Ant-Man & the Wasp

Ein Vorwort

Marvel hat mit Avengers: Infinity War dieses Jahr eigentlich bereits ihren Megakracher losgelassen, von dem sich einige Marvel-Fans – inklusive mir – noch nicht so richtig erholt haben. Nun muss Ant-Man & the Wasp nicht nur das Sommerloch stopfen, sondern auch noch mit der Konkurrenz aus eigenem Haus mithalten. Startete doch schon der erste Teil direkt nach Avengers: Age of Ultron und rundete damit Phase 2 ab. Was kann Ant-Man & the Wasp nun schlussendlich eigentlich?

Was bisher geschah 

Hier werden ich kurz zuvor erschienenen Filme zusammenfassen. Dadurch sind Spoiler leider nicht zu vermeiden. Du weißt bereits, was geschah? Dann überspring diesen Absatz einfach.

In Ant-Man lernten wir Scott Lang kennen, der gerade eine Haftstrafe abgesessen hat und nun auf legalen Weg versucht Fuß zu fassen. Da dies aber nicht so einfach ist, beschließt er mit seinem besten Freund Luis noch ein letztes Ding abzuziehen. Dabei bricht er in die Villa des Geschäftsmannes Hank Pym ein und klaut dabei einen Anzug, der ihn auf Ameisengröße schrumpfen lässt. Pym, der gerade sein Unternehmen an den ehrgeizigen Darren Cross verliert, versucht nun Lang anzuwerben, um Cross aufzuhalten, ehe er hinter die Formel für den Anzug kommt. Mit dabei sind Pyms Tochter Hope und natürlich Luis. Doch Cross hat bereits seinen Yellowjacketanzug entwickelt. Lang muss ihm im großen Endkampf entgegen treten.
In Captain America – Civil War eilt Scott Lang Captain America zur Hilfe und hält am Leipziger Flughafen in Caps Team die Mitglieder von Team Iron Man auf. Dort wird er letztendlich gefangen und mit den anderen Mitgliedern von Caps Team eingesperrt.

Die Handlung

Zwei Jahre nach den Geschehnissen auf dem Leipziger Flughafen (Civil War), steht Scott Lang (Paul Rudd) noch immer unter Hausarrest. Seine Freunde Hank Pym (Michael Douglas) und Hope van Dyke (Evangeline Lilly) sind auf der Flucht. Von zu Hause aus versucht Scott die Sicherheitsfirma, die er zusammen mit seinen Freunden, unter anderem Luis (Michael Pena) gegründet hat, zu führen. Bis Hank und Hope vor seiner Tür auftauchen. Denn seit Scott im ersten Teil den Sprung in die Quantenebene und zurück geschafft hat, versuchen die beiden, Hopes Mutter Janet ebenfalls aus der Quantenebene zu befreien. Unterwegs müssen sie nicht nur mit Technologiehändler Sonny Birch (Walton Goggins) klarkommen, sondern auch mit der durch Materie gehenden Ghost (Hannah John-Kamen).

Meine Meinung

Während der erste Teil eine Art Heist-Movie mit Superheldencharme war, muss sich der zweite Teil nun behaupten. Die Figuren sind bekannt und müssen nun weiterentwickelt werden. Gleichzeitig muss aber auch eine neue Bedrohung geschaffen werden. Ersteres gelingt Regisseur Peyton Reed sehr gut, der zweite Aspekt eher semioptimal. Denn während mit der Rettungsaktion für Janet van Dyke aus der knallharten Hope nun endlich ein fühlendes Wesen wird und auch Hanks Taten damals bei S.H.I.E.L.D. kritisch hinterfragt werden, ist Walton Goggins Birch eher ein Running-Gag, denn eine wirkliche Bedrohung. Lediglich die mysteriöse Ghost bringt ein bisschen Schwung in die Geschichte.
Was Ant-Man aber wieder einmal zu einem sehenswerten Film macht, ist die sehr gute Choreographie der Kampfszenen. Mit dem stetigen Wechsel zwischen Ameisengröße und Menschengröße – oder gerne auch einmal Riesengröße – entsteht im Kampf eine ganz eigene Dynamik, die nur noch einmal von Ghosts Angewohnheiten durch feste Körper gehen zu können, getoppt wird und im Zusammenspiel erst recht Spaß macht. Hier muss sich Reed an keiner Stelle hinter seinem Vorgänger Wright verstecken.
Handlungstechnisch ist Ant-Man & the Wasp relativ einfach gehalten. Es ist eine ständige Flucht, obwohl Lang eigentlich an sein Haus gebunden ist. Als roter Faden dient Janets Rettung aus der Quantenebene. Aber eigentlich macht der Film einfach wieder nur Spaß. Denn ernstere Szenen werden gerne gleich wieder mit einem flotten Spruch aufgewertet und auch die Gagdichte ist wieder hoch. Und natürlich dürfen Luis ausufernde Geschichten nicht fehlen, die aber auch hier wieder gut in die Handlung eingebettet wurden.

Das Fazit

Ant-Man & the Wasp kann vielleicht vom Gesamteindruck nicht mit einem Avengers: Infinity War konkurrieren und hat seine Handlung relativ einfach gehalten, schafft es aber durch die gute Kampfchoreographie und dem ständigen Größenwechsel gepaart mit dem typischen Marvelhumor, ein eigenes Statement zu setzen und beweist, dass nicht in jedem Superheldenfilm die Welt untergehen muss, um einen spannenden Film zu kreieren. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.

Ant-Man & the Wasp läuft seit dem 26.07.2018 in den deutschen Kinos.

P.S. Es handelt sich um einen Marvelfilm! Also nicht gleich zum Beginn der Credits aufspringen und den Saal verlassen 😉

Deadpool 2

Ein Vorwort

Während viele über die endlose Wucht aus Superhelden auf der großen Kinoleinwand stöhnen, konnte 2016 tauchte dann aber noch einmal ein ganz anderer „Held“ auf. Deadpool, zugehörig dem X-Men Universum, mischte als fluchender und nicht jugendfreier Film (ab 16 Jahren freigegeben) das Superheldengenre ordentlich auf. Und mit Erfolg! Der erste Teil konnte mich damals so sehr überzeugen, dass er die Höchstwerung von 10 Punkten erhielt. Kann der zweite Teil mithalten?

Was bisher geschah

Hier werde ich kurz die zuvor erschienenen Filme zusammenfassen. Dadurch sind Spoiler leider nicht zu vermeiden. Du weißt bereits, was geschah? Dann überspring diesen Absatz einfach.

