Girls Night Out

Am 29.06.2017 erschien die weibliche Version der Hangover-Reihe in den deutschen Kinos.

Jess will heiraten. Dazu gehört natürlich auch ein ausschweifender Junggesellenabschied. So lädt sie ihre besten Freundinnen Pippa, Frankie, Alice und Blair nach Miami ein. Leider gibt es einen kleinen Unfall mit dem Stripper, der tödlich endet. Voller Panik versuchen die fünf Freundinnen nun die Leiche loszuwerden.

2009 eroberten vier Männer, die einen Junggesellenabschied feierten, der ordentlich schief ging, die Kinoleinwand. Der Grundstein für das Hangover-Franchise wurde gelegt. Es folgten mehrer Fortsetzungen. Nun sind die Frauen dran. Und so wurden Scarlett Johansson, Kate McKinnon, Ilana Glazer, Jillian Bell und Zoe Kravitz gecastet, um als alte Freundinnen so richtig die Sau rauszulassen.
Zunächst lernen wir Jess (Johansson), Alice (Bell), Frankie (Glazer) und Blair (Kravitz) kennen, während sie auf der Uni zusammen als beste Freundinnen zusammenhalten. Doch die Zukunft hält ganz unterschiedliche Lebenswege für die Freundinnen bereit, so dass sie sich in den nächsten fünf Jahren teilweise aus den Augen verlieren. Bis sie sich zu Jess Junggesellenabschied wieder treffen. Während Jess eine politische Karriere anstrebt und daher eigentlich wenig Lust auf lange Feiern hat, ist gerade Alice sehr scharf darauf, endlich einmal wieder mit ihrer besten Freundin vereint zu sein. In Miami kommt dann noch Pippa (McKinnon) zu der Truppe und wird mit gemischten Gefühlen aufgenommen. Doch das ausgelassene Feiern findet ein jähes Ende, als der Stripper auftaucht und bei einem Unfall stirbt.
Girls Night Out hat eine Handung, die durch die Ausgangsprämisse „toter Stripper auf einem Junggesellenabschied“, sehr vorhersehbar ist. Bis auf ein paar kleine Überraschungen läuft die Handung sturr nach Schema F ab. Der Film zeichnet sich daher eher durch interessante Charaktere und vor allem vielseitigen Charakteren aus. Hier ist von der High Society Dame über der verrückten Australierin bis hin zur aktenkundigen Aktivistin alles dabei. Diese geben dem Film das gewissen Etwas und einen neuen Touch. Zwischenzeitlich hat Girls Night Out auch wirklich gute Gags, die einen vor Lachen auf den Boden liegen lassen. Leider waren diese gerade nach hinten raus sehr selten und die üblichen plumpen Witze, die man in ähnlichen Formen schon gefühlt tausend Mal gehört hat, waren die Regel. Dadurch verwirkt der Film ein bisschen sein Potential, denn durch die Konstellation der Charaktere hätte man mehr rausholen können. Gerade wenn man auch Kravitz und Glazer mehr Raum gegeben hätte, um ihre Charaktere sich mehr entfalten zu lassen.
Gerade im letzten Drittel verpasst der Film es noch einmal richtig Gas zu geben, und schläft stattdessen beinahe ein. Mit einem bisschen oberflächlichem Drama und einem leichten Krimitouch versucht der Film noch irgendetwas zu retten und verrennt sich damit doch nur immer weiter in Klischees und versinkt irgendwo in der Mittelmäßigkeit.

Alles in allem ist Girls Night Out ein sehr mittelmäßiger Film, der nicht richtig schlecht wird, sich aber trotz guter Charaktere und einiger guter Gags nicht retten kann. Dafür gibt es 05 von 10 möglichen Punkten.

Cinemathek: The Salesman

Willkommen in der Cinemathek, heute mit: The Salesman. Der Film erschien urspünglich ab dem 02.02.2017 in den deutschen Kinos.

Emad und Rana brauchen eine neue Wohnung und bekommen eine von einem Bekannten aus ihrer Theatergruppe vermittelt. Alles scheint friedlich, bis Rana eines Abends überfallen wird. Emad findet heraus, dass die Vormieterin oft Herrenbesuch hatte und sich ein Freier wahrscheinlich bei den Frauen vertan hat. Während Rana mit den psychischen Nachfolgen beschäftigt ist, versucht Emad Selbstjustiz zu üben.

Der iranische Film The Salesman war 2017 für den besten fremdsprachigen Oscar nominiert, dem Regisseur Asghar Farhadi wurde aber durch Präsident Trumps Dekret die Einreise verwährt. Nach vielen Protesten wurde eine Ausnahme gemacht, doch Farhadi wollte nun nicht mehr zur Verleihung erscheinen. Dabei gewann sein Film sogar die Kategorie.
In The Salesman spielen die beiden Protagonisten Emad und Rana mit ihrer Theatergruppe das Stück „Tod eines Handlungsreisenden“ – im Original „Death of a Salesman“ – von Arthur Miller. Emad ist ein beliebter Lehrer und lebt in einer sehr harmonischen Beziehung mit Rana. Durch Aushöhlungsarbeiten auf dem Nachbargrundstück, müssen beide ihre Wohnung aufgeben, da das Haus als Einsturzgefährdet gilt. Da sie nun schnell eine neue Wohnung brauchen, kommt ihnen das Angebot von einem Theaterkollegen ganz recht, der von einer frisch freigewordenen Wohnung weiß. So ziehen Emad und Rana dort ein, auch wenn sie sich ärgern, dass noch der Hausrat der Vormieterin ein Zimmer versperrt. Alles verläuft harmonisch, bis Rana eines Abends alleine in der Wohnung ist. Als es klingelt, glaubt sie, dass es sich um Emad handelt und öffnet die Tür. Als Emad schließlich wirklich nach Hause kommt, findet er zerbrochenes Glas und viel Blut im Badezimmer Rana trifft er schließlich mit einer Kopfwunde im Bad an. Die Nachbarn, die Ranas Schreie gehört hatten, hatten sie ins Krankenhaus gebracht und erzählten Emad nun zum ersten Mal von der Vormiterin. Diese scheint nämlich sehr viel „Herrenbesuch“ gehabt zu haben. Während Rana darauf besteht, die Polizei nicht anzurufen, möchte Emad Gerechtigkeit für seine Frau. So verrennt er sich in Selbstjustiz, während Rana ihn eher bräuchte, um die psychischen Nachfolgen zu verarbeiten.
Asghar Farhadi kreiert mit The Salesman einen sehr langsam und ruhig erzählten Film. Er gibt dem Zuschauer am Anfang genügend Zeit, um sich aus seiner eigenen Sichtweise zu lösen und im Iran des 21. Jahrhunderts anzukommen. Auch gewährt er Zeit, um sich von den Vorurteilen zu lösen und sich auf die eigentliche Geschichte einzulassen. Durch die Theaterproben wird immer wieder ein roter Faden gezogen. Erst nachdem man mit allen Figuren bekannt gemacht wurde, wird Rana angegriffen. Dabei wird die Vergewaltigung angedeutet, aber niemals ausgesprochen. Ebenso wird bei der Vormieterin angedeutet, dass es sich um eine Prostituierte handele, aber das Wort selbst fällt nie.  So bleibt die Interpretation der Handlung und Reaktionen dem Zuschauer vorbehalten. Rana entscheidet sich bewusst, nicht zur Polizei zu gehen, weil sie dort nicht über das Geschehene sprechen mag. Dies ist gut nachvollziehbar, auch ihre darausfolgende Angst vor dem Alleine in der Wohnung bleibens. Emads Verhalten ist daraufhin weniger nachzuvollziehen. Denn anstatt sich richtig um Rana zu kümmern und ihre Ängste und Sorgen nachzuvollziehen, verrennt er sich in seiner Selbstjustiz.
The Salesman punktet durch seine vielschichtige herangehensweise an das Thema einer möglichen – da immer nur angedeuteten – Vergewaltigung. Er befasst sich zum einen mit den Folgen für Rana als auch mit dem Umgang im direkten Umfeld. Emad als Mann wird beleuchtet, ebenso wie die Schauspielkollegen und die Nachbarn. Hier hebt er sich stark von vergleichbaren Filmen ab, wie beispielsweise der im gleichen Jahr erschienene französische Film „Elle“. Auch wird hier auf plakative Szenen, wie die offene Vergewaltigung verzichtet. Rana wird nicht direkt in die Opferrolle gedrängt, indem sie heulend und schluchzend sich unter einem Vergewaltiger windet, sondern nur passiv, da sie sich immer wieder für ihre Entscheidung nicht zur Polizei zu gehen rechtfertigen muss.
Andererseits kämpft The Salesman an vielen Stellen mit seiner ruhigen Erzählweise. So kann dem Zuschauer die Bedeutung einiger Szenen abhanden kommen, da sie im gleichen Ton erzählt werden, wie die unwichtigeren Einleitungsszenen. Auch hat die Synchronisation den Haken, dass viele Dialoge im O-Ton wahrscheinlich Sinn ergaben, in der deutschen Synchronisation aber sehr witzig herüberkamen, da solche Formulierungen für uns sehr untypisch sind.

