Der Spion von Nebenan

Ein Vorwort

Der offizielle Kinostart dieses Films war zwar bereits im März, aber durch Corona ist halt alles ein bisschen anders. Und da der Spion von Nebenan Mitte März zwar noch anlief, aber schon bald von den Kinoschließungen betroffen war, läuft er jetzt halt immer noch. Ob sich der Gang ins Kino zu Dave Bautista als CIA-Agent der Nachbarschaft lohnt, erfahrt ihr in meiner Kritik.

Die Handlung

JJ (Dave Bautista) wurde nach seiner Zeit bei den Special Forces von der CIA rekrutiert. Doch sein erster Undercover-Einsatz geht schief und ein Plutonium-Kern gerät in die falschen Hände. Nun wird er nach Chicago strafversetzt, wo er Schwägerin und Nichte des Kriminellen beobachten soll. Als Partnerin bekommt er die ambitionierte Bobbi (Kristen Schaal) als Hackerin zugeteilt. Doch die Nichte Sophie (Chloe Coleman) findet schnell die Überwachungskameras und nutzt ihr Wissen als Druckmittel, um JJ dazu zu bringen, mit ihr mehr Zeit zu verbringen, da sie seit dem Umzug nach Chicago keine Freunde hat und ihre Mutter viel arbeiten muss. Dieser ist zunächst wenig begeistert, ist jedoch auch froh für ein bisschen Abwechslung.

Meine Meinung

Der Spion von Nebenan verfolgt das Schema einer typischen Actionkomödie. Mission am Anfang, die schiefläuft, schnelles Briefing, damit der Zuschauer grob weiß, wer der böse Junge ist, dann werden die Zelte beim Beobachtungssubjekt aufgeschlagen, dort wird Freundschaft geschlossen, es folgen ein paar witzige Szenen mit den unterschiedlichen Protagonisten, noch schnell eine Liebesgeschichte mit reingeschrieben und schon geht es ans große Finale. Dort trifft man dann auch fast das erste Mal auf den bösen Jungen, Showdown und Ende. Ach ich vergaß, zwischendurch muss unser Held natürlich noch Probleme mit seinem Boss bekommen.
Dieser Film weicht von dieser bekannten Formel kein Stück ab, schafft es aber sie liebevoll umzusetzen. Das liegt vor allem an einem guten Mutter-Tochter-Gespann in Form von Sophie (Chloe Coleman) und Kate (Parisa Fitz-Henley). Beide verkörpern nicht die Frau in Nöten, die vom großen starken Mann beschützt werden müssen, sondern beweisen, dass sie es beide faustdick hinter den Ohren haben. Dennoch darf unser Held Held bleiben, schließlich wissen die Damen ja nicht, dass sie in Gefahr sind. Hinzu kommen passende Nebencharaktere, wie die Partnerin Bobbi, die zu JJs Stimme der Vernunft mutiert und das schwule Nachbarpärchen – und ja sie dürfen durchaus mehr sein als nur das schwule Nachbarpärchen.
Schwieriger ist es tatsächlich beim Bösewicht und beim Helden. Denn Dave Bautista mag in den Guardians of the Galaxy als Drax durchaus funktioniert haben, wurde ihm da auch nicht gerade eine große Schauspielleistung abverlangt. Auch hier reicht es an vielen Stellen den harten Kerl zu spielen, aber in einzelnen Szenen hätte man doch gerne ein bisschen Mimik gehabt, um die Veränderungen im Charakter auch irgendwo nachvollziehen zu können. Auch unser Bösewicht Victor Marquez (Greg Bryk) bleibt sehr platt. Das liegt aber vor allem daran, dass das Drehbuch ihm nur ganz wenige Szenen gibt und der Großteil im Finale ist. Da gab es schauspielerisch überhaupt keine Möglichkeit seinen Charakter irgendwie auszubauen.
Was den Actionanteil angeht, bleibt Der Spion von Nebenan hinter seinen Möglichkeiten zurück. Dies wird jedoch durch den Komödienanteil wett gemacht. Denn hier beweist der Film, dass er es durch gut ausbalancierte Witze, popkulturelle Andeutungen und Situationskomik durchaus versteht eine größtenteils intelligente Komödie zu bauen.
Letztlich haben wir einen sehenswerten Film mit kleineren Logiklöchern, der sich zwar nichts wirklich traut, sondern lieber im immergleichen Schema bleibt, aber dies wurde wenigstens gut umgesetzt, so dass der Film durchgehend unterhalten kann. Ein bisschen neuer Input wäre trotzdem schön gewesen.

Das Fazit

Der Spion von Nebenan hält sich schematisch strikt an sein Genre und wagt leider nichts neues. Dies macht er aber mit viel Charme, tollen Charakteren und viel Witz durchaus wett. Dafür gibt es 06 von 10 möglichen Punkten.

Der Spion von Nebenan läuft seit dem 12.03.20 in den deutschen Kinos

Rückblick auf den Juni 2020

Der Juni brachte zum Ende hin gleich zwei Änderungen für mich mit sich. Zum einen konnte ich seit Februar das erste Mal wieder ein Kino besuchen, weswegen die Kinokritiken jetzt ganz langsam wieder bei mir anrollen. Zum anderen habe ich seit März das erste Mal wieder gearbeitet. Wir sind nun für wenige Stunden in der Woche aus der Kurzarbeit raus. So schleicht sich nun auch bei mir so langsam wieder Alltag ein. Und nun soll es direkt zu meinem medialen Rückblick kommen, der diesmal stark serienlastig ist. 

Filme – auf großer Leinwand gesehen

Es ist soweit. Es gibt wieder die Kinosparte im Rückblick!

Rettet den Zoo: Ein Assistent einer großen Anwaltskanzlei soll einen bankrotten Zoo ohne Tiere retten, damit er eine Festanstellung bekommt. Mit den verbliebenen Angestellten, schmiedet er den Plan in lebensechte Kostüme zu schlüpfen. Eine schöne Komödie aus Südkorea mit einer guten Portion Drama und einer guten Portion Komödie.

Filme – leider in diesem Monat verpasst

Guns Akimbo: Daniel Radcliffe wacht mit Pistolen an den Händen auf und muss sich Aufgaben stellen, um seine Ex-Freundin zu retten. Interessante Grundidee, konnte mich nicht 100% überzeugen, dafür aktuell ins Kino zu gehen.

Filme – auf großem Fernseher gesehen

Drei Schritte zu dir: Stella ist an Mukoviszidose erkrankt und muss daher regelmäßig für Therapien ins Krankenhaus und kann nur auf eine Spenderlunge hoffen. Bei ihrem aktuellen Krankenhausaufenthalt lernt sie neben den bekannten Gesichtern auch Will kennen. Dieser nimmt seine Therapie weniger ernst und darf sich wegen einer Mutation der Krankheit Stella auf keinen Fall näher als drei Schritte entfernt nähern. Trotzdem kommen sich beide näher. Klassisches Teeniedrama mit ungewöhnlicher Kulisse und Hintergrund. Nimmt die Ängste und Sorgen der Kranken auf unterschiedliche Weise ernst und bleibt doch ein seichtes Drama.

Everybody’s Fine: Frank Goode will nach dem Tod seiner Frau seine vier Kinder, die im ganzen Land verstreut wohnen, zu einer Grillparty einladen. Doch nach und nach sagen alle ab. Also beschließt er sie unangekündigt zu besuchen. Auf seiner Reise muss er feststellen, dass seine Kinder ihm wohl nicht immer die Wahrheit über ihre Lebensumstände erzählt haben. Rührendes Familiendrama mit starker Besetzung, allen voran Robert deNiro.

Der verlorene Sohn: Nach einem Zwischenfall am College stimmt Jared Eamons seinem Vater, einem Baptistenprediger, zu, sich einer Konversionstherapie zu unterziehen. Dort sollen ihm seine homosexuellen Neigungen ausgetrieben werden. Stark gespieltes Drama über ein wichtiges Thema. Regisseur Joel Edgerton entscheidet hier richtig, dass das Thema bereits schlimm genug ist und erzählt hier ruhig und ohne aufgebauschtes Drama.

Casablanca: „Ich schau dir in die Augen, Kleines“. Ich habe meine Klassiker/Liste der Schande im Filmbereich weiter abgebaut und mich mit einem Klassiker von 1942 befasst.

One Cut of the Dead: Ich bekam den Film in die Hand gedrückt mit den Worten: „Du musst die erste halbe Stunde überstehen, dann wird es gut!“. Naserümpfend nahm ich den Zombiefilm entgegen. Ich hasse Zombiefilme, außerdem ist das Genre nicht langsam tot? Nun, mit dieser absoluten Überraschung aus Japan bestimmt nicht. Der Film im Film im Film sieht am Anfang etwas merkwürdig aus, schafft es aber da schon, coole running gags einzubauen. Und ja, nach dieser ersten halben Stunde, wird er nochmal deutlich besser. Mehr sollte man über diesen Film allerdings vorab auch gar nicht wissen.

Brokeback Mountain: Im Pride Month Juni ließ ich es mir nicht nehmen, einen Klassiker des Pride Genres anzusehen. Die beiden Cowboys Ennis und Jack lernen sich einen Sommer über bei der Schafhütung kennen. Doch aus Angst vor der Reaktion der Gesellschaft flüchten sie sich in heterosexuelle Ehen und besuchen sich nur zweimal im Jahr. Ruhig erzähltes Drama mit Fokus auf den beiden Protagonisten und ihren Gedanken.

