Das Buch der Schurken

Ein Vorwort

Wir alle kennen sie. Manchmal lieben wir sie, manchmal hassen wir sie, manchmal sind sie einfach nur das Mittel zum Ruhm des Helden. Die Rede ist von den Schurken und Bösewichten der Weltliteratur. Wie oft hat man ein Buch verschlungen und fieberte mit dem Helden und gegen den Schurken. Wie oft war aber auch der Schurke die Hauptfigur und eigentlich waren wir auch auf seiner Seite. Wir mögen sie einfach, egal, was sie letztendlich getan haben. Wie oft macht erst der geniale Gegenspieler ein Buch erst aus. Was wäre wohl der Herr der Ringe ohne Sauron geworden? Sherlock Holmes ohne seinen erbitterten Gegenspieler Moriarty?
Der Autor Martin Thomas Pesl hat sich die Zeit genommen und die Weltliteratur nach den genialsten Exemplaren zu durchsuchen, sie genauer zu erkunden, zu kategorisieren und in dem „Buch der Schurken“ mit dem Beinamen „Die 100 genialsten Bösewichte der Weltliteratur“ zusammen zu fassen.

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Die Handlung

Auf jeder Doppelseite befasst sich Martin Thomas Pesl mit einem anderen Schurken. So ziert die linke Seite eine gelungene Zeichnung von Kristof Kepler, Name des Schurken, zugehöriges Buch, Autor und Erscheinungsjahr, sowie ein Zitat aus dem jeweiligen Werk, das sich mit der Boshaftigkeit des Schurken befasst. Aus der rechten Seite folgt die genauere Durchleuchtung des Schurken und abschließend eine kleine Tabelle mit wechselnden Kategorien, wie beispielsweise „Herkunft“, „Schönheit“ oder „Boshaftigkeitsfaktor“.

Meine Meinung

Mir wurde kurz vor meinem letzten Urlaub dieses Buch empfohlen und so eilte ich noch kurzfristig in den Buchladen meines Vertrauens, die es wie immer schafften mir das Buch bis zum nächsten Tag zu besorgen! So erfreute ich mich nicht nur einer Woche in der Sonne, sondern auch mit einem Wiedersehen geliebter Schurken – gut aus Prof. Umbridge hätte ich vielleicht verzichten können –  und dem Neuentdecken ganz besonderer Exemplare – meine Wunschleseliste ist wieder ganz schön gewachsen und zwei Exemplare sind schon auf meinem SuB gewandert.
Martin Thomas Pesl schafft es vor allem jedem Schurken eine ganze Seite zu widmen. Hier wird erläutert, was ihn so böse macht und warum er gleichzeitig auch so genial ist. Dabei kommt auch das Mitleid für die Helden der Geschichten nicht zu kurz, auch wenn der Schurke manchmal der heimliche Held ist. Besonders gefallen hat mir auch, dass Pesl sich wirklich von den ganz alten Exemplaren – Loki aus der Prosa-Edda von 1220 oder Enkidu aus dem babylonischen Gilgamesch-Epos vom 18. Jahrhundert v. Chr. – bis zu den neusten Exemplaren – Adam Stensen aus Hart auf Hart von 2015 oder Die little People aus 1Q84 von 2009 – hangelt. Zwar scheinen die meisten im 18., 19. und 20. Jahrhundert geschrieben worden zu sein, aber es gibt doch auch einige Ausreiser.
Dann gibt es wieder die Exemplare, bei denen man zweimal überlegen muss, ob man sie wirklich auf so eine Schurkenliste setzen würde, oder ob die Wahl nicht auf jemand anderen hätte fallen sollen. So ist Lord Voldemort wohl der prägendste Schurke aus den Harry Potter Teilen, doch wurde stattdessen Prof. Umbridge aus dem fünften Teil ausgesucht. Doch Pesl ist um keine Erklärung verlegen und kann humorvoll immer wieder belegen, wieso seine Wahl eine gut durchdachte ist. Die Humorvollen Beschreibungen sind dann auch genau das, was das Buch so besonders und lesenswert macht. Man kann es an einem Stück durchsuchten, ohne das einem langweilig wird, oder man kann es Häppchenweise lesen. Hilfreich sind auch die Kategorien, in die die Schurken eingeteilt wurden. So haben die Femme fatal ebenso ihren Abschnitt, wie die Psychopathen. Und wer nun denkt, der größte Teil der Schurken sei männlich, liegt daneben, denn Pesl zeigt auch allerhand Bösewichte des weiblichen Geschlechts.

Das Fazit

Wer ein großer Freund der Weltliteratur ist und ein Wiedersehen mit seinen Lieblingsbösewichten feiern möchte, dem empfehle ich dieses Buch. Wer auf der Suche nach einem neuen Buch ist, das mit einem bösen Schurken bestückt sein soll, dem empfehle ich dieses Buch. Für wen die Beschreibung oben grundsätzlich einladend klang, dem empfehle ich dieses Buch.

Rückblick auf den Februar

Der kürzeste Monat des Jahres ist auch wieder vorbei, hatte aber doch auch einiges zu bieten. Und ich meine nicht diese unmenschlichen Temperaturen draußen…

Cinemathek

Die Geschichte der Liebe – Eine Liebe, die den Krieg und allen Widrigkeiten zum Trotz überlebte und ein Mädchen, dass genau diese Art der Liebe niemals finden möchte, da sie einen komplett zerstören kann. Ein Buch über die meistgeliebte Frau überlebt den Krieg und hat doch kein Happy-end zu bieten. All das bietet der Film die Geschichte der Liebe.

Filme – auf der großen Leinwand gesehen

Die kleine Hexe – Die Buchverfilmung des Klassikers von Ottfried Preußler präsentiert uns Caroline Herfurth als kleine Hexe und schafft dabei einen so grundsympathischen und süßen Film, dass man aus dem Lächeln gar nicht mehr herauskommt.

Maze Runner – die Auserwählten in der Todeszone – Der Abschluss der Trilogie brachte genau das, was auch angekündigt wurde. Ein großes Finale mit ordentlich Wumms. Handlungstechnisch sollte man nicht allzu viel erwarten, trotzdem ein schöner Abschluss der Maze Runner Reihe.

Der seidene Faden – Daniel Day-Lewis letzter Film kann leider nur von seiner Seite aus wirklich überzeugen. Handlungstechnisch weiß der Film nicht, was er eigentlich genau aussagen will.

