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Über Shalima Moon

Mit Jahrgang 1993 hab ich es inzwischen auf süße 32 Jahre geschafft. Ursprünglich aus Braunschweig kommend, lebe ich inzwischen im schönen Brandenburg. Hauptberuflich bin ich Buchhalterin freizeitlich gehe ich leidenschaftlich gerne ins Kino oder backe meinem Freundeskreis ein wenig Hüftgold. Auf die Idee für den Blog kam ich, da ich wie gesagt leidenschaftlich gerne ins Kino gehe und regelmäßig von meinem Freundeskreis nach Filmempfehlungen gefragt werde. Anstatt ständig das gleiche zu erzählen, schreib ich es nun einmal auf und jeder kann es nachlesen. Natürlich bin ich mir bewusst, dass ich keine professionelle Kritikerin bin. Darum geht es bei diesem Blog auch gar nicht. Hier schreibe ich einfach nur meine Gedanken auf und gebe ein kurzes Feedback und hoffe damit Leuten bei der Filmwahl zu helfen.

Beetlejuice Beetlejuice

Ein Vorwort

Da die ganzen Remakes und Reboots im Kino nicht mehr so richtig zogen, wurde es nun Zeit für Filme, die im 20. Jahrhundert gut funktionierten, aber damals dann noch nicht ausgeschlachtet wurden, nun ihre zweiten Teile bekommen. Eines der Werke ist nun Beetlejuice geworden. Immerhin mit Originalregisseur Tim Burton mit an Bord. Warum den Film wohl keiner gebraucht hat, er aber doch gut funktioniert hat, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Der Filmtitel als Fanart des Kinoposters vor Filmklappe

Die Handlung

Zur Beerdigung ihres Vaters reist Lydia Deetz zurück in das Haus ihrer Kindheit. Mit dabei sind ihre Stiefmutter und ihre rebellische Tochter Astrid. Vor Ort gibt es dann auch allerlei Drama, was Astrid zur Flucht bringt. Doch kurz darauf gerät sie in ernsthafte Gefahr und ihrer Mutter bleibt nichts anderes übrig als Beetlejuice zu rufen. Dieser erträumt sich noch immer eine Hochzeit mit ihr und sieht seine Chance gekommen.

Meine Meinung

Beetlejuice war einer der Tim Burton Filme, die ich erst ziemlich spät entdeckt hatte. So fehlte mir wohl die gewisse nostalgische Note, weswegen ich dem Film weit weniger abgewinnen konnte, als anderen Filmen des Kultregisseurs. In Vorbereitung auf den zweiten Teil habe ich ihn auch noch ein weiteres Mal geschaut und habe zwar die vielen Anspielungen verstanden, konnte mich aber dennoch nicht richtig mit der Handlung anfreunden. Dennoch war ich gespannt auf den zweiten Teil.
Dieser spielt viele Jahre nach dem ersten, so dass bekannte Gesichter, deren Schauspielenden durchaus gealtert sind, auch wieder gut eingebunden werden konnten. Zunächst mussten also alle alten und neue Akteure vorgestellt werden. Hier wurde sich zwar Mühe gegeben auch neue Zuschauenden mit abzuholen, dennoch ist das Vorwissen aus dem ersten Film durchaus angebracht, um die genaue Konstellation zu verstehen. Sobald wird es zurück an den Schauplatz aus dem ersten Teil schaffen, kommt dann auch die Handlung so langsam in Schwung. Zwar durchaus chaotisch und so richtig ist erstmal nicht zu erkennen, worauf es hinauswill. Zumindest Michael Keaton hat durch den Kultstatus um seine Figur durchaus profitiert, denn er hat diesmal deutlich mehr Leinwandzeit bekommen und durfte bereits vor seiner ersten Rufung agieren.
Und im Grunde hat der zweite Teil auch eine überschaubare Grundhandlung, die relativ gut funktioniert. Nur, dass sie nicht für einen kompletten Film gereicht hat und so noch unzähllige Nebenhandlungen aufgemacht werden, die den Film auf eine noch immer überschaubare Länge von 105 Minuten gebracht hat. Aber abgesehen von einer sehr gut inszenierten Auftaktserie, war die ganze Handlung rund um Beetlejuice Ex-Frau sehr ins Leere laufend. Zumal das Finale dann auch sehr schnell geklärt war, wofür aber alles etwas zu stark aufgebaut wurde.
Ich könnte hier noch allerhand Kleinigkeiten aufzählen, die in der Gesamtheit deutliche Einbußen bei Logik und Handlungsfokus hatten. Aber – und das ist ein großes Aber – ich hatte während des Schauens auch einfach Spaß! Die Witze haben funktioniert, waren gut aufgebaut, es war spannend, und wusste auch stets zu überraschen. Die Charaktere waren zwar wieder alle überzeichnet, aber auf eine so herrliche Art, dass es gut funktioniert hat.
So war Beetlejuice Beetlejuice vielleicht nicht der beste Film aller Zeiten und hat auch mit deutlichen Logiklöchern und losen Handlungssträngen zu kämpfen, kann aber durch seine Skurilität überzeugen und schafft es einfach einen unterhaltsamen Film auf die Kinoleinwand zu bringen. Das ganze System rund um die Bürokratie im Jenseits wurde nochmal deutlich ausgebaut und funktioniert durch die Nähe zur Realität einfach zu gut.

Das Fazit

Beetlejuice Beetlejuice ist ein Sequel, das nach all den Jahren zwar keiner brauchte, aber durch ausreichend lustige Einfälle durchaus zu unterhalten weiß, solange man über diverse Logiklöcher hinwegschauen kann. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

Beetlejuice Beetlejuice läuft seit dem 12.09.2024 in den deutschen Kinos

Rückblick auf das dritte Quartal 2024

Der Herbst ist da, es ist kalt und regnerisch und damit die perfekte Zeit für viele flauschige Lesestunden. Das Sommerloch im Kino war noch vorhanden, könnte sich jetzt aber in Richtung der Wintermonate wieder verbessern. Das Jahr rast wieder nur so dahin und schon wird es wieder Zeit für meine Top 5 Listen der Highlights aus dem vergangenen Quartal. Viel Spaß!

Ansammlung der im Beitrag erwähnten Filme und Bücher auf einer lila Couch

Meine fünf Kinohighlights

To the Moon: Im Zuge des Vietnamkriegs droht die NASA wertvolle Geldressourcen zu verlieren und so den Flug zum Mond nicht zu schaffen. Dafür wird Kelly Jones verpflichtet, die durch gut durchdachte Marketingtricksereien das Image ordentlich aufpolieren kann. Zeitgleich fühlt sie sich immer mehr zum ernsten Leiter des Projekts Cole Davis hingezogen. Doch die Regierung hält nichts von der Idee die Mondlandung live zu senden, falls es scheitert. Und so soll Kelly im Studio diese inszenieren. Nur, dass Cole davon absolut nichts erfahren darf. – Eine wunderbare Liebesgeschichte mit sehr neuem Hintergrund. Funktioniert sehr gut, auch wenn Johannsen Tatum absolut an die Wand spielt.

Deadpool & Wolverine: Wade Wilson aka Deadpool hat sich in ein paralleles Universum zurückgezogen, wo Vanessa noch am Leben ist. Dennoch läuft sein Alltag eher schleppend. Bis die TVA an seine Tür klopft und ihm gesteht, dass sie seine Welt auslöschen wollen, da durch den Tod Wolverines in Logan der Ankerpunkt fehle. Doch Deadpool sieht gar nicht ein, sich damit zufrieden zu geben und begibt sich auf die Suche nach einem neuen Wolverine. Nur, dass die Lösung damit noch nicht gefunden ist. – Der erste Multiversumfilm, der funktioniert, aber auch nur, weil genug Filme diesen vorbereitet haben. Bringt zwischendurch gute Pointen, man muss sie aber zwischen den ganzen 08/15 Witzen finden.

Zwei zu eins: 1990 ist das Ende der DDR besiegelt. Die Arbeitslosigkeit steigt und die Frist zum Umtauschen des Geldes in Westmark steht bevor. Doch die Bewohner eines Hochhauses finden durch Zufall in einem bewachten Schacht die eingelagerten Millionen der bald wertlosen Ostmark. Sie entwickeln ein ausgeklügeltes System, um das Geld umzutauschen. – Starker deutscher Film, der seine Prämisse bis zum Ende halten kann und wunderbar als Komödie mit ernsteren Einschlägen funktioniert.

