Cinemathek: Moonlight

Willkommen in der Cinemathek, heute mit: Moonlight. Der Film lief ursprünglich ab dem 09.03.2017 in den deutschen Kinos.

Chiron lebt in Miami, ist Afroamerikaner und schwul. In drei Abschnitten wird sein Leben und seine Identitätssuche erzählt.

Es war der Skandal bei der diesjährigen Oscarverleihung. Während sich das Team von La La Land bereits freute die Königsdisziplin „bester Film“ gewonnen zu haben, ging im Hintergrund das Gerenne los. Bis schließlich wieder jemand ans Mikrofon trat und verkündete, dass es sich um eine Verwechslung handele und der rechtmäßige Gewinner Moonlight seie. Nachdem dann auch geklärt war, dass es sich nicht um einen Scherz handle, sondern wirklich Moonlight gewonnen hätte, war das Chaos auf der Bühne perfekt. Dieses Spektakel dürfte vielen zuerst einfallen, wenn sie an den Film Moonlight denken. Doch was kann der Oscargewinner nun?
Regisseur Barry Jenkins erzählt uns die Geschichte von Chiron. Chiron lebt in Miami, ist Afroamerikaner und schwul. Das ist die Ausgangssituation. In drei Lebensabschnitten, als Kind, als Teenager und als Erwachsener bekommt der Zuschauer Einblicke in Chrions Leben, das von seiner Identitätssuche und seiner Suche nach Vorbildern geprägt wird.
Zunächst zeigt Jenkins uns Chrions Kindheit, in der er von den meisten Leuten „Little“ genannt wird. Da seine Mutter drogenabhängig ist, ist er oft auf sich alleine gestellt. In Juan entdeckt er zusammen mit dessen Freundin Teresa Ersatzeltern. Doch Juan ist selbst Drogendealer und damit nicht ganz unschuldig an der Sucht von Littles Mutter.
Nach einem harten Schnitt wird das Teenagerleben von Chiron gezeigt, der inzwischen bei seinem richtigen Namen genannt wird. Auch als Teenager kämpft er noch mit den drogenabhängigen Launen seiner Mutter. Hinzu kommt seine Homosexualität, die er nicht offen zugeben mag, da er sowieso schon in einem Strudel aus Mobbing und Erniedrigungen steckt.
Nach einem weiteren harten Schnitt sehen wir Chiron als Erwachsenen. Inzwischen nennt er sich selbst Black und orientiert sich im Lebensstil an sein Vorbild aus Kindheitstagen Juan. Doch ein Anruf seines Kindheitsfreunds Kevin bringt ihn so sehr ins Wanken, dass er seiner alten Heimat Miami einen Besuch abstattet, obwohl er ihr seit Jahren den Rücken gekehrt hatte.
Moonlight zeichnet sich vorallem dadurch aus, dass er sehr wenig Dialoge hat, weswegen auch sehr wenig erklärt wird. Es wird vom Zuschauer erwartet in Handlungen und Blicke sehr viel hinein zu interpretieren. Dies klappt trotz guter Schauspielleistungen nur bedingt und so bleiben am Ende jeden Abschnittes mehr Fragen offen als beantwortet.
Mit einer Laufzeit von 111 Minuten ist Moonlight zu lang, um Spannung aufzubauen. Während dies in Abschnitt eins und zwei noch teilweise gelingt, baut Abschnitt drei in Spannungsfragen noch einmal ab und gerade das Ende zieht sich. Hier hätte man die ganze letzte Szene im Diner wegkürzen können und dem Film hätte nichts an Aussage gefehlt. Auch hat Moonlight zwar die Thematik der Homosexualität angesprochen und auch geht auch in ein paar Szenen drauf ein. Leider wird die thematik dennoch zu sehr vernachlässigt, als das sie eine wirkliche Rolle im Film spielt. Das Thema der Identitätsfindung und der Drogen sind viel präsenter, so dass es gereicht hätte sich auf diese beiden zu konzentrieren und trotzdem wäre ein runder Film bei herausgekommen.
Moonlight konnte von acht Nominierungen immerhin drei Oscargewinne einheimsen. Ob Moonlight nun wirklich ein besserer Film als seine Mitnominierungen war, darüber lässt sich streiten. Mahershala Ali gewann die Kategorie bester Nebendarsteller. Dies für seine doch relativ einfach gestrickte Rolle und seine kurze Screentime scheint doch von anderen Faktoren bestimmt, als die tatsächliche Leistung. Einen Dev Patel in Lion konnte er nicht übertrumpfen in seiner Darstellung. Auch der Oscar als bestes adaptiertes Drehbuch scheint angesichts der Konkurrenz nicht so richtig berechtigt.

Alles in allem erzählt Moonlight eine gute Geschichte, aber mit Schwächen. Dafür gibt es 06 von 10 möglichen Punkten.

Verpasst im Juli & Mein Lesemonat Juli

Hallo ihr Lieben,
diesmal bin ich sehr pünktlich mit meinen Rückblicken. Leider habe ich wieder viel zu viele Filme im Kino verpasst, weil mein Stadtkino zu nichts anständigem zu gebrauchen ist. Dafür habe ich wieder ordentlich viel gelesen!

Verpasst im Juli

1) Die Erfindung der Wahrheit: Jessica Chastain sehe ich ja mal ganz gerne, mal kann sie mich überhaupt nicht überzeugen. Aber wenn sie es nun mit der Waffenlobby der USA aufnimmt, sollte man gespannt sein.

