Pacific Rim – Uprising

Ein Vorwort

2013 lief Guilermo del Toros Pacific Rim in den Kinos an und entführte uns erstmals in eine Welt, in der es einen großen Spalt im pazifischen Ozean gibt, durch den riesige Aliens gelangen, die ganze Städte zerstören. Genannt werden sie Kaijus (ein japanischer Begriff). Um sich dagegen zu schützen, entwickelten die Menschen riesige Roboter, die von zwei Menschen geführt werden, die sogenannten Jäger (ein deutscher Begriff yey). 2015 plante del Toro bereits die Fortsetzung seines Erfolgs, dass er zusammen mit Maisie Williams (bekannt als Arya Stark aus Game of Thrones) in der Hauptrolle realisieren wollte. 2016 gab er dann den Regiestab an Steven S. DeKnight ab, der nun 2018 die Fortsetzung auf die Leinwand brachte. Nach dem ersten Teil waren die Erwartungen hoch und der Trailer enttäuschte sehr. Doch was kann die Fortsetzung?

Was bisher geschah

Hier werde ich kurz die zuvor erschienenen Filme zusammenfassen. Dadurch sind Spoiler leider nicht zu vermeiden. Du weißt bereits, was geschah? Dann überspring dieses Absatz einfach.

Aus dem sogenannten Breach kommen immer wieder Kaijus und zerstören die Küstenstädte am pazifischen Ozean. Doch Jahre nach dem ins Leben gerufene Jäger-Programm, glauben die Menschen nicht mehr, dass diese sie beschützen können. Sie initieren ein großes Projekt, um alle Küstenstädte mit einer großen Mauer zu umgeben. Doch schon beim ersten Kaiju Angriff auf Sydney, kann die Schutzmauer nicht bestehen. Die vier verbleibenden Jäger sammeln sich in Hongkong, um einen letzten Vernichtungsschlag zu planen. Dabei wird auch der ehemalige Jaeger-Pilot Raleigh Becket (Charlie Hunnam) zurückgerufen, der nach dem Tod seines Bruders aus dem Programm ausgestiegen ist. Zunächst braucht Becket einen neuen Partner, da immer zwei Piloten die Jäger steuern müssen. Doch seine Wahl fällt auf Mako Mori (Rinko Kikuchi), die aber bereits ein traumatisches Erlebnis mit den Kaijus hinter sich hat. Um den Breach zu schließen, wollen sie eine Nuklearbombe hineinwerfen. Die Wissenschafter Dr. Newton Geiszler (Charlie Day) und Dr. Hermann Gottlieb (Burn Gorman) haben jedoch herausgefunden, dass das nur funktioniert, wenn Kaiju-DNA sich gleichzeitig im Breach befindet. Stacker Pentecost (Idris Elba), der Anführer der Jaeger, opfert sich schließlich selbst, um Becket und Mori beim Verschließen zu helfen.

Die Handlung

Im Jahr 2035 scheint die Erde wieder komplett sicher zu sein, trotzdem wird das Jäger-Programm fortgesetzt, für den Fall, dass die Kaijus irgendwann zurückkommen. Jake Pentecost (John Boyega) flieht derweil vor seinem Erbe, als Sohn des Helden im finalen Kampf auf dem ersten Teil. Doch nach einer kurzen kriminellen Karriere, wird er zusammen mit der Rebellin Amara Namani (Cailee Spaeny) zurück zum Jäger-Programm befördert. Derweil versucht die Wissenschaftlerin und Unternehmerin Liwen Shao (Tian Jing) ein Drohnenprogramm durchzusetzen, dass die bemannten Jäger absetzen soll. Bis die Drohnen sich anfangen selbstständig zu machen. Auf einmal steht die Welt wieder einer Bedrohung gegenüber, mit der es nur wenige aufnehmen können.

Meine Meinung

Guilermo del Toro setzte im ersten Pacifim Rim Teil vor allem auf eine absolut großartige Optik und brachte uns seine Idee über die Kaijus und die Jäger näher. Dabei blieb jedoch mitunter die Spannung auf einem tieferem Niveau, da die Charaktere ausführlich gezeigt wurden und das viel Zeit einnahm. Uprising setzt da nun auf ein ganz anderes Tempo. Da die Handlung Jahre später spielt, werden viele neue Charaktere eingeführt. Für die zwei neuen Hauptcharaktere reicht jedoch eine kurze actionreiche Anfangssequenz, um die wichtigsten Weichen zu stellen. So wird an der Charakterisierung nicht gespart, aber es wird keine trockene Einführung, sondern der Film legt schnell viel Tempo vor.
Während der Trailer zu Uprising noch andeutete, dass er sich einen Mist um den Vorgängerfilm schere und einfach nur auf dem aufgebautem Konzept einen 08/15-Actionfilm machen würde, wird man beim Schauen schnell eines besseres belehrt. Denn der zweite Teil hat wesentlich mehr drauf als der Trailer vermuten lässt. Man sollte den Trailer vielleicht sogar ganz außer Acht lassen, denn an sich zeigt er nur die große Endschlacht und nimmt dort wieder viel vorweg. In den ersten 2/3 des Films zeigt er seine eigentliche Qualitäten und kann handlungstechnisch auf jeden Fall mit dem ersten Teil mithalten, wenn er ihn nicht sogar noch übertrumpft, denn immerhin erzählt er die Geschichte wesentlich spannender. Auch ist die Nähe zu den Charakteren wesentlich näher, da Charlie Hunnam im ersten Teil doch sehr publikumsdistanziert spielt, während John Boyega im zweiten Teil seinen Zwiespalt rüberbringt, aber doch sympathisch und locker bleibt.
Man kann also sagen, dass Pacifim Rim Uprising die Schwächen des ersten Teils aufgreift und verbessert und doch die Vision von del Toro weiterlebt. Lasst euch hier nicht von dem sehr schwachen und völlig falsch aufgebautem Trailer vom Kinobesuch abhalten! Die Drehbuchautoren haben hier zwar kein völlig neues Werk erschaffen und die Parallelen zum ersten Teil sind unbestreitbar, aber es stört nicht den Filmgenuss. Wer also mal wieder Lust auf einen schönen Actionfilm mit überlebensgroßen „Robotern“ hat, der sollte hier mal einen Blick wagen. Außerdem kriegt Daniel Day hier eine größere Rolle und auch Burn Gorman als Dr. Hermann Gottlieb durfte wieder auftreten (worüber ich mich sehr gefreut habe, da ich die Rolle schon im ersten Teil ins Herz geschlossen habe).

Das Fazit

Pacifim Rim Uprising greift die Geschichte von Guilermo del Toros erstem Teil respektvoll auf, bessert kleinere Schwachstellen aus und bringt so einen gelungenen Actionfilm auf die Leinwand. Die Charaktere sind näher am Publikum und das Erzähltempo wurde angezogen, ohne dabei eine nachvollziehbare Handlung und Charaktereinführungen zu vernachlässigen. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

Pacific Rim – Uprising lief ab dem 22.03.2018 in den deutschen Kinos.