One Life: Nicholas „Nicky“ Winton ist Börsenmarkler und reist 1938 nach Prag, um Geflüchteten Familien zu helfen, die vor Hitlers Mobilmachung flohen. Dabei ist er bestürzt über die Zustände und versucht alles, um zumindest die Kinder nach Großbritannien zu evakuieren. Dabei steht ihm vor allem die Bürokratie im Weg. Fünfzig Jahre später räumt Nicky sein Büro auf und findet das Album über die evakuierten Kinder. Er begibt sich auf die Suche nach einer Zeitung, die darüber berichten will. – Berührendes Drama über einen unbekannteren Teil der Geschichte mit starken Schauspielenden. – Cinemathek

Beetlejuice Beetlejuice: Zur Beerdigung ihres Vaters reist Lydia Deetz zurück in das Haus ihrer Kindheit. Mit dabei sind ihre Stiefmutter und ihre rebellische Tochter Astrid. Vor Ort gibt es dann auch allerlei Drama, was Astrid zur Flucht bringt. Doch kurz darauf gerät sie in ernsthafte Gefahr und ihrer Mutter bleibt nichts anderes übrig als Beetlejuice zu rufen. Dieser erträumt sich noch immer eine Hochzeit mit ihr und sieht seine Chance gekommen. – Auch, wenn es den zweiten Teil vielleicht nicht gebraucht hätte, so schafft er es doch eine lustige Geschichte zu erzählen, die guten Fansupport bietet und mich nachhaltig unterhalten hat.

Meine fünf filmischen Highlights

Batman Forever: Während Batman damit beschäftigt ist Two-Face das Handwerk zu legen, der Rache auf Batman sinnt, kommt es bei Wayne Industries zu einer neuen Entwicklung des exzentrischen Edward Nygma. In seiner neuen Identität als Riddler schickt Nygma Batman Briefe, um an sein Gehirn zu kommen. Dafür tut er sich mit Two-Face zusammen. Batman hat unterdessen den Waisen Dick Grayson unter seine Fittiche genommen, da er den Tod seiner Familie durch Two-Face nicht verhindern konnte. Dieser will nun Batmans rechte Hand werden. – Ich liebe die Bromance von Two-Face und dem Riddler einfach. Der Rest ist etwas naja und gerade Nicole Kidman ist einfach nur überflüssig, aber die beiden Bösewichte haben einen großen Platz in meinem Herzen gewonnen. 

Psycho: Marion Crane unterschlägt 40.000 Dollar ihres Arbeitsgebers und flieht aus der Stadt. Nachdem sie damit einen Polizisten und einen Autohändler misstrauisch gemacht hat, landet sie in einem abgelegenen Motel. Der Besitzer Norman Bates versucht etwas unbeholfen sich der Frau zu nähern, doch seine Mutter scheint von dem Besuch wenig zu halten. Später machen sich ein Privatdetektiv und Marions Schwester und Ex-Freund auf die Suche nach ihr und landen dabei ebenfalls in Bates Motel. Doch das geht nicht für alle glimpflich aus. – Bisher mein liebster Alfred Hitchcock Film. Der hat mich einfach bekommen, durch seine gute Atmosphäre.

Mein Nachbar Totoro: Professor Tatsuo Kusakabe zieht mit seinen Töchtern Satsuki und Mei aufs Land. Die Mutter erholt sich aktuell im Krankenhaus von einer schweren Krankheit. In diesem Sommer erleben die Schwestern allerhand Dinge. Unter anderem treffen sie auf Totoros, Waldgeister, die nur Kinder sehen können. – Liebevoller Anime, super Sommerstimmung und tiefgehende Familiengeschichte.

Kikis kleiner Lieferservice: Kiki ist frisch 13 geworden und das bedeutet für Hexen, dass sie sich ihren Besen schnappen und sich eine eigene Stadt suchen. Dort müssen sie ein Jahr lang beweisen, dass sie auf eigenen Beinen stehen können. Übermotiviert sucht sich Kiki eine Stadt am Meer. Doch so einfach ist das allein zurechtkommen, dann doch nicht. – Ein süßer unaufgeregter Anime.

BTS – Speak Yourself: Konzertfilm. Im Rahmen des Releases ihrer dreiteiligen Albumreihe Love Yourself gehen sie auf mehrjährigen Welttournee. Mehrere Konzerte davon wurden mitgefilmt und später veröffentlicht. Gesehen habe ich das Konzert aus London. – Wieder ein absolut gelungenes Konzert.

Meine fünf serientastischen Highlights

My Dress-up Darling – Staffel 1: Gojos Familie führt eine Manufaktur zur Herstellung von Puppen, wodurch er eine besondere Begeisterung zu Handarbeiten hat. Deswegen wird sich gern über ihn lustig gemacht. So glaubt er es auch, als Marin, eine der beliebtesten Mädchen, auf ihn zukommt. Doch diese möchte unbedingt ein Cosplay nähen, ist dafür aber zu ungeschickt. Dabei findet sie sein Hobby sehr faszinierend. Eine Freundschaft entwickelt sich. – Gute Umsetzung des Mangas, umschifft gut einzelne Stolpersteine

Good Witch – Staffel 1-3: Cassie Nightingale lebt in der Kleinstadt Middleton und ist für ihre Vorahnungen und Kräutermedizin bekannt. Als nebenan der Arzt Sam Radford mit seinem Sohn Nick einzieht. bekommt sie einen großen Kritiker, der jedoch nach und nach erstaunliches feststellt. – Super cosy Herbstserie mit einer überschaubaren Portion Drama.

Beyond Paradies – Staffel 1: DI Humphrey Goodman hat seine Stelle in der Karibik aufgegeben, um seiner großen Liebe Martha zurück nach London zu folgen. Inzwischen sind die beide ins beschauliche Shipton Abbott gezogen, wo Martha herkommt. Sie will dort ein eigenes Restaurant eröffnen, während Humphrey eine Stelle im kleinen Polizeirevier des Ortes annimmt. Dort müssen sich seine neuen Kolleg*innen erst einmal an seine Eigenheiten gewöhnen. – Sehr gelungenes Spin-off zu Death in Paradise, funktioniert gut mit abgewandeltem Konzept und Humphrey einfach wieder in seinem Element

Criminal Minds – Staffel 7-8: Das BAU-Team des FBI ist spezialisert auf Fälle mit Serientätern, wo sie Profile für erstellen. Dabei reisen sie zu den einzelnen Polizeistationen, die ihre Hilfe anfordern.Bleibt auf gewohntem Niveau, das Staffelfinale war für den großen Aufbau des Films sehr ernüchternd, aber die Fälle pro Folge sind ganz interessant

The American BBQ Showdown – Staffel 3: Grillfans aufgepasst! Eine tolle Grillchallengeserie nach dem Prinzip der typischen Kochwettbewerbe. Nichts für Vegetarier und wahrscheinlich auch mit wenig Nachkochpotenzial – Wieder eine spannende Staffel und diesmal wirklich tolle Kandidat*innen

Meine fünf buchigen Highlights

Dangerously Close: Liv ist Journalismusstudentin und steht kurz vor ihrer Masterarbeit. Diese würde sie nur zu gern über den Fall der ermordeten Sarah Mills schreiben, zumal sie an dem Abend auf der gleichen Party war. Doch dafür braucht sie ein Interview mit Weston Vermont, dem Mörder Sarahs. Doch der hat seit seiner Verurteilung nichts mehr dazu gesagt. Durch ihre Hartnäckigkeit bekommt sie ihr Interview, doch beide konnten die Folgen ihres Treffens nicht vorhersehen. – Fand die Prämisse eigentlich sehr fragwürdig, aber die Autorin hat eine wirklich runde und gute Geschichte draus gezaubert.

Not in Love: Rue Siebert ist stolz auf ihre Arbeit bei einem Start-up, wo sie als Wissenschaftlerin sich ganz der Forschung widmen kann. Doch dann tauchen neue Investoren auf und scheinen die Firma anzugreifen. Mit dabei ist Eli Killgore, mit dem Rue fast einen One-Night-Stand hatte. Und obwohl sie auf unterschiedlichen Seiten zu stehen scheinen, kommen sie einfach nicht voneinander los. – Sehr spice-lastig und dennoch wieder eine starke Geschichte von Ali Hazelwood, mit weniger Witz, aber mit viel Tiefgang.

