Dunkirk

Am 27.07.2017 erschien Christopher Nolans Werk über die Evakuierung Dünkirchens in den deutschen Kinos.

1940. Ca. 370 000 Soldaten sind in der französischen Hafenstadt Dünkirchen (englisch: Dunkirk) eingeschlossen und warten auf Rettung über die See, in die Heimat nach England. Dabei kämpfen sie gegen deutsche U-Boote, deutsche Luftangriffe und Naturgewalten, wie Ebbe und Flut.

Wie viele Filme es inzwischen über Geschehnisse im zweiten Weltkrieg gibt, kann wohl kaum noch einer zählen. Doch erstmals wagt sich auch Christopher Nolan an die Thematik. Bekannt für die Batman The Dark Knight Reihe, aber vorallem durch seine Filme, die man mehrfach schauen muss, um alle verworrenen Handlungsstränge verstehen zu können. Dazu zählen u. a. Memento Inception und Interstellar. Die Schlacht bzw. die Evakuierung von Dünkirchen während des zweiten Weltkrieges scheint so gar nicht richtig ins Schema zu passen. Doch Christopher Nolan beweist einmal mehr, dass er zu Recht ein Regisseur von Meisterwerken ist.
Dunkirk wartet gleich mit drei Erzählabschnitten auf. Abschnitt 1 „die Mole“ behandelt die eingeschlossenen Soldaten, die am Strand von Dünkirchen auf Rettung durch Schiffe wartet. Abschnitt 2 „die See“ behandelt die von der Marine beschlagnahmten zivilen Schiffe, die zu einer Rettungsaktion starten, da sie weniger Tiefgang im Wasser haben. Abschnitt 3 „die Luft“ behandelt drei Spitfires von der Royal Air Force, die versuchen die deutschen Bomber aus der Luft aufzuhalten, die wiederum versucht haben die evakuierenden Schiffe aufzuhalten. Das interessante an der Erzählweise der drei Abschnitte ist, dass sie parallel erzählt werden, aber unterschiedliche Längen aufweisen. So dauern die Geschehnisse des ersten Abschnitts eine Woche, die des zweiten einen Tag und die des dritten gerade einmal eine Stunde. So kommt es vor, dass zwischen den Perspektiven hin und her geschnitten wurde und bei den einen Tag und bei den anderen Nacht ist. Gerade diese verworrene Erzählweise, die wieder so typisch für Nolan ist, lässt den Film niemals an Spannung nachlassen. Durch Überlappungen der Abschnitte kommt es nämlich zu Wiederholungen in der Geschichte, von der man zunächst denken könnte, dass es sich um neue handelt.
Dunkirk zeichnet sich auch dadurch aus, dass der gesamte Film mit sehr wenig Dialogen daher kommt. Die Musik von Hans Zimmer ist der ständige Begleiter des Films und auch Zimmer beweist hier einmal mehr, dass er ein Meister auf seinem Fachgebiet ist. Allein der Einsatz von Geigen in einer der Anfangsszenen erzeugt so viel Spannung, obwohl von der Handlung her noch wenig passiert, dass man als Zuschauer permanent an den Kinosessel gefesselt wird. Auch zeigen die Bilder genug, um den Film mit so wenig Dialog auskommen zu lassen.
Dadurch kommt der zweite sehr positive Effekt von Dunkirk zu stande. Im Gegensatz zu anderen Kriegsfilmen, die die reine Brutalität eines Schlachtfeldes einfangen, wie zuletzt beispielsweise Hacksaw Ridge, verzichtet Nolan hier auf blutige Schlachtdarstellung. Dennoch kommt es an keiner Stelle zur Romantisierung des Krieges, was viele Kritiker im Vorfeld des Films befürchtet hatten. Denn Dunkirk zeigt die brutale Realität, verzichtet dabei aber auf die blutigsten Darstellungen. Stattdessen kämpfen die Soldaten in Dunkirk gegen einen praktisch unsichtbaren Feind. Es sind die plötzlich auftauchenden Bomber am Himmel, oder die aus dem nichts kommenden Torpedos, die als ständige Gefahr präsent sind. Und es ist die nackte Angst, die den Soldaten fast durchgehend ins Gesicht geschrieben ist, die den Krieg so real macht.
Nummer 3, warum Dunkirk so gut geworden ist, ist wohl die Tatsache, dass er fast durchgehend auf Helden und Patriotismus verzichtet. Lediglich Tom Hardys Figur scheint den typischen Helden zu mimen. Ansonsten wird der Film aus Sicht von dem typischen Durschnittsssoldaten gezeigt, der eigentlich viel zu jung und unerfahren ist und aus Sicht von Zivilisten, die mehr oder weniger in den Krieg mit reingezogen wurden.
Und so kommt in Dunkirk einfach alles zusammen. Eine realistische, aber unblutige, Darstellung der Ereignisse, kaum Patriotismus, realistische Charaktere, eine durchgehende Spannung, die an keiner Stelle nachlässt, drei verschiedene Handlungsabschnitte, die den Krieg aus verschiedenen Sichten darstellen und das ganze zusammen mit durchgehend guten schauspielerischen Leistungen.

