Nachdem Hayao Miyazaki 2013 nach „Wie der Wind sich hebt“ sein Karriereende ankündigte, erlebte Studio Ghibli ein wenig eine Durststrecke, wurden doch in der Zwischenzeit gerade einmal vier Spielfilme veröffentlicht. Nun kam Miyazaki doch noch einmal zurück mit seinem angeblich wirklich letzten Film – auch wenn es Gerüchte gibt, dass er doch bereits am nächsten arbeitet. Ob der lang ersehnte Film dem Hype gerecht wird, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.
Die Handlung
Maki Mahito zieht während des zweiten Weltkriegs und nachdem seine Mutter in einem Brand ums Leben kam, mit seinem Vater aufs Land, da er dort die jüngere Schwester seiner verstorbenen Frau geheiratet hat. Während der Vater mit der Leitung einer Rüstungsfabrik beschäftigt ist, erkundet Mahito das Grundstück und trifft dabei immer wieder auf einen Reiher, der ihn zu einem teilweise verschütteten Turm führt. Doch erst als seine Stiefmutter entführt wird, betritt er durch den Turm eine andere Welt. Wird er sie finden und können beide zurückkehren?
Meine Meinung
Egal, wie wenig man sich mit Animes und der japanischen Filmgeschichte auskennt, so haben Hayao Miyazaki Werke es auch in unseren Kreisen zu unfassbarer Bekanntheit geschafft. So war Chihiros Reise ins Zauberland zum Beispiel auch mein erster Anime, den ich bewusst gesehen habe. Und es sollten einige, davon viele aus der Feder Miyazakis, folgen. Dabei ging ich an Der Junge und der Reiher eher unbedarf heran, hatte mich vorher wenig mit dem Film auseinander gesetzt, lediglich über Filmportale die gespannte Erwartung der Filmwelt mitbekommen. Und wie es bei einigen seiner Filme so ist, baut Miyazaki spielerisch eine Welt zwischen Katastrophe und Harmonie, eine Welt in einer Welt, eine Fantasiewelt, die so voller Metaebenen ist, dass es wohl noch einige Male braucht, bis sich den Zuschauenden wirklich alles entfaltet. Dabei ist es gerade dieses mitdenken, interpretieren, die Kleinigkeiten entdecken und enträtseln, die diese Filme zu etwas zu besonderem machen, da es sich doch von den üblichen Animationsfilmen aus Hollywood unterscheidet. Ich muss gestehen, dass ich aber gerade dadurch zunächst so meine Probleme mit dem Film hatte. Beim Ansehen strömte so viel auf mich ein, dass ich mich einfach überfordert gefühlt habe. Denn selbst, wenn man versucht zunächst nur die wundervollen und liebevollen animierten Bilder auf sich wirken zu lassen, kommt man doch nicht umhin sich mit den ersten Kleinigkeiten auseinander zu setzen, in der Angst, sonst etwas zu verpassen. Im Nachhinein habe ich mir ein ausführliches Video zu den ganzen Einflüssen aus Miyazakis Lebensgeschichte und anderen Werken auf den Film angesehen und damit begann dann so langsam meine Begeisterung für den Film. Denn so erkennt man bereits so viele Anspielungen, dass es absolut faszinierend ist, und dennoch bleiben viele Ebenen des Films immer noch einem zur eigenen Interpretation offen. Was aber sofort blieb war der wunderschöne Zeichenstil, eine Geschichte, die einen in einen Bann zieht, auch wenn sie einen überfordert und unglaublich interessante Charaktere. Was noch kommen kann, ist eine völlig Faszination von dem Film, doch das ist wohl auch einfach ein Film, der in einem nachreift und seine Zeit braucht.
Das Fazit
Der Junge und der Reiher hat mich beim ersten Mal sehen komplett überfordert, dennoch sind die vielen Ebenen absolut faszinierend und bleiben auf jeden Fall in Erinnerung. Der Film übt einen Sog aus, dass man sich danach noch länger mit ihm befassen will und das habe ich so lange nicht mehr erlebt. Dafür gibt es dennoch aktuell 07 von 10 Punkte (was sich nach öfterem sehen durchaus nach oben ändern kann).
Der Junge und der Reiher läuft seit dem 04.01.2024 in den deutschen Kinos
Willy Wonka ist wohl die bekannteste Figur aus Charlie und die Schokoladenfabrik, auch wenn sie nicht einmal titelgebend war. Aber die extravagante Figur konnte auch in diversen Verfilmungen begeistern und nachhaltig prägen. Nun bekommt er seinen eigenen Film praktisch als Prequel mit niemand geringerem als Timothee Chalamet in der Hauptrolle. Wie das funktioniert hat, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.
Die Handlung
Willy Wonka (Timothee Chalamet) kommt nach vielen Reisen zurück nach London, um seine Schokoladenkreationen zu verkaufen. Doch das Schokoladenkartell versucht das zu verhindern. So landet er in einer Herberge, die ihn abzockt und statt Schokolade zu verkaufen, muss er nun in einer Wäscherei schuften. Doch seinen Traum gibt er dabei nicht so schnell auf.
Meine Meinung
Eine wichtige Information sollte man wohl vorab über den Film wissen – zumindest war es einer der meistgenannten Kritikpunkte: Es ist ein Musical. Sprich, es wird viel gesungen. Wer also mit Liedern in Filmen nichts anfangen kann, sollte diesen Film meiden. Auch sei gesagt, da der Film eine Altersfreigabe ab 0 Jahren hat, sind die Texte eingedeutscht. Auch das muss man mögen. Aber fangen wir doch am Anfang an. Wir begegnen Willy Wonka, wie er frisch von einer Reise wiederkehrt. Zunächst ist nicht so ganz klar an welcher Stelle seines Lebens wir uns befinden, zumal sich die hier nach und nach eröffnende Hintergrundgeschichte von der aus Charlie und die Schokoladenfabrik unterscheidet. Die anfänglichen Fragezeichen rutschen jedoch schnell in den Hintergrund, denn Wonka baut sich zum einen sehr schnell auf und lässt sich doch Zeit die Charaktere vorzustellen. Danach haben wir den üblichen Dramaaufbau, weswegen einige Entwicklungen einfach nicht überraschend waren und vieles wohl vorhersehbar, aber – und das ist ein großes aber – gleichzeitig bestückt er die Geschichte mit so vielen fantastischen und unvorhersehbaren Einfällen, dass man aus dem Staunen kaum rauskommt. Sei es ein Abenteuer mit einer Giraffe, eine etwas andere Beerdigung oder auch nur das Zusammentreffen mit einem Umpa Lumpa. So ist es eine zauberhafte Geschichte, die von den Liedern getragen wird, wobei die ein oder andere Melodie es so schnell nicht aus dem Kopf rausschafft (Schrubb Schrubb). Auch wenn es einige Charaktere sind, wird sich für alle genug Zeit genommen, damit sie eine Hintergrundgeschichte kriegen, ich musste oftmals herzhaft lachen und wurde einfach von Anfang bis Ende gut unterhalten. Dazu tragen auch die vielen tollen Schauspielenden bei, die sich hier teilweise in gewohnten, teilweise aber auch in erfrischenden Rollen (Olivia Coleman), die Klinke in die Hand geben. Letztlich muss man bunte Filme mögen, man muss ungewöhnliche Filme mögen und vor allem Musicals. Aber dann steht nichts im Weg zu einem tollen Abend voller Witz, Spaß und Spannung.
Das Fazit
Wonka beherrscht das Gleichgewicht zwischen bekanntem Dramaaufbau und neuen und überraschenden Einfällen. Ein wunderbar buntes Musical voller Witz, das einen tollen Filmabend garantiert. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.