The Whitestone Hospital 4 – Saved Dreams: Auch wenn Assistenzärztin Jane alles versucht hat, sie kommt um die Gynäkologie nicht herum. Und auch, wenn Oberärztin Abby ihr Herz zum schnellerschlagen bringt, so muss sie sich doch einem Trauma stellen, das sie trotz Therapie nie überwunden hat. – Große Liebe für diese Reihe und Ava Reed hat es mal wieder geschafft mich komplett in den Bann zu ziehen und so viele Emotionen reinzubringen. Freue mich sehr auf Band 5!

Dunkles Wasser: Kate Linvilles Fall wird ihr entzogen, obwohl sie alles richtig gemacht hat. Genau zu der Zeit trifft ihr Ex-Kollege Caleb Hale in Frankreich auf eine junge Frau, deren Roadtrip-Freundin verschwunden ist. Vor vielen Jahren hat sie ein entsetzliches Massaker an ihrer Familie als Einzige überlebt. Holt sie die Vergangenheit ein? – Diesmal war ich von Anfang an in der Geschichte und habe es praktisch inhaliert. Sehr spannend und konnte mich am Ende auch noch sehr überraschen.

Schlachtenlärm in Vertikow: Eigentlich wollte Peer mit seiner Frau Sascha nur einen Ausflug zur Heimatstätte Vertikows machen. Doch dann wird eine Leiche gefunden, die dort wohl schon seit einer großen Schlachtnachstellung liegt. Peer wittert einen neuen Fall, doch der Hauptkommissar macht ihm einen Strich durch die Rechnung. Bis sich gleich zwei Frauen bei Peer melden, da sie ihre Unschuld beweisen wollen. Und so stürzt sich Peer doch wieder in die Ermittlungen. – Auch der dritte Fall hat mir gut gefallen, auch wenn Peer wieder in unsympathischere Gefielde abgedriftet ist, aber das macht auch irgendwie den Charme aus, weil es alles nachvollziehbar geschrieben ist.

Was waren eure Highlights im dritten Quartal?

Rückblick auf den September 2024

Der Herbst ist da! Anstatt vorsichtig anzuklopfen, hat er die Tür eingetreten und gesagt „Tada, da bin ich“. Also beginnt nun wieder die cosy Lesezeit und zumindest meine Herbstserie steht fest! Aber nun wollen wir noch einmal auf den September zurückblicken.

Filme – auf großer Leinwand gesehen

Die Ironie des Lebens: Edgar tourt mit Ende 60 noch immer durch Deutschland und macht seinem Ruf als erfolgreicher Comedian alle Ehre. Doch abseits der Bühne ist er in sich gekehrt und einsam. Bis er nach 25 Jahren wieder auf seine Ex-Frau trifft, die unheilbar an Krebs erkrankt ist. In ihren letzten Tagen kommen sie sich wieder näher und Eva beschließt spontan ihn auf seiner Tour zu begleiten. – Ungewohnt nachdenklicher deutscher Film, der sich nicht von Witz zu Witz hangelt.

Was ist schon normal?: Pablo und Lucien haben frisch ein Juweliergeschäft ausgeraubt. Um vor der Polizei zu fliehen geraten sie in den Bus einer Gruppe Menschen mit Behinderung, die auf dem Weg ins Sommercamp ist. Während Pablo sich ebenfalls als behindert ausgibt, mimt Lucien dessen Sonderpädagoge. Dabei werden sie mit ihrer eigenen Weltsicht konfrontiert und erleben ein unvergessliches Abenteuer. – Gelungene Komödie, die ihre Pointen gut setzt und um den üblichen Ablelismus rumkommt.

Borderlands: Die kopfgeldjägerin Lilith muss auf ihren Heimatplaneten Pandora zurückkehren, der eine Hochburg von kriminellen Banden ist. Sie soll die Tochter eines einflussreichen Bösewichts zurückbringen. Vor Ort muss sie jedoch feststellen, dass der Auftrag nicht so leicht zu erledigen ist, wie erhofft. – Videospielverfilmung, die leider überhaupt nicht weiß, was sie erzählen will und sich auf allesamt unsympathische Charaktere stützt, was nicht funktioniert.

Beetlejuice Beetlejuice: Zur Beerdigung ihres Vaters reist Lydia Deetz zurück in das Haus ihrer Kindheit. Mit dabei sind ihre Stiefmutter und ihre rebellische Tochter Astrid. Vor Ort gibt es dann auch allerlei Drama, was Astrid zur Flucht bringt. Doch kurz darauf gerät sie in ernsthafte Gefahr und ihrer Mutter bleibt nichts anderes übrig als Beetlejuice zu rufen. Dieser erträumt sich noch immer eine Hochzeit mit ihr und sieht seine Chance gekommen. – Auch, wenn es den zweiten Teil vielleicht nicht gebraucht hätte, so schafft er es doch eine lustige Geschichte zu erzählen, die guten Fansupport bietet und mich nachhaltig unterhalten hat.

Filme – auf großem Fernseher gesehen

Erneut gesehen in Vorbereitung auf den zweiten Teil habe ich: Beetlejuice (Nicht mein Lieblingsburton, aber hatte schon ikonische Einfälle)

Der Dschungel der 1000 Gefahren: Die Familie Robinson kommt aus der Schweiz und wollte eigentlich in Neuginea ein neues Leben anfangen. Durch die Verfolgung durch Piraten und einen Sturm werden sie von der Crew allein zurückgelassen und laufen schließlich auf Grund. Sie schaffen es auf eine Insel zu fliehen und versuchen dort ein neues Leben anzufangen. Dabei müssen sie allerhand Gefahren überwinden. – Sehr langweiliger und unlogischer Abenteuerfilm.

BTS: Speak Yourself: Konzertfilm. Im Rahmen des Releases ihrer dreiteiligen Albumreihe Love Yourself gehen sie auf mehrjährigen Welttournee. Mehrere Konzerte davon wurden mitgefilmt und später veröffentlicht. Gesehen habe ich das Konzert aus London. – Wieder ein absolut gelungenes Konzert.

Filme – leider in diesem Monat verpasst

Ganz knapp nicht auf die Liste geschafft, haben es: The Crow & Die Fotografin

Serien – ein etwas ausführlicherer Überblick

Die Schurken von Nebenan – Staffel 1 (Schlechte Animation, typische Disney Channel Serie mit platten Dialogen, aber funktioniert gut für zwischendurch)

Good Witch – Staffel 1-3 (Super cosy Herbstserie, habe mich sehr schnell in die Serie verliebt, tolle Charaktere, entspannter Dramaanteil)

Westworld – Staffel 4 (Alles, was in Staffel Drei schon nicht mehr funktioniert hat, wird hier nochmal verschlechtert, ich bin überhaupt nicht mehr durchgestiegen, kein Wunder, dass die Serie abgesetzt wurde)

The Rising of the Shield Hero – Staffel 1 (Bin ich leider überhaupt nicht mit warm geworden. Sobald mal ein „normales“ Gepsräch geführt wurde, kam gleich wieder eine Nervtröte und es war einfach nur anstrengend)

Beyond Paradise – Staffel 1* (Sehr gelungenes Spin-off zu Death in Paradise, funktioniert gut mit abgewandeltem Konzept und Humphrey einfach wieder in seinem Element)

Mein Lesemonat

Bücher insgesamt: 17
Seiten insgesamt: 4.892
Seiten pro Tag: 163 im Durchschnitt
Gebundenes Buch: 2
Taschenbuch: 5
Comic/Manga/Graphic Novel: 7
Hörbuch: 3

Tee? Kaffee? Mord! 6 – Tod eines Schneemanns: Direkt vor Natalie Ames Pub steht eines Morgens ein riesiger Schneemann. Doch als ein Transporter beim Glatteis in den Schneemann rast, stellt sich heraus, dass damit eine Leiche gedeckt werden sollte. Ein neuer Fall für die Pubbesitzerin und ihre Köchin Louise. – War mir etwas zu viel gewollt, die Auflösung ging einfach zu weit für die sonst eher kleingehaltenen Fällen.

