Verpasst im Oktober & mein Lesemonat Oktober

Hallo ihr Lieben,

wieder einmal ist ein Monat vorbei – okay der November ist auch schon wieder halb rum, aber ich habe es einfach nicht geschafft diesen Beitrag zu schreiben – und das heißt es wird Zeit für meine üblichen Listen. Ihr kennt das Format 😉

Verpasst im Oktober

What happened to Monday? : Eine Überbevölkerte Welt, in der das Problem durch eine Ein-Kind-Politik gelöst werden soll. Doch eine Mutter bekommt Siebenlinge. Der Großvater (Willem Dafoe) bringt es nicht übers Herz alle töten zu lassen, weswegen er sie versteckt und fortan jeder an einem anderen Wochentag aus dem Haus darf. Doch eines Tages kehrt Monday nicht zurück.

Geostorm : Wetterkatastrophen drohen die Welt zu zerstören, weswegen mit Hilfe von Satelitten das Wetter kontrolliert werden soll. Doch eines Tages gibt es Fehlfunktionen in der Wetterkontrolle.

Diese Filme schafften es nicht auf meine Liste: The Square, 66 Kinos, Jigsaw

Mein Lesemonat Oktober

Da ich Lesetechnisch bereits im Oktober ein Großprojekt anfing, ist meine beendete Lektüre eher übersichtlich.

Bücher insgesamt: 3 Bücher
Seiten insgesamt: 1225 Seiten
Seiten pro Tag: 40 Seiten im Durchschnitt
Taschenbücher: 3

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Platz 3 – Wintersterne : Eine Geschichte aus dem winterlichen Prag über drei Frauen, die aus unterschiedlichen Gründen und mit unterschiedlichen Problemen nach Prag reisen und dort zufällig aufeinander treffen. – Gute Grundprämisse, aber leider sehr schwach geraten, da die Charaktere viel zu viel jammern und die Geschichte erst am Ende spannend wird.

Platz 2 – Reif für die Insel : Bill Bryson – gebürtiger Amerikaner – lebte für ein paar Jahren in England. Bevor er mit seiner Familie wieder in die USA zurück zieht, unternimmt er eine ausschweifende Reise durch Großbritannien. In seinem Buch erzählt er von seinen Besichtigungen und Erlebnissen. – Richtig warm werde ich mit Bill Bryson nicht, denn seine Geschichten konnte mich nur mäßig begeistern. Er erzählt leider viel zu viel über seine Wanderungen als wirklich über die Insel.

Platz 1 – Weil ich Will liebe : Will & Layken haben sich endlich gefunden und schon so manche Schicksalsschläge überstanden. Doch dann vergisst Will Layken etwas zu erzählen, was sie ihm sehr übel nimmt. Nun muss Will sich ins Zeug lehnen, um Layken zurückzugewinnen. – Mrs Hoover, auch wenn ihr Buch bei mir wieder auf Platz 1 gelandet ist, so halte ich dieses Werk doch für eins ihrer schwächsten, zumindest das schwächste, was ich bisher gelesen habe. Die Handlung ist sehr primitiv und konnte mich nicht mehr fesseln. Diesen Monat hatten sie einfach nur eine schwache Konkurrenz.

My little Pony

Am 05.10.2017 erschien der erste Kinofilm zu erfolgreichen Kinderserie My little Pony in den deutschen Kinos.

Ein Vorwort

Hasbro hat das Prinzip verstanden. Aus den Spielfiguren der Firma wurde schon mit den „Transformers“ eine erfolgreiche Kinoserie gestartet. Während die Ponys in meiner Kindheit noch total hässlich waren, wurden sie vor einigen Jahren noch einmal überarbeitet und mit neuem Look wissen sie seit nunmehr sieben Staffeln die Kinder mit ihrer Serie zu überzeugen. Dabei steht das Einhorn Twilight Sparkle im Mittelpunkt, das nach Ponyville geschickt wurde, um dort alles über die Magie der Freundschaft zu lernen – worauf sich der Untertitel der Serie „Freundschaft ist Magie“ bezieht. Ihr immer zur Seite steht ihr Hausdrache Spike und ihre neu gewonnen Freunde Pinkie Pie, Rarity, Applejack, Fluttershy und Rainbow Dash. In jeder Folge wird den Kindern wieder eine neue  wichtige Lektion mitgeteilt, sei es zum Thema Fremdenfeindlichkeit, Eifersucht, Hochmut, Arroganz oder ähnlichen Themen. Die Serie wird dabei immer in fröhlichen bunten Farben gehalten und jede Folge wird von mindestens einem Lied begleitet. Zwar gab es immer mal wieder „Bösewichte“, aber diese wurden dann bekehrt oder auf anständige Weise bestraft. Nun sollte das Erfolgskonzept der Serie in einem Kinofilm fortgesetzt werden.

Die Handlung

Das Königreich Equestria bereitet sich auf eine große Feier vor. Doch mitten während der Feierlichkeiten stürmt der böse Sturmkönig das Königreich und unterjocht alle Ponys. Einzig Twilight Sparkle und ihre Freunde konnten fliehen. Auf der ständigen Flucht, versuchen sie Verbündete zu finden, die ihnen im finalen Kampf gegen den Sturmkönig und seiner Handlangerin Tempest unterstützen können. Doch die Suche gestaltet sich schwieriger als gedacht.

Meine Meinung

Farbenfroh, fröhlich und lustig sind die Worte, mit denen sich die Serie am besten beschreiben lässt. Farbenfroh ist das einzige Wort, was sich davon auch auf den Film anwenden lässt – und selbst das wird teilweise durch einen dichten Nebel getrübt. Gleich zu Beginn fällt dem treuen Seriengucker bereits auf, dass wohl ein anderes Animationsstudio mit dem Film betraut wurde, denn die Ponys wurden teilweise anders dargestellt. Gerade die Augen wurden größer und mit Manga-ähnlicher Wasserperle bestückt gezeichnet, was schon den ersten typischen Charme wegnahm. Hinzu kommt der schnelle Stimmungsumschwung am Anfang. Beginnt der Film noch mit einem typischen beschwingten Lied, schlägt die Stimmung mit der Ankunft des Sturmkönigs in Bedrückend um. Brutal überrennt dieser das Königreich und geht dabei für die Serie sehr ungewöhnlich gewaltsam vor. Vorbei ist es mit der Fröhlichkeit. Man sieht nur noch traurige und niedergeschlagene Ponys, die versklavt und gefangen genommen werden. Hier mussten sogar die erwachsenen Zuschauer schlucken, bei eine FSK Freigabe ab 0 Jahren waren die Bilder doch sehr hart für die Kinder. Weiter geht es mit der Verfolgungsjagd, bei der mehr Wert auf immer neue Charaktereinführungen gelegt wurde, als auf wirklich Charaktervorstellungen. Die sechs Freunde hüpfen von einem Feind/Verbündeten zum nächsten. Wenn sich Zeit gelassen wurde, gab es noch ein kurzes Liedchen, aber das war dann auch schon das höchste der Gefühle. Einen wirklichen Handlungsbogen lässt sich dadurch auch nur mit Mühe erkennen, weil es mehr wie viele kleine Handlungen wirkt, einzig verbunden durch die ständige Gefahr der Verfolgung. Der Witz der Serie kommt hier an keiner Stelle durch, die übliche Moral wird nur angedeutet, die Wandlungen am Ende kommen sehr plötzlich, obwohl sie bereits von Anfang an vorherzusehen waren.