Alles in allem ist The Salesman ein ruhiger Film mit einem schwierigen Thema, der die Balance nicht immer halten kann. Nach Sichtung des diesjährigen Oscargewinners als bester fremdsprachiger Film, halte ich Unter dem Sand immer noch für den besseren Kandidaten. The Salesman erhält 06 von 10 möglichen Punkten.

Wonder Woman

Am 15.06.2017 erschien der nächste Teil des DC Extended Universe in den deutschen Kinos.

Diana wächst auf der paradiesischen Insel Themyscira auf, die nur von Amazonen bewohnt ist und sich vor der Außenwelt verbirgt. Das ihr Schicksal ihr größeres vorherbestimmt, muss sie erst herausfinden, als sie auf den Piloten Steve Trevor trifft und durch ihn vom großen Krieg erfährt. Der festen Überzeugung den Krieg beenden zu können, bricht Diana aus ihrem geschützten Umfeld auf.

Während Marvel mit seinem Cinematic Universe immer wieder Rekorde bricht und unzählig viele Zuschauer in die Kinos lockt, musste DC bisher immer wieder schlechte Kritiken für sein Extended Universe einstecken. Während Man of Steel noch mäßig gut ankam, wurden Batman vs. Superman – Dawn of Justice und Suicide Squad von den Massen in der Luft zerrissen. Dies sollte nun Wonder Woman alles zum positiven wenden. Und so war auch der Zuspruch zunächst groß, denn das erste Mal bekam eine weibliche Superheldin ihren eigenen Solofilm. Auch die Kritiken sind bei weitem positiver als bei den vorherigen Filmen, doch auch hier mischen sich negative Meinungen unter die Positiven.
Der Film beginnt mit einer kurzen Geschichtsstunde über die griechische Mythologie und erzählt die Geschichte der Amazonen und wie sie auf der paradiesischen Insel Themyscira landeten. Auf dieser Insel wächst die kleine Diana auf, der gar nicht auffällt, dass sie das einzige Kind auf der ganzen Insel ist. Ihr größter Wunsch ist es mit den anderen Amazonen das Kämpfen zu lernen, doch zunächst sträubt sich ihre Mutter, die Anführerin der Amazonen, gegen die Ausbildung Dianas. Irgendwann bekommt Diana ihren Willen und wächst zu einer starken Kriegerin heran. Doch obwohl Themyscira vor der Außenwelt gut versteckt war, findet der Kriegspilot Steve Trevor auf der Flucht vor den deutschen Truppen die Insel und bringt ungewollt den Krieg mit. Diana, die der festen Ansicht ist, dass der griechische Kriegsgott Ares hinter dem Krieg steckt, will unbedingt mit Steve mit, um den Krieg mit Ares Tod zu beenden. Dort entdeckt sie eine für sie ganz neue Welt, in der sie erst lernen muss sich zurecht zu finden.
Für die erste halbe Stunde, während der Film auf Themyscira spielte, konnte man wirklich denken, dass DC diesmal aus den Fehlern der vorherigen Filme gelernt hat und für eine halbe Stunde bekam man einen spannenden Film mit einer interessanten Hintergrundgeschichte zu den Charakteren geliefert. Doch dann tritt der Krieg in das Geschehen ein und alles ändert sich. Die bis dahin unglaublich stark und emanzipierte wirkende Diana wirkt in der neuen Welt auf einmal wie ein naives Blondblondchen und nervt ungemein mit ihrer nicht belehrbaren Art. Selbst eigentlich heroische Auftritte, wie das selbstsichere Überqueren eines Schlachtfeldes, verkommt in der Bedeutungslosigkeit, da es aus einer naiven Laune der Protagonistin heraus geschah. So befindet man sich in den grauenhaften Fängen des ersten Weltkrieges – pauschal sind auch hier wieder die Deutschen die Bösen, auch wenn im ersten Weltkrieg die Verhältnisse von gut und böse nicht so eindeutig zu definieren waren – und muss sich immer wieder gegen die Stirn schlagen, weil Wonder Woman sich einfach nicht aus ihren Ansichten lösen lässt. Das ganze gipfelt dann in den sinnlosesten Endkampf, den die Kinowelt seit langem sah und die eigentlichen Heldentaten im Endkampf gehen beinahe unter.
Das Wonder Woman aber trotzdem kein kompletter Reinfall ist, liegt eindeutig nicht an Gal Gadot, die immer wieder beweist, dass sie zwar den starken Kämpferblick drauf hat, aber darüber hinaus nicht wirklich schauspielern kann. Sondern eher an den kleinen Nebencharakteren, die dem Film einen liebevollen Touch geben. An einem Chris Pine, der Steve Trevor den eigentlichen Helden verkörpert. An einer wirklich guten Kameraführung, die sowohl das traumhafte Paradies von Themyscira als auch das unsagbare Grauen des Schlachtfeldes gekonnt einfangen konnte.
Mit einer Laufzeit von 140 Minuten schafft es Wonder Woman trotz allem irgendwo spannend zu bleiben und fesselt einen trotz vieler Schwachstellen und nerviger Momente bis zum Ende an den Kinosessel. Die Errettung der Frauenwelt in den Superheldenfilmen ist Wonder Woman definitv nicht, dafür wird sie zu oft sehr naiv dargestellt. Trotzdem ist Wonder Woman für DC erst einmal wieder ein Schritt in die richtige Richtung und lässt doch auf Justice League hoffen.