Dunkirk macht praktisch fast alles genau richtig. Über kleinere Details kann man sich immer streiten, aber Dunkirk ist auf jeden Fall eine große Sehempfehlung. Dafür gibt es 09 von 10 möglichen Punkten.

Verpasst im Juli & Mein Lesemonat Juli

Hallo ihr Lieben,
diesmal bin ich sehr pünktlich mit meinen Rückblicken. Leider habe ich wieder viel zu viele Filme im Kino verpasst, weil mein Stadtkino zu nichts anständigem zu gebrauchen ist. Dafür habe ich wieder ordentlich viel gelesen!

Verpasst im Juli

1) Die Erfindung der Wahrheit: Jessica Chastain sehe ich ja mal ganz gerne, mal kann sie mich überhaupt nicht überzeugen. Aber wenn sie es nun mit der Waffenlobby der USA aufnimmt, sollte man gespannt sein.

2) Ihre beste Stunde: Was habe ich mich gefreut Bill Nighy endlich wieder im Kino zu sehen. Und dann lief der Film nicht in meiner Nähe. Also ab auf die Liste der verpassten Filme.

3) Begabt: Chris Evans, der seine Nichte schützen will, weil begabte Menschen es schwer im Leben haben. Schon der Trailer sah seh berührend aus.

4) Paris kann warten: Ein etwas anderer Roadtrip, der so eigentlich gar nicht geplant war. Mir gefiel der Trailer sehr gut.

Folgende Filme haben es ganz knapp nicht auf meine Liste geschafft:

Ich – einfach unverbesserlich 3, das Pubertier, Sie nannten ihn Spencer

Mein Lesemonat Juli

Bücher insgesamt: 10 Bücher (seit Jahren mein neuer Rekord!)
Seiten insgesamt: 3656 Seiten
Seiten pro Tag: 118 Seiten im Durchschnitt
Taschenbücher: 5
Hardcover: 1
E-Books: 2
Hörbücher: 2

10) Zwei Tage, zwei Nächte und die Wahrheit über Seifenblasen

An sich der einzige richtige Flop im Juli. Weder Geschichte noch Charaktere konnten mich irgendwie überzeugen oder abholen, obwohl die Grundidee gar nicht so schlecht klang.

9) Silber – das zweite Buch der Träume

Nicht so schwach, wie der 9. Platz vermuten lässt, aber im Juli hab ich sehr viele mittelmäßige Bücher gelesen und dazu gehörte auch der 2. Teil der Silber Trilogie. Während im ersten Teil gerade die verschiedenen Charaktere dem Buch einen ganz eigenen Charme verpassten, entwickeln diese sich hier kaum weiter. Auch die Handlung tritt etwas auf der Stelle und macht wenig Lust auf das große Finale.

8) Ihr Anruf ist uns nichtig

Ein gutes Büchlein für zwischendurch mit interessanten und lustigen Geschichten aus der Servicewelt bzw. aus der Nicht-Service-Welt. Ich wurde gut unterhalten, wenn jetzt auch nicht herauragend.

7) Black – die Phrophezeiung der Panther

Warum ich den dritten Teil so enttäuschend fand, erfahrt ihr hier.

6) Black – Die Entscheidung der Panther

Warum ich auch den zweiten Teil nicht mehr so gut, wie den ersten fand, erfahrt ihr hier.

5) Für dich soll’s 100 Tode regnen

Eine süße und sehr unschuldige Liebesgeschichte mit interessanten Charakteren und humorvollen Todeswünschen. Dennoch fehlte mir so ein bisschen das Besondere. Es ging irgendwo im Durchschnitt unter.

4) Gevatter Tod

Bereits vor einiger Zeit schrieb Georgie über einen guten Einstieg in die Scheibenwelt von Terry Pratchett. Da mich diese bereits seit langem reizte, überredete ich meinen Freund das Hörbuch mit auf unsere Urlaubsautofahrt zu nehmen. Wir lernen hier verschiedene Charaktere kennen, die alle so ihre Eigenarten haben und treffen auf einen Tod, der auch mal etwas Freizeit haben möchte.