Wonka läuft seit dem 07.12.2023 in den deutschen Kinos
Innerhalb kürzester Zeit präsentierte uns Marvel einige Serien. Während die mit den bereits etablierten Charakteren noch relativ gut funktionierten – auch wenn es hier Schwankungen gab – waren die rund um neue Charaktere, wie Moonlight, Ms Marvel und She-Hulk einfach nur schlecht. Nun präsentiert uns das MCU eine neue Serie und wieder einen alten Bekannten: Nick Fury. Warum auch die neuste Serie leider ein Reinfall ist, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.
Was bisher geschah
Hier werde ich kurz die zuvor erschienenen Filme zusammenfassen. Dadurch sind Spoiler leider nicht zu vermeiden. Du weißt bereits, was geschah? Dann überspring dieses Absatz einfach.
Welche Filme man vorab aus dem MCU gesehen haben sollte: Captain Marvel – Diese stelle ich hier kurz vor. Welche Filme/Serien aus dem MCU gut wären vorab gesehen zu haben: The Avengers, Captain America – Winter Soldier, Spider-Man: Far from home – hierfür verweise ich auf meine Zusammenfassungen (sofern sie bereits existieren, für die Links einfach die Titel anklicken).
In Captain Marvel treffen wir auf Vers, die auf Hala lebt, dem Hauptplaneten der Krees. Zusammen mit ihrem Vorgesetzten Yon-Rogg zieht sie los zu einer Operation gegen die Skrull, die einen Planeten der Kree besetzt haben. Doch die Informationen entpuppen sich als Falle und Vers wird von den Skrull festgenommen. Diese suchen nach einer bestimmten Erinnerung in ihrem Gedächtnis, wobei sie Erinnerungen freisetzen, die Vers vergessen hatte. Bei ihrer Flucht stürzt Vers auf die Erde in den 1990er Jahren. Hier glaubt sie ihre verlorenen Erinnerungen widerzufinden. Da sie die Gepflogenheiten der Erde nicht kennt, wird bald die Polizei und kurz darauf SHIELD auf sie aufmerksam. Agent Nick Fury und sein Praktikant Phil Coulson sammeln sie auf und zusammen begeben sie sich auf die Suche. In einem SHIELD Archiv finden sie Aufzeichnungen von Dr. Lawson, die Vers in ihren vergessenen Erinnerungen gesehen hat. Die Skrull sind inzwischen auch auf der Erde angekommen und versuchen Fury und Vers getarnt als SHIELD Agenten zu erwischen, doch diese können in einem Flugzeug entkommen. Dabei entdecken sie Goose, Lawsons Katze, als blinden Passagier. Die Flucht führt sie zu Vers früherer besten Freundin Maria Rambeau, die von ihrer gemeinsamen Vergangenheit berichtet und Vers wahren Namen Carol Danvers enthüllt. Talos, der Anführer der Skrull findet sie hier und bittet um ein friedliches Gespräch. Dabei erfährt sie, dass alles Geglaubte eine Lüge ist und die Kree gewaltsam das Universum versuchen zu erobern. Yon-Rogg, der sie nach ihrem Gedächtnisverlust aufnahm, hatte ihre Mentorin Dr. Lawson getötet, die den Skrull bei der Flucht vor den Kree helfen wollte. Eine geheime Energiequelle ging damals auf Danvers über, die ihre Kräfte hervorrief, die Yon-Rogg immer versuchte zu unterdrücken. Zusammen finden sie die geheime Basis der Skrull, die Lawson gebaut hatte, deren Standort sie aber Talos nicht mehr mitteilen konnte. Dort finden sie nicht nur den Tesseract, sondern es kommt auch zur finalen Auseinandersetzung mit Yon-Rogg und seinem Team. Dabei entfaltet Danvers ihre volle Kraft und blockt damit auch die zusätzliche Einheit von Ronan, dem Kläger, ab.
Die Handlung
Nick Fury (Samuel L. Jackson) und Martina Hill (Cobie Smulders) reisen nach Moskau, wo sie auf einen Skrull treffen, der sich als Everett Ross (Martin Freeman) ausgibt, um an geheime Informationen zu kommen. Dabei stellen sie fest, dass sich eine Gruppierung der Skrulls gebildet hat, die von Fury enttäuscht sind, da dieser seit den 1990er Jahren keinen neuen Heimatplaneten für sie gefunden hat, und deswegen nun die Erde einnehmen wollen. Und dafür gehen sie über Leichen.
Meine Meinung
Was man dem MCU in den letzten Jahren zu Gute halten kann, ist, dass sie einfach nicht aufgeben. Nachdem die Serien rund um die neuen Charaktere gefloppt sind, haben sie diesmal wieder bekannte Charaktere genommen, gerade Nick Fury hatte bereits unzähliche Auftritte im MCU. Diesmal war auch die Handlung selbst bereits vorbereitet, da hier die Anknüpfung an Captain Marvel stattfand. Nur, dass zwischenzeitlich ca. 30 Jahre vergangen sind. Problematisch daran ist nur leider, dass Captain Marvel zu den schwächsten Filmen des MCU gehört – ja, selbst nach einer insgesamt eher schwachen Phase Vier. So hat die Serie von Anfang an damit zu kämpfen überhaupt eine Handlung aufzubauen. Gefühlt passiert nämlich erst einmal nichts. Und damit nicht genug, damit passiert nämlich erstmal: Nichts. Jedes Mal, wenn der Abspann über den Fernseher lief, fragte ich mich, was jetzt eigentlich genau in der Folge passiert war. Dabei war die Grundidee gar nicht so schlecht. Die Skrulls, die nach knapp 30 Jahren keine Lust mehr haben, von Fury immer weiter vertröstet zu werden. Die zwei Gruppierungen. Die ständige Frage, wer ist ein Skrull und wer ein Mensch. Das wäre bestimmt ein spannender Film geworden. Stattdessen wurde es in sechs Folgen gestreckt und das hat überhaupt nicht funktioniert. Dadurch hat sich die Handlung immer wieder im Kreis gedreht und die Auflösung wirkte anhand der ansonsten eher dahin plätschernden Story ziemlich übertrieben. Natürlich musste dann auch noch eine Liebesgeschichte eingebaut werden, die auch nur bedingt funktioniert hat. Während Autor*innen und Schauspieler*innen sich aktuell noch immer im Streik für bessere Bedingungen und Anerkennung und noch so viel mehr kämpfen, war es bestimmt ein ziemlicher Schlag, als Secret Invasion das Intro der Serie präsentierte. Denn dies war komplett AI generiert. So sah es dann leider auch aus, weswegen ich erstmals über die Skip Möglichkeit sehr dankbar war, obwohl ich sonst großer Fan von gut gestalteten Intros bin. Nun bleibt nur zu hoffen, dass die nächsten Serien des MCU endlich auch für Serien konzipiert werden und keine langgestreckten Filme sind.
Das Fazit
Secret Invasion konnte schon wie die Serien des MCU aus dem letzten Jahr nicht überzeugen. Es war sehr langatmig, drehte sich immer wieder im Kreis und gefühlt passierte dabei nichts. Die interessante Grundidee wird komplett verschenkt. Leider wieder eine Enttäuschung aus dem Hause Marvel.
Marvel fährt ihren Stil weiter fort, in dem man für ihre Filme weiterhin einiges an Vorwissen braucht, inzwischen eben auch aus den Serien. Doch die Charaktere aus einem der schlechtesten Filme mit zwei Charakteren aus einer besser gelaufenen Serie und einer nicht so gut gelaufenen Serie zu kombinieren, war dann doch gewagt – wenn auch vorhersehbar nachdem Ms Marvel gefühlt nur dafür inszeniert wurde. Warum der Film dennoch erstaunlich gut funktioniert hat, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.