Tee? Kaffee? Mord! 7 – Arsen und Käsekuchen: Natalie Ames wird überraschend gebeten den alljährlichen Käsekuchenwettbewerb auszurichten. Bereits im Vorfeld gibt es schlechte Stimmung, da viele die Bewertungen als ungerecht ansehen. Und dann wird auch noch der Hauptjuror während der Verkostung vergiftet. Wenn das nicht mal wieder nach einem Fall für Natalie und ihre Köchin Louise klingt. – Wieder deutlich stärkerer Fall. Hab den Titel direkt geliebt und auch die Handlung passte wieder gut und hatte auch wieder lustige Momente dabei.

Schlachtenlärm in Vertikow: Eigentlich wollte Peer mit seiner Frau Sascha nur einen Ausflug zur Heimatstätte Vertikows machen. Doch dann wird eine Leiche gefunden, die dort wohl schon seit einer großen Schlachtnachstellung liegt. Peer wittert einen neuen Fall, doch der Hauptkommissar macht ihm einen Strich durch die Rechnung. Bis sich gleich zwei Frauen bei Peer melden, da sie ihre Unschuld beweisen wollen. Und so stürzt sich Peer doch wieder in die Ermittlungen. – Auch der dritte Fall hat mir gut gefallen, auch wenn Peer wieder in unsympathischere Gefielde abgedriftet ist, aber das macht auch irgendwie den Charme aus, weil es alles nachvollziehbar geschrieben ist.

Kaiju No. 8 – Band 2-6: Kafka ist weiter in seiner Ausbildung als die nächste Kaiju-Welle anrollt. Und dann erscheint das mysteriöse Kaiju No. 9, das ebenfalls menschliche Gestalt annehmen kann und sogar andere  Kaijus zur Zusammenarbeit bringen kann. Das Korp hat alle Hände voll zu tun und muss schnell über sich hinauswachsen. – Nachdem mein Mangastapel leer war, bin ich endlich mal dazu gekommen, diese Serie aus dem Regal des Pärchengatten weiterzulesen. Sie blieb spannend, da sie viele Kampfszenen hatte und konnte doch die Handlung voran treiben.

Sarg niemals nie: Betty Pabst kehrt zurück nach Bielefeld zu ihrer Familie, die in zweiter Generation ein Bestattungsinstitut betreibt. Doch Betty ist Assistenzärztin und erkennt, dass die aktuelle Leiche keines natürlichen Todes gestorben ist. Betty beginnt zu ermitteln und muss leider auch ihre eigene Familie in Verdacht nehmen. – Hatte eigentlich alle Aspekte eines cosy Crime Romans, die ich mag, aber irgendwie bin ich nicht in die Handlung reingekommen. Vielleicht geb ich dem zweiten Teil noch eine Chance.

The Whitestone Hospital 4 – Saved Dreams: Auch wenn Assistenzärztin Jane alles versucht hat, sie kommt um die Gynäkologie nicht herum. Und auch, wenn Oberärztin Abby ihr Herz zum schnellerschlagen bringt, so muss sie sich doch einem Trauma stellen, das sie trotz Therapie nie überwunden hat. – Große Liebe für diese Reihe und Ava Reed hat es mal wieder geschafft mich komplett in den Bann zu ziehen und so viele Emotionen reinzubringen. Freue mich sehr auf Band 5!

Kings & Thieves 1 – Die letzte der Sturmkrallen: Lina arbeitet als Sklavin für die Schwarzkraniche, die ihre eigene Gang abgeschlachtet haben. Doch als sie einen wandteppich aus einem Tempel stiehl, verärgert sie damit ausgerechnet den Spielmann, den König der Dokkaebi. Er entführt sie in seine Welt und bietet ihr ein Spiel an: Sollte sie ihn töten können, dann würde sie überleben. Doch Dokkaebi gelten als beinah unsterblich. – Am Anfang habe ich eine Weile gebraucht, aber schließlich bin ich der Geschichte und der Welt verfallen!

Im Schatten des Drachen: Die Beschwörung des Drachen steht kurz bevor. Yumeko und ihre Gefährten müssen den Mondclan aufsuchen, um sich Hilfe zu erbitten und Genno aufzuhalten. Doch dabei steht ihr eine ganze Dämonenarmee im Weg. Kann sie ihre Welt retten? – Absolut spannendes Finale, das mich leider komplett zerstört hat. Rundes Ende der Reihe.

Rosefield Academy of Arts 2 – The Promises we make: Charlotte ist am liebsten unsichtbar und hält sich penibel an Regeln. Im Gegensatz zu Andrew, dem Sohn des Rektors, der seine Sozialstunden an der Rosefield abarbeitet. Als Charlotte immer wieder Sachen aus ihrem Kurs gestohlen werden, weiß Andrew wer dafür verantwortlich ist. Doch er verrät es ihr nur, wenn sie fünf Dates mit ihm verbringt, bei der sie Regeln brechen muss. – Auch hier habe ich am Anfang ganz schöne Probleme gehabt, um reinzukommen. Wurde im Laufe des Buches besser und es hat auch deutlich besser als Band 1 funktioniert.

Die Farbe der Knochen von Alpakas am Strand: Eine problematische Klasse wird zu einer Fahrt nach Helgoland verdonnert, um die Dynamik zu verbessern. Dabei gerät die Fähre in einen Sturm und sie landen kurzerhand auf der nicht-existenten Insel Hoogenhörn. Doch damit beginnen die Mysterien erst und wieso ist die Insel eigentlich voller Alpakas? – Es war etwas wirr, ich hatte mit den vielen Namen zu kämpfen und doch war es absolut faszinierend. Bin sehr gespannt auf mehr.

Dunkles Wasser: Kate Linvilles Fall wird ihr entzogen, obwohl sie alles richtig gemacht hat. Genau zu der Zeit trifft ihr Ex-Kollege Caleb Hale in Frankreich auf eine junge Frau, deren Roadtrip-Freundin verschwunden ist. Vor vielen Jahren hat sie ein entsetzliches Massaker an ihrer Familie als Einzige überlebt. Holt sie die Vergangenheit ein? – Diesmal war ich von Anfang an in der Geschichte und habe es praktisch inhaliert. Sehr spannend und konnte mich am Ende auch noch sehr überraschen.

Meisterdetektiv Ron Kamonohashi 12: Ron und Toto reisen nach England an die berühmte Blue Akademie, da Rons guter Name wieder hergestellt wurde. Doch auf einmal verschwinden Agenten der Blue und schließlich wird die Direktorin tot aufgefunden. So aufregend hatten sich die beiden Ermittler ihren Urlaub nicht vorgestellt.  – Viele neue Charaktere zum merken, aber damit haben sie es geschafft wirklich einen neuen Handlungsstrang zu eröffnen.

Die Tagebücher der Apothekerin 9: Die Karawane macht halt am kaiserlichen Palast, was für allerlei Wirbel und auch ganz neuen Gefahren sorgt. Zum Glück behält Maomao alles im Blick. – Auch in Band 9 kann die Qualität der Reihe gehalten werden und immer wieder spannende Rätsel einbringen.

Wie war euer September? Was waren eure Highlights?

Beyond Paradise

Ein Vorwort

Eine absolute Überraschung dieses Jahr war für mich die Serie Death in Paradise. Eine Krimiserie in der Karibik mit britischem Einfluss. Die Serie war herrlichster cosy crime und in jeder Folge ein schönes Whodunnit. Als zweiter Ermittler durfte Kris Marshall als Humphrey Goodman ran. Und nachdem er die Serie verlassen hat, um mit seiner Freundin zurück nach London zu reisen, blieb die Frage: Was wurde aus ihm? Genau, diese Frage wird nun beantwortet, denn es gibt ein Wiedersehen mit Humphrey. Ob Beyond Paradise mich ebenso wie Death in Paradise begeistern konnte, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Der Titel abgezeichnet zusammen mit einer Wasserpistole und einer Fernbedienung

Die Handlung

Das Team in ihrem Büro posieren für die Kamera

DI Humphrey Goodman hat seine Stelle in der Karibik aufgegeben, um seiner großen Liebe Martha zurück nach London zu folgen. Inzwischen sind die beide ins beschauliche Shipton Abbott gezogen, wo Martha herkommt. Sie will dort ein eigenes Restaurant eröffnen, während Humphrey eine Stelle im  kleinen Polizeirevier des Ortes annimmt. Dort müssen sich seine neuen Kolleg*innen erst einmal an seine Eigenheiten gewöhnen.