Die dunkelste Stunde – Gary Oldman bringt Winston Churchill wieder zum leben und erzählt die Geschichte jener Entscheidungen, die im Mai 1940 getroffen werden mussten und seinen Kampf gegen Friedensverhandlungen mit Hitler. Ein grandioses Biopic.

Shape of Water – Ein modernes Märchen über eine stumme Reinigungskraft und ein Wasserwesen, das in einem Forschungslabor während des zweiten Weltkriegs gefangen gehalten wird. Seit letzter Nacht offiziell „Bester Film“ des Jahres 2017, auch wenn der Film sich nicht so richtig was zutraut. Trotzdem bildgewaltig und wunderschön erzählt.

Die Verlegerin – Wieder brandaktuell, auch wenn es um die Pressefreiheit in den 1970er Jahren geht, in der die US-Regierung die Verbreitung der sogenannte Pentagon-Papers versucht zu untersagen. Und die Geschichte der Washington Post, die alles auf eine Karte setzt. Ein großartig erzählter Film von Steven Spielberg.

Alles Geld der Welt – Stell dir vor du bist eine der reichsten Personen der Welt. Dann wird dein Enkel entführt und du könntest das Lösegeld bezahlen. Was würdest du tun? Die wahre Geschichte von John Paul Getty und der Entführung seines Enkels. Leider nicht wirklich spannend umgesetzt und viel zu lang.

Black Panther – Marvel ist zurück und präsentiert uns wieder einen neuen Helden. Diesmal werden wir ins Königreich Wakanda geführt, in dem der Black Panther sich der Herausforderung seines Throns stellen muss. Ein neuer Geniestreich aus dem Marvel Cinematic Universe.

Filme – auf großem Fernseher gesehen

Der Sinn des Lebens – mit dem Humor von Monty Python kann ich mal mehr mal weniger mit Ansagen. Das ist das schöne an ihrem Film der Sinn des Lebens, der sich in verschiedene Kurzepisoden gliedert.

Scooby-Doo – Wenn der Freund einen „coolen“ Film sehen will und man zusammen mit der besten Freundin vor deren DVD-Regal steht, kommt halt Scooby-Doo raus. Seit vielen Jahren nicht mehr gesehen und immer noch saucool der Film.

Groupies bleiben nicht zum Frühstück – Der Februar enthielt auch wieder den Valentinstag, so dass mein Freund wieder einen Frauenfilm über sich ergehen lassen musste. Und ich hatte endlich mal wieder die Gelegenheit einen meiner liebsten Filme zu sehen, auch wenn ich inzwischen aus dem Kreischeteeniealter heraus bin.

Die Feuerzangenbowle – Als Sky mich mit einer billigen Nachmache abspeisen wollte, wurde kurzerhand die DVD wieder hervorgeholt und ein sehr lustiger Abend mit Pfeiffer – mit drei f – und seinen Freunden verbracht.

Filme – leider in diesem Monat verpasst zu sehen

The Disaster Artist – Die Geschichte rund um die Entstehung des schlechtesten Films aller Zeiten „The Room“. James Franco schlüpft in die Rolle des exzentrischen Tommy Wiseau.

Wind River – Eine schroffe Wildnis und eine vergewaltige Frau. Frisch von der Akademie ist die FBI Agentin Jane Banner völlig überfordert und engagiert den US Wildlife Agent Cory Lambert, der jedoch bei dem Fall an den Tod seiner eigenen Tochter erinnert wird.

Serien – ein kurzer Überblick

Der Februar war seit längerer Zeit mal wieder ein guter Serienmonat, denn ich habe zum einen endlich Star Trek – Discovery beendet, da Netflix ja beschlossen hatte nur jede Woche eine neue Folge herauszubringen. Um mir die Wartezeit etwas zu vertreiben, habe ich die zweite Staffel von Lucifer angesehen, die mich wieder vollkommen begeistern konnte. Die Serie trifft genau meinen Humor. Abgestaubt und wieder einmal gesehen, habe ich die zweite Staffel vom A-Team. Die Serie macht auch nach all den Jahren immer noch wahnsinnig viel Spaß! Für den Humor zwischendurch habe ich nun endlich die 10. Staffel von The Big Bang Theorie sehen können, die zwar stellenweise noch lustig war, aber im Vergleich zum Anfang der Serie inzwischen sehr stark an Qualität abgebaut hat. Auch habe ich die zweite Staffel von Die Mockridges gesehen und konnte über diese verrückte Familie wieder herzlich lachen. Zum Abschluss des Monats lief dann noch die zweite Staffel von The Crown, die mich wie bereits die erste begeistern konnte.

Mein Lesemonat

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Bücher insgesamt: 4
Seiten insgesamt: 1230
Seiten pro Tag: 44 Seiten im Durchschnitt
Gebunden Bücher: 1
Taschenbücher: 3

Platz 4: Weit weg und ganz nah – Nachdem ich von Jojo Moyes bisher ein Buch mochte und eins nicht mochte, gab es noch einmal eine neue Chance. Leider konnte auch dieses Werk mich wieder nicht begeistern. Zu nervig waren die Charaktere, zu unglaubwürdig die Liebesgeschichte. Ich glaub ich wird mit Frau Moyes doch nicht warm.

Platz 3: Finding Cinderella – Mrs. Hoover auch auf nur 180 Seiten schaffen Sie es noch eine unglaubliche und mitreißende Geschichte zu entwickeln. Aber sie können Ihre Charaktere nicht einmal für 180 Seiten einfach nur glücklich sein lassen, oder?

Platz 2: Fettlogik überwinden – Jahrelang habe ich immer wieder mit meinem Gewicht gehadert und immer wieder versucht es zu reduzieren. Aber es ging nicht. Muss wohl an meinen Genen liegen, man muss sich halt auch mal was gönnen… Ja ich hatte eine ziemlich große Fettlogik. Doch Dr. Nadja Hermann räumt mit diesen Ausreden auf und bringt endlich die nötigen Ansätze, um wirklich abzunehmen.

Platz 1: Mary Poppins – der Kinderbuchklassiker hat nun endlich den Weg in mein Bücherregal gefunden, nachdem ich schon viele viele Jahre den Film mit Julie Andrews einfach nur liebe. Und auch das Buch konnte mich absolut faszinieren mit den märchenhaften Geschichten.

 

Der Report der Magd

Ein Vorwort

Zum Abschluss der Frankfurter Buchmesse wird alljährlich der Friedenspreis des deutschen Buchhandels vergeben. 2017 erhielt diesen Margaret Atwood. Bereits zuvor bin ich auf ihr 1985 erschienendes Werk Der Report der Magd aufmerksam geworden, da die dazugehörige Serie The Handmaids Tale bei den Emmys und Golden Globes bereits gut abräumte. Mein Interesse war geweckt und so suchte ich kurzerhand den Buchladen meines Vertrauens auf und kaufte mir das Buch.