In Deadpool lernten wir den ehemaligen Soldaten Wade Wilson kennen, der sich mit kleinen Aufträgen über Wasser hält. Eines Tages lernt er die Prostituierte Vanessa kennen und lieben, bis bei Wade Krebs im Endstadium festgestellt wird. Als eines Tages ein mysteriöser Mann auftaucht und ihm anbietet aus ihm einen Superheld zu machen und dabei gleichzeitig den Krebs zu heilen, willigt Wade ein. Der dubiose Ajax injiziert ihm ein Mutationsmittel und setzt ihm dann einer langen Folter aus. Letztendlich geht jedoch eine Folter schief und Wade ist fortan entstellt. Gleichzeitig kann sein Körper aber inzwischen alles heilen. Nach einer Explosion im Labor, kann Wade fliehen. Er traut sich jedoch nicht zu Vanessa zurück. Er beschließt Ajax zu finden und ihn zu zwingen seinen entstellten Körper wieder zu heilen. Dabei treten ihm aber die X-Men Colossus und Negasonic Teenage Warhead in den Weg, die aus ihm lieber einen richtigen Superhelden machen würden. Im großen Showdown hat Ajax Vanessa entführt und Wade muss die beiden X-Men um Hilfe bitten, um seine große Liebe retten zu können.

Die Handlung

Wade und Vanessa sind wieder vereint. Doch nach einem Zwischenfall beschließt Wade sich den X-Men anzuschließen. Als Azubi-X-Men versucht er dem jungen Russell Collins alias Firefist zu helfen, beide landen jedoch im Gefängnis. Während Russell in Deadpool einen Vater sieht, möchte dieser keine Verantwortung übernehmen. Bis Cable auftaucht, der es auf den Jungen abgesehen hat und diesen töten will. Deadpool versucht dies nun zu verhindern.

Meine Meinung

Deadpool 2 ist eine völlig verrückte Aneinanderreihung von verschiedenen Geschichten aus verschiedenen Genres. Es gibt die Trauerbewältigung, die „Wie-erziehe-ich-ein-Kind/Bin-ich-ein-guter-Vater“, die Gründung einer Superheldengruppe, das „Wie-werde-ich-ein-guter-Superheld“ und natürlich den Kampf gegen das große Böse. Das ganze wird mit ordentlich viel Action, Deadpool-mäßigem deftigem Humor und einer Menge Selbstironie überschüttet und dabei heraus kommt ein Film, den man entweder liebt oder mit dem man relativ wenig anfangen kann.
Ein großer Pluspunkt des Films ist es, dass er die Charakterentwicklung weiter fortsetzt. Sei es nun bei Deadpool selbst, der gleichzeitig mit mehreren Problemen konfrontiert wird und doch seine selbstironische Art behält, aber auch andere Charaktere, wie der Taxifahrer Lupinda oder der X-Men Colossus. Gleichzeitig werden auch wieder neue Charaktere eingeführt, denen (größtenteils) die nötige Zeit für die Einführung und Erklärungen zum Charakter gewährt werden.
Ein großer Negativpunkt ist die viel zu bunt gemischte und ohne richtigen roten Faden verlaufende Handlung. Gerade zur Mitte des Films gibt es eine große Kehrtwende in der Handlung, die einfach so gar nicht richtig funktionieren will und den restlichen Film damit sehr surreal werden lässt. Dabei war der Ansatz zunächst sehr gut. Mit dieser Kehrtwende soll ein Handlungsproblem gelöst werden, was zwar gelingt, aber die Drehbuchschreiber haben es sich dabei doch sehr einfach gemacht.
Hindernis ist hier vor allem der von Josh Brolin verkörperte Bösewicht Cable. Wie schon in Avengers Infinity War bringt Brolin einen Bösewicht auf die Leinwand, der Ecken und Kanten hat und vor allem eine plausible Vorgeschichte aufweist. Doch auch er kann nicht mehr darüber hinwegspielen, dass es sich gerade in Bezug auf seinen Charakter teilweise handlungsmäßig sehr einfach gemacht wurde. Zwar wurde das selbstironisch auch so angesprochen, aber irgendwo steigert sich die Unzufriedenheit beim Zuschauer.

Wir fassen zusammen: Deadpool hat eine gute Grundidee, verrennt sich aber in zu vielen Themen und macht es sich dafür von der Handlung her mit Kehrtwenden sehr einfach. Aber wisst ihr was? Der Film mit der Figur Deadpool funktioniert trotzdem einwandfrei. Man kann natürlich deutliche Schwächen finden und diese habe ich nun auch angesprochen. Aber im Endeffekt macht Deadpool einfach nur wieder höllisch viel Spaß! Gerade für einen Fan von Comicverfilmungen sind so viele schöne Andeutungen und Hinweise gestreut, dass man ständig laut aufjauchzen möchte. Hinzu kommen einige Cameo-Auftritte, mit denen keiner gerechnet hat, und genau das richtige Mischverhältnis zwischen Humor und Selbstironie. Wer auch immer auf die James Bond-Anspielung mit Celine Dion kam, dieser jemand ist mein persönlicher Held! Ich musste nach der Sichtung ein paar Nächte über den Film schlafen, weil ich eigentlich dachte, dass mich die einfache Handlung doch irgendwo stören würde, aber letztendlich erinnere ich mich mehr an den Spaßfaktor. Und auch die moralische Seite kam im Film nicht zu kurz, wurde aber ebenfalls geschickt eingebaut.
Der absolut geniale Soundtrack läuft bei mir übrigens seit neustem rauf und runter!

Das Fazit

Deadpool ist ein Film, dem man Schwächen nachweisen kann, den es aber überhaupt nicht interessiert. Das wilde Chaos an Genres, Themen, Handlungssträngen und Charakteren wird mit viel Witz und Selbstironie überschüttet, so dass der Film am Ende doch gut funktioniert und positiv in Erinnerung bleibt. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.

Deadpool 2 läuft seit dem 17.05.2018 in den deutschen Kinos.

Thor 3 – Ragnarök

Am 31.10.2017 erschien der dritte Teil der Thor-Reihe aus dem Marvel Cinematic Universe in den deutschen Kinos.