Alles in allem ist Wonder Woman nicht so gut, wie der Hype erwarten lässt und kämpft mit einigen Schwachstellen, kann stellenweise aber doch überzeugen. Dafür gibt es 06 von 10 möglichen Punkten.

Verpasst im Juni & Mein Lesemonat Juni

Hallo ihr Lieben 🙂
Hat es dieses Jahr überhaupt einen Juni gegeben? Mir kommt es vor wie gestern, dass ich hier saß und die verpassten Maifilme aufzählte bzw. meinen ersten Lesemonat anfertigte. Und doch ist schon wieder ein ganzer Monat vorbei. Den Juli werde ich beginnen, wie es sich im Sommer gehört: Mit Urlaub. Ja, ich weiß: Schon wieder? Diesmal wird es aber ein ganz entspannter Strandurlaub auf Rügen. Falls also noch jemand einen Tip für eine gute Strandlektüre abgeben möchte, immer her damit 😉

Verpasst im Juni

1) Wenn du stirbst zieht dein ganzes Leben an die vorbei, sagen sie: Die Neuinterpretation von Täglich grüßt das Murmeltier aus der Sicht einer Highschool-Zicke. Auch wenn mir das Ende gespoilert wurde (danke Markus), will ich ihn mir vielleicht noch ansehen.

2) Das Belko Experiment: Ein Film, von dem ich zuvor eigentlich gar nichts gehört hatte und mich erst Markus drauf aufmerksam machte (und die besten Szenen spoilerte… wir sollten aufhören über Filme zu sprechen, die ich noch nicht gesehen habe…)

3) Wilson: Auch hiervon hatte ich vorher kaum was gehört, aber der Trailer sprang mich positiv an.

Und hier wieder die Filme, die es ganz knapp nicht auf meine Liste geschafft haben:
Loving, Girls Night Out, Mein neues bestes Stück

Mein Lesemonat Juni

Bücher insgesamt: 10 Bücher (seit Jahren mein neuer Rekord!)
Seiten insgesamt: 4551 Seiten
Seiten pro Tag: 152 Seiten im Durchschnitt
Taschenbücher: 6
Hardcover: 1
E-Books: 3

Damit ist Juni seit vielen Jahren mein stärkster Monat, was sich aber gleichzeitig negativ auf meinen Film- und Serienkonsum ausgewirkt hat. Dafür waren einige Perlen dabei, so dass mir ein Ranking mitunter sehr schwer fällt. Eigentlich gibt es diesmal nur eine grobe Dreiteilung: Platz 10 + 9 waren meine Enttäuschungen des Monats, Platz 8 – 5 bilden das solide Mittelfeld und Platz 4 – 1 waren meine absoluten Highlights.

10) Achtung ich komme – In 80 Orgasmen um die Welt

Der Titel klang ziemlich witzig und auch die Leseprobe gefiel mir. Autorin Henriette Hell will den weiblichen Orgasmus untersuchen und reist dafür um die Welt. Leider ist das Buch zu einem reinen Aufmerksamkeitsschrei geworden und ab dem zweiten Kapitel sehr schlecht erzählt worden (die Leseprobe endete nach dem ersten -.-). Also ein kompletter Reinfall.

9) Im Schatten das Licht

Nach „Ein ganzes halbes Jahr“ das zweite Werk von Jojo Moyes, das in meine Bibliothek wanderte. Leider konnten mich die Charaktere diesmal überhaupt nicht berühren. Sie waren alle sehr farblos und unsympathisch. Auch der im Klappentext angekündigte spannende Roadtrip, war nicht spannend und fing erst nach zwei Dritteln an. Eine Enttäuschung.

8) Harry Potter und der Gefangene von Askaban

Noch vor ein paar Jahren hätte ich gesagt, dass Harry Potter immer unter meinen Top 3 landen würde. Aber wie gesagt, mein Lesemonat Juni war sehr stark. Zu Weihnachten und zu meinem Geburtstag schenkte mir mein Freund endlich meine eigenen HP Bücher (die ursprüngliche Sammlung musste ich bei meinem Auszug zurücklassen, weil sie meiner Mama gehörten und sie sie einfach nicht rausrücken wollte). Seitdem lese ich sie wieder nach und nach nebenbei. Der Gefangene von Askaban bleibt auch weiterhin mein Lieblingswerk der Reihe.

7) Silber – Das erste Buch der Träume

Lange bin ich um Kerstin Gier herumgeschlichen. Oft wurde mir ihre erste Trilogie (Rubinrot & Co) empfohlen, genauso oft wurde mir gesagt, dass der/diejenige nichts mit Gier anfangen kann. Ich fand den ersten Band der Silber-Trilogie ordentlich, auch wenn es an ein deutlich jüngeres Publikum adressiert ist. Die Protagonistin ist 14 und das merkt man an ihren Gedanken und Handlungen. Trotzdem ist es sehr spannend und voller toller Einfälle. Man muss nur vorher sein inneres Kind ausgraben 😉

6) Days of Blood and Starlight

Nachdem ich den ersten Teil „Daughter of Smoke and Bone“ verschlungen habe, schaffte ich es nun endlich den zweiten Teil zu lesen. Auch hier ist der ewige Krieg zwischen Engel und Chimären sehr spannend beschrieben. Leider merkt man dem Buch an, dass er nur ein Brückenteil zwischen Einleitung und Finale ist. Auf den über 600 Seiten kommt es daher doch stellenweise mal zu Längen. Trotzdem kann ich es kaum erwarten den dritten Teil zu verschlingen.