Mit dem Sturmkönig wurde ein sehr lächerlicher „Bösewicht“ geschaffen. Er wird permanent als sehr dumm dargestellt, obwohl er es doch schafft ganze Königreiche zu versklaven. Über seine Beweggründe wird nicht genauer gesprochen, sondern er wird einfach als das pure Böse dargestellt. Lediglich seine rechte Hand Tempest bekommt im Film Platz für Vorstellung und Hintergrund. Sie dürfte auch der einzige neue Charakter werden, der in der Serie einen Platz finden könnte.

Die Macher des Films dürften kaum eine der Folgen der Serie gesehen haben, denn sie treffen weder den passenden Ton im Film, noch schafft es der Film mit Humor zu punkten. Der größte Negativpunkt dürfte aber doch sein, dass nicht einmal die Hauptponys mit ihren Charaktereigenschaften richtig getroffen wurden. Jedes Pony hat seine eigene Besonderheit oder Schwäche, die in der Serie immer auf einem guten Punkt gebracht wurde. Im Film jedoch werden die Charaktere so stark überzeichnet, dass sie sehr unsympathisch erscheinen. Keine gute Voraussetzung. Gleichzeitig wurde auch gerade einmal der Hälfte wirklich Text zugeschrieben. Die restlichen Drei glänzen durch Schweigsamkeit, die so aber nicht zu ihren Charakteren passt. All dies sorgt dafür, dass My little Pony – der Film keinen richtigen Spaß macht zu sehen. Selbst der Soundtrack schwächelt – bis auf ein wirklich gutes Lied von Tempest. Wäre es für die Macher so schwierig gewesen vorab einfach mal nur eine Staffel der Serie zu sehen? Oder hätte man nicht einfach auf den Kinofilm verzichten können?

Das Fazit

My little Pony – der Film ist undurchdacht, ungewöhnlich brutal und eine Beleidigung für die Serie. Liebe Eltern, wenn sie mit ihrem Kind ins Kino gehen wollen, dann bitte nicht in diesen Film. Er könnte ihr Kind verstören. Schauen sie sich zu Hause die Serie an. Da lernt ihr Kind fürs Leben. Für den Film gibt es 05 von 10 möglichen Punkten.

Thor 3 – Ragnarök

Am 31.10.2017 erschien der dritte Teil der Thor-Reihe aus dem Marvel Cinematic Universe in den deutschen Kinos.

Ein Vorwort:

Das Marvel Cinematic Universe beglückt uns ja jährlich mit mehreren neuen Helden oder den Fortsetzungen zu bereits bestehenden Helden. In der ersten Phase des MCU wurden die Helden Iron Man, Captain America und Thor vorgestellt und in Avengers zusammengeführt. In der zweiten Phase bekamen sie nun alle ihre Fortsetzung und in Phase 3 nun die beendete Trilogie. Es fehlte noch der dritte Thor-Teil. Wer die Idee hatte den Originaltitel „Ragnarök“, der eine feste Bedeutung in der nordischen Mythologie hat in den nichtssagenden 08/15 deutschen Titel „Tag der Entscheidung“ umzubenennen, ist unklar. Wahrscheinlich der gleiche, der aus „Captain America – The Winter Soldier“ „The Return of the first Avenger“ machte. Doch mit Bekanntgabe war die grobe Richtung des letzten Thorsolofilms deutlich. Es sollte um Ragnarök gehen, den Kampf der Götter und der Riesen in dessen Folge die ganze Welt untergeht. Bereits in den vorhergehenden Teilen hatte Marvel ja immer gerne auf die nordische Mythologie zurückgegriffen, diese aber auch frei interpretiert und angepasst.

Was bisher geschah

Für Nichtfans des MCU, die die Vorgängerfilme nicht sahen, oder auch für Fans, denen die Vorgängerfilme einfach nicht mehr geläufig sind, soll es hier eine kurze Zusammenfassung geben. Das dabei die ersten beiden Teile gespoilert werden ist unvermeidbar.

Im ersten Teil lernt der Zuschauer den arroganten Gott des Donners Thor kennen. Er soll demnächst die Thronfolge antreten, wenn Odin abtritt. Immer in seinem Schatten steht sein Bruder Loki. Nachdem die Frostriesen die Krönungszeremonie unterbrechen, sinnt Thor auf Rache. In Folge dessen kommt heraus, dass sein Bruder Loki adoptiert ist und eigentlich zu den Eisriesen gehört, und Odin verbannt Thor nach Midgard, damit er dort über seine Taten nachdenken kann. Thor landet direkt in der Wüste von New Mexiko und trifft dort auf die Astrophysikerin Jane Foster. Mit ihrer Hilfe versucht er seine Macht zurück zuerlangen, um nach Asgard zurückkehren zu können.
Die Eisriesen bedrohen Midgard noch ein zweites Mal. Loki reist auf die Erde und stiehlt den Tesseract, den SHIELD – eine geheime Regierungsorganisation – gerade untersucht. Dabei gerät Dr. Selvig unter Lokis Kontrolle. In Folge dessen wird die Avengers Initiative ins Leben gerufen. Die bekannten Helden Iron Man, Captain America, Hulk und Black Widow vereinen sich, um Loki aufzuhalten. Thor stößt zum Team, da er Loki wieder mit zurück nach Asgard nehmen möchte. Es kommt zum Kampf in dessen Folge New York größtenteils zerstört wird. Thor und Loki kehren zurück nach Asgard.
Dort schließt dann die zweite Thorverfilmung an „Thor – The Dark World“. Während Loki in Asgards Gefängnis sitzt, würde Thor am liebsten zu Jane Foster auf die Erde zurückkehren. Als eine uralte Macht erwacht und mit Jane in Berührung kommt, holt Thor sie kurzerhand in seine Welt nach Asgard. Dies wird zum einen von Odin gar nicht gerne gesehen, zum anderen suchen die Dunkelelfen nach eben jeder uralten Macht. Thor versucht alles um Jane zu schützen. In seiner Not befreit er Loki aus dem Gefängnis und flieht mit beiden. In der großen Endschlacht stirbt Loki in Thors Armen, aber Jane kann gerettet werden. In einer After Credit Scene erlaubt Odin Thor auf die Erde zu reisen und mit Jane zusammen zu sein. In der letzten Einstellung wird gezeigt, wie sich Odin in Loki verwandelt.
Thor erlebt mit den Avengers noch ein zweites Abenteuer in „Avengers – Age of Ultron“. Der Film hat jedoch keinen direkten Bezug zu den Geschehnissen in „Thor – Ragnarök“