Ein Vorwort:

Das Marvel Cinematic Universe beglückt uns ja jährlich mit mehreren neuen Helden oder den Fortsetzungen zu bereits bestehenden Helden. In der ersten Phase des MCU wurden die Helden Iron Man, Captain America und Thor vorgestellt und in Avengers zusammengeführt. In der zweiten Phase bekamen sie nun alle ihre Fortsetzung und in Phase 3 nun die beendete Trilogie. Es fehlte noch der dritte Thor-Teil. Wer die Idee hatte den Originaltitel „Ragnarök“, der eine feste Bedeutung in der nordischen Mythologie hat in den nichtssagenden 08/15 deutschen Titel „Tag der Entscheidung“ umzubenennen, ist unklar. Wahrscheinlich der gleiche, der aus „Captain America – The Winter Soldier“ „The Return of the first Avenger“ machte. Doch mit Bekanntgabe war die grobe Richtung des letzten Thorsolofilms deutlich. Es sollte um Ragnarök gehen, den Kampf der Götter und der Riesen in dessen Folge die ganze Welt untergeht. Bereits in den vorhergehenden Teilen hatte Marvel ja immer gerne auf die nordische Mythologie zurückgegriffen, diese aber auch frei interpretiert und angepasst.

Was bisher geschah

Für Nichtfans des MCU, die die Vorgängerfilme nicht sahen, oder auch für Fans, denen die Vorgängerfilme einfach nicht mehr geläufig sind, soll es hier eine kurze Zusammenfassung geben. Das dabei die ersten beiden Teile gespoilert werden ist unvermeidbar.

Im ersten Teil lernt der Zuschauer den arroganten Gott des Donners Thor kennen. Er soll demnächst die Thronfolge antreten, wenn Odin abtritt. Immer in seinem Schatten steht sein Bruder Loki. Nachdem die Frostriesen die Krönungszeremonie unterbrechen, sinnt Thor auf Rache. In Folge dessen kommt heraus, dass sein Bruder Loki adoptiert ist und eigentlich zu den Eisriesen gehört, und Odin verbannt Thor nach Midgard, damit er dort über seine Taten nachdenken kann. Thor landet direkt in der Wüste von New Mexiko und trifft dort auf die Astrophysikerin Jane Foster. Mit ihrer Hilfe versucht er seine Macht zurück zuerlangen, um nach Asgard zurückkehren zu können.
Die Eisriesen bedrohen Midgard noch ein zweites Mal. Loki reist auf die Erde und stiehlt den Tesseract, den SHIELD – eine geheime Regierungsorganisation – gerade untersucht. Dabei gerät Dr. Selvig unter Lokis Kontrolle. In Folge dessen wird die Avengers Initiative ins Leben gerufen. Die bekannten Helden Iron Man, Captain America, Hulk und Black Widow vereinen sich, um Loki aufzuhalten. Thor stößt zum Team, da er Loki wieder mit zurück nach Asgard nehmen möchte. Es kommt zum Kampf in dessen Folge New York größtenteils zerstört wird. Thor und Loki kehren zurück nach Asgard.
Dort schließt dann die zweite Thorverfilmung an „Thor – The Dark World“. Während Loki in Asgards Gefängnis sitzt, würde Thor am liebsten zu Jane Foster auf die Erde zurückkehren. Als eine uralte Macht erwacht und mit Jane in Berührung kommt, holt Thor sie kurzerhand in seine Welt nach Asgard. Dies wird zum einen von Odin gar nicht gerne gesehen, zum anderen suchen die Dunkelelfen nach eben jeder uralten Macht. Thor versucht alles um Jane zu schützen. In seiner Not befreit er Loki aus dem Gefängnis und flieht mit beiden. In der großen Endschlacht stirbt Loki in Thors Armen, aber Jane kann gerettet werden. In einer After Credit Scene erlaubt Odin Thor auf die Erde zu reisen und mit Jane zusammen zu sein. In der letzten Einstellung wird gezeigt, wie sich Odin in Loki verwandelt.
Thor erlebt mit den Avengers noch ein zweites Abenteuer in „Avengers – Age of Ultron“. Der Film hat jedoch keinen direkten Bezug zu den Geschehnissen in „Thor – Ragnarök“

Die Handlung

Das inzwischen dritte Thor-Soloabenteuer setzt einige Zeit nach „Avengers – Age of Ultron“ an. Thor (Chris Hemsworth) reist durch die verschiedenen Welten, ehe er nach Asgard zurückkehrt. Dort muss er zunächst feststellen, dass Odin (Anthony Hopkins) verschwunden ist und Loki (Tom Hiddlestone) sich als Odin ausgibt. Die Brüder beginnen Odin zu suchen und treffen dabei auf Hela (Cate Blanchett), der Göttin des Todes. Diese schafft es nicht nur Thor Hammer Mjölnir zu zerstören, sondern auch Thor und Loki an einen weit entfernten Ort zu verbannen und Asgard zu unterwerfen. Inmitten von Müll findet sich Thor wieder und wird auf dem fremden Planeten kurzerhand als Gladiator festgenommen und zu Arenenkämpfen verdonnert. Dort trifft er auf einen alten Bekannten. Sein einziger Gedanke jedoch ist die Flucht, um sich Hela zu stellen und Ragnarök, den Kampf der Götter, zu verhindern.