5) Black – Das Herz der Panther

Nachdem ich Lana Rotarus Schreibstil bereits in der Deadly Sin Saga zu lieben lernte, widmete ich mich nun ihrer ersten Trilogie. Eigentlich hätte ich angesichts der Teenie-Dreiecksbeziehung so ein Buch schnell wieder ad acta gelegt, aber Frau Rotaru kann mit Charakteren, Ideen und vor allem ihren wundertollen Schreibstil punkten und hielt mich so immer bei der Stange. Auch wenn über 500 Seiten auch für die Handlung eigentlich zu viel ist und man einige Passagen hätte kürzen können, zum Beispiel wenn sich Protagonistin Lia mal wieder nicht zwischen den Zwillingen Graham und Alexander entscheiden kann und einem das immer wieder vorbetet. Ich wüsste, für wen ich mich entscheiden würde!

4) Hope Forever

Mrs Hoover wir werden in den nächsten Tagen mal wieder ein ausfürliches Zwiegespräch halten müssen. Denn mein drittes Werk von Ihnen landet in diesem Ranking tatsächlich nur auf Platz 4! Das liegt daran, dass ich mit Holder (Mr Hauptcharakter) nicht richtig warm wurde und mir die Liebesgeschichte zwischem dem ganzen Drama etwas zu kurz kam.

3) New York Diaries – Phoebe

Der dritte Teil der New York Diaries landet auf Platz 3. Im direkten Vergleich fand ich die Geschichte von Phoebe mit der Sarahs aus dem zweiten Teil ebenbürtig. Etwas schade war es, dass nach einer spannenden, romantischen und mitreißenden Handlung, das Ende auf wenigen Seiten abgehandelt wurde. Hier hätte ich mir noch mind. 50 Seiten mehr gewünscht!

2) Superbia – Deadly Sin Saga II

Nachdem Exordium im letzten Monat noch auf Platz 4 landete, da es im Prinzip eine etwas lange Einleitung der eigentlichen Saga darstellte, konnte mich Superbia – nach einem etwas langen Start – voll und ganz fesseln. Der Unterschied zum ersten Teil ist extrem. Frau Rotaru konnte hier spannende und faszinierende Ideen kombinieren. Die 550 Seiten merkt man dem Buch nicht an, da die Seiten wie im Flug an einem vorbei ziehen, weil man unbedingt wissen möchte, wie es weiter geht. Der einzige Haken an dem Buch ist, dass der dritte Teil noch nicht einmal geschrieben ist.

1) Zurück ins Leben geliebt

Mrs Hoover, sie haben es im Juni gleich zweimal in mein Regal geschafft und mit diesem Werk auch auf Platz 1. Warum, habe ich Ihnen ja bereits hier erklärt.

Die Mumie

Am 08.06.2017 erschien der Auftaktfilm des neuen Dark Universe in den deutschen Kinos.

Vor 2000 Jahren wurde die ägyptische Prinzessin Ahmanet wegen Morden lebendig mumifiziert und an einem geheimen Ort verbannt. Bis die Grabräuber Nick und Chris ihr Grab entdecken und sich dabei versehentlich verfluchen. Ahmanet wird befreit und will nun ihre Aufgabe von damals zu Ende bringen, ihr auserwähltes Opfer ist diesmal Nick.

Disney hat das Marvel Cinematic Universe und verdient damit Milliarden jedes Jahr. Warner Brothers hat das DC Extended Universe und versucht jedes Jahr wieder damit Fuß zu fassen, was aber nach den Flops Dawn of Justice und Suicide Squad noch nicht richtig gelang. Dieses Jahr sollen es Wonder Woman und Justice League richten. Nun hat Universal die Nase voll. Ein eigenes Universe soll her. Und anstatt das dritte Superhelden Universe zu schaffen, besann sich Universal auf ihre Stärken von früher. In den 1930er-1950er Jahren verfilmte Universal viele Filme mit noch heute sehr bekannten Monstern. (Der werte Kollege Ma-Go widmete sich dieser Filmreihe sehr detailreich, wessen Interesse geweckt ist, findet seine Beiträge hier). Diese sollen nun wiedererweckt werden und Platz finden im neuen Dark Universe von Universal. Dabei sollen viele Filme als Remake neu produziert werden, aber die Filme sollen auch ganz neu miteinander verknüpft werden (Infos dazu hier).
Die Mumie soll hierfür den Auftakt bilden. Zunächst erzählt eine Stimme aus dem Off die Geschichte der ägyptischen Prinzessin Ahmanet. Sie war zunächst Alleinerbin Ägyptens, bis ihrem Vater von einer Nebenfrau ein Junge geboren wurde. Voller Wut und Neid schließt sie einen Pakt mit dem Gott des Chaos Seth und ermordet ihren Vater, seine Geliebte und das Kind. Als Gegenleistung für den Pakt soll sie Seth in Form ihres Geliebten durch einen Ritualmord erwecken. Die Hohepriester können sie jedoch hindern und weit entfernt von Ägypten und gut bewacht lebendig mumifizieren und begraben. Hier endet die Vorgeschichte und der Zuschauer wird direkt mitten ins Geschehen geworfen. Er lernt die beiden Grabräuber Nick und Chris kennen, die das Grab Ahmanets durch einen Zufall finden. Zwar entdeckt die Archäologin Jenny Halsey schnell, dass es sich nicht um ein Grab, sondern um ein Gefängnis handelt, aber Nick befreit Ahmanet trotzdem. Dadurch zieht er einen uralten Fluch auf sich und soll nun Seth neue Hülle werden. Dafür muss Ahmanet sich noch von ihren letzten Fesseln befreien und das Ritual von damals beenden. Die geheime Organisation Prodigium geführt vom geheimnisvollen Dr. Henry Jeckyll hat dabei aber auch ganz eigene Pläne. Wird Nick sich vom Fluch befreien können?
In Die Mumie wechseln sich kurze Erklärungssequenzen immer wieder mit ausufernden actionreichen ab. Dies funktioniert nur bedingt, da der Film so zu einem beinahe beliebig auswechselbaren Actionschauspiel verkommt. Der Spannungsfaktor wird hierbei auch nur bedingt hoch getrieben, da Protagonist aus jeder noch so brutalen Kampfszene schainbar ohne einen Kratzer hervorgeht. Lediglich die Hintergrundgeschichte um die Organisation Prodigium schafft etwas neues. Diese soll auch das Verbindungsglied zwischen den einzelnen Dark Universe Filmen werden. Doch auch hier führt der Film Szenen an, die weder Handlung noch Charaktere wirklich voran treiben. Vielleicht hätte der Film spannender werden können, wenn er statt knapp 2 Stunden Laufzeit auf solide 90 Minuten gekürzt wäre. Handlung wäre dadurch nicht verloren gegangen.
Für ihr neues Universe lässt sich Universal zumindest nicht lumpen und castete direkt Tom Cruise als Hauptcharakter. Das hat allerdings den Haken, dass Cruise zum einen viele Sympathisanten verlor, da er sich immer wieder zu Scientology bekennt, und auch ansonsten keinen besonders guten Ruf in Hollywood geniest. Auch spielt er hier wieder genau die gleiche Rolle, wie man ihn schon in Jack Reacher oder in den Mission Impossible Teilen gesehen hat. Ein unbekannteres Gesicht, dass man zusammen mit dem neuen Universe neu entdecken könnte, wäre hier die deutlich bessere Wahl gewesen und hätte den Film wohl auch interessanter gemacht. Russel Crowe wurde als Dr. Henry Jeckyll und damit als Leiter von Prodigium gecastet und scheint sich damit von The Nice Guys wieder erholt zu haben. Jeckyll soll das neue Bindeglied zwischen den Filmen sein und verkörpert damit wohl den neuen Nick Fury (Marvel). Sofia Boutella als Prinzessin Ahmanet bzw. als Mumie macht hier schon wie in Kingsman eine sehr gute Figur und schafft es allein durch Blicke das Publikum erstarren zu lassen. Sie braucht keine großen Gesten, um Eindruck zu hinterlassen. Daher hätte man auch gut die Walking Dead Armee auf Speed weglassen können, die den Film gerade in der großen Endschlacht noch etwas ins Lächerliche zieht.