The Avengers 3 – Infinity War (Kurzkritik)

Ein Vorwort

Vor 10 Jahren offenbarte ein gewisser Tony Stark, dass er Iron Man sei. Seit 10 Jahren verkörpert nun Robert Downey Jr. eben jenen „Genie, Milliardär, Playboy, Wohltäter“. In all der Zeit kamen immer mehr Helden zusammen. 2012 versammelten sie sich das erste Mal, um die Welt vor einer außerirdischen Bedrohung zu beschützen. Doch das ganze war nur der Anfang. Infinity War ist der inzwischen 19. Film und wir befinden uns inzwischen in der dritten Phase. Seit 2012 tauchte nun Thanos, der Weltenzerstörer, regelmäßig in den After Credit Scenes auf. Es war also nur eine Frage der Zeit, bis er schließlich selbst in Erscheinung treten würde. Nun müssen sich alle Helden aus 18 Filmen zusammenschließen und die Welt beschützen. Weil man über Infinity War eigentlich nicht spoilerfrei reden kann, ich aber vermute, dass noch nicht alle Leser, die den Film sehen wollen, ihn auch schon gesehen haben, werde ich in dieser Kurzkritik nur ein paar Gedanken stichpunktartig aufzählen, um für jeden Zögerer Argumente für oder gegen den Film zu bringen. Erst in ein paar Wochen, wird es noch einmal eine ausführlichere Kritik geben (ich denke mal im Sommerloch während der WM, dürfte genug Zeit dafür sein.

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Was bisher geschah

Weil 18 Vorgängerfilme hier zusammenzufassen den Rahmen sprengen würde, aber die meisten direkte Hinweise auf Infinity War geben, war ich im Vorfeld fleißig und habe euch in drei Einzelbeiträgen die drei Phasen des MCU (Marvel Cinematic Universe) zusammengefasst.

Phase 1

Phase 2

Phase 3 

Die Handlung

Thanos der Weltenzerstörer ist auf der Suche nach den sechs Infinity Steinen. Wenn er sie findet, reicht ein Schnipsen mit seinem Handschuh und er kann die Hälfte des Universums auslöschen. Als die Avengers und die Guardians of the Galaxy davon erfahren, setzen sie alles daran, Thanos aufzuhalten.

Meine „Stichpunkt“ Meinung

  • Die Russo-Brüder haben zuvor die eher ernsten Captain America-Fortsetzungen „The Winter Soldier“ und „Civil War“ gedreht. Diesmal haben sie sich trotz ernster Grundstimmung auf den typischen Marvel-Humor besonnen. Allerdings wirkt er teilweise nicht so abgerundet und gesetzt, wie in anderen Teilen des MCU, auch wenn teilweise wieder gut zitierbare Sätze dabei waren.
  • Die Handlung ist an sich rund und logisch aufgebaut. Allerdings ist Infinity War auch der Film mit der kleinsten Handlung, da sie sich schon sehr auf Thanos Reise konzentriert und diese immer wieder mit epischen Schlachten mischt.
  • Die Optik des Films ist wieder einmal ungeschlagen. Sei es nun das wunderschöne Wakanda, oder die Einführung ganz neuer Welten
  • Die Russo-Brüder lassen es sich auch nicht nehmen, noch einmal neue Charaktere einzuführen. Trotzdem ist deren Einführungszeit dann relativ gering (ja ich spiele auf Peter Dinklages Rolle an)
  • All der kleinen Kritikpunkte zum trotz, ist Infinity War einer der stärksten Filme des MCU. Das liegt vorallem daran, dass er jeden möglichen Gedankengang zu Thanos auch zu Ende gedacht hat und keine Kompromisse eingeht. Trotz des vielen Humors und der Situationskomik, wenn gewisse Charaktere aufeinander treffen, bleibt der Film knallhart.
  • Das Ende dürfte wohl am meisten diskutiert werden und natürlich wird der zweite Teil hier einiges wieder gerade rücken (ansonsten sind das MCU und ich geschiedene Leute!) Aber ohne groß weiter darauf eingehen zu wollen, sei so viel gesagt: Nehmt euch eine große Packung Taschentücher mit.
  • Thanos ist mit Abstand der beste Bösewicht des MCU – liegt wohl daran, dass abgesehen von Loki die Bösewichte bisher sehr blass waren. Er kriegt genügen Screentime und Hintergrundgeschichte, um tatsächlich Charakter zu entwickeln und es werden sogar seine Beweggründe genauer erläutert, die zwar irgendwo sinnvoll klingen, aber trotzdem grausam bleiben. So ist Thanos kein Schwarz-Weiß Bösewicht, sondern tatsächlich mal jemand, über den man diskutieren kann!

Das Fazit

Der dritte Avengers-Teil ist nur ein Auftakt für den vierten und hatte das hauptsächliche Ziel die Weichen zu stellen und die Charaktere zusammenzuführen. Das hat der Film mit Bravour bestanden. Dadurch ist die Handlung sehr simpel gestaltet, was aber das Sehvergnügen an keiner Stelle stört. Einziger kleiner Kritikpunkt – also mal abgesehen von dem riesen Cliffhanger am Ende, auf dessen Aufklärung wir nun ein ganzes Jahr warten müssen – sind die ab und an etwas holprigen Dialoge. Beim Zusammentreffen mancher Charaktere habe ich mir doch mehr erwartet. Aber das bleibt Meckern auf hohem Niveau und so kriegt Infinity War 09 von 10 möglichen Punkten.

Death Wish

Ein Vorwort

1974 kam der Film Death Wish in die amerikanischen Kinos, der hier eher bekannt sein dürfte unter dem Titel „Ein Mann sieht rot“. Und da in der heutigen Zeit kein Streifen ohne Remake bleibt, wurde nun auch Death Wish neu verfilmt. Und wer eignet sich besser für einen Actionthriller als Altmeister Bruce Willis?
Zunächst musste jedoch der Starttermin verschoben werden, so dass er nicht im Oktober letzten Jahres anlief, sondern erst ab März. Spekulationen zufolge war der Amoklauf in Las Vegas kurz zuvor einer der Verschiebungsgründe. Somit könnte man meinen, dass es sich um ein Film mit einem brandaktuellen Thema handelt. Doch die sehr schlechten Kritiken bisher und das schlechte Einspielergebnis spricht eine andere Sprache. Was kann Death Wish also wirklich?

Die Handlung

Dr. Paul Kersey (Bruce Willis) ist Unfallchirurg und liebender Ehemann und Vater. Als sich die Familie eigentlich zu einem Geburtstagessen außer Haus befinden wollte, dringen drei Einbrecher in das Haus ein. Doch die Pläne der Familie haben sich geändert und so befinden sich Mutter und Tochter im Haus, während Dr. Kersey arbeiten ist. Der Einbruch geht schief und Mutter wird erschossen, während Tochter durch die Schussverletzungen ins Koma fällt. Da die Polizei rund um Detective Kevin Raines (Dean Norris) einige Zeit im Dunkeln tappen, beschließt Kersey Selbstjustiz zu üben. Er besorgt sich eine Waffe und übt heimlich in seinem Keller. Doch bevor er sich auf die Suche nach den Einbrechern macht, sorgt er in seiner Heimatstadt Chicago erst noch auf andere Art für Gerechtigkeit.