Murder Mystery: Ein Adam Sandler Film mit ihm und Jennifer Aniston in der Hauptrolle zeigt uns ein bereits 15 Jahre verheiratetes Ehepaar, das sich endlich entschließt die Flitterwochen nachzuholen. Dabei landen sie durch Zufall auf einer Privatjacht mit allerlei hochkarätigen Gestalten. Bis sie Zeuge eines Mordes werden. Typischer Adam Sandler Klamauk, aber dafür noch auf einem guten Niveau. Guter Film, um mal die Gedanken schweifen zu lassen. – Netflix Original

Um ein Schnurrhaar (OmU): Miyo Sasaki muss nicht nur mit der Scheidung ihrer Eltern und der neuen Stiefmutter klar kommen, sondern hat auch Gefühle für ihren Mitschüler Kento Hinode. Diesen kommt sie näher, da sie sich mithilfe einer Katzenmaske in die Katze selbst verwandeln kann. Doch während Hinode Miyo in Katzenform als Taro alles erzählen kann, bleibt er bei der menschlichen Miyo auf Abstand. Miyo fühlt sich missverstanden und dann taucht auch noch der Maskenverkäufer wieder auf, der sie zu überreden versucht ihr menschliches Gesicht endgültig abzulegen und für immer eine Katze zu bleiben. Ein liebevoll animierter Film, der mit einer schönen Metapher als Grundidee daher kommt. Während der Film die Fantasykomponente gut beherrscht, schwächelt er jedoch am Tiefgang. Zu wenig wird wirklich erzählt, so dass der Film lediglich an der Oberfläche kratzt. – Netflix Anime Original

Kim Possible – der Film: Mit beenden der dritten Staffel stand nun der Film an. Invasion der Roboter ist im Gegensatz zu Mission zwischen den Zeiten nicht in die Serie direkt integriert, besteht also nicht einfach aus mehreren Folgen, sondern wurde direkt als Disney Channel Original konzipiert, mit angepasstem Intro und natürlich extra großer Handlung. Im Anschluss wurde dann noch eine vierte Staffel konzipiert, die direkt an das Ende des Films anschließt.

Serien – ein etwas ausführlicher Überblick

Irgendwie war diesen Monat Zeit für Serien mit nur einem Wort im Titel. Zumindest bei 10 von 15 gesehenen Serien.

Miss Fishers mysteriöse Mordfälle – Staffel 2+3 (Spannende Mordfälle im Australien der 1920er. Während Staffel 2 sich stiltechnisch an Staffel 1 anschließt, bringt Staffel 3 dann die persönlichen Belange der Charaktere etwas voran)

Friends – Staffel 10 (Der Abschluss der Kultserie war wohl langsam nötig, denn die Handlung basiert wohl nur noch auf Beziehungsdramen. Dennoch ein gutes Ende, mit den notwendigen Wendungen.)

Unorthodox – Miniserie (spannende und interessante Serie über das Loslösen einer jungen Frau aus den ihr bekannten Konventionen. Kleinere Schwächen können verziehen werden, so dass sich ein Blick durchaus lohnt)

IZombie – Staffel 1 (Ich mag keine Zombies und habe daher um diese Serie immer einen Bogen gemacht. Durch die sehr wohlwollende Kritik von Going to the Movies musste ich dann doch einen Blick wagen. Ich wurde auch teilweise befriedigt, bis am Ende das Zombiethema immer größer wurde.)

Kim Possible – Staffel 3 (Kurze Staffel mit einigen neuen Ideen, teilweise aber auch Aufwärmen des immergleichen. Immerhin nimmt sich die Serie dann auch gerne selbst aufs Korn)

Küchenhelden – Staffel 1 (Disneyinspirierte Koch-/Backshow in der Familien gegen-einander antreten.  Mit einer Lauflänge von 30 Minuten pro Folge gut zum zwischendurch gucken)

Elementary – Staffel 7 (Die finale Staffel ist mit 13 Folgen verkürzt, verspricht die Handlung nach London zu setzen, kehrt aber schnell zu altbewährtem zurück. Mit einem letzten großen Gegner, bei dem man als Sherlock Holmes Fan durchaus weiß, worauf es hinauslaufen sollte, bleibt es auch diesmal wieder spannend. Gutes Ende einer großartige Serie)

The World according to Jeff Goldblum – Staffel 1 (Ein weiteres Disney+ Original, das mich Woche für Woche begeistern konnte. Jeff Goldblum sucht sich ganz alltägliche Themen aus und schafft es diese mit ganz neuen Blickwinkeln zu durchleuchten)

Vicious – Staffel 1+2 (Meine Lieblingssitcom hat endlich den Weg in mein DVD Regal gefunden, wenn auch ohne deutsche Synchronisation. Aber die Sticheleien zwischen dem von Ian McKellan und Derek Jacobi gespieltem alten Paar sind einfach unbezahlbar)

Willkommen in Gravity Falls – Staffel 1+2 (Ja, ich musste diese Serie einfach direkt noch einmal schauen. Außerdem musste mein Lebensgefährte sie sehen, damit er endlich meine ganzen Anspielungen versteht)

Dead to me – Staffel 1 (Eine Zynikerin und eine Opportunistin treffen nach Schicksalsschlägen aufeinander. Leider kann die Serie die versprochene Komödie nicht wirklich halten, schwankt zwischem starken Drama und vorhersehbarer Handlung)

Community – Staffel 1 (Schwerfälliger Einstieg, danach habe ich die Charaktere und ihre Dynamik schnell lieben gelernt)

Westworld – Staffel 2 (Noch mehr Handlungsstränge, Charaktere und Zeitebene als in der ersten Staffel. Verwirrend erzählt und am Ende nur teilweise aufklärend. Dennoch irgendwo weiterhin spannend)

Barry – Staffel 2 (Charakterdynamik passt nicht mehr so gut wie in der ersten Staffel und nach der Hälfte ist einfach die Luft raus. Schade!)

Hollywood – Miniserie (Interessante Handlung, starke Charaktere, mitunter langatmig erzählt, trotz heftiger Szenen im Endeffekt zu weich gespült)

Mein Lesemonat

Bücher insgesamt: 7
Seiten gesamt: 2.519
Seiten pro Tag: 84 im Durchschnitt
Taschenbuch: 5
Manga: 2

Breathless 2 – Geheime Lust: Der zweite Teil der Breathless Reihe schließt an den ersten an, erzählt die Geschichte aber aus Sicht eines Nebencharakters des ersten Bands weiter. Sinnliches Lesevergnügen bleibt hier garantiert, allerdings merkt man hier vermerkt, dass die Handlung sehr oberflächlich und die Charaktere sehr platt bleiben.

Angelfall 3 – Tage der Dunkelheit: Der finale Kampf Menschen gegen Engel steht bevor. Doch um dafür gerüstet zu sein müssen Penryn und Raffe bis in die Hölle hinabsteigen. Gelungener Abschluss einer größtenteils spannenden Reihe, man sollte den dritten Teil jedoch zeitnah zum zweiten lesen, da man sonst am Anfang nicht mehr mitkommt.

Die kleine Traumküche in Cornwall: Clemmie reist in ihren Heimatort St. Aiden in Cornwall zurück. Sie hat dort eine kleine Wohnung geerbt. Doch Renovierungen stehen bevor, die sie sich nicht leisten kann. Also verkaufen und sprunghaft weiterleben wie bisher, oder für die Wohnung kämpfen? Schöne Sommerlektüre, leider sehr verkrampfter Schreibstil, der die Magie der Geschichte stark stört und teilweise ganze Dialogszenen unverständlich macht.

Death Note – Band 6+7: Es ging bei mir endlich weiter mit der Geschichte rund um das Death Note, Light, L. und den Todesgöttern. Während sich Band 6 ganz schrecklich zog, konnte Band 7 das Tempo stark erhöhen.

Schmetterlinge aus Marzipan: Nina ist über 40, seit neustem geschieden, alleinerziehend und nicht so richtig glücklich mit der Arbeitssituation. Als sie bei einer kleinen Konditorei das Schild „Praktikantin gesucht“ sieht, scheint es ihr Schicksal zu sein. Nebenbei bringt ihre beste Freundin sie noch zum Online-Dating. Ein Monat voller kleiner Abenteuer stehen bevor. Eine schöne, kurzweilige Sommerlektüre mit kleineren Baustellen und einem leider unpassendem Ende. Aber davor hat es gut gepasst.

Jane Austen bleibt zum Frühstück: Penny Lane hat Liebeskummer, seit sie sich von Trevor getrennt hat. Als sie eines Abends sich Rat von ihrer Lieblingsautorin Jane Austen wünscht, wacht diese prompt am nächsten Tag in Pennys Bett auf. Vor beiden liegen spannende Tage, schließlich kommt Jane direkt aus dem Jahr 1802. Nette Geschichte, tolle Charaktere, schöner Schreibstil, leider unglaubwürdige Jane Austen.

Rettet den Zoo

Ich war im Kino. Sätze, von denen ich dachte, dass es noch eine ganze Weile dauern würde, ehe ich sie wieder sagen könnte. Doch die Wiedereröffnungen der Kinos gehen langsam voran. Ich muss dafür zwar immer noch ein ganzes Stückchen fahren, da hier in der Umgebung nur ein einziges privates Kino, mit süßen drei Kinosälen, offen hat und wir waren auch die einzigen Zuschauer, was nicht gerade dafür spricht, dass es sich für die Kinos wirklich lohnt wieder zu öffnen, aber hey, ich war im Kino!

Ein Vorwort

Mit dem Oscarsieg von Parasite wurde wohl ein deutliches Zeichen gesetzt, dass Hollywood nicht mehr die einzige Filmschmiede ist, die bei den größten „Hollywood“-Preisen abräumen kann. Auch wurde der koreanische Film noch einmal als nicht zu unterschätzende Instanz gestärkt. Mit Rettet den Zoo zeigt Südkorea nun, dass es auch Komödien kann. Wie mein erster Kinofilm nach den Coronaschließungen war, erfahrt ihr in meiner Kritik.

Die Handlung

Kang Tae-soo (Ahn Jae-hong) ist Assistent in einer großen Anwaltskanzlei in Seoul. Für eine Festanstellung bekommt er die Aufgabe einen bankrotten Zoo zu retten. Doch als er dort ankommt, muss er feststellen, dass die meisten Tiere mitgenommen wurden und er nicht einfach neue kaufen kann. Mit den vier verbliebenden Angestellten schmiedet er einen folgenschweren Plan. Die Angestellten sollen in lebensechte Tierkostüme schlüpfen und so die Besucherzahlen wieder ankurbeln.