2) Ihre beste Stunde: Was habe ich mich gefreut Bill Nighy endlich wieder im Kino zu sehen. Und dann lief der Film nicht in meiner Nähe. Also ab auf die Liste der verpassten Filme.

3) Begabt: Chris Evans, der seine Nichte schützen will, weil begabte Menschen es schwer im Leben haben. Schon der Trailer sah seh berührend aus.

4) Paris kann warten: Ein etwas anderer Roadtrip, der so eigentlich gar nicht geplant war. Mir gefiel der Trailer sehr gut.

Folgende Filme haben es ganz knapp nicht auf meine Liste geschafft:

Ich – einfach unverbesserlich 3, das Pubertier, Sie nannten ihn Spencer

Mein Lesemonat Juli

Bücher insgesamt: 10 Bücher (seit Jahren mein neuer Rekord!)
Seiten insgesamt: 3656 Seiten
Seiten pro Tag: 118 Seiten im Durchschnitt
Taschenbücher: 5
Hardcover: 1
E-Books: 2
Hörbücher: 2

10) Zwei Tage, zwei Nächte und die Wahrheit über Seifenblasen

An sich der einzige richtige Flop im Juli. Weder Geschichte noch Charaktere konnten mich irgendwie überzeugen oder abholen, obwohl die Grundidee gar nicht so schlecht klang.

9) Silber – das zweite Buch der Träume

Nicht so schwach, wie der 9. Platz vermuten lässt, aber im Juli hab ich sehr viele mittelmäßige Bücher gelesen und dazu gehörte auch der 2. Teil der Silber Trilogie. Während im ersten Teil gerade die verschiedenen Charaktere dem Buch einen ganz eigenen Charme verpassten, entwickeln diese sich hier kaum weiter. Auch die Handlung tritt etwas auf der Stelle und macht wenig Lust auf das große Finale.

8) Ihr Anruf ist uns nichtig

Ein gutes Büchlein für zwischendurch mit interessanten und lustigen Geschichten aus der Servicewelt bzw. aus der Nicht-Service-Welt. Ich wurde gut unterhalten, wenn jetzt auch nicht herauragend.

7) Black – die Phrophezeiung der Panther

Warum ich den dritten Teil so enttäuschend fand, erfahrt ihr hier.

6) Black – Die Entscheidung der Panther

Warum ich auch den zweiten Teil nicht mehr so gut, wie den ersten fand, erfahrt ihr hier.

5) Für dich soll’s 100 Tode regnen

Eine süße und sehr unschuldige Liebesgeschichte mit interessanten Charakteren und humorvollen Todeswünschen. Dennoch fehlte mir so ein bisschen das Besondere. Es ging irgendwo im Durchschnitt unter.

4) Gevatter Tod

Bereits vor einiger Zeit schrieb Georgie über einen guten Einstieg in die Scheibenwelt von Terry Pratchett. Da mich diese bereits seit langem reizte, überredete ich meinen Freund das Hörbuch mit auf unsere Urlaubsautofahrt zu nehmen. Wir lernen hier verschiedene Charaktere kennen, die alle so ihre Eigenarten haben und treffen auf einen Tod, der auch mal etwas Freizeit haben möchte.

3) New York Diaries – Zoe

Obwohl es für mich der schlechteste Band der Reihe ist, schaffte er es trotzdem auf Platz 3! Warum ich es doch etwas enttäuschend fand im direkten Vergleich mit den anderen Bänden erfahrt ihr hier.

2) Frl. Krise und Frau Freitag ermitteln – der Altmann ist tot

Lange haben mein Freund und ich nach einem zweiten Hörbuch für die Urlaubsreise gesucht. Wir konnten uns einfach nicht einigen. Aber die netten Damen des Buchladens meines Vertrauens empfahlen dann dieses Werk und wir sind so hin und weg von den beiden tollen Protagonisten, dass inzwischen der zweite Teil auf eine lange Autofahrt wartet.

1) Love & Confess

Mrs Hoover, ja sie schon wieder. Sie haben es einmal mehr in mein Herz und auf meinen Monats Platz 1 geschafft!

Spider-Man – Homecoming

Am 13.07.2017 erschien die inzwischen dritte Version von Spider-Man in den deutschen Kinos.

Peter Parker alias Spider-Man ist nach seinem Kampf im „Civil War“ der Avengers wieder zurück in New York und muss sich wieder seinem Alltag stellen. Schule, die erste große Liebe und ganz nebenbei will er seinem neuen Mentor Tony Stark alias Iron Man beweisen, dass er das Zeug zu einem richtigen Avenger hat. Als er dann auf The Vulture trifft, scheint seine Chance gekommen zu sein.