Meine Meinung

Death Wish ist so ein Film, bei dem man sich zunächst fragt, ob er das gezeigte überhaupt wirklich ernst meint. Denn viele Szenen wirken wie eine Parodie auf ähnliche Filme. Aber während der Film für einen Actionthriller viel zu viel Slapstick anwendet, für einen Rachethriller zwar sehr blutig, aber nicht konsequent genug ist, ist er für eine Parodie einfach nicht lustig genug. Denn auch wenn viele Szenen ungewollt komisch erscheinen, haben sie keinen Humorgedanken dahinter. Wenn sich also ein Bruce Willis auf die Straße wirft und da etwas ungelenk eine Waffe zieht und unkontrolliert auf ein Auto schießt, wirkt das zwar im ersten Moment sehr amüsant. Da entkommt einem doch ein kleines Reflexlachen. Doch schon im nächsten Moment fragt man sich, was diese Szene denn nun genau sollte? Denn auch wenn Willis einen Neuling im Umgang mit der Waffe spielt, scheint er als Chefarzt doch eigentlich schlau genug, um zu wissen, dass man sich besser hinter einem der parkenden Autos versteckt, als sich einfach auf die Straße zu werfen. Leider ist diese Szene nur eine von vielen Beispielen, in denen Death Wish völlig abstruse Handlungselemente einführt, die in keinem Genre funktionieren. Leider strahlt der Film auch noch aus, dass er sich vollkommen ernst nimmt und selbst die Szenen, die das Reflexlachen hervorrufen, gar nicht witzig und mit Augen zwinkern gemeint waren. Stattdessen wird ein Klischee nach dem nächsten eingebracht, aber trotzdem nicht gut umgesetzt.
Was man Death Wish zugutehalten muss, ist die Diskussion über Selbstjustiz, die immer wieder angeführt werden. Nach jeder Aktion von Dr. Kersey, werden Ausschnitte aus Radiosendungen eingeblendet, in denen das Für und Wider seiner Taten diskutiert wird. Während manche es gut finden, dass endlich jemand etwas gegen die Gewalttaten unternimmt, haben die Anderen Angst, vor Nachahmungstätern oder das die Taten irgendwann nicht mehr kontrollierbar sind, da Kersey mehrfach beweist, dass er eigentlich ziemlich unerfahren ist. Leider wird dieser Aspekt immer wieder sehr kurz gehalten.
Death Wish ist mit 110 Minuten viel zu lang geraten für das im Film erzählte. Allein die Charaktereinführung dauert unfassbar lange, was gar nicht nötig gewesen wäre, da die Konstellation schnell klar ist. Dr. Kersey ist liebender Ehemann und Vater und natürlich passiert seiner Familie etwas und weil die Polizei nicht schnell genug Hinweise bekommt, versucht er sich an der Selbstjustiz. Wäre schnell erzählt, ohne dass dem Film etwas fehlen würde. Denn die lange Einführung führt dazu, dass der Zuschauer schon am Anfang halb einschläft im Kinosessel. Auch danach kann die Spannung nicht gehoben werden, da man mit Kersey einfach nicht mitfühlt, da er sich – wie oben beschrieben – viel zu unglaubwürdig verhält.
Mit Bruce Willis und Vincent D’Onofrio ist Death Wish eigentlich top besetzt. Leider bleiben beide hinter ihren Möglichkeiten. Bruce Willis als Actionstar bekommt keine Möglichkeit die Action wirklich rüberzubringen. D’Onofrio hat bereits oft bewiesen, dass er ein guter Charakterdarsteller ist. Nur ist seine Rolle als Kerseys Bruder so plump angelegt, dass er auch dazu keine Chance bekommt.

Das Fazit

Death Wish weiß nicht so wirklich, was er eigentlich sein will und ist egal in welcher Kategorie einfach nur schlecht umgesetzt. Er hat zeitgleich von allem zu wenig und von allem zu viel. Darsteller bleiben hinter ihrem Können, die Handlung ist vorhersehbar und konsequent langweilig. Dafür gibt es 02 von 10 möglichen Punkten.

Death Wish läuft seit dem 08.03.2018 in den deutschen Kinos.

Game Night

Ein Vorwort

John Francis Daley war mir bisher nur in seiner Rolle als Psychologe Dr. Lance Sweets aus der Fernsehserie „Bones“ bekannt, in der er immerhin 104 Mal die Rolle übernahm und über viele Staffeln zur Stammbesetzung gehört. Erst als ich mir nach der Sichtung die Beteiligten an Game Night genauer ansah, stieß ich auf Daley als Regisseur und musste zu meiner Überraschung feststellen, dass Game Night erst sein zweites Regieprojekt ist, er aber vorher neben seiner Schauspieltätigkeit auch immer wieder Drehbücher schrieb, unter anderem für Spider-Man Homecoming oder auch für anderen Komödien, wie die beiden Kill the Boss- Filme.

Die Handlung

Die Pärchen Annie (Rachel McAdams) und Max (Jason Bateman), Kevon (Lamorne Morris) und Michelle (Kylie Bunbury), sowie ihr Singlefreund Ryan (Billy Magnussen) mit einem wöchentlich wechselndem Date, treffen sich regelmäßig zu einem Spieleabend. Dabei stehen Spiele wie Scharade und Montagsmaler an der Tagesordnung. Bis Maxs Bruder Brooks (Kyle Chandler) zu Besuch kommt und den Spieleabend aufpeppen will. Er inszeniert eine Mörder-Mystery-Entführungsgeschichte mit einer dafür angeheuerten Firma. Doch Brooks ist in dubiose Geschichten verwickelt und wird von echten Kriminellen entführt. Bis die Spieleabendteilnehmer zu denen an diesem Abend auch Ryan Date Sarah (Sharon Horgan) gehört, dies aber kapieren, sind sie schon ziemlich tief in das Geschehen verwickelt.

Meine Meinung

Game Night lief in meinem Kino nur nachts ab 23Uhr. Als ich also das Kino besuchte, hatte ich den Saal zusammen mit meiner Begleitung für uns alleine. Das war sehr gut, denn ansonsten wäre ich wohl irgendwann Opfer fieser Popcorn-Attacken geworden. Der Grund dafür ist, dass Game Night so unglaublich lustig war, dass ich beinahe pausenlos lauthals lachen musste. Mitunter musste ich mich tatsächlich am Vordersitz abstützen, um nicht vor Lachen auf dem Boden zu landen. Und das lag bei Game Night nicht nur an einzelnen Szenen, sondern der gesamte Film mit Handlung und Charakteren war so unfassbar gut gestrickt, dass alle Witze zündeten und man aus dem Lachen nicht mehr herauskam. Von 100 Minuten Spielzeit habe ich mindestens 80 Minuten nur gelacht. Und ich denke das ist das größte Kompliment, dass man einer Komödie machen konnte.
Das liegt zu aller erst an der gut geschriebenen Handlung. Natürlich kann man nicht alles so wirklich ernst nehmen und kleinere Logiklöcher treten doch immer mal wieder auf, aber über die kann man gut hinwegsehen. Hinzu kommen die Charaktere, die alle gut harmonieren, obwohl sie sehr unterschiedlich sind. Jedes Paar bekommt genügend Screentime, um noch eine eigene Nebenhandlung hinzugeschrieben zu bekommen, die auch nochmal viel zum lachen anregen. Und dann sind es natürlich die Witze, die alle zünden, was ich bei einer Komödie auch noch nicht erlebt habe. Ein möglicher Erklärungspunkt könnte sein, dass die Witze aller sehr gut durchdacht sind und sich immer an der jeweiligen Szene orientieren. Auch ist jeder Witz auf einem gutem Niveau, so dass kein typischer UnterderGürtellinie-Humor nötig ist. Ein weiterer Erklärungspunkt könnte sein, dass man den Darstellern auch allesamt anmerkt, dass sie einfach richtig viel Spaß dabei hatten, den Film zu drehen.
Zwischendurch gab es dann Entwicklungen in der Handlung, die schnell zu viel des guten hätten werden können, aber es wird immer wieder der Bogen bekommen und gelungen weitergemacht. Dabei kommt neben dem hohen Humoranteil auch die Spannung nicht zu kurz. Denn sobald man mitbekommt, dass die Game Night nicht so verläuft, wie geplant und das es sich um eine echte Entführung handelt, wird auch das Spannungsniveau stark erhöht und kann bis zum Ende gehalten werden. So bleibt die Handlung unvorhersehbar und kann immer wieder überraschen.