Alles in allem startet das Dark Universe mit kleinen und größeren Stolpersteinen. Man darf trotzdem auf die kommenden Filme gespannt sein. Für Die Mumie vergebe ich 05 von 10 möglichen Punkten.

Baywatch

Am 01.06.2017 erschien ein Reboot in Filmform der früheren Serie Baywatch in den deutschen Kinos.

Solange Mitch Buchannon am Strand die Augen offen hält, passiert nichts. Als er wieder neue Anwerber rekrutiert, muss er auch den ehemals olympischen Schwimmer Matt Brody in sein Team aufnehmen, der nur so vor Arroganz strotzt. Als er jedoch vermehrt Drogen am Strand findet, nimmt er mit seinem Team die Verfolgung auf.

1989 flimmerte die erste Folge der Serie Baywatch – die Rettungsschwimmer von Malibu über den Fernseher. Obwohl sie bereits nach einer Staffel wegen schlechter Quoten eingestellt wurde, übernahm Hauptdarsteller David Hasselhoff 1991 mit seiner Produktionsfirma selbst die Produktion und brachte noch 10 weitere Staffeln hervor, wobei die letzte Staffel den Standort Malibu wechselte und nun auf Hawaii spielte. Für einige ist die Serie immer noch Kult, für andere gut anzusehender Trash und wieder andere können mit ihr überhaupt nichts anfangen. Trotzdem nahm Paramount Pictures die Idee eines Filmreboots auf und setzte diese auch mit Dwayne Johnson in der Hauptrolle um.
Schon nach dem ersten Trailer gab es ein kleines Durchatmen. Denn der Film schien sich nicht so ganz ernst zu nehmen, was eine hervorragende Grundlage für einen schönen Trashfilm ist. Und genau unter der Prämisse beginnt auch der Film. Das Baywatch Team sucht Verstärkung und veranstaltet dafür ein offenes Casting.Matt Brody, zweifacher Goldgewinner bei den olympischen Spielen und durch mehrere Eskapaden in Verruf geraten, soll sich laut seinem Bewährungshelfer im Team melden. Mitch ist von Brody wenig begeistert, muss ihn aber vorerst im Team aufnehmen. Während dieser ersten halben Stunde des Films gibt es sehr viele gute und auch sehr viele trashige Gags, die sich die Waage halten und den Zuschauer aus vollem Herzen zum lachen bringen. Leider hat Baywatch eine Gesamtlaufzeit von knapp zwei Stunden und daher auch noch ein bisschen mehr Handlung. Und genau hier beginnt Baywatch nicht mehr so richtig zu funktionieren. Eine Krimihandlung wird an den Strand gebracht. Das Team findet immer wieder Drogen am Strand und will den Übeltäter finden. Dabei geraten sie in Verstrickungen, von denen sie sich besser fern gehalten hätten. Hier lässt Spannung und Gagdichte sowie Gagqualität deutlich nach. Zwar sind auch hier mitunter noch wirklich lustige Szenen zu finden, aber im großen und ganzen wurde hier im Kino deutlich weniger gelacht. Hätte man die Krimihandlung weggelassen und die sozialen Differenzen im Team weiter ausgebaut, wäre es wohl ein Film geworden, der erzählt, wie Brody zwar versucht sich ins Team zu integrieren, aber immer wieder an seinem Ego scheitert. Es hätte ein guter und sehr lustiger Film werden können.
Trotzdem muss man positiv hervorheben, dass sich Baywatch bei den Witzen und lustigen Szenen meistens an gesitteten Humor hält und nur wenige Sprüche unter der Gürtellinie bringt. Auch nimmt er viele Prinzipien der Ursprungsserie auf den Arm. So wird das vermeintliche in Zeitlupe laufen der Frauen mit hüpfenden Brüste mehrfach parodiert und auch immer wieder als überflüssig angesprochen. Und obwohl auch hier wieder gut aussehende Frauen in knappen Outfits auftreten, hat es doch nicht mehr den sexualisierten und “Frauen sind Objekte” Beigeschmack, wie damals noch mit Pamela Anderson.
Frau Anderson und Herr Hasselhoff durften dann auch noch einmal vor die Kamera treten, wobei man auf ihre Auftritte sehr gut hätte verzichten können. Während man in anderen Reboots – wie beispielsweise im neuesten Ghostbusters – sich immer wieder freute, wenn man bekannte Gesichter oder Andeutungen fand, so ist dies hier leider nicht der Fall.
Dwayne Johnson als Mitch Buchannon war eine gute Castingentscheidung, weil er die Balance aus angemessenem Spiel und Muskeln schafft. Zac Efron als Matt Brody harmoniert im Spiel gut mit Johnson und hat Muskeltechnisch noch einmal gut zugelegt, um ansatzweise mit Johnson mithalten zu können – ob das nun noch ästhetisch ist, dürfen die Zuschauer für sich entscheiden. Kelly Rohrbach als C.J. Parker und Alexandra Daddario als Summer Quinn halten sich gegenseitig die Waage. Während die Rolle der C.J. mehr auf sehr dünnen Körper setzt – und trotz blonder Haarfarbe auch etwas im Köpfchen hat – zeigt Daddario wieder einmal, dass auch gesunde weibliche Rundungen extrem sexy sein können. Jon Bass als Ronnie stellt hingegen leider wieder das Klischee des tollpatschigen dicken dar. Trotzdem bekommt er eine gute Chance ins Team aufgenommen zu werden.

Alles in allem hat Baywatch eine zu große Handlung, die einfach nicht richtig spannend oder lustig werden will, macht aber an vielen Stellen viel richtig. Dafür gibt es 05 von 10 möglichen Punkten.

Cinemathek: Den Sternen so nah

Willkommen in der Cinemathek, heute mit: Den Sternen so nah. Der Film lief ursprünglich ab dem 07.02.2017 in den deutschen Kinos.