Bevor das Marvel Cinematic Universe mit Iron Man im Jahre 2008 durchstartete, hatten sie bereits einige Helden ausgelagert. Unter anderem hatte die Marvel die Rechte von Spider-Man an Sony verkauft. Sony produzierte also in den Jahren 2002 bis 2007 die erste Trilogie mit Tobey Maguiere in der Hauptrolle. Nachdem das MCU in den folgenden Jahren voll durchstartete, versuchte Sony mit ihrem alten Helden neu durchzustarten und sich mehr an der Konkurrenz zu orientieren. Andrew Garfield wurde nun der Amazing Spider-Man und schaffte 2012 und 2014 jeweils einen Film auf die Leinwand zu packen. Hier wurde ein kompletter Reboot geschaffen und erneut die Geschichte vom Biss der Spinne erzählt. Doch Marvel wollte ihren Helden zurück und begann intensive Verhandlungen. Das Ergebnis: Sony ließ ihren erworbenen Helden soweit von der Leine, dass er seinen ersten Auftritt in Captain America 3 – Civil War im Jahr 2016 haben durfte. Bereits hier verkörperte ihn Tom Holland als inzwischen dritter Spider-Man der Leinwand.
Nun ist Spider-Man im wahrsten Sinne des Wortes „Homecoming“, also nach Hause gekommen“. Erleichterung auf Seiten der Fans gab es bereits, als feststand, dass es sich in der Marvel Version nicht um ein Reboot ging. Es gab keinen neuen Film über den Biss mit der Spinne und den Kampf mit den Oswalds. Stattdessen hat Spider-Man in Homecoming seine Fähigkeiten bereits und kämpft nun damit diese in seinen Alltag zu integrieren. Sein größter Wunsch ist es, nach seinem ersten Abenteuer zu den Avengers zu gehören. So versucht er die freundliche Spinne von nebenan zu sein, möchte aber eine große Herausforderung, um seinem neuen Mentor Tony Stark endlich zu beweisen, dass er den Avengers gewachsen ist. Als er auf The Vulture trifft, glaubt er seine Chance bekommen zu haben.
Prüfungen, Schulprojekte, der bevorstehende Homecoming-Ball, das Leben eines Teenagers ist schon so schwierig genug, auch ohne das außerschulische Projekt Spider-Man. Während es auf der einen Seite schön ist, einen sehr bodenständigen Spider-Man zu sehen, ist es auf der anderen Seite stellenweise doch etwas langatmig sich mit den langweiligen Schulproblemen auseinander zu setzen. So braucht Homecoming einige Zeit, um in Schwung zu kommen. Auch die Witze zünden nicht immer im gewohnten Marvel-Umfang, sind aber dennoch gut durchdacht. Dadurch ist der Spannungsbogen weniger ein Bogen als viel mehr eine Sinus-Kurve – also ein auf und ab, zwischen langatmigen Teenagerschulproblemen und spannenden Spider-Man Auftritten.
Vielleicht hätte es dem Film gut getan, den alteingesessenen Avenger Tony Stark alias Iron Man nicht nur für vereinzelte Szenen, sondern für den Großteil des Films einzuspannend und ihn dadurch mehr als eine Art Ersatzvater zu etablieren. Vielleicht hätte man dem Bösewicht The Vulture gespielt von Michael Keaton auch einfach mehr Spielraum geben sollte. Denn zwar wird sich am Anfang Zeit genommen und die Motive des Bösewichten vorgestellt, die sich auch gut in das Universum einfügen, aber dann in Vergessenheit geraten und The Vulture zu einem typischen Bösewicht wird ohne Seele und Tiefgang. Hier zeigt Marvel wieder, dass sie in Erschaffung von Bösewichten nicht so geschickt sind.

Alles in allem zündet Spider-Man – Homecoming nicht wie erwünscht, macht zwar vieles richtig, kränkelt aber an der erweiterten Ausführung. Dafür gibt es 06 von 10 möglichen Punkten.

New York Diaries

Bereits im September 2016 erschien der erste Teil der New York Diaries. Vier Bände umfasst die Reihe, der letzte erschien Anfang des Monats. Durch ausufernde Werbung auf Seiten von Lovelybooks, wurde ich auf die Reihe aufmerksam und verschlang seitdem einen Titel nach dem nächsten. Die Bücher werden abwechelnd von Ally Taylor und Carrie Price geschrieben.

In New York steht das Knights Building. Ein bisschen heruntergekommen und verwohnt, aber mit viel Charme. Hierhin zieht es eben jene jungen New Yorker, die nicht viel Geld für Miete, dafür aber umso größere Träume haben. Hier stranden Claire, Sarah, Phoebe und Zoe und zwar ganz unabhängig voneinander. In den New York Diaries werden ihre Geschichten erzählt.

Band 1 – Claire

Im ersten Band lernen wir Claire kennen, die für ihren Freund nach London zog und dort von ihm verlassen wurde. Nun zieht sie bei ihrer besten Freundin June in den begehbaren Kleiderschrank und versucht in der Großstadt New York Fuß zu fassen. Problem ist jedoch, dass ihr ehemals bester Freund Danny ebenfalls ihr neuer Mitbewohner ist und ihre erste große Liebe Jaime direkt unter ihr wohnt. Gefühlschaos ist hier vorprogrammiert.
Claires Geschichte ist eine nette Einleitung für die New York Diaries. Der Leser lernt mit ihr die Stadt und auch das Knights Building neu kennen. Da viel Handlung im Gebäude spielt, bekommt man einen guten Überblick über die Begebenheiten. Aber so richtig warm bin ich mit Claire nicht geworden.

Band 2 – Sarah

Im zweiten Band lernen wir Sarah kennen, die bereits länger im Knights Building wohnt und davon träumt mit ihrem Musikblog erfolgreich zu werden bzw. Musikjournalistin werden möchte. Kurz darauf treten gleich zwei Männer in ihr Leben. Der junge Musiker Will mit der Hammerstimme und Charlie, Sohn eines bedeutenden Musikproduzenten. Hier tritt neben der klassischen Dreiecksbeziehung auch der Wunsch mit der eigenen Leidenschaft erfolgreich zu werden. Damit entwickelt sich ein schöner Gegensatz zu Claire. Sarah ist dabei ein grundsympathischer Charakter, der in einer Selbstfindungsphase steckt. Mit einer der stärksten Bände.