Das Fazit

Game Night ist eine der besten Komödien der letzten Jahre. So viel habe ich schon lange nicht mehr während einer Kinovorstellung gelacht. Hinzu kommt eine tolle Handlung und Schauspieler, die unheimlich viel Spaß beim Dreh haben mussten, was man ihnen auch anmerkt. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.

Game Night läuft seit dem 01.03.2018 in den deutschen Kinos.

Red Sparrow

Ein Vorwort

Bereits das vierte Mal arbeiten Lawrence und Lawrence zusammen. Francis Lawrence führte schon bereits bei den sehr erfolgreichen Fortsetzungen der Tribute von Panem-Reihe „Catching Fire“ und „Mockingbird I + II“ Regie, die die – nicht mit dem Regisseur verwandte – Jennifer Lawrence dem breiten Publikum bekannt machte und den Weg für ihre steile Karriere ebnete. Nun kommen die beiden wieder zusammen und präsentieren uns den Agenten-Thriller Red Sparrow, der auf dem von Jason Matthews geschriebenem Buch „Operation Red Sparrow“ basiert. Und während Zustände wie im kalten Krieg präsentiert werden, macht Jennifer Lawrence den Film schon ganz schön heiß.

Die Handlung

Dominika Egorova (Jennifer Lawrence) hatte ihr ganzes Leben nur einen Traum. Sie wollte eine erfolgreiche Primaballerina werden. Jahrelang hat sie für diesen Traum gekämpft und ihn schließlich auch erreicht. Doch ein Unfall mit ihrem Tanzpartner (Serhij Polunin) macht das Tanzen für sie unmöglich. Da sie jedoch für ihre kranke Mutter Sorgen will und das Bolshoi ihr Wohnung und Pflegekraft bezahlt haben, wendet sie sich in ihrer Not an ihren Onkel Ivan (Matthias Schoenaerts). Der ist ein hohes Tier beim russischen Geheimdienst SWR und manipuliert Dominika geschickt, um sie zu einer Sparrow ausbilden zu lassen. Die Sparrows sind die Elite der russischen Spione. Nach erfolgreichem Abschluss wird sie als Sparrow nach Budapest geschickt, um dort das Vertrauen von Nate Nash (Joel Edgerton) zu gewinnen und den Namen eines russischen Maulwurfs zu entlarfen.

Meine Meinung

Red Sparrow beginnt erst einmal sehr unaufgeregt und zeigt Dominikas bisheriges Leben. Ihre Karriere als Bolshoi-Tänzerin bis zu ihrem Unfall. Daraufhin wird sehr viel Zeit investiert, um ihre Ausbildung als Sparrow zu zeigen. Bei der ersten Sichtung wird dieser Teil eigentlich viel zu lang und überflüssig, da man das Resultat ja schon kennt. Sie besteht ihre Ausbildung als Sparrow und wird zu einer Mission geschickt. Aber schon im späteren Verlauf merkt man schnell, wie es immer wieder Anspielungen auf ihre gelernten Fähigkeiten gibt. Gleichzeitig unterstreicht dieser Teil die Charakterentwicklung Dominikas, die das spätere Katz und Maus Spiel weniger durchschaubar macht. Durch das detaillierte Zeigen ihrer Ausbildung weiß man irgendwann tatsächlich nicht mehr, was gespielt ist und was sie tatsächlich plant. Also nicht über diesen Teil ärgern oder sich langweilen, es hat seinen Sinn!
Nach der bestandenen Prüfung bekommt Dominika ihren ersten Einsatz. Und da spinnt Regisseur Francis Lawrence mit Drehbuchautor Justin Haythe erst ein richtiges Verwirrspiel. Und genau deshalb ist Red Sparrow so unglaublich gut geworden. Denn selbst, wenn man an manchen Stellen glaubte, dass man Elemente schon aus anderen Agenten-Thriller zur Genüge kenne, überrascht Red Sparrow genau hier wieder. Wenn man denkt Dominikas Charakter durchschaut zu haben, dann macht sie wieder etwas absolut unvorhergesehenes. Bis zum großen Finale und eigentlich auch darüber hinaus, weiß man nicht, auf welcher Seite sie jetzt genau steht, auch wenn am Ende natürlich viele der kleinen Nebenhandlungen aufgeklärt werden.
Die Rolle der Red Sparrow scheint perfekt auf Jennifer Lawrence zugeschnitten und sie spielt die gewohnt mit Bravour, auch wenn sich ihr Spiel tatsächlich nochmal deutlich von ihrem bisher bekannten Spiel aus anderen Filmen unterscheidet. Natürlich kann sich darüber gestritten werden, wieso wieder lauter amerikansiche Schauspieler, wie Lawrence oder auch Jeremy Irons die Russen spielen müssen und dann ihren antrainierten russischen Dialekt zum besten geben. Aber durch die Kontroversen, die der Film in Russland ausgelöst hat, wollte vielleicht auch kein russischer Schauspieler die Rolle übernehmen. Und aller Kritik zum Trotz Lawrence spielt so großartig, dass man ihr alles verzeiht. Ihr zur Seite wird zum einen Joel Edgerton gestellt, der sich an keiner Stelle hinter Lawrence verstecken muss, sondern gekonnt auf ihrem hohen Niveau mitspielt. Etwas schwächer hingegen spielt Matthias Schoenaerts als Onkel Ivan. Während er grundsätzlich gut in die Rolle zu passen scheint, überfordern ihn dann gerade die feineren Nuancen im Spiel. So behält er zwar den ganzen Film über ein Pokerface, aber dieses ist leider nicht auch an jeder Stelle passend.
Mit 141 Minuten ist Red Sparrow relativ lang geraten und das zeigt sich in dem etwas langatmigem ersten Drittel des Films. Doch ist dies erst einmal überstanden, vergeht der Film fast im Flug, lässt sich aber in den entscheidenen Momenten Zeit, um seine Handlung zu entfalten oder den Schauspielern den Raum um ihre Charaktere ausführlich darzustellen.

Das Fazit

Red Sparrow ist ein brilliant inszenierter Agenten-Thriller, der sich geschickt von vergleichbaren Filmen abhebt und gerade durch seine guten Darsteller den kalten Krieg wieder beleben lässt. Dabei ist er offen und schonungslos und daher nichts für Zuschauer mit schwachen Nerven. Dafür gibt es 09 von 10 Punkte.

Red Sparrow läuft seit dem 01.03.2018 in den deutschen Kinos.