Meine Meinung

Die Thor Filme hatten sich bisher immer bildgewaltig gezeigt, die nordische Mythologie jedoch immer gut mit eingesetzt. Die verschiedenen Welten wurden gut vorgestellt und dargestellt und doch wurde die Balance zum Superhelden-Genre immer gefunden. Dabei gab es eine gute Portion Marvel-Humor, die wohl dosiert eingesetzt wurde und so den Kinosaal in allen Facetten unterhalten konnte. Thor – Ragnarök hingegen scheint nicht ganz so genau zu wissen, was er denn jetzt eigentlich aussagen möchte. Grelle bunte Bilder und ein sehr elektrischer Soundtrack zeichnen eher eine gewisse Nähe zu „Guardians of the Galaxy“ als zu den Vorgängerfilmen. Hier scheint Marvel eindeutig auf den Erfolgszug der Guardians aufspringen zu wollen. Leider beißt sich das ganz böse mit dem immer wieder auftauchenden Mythen. Das Thema „Ragnarök“, dem Kampf der Götter, dem Ende der Welten, wäre eigentlich genug Vorlage gewesen, um einen vernünftigen Film zu kreieren. Stattdessen wird ein neuer Planet/eine neue Welt eingeführt, die kaum zur Handlung beiträgt, geschweige denn die Charaktere weiter entwickelt. Dafür wird dem wenigen, was dort passiert sehr viel Platz eingeräumt. Während seiner Arenazeit wird aus Thor, was die Sprüche angeht, zeitweise ein zweiter Star Lord, was so gar nicht zum Charakter passen will. Hier hätte man eindeutig Zeit einsparen können, um die am Ende bei der Endschlacht wieder zu nutzen. Denn diese fällt dann viel zu kurz aus, wo man sich am Ende fragt „Das war es jetzt schon?“
So scheint der Film zwischendurch sehr zweigeteilt. Während Hela in Asgard hockt, greift sie immer wieder Themen zur nordischen Mythologie auf. Leider wird ihre Screentime immer weiter runtergekürzt und ihre Ausführungen scheinen dadurch abgehackt und kommen nicht so richtig auf den Punkt. Am Ende weiß man immer noch nicht so richtig, was eigentlich passiert sein soll. Währenddessen bekommt Thor eine Menge überflüssiger Screentime.
Erneut mit von der Partie sind Chris Hemsworth als Thor, Tom Hiddleston als Loki, Idris Elba als Heimdall und Anthony Hopkins als Odin. Sie spielen ihre Rollen alle gewohnt souverän, auch wenn sich Hiddlestone inzwischen in seiner Rolle als Loki ein wenig zu langweilen scheint. Zugegeben seine Dialoge mit Thor scheinen teilweise mit Kopieren und Einfügen aus den vorherigen Filmen übernommen worden zu sein. Neu mit von der Partie sind Cate Blanchett als Hela, Karl Urban als Skurge, Jeff Goldblum als Grandmaster und Tessa Thompson als Walküre. Cate Blanchett ist in jeder Rolle einfach eine Wucht und man merkt ihr ihren Spaß an der Rolle der Hela deutlich an. So ist sie eine große Bereicherung zum MCU, wird als Bösewichtin aber sehr blass charakterisiert. Aber die schwachen Bösewichte waren schon immer die größte Schwäche des MCU. Da können noch so starke Schauspieler gecastet werden – das gleiche ist schon Mads Mikkelsen in Doctor Strange passiert. Karl Urban ist als Skurge zwar nur ein kleiner Sidekick im Film, aber schafft es durch seine starke Präsenz und seinem etwas trotteligem Charakter eine Person zu schaffen, die Springseilhüpfen mit der schmalen Linie zwischen Sympathie und Hass spielt. Gerne darf er auch in den kommenden Filmen immer wieder kleine Rollen spielen. Die Rolle des Grandmaster scheint praktisch zugeschnitten worden zu sein auf einen Stanley Tucci, der bereits ähnliche Rollen verkörpern konnte. Stattdessen wurde jedoch Jeff Goldblum gecastet, der die Rolle sehr einseitig spielt und irgendwie nicht richtig passen will. Für so einen guten Schauspieler eine schwache Leistung. Tessa Thompson spielt zwar als Walküre auch eher eine Nebenrolle, überzeugt aber dennoch durch ihren Charakter und ihre Spielweise. Gerne hätte man von ihr schon früher etwas gesehen, denn sie passt wunderbar in beide Welten des Films und schafft es als einzige den Übergang richtig zu finden.
Zusammenfassend ist zu sagen, dass das dritte Thorabenteuer eindeutig viel Potential liegen lässt und vergisst den richtig Ton zu treffen. Es könnte auch Guardians of the Galaxy 3 ohne die Guardians of the Galaxy heißen. Das ist schade, weil der Teil des Films, der sich auf den Titel Ragnarök bezieht, zeigt, was der Film uns eigentlich hätte bieten können. Liebes MCU: Wenn eine Filmreihe funktioniert, heißt es nicht, dass alle Filmreihen mit der gleichen Prämisse funktionieren. Bei Thor – The Dark World wusstet ihr noch, was ihr aussagen wolltet. Wieso nicht auch dieses Mal?

Das Fazit

Ein eher enttäuschender Vertreter des Marvel Cinematic Universe, da das gegebene Potential aus Ragnarök einfach nicht genutzt wurde. Marvel, das konntet ihr doch mal besser. Dafür gibt es 06 von 10 möglichen Punkten.

Guardians of the Galaxy – Volume 2

Am 27.04.2017 erschien die Fortsetzung des Überraschunghits aus 2014 in den deutschen Kinos.

Die Guardians of the Galaxy Star-Lord, Gamora, Drax, Rocket und Baby-Groot haben keine Zeit sich auf ihren Erfolg auszuruhen, sondern müssen es gleich wieder tun. Gleichzeitig stehen noch immer ein paar ungeklärte Sachen zwischen ihnen und dann ist da noch die liebe Familie, die auch gerne mal Probleme macht. Also wird der ‚Awesome Mix Volume 2‘ eingeworfen und mal wieder die Galaxy gerettet.