Die Handlung

In dem totalitären Staat Gilead – einst die USA bis zu einem Putsch durch die „Söhne Jakobs“ – haben die Frauen keine Rechte. Sie werden unterteilt in ihre Funktionen. In einem Haushalt eine Kommandanten leben immer die Ehefrau, die Marthas (zuständig für den Haushalt) und eine Magd. Die Mägde wurden zu Gebärmaschinen erzogen, da in Gilead Sterilität in Folge von Naturkatastrophen eine große Rolle spielt. Desfred, die Protagonistin, ist eines dieser Mägde. In der Stille ihres Zimmers erzählt sie uns ihre Geschichte.

Meine Meinung

Margaret Atwood hat eine ganz eigene Art eine Geschichte zu erzählen. Sie ist nicht bedacht darauf, dass ihre Geschichte sonderlich spannend erzählt wird oder das der große Knall irgendwo passiert. Stattdessen erzählt sie ihre Geschichte authentisch, so als würde der Protagonistin das alles wirklich passieren. Und der ganz normale Alltag lässt sich eben nicht mit einem großen Knall erzählen. Daher beginnt die Geschichte auch sehr ruhig, fast ein bisschen zäh. Die Magd Desfred – das ist natürlich nicht ihr richtiger Name, sondern ihre Zugehörigkeitsbezeichnung, sie gehört dem Kommandanten Fred – wird in ihren neuen Haushalt gebracht. Hier soll sie bei einer allmonatlichen Zeremonie mit dem Kommandanten Sex haben, damit dieser Kinder mit ihr zeugt. Das ist im Haushalt ihre einzige Aufgabe, abgesehen von den täglichen Einkäufen. Atwood schafft es erst einen ganz normalen Alltag zu kreiieren, in dem sie nur immer mal wieder Andeutungen macht, dass alles nicht so gewöhnlich ist, wie es klingt. So plätschert gerade der Anfang des Buches so ein bisschen vor sich hin, weil der Leser gar nicht so genau weiß, in was für einer Welt mit was für Regeln er sich gerade befindet. Erst nach und nach mit immer mehr Informationen wird das Bild immer klarer. Wir befinden uns in den USA der nahen Zukunft. Naturkatastrophen haben einen großen Teil der Bevölkerung unfruchtbar gemacht und Empfängnisverhütung und Abtreibungen haben die nachwachsende Bevölkerung stark geschrumpft. Die Söhne Jakobs, eine christlich-fundamentalistische Gruppierung, hatte daraufhin die Regierung gestürzt und den totalitären Staat Gilead gegründet. Frauen wurden aller Rechte enthoben. Frauen, die entweder noch ledig oder in zweiter Ehe verheiratet waren, wurden eingezogen und in verschiedene Aufgabenbereiche unterteilt. Die großen Gruppierungen sind die Ehefrauen, die Marthas und die Mägde. Wer rebelliert oder gegen die strengen Regeln und Gesetze verstößt, wird umgebracht oder in die Kolonien gebracht, wo sie zu Zwangsarbeit unter sehr schlechten Umständen gezwungen werden.
Nach ungefähr der Hälfte des Buches dachte man beim Lesen, dass man inzwischen eigentlich alles Wichtige über Gilead wissen müsse. Trotzdem schafft es Atwood einen immer wieder zu überraschen. Trtozdem bleibt der Schreibstil ruhig und etwas distanziert. In regelmäßigen Rückblenden erfährt man immer wieder etwas über Desfreds Vergangenheit und den Anfängen von Gilead. Man hätte vielleicht viel mehr erfahren, wenn jemand anderes die Geschichte erzählt hätte, aber Desfred erfährt selbst nicht mehr.
Das schockierendste am Report der Magd ist, dass viele Elemente nicht ausgedacht sind, sondern einfach nur in einem anderen Kontext verwendet werden. So ist der Bezug zur Realität allgegenwärtig. Der Schreibstil und die relativ nüchterne Erzählung bleibt während des gesamten Buches bestehen, womit man zurecht kommen muss. Daher kann ich durchaus verstehen, wenn jemand wenig mit dem Schreibstil anfangen kann, ich verstehe aber auch, warum jemand den Schreibstil sehr gut findet. Der Report der Magd ist kein Buch, das jeden gleich begeistert. Ich persönlich empfand den Schreibstil als sehr angenehm, wenn auch ungewohnt.

Das Fazit

Der Report der Magd ist schockierend realistisch, nüchtern erzählt und kann doch mitreißen. Wer am Anfang schon Probleme mit dem Schreibstil hat, wird nicht glücklich mit dem Buch werden. Allen anderen kann ich es nur wärmstens empfehlen! Ich freue mich im März auf den DVD Realase von der ersten Staffel The Handmaids Tale.

Es

Ein Vorwort

Seit einiger Zeit schlich ich immer wieder um den von mir vorher nicht beachteten Meister des Horrors herum. Natürlich geht es um Stephen King. Nach den Sichtungen von The Green Mile und dem stark kritisierten Der dunkle Turm, überlegte ich, ob es nicht langsam an der Zeit wäre mich auch literarisch mit Mr. King auseinander zu setzen. So legte ich mir schließlich Friedhof der Kuscheltiere zu. Das Buch landete jedoch vorerst wieder auf meinem SuB (=Stapel ungelesener Bücher). Dann erschien Es in der Neuverfilmung in den deutschen Kinos. Obwohl ich eine Abneigung gegen Horrorclowns habe, ließ ich mich überreden. Wie Platz 7 in meinem Jahresrückblick belegt, konnte mich der Film dann durchaus begeistern. Kurzerhand ging ich die Buchhandlung meines Vertrauens und kaufte mir Es. Das zweitdickste Buch, das Stephen King jemals schrieb, mit 1534 Seiten. Ich begann im Oktober damit zu lesen und beendete es nun im Januar (weswegen meine Lesestatistiken in den Monaten etwas verfälscht sind…) Und ich bereue es nicht!