3) New York Diaries – Zoe

Obwohl es für mich der schlechteste Band der Reihe ist, schaffte er es trotzdem auf Platz 3! Warum ich es doch etwas enttäuschend fand im direkten Vergleich mit den anderen Bänden erfahrt ihr hier.

2) Frl. Krise und Frau Freitag ermitteln – der Altmann ist tot

Lange haben mein Freund und ich nach einem zweiten Hörbuch für die Urlaubsreise gesucht. Wir konnten uns einfach nicht einigen. Aber die netten Damen des Buchladens meines Vertrauens empfahlen dann dieses Werk und wir sind so hin und weg von den beiden tollen Protagonisten, dass inzwischen der zweite Teil auf eine lange Autofahrt wartet.

1) Love & Confess

Mrs Hoover, ja sie schon wieder. Sie haben es einmal mehr in mein Herz und auf meinen Monats Platz 1 geschafft!

Media Monday #318

Hallo ihr Lieben,
was? Wer ist hier spät dran? Ich doch nicht! Na gut, vielleicht ein bisschen… Aber trotzdem hier noch Wulfs Media Monday.

1. Trailer, die einem den gesamten Film vorwegnehmen regen mich jedes Mal wieder auf. Als Filmemacher müsste man doch selbst merken, dass man damit kaum jemanden ins Kino kriegt.

2. Tom Welling ist ja leider völlig von der Bildfläche verschwunden, obwohl er als Clark Kent in Smallville doch ganz schnuckelig war. Zwar nicht der grandioseste Schauspieler, aber ganz schnuckelig.

3. Ich würde ja gern öfter Klassiker lesen, aber wenn ich vor meinem Bücherregal stehe, greife ich doch immer wieder erst zu anderen Werken.

4. Dunkirk war für mich eine echte Überraschung, denn eigentlich war es nicht meine bevorzugte Thematik.

5. Kann mal bitte jemand Iwan Rheon so eine richtig tolle Hauptrolle zuschustern? Immerhin hat er bewiesen, dass er viele verschiedene Rollen gut spielen kann. Das sadistische Arschloch in Game of Thrones, der schüchterne Außenseiter in Misfits oder der nette, aber etwas tollpatschige, Kerl von nebenan in Vicious.

6. In Sachen Konsolen-Spiele hat mein Freund zwar eine große Auswahl in unsere Wohnung gebracht, aber ich bin so ungeschickt, dass ich meist davon fernhalte. .

7. Zuletzt habe ich die aktuelle Folge von Game of Thrones gesehen und das war ernüchternd , weil ich immer noch der naiven Ansicht bin, dass die Serie mir irgendwann nicht mehr wehtut. Meine Lernkurve ist in dieser Sache eine Paralelle.

Spider-Man – Homecoming

Am 13.07.2017 erschien die inzwischen dritte Version von Spider-Man in den deutschen Kinos.

Peter Parker alias Spider-Man ist nach seinem Kampf im „Civil War“ der Avengers wieder zurück in New York und muss sich wieder seinem Alltag stellen. Schule, die erste große Liebe und ganz nebenbei will er seinem neuen Mentor Tony Stark alias Iron Man beweisen, dass er das Zeug zu einem richtigen Avenger hat. Als er dann auf The Vulture trifft, scheint seine Chance gekommen zu sein.