Meine Meinung

Ich mag Zoos. Auch wenn man über das Für und Wider durchaus diskutieren kann, ist es für mich doch immer eine einzigartige Erfahrung. Demnach konnte mich der Titel des Films auch gleich bekommen. Der Film beginnt im hektischen Großstadttummel in Seoul und schickt Tae-soo bald in die ruhige Umgebung des Zoos. Hier wird der engagierte Anwalt schnell mit allen Problemen konfrontiert und muss feststellen, dass es eigentlich keine Möglichkeit für ihn gibt, die „interessanten“ Tiere zu besorgen – also ich für meinen Teil weigere mich die Erdmännchen als uninteressant zu bezeichnen. Also muss er mit einer etwas ungewöhnlichen Idee sich behelfen. So werden die Tierkostüme geordert und die Mitarbeiter üben fleißig ihre Rollen. Doch fällt den Besuchern nicht auf, dass es keine echten Tiere sind? Nun, wer rechnet in einem Zoo damit, dass es dort unechte Tiere sind?
Rettet den Zoo schafft es in der Lauflänge von 117 Minuten den typischen Aufbau eines Dramas auszuspielen und einige Wendungen waren dadurch auch ziemlich vorhersehbar. Dennoch weiß der Film es an den richtigen Stellen zu überraschen und sich immer wieder aufzuraffen, wenn die Handlung am Boden scheint. Der Film wird als Komödie angepriesen, versteht sich aber darauf eher unterschwelligen Humor einfließen zu lassen und eher auf die Komik der verzwickten Situation anzuspielen, als verzweifelt irgendwelche Schenkelklopfer einzubauen. So ist es eher ein starkes Drama mit großem Komödieneinfluss als direkt eine Komödie. Aber gerade dieser Genremix hebt den Film positiv ab. Die herzerwärmende Geschichte tut ihr übrigens, um dem Film eine ganz eigene charmante Note zu geben.
Auch verklärt der Film die Bedingungen in einem Zoo nicht. Gerade am Beispiel des Eisbären Black Nose wird deutlich gemacht, dass viele Tiere im Zoo gewisse Ticks entwickeln und diese selten positiv für das Tier sind. So nimmt sich der Film einerseits der Begeisterung von Jung und Alt für die Zoos an, zeigt aber im Umkehrschluss auch die Kehrseite für die Tiere. So müssen sich die verkleideten Mitarbeiter eben auch mit rüpelhaften Besuchern auseinandersetzen, die die Tiere bewerfen und anschreien, wenn sie sich nicht genug zeigen.

Das Fazit

Rettet den Zoo ist eine kleine Filmperle die es versteht aus charmanter Grundidee einen guten Komödien-Dramen-Mix zu kreieren, gleichzeitig Denkanstöße gibt und dabei durchgehend unterhält. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.

Rettet den Zoo läuft seit dem 04.06.2020 in den deutschen Kinos.

Netflix Anime Original: Um ein Schnurrhaar (OmU)

Ein Vorwort

Eigentlich war es einer meiner inoffiziellen Vorsätze für 2020, dass ich mich mehr dem Animebereich öffne und meinen Lebensgefährten öfter in die Anime Specials ins Kino begleite. Da die Kinos hier noch immer geschlossen sind, wurde daraus wohl nichts. Nachdem mich im letzten Jahr Penguin Highway nicht richtig überzeugen konnte, bringt Netflix nun einen Originalfilm aus dem gleichen Studio (Studio Colorido) heraus. Da mir Katzen nach Pinguinen wohl die liebsten Tiere sind, und mich die supersüßen Katzen aus dem Trailer bereits überzeugen konnten, stimmte ich der Wahl für einen Filmabend zu. Der Film ist aktuell nur im Original mit Untertitel verfügbar, da die Synchronisation durch Corona verzögert stattfindet.

Die Handlung

Miyo Sasaki muss nicht nur mit der Scheidung ihrer Eltern und der neuen Stiefmutter klar kommen, sondern hat auch Gefühle für ihren Mitschüler Kento Hinode. Diesen kommt sie näher, da sie sich mithilfe einer Katzenmaske in die Katze selbst verwandeln kann. Doch während Hinode Miyo in Katzenform als Taro alles erzählen kann, bleibt er bei der menschlichen Miyo auf Abstand. Miyo fühlt sich missverstanden und dann taucht auch noch der Maskenverkäufer wieder auf, der sie zu überreden versucht ihr menschliches Gesicht endgültig abzulegen und für immer eine Katze zu bleiben.

Meine Meinung

Mein größtes Problem bei Animes ist es, der Handlung folgen zu können. Da sich die Erzählweise stark von den herkömmlichen (Hollywood-)Filmen unterscheidet, ist es eine Umgewöhnung zu der japanischen zu wechseln. Dies gelingt bei Um ein Schnurrhaar jedoch deutlich besser als bei Penguin Highway.
Die Ausgangssituation ist schnell klar. Wir lernen Miyo kennen, die von vielen einfach nur Muge genannt wird, was übersetzt eine Abkürzung für mysteriöses Mädchen ist. Wir finden heraus, dass sie Scheidungskind ist und bei dem Vater und ihrer Stiefmutter lebt. Diese entspricht jedoch keineswegs dem Märchen der bösen Stiefmutter, sondern gibt sich große Mühe allen alles recht zu machen, wird jedoch trotzdem in einem fort von der leiblichen Mutter kritisiert. Dennoch muss sich Miyo dazu zwingen ständig zu lächeln und so zu tun, als wäre alles in Ordnung. In der Schule greift der Film schnell das Thema Mobbing auf, denn bis auf ihre beste Freundin scheinen alle Mitschüler, sie für sehr merkwürdig zu halten. Zumal sie dann auch noch ständig Hinode anflirtet, der doch augenscheinlich nichts von ihr möchte. Nach einer kurzen Eingewöhnungszeit findet der Film dann schnell seine Fantasykomponente. Der Wandel von Mensch zu Katze ist dann die perfekte Metapher für die Leichtigkeit des Katzenseins. Dies versucht ihr die wiederkehrende Figur des Maskenverkäufers auch schmackhaft zu machen. So versucht der Film auf fantastische Weise den Bogen zu bekommen, zwischen dem anstrengenden Menschenleben und dem einfachen Katzenleben.
Grundsätzlich ist dies auch eine schöne Idee, passende Metapher und mal ganz ehrlich die Katzen sind wirklich supersüß. Die Zeichner und Animatoren haben hier großes Herz bewiesen, so dass jeder Katzenliebhaber sofort schmelzen wird. Das Problem ist, dass der Film irgendwo unfertig wirkt. Es wird nicht erzählt, warum Miyo die Situation zu Hause wirklich als so schwierig empfindet. Es wird nicht gesagt, was sie an Hinode so anziehend findet. Es wird behauptet, dass sie ihm nicht richtig sagen kann, was sie empfindet, wobei das Anflirten wohl für alle sehr deutlich sichtbar ist. Es wird vieles angedeutet, aber wenig wirklich gesagt. So kratzt der Film bei vielen Sachen an der Oberfläche, aber schafft es nicht wirkliche Tiefe aufzubauen. Dies ändert sich auch im Laufe des Films nicht, wenn die Fantasykomponente zunimmt.
Hinzu kommt, dass die Protagonistin Miyo ständig überdreht irgendwo rumspringt und dabei nicht unbedingt Sympathiepunkte sammelt, was es umso schwerer macht sie richtig greifen zu können. So bleibt sie unnahbar und man leidet nicht wirklich mit ihr mit. Das nimmt jedoch dem großen Finale die Spannung, da einen der Ausgang relativ egal ist.
Die fehlende Synchronisation ist gerade am Anfang gewöhnungsbedürftig, zumal im japanischen noch einmal ganz andere Betonungen stattfinden. Dennoch war der Film mit den Untertiteln gut verständlich. Die beschriebene Welt ist nachvollziehbar und nimmt am Ende ordentlich Fahrt auf, wenn es auf das große Finale zu geht und setzt die Fantasyelemente in einer guten Dosis ein.

Das Fazit

Um ein Schnurrhaar ist ein liebevoll animierter Film, der mit einer schönen Metapher als Grundidee daher kommt. Während der Film die Fantasykomponente gut beherrscht, schwächelt er jedoch am Tiefgang. Zu wenig wird wirklich erzählt, so dass der Film lediglich an der Oberfläche kratzt. Schade!

Um ein Schnurrhaar (OmU) ist ab sofort auf Netflix abrufbar

Pride Month 2020 – Eine Handvoll (oder auch mehr) Filme

Es ist Juni und damit Pride Month. Bedeutet, dass jedes Jahr im Juni die LGBTQ+ Gemeinde zu verschiedenen Veranstaltungen, inkl. dem Christopher Street Day, aufruft und so für ihren Kampf auf Gleichberechtigung aufmerksam macht. Beginnend waren die Stonewall Unruhen von 1969, die als Beginn des Kampfes für Rechte und Gleichberechtigung angesehen wird. Wir haben seitdem einen wunderbaren Wandel in vielen Ländern erlebt, aber noch immer sind wir weit von realer Gleichberechtigung entfernt. In diesem Beitrag soll es um ein paar Anspieltipps gehen, die sich mit LGBTQ+ befassen. Es handelt sich lediglich um eine kleine Auswahl, gerne könnt ihr mit eure liebsten Filme zu diesem Thema nennen.

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Der verlorene Sohn

Die Handlung: Jared Eamons wächst als Sohn eines Baptistenprediger auf und ist damit sehr christlich erzogen. Auf dem College wird er von einem Kommilitonen vergewaltigt. Als dieser aus Angst, dass Jared ihn verrät, ihn bei seinen Eltern outet, gesteht ihm sein Vater, dass er keinen schwulen Sohn unter seinem Haus wohnen lassen kann. Da Jared sich selbst nicht über seine Gefühle im Klaren ist, stimmt er zu, einer Konversionstherapie beizuwohnen. Unter der Leitung von Victor Syked soll er innerhalb von 12 Tagen im sogenannten „Love and Action“-Zentrum zum Heterosexuellen umerzogen werden. Jared steht nun im Kampf um sich, seiner Familie und seinem Glauben.