Band 3 – Phoebe

Phoebe und David stehen an unterschiedlichen Orten in New York vor dem gleichen Problem. Sie haben den falschen Koffer am Flughafen gegriffen. Während sie versuchen ihren eigenen Koffer wiederzubekommen, entdecken Sie Tagebuch und unveröffentliches Manuskript des jeweils anderen und entwickeln Gefühle für den jeweils anderen, ohne sich je gesehen zu haben. Werden sie zueinander finden?
Mein absoluter Lieblingsband der Reihe. Denn hier wird zum einen aus den beiden Sichten Phoebe und David erzählt, zum anderen sind die Charaktere einfach wunderbar mit ihren ganz eigenen Macken und die Geschichte berührt das Herz ohne dem ganz großen Drama.

Band 4 – Zoe

Zoe will Schauspielerin werden und taucht mit vielen Träumen in New York auf. Gleich in ihrer ersten Nacht trifft sie auf Matt. Doch das Schicksal meint es nicht leicht mit den beiden, denn Zoe muss schon bald zwischen Herz und Karriere entscheiden.
Leider der schwächste Band der Reihe als Abschluss. Zoe ist nämlich nicht viel mehr als die naive und nervigere Fassung von Sarah. Während man bei Sarah aber noch Charaktertiefe fand, wirkt Zoe wie das Püppchen, dass sie doch angeblich nicht sein möchte. Hier konnte mich der Band nur noch bedingt mitreißen.

Die New York Diaries Gesamteindruck

Die New York Diaries haben genau das, was eine gute Buchreihe braucht: Humor, tolle Charaktere, einen flüssigen Schreibstil und ganz viel Gefühl. Autorin Ally Taylor beschreibt ihre Romane gerne als Popcornliteratur und ich denke, dass beschreibt die Reihe sehr gut. Mehr als zwei Tage habe ich für keines der Bücher gebraucht – ein Tag wenn mich der Band fesseln konnte – und den unglaublichsten Tiefgang hat auch keines der Bände. Aber den habe ich hier auch gar nicht erwartet und war mit dem Ergebnis beinahe vollkommen zufrieden. Weiterempfehlen kann ich sie auf jeden Fall. Gerne hätte ich noch weitere Bände der Reihe, aber laut Internetquellen scheint die Reihe nun abgeschlossen.

Cinemathek: 7 Minuten nach Mitternacht

Willkommen in der Cinemathek, heute mit: 7 Minuten nach Mitternacht. Der Film lief ursprünglich ab dem 04.05.2017 in den deutschen Kinos.

Conor lebt bei seiner schwer kranken Mutter. Doch da diese sich kaum noch um ihn kümmern kann, tritt seine strenge Großmutter auf den Plan. In der Schule ärgern ihn die größeren Schüler. Eines Nachts erwacht die große Eibe vor seinem Fenster zum Leben und erzählt ihm drei Geschichten.

Als Kind gibt es wohl nicht schwierigeres und kein einschneidenderes Erlebnis als der Tod eines Elternteils. Noch schlimmer ist es wohl, wenn man ein Elternteil schon mehr oder weniger verloren hat und der andere nicht durch einen Unfall einen schnellen Tod hat, sondern man mit ansieht, wie das verbleibende Elternteil jeden Tag schwächer wird und man erkennen muss, dass der Tod nicht weit sein kann.
Genau bei dieser Überlegung, der wohl schwierigsten Kindheit – außerhalb der Krimihandlungen und Gewalttaten – setzt 7 Minuten nach Mitternacht an. Conor kämpft nicht nur mit alltäglichen Problemen eines Kindes, nicht nur mit den Prügeleien der größeren Mitschüler, nicht nur mit der Angst vor der strengen Großmutter und nicht nur mit der großen Entfernung zu seinem Vater. Conor kämpft jeden Tag mit der Angst seine Mutter zu verlieren und versucht sie am Leben zu halten und dabei noch den Haushalt zu führen. Dabei quält ihn jede Nacht der gleiche Alptraum. Eines Abend erwacht die alte Eibe vor seinem Fenster zum leben. Im ersten Moment wirkt sie furchteinflößend, doch sie will nur drei Geschichten erzählen.
Die Geschichten sind alle sehr schön gezeichnet und wirken wie Wasserfarbengemälde, so dass sie sich bildlich gut von der Haupthandlung abgrenzen. Die Geschichten sind vielfältig und zunächst versteht man nicht so Recht, was sie mit der Haupthandlung zu tun haben, bis sie sich durch Parallelen einfügen. Und die Geschichten sind eine gute Abwachslung zu der knallharten Haupthandlung. Hier wird nichts beschönigt, aber auch nichts ins übertriebene dramatische gezogen. Stattdessen wird sehr nüchtern der Leidensweg einer sterbenskranken Frau und ihres Kindes erzählt. Und genau diese schockierende Realitätsnähe ist es, was den Zuschauer ganz tief drinnen berührt und kaum ein Auge trocken lässt. Die Animation des Monsters ist ebenfalls sehr gut gelungen.
Die Charaktere des Film sind alle – bis auf das Monster – direkt aus dem Leben gegriffen. Neben der kranken Mutter, gibt es den Vater, der sich bereit vor der Krankheit von der Mutter trennte und nun im weit entfernten Los Angeles lebt und nur sporadisch zu Besuch kommt. Hier wird neben der eigentlichen Handlung auch noch die Klänge der Folgen einer Scheidung deutlich.
Die Darsteller sind gut gewählt. Felicity Jones ist wieder auf alter Höhe, wie bei „die Entdeckung der Unendlichkeit“. Lewis MacDougall macht im allgemeinen als Conor eine gute Figur, schwächelt aber in einigen Szenen doch an der Bandbreite der möglichen Emotionen.