Bevor das Marvel Cinematic Universe mit Iron Man im Jahre 2008 durchstartete, hatten sie bereits einige Helden ausgelagert. Unter anderem hatte die Marvel die Rechte von Spider-Man an Sony verkauft. Sony produzierte also in den Jahren 2002 bis 2007 die erste Trilogie mit Tobey Maguiere in der Hauptrolle. Nachdem das MCU in den folgenden Jahren voll durchstartete, versuchte Sony mit ihrem alten Helden neu durchzustarten und sich mehr an der Konkurrenz zu orientieren. Andrew Garfield wurde nun der Amazing Spider-Man und schaffte 2012 und 2014 jeweils einen Film auf die Leinwand zu packen. Hier wurde ein kompletter Reboot geschaffen und erneut die Geschichte vom Biss der Spinne erzählt. Doch Marvel wollte ihren Helden zurück und begann intensive Verhandlungen. Das Ergebnis: Sony ließ ihren erworbenen Helden soweit von der Leine, dass er seinen ersten Auftritt in Captain America 3 – Civil War im Jahr 2016 haben durfte. Bereits hier verkörperte ihn Tom Holland als inzwischen dritter Spider-Man der Leinwand.
Nun ist Spider-Man im wahrsten Sinne des Wortes „Homecoming“, also nach Hause gekommen“. Erleichterung auf Seiten der Fans gab es bereits, als feststand, dass es sich in der Marvel Version nicht um ein Reboot ging. Es gab keinen neuen Film über den Biss mit der Spinne und den Kampf mit den Oswalds. Stattdessen hat Spider-Man in Homecoming seine Fähigkeiten bereits und kämpft nun damit diese in seinen Alltag zu integrieren. Sein größter Wunsch ist es, nach seinem ersten Abenteuer zu den Avengers zu gehören. So versucht er die freundliche Spinne von nebenan zu sein, möchte aber eine große Herausforderung, um seinem neuen Mentor Tony Stark endlich zu beweisen, dass er den Avengers gewachsen ist. Als er auf The Vulture trifft, glaubt er seine Chance bekommen zu haben.
Prüfungen, Schulprojekte, der bevorstehende Homecoming-Ball, das Leben eines Teenagers ist schon so schwierig genug, auch ohne das außerschulische Projekt Spider-Man. Während es auf der einen Seite schön ist, einen sehr bodenständigen Spider-Man zu sehen, ist es auf der anderen Seite stellenweise doch etwas langatmig sich mit den langweiligen Schulproblemen auseinander zu setzen. So braucht Homecoming einige Zeit, um in Schwung zu kommen. Auch die Witze zünden nicht immer im gewohnten Marvel-Umfang, sind aber dennoch gut durchdacht. Dadurch ist der Spannungsbogen weniger ein Bogen als viel mehr eine Sinus-Kurve – also ein auf und ab, zwischen langatmigen Teenagerschulproblemen und spannenden Spider-Man Auftritten.
Vielleicht hätte es dem Film gut getan, den alteingesessenen Avenger Tony Stark alias Iron Man nicht nur für vereinzelte Szenen, sondern für den Großteil des Films einzuspannend und ihn dadurch mehr als eine Art Ersatzvater zu etablieren. Vielleicht hätte man dem Bösewicht The Vulture gespielt von Michael Keaton auch einfach mehr Spielraum geben sollte. Denn zwar wird sich am Anfang Zeit genommen und die Motive des Bösewichten vorgestellt, die sich auch gut in das Universum einfügen, aber dann in Vergessenheit geraten und The Vulture zu einem typischen Bösewicht wird ohne Seele und Tiefgang. Hier zeigt Marvel wieder, dass sie in Erschaffung von Bösewichten nicht so geschickt sind.

Alles in allem zündet Spider-Man – Homecoming nicht wie erwünscht, macht zwar vieles richtig, kränkelt aber an der erweiterten Ausführung. Dafür gibt es 06 von 10 möglichen Punkten.

New York Diaries

Bereits im September 2016 erschien der erste Teil der New York Diaries. Vier Bände umfasst die Reihe, der letzte erschien Anfang des Monats. Durch ausufernde Werbung auf Seiten von Lovelybooks, wurde ich auf die Reihe aufmerksam und verschlang seitdem einen Titel nach dem nächsten. Die Bücher werden abwechelnd von Ally Taylor und Carrie Price geschrieben.

In New York steht das Knights Building. Ein bisschen heruntergekommen und verwohnt, aber mit viel Charme. Hierhin zieht es eben jene jungen New Yorker, die nicht viel Geld für Miete, dafür aber umso größere Träume haben. Hier stranden Claire, Sarah, Phoebe und Zoe und zwar ganz unabhängig voneinander. In den New York Diaries werden ihre Geschichten erzählt.

Band 1 – Claire

Im ersten Band lernen wir Claire kennen, die für ihren Freund nach London zog und dort von ihm verlassen wurde. Nun zieht sie bei ihrer besten Freundin June in den begehbaren Kleiderschrank und versucht in der Großstadt New York Fuß zu fassen. Problem ist jedoch, dass ihr ehemals bester Freund Danny ebenfalls ihr neuer Mitbewohner ist und ihre erste große Liebe Jaime direkt unter ihr wohnt. Gefühlschaos ist hier vorprogrammiert.
Claires Geschichte ist eine nette Einleitung für die New York Diaries. Der Leser lernt mit ihr die Stadt und auch das Knights Building neu kennen. Da viel Handlung im Gebäude spielt, bekommt man einen guten Überblick über die Begebenheiten. Aber so richtig warm bin ich mit Claire nicht geworden.