Was bisher geschah
Hier werde ich kurz die zuvor erschienenen Filme zusammenfassen. Dadurch sind Spoiler leider nicht zu vermeiden. Du weißt bereits, was geschah? Dann überspring dieses Absatz einfach.
Welche Filme/Serien man vorab aus dem MCU gesehen haben sollte: Captain Marvel, Ms Marvel und WandaVision– diese stelle ich hier kurz vor. Welche Filme/Serien aus dem MCU gut wären vorab gesehen zu haben: Avengers – Endgame, Secret Invasion – hierfür verweise ich (soweit vorhanden) auf meine Zusammenfassungen (für die Links einfach die Titel anklicken).
In Captain Marvel lernen wir Vers kennen, die auf Hala, dem Hauptplaneten der Krees, lebt. Zusammen mit ihrem Vorgesetzten Yon-Rogg zieht sie los zu einer Operation gegen die Skrull, die einen Planeten der Kree besetzt haben. Doch die Informationen entpuppen sich als Falle und Vers wird von den Skrull festgenommen. Diese suchen nach einer bestimmten Erinnerung in ihrem Gedächtnis, wobei sie Erinnerungen freisetzen, die Vers vergessen hatte. Bei ihrer Flucht stürzt Vers auf die Erde in den 1990er Jahren. Hier glaubt sie ihre verlorenen Erinnerungen widerzufinden. Da sie die Gepflogenheiten der Erde nicht kennt, wird bald die Polizei und kurz darauf SHIELD auf sie aufmerksam. Agent Nick Fury und sein Praktikant Phil Coulson sammeln sie auf und zusammen begeben sie sich auf die Suche. In einem SHIELD Archiv finden sie Aufzeichnungen von Dr. Lawson, die Vers in ihren vergessenen Erinnerungen gesehen hat. Die Skrull sind inzwischen auch auf der Erde angekommen und versuchen Fury und Vers getarnt als SHIELD Agenten zu erwischen, doch diese können in einem Flugzeug entkommen. Dabei entdecken sie Goose, Lawsons Katze, als blinden Passagier. Die Flucht führt sie zu Vers früherer besten Freundin Maria Rambeau, die von ihrer gemeinsamen Vergangenheit berichtet und Vers wahren Namen Carol Danvers enthüllt. Talos, der Anführer der Skrull findet sie hier und bittet um ein friedliches Gespräch. Dabei erfährt sie, dass alles Geglaubte eine Lüge ist und die Kree gewaltsam das Universum versuchen zu erobern. Yon-Rogg, der sie nach ihrem Gedächtnisverlust aufnahm, hatte ihre Mentorin Dr. Lawson getötet, die den Skrull bei der Flucht vor den Kree helfen wollte. Eine geheime Energiequelle ging damals auf Danvers über, die ihre Kräfte hervorrief, die Yon-Rogg immer versuchte zu unterdrücken. Zusammen finden sie die geheime Basis der Skrull, die Lawson gebaut hatte, deren Standort sie aber Talos nicht mehr mitteilen konnte. Dort finden sie nicht nur den Tesseract, sondern es kommt auch zur finalen Auseinandersetzung mit Yon-Rogg und seinem Team. Dabei entfaltet Danvers ihre volle Kraft und blockt damit auch die zusätzliche Einheit von Ronan, dem Kläger, ab. In WandaVision treffen wir auf die erwachsene Monika Rambeau, die Tochter von Maria Rambeau. Sie war durch Thanos Blip für fünf Jahre verschwunden und musste nun feststellen, dass ihre Mutter inzwischen verstorben ist. Sie schließt sich der paramilitärischen Organisation S.W.O.R.D. an und wird zur „Maximoff-Anomalie“ gerufen, eine von Wanda in ihrer Trauer geschaffene Barriere rund um eine Kleinstadt, in der sie in einer Art Sitcomwelt lebt und in der für sie Vision noch am Leben ist, aber auch alle Bewohnenden der Kleinstadt unter ihrer Kontrolle stehen. Rambeau tut sich mit dem FBI Agenten Woo (Ant-Man & the WASP) und Dr. Darcy Lewis (Thor) zusammen, um diese zu durchdringend. Dadurch gelangt sie in Wandas Sitcomwelt und versucht sie dort zu beeinflussen. Doch Wanda bemerkt die Manipulation und bringt Monica wieder auf die andere Seite der Anomalie. Dort spitzen sich die Dinge gerade zu, denn ihr Vorgesetzter hat heimlich einen weißen Vision bauen lassen, der mit Wandas Energie nun einsatzfähig ist. Trotz der Warnung von Woo und Lewis versucht Monica erneut die Barriere zu durchdringen, wodurch sich etwas in ihrer DNA ändert und sie nun auch spezielle Fähigkeiten entwickelt. In der Midcredit Szene sehen wir, wie Monica von einem Skull rekrutiert wird und fortan arbeitet sie mit Nick Fury in einer Weltraumstation zusammen. In Ms Marvel lernen wir Kamala Khan kennen. Sie ist ein riesen Fan von Carol Danvers und möchte sie unbedingt zu einer Convention cosplayen. Doch ihre Eltern sind dagegen. So entwendet sie heimlich einen alten Armreif von ihrer Großmutter aus der Schatulle ihrer Mutter und geht mit ihrem besten Freund auf die Convention. Dort kommt es zu einem Unfall, wobei Kamala entdeckt, dass sie durch den Armreifen übernatürliche Kräfte hat. Wieder zu Hause probiert sie mit ihrem besten Freund diese aus und lernt, dass sie eine Art von Lichtmagie beherrscht, genauso wie ihr großes Idol. Das ruft jedoch eine Spezialeinheit auf den Plan, die jegliche Ausbrüche von Kräften sofort unterbinden will. Gleichzeitig treffen Dschinns ein, die es ebenfalls auf den Armreif abgesehen haben. Kamala kann beiden entkommen und bekommt einen merkwürdigen Anruf ihrer Großmutter, die sie in die Heimat nach Pakistan einlädt. Dort trifft Kamala erneut auf die Dschinns und erfährt die Geschichte ihrer Familie. Während sie eine größere Katastrophe gerade noch abwenden kann, opfert sich die Anführerin der Dschinns, die einsah, dass sie falsch lag. Zurück in den USA sucht weiterhin die Spezialeinheit nach Kamala und ihren Freund*innen. Diese locken sie in die Schule, wo es zum finalen Showdown kommt. In einer Aftercredit Szene sehen wir, wie Kamala mit Captain Marvel den Platz tauscht, die davon ebenfalls überrascht ist. Der Auftakt für The Marvels wurde gelegt.
Die Handlung
Carol Danvers aka Captain Marvel (Brie Larson) untersucht eine seltsame Erscheinung, die an ein schwarzes Loch erinnert, doch bei der Berührung tauscht sie auf einmal den Körper mit Kamala Khan aka Ms. Marvel (Iman Vellani) und Monika Rambeau (Teyonah Parris). Während diese noch versuchen die Ursachen zu finden, taucht Dar-Benn, die neue Anführerin der Kree auf. Ihr Ziel ist es ein Artefakt zu finden, mit dem sie ihren Heimatplaneten Hala wieder zu altem Glanz führen kann. Doch der Preis dafür ist der Verlust von anderen Planeten. Und sie hat noch eine Rechnung mit Carol offen. So müssen Carol, Kamala und Monika sich zusammen tun, um gemeinsam Dar-Benn aufzuhalten.