Die Handlung

Das inzwischen dritte Thor-Soloabenteuer setzt einige Zeit nach „Avengers – Age of Ultron“ an. Thor (Chris Hemsworth) reist durch die verschiedenen Welten, ehe er nach Asgard zurückkehrt. Dort muss er zunächst feststellen, dass Odin (Anthony Hopkins) verschwunden ist und Loki (Tom Hiddlestone) sich als Odin ausgibt. Die Brüder beginnen Odin zu suchen und treffen dabei auf Hela (Cate Blanchett), der Göttin des Todes. Diese schafft es nicht nur Thor Hammer Mjölnir zu zerstören, sondern auch Thor und Loki an einen weit entfernten Ort zu verbannen und Asgard zu unterwerfen. Inmitten von Müll findet sich Thor wieder und wird auf dem fremden Planeten kurzerhand als Gladiator festgenommen und zu Arenenkämpfen verdonnert. Dort trifft er auf einen alten Bekannten. Sein einziger Gedanke jedoch ist die Flucht, um sich Hela zu stellen und Ragnarök, den Kampf der Götter, zu verhindern.

Meine Meinung

Die Thor Filme hatten sich bisher immer bildgewaltig gezeigt, die nordische Mythologie jedoch immer gut mit eingesetzt. Die verschiedenen Welten wurden gut vorgestellt und dargestellt und doch wurde die Balance zum Superhelden-Genre immer gefunden. Dabei gab es eine gute Portion Marvel-Humor, die wohl dosiert eingesetzt wurde und so den Kinosaal in allen Facetten unterhalten konnte. Thor – Ragnarök hingegen scheint nicht ganz so genau zu wissen, was er denn jetzt eigentlich aussagen möchte. Grelle bunte Bilder und ein sehr elektrischer Soundtrack zeichnen eher eine gewisse Nähe zu „Guardians of the Galaxy“ als zu den Vorgängerfilmen. Hier scheint Marvel eindeutig auf den Erfolgszug der Guardians aufspringen zu wollen. Leider beißt sich das ganz böse mit dem immer wieder auftauchenden Mythen. Das Thema „Ragnarök“, dem Kampf der Götter, dem Ende der Welten, wäre eigentlich genug Vorlage gewesen, um einen vernünftigen Film zu kreieren. Stattdessen wird ein neuer Planet/eine neue Welt eingeführt, die kaum zur Handlung beiträgt, geschweige denn die Charaktere weiter entwickelt. Dafür wird dem wenigen, was dort passiert sehr viel Platz eingeräumt. Während seiner Arenazeit wird aus Thor, was die Sprüche angeht, zeitweise ein zweiter Star Lord, was so gar nicht zum Charakter passen will. Hier hätte man eindeutig Zeit einsparen können, um die am Ende bei der Endschlacht wieder zu nutzen. Denn diese fällt dann viel zu kurz aus, wo man sich am Ende fragt „Das war es jetzt schon?“
So scheint der Film zwischendurch sehr zweigeteilt. Während Hela in Asgard hockt, greift sie immer wieder Themen zur nordischen Mythologie auf. Leider wird ihre Screentime immer weiter runtergekürzt und ihre Ausführungen scheinen dadurch abgehackt und kommen nicht so richtig auf den Punkt. Am Ende weiß man immer noch nicht so richtig, was eigentlich passiert sein soll. Währenddessen bekommt Thor eine Menge überflüssiger Screentime.
Erneut mit von der Partie sind Chris Hemsworth als Thor, Tom Hiddleston als Loki, Idris Elba als Heimdall und Anthony Hopkins als Odin. Sie spielen ihre Rollen alle gewohnt souverän, auch wenn sich Hiddlestone inzwischen in seiner Rolle als Loki ein wenig zu langweilen scheint. Zugegeben seine Dialoge mit Thor scheinen teilweise mit Kopieren und Einfügen aus den vorherigen Filmen übernommen worden zu sein. Neu mit von der Partie sind Cate Blanchett als Hela, Karl Urban als Skurge, Jeff Goldblum als Grandmaster und Tessa Thompson als Walküre. Cate Blanchett ist in jeder Rolle einfach eine Wucht und man merkt ihr ihren Spaß an der Rolle der Hela deutlich an. So ist sie eine große Bereicherung zum MCU, wird als Bösewichtin aber sehr blass charakterisiert. Aber die schwachen Bösewichte waren schon immer die größte Schwäche des MCU. Da können noch so starke Schauspieler gecastet werden – das gleiche ist schon Mads Mikkelsen in Doctor Strange passiert. Karl Urban ist als Skurge zwar nur ein kleiner Sidekick im Film, aber schafft es durch seine starke Präsenz und seinem etwas trotteligem Charakter eine Person zu schaffen, die Springseilhüpfen mit der schmalen Linie zwischen Sympathie und Hass spielt. Gerne darf er auch in den kommenden Filmen immer wieder kleine Rollen spielen. Die Rolle des Grandmaster scheint praktisch zugeschnitten worden zu sein auf einen Stanley Tucci, der bereits ähnliche Rollen verkörpern konnte. Stattdessen wurde jedoch Jeff Goldblum gecastet, der die Rolle sehr einseitig spielt und irgendwie nicht richtig passen will. Für so einen guten Schauspieler eine schwache Leistung. Tessa Thompson spielt zwar als Walküre auch eher eine Nebenrolle, überzeugt aber dennoch durch ihren Charakter und ihre Spielweise. Gerne hätte man von ihr schon früher etwas gesehen, denn sie passt wunderbar in beide Welten des Films und schafft es als einzige den Übergang richtig zu finden.
Zusammenfassend ist zu sagen, dass das dritte Thorabenteuer eindeutig viel Potential liegen lässt und vergisst den richtig Ton zu treffen. Es könnte auch Guardians of the Galaxy 3 ohne die Guardians of the Galaxy heißen. Das ist schade, weil der Teil des Films, der sich auf den Titel Ragnarök bezieht, zeigt, was der Film uns eigentlich hätte bieten können. Liebes MCU: Wenn eine Filmreihe funktioniert, heißt es nicht, dass alle Filmreihen mit der gleichen Prämisse funktionieren. Bei Thor – The Dark World wusstet ihr noch, was ihr aussagen wolltet. Wieso nicht auch dieses Mal?