Alles in allem überzeugt Sieben Minuten nach Mitternacht auf eine schmerzhafte Weise und lässt wohl kein Auge trocken. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

Die Störtebeker Festspiele & Rügen 2017

Hallo ihr Lieben,
die Störtebeker Festspiele sind ja auf Rügen nicht mehr wegzudenken. Und so bauten mein Freund und ich einen Besuch ebendieser in unserem Rügenurlaub ein. Dabei hatten wir sogar Glück, denn das Schauspiel ging dieses Jahr wieder in die letzte Runde des Handlungsstrangs, sprich es wurde das große Ende des Störtebekers gezeigt mit dem Titel „Im Schatten des Todes“

die Handlung

1401. Störtebeker und seine Freunde sind von Ost- und die Nordsee gezogen und haben im kleinen Dorf Mariehafen Unterschlupf gefunden, nachdem sie den Bürgermeister von Hamburg ausgeraubt haben. In Mariehafen nimmt ihn die Familie tom Brok auf, in dessen Tochter Tetta er sich verliebt. Doch der Hamburger Bürgermeister lässt sich auf den durchtriebenen Simon von Ütrecht ein, der einen perfiden Plan entwickelt, um Störtebeker ein für alle Mal auszuschalten.

die Umsetzung

Nachdem es sich den ganzen Tag über ausgeregnet hatte, blieb es abends tatsächlich trocken, was gut ist, denn die Störtebeker Festspiele finden jährlich im Freilichtheater von Ratswiek statt. Allein der Weg vom Parkplatz zur Bühne erinnert bei den Menschenmassen an eine regelrechte Pilgerwanderung. Und gegeizt wird tatsächlich an nichts. Es erwarten den Zuschauer wilde Reiterjagden, spannende Kämpfe, eine spannende Handlung, grandiose Dialoge, Explosionen und Brände. Alles wurde mit einer unglaublichen Liebe zum Detail gestaltet, mit guten Schauspielern und schönen Gesangseinlagen von Wolfgang Lippert. Die Störtebeker Festspiele sind einfach nur einen Besuch wert!

Rügen

Abgesehen vom leider eher bescheidenen Wetter war auch Rügen an sich auf jeden Fall einen Besuch wert. Teilweise konnten wir sogar an den Strand zum baden (auch wenn das Wasser verflucht kalt war). Ansonsten gab es eine Menge Fisch zu essen, einen Besuch im Stralsunder Meereskundemuseum & Ozeaneum (sehr interessante Ausstellungen, das Kombiticket lohnt sich!), einen Besuch auf Karls Erdbeerhof, der nicht nur für die Kleinen viel bietet, und wir haben richtige Dinosaurier gefunden!

So viel wieder von meiner Seite, ich wünsche euch ein schönes Wochenende!
Eure Shalima 🙂

Rückblick auf das 2. Quartal 2017 – Highlights und Enttäuschungen

Hallo ihr Lieben,
im zweiten Quartal habe ich ganz schön mit meinem Kino gekämpft. Die bekannten Blockbuster liefen gefühlt 10 Mal am Tag, während die interessanten Nischenfilme nicht liefen. Damit komm ich im zweiten Quartal gerade einmal auf 10 reguläre Kinobesuche (4 im April, 2 im Mai und 4 im Juni), das habe ich sonst teilweise in einem einzigen Monat geschafft! Dazu kommen zwei Besuche der Cinemathek (hier haben sie natürlich alle Filme der Oscarsaison nachgeholt, die ich aber bereits vor der Verleihung gesehen hatte). Ich hoffe, dass das dritte Quartal nun wieder mehr für mich bietet. Trotzdem soll es hier jetzt einen kleinen Rückblick geben. Aber aufgrund der geringen Filmauswahl beschränke ich mich diesmal auf meine Top 3 Enttäuschungen und Highlights.

Die Enttäuschungen

Platz 3: Baywatch

Die erste halbe Stunde war ja wirklich lustig und konnte mich überzeugen. Danach ließ dies leider zu stark nach und der Film verrennt sich in eine Krimihandlung, die nicht passen will.

Platz 2: Die Mumie

Zum Auftakt des neuen Dark Universe von Universal, hätten sie vielleicht lieber auf Tom Cruise verzichten sollen und sich auf eine spannende Handlung konzentrieren sollen. Idee im Ansatz gut, Umsetzung leider nicht gelungen.

Platz 1: Fluch der Karibik – Salazars Rache

Hier sieht man das Ergebnis, wenn Produzenten ein längst ausgelutschtes Franchise nicht loslassen wollen und selbst Kultfiguren, wie Captain Jack Sparrow, einfach nicht mehr kultig sind und nicht mehr in den Film passen wollen.