Das Buch der Schurken

Ein Vorwort

Wir alle kennen sie. Manchmal lieben wir sie, manchmal hassen wir sie, manchmal sind sie einfach nur das Mittel zum Ruhm des Helden. Die Rede ist von den Schurken und Bösewichten der Weltliteratur. Wie oft hat man ein Buch verschlungen und fieberte mit dem Helden und gegen den Schurken. Wie oft war aber auch der Schurke die Hauptfigur und eigentlich waren wir auch auf seiner Seite. Wir mögen sie einfach, egal, was sie letztendlich getan haben. Wie oft macht erst der geniale Gegenspieler ein Buch erst aus. Was wäre wohl der Herr der Ringe ohne Sauron geworden? Sherlock Holmes ohne seinen erbitterten Gegenspieler Moriarty?
Der Autor Martin Thomas Pesl hat sich die Zeit genommen und die Weltliteratur nach den genialsten Exemplaren zu durchsuchen, sie genauer zu erkunden, zu kategorisieren und in dem „Buch der Schurken“ mit dem Beinamen „Die 100 genialsten Bösewichte der Weltliteratur“ zusammen zu fassen.

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Die Handlung

Auf jeder Doppelseite befasst sich Martin Thomas Pesl mit einem anderen Schurken. So ziert die linke Seite eine gelungene Zeichnung von Kristof Kepler, Name des Schurken, zugehöriges Buch, Autor und Erscheinungsjahr, sowie ein Zitat aus dem jeweiligen Werk, das sich mit der Boshaftigkeit des Schurken befasst. Aus der rechten Seite folgt die genauere Durchleuchtung des Schurken und abschließend eine kleine Tabelle mit wechselnden Kategorien, wie beispielsweise „Herkunft“, „Schönheit“ oder „Boshaftigkeitsfaktor“.

Meine Meinung

Mir wurde kurz vor meinem letzten Urlaub dieses Buch empfohlen und so eilte ich noch kurzfristig in den Buchladen meines Vertrauens, die es wie immer schafften mir das Buch bis zum nächsten Tag zu besorgen! So erfreute ich mich nicht nur einer Woche in der Sonne, sondern auch mit einem Wiedersehen geliebter Schurken – gut aus Prof. Umbridge hätte ich vielleicht verzichten können –  und dem Neuentdecken ganz besonderer Exemplare – meine Wunschleseliste ist wieder ganz schön gewachsen und zwei Exemplare sind schon auf meinem SuB gewandert.
Martin Thomas Pesl schafft es vor allem jedem Schurken eine ganze Seite zu widmen. Hier wird erläutert, was ihn so böse macht und warum er gleichzeitig auch so genial ist. Dabei kommt auch das Mitleid für die Helden der Geschichten nicht zu kurz, auch wenn der Schurke manchmal der heimliche Held ist. Besonders gefallen hat mir auch, dass Pesl sich wirklich von den ganz alten Exemplaren – Loki aus der Prosa-Edda von 1220 oder Enkidu aus dem babylonischen Gilgamesch-Epos vom 18. Jahrhundert v. Chr. – bis zu den neusten Exemplaren – Adam Stensen aus Hart auf Hart von 2015 oder Die little People aus 1Q84 von 2009 – hangelt. Zwar scheinen die meisten im 18., 19. und 20. Jahrhundert geschrieben worden zu sein, aber es gibt doch auch einige Ausreiser.
Dann gibt es wieder die Exemplare, bei denen man zweimal überlegen muss, ob man sie wirklich auf so eine Schurkenliste setzen würde, oder ob die Wahl nicht auf jemand anderen hätte fallen sollen. So ist Lord Voldemort wohl der prägendste Schurke aus den Harry Potter Teilen, doch wurde stattdessen Prof. Umbridge aus dem fünften Teil ausgesucht. Doch Pesl ist um keine Erklärung verlegen und kann humorvoll immer wieder belegen, wieso seine Wahl eine gut durchdachte ist. Die Humorvollen Beschreibungen sind dann auch genau das, was das Buch so besonders und lesenswert macht. Man kann es an einem Stück durchsuchten, ohne das einem langweilig wird, oder man kann es Häppchenweise lesen. Hilfreich sind auch die Kategorien, in die die Schurken eingeteilt wurden. So haben die Femme fatal ebenso ihren Abschnitt, wie die Psychopathen. Und wer nun denkt, der größte Teil der Schurken sei männlich, liegt daneben, denn Pesl zeigt auch allerhand Bösewichte des weiblichen Geschlechts.

Das Fazit

Wer ein großer Freund der Weltliteratur ist und ein Wiedersehen mit seinen Lieblingsbösewichten feiern möchte, dem empfehle ich dieses Buch. Wer auf der Suche nach einem neuen Buch ist, das mit einem bösen Schurken bestückt sein soll, dem empfehle ich dieses Buch. Für wen die Beschreibung oben grundsätzlich einladend klang, dem empfehle ich dieses Buch.

Midnight Sun

Ein Vorwort

Xeroderma pigmentosum, die sogenannte Mondscheinkrankheit, ist eine sehr seltene Krankheit, die die Betroffenen aber vollständig einschränkt. Denn das Sonnenlicht muss komplett gemieden werden und eine Heilung der Krankheit gibt es bisher nicht. Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei 30 Jahren. Aber wie lebt man mit dieser Krankheit? Wie schränkt es das Umfeld ein? Und wie geht man damit um, wenn man ein Teenager ist und sich Hals über Kopf verliebt? Genau mit diesen Fragen beschäftigt sich der Film Midnight Sun.

Die Handlung

Kathy Price (Bella Thorne) könnte ein ganz normaler Teenager sein, der gerade seinen Abschluss gemacht hat. Aber sie leider an der seltenen Krankheit Xeroderma pigmentosum, kurz XP, wodurch sie das Haus nur nachts verlassen darf. Ihr Vater Jack (Rob Riggle) hat sie zu Hause unterrichtet und sorgt nach dem frühen Tod der Mutter auch ansonsten hingebungsvoll für Kathy. Da schon im Kindergartenalter das Gerücht umging sie sei ein Vampir, hat sie nur eine Freundin. Morgan (Quinn Shephard), die sich nie etwas aus ihrer Krankheit gemacht hat. Doch eines Abends trifft sie auf ihren Schwarm Charlie (Patrick Schwarzenegger), der sich auch prompt in sie verliebt. Nur einmal will sie sich wie ein normales Mädchen fühlen und verrät Charlie zunächst nichts von ihrer Krankheit. Ein Geheimnis, das Folgen haben kann.