Meine Meinung

DI Humphrey Goodman sitzt auf einem Felsen an der Küste und sieht nachdenklich aus

Wie eingangs erwähnt bin ich in kürzester Zeit ein großer Death in Paradise Fan geworden. Auch, wenn ich nach dem Abschied von Richard ein paar Folgen gebraucht habe, um mich an Humphrey zu gewöhnen, so war es doch seine Tollpatschigkeit und seine Verwirrtheit, die ihn so sympathisch gemacht haben. Als er dann mitten im Paradies von seiner Frau abserviert wurde, war ich ehrlich geknickt. Umso schöner war es, dass er mit Martha neue Liebe gefunden hatte. Auch, wenn es das Ende von seiner Zeit in der Karibik einläutete. Umso freudiger war ich, als er seine eigene neue Serie bekam und wir nun neue Folgen bewundern konnten. Und keine Angst, es wird für Beyond Paradies kein Vorwissen benötigt. Alles wichtige erzählt Humphrey auch seinen neuen Kolleg*innen, wodurch es auch Neueinsteiger der Serie erfahren.
Gleichzeitig wurde sich auch Gedanken darüber gemacht, wie man die Serie aufziehen kann, ohne, dass sie wie eine billige Kopie wirkt. Zwar bleibt es bei einem kleinen Ermittlungsteam, die kaum Ausrüstung zur Verfügung haben, und der Verdächtigenkreis bleibt auch klein, dennoch wurde der Vibe und das Erzähltempo durchaus angepasst. Gleichzeitig bleibt es seinen Ursprüngen treu, so dass sowohl Neulinge als auch Fans auf ihre Kosten kommen.
Auch das neue Team kann sich sehen lassen und baut sich in kürzester Zeit auf. Mit Esther haben wir die Ermittlerin an Humphreys Seite, die zunächst seine Methoden in Frage stellt, aber schnell merkt, dass er ein System hat und im Chaos die Lösung findet. Dann haben wir Kelby, einen Nachwuchsofficer, der für die meisten Gags zuständig ist, einfach weil er einen guten Dackelblick drauf hat und die Kombination daraus und seine Unerfahrenheit einfach Comedypotential hat. Das Team wirrd abgerundet von Margo, die mit ihrem Sarkasmus und trockenem Humor ein wunderbares Gegenstück zu Humphrey ist.
Neben den Ermittlungsarbeiten geht es auch immer wieder um Humphreys Beziehung zu Martha, die einfach herrlich wholesome ist, auch wenn sie einige schwere Schicksalsschläge durchmachen. Es wird also nicht langweilig und Beyond Paradies entwickelt sich schnell zu einer Komfortserie im Krimibereich, wie es sonst nur ein Death in Paradies vermochte.
Die erste Staffel umfasst sechs Folgen, die jedoch vom Aufbau so unterschiedlich sind, dass sich kein Muster erkennen lässt und die Ausgänge der Ermittlungsarbeiten immer wieder spannend sind. Also Krimifans vereint euch und schaut fleißig die Serie, damit wir hoffentlich noch viele Staffeln bekommen!

Das Fazit

DI Esther Williams und Martha Floyd schauen kritisch bzw. amüsiert zu etwas außerhalb des Bildes

Beyond Paradies ist ein würdiges Spin-off, das sich keinesfalls hinter dem großen Vorbild Death in Paradies verstecken muss. Mit einem sympathischem Team und gut durchdachten Fällen spielt sich Shippton Abbott ebenso schnell in die Herzen, wie die Karibik. Cozy Crime vom Feinsten.

 

Beyond Paradies – Staffel 1 wurde mir von Glücksstern-PR als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür! Ich kennzeichne diesen Beitrag hiermit als Werbung.

Meisterdetektiv Ron Kamonohashi

Ein Vorwort

Es begab sich, dass ich mit dem Pärchengatten in einem Mangaladen landete. Noch unerfahren in dem Genre, holte ich mir die Beratung eines Mitarbeiters und hatte kurz darauf einen ganzen Stapel in den Armen. Nicht jede Reihe habe ich akribisch weiter verfolgt, aber eine hatte es mir ganz besonders angetan: Meisterdetektiv Ron Kamonohashi. Nach elf Bänden geht nun der erste große Handlungsstrang zu Ende und so will ich ein Zwischenresumé ziehen.

Alle Mangabände verstreut um ein Tablett mit dem Titel aus dem Anime

Die Handlung

Toto ist zwar stets bemüht, ist aber eher unscheinbar und untalentiert in der Polizeiarbeit, was seine Vorgesetzte ihn auch spüren lässt. Dann bekommt er von einem Kollegen einen Tipp und sucht den zurückgezogen lebenden Ron Kamonohasi auf, der zwar ein Meisterdetektiv ist, aber seine Berufung aufgeben musste. Dieser hilft ihm zwar, darf offiziell aber nicht ermitteln, weswegen Toto die Lorbeeren bekommt. Doch, was hat es mit Rons seltsamen Tattoo auf sich? Und was ist damals beim Praktikantenblutbad wirklich passiert?

Meine Meinung

Natürlich gibt es bereits unzählige Sherlock Holmes Adaptionen da draußen. Der Meisterdetektiv, der aus kleinsten Details unzählige Schlüsse ziehen kann und dem kein Rätsel zu schwer ist. Immer mit dabei, den mal mehr, mal weniger, tollpatschigen Assistenten. Das Konzept geht schon allein auf, weil man als Leserschaft natürlich lieber alle Hinweise selbst finden möchte, um mit dem Genie mitzuhalten, aber eigentlich immer ein bisschen im Dunkeln stochert, wie ein Dr. Watson.
Auch hier sind wir irgendwo in diesem Adaptionengewimmel und die Namen Holmes und Moriarty fallen auch gern. Dennoch hat die Mangareihe ihren ganz eigenen Charme. Ron ist sehr eigen in seinem Verhalten und treibt den korrekten Toto, der eigentlich nur versucht bei der Polizei nicht komplett unterzugehen, regelmäßig an den Rand eines Nervenzusammenbruchs. Allein seine Angewohnheit sich neben die gefundenen Leichen zu legen und mit ihnen Zwiesprache zu halten, ist ein gutes Beispiel dafür. Oder seine Angewohnheit braunen Zuckersirup auf alles ansatzweise essbares zu träufeln.
Dennoch sind es seine Geistesblitze, die dafür sorgen, dass er eigentlich unersetzbar ist. Blöderweise hat er ein Handicap, das ihn daran hindert, weiter als Detektiv tätig zu sein. So ist die Geschichte rund um das Praktikantenblutbad der rote Faden, der sich durch die ersten elf Bände zieht und in einem epischen Finale endet. Danach hätte die Reihe tatsächlich auch enden können und wäre rund fertig erzählt gewesen.
Zwischendurch gibt es aber noch eine Menge anderer Fälle, die mal kürzer und mal länger sind. Wir treffen auf viele Charaktere, gerade die Dozenten von der Blue Akademie, wo Ron zuvor gelernt hatte, die mal kleinere und mal größere Rollen übernehmen. Da wir sie auch gern mal wiedertreffen, ist es hilfreich sie sich auch zu merken. Dabei ist jeder Fall neu und anders faszinierend und ich bin ehrlich: Ich kam so gut wie nie auf die richtige Lösung.
So blicke ich nun fasziniert auf die neue Ära und die neue Überhandlung, freue mich aber gerade auf die kleineren Zwischenfälle zum miträtseln.

Ein paar Worte zum Anime

Wie jede gute (und erfolgreiche) Mangareihe, hat auch Meisterdetektiv Ron Kamonohashi eine Animeverfilmung bekommen. In Deutschland ist inzwischen die erste Staffel in OmU und mit deutscher Synchro veröffentlicht. Sie hält sich wunderbar eng an die Mangas und schafft es diese würdig zu adaptieren. Dabei kommen die Charaktere noch einmal besser zur Geltung, da sie lebhafter agieren können. Beide Medien erzählen aber die gleiche Geschichte, also kann man sich sein Lieblingsformat – Manga oder Anime – aussuchen, oder man inhaliert einfach beides.

Das Fazit

Meisterdetektiv Ron Kamonohashi ist eine gelungene Sherlock Holmes Adaption, die eigene Stoffe und Fälle hat, sich aber am Grundkonstrukt orientiert. Durch seine unkonventionelle Ermittlungsarbeit bringt Ron viel Witz mit und die Fälle sind stets spannend und warten mit überraschenden Lösungen auf.

