem Buch aber nicht mehr.

Someone Else: Die Fortsetzung von Laura Kneidls Someone New. Diesmal geht es um die Nachbarn Auri und Cassie, die schon lange Mitbewohner sind und sich zueinander hingezogen fühlen. Doch das können sie nicht zugeben, das könnte ihre Freundschaft gefährden. Oder? Schöne Fortsetzung mit anderem Schwerpunkt, wenn auch schwächer als der erste Teil. Geschichte wurde an einigen Stellen deutlich gestreckt, was leider zu kleineren Längen führt. Dennoch ein schönes Buch, vor allem durch Kneidls Schreibstil.

Kirschkuchen am Meer: Marie hatte seit Jahren keinen Kontakt mehr zu ihrem Vater. Doch als auf der Seebestattung ihres Vaters eine geheimnisvolle Frau auftaucht, muss sie mehr erfahren. Der Weg führt nach Norderney, wo sie nicht nur die Frau sucht, sondern auch einige Lebensentscheidungen hinterfragt. Ein neuer sommerlicher Roman von Anne Barns, irgendwo zwischen Trauer, Sommer und Kirschkuchen.

Breathless 1 – Gefährliches Verlangen: Habe ich die Augen verdreht, als dieser Erotikroman mit einem Vertrag anfing? Definitv! Dennoch entwickelt sich die Geschichte weiter und ist definitiv besser als das offensichtliche Vorbild. Ende ist zwar sehr vorhersehbar und die Charaktere bleiben platt, aber für ein sinnliches Lesevergnügen zwischendurch vollkommen ausreichend.

Eine Handvoll Filme zum Muttertag

Nicht ganz pünktlich und etwas unvorbereitet erscheint von mir dann noch ein Beitrag zum gestrigen Muttertag. Zu meiner Verteidigung: Ich habe an den Muttertag gedacht und mit meiner Schwester ein kleines Geschenk organisiert! Besuche fallen zur Zeit ja leider aus, zumal meine Mutter im Gesundheitswesen an vorderster Front kämpft (hier dürft ihr gerne alle einmal für sie applaudieren). Nun habe ich mich doch relativ spontan entschlossen doch noch einen Beitrag zum Thema Muttertagsfilme zu schreiben und bin einmal im Internet verschiedene Listen zu dem Thema durchgegangen. Was soll ich sagen, ich habe die allerwenigsten davon gesehen (Asche auf mein Haupt). Vielleicht wäre das mal ein Projekt fürs nächste Jahr. Aber so geht es heute um vier Filme, die als Muttertagsfilme empfohlen werden und die ich tatsächlich gesehen habe, plus meinen ganz persönlichen Muttertagsfilm, der mich immer wieder in verschiedene Stadien von Kindheit und Jugend mit meiner Mama zurückversetzen wird. Und schon wieder eine lange Einleitung, na vielleicht wird das demnächst wieder besser 😉

Mamma Mia

Die Handlung: Zu den Klängen von ABBAs Welthits wird hier die Geschichte von Sophie (Amanda Seyfried) erzählt, die mit ihrer Mutter Donna (Meryl Streep) auf einer kleinen griechischen Insel ein Hotel betreibt. Sie steht kurz vor ihrer Hochzeit mit Sky (Dominic Cooper). Da sie nicht weiß, wer ihr Vater ist, und laut Tagebuch ihrer Mutter drei Kandidaten in Frage kommen, hat sie kurzum alle drei eingeladen. Chaos ist hier vorprogrammiert.

Meine Meinung: So richtig konnte ich mich für diese Verfilmung nie begeistern. Ich habe inzwischen das Bühnenmusical gesehen und finde es mit ausgebildeten Darstellern einfach viel besser. Denn wer auch immer die Idee hatte, dass Pierce Brosnan singen könnte, lag leider falsch – das sagte er in Interviews sogar selbst, er sagte nur zu, um mit Meryl Streep einen Film drehen zu können. Dennoch ist die Grundhandlung eine schöne Hommage an eine Mutter, die ihrer Tochter beide Elternteile geboten hat. Dennoch blieb natürlich immer die Frage nach der Vaterschaft offen, die auch Sophie gerade zu ihrer Hochzeit beschäftigt hat.

Muttertagsfaktor = 3/5

Merida – Legende der Highlands

Die Handlung: Merida ist die Tochter eines Königs in den Highlands, hält aber nicht viel vom Prinzessinensein. Doch ihre Mutter pocht auf ihren Manieren und auf der Wahl eines Ehemannes. Dies soll ein Sohn der drei verbündeten Clans sein. In einem Bogenschützwettkampf soll herausgefunden werden, wer um Meridas Hand anhalten darf. Bestürzt über diese Wendung schießt sie selbst das beste Ergebnis. Dies führt zu einem großen Streit mit ihrer Mutter, die mit Hilfe einer Hexe ausversehen von Merida in einen Bären verwandelt wird. Nun müssen Mutter und Tochter zusammenarbeiten, um die Mutter zurückzuverwandeln.

Meine Meinung: Grundsätzlich mag ich den Ansatz von Merida, dass sie sich nicht einfach zwangsverheiraten lässt, sondern versucht ihren eigenen Weg zu gehen. Auch das Setting in den Highlands gefällt mir gut. Nur die Geschichte selbst und auch die Protagonistin konnte mich nicht richtig abholen und fesseln. Ich könnte nicht einmal sagen, was mich gestört hat. Für den Muttertag ist es aber ein guter Film, schließlich müssen hier die zerstrittene Mutter und Tochter sich zusammenraufen, um den Zauber zu brechen, der die Mutter in einen Bären verwandelt hat.

Muttertagsfaktor = 4/5

Bad Moms

Die Handlung: Amy (Mila Kunis) hat Ehemann, zwei Kinder, Haus, Hund und Karriere. Doch dies alles unter einen Hut zu bringen, bringt sie beinahe täglich zur Verzweiflung. Eines Tages hat sie die Nase voll und gründet mit zwei weiteren überforderten Müttern die Bad Moms und hören auf zu versuchen perfekt zu sein. Das passt den perfekten Müttern jedoch gar nicht in den Kram.

Meine Meinung: Hier haben wir doch einmal den perfekten Film für alle Mütter. Bestimmt kennt jede berufstätige Mutter das Gefühl der völligen Überforderung zwischen Karriere und Fürsorge für die Kinder. Man will es allen recht machen und bleibt dabei am Ende selbst auf der Strecke. Hier wird der Spieß irgendwann umgedreht und die Bad Moms lassen die Sau raus – bzw. kaufen einfach Gebäck für den Schulbasar, statt vegane, gluten-, laktose- und zuckerfreie Kekse zu backen. Hier steht die Frage nach den Qualitäten einer guten Mutter im Vordergrund. Das ganze wird als rasante Komödie verpackt, wodurch der Spaßfaktor sehr hoch ist. Ein Film für alle Mütter, nur die Beziehung zu den Kindern wird ein wenig halbherzig behandelt.

Muttertagsfaktor = 3/5

Lady Bird

Die Handlung: Christine McPherson (Saoirse Ronan) möchte lieber Lady Bird genannt werden. Sie wächst in einer armen Familie auf, träumt aber von größerem. Dadurch gerät sie oft mit ihrer Mutter (Laurie Metcalf) aneinander, die denkt, dass sich Lady Bird für sie schämt.

Meine Meinung: Greta Gerwigs Regiedebüt bringt uns eine liebevolle Coming-of-Age Geschichte einer rebellischen Tochter, die sich zu größerem bestimmt sieht und indirekt ihrer Mutter Vorwürfe für die ärmlichen Verhältnisse macht. Das diese sich in vielen Doppelschichten abschuftet, wird ignoriert. Dabei sind es gerade die Dialoge zwischen Mutter und Tochter, die selten liebevoll sind, die das Dilemma von beiden gut durchleuchten. Wir haben hier nicht unbedingt einen gute Laune Film, aber dafür einen herzlichen und realitätsnahen.

Muttertagsfaktor = 4/5

Bernhard und Bianca – die Mäusepolizei

Die Handlung: Die Rettungshilfsverinigung der Mäuse findet die Flaschenpost der Waisin Penny, die von der verrückten Medusa in die Teufelssümpfe entführt wurde, um dort in einer alten Piratenhöhle nach einem wertvollen Diamanten zu suchen. Die ungarische Abgeordnete Bianca meldet sich freiwillig, um Penny zu helfen und wird auf eigenen Wunsch vom Hausmeister Bernhard begleitet, der eigentlich wenig Sinn für Abenteuer hat.

Meine Meinung: Wie oben erwähnt, handelt es sich hierbei nicht um einen klassischen Muttertagsfilm, sondern um meinen ganz persönlichen. Es handelt sich um den Disneyklassiker, den meine Mama und ich lieben und auch gerne jetzt noch zusammen sehen. Mit etwas Mühe könnte man noch das Muttertagsthema reininterpretieren. Immerhin ist Penny Waisin und wünscht sich nichts mehr als eine Familie, die sie adoptiert. Als dann Medusa ihr ein Zuhause anbietet, stimmt sie schließlich ein, findet hier aber nicht die fürsorgliche Mutterfigur, sondern eine böse Frau, die sie nur benutzt. So sind in diesem Film Tränen vorprogrammiert. Entweder aus Trauer über Pennys Schicksal oder aber vor Lachen, wenn die Stadtmäuse auf die Bewohner der Sümpfe treffen.

Muttertagsfaktor = (zumindest für mich) 5/5

 

Rückblick auf den April 2020

Ein ganzer Monat in respektvoller Social Distance und ohne Kinobesuche liegt erneut hinter uns und gerade meinem Heimkinokonsum ist dies anzumerken. Dementsprechend wenig ist auch passiert, weswegen es nun direkt zu meinem medialen Rückblick auf den April 2020 geht.