Das Fazit

Ein eher enttäuschender Vertreter des Marvel Cinematic Universe, da das gegebene Potential aus Ragnarök einfach nicht genutzt wurde. Marvel, das konntet ihr doch mal besser. Dafür gibt es 06 von 10 möglichen Punkten.

Cinemathek: Jacques – Entdecker der Ozeane

Willkommen in der Cinemathek, heute mit „Jacques – Entdecker der Ozeane. Der Film lief ursprünglich ab dem 08.12.2016 in den deutschen Kinos.

Ein Vorwort

71% unseres Planeten werden nicht von Landmassen bedeckt, sondern sind überspült von Wassermassen. Die sieben Weltmeere sind Heimat einer vielfältigen Flora und Fauna. Während die Landmassen viel und schnell erforscht wurden, war die Wasserwelt noch lange ein Mysterium. Jacques Cousteau entwickelte in den 1940er Jahren zunächst die Vorläufer der heutigen Taucheranzüge und zudem ein Gerät, mit dem man unter Wasser filmen kann. Zeit seines Lebens erforschte er die Meere und drehte über 100 Unterwasserfilme. Nachdem der Film „Die Tiefseetaucher“, der sich ebenfalls mit dem Leben von Cousteau beschäftigte, wohl eher unter Klamauk einzuordnen war – in den Hauptrollen Bill Murray, Owen Wilson, Cate Blanchett, Willem Dafoe und Jeff Goldblum – schlägt Regisseur Jérôme Salle einen wesentlich ernsteren Ton für sein Biopic an.

Die Handlung

Jacques Cousteau arbeitet mit seinen Freunden an der Entwicklung von Taucheranzügen und einer Unterwasserkamera, um immer wieder kleine Filme zu drehen, die im Stile einer Gartenparty im Freundeskreis gezeigt werden. Doch Cousteau will mehr. So handelt er einen Deal mit einem großen Unternehmen aus, um ein altes Schiff zu ergattern, die „Calypso“. Doch bevor er in See stechen kann, um die Meere zu erforschen, bedarf es noch einer Menge Überredungskunst. Letztendlich schafft er aber alle Hindernisse aus dem Weg zu räumen und schickt seine beiden Söhne auf ein Internat, was diese nicht gut aufnehmen. Vor allem Philip schlägt sehr nach seinem Vater und möchte auch wie er die Meere erforschen. Von diesen Anfangszenarien erzählt der Film stringent die Lebensgeschichte von Jacques Cousteau, seiner Frau, seinen Söhnen und seiner Crew.

Meine Meinung

Biopics sind immer wieder ein schwieriges Thema, da man sich eben an einem festen Leben einer Person orientiert und den Lebensweg nicht für einen besonders dramatischen Aufbau komplett verändern kann. Während uns „Snowden“ im letzten Jahr ein besonders gelungenes Exemplar bot, ordnet sich „Jacques – Entdecker der Ozeane“ eher im gesunden  Mittelfeld ein. Die Geschichte von Cousteau wird auf 123 Minuten gestreckt und verzichet zumindest auf die Kinder- und Kriegsjahre. Ansonsten werden die einzelnen Stationen chronologisch abgehandelt. Zu Beginn erscheint der Film noch als schöner Familienfilm und erzählt wie Cousteau seine Leidenschaft mit Frau und Söhnen teilt und auch einen gesunden Freundeskreis pflegt. Immer wieder unterbrochen durch kleine Meeresaufnahmen, plätschert der Film zufrieden vor sich hin. Mit dem Kauf der Calypso kommen dann zum ersten Mal Stolpersteine in den Film, die es zu beseitigen gilt. Hier baut der Film einen gesunden Grad an Spannung auf. Leider vermag er es nicht diesen dauerhaft zu halten und verliert sich ab einem gewissen Zeitpunkt immer wieder im gleichen Muster. Nach der Hälfte scheint der Film seinen Höhepunkt erreicht zu haben und schwächt danach durch zu viel dramatische Stellen immer weiter ab.
Die Charaktere bekommen alle genügend Raum, um sich vorzustellen und zu entwickeln. Gerade Cousteau macht während der Spiellänge immer wieder 180° Wendungen durch, die jedoch an jeder Stelle glaubwürdig und nachvollziehbar dargestellt werden. Man schwangt bei ihm immer wieder zwischen Bewunderung und Abneigung, da er ein großes Lebenswerk vorzuweisen hat, sich mittendrin aber in so ein Ekelpaket verwandelt, dass man ihm seine Misserfolge mehr gönnt, als seine Erfolge.
Am Ende verlässt man den Film mit dem Gefühl „Ganz nett den Film mal gesehen zu haben, ich muss ihn aber auch kein zweites Mal sehen“. An sich ist er Grundsolide, schläft hier und da über die Strenge des gesunden Maßes an Spannung und Dramatik und plätschert stellenweise immer mal wieder vor sich hin, fängt sich aber doch immer wieder und schafft spannender Abschnitte.
Während des Films werden immer wieder die Dreharbeiten der Crew gezeigt, aber wirkliche Ausschnitte aus den über 100 Werken von Cousteau finden kaum Platz im Film, da es sich doch größtenteils um die Menschen und nicht um das Werk dreht. Dennoch wird sich genügend Zeit genommen, um über die Themen Umweltschutz und Tierschutz zu sprechen und dabei auch eine kleine Diskussion zu führen. Hier zeigt der Film nach einer längeren Flaute erstmals wieder Spannung und bringt die Handlung weiter.
Am Ende schafft „Jacques – Entdecker der Ozeane“ gerade noch rechtzeitig den Absprung, bevor er sich in seiner Handlung verrennt und schafft den Bogen zum Anfang des Films zu schließen.

Das Fazit

Mit Höhen und Schwächen zeigt „Jacques – Entdecker der Ozeane“ das Leben des Meeresforschers Jacques Cousteau in allen Facetten und fängt Höhepunkte und Tiefen auf. Unterbrochen von etwas zähen und zu dramatischen Parts, bleibt es doch eine solide Leistung, auch wenn er zu keiner zweiten Sichtung des Stoffes einlädt. Dafür gibt es 05 von 10 möglichen Punkten.

Schneemann

Am 19.10.2017 erschien die Verfilmung des Bestsellers von Jo Nesbø in den deutschen Kinos.

Ein Vorwort

Jo Nesbø schreibt schon seit den 1990er Jahren erfolgreiche Krimis, vor allem um seinen Ermittler Harry Hole. Dabei geht es meistens sehr eisig zu, denn die Handlung lässt der Norweger Nesbø in Oslo und teilweise auch anderen Orten Norwegens spielen. Schneemann ist eigentlich der siebte Teil der Reihe um Harry Hole, wurde aber nun als erstes Werk verfilmt. Das ganze kann funktionieren, wenn man bedenkt, dass der Kinozuschauer nun die Vorinformationen zum Protagonisten fehlen.