 Im Jahr 2014 trafen wir das erste Mal auf die Guardians of the Galaxy, zumindest auf der Leinwand. In den Comics sind die dem fleißigen Marvel-Leser bereits seit 1969 bekannt. Die Comicserie war jedoch nur mäßig erfolgreich und stand immer im Schatten der anderen Marvel Comichelden. 2008 wurde die Reihe erneuert und die uns bekannte Besetzung traf zusammen: Star-Lord, Gamora, Drax, Rocket und Groot. Auf dieser Basis drehte Regisseur James Gunn den ersten Kinofilm, der 2014 in die deutschen Kinos kam. Und obwohl die Comicreihe wenig bekannt war und uns nur kurze Zeit vorher „Captain America – The Winter Soldier“ begeistern konnte, traf Guardians of the Galaxy genau den richtigen Punkt bei den Zuschauern und konnte die Menge im vorher nicht geahnten Ausmaß begeistern.
James Gunn stand nun vor der Aufgabe mit einer Fortsetzung an den Erfolg des Vorgängers anzuknüpfen. Von der Herangehensweise dürfte er auf Nummer Sicher gegangen sein. Denn die Handlung hat keinen Bezug mehr zu den anderen Filmen des Marvel Cinematic Universe (im ersten Teil war die übergeordnete Handlung um Thanos und die Inifity-Steine die Überleitung zum MCU). Damit schafft Gunn es aber das, was Joss Whedon mit Avengers – Age of Ultron nicht gelungen ist. Eine spannende, lustige und mit genau der richtigen Dosis Marvel gespickte Fortsetzung eines Teams. Denn sowohl in Guardians of the Galaxy als auch in The Avengers ging es vor allem darum, dass sich Lebewesen zu einem Team zusammen schließen mussten, die vom Charakter her nur wenig zusammen passten. Beide Filme – Guardians und Avengers – waren einmalig und sehr gut umgesetzt. Während Whedon jedoch im 2015 erschienenden Age of Ultron versucht hat viel zu viel aus dem Team zu machen und neben der Haupthandlung zu viele Nebenhandlungen einbaute, was dem Film am Ende mehr schadete, als half, zieht Gunn einen klaren Cut zwischen ersten und zweiten Teil. Die Spannungen zwischen dem Team wurden wieder eingebaut, es gibt ein Wiedersehen mit anderen bekannten Charakteren, aber es wurden auch neue vorgestellt. Daneben wurde eine sehr reduzierte Handlung geboten, die sich pointiert mit dem Thema Familie und Freundschaft auseinander setzt. Daneben baut der Film stark auf die Charaktere auf, entwickelt diese weiter und erzählt uns neues über unsere Helden. Das sorgt wieder für Zündstoff zwischen den Charakteren, aber auch für unvergleichlich lustige Momente, die den Kinosaal vor Gelächter dröhnen ließ. Natürlich durften die spannenden Weltraumschlachten und ein einmaliger Soundtrack, der uns wieder zurück in die 1980er Jahre schickte, nicht fehlen.
So kombiniert Gunn Witz, Spannung, Tragik, Drama und Tiefgründiges in einem Film, der damit eine weite Zielgruppe abdeckt. Und obwohl der Film vieles richtig macht, merkt man bei genauem Hinschauen und beim rückblickenden Nachdenken über den Film ein paar kleinere Mängel. So verlässt sich der Humor sehr stark auf die bereits im ersten Teil genutzten Techniken, wie beispielsweise Drax‘ fehlendes Verständnis für Taktgefühl und reizt dies vielleicht ein bisschen sehr aus. Es fehlen also ein paar neue Humorstrukturen, die noch mehr frischen Wind in den Film gebracht hätten. Auch ist die Handlung vielleicht etwas zu sehr reduziert. Gerade im Haupthandlungsstrang gab es doch ganze Szenen, die wenig ausgesagt haben. Diese hätte man kürzen können und dafür die beiden Nebenhandlungsstränge etwas mehr ausdehnen können. Aber im Endeffekt ist dies Meckern auf hohem Niveau und fällt beim Sehen des Films nicht auf.

Alles in allem eine sehr gelungen Fortsetzung, die noch mehr vom dritten Teil erwarten lässt. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.

Doctor Strange

Am 27.10.2016 erschien ein neuer Held des Marvel Universums in den deutschen Kinos.

Dr. Stephen Strange ist ein brillianter Arzt, das er gerne durch protziges und arrogantes Auftreten heraushängen lässt. Als ein schwerer Unfall seine Hände sehr schwer schädigt und kein Arzt ihn heilen kann, erleidet er einer Krise und sucht Hilfe in Kathmandu zu dem geheimnisvollen Ort Kamar-Taj. Dort lernt er jedoch noch viel mehr als sich zu heilen.

Das Marvel Cinematic Universe wird nicht nur jährlich um ein paar Fortsetzungen erweitert, sondern mitunter werden auch neue Helden in eigenen Filmen vorgestellt. Während im letzten Jahr Ant-Man in einem eigenen Film vorgestellt wurde und später in Civil War erneut auftrat, wurde dieses Jahr ein Film mit Doctor Strange auf die große Leinwand gebracht. Strange tauchte das erste Mal im Juli 1963 in einem Marvel-Comic auf und ist seitdem fester Bestandteil des Marvel Universums.
Doctor Stephen Strange ist ein brillianter Neurochirurg. Durch seinen Erfolg verdiente er nicht nur viel Geld, welches er durch einen extravaganaten Lebenstil zur Schau stellte, sondern entwickelte auch eine gewisse Arroganz. Die verwickelte ihn letztendlich auch in den verhängnisvollen Unfall bei dem seine Hände irreparabel geschädigt wurden. Da er in seinem Job seine Erfüllung sieht und diesen nun nicht mehr ausführen kann, dreht er praktisch durch und steckt all sein Geld in mögliche Heilmethoden, die alle ohne Erfolg bleiben. In seiner Verzweiflung steigert er sich immer mehr in die Sache hinein, bis er auch noch die letzte Verbündete verschreckt. Doch dann erzählt ihm sein Physiotherapeut von einem Patienten, der querschnittgelähmt und an den Rollstuhl gefesselt war und dann eines Tages wieder laufen konnte. Der Name des Mannes ist Pangborn und dieser erzählt Strange von einem ganz besonderen Ort in Kathmandu, dem Kamar-Taj. Von seinem letzten Geld kauft sich Strange daraufhin ein Flugticket und sicht in Nepal das Kamar-Taj. Dabei wird er von Mordo entdeckt, der ihn in diese geheime Welt führt. Dort lernt er die Älteste kennen, die ihm erklärt, dass es verschiedene Dimensionen und Magie gibt. Nach kurzen Startschwierigkeiten wird Strange als Schüler akzeptiert und lernt nun eine ganz neue Welt kennen. Doch das Lernen ist nicht von langer Dauer, denn ein abtrünniger ehemaliger Schüler namens Kaecilius hat Pläne.
Doctor Strange scheint auf dem ersten Blick wie eine Mischung aus Iron Man und Inception. Doch schon auf dem zweiten Blick erkennt man, dass Doctor Strange mehr kann. Benedict Cumberbatch ist für Rolle des Strange die ideale Besetzung. Er verkörpert sowohl die arrogante Seite, als auch die verletzliche sehr gut. Gleichzeitig bringt er Witz und Spannung in die Rolle, die kaum einer so gut hätte herüberbringen können. Dafür hat es sich gelohnt den Drehzeitraum zu verschieben. Auch der restlliche Cast ist gut gewählt, vorallem Tilda Swinton als die Älteste kann in ihrer Rolle überzeugen. Nachdem es durch ihre Besetzung einen großen Aufschrei gab – „the ancient one“ ist eigentlich ein alter Tibetaner – und Hollywood wieder einmal „whitewashing“ vorgewurfen wurde, zeigte Swinton, dass Änderungen nicht immer schlecht sein müssen und hat gleichzeitig die ansonsten sehr mickrig ausfallende Frauenquote erhöht. Mads Mikkelsen, der vielen als Hannibal Lector aus der gleichnamigen Serie bekannt sein dürfte, übernimmt die Rolle des „Bösewichten“ Kaecilius. Trotz einiger plumper Dialoge spielt Mikkelsen souverän und schafft es allein durch seine Mimik Ehrfurcht zu gebieten. Leider hat Marvel es wieder verpasst seinem Bösewicht mehr Entfaltungsraum zu geben und war stattdessen der Ansicht noch einen zweiten „Überbösewicht“ dazunehmen zu müssen, der am Ende erscheint, dann aber doch erstaunlich einfach besiegt werden konnte. Immerhin war dieser „Endkampf“ mit reichlich Humor bestückt und so doch irgendwo rund.
Der Humor nimmt Marvel-typisch eine relativ große Rolle ein und konnte wieder gut unterhalten, lenkte aber nicht von der eigentlichen Handlung ab und minderte die Spannung an keiner Stelle. Die zweite große Rolle bilden die Spezialeffekte vorallem die durch Magie veränderten Dimensionen, die zwar an Inception erinnern, aber weit über das dort gezeigte hinausgeht.
Da es sich bei Doctor Strange um eine neue Figur im Marvel Cinematic Universe handelt, wurde am Anfang des Films Platz eingeräumt, um die Figur anständig einzuführen und vorzustellen. Dabei wurde genau die richtige Zeitspanne gewählt und rechtzeitig in den Spannungsaufbau umgestellt, so dass die zweite Hälfte mitunter eine Zerreisprobe für die Nerven darstellt.