Meine Meinung

Midnight Sun stellte sich im Trailer primär als reine Liebesschnulze mit einer Krankheit als Prämisse vor. Sich rein darauf zu versteifen, würde dem Film aber im Endeffekt ziemlich unrecht tun. Denn natürlich gibt es viele Szenen, die man schon aus vielen  anderen Teenager-Liebesgeschichten kennt. Aber darüber hinaus bietet Midnight Sun so viel mehr. Zum einen ist die behandelte Krankheit des Films, XP, nicht einfach nur Mittel zum Zweck, sondern das eigentliche Hauptthema. Es wird von der Isolation und der Einsamkeit Kathys berichtet, wie sie nie wirklich Freunde finden konnte. Wenn Morgan nicht einfach mal bei ihr an der Tür geklingelt hätte, wäre ihr Vater noch immer ihre einzige Bezugsperson. Auch wird von ihrer Flucht in die Musik erzählt, denn Gitarre spielen und singen kann sie den ganzen Tag zu Hause und auch ihre verstorbene Mutter hatte eine große Leidenschaft zur Musik. Es geht darum, wie schwierig es für Kathy ist, einfach nur ein ganz normaler Teenager zu sein. Einen Junge zu treffen und dann eine normale Beziehung zu führen, scheint unmöglich. Zum anderen wird auch die Beziehung von Kathy und ihrem Vater Jack in vielen Belangen durchleuchtet. So hofft Jack natürlich immer noch, dass für Kathy irgendwann ein Heilmittel gefunden wird und er ihr nicht mehr alles verbieten muss. Gleichzeitig will er auch, dass sie irgendwo ein erfülltes Leben hat. Im Gegenzug hat Kathy Angst, dass ihr Vater nach ihrem unausweichlichen Tod irgendwann vereinsamt, da er ja auch schon die Frau verloren hat.
Midnight Sun erzählt in nur 93 Minuten Lauflänge einen einfühlsamen Film, der so viele Aspekte in Kathys Leben durchleuchtet, wie ihm möglich war und kreiert gleichzeitig eine der süßesten Liebesgeschichten, die wir seit „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ sehen durften. Trotzdem wird die Krankheit nicht weichgespült, sondern mit voller Brutalität gezeigt – denkt also daran Taschentücher einzupacken! Bei diesem Film bleibt kaum ein Auge trocken. Die Charaktere sind alle sehr verschieden und gut charakterisiert. Lediglich Schwarzeneggers Charlie bleibt ein bisschen blass, auch wenn mit seiner Schwimmverletzung versucht wird viele seiner Beweggründe zu erklären. Gleichzeitig lässt Schwarzeneggers Schauspielkünste auch noch viel Spielraum nach oben. Das süße Grinsen beherrscht er ja ganz gut, aber sobald er seine Mimik etwas variieren soll, wirkt er ziemlich überfordert. Trotzdem passt er im großen und ganzen in die Rolle des Charlie. Bella Thorne hingegen überrascht mit ihrer Darstellung der Kathy, die sie sehr pointiert und überzeugend spielt. Auch die weiteren Darsteller Rob Riggle und Quinn Shephard spielen überzeugend auf Grundniveau.

Das Fazit

Midnight Sun ist ein schön inszeniertes Drama, das mit der behandelten Krankheit ernsthaft umgeht und trotzdem eine schöne Liebesgeschichte erzählt. Der Soundtrack wird durch Gesangseinlagen von der Hauptdarstellerin Bella Thorne aufgepeppt. Die Taschentücher sollten nicht vergessen werden, denn im Kino bleibt kaum ein Auge trocken. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

Midnight Sun läuft seit dem 22.03.2018 in den deutschen Kinos.

Black Panther

Am 15.02.2018 erschien der nächste Solofilm aus dem Marvel Cinematic Universe in den deutschen Kinos.

Ein Vorwort

Das Marvel Universum ist so voller verschiedener Einzelhelden, dass das Marvel Cinematic Universe bisher nur einen sehr kleinen Teil umfasst. So ist es nicht überraschend, dass Marvel diese Lücke schrittweise versucht zu füllen und uns dieses Jahr als neben dem lang ersehnten dritten Avengers Teil „Infinity War“, auch einen neuen Solofilm präsentiert. So bekam der Black Panther – bekannt auf Captain America 3 – Civil War – nun auch seinen eigenen Film. Schließlich müssen neue Helden herangezüchtet werden, da aus Marvel-Kreisen bekannt wurde, dass bei den Schauspielern der ersten Riege teilweise die Verträge auslaufen und in Infinity War wohl auch Köpfe rollen sollen. Wen es trifft, erfährt man dann wohl Ende April. Zunächst durfte der König von Wakanda sein Reich vorstellen und dieses auch gleich wieder verteidigen.

Was bisher geschah

Hier werde ich kurz die zuvor erschienenen Filme zusammenfassen. Dadurch sind Spoiler leider nicht zu vermeiden. Du weißt bereits, was geschah? Dann überspring dieses Absatz einfach.

In Captain America 3 – Civil War wird der König T’Chaka und sein Thronerbe T’Challa zu der Konferenz der vereinten Nationen eingeladen, um über das Sokovia Protokoll abzustimmen, dass die Avengers mehr binden und weniger Alleingänge zulassen soll. Durch einen Anschlag von Baron Zemo, der zunächst dem Winter Soldier in die Schuhe geschoben wird, stirbt T’Chaka und T’Challa schwört Rache am Winter Soldier. Als Black Panther greift er immer wieder in die Fehde zwischen den Avengers ein. Schließlich schließt er sich Team Iron Man an. Letztendlich folgt er Iron Man und Captain America zur letzten großen Schlacht und erfährt dort, dass Baron Zemo am Tod seines Vaters Schuld ist.

Die Handlung

Nach den Geschehnissen aus Civil War kehrt T’Challa (Chadwick Boseman) in sein Heimatland Wakanda zurück. Technisch und wissenschaftlich weit fortgeschritten, versteckt sich Wakanda vor der restlichen Welt, um ihre Vibranium-Vorräte zu schützen. Durch den Tod von T’Chaka muss sich T’Challa einer Herausforderung stellen, um als neuer König und damit als Black Panther anerkannt zu werden. Doch der Waffenhändler Ulysses Klaue (Andy Serkis) hat es erneut auf das Vibranium abgesehen. Unterstützt wird er vom unbekannten Killmonger (Michael B. Jordan), der jedoch eigene Pläne verfolgt. Während einer Mission gegen Klaue, taucht auch noch CIA-Agent Ross (Martin Freeman) auf.

Meine Meinung

Bereits vor Jahren (2013) kamen die Gerüchte auf, dass Marvel an einem Black Panther Film arbeitet. Da ich ihn bereits aus den Comics kannte, war ich sehr begeistert ihn vielleicht auch auf der großen Leinwand sehen zu können. Dennoch musste ich noch fünf Jahre warten. Ebenso wie die Filmwelt den fast ausschließlich schwarzen Cast feiert, war auch in der Comicwelt der Black Panther eine Offenbarung. Er war Wegbereiter für den Falcon und Luke Cage. Nun durfte er endlich in seinem eigenen Film in Erscheinung treten und die Welt feiert ihn.
Black Panther orientiert sich zwar in vielen Fällen an altbewährtem im MCU, der Humor ist unverkennbar und natürlich dürfen ein paar bereits bekannte Gesichter nicht fehlen, weswegen Ulysses Klaue (Avengers – Age of Ultron) und Agent Ross (Civil War) wohl größere Auftritte haben. Aber Black Panther ist auch neu und sehr erfrischend für das MCU. Das beginnt schon in der ersten Szene, wenn die Geschichte Wakandas kurz aber schön gezeichnet erklärt wird. So erfährt man gleich die wichtigsten Aspekte. Der Film fährt fort und wir erkunden Wakanda mit wunderschönen Naturaufnahmen und entdecken seine Einzigartigkeit. Hier ertappt man sich mehr als einmal, dass einem vor lauter Staunen der Mund weit offen steht. Schon hier hat Black Panther so sehr begeistert, dass man ihm sehr vieles verzeihen würde. Doch das ist gar nicht nötig, denn auch die Handlung zeigt sich zwar linear, aber sehr spannend erzählt. Auch hier schafft Marvel es neue Elemente unterzubringen und doch nicht am bekannten Humor zu sparen.
Hier profitiert der Film eindeutig von der sehr gelungenen Leistung von Andy Serkis, der dem Bösewicht Ulysses Klaue endlich die richtige Portion Verrücktheit einhauchen kann, die in Age of Ultron viel zu kurz kam. Selten hat ein Marvel Bösewicht so viel Spaß gemacht, dass man sich kurzzeitig ertappte, vielleicht doch auf der dunklen Seite der Macht zu stehen. Aber dieser Handlungsstrang ist nur die Spitze des Eisbergs, denn Black Panther hat sehr viel mehr zu bieten und das dürfte den größten Unterschied zu den vorherigen Filmen sein. Wir bekommen einen Bösewicht mit einer glaubhaften Vorgeschichte! Das ist seit Loki nicht mehr vorgekommen. Michael B. Jordan (nicht zu verwechseln mit dem Basketballspieler) schlüpft in die Rolle des Killmonger und spielt diese grundsolide. Doch auf die übrigen Rollen müssen sich nicht verstecken, denn sie bekommen Persönlichkeit und können sich entwickeln. Chadwick Boseman als T’Challa, Danai Gurira als General Okoye, Lupita Nyong’o als Nakia, Letitia Wright als Shuri und Winston Duke als M’Baku spielen ihre Rollen alle mit einer Begeisterung, die absolut ansteckend ist. Lediglich Daniel Kaluuya als W’Kabi und Forest Whitaker als Zuri spielen deutlich hinter ihren Möglichkeiten.