Die Handlung

Mehrere Frauen werden ermordet aufgefunden oder als Vermisst gemeldet. Die Gemeinsamkeit ist ein Schneemann, der vor den jeweiligen Häusern gebaut wurde. Ermittler Harry Hole, der ganz nebenbei mit seinem Alkoholkonsum zu kämpfen hat, findet schnell Parallelen zu älteren Fällen, unter anderem in Bergen. Zur Seite steht ihm die frisch von Bergen nach Oslo versetzte Katrine Bratt. Verdächtige werden schnell gefunden, doch waren sie auch die Mörder?

Meine Meinung

Wie anfangs bereits erwähnt, handelt es sich bei Schneemann um den siebten Teil einer erfolgreichen Buchreihe. So ist Protagonist Harry Hole in den Büchern zu dem Zeitpunkt bereits entwickelt und vorgestellt. Leider wird auf dies im Film komplett verzichtet. Man bekommt einen Protagonisten, der augenscheinlich mit vielen inneren Problemen kämpft, aber worum es sich genau handelt, erfährt der Zuschauer nicht. Hinweise gibt es nur immer wieder durch ausufernden Alkoholkonsums gepaart mit einer sehr lockeren Auslegung der Arbeitszeiten. Aber Hintergründe dazu fehlen komplett. So startet der Film mit einem Protagonisten, der die ganze Zeit nur oberflächlich und blass ist, weil auf ihn einfach nicht genauer eingegangen wird. Die Besetzung mit Michael Fassbender ist eigentlich ein guter Schachzug gewesen, vermag er es doch noch am meisten aus dem wortkargen Ermittler herauszuholen. Neben den beruflichen Aspekten Holes werden auch immer wieder private Einblicke gezeigt. Hier pflegt er noch eine Beziehung zu seiner Ex-Freundin Rakel mit ihrem Sohn,ø den er aber durch ständige Abwesenheit regelmäßig enttäuscht. Auch die Nebencharaktere werden als selbstverständlich gesehen und nicht genauer vorgestellt oder auf ihre Geschichten eingegangen. Sie sind halt einfach da.

Dies vermutete man noch nicht, als der Trailer herauskam. Denn hier zeigt sich Schneemann von seiner besten Seite und vereint gekonnt spannende Szenen und Dialoge, so dass der Zuschauer richtig Lust auf den Film bekam, was auch der gut gefüllte Kinosaal zeigte. Den Kinosaal hingegen verließen die Zuschauer gelangweilt oder total enttäuscht, je nachdem mit welchen Erwartungen in den Film gegangen wurde. Das liegt wohl daran, dass 80% der Szenen im Trailer im Endprodukt gar nicht auftauchten. Leider waren es genau diese, die auf den spannenden Krimi schließen ließen. Übrig bleibt ein Sammelsurium von verschiedenen Handlungssträngen, die nicht so genau durchdacht wurden, wirr übereinander liegen und zu keiner konsequenten Handlung führen. Da gibt es Rückblenden zu anderen Fällen, die dann auch einfach wieder beendet wurden, ohne den großen Zusammenhang herzustellen. Dann gibt es Morde und Vermisste, die auch schnell abgehandelt wurden, so dass man mit keinem der Opfer wirklich mitfühlte. Es werden Charaktere eingeführt, die zunächst wichtig erscheinen und um die viel Brimborium gemacht wird, nur um sie gegen Ende einfach zu vergessen. Sie waren halt da, mehr kann man letztendlich nicht dazu sagen. Am Ende bleiben mehr Fragen offen, als Rätsel gestellt wurden und beim Verlassen des Saals kommt zur Enttäuschung über das verschwendete Geld noch das Gefühl der Frustration dazu, weil man aus dem Film so viel mehr hätte machen können. Denn genug Zeit, um die Geschichte vollständig zu erzählen war da. Vor allem da genug total überflüssige Szenen gezeigt wurden, die dann auch noch künstlich ausgedehnt wurden. Hier wär weniger überflüssiges und dafür mehr Zusammenhänge sehr schön gewesen.

Als Endprodukt bleibt Schneemann durchgehend ein langweiliger Film. Selbst das große Finale kann die schläfrige Stimmung des Kinosaals nicht mehr heben. Durch die fehlende Nähe zu den Charakteren ist einem der Ausgang zu diesem Zeitpunkt sehr egal. Nicht einmal die norwegische Landschaft hebt die Stimmung, auch wenn sie gerne gezeigt wurde. Die Filmmusik bleibt ebenfalls hinter den Erwartungen zurück, passt sich aber dem Gesamtbild an. Am Ende gibt es einen Ermittler und einen Täter und von beiden weiß man nicht, warum und wieso sie so sind oder was genau ihre Hintergründe sind.

Fazit

Nicht ein zufriedenes Gesicht verließ den vollen Kinosaal, was sehr deutlich ausdrückt, wie sehr sich Schneemann verkalkuliert hat. Die einzig richtige Entscheidung war das Casting von Michael Fassbender, der jedoch auch nicht über die vielen Negativpunkte hinweg trösten kann. Vielleicht hätte man aus dem guten und spannenden Trailer einfach einen Kinofilm machen sollen, statt 80% der Szenen zu entfernen? Für diese Leistung gibt es 02 von 10 möglichen Punkten.

Cinemathek: Mit Siebzehn

Willkommen in der Cinemathek, heute mit „Mit Siebzehn“. Der Film lief ursprünglich ab dem 16.03.2017 in den deutschen Kinos.

Ein Vorwort

Der französische Film „Quand on a 17 ans“, zu Deutsch „Mit 17“, nahm im Jahr 2016 am Wettbewerb zur Berlinale teil. Die Kritiken überschlugen sich und lobten den Film für sein Feingefühl und den vielen Aussagen ohne etwas zu sagen.

Die Handlung

Damien und Tom gehen in die gleiche Klasse, leben aber doch in völlig unterschiedlichen Welten. Damien lebt mit seiner Mutter, einer Ärztin, in der Stadt, während sein Vater als Berufssoldat überall auf der Welt ist und sich nur regelmäßig durch Videoanrufe meldet. Seine Mutter bringt und holt ihn täglich mit dem Auto von der Schule ab und auch wenn seine Familie nicht reich ist, können sie doch gut leben. Tom hingegen lebt bei seinen Adoptiveltern auf einem Bauernhof in den Bergen. Um zur Schule zu kommen muss er durch meterhohen Schnee stapfen und braucht jeden Tag drei Stunden für den Weg. Er hilft gerne auf dem Hof und nimmt die Schule nicht ganz so ernst. Beide verstehen sich überhaupt nicht. Ständig prügeln sie sich oder stellen dem jeweils anderen ein Bein. Das Verhältnis bessert sich auch nicht, als Damiens Mutter Tom zu sich einlädt, damit er einen kürzeren Schulweg hat. Doch woher kommt der ganze Groll.