Warum dieser Film so wichtig ist: Joel Edgerton verfilmt hier die Geschichte von Garrard Conley. Der Film nimmt sich zwei wichtiger Thematiken an. Zum einen die Intoleranz der Kirche gegenüber allen Mitgliedern der LGBTQ+ Gemeinde. Das dieser Glaube an einen wütenden Gott sich immer noch hält und ganze Familien zerstören kann. Und die daraus resultierende Thematik der Konversionstherapie. Der Glaube, dass wir alle Hetero geboren wurden und alles andere eine Krankheit oder falsche Erziehung sei, hängt darin. Dieser Film prangert niemanden wegen seines Glaubens an. Aber er prangert an, was in diesen Therapien propagiert wird. Er prangert an, dass es Leute gibt, die Eltern einreden, dass mit ihren Kindern etwas nicht stimme, nur wegen ihrer Sexualität und daraus auch noch Profit generieren. Dabei wird selbst der Leiter Victor Sykes nie als großer Bösewicht dargestellt, sondern Edgerton erzählt die Geschichte sehr ruhig, nachdenklich und reduziert. Allein die erzählten Themen stützen die Dramatik des Films.

Love, Simon

Die Handlung: Simon Spier ist ein ganz normaler Jugendlicher. Er hat drei gute Freunde und ein gutes Verhältnis zu seinen Eltern. Sein einziges Geheimnis ist, dass er schwul ist. Als auf einem Tumblr-Account ein geheimnisvoller Blue sich outet, beschließt Simon mit ihm zu schreiben. Nach und nach verliebt er sich in Blue. Als er vergisst sich am Schulcomputer richtig auszuloggen, erfährt sein Mitschüler Martin sein Geheimnis. Fortan wird Simon von Martin erpresst, da sich Martin in eine Freundin Simons verliebt hat und ein Date will. Simon soll ihn helfen, sonst würde Martin ihn outen.

Warum dieser Film so wichtig ist: Love, Simon wird oftmals als Mainstream-Kitsch kritisiert. Ich sage, es ist gerade gut, dass auch das Mainstream-Hollywood eine Geschichte über das Coming-Out eines homosexuellen Jungen erzählt. Das es einfach kein Tabu-Thema mehr ist oder maximal als schwuler bester Freund toleriert wird. Wir haben hier einen ganz normalen Jungen mit einer ganz normalen Geschichte, der davon träumt, dass es in einer nahen Zukunft nicht mehr nötig ist, sich zu outen. Irgendwo zwischen Drama und Komödie ist diese Geschichte angesiedelt, lässt einen lachen, weinen, mit den Charakteren mitfühlen und ja, die Endszene ist sehr kitschig. Aber das stört uns in anderen Filmen auch nicht.

Porträt einer jungen Frau in Flammen

Die Handlung: 1770 reist die junge Malerin Marianne auf eine abgelegene Insel. Sie soll sich dort als Gesellschaftlerin ausgeben und heimlich ein Porträt von der adligen Heloise anfertigen. Dies soll ihrem Verlobten zur Hochzeit geschenkt werden. Heloise ist jedoch nicht einverstanden mit der Verlobung und verweigert daher auch das Anfertigen des Porträts. Marianne gibt ihr Bestes, doch nach dem ersten Versuch wirft ihr Heloise vor, sie gar nicht richtig zu kennen. Marianne bekommt einen zweiten Versuch und in Abwesenheit von Heloises Mutter kommen sich beide Frauen näher. Dies bringt Mariannes Malerei auf ein ganz neues Level.

Warum dieser Film so wichtig ist: Vergesst alle Romanzen, Liebesgeschichten, berühmte Beziehungen und Schauspieler, die angeblich die Anziehung zweier Personen gut rübergebracht hätten. Denn die Anziehung zwischen Marianne und Heloise ist unglaublich intensiv und wird größtenteils durch Blicke und kleine Berührungen vermittelt. So haben wir eine Geschichte über eine Liebe zwischen zwei Frauen, die zu der Zeit natürlich in keiner Weise toleriert werden würde und die bevorstehende Vermählung Heloises steht immer mit im Raum, dennoch wird nicht die ganze Zeit auf den Umstand hingewiesen. Keine langen Gespräche á la „Wir dürfen das nicht“. So haben wir einen Film, der die Liebe der beiden Frauen als etwas vollkommen natürliches darstellt und die Zwangsverheiratung Heloises mit einem Mann als etwas unnatürliches.

Call me by your name

Die Handlung: Der 17-jährige Elio verbringt den Sommer auf dem Landsitz seiner Eltern in Norditalien. Wie jedes Jahr lädt sein Vater, ein Archäologe, einen Studenten für sechs Wochen zu sich ein, damit dieser ihn bei seinen Forschungen helfen kann. Dieses Jahr ist es der 24-jährige Oliver. Während Elio Oliver wegen seiner Art, die er als Arrogant empfindet, zunächst nicht leiden kann, kommen sich beide schon bald näher.

Warum dieser Film so wichtig ist: Call me by your name spielt im Jahr 1983. Auch wenn wir dies vielleicht als nahe Vergangenheit betrachten, war es damals für homosexuelle Paare nochmal deutlich schwerer als heute. So müssen Elio und Oliver ihre Beziehung von Anfang an geheim halten. Dennoch hat der Film eine unglaubliche Leichtheit und man vergisst einfach alle Probleme, die auftauchen könnten. Und vor allem am Ende der Monolog des Vaters ist unglaublich tiefsinnig und so wichtig.

Danish Girl

Die Handlung: Gerda und Einar Wegener sind Anfang der 20er Jahre des vergangenen Jahrhunderts ein Künstlerpaar in Dänemark. Als ein Model Gerdas ausfällt, springt Einar kurzerhand ein. Dadurch entdeckt er seine feminine Seite wieder. Er springt noch öfter ein und bald entwickelt es sich als Spiel zwischen dem Paar und Einar wird auch immer öfter in der Öffentlichkeit zu Lili. Als Einar beschließt sich einer geschlechts-angleichenden Operation zu unterziehen, wird die Beziehung der beiden auf eine harte Probe gestellt.

Warum dieser Film so wichtig ist: Wir wenden uns von der Homosexualität einem wahrscheinlich noch viel schwierigerem Thema zu: Transsexualität. Genauer gesagt begegnet uns mit Einars Wandel zu Lili Elbe eine der ersten Transsexuellen der Welt. Dabei befasst sich der Film an erster Stelle mit Einars Erkenntnis Lili sein zu wollen und der zunehmenden Nichtakzeptanz seines derzeitigen Geschlechtes. Gleichzeitig begleitet der Film Gerda auf ihrem Weg. Kritisiert wird der Film zwar von vielen Seiten, weil er wichtige Schritte in der Beziehung des Paares ausspare und auch die damaligen Operationsbedingungen beschönige. Das mag zwar alles sein, aber hier wird halt mehr Augenmerk auf Einars Gedanken gelegt. Und allein, dass das Thema angesprochen werden kann, ist schon ein großer Schritt.

Alle Farben des Lebens

Die Handlung: Ray  ist als Ramona geboren, lebt inzwischen aber seit fünf Jahren als Ray. Nun will der 16-jährige auch die offizielle Geschlechtsangleichung vollziehen lassen. Dafür braucht er die Unterschrift beider Elternteile. So muss seine alleinerziehende Mutter ihren Ex ausfindig machen. Dieser ist der Angleichung jedoch abgeneigt. Keine große Hilfe ist Rays lesbische Großmutter, die ebenfalls mit im Haus lebt.

Warum dieser Film so wichtig ist: Wir bleiben beim Thema Transsexualität. Diesmal gehen wir in moderne Zeiten und betrachten die Seiten der Familie. Ray, der sich lange genug im Körper des falschen Geschlechts befunden hat und endlich er selbst sein will, seine Mutter, die es versucht zu verstehen und dennoch damit hadert ihre Tochter aufzugeben und schließlich der Vater, der zwar nie da war, sich nie um die Erziehung gekümmert hat, aber auf einmal meint, er wüsste es besser und gegen die Angleichung ist. Dabei bekommt jede Seite Zeit ihren Standpunkt darzustellen.

Brokeback Mountain

Die Handlung: Ennis und Jack lernen sich als Schafhirten auf dem Brokeback Mountain kennen. Während des einsamen Sommers kommen sich beide näher und erkennen ihre Liebe zueinander. Doch als sie nach der Saison wieder abreisen, kehren beide in ihr Leben zurück. Doch nach einigen Jahren treffen sie sich wieder und entfliehen ihrem Alltag. So geht es zwanzig Jahre lang.

Warum dieser Film so wichtig ist: Wir kehren zurück zum Thema Homosexualität. Und zwar zu einem Film, der eine ziemliche Kontroverse in den USA ausgelöst hat, da er das „Bild des Cowboys zerstöre“. Dabei haben wir hier einfach einen Film über zwei Männer, die ineinander verliebt sind, aber aus Angst vor der Reaktion der Gesellschaft sich in heterosexuelle Ehen flüchten und sich nur zweimal im Jahr sehen. Es geht darum, was das mit ihren Wünschen und Träumen macht. Dabei wird die Gesellschaft an sich gar nicht gezeigt, vor der sie Angst haben, sondern die Konzentration liegt auf beiden Charakteren.

Was sind eure Filme zum Thema Pride im Pride Month Juni? Gerne her mit dem Empfehlungen!

Rückblick auf das halbe Jahr 2020

Uuuund Saison Dezember-Mai sind vorbei und es wird Zeit für meine Halbjahresbilanz. Da die Kinos seit drei Monaten geschlossen sind, fällt die Kinosektion dementsprechend enttäuschend aus. Da ich meine großen Rückblicke immer am Ende des Jahres schreibe, soll es hier nur eine kurze Zwischenbilanz werden, in der ich euch ein paar Zahlen und Namen um die Ohren haue. Also los geht’s!

I. Cinemathek

Coronabedingt war diesmal nur ein Film dabei, der hat mich dafür aber auch richtig umgehauen. Ich spreche von Porträt einer jungen Frau in Flammen. Unbedingte Empfehlung!