Alles in allem ähnelt Doctor Strange zwar den anderen Filmen des Marvel Cinematic Universe, bringt aber trotzdem durch die Magie einen zwischen Wind hinein. Dafür gibt es 09 von 10 möglichen Punkten.

Deadpool

Am 11.02.2016 erschien ein neuer Film aus dem Hause Marvel mit einem etwas anderen Helden in den deutschen Kinos.

Kurz zur Story: Wade Wilson ist ein Söldner und führt eine glückliche Beziehung zu der Prostituierten Vanessa. Bis bei ihm Krebs diagnostiziert wird. Im Kampf ums Überleben gibt er sich in die Hände einer zwielichtigen Organisation, die ihm verspricht den Krebs zu heilen und ihn zu einem Superheld zu machen. Doch etwas geht gehörig schief und Wilson hat zwar Superheilungskräfte, ist aber auch komplett entstellt. In dem bekannten roten Anzug geht er auf die Suche nach dem Kopf der Organisation für seine Rache.

Deadpool ist vielleicht nicht der typische Held und der Film kein typischer Film aus dem Hause Marvel, aber dafür kann er noch mehr begeistern als andere. Deadpool ist brutal, sorgt für beinahe pausenlose Lachanfälle und hat so viel Charme, wie kaum ein Film vor ihm. Das ganze beginnt schon am Anfang. Anstatt mit einer Großaufnahme einer überflogenen Stadt oder irgendetwas ähnlichem Belanglosen anzufangen, beginnt Deadpool mit einem Standbild. Zunächst werden nur kleine Teile gezeigt, doch während des gesamten Vorspanns wird das Bild von allen Seiten gezeigt, wodurch sich ein sehr obstruses Bild ergibt. Doch viel Zeit zum Wundern bleibt nicht, denn die Beteiligten am Film werden genannt, nur halt nicht wie üblich mit Namen. Und schon liegt das Publikum halb auf dem Boden vor Lachen. Schnell wird der Film ein bisschen zurückgedreht und der Zuschauer erkennt, wie Deadpool in die Situation kam. Die Zeitachse wechselt sich nun ab. Zum einen wird das „aktuelle“ Geschehen gezeigt und zum anderen Deadpools Vorgeschichte. Dabei fällt es schwer zu entscheiden, welche Zeitebene einem besser gefällt, denn beide sind so voller Witz, Humor und Charme, dass beide Geschichten wunderbar funktionieren. Selbst die Liebesgeschichte stört kaum, denn sie wird im Schnelldurchlauf erzählt und Deadpool hatte schon vor seinem „Unfall“ eine große Klappe. Der Film bietet einige brutalen Szenen, die ungeschnitten gezeigt werden, aber nie zu Übertrieben sind. Das Publikum liegt in jeder zweiten Szene auf dem Boden vor Lachen, aber trotzdem punktet der Film als Actionfilm und auch anrüchige Witze landen nie unter der Gürtellinie. Es gibt unzählige Anspielungen auf das Marvel Cinematic Universe, die X-Men Filme, Green Lantern, etc, die für Fans zu noch mehr Erheiterung führte. Aber auch ohne vorher einen einzigen Marvel Film gesehen zu haben ist Deadpool in vollen Zügen zu genießen.
Ryan Reynolds übernimmt die Rolle des Wade Wilson bzw. des Deadpools. Er spielte die Rolle bereits im X-Men Universum in X-Men Origins: Wolverine. Dort hatte Deadpool aber eher einen kleinen Auftritt und konnte nicht überzeugen. Dafür gibt Reynolds in diesem Film alles. Wilson ist ein sarkastischer Söldner und wird zu einem sarkastischen… Held? Das bestreitet Deadpool die ganze Zeit und wirklich ein Held ist er nicht. Aber auf der Suche nach dem Mann, der ihn bei der Krebsheilung entstellt hat. Zur Seite stehen ihm mehrere Sidekicks, die ebenfalls alle ihren eigenen Charme und Humor haben.
Ed Skrein übernimmt die Rolle des Francis bzw. des Ajax. Damit übernimmt er die Rolle des Antagonisten also im Prinzip des Bösen (Kann man Deadpool daher als den Guten bezeichnen?). Eiskalt und mit einem sehr trockenen Humor ist er der perfekte Gegenspieler.
Auch die anderen Rollen sind alle sehr durchdacht besetzt. Es gibt keine Rolle, die nicht wie die Faust aufs Auge in den Film passt. Mit einer Spielzeit von unter 2 Stunden ist Deadpool für Marvel Verhältnisse ein kurzer Film. Dadurch wirkt aber auch keine Szene künstlich in die Länge gezogen, sondern der Film nimmt sich genau die Zeit, die er braucht, um die Geschichte zu erzählen. Die Vorgeschichte, die Suche nach Rache und natürlich die obligatorische Endschlacht. Alles hat eine gute Länge und braucht nicht mehr Zeit, um erzählt zu werden. Die Schauplätze sind gut gewählt und auch an den Effekten ist nichts auszusetzten.

Alles in allem überzeugt Deadpool in allen Blickpunkten und lässt keinen Raum für Kritik. Dafür gibt es 10 von 10 möglichen Punkten.

Ant-Man

Am 23.07.2015 erscheint der neue Film aus dem Hause Marvel. Ich habe ihn in einer Vorpremiere bereits gesehen.