Das Fazit

Black Panther verkörpert alles, was wir an einer gelungenen Superheldenverfilmung so lieben. Eindrucksvolle Bilder, durchdachte Handlung, Hintergrundgeschichten, Bösewichte mit Charakter und natürlich die entsprechende Portion des typischen Marvel-Humors. Nach den eher enttäuschenden Spider-Man und Thor – Ragnarök ist Marvel wieder da und kann erneut das Publikum begeistern. Dafür gibt es 09 von 10 möglichen Punkten.

Star Trek Discovery

Ein Vorwort

Der Weltraum unendliche Weiten. Na wer weiß, wie es weitergeht? 1966 brachte uns Gene Roddenberry eine neue Serie rund um Raumschiff Enterprise mit seiner Besatzung Captain Kirk, der Vulkanier Spock, Scotty, Pille und so vielen mehr. Nach nur drei Staffeln war jedoch Schluss mit der Serie, nicht jedoch mit dem Franchise. Es folgten die Folgeserien „Next Generation“, „Deep Space Nine“, „Voyager“, sowie die Prequel Serie „Enterprise“. 10 Kinofilme brachte Star Trek hervor.
Dann 2009 traten Kirk und seine Crew wieder in Aktion. Wesentlich verjüngt durch eine komplette Neubesetzung startet der Film wieder bei Null. Star Trek bekam ein Reboot und mit den Folgefilmen „Into Darkness“ und „Beyond“ auch eine neue Zeitlinie. Denn während die Serien und bisherigen Kinofilme alle auf der gleichen Zeitlinie basierten, möchte sich J. J. Abrams nicht daran halten. Nach dem nicht mehr so erfolgreichen Beyond kündigte Netflix an, nun auch eine neue Serie im Star Trek Franchise anzuordnen. Diese ordnet sich aber wieder in der alten Zeitlinie ein und spielt noch vor Kirk zur Zeit des großen Krieges mit den Klingonen.

Die Handlung

Michael Burnham (Sonequa Martin-Green) ist Sternflotten-Offizierin auf der USS Shenzhou. Dort trifft sie mit der restlichen Besatzung auf das Klingonenschiff von T’Kuvma, der sich als Erlöser sieht und das Klingonenreich vereinen will. Nach einer Meinungsverschiedenheit mit ihrem Captain Philippa Georgiou (Michelle Yeoh) meutert sie, kann den dadurch resultierenden Krieg aber trotzdem nicht aufhalten. Verurteilt zu lebenslanger Haft gelangt Burnham durch mehrere Zufälle an Bord der Discovery. Captain Gabriel Lorca (Jason Isaacs) nimmt sie trotz ihrer Vorgeschichte mit an Bord und unterstellt sie dem Wissenschaftler Lieutenant Commander Paul Stamets (Anthony Rapp). Zusammen versuchen sie einen neuen Antrieb für das Raumschiff zu konstruieren und gleichzeitig greift die Discovery immer wieder ins Kriegsgeschehen ein, obwohl sie eigentlich ein Wissenschaftsschiff ist.

Meine Meinung

Ich muss gestehen ich bin nicht mit allen Serien und Filmen des Star Treks Universums vertraut. Die meisten Folgen habe ich wohl von Star Trek – Next Generation gesehen. Dennoch reizte mich die neuste Serie, die seit dem 25.09.2017 auf Netflix zu sehen ist. Die 15 Episoden wurden dabei wöchentlich immer 24 Stunden nach der Ausstrahlung in den USA gezeigt. Von November bis Januar pausierte die Ausstrahlung nach neun Folgen. Die restlichen sechs Folgen wurden ab Januar ebenfalls im wöchentlichen Rhythmus gezeigt.
Das erste, was bei der Sichtung von Discovery auffiel, ist wohl das neue Design der Uniformen, die den Rang nicht mehr deutlich sichtbar in den Farben rot, gelb und blau zeigten, sondern eine blaue Grundfarbe hatten und mit Gold und Silber als Ranganzeige arbeiteten. Auch die Klingonen bekamen ein ganz neues Aussehen – leider ebenfalls nicht im Positiven. Eine Modernisierung des Stoffes in allen Ehren, aber warum mussten die Uniformen und Klingonen so hässlich werden? Einmal darüber hinweggekommen, begeistert das neue Intro, dass sich zwar am Intro von Voyager orientiert, es aber noch einmal abstraktiert und nun neu und frisch anzusehen ist.
Während die früheren Star Trek Serien sich noch häufig am Episodenprinzip, also dem „Monster of the week“ orientierten, wirft Discovery dieses Prinzip direkt über Bord und präsentiert sich als ein Spielfilm aus 15 Folgen mit ca. 45 Minuten Länge. Zunächst etwas ungewohnt, funktioniert das Prinzip doch sehr schnell sehr gut, auch wenn einzelne Folgen mitunter ein wenig wie ein Lückenfüller wirken, um die Staffel auf 15 Folgen zu strecken. Auch konzentriert sich Discovery nicht mehr primär um den Captain und seine Hauptbesatzung, wie man es bisher kannte, sondern macht die Außenseiterin Michael Burnham zur Protagonistin. So wenig Screentime wie Captain Lorca hatte wohl noch kein Star Trek Captain. Aber genau das bringt diesen frischen Wind in die Serie und dadurch schafft Discovery es zu funktionieren. Denn hätten die Showrunner nur stur wieder das gleiche Prinzip angewandt, wären die Vergleiche mit den älteren Serien sofort zur Hand gewesen. Aber so lässt sich Discovery einfach nicht mit einer der bisherigen Serien vergleichen und genau das ist gut so.
Die erste Staffel von Discovery schafft es geschickt die Hauptcharaktere komplett durch zu charakterisieren und doch die Handlung permanent voranzutreiben. Während man bisher sehr sicher war, dass die Hauptcrew alle Staffeln überlebt, wird dies bereits in der zweiten Folge zerstört. Auch danach bleibt kein Charakter sicher, auch wenn es noch lange keine Game of Thrones Ausmaße annimmt. Dadurch bleibt die Serie jedoch auch spannend. Durchkreuzt wird das durchgehend hohe Niveau leider durch einen Handlungsstrang in den letzteren Folgen, der mir dann doch etwas zu abstrus war. Gut geschrieben und gut umgesetzt war er ohne Frage. Doch leider für eine erste Staffel schon viel zu übertrieben.
Neben der großen Haupthandlung bringt Discovery auch immer wieder kleinere Nebenhandlungen mit hinein, in dem es um Freundschaft, Vertrauen und Liebe geht. So hat Discovery das erste homosexuelle Pärchen an Bord. Gerade die kleineren Anspielungen setzen Discovery auf ein ganz hohes Niveau, das bis zum Ende durchgehalten wird.
Schauspielerisch hat Discovery ebenfalls viel zu bieten. So wurde Sonequa Martin-Green – vielen wohl aus The Walking Dead bekannt – als Michael Burnham gecastet. Geschickt schafft sie es den von Vulkaniern erzogenen Menschen zu spielen, die immer wieder gegen ihre Gefühle ankämpft, sie aber doch nicht immer vollständig verbergen kann. Jason Isaacs tritt nach seiner Rolle als Lucius Malfoy in den Harry Potter Filmen nun einem neuen Franchise bei und übernahm die Rolle des Captain Lorca. Auch hier weiß er durch minimalistisches Spiel zu überzeugen und schwankt zwischen strengem Captain und Vaterrolle hin und her. Doug Jones überzeugte erst in der vergangenen Oscarsaison als Wasserwesen in The Shape of Water. Auch in Star Trek bekam er wieder ein aufwendiges Make-up und wurde so zu dem Kelpianer Saru. Desweiterem sind in den Hauptrollen Anthony Rapp als Lieutenant Commander Paul Stamets, Mary Wiseman als Fähnrich Sylvia Tilly – und damit als die gute Seele der Serie – und Shazad Latif als Lieutenant Ash Tyler zu sehen.