Band 2 – Sarah

Im zweiten Band lernen wir Sarah kennen, die bereits länger im Knights Building wohnt und davon träumt mit ihrem Musikblog erfolgreich zu werden bzw. Musikjournalistin werden möchte. Kurz darauf treten gleich zwei Männer in ihr Leben. Der junge Musiker Will mit der Hammerstimme und Charlie, Sohn eines bedeutenden Musikproduzenten. Hier tritt neben der klassischen Dreiecksbeziehung auch der Wunsch mit der eigenen Leidenschaft erfolgreich zu werden. Damit entwickelt sich ein schöner Gegensatz zu Claire. Sarah ist dabei ein grundsympathischer Charakter, der in einer Selbstfindungsphase steckt. Mit einer der stärksten Bände.

Band 3 – Phoebe

Phoebe und David stehen an unterschiedlichen Orten in New York vor dem gleichen Problem. Sie haben den falschen Koffer am Flughafen gegriffen. Während sie versuchen ihren eigenen Koffer wiederzubekommen, entdecken Sie Tagebuch und unveröffentliches Manuskript des jeweils anderen und entwickeln Gefühle für den jeweils anderen, ohne sich je gesehen zu haben. Werden sie zueinander finden?
Mein absoluter Lieblingsband der Reihe. Denn hier wird zum einen aus den beiden Sichten Phoebe und David erzählt, zum anderen sind die Charaktere einfach wunderbar mit ihren ganz eigenen Macken und die Geschichte berührt das Herz ohne dem ganz großen Drama.

Band 4 – Zoe

Zoe will Schauspielerin werden und taucht mit vielen Träumen in New York auf. Gleich in ihrer ersten Nacht trifft sie auf Matt. Doch das Schicksal meint es nicht leicht mit den beiden, denn Zoe muss schon bald zwischen Herz und Karriere entscheiden.
Leider der schwächste Band der Reihe als Abschluss. Zoe ist nämlich nicht viel mehr als die naive und nervigere Fassung von Sarah. Während man bei Sarah aber noch Charaktertiefe fand, wirkt Zoe wie das Püppchen, dass sie doch angeblich nicht sein möchte. Hier konnte mich der Band nur noch bedingt mitreißen.

Die New York Diaries Gesamteindruck

Die New York Diaries haben genau das, was eine gute Buchreihe braucht: Humor, tolle Charaktere, einen flüssigen Schreibstil und ganz viel Gefühl. Autorin Ally Taylor beschreibt ihre Romane gerne als Popcornliteratur und ich denke, dass beschreibt die Reihe sehr gut. Mehr als zwei Tage habe ich für keines der Bücher gebraucht – ein Tag wenn mich der Band fesseln konnte – und den unglaublichsten Tiefgang hat auch keines der Bände. Aber den habe ich hier auch gar nicht erwartet und war mit dem Ergebnis beinahe vollkommen zufrieden. Weiterempfehlen kann ich sie auf jeden Fall. Gerne hätte ich noch weitere Bände der Reihe, aber laut Internetquellen scheint die Reihe nun abgeschlossen.

Cinemathek: 7 Minuten nach Mitternacht

Willkommen in der Cinemathek, heute mit: 7 Minuten nach Mitternacht. Der Film lief ursprünglich ab dem 04.05.2017 in den deutschen Kinos.

Conor lebt bei seiner schwer kranken Mutter. Doch da diese sich kaum noch um ihn kümmern kann, tritt seine strenge Großmutter auf den Plan. In der Schule ärgern ihn die größeren Schüler. Eines Nachts erwacht die große Eibe vor seinem Fenster zum Leben und erzählt ihm drei Geschichten.