Die Highlights

Platz 3: The Founder

Michael Keaton in Höchstform als Ray Kroc, der auf die McDonalds Brüder trifft und ein etwas zu großes Interesse an ihrem Burgersystem entwickelt. Auch wenn das Ende vorher teilweise bekannt ist, schafft der Film es Spannung zu erzeugen und trotzdem die Geschehnisse vollkommen nüchtern und ohne Wertung zu erzählen.

Platz 2: King Arthur – Legend of the Sword

Von vielen Kritikern zerrissen, aber von mir trotzdem gerne gesehen. Grandiose Bilder, ein sehr passender und unter die Haut gehender Soundtrack und mittendrin eine Handlung, die vielleicht irgendwo ihre Schwächen hat, über die ich aber gerne hinweggesehen habe.

Platz 1: Guardians of the Galaxy – Volume 2

Sie sind zurück und konnten wieder begeistern. Die Guardians of the Galaxy bestreiten ihr zweites Leinwandabenteuer. Mit neuen und alten Gesichtern kupfert sich die Handlung komplett vom ersten Teil ab, was dem Film sehr gut tat. Mein Highlight im zweiten Quartal 2017.

Und in der Cinemathek? Dort erkundete ich in Den Sternen so nah den Mars und fand mich im Iran in The Salesman mit einem schwierigen Thema konfrontiert.

Was waren eure Highlights und Enttäuschungen im zweiten Quartal?

 

Girls Night Out

Am 29.06.2017 erschien die weibliche Version der Hangover-Reihe in den deutschen Kinos.

Jess will heiraten. Dazu gehört natürlich auch ein ausschweifender Junggesellenabschied. So lädt sie ihre besten Freundinnen Pippa, Frankie, Alice und Blair nach Miami ein. Leider gibt es einen kleinen Unfall mit dem Stripper, der tödlich endet. Voller Panik versuchen die fünf Freundinnen nun die Leiche loszuwerden.

2009 eroberten vier Männer, die einen Junggesellenabschied feierten, der ordentlich schief ging, die Kinoleinwand. Der Grundstein für das Hangover-Franchise wurde gelegt. Es folgten mehrer Fortsetzungen. Nun sind die Frauen dran. Und so wurden Scarlett Johansson, Kate McKinnon, Ilana Glazer, Jillian Bell und Zoe Kravitz gecastet, um als alte Freundinnen so richtig die Sau rauszulassen.
Zunächst lernen wir Jess (Johansson), Alice (Bell), Frankie (Glazer) und Blair (Kravitz) kennen, während sie auf der Uni zusammen als beste Freundinnen zusammenhalten. Doch die Zukunft hält ganz unterschiedliche Lebenswege für die Freundinnen bereit, so dass sie sich in den nächsten fünf Jahren teilweise aus den Augen verlieren. Bis sie sich zu Jess Junggesellenabschied wieder treffen. Während Jess eine politische Karriere anstrebt und daher eigentlich wenig Lust auf lange Feiern hat, ist gerade Alice sehr scharf darauf, endlich einmal wieder mit ihrer besten Freundin vereint zu sein. In Miami kommt dann noch Pippa (McKinnon) zu der Truppe und wird mit gemischten Gefühlen aufgenommen. Doch das ausgelassene Feiern findet ein jähes Ende, als der Stripper auftaucht und bei einem Unfall stirbt.
Girls Night Out hat eine Handung, die durch die Ausgangsprämisse „toter Stripper auf einem Junggesellenabschied“, sehr vorhersehbar ist. Bis auf ein paar kleine Überraschungen läuft die Handung sturr nach Schema F ab. Der Film zeichnet sich daher eher durch interessante Charaktere und vor allem vielseitigen Charakteren aus. Hier ist von der High Society Dame über der verrückten Australierin bis hin zur aktenkundigen Aktivistin alles dabei. Diese geben dem Film das gewissen Etwas und einen neuen Touch. Zwischenzeitlich hat Girls Night Out auch wirklich gute Gags, die einen vor Lachen auf den Boden liegen lassen. Leider waren diese gerade nach hinten raus sehr selten und die üblichen plumpen Witze, die man in ähnlichen Formen schon gefühlt tausend Mal gehört hat, waren die Regel. Dadurch verwirkt der Film ein bisschen sein Potential, denn durch die Konstellation der Charaktere hätte man mehr rausholen können. Gerade wenn man auch Kravitz und Glazer mehr Raum gegeben hätte, um ihre Charaktere sich mehr entfalten zu lassen.
Gerade im letzten Drittel verpasst der Film es noch einmal richtig Gas zu geben, und schläft stattdessen beinahe ein. Mit einem bisschen oberflächlichem Drama und einem leichten Krimitouch versucht der Film noch irgendetwas zu retten und verrennt sich damit doch nur immer weiter in Klischees und versinkt irgendwo in der Mittelmäßigkeit.

Alles in allem ist Girls Night Out ein sehr mittelmäßiger Film, der nicht richtig schlecht wird, sich aber trotz guter Charaktere und einiger guter Gags nicht retten kann. Dafür gibt es 05 von 10 möglichen Punkten.

Cinemathek: The Salesman

Willkommen in der Cinemathek, heute mit: The Salesman. Der Film erschien urspünglich ab dem 02.02.2017 in den deutschen Kinos.