Das Fazit

Alles neu bei Star Trek Discovery, aber auf eine gute Art und Weise. Ein würdiger Erbe im großen Franchise, auch wenn nicht jede Folge zu 100% überzeugen kann und die Handlung gegen Ende doch etwas abdriftet. Aber Fans des Franchises können sich die Serie gut und gerne einmal ansehen. Zeit ist bis 2019, wenn die zweite Staffel voraussichtlich erscheinen soll.

Cinemathek: Aus dem Nichts

Willkommen in der Cinemathek, heute mit: Aus dem Nichts. Der Film lief ursprünglich ab dem 23.11.2017 in den deutschen Kinos.

Ein Vorwort

In den letzten Wochen erschien es immer wieder in den Nachrichten. Inzwischen sind es 26 Anschläge auf Moscheen innerhalb von acht Wochen. Kurdische Bekennervideos sind zwar aufgetaucht, doch so richtig weiß man noch nicht, wer und welche Gründe dahinter stecken. Damit bekommt Fatih Akins Film Aus dem Nichts erneut eine Aktualität, die man doch lieber im Bereich der Fiktion gesehen hätte. Der Film basiert jedoch eigentlich auf dem Nagelbomben-Attentat in Köln von 2004. Erst viele Jahre später (2011) konnte der Anschlag dem nationalsozialistischem Untergrund zugeordnet werden. Bei der Verleihung der Golden Globe Awards gewann der Film in der Kategorie des besten fremdsprachigen Films. Bei den Academy Awards schaffte er es zwar als deutscher Kandidat auf die Shortlist von neun Filmen, wurde aber letztendlich nicht nominiert.

Die Handlung

Katja Sekerci (Diane Kruger) ist glücklich verheiratet mit dem Kurden Nuri und liebt ihren kleinen Sohn Rocco. Als beide bei einem Nagelbomben-Attentat sterben, bricht für Katja die Welt zusammen. Nicht nur ermittelt ihr die Polizei in eine völlig falsche Richtung, auch muss sie sich letztendlich einem langen Prozess stellen, gegen zwei Tatverdächtige.

Meine Meinung

Aus dem Nichts, ist nicht nur brandaktuell, er geht auch ohne die realen Bezüge tief unter die Haut. Unterteilt in drei Teile beginnt er mit der Geschichte des Nagelbomben-Attentats. Hier treffen wir direkt auf eine Diane Kruger in Höchstform. Denn ihre Handlungen und Emotionen sind so verständlich dargestellt, nicht übertrieben und sehr berührend. Wir lernen hier eine verzweifelte Frau kennen, die nicht weiß, wie sie ohne ihre Familie weiterleben soll. Dem gegenüber stehen die Bemühungen der Polizei, die jedoch für Katja völlig unverständlich bleiben, da sie meint, die Mörder bereits gesehen zu haben. Hochemotional geht es auch um ihre Beziehung zu ihren Eltern und Nuris Eltern, die beide jeweils gegen die Ehe von Katha und Nuri waren.
Im zweiten Teil durchleben wir mit Katja die nervenaufreibende Gerichtsverhandlung gegen die beiden Tatverdächtigen. Hier treffen verschiedene Charakter aufeinander und auch das Hassobjekt des Films ist schnell gefunden. Obwohl sich in dieser Episode fast ausschließlich im Gerichtssaal abspielt, bleibt der Film spannend und unvorhersehbar. Über den dritten Teil mit dem Titel „Das Meer“ möchte ich an dieser Stelle nicht so viel sagen, da ich ansonsten ziemlich viel von der Spannung aus dem Film nehmen würde. Zu sagen ist lediglich, dass er ein bisschen abstrakter ist und sich zunächst nicht so richtig an das Muster der ersten beiden Teile halten will. So kommt man doch nicht so begeistert aus dem Film, wie es möglich gewesen wäre. Hier hätte man den Teil deutlich kürzen können.
Die ursprünglich aus Deutschland stammende, aber inzwischen Hollywood eroberte, Diane Kruger trägt den Film praktisch allein auf ihren Schultern. Ebenso wie Larraín 2016 seine Jackie Kennedy gespielt von Natalie Portman fast durchgehend in die Kamera blicken ließ, so hält auch Arkin an Kruger Gesicht fast pausenlos fest, um alle Emotionen vollständig einzufangen. Das gelingt ihm vor allem deswegen, weil Kruger eine herausragende Performance abliefert. Dagegen kommen die anderen Darsteller im Film leider nicht an und so scheint es immer wieder einen starken Qualitätsabfall zu geben.
Auch kann der Spannungsbogen zwar größtenteils gehalten werden, aber fällt im letzten Teil doch deutlich ab. Hier hat sich Arkin etwas überschätzt und so verlässt man das Kino wenig begeistert, obwohl zwei Drittel des Films durchaus zu überzeugen wussten.

Das Fazit

Weniger ist manchmal doch mehr. Mit einem deutlich kürzeren dritten Abschnitt des Films, hätten die starken ersten beiden Abschnitte mehr Gewicht gehabt. Auch schaffen die Schauspieler es nicht an Diane Kruger heranzureichen, was mitunter etwas störend wirkt, auch wenn Kruger den Film meisterhaft auf ihre Schultern hievt. Dafür gibt es 06 von 10 möglichen Punkten.