Als Kind gibt es wohl nicht schwierigeres und kein einschneidenderes Erlebnis als der Tod eines Elternteils. Noch schlimmer ist es wohl, wenn man ein Elternteil schon mehr oder weniger verloren hat und der andere nicht durch einen Unfall einen schnellen Tod hat, sondern man mit ansieht, wie das verbleibende Elternteil jeden Tag schwächer wird und man erkennen muss, dass der Tod nicht weit sein kann.
Genau bei dieser Überlegung, der wohl schwierigsten Kindheit – außerhalb der Krimihandlungen und Gewalttaten – setzt 7 Minuten nach Mitternacht an. Conor kämpft nicht nur mit alltäglichen Problemen eines Kindes, nicht nur mit den Prügeleien der größeren Mitschüler, nicht nur mit der Angst vor der strengen Großmutter und nicht nur mit der großen Entfernung zu seinem Vater. Conor kämpft jeden Tag mit der Angst seine Mutter zu verlieren und versucht sie am Leben zu halten und dabei noch den Haushalt zu führen. Dabei quält ihn jede Nacht der gleiche Alptraum. Eines Abend erwacht die alte Eibe vor seinem Fenster zum leben. Im ersten Moment wirkt sie furchteinflößend, doch sie will nur drei Geschichten erzählen.
Die Geschichten sind alle sehr schön gezeichnet und wirken wie Wasserfarbengemälde, so dass sie sich bildlich gut von der Haupthandlung abgrenzen. Die Geschichten sind vielfältig und zunächst versteht man nicht so Recht, was sie mit der Haupthandlung zu tun haben, bis sie sich durch Parallelen einfügen. Und die Geschichten sind eine gute Abwachslung zu der knallharten Haupthandlung. Hier wird nichts beschönigt, aber auch nichts ins übertriebene dramatische gezogen. Stattdessen wird sehr nüchtern der Leidensweg einer sterbenskranken Frau und ihres Kindes erzählt. Und genau diese schockierende Realitätsnähe ist es, was den Zuschauer ganz tief drinnen berührt und kaum ein Auge trocken lässt. Die Animation des Monsters ist ebenfalls sehr gut gelungen.
Die Charaktere des Film sind alle – bis auf das Monster – direkt aus dem Leben gegriffen. Neben der kranken Mutter, gibt es den Vater, der sich bereit vor der Krankheit von der Mutter trennte und nun im weit entfernten Los Angeles lebt und nur sporadisch zu Besuch kommt. Hier wird neben der eigentlichen Handlung auch noch die Klänge der Folgen einer Scheidung deutlich.
Die Darsteller sind gut gewählt. Felicity Jones ist wieder auf alter Höhe, wie bei „die Entdeckung der Unendlichkeit“. Lewis MacDougall macht im allgemeinen als Conor eine gute Figur, schwächelt aber in einigen Szenen doch an der Bandbreite der möglichen Emotionen.

Alles in allem überzeugt Sieben Minuten nach Mitternacht auf eine schmerzhafte Weise und lässt wohl kein Auge trocken. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

Die Störtebeker Festspiele & Rügen 2017

Hallo ihr Lieben,
die Störtebeker Festspiele sind ja auf Rügen nicht mehr wegzudenken. Und so bauten mein Freund und ich einen Besuch ebendieser in unserem Rügenurlaub ein. Dabei hatten wir sogar Glück, denn das Schauspiel ging dieses Jahr wieder in die letzte Runde des Handlungsstrangs, sprich es wurde das große Ende des Störtebekers gezeigt mit dem Titel „Im Schatten des Todes“

die Handlung

1401. Störtebeker und seine Freunde sind von Ost- und die Nordsee gezogen und haben im kleinen Dorf Mariehafen Unterschlupf gefunden, nachdem sie den Bürgermeister von Hamburg ausgeraubt haben. In Mariehafen nimmt ihn die Familie tom Brok auf, in dessen Tochter Tetta er sich verliebt. Doch der Hamburger Bürgermeister lässt sich auf den durchtriebenen Simon von Ütrecht ein, der einen perfiden Plan entwickelt, um Störtebeker ein für alle Mal auszuschalten.

die Umsetzung

Nachdem es sich den ganzen Tag über ausgeregnet hatte, blieb es abends tatsächlich trocken, was gut ist, denn die Störtebeker Festspiele finden jährlich im Freilichtheater von Ratswiek statt. Allein der Weg vom Parkplatz zur Bühne erinnert bei den Menschenmassen an eine regelrechte Pilgerwanderung. Und gegeizt wird tatsächlich an nichts. Es erwarten den Zuschauer wilde Reiterjagden, spannende Kämpfe, eine spannende Handlung, grandiose Dialoge, Explosionen und Brände. Alles wurde mit einer unglaublichen Liebe zum Detail gestaltet, mit guten Schauspielern und schönen Gesangseinlagen von Wolfgang Lippert. Die Störtebeker Festspiele sind einfach nur einen Besuch wert!

Rügen

Abgesehen vom leider eher bescheidenen Wetter war auch Rügen an sich auf jeden Fall einen Besuch wert. Teilweise konnten wir sogar an den Strand zum baden (auch wenn das Wasser verflucht kalt war). Ansonsten gab es eine Menge Fisch zu essen, einen Besuch im Stralsunder Meereskundemuseum & Ozeaneum (sehr interessante Ausstellungen, das Kombiticket lohnt sich!), einen Besuch auf Karls Erdbeerhof, der nicht nur für die Kleinen viel bietet, und wir haben richtige Dinosaurier gefunden!