Gardner Elliott ist der erste auf dem Mars geborene Mensch. Seine Mutter starb bei seiner Geburt und hätte eigentlich schwanger gar nicht an der Marsmission teilnehmen dürfen. Gardner kann jedoch durch seine Geburtsumstände nicht auf die Erde, weil sein Herz das nicht schaffen dürfte. Aber leider hat er sich bereits in den Planeten Erde verliebt und in das rebellische Mädchen Tulsa.

Was passiert, wenn wir irgendwann nicht mehr genug Ressourcen auf der Erde haben? Ist der Mars dann wirklich eine Alternative? Mit diesen Fragen befasst sich im Film “Den Sternen so nah” das Unternehmen Genesis, gegründet und geleitet von Nathaniel Shepherd. Erste Teams sollen immer für ein paar Jahre den Mars besiedeln und auf die Lebensfähigkeit testen. Unter dem ersten Team ist Sarah Elliott. Erst an Bord wird bemerkt, dass sie schwanger ist. Da keiner die Mission abbrechen will, bekommt Sarah schließlich ihren Sohn Gardner auf dem Mars. Das hat zwei Konsequenzen. Zum einen überlebt Sarah die Geburt nicht, zum anderen kann unterscheidet sich Gardners Muskel- und Körperauffbau von den anderen Menschen, so dass es für ihn sehr gefährlich bis unmöglich sein wird auf die Erde zu kommen. Also beschließen die Verantwortlichen eine Vertuschungsaktion zu starten. Offiziell starb Sarah an einem kaputten Raumanzug und Gardner existiert offiziell nicht.
Jahre später ist Gardner inzwischen zum Teenager herangewachsen. Noch immer ahnt niemand auf der Erde von seiner Existenz. Über das Internet hat er Kontakt zu einem auf der Erde lebenden Mädchen namens Tulsa. Die Wahrheit darf er ihr nicht sagen, also lügt er ihr eine Krankheit vor und das er deswegen nicht das Haus verlassen darf. Bis er eines Tages die Chance bekommen soll und auf die Erde darf. Dort entkommt er Genesis und sucht zunächst Tulsa auf, um mit ihrer Hilfe nach seinem Vater zu suchen.
Den Sternen so nah ist eine wilde Mischung aus verschiedenen Genres. Zum einen ist es eine klassische Geschichte über die erste große Liebe zwischen Gardner und Tulsa, die mit unterschiedlichen Problemen bestückt ist. Zum anderen ein Coming-of-Age Film über das heranwachsen in fast vollkommener Isolation. Gardner hat auf dem Mars keine Gleichaltrigen, mit denen er sich über seine Gefühle und Gedanken austauschen könnte. Auch lernt er viel über die Gepflogenheiten der Erdbewohner aus Filmen, da ihm die Astronauten immer nur alles wichtige über den Mars beibringen. Als drittes großes Thema geht es im Science-Fiction Bereich über die Möglichkeiten den Mars wirklich dauerhaft zu besiedeln und welche Chancen und Risiken dies bildet. Obwohl alle Themen in ihrer Komplexität auf das wichtigste reduziert werden, wirkt der Film weder überladen, noch aussagelos. Gerade die Mischung der verschiedenen Genres lässt den Film aus der grauen Masse hervorheben. So hat man in großen Teilen ein Road-Movie, wenn Gardner und Tulsa auf der Suche nach Gardners Vater sind. Hier ist die Stimmung sehr locker und leicht, wodurch man trotz schwieriger Themen am Ende beschwingt den Kinosaal verlässt. Leider ist dieser Teil wesentlich länger als die restlichen Themengebiete, weswegen oft Fragen offen bleiben oder sich Ungereimtheiten einschleichen.
Der Spannungsfaktor schwankt immer mal wieder während der Laufzeit und weist gerade in der Mitte einen Abfall vor, da sich der Film an dieser Stelle etwas verliert. Dies wird aber wieder gut gemacht durch Gardners ganz neuen Blick auf die Welt, die sie voller Herz ist und einem erst einmal wieder vor Augen führt, wie schön doch unsere Erde ist, wenn man sie nicht jeden Tag vor Augen hat.
Die schauspielerischen Leistungen sind durchweg gut. Asa Butterfield scheint als Teenagerrolle immer eine gute Wahl zu sein und zeigte nun nach Enders Game und Die Insel der besonderen Kinder erneut sein Können. Diesmal hatte er niemand geringeres als Gary Oldman an seiner Seite, der seine Rolle gut spielt, aber doch hinter seinen Möglichkeiten bleibt.

Alles in allem ist Den Sternen so nah ein solider Film, der die Balance aus verschiedenen Genres nicht immer hält, aber mit viel Herz doch einen schönen Film kreiert. Dafür gibt es 06 von 10 möglichen Punkten.

Verpasst im Mai 2017 & Mein Lesemonat Mai

Hallo ihr Lieben,
an dieser Stelle erzähl ich euch ja eigentlich immer, was ich wieder einmal verpasst habe im Kino zu sehen. Das werde ich auch weiterhin tun, aber dazu kommt diesmal mein erster Lesemonat. Das liegt vor allem daran, dass der Mai endlich einmal ein Monat war, in dem sich ein Lesemonat auch lohnt! (Gut dadurch habe ich kaum Serien gesehen, aber darum geht es hier ja auch nicht… 😉 )

Verpasst im Mai

1) Expedition Happiness: Ein Pärchen, das von ihrer Abenteuertour durch die USA, Kanada und Mexiko berichtet. Und das in einem umgebauten Schulbus. Leider lief der Film nur in einem Special Screening, an einem Termin, der mir nicht passte.

2) Sieben Minuten nach Mitternacht: Ein Coming of Age Film, der gleichzeitig mit Verlustängsten versucht umzugehen und eine ganz eigene Geschichte dahinter spinnt. Er wird noch nachgeholt.

3) Jahrhundertfrauen: Noch ein Kandidat, der bei den diesjährigen Oscars vertreten war. Auch die Geschichte dahinter klingt sehr interessant.

Und hier wieder die Filme, die es ganz knapp nicht auf meine Liste geschafft haben:
Churchill, Get Out, Alien – Covenant, Regeln spielen keine Rolle

Mein Lesemonat Mai

Bücher insgesamt: 7 Bücher
Seiten insgesamt: 2574 Seiten
Seiten pro Tag: 83 Seiten im Durchschnitt
Taschenbücher: 3
Hardcover: 1
E-Books: 3

7) Book Elements 2 – Die Welt hinter den Buchstaben

Der zweite Teil der Book Elements Reihe. Ich fand der erste Teil verfolgte eine neue Idee, die Liebe zu Bücher gut widerspiegelt. Der zweite Teil ist leider etwas schwächer geraten und konnte mich nicht mehr wirklich begeistern.