Meine Meinung

Mit Siebzehn versucht sich an einer langsamen Erzählweise in der wenig gesagt wird. Was die Kritiker noch lobten, funktioniert für den durchschnittlichen Kinobesucher nicht mehr. Denn schon die ersten Minuten, die praktisch nur die Landschaft des französischen Ortes zeigen, in dem der Film spielt. Erst nach und nach scheint sich eine Handlung zu entwickeln, die man so richtig erst nach über einer Stunde Film erkennt. So entsteht schon früh eine große Langeweile im Kinosaal, die man hören kann. Erst nachdem scheinbar alles und doch absolut nichts gesagt wurde, kommt der Film auf den Punkt und offenbart seine eigentliche Handlung. Leider ist dieser kurze Abschnitt der Deutlichkeit schon ganz bald wieder vorbei und der Film versteckt sich wieder hinter Andeutungen. Hinzu kommt, dass keiner der Charaktere wirklich sympathisch ist und man so auch keine Verbindung aufbaut. Es ist einen bis zuletzt total egal, was aus Damien und Tom wird. Es ist einem egal, warum sie sich ständig prügeln, wieso sie die ganze Zeit gemein zueinander sind und doch immer wieder die Nähe des anderen suchen.
Durch die fehlende Handlung und Tiefe verläuft sich der Film in Belanglosigkeiten, obwohl er eigentlich im Verborgenen wirklich etwas zu erzählen hat. An sich greift er immer wieder verschiedene Themen auf: Adoption und die Angst vor einem leiblichen Kind, Homosexualität, Tod eines Elternteils und die alles zerfressende Trauer des zweiten Elternteils. Leider schafft es „Mit Siebzehn“ nicht diese Themen wirklich zu erzählen, sondern schneidet sie nur immer wieder an. Nach 114 Minuten Laufzeit ist der Film zu Ende, der Kinosessel wird verlassen und „Mit Siebzehn“ ist schon nach einer Minute wieder komplett vergessen. Kein Grübeln über die ernsten Themen des Films. Das einzige, was zumindest für fünf Minuten im Gedächtnis bleibt ist die Landschaft.

Fazit

„Mit Siebzehn“ ist ein Film, der die Kritikergemeinde zur Berlinale begeistern konnte, für den durchschnittlichen Kinogänger aber an keiner Stelle funktioniert. Er ist langweilig, verliert sich im Nichtssagen und hätte doch so viel zu erzählen. Dafür gibt es 02 von 10 möglichen Punkten.

 

American Assassin

Am 12.10.2017 erschien ein neuer Film mit Michael Keaton in den deutschen Kinos.

Mitch Rapp musste bei einem Terroranschlag mit ansehen, wie seine Verlobte niedergeschossen wurde und dann starb. In Folge seiner Trauer, trainierte er verschiedene Kampftechniken und den Umgang mit Schusswaffen. Nachdem er sich in einer Terrortruppe einschleusen konnte, wird die CIA auf ihn aufmerksam und er wird Stan Hurley unterstellt. Doch obwohl Rapp kaum fähig, sich an Regeln zu halten, wird er schon bald auf eine wichtige Mission geschickt.

Manchmal kommt es halt doch anders als geplant. Vince Flynn hatte bereits mehrere Werke über den CIA-Agenten Mitch Rapp geschrieben und die Rechte an seinem Werk verkauft. Dann wurde die Verfilmung des Teils „der Feind“ geplant und mehrere große Namen standen im Raum Mitch Rapp zu spielen. Doch der Plan wurde mit Erscheinen des Prequels „American Assassin“ verworfen und der spät erschienende, aber vor den anderen Werken spielende Teil wurde als erster Film in Betracht gezogen. Nach langem hin und her – und der Absage von Chris Hemsworth – wurde letztendlich Dylan O’Brien gecastet, mit der Absicht die Rolle mit dem Schauspieler zusammen altern zu lassen. An sich keine schlechte Idee doch einfach mal die Geschichte chronologisch zu erzählen und die Zuschauer nicht Jahre später mit einem Prequel zu nerven.
So beginnt der Film auch gleich mit jenem schicksalshaften Tag am Strand, wo Mitch Rapp Zeuge eines Terroranschlags und dem Tod seiner Verlobten wird. Die Verwandlung zum Muskelpaket wird dann übersprungen und der Zuschauer trifft ihn wieder, als er bereits kurz davor ist, sich erfolgreich in eine Terrorgruppe einzuschleusen. So lernt man bereits innerhalb der ersten Viertelstunde zwei Seiten von Rapp kennen und kann seine darauffolgenden Taten besser verstehen. Ein geschickter Erzählzug im Gegensatz zu Rapp erst als den knallharten und verschlossenen Typen vorzustellen, um dann hinterher Hände ringend zu erklären zu versuchen, warum er so geworden ist. Der Rest der Handlung verläuft dann aber doch stark nach dem üblichen Schema, so dass der Ausgang der Handlung bis auf wenige Überraschungen doch sehr vorhersehbar ist. Was ihm hier jedoch an Kreativität fehlt, macht er durch gut ausgewählte Drehorte wieder wett. So jetten die Charaktere gefühlt um die halbe Welt. Leider kann auch dies den Spannungsbogen nur bedingt aufrecht halten. Um darüber hinwegzutrösten wurde der Film sehr blutig. Dabei übertreibt er aber an keiner Stelle, sondern hält die Kamera bei Schusswechsel konsequent drauf und dreht sie nicht nur auf die entsetzten Gesichter der umstehenden Zivilisten. Damit erhielt die ungeschnitte Fassung in Deutschland auch eine FSK Freigabe ab 18 Jahren.
Zumindest Michael Keaton als Stan Hurley versucht zwischendrin immer wieder ein wenig Witz zur Auflockerung der ansonsten sehr ernsten Stimmung. Immerhin konnte sich Sanaa Lathan als starke Frauenrolle hervortun und beerbt mit ihrer Dr. Irene Kennedy praktisch Judy Dench als M aus den James Bond Filmen. Sie behält den Überblick und die Oberhand über ihre männlichen Kollegen.
Und was ist mit einer Fortsetzung? Nun, das wird wohl abhängig von den Einspielergebnissen sein, denn die literarische Vorlage gibt es. Aber sollte es einen geben, wäre es sicher interessant zu sehen, in wie weit O’Briens Mitch Rapp sich vom auf Rache sinnenden Jugendlichen weiterentwickeln kann und ob die Entscheidung den Schauspieler mit der Rolle wachsen zu lassen, auch wirklich die richige wahr.

Alles in allem ist American Assassin ein solider Actionfilm geworden, der sich leider kein Alleinstellungsmerkmal erarbeiten konnte, aber trotzdem durchaus sehenswert ist. Dafür gibt es 06 von 10 möglichen Punkten.