Emad und Rana brauchen eine neue Wohnung und bekommen eine von einem Bekannten aus ihrer Theatergruppe vermittelt. Alles scheint friedlich, bis Rana eines Abends überfallen wird. Emad findet heraus, dass die Vormieterin oft Herrenbesuch hatte und sich ein Freier wahrscheinlich bei den Frauen vertan hat. Während Rana mit den psychischen Nachfolgen beschäftigt ist, versucht Emad Selbstjustiz zu üben.

Der iranische Film The Salesman war 2017 für den besten fremdsprachigen Oscar nominiert, dem Regisseur Asghar Farhadi wurde aber durch Präsident Trumps Dekret die Einreise verwährt. Nach vielen Protesten wurde eine Ausnahme gemacht, doch Farhadi wollte nun nicht mehr zur Verleihung erscheinen. Dabei gewann sein Film sogar die Kategorie.
In The Salesman spielen die beiden Protagonisten Emad und Rana mit ihrer Theatergruppe das Stück „Tod eines Handlungsreisenden“ – im Original „Death of a Salesman“ – von Arthur Miller. Emad ist ein beliebter Lehrer und lebt in einer sehr harmonischen Beziehung mit Rana. Durch Aushöhlungsarbeiten auf dem Nachbargrundstück, müssen beide ihre Wohnung aufgeben, da das Haus als Einsturzgefährdet gilt. Da sie nun schnell eine neue Wohnung brauchen, kommt ihnen das Angebot von einem Theaterkollegen ganz recht, der von einer frisch freigewordenen Wohnung weiß. So ziehen Emad und Rana dort ein, auch wenn sie sich ärgern, dass noch der Hausrat der Vormieterin ein Zimmer versperrt. Alles verläuft harmonisch, bis Rana eines Abends alleine in der Wohnung ist. Als es klingelt, glaubt sie, dass es sich um Emad handelt und öffnet die Tür. Als Emad schließlich wirklich nach Hause kommt, findet er zerbrochenes Glas und viel Blut im Badezimmer Rana trifft er schließlich mit einer Kopfwunde im Bad an. Die Nachbarn, die Ranas Schreie gehört hatten, hatten sie ins Krankenhaus gebracht und erzählten Emad nun zum ersten Mal von der Vormiterin. Diese scheint nämlich sehr viel „Herrenbesuch“ gehabt zu haben. Während Rana darauf besteht, die Polizei nicht anzurufen, möchte Emad Gerechtigkeit für seine Frau. So verrennt er sich in Selbstjustiz, während Rana ihn eher bräuchte, um die psychischen Nachfolgen zu verarbeiten.
Asghar Farhadi kreiert mit The Salesman einen sehr langsam und ruhig erzählten Film. Er gibt dem Zuschauer am Anfang genügend Zeit, um sich aus seiner eigenen Sichtweise zu lösen und im Iran des 21. Jahrhunderts anzukommen. Auch gewährt er Zeit, um sich von den Vorurteilen zu lösen und sich auf die eigentliche Geschichte einzulassen. Durch die Theaterproben wird immer wieder ein roter Faden gezogen. Erst nachdem man mit allen Figuren bekannt gemacht wurde, wird Rana angegriffen. Dabei wird die Vergewaltigung angedeutet, aber niemals ausgesprochen. Ebenso wird bei der Vormieterin angedeutet, dass es sich um eine Prostituierte handele, aber das Wort selbst fällt nie.  So bleibt die Interpretation der Handlung und Reaktionen dem Zuschauer vorbehalten. Rana entscheidet sich bewusst, nicht zur Polizei zu gehen, weil sie dort nicht über das Geschehene sprechen mag. Dies ist gut nachvollziehbar, auch ihre darausfolgende Angst vor dem Alleine in der Wohnung bleibens. Emads Verhalten ist daraufhin weniger nachzuvollziehen. Denn anstatt sich richtig um Rana zu kümmern und ihre Ängste und Sorgen nachzuvollziehen, verrennt er sich in seiner Selbstjustiz.
The Salesman punktet durch seine vielschichtige herangehensweise an das Thema einer möglichen – da immer nur angedeuteten – Vergewaltigung. Er befasst sich zum einen mit den Folgen für Rana als auch mit dem Umgang im direkten Umfeld. Emad als Mann wird beleuchtet, ebenso wie die Schauspielkollegen und die Nachbarn. Hier hebt er sich stark von vergleichbaren Filmen ab, wie beispielsweise der im gleichen Jahr erschienene französische Film „Elle“. Auch wird hier auf plakative Szenen, wie die offene Vergewaltigung verzichtet. Rana wird nicht direkt in die Opferrolle gedrängt, indem sie heulend und schluchzend sich unter einem Vergewaltiger windet, sondern nur passiv, da sie sich immer wieder für ihre Entscheidung nicht zur Polizei zu gehen rechtfertigen muss.
Andererseits kämpft The Salesman an vielen Stellen mit seiner ruhigen Erzählweise. So kann dem Zuschauer die Bedeutung einiger Szenen abhanden kommen, da sie im gleichen Ton erzählt werden, wie die unwichtigeren Einleitungsszenen. Auch hat die Synchronisation den Haken, dass viele Dialoge im O-Ton wahrscheinlich Sinn ergaben, in der deutschen Synchronisation aber sehr witzig herüberkamen, da solche Formulierungen für uns sehr untypisch sind.

Alles in allem ist The Salesman ein ruhiger Film mit einem schwierigen Thema, der die Balance nicht immer halten kann. Nach Sichtung des diesjährigen Oscargewinners als bester fremdsprachiger Film, halte ich Unter dem Sand immer noch für den besseren Kandidaten. The Salesman erhält 06 von 10 möglichen Punkten.