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Die Handlung

Derry ist eine Kleinstadt in Maine, in der alle 27 Jahre erstaunlich viele Morde passieren. Besonders hoch ist die Rate unter Kindern. Eine Gruppe von Kindern, die sich selbst Club der Looser nennen, kommen dahinter, dass ein böses Wesen dahinter zu stecken scheint. Sie nennen es Es, da sie keine andere Bezeichnung finden. Denn Es tritt zwar häufig als Pennywise der Clown auf, kann aber auch andere Gestalten annehmen und zeigt sich für jeden in einer anderen Horrorgestalt. So beschließen Bill, Ben, Beverly, Eddie, Stan, Richie und Mike Es zu jagen. 27 Jahre später erhalten sie alle Anrufe aus Derry. Es ist zurück. Wieder treffen sie sich, um Es ein für alle Mal den Garaus zu machen.

Meine Meinung

Es zu lesen war eigentlich eine Kurzschlussreaktion durch den Hype, den der Film auslöste. Eigentlich hätte mich nämlich die hohe Seitenanzahl nämlich durchaus abgeschreckt. Doch einmal begonnen zog mich das Buch in seinen Sog und ich musste immer wieder wissen, wie es weitergeht. Denn natürlich war mir einiges durch das Sehen des Films schon bekannt, aber ich stieß auch immer wieder auf Unterschiede zwischen Buch und Film. Auch waren die Abschnitte aus dem Erwachsenenteil für mich neu.
Das Buch teilt sich in zwei Zeitebenen, einmal den Kinderpart und einmal den Erwachsenenpart. Diese wurden in insgesamt fünf Abschnitte eingeteilt, wobei Abschnitt eins sich mit den Vorgeschichten der beiden Zeitebenen befasst, Abschnitt zwei sich um den Kinderpart kümmert, Abschnitt drei um den Erwachsenenpart, Abschnitt vier wieder mit dem Kinderpart und in Abschnitt fünf wechseln sich beide Zeitebenen immer wieder ab, da von beiden Zeitebenen das Finale erzählt wird. Die Aufteilung ist sehr sinnvoll, auch wenn sich Abschnitt zwei und drei mitunter doch ein bisschen ziehen. Dafür steigt ab Abschnitt vier die Spannung noch einmal deutlich an. Ab hier beginnt King auch die Kapitel mitten im Satz enden zu lassen, um den Satz im nächsten Kapitel fortzusetzen. Das hat den Effekt, dass das Kapitel nicht als Abschluss eines Abschnitts zu sehen ist und man einfach immer weiter liest. „Nur noch das eine Kapitel“, hat als Zeitbegrenzung definitiv nicht mehr funktioniert, weil man das neue Kapitel schon mit dem Beenden des Satzes wieder anfing.
Stephen King hat ein Hang dazu Szenen sehr ausführlich zu beschreiben. Das ist am Anfang etwas gewöhnungsbedürftig, und einige Szenen hätte man durchaus deutlich kürzen können. Dennoch führen sie letztendlich immer zu einem bestimmten Ziel. Die letzten 100 Seiten, geschrieben unter Alkohol- und Drogeneinfluss, sind zwar mitunter sehr abstrus und scheinen nicht so ganz zum sehr gut durchdachten Rest zu passen, gehören aber letztendlich trotzdem zur Geschichte dazu und bringen diese zum verdienten Ende.
Die Charaktere sind teilweise etwas überzeichnet, haben aber ihre Entwicklungen und scheinen doch immer aus dem Leben gegriffen. Dabei merkt man immer wieder, dass teilweise nicht Es das Böse ist, sondern teilweise immer auch in den verschiedenen Charakteren steckt. Denn Es ist doch größtenteils nur eine Metapher für Angst.

Das Fazit

Ich kann Es nur jedem empfehlen, der sich durch die Handlung angesprochen fühlt und sich nicht von der hohen Seitenanzahl abschrecken lässt. Kings Schreibart ist eine ganz eigene und er ist einfach ein Geschichtenerzähler, der in einer Geschichte immer wieder viele kleine erzählt. Trotz einiger Längen zwischendurch, bleibt das Buch durchgehend spannend. Ich werde defintiv noch mehr von Stephen King lesen!

Weihnachtsspezial – Buch & Film für die Feiertage

Hallo ihr Lieben,
ich hoffe ihr hattet alle ein paar schöne Festtage und habt die Ruhe genossen. Auch ich habe die Füße kurzzeitig hochgelegt. Ich habe hin und her überlegt, ob ich dieses Jahr wieder einen gesonderten Beitrag zum Fest schreibe, habe mich jetzt aber doch dafür entschieden. Demnach gibt es – wie der Titel vermuten lässt – eine kurze Buch- und eine kurze Filmempfehlung. Bei mir beginnt morgen schon wieder der Arbeitsalltag, ich versuche euch trotzdem auch noch mit den „normalen“ beiträgen zu versorgen und natürlich geht mein Jahresrückblick in die finale Runde!

Ein Film für die Festtage: Alle Jahre wieder – Weihnachten mit den Coopers

Vielleicht sollte ich gleich vorweg sagen, dass der Film „Alle Jahre wieder – Weihnachten mit den Coopers“ objektiv betrachtet eigentlich nicht wirklich gut ist. Als Komödie angekündigt, fehlt ihm einfach der Humor, er ist eigentlich nicht wirklich witzig. Er ist auch nicht so richtig spannend, da das Ende auch vorhersehbar ist. Richtige Weihnachtsfreude strömt auch nicht von ihm aus. Warum er mir trotzdem gefallen hat? Weil er ehrlich ist! Weihnachten kann gar nicht immer nur Friede, Freude Eierkuchen sein. Und genau damit befasst sich der Film. Die Familie Cooper wird hier von mehreren Familienmitgliedern beleuchtet. Die Eltern Charlotte (Diane Keaton) und Sam (John Goodman) haben gemerkt, dass sie sich seitdem die Kinder aus dem Haus sind, nichts mehr zu sagen haben, wollen aber ihre anstehende Scheidung nicht zu Weihnachten verkünden. Charlottes Schwester Emma (Marisa Tomei) glaubt ihr Leben kang im Schatten der Schwester gestanden zu haben und ist inzwischen so verbittert, dass sie lieber ein Geschenk klaut als es zu kaufen. Dabei wirds sie aber erwischt. Sohn Hank (Ed Helms) ist gekündigt worden, aber da er mitten in der Scheidung steckt, möchte er nicht als Verlierer dastehen und versucht trotzdem tolle Geschenke zu kaufen und seine Arbeitslosigkeit zu verschweigen. Tochter Eleanor (Olivia Wilde) will nicht schon wieder ohne Begleitung auftauchen und ihrer Mutter gestehen, dass sie noch immer keinen Mann gefunden hat. Am Flughafen lernt sie Joe (Jake Lacy) kennen und nimmt ihn kurzerhand mit. Und Opa Bucky (Alan Arkin) isst wie jeden Tag in seinem Lieblingsrestaurant, um dort die Kellnerin Ruby (Amanda Seyfried) zu treffen, die ihm jedoch durch die Blume sagt, dass sie keinen Sinn mehr in ihrem Leben sieht. All diese Einzelschicksale treffen in der Familie Cooper natürlich überhäuft auf, aber alle sind aus dem Leben gegriffen und spiegeln die Seiten wieder, die an Weihnachten immer totgeschwiegen werden. Wer also mal Lust hat, keinen zuckersüßen, sondern eher einen bitteren Film zu sehen, der ist mit Alle Jahre wieder genau richtig.