Filme – auf großem Fernseher gesehen

Wiederholungstäter sind: Der Marsianer (Matt Damon als Biologe auf dem Mars ist spannend, kurios und witzig) & Police Academy Teil 1-7 (Besprechung der Filme findet ihr hier) & The Green Mile (gute Buchverfilmung mit Tom Hanks, ein paar mehr Worte hier)

Fighting with my family: Saraya Knights größter Traum ist die WWE. Sie bekommt die Chance zu einem Casting, bei dem sie zwar genommen wird, aber nicht ihr Bruder. Beim Training eckt sie überall an und fühlt sich fehl am Platz, trotzdem versucht sie sich durchzukämpfen. Auch als nicht Wrestling-Fan kann man dem Film durchaus etwas abgewinnen, schafft er es doch nicht nur die Trainingseinheiten von Saraya zu zeigen, sondern auch ihre Familie mit all den Eigenheiten. Guter Balanceakt zwischen Drama, Durchkämpfen und leichter Komik.

Die Reise ins Labyrinth: Eine junge Jennifer Connelly in einem kuriosen Labyrinth des Koboldkönigs Jareth (David Bowie) hat 13 Stunden Zeit, um ihren kleinen Bruder Toby zu finden. Von Regisseur Jim Henson (Sesamstraße, Muppets) mit Animatronics gefilmt wechselt zwischen seltsam, kurios und komplett verrückt. Wer  mit Animatronics gut zurecht kommt, findet hier einen ganz interessanten kurzweiligen Film.

Aladdin (2019): Das Live-Action-Remake des Disneyklassikers kann mit leicht erweiterter Handlung und stärkeren Charakteren, vorallem Jasmin und der Sultan, überzeugen und avanciert fast zur besseren Variante. Will Smith gibt dem Dschinni das gewisse Etwas .

Susi und Strolch (2020): Eine weitere Live-Action-Variante, allerdings diesmal in enttäuschender Form. Die altbekannte Handlung wird unnötig gestreckt, dreht sich im Kreis und auch wenn Strolch ein bisschen Hintergrundgeschichte bekommt, fehlt hier einfach das Herz des Originals. – Ein Disney+ Original

Elliot, das Schmunzelmonster: Der Waise Pete flieht mit Hilfe seines Drachen Elliots vor seinen grausamen Adoptiveltern in das beschauliche Dorf Passamaquoddy. Dort eckt er durch Elliot gerne mal an, findet aber im Leuchtturmwärter Lampie und dessen Tochter Nora gute Freunde. Die Geschichte einer schwierigen Kindheit, die mit Hilfe eines supersüßen Schmunzelmonsters verbessert wird. Typische Disneywendungen aber mit ganz viel Herz.

Escape Room: Eine Gruppe Menschen bekommen eine rätselhafte Einladung zu einem Escape Room. Neugierig folgen sie der Einladung und finden sich kurz darauf in einem etwas untypischen Escape Room, versucht er doch, sie zu töten. Spannender Horrorfilm, der meiner Liebe zu Escape Rooms nciht gut tat.

Wind River: Wind River ist ein Indianerreservat im verschneiten Wyoming. Als dort die Leiche eines vergewaltigtenn Mädchens gefunden wurde, wird die schlecht ausgestattete Jane Banner vom FBI geschickt. Sie bittet den Wildhüter Cory Lambert um Hilfe. Ein spannender westernmäßiger Thriller, mitten im Schnee. Die verstörende Aufklärung der Geschichte ist leider doch real gehalten.

The Final Girls: Eine Gruppe Jugendlicher wird in den Horrorfilm Camp Blutbad gezogen und versucht nun mit dem Vorwissen über den Film zu überleben. Ein klischeeüberzogener Slasher wird zu einer Komödie, in dem Filmcharaktere und unsere reingezogenen Jugendlichen zusammen agieren. Eine gute Kombination ohne in albernen Klamauk zu verfallen.

Ihre beste Stunde: Mittem im zweiten Weltkrieg wird Catrin Cole im Informationsministerium eingestellt. Sie soll den Propagandafilmen eine weiblichere Note geben, damit auch Mütter und Ehefrauen sich angesprochen fühlen. Dort hat sie mit Vorurteilen zu kämpfen. Ein einfühlsamer Film, der noch einmal eine ganz andere Seite des Krieges zeigt.

Die Ritter der Kokosnuss: Muss ich zu dieser kuriosen Suche nach dem Heiligen Gral noch irgendetwas sagen?

Little Monsters: Der erfolglose Musiker Dave hat sich in die Grundschullehrerin Miss Caroline seines Neffen verknallt. Um sie zu beeindrucken stimmt er zu die Klasse auf einem Ausflug zu einem Erlebnisbauernhof zu begleiten. Leider kam es in der nahe gelegenen Militärbasis zu einem Zombieausbruch, die schnell den Bauernhof entdecken. Dave und Miss Caroline müssen nun alle Kräfte einsetzen, um alle Kinder in Sicherheit zu bringen, ohne diese zu ängstigen. Ich bin immer noch kein Fan von Zombiefilmen, aber dieser schafft es eher den komödischen Part hervorzuarbeiten und macht dabei unglaublich viel Spaß. Eine Lehrerin mit ihrer Ukulele gegen eine Zombiearmee. Unbedingt angucken!

The sun is also a star: Natasha Kingsley liebt die Stadt New York. Leider soll sie einen Tag später mit ihrer Familie die USA für immer verlassen, da die Eltern illegal eingewandert sind. Als sie die letzten Chancen durchgeht und einen Anwalt aufsucht, trifft sie auf Daniel Bae, der glaubt, dass sie sich innerhalb eines Tages verlieben könnten. Sie gibt ihm die Zeit dies zu beweisen. Ein Film, der das Zusammentreffen der beiden Protagonisten, sowie deren Wiedersehen relativ plump inszeniert. Man merkt die starke Liebe des Regisseurs zur Stadt, aber nicht zu seinen Charakteren. Schade.

Moolaadé: Ein neuer Film für die Filmreise-Challenge. Ein senegalesischer Film, der in Burkina Faso spielt und sich mit einer Mutter befasst, die ein ganzes Dorf gegen sich aufbringt, weil sie ein paar Mädchen unter häuslichem Schutz (Moolaadé) stellt, damit diese nicht beschnitten werden. Ein Film, der ganz stark unter die Haut geht und einen fassungslos zurücklässt. Genaueres gibt es in meinem nächsten Reisebericht.

Felix Lobrecht – Kenn ick: Ein Comedy Special, diesmal mit Felix Lobrecht auf seiner Kenn ick Tour. Mit berliner Charme, Goldkettchen und relativ ruhigem Humor schafft es Herr Lobrecht immer wieder durch kleine Witze das Publikum zum Lachen zu bringen.

Whale Rider: Die deutsch-neuseeländische Produktion erzählt die Geschichte von Paikea, die innerhalb ihrer Maori-Familie versucht sich zu emanzipieren. Ein kleiner, aber feiner Film zwischen Tradition und Familie.

Erica: Erica ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Spielfilm. Konzipiert für die PlayStation kann der Zuschauer nämlich den Verlauf des Films selbst beeinflussen. Daraus entsteht ein spannender Psychothriller, der leider am Ende mehr Fragen offen lässt, als beantwortet.

Serien – ein etwas ausführlicherer Überblick

Star Trek: Picard – Staffel 1 (Gelungener Spin-off mit alten und neuen Charakteren und eienr gut konzipierten Handlung)

Friends – Staffel 4-8 (Nach einem holprigen Start bin ich nun mitten im Friends-Fieber und sehne und fürchte mich vor den finalen zwei Staffeln)

Der Prinz von Bel-Air – Staffel 6 (Die finale Staffel verliert sich am Anfang im ganz normalemn Alltagswahnsinn im Hause Banks und muss am Ende in kürzester Zeit ein emotionales Finale schaffen)

Inhumans – Staffel 1 (Diese Marvel-Serie über die Inhumans auf der dunklen Seite des Mondes erzählt zu viel und erklärt zu wenig. Aus gutem  Grund nach einer Staffel abgesetzt)

Supernatural – Staffel 9 (Die übergeordnete Handlung kann nur noch ermüden. Die Einzelfolgen schaffen es dann aber doch, dass man am Ball bleibt)

Fleabag – Staffel 2 (Völlig verrückt geht es in die nächste Runde, die durch das Zusammenspiel von Waller-Bridge und Andrew Scott deutlich besser ist als die erste Staffel)

Peaky Blinders – Staffel 2 (Auch in der zweiten Staffel ein spannender Gangsterfilm im Serienformat)

PussyTerrorTV – Staffel 5 (Carolin Kebekus und ihre Gäste bringen Spaß und aktuelle Themen wieder auf den Punkt)

Chip & Chap – Staffel 1 (Erwähnte ich, dass Disney+ meine Kindheitsserien bietet und ich diese nun am bingen bin?)

Mein Lesemonat

Bücher insgesamt: 9
Seiten gesamt: 3.441
Seiten pro Tag: 115 im Durchschnitt
Gebundenes Buch: 1
Taschenbuch: 8

Das Manifest der anonymen Schauspieler: Der nicht ganz so anonyme Schauspieler James Franco hangelt sich an den 12 Schritten und Traditionen der anonymen Alkoholker entlang und spinnt dazu absurde Geschichten, wirre Schreibexperimente und teilweise auch abstoßende Anekdoten. Spart euch das Geld.

The Green Mile: Stephen King versuchte sich an einem Episodenroman und brillierte mit der Geschichte über den Todestrakt und dessen grüne Meile. Spannende Geschichten, die zusammenhängen.

Ghostsitter 3 – Zombie Party: Auch im dritten Band hat Tom wieder alle Hände voll zu tun, um die Geisterbahn mit den echten Monstern unter Kontrolle zu halten. Tommy Krappweis schafft es auch hier wieder den lockeren, witzigen Schreibstil beizubehalten und schafft so ein weiteres Werk für Groß und Klein.

Mara und der Feuerbringer: Der Auftakt einer Fantasy-Trilogie ebenfalls von Tommy Krappweis stellt uns die 14-jährige Mara vor, die eigentlich gerne völlig normal wäre, aber herausfindet, dass sie die Götterdämmerung aufhalten muss. Spannender Ausflug in die germanische Mythologie.

All in – 1000 Augenblicke & All in – Zwei Versprechen: Nach einem hoch emotionalen Auftakt war mein erster Schritt nach Wiedereröffnung der Buchläden, eben diesen zu stürmen, um auch den zweiten Teil des Duetts zu verschlingen.

