Guardians of the Galaxy – Volume 2

Am 27.04.2017 erschien die Fortsetzung des Überraschunghits aus 2014 in den deutschen Kinos.

Die Guardians of the Galaxy Star-Lord, Gamora, Drax, Rocket und Baby-Groot haben keine Zeit sich auf ihren Erfolg auszuruhen, sondern müssen es gleich wieder tun. Gleichzeitig stehen noch immer ein paar ungeklärte Sachen zwischen ihnen und dann ist da noch die liebe Familie, die auch gerne mal Probleme macht. Also wird der ‚Awesome Mix Volume 2‘ eingeworfen und mal wieder die Galaxy gerettet.

 Im Jahr 2014 trafen wir das erste Mal auf die Guardians of the Galaxy, zumindest auf der Leinwand. In den Comics sind die dem fleißigen Marvel-Leser bereits seit 1969 bekannt. Die Comicserie war jedoch nur mäßig erfolgreich und stand immer im Schatten der anderen Marvel Comichelden. 2008 wurde die Reihe erneuert und die uns bekannte Besetzung traf zusammen: Star-Lord, Gamora, Drax, Rocket und Groot. Auf dieser Basis drehte Regisseur James Gunn den ersten Kinofilm, der 2014 in die deutschen Kinos kam. Und obwohl die Comicreihe wenig bekannt war und uns nur kurze Zeit vorher „Captain America – The Winter Soldier“ begeistern konnte, traf Guardians of the Galaxy genau den richtigen Punkt bei den Zuschauern und konnte die Menge im vorher nicht geahnten Ausmaß begeistern.
James Gunn stand nun vor der Aufgabe mit einer Fortsetzung an den Erfolg des Vorgängers anzuknüpfen. Von der Herangehensweise dürfte er auf Nummer Sicher gegangen sein. Denn die Handlung hat keinen Bezug mehr zu den anderen Filmen des Marvel Cinematic Universe (im ersten Teil war die übergeordnete Handlung um Thanos und die Inifity-Steine die Überleitung zum MCU). Damit schafft Gunn es aber das, was Joss Whedon mit Avengers – Age of Ultron nicht gelungen ist. Eine spannende, lustige und mit genau der richtigen Dosis Marvel gespickte Fortsetzung eines Teams. Denn sowohl in Guardians of the Galaxy als auch in The Avengers ging es vor allem darum, dass sich Lebewesen zu einem Team zusammen schließen mussten, die vom Charakter her nur wenig zusammen passten. Beide Filme – Guardians und Avengers – waren einmalig und sehr gut umgesetzt. Während Whedon jedoch im 2015 erschienenden Age of Ultron versucht hat viel zu viel aus dem Team zu machen und neben der Haupthandlung zu viele Nebenhandlungen einbaute, was dem Film am Ende mehr schadete, als half, zieht Gunn einen klaren Cut zwischen ersten und zweiten Teil. Die Spannungen zwischen dem Team wurden wieder eingebaut, es gibt ein Wiedersehen mit anderen bekannten Charakteren, aber es wurden auch neue vorgestellt. Daneben wurde eine sehr reduzierte Handlung geboten, die sich pointiert mit dem Thema Familie und Freundschaft auseinander setzt. Daneben baut der Film stark auf die Charaktere auf, entwickelt diese weiter und erzählt uns neues über unsere Helden. Das sorgt wieder für Zündstoff zwischen den Charakteren, aber auch für unvergleichlich lustige Momente, die den Kinosaal vor Gelächter dröhnen ließ. Natürlich durften die spannenden Weltraumschlachten und ein einmaliger Soundtrack, der uns wieder zurück in die 1980er Jahre schickte, nicht fehlen.
So kombiniert Gunn Witz, Spannung, Tragik, Drama und Tiefgründiges in einem Film, der damit eine weite Zielgruppe abdeckt. Und obwohl der Film vieles richtig macht, merkt man bei genauem Hinschauen und beim rückblickenden Nachdenken über den Film ein paar kleinere Mängel. So verlässt sich der Humor sehr stark auf die bereits im ersten Teil genutzten Techniken, wie beispielsweise Drax‘ fehlendes Verständnis für Taktgefühl und reizt dies vielleicht ein bisschen sehr aus. Es fehlen also ein paar neue Humorstrukturen, die noch mehr frischen Wind in den Film gebracht hätten. Auch ist die Handlung vielleicht etwas zu sehr reduziert. Gerade im Haupthandlungsstrang gab es doch ganze Szenen, die wenig ausgesagt haben. Diese hätte man kürzen können und dafür die beiden Nebenhandlungsstränge etwas mehr ausdehnen können. Aber im Endeffekt ist dies Meckern auf hohem Niveau und fällt beim Sehen des Films nicht auf.

Alles in allem eine sehr gelungen Fortsetzung, die noch mehr vom dritten Teil erwarten lässt. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.