6) Rat der Neun – gezeichnet

Wie in meiner Kritik aufgeführt, kann Veronica Roth weder in Handlung noch Charakteren an ihren Erfolg von Divergent anknüpfen.

5) Angelfall – Tage der Dunkelheit

Auch ein zweiter Teil. Während mir der erste Teil halbwegs gut gefallen hat, wobei die größte Schwäche die Spannungslücken waren, wollte ich trotzdem wissen, wie die Geschichte weitergeht. Leider ist Band 2 an noch mehr Stellen einfach nicht spannend, obwohl die ganze Geschichte an sich das eigentlich wäre. Und jetzt muss ich auch noch bis Januar 2018 warten, ehe ich den dritten Teil lesen kann…

4) Exordium – Deadly Sin Saga Band 1

Der erste Band der Deadly Sin Saga war wohl die längste Einleitung, die ich je gelesen habe. Denn er hat trotz einer Länge von ca. 270 Seiten kaum Handlung, da ihm aller Vorausicht circa 8 Bände noch folgen werden. Trotzdem war es aber nie langweilig oder langatmig. Hatte nur leider etwas wenig Handlung.

3) Wär mein Leben ein Film, würde ich eine andere Rolle verlangen

Die Autorin traf ich im letzten Jahr auf der German Comic Con, wo ich sie leider vertrösten musste, was den Kauf eines ihrer Bücher anging. Jetzt hab ich das nachgeholt und sogar eins mit persönlicher Widmung bekommen. Der Reiz ihrer Geschichte war, dass es aufgebaut war wie eine normale Liebesgeschichte, aber viel mehr dahinter verbarg. Allen voran die gemeinsame Liebe zum Film.

2) Welche Farbe hat dein Himmel

Eine kurzlebige, aber total süße Liebesgeschichte mit dem gewissen „Nimm das Leben nicht zu ernst und Lebe deine Träume“. Leider wusste die Autorin am Ende nicht, wann sie besser aufhören sollte. So ist das Ende sehr gehetzt, wild zusammengeschustert und einfach nur noch doof. Aber der Rest des Buches konnte mich begeistern.

1) New York Diaries – Sarah

Der zweite Band der New York Diaries Reihe. Sarah konnte mich begeistern, mitreißen und mir viel gute Musik mit auf den Weg geben. Vielleicht kein Meisterwerk der Literaturgeschichte, aber mich konnten Handlung und Charaktere berühren und so sehr in den Bann ziehen, dass ich es nach einem Tag durchhatte. Damit konnte Sarah Claire aus Band 1 den Rang ablaufen. Phoebe im dritten Teil hält mich aktuell in Atem, aber bisher hat sie noch keine Chance gegen Sarah.

Kennt ihr eines der Bücher? Wie fandet ihr sie? Was habt ihr so gelesen?

Fluch der Karibik 5 – Salazars Rache

Am 25.05.2017 erschien der fünfte Teil der Fluch der Karibik Reihe rund um den Piraten Captain Jack Sparrow, in den deutschen Kinos.

Der Dreizack des Poseidon ist eine mächtige Waffe, die alle Flüche des Meeres aufheben kann. Henry Turner, Sohn von Will Turner, will mit dieser Waffe seinen Vater befreien. Um sie zu finden, muss er sich mit der Wissenschaftlerin Carina Smyth zusammen tun. Unterwegs begegnen sie alten Gesichtern, wie Captain Jack Sparrow und Captain Barbossa, und neuen Feinden, wie dem rachelüstigen Captain Armando Salazar.

Alles begann vor vielen Jahren mit dem Bau einer neuen Attraktion im DisneyWorld. Eine Themenfahrt mit dem Namen “Pirates of the Caribbean”. Regisseur Gore Verbinski und Produzent Jerry Bruckheimer namen diese Themenfahrt als Vorbild und brachten sie 2003 erstmal auf die große Leinwand. Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten und Johnny Depps Performance als Captain Jack Sparrow wurde schnell Kult. Sein Standardsatz “Klar Soweit” war wochenlang in aller Munde. 2006 und 2007 kamen dann der zweite und dritte Teil der Reihe in die Kinos, die thematisch aufeinander aufbauen. Hier wäre am Ende ein bisschen weniger Handlung und Intrigen vielleicht besser gewesen, aber trotzdem konnten die Filme sehr viel Erfolg verbuchen. Die Trilogie war damit abgeschlossen, ein würdiges Ende war gefunden. Leider endet hier die Geschichte über den Fluch der Karibik nicht. Denn 2011 brachte Regisseur Rob Marshall noch einen vierten Teil in die Kinos. Gore Verbinski hatte sich zu diesem Zeitpunkt bereits komplett von der Reihe abgewandt, was man dem Film auch ansah. Die Hälfte des Casts hat gefehlt und die neuen Charaktere konnten irgendwo einfach nicht mehr überzeugen. Auch schien Depps Rolle inzwischen sehr ausgelutscht, dass selbst der berüchtigte Jack Sparrow den Erfolg nicht mehr rausreißen konnte. Man sollte meinen Produzenten und Regisseure hätten ihre Lektion gelernt. Leider ist das ja immer nur selten der Fall, denn noch war nicht alles Geld aus dem Fluch der Karibik Universum herausgeholt worden. Und so können wir nun den inzwischen fünften Teil der Reihe im Kino bewundern.
Schon vorab ließ der fünfte Teil wieder ein bisschen zu hoffen übrig. Denn als Bösewicht wurde diesmal Javier Bardem gecastet, der bereits in James Bonds Skyfall bewiesen hat, dass er mit einfachen Gesten eine bedrohliche Situation herstellen kann. Auch wurde groß die Rückkehr von Orlando Bloom und Keira Knightley angekündigt, die wieder ihre Rollen aus den ersten drei Filmen als Will Turner und Elizabeth Swann übernehmen sollten. Das diese im Film nur für kleine Szenen wieder auftauchten, verriet uns die Marketingabteilung aus dem Hause Disney natürlich nicht. Auch wieder mit von der Partie waren natürlich Johnny Depp und Geoffrey Rush als Captain Barbossa und noch ein paar andere bekannte Gesichter. Neu dazu kamen Brenton Thwaites als Henry Turner und Kaya Scodelario als Carina Smyth. Scodelario durfte hier nicht nur die Frauenquote aufwerten, sondern wurde auch gleich der klügste Kopf der Piratenbande. Aber eine Frau als Wissenschaftlerin? Sie muss einfach eine Hexe sein. Immerhin darf Frau hier auch einmal sagen, wo es lang geht und wortwörtlich das Steuer in die Hand nehmen.
Eines kann auch der fünfte Teil der Reihe noch so gut wie der erste. Sagenhafte Bilder und Schlachten auf See inszenieren. Hier lohnt die Optik auf jeden Fall einen Besuch im Kino.
Der Rest des Films dagegen klammert sich viel zu sehr an die guten alten Zeiten. Klaus Badelts legendärer Theme “He’s a Pirate” mag ja noch immer Laune machen und passt sich auch noch immer den einzelnen Szenen an. Der restliche Soundtrack ging im Geschehen einfach nur noch unter.
Auch die alten Charaktere haben ihre Entwicklung schon vor langer Zeit abgeschlossen. Johnny Depps Captain Jack Sparrow ist nur noch ein Abbild des coolen Piraten, den wir 2003 kennenlernen durften. Noch betrunkener in jeder Szene – wo unweigerlich die Frage aufkommt, ob das an Depps eigenen Drogen- und Alkoholexzessen liegt – fehlt ihm einfach der flotte Spruch auf den Lippen, den er früher immer hatte. Einzig Rushs Captain Barbossa konnte wieder komplett überzeugen und durfte gegen Ende auch noch einmal eine neue Charaktereigenschaft an sich entdecken. Die neuen Charaktere wurden gut eingeführt und ihre Beweggründe erläutert. Eine richtige Charaktertiefe wurde aber auch hier nicht erlangt.
Die Handlung des Films dürfte das größte Manko sein. Wieder einmal gab es zu viele Interessenparteien, angefangen bei Sparrows Mannschaft, bis zum britischen Militär. Dabei versucht jeder nach seinem Willen zu agieren, muss sich mit anderen zusammenschließen, um denen dann aber wieder in den Rücken zu fallen. Das ging schon beim dritten Teil nicht mehr gut, wobei im fünften Teil die Beweggründe sehr einfach gestrickt sind. Trotzdem wäre hier weniger mehr gewesen. Das Weniger hätte man schon hinbekommen können, indem man einfach auf Captain Jack Sparrow verzichtet hätte. Ja den absoluten Star der Reihe hätte man hier einfach weglassen können, da er für die eigentliche Handlung nur sehr wenig von Belangen war.