Kurz zur Story: Vor vielen Jahren entwickelte der Forscher Hank Pym ein Serum, um Gegenstände verkleinern zu können. Mithilfe eines Anzuges kann er sich selbst schrumpfen und wurde zu Ant-Man. Doch Howard Stark versuchte das Serum zu kopieren und für seine Zwecke zu nutzen. Aus Angst versteckt er sowohl das Serum als auch den Anzug. Doch Jahre später entwickelt Darren Cross, Geschäftsführer in Pyms Firma, ein ähnliches Serum. Um eine Katastrophe zu verhindern, rekrutiert Pym den jungen Scott Lang, um den Ant-Man wieder aufleben zu lassen.

Als ich den ersten Trailer gesehen habe, war ich sehr skeptisch gegenüber den Film, denn er wollte nicht in das mir bekannte Marvel-Universum passen. Ich kenne Hank Pym als Ant-Man und vorallem auch zusammen mit Wasp als Gründungsmitglied der Avengers. Daher war es für mich sehr ungewöhnlich, dass Hank Pym im Film Alt ist und auf einmal Scott Lang der Ant-Man sein soll. Aber ich habe das recherchiert! Hank Pym ist in den Comics Gründungsmitglied überlässt seine Identität aber in The Avengers #181 Scott Lang. Also hält sich der Film doch an Comicvorlagen, was zuvor meine Zweifel ausgelöst hatten.
Auch ansonsten passt sich der Film sehr gut in das bereits bestehende Marvel Cinematic Universe ein. Es knüpft an den letzten Avengersteil an und bietet immer wieder bekannte Gesichter durch Gastauftritte und bietet in den allseits bekannten After Credit Scenes auch wieder die Überleitung zum nächsten Film aus dem Hause Marvel. Etwas zu kurz kommt hier jedoch Hydra, da sie zwar erwähnt wird, aber im Gegensatz zu anderen Marvel-Filmen kaum Macht und Einfluss hat und sehr schnell vom Helden verscheucht wird.
Die Handlung an sich ist spannend gestaltet, auch wenn sie wenig überraschendes birgt. Das erste Drittel des Filmes erinnert dann auch eher an MacGyver.
Mehrfach ging mir während des Films der Satz „MacGyver trifft auf Lex Luthor“ durch den Kopf. Denn während der Held Scott Lang teilweise als MacGyver mit seinen genialen Einfällen dargestellt wird, scheint der Bösewicht Darren Cross aus dem DC Universum entnommen worden zu sein. Sowohl mit seiner Glatze, als auch mit seinem Vaterkomplex und seinem Wahn erinnert er doch sehr an Supermans Erzfeind. Trotz allem hat der Film seinen ganz eigenen Charme und punktet mit seinem typischen Marvel-Humor. Das Ende ist leider für meinen Geschmack etwas zu abgespaced, bewegt sich aber im Bereich des Erträglichem.
Und eins muss man dem Film lassen. Mir waren Ameisen noch nie so sympathisch! Der Film schafft es ihren Nutzen und ihre Fähigkeiten darzustellen und lässt dem Zuschauer gleichzeitig noch eine gewisse Beziehung zu ihnen aufbauen. Das schafft auch nicht jeder!

Alles in allem ist der Film wieder eine Bereicherung für das Marvel Cinematic Universe. Wer jedoch mit Marvel nichts anfangen kann, sollte auch diesen Film eher meiden. Ich gebe ihm solide 07 von 10 möglichen Punkten.

Avengers – Age of Ultron

Am 23.05.2015 war das dreijährige Warten auf eine Fortsetzung des Avengersfilms vorbei.

Kurz zur Story: Inspiriert durch die künstliche Intelligenz aus Lokis Zepter, entwickelt Tony Stark (Iron Man) zusammen mit Bruce Banner (Hulk) ebenfalls eine künstliche Intelligenz, die auf JARVIS Computersystem basiert. Sie soll eigentlich zum Schutz der Menschheit dienen, doch entwickelt sie schnell ein Eigenleben und entwickelt zudem einen Hass auf die Menschheit und seinen Schöpfer. Nun müssen die Avengers ihre bisher größte Aufgabe meistern und zugleich zeigen, dass sie untereinander weiterhin zusammen halten.

Jeder, der meinen Blog ein wenig verfolgt, weiß, dass ich ein riesengroßer Marvel-Fan bin. Der erste Avengersfilm gehört zu meinen absoluten Lieblingsfilmen. Drei Jahre musste ich auf die Fortsetzung warten, nur um jetzt bitterlich enttäuscht zu werden. Gleich vorweg, vielleicht ist der Film gar nicht sooo schlecht, aber meine Erwartungen waren halt sehr hoch.

Die eigentliche Grundstory um Ultron ist gut durchdacht und auch gut umgesetzt. Aber dies hat Joss Whedon diesmal wohl nicht gereicht. An sich hat Whedon für seine bisherigen Werke meine absolute Bewunderung. Aber diesmal wollte er zu viel. Neben der Hauptstory, die an sich schon für einen Film mit Überlänge reicht, kamen noch angefangene und teilweise auch überflüssige Handlungsnebenstränge dazu, die absolut nicht in den Film passten, weder zeitlich noch thematisch. Es werden neue Charaktere eingeführt, diese aber auch zu wenig beleuchtet, so dass man sich mit ihnen nicht identifizieren konnte.
Aber eins nach dem anderen. Die Idee Whedons die Ängste der Charaktere einzuführen – herbeigeführt durch den neuen Charakter Scarlett Witch – ist an sich nicht schlecht, aber der Film scheint keine Zeit dafür zu haben, weswegen sie nur in einzelnen Traumsequenzen angesprochen werden. Dadurch scheint das Thema so wahllos in den Film geschnitten, ohne näher durchleuchtet zu werden oder irgendeinen großen Einfluss auf die Handlung zu haben.
Die Hintergrundgeschichte von Black Widow ist durchaus spannend. Die Erläuterung, wie sie zur eiskalten Killerin geworden ist, ist interessant, hätte aber gerne noch ein wenig genauer erzählt werden können. Dies aber im Zusammenhang mit einer absolut unpassenden Liebesgeschichte zu Bruce Banner (Hulk) zu erzählen, ist doch fragwürdig. Wieso muss in jedem Film immer mindestens eine Liebesgeschichte vorkommen? Für mich unbgefreiflich, weil es den Filmfluss zumindest bei Age of Ultron zerstört und auch nicht zu den Charakteren passen will. Black Widow ist zur eiskalten Killerin erzogen worden, da passt die Liebesgeschichte nicht dazu. Genauso wie bei Bruce, der mit seinen Agressionsbewältigungsproblemen genug beschäftigt ist. Und was ist aus Betty Ross geworden? Bruces große Liebe aus den bisherigen Hulk-Filmen? Für mich eine absolut störende Nebenhandlung.
Fast noch störrender finde ich jedoch die Nebenhandlung mit Hawkeye und seiner Familie. Von einer eher vernichtenden Schlacht der Avengers wird in eine Familienidylle gehüpft, die einem eher das Gefühl gibt in einen anderen Film gehüpft zu sein. Hier wurde wertvolle Filmzeit geopfert, die besser in die Hauptstory investiert worden wäre, denn die kann man schnell mal aus den Augen verlieren.