Unter deutschen Betten

Am 05.10.2017 erschien eine neue deutsche Komödie in den deutschen Kinos.

Linda Lehmann hatte vor 10 Jahren einen Hit. Seitdem fühlt sie sich aber noch immer als großer Star und hat sich zu einer richtigen Diva entwickelt. Doch als ihr Comeback scheitert und sie erkennt, dass ihr Produzent und Lebensgefährte sie betrügt, bleibt ihr nichts mehr. Als auch ihre Freunde sie verschmähen, ist ihre letzte Hoffnung ihre ehemalige Putzfrau Justyna. Deren Leben wird von da an ordentlich auf den Kopf gestellt.

Es geht das Gerücht, dass deutsche Filmemacher nur Komödien können. Und wenn man sich die aktuellen Kinofilme ansieht, so scheint das Gerücht fast bestätigt. Denn neben High Society und dem bald anlaufenden Fack Ju Göthe 3 ist Unter deutschen Betten bereits die dritte aktuelle Komödie. Aber ist der Film wirklich eine reine Komödie?
Die Frage kann man sehr schnell mit einem „Ja“ beantworten. Denn das Buch selbst beschreibt humorvoll die Zustände in deutschen Haushalten und spricht dabei die Themen Schwarzarbeit, Mindestlohn und Ausländerfeindlichkeit an. Die Protagonistin Justyna Polanska basiert dabei auf verschiedenen polnischen Putzfrauen, die der Autor Holger Schlageter unter einem Pseudonym vereint. Der Film hingegen schlägt von Anfang an eine ganz andere Kerbe ein und suchte sich eine neue Protagonistin. Der One-Hit-Schlagerstar Linda Lehmann wird erfunden, die nach einem gescheiterten Comeback vor den Scherben ihres Lebens steht. Verlassen von Lebensgefährten und Freunden, gibt es nur eine Person, die überhaupt noch etwas mit ihr zu tun haben möchte: Ihre ehemalige Putzfrau. Wobei das auch nicht so wirklich stimmt. Außergewöhnliche Umstände zwingen die beiden zusammen zu arbeiten. Wobei Linda Lehmann ihres Zeichen Diva nicht gerade die größte Putzhilfe ist. Leider beißt sich der Film an der lustigen Idee, dass der völlig abgedrehte Schlagerstar auf einmal putzen muss fest. Natürlich ist es zunächst auch sehr amüsant, aber das Frau Lehmann so partout gar nichts lernt, ist doch irgendwann etwas absurd. Nebenher tauchen immer wieder leicht kritische Themen auf. So erzählt Justyna, dass keiner der Bewohner je auf die Putzfrau achte, obwohl sie täglich in ihrem Haushalt herumschwirrt. Ebenso lernen wir Justynas Mitbewohner Rami kennen, der in seinem Heimatland ein Arztstudium bestanden hat und in Deutschland nun als Taxifahrer arbeiten muss, weil sein Studium in Deutschland nicht anerkannt wird. Hier wäre durchaus Potential für mehr gewesen, wenn man sich nicht auf eine Schiene eingeschossen hätte.
Schon nach dem ersten Trailer kam eine wichtige Frage auf: Wer um Himmels willen hatte nur Veronica Ferres gecastet? Die Antwort ist sehr einfach und überrascht wohl kaum jemanden. Denn Frau Ferres hat die Rechte an dem Buch erworben und sich damit ganz einfach selbst gecastet. Zu ihrer Verteidigung muss man aber sagen, dass sie ihre Rolle durchaus souverän spielt. Schauspielerisches Talent ist zwar an keiner Stelle erkennbar, aber die Rolle der Diva konnte sie trotzdem spielen. Auch der restliche Cast spielt souverän, sticht jedoch an keiner Stelle wirklich positiv hervor.
So kommt am Ende ein Film heraus, der an keiner Stelle wirklich schlecht ist, sich aber auch durch keine großen positiven Aspekte hervorhebt. So bleibt Unter deutschen Betten am Ende im allgemeinen Wusel der deutschen Komödien weit hinter seinem Potential zurück.

Alles in allem wäre mehr aus dem Film herauszuholen gewesen, wenn Veronica Ferres auch einfach weniger Screentime bekommen hätte. Dafür gibt es 05 von 10 möglichen Punkten.

Blade Runner 2049

Am 05.10.2017 erschien die lang ersehnte Fortsetzung von Blade Runner in den deutschen Kinos.

Im Jahr 2049 gibt es noch immer Replikanten, künstlich erschaffene Menschen, die versklavt werden, um den „reinen“ Menschen zu dienen. Die Blade Runner sind noch immer dafür verantwortlich diese zu jagen und auszuschalten. Bei einer seiner Missionen entdeckt Agent K etwas, das dringend unter den Tisch gekehrt werden muss. So begibt er sich auf die Suche und findet Antworten, die er eigentlich gar nicht finden wollte.