II. Anime Special

Im ersten Quartal (wir erinnern uns, Kinos waren nur drei von sechs Monaten offen) gab es zumindest ein Anime Special. Mit Weatherin with you gab es den Nachfolger von Your Name. Leider kam der Nachfolger nicht an seinen Vorgänger heran, bleibt aber eine solide Geschichte.

III. Neulich in der Sneak

Sieben Sneakvorstellungen konnte ich besuchen. Ich hab sie euch gefühlsmäßig mal in eine Reihenfolge gebracht. Wichtig ist, dass selbst Platz 7 im soliden Mittelfeld landen würde. Demnach hatte das Jahr eigentlich einen guten Sneaklauf.

Platz 7: 21 Bridges
Platz 6: 7500
Platz 5: Peanut Butter Falcon
Platz 4: Bombshell
Platz 3: 1917
Platz 2: Drei Engel für Charlie
Platz 1: The Gentleman

IV. Filme – auf großer Leinwand gesehen

Im ersten Quartal konnte ich 15 reguläre Kinofilme sehen, außerhalb der Spezialreihen (Cinemathek, Sneak, Anime). Normalerweise hätte es hier fünf Enttäuschungen und fünf Highlights gegeben, aber da die Liste ungewöhnlich kurz ist, hier meine aktuelle Reihenfolge:

Platz 15: Nightlife
Platz 14: Die fantastische Reise des Dr. Dolittle
Platz 13: Cats
Platz 12: Lindenberg – Mach dein Ding!
Platz 11: Jumanji 2
Platz 10: Sonic – the Hedgehog
Platz 9: Ruf der Wildnis
Platz 8: Birds of Prey
Platz 7: Parasite
Platz 6: Enkel für Anfänger
Platz 5: Als Hitler das rosa Kaninchen stahl
Platz 4: Jojo Rabbit
Platz 3: Star Wars – Der Aufstieg Skywalkers
Platz 2: Knives Out
Platz 1: Little Woman

V. Filme – auf großem Fernseher gesehen

64 Filme liefen im ersten Halbjahr bei mir im Heimkino. Davon waren 14 Wiederholungstäter und drei Comedy Specials. Meine Highlights gibt es hier:

Platz 10: Aladdin (2019)
Platz 9: I, Tonya
Platz 8: Juliet, Naked
Platz 7: Elliot, das Schmunzelmonster
Platz 6: Wind River
Platz 5: Klaus
Platz 4: Isn’t it romantic
Platz 3: Emo – The Musical
Platz 2: The Final Girls
Platz 1: Die zwei Päpste

VI. Serien – ein kurzer Überblick

34 verschiedene Serien mit 49 Staffeln sind gesehen. Eine kurze Übersicht über meine Highlights (ohne Reihenfolge) gibt’s hier:

Weihnachten zu Hause (Staffel 1)
Grace & Frankie (Staffel 6)
Star Trek: Picard (Staffel 1)
Fleabag (Staffel 2)
The Mandalorian (Staffel 1)
Willkommen in Gravity Falls (Staffel 1+2)
Batwoman (Staffel 1)
The Crown (Staffel 3)
Friends (Staffel 1-9)
Miss Fishers mysteriöse Mordfälle (Staffel 1)

Bücher – meine Highlights

35 Bücher sind ausgelesen, davon sind 17 von meiner 20 für 2020 Liste. Hier noch schnell meine aktuelle Top 10:

Platz 10: Momo – Michael Ende
Platz 9: Wer die Nachtigall stört – Harper Lee
Platz 8: Kirschkuchen am Meer – Anne Barns
Platz 7: The Green Mile – Stephen King
Platz 6: Mara und der Feuerbringer – Tommy Krappweis
Platz 5: Was perfekt war – Colleen Hoover
Platz 4: Dive Bar 1 – Crazy, Sexy, Love – Kylie Scott
Platz 3: Die Bücherdiebin – Markus Zusak
Platz 2: Someone New – Laura Kneidl
Platz 1: All in: 1000 Augenblicke & Zwei Versprechen – Emma Scott

Wie sah euer erstes Halbjahr aus? Welcher Film/Buch/Serie fehlt definitiv in meiner Liste? Ich bin immer offen für Empfehlungen!

 

Eine Handvoll Filme

Wie beim letzten Mal geht es hier wieder um fünf Filme, die ich in keiner anderen Kategorie bespreche, euch aber trotzdem meine Meinung nicht vorenthalten möchte. Vielleicht sind für euch ja auch ein paar Anregungen dabei, auch wenn die Kinos aktuell wieder schrittweise öffnen 😉

Whale Rider

Die Handlung: Paikea (Keisha Castle-Hughes) wächst bei ihren Großeltern auf, nachdem ihre Mutter und ihr Zwillingsbruder bei der Geburt starben und ihr Vater sich danach komplett von der Familie zurückzog. Da ihr Großvater der Häuptlings ihres Maori Stammes in Neuseeland ist, wächst sie zwischen Liebe und Abneigung auf, da sie als Mädchen niemals die Nachfolge antreten kann. Obwohl sie die Traditionen und Anforderungen am besten erfüllt, will ihr Großvater in einem Ausbildungscamp die anderen Jungs aus dem Dorf trainieren.

Meine Meinung: Whale Rider ist einer der ersten Filme, an die ich mich noch aktiv erinnere dafür im Kino gewesen zu sein. Es ist ein Film, der einem zum einen die Situation der Maori in Neuseeland gefangen zwischen Moderne und Tradition näher bringt, sich aber vor allem auf die zwischenmenschlichen Töne konzentriert. Mit Paikeas Kampf um Anerkennung ist es auch ein Film über Emanzipation. Man fiebert mit ihr, leidet mit ihn und versteht, was in ihr vorgeht. Dafür hilft es, dass Castle-Hughes schon in jungen Jahren versteht, die Emotionen ihrer Rolle durch ihre Mimik wiederzugeben. Die innere Zerissenheit zwischen ihrer bedingungslosen Liebe ihres Großvaters gegenüber und dem Schmerz, den sie durch seine ständige Zurückweisung erfährt, schwingt in jeder Emotion mit. Nicht umsonst wurde sie 2004 als damals jüngste Darstellerin für einen Oscar als beste Darstellerin nominiert. Als Zuschauer ist man ebenfalls hin und hergerissen zwischen der traurigen, aber doch hoffnungsvollen Geschichte, die sich wunderbar in Einklang mit der Umgebung bringen lässt. Neuseelands Landschaft ist rau und doch wunderschön.

Whale Rider ist bei keinem gängigen Anbieter in der Flatrate enthalten. Er kann bei iTunes geliehen werden.

Familie Willoughby

Die Handlung: Familie Willoughby, dass sind Vater und Mutter Willoughby, die einer einflussreichen Familie entstammen, und sich unsterblich lieben. Dadurch sind die Kinder Tim, Jane und die Zwillinge, beide mit Namen Barnaby, entstanden. Doch Vater und Mutter sind genervt von allem, was sie von ihrer Liebe zueinander ablenkt. Und so hungern die Kinder und verwahrlosen. Bis sie eines Tages keine Lust mehr haben und beschließen ihre Eltern auf eine Abenteuerreise zu schicken, von der sie hoffentlich nie wiederkommen, damit sie zu Waisen werden. Das sich daraus noch ganz andere Abenteuer entwickeln könnten, ahnen die Kinder nicht.

Meine Meinung: Familie Willoughby ist ein Film, an dessen Animationsstil man sich erst einmal gewöhnen muss. Dies gelingt jedoch schnell und man kann sich auf die Geschichte einlassen. Diese kommt auch mit einigen guten Ideen daher und nimmt – trotz kurzzeitiger Befürchtung einer etwas brutaleren Version – einen kinderfreundlichen Verlauf. Die Themen Kindervernachlässigung und Adoption werden hier im spielerischen Kontext behandelt und bekommen keine Tiefe, was aber auch der Grundstimmung entgegen wirken würde. Das Problem an der Handlung ist eher, dass die Macher zu viele gute Ideen hatten, aber keine für einen runden ganzen Film ausgereicht hätten. So fühlt sich die zusammengesetzte Handlung, die an sich zwar immer noch rund wirkt, aber doch stark episodenartig erzählt wurde. So gibt es eine Episode mit einem Baby, dann geht es um die Reise der Eltern, dann muss ein Hausverkauf verhindert werden, die Willoughbys bekommen eine Nanny und so weiter. Irgendwo ergibt das alles zwar eine Geschichte, aber eigentlich ist es eher eine Kurzgeschichtensammlung, die versucht wurde zu einer Gesamthandlung zu drehen. Hier hätte ich es schöner gefunden, sich auf einen Aspekt zu konzentrieren.

Familie Willoughby ist ein Netflix Original und bei diesem Streaming-Dienst zu sehen.

Emo – The Musical

Die Handlung: Ethan ist ein Emo. Doch an seiner Privatschule in Australien ist er damit alleine. Durch ständiges Mobbing beschließt er sich zu erhängen. Dies scheitert und er fliegt von der Schule. An seiner neuen staatlichen Schule wird er sofort von den Christen aufgenommen, doch als er entdeckt, dass es eine Emo-Rock-Band gibt, ist er Feuer und Flamme in dieser zu spielen. Doch er fühlt sich zu Trinity hingezogen, die jedoch sehr gläubig ist, weswegen sie nicht nur austesten müssen, wie sie zusammenpassen, sondern sich auch vor ihren jeweiligen Freunden verstecken müssen. Als dann auch noch beide Gruppen beim Rock-Bandcontest teilnehmen, herrscht erst richtig Chaos.