Die grüne Ente: Ein etwas kurioser Roadtrip durch Frankreich mit einem etwas spezielleren Schreibstil, rund um einen Vater und seinem authistischen Sohn.

Bookless 2 – Gesponnen aus Gefühlen: Langatmiger Mittelband, dessen Handlung sich immer wieder im Kreis dreht und am Anfang und Ende am gleichen Punkt ist. Hier muss mit Bank 3 nun noch ein Knaller kommen.

Die Bücherdiebin: Der Tod erzählt von seinen Erlebnissen mit dem jungen Mädchen Liesel zu Zeiten des zweiten Weltkriegs. Ein ganz besonderes Werk der Literatur, das mich am Ende tränenreich verlassen hat.

 

 

Eine Dekade Film – Meine Top 75 der letzten 10 Jahre – #4 – Platz 25-1

Und da sind wir dann auch schon bei den für mich besten Filmen der letzten Dekade. Fehlt ein Film, den ihr hier eigentlich gern gesehen hättet? Falls ihr die vorherigen Plätze verpasst hat, findet ihr hier die Beiträge: Platz 50-26, Platz 75-51 und die zusätzlichen Top 25/100-76.

Platz 25: Bohemian Rhapsody (2018)

1970 steigt Farrokh Bulsara bei der Band Smile ein. Er wird als Freddy Mercury und die Band als Queen weltberühmt. Doch alle Erfolge können die Einsamkeit in seinem Herzen nicht stillen. Eine pulsierende Bandgeschichte mit dem Höhepunkt auf dem Live Aid Konzert. – Mitreißende und berührende Bandgeschichte und definitv nicht nur was für Fans.

Platz 24: Saving Mr. Banks (2014)

Nach 20 Jahren Verhandlung stimmt Autorin Pamela L. Travers schließlich zu ihr Buch „Mary Poppins“ von der Disney Companie verfilmen zu lassen. Sie reist nach L. A., um dort an der Produktion mitzuwirken. Doch ihr fällt es schwer Kompromisse einzugehen, da sie das Buch auf Basis ihrer eigenen Kindheit geschrieben hat. – Man kann von Disney halten, was man will, diese Geschichte geht ganz tief unter die Haut.

Platz 23: Mad Max – Fury Road (2015)

In einem postapokalyptischen Ödland hat der Tyrann Immortan Joe in einer Oase einen Kult um sich geschaffen. Als Imperator Furiosa die Frauen von Joe befreit, beginnt eine wilde Verfolgungsjagd. In diese stolpert Mad Max. – Sehr einfach Handlung, dafür wohl die besten Actionsequenzen der letzten Dekade. Altmeister George Miller versteht hier sein Hadwerk.

Platz 22: The Imitation Game (2015)

Nach Ausbruch des zweiten Weltkriegs wird eine Gruppe Wissenschaftler zusammen-gesucht, die ein Verfahren zur Entschlüsselung der von den Deutschen genutzten Enigma in kürzester Zeit ermöglichen soll. Alan Turing wird zu dem Team gerufen, stößt aber durch seine mangelnde soziale Kompetenz bei seinen Kollegen auf Abneigung. – Mitreißende Erfindungsgeschichte vor dem Hintergrund des 2. Weltkriegs.

Platz 21: Der Vorname (2018)

Literaturprofessor Stephan lädt Freunde zum Abendessen ein. Als sein Schwager Thomas den Freunden verkündet, dass sein ungeborenes Kind Adolf heißen soll, entbrennt eine hitzige Diskussion bei der noch so manch anderes Thema zur Sprache kommt. – Wortgewaltiges Kammerspiel mit begeisterten Darstellern.

Platz 20: Mit dem Herz durch die Wand (2015)

Sie ist Pianistin und zieht in ein neues Appartement. Sie muss viel für ein neues Stück proben, für das sie vorspielen will. Doch ihr Nachbar ist davon wenig begeistert, entwickelt er doch im stillen Puzzle. Nach einem Kleinkrieg versuchen sie sich an einem Kompromiss. Und merken nach und nach ihre Gefühle füreinander, ohne sich je gesehen zu haben. Es beginnt eine Beziehung mit einer Wand zwischen den Liebenden. – Eine der ruhigsten und doch bezauberndsten Liebesgeschichten mit einer etwas anderen Prämisse.

Platz 19: Black Swan (2011)

Nina ist Primaballerina in New York. Als nächstes soll Schwanensee aufgeführt werden. Die Rolle des Schwans soll in einer Doppelrolle aufgeführt werden. Nina versucht fortan alles, um diese Rolle zu kriegen und bringt sich dabei selbst an ihr Limit. – Abgründe im Ballerinaleben perfekt porträtiert von Natalie Portman. Kein Film für schwache Nerven.

Platz 18: Three Billboards outside Ebbing, Missouri (2018)

Mildred Hayes mietet drei Werbeplakate vor den Toren der Stadt an, in der sie den Polizeichef fragt, warum er noch nicht den brutalen Mord ihrer Tochter aufgeklärt hat. Dies löst einen Shitstorm gegen Hayes aus. Mehrere Vergeltungstaten werden auf beiden Seiten begangen. – Bitterböses Drama über eine trauernde Mutter, die ihre eigenen Methoden einsetzt.

Platz 17: Avengers: Endgame (2019)

Nach 11 Jahren und 21 Vorgängerfilmen findet das Marvel Cinematic Universe seinen Höhepunkt. Nach Thanos fatalem Schnipser sind die Infinity Steine zerstört. Die Helden und die Menschheit müssen sich mit einem Verlust von 50% der Weltbevölkerung abfinden. Bis Scott Lang durch einene Zufall aus dem Quantenraum befreit wird und eine Möglichkeit finden will, um alles rückgängig zu machen. – Atemberaubendes, spannendes und actiongeladenes Finale eines ganzen Filmuniversums. Gespickt mit Fanservice und Nostalgie.

Platz 16: Les Miserables (2013)

Der Dieb Jean Valjean wird nach vielen Jahren Haft entlassen. Er versucht fortan ein rechtschaffendes Leben zu führen. Doch sein ehemaliger Wärter Javert erkennt ihn und bringt ihn dazu wieder zu fliehen. Dabei rettet er die kleine Cosette auf Wunsch ihrer Mutter und nimmt sie bei sich auf. Jahre später verliebt sich Cosette in Marius, der zusammen mit seinen Kommilitonen den Juniaufstand von 1832 planen. – Mitreißende Musicalverfilmung basierend auf Victor Hugos Meisterwerk.

Platz 15: Everest (2019)

Yi lebt in Shanghai und isoliert sich nach dem Tod ihres Vaters zusehends. Als sie eines Tages einen Yeti auf dem Dach des Hauses findet, beschließt sie ihn zurück zu bringen. Dabei begleiten sie die Nachbarjungen Jin und Peng. Verfolgt werden sie von einem Forschungsteam. – Familienspaß, der alt und jung zu begeistern vermag und ganz nebenbei die Themen Trauerverarbeitung, Familie und Freundschaft verarbeitet.

Platz 14: Game Night (2018)

Max und Annie sind große Spielefans und veranstalten regelmäßig Spieleabend zusammen mit zwei befreundeten Paaren. Diese müssen sie allerdings vor dem unheimlichen Nachbar Gary geheim halten. Als eines Tages Maxs Bruder Brooks auftaucht und den besten Spieleabend aller Zeiten ankündigt, wissen die Freunde noch nicht, dass sie sich kurz darauf in einem wahren Überfall befinden. – Die wohl beste Komödie der letzten Jahre mit sympathischem Cast und ausgereiften Witzen macht Lust auf den nächsten Spieleabend.

Platz 13: Brooklyn (2016)

Die Irin Eilis verlässt 1951 Irland, da sie mit Hilfe der Kirche einen Job in New York erhalten hat. Dort angekommen plagen sie Heimweh und das Vermissen ihrer Familie. Dies ändert sich erst als sie den jungen Tony kennenlernt. Nach einem Todesfall kehrt sie nach Irland zurück und ist nun hin und hergerissen zwischen bleiben und zurückkehren nach New York. – Einfühlsame Geschichte über Heimweh, die ohne große Gesten auskommt und sich auf die zwischenmenschlichen Schwingungen versteht mit einer großartigen Saoirse Ronan.

Platz 12: Die Verlegerin (2018)

Kay Graham wird nach dem Tod ihres Mannes Chefin der Washington Post, schafft es jedoch kaum sich im männerdominierenden Vorstand durchzusetzen. Als Chefredakteur Ben Bradlee Geheimdienstinformationen erhält, die Lügen von drei Präsidenten zum Vietnamkrieg offen legen, steht Kay vor der größten Entscheidung ihres Karriere. – Einfühlsames Drama über Pressefreiheit.

Platz 11: Can you ever forgive me (2019)

Die erfolglose Biografin Lee Israel braucht dringend Geld. Als sie bei dem Verkauf eines Briefes von Katharine Hepburn von Sammlern erfährt, die einiges an Geld dafür ausgeben wollen, beschließt sie eben solche Briefe zu fälschen. – Unaufgeregtes Drama zwischen Gewissensbissen und Überlebensinstinkt. Eine unscheinbare Perle.

Platz 10: Call me by your name (2018)

Elio reist mit seinen Eltern jeden Sommer zu deren Landsitz in Italien. Sein Vater, ein Archäologe, nimmt wie jeden Sommer eine studentische Hilfskraft mit. In diesem Sommer ist es Oliver. Während Elio Oliver zunächst nicht leiden kann, entwickelt sich bald ein ganz besonderes Band zwischen den beiden. – Coming-of-Age eingebettet in den heißen Sommer Italiens bietet Call me by your name eine ganz besondere filmische Atmosphäre. Ein Film, den man so schnell nicht vergessen kann.

Platz 9: Green Book (2019)

Als der Club, in dem Türsteher Tony Lip arbeitet, für ein paar Monate schließt, stimmt dieser zu den Musiker Don Shirley auf seiner Konzerttour durch die Südstaaten zu fahren. Als Afroamerikaner ist Shirley in den Südstaaten der 1960er Jahre starkem Rassismus ausgesetzt. Zwischen Lip und Shirley entsteht eine besondere Freundschaft. – Ein Roadtrip voller Freundschaft, der sich subtil mit Rassismus auseinander setzt.