1982 erschien der erste Teil von Blade Runner in den deutschen Kinos und zeigte eine düstere Zukunftsvision des Jahres 2019 und kombinierte Science-Fiction, Dystopie und Elemente des Film Noir. Besonders zeichnete er sich jedoch durch seine sehr ruhige und langsame Erzählweise aus. Selbst in actionreichen Szenen kommt nie Hektik auf und es blieb immer Zeit, um die Bilder auf sich wirken zu lassen. Diesen Stil verdankt der Film eine Menge Fans, während andere mit diesem Kunstgriff eher weniger anfangen konnten.
Während Ridley Scott im ersten Teil noch Regie führte, zieht er sich im zweiten Teil als Executive Producer zurück und überlässt Deniz Villeneuve den Regiestuhl. Dieser hat bereits mit seinen Vorwerken Prisoners, Sicario und zuletzt Arrival bewiesen, dass er die langsame Erzählweise des ersten Teils auch in der Fortsetzung einfangen kann.
Wie der Titel schon verrät spielt der zweite Teil 30 Jahre nach dem ersten Teil. Im Vorspann wird erzählt, was zwischenzeitlich passierte und wie inzwischen mit den Replicanten verfahren wird. Als nächstes lernt der Zuschauer Agent K kennen – in diesem Fall Ryan Gosling und nicht Tommy Lee Jones aus Men in Black. Er verfolgt einen Replikanten einer älteren Generation und stößt dabei auf etwas, was lieber im Verborgenen geblieben wäre.
Blade Runner 2049 nimmt sich am Anfang viel Zeit, um Agent K und sein Leben vorzustellen. Leider legt der Film hier ein wenig zu viel Wert auf seine Beziehung und verpasst es die Welt um ihn herum genauer vorzustellen. So bleiben viele Fragen unbeantwortet. Auch im folgenden bleibt die Erzählweise ruhig, aber die Handlung wird trotzdem permanent voran getrieben, was den Spannungsfaktor deutlich hebt. Die Handlung selbst ist gut durchdacht, verschlungen erzählt und an keiner Stelle vorhersehbar, da sie immer wieder Überraschungen einbaut.
Die Grundstimmung von Blade Runner 2049 ist sehr düster und genau das fangen die visuelle Umsetzung und die musikalische Untermalung gekonnt ein. Das Szenenbild ist sehr detailliert ausgearbeitet und zeigt viele Facetten. Gerade die Interpretation des zerstörten Las Vegas wirkt gleichzeitig imposant, wie auch einschüchternd und fängt damit gekonnt den Stimmungswechsel in der Handlung mit ein. Hans Zimmer beerbt Vangelis hier bei der musikalischen Untermalung und trifft – wie man es von Herrn Zimmer eben gewohnt ist – genau die richtige Nuance.
Schlussendlich geht man aus dem Film und hört die vielen begeisterten Pressestimmen, die den Film schon vorm Erscheinen als Meisterwerk betiteln. Und es ist unbestritten, dass der Film sehr vieles richtig macht. Aber irgendwo bleibt man doch etwas unbefriedigt zurück. Denn der „Bösewicht“ gespiet von Jared Leto bleibt aufgrund seiner sehr geringen Screentime sehr eindimensional und kann seine Beweggründe überhaupt nicht richtig darlegen. Es wird einem eine komplexe Welt präsentiert, aber nicht näher auf sie eingegangen. Es wird immer wieder ein Blackout angedeutet, der große Auswirkungen auf das Leben der Personen im Film hatte, aber man weiß noch immer nicht, was genau passiert ist. So bleiben allzu viele Fragen am Ende immer noch offen, die das Erlebte nachhaltig belasten. So hat Blade Runner 2049 eine Spiellänge von 164 Minuten und nimmt sich keine Sekunde Zeit, um die Welt irgendwo zu erklären.

Alles in allem ist Blade Runner ein Film, der lange im Kopf bleibt und viele positiven Seiten hat, letztendlich aber mit einem schlechten Nachgeschmack hängen bleibt. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

Rückblick auf das 3. Quartal 2017 – Highlights und Enttäuschungen

Hallo ihr Lieben,
es schon wieder soweit, das dritte Quartal ist zu Ende und nun beginnt bereits das letzte Quartal dieses Jahres. Das dritte Quartal konnte vergleichsweise starke Filme hervorbringen und schaffte es auf vielen verschiedenen zu unterhalten. In diesem Quartal schaffte ich es 12 Filme zu sehen (jeweils 4 im Juli, August und September) + eine Netflixdirektveröffentlichung + 4 Filme in der Cinemathek. Damit komme ich auf 17 Filme. Für mein Kleinstadtkino ist das schon eine gute Frequenz, auch wenn meine Verpasst-Listen zeigen, dass viel mehr Potential da war. Neu in meiner Übersicht sind die Mittelteil-Filme. Sprich die Filme, die es entweder ganz knapp nicht auf meine Enttäuscht-Liste oder ganz knapp nichts auf meine Highlight-Liste geschafft haben. Zu diesen Filmen werde ich lediglich die Kritiken verlinken und nichts genaueres zu sagen.

Die Enttäuschungen

Platz 3: mother!

Über diese Platzierung kann man sich natürlich streiten und eigentlich ist in diesem Fall Enttäuschung das falsche Wort. Denn ich hatte mir vorher kaum Gedanken über den Film gemacht. Er hat mir letztendlich einfach nur nicht zugesagt, obwohl ich sein Potential durchaus sehen konnte.

Platz 2: Barry Seal – Only in America

Ein Film, der leider trotz interessanter Handlung irgendwo in der Mittelmäßigkeit verschwand, weswegen ich nicht einmal eine anständige Kritik schreiben konnte. Hier hatte ich mir deutlich mehr erhofft.

Platz 3: Valerian – Stadt der tausend Planeten

Eins muss man Valerian lassen, er schaffte es wunderbare Bilder zu produzieren und schien auch zunächst viel richtig zu machen. Aber mit zwei schlecht besetzten Hauptcharakteren und eine Handlung, die mehr wollte, als der Film verkraftet hat, konnte der Film über seine Lauflänge einfach nicht überzeugen.

Der Mittelteil:

Platz 6: Spider-Man: Homecoming
Platz 5: Der dunkle Turm
Platz 4: Bullyparade
Platz 3: To the Bone
Platz 2: Atomic Blonde
Platz 1: Es

Die Highlights:

Platz 4: Baby Driver

Ein Film, der um seinen Soundtrack herum gebaut wurde, gab es vorher wohl auch noch nie. Und bei Baby Driver passt sich die Handlung beinahe spielerisch dem Soundtrack an. Actionreich und doch mit nachdenklichen Momenten durchzogen. Ein guter Cast und eine unfassbare Stimmung, die der Film ausströmt.

Platz 3: Killers Bodyguard

Wochenlang hab ich mich auf den Film gefreut und habe genau das geliefert bekommen, was ich erwartet habe. Ryan Reynolds und Samuel L. Jackson als harmonisches disharmonisches Paar. Sie spielen auf einer Wellenlänge und passen doch eigentlich so gar nicht zusammen. Gepaart mit schöner Action, interessanten Ideen und dem gewissen Etwas im Bereich Humor. Herausgekommen ist ein Film, der einfach nur Spaß machte.

Platz 2: Kingsman 2 – The golden Circle

The golden Circle bleibt minimal hinter seinem Vorgänger zurück, kann aber wieder genauso begeistern. Elegant wie James Bond, sich selbst aber dabei nicht so immer ganz ernst nehmend, bekommen unsere Helden aus dem ersten Teil Hilfe von ihren amerikanischen Freunden. Julianne Moore beerbt Mr Jackson auf eine denkbar würdige Weise und ist doch genauso verrückt. Ein Kinoschmaus vom allerfeinsten.

Platz 1: Dunkirk

Während viele Actionfilme und davon viele mit gutem Humor gepaart das dritte Quartal dominierten, konnte doch ein Film mehr herausstechen: Dunkirk. Christopher Nolan versetzt uns zurück in Zeiten des zweiten Weltkrieges. Ein schwieriges Thema und doch so fein pointiert und so realitätsnah und mit fehlendem Patriotismus, dass er einem den Atem verschlägt.

Und was war in der Cinemathek los? Dort hat mich 7 Minuten nach Mitternacht zu Tränen gerührt, mir Moonlight den Weg eines schwulen schwarzen Jungen gezeigt, der versucht erwachsen zu werden, während Mit Siebzehn die Thematik komplett verfehlt und zu guter Letzt konnte mich Zu guter Letzt rühren und erfreuen.

Was waren eure Highlights und Enttäuschungen im dritten Quartal?