Nur noch ein einziges Mal

Ein Vorwort

Bereits 2018 war „Nur noch ein einziges Mal“ mein Jahreshighlight in der Kategorie Bücher. Das Buch, das eine Liebesgeschichte wie eine sanfte Umarmung aufbaute, nur, um sich dann mit einem sehr schwierigem Thema zu widmen. CN: Häusliche Gewalt. Nach einigen eher fehlgeleiteten Marketingversuchen – Stichwort Malbuch – gab es nun die Verfilmung. Warum diese aber den Ton des Buchs nur bedingt einfangen kann und teilweise geradezu problematisch umgesetzt ist, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Lilly Bloom will in der Großstadt neu anfangen. Sie eröffnet einen Blumenladen und lernt dabei ihre neue beste Freundin kennen. Und Ryle, deren Bruder. Sie verlieben sich und kommen sich langsam näher. Doch als Atlas, Lillys Jugendliebe, auftaucht, zeigt sich Ryles gewalttätige Seite.

Meine Meinung

Okay Leute, ich weiß zur Zeit habe ich nicht unbedingt die besten gute Laune Filme im Repertoire. Aber es wird auch wieder anders versprochen! Heute befassen wir uns also mit der Umsetzung der Thematik von häuslicher Gewalt in der Buchverfilmung des Bestsellers von Colleen Hoover. Ich habe den Roman 2018 gelesen und kann sagen, dass mit dem Thema dort gut umgegangen wurde – wenn man mal von einer fehlenden Triggerwarnung absah und einfach einen weiteren Hoover Liebesroman erwartet hat. Dies kann man von der Verfilmung nicht unbedingt sagen. Daher wird es diesmal auch relativ viele Vergleiche mit dem Buch geben, auch wenn ich sonst versuche beide Medien getrennt voneinander zu betrachten.
Aber beginnen wir am Anfang. Wir lernen zunächst Lilly kennen, die auf der Beerdigung ihres Vaters keine Worte findet. Die Gründe sind uns noch unbekannt. Dann lernt sie Ryle kennen, der sie mit seiner Art sofort in den Bann zieht. Es beginnt eine süße Liebesgeschichte, die wohl alle Romance Fans begeistern konnte. Doch nach und nach zeigt sich Ryles toxische und gewalttätige Seite. Gleichzeitig lernen wir auch etwas über Lillys Vergangenheit, denn auch ihr Vater schlug gern zu. Soweit so wichtig, denn oft hören von häuslicher Gewalt betroffene Frauen, dass sie doch selbst Schuld seien, da sie ja von Anfang an gewusst hätten, wie der Partner drauf sei. Ich hoffe, ich muss nicht erklären, warum das sehr problematisch ist und den Diskurs verschiebt. Aber zumindest hier wird es deutlich, dass gewisse Seiten eben auch erst später zum Vorschein kommen können.
Machen wir auch mit den positiven Seiten weiter. Während im Buch viel mit innerem Monolog gespielt wurde, um so die Zerrissenheit von Lilly zu zeigen, die nach dem ersten Vorfall nicht genau einordnen konnte, was passiert ist, wird hier ein anderes Stilmittel genutzt. Denn es wird aus einem ganz bestimmten Blickwinkel gefilmt und dann sofort abgeblendet. So wissen die Zuschauenden (ohne Buchvorkenntnisse) eben auch nicht, was gerade genau passiert ist und ob es nicht doch ein Unfall gewesen sein könnte. Denn das ist die große Frage danach. War es ein Unfall? EIn Ausrutscher? Ein Einzelfall? Und ab dem wievielten Mal sollte man gehen? Nur noch ein einziges Mal, dann gehe ich wirklich. Doch was, wenn der Mann mein Ankerpunkt im Leben ist? Von der Familie entfremdet, in einer neuen Stadt ein neues Leben begonnen, meine einzige Freundin ist die Schwester meines gewalttätigen Mannes. Und er liebt mich doch, das sagt er doch immer wieder. Vielleicht bewerte ich die Situation auch nur über. Soweit so stark.
Kommen wir nun leider zu den Schwachstellen des Films. Und Hauptkritikpunkt bezieht sich auf den zuvor genannten positiven Punkt. Denn es gibt eine Stelle im Film, wo Lilly final realisiert, dass es eben nicht nur noch ein einziges Mal gibt, sondern, dass sie in einer gewalttätigen Beziehung ist und zwingend weg muss. Dabei laufen die vorher genannten Szenen noch einmal aus ihrer Perspektive vor ihr ab. So weit so gut. Aber das ganze passiert so schnell, dass sie überhaupt keine Wirkung haben. Die Erkenntnis, die daraus gewonnen wird, wird nicht gezeigt.
Problem Nummer Zwei: Es geht viel zu einfach. Sie entscheidet zu gehen, und hat sofort Unterstützung durch ihre Jugendliebe Atlas, die sie wieder getroffen hat, ihre Beziehung zu ihrer Mutter ist auf einmal wieder da und ihre beste Freundin – wir erinnern uns, die Schwester ihres Partners – hat sofort Verständnis. Doch es gibt so viele Faktoren, die dazu führen, dass Frauen eben nicht einfach gehen können. Und auch im Buch wird dies nicht als so einfach dargestellt. Denn dort gibt es zuvor noch eine wichtige Schlüsselszene, in der ihre beste Freundin sie bewusst nochmal zu Ryle drängt und sie anfleht, ihrem Bruder doch noch eine Chance zu geben. Wo also bewusst dieser Rückhalt fehlt.
Daraus resultiert dann auch das nächste Problem: Die Geschichte rund um ihren gewalttätigen Vater wurde nur in wenigen Szenen gezeigt und das Kernproblem wird nicht deutlich. Denn ihr Vater ist eine einflussreiche Persönlichkeit in der Kleinstadt, wo Lilly herkommt. Er hatte Mittel und Wege ihre Mutter als Lügnerin hinzustellen und sie hätte im schlimmstenfall sogar ihre Tochter zurücklassen müssen. Also hat sie sich entschieden, zu bleiben. Hier ist nämlich das nächste Beispiel von Abhängigkeit, das man gut als Gegenstück hätte nutzen können.
Auf das ganze Drama hinter den Kulissen verzichte ich mal einzugehen. Aber es gab die Möglichkeit ein wichtiges Werk über ein viel zu totgeschwiegenes Thema zu verfilmen und die Chance wurde leider nicht ausreichend genutzt. Dass die ersten Verbände den Film stark kritisieren, kann ich leider nachvollziehen. Also hier mein Appell zum Ende: Lest lieber das Buch, da die Thematik dort besser aufgearbeitet wurde.

Das Fazit

Nur noch ein einziges Mal verfehlt leider die sensible Thematik gut umzusetzen und setzt falsche Signale, die Aufklärungsarbeiten leider eher erschweren. Trotz guter Ansätze leider in der Gesamtheit eher schwierig. Dafür gibt es 05 von 10 möglichen Punkten.

Nur noch ein einziges Mal läuft seit dem 15.08.2024 in den deutschen Kinos

Cinemathek: One Life

Ein Vorwort

Die Cinemathek ist ein Format, in dem kleinere Filme, die es vorher nicht ins Kinoprogramm geschafft haben, an einem Abend nachgeholt werden. Heute mit: One Life

Nachdem wir uns am Freitag in Zwei zu Eins mit dem Ende der DDR befasst haben, müssen wir jetzt leider noch einmal in ein weitaus düsteres Kapitel der Geschichte eintauchen. One Life befasst sich mit dem Thema Kinderdeportation aus der Tschechoslowakei vor Hitlers Einmarsch nach England. Und eine zentrale Figur in dem Unterfangen. Warum ich den Film jeden ans Herz lege, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Nicholas „Nicky“ Winton ist Börsenmarkler und reist 1938 nach Prag, um Geflüchteten Familien zu helfen, die vor Hitlers Mobilmachung flohen. Dabei ist er bestürzt über die Zustände und versucht alles, um zumindest die Kinder nach Großbritannien zu evakuieren. Dabei steht ihm vor allem die Bürokratie im Weg. Fünfzig Jahre später räumt Nicky sein Büro auf und findet das Album über die evakuierten Kinder. Er begibt sich auf die Suche nach einer Zeitung, die darüber berichten will.