Meine Meinung
Nach der sehr gehetzten Phase 4 des MCU, wo sich neue Filme und Serien in kürzester Zeit überschlugen, hat Marvel endlich die Bremse gezogen. So kam mit The Marvels erst der zweite Film dieses Jahr aus dem Hause Marvel in die deutschen Kinos. Auch serientechnisch wurde die Bremse gezogen. Und das war definitiv auch gut so, denn auch wenn Phase 5 bisher ebenso Schwächen zeigt, sind diese (abgesehen von Secret Invasion, die war wirklich schrecklich), bisher doch wieder stärker als das meiste aus Phase 4. Aber von vorne. Der Beginn wurde bereits in einer After Credit Scene von Ms Marvel angeteasert und wir sehen, wie Kamala und Carol den Körper tauschen. Dann kurze Rückblende und wir erfahren, wie es unseren drei Protagonistinnen aktuell so ergeht. Carol abgeschieden im Weltraum, wo sie ab und an noch von Fury zu Einsätzen gebeten wird, Monica, die mit Fury auf einer Weltraumstation arbeitet und eben Kamala, die ganz normale Teenagerprobleme zu bewältigen hat. Bis Carol eine Anomalie untersucht und der Körpertausch beginnt. Dabei ist die Grundgeschichte von The Marvels eigentlich gar nichts so besonderes. Die Drei reisen von Planet zu Planet und versuchen der Antagonistin zuvor zu kommen. Alles schön nach Schema, wenig Unvorhersehbares. Dennoch hat The Marvels unfassbar viel Spaß gemacht zu sehen. Denn die Körpertauschmomente, die zunächst unbewusst stattfinden, aber irgendwann als Waffe eingesetzt werden, sind intelligent geschrieben und bieten unfassbar viel Potential für gute Witze. So ist der Film direkt von der ersten Körpertauschszene an bis zum Ende spannend und unfassbar leicht erzählt. Der größte Trumpf des Films ist dann wohl Iman Vellani, die in ihrer Rolle als Ms Marvel einfach ziemlich viel Spaß hatte und das merkt man auch. Den Spaß, den sie an ihren Szenen hat ist ansteckend und überträgt sich auch aufs Publikum. Natürlich ist The Marvels nicht die Rettung des MCU, denn die Ermüdung ist bereits weit fortgeschritten und es fehlt an innovativen Ideen. Über das CGI kann man denken, was man will, immerhin war es keine absolute Vollkatastrophe, wie bei She-Hulk. Die Geschichte ist an sich etwas dünn und vorhersehbar und die Antagonistin bekommt zwar eine kleine Hintergrundgeschichte, die ihre Taten rechtfertigen sollen, aber auch die wirkt relativ konstruiert. Dennoch hatte ich seit langem mal wieder richtig Spaß an einem MCU Film und damit auch einfach wieder Lust das Franchise weiter zu verfolgen.
Das Fazit
The Marvels ist vielleicht nicht die Rettung des MCU, aber ein Film, der einfach Spaß macht und unterhält. Die Handlung zwar größtenteils vorhersehbar und die Antagonistin eher blass, aber er ist trotzdem spannend und witzig und holt einen ab. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.
The Marvels läuft seit dem 08.11.2023 in den deutschen Kinos.
Ich glaub so langsam kann ich nicht mehr sagen, dass Animes eigentlich gar nicht mein Ding sind. Habe ich mich doch gerade im Serienbereich immer weiter eingearbeitet, einige Mangareihen angefangen und kann auf Animemessen inzwischen einige Cosplays erkennen. So war ich bei einem neuen Anime Special, das kein Abschlussfilm einer Anime-Serie ist, doch direkt dabei. Was Over the sky so kann, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.
Die Handlung
Mio ist mit Shin seit Kindheitstagen befreundet, doch langsam regen sich tiefere Gefühle für ihn in ihr. Damit er das aber nicht mitbekommt, provoziert sie einen Streit. Diesen bereut sie noch am gleichen Tag und fährt im strömendem Regen zu Shin, wobei sie jedoch in einen Unfall gerät. Kurz darauf findet sie sich in einer anderen Welt wieder und muss eine vergessene Erinnerung in ihrem Inneren suchen.
Meine Meinung
Over the sky ist einer dieser Filme, die als Kurzfilm geplant waren und dann doch auf knapp über 90 Minuten gestreckt wurde. Und genau das, merkt man ihm leider an. Denn eine gute Grundidee ist durchaus vorhanden, man muss sie nur finden. Doch von Anfang an. Zunächst lernen wir Mio und ihren Alltag kennen. Ihre etwas distanzierte Familie, ihren Freundeskreis und ihre Probleme in der Schule. Hier lässt sich noch nicht ableiten, worauf der Film hinaus will, außer uns die Protagonistin vorzustellen, was aber auch nicht so richtig funktioniert. Nach und nach kommt der Konflikt mit den Gefühlen zu ihrem besten Freund durch. Dann der harte Cut. Nach einem Streit gerät sie in einem Unfall und wacht in einer anderen Welt auf, die zunächst der ihren sehr ähnelt. Hier merkt man, dass der Film eigentlich eine gute Grundidee hatte, denn Mio ist der Weg in ihre Welt verwehrt, solange sie nicht noch eine Sache erledigt. Nur welche ist die große Frage. Zur Hilfe eilt ihr Kuscheltier, das auf einmal lebendig ist und wohl einfach nur der süße Sidekick sein soll, der bei Erfolg gut fürs Merchandise wäre. So eilt sie durch die andere Welt ohne wirkliches Ziel und trifft immer wieder auf ein Wesen, das sie vernichten will. Mit vereinten Kräften kann sie immer wieder fliehen, doch genau hier wird der Film wirr und dreht sich immer wieder im Kreis. Gleichzeitig versucht Shin auf der anderen Seite ebenfalls einen Weg zu finden, um Mio zu retten. Der ganze Handlungsstrang wirkt komplett wie eingefügt, um den Film noch etwas zu strecken. Letztlich ist es ein Film, den man gefühlt schon mehrfach gesehen hat. Geschichten zu reproduzieren ist ja auch grundsätzlich vollkommen in Ordnung, wenn es denn funktioniert und man den Zuschauenden etwas bietet. Und genau das fehlt in Over the sky leider. Nette Geschichte, die als Kurzfilm vermutlich deutlich besser funktioniert hätte, mit leider auch sehr blassen Charakteren, was es zusätzlich schwierig macht. Dadurch war mir der Ausgang der Geschichte auch ziemlich egal. Ich habe nicht migefiebert. So war der Film nicht wirklich schlecht, aber eben auch nicht gut.
Das Fazit
Over the sky ist ein Anime, der lieber im Kurzfilmbereich geblieben wäre. Die Handlung ist grundsätzlich durchdacht, auch wenn die Thematik schon mehrfach verfilmt wurde. Leider bleiben die Charaktere blass und die Handlung dreht sich einmal zu oft im Kreis. Dafür gibt es 05 von 10 möglichen Punkten.
Over the sky lief am 26.09.2023 als Anime Special in den deutschen Kinos
Nach Mord im Orient-Express und Tod auf dem Nil bietet uns Kenneth Branagh erneut seinen Hercule Poirot. Diesmal weniger mit einem who is who in Hollywood und deutlich düsterer als die ersten Teile, versucht a haunting in Venice eine neue Richtung einzuschlagen. Inwiefern das funktioniert, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.
Die Handlung
Hercule Poirot (Kenneth Branagh) lebt inzwischen in Venedig und ist im Ruhestand. Doch als seine langjährige Freundin die Autorin Ariadne Oliver (Tina Fey) auftaucht und ihm von einer realen Seance berichtet, ist seine Neugier geweckt. Und wahrhaftig scheint es in dem Haus von Rowena Drake (Kelly Reilly) nicht mit rechten Dingen zuzugehen. Doch Poirot ist gewillt alles aufzuklären, muss er jedoch zunehmend an seinem Verstand zweifeln.