Ein Buch für die Festtage: Eine Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens

Die Geschichte selbst ist sehr bekannt und in allen möglichen Varianten bereits verfilmt worden. Doch dieses Jahr habe ich mir endlich die Zeit genommen auch einmal das Buch dazu zu lesen. Und ich muss sagen, dass Buch geht noch einmal wesentlich tiefer und regt noch wesentlich mehr zum nachdenken an, als es die Verfilmungen vermögen. Wer also zu Weihnachten doch einmal genug von der medialen Bestrahlung durch Film und Fernsehen hat und gerne einmal zu einem Buch greifen möchte, dem sei hiermit ein Stück der klassischen Literatur empfohlen.

Was könnt ihr für die Festtage empfehlen? Lieblingsfilme? Bücher, die jedes Jahr zu dieser Zeit gelesen werden?

Wintersterne

Neulich blätterte ich durch die Neuerscheinungen des Diana-Verlags und wurde von einem Titel sofort angesprochen. Als ich sah, dass dieser Titel auch noch in Prag spielt, wusste ich, dieses Buch muss gelesen werden.

Ein Vorwort

Prag, die goldene Stadt. Auch mich konnte sie 2015 verzaubern und seitdem lese ich es sehr gerne, wenn Prag der Schauplatz eines Buches ist. Autorin Isabelle Broom wählt die einzelnen Orte sehr sorgsam aus und erzählt von Ihnen so lebhaft, dass man beinahe das Leuchten in Ihren Augen beim Schreiben spüren kann. Mit ihrem sehr leichten Schreibstil, lässt sie den Leser schnell in ihre Geschichte einsteigen und lässt abwechselnd die weiblichen Protagonisten zu Wort kommen.

Die Handlung

Aus völlig unterschiedlichen Gründen und aus ganz anderen Regionen in Großbritannien kommend schlägt es fünf Leute zur Weihnachtszeit ins verschneite Prag. Durch Zufall kommen sie ins Gespräch und verbringen daraufhin immer mehr Zeit zusammen. Doch jeder hat so sein eigenes Päckchen zu tragen.
So lernen wir zunächst Megan kennen. Sie hat spontan ihrem guten Freund Ollie zugesagt mit ihm nach Prag zu reisen, weil er dort den Unterricht für seine Schüler über Prag vorbereiten möchte. Sie selbst strebt eine Karriere als Fotografin an und hofft in Prag inspirierende Bilder zu finden. Doch sie hat auch etwas Sorge, dass Ollie in die Reise zu viel hineininterpretiert, da sie denkt, dass er heimlich in sie verliebt ist. Als nächstes lernen wir Hope kennen. Sie hat sich vor kurzem von ihrem Mann getrennt und lebt nun mit ihrer Affäre Charlie zusammen. Das missbilligt jedoch ihre Tochter, was Hope sehr bekümmert. Um sie auf andere Gedanken zu bringen, reist Charlie mit ihr nach Prag.
Als letztes erscheint noch Sophie in Prag. Sie schwebt in Gedanken immer wieder bei ihrem Verlobten Robin, der nach Prag nachreisen soll. Über Sophie erfährt man lange Zeit am wenigsten.

Meine Meinung

Wintersterne ist in Buch, das man nicht wirklich als schlecht bezeichnen kann. Es ist aber leider auch kein wirklich gutes Buch. Das liegt zum einen daran, dass die Handlung des Buches nicht für die Seitenanzahl von knapp 450 ausreicht. So streckt Broom immer wieder Passagen unnötig in die Länge und erzeugt dadurch vor allem eins: Langeweile. Während man am Anfang noch gut in das Buch hineinfindet, erstreckt sich die mittlere Hälfte Seite über Seite mit belangloser Handlung. Die Urlaube der drei Gruppen werden bis ins kleinste Detail beschrieben. Wenn sie wenigstens dabei etwas Spannendes erlebt hätten, aber es bleibt dann doch bei den typischen touristischen Sehenswürdigkeiten. Lediglich das letzte Viertel schafft es dann herauszustechen und trifft den Leser noch einmal völlig unerwartet.
Der andere Negativpunkt sind die Gedanken der Charaktere. Denn egal, mit welchem Problem sie sich herumschlagen, sie erzählen es in jedem Kapitel wieder und das seitenlang. Megan, die sich fragt, ob sie nicht doch Gefühle für Ollie hat und das dann innerlich immer wieder abstreitet. Hope, die sich die ganze Zeit fragt, wie sie wieder Kontakt zu ihrer Tochter herstellen kann und sich ständig von Charlie bevorzugt fühlt. Sophie, die nur über ihre absolut perfekte Beziehung zu Robin denken kann. Nachdem die Charaktere mit ihren Sorgen und Ängsten einmal vorgestellt wurden, hat es mir mit der Jammerei bereits gereicht. Das gleiche aber immer und immer wieder lesen zu müssen, ohne das die Charaktere eine neue Erkenntnis gewonnen hätten, war dann doch sehr ermüdend. Hier wäre weniger deutlich mehr gewesen. Auch lobte ich zu Anfang noch die traumhafte Beschreibung Prags. Doch auch dies nimmt immer wieder zu viel Platz ein, um das Buch künstlich zu strecken. Irgendwann hat man einfach verstanden, wie unglaublich toll die Stadt ist. Auch scheinen die Beschreibungen immer wieder von vorherigen Seiten kopiert worden, denn die Wortwahl ändert sich kaum. Wer einmal in Prag war, versteht die Begeisterung der Autorin für die Stadt, trotzdem nervt es immer das gleiche zu lesen.

Fazit

Kurzum ist Wintersterne viel zu lang für die mickrige Handlung, lässt die Charaktere Kapitel um Kapitel auf der Stelle stehen, gibt ihnen aber seitenlang die Möglichkeit immer wieder das gleiche zu denken und übertreibt mit den ausführlichen Beschreibungen. Dadurch zieht sich das Buch bis zum letzten Viertel in dem das Buch dann doch noch einmal punkten konnte. Schade, denn das Buch klang vielversprechend und bot auch wesentlich mehr Potential, was leider nicht genutzt wurde.