Platz 8: Rocketman (2019)

Elton John hat in seiner Kindheit mit seinen abweisenden Eltern zu kämpfen. Als junger Mann trifft er auf den Texter Bernie Taupin, mit dem er schnell Welthits produziert. Doch mit zunehmendem Erfolg steigt auch sein Drogenproblem. – Berührende Biographie mit Musical-Touch und einem fantastischen Taron Egerton.

Platz 7: Kingsman (2015)

Der rebellische Teenager Eggsy bekommt die Chance Mitglied bei den Kingsman zu werden, eine regierungsunabhängige Geheimorganisation. Während er noch im Aufnahmeprozess ist, gilt es den Milliardär Richmond Valentine aufzuhalten. – Agententhriller trifft auf Komödie. Die elegantesten Agenten seit James Bond treffen auf ausgeprägte Action und parodieren sich dabei noch selbst.

Platz 6: Love, Simon (2018)

Simon Spier ist ein ganz normaler Teenager. Was er bisher niemanden erzählt hat, ist, dass er schwul ist. Erst als sich auf dem Schulblog ein Mitschüler outet, vertraut sich Simon in E-Mails diesem Fremden an. Als diese jedoch geleakt werden und Simon dadurch unfreiwillig geoutet wird, ist es an Familie und Freunden ihn wieder aufzubauen. – Einfühlsamer Film über Homosexualität und ein unfrewilliges Outing.

Platz 5: Still Alice (2014)

Dr. Alice Howland ist Linguistin. Mit Anfang 50 merkt sie, dass sie immer öfter Dinge vergisst. Nach dem Besuch beim Arzt bekommt sie die Diagnose eines sehr früh einsetzenden Alzheimers. Ein Schock für die gesamte Familie, die fortan versucht, damit umzugehen. – Berührendes Drama mit meist stillgeschwiegenem Thema, das sich mit der eigenen Erfahrung Alices beschäftigt, aber auch mit denen der Familie.

Platz 4: SMS für dich (2016)

Clara ist Kinderbuchillustratorin, die seit dem Tod ihres Verlobte vor zwei Jahren nichts mehr wirklich zu Stande gebracht hat. Sie beschließt zu ihrer Freundin Katja zurück nach Berlin zu ziehen. Um ihre Trauer zu verarbeiten schreibt sie SMS an die alte Nummer ihres toten Verlobten. Doch die Nummer wurde neu vergeben und so wird Sportjournalist Mark auf sie aufmerksam. – Eine mitreißende Liebesgeschichte, die aus Trauerverarbeitung hervorgeht.

Platz 3: The Avengers (2012)

Der Gott Loki hat nach den Ereignissen in Thor überlebt. Er bricht in eine SHIELD Einrichtung ein, um dort den Tesserakt und ein paar Helfer zu stehlen. Mit Hilfe dieser will er ein Portal öffnen, um den Chitauri auf die Erde zu lassen und diese so zu erobern. Director Fury greift zu seiner letzten Hoffnung und reaktiviert das ursprünglich eingestampfte Avengers-Projekt. Und so treffen auf einmal Iron Man, Captain America, Hulk, Thor und Black Widow aufeinander und müssen Loki aufhalten. Dabei stehen ihnen mehrere Hürden im Weg. – Das erste Zusammentreffen verschiedener Marvelhelden gipfelt in einer atemberaubenden Schlacht um New York.

Platz 2: Das Schicksal ist ein mieser Verräter (2014)

Hazel Grace Lancaster ist 16 und leidet an Schilddrüsenkrebs mit Metastasen in der Lunge. Bei einer Selbsthilfegruppe lernt sie den sympathischen Gus kennen, der durch Knochenkrebs ein Bein verlor. Beide verlieben sich ineinander, obwohl die Zeit der beiden von vornherein begrenzt ist. – Berührende Liebesgeschichte trotz Krebsdiagnose, bei der wohl kein Auge trocken bleibt.

Platz 1: Alles eine Frage der Zeit (2013)

Tim ist eigentlich ein ganz normaler Jugendlicher. Doch an seinem 21. Geburtstag erzählt ihm sein Vater, dass alle Männer der Familie in die Vergangenheit reisen können. Diese Gabe nutzt er, um die sympathische Mary für sich zu gewinnen. Die beiden verlieben sich und müssen fortan mit ganz alltäglichen Problemen kämpfen. – Die schönste und dabei ruhigste und undramatischste Liebesgeschichte, die ich je gesehen habe. Die Zeitreisen bringen einen zusätzlich zum schmunzeln.

Verpasst, aber nicht vergessen – Teil 9.7

So hier nun vorläufig der letzte Beitrag zu meiner großen Aufräumaktion. Wahrscheinlich gibt es in nächster Zeit noch mehr Beiträge aus dieser Kategorie, einfach weil ich derzeit viele Filme zu Hause schaue, da die Kinos geschlossen sind. Aber dann wird die Zählung wieder ganz normal mitlaufen. Hier noch einmal die Vorgängerbeiträge: 2014/2015, 2016, 2017, 2018.1, 2018.2 und 2019.1

2019

1) Fighting with my family

Saraya Knight wächst in einer Familie voller Wrestler im beschaulichen Norwich, England auf. Als die WWE sie und ihren Bruder zu einem Casting einlädt, scheinen die Wünsche der Familie in Erfüllung zu gehen. Doch ihr Bruder Zak wird nicht genommen und so reist Saraya alleine in die USA, um sich dem harten Training zu stellen. Dort eckt sie überall an und fühlt sich fehl am Platz. Unter ihrem Bühnennamen Paige versucht sie sich durchzukämpfen und hat gleichzeitig Schuldgefühle ihrem Bruder gegenüber.
Die biographische Geschichte über die Wrestlerin Paige, die bis 2018 in der WWE wrestelte, nimmt das Ende natürlich wieder vorweg. Daher liegt hier der Fokus auf der Geschichte, wie sie es geschafft hat. Denn sie scheint nirgendwo richtig ins Raster zu passen und eckt daher überall an. Doch der Fokus ist zweigeteilt und liegt ebenfalls auf der Familie, die Eltern, die sich auf kurioseste Art getroffen haben, ein Bruder im Knast und ein Bruder, der ihr nach seiner Absage zu entgleiten droht. Die Zweiteilung tut dem Film ganz gut und ist so nicht ein reines Trainingscampvideo der WWE. Und neben den ganzen dramatischen Anbandungen schafft der Film es auch noch irgendwo ein wenig Komik unterzubringen, auch wenn es zu viel wäre den Film als Komödie zu bezeichnen. Auch als nicht Wrestler-Fan kann man den Film gut sehen, auch wenn er die Faszination, die dahinter steckt, nicht greifbar vermitteln kann. Fighting with my family kann man duchaus mal gucken, Wrestling bleibt bei mir etwas Abstoßendes.

2) The sun is also a star

Natasha Kingsleys Familie soll am nächsten Tag abgeschoben werden. Doch statt zu packen, versucht sie noch einmal alle Stellen abzuklappern, die ihre Eltern bereits angelaufen sind, in der Hoffnung den Bescheid doch noch kippen zu können. Dabei trifft sie auf Daniel, der eigentlich auf dem Weg war, um sich ein Empfehlungsschreiben für Dartmouth zu sichern. Bei einem Zusammenstoß versucht Daniel Natasha zu überzeugen, dass es Schicksal ist und das er es schaffen könnte, dass sich beide ineinander verlieben. Natasha gibt zunächst nach und gewährt ihm eine Stunde Zeit. Als der neue Anwalt sich durch einen Unfall verspätet, gibt sie ihm einen ganzen Tag.
The sun is also a star ist ein Film, der etwas schwierig zu fassen ist. Denn das Aufeinandertreffen der beiden Parteien wirkt sehr konstruiert, gleichzeitig scheint man die stimmende Chemie beinahe ab der ersten Minute zu spüren. Dann wird das jedoch wieder durch die Gegensätzlichkeit der beiden zerstört und dann verzweifelt wieder versucht aufzubauen. Gerade die zweite Hälfte scheint ein heilloses Wirrwarr aus Finden und Verlieren. Dennoch wird hier eine faszinierende Liebesgeschichte erzählt, die sich tatsächlich innerhalb eines Tages entwickelt. Und während es ganz nebenbei eine Hommage an die Stadt New York ist, obwohl beide gefühlt Ewigkeiten brauchen, um von A nach B zu kommen, wird die Geschichte logisch aufgelöst. Getragen irgendwo von einer Magie und trotzdem verliert sich der Film in seinen eigenen Wendungen. Ein Film, bei dem man nicht weiß, ob man ihn lieben soll oder ob er zu platt geworden ist.

3) Aladdin

Das Realfilmremake des Disneyklassikers entführt einmal mehr in den Orient in die Stadt Agrabah. Der Straßenjunge und Dieb Aladdin trifft auf die Prinzessin Jasmin, die sich unerkannt auf den Markt geschlichen hat. Sie gibt sich als ihre Zofe aus, da sie sich nicht außerhalb des Palastes aufhalten darf, da ihr Vater seit dem Tod ihrer Mutter überfürsorglich ist. Die beiden kommen sich näher. Als Aladdin sich in den Palast stiehlt, um sie wiederzusehen, wird er vom Wesir Dschafar aufgegriffen. Er soll in einer Höhle in der Wüste eine Lampe für ihn holen. Dabei kommt es zu einem Unfall und die Höhle stürzt ein. Doch in der Lampe steckt ein Dschin, der ihn nun helfen will.
Während sich das Remake in weiten Teilen an das Original hält, schafft Guy Ritchie es dennoch dem Film eine ganz neue Tiefe zu geben. So ist Prinzessin Jasmine keine stille Beobachterin mehr, was mit dem neuen Lied „Ich werde niemals schweigen“ deutlich gemacht wird. Mit leicht umgetexteten Liedern und ein paar weiteren Einlagen werden schwierigere Passagen umschifft. So ist es nun nicht mehr Prinz Ali „Muskeln wie nie“, sondern Prinz Ali „mächtig wie nie“. Auch ist der Sultan weniger kindlich, sondern viel besonner in seinen Entscheidungen. So ist das Remake tatsächlich an vielen Stellen besser als das Original. Auch Will Smith als Dschinni funktioniert erstaunlich gut.