Ansonsten bietet der Film alles, was man von einem Marvel-Film erwartet: Spannende Actionszenen und humorvolle Dialoge. Leider ist die Handlung so wirr und überladen, dass man gar nicht dazu kommt dies zu genießen.

Alles in allem bin ich von dem Film echt enttäuscht und selbst mit Marvelbonus schafft der Film nur 6 von 10 möglichen Punkten.

The Guardians of the Galaxy

Ebenfalls am 28. August kam ein neuer Marvelfilm mit neuen Charakteren in die deutschen Kinos unter der Regie von James Gunn.

Kurz zur Story: Peter Quill wird 1988 nach dem Tod seiner Mutter von einem Raumschiff entführt. 26 Jahre später treffen wir Peter wieder, der sich inzwischen Star Lord nennt. Er ist inzwischen ein Weltraumplünderer und raubt am Anfang des Filmes den sogenannten Orbs. Doch hinter diesem Stein ist auch Ronan der Ankläger her, der mit Thanos (bekannt aus The Avengers) ein Abkommen hat. Diese wollen ganze Zivilationen auslöschen. Als Peter den Orb verkaufen will, trifft er auf Gamora, die Ziehtochter von Ronan. Diese will den Orb, weil sie sich von Ronan loslösen will. Gleichzeitig treffen sie auf Groot und Rocket, die es auf Peter wegen seines Kopfgeldes abgesehen haben. Im Endeffekt landen alle vier im Gefängnis, wo sie sich zusammenschließen, da sie den Orb für viel Geld verkaufen können und er Ronan nicht in die Finger kriegen soll.

Endlich ein neuer Marvel Film! Als großer Marvel Fan konnte ich es kaum erwarten. Da die ursprünglichen Comics aus dem Jahre 1969 nicht so positiv ankamen, waren mir die Charaktere vor dem Film unbekannt und nach den Trailern konnte ich nicht sagen, ob mich die Charaktere überzeugen. Doch das haben sie eindeutig! 5 Sonderlinge tun sich zusammen und bilden so eine lustige Gruppe, die einen Actionfilm bieten, der den typischen Marvelhumor hat. Der Film bietet für jeden etwas, Humor, bildgewaltige Action gelungene Dialoge und die angedeutete Nachricht, dass abgebrüht wirkende Sonderlinge auch Gefühle haben.

Ein Muss für alle Marvel- und Comicverfilmungfans! Zudem Empfehlung für alle anderen. Der Film bekommt von mir 8 von 10 möglichen Punkten.

Captain America 2 – The Return of the First Avenger

„Achtung Links!“ Am 27.03.2014 erschien ein Film im Kino, auf den ich mich schon seit über einem Jahr gefreut hatte. Marvel brachte uns endlich die Fortsetzung zu Captain America. Zur Einordnung: Der Film spielt in der heutigen Zeit, also weit nach dem ersten Teil (der zur Zeit des zweiten Weltkrieges spielte). Captain America ist aus seinem Eiskoma erwacht und hat bereits in „The Avengers“ wieder die Welt gerettet.

Kurz zur Story: Captain America versucht sich an die heutige Welt zu gewöhnen, doch vieles ist ihm noch unbekannt, da er um die 70 Jahre im Koma gelegen hat. Gleichzeitig hilft er als Agent von S.H.I.E.L.D. Doch bald bemerkt er, dass ihm ständig Informationen vorenthalten werden. Schließlich erfährt er von dem Projekt Inside, dass ein ausgefeiltes Präventivschlagsystem enthält. Er konfrontiert Director Fury damit, der auch Bedenken entwickelt und den Kopf von S.H.I.E.L.D. bittet, das Projekt vorerst auf Eis zu legen. Doch kurz darauf wird Fury von dem mysteriösen Winter Soldier angegriffen und stirbt. Kurz darauf stellt sich S.H.I.E.L.D. auch gegen Captain America. An der Seite von Black Widow flieht er und versucht das Projekt Inside aufzudecken. Dabei findet er auch heraus, dass ihm der Winter Soldier gar nicht so unbekannt ist.
(Das ist eine sehr komplexe Story, die ich versucht habe sehr kurz zu fassen. Für weitere Informationen einfach die Handlung bei Wikipedia oder einer Internetseite eurer Wahl nachlesen).

Ich bin ein sehr großer MARVEL Fan und bin daher wieder absolut begeistert! Gleichzeitig muss ich sagen, dass MARVEL sich wieder selbst übertroffen hat, denn der Film ist besser als fast alle vorherigen. Ich habe von einigen gehört, dass sie am Anfang nicht so überzeugt waren ins Kino zu gehen, weil der erste Captain America Film nicht so sehr überzeugt hat und auch das Auftreten in The Avengers nicht so positiv ankam. Er trägt das Vorurteil des Spielverderbers und Moralapostels (gerade nach The Avengers). Doch MARVEL zeigt hier eine ganz neue Facette und wirft gleichzeitig komplett die bisher geschaffene Welt auf den Kopf. Dies kommt bei Zuschauern und Kritikern gleichermaßen gut an, auch wenn wieder die Leichtigkeit und der Witz vermisst wird (wie beispielsweise in Iron Man).
Schauspielerisch gesehen absolut gut besetzt. Chris Evans spielt weiterhin seine Rolle souverän und Schauspielegenden, wie Robert Redfort und Samuel L. Jackson zeigen wieder, was sie drauf haben. Was mich weiterhin etwas stört ist die Besetzung der Black Widow, da Scarlett Johansson für mich viele Rollen verkörpern kann, nur keine taffe Agentin.

Alles in allem empfehle ich den Film jeden, der auch nur im Entferntesten etwas mit Comicverfilmungen anfangen kann. Der Film erhält von mir 8 von 10 möglichen Punkten.