Meine Meinung
Sieben Bücher der Poirot Reihe habe ich bisher gelesen und stehe damit kurz vor Mord im Orient-Express (Buch 8). Bei den Kinoverfilmungen wurde sich aber auf die eher großen Fälle konzentriert, so dass nach Tod auf dem Nil (Buch 15) nun eben die Schneewittchen-Party (Buch 31, später umbenannt in die Halloween-Party) als a hauting in venice verfilmt wurde. Man könnte jetzt spekulieren, ob es damit eine Trilogie beendet, immerhin hat Christie über Poirot 33 Bücher geschrieben, so viel kommt nach Nr. 31 also nicht mehr – wobei es natürlich nicht ausgeschlossen ist, sich einfach nicht weiter an die Erscheinungsreihenfolge der Bücher zu halten. Mord im Orient-Express und Tod auf dem Nil waren beide groß aufgezogen und vereinten das Who is Who in Hollywood, auch wenn die ein oder andere Castingentscheidung am Ende wohl bereut wurde. Große Kulissen, auch wenn das CGI Gewitter gerade für Tod auf dem Nil nicht gerade für bessere Kritiken sorgte, waren ebenfalls Kennzeichen der Filme. Für a haunting in venice wurde das alles deutlich reduziert. So haben wir noch immer eine Michelle Yeoh als großen Namen und natürlich schlüpfte auch Kenneth Branagh wieder in die Rolle des Poirot, doch die ganz großen Namen blieben darüber hinaus aus. Doch auch der kleinere Cast muss sich keinesfalls verstecken und gänzlich unbekannt ist auch kaum jemand. Und die kleine Runde passt auch super in ihre Rollen. Auch die Örtlichkeit hat sich deutlich geändert. Während wir zuvor den Orient-Express mit seiner Landschaft hatten und danach den Nil mit seinen Bauten, haben wir hier nach einer kurzen Gondelfahrt durch Venedig lediglich das Innere des Hauses. Wobei das bereits die düstere Grundstimmung gekonnt einfängt. Denn auch das ist anders. Nicht groß und bunt, sondern reduziert, aber dafür eine unheimliche Grundstimmung allein durchs Setting. Der Wind, der durchs morsche Holz pfeift und eine Gruselgeschichte zum Haus gleich zum Beginn. Das funktioniert auch noch erstaunlich gut und so war ich dementsprechend gespannt auf den Rest der Handlung. Diese war dann auch durchdacht und konnte wieder mit einigen unvorhersehbaren Wendungen trumpfen. Dabei wird diesmal mit einem eher unzuverlässigem Erzähler experimentiert – wer Christie kennt, weiß, dass sie solche Kniffe gern mal einsetzt. Denn Poirot scheint größtenteils nicht ganz Herr über seine Sinne zu sein. Doch natürlich gibt es am Ende trotz allem die große Auflösung der unerklärlichen Begebenheiten und Poirot hält seinen üblichen Monolog. Leider ist genau dieser diesmal sehr kurz geraten und präsentiert einfach so den*die Mörder*in. Kurze Erklärung dazu, fertig sind wir damit. Das ist sehr schade, ist doch hier eigentlich der Spannungsaufbau und das finale „Ahhh!“ eins der Highlights der Filme. Letzlich ist A haunting in Venice vor allem eins: Solide. Solide Handlung, solider Cast, solide Atmosphäre. Er bleibt immer leicht hinter seinen Mögichkeiten, nutzt aber auch seine reduzierte Art, um sich wieder auf altbekannte Tricks ohne CGI zu verlassen. Ob er den Auftakt für eine neue Reihe an Filmen mit geringerem Budget bildet oder den Abschluss einer Trilogie bleibt offen. Genug Vorlagen gibt es noch.
Das Fazit
A haunting in Venice bietet eine reduzierte Inszenierung, mit schaurigem Gebäude, solider Handlung, einem guten Cast, kann aber die Spannungskurve nicht ganz halten und bleibt so leicht hinter seinen Möglichkeiten zurück. Dafür gibt es 06 von 10 möglichen Punkten.
A haunting in Venice läuft seit dem 14.09.2023 in den deutschen Kinos
Herzlich Willkommen zur vierten Ausgabe der buchigen Handvoll. Heute mit: Bad Boy in Kleinstadt, überraschendem Star-Date, Emotionskontrolle, Mord mit Alibi und ein Cat Sheeran.
Mit dir oder ohne dich
Die Handlung: Cara hat in dem verträumten Städtchen Silver Heights, ein kleines Café, in dem sie Speisen für Leute mit Unverträglichkeiten anbietet. Eines Tages läuft ihr Adam über den Weg, der ihr sofort sympathisch ist. Doch es liegt eine Reihe von Missverständnissen vor ihnen. Doch vor allem muss Cara ihre Unsicherheit überwinden und Adam mit der Vergangenheit abschließen, was alles andere als einfach ist.
Meine Meinung: Eigentlich wollte ich auf der Buchpassion Erfurt nur den dritten Teil der Alice im Wunderland-Adaption von Autorin Kristin Ullmann kaufen. Doch dann konnte ich nicht an ihrem Romance-Titel vorbeigehen und als ich dann noch erfuhr, dass es einen Kater namens Cat Sheeran in dem Buch gibt, musste ich leider erneut den Geldbeutel zücken. Und es war eine sehr gute Entscheidung, denn ich habe das Buch geliebt! Die Geschichte von Cara und Adam war trotz einiger schwieriger Themen absolut cozy und ich wollte die Welt gar nicht mehr verlassen. Die Charaktere waren so toll und ich wollte alle Speisen in Caras Imbiss ausprobieren. Durch den sehr angenehmen Schreibstil bin ich nur so durch die Seiten geflogen und trotz der überschaubaren Seitenanzahl war die Geschichte im genau richtigen Tempo rund auserzählt. Für mich definitiv ein Anwärter auf das Jahreshighlight und ich kann es nur jedem Romance-Fan empfehlen.
Dreizehn bei Tisch
Die Handlung: Ein neuer Fall für Poirot. Die Schauspielerin Jane Wilkinson nimmt an einem Dinner mit zwölf anderen Menschen teil. Doch zur gleichen Zeit soll sie ihren Ehemann ermordet haben. Poirot steht vor einem neuen Rätsel.
Meine Meinung: Während gerade der dritte Film mit Kenneth Branagh in den Kinos läuft, konnte ich inzwischen das siebte Buch rund um den Detektiv Hercule Poirot beenden. Nach dem Klappentext war ich auch sehr gespannt auf das Buch. Und dann sehr überrascht, weil ich gefühlt im ersten Kapitel die Lösung präsentiert bekommen habe. Ich war skeptisch, weil so offensichtlich eine Täterin da war, dass ich nach Schlupflöchern suchte. Und dann hat Christie meine ganze Theorie wie ein Kartenschlösschen zusammen stürzen lassen. Ab hier war ich gepackt. Ich hatte wieder tausend Theorien und war doch nie wirklich zufrieden. Und auch wenn insgesamt gar nicht so viel zu passieren scheint, wurde wieder eine Spannung aufgebaut, die sich bis zur Auflösung am Ende hielt. Und die hat mich wieder völlig überrascht. Eigentlich war es die einzig logische Erklärung, und doch kam es nicht in meinen ganzen Theorien vor. Ich freu mich sehr auf den nächsten Fall.