„Wintersterne“ wurde mir als kostenloses Rezensionsexemplar vom Bloggerportal der Verlagsgruppe Random House zur Verfügung gestellt. Vielen Dank hierfür!

Verpasst im September & mein Lesemonat September

Hallo ihr Lieben,
letzten Monat habe ich noch auf einen schönen Altweibersommer gehofft, inzwischen weiß ich es besser und verstecke mich so gut es geht vor dem Grau draußen zu verstecken. Kinosäle sind dafür immer eine gute Option. Trotzdem habe ich es, wie immer, nicht geschafft, alle interessanten Filme des vergangenen Monats zu sehen. Hier kommt nun wieder die Auflistung derer, die es auf meine ewige Liste der verpassten Filme geschafft haben:

Verpasst im September

1) Immer noch eine unbequeme Wahrheit – Unsere Zeit läuft ab: Den ersten Teil musste ich zu Schulzeiten im Biologieunterricht sehen. Nun hätte ich es interessant gefunden, wie wenig wir seitdem gelernt haben.

2) The Circle: Ein sehr aktuelles Thema und dazu noch mit Tom Hanks. Für mich allein schon immer ein Grund, einen Film zu sehen.

3) Logan Lucky: Der Trailer sah schon so herrlich skurril und mit einem ganz eigenen Humor ausgestatt aus. Der Film hätte interessant werden können.

4) Schloss aus Glas: Mit einem interessanten Cast versehen über das Erwachsenwerden mit schwierigen Familienverhältnissen.

5) The book of Henry: Ein hochbegabtes Kind, eine überforderte Mutter und dann das neue Kind von gegenüber, dem es wohl nicht gut geht. Hier schlummert noch eine interessante Geschichte.

Mein Lesemonat September

Der September war sehr arbeitsintensiv, weswegen ich weniger dazu kam viel zu lesen. Dafür habe ich mich anspruchsvolleren und dickeren Büchern zugewandt.

Bücher insgesamt: 2 Bücher
Seiten insgesamt: 1484 Seiten
Seiten pro Tag: 50 Seiten im Durchschnitt
Taschenbücher: 1
Hardcover: 1

Platz 2: Dancing Jax – Auftakt

Die Buchreihe wurde mir empfohlen, konnte mich aber nicht so richtig abholen. Mit den meisten Charakteren konnte ich mich nicht identifizieren und die anderen habe ich regelrecht verabscheut. Die Handlung selbst ist eigentlich sehr interessant, aber der Aufbau ist zu langatmig, um wirklich Spannung aufzubauen. Grundsätzlich wüsste ich aber gerne, wie es weitergeht…

Platz 1: Game of Thrones – Unser ist der Zorn

Als ich beschlossen hatte „Game of Thrones“ nicht nur als Serie, sondern auch in Buchform zu konsumieren, konnte ich mich nicht dazu durchringen 10 Bücher in Taschenbuchform zu kaufen, wie es in der ursprünglichen deutschen Version angedacht war. Da kamen mir die neuen Ausgaben des Penhaligon-Verlages gerade Recht. Neue Cover, Hardcover und Aufteilung in die ursprüngliche Fünf-Buch-Variante. George Martin weiß es durchaus eine Geschichte zu erzählen. So wird es kaum langweilig, auch wenn sich manche Erzählstränge durchaus mal ziehen können. Bemerkenswert ist es wohl auch, dass er die „großen Geschehnisse“ meist sehr schnell abhandelt und über andere Dinge seitenlang schreiben kann. Wenn man damit aber zurecht kommt, bieten die Bücher ein solides Hintergrundwissen zu der Serie.

New York Diaries

Bereits im September 2016 erschien der erste Teil der New York Diaries. Vier Bände umfasst die Reihe, der letzte erschien Anfang des Monats. Durch ausufernde Werbung auf Seiten von Lovelybooks, wurde ich auf die Reihe aufmerksam und verschlang seitdem einen Titel nach dem nächsten. Die Bücher werden abwechelnd von Ally Taylor und Carrie Price geschrieben.

In New York steht das Knights Building. Ein bisschen heruntergekommen und verwohnt, aber mit viel Charme. Hierhin zieht es eben jene jungen New Yorker, die nicht viel Geld für Miete, dafür aber umso größere Träume haben. Hier stranden Claire, Sarah, Phoebe und Zoe und zwar ganz unabhängig voneinander. In den New York Diaries werden ihre Geschichten erzählt.

Band 1 – Claire

Im ersten Band lernen wir Claire kennen, die für ihren Freund nach London zog und dort von ihm verlassen wurde. Nun zieht sie bei ihrer besten Freundin June in den begehbaren Kleiderschrank und versucht in der Großstadt New York Fuß zu fassen. Problem ist jedoch, dass ihr ehemals bester Freund Danny ebenfalls ihr neuer Mitbewohner ist und ihre erste große Liebe Jaime direkt unter ihr wohnt. Gefühlschaos ist hier vorprogrammiert.
Claires Geschichte ist eine nette Einleitung für die New York Diaries. Der Leser lernt mit ihr die Stadt und auch das Knights Building neu kennen. Da viel Handlung im Gebäude spielt, bekommt man einen guten Überblick über die Begebenheiten. Aber so richtig warm bin ich mit Claire nicht geworden.

Band 2 – Sarah

Im zweiten Band lernen wir Sarah kennen, die bereits länger im Knights Building wohnt und davon träumt mit ihrem Musikblog erfolgreich zu werden bzw. Musikjournalistin werden möchte. Kurz darauf treten gleich zwei Männer in ihr Leben. Der junge Musiker Will mit der Hammerstimme und Charlie, Sohn eines bedeutenden Musikproduzenten. Hier tritt neben der klassischen Dreiecksbeziehung auch der Wunsch mit der eigenen Leidenschaft erfolgreich zu werden. Damit entwickelt sich ein schöner Gegensatz zu Claire. Sarah ist dabei ein grundsympathischer Charakter, der in einer Selbstfindungsphase steckt. Mit einer der stärksten Bände.