Alles in allem kommt beim fünften Abenteuer der Piratenbande einfach nicht mehr das richtige Gefühl auf und abgesehen von sehr sehenswerten Bildern hat der Film wenig zu bieten. Dafür gibt es 04 von 10 möglichen Punkten. In diesem Sinne: Trinkt aus Piraten, joho!

Happy Burnout

Am 27.04.2017 erschien eine neue deutsche Komödie, die sich mit dem Thema Burnout befasst, in den deutschen Kinos.

Fussel ist Punker und lebt von Hartz 4. Dass er dafür eigentlich Auflagen erfüllen müsste, ignoriert er, immerhin hat er seine Betreuerin mit allerhand mitfühlender Geschichten gefüttert, so dass sie ihm stets den Rücken freigehalten hat. Doch durch eine interne Untersuchung ist nun Schluss damit. Eine Diagnose muss her und zwar schnell. Burnout wird als Lösung gefunden, aber für die Glaubwürdigkeit muss Fussel noch in eine Klinik. Doch dort trifft er auf Menschen, die wirklich Hilfe brauchen.

Der Begriff Burnout existiert in der heutigen Form erst seit den 1960er/1970er Jahren. Heute ist er in aller Munde und wird gerne als “Modekrankheit” abgetan. Während die eine Seite versucht durch die Diagnose an Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen heran zu kommen, kritisiert die andere Seite, dass die Diagnose Burnout oftmals die Diagnose Depression verhindere. Und dazwischen gibt es die Menschen, die es betrifft, die, die Burnout ernst nehmen, und die, die den Patienten auch wirklich helfen wollen. Vor diesem Kontext spielt Happy Burnout – oder versucht es zumindest.
Gleich zu Anfang wird der Protagonist Fussel vorgestellt. Sein richtiger Name ist Andreas Poschka, ein Punk, der vollkommen sorglos in den Tag hinein lebt. Sein größtes Talent liegt im Erfinden von Geschichten. Dies stellt er auch sofort unter Beweis. Im Anschluss besucht er Frau Linde, seine Bearbeiterin beim Arbeitsamt. Auch ihr hatte Fussel immer wieder rührende Geschichten erzählt, die sie bereitwillig geschluckt hat und ihm sein Hartz 4 genehmigt, ohne dass er die dafür erforderlichen Auflagen erfüllt hat. Doch nun gibt es eine interne Prüfung und Fussel droht sein Hartz 4 und Frau Linde ihren Job zu verlieren. Um dies zu verhindern hat Frau Linde einen Notfallplan. Fussel wird als an Burnout erkrankt eingestuft und zur Bestätigung muss er an einer Therapie in einem Sanatorium teilnehmen. Doch dort trifft er auf Menschen, die wirklich Burnout haben und Hilfe brauchen. Mit seiner ganz eigenen Sicht auf die Welt versteht er nicht so genau, was denn deren Probleme sind, trifft aber manchmal auch gerade deswegen den richtigen Ton.
Schon nach dem ersten Trailer war klar, dass der Film sich nicht mit dem Thema Burnout auseinander setzen wird. Dafür ist er zu sehr auf die Sparte Komödie fixiert. Und so kam es auch. Burnout ist hier nur der Mittel zum Zweck, um eine Kulisse für die Handlung zu schaffen. Die Einzelschicksale der Patienten, werden nur teilweise und dann auch nur sehr grob erzählt. So wirklich weiß man danach immer noch nicht, wie es denn genau zu dem Burnout kam.
Viel zu sehr hängt die Handlung an Fussel, der auch während der Therapie das Leben sehr locker nimmt, was aber bei manchen Patienten Anklang findet. Und gerade dadurch provoziert er immer wieder Szenen, die einfach nur lustig sind. Dabei achtet der Film sehr stark darauf, über wen man lacht. So lacht man beispielsweise meist über Fussel und seine Sprüche oder die Abstrusität der Situation, aber niemals über die Patienten oder die Krankheit selbst. Und das ist einem Film mit dem Titel “Happy Burnout” hoch anzurechnen.
Ansonsten plätschert die Handlung so vor sich hin und nimmt keinen richtigen Spannungsbogen auf. Da sich der Film an das deutsche Komödienschema hält, gibt es selbst beim Showdown am Ende wenig Überraschungen. Alles verläuft so, wie man es sich von Anfang an denken konnte. Wenn man dies aber nicht schlimm findet, hat Happy Burnout durchaus seine Momente, in dem man laut loslachen muss. So gesehen funktioniert der Film als leichte Komödie, wenn man weder Thema näher beleuchtet haben muss, noch eine neue Handlung erwartet. Die Charaktere sind alle sehr unterschiedlich, was im Zusammenspiel den komödischen Reiz ausmacht. Die schauspielerischen Leistungen liegen alle auf einem guten Niveau.

Alles in allem kann Happy Burnout durchaus Spaß machen, hat aber leider nicht zu übersehende Schwachstellen. Dafür gibt es 05 von 10 möglichen Punkten.