4) Brittany runs a marathon

Brittany Fogler ist übergewichtig und nimmt gerne Amphetamine zusammen mit ihrer Mitbewohnerin Gretchen. Als sie den Arzt wechselt, um neue Rezepte zu bekommen, gibt dieser ihr eine schockierende Prognose. Sie muss dringend abnehmen. Da sie sich die Mitgliedschaft in einem Fitnesstudio nicht leisten kann, beschließt sie zu joggen. Zunächst nur einmal um den Block und dann langsam immer weiter. Dabei lernt sie Seth kennen, der die gleichen Ziele hat und kommt ihrer Nachbarin Catherine näher, die sie bisher eher verachtet hat. Doch an einem Punkt in ihrem Leben muss sie feststellen, dass sich nicht alle Probleme durch Joggen vertreiben lassen.
Das Abnehmen in Brittany runs a marathon wird hier nicht aufgrund eines Schönheitideals aufgegriffen, sondern aus gesundheitlichen Gründen und steht zeitgleich als Metapher für das Aufräumen in Brittanys Leben. Damit schafft der Film es über die üblichen Plattetüden hinauszuwachsen und kann eine viel vielschichtigere Geschichte erzählen. Mit Jillian Bell wurde eine Darstellerin gecastet, die trotz groß angelegter Worte, die Zwischenräume mit einer Verletzlichkeit füllt, dass man trotz unsympathischer Ausraster an ihrer Seite steht und auch versteht, warum keiner ihr den Rücken kehrt. Auch verzichtet der Film auf ausufernde philosophische Erklärungen oder Monologe über die Schönheit des Lebens, sondern belässt es bei der Marathon-Metapher. Am Ende zählt der Zusammenhalt von Familie und Freunden eben doch.

5) The Report

Daniel Jones, ein Senatsmitarbeiter, wird beauftragt Ermittlungen bei der CIA durchzuführen, betreffend des Verhaltens nach dem 11.09.2001. Dabei stößt er auf „alternative Verhörmethoden“, die sich als Folter herausstellen. Doch seine Ergebnisse stoßen auf taube Ohren und es wird mit allen Mitteln versucht, die Veröffentlichung zu verhindern.
Investigative Filme gibt es immer wieder, prominente Beispiele aus der letzten Zeit sind zum Beispiel Oscargewinner Spotlight oder auch The Big Short. Dabei nähern sie sich ihren Themen auf verschiedene Art, doch bieten vor allem eins: Eine gute Spannungskurve. Denn genau die vermisst man bei The Report sehr schmerzlich. Denn hier sieht man hauptsächlich einen Adam Driver auf einen Monitor starren, ab und an mal ein paar Papiere aufhängen oder Akten von Person A zu Person B bringen. Dann wird wieder über die Ergebnisse gesprochen, dann taucht wieder eine neue Person auf und erklärt, warum das niemand wissen darf und wieso es angeblich gerechtfertigt war. Driver sagt, dass das nicht stimmt und schon geht das Spiel wieder von vorne los. Was hier wohl nah an der Realität ist, funktioniert aber auf filmischer Ebene nicht. Denn auch wenn der Film mit 120 Minuten normale Spielfilmlänge hat, geht er gefühlt einige Stunden länger. Dennoch ist er irgendwo höchst brisant und die Entdeckungen so abstoßend, dass es irgendwo richtig war, den Film zu machen, da so eine größere Reichweite für das Thema geschaffen wird. Dennoch ist die Umsetzung unfassbar langweilig. Von Adam Driver wird verlangt den Film auf eigenen Schultern zu tragen, was ihm nicht gelingt.

Eine Handvoll Filmkritiken

Natürlich gibt es in diesen Zeiten größere Probleme als geschlossene Kinos und natürlich sind die Maßnahmen auch sinnvoll, aber dennoch vermisse ich die regelmäßigen Kinogänge. Und umso größer wird die Liste meiner im „Heimkino“ gesehenen Filme. Und daher wird die Kategorie „eine Handvoll“ nun auch um den Bereich Filme erweitert. Hier soll es nun um Filme gehen, die ich zu Hause gesehen habe und die nicht in der Kategorie Verpasst, aber nicht vergessen auftauchen. Vielleicht ist ja die ein oder andere Filmempfehlung dabei und ich versuche auch dazuzuschreiben, über welche Streamingdienste die Filme abrufbar sind (vorausgesetzt das sie es sind und nicht aus meinem DVD-Stapel sind). So das nächste Mal sollte die Einleitung wieder kürzer werden.

The Final Girls (2015)

Die Handlung: Max Carthwright betrauert noch immer den Tod ihrer Mutter, die eine Schauspielerin war und deren größte Rolle die naive Nancy aus dem Slasher „Camp Blutbad“ war. Nun soll es zum dritten Todestag ihrer Mutter ein großes Screening der beiden Camp Blutbad-Teile geben, für die Max eingeladen wurde. Doch durch ein paar unglückliche Zufälle landen sie und ihre Freunde unerwartet im Film. Sie wissen genau, dass es ein Final Girl geben muss, doch wer von ihnen wird es sein?

Meine Meinung: The Final Girls verbindet spielerisch die klassischen Elemente eines Slasher-Films und die einer Komödie. So ist Camp Blutbad wohl eines der klischeebelasteten Slashers – was wohl auch gewollt war – inklusive des Dummchens, der naiven Gitarrenspielerin und des Aufreißers. Das ganze beginnt natürlich mit einer gruseligen Lagerfeuergeschichte, die leider Realität wird. In dieses Szenario stolpern die Freunde rund um Max, die den gesamten Film und daher auch das Ende kennen. Und dann wird gekonnt mit genau den Klischees gespielt, etwa, wenn die Freunde beschließen sich einfach an das Final Girl ranzuhängen, damit sie alle überleben. Dass das Ganze dann doch nicht so einfach ist, wird schnell klar. Dabei wird das Horrorgenre und gerade die Slasher zwar ziemlich aufs Korn genommen, aber alles noch mit Niveau. Es gibt keine billigen Scary Movie Witze, sondern ausgereifte, auf die hingearbeitet wurde. Dazu gehören natürlich auch die verschiedenen Charaktere, die für eine gute Mischung sorgen.

The Final Girls ist bei Amazon Prime zum Lauf oder zum Leihen verfügbar. Nicht in der Flatrate enthalten.

Elliot, das Schmunzelmonster (1977)

Die Handlung: Pete ist Waise und wurde von den Gogans aus dem Waisenhaus frei gekauft. Diese leben auf einer Farm und nutzen Pete für die schweren Arbeiten und schlagen ihn dabei oft. Als Pete den Drachen Elliot kennen lernt, schafft er es zu fliehen und landet in dem Ort Passamaquoddy. Elliot kann sich unsichtbar machen und erscheint meistens nur für Pete, was diesem viel Ärger einbringt. Nur der Leuchtturmwärter Lampie und dessen Tochter Nora schließen Pete sofort ins Herz und nehmen ihn zu sich. Da kommt der Quacksalber Dr. Terminus in die Stadt und auch die Gogans tauchen auf der Suche nach Pete auf. Chaos ist hier vorprogrammiert.

Meine Meinung: Und jetzt alle: „Ich schau dich nur an und das macht mich fröhlich..“. Elliot, das Schmunzelmonster ist ein fröhlicher Familienfilm, der sich eigentlich mit einer harten Kindheit beschäftigt. Während Pete Waise ist und bei seinen Adoptiveltern nur ausgenutzt und misshandelt wurde, sind Lampie und Nora die ersten netten Menschen. Denn auch die anderen Bewohner in Passamaquoddy stehen ihm sehr skeptisch gegenüber, da Elliots Tollpatschigkeit für seine gehalten wird. So schwankt der Film immer wieder zwischen lustigen und fröhlichen Szenen und traurigen. Das ganze wird jedoch mit einem zuckersüßen Schmunzelmonster überspielt, um so den üblichen Disneyton zu treffen. Ein Film für alle, die sich schon einmal einsam gefühlt haben und sich dann einen Freund wünschten. Ein Film, der die Hoffnung hoch hält, dass es für alle ein liebevolles Zuhause gibt.

Elliot, das Schmunzelmonster ist bei Disney+ in der Flatrate enthalten.

Susi und Strolch (2019)

Die Handlung: Cockerspaniel Susi wächst bei Darling und Jim Dear behütet auf. Als sie eines Tages den Streuner Strolch trifft, ist sie zunächst von ihm und seiner Sichtweise abgeschreckt. Doch dann bekommt Darling ein Baby und Susi ist auf einmal nicht mehr die Nummer Eins. Wirklich schlimm wird es doch erst, wenn Tante Clara mit ihren Katzen zu Besuch kommt. Denn die Katzen sind ziemlich durchtrieben und Susi wird am Ende beschuldigt und soll ein Maulkorb bekommen. Als sie flieht, begegnet sie wieder Strolch, der ihr helfen will nach Hause zu kommen.

Meine Meinung: Während der Originalfilm von 1955 78 Minuten ging, wird hier versucht exakt die gleiche Handlung in 104 Minuten zu stecken. Dementsprechend wirkt es einfach nur wie ein Film, der mit sinnlosen Füllszenen gestreckt wurde. So eine Fahrt mit einem Schaufelraddampfer, die weder die Handlung voranbringt, noch zur Charakterisierung beiträgt. Wobei sich diesmal gerade um  eine tiefergehende Charaktersierung Strolchs bemüht wurde. So erfährt man, warum er Streuner ist. Gleichzeitig wird er aber auch verbitterter und unloyaler gezeigt, was vor allem in dem umgetexteten Lied von „Strolch ist toll“ zu „So ein Strolch“ zu sehen ist. Während 1955 noch gesungen wurde „und ich wünschte nur, dass er mit mir geht“, heißt es nun „und eins ist klar, er ändert sich nie“. Desweiteren hadert der Film wieder mit seiner realistischen Animation der Tiere. Wie schon bei König der Löwen sind die Hunde nun äußerlich sehr unemotional, was mit der Synchronisation versucht wurde zu überdecken. Und während man im Original noch dahinschmolz, wenn die berühmte Spaghettiszene kommt, wirkt sie nun vollkommen fehl am Platz. So schafft es die Neuverfilmung nicht, richtige Neuaspekte einzubringen, zeigt sich zwar leicht kritischer über Strolchs Charakter, entschuldigt das aber sofort wieder mit seiner Vorgeschichte. Stattdessen wird die Handlung unnötig gestreckt und ist erneut eine vollkommen sinnlose Neuverfilmung aus dem Hause Disney.