So viel wieder von meiner Seite, ich wünsche euch ein schönes Wochenende!
Eure Shalima 🙂

Rückblick auf das 2. Quartal 2017 – Highlights und Enttäuschungen

Hallo ihr Lieben,
im zweiten Quartal habe ich ganz schön mit meinem Kino gekämpft. Die bekannten Blockbuster liefen gefühlt 10 Mal am Tag, während die interessanten Nischenfilme nicht liefen. Damit komm ich im zweiten Quartal gerade einmal auf 10 reguläre Kinobesuche (4 im April, 2 im Mai und 4 im Juni), das habe ich sonst teilweise in einem einzigen Monat geschafft! Dazu kommen zwei Besuche der Cinemathek (hier haben sie natürlich alle Filme der Oscarsaison nachgeholt, die ich aber bereits vor der Verleihung gesehen hatte). Ich hoffe, dass das dritte Quartal nun wieder mehr für mich bietet. Trotzdem soll es hier jetzt einen kleinen Rückblick geben. Aber aufgrund der geringen Filmauswahl beschränke ich mich diesmal auf meine Top 3 Enttäuschungen und Highlights.

Die Enttäuschungen

Platz 3: Baywatch

Die erste halbe Stunde war ja wirklich lustig und konnte mich überzeugen. Danach ließ dies leider zu stark nach und der Film verrennt sich in eine Krimihandlung, die nicht passen will.

Platz 2: Die Mumie

Zum Auftakt des neuen Dark Universe von Universal, hätten sie vielleicht lieber auf Tom Cruise verzichten sollen und sich auf eine spannende Handlung konzentrieren sollen. Idee im Ansatz gut, Umsetzung leider nicht gelungen.

Platz 1: Fluch der Karibik – Salazars Rache

Hier sieht man das Ergebnis, wenn Produzenten ein längst ausgelutschtes Franchise nicht loslassen wollen und selbst Kultfiguren, wie Captain Jack Sparrow, einfach nicht mehr kultig sind und nicht mehr in den Film passen wollen.

Die Highlights

Platz 3: The Founder

Michael Keaton in Höchstform als Ray Kroc, der auf die McDonalds Brüder trifft und ein etwas zu großes Interesse an ihrem Burgersystem entwickelt. Auch wenn das Ende vorher teilweise bekannt ist, schafft der Film es Spannung zu erzeugen und trotzdem die Geschehnisse vollkommen nüchtern und ohne Wertung zu erzählen.

Platz 2: King Arthur – Legend of the Sword

Von vielen Kritikern zerrissen, aber von mir trotzdem gerne gesehen. Grandiose Bilder, ein sehr passender und unter die Haut gehender Soundtrack und mittendrin eine Handlung, die vielleicht irgendwo ihre Schwächen hat, über die ich aber gerne hinweggesehen habe.

Platz 1: Guardians of the Galaxy – Volume 2

Sie sind zurück und konnten wieder begeistern. Die Guardians of the Galaxy bestreiten ihr zweites Leinwandabenteuer. Mit neuen und alten Gesichtern kupfert sich die Handlung komplett vom ersten Teil ab, was dem Film sehr gut tat. Mein Highlight im zweiten Quartal 2017.

Und in der Cinemathek? Dort erkundete ich in Den Sternen so nah den Mars und fand mich im Iran in The Salesman mit einem schwierigen Thema konfrontiert.

Was waren eure Highlights und Enttäuschungen im zweiten Quartal?

 

Girls Night Out

Am 29.06.2017 erschien die weibliche Version der Hangover-Reihe in den deutschen Kinos.

Jess will heiraten. Dazu gehört natürlich auch ein ausschweifender Junggesellenabschied. So lädt sie ihre besten Freundinnen Pippa, Frankie, Alice und Blair nach Miami ein. Leider gibt es einen kleinen Unfall mit dem Stripper, der tödlich endet. Voller Panik versuchen die fünf Freundinnen nun die Leiche loszuwerden.