A whisper around your name
Die Handlung: Jo wechselt durch den Umzug ihres Onkels die Schule. Dort trifft sie auf Evan, doch dieser ist der Außenseiter der Schule und ihr wird geraten sich von ihm fernzuhalten. Doch bei abendlichen Ausflügen ins Freibad kommen sich beide näher. Auch durch ihre traumatischen Erfahrungen.
Meine Meinung: Bisher habe ich sehr gute Erfahrungen mit Emma Scott gemacht. Begonnen mit der All In-Reihe, die ein absolutes Jahreshighlight war, mochte ich Never Doubt und Between your words auch sehr gern, the girl in the love song, war nicht so ganz mein Fall, aber trotzdem war es eine schöne Geschichte. So ging ich voller Energie an A whisper around your name und war einfach nur entsetzt. Die Triggerwarnung war sehr lasch, denn dieses Buch ist einfach nur heftig. Es werden so viele schwierige Themen behandelt, dass es einfach nur noch ein „wie sehr können meine Charaktere wohl noch leiden“ wurde. Immer, wenn man dachte, dass es nicht noch schlimmer werden könnte, braucht Scott noch etwas neues in die Geschichte ein. Auch die Handlung selbst war absolut wirr, hatte irgendwie eine übernatürliche Komponente, die total fehl am Platz wirkte. Es war sehr schwierig überhaupt weiterzulesen und das kenne ich von der Autorin eigentlich so nicht. Ja, ihre anderen Bücher hatten auch immer schwere Themen, aber so unglaubwürdig, wie hier, war es definitiv nie. Solltet ihr noch nichts von der Autorin gelesen habe, so fangt bitte nicht mit dieser Reihe an, denn sie ist einfach nicht gut.
In love with a star
Die Handlung: Georgia will nach einem langen Flug nur noch unter die Dusche und dann ins Bett fallen. Doch ein gestrichener Anschlussflug und ein ausgebuchtes Hotel machen ihr einen Stich durch die Rechnung. Dabei trifft sie auf Alexander Kim, dem älteren Bruder ihrer früheren besten Freundin. Er bietet ihr an, sich das Zimmer zu teilen und sie kommen sich näher. Doch am nächsten Tag muss sie feststellen, dass sie mit einem berühmten Schauspieler geschlafen hat.
Meine Meinung: „Für Fans von Ali Hazelwood“ ist so ein Zusatz, der mich zeitgleich wahnsinnig anzieht, weil ich ihre Bücher absolut verschlungen habe, und mich zeitgleich abschreckt, weil ich Angst habe, dass nach ihrem Erfolg einfach wahllos auf alle Bücher aus dem Bereich Romance dieser Zusatz aufgedruckt wird. Da mich bei In Love with a star noch die Geschichte angesprochen hat, habe ich dem Buch dennoch eine Chance gegeben. Und zunächst bekam ich genau das, was ich wollte. Die Chemie zwischen den beiden Protas war von Anfang an da und ich war absolut fasziniert und habe sehr mitgefiebert. Auch wenn der Klappentext ein wenig wie der Beginn einer Fanfiction wirkt, ist es doch so viel mehr (ohne (gute) Fanfictions herunterwerten zu wollen). Dass es sich bei Alexander Kim um einen Schauspieler mit koreanischen Wurzeln handelte, war dann das Sahnehäubchen auf der Geschichte. Ein wenig gewundert hat mich dann doch der hohe Spice-Anteil. Gestört hat er mich nicht, da die beiden Protas ganz wunderbar harmoniert haben und es irgendwie gepasst hat, ich hätte es nur nicht erwartet, wie viel Spice vorkommt. Die Hintergrundgeschichte wirkt ein wenig sehr heftig für die ansonsten lockerleichte Liebesgeschichte und scheint nicht so ganz rein zu passen. Aber Autorin Ivy Owens schreibt so leicht, dass selbst dieser Teil sich gut in die Geschichte einfügt. Zusammenfassend habe ich das Buch einfach nur verschlungen und es hat mir sehr gut gefallen.
Emotiondancer
Die Handlung: In der Zukunft sind alle Menschen durch das Cybernet verbunden und fühlen, was der Gegenüber fühlt, wodurch die Kriminalitätsrate auf Null gesunken ist. Doch Kaja hat regelmäßige Gefühlsausbrüche, die eine Gefahr für ihre Mitmenschen sind und sie wertvolle Erinnerungen kosten. In Skyscrape sucht sie nach Antworten, doch diese sind gar nicht so leicht zu beschaffen.
Meine Meinung: Nachdem ich auf der Buch Berlin 2021 Cyberempathie auf Empfehlung kaufte und es mir gut gefallen hat, durfte auf der Buch Berlin 2022 die unabhängige Fortsetzung mit. Und jetzt kurz vor der Buch Berlin 2023 habe ich es auch geschafft Emotiondancer zu lesen. Es war schön erneut in die Welt einzutauchen und ein wenig mehr Zeit in der großen Stadt Skyscrape zu verbringen. Zunächst war es für mich ein wenig schwierig die Geschichte zeitlich einzuordnen, da mir das Ende von Cyberempathie noch gut in Erinnerung geblieben ist. Doch ich war neugierig, was es mit Kaja und ihren Anfällen auf sich hat. Und die Suche hat sich ganz schön hingezogen. Dabei war das Buch an keiner Stelle langweilig oder langatmig, denn wir haben immer wieder neue Aspekte zu erforschen. Leider kam die Antwort und die Konsequenz daraus sehr spät und plötzlich, so dass ich kaum Zeit fand alles richtig zu verarbeiten. Das war aber auch mein einziger Kritikpunkt.
Habt ihr eins der Bücher gelesen? Wie fandet ihr sie?
Herzlich Willkommen zur sechsten Ausgabe der serientastischen Handvoll – ganz ohne Special. Heute mit: Licht auf der Flucht, Krimis in Taiwan, einer königlichen Liebesgeschichte, einer Austauschschülerin in Seoul und einem trekkigen Wiedersehen.
Shadow & Bone – Staffel 2
Die Handlung: Alina und Mal sind auf der Flucht, doch kommen nicht weit. Der Dunkle findet sie und zwingt sie dazu ihnen zu helfen die Meeresgeisel und damit den zweiten großen Kräftemehrere zu finden. Dabei bekommen sie unerwartete Hilfe. Währenddessen versuchen die Krähen ihre Schulden im Barrell zu begleichen. Dafür benötigen sie Hilfe von der Grisha Nina, doch diese stimmt nur unter einer Bedingung zu: Matthias Helvar muss aus dem Gefägnis befreit werden. Doch das ist gar nicht so einfach.
Meine Meinung: Groß waren die Erwartungen an die zweite Staffel, nachdem die erste alle Erwartungen übertroffen hat. Während die Grisha-Reihe drei Bände umfasst, ging ich davon aus, dass jetzt der zweite Band aufgegriffen wurde. Die Krähen haben nur eine Dilogie, weswegen die Handlung aus der ersten Staffel nicht auf dem Buch basierte. Also war es theoretisch nun Zeit dafür. Doch irgendwie kam alles anders. Es wurden Grisha Band zwei und drei in eine Staffel gequetscht, nebenbei wurden Motive aus der Krähendilogie übernommen, ohne die eigentliche Handlung und was soll ich sagen: Es funktioniert einfach nicht. Die Handlung ist wirr, übereilt und nichts ist wirklich auserzählt. Vor allem die Handlung der Krähen wirkt irgendwie überflüssig. Hier merkt man, dass die Vorlage gänzlich fehlt. Warum man nicht einfach das bestehende Material nutzte und die Grishareihe auf die drei Staffeln ausgedrehnt hätte, bleibt fraglich. Vielleicht war ich als Buchleserin auch einfach zu kritisch. Allerdings habe ich die Serie zusammen mit meiner besten Freundin geguckt, die keins der Bücher gelesen hat und sie hat es genauso empfunden. Durch das Zusammenstauchen der Grishabücher sind natürlich auch ein paar Stolpersteine der Vorlage aus dem Weg geräumt, aber es bleibt unrund. Woran es jedoch keine Zweifel gibt, ist, dass die Darstellenden noch immer perfekt gecastet sind und die Welt optisch wunderschön umgesetzt wurde. Da gibt es definitiv nichts zu meckern.