Band 3 – Phoebe

Phoebe und David stehen an unterschiedlichen Orten in New York vor dem gleichen Problem. Sie haben den falschen Koffer am Flughafen gegriffen. Während sie versuchen ihren eigenen Koffer wiederzubekommen, entdecken Sie Tagebuch und unveröffentliches Manuskript des jeweils anderen und entwickeln Gefühle für den jeweils anderen, ohne sich je gesehen zu haben. Werden sie zueinander finden?
Mein absoluter Lieblingsband der Reihe. Denn hier wird zum einen aus den beiden Sichten Phoebe und David erzählt, zum anderen sind die Charaktere einfach wunderbar mit ihren ganz eigenen Macken und die Geschichte berührt das Herz ohne dem ganz großen Drama.

Band 4 – Zoe

Zoe will Schauspielerin werden und taucht mit vielen Träumen in New York auf. Gleich in ihrer ersten Nacht trifft sie auf Matt. Doch das Schicksal meint es nicht leicht mit den beiden, denn Zoe muss schon bald zwischen Herz und Karriere entscheiden.
Leider der schwächste Band der Reihe als Abschluss. Zoe ist nämlich nicht viel mehr als die naive und nervigere Fassung von Sarah. Während man bei Sarah aber noch Charaktertiefe fand, wirkt Zoe wie das Püppchen, dass sie doch angeblich nicht sein möchte. Hier konnte mich der Band nur noch bedingt mitreißen.

Die New York Diaries Gesamteindruck

Die New York Diaries haben genau das, was eine gute Buchreihe braucht: Humor, tolle Charaktere, einen flüssigen Schreibstil und ganz viel Gefühl. Autorin Ally Taylor beschreibt ihre Romane gerne als Popcornliteratur und ich denke, dass beschreibt die Reihe sehr gut. Mehr als zwei Tage habe ich für keines der Bücher gebraucht – ein Tag wenn mich der Band fesseln konnte – und den unglaublichsten Tiefgang hat auch keines der Bände. Aber den habe ich hier auch gar nicht erwartet und war mit dem Ergebnis beinahe vollkommen zufrieden. Weiterempfehlen kann ich sie auf jeden Fall. Gerne hätte ich noch weitere Bände der Reihe, aber laut Internetquellen scheint die Reihe nun abgeschlossen.

Black – die Panther-Trilogie

Nachdem ich die Deadly-Sin-Saga der Autorin Lana Rotaru begonnen hatte und nach dem Cliffhanger im zweiten Teil nun sehnsüchtig auf den dritten Teil warte – Frau Rotaru hauen sie bitte in die Tasten! – konnte ich mich noch nicht von ihrem Schreibstil lösen und beschloss daher ihre bereits abgeschlossene Fantasy-Reihe zu lesen. So lernte ich Familie Black kennen.

Amelia Bennett dachte eigentlich sie wär ein ganz normales Mädchen aus Chicago. Bis eines Tages die Zwillinge Graham und Alexander Black in ihr Leben treten. Kurz darauf häufen sich merkwürdige Zufälle und Lia muss feststellen, dass sie niemals normal war.

Band 1 – Das Herz der Panther

Im ersten Band lernen wir die Protagonistin Amelia Bennett – von allen nur Lia genannt – kennen. Man bekommt einen kurzen Einblick in ihr Leben, ehe die Zwillinge Graham und Alexander Black in ihr Leben treten. Diese sind – natürlich – sportlich, gutaussehend und nach kürzester Zeit sehr beliebt. So viel zum Klitschee, das wir bereits in vielen vergleichbaren Werken gelesen haben. Hier enden dann aber die Gemeinsamkeiten, denn Lia lässt sich nicht einfach aus Liebe zu irgendetwas hinreißen. Erst nach und nach erfährt sie, dass die Blacks ihretwegen nach Chicago gezogen sind, um sie zu beschützen. Denn jemand gefährliches ist hinter ihr her und die Blacks sind keine gewöhnlichen Schüler, sondern Krieger, die sich in Panther verwandeln können – was man sich beim Titel der Bücher bereits denken konnte.
Der erste Teil ist unglaublich spannend, charakterisiert alle Personen, so dass alle vielschichtig gezeichnet sind und geizt auch nicht mit der Liebe. So bekommt der Leser was fürs Herz – auch wenn die Dreiecksstory manchmal etwas nervig wird – geboten und liest doch durch die geschaffene Spannung immer fleißig weiter. Trotz vieler schöner Ideen und neuen Handlungssträngen, greift Frau Rotaru leider auch immer wieder auf altbekanntes zurück, weswegen der Ausgang des dritten Bandes und Lias Herzensentscheidung bereits schnell durchschaut werden können. Trotzdem kann ich nur immer wieder Frau Rotarus Schreibstil loben, der einen immer wieder bei der Stange hält, ansonsten hätte ich das Buch an manchen Stellen doch gerne aus der Hand gelegt.

Band 2 – die Entscheidung der Panther

Während ich im ersten Band mein Herz noch Alexander Black verlor, habe ich es mir während des zweiten Bandes gleich wieder zurück geholt. Er war mir dann doch nicht mehr so sympathisch, zumal er einige Entscheidungen traf, die ich nicht nachvollziehen wollte. Nach dem Cliffhanger am Ende des ersten Teil – Frau Rotaru, wenn das in all ihren Werken so ist, wird das Warten auf die noch sieben ausstehenden Deadly Sin Bände eine echte Herausforderung – wird es erst einmal wieder ruhiger, was nach dem nervenaufreibenden Finale des ersten Teils sehr gut tut. Doch auch hier musste es irgendwann weiter gehen. Leider mit einem neuen Charakter, den ich einfach nicht dabei haben wollte. ab hier plätschert die Handlung etwas vor sich hin und verliert sich etwas in Zickenkriege. Das ändert sich dann jedoch als das große Finale näher rückt. Denn der Abschluss diesen Bandes wäre eigentlich ein guter Abschluss der ganzen Reihe geworden. Leider wurde hier zuviel Pulver verschossen, um das im dritten Teil noch einmal zu topen. Dafür war hier keine Spur von dem „Fluch des zweiten Bandes“, dem man sonst meistens anmerkt, dass er die Lücke zwischen Auftakt und Finale füllt.