Meine Meinung: Ein Musical über Emos, die in einem Bandcontest gegen eine christliche Schulgruppe antritt? Klingt herrlisch schräg und genau nach einem Film für meine beste Freundin. Die war dann so begeistert, dass sie mich dazu zwang diesen Film mit ihr zu sehen. Ich war sehr skeptisch, zumal der Film keine deutsche Synchronisation hat. Es hat keine Woche gedauert, da musste ich den Film unbedingt meinem besten Freund zeigen, weil ich ihn absolut herrlich fand. Auch dieser war zunächst wenig begeistert von den Wörtern Emo, Musical und keine Synchronisation in einem Satz. Doch auch ihn konnte der Film absolut begeistern. Das liegt wohl vor allem daran, dass sich der Film an vielen Stellen selbst nicht so ganz ernst nimmt, an anderen dafür umso mehr. Es wird mit Vorurteilen und Klischees gespielt und diese durcheinander geworfen. Über viele Sachen kann man lachen, wenn jedoch ein Mitglied der Christengruppe aus einem Umerziehungscamp wiederkommt und sich noch immer bei jedem Gedanken an einen Jungen Elektroshocks verabreicht, dann ist das im ersten Moment zwar witzig, aber sobald der Gedanke gesackt ist, überlegt man, warum man eigentlich darüber lachen konnte. Und genau mit solchen Tabus spielt dieses Musical. Versteht mich nicht falsch, es ist an erster Stelle ein Feel-Good-Film mit vielen humorvollen Einlagen und einprägsamen Liedern. Doch im Hintergrund brodelt auch noch die richtige Botschaft.
Wer noch immer nicht überzeugt ist, den möchte ich darauf hinweisen, dass es ein Lied gibt, in dem überlegt wird, ob Jesus nicht vielleicht ein Emo gewesen wäre. Also gebt diesem Film durchaus eine Chance.

Emo – The Musical ist bei Netflix enthalten

Underwater

Die Handlung: Eine Forschungs- und Bohrstation auf dem Grund des Marianengrabens wird durch mehrere Erdbeben erschüttert und größtenteils zerstört. Nur eine kleine Gruppe Wissenschaftler überlebt und versucht über den Meeresboden zu einer anderen Sektion zu kommen, wo noch Rettungskapseln verfügbar sein sollen. Doch etwas ist durch die Erdbeben erwacht und macht nun Jagd auf die Crew.

Meine Meinung: Underwater trägt den Beititel „Es ist erwacht“ und das sagt so ziemlich alles über den Film. Mit nur einer kurzen Exposition wird der Zuschauer gleich in die Katastrophe geworfen. Charaktere werden mit wenigen kurzen Sätzen charakterisiert. Der dunkle Meeresboden und die Beengung durch das umgebende Wasser geben dem Film ohne großes Zutun eine bedrückende Atmosphäre, die allein schon für eine Menge Gruselfaktor sorgt, spielt sie doch mit unseren Urängsten. Hinzu kommen dann jedoch die Unterwasserwesen, die ebenfalls durch die Erdbeben aufgerüttelt wurden. Hier spielt Regisseur William Eubank mit dem sehr wenig Sehen und doch wissen, dass da etwas sein muss. Allein diese Voraussetzung hätte aus dem Film viel machen können. Leider bedient Eubank im darauffolgenden die üblichen Klischees, so dass man mögliche Tode der Charaktere in der exakten Reihenfolge voraussagen kann. So fehlt dem Film Tiefe bei den Charakteren, die so absolut austauschbar sind und es kein Trauern um sie gibt, und ein Alleinstellungsmerkmal, abgesehen vom Setting, das sich von anderen Filmen des Genres abhebt. So ist ein grundsolider Film herausgekommen, der aber relativ schnell wieder aus dem Gedächtnis gespült wird, was schade ist, da hier deutlich mehr möglich wäre.

Underwater ist bei Prime zum Kauf oder Leihen verfügbar. Nicht in der Flatrate enthalten

Everybody’s Fine

Die Handlung: Frank Goode (Robert deNiro) will nach dem Tod seiner Frau seine vier Kinder, die im ganzen Land verstreut wohnen, zu einer Grillparty einladen. Doch nach und nach sagen alle ab. Da Frank durch eine Lungenkrankheit nicht fliegen darf, beschließt er sie alle mit dem Zug zu besuchen, kündigt dies aber nicht an. Auf seiner Reise muss er feststellen, dass seine Kinder ihm wohl nicht immer die Wahrheit über ihre Lebensumstände erzählt haben.

Meine Meinung: Everybody’s Fine ist ein Film, wo man einige Zeit darauf warten muss, bis er klar macht, worauf er hinauswill. Doch sobald er den Punkt erreicht hat, wird es ein Familiendrama, das mit wenig Worten auskommt, und doch tief unter die Haut geht. Wir haben einen sympathischen Familienvater, der noch um seine frisch verstorbene Frau trauert und sich auf einmal ganz alleine in einem großen Haus wiederfindet. Seine Kinder lieben ihn, es fiel ihnen aber immer leichter mit ihrer Mutter über die Probleme zu sprechen und erzählten dem Vater lieber nur die guten Sachen. Im Laufe des Films fallen einem viele kleine Dinge auf, die daraufhin deuten, dass nicht alles so ist, wie es scheint. Am Ende werden diese Dinge natürlich noch einmal für den abgelenkten Zuschauer aufgezählt, falls man sie übersehen hat. Einige waren sehr deutlich, andere jedoch auch sehr subtil, so dass die Zusammenfassung gar nicht schlecht war. So harmonisiert sich ein schönes Familiendrama zusammen, ruhig erzählt und geht doch sehr tief.

Everybody’s Fine ist bei Prime zum Kauf und Leihen verfügbar. Nicht in der Flatrate enthalten.

Rückblick auf den Mai 2020

Der Mai ist vorbei, die Kinos sind noch immer geschlossen, daher wird dies nun wieder ein verkürzter Rückblick. Auch im Mai war es größtenteils ruhig bei mir, weswegen ich den Einleitungsteil dann jetzt auch wieder überspringe und einfach gleich zur Sache komme.

Filme – auf großem Fernseher gesehen

Disney Family Sing Along: Gleich zweimal habe ich dieses Disney Corona-Special gesehen, denn es gefiel mir so gut, dass ich es meiner besten Freundin auch noch zeigen musste. Hier wurden Disneystars der verschiedensten Art aufgefordert zu Hause eine musikalische Umsetzung zu filmen. So wurden bekannte Klassiker aus Disneys Filmgeschichte umgesetzt. Qualität variiert zwar stark, doch die Untertitel zum mitsingen, machen es wett.

Titanic – 20 Jahre nach dem Film: Zum Jubiläum seines Welterfolgs hat sich James Cameron an eine Dokumentation gewagt, in der er verschiedene Theorien und Fakten überprüft, die ihn am Mythos Titanic befassten. Zunächst verfolgen wir ihn auf mehreren Tauchfahrten zur Titanic, in der er überprüfen möchte, wie akkurat seine Umsetzungen war. Ein spannender neuer Einblick in mehrere Mysterien, nicht nur für Fans des Films.

Taylor Thomlinson – Quarter-Life Crisis: Im Mai war mal wieder ein Netflix Comedy-Special fällig. Taylor Thomlinson erzählt davon, wie es ist Mitte 20 zu sein. Durchaus eine Comedian, die ich auf dem Schirm behalten werde.

Familie Willoughby: Mutter und Vater Willoughby sind unglaublich verliebt ineinander. Logischerweise sind dabei insgesamt vier Kinder entstanden. Allerdings sind diese ihren Eltern eher lästig und werden komplett vernachlässigt. Wieso sollte man seinen Kindern auch etwas zu essen geben? Also beschließen die Geschwister, dass sie unbedingt Waisen werden wollen und schicken ihre Eltern auf eine mörderische Reise. Ein Animationsfilm an dessen Stil man sich zunächst gewöhnen muss. Er kommt mit einigen erfrischenden Ideen daher, die aber alle nicht für einen Film reichen und daher werden episodenhafte Geschichten zu einem großen Verwoben, was dem Film eindeutig nicht gut tat.

Emo – the Musical: Ethan ist ein Emo und wird nach einem gescheiterten Selbstmordversuch von der Privatschule geschmissen. An seiner neuen Schule wird er zunächst begeistert von den streng Gläubigen aufgenommen, doch als er merkt, dass es eine Emo-Band an der Schule gibt, wird er schnell zum Feindbild der Gläubigen. Als auch noch ein Bandwettbewerb bevorsteht, kochen die Emotionen über. Noch ein Film, den ich im Mai gleich zweimal gesehen habe. Nachdem meine beste Freundin ihn mir voller Begeisterung zeigte, musste mein bester Freund auch gleich dran glauben. Und ja, der Film ist noch viel skurriler als er sich anhört, aber auf gute Weise. Kleine Perle für Musicalfans.

Teen Beach Movie: Brady und McKenzie sind ein Paar und lieben das Surfen. Doch McKenzie will beides aufgeben, um zu ihrer Tante zu ziehen, die eine große schulische Karriere für McKenzie plant. Als diese ein letztes Mal surfen geht, geraten sie und Brady durch einen Sturm in Bradys Lieblingsfilm Wet Side Story. Nun müssen sie einen Ausweg finden. Ja, der Film klingt sehr skuril. Ja, es war ein Disney Channel Original und ist demnach mit sehr wenig Geld produziert worden. Ja, man sieht es dem Film an. Ja, er hat trotzdem Spaß gemacht, aber man darf halt echt nichts erwarten.

Garfunkel & Oates: Trying to be special: Die beiden Comedians Riki Lindhome und Kate Micucci versuchen als Garfunkel & Oates ihr eigenes Netflix-Special zu bekommen. Dafür führen sie in Seattle eine Show auf, bei der sie mit ihren gewagten Liedtexten zu begeistern wissen.

Underwater: Die auf dem Grund des Marianengrabens befindliche Forschungsstation Kepler 822 wird von mehreren Erdbeben erschüttert und stark beschädigt. Eine Gruppe Wissenschaftler versucht nun zu den verbliebenden Rettungskapseln zu kommen. Doch etwas ist erwacht. Ein Thriller tief unten im Meer hat wohl das Potential atmosphärisch gut Ängste zu erzeugen. Dies schafft der Film auch. Auch die Handlung ist rund. Leider hat der Film so gar kein Alleinstellungsmerkmal.