Wonder Woman

Am 15.06.2017 erschien der nächste Teil des DC Extended Universe in den deutschen Kinos.

Diana wächst auf der paradiesischen Insel Themyscira auf, die nur von Amazonen bewohnt ist und sich vor der Außenwelt verbirgt. Das ihr Schicksal ihr größeres vorherbestimmt, muss sie erst herausfinden, als sie auf den Piloten Steve Trevor trifft und durch ihn vom großen Krieg erfährt. Der festen Überzeugung den Krieg beenden zu können, bricht Diana aus ihrem geschützten Umfeld auf.

Während Marvel mit seinem Cinematic Universe immer wieder Rekorde bricht und unzählig viele Zuschauer in die Kinos lockt, musste DC bisher immer wieder schlechte Kritiken für sein Extended Universe einstecken. Während Man of Steel noch mäßig gut ankam, wurden Batman vs. Superman – Dawn of Justice und Suicide Squad von den Massen in der Luft zerrissen. Dies sollte nun Wonder Woman alles zum positiven wenden. Und so war auch der Zuspruch zunächst groß, denn das erste Mal bekam eine weibliche Superheldin ihren eigenen Solofilm. Auch die Kritiken sind bei weitem positiver als bei den vorherigen Filmen, doch auch hier mischen sich negative Meinungen unter die Positiven.
Der Film beginnt mit einer kurzen Geschichtsstunde über die griechische Mythologie und erzählt die Geschichte der Amazonen und wie sie auf der paradiesischen Insel Themyscira landeten. Auf dieser Insel wächst die kleine Diana auf, der gar nicht auffällt, dass sie das einzige Kind auf der ganzen Insel ist. Ihr größter Wunsch ist es mit den anderen Amazonen das Kämpfen zu lernen, doch zunächst sträubt sich ihre Mutter, die Anführerin der Amazonen, gegen die Ausbildung Dianas. Irgendwann bekommt Diana ihren Willen und wächst zu einer starken Kriegerin heran. Doch obwohl Themyscira vor der Außenwelt gut versteckt war, findet der Kriegspilot Steve Trevor auf der Flucht vor den deutschen Truppen die Insel und bringt ungewollt den Krieg mit. Diana, die der festen Ansicht ist, dass der griechische Kriegsgott Ares hinter dem Krieg steckt, will unbedingt mit Steve mit, um den Krieg mit Ares Tod zu beenden. Dort entdeckt sie eine für sie ganz neue Welt, in der sie erst lernen muss sich zurecht zu finden.
Für die erste halbe Stunde, während der Film auf Themyscira spielte, konnte man wirklich denken, dass DC diesmal aus den Fehlern der vorherigen Filme gelernt hat und für eine halbe Stunde bekam man einen spannenden Film mit einer interessanten Hintergrundgeschichte zu den Charakteren geliefert. Doch dann tritt der Krieg in das Geschehen ein und alles ändert sich. Die bis dahin unglaublich stark und emanzipierte wirkende Diana wirkt in der neuen Welt auf einmal wie ein naives Blondblondchen und nervt ungemein mit ihrer nicht belehrbaren Art. Selbst eigentlich heroische Auftritte, wie das selbstsichere Überqueren eines Schlachtfeldes, verkommt in der Bedeutungslosigkeit, da es aus einer naiven Laune der Protagonistin heraus geschah. So befindet man sich in den grauenhaften Fängen des ersten Weltkrieges – pauschal sind auch hier wieder die Deutschen die Bösen, auch wenn im ersten Weltkrieg die Verhältnisse von gut und böse nicht so eindeutig zu definieren waren – und muss sich immer wieder gegen die Stirn schlagen, weil Wonder Woman sich einfach nicht aus ihren Ansichten lösen lässt. Das ganze gipfelt dann in den sinnlosesten Endkampf, den die Kinowelt seit langem sah und die eigentlichen Heldentaten im Endkampf gehen beinahe unter.
Das Wonder Woman aber trotzdem kein kompletter Reinfall ist, liegt eindeutig nicht an Gal Gadot, die immer wieder beweist, dass sie zwar den starken Kämpferblick drauf hat, aber darüber hinaus nicht wirklich schauspielern kann. Sondern eher an den kleinen Nebencharakteren, die dem Film einen liebevollen Touch geben. An einem Chris Pine, der Steve Trevor den eigentlichen Helden verkörpert. An einer wirklich guten Kameraführung, die sowohl das traumhafte Paradies von Themyscira als auch das unsagbare Grauen des Schlachtfeldes gekonnt einfangen konnte.
Mit einer Laufzeit von 140 Minuten schafft es Wonder Woman trotz allem irgendwo spannend zu bleiben und fesselt einen trotz vieler Schwachstellen und nerviger Momente bis zum Ende an den Kinosessel. Die Errettung der Frauenwelt in den Superheldenfilmen ist Wonder Woman definitv nicht, dafür wird sie zu oft sehr naiv dargestellt. Trotzdem ist Wonder Woman für DC erst einmal wieder ein Schritt in die richtige Richtung und lässt doch auf Justice League hoffen.

Alles in allem ist Wonder Woman nicht so gut, wie der Hype erwarten lässt und kämpft mit einigen Schwachstellen, kann stellenweise aber doch überzeugen. Dafür gibt es 06 von 10 möglichen Punkten.