Meine Meinung

In Zeiten, in denen rechte Parteien wieder stark gewählt werden, ist es gut, dass der düstere Teil der deutschen Geschichte noch einmal filmisch aufgearbeitet wird, damit nichts davon in Vergessenheit gerät. Mit One Life wird nochmal ein neues Kapitel beleuchtet, das sonst meist unterschlagen wird.
Aber fangen wir am Anfang an. Zunächst lernen wir Nicky Winton in den 1980er Jahren kennen. Ein älterer Mann, der seine Frau damit in den Wahnsinn treibt, dass er ständig neue Sachen anschleppt, die er wohltätigen Organisation spenden kann. Nur, dass er sie nicht so schnell los wird und daher die Wohnung langsam voll ist. Also soll er ausmisten. Dabei fällt ihm die Mappe mit all den Erinnerungen an die Kinder-Evakuierungen in die Hand. Wir reisen also mit ihm in die Vergangenheit und treffen sein jüngeres Ich 1938 auf dem Weg nach Prag. Hitler ist zuvor ins Sudetenland einmarschiert und die Flüchtlinge sind in Lagern unter unhygienischsten Bedingungen untergebracht. Die Möglichkeiten etwas dagegen zu tun, sind begrenzt. Die wenigen Freiwilligen sind überlastet und Nickys Vorschlag zumindest die Kinder nach Großbritannien zu evakuieren, scheint ein Ding der Unmöglichkeit.
Im Laufe des Films wird zwischen beiden Perspektiven gewechselt, wodurch deutlich wird, wie sehr Nicky auch viele Jahre später noch leidet. Denn er konnte nicht alle retten. Es war ein Wettlauf gegen die Zeit und letztlich gegen die Bürokratie. Denn das ist ein Aspekt, der im Film deutlich gezeigt wurde. Auch, wenn er sich über die Zeit immer mehr Unterstützende gesucht hat und auch mit Spenden ausgeholfen wurde, so musste er doch die britische Bürokratie einhalten. Und die sah nicht vor, ihm entgegenzukommen. Und auch, wenn es so viele Erfolge gab, sind es doch die Fehlschläge, die dem Film diesen bitteren Beigeschmack geben und gerade am Ende zu Tränen zu rühren vermag.
Dennoch schaffen er und sein Team es unheimlich viele Kinder zu retten. Das ist wohl auch die große Botschaft des Films: Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Und Menschlichkeit in unmenschlichsten Zeiten kann Leben retten.

Das Fazit

One Life ist ein stark erzählter Film mit pointierter Botschaft, der neben dem emotionalen Part auch viele Fakten zu vermitteln weiß. Und die Menschlichkeit in den Vordergrund stellt. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.

One Life lief ursprünglich ab dem 28.03.2024 in den deutschen Kinos

Zwei zu eins

Ein Vorwort

Über die DDR wurden schon viele Filme gedreht und unzählige Geschichten erzählt. Über die Zeit kurz vor der Wiedervereinigung und wie chaotisch es zu den Zeiten im Osten war, nach und nach immer mehr Leute ihren Job verloren und nicht so richtig wussten, wie es weitergehen soll, wurde bisher meist geschwiegen. Warum die Geschichte nicht mit einem gewissen Augenzwinkern und dann auch noch nach wahren Begebenheiten? Was Zwei zu Eins so kann, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

1990 ist das Ende der DDR besiegelt. Die Arbeitslosigkeit steigt und die Frist zum Umtauschen des Geldes in Westmark steht bevor. Doch die Bewohner eines Hochhauses finden durch Zufall in einem bewachten Schacht die eingelagerten Millionen der bald wertlosen Ostmark. Sie entwickeln ein ausgeklügeltes System, um das Geld umzutauschen.

Meine Meinung

Der deutsche Film ist ja immer so eine Sache. Durch die (leider meist schlechten) großen Komödien, ist der Ruf sehr schlecht, da auch immer wieder der gleiche Mist gefördert wird. Dazwischen finden sich dann noch die Geschichtsdramen, die auch meist eher nicht begeistern können. Doch, wenn man ganz genau hinschaut, dann findet man sie. Die kleinen Perlen, die nicht versuchen super lustig zu sein, sondern wirklich mal eine Geschichte erzählen wollen. Die nicht den ganz großen Cast aus den immer gleichen Gesichtern haben. Okay, in diesem Jahr war zumindest Sandra Hüller ein gutes Indiz für einen gelungenen deutschen Film, konnte doch bereits The Zone of Interest überzeugen.
Die nächste kleine Perle ist Zwei zu Eins. Und zwar, weil er sich eben nicht auf die billigen Witze anderer Genrevertreter verlässt, sondern diese aus der Situation heraus aufbaut. Aber von Anfang an: Wir treffen auf Maren und Robert, die in ihrer Plattenbausiedlung die Tage zwischen Ende der DDR und Wiedervereinigung ganz in Ruhe angehen. In ihrem Umfeld verlieren immer mehr Bekannte ihren Job und allgemein ist die Stimmung irgendwo zwischen Feiern und Trauer. Mit dem Auftauchen von Volker bekommen wir dann die erste Diskussion über die Themen, die wohl viele damals beschäftigt haben. Denn Volker ist in die BRD geflohen und kehrt nun durch die offenen  Grenzen zurück. Nach dem Fund des Geldes geht es dann auch locker weiter mit einer gelungenen Mischung aus Situationskomik und ernsten Themen. Wie die  „Wessis“ noch schnell versucht haben ihre Produkte an den Osten zu verkaufen, während dort immer mehr (auch gut laufende) Betriebe dicht gemacht werden. Und wie eben diese zum Spottpreis verkauft wurden. 
So ist die Grundstimmung des Films durchaus gut und die Geschichte entwickelt sich, ohne, dass zu bewusst Drama geschührt oder zu bewusst Witze eingebaut wurden. Dies entwickelt sich alles schon aus der Absurdität der Situation heraus. Regisseurin Natja Brunckhorst mag noch relativ neu auf dem Regieposten sein, doch landet mit Zwei zu Eins schon einen Volltreffer. Die kleinen Töne dazwischen zu treffen, gelingt ihr wunderbar und auch wenn die Dreiecksgeschichte zwischen Maren, Robert und Volker ein wenig zu viel ist, bleibt sie doch stehts bei der Haupthandlung.
Wer eine typisch deutsche Komödie erwartet und von einem billigen Gag zum nächsten hetzen will, der ist hier falsch. Wer einen hochkorrekten und ernsten Historienfilm erwartet, ebenfalls. Wer von beidem etwas, aber vor allem ein sinniges Drehbuch erwartet, herzlichen Glückwunsch, das ist genau das passende Film. Und davon doch gern mehr!

Das Fazit

Zwei zu Eins ist eine intelligent geschriebene Komödie, die ihre Witze natürlich wachsen lässt und das Drama an die historischen Gegebenheiten anpasst und genau damit ins Schwarze trifft. Eine kleine Perle am deutschen Filmhimmel. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.

Zwei zu Eins läuft seit dem 25.07.2024 in den deutschen Kinos

London Kills

Ein Vorwort

Nach acht Staffeln Criminal Minds war es für mich mal wieder an der Zeit eine etwas ruhigere Krimiserie mir zu Gemüte zu führen. Da kam die Anfrage zu London Kills genau richtig. Nach der ersten Staffel, die mir freundlicherweise als Rezensionsexemplar* bereitgestellt wurde, habe ich noch schnell die Chance genutzt und die zweite Staffel auf Wow gleich mit geschaut – inzwischen dürfte die Serie dort leider ausgelaufen sein.

Das vierköpfige Team vor der Kulisse Londons. Links und rechts arbeitet die Spurensicherung an einem Tatort.

Die Handlung

DI David Bradford kehrt nach einer Auszeit zurück in den Dienst. Er leitet eine Abteilung für Mordfälle. Doch gerade mit seiner Vertretung Vivienne Cole kommt es immer wieder zu Reibungen, da er einen anderen Stil hat, als sie. Zeitgleich wird alles davon überschattet, dass Bradfords Frau noch immer verschwunden ist. Und das Team ist nicht vollständig überzeugt, dass er nichts damit zu tun hat.