Serien – ein etwas ausführlicherer Überblick

Kim Possible – Staffel 2 (Teenieheldin in weiterhin spannenden Missionen unterwegs, diesmal mit wechselnden Outfits)

The Mandalorian – Staffel 1 (Spannender Star Wars Ableger, der es schafft in wenigen Folgen die Charaktere vorzustellen und zu einem runden Abschluss zu bringen)

The Marvelous Mrs. Maisel – Staffel 2 (Witzige Fortsetzung rund um die charmante aufkommende Stand-up Comedians Midge Maisel. Durch episodenhaftigere Erzählweise nochmal deutlich spannender als die erste Staffel)

Friends – Staffel 9 (Die New Yorker Clique versprüht auch in der neunten Staffel noch Spaß und man bangt mit ihnen mit)

Star Trek: Discovery – Staffel 2 (Fühlt sich endlich nach einer richtigen Star Trek Serie an. Das Auftauchen von Captain Pike und das Zusammenschmelzen der Crew zu einer Familie tut der Serie sehr gut)

Foodhacks mit Nadiya Hussain – Staffel 1 (Kurzweilige Kochshow um allerhand Kniffe für das Kochen trotz Vollzeitarbeit und Familie)

Chip und Chap – Staffel 2 (Die Rettungstruppe hat auch in der zweiten Staffel wieder allerhand zu tun)

Miss Fishers mysteriöse Mordfälle – Staffel 1 (Crimeserie im Australien der 1920er Jahre mit einer etwas ungewöhnlichen Ermittlerin überzeugt durch viel Charme)

Willkommen in Gravity Falls – Staffel 1&2 (Wunderbare Familienserie mit Mysteryanteil und wundertollen Charakteren)

Mein Lesemonat

Bücher insgesamt: 7
Seiten gesamt: 3.014
Seiten pro Tag: 97 im Durchschnitt
Taschenbuch: 7

Obsidian & Onyx: Die beiden Auftaktbände der fünfteiligen Reihe ließ mich am Anfang eher zweifelnd zurück, entwickelte sich dann jedoch in eine gute Richtung. Zeitweise war es schwer, die Bücher überhaupt aus der Hand zu legen.

Erbarmen: Nach langer Zeit mal wieder ein Krimi. Leider war mir der Ermittler nicht wirklich sympathisch und der Fall wirkte stark gestreckt. Ist wohl einfach wirklich nicht mehr mein Genre.

Am dunklen Fluss: Ruby kann sich nicht mehr an den Tod ihrer Schwester in ihrer Kindheit erinnern. Als sie in das frühere Anwesen reist, findet sie nicht nur ein altes Familiengeheimnis, sondern fängt auch an sich zu erinnern. Leider konnte mich die Geschichte nicht wirklich fesseln, zu vorhersehbar waren weite Teile. Das Ende konnte mich dann doch noch überraschen, half dem Buch aber nicht mehr.

Someone Else: Die Fortsetzung von Laura Kneidls Someone New. Diesmal geht es um die Nachbarn Auri und Cassie, die schon lange Mitbewohner sind und sich zueinander hingezogen fühlen. Doch das können sie nicht zugeben, das könnte ihre Freundschaft gefährden. Oder? Schöne Fortsetzung mit anderem Schwerpunkt, wenn auch schwächer als der erste Teil. Geschichte wurde an einigen Stellen deutlich gestreckt, was leider zu kleineren Längen führt. Dennoch ein schönes Buch, vor allem durch Kneidls Schreibstil.

Kirschkuchen am Meer: Marie hatte seit Jahren keinen Kontakt mehr zu ihrem Vater. Doch als auf der Seebestattung ihres Vaters eine geheimnisvolle Frau auftaucht, muss sie mehr erfahren. Der Weg führt nach Norderney, wo sie nicht nur die Frau sucht, sondern auch einige Lebensentscheidungen hinterfragt. Ein neuer sommerlicher Roman von Anne Barns, irgendwo zwischen Trauer, Sommer und Kirschkuchen.

Breathless 1 – Gefährliches Verlangen: Habe ich die Augen verdreht, als dieser Erotikroman mit einem Vertrag anfing? Definitv! Dennoch entwickelt sich die Geschichte weiter und ist definitiv besser als das offensichtliche Vorbild. Ende ist zwar sehr vorhersehbar und die Charaktere bleiben platt, aber für ein sinnliches Lesevergnügen zwischendurch vollkommen ausreichend.

Verpasst, aber nicht vergessen – Teil 10

In Zeiten von Corona mit geschlossenen Kinos, fällt es mir leichter Filme zu Hause doch einmal nachzuholen – wenn ich nicht gerade Serien binge oder meinen SuB abarbeite (der leider eher wächst als schrumpft). Und so kommen wir heute direkt zu einem neuen Teil meiner im Kino verpassten Filme, die ich jedoch nicht vergessen, sondern zu Hause nachgeholt, habe. 

Mit dem Herz durch die Wand

Sie ist Pianistin und zieht in ein neues Appartement. Sie muss viel für ein neues Stück proben, für das sie vorspielen will. Doch ihr Nachbar ist davon wenig begeistert, entwickelt er doch im stillen Puzzle. Nach einem Kleinkrieg versuchen sie sich an einem Kompromiss. Und merken nach und nach ihre Gefühle füreinander, ohne sich je gesehen zu haben. Es beginnt eine Beziehung mit einer Wand zwischen den Liebenden.
Ungewöhnlich an dem Film ist bereits, dass beide Protagonisten keinen Namen haben, sondern sich  immer nur mit Madame und Monsieur anreden. Ansonsten entwickelt sich der kammerspielartige Film sehr ruhig. Von beiden erfährt man nur das, was der jeweils andere durch die Wand mitbekommt. Auch scheinen beide Berufe zu haben, die sie dazu verleiten, viel Zeit in der Wohnung zu verbringen, weswegen sie sich auch gerade ständig auf die Nerven gehen. Und so entsteht ganz nebenbei eine zuckersüße Liebesgeschichte, die darauf basiert, dass sich beide nur hören können und niemals sehen. Wie das funktionieren soll, zeigt dieser Film. Das Liebe auch auf nicht körperlicher Basis entstehen kann. Dabei nimmt er sich relativ viel Zeit, auch wenn der Film mit 92 Minuten normale Spielfilmlänge hat. So muss man schon in der Geschichte versinken, wenn er einem nicht langatmig erscheinen will. Aber wenn man das schafft, dann ist es für den Film ein Leichtes einen zu verzaubern.

Ihre beste Stunde

Catrin Cole lebt zu Zeiten des zweiten Weltkriegs in London. Sie bekommt einen Job im Informationsministerium und wird schnell in die Filmabteilung versetzt. Sie soll dort an Drehbüchern für Kino- und Propagandafilme mitschreiben, damit diese eine weiblichere Note erhalten. So sollen auch Mütter und Frauen angesprochen werden, die Söhne und Männer an der Front haben. Dabei muss sie nicht nur mit schwierigen Schauspielern klar kommen, sondern auch mit vielen Vorurteilen kämpfen.
Ihre beste Stunde vereint Liebesgeschichte, Historienfilm und Blick hinter die Kulissen der Filmbranche in einem und verwebt die einzelnen Bestandteile sehr geschickt. Am Ende fragt man sich zwar, ob es die Liebesgeschichte überhaupt gebraucht hätte – ich würde sagen: nein – aber der Aspekt ist auch nicht störend. So wird der Film von einer starken, aber zurückhaltend spielenden, Gemma Arterton geführt, die gegen die Männerdomäne anspielt. Der Krieg ist allgegenwärtig, aber nie dominant im Bild. So wird der Krieg noch einmal von einer ganz anderen Seite beleuchtet, ohne ihn klein zu spielen. Es zeigt, das es auch abseits von der Front Männer und Frauen gab, die mit allen Mitteln versucht haben, die Laune im Volk hoch zu halten.

Wind River

Wind River ist ein Indianerreservat im verschneiten Wyoming. Als dort die Leiche eines vergewaltigtenn Mädchens gefunden wurde, wird die schlecht ausgestattete Jane Banner vom FBI geschickt. Sie bittet den Wildhüter Cory Lambert um Hilfe.
Wusstet ihr, dass es für jede Bevölkerungsgruppen mit Ausnahme der amerikanischen Ureinwohner eine Vermissten-Statistik in den USA gibt? Darauf weißt der Film am Ende noch einmal hin. Denn Taylor Sheridan will mit seinem Regiedebüt genau darauf hinweisen. Nachdem er zu Sicario und Hell or High Water bereits das Drehbuch schrieb, führte er zu diesem von ihm verfassten Drehbuch auch Regie. Dazu führt er uns ins verschneite Wyoming in das Indianerreservat Wind River. Dort stellt er uns zunächst den Wildhüter Cory Lambert, gespielt von Jeremy Renner, vor. Als Weißer im Reservat wird er als Außenseiter behandelt. Bindeglied ist seine Ex-Frau. Als er die Leiche der besten Freundin seiner ebenfalls ermordeten Tochter im Schnee findet, kommen alte Gefühle und Erinnerungen hoch. Das FBI sendet Jane Banner. Diese ist nicht für die Bedingungen ausgerüstet und bekommt auch keine Unterstützung vom FBI. So bittet sie Cory um Hilfe. Jane ist wirklich an der Aufklärung interessiert, steht aber mit begrenzten Mitteln da und bekommt die Abneigung des Reservats zu spüren, die anscheinend viele schlechte Erfahrungen mit der Polizei gemacht haben. So bietet Wind River nicht nur einen spannenden Thriller mit einer ziemlich verstörenden Aufklärung, sondern auch einen Einblick in die Trostlosigkeit ohne reale Zukunftsperspektive in einem Reservat.