Susi und Strolch (beide Versionen) sind bei Disney+ in der Flatrate enthalten

The Aeronauts (2019)

Die Handlung: 1862 will Meterologe James Glashier mit einem Heißluftballon einen neuen Rekord aufstellen, um seine Forschungen zur Wettervorhersage zu verbessern. Dafür wirbt er die Witwe Amelia Wren an, die Pilotin ist. Doch in eisiger Höhe kommt es zu einigen Problemen.

Meine Meinung: The Aeronauts basiert auf wahren Ereignissen rund um den Meterologen James Glashier. Seine Begleitung Henry Coxwell wurde im Film durch die fiktive Amelia Wren ersetzt, die sich an realen Pilotinen und Abenteuerinnen orientiert. Grundsätzlich bin ich ja ein Fan, wenn in einem Film Frauenpower demonstriert wird, jedoch schafft es Felicity Jones nicht diese auch umzusetzen. Zwar ist sie es, die in brenzligen Situationen den Überblick behält, ist dabei aber absolut unsympathisch und wirkt in der Mimik und Gestik regelrecht fehl am Platz. Ihr Gegenüber steht ein Eddie Redmayne, der seine Figur gewohnt minimalistisch auslegt und durch Schüchternheit glänzt. Hinzu kommt, dass der Film mit 101 Minuten Lauflänge gefühlt in Echtzeit gezeigt wird und nur durch einzelne Rückblenden unterbrochen wird. Da allerdings auch auf genauere Details von Glashiers Forschungen komplett verzichtet wird, lieber darf Redmayne mit einigen seltsamen Instrumenten rumfuchteln, hat der Film nicht genug Material für die Lauflänge, was dazu führt, dass er größtenteils vollkommen uninteressant ist. Und die wenigen spannenden Szenen schaffen es dann auch nicht mehr einen Spannungsgrad zu erzeugen.

The Aeronauts ist bei Amazon Prime in der Flatrate enthalten

Isn’t it romantic (2019)

Die Handlung: Natalie ist Architektin, wird aber nicht richtig ernst genommen und gerne ausgenutzt. Während ihr Kollege Josh immer an ihrer Seite steht, trifft Natalie den ungehobelten reichen Josh. Da Natalie nichts mit romantischen Komödien anfängt und darüber bei ihrer Assistentin herzieht, ist es für sie ein wahr gewordener Albtraum als sie nach einem Unfall in eben so einer aufwacht. Nun muss sie versuchen einen Weg zurückzufinden.

Meine Meinung: Zum Abschluss hier erneut ein Film, der sich einem Genre annimmt, in diesem Fall romantische Komödien, und diese so verdreht, dass alle Klischees aufgedeckt werden. Dabei ist es gerade die Liebe zum Detail, die einen immer wieder zum schmunzeln bringt. Wenn Natalie auf einmal in New York ein großes Appartement hat, wenn sie im Off mit sich spricht und immer wenn sie ihn braucht, der beste Freund auftaucht. Und wer glaubt, dass man den Ausgang komplett vorhersehen kann, dann mag das zwar über weite Strecken der Fall sein, aber eben doch nicht komplett. Rebel Wilson gibt sich hier weniger derbe als in anderen Filmen, bringt aber gleichzeitig neuen Wind mit. Liam Hemsworth variiert im Original je nachdem ob Realität oder alternative Welt seinen Akzent von britischem zu australischem. Dies wurde in der deutschen Synchronisation mit deutschem und österreichischem Akzent übernommen, was für einige etwas befremdlich wirken kann. Letztlich ist es eine schöne Komödie für zwischendurch, in der sich die romantischen Klischees verstecken und doch komplett anders ist.

Isn’t it romantic ist bei Netflix in der Flatrate enthalten

Verpasst, aber nicht vergessen – Teil 9.6

Meine große Aufräumaktion in dieser Kategorie läuft gut, immerhin bin ich nun bereit für die Filme aus 2019. Auch diese teile ich wieder in zwei Teile, womit hier 2019.1 kommt. Hier noch einmal die vorherigen Beiträge in der Übersicht: 2014/2015, 2016, 2017, 2018.1, 2018.2

2019:

1) Die Frau des Nobelpreisträgers

Joe Castleman erhält den Literaturnobelpreis. Zusammen mit seiner Frau Joan und seinem Sohn reist er nach Stockholm zur Übergabe. Während alle ganz begeistert von seiner Anwesenheit sind, wird Joan als Anhängsel abgestempelt, obwohl sie selbst Literatur studiert hat. Nach und nach versinkt sie in ihre Erinnerungen, als ihr klar gemacht wurde, dass Frauen in der Literaturbranche keine Chance haben. Dann taucht Nathaniel Bone auf, der ein großer Fan Joes ist und gerne dessen Biographie schreiben möchte, jedoch abgewiesen wird. Im Zuge seiner Recherche scheint er jedoch herausgefunden zu haben, dass Joan die Bücher eigentlich geschrieben habe und nur unter dem Namen ihres Mannes veröffentlicht. Ein Ehestreit nimmt seinen Lauf.
Während Glenn Close für ihre Darstellung der Joan Castleman noch einen Golden Globe gewinnen konnte, unterlag sie bei der Oscarverleihung Olivia Coleman und ihre Darstellung von Queen Anne in The Favourite. Dennoch leitet sie durch den gesamten Film. Hinter der sehr minimalistisch angelegten Mimik liegt so viel Bedeutung, die erst im fortschreitenden Film deutlich werden. Auch der ganze Film ist sehr ruhig angelegt, einzig durch Nathaniel Bones auftauchen, merkt man, dass etwas im argen ist. Und während man am Anfang noch vermutet, dass es bei Joan einfach die Verbitterung darüber ist, hinter dem Rampenlicht ihres Mannes zurückzubleiben, merkt man schnell, dass noch viel mehr dahinter steckt. Die Auflösung dessen lässt den Film noch einmal in einem ganz anderen Licht erscheinen und ist so auch gleich ein herausragendes Werk über die lange Unterdrückung der Frau.

2) Fahrenheit 11/9

Michael Moore ist zurück. In Fahrenheit 9/11 befasste er sich mit den Terroranschlägen vom 11.September 2001. Mit diesem 2004 erschienen Film sollte dieses Werk nicht verwechselt werden, auch wenn die Titel sehr ähnlich klingen. Denn am 09. November 2016 gewann Donald Trump die Präsidentschaftswahl der USA. Wie es dazu kommen konnte, will Moore nun untersuchen. Dafür stellt Moore einige wacklige Theorien auf. Letztlich konzentriert er sich darauf zu zeigen, wie sowohl Republikaner als auch Demokraten das Land immer wieder enttäuscht haben. So waren Dronenabschüsse unter Obama übrigens am höchsten. Dafür zeigt er erschreckende Bilder aus seiner Heimatstadt Flint, redet mit Beteiligtem am großen Schulstreik in West Virginia und den Schülern nach dem Parkland-Amoklauf. Aber auch politische Machenschaften will er aufdecken und erklärt seine Theorie, wie Hillary Clinton überhaupt die Kandidatin der Demoktraten werden konnte.
Bei Michael Moore muss man durchaus vorsichtig sein. Denn zwar spricht er auch diesmal wieder spannende Punkte an, doch hinterfragt er nichts kritisch, sondern stellt seine Überlegungen als Fakten hin. Während sein vorletzter Film Where to invade next seine Überlegungen durchaus auf humoristische Weise unterstrichen werden, fehlt diesem Film jeglicher Humor – wenn man mal von ein paar abstrusen Überlegungen absieht. So ist der Film in seiner Recherche nicht nur fragwürdig, sondern auch in weiten Teilen sehr langsam. Kein Wunder, dass das Einspielergebnis das niedrigste eines Moore Films ist.

3) Crawl

Haley erreicht ihren Vater nicht. Da dieser in Florida lebt und dort eine Hurrikanwarnung der Stufe 5 herausgegeben wurde, macht sie sich trotz Evakuierung der Region mit Straßensperren auf den Weg. Sie findet ihn verletzt unter ihrem Haus. doch beim Versuch ihn zu retten, macht die Bekanntschaft mit  ein paar Alligatoren, sie sich ebenfalls im Keller eingenistet haben. Und sie Alligatoren sind hungrig.
Bei diesem Film ist es sehr wichtig, dass man alles, was man über das Verhalten von Alligatoren gelernt hat, vergisst. Denn er funktioniert wirklich nur, wenn man sie als Killermaschinen ansieht, die alles fressen wollen, was sich bewegt. Auch im weiteren kommt der Film nicht ohne ein paar Logiklöcher aus und einer starken Verharmlosung von Verletzungen – wenn ich meinen Arm in das Maul eines Alligators stecke, um ihn zu erstechen, dann ist mein Arm ab. AB! Im Film sind es jedoch nur ein paar kleine Zähneritzer. Aber wenn man über all dies hinwegsehen kann, dann bietet Crawl auf 88 Minuten Länge spannungsgeladenen Tierhorror vom feinsten. Denn trotz niedrigem Budget kann der Film sehr ansehliche Effekte bieten. Man verfolgt einen Überlebenskampf, der es in sich hat.