Band 3 – Die Prophezeiung der Panther

Was tun, wenn nach einem großen Finale noch nicht alles vorbei sein kann und man noch einen weiteren Band füllen möchte? Eine Menge zusammenhangloser Handlungsfetzen beginnen. Der dritte und letzte Teil der Panther Trilogie beginnt wieder nervenaufreibend, denn natürlich ist noch nicht alles gesagt. Leider wiederholen sich hier viele Szenen aus den vorherigen Bänden und Lia scheint immer wieder das Gleiche zu passieren, ohne das die Handlung voran kommt. So plätschern zwei Drittel des Buches nur so vor sich hin. Im letzten Drittel passiert dafür wieder umso mehr. Anstatt die losen Handlungsstränge zu einem guten Ende zu verknüpfen, passiert noch einmal so viel, dass man das Buch nicht mehr weglegen kann. Und so gipfelt auch dieser Teil in ein Finale, der aber nur noch wie ein billiger Abklatsch des Finales des zweiten Bandes wirkt. Als wäre Frau Rotaru am Ende die Puste ausgegangen und sie hatte keine Energie mehr ein gutes Ende zu schreiben. Auch fehlen mir am Ende gute 50 Seiten. Denn es kommt zum finalen Kampf, Punkt und schon erscheint der Epilog, der Jahre später spielt. Wo bleibt das Lecken der Wunden nach dem Endkampf? Wo bleibt die Verarbeitung alles Geschehene? Wo bleibt das zu Ruhe kommen und das wieder Zusammenfinden? Ich fühlte mich nach dem Ende um viele wichtige Szenen und Erklärungen betrogen und konnte so noch immer nicht mit der Reihe abschließen. Hier wurde sich um einen guten Abschluss gedrückt. Damit ist der dritte leider der enttäuschendste Band der Reihe.

Alles in allem ist die Panther-Trilogie vielleicht nicht der stärkste Vertreter des Genres, kann aber durchaus mitreißen und lässt einen so schnell nicht wieder los. Leider bleibt der erste Band der stärkste. Mit einem runden und gelungenen Ende hätte ich vielleicht stärker über die negativen Aspekte hinwegsehen können, aber leider bleibe ich irgendwo enttäuscht zurück. Am Ende des ersten Bandes hätte ich die Reihe noch viel höher gelobt. Aber ich empfehle die Reihe trotzdem weiter, denn wenn man sich so die Kritiken der anderen Leser anschaut, bin ich wohl die einzige, die das Ende als so negativ empfindet.

Mid Year Book Freak Out – der etwas andere Buchrückblick

Hallo ihr Lieben,
anstatt hier zur Jahresmitte eine langweilige Top Ten oder ähnliches über meinen Buchkonsum zu posten, orientiere ich mich zunächst an den Fragen zum „Mid Year Book Freakt Out“-Tag, der gerade die Runde macht und über den ich bei der lieben Stopfi gestoßen bin. Erst im Anschluss wird es noch ein kleines Ranking geben 😉

1) Das beste Buch bisher
Colleen Hoover – Nächstes Jahr am selben Tag

Es hat mich einfach mitgerissen und nicht mehr losgelassen. Seit Jahren habe ich mal wieder eine ganz einfach Liebesgeschichte gelesen und bin seitdem auch wieder auf den Geschmack gekommen.

2) Die beste Fortsetzung bisher
Lana Rotaru – Superbia

Eine so deutliche Steigerung zu einem ersten Teil habe ich noch nie erlebt und eigentlich enttäuschen mich Fortsetzungen immer ein bisschen, gerade zweite Teile. Aber hier wurde ich mitgerissen und in neue Welten katapultiert und nicht mehr losgelassen.

3) Neuerscheinung, die ich sofort lesen musste
Susan Ee – Angelfall – Tage der Dunkelheit

Nach dem ersten Teil, musste ich unbedingt wissen, wie es weitergeht und konnte es kaum erwarten die Geschichte zu lesen. Sie hatte zwar ähnliche Schwächen, wie schon der erste Teil – und war zudem der zweite Teil, den ich bekanntlich immer etwas schwächer finde – aber jetzt muss ich wieder so lange auf den dritten Teil warten.

4) Meisterwartete Neuerscheinung, die noch 2017 erscheint
Carrie Price – New York Diaries – Zoe

Der vierte Teil der New York Diaries hat im Juli endlich sein Erscheinungsdatum. Bisher konnten mich alle Teile überzeugen und so freue ich mich auf ein Wiedersehen im Knights Building.

5) Die größte Enttäuschung bisher
Veronica Roth – Rat der Neun – gezeichnet

Auf Veronica Roths neusten Roman habe ich ja auch sehnsüchtig gewartet. Leider konnte dieser so absolut nicht mit der Bestimmungs-Reihe mithalten und hat mich von vorne bis hinten enttäuscht.

6) Die größte Überraschung bisher
Wolf Küper- 1.000.000 Minuten

Ich habe mich zwar auf das Buch gefreut, hätte aber doch nicht gedacht, dass es mich so positiv umhaut. Warum habe ich euch ja hier erzählt.

7) Neue Autorenentdeckungen
Colleen Hoover & Lana Rotaru

Beide habe ich erst dieses Jahr entdeckt und seitdem verschlinge ich einen Roman nach dem nächsten von den beiden. Mrs Hoover hat ja noch einige in der Reserve. Frau Rotaru müsste einfach ein bisschen schneller schreiben!

8) Neuster fiktionaler Crush
Black – das Herz der Panther – Alexander Black

Hübscher junger Mann, strahlend grüne Augen und so liebevoll, ja ich habe mein Herz an Lex Black verloren. Zwar habe ich es mir ab dem zweiten Band wiedergeholt, aber das war ja nicht die Frage…

9) Neuer Lieblingscharakter
Zurück ins Leben geliebt – Tate

Hier hätte ich jetzt echt viele Namen nennen können, weil ich so viele Charaktere mochte. Aber ich wollte mich immer nur für einen hier entscheiden und so wurde es die liebe Tate, die es gar nicht so einfach mit Miles hat.

10) Das brachte mich zum weinen
Colleen Hoover – nächstes Jahr am selben Tag

Ich bin ja eigentlich nicht nah am Wasser gebaut. Zumindest bei Büchern nicht. Ich bin eher der jähzornige Mensch und wenn ich etwas traurig oder doof in einem Buch finde, will ich es immer aus dem Fenster schmeißen. Aber am Ende von Nächstes Jahr am selben Tag flossen selbst mir die Tränen.

11) Das machte mich glücklich
Torsten Sträter – Selbstherrschung umständehalber abzugeben

Einfach, weil es mich zum lachen gebracht hat.

12) Das schönste Buch
Laini Taylor – Daughter of Smoke and Bone

Gelesene Bücher: 33
Bücher, die ich unbedingt noch lesen möchte:

Laini Taylor: Dreams of Gods and Monsters
Lana Rotaru: Black – die Prophezeiung der Panther
Kerstin Gier: Silber – das zweite & dritte Buch der Träume
Colleen Hoover – Love & Confess
George R. R. Martin – Game of Thrones – Unser ist der Zorn