Das schönste Mädchen der Welt

Roxy ist vom Internat in England geflogen und muss nun ganz kurzfristig mit auf Klassenfahrt. Sie freundet sich mit Außenseiter Cyril an, der wegen seiner großen Nase gemobbt wird. Dieser hat eine große Leidenschaft zum Rap und tritt heimlich mit goldener Maske auf, da er für seine Nase nicht auch noch dort gehänselt werden will.
Der Film kann mit vielen guten Kritiken aufwarten und wurde mit dem Prädikat „Besonders wertvoll“ der Deutschen Film- und Medienbewertung ausgezeichnet. Beides kann ich leider überhaupt nicht nachvollziehen. Denn Das schönste Mädchen der Welt bedient zunächst alle Negativklischees einer Klassenfahrt und inszeniert eine absolute Horrorklasse. Platte Charaktere, noch plattere Witze und eigentlich sollen alle nur brav ihr Klischee erfüllen, damit die absolut vorhersehbare Handlung auf den Punkt kommt. Unterbrochen wird dies von ein paar wenigen Rapbattles, die erstaunlich gut funktionieren. Hinzu kommt, dass Roxy ein absolut wankelmütiger Charakter ist und man so auch keine Sympathien für sie aufbauen kann. Allgemein schafft es kein Charakter, das man ihn auch nur ansatzweise mag und mit ihm mitfühlt.

Little Monsters

Der erfolglose Musiker Dave hat sich in die Grundschullehrerin Miss Caroline seines Neffen verknallt. Um sie zu beeindrucken stimmt er zu die Klasse auf einem Ausflug zu einem Erlebnisbauernhof zu begleiten. Leider kam es in der nahe gelegenen Militärbasis zu einem Zombieausbruch, die schnell den Bauernhof entdecken. Dave und Miss Caroline müssen nun alle Kräfte einsetzen, um alle Kinder in Sicherheit zu bringen, ohne diese zu ängstigen.
Ich bin immer noch kein Fan von Zombiefilmen, wurde aber einmal mehr überredet mir doch einen anzugucken. Und tatsächlich hat mir dieser sogar relativ gut gefallen. Denn hier liegt das Augenmerk weniger auf dem Horroraspekt, sondern vielmehr auf dem komödiantischem. Und mal ganz ehrlich? Eine Lehrerin, die den Kindern auf der Ukulele vorspielt, während sie versuchen an den Zombies vorbeizukommen? Die Ideen waren einfach nur super. Davon, dass der Film in Australien spielt, bekam man leider relativ wenig mit. Also ein Zombiefilm auch für Nicht-Zombie-Fans geeignet.

Eine Handvoll Filme zum Muttertag

Nicht ganz pünktlich und etwas unvorbereitet erscheint von mir dann noch ein Beitrag zum gestrigen Muttertag. Zu meiner Verteidigung: Ich habe an den Muttertag gedacht und mit meiner Schwester ein kleines Geschenk organisiert! Besuche fallen zur Zeit ja leider aus, zumal meine Mutter im Gesundheitswesen an vorderster Front kämpft (hier dürft ihr gerne alle einmal für sie applaudieren). Nun habe ich mich doch relativ spontan entschlossen doch noch einen Beitrag zum Thema Muttertagsfilme zu schreiben und bin einmal im Internet verschiedene Listen zu dem Thema durchgegangen. Was soll ich sagen, ich habe die allerwenigsten davon gesehen (Asche auf mein Haupt). Vielleicht wäre das mal ein Projekt fürs nächste Jahr. Aber so geht es heute um vier Filme, die als Muttertagsfilme empfohlen werden und die ich tatsächlich gesehen habe, plus meinen ganz persönlichen Muttertagsfilm, der mich immer wieder in verschiedene Stadien von Kindheit und Jugend mit meiner Mama zurückversetzen wird. Und schon wieder eine lange Einleitung, na vielleicht wird das demnächst wieder besser 😉

Mamma Mia

Die Handlung: Zu den Klängen von ABBAs Welthits wird hier die Geschichte von Sophie (Amanda Seyfried) erzählt, die mit ihrer Mutter Donna (Meryl Streep) auf einer kleinen griechischen Insel ein Hotel betreibt. Sie steht kurz vor ihrer Hochzeit mit Sky (Dominic Cooper). Da sie nicht weiß, wer ihr Vater ist, und laut Tagebuch ihrer Mutter drei Kandidaten in Frage kommen, hat sie kurzum alle drei eingeladen. Chaos ist hier vorprogrammiert.

Meine Meinung: So richtig konnte ich mich für diese Verfilmung nie begeistern. Ich habe inzwischen das Bühnenmusical gesehen und finde es mit ausgebildeten Darstellern einfach viel besser. Denn wer auch immer die Idee hatte, dass Pierce Brosnan singen könnte, lag leider falsch – das sagte er in Interviews sogar selbst, er sagte nur zu, um mit Meryl Streep einen Film drehen zu können. Dennoch ist die Grundhandlung eine schöne Hommage an eine Mutter, die ihrer Tochter beide Elternteile geboten hat. Dennoch blieb natürlich immer die Frage nach der Vaterschaft offen, die auch Sophie gerade zu ihrer Hochzeit beschäftigt hat.

Muttertagsfaktor = 3/5

Merida – Legende der Highlands

Die Handlung: Merida ist die Tochter eines Königs in den Highlands, hält aber nicht viel vom Prinzessinensein. Doch ihre Mutter pocht auf ihren Manieren und auf der Wahl eines Ehemannes. Dies soll ein Sohn der drei verbündeten Clans sein. In einem Bogenschützwettkampf soll herausgefunden werden, wer um Meridas Hand anhalten darf. Bestürzt über diese Wendung schießt sie selbst das beste Ergebnis. Dies führt zu einem großen Streit mit ihrer Mutter, die mit Hilfe einer Hexe ausversehen von Merida in einen Bären verwandelt wird. Nun müssen Mutter und Tochter zusammenarbeiten, um die Mutter zurückzuverwandeln.

Meine Meinung: Grundsätzlich mag ich den Ansatz von Merida, dass sie sich nicht einfach zwangsverheiraten lässt, sondern versucht ihren eigenen Weg zu gehen. Auch das Setting in den Highlands gefällt mir gut. Nur die Geschichte selbst und auch die Protagonistin konnte mich nicht richtig abholen und fesseln. Ich könnte nicht einmal sagen, was mich gestört hat. Für den Muttertag ist es aber ein guter Film, schließlich müssen hier die zerstrittene Mutter und Tochter sich zusammenraufen, um den Zauber zu brechen, der die Mutter in einen Bären verwandelt hat.

Muttertagsfaktor = 4/5

Bad Moms

Die Handlung: Amy (Mila Kunis) hat Ehemann, zwei Kinder, Haus, Hund und Karriere. Doch dies alles unter einen Hut zu bringen, bringt sie beinahe täglich zur Verzweiflung. Eines Tages hat sie die Nase voll und gründet mit zwei weiteren überforderten Müttern die Bad Moms und hören auf zu versuchen perfekt zu sein. Das passt den perfekten Müttern jedoch gar nicht in den Kram.

Meine Meinung: Hier haben wir doch einmal den perfekten Film für alle Mütter. Bestimmt kennt jede berufstätige Mutter das Gefühl der völligen Überforderung zwischen Karriere und Fürsorge für die Kinder. Man will es allen recht machen und bleibt dabei am Ende selbst auf der Strecke. Hier wird der Spieß irgendwann umgedreht und die Bad Moms lassen die Sau raus – bzw. kaufen einfach Gebäck für den Schulbasar, statt vegane, gluten-, laktose- und zuckerfreie Kekse zu backen. Hier steht die Frage nach den Qualitäten einer guten Mutter im Vordergrund. Das ganze wird als rasante Komödie verpackt, wodurch der Spaßfaktor sehr hoch ist. Ein Film für alle Mütter, nur die Beziehung zu den Kindern wird ein wenig halbherzig behandelt.

Muttertagsfaktor = 3/5

Lady Bird

Die Handlung: Christine McPherson (Saoirse Ronan) möchte lieber Lady Bird genannt werden. Sie wächst in einer armen Familie auf, träumt aber von größerem. Dadurch gerät sie oft mit ihrer Mutter (Laurie Metcalf) aneinander, die denkt, dass sich Lady Bird für sie schämt.

Meine Meinung: Greta Gerwigs Regiedebüt bringt uns eine liebevolle Coming-of-Age Geschichte einer rebellischen Tochter, die sich zu größerem bestimmt sieht und indirekt ihrer Mutter Vorwürfe für die ärmlichen Verhältnisse macht. Das diese sich in vielen Doppelschichten abschuftet, wird ignoriert. Dabei sind es gerade die Dialoge zwischen Mutter und Tochter, die selten liebevoll sind, die das Dilemma von beiden gut durchleuchten. Wir haben hier nicht unbedingt einen gute Laune Film, aber dafür einen herzlichen und realitätsnahen.

Muttertagsfaktor = 4/5

Bernhard und Bianca – die Mäusepolizei

Die Handlung: Die Rettungshilfsverinigung der Mäuse findet die Flaschenpost der Waisin Penny, die von der verrückten Medusa in die Teufelssümpfe entführt wurde, um dort in einer alten Piratenhöhle nach einem wertvollen Diamanten zu suchen. Die ungarische Abgeordnete Bianca meldet sich freiwillig, um Penny zu helfen und wird auf eigenen Wunsch vom Hausmeister Bernhard begleitet, der eigentlich wenig Sinn für Abenteuer hat.

Meine Meinung: Wie oben erwähnt, handelt es sich hierbei nicht um einen klassischen Muttertagsfilm, sondern um meinen ganz persönlichen. Es handelt sich um den Disneyklassiker, den meine Mama und ich lieben und auch gerne jetzt noch zusammen sehen. Mit etwas Mühe könnte man noch das Muttertagsthema reininterpretieren. Immerhin ist Penny Waisin und wünscht sich nichts mehr als eine Familie, die sie adoptiert. Als dann Medusa ihr ein Zuhause anbietet, stimmt sie schließlich ein, findet hier aber nicht die fürsorgliche Mutterfigur, sondern eine böse Frau, die sie nur benutzt. So sind in diesem Film Tränen vorprogrammiert. Entweder aus Trauer über Pennys Schicksal oder aber vor Lachen, wenn die Stadtmäuse auf die Bewohner der Sümpfe treffen.

Muttertagsfaktor = (zumindest für mich) 5/5