Taiwan Crime Stories – Staffel 1
Die Handlung: Während zwei Versicherungsangestellte eine Zugentgleisung untersuchen, versucht ein Reporter herauszufinden, ob ein verurteilter Straftäter wirklich seine Familie ermordet hat, ein Polizist versucht den Mord an seiner Tochter, einer Grundschullehrerin, aufzuklären und zwei Brüder untersuchen den Mord an einem Jungen, wo das Militär sich einmischt.
Meine Meinung: Nachdem ich einige K-Dramen intus hatte, wollte ich noch einmal meinen Horizont etwas erweitern und da kam diese Serie aus Taiwan wie gerufen. In vier Einzelfälle mit je drei Folgen werden Kriminalfälle, die von wahren Ereignissen inspiriert sind, erkunden wir das Land und sehen neben den Geschichten an sich auch strukturelle Probleme. Gerade in der Letzten, die überwiegen auf Militärgelände spielt, kommen noch ganz andere Probleme ans Licht als nur der Fall. Natürlich ist eine Krimiserie nicht wirklich aussagekräftig dazu, dennoch war es ein interessanter erster Einblick ins Land. Und auch die Fälle an sich waren interessant und tendeziell spannend, doch drei Folgen für jeden, waren einfach zu lang. Dadurch war einfach viel zu schnell die Luft raus. Die Hälfte der Zeit hätte definitiv gereicht und es hätte nichts essentielles gestrichen werden müssen. So war die Serie insgesamt ganz nett, aber ich würde keine zweite Staffel sehen.
Queen Charlotte – Staffel 1
Die Handlung: 1761 wird Charlotte von Mecklenburg-Strelitz mit King George III verheiratet. Nach einem kurzen Kennenlernen scheinen die Sympathien da zu sein, doch George verhält sich merkwürdig und weicht Charlotte aus. Die ist entschlossen die Gründe dafür herauszufinden. 56 Jahre später versucht Queen Charlotte die Thronfolge zu erhalten, in dem sie ihre Söhne und Töchter zur Ehe drängt.
Meine Meinung: 2020 kam kaum jemand an dem Riesenerfolg von Bridgerton vorbei. Inzwischen um eine zweite Staffel erweitert, war es zunächst verwunderlich, dass statt der erwarteten dritten Staffel ein Spin-off angekündigt wurde. Doch da Queen Charlotte ein sehr interessanter Charakter ist, lag die Wahl dennoch nah. Und die Geschichte von Charlotte und George ist absolut süß. Ist sie in Bridgerton ein ziemlich unnahbarer Charakter, so ist sie hier eine starke Persönlichkeit, die für ihr Glück einsteht und dabei so nachvollziehbar ist. Und das macht sie unfassbar sympathisch und man leidet mit ihr mit. Denn so süß die Geschichte auch ist, so tragisch ist der Ausgang dieser, der von vornherein feststeht und durch Bridgerton bereits bekannt ist. Schön ist es auch, dass altbekannte Gesichter wieder auftauchen und wir so auch die Hintergrundgeschichte von anderen kennenlernen.
XO, Kitty – Staffel 1
Die Handlung: Kitty Song Covey hat eine Fernbeziehung zu Kim Dae-heon nach Seoul. Doch da bekommt sie die Zusage für ein Auslandsjahr an der Schule, die auch ihre verstorbene Mutter besucht hat und die auch Dae besucht. Doch vor Ort muss sie feststellen, dass Dae eine andere Freundin hat. Dass es sich nur um eine Scheinbeziehung handelt, muss sie erst noch herausfinden.
Meine Meinung: Ich habe die To all the boys I loved before Filme geliebt. Die Geschichte von Lara-Jean war einfach sehr süß und die Filme unglaublich cozy. Also habe ich mich sehr gefreut, dass ihre jüngere Schwester Kitty nun eine ganze Serie als Spin-off bekommt. Als ich dann noch rausfand, dass die Geschichte hauptsächlich in Korea spielt, konnte ich es kaum noch erwarten. Das Problem an der Sache ist nur, dass hier ein US-Team versucht ein K-Drama zu inszenieren, was leider überhaupt nicht funktioniert. Die Schule ist sehr international aufgebaut, weswegen es auch normal ist, dass viel englisch gesprochen wird, aber selbst bei Gesprächen zwischen zwei Muttersprachlern wird oft wild zwischen koreanisch und englisch hin- und hergewechselt. Das größte Problem ist aber, dass so ziemlich alle Charaktere unsympathisch sind. Kitty ist einfach nur nervig und ändert ihre Meinung gefühlt ständig und ist auch nicht immer fair ihren Mitschüler*innen gegenüber. Auch die Handlung an sich ist ziemlich wirr und funktioniert einfach nicht. Kurzum die Serie klang super, war aber einfach eine einzige Enttäuschung.
Picard – Staffel 3
Die Handlung: Jean-Luc Picard bekommt einen Notruf von einer alten Bekannten. Zusammen mit William Riker folgt er diesem und geht dafür an Bord der USS Titan, an der auch Seven of Nine dient. Dabei finden sie heraus, dass die Förderation unterwandert wurde. Zeitgleich sucht Raffi undercover nach Hinweisen.
Meine Meinung: Der Vorteil an Picard ist, dass jede Staffel eine komplett eigene Handlung hat, die in sich abgeschlossen ist. Dennoch schien es so, als wäre nach der zweiten Staffel endgültig alles erzählt. Doch irgendwie war der Abschluss noch nicht ganz rund. Also wurde hier nochmal eine Handlung aus dem Hut gezaubert, die wieder besser funktioniert hat als die zweite Staffel. Dennoch wirkt es ziemlich zusammengeschustert, um möglich nochmal die ganze Crew von Next Generation und die neuen Charaktere aus den bisherigen Staffeln Picard zu vereinen. Und wenn man es darauf reduziert, funktioniert die dritte Staffel mit am besten. Es war Wiedersehen über Wiedersehen und manche haben besser funktioniert, aber sie waren einfach alle schön. Auch die Spannungskurve ist sehr hoch, da durch die Invasion der Wechselbälder genug Stoff da war, um immer wieder Kämpfe, Verfolgungsjagden und ähnliches zu inszenieren. Und auch, wenn ich die dritte Staffel sehr genossen habe, so war der absolut perfekte Abschiedsmoment da, also hoffe ich doch, dass es keine vierte Staffel geben wird.
Bei Dracula-Adaptionen bin ich ja immer dabei. Nachdem Renfiel in diesem Jahr bereits begeistern konnte, war ich auch bei diesem Film wieder mit dabei. Allerdings war der Ansatz diesmal lediglich ein einziges Kapitel des Buches zu verfilmen. Warum das erstaunlich gut funktioniert, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.
Die Handlung
Die Demeter sticht in Rumänien in See. Ihr Ziel: Großbritannien. An Bord die übliche Fracht und ein Großauftrag, der ihnen eine fette Prämie einbringen soll. Doch diese stellt sich bald als ihr Verderben heraus, denn sie haben niemand geringeres als Dracula an Bord. Und er ist hungrig.