4) Late Night

Katherine Newbury ist eine erfolgreiche Moderatorin einer Late Night-Show. Doch ihre Einschaltquoten sinken und ihre Show soll nun der Comedian Daniel Tennant übernehmen, den Newbury jedoch für seinen Fäkalhumor verachtet. Denn obwohl sie durch ihre Sendung ein starkes Symbol für die Frauen in der Branche sendet, besteht ihr gesamtes Schreiberteam aus Männern. Das soll sich so schnell wie möglich ändern und so wird Molly Patel eingestellt. Da sie aber absolut keine Erfahrung in der Branche hat, wird sie eher belächelt. Doch Molly hat große Ambitionen und versucht sich durchzubeißen.
Ich will mal ein paar bekannte Namen der amerikanischen Late Night-Szene aufzählen: Jimmy Kimmel, Jimmy Fallon, Trevor Noah, Seth Meyers, Stephen Colbert und James Corden. Was haben alle gemeinsam? Genau, es sind Männer. Genau dieser Thematik nimmt sich Late Night an, geht jedoch noch ein bisschen weiter und stellt die These auf, das selbst wenn eine Frau moderiert im Hintergrund immer noch die Männer die Show schreiben würden. Die Kritik an dem gesamten System wird hier jedoch in einer süße Komödie versteckt. So gut die Ansätze im Film auch sind, es bleibt die Spitze des Eisbergs, die angesprochen wird. Davon aber abgesehen, macht Late Night deutlich Spaß beim Sehen, auch wenn die Gagdichte relativ gering ist.

5) Tolkien

J.R.R. Tolkien ist ein Waisenjunge, der sich seinen Weg bis aufs College erkämpfen muss und schließlich im ersten Weltkrieg kämpft. Der Film verfolgt seinem Weg über sein Studium, bei dem er seine eigene Sprache erfindet, die schließlich in seinem Roman Der Herr der Ringe verarbeitet wird. Dabei geht es um seine Kameraden aus Kindheitstagen und seine große Liebe Edith Bratt.
Wenn man an den Namen Tolkien denkt, denkt man automatisch an wunderbare Geschichten aus Mittelerde. An große Schlachten, aber auch an die vielen kleinen Geschichten über Freundschaft. So erwartet man eigentlich, dass in so einem biographischen Film unweigerlich die Ideen für diese Welt durch die Geschichte entstehen. Dies ist hier tatsächlich nicht der Fall und bis auf wenige Ausnahmen gibt es überhaupt keine Anspielungen auf das literarische Schaffen Tolkiens. Dafür wird dessen Kindheit und Jugend ziemlich genau unter die Lupe genommen. Hier entsteht durchaus eine spannende Geschichte über Freundschaft und das Erwachsenwerden. Einen Großteil nimmt auch die Liebesgeschichte zu Edith Bratt in Anspruch. So bekommt man zwar einen schönen Film, aber eben nicht den, den man erwartet hat.

Rückblick auf den März 2020

Was für ein Monat. Eine Pandemie hält die ganze Welt in Atem. Kontaktverbote führten zur Schließung der Kinos, weswegen dies tatsächlich der erste Rückblick ohne Kinoanteil wird. Zwar wurde die Kinos erst Mitte des Monats geschlossen, aber durch meine Schichten und einen kurzen Urlaub im beinahe menschenleeren Rom – ich war leider genau zu der Zeit da, als dort nach und nach alles geschlossen wurde – kam ich tatsächlich auch vor den Kinoschließungen nicht dazu. Ebenfalls entfällt diesmal die Kategorie der im Kino verpassten Filme. Das liegt daran, dass so viele Filme verschoben wurden, dass ich keinen Überblick mehr habe, welche Filme ich wirklich verpasst habe, oder ich zu einem späteren Zeitpunkt im Kino begutachten kann. Hier nun also die abgespeckte Variante meines Monatrückblicks.

Filme – auf großem Fernseher gesehen

The Report: Nach den Anschlägen vom 11.09.2001 herrscht Angst in den USA vor weiteren Anschlägen. Daher genehmigt die CIA „erweiterte Verhörmethoden“. Diese stellen sich später als Folter heraus. Daniel Jones (Adam Driver) wird damit beauftragt alles darüber herauszufinden. Woher die Idee kam, wie sie umgesetzt wurde und welche Konsequenzen sie hatte. Leider zieht sich der Film ewig und auch Driver schafft es nicht den Film beinahe allein zu tragen. Da gab es schon bessere Aufdeckungsfilme. – Prime Original

Illuminati: Nachdem ich aufgrund der ganzen Schließungen in Rom an einer Illuminati-Führung teilnahm, hab ich mir zu Hause den Film noch einmal angesehen und somit noch einmal Robert Langdons Wettlauf gegen die Zeit auf der Suche nach den entführten Päpsten kreuz und quer durch Rom verfolgt.

Das schönste Mädchen der Welt: Roxy ist vom Internat in England geflogen und muss nun ganz kurzfristig mit auf Klassenfahrt. Sie freundet sich mit Außenseiter Cyril an, der wegen seiner großen Nase gemobbt wird. Für einige ist dies der beste deutsche Film der letzten Jahre. Dieser Meinung kann ich mich nicht anschließen. Platte Witze, platte Figuren, die nur darauf ausgelegt sind Klischees zu erfüllen und eine Geschichte, dessen Handlung absolut vorhersehbar war. Man kann es aber auch als Hilfeschrei der Lehrergemeinschaft sehen, denn die Klasse ist der absolute Horror.

Die Frau des Nobelpreisträgers: Joe Castleman bekommt die erlösende Nachricht, dass er den Nobelpreis in Literatur gewonnen hat. So reist er mit seiner Frau Joan und ihrem Sohn nach Stockholm. Doch Joan ist zusehens genervt von ihrer Rolle als Frau an der Seite des Nobelpreisträgers. Ein wichtiger Film über die Entwicklungen im Literaturbereich der letzten Jahrzehnte.

The Aeronauts: 1862. Der Meterologe James Glashier (Eddie Redmayne) will eine Ballonfahrt in revolutionärer Höhe unternehmen. Dafür hat er die Ballonfahrerin Amelia Wren (Felicity Jones) engagiert. Die 101 Minuten des Films werden nachezu in Echtzeit erzählt und nur durch Rückblenden unterbrochen. Und trotz des interessanten Themas, kommt keine richtige Spannung auf. Während Redmayne gewohnt zurückhaltent spielt, verliert sich Jones im nervigen Overacting. – Prime Original

Mein Nachbar Totoro: Nach dem Verlust der meisten Disneyfilme durch Disney+, scheint Netflix die Lücke durch die Produktionen von Studio Ghibli ausfüllen zu wollen. So hatte ich aber die Chance endlich einmal nachzuvollziehen, was hinter der Figur Totoro steckt. Und so verbrachte ich gefühlt einen Sommer lang im ländlichen Japan und begleitete die Schwestern Satsuki und Mei.

Unsere Erde 2: Ein Tag auf der Erde ist ein faszinierender Anblick. Von der Jagd im Morgengrauen bis in die tiefe Nacht hinein, kämpfen die verschiedensten Lebewesen ums Überleben. Faszinierende Bilder erzählt von der ruhigen Stimme Günther Jauchs.

Chris Rock – Tamborine: In diesem Netflix Comedy Special widmet sich Rock dem Themaa Männer und Frauen und wer im Haus wirklich die Hosen an hat. Dabei trifft er nicht unbedingt meinen Humor.

Serien – ein etwas ausführlicher Überblick

Der Prinz von Bel Air – Staffel 5 (Will Smith findet diesmal scheinbar die große Liebe, ausgerechnet in einer Studentin, die sich für eine Verbindung bewirbt)

Friends – Staffel 1-3 (In meinem dritten Versuch mit der Serie habe ich es endlich über die erste Folge hinaus geschafft. Sobald man sich einmal an die etwas kuriosen Charaktere gewöhnt hat, kommt man schnell in die Bingewatch-Falle)

Kim Possible – Staffel 1 (Disney+ bietet zahlreiche Serien meiner Kindheit. Eine davon war Kim Possible. Eine Staffel habe ich bereits durchgebinged)

The Witcher – Staffel 1 (Die Einführungsstaffel konnte mich noch nicht richtig überzeugen. Zu viele Nebenhandlungen und Charaktere.)

Doctor Who – Staffel 10 (Kaum habe ich mich mit Peter Capaldi als Doktor angefreundet, musste ich mich auch schon wieder verabschieden)

The Handmaids Tale – Staffel 1 (Wenn man sich damit abfindet, dass die Buchvorlage praktisch nur Stichwortgeber ist und die Serie viel mehr Details und Hintergründe beleuchtet, ist die Serie zwar noch immer nicht wirklich spannend, aber doch irgendwo sehenswert)

Pixar in real life – Staffel 1 (Kurzweilige Unterhaltung mit den altbekannten Pixarhelden)

Brain Games – Staffel 1-2 (Spannende Einblicke in unser Gehirn und wie es immer wieder überlistet wird)

Mein Lesemonat

Bücher insgesamt: 7
Seiten gesamt: 3.063
Seiten pro Tag: 99 im Durchschnitt
Gebundenes Buch: 1
Taschenbuch: 4
E-Book: 1
Hörbuch: 1

Poirot – die großen Vier: Agatha Christie erschuf für Hercule Poirot einen unschlagbaren, großen und einflussreichen Gegner. Herausgekommen ist ein Wirrwarr aus Einzelteilen, die irgendwann zu einer Geschichte verschmelzen, aber so gar nicht zu den bisherigen Werken der Autorin passen wollen.

Harry Potter und der Halbblutprinz: Der sechste Band um den Zauberlehrling lässt sie Welt in Angst erstarren. Denn der böse Zauberer Lord Voldemort ist zurück. Nun liegt es an Harry zusammen mit dem Schulleiter Dumbledore möglichst viel über Voldemorts Vergangenheit herauszufinden.

The Ivy Years 5 – Bis wir uns finden: Der inzwischen fünfte Teil der Ivy-Years-Reihe befasst sich mit Schauspielerin Lianne, die sich in DJ Trevi verliebt hat. Doch dieser hat aktuell ein ganz anderes Problem und kann sich nicht auf eine Beziehung einlassen. In den vorherigen Bänden hat es sich schon angekündigt, aber Autorin Sarina Bowen ist nun endgültig die Puste ausgegangen. So zieht sich die Geschichte ewig und Spannung kommt keine mehr auf.