Meine Meinung

Die Spurensicherung hat eine Leiche im Sack. DI David Bradford kniet davor, während sein Team im Hintergrund beobachtet

London Kills sollte als Serie sich realer als andere Krimiserien anfühlen. Nur ein kleines Team war bei den Drehs anwesend. Mehrere Kameras waren gleichzeitig aktiv, um die Szenen in nur wenigen Takes einzufangen und so die Schauspielenden permanent aktiv sein zu lassen. So sollten sie mehr in ihren Rollen bleiben und es sollte sich mehr wie eine Reportage anfühlen als eine geskriptete Serie. Das Ergebnis entspricht nicht ganz dem, was im Vorhinein versprochen wird. Man merkt zwar, dass die Serie nicht dem üblichen Vorgehen entspricht, aber dadurch wirkt sie nicht unbedingt wie eine Reportage, sie wirkt einfach nur hölzerner. Denn es wirken zwei Faktoren gegeneinander, die sich nicht gut vertragen. Auf der einen Seite stehen unsere Charaktere, die wir in all der Zeit kaum wirklich kennenlernen. Keine Hintergrundinformationen, keine Marotten. Sie könnten wirklich das Ermittlngsteam von Nebenan sein. Sehr kühles Spiel, kaum Variation in der Mimik. Auf der anderen Seite haben wir zum einen die Mordfälle, die auch eher nüchtern aufgeklärt werden und damit gut zum Stil und den Charakteren passen. Wir haben aber auch die Geschichte rund um das Verschwinden der Frau von DI Bradford. Hier wurde eine große dramatische Geschichte aufzumachen versucht, die einen an allem und jeden zweifeln lassen sollen, sich aber im Kontext der Serie seltsam grotesk und übertrieben anmutet. Hier werden in jeder Folge neue Hinweise gestreut und im Finale der ersten Staffel wird das Thema auch nochmal groß ausgebreitet. Dabei wirken diese Aspekte allerdings stets wie ein Fremdkörper in der sonst eher distanzierten Serie.
Auch die zweite Staffel kränkelt an eben diesem Problem, denn die Rätsel um die verschwundene Frau gehen hier weiter. So ist die Serie grundsätzlich für alle etwas, die sich an den großem Dramabögen anderer Krimiserien stören und eine eher nüchterne Betrachtung der Ermittlungen bevorzugen. So richtig mitreißen konnte mich die Serie leider nicht.

Das Fazit

Zwei Teammitglieder fahren im Dienstwagen.

London Kills ist sehr nüchtern erzählt und bietet dadurch eine ganz neue Atmosphäre, die mich aber nicht abholen konnte. Das folgenübergreifende Drama wirkt leider wie ein Fremdkörper. Für Krimifans, die etwas neues suchen, aber auf jeden Fall einen Blick wert.

London Kills – Staffel 1 wurde mir von Glücksstern-PR als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür! Ich kennzeichne diesen Beitrag hiermit als Werbung.

Belladaire Academy of Athletes

Ein Vorwort

Sportromance ist weiterhin sehr beliebt. Aber eine ganze Sportacademy und das auch noch in Monaco? Das klang neu und spannend, auch wenn ich durch das „elitär“ in der Beschreibung etwas abgeschreckt war. Was die Reihe kann, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Liars

Die Handlung: Nika wurde an der elitären Belladaire Academy in Monaco angenommen. Dafür musste sie viel sparen, da sie nicht wie viele der anderen aus reichem Hause kommt. Nachdem sie in der Vergangenheit schlechte Erfahrungen gemacht hat, verstrickt sie sich jedoch schnell in einem Lügengeflecht, um dazuzugehören. Ambrose stand immer im Schatten seines erfolgreicheren Bruders. Als er hinter Nikas Geheimnis kommt, schlägt er ihr einen Deal vor.

Meine Meinung: So richtig Lust auf die elitäre Sportakademie hatte ich eigentlich nicht. Ich bin kein Fan von Geschichten über reiche Kinder, aber der Teil über den Sport hat mein Interesse doch irgendwie geweckt. Zumal Ambrose ein Schwimmer ist und das war der finale Entschluss, es zu kaufen, war ich doch acht Jahre lang ebenfalls Schwimmerin. An Nika als Protagonistin bin ich schnell rangekommen, mochte ihre Art und habe mich mit ihr auf ihren Neuanfang gefreut. Ebenfalls mit Erfahrungen im Mobbingbereich konnte ich ihre Unsicherheit nachvollziehen, auch wenn ich ihre Lügen dann nicht gut fand. Allgemein fand ich den Teil mit dem Pakt mit Ambrose etwas schwierig. Aber Maren Vivien Haase schafft es, dies mit einer guten Geschichte auszugleichen, wo die Handlungen der Charaktere am Ende auch immer nachvollziehbarer werden. Zwar ist es immer noch etwas, was mit Ehrlichkeit von Anfang an, gut vermieden hätte werden können, aber ich wurde dennoch mit der Geschichte ausgesöhnt. Zumal die Geschichte es auch geschafft hat einen unglaublichen Sog zu entwickeln, so dass ich das Buch innerhalb von zwei Tagen weggeatmet hatte.

Rivals

Die Handlung: Lova und Luis waren eins das Traumpaar schlechthin. Doch vor drei Jahren änderte sich alles. Seitdem halten sie es kaum in einem Raum auf, ohne aufeinander loszugehen. Als sie beide in die engere Auswahl für das Elite-Team im Tennis kommen und sie zwangsläufig viel Zeit miteinander verbringen müssen, kommt das einem Pulverfass gleich. Ihre Freund*innen warten nur auf die große Explosion.

Meine Meinung: Nachdem die angespannte Situation zwischen Lova und Luis bereits im ersten Band sehr präsent war, stand es ziemlich außer Zweifel, dass es in einem der Folgebände um dieses Pärchen gehen wird. Enemies-to-lovers ist als Trope ja sowieso sehr beliebt, bei mir allerdings eher ungern gesehen. Dafür mag ich second chance, war aber gespannt, wie es hier in der Kombination funktionieren wird. Leider war das Buch gerade am Anfang sehr anstrengend, da die ständigen Zickereien zwischen den Protagonist*innen schon sehr übertrieben und nervig sind. Dadurch kommt die Geschichte auch nur sehr zäh voran, da sich die immer gleichen Szenen einfach nur abwechselnd wiederholen. Erst nach über der Hälfte kommt es so langsam zu einer Annäherung, die dann aber auch ziemlich schnell vonstatten geht und dann haben wir gleich noch zweimal das große Drama inklusive Trennung. Da fehlte einfach das notwendige Gefühl, was im ersten Band irgendwo noch da war, weswegen ich auch die Reihe weiter verfolgen wollte. Ich hoffe jetzt einfach, dass Band Drei besser läuft, zumal mich dort die Thematik auch wieder mehr interessiert. 

Misfits

Die Handlung: Delphine ist Turnerin durch und durch. Getrieben von ihrer Mutter steckt sie in einem Kreislauf aus Trainieren und Kalorien zählen, um immer weiter abzunehmen. Covey steht als Schauspieler kurz vor seinem finalen Durchbruch. Doch nach einem kleinen Skandal soll er seinen Ruf aufpolieren. Und die Produktion hat Delphine dafür auserkoren. Doch die ist alles andere als begeistert.

Meine Meinung: Maren Vivien Haase wagt sich im finalen Band der Belladaire Academy an ihren unnahbarsten Charakter Delphine heran und holt mit Covey auch einen Nicht-Sportler an die Academy. Ein gewagter Schachzug, der allerdings aufgeht. Denn tatsächlich ist Misfits der Stärkste Teil der Reihe. Denn Delphines Hintergrundgeschichte gibt bereits genug Stoff, um ihren Charakter über die Handlung wachsen zu lassen. Coveys Zwiespalt ist nachvollziehbar, auch wenn es einige Handlungen nicht rechtfertigt, aber das Drama im letzten Drittel verzeihe ich diesmal, weil es nachvollziehbar bleibt. Weil Covey zwar hinter Delphines Mauer blickt und Themen anspricht, sie aber für sich selbst erkennt, dass sie ein Problem hat und aus eigener Motivation dagegen ankämpft. Gleichzeitig haben wir hier eine schöne Liebesgeschichte, die berührt. Natürlich kommt auch unsere Lieblingsgang  aus den ersten Band wieder mit vor.
Und damit heißt es auch wieder Abschied nehmen von der Belladaire Academy. Es war mir ein Fest und ich kann die Reihe trotz kleinerer Mängel generell empfehlen.

Habt ihr die Reihe gelesen? Was ist euer liebster Band?