Meine Meinung
Dracula ist ein Buch, das zwar gerne adaptiert wird, aber in seiner Gesamtheit schwer in einem Film zu erfassen ist, weswegen die meisten Verfilmungen doch stark abweichen. Das liegt zum einen wohl daran, dass der Roman in Briefform verfasst ist. Tagebucheinträge, Briefe und auch Logbucheinträge wechseln sich hier ab. Und gerade das Letztere ist es, was die Macher des Films wohl genug fasziniert hat. In nur einem Kapitel mit nur wenigen Seiten beschreibt Bram Stoker die Überfahrt Draculas von Rumänien nach Großbritannien. Dabei geht es nicht sonderlich gut für die Crew aus. Mit der Prämisse startete ich in den Film. Doch wie sollten die wenigen Seiten für ein ganzes Drehbuch herhalten? Das funktioniert sogar erstaunlich gut, denn allein die Atmosphäre auf dem Schiff und die Ausweglosigkeit auf hoher See bilden eine wunderbare Grundlage für den Horrorfilm. Das Knarzen der Bretter, das Rauschen der Wellen, die Gischt, die gegen das Schiff schlägt. Während sich grundsätzlich an die Handlung des Buches gehalten wird, so wage diese auch war, werden die zuvor namenlosen Charaktere gut eingeführt und bekommen teilweise eigene Geschichten. Doch zu sehr sollte man sich mit ihnen nicht anfreunden. Die letzte Fahrt der Demeter schafft es die Atmosphäre langsam aufzubauen, so dass Dracula selbst zunächst nur sehr selten gezeigt werden musste und dennoch die Horrorelemente funktionieren. Diese steigern sich nach und nach und hier wird vor nichts halt gemacht. Für mich als Schisserin war es gerade noch erträglich, wirkliche Horrorfans könnten aber enttäuscht werden. Es ist neben dem Horror rund um Draculas Figur, eben auch die Beengtheit an Bord und die Ausweglosigkeit. So ganz ohne Logiklöcher kommt der Film dann leider doch nicht aus. Doch diese sind nicht schlimmer als in anderen Horrorfilmen und man kann über die meisten hinwegsehen. Da der Ausgang ziemlich vorhersehbar ist – vor allem wenn man das Buch gelesen hat – geht es mehr um das Wie als das um das Was. Und genau das bekommt der Film gut hin.
Das Fazit
Die letzte Fahrt der Demeter ist ein sehr atmosphärischer Horrorfilm, der den wenigen Stoff der Vorlage gekonnt umsetzt und mit Charakteren füllt. Ein paar Logiklöcher trüben die Qualität nur leicht, doch die Optik und Atmosphäre trösten gut darüber hinweg. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.
Die letzte Fahrt der Demeter läuft seit dem 17.08.2023 in den deutschen Kinos
Die Reihe rund um Ophelia Scale von Lena Kiefer war eine meiner absoluten Highlights, die ich in kürzester Zeit inhaliert habe. Als eine neue Urban Fantasy Reihe der Autorin angekündigt wurde, habe ich nicht lange gezögert. Inzwischen ist auch der dritte und letzte Teil veröffentlicht und es wird Zeit einen vollständigen Beitrag dazu zu schreiben. Ob mir die Reihe wieder so gut gefiel, wie Ophelia Scale?
Ein gefährliches Vermächtnis
Die Handlung: Charlotte will seit einem Vorfall in ihrer Kindheit nichts mehr mit der Geheimgesellschaft der Erben der Tafelrunde, kurz KORT, zu tun haben. Doch als eine abtrünnige Gruppe sie aufsucht, rennt sie in eine Gruppe KORTs und muss bei ihnen Unterschlupf suchen. Dabei erfahren diese von ihren sehr seltenen Fähigkeiten. Nun muss sie ihr Erbe begreifen und zusammen mitder Gruppe gegen eine uralte böse Macht antreten. Gleichzeitig muss sie mit ihren Gefühlen für den Lancelot-Erben Noel zurecht kommen.
Meine Meinung: Wenn man eine großartige Reihe gefunden hat, sind die Erwartungen an den*die Autor*in umso höher. Dennoch versuchte ich meine Erwartungen zurückzuschrauben und möglichst unvoreingenommen an die Reihe ranzugehen. Das war allerdings gar nicht nötig, denn sie sog mich sehr schnell wieder in ihren Bann. Zusammen mit Charlotte stolpern wir in die Welt der Knights und KORT (Knights of the round table). Hier bekommen wir nach und nach die benötigten Informationen und freunden uns mit den Charakteren an. Dabei sind zunächst einige Namen zu merken und ich konnte mir bis zuletzt nicht die alle Zugehörigkeiten merken. Zum Glück gibt es vorne eine Übersicht, welcher Charakter zu welchem Knight gehört. Die ganzen Verstrickungen zu den Rittern der Tafelrunde waren sehr interessant und gut ausgearbeitet. So nahm mich die Geschichte wieder für sich ein und der Schreibstil der Autorin tat ihr Übriges. Es war kein neuer Ophelia Scale, an die Reihe kommt wohl auch lange nichts heran. Aber es war eine wunderbare Geschichte, die spannend, witzig und voller Gefühl war.
Die Handlungszusammenfassungen der Folgebände enthalten potentielle Spoiler für die Reihe
Ein gnadenloses Schicksal
Die Handlung: Nach den Geschnissen in Band 1 wollen Charlotte und Noel nicht einsehen, dass ihre Liebe potentiell die Welt zerstören könnte. Oscar erholt sich derweil von seinen Verletzungen. Doch Morgana ruht nicht und greift mit den Darks weitere Teams an. Charlotte muss sich ihrem Merlin-Erbe stellen.
Meine Meinung: Was war das Ende von Band 1 ein Schlag ins Gesicht. Das musste ich erst einmal ganz schön verdauen. Fairerweise muss man sagen, dass die Geschichte, auch wenn sie mir sehr missfiel, absolut logisch aufgebaut war. Die Probleme häufen sich weiter an, die Knights geraten immer weiter in eine ausweglose Situation und versuchen irgendwie eine Lösung zu finden. Zwischenzeitlich war es mir fast ein bisschen zu viel, aber der weiter wunderbar fesselnde Schreibstil, hat mich bei der Stange gehalten. Das Ende war dann noch besonders überraschend, da es sich irgendwie wie das eigentliche Ende anfühlte. Die bisherige Gegenspielerin wird vernichtet und doch bleiben zu viele Fragen offen. Aber es gab ja noch einen dritten Band.
Eine erbarmungslose Macht
Die Handlung: Guinevere krallt sich Noah, der unter Morganas Kräften kurz vorm Zusammenbrechen ist. Charlotte und die Knights versuchen ihn aus den Fängen zu befreien und zu retten, doch das gestaltet sich schwerer, als KORT sich gegen sie wendet. Doch sie bekommen Hilfe, von der Person, von der sie es am wenigsten erwartet hatten.
Meine Meinung: Nachdem ich sehr lange auf die Fortsetzung warten musste, war ich doch hin- und hergerissen. Morgana war besiegt, Noah hatte ihre Kräfte und im Epilog von Band 2 wurde eine neue Gegenspielerin angekündigt. Gerade das Letzte war dann auch mein Problem mit dem Buch. Während Morgana zuvor gut aufgebaut wurde, wird Guinevere einfach in die Handlung geworfen. Es wirkt etwas gehetzt, zumal es auch so wieder genug andere Probleme gibt. Ich möchte an keiner Stelle behaupten, dass die Reihe schlecht geschrieben ist. Aber mir war es irgendwie zu viel hin und her. Es hatte keinen direkten Sog auf mich und das obwohl die Reihe so vielversprechend begann.