Origin: Symbologe Robert Langdon ist mit seinem inzwischen fünften Abenteuer zurück. Und während die Geschichte wieder deutlich spannender als die Vorgänger ist, hat Langdon in seiner Rolle als Symbologe diesmal erstaunlich wenig zu tun.

Heute hat die Welt Geburtstag: Keyborder Flake erzählt aus dem Touralltag der Band Rammstein und deren Gründungsgeschichte. Humorvolle Erkenntnisse runden das Buch ab.

Das Café der guten Wünsche: Dies führen die drei Freundinnen Julia, Laura und Bernadette. Drei absolut naive Protagonistinnen, die sich mit dem Misanthropen Robert auseinander setzen müssen. Herausgekommen ist eine furchtbare Handlung, die sich erst ewig zieht und am Ende dann ganz übereilt endet.

Wer die Nachtigall stört: Dieser Klassiker führt den Leser in die 1930er Jahre in den Südstaaten. Die Kinder Jem und Scout des Rechtsanwalts Atticus Finch werden mit dem Rassismus ihrer Stadt konfrontiert.

Verpasst, aber nicht vergessen – Teil 9.5

Hier kommt nun der zweite Teil von 2018. Hier noch einmal die vorherigen Artikel meiner großen Kategorieaufräumaktion: 2014/2015, 2016, 2017, 2018.1

2018:

1) Isle of Dogs – Ataris Reise

Nach dem Ausbruch des Schnauzenfiebers werden Hunde für alle möglichen Sachen, z. B. Flöhe, Schuldig gesprochen und ins Exil auf eine Müllinsel deportiert. Unter anderem auch Spot, der Wachhund von Atari Kobayashi. Als dieser aufbricht, um seinen Hund zu finden, schließen sich ein paar andere Hunde an. Dabei decken sie nicht nur eine Verschwörung auf, sondern erleben auch allerlei Abenteuer.
Der Stop-Motion-Film ist eher eine Aneinanderreihung kleinerer Episoden, die durch die große Geschichte zusammengehalten werden. Während die Haupthandlung der Gesellschaft gerne den Spiegel vorhält, hier ist es die Ausgrenzung der Hunde wegen angeblicher Vergehen, die sich aber auf viele Vorurteile und andere aktuelle Ereignisse übertragen lässt. Dabei sind es jedoch gerade die kleinen Nebenepisoden und running gags, die den Film von seiner hochtrabenden Kunsterzählweise herunterheben und sehbar machen. Es bleibt dennoch ein sehr speziell erzähler Film, der aber, wenn man sich einmal an den Erzählstil gewöhnt hat, gut funktioniert.

2) Anna und die Apokalypse

Ein Weihnachtsfilm, ein Zombiefilm und ein Musical in einem. Was erst einmal unvereinbar klingt, funktioniert hier tatsächlich sehr gut.
Die Weihnachtsaufführung in Annas Schule steht bevor. Doch eine Virusinfektion lässt die halbe Bevölkerung zu Zombies werden. Anna und ihre Freunde können sich in eine Bowlingbahn flüchten. Sie versuchen zur Schule durchzukommen, wo Eltern und Mitschüler sich versteckt halten.
Für viele ist der Film inzwischen zum absoluten Geheimtipp mutiert. Ich habe leider so meine Probleme mit dem Film. Zum einen bin ich absolut kein Fan von Zombiefilmen. Sobald Zombies anfangen durch die Gegend zu wanken, bin ich raus. Trotzdem hat mich der Film gereizt, durch die Kombination mit dem Musical. Leider enttäuschte mich dieser Aspekt auch, denn die Lieder sind sehr einfallslos und funktionieren alle nach dem gleichen Popschema. So waren sie zwar alle nicht schlecht, aber eben auch nicht gut. Ich bin ein großer Musicalfan und erwarte hier schon, dass ich Lieder voneinander unterscheiden kann, bzw, sie hinterher auch nochmal wiedererkenne. Darüber hinaus ist die Geschichte rund erzählt, kommt zwar mit dem typischen Klischees daher und kann nur an wenigen Stellen überraschen, dennoch macht sie an vielen Stellen einfach Spaß. Wer sich also nicht vom Zombiethema abgestoßen fühlt und auch weniger hohe Erwartungen an den Musicalaspekt hat, kann hier durchaus mal einen Blick werfen.

3) Das Haus der geheimnisvollen Uhren

Lewis ist ganz frisch Waise und wird zu seinem Onkel Jonathan geschickt. In dessen Haus gibt es allerlei Kuriositäten und auch die Nachbarin Mrs. Zimmermann scheint Dauergast zu sein. Schnell findet er heraus, dass sein Onkel ein Zauberer ist und nachts eine geheimnisvolle Uhr im Haus sucht.
Der Film ist in erster Linie ein Fantasy-Film, der sich nebenbei noch mit den Themen Verlust und Außenseitertum beschäftigt. Dabei ist Jack Black als Onkel Jonathan voll in seinem Element, während sich Cate Blanchett eher im Hintergrund hält. Für den Zuschauer hat man Lewis an seiner Seite, mit dem man das Haus erkunden kann. Der Film ist eindeutig für ein junges Publikum konzipiert und hat mit einer Freigabe ab 6 Jahren auch keinen Anspruch wirklich gruselig zu sein. Das ist hier auch gar nicht nötig, da man hier auch als Erwachsene die kindliche Freude über das Unbekannte wiederentdeckt. Hinzu kommen allerhand kuriose Charaktere, die beim Sehen einfach Spaß machen. So bleibt der Film immer leicht hinter seinen Möglichkeiten zurück, bietet aber trotzdem gute Unterhaltung für einen Abend. Ein zweiter Blick lohnt sich dann aber eher nicht.

4) Crazy Rich

Der Überaschungserfolg mit einer rein asiatischen Besetzung.
Rachel Chu reist mit ihrem Freund Nick Young nach Singapur, um dessen Familie bei einer Hochzeit kennenzulernen, bei der Nick Trauzeuge sein wird. Dabei muss sie feststellen, dass Nick zu einer der reichsten Familien Singapurs gehört. Vor Ort hat sie nicht nur Probleme sich dem Lebensstil von Nicks Freunden anzupassen, auch scheint seine Mutter eine Abneigung ihr gegenüber zu haben, die sie nicht nachvollziehen kann.
Crazy Rich fährt mit einem guten Cast auf. So richtig ist der Komödienaspekt bei mir nicht angekommen. Währenddessen hat der Dramaaspekt bei mir wesentlich besser funktioniert. So habe ich relativ wenig gelacht, aber immer mit Rachel mitgefühlt. Dennoch ist der Film ein fasziniertes Eintauchen in eine ganz andere Welt, die gleichzeitig so vertraut ist. Denn die wohl wichtigste Botschaft des Films ist, dass es eben keine weißen Darsteller braucht, damit ein Film funktioniert.

5) Spider-Man – a new Universe

Angeteasert wurde der Film bereits in einer ziemlich langen Afer-Credit-Scene von Venom. Diese schreckte mich jedoch eher ab, da sie sehr rasant daher ging und mein übliches Übelkeitsproblem durch die Perspektive auftrat. Zu Hause auf dem Fernseher ging das dann aber doch ohne Zwischenfälle.
Miles Moralis ist ein ganz normaler Junge, in einer Welt, in der Peter Parker alias Spider-Man gestorben ist. Doch auch Miles wurde von einer radioaktiven Spinne gebissen und verfügt über die gleichen Fähigkeiten. Dabei trifft er auf einen gealterten Peter Parker, die aus einem anderen Universum zu kommen scheint. Nach und nach treffen immer mehr Spider-Mans und Spider-Womans aufeinander. Zusammen versuchen sie Kingpin aufzuhalten, der mit einer Maschine versucht seine geliebte Vanessa zurückzuholen.
Erfrischend neu ist die Geschichte, die sich nur bedingt an dem typischen Superheldenschema orientiert und sich von bestehenden Erzählsträngen loslöst. Dabei ist sie auch animiert und orientiert sich am ursprünglichen Comicstil. Hinzu kommt eine spannende Geschichte und ein Miles Moralis, der eben mit ganz anderen Problemen kämpft. Dennoch bleibt irgendwo die Grundessenz eines Spider-Man erhalten und wird mit einer Menge Humor durch die verschiedenen Spider-Mans ergänzt. Nicht umsonst hat der Film den Oscar für den besten Animationsfilm erhalten.

6) Juliet, Naked

Annie und Duncan führen seit vielen Jahren eine leidenschaftslose Beziehung. Duncan ist ein riesiger Tucker Crowe Fan, der nach einem kurzen Erfolg mit zwei Alben vor über 20 Jahren komplett von der Bildfläche verschwand. Nun soll ein neues Album erscheinen, das die Lieder des ersten Albums noch einmal neu vertont hat. Nachdem Annie, frustriert über die Leidenschaft Duncans Crowe gegenüber, eine schlechte Kritik über das neue Album verfasst, kontaktiert sie niemand geringeres als Crowe selbst. Kurz darauf verlässt Duncan Annie wegen einer Affäre und Annie beschließt sich mit Crowe zu treffen. Dieser führt jedoch weniger das glamuröse Rockstarleben, als vielmehr ein Leben voller Gram und zu vieler Kinder von zu vielen Frauen.
Juliet, Naked ist ein kleiner Film, der wohl neben den ganzen Hollywood Blockbustern untergegangen ist. Dabei ist er liebevoll erzählt und zeigt die Schattenseiten einer kurzzeitigen Berühmtheit. Dabei geht es jedoch auch um Annie, die sich so gerne einen Neuanfang wünscht. Annie und Duncan sind ein Beispiel eines Paares, das irgendwie am Erwachsensein gescheitert ist und nur aus Treue zusammen bleibt und nicht, weil es sie selbst irgendwo glücklich macht. So ist es ein Film zum Nachdenken und gleichzeitig zum stillen Schmunzeln, wenn Duncan merkt, dass sich Annie mit seinem großen Idol trifft. Auch der Cast aus Ethan Hawke, Rose Byrne und Chris O’Dowd harmoniert wunderbar.