2009 eroberten vier Männer, die einen Junggesellenabschied feierten, der ordentlich schief ging, die Kinoleinwand. Der Grundstein für das Hangover-Franchise wurde gelegt. Es folgten mehrer Fortsetzungen. Nun sind die Frauen dran. Und so wurden Scarlett Johansson, Kate McKinnon, Ilana Glazer, Jillian Bell und Zoe Kravitz gecastet, um als alte Freundinnen so richtig die Sau rauszulassen.
Zunächst lernen wir Jess (Johansson), Alice (Bell), Frankie (Glazer) und Blair (Kravitz) kennen, während sie auf der Uni zusammen als beste Freundinnen zusammenhalten. Doch die Zukunft hält ganz unterschiedliche Lebenswege für die Freundinnen bereit, so dass sie sich in den nächsten fünf Jahren teilweise aus den Augen verlieren. Bis sie sich zu Jess Junggesellenabschied wieder treffen. Während Jess eine politische Karriere anstrebt und daher eigentlich wenig Lust auf lange Feiern hat, ist gerade Alice sehr scharf darauf, endlich einmal wieder mit ihrer besten Freundin vereint zu sein. In Miami kommt dann noch Pippa (McKinnon) zu der Truppe und wird mit gemischten Gefühlen aufgenommen. Doch das ausgelassene Feiern findet ein jähes Ende, als der Stripper auftaucht und bei einem Unfall stirbt.
Girls Night Out hat eine Handung, die durch die Ausgangsprämisse „toter Stripper auf einem Junggesellenabschied“, sehr vorhersehbar ist. Bis auf ein paar kleine Überraschungen läuft die Handung sturr nach Schema F ab. Der Film zeichnet sich daher eher durch interessante Charaktere und vor allem vielseitigen Charakteren aus. Hier ist von der High Society Dame über der verrückten Australierin bis hin zur aktenkundigen Aktivistin alles dabei. Diese geben dem Film das gewissen Etwas und einen neuen Touch. Zwischenzeitlich hat Girls Night Out auch wirklich gute Gags, die einen vor Lachen auf den Boden liegen lassen. Leider waren diese gerade nach hinten raus sehr selten und die üblichen plumpen Witze, die man in ähnlichen Formen schon gefühlt tausend Mal gehört hat, waren die Regel. Dadurch verwirkt der Film ein bisschen sein Potential, denn durch die Konstellation der Charaktere hätte man mehr rausholen können. Gerade wenn man auch Kravitz und Glazer mehr Raum gegeben hätte, um ihre Charaktere sich mehr entfalten zu lassen.
Gerade im letzten Drittel verpasst der Film es noch einmal richtig Gas zu geben, und schläft stattdessen beinahe ein. Mit einem bisschen oberflächlichem Drama und einem leichten Krimitouch versucht der Film noch irgendetwas zu retten und verrennt sich damit doch nur immer weiter in Klischees und versinkt irgendwo in der Mittelmäßigkeit.

Alles in allem ist Girls Night Out ein sehr mittelmäßiger Film, der nicht richtig schlecht wird, sich aber trotz guter Charaktere und einiger guter Gags nicht retten kann. Dafür gibt es 05 von 10 möglichen Punkten.

Media Monday #316

Hallo ihr Lieben,
heute ist es endlich so weit! Die siebte Staffel Game of Thrones läuft an. Ich bin sehr gespannt und freu mich auf die kommenden Wochen! Hier aber erst einmal der wöchentliche Media Monday.

1. Um mich an eine Serie zu binden, bedarf es eigentlich nur einer interessanten Handlung, guten Charakteren und dem gewissen Etwas. Also fast keine Anforderungen.

2. Wer der neue Doctor (Who, Anm. d. Red.) wird ist mir nicht egal. Ich hätte ja gerne Iwan Rheon in der Rolle gesehen, aber irgendwer kam ja auf die Idee den Doctor jetzt weiblich zu machen.

3. Matrix ist mir lang im Gedächtnis geblieben, denn er hat die Technik der Slow Motion Kämpfe etabliert.

4. Der Trend, die alten Disneyfilme alle noch einmal real neu zu verfilmen, reizt mich nur, wenn dabei irgendeine neue Idee (Maleficent) oder ein neues Ambiente (Jungle Book) umgesetzt wird. Reine Neuverfilmungen (Schöne und das Biest) reizt mich wenig.

5. Im dritten Quartal dürfte meines Erachtens Ihre besten Stunden (their finest hours) einen Kinobesuch wert sein, schließlich spielt Bill Nighy mit.

6. Time Stories ist eines dieser Spiele, die Stunden dauern, einen sehr großen Spieltisch erfordern und einem den letzten Nerv rauben, aber trotzdem sehr viel Spaß machen.

7. Zuletzt habe ich georgische Limo getestet und das war sehr lecker , weil sie sehr süß war, aber einer leckeren Art und Weise.

Ich wünsche euch eine schöne Woche 🙂