Life

Am 23.03.2017 erschien ein Film über Leben vom Mars in den deutschen Kinos.

Die ISS bei der Mars Pilgrim 7 Mission. Sechs Wissenschaftler befinden sich an Bord und untersuchen Proben einer Sonde, die gerade vom Mars kam. Dabei entdecken Sie einen winzigen außerirdischen Organismus, der jedoch schnell wächst. Die anfängliche Freude über das erste Leben im Weltraum, schlägt bald in einen Überlebenskampf um.

Während uns Denis Villeneuve im letzten Jahr mit Arrival einen friedlichen Film über Außerirdische brachte, schlägt Life wieder einen ganz anderen Ton an. In der Umsetzung wird er gerne als eine Mischung aus Alien und Gravity bezeichnet. Er spiegelt die anfängliche Euphorie der ganzen Welt wieder, als der außerirdische Organismus gefunden wurde und das der erste Beweis für Leben außerhalb der Erde ist. Diese Euphorie schlägt jedoch bald um als “Calvin”, wie der Organismus genannt wird, bösartig wird und sich gegen die Besatzung der ISS richtet.
Die Mars Pilgrim 7 Mission. An Bord der ISS befinden sich am Anfang des Films Dr. David Jordan, der Bordarzt, Miranda North, Quarantänenbeauftragte, Sho Murakami, der Systemingenieur, Dr. Hugh Derry, der leitende Wissenschaftler, Roy Adams, der Flugingenieur und Ekaterina Golovkina, ebenfalls Wissenschaftlerin. Ihr größter Wunsch: Leben außerhalb der Erde zu finden. Aber wie heißt es so schön: Man sollte aufpassen, was man sich wünscht. Zunächst sieht alles nach einer üblichen Mission aus. Die ISS empfängt Proben von einer Sonde, die diese vom Mars aufgesammelt hat. Ganz nach Vorschrift untersucht Dr. Derry die Proben und findet zunächst nichts ungewöhnliches. Bis er auf einen winzig kleinen Organismus stößt. Die Euphorie ist unbeschreiblich. Zum ersten Mal wurde Leben außerhalb der Erde nachgewiesen. Auch auf der Erde wird gefeiert. Schnell wird ein Name für den Organismus gefunden: Calvin. Doch Calvin scheint intelligenter zu sein, als zunächst angenommen. Schnell entdecken die Astronauten, dass Leben außerhalb der Erde nicht unbedingt etwas positives sein muss.
Life startet zunächst mit einer lockeren und entspannten Atmosphäre. Vorallem die Sprüche von Ryan Reynolds Charakter Roy Adams lockern die Stimmung ungemein auf. Sobald Calvin jedoch stärker wird, kippt die Stimmung und der Film befeuert von nun an eine spannungsgeladene Atmosphäre. Gerade ab hier erinnern viele Szenen an Alien. Man weiß, dass Calvin irgendwo auf der ISS sein muss. Nur wo? Die immer neuen Versteckspiele der Crew und die möglichen Lösungsansätze sind spannend und halten einen den ganzen Film über in Atem. Gerade das Ende ist noch einmal so spannend gestaltet, dass man gar nicht von der Leinwand wegsehen kann. Mit 104 Minuten Spiellänge trifft Life genau die richtige Länge, ehe der Überlebenskampf an Bord nicht mehr so spannend werden kann.
Die Einflüsse von Alien sind während des ganzen Films spürbar, so dass nun kein gänzlich neues Werk über die Leinwand flimmert. Dennoch sind viele neue Ideen dabei und gerade die guten schauspielerischen Leistungen machen Life sehenswert. Gerade das Zusammenspiel zwischen Ryan Reynolds und Jake Gyllenhaal trifft einen guten Ton. Diese Kombination aus Schauspielern wäre schon ein Film wert.
Letztendlich fühlt man sich während des Filmes gut unterhalten und bekommt genau den Film vorgesetzt, den man nach dem Trailer erwartet hat mit ein bis zwei positiven Überraschungen und Wendungen. Dennoch wird Life im Gegensatz zu Alien wohl kein zeitloser Klassiker werden. Dafür fehlte ihm irgendwo doch die gesunde Portion neuer Ansatz.

Alles in allem ein gelungener Film, der aber nicht aus dem Schatten seines Vorbildes springen kann. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

Passagier 23

Sebastian Fitzek hat bei uns im Hörbuchregal eine große Stellung eingenommen, seit ich meinem Freund das erste vor ein paar Jahren zu Weihnachten schenkte. Da ich mich selten an Hörbücher heranwage, hatte ich noch keines seiner Werke gelesen. Eher durch Zufall bat mich mein Freund neulich aber bei einer meiner ausschweifenden Buchbestellungen auch ihm ein neues Buch zu kaufen (diesmal kein Hörbuch). Auf meine Frage, welches er denn möchte, meinte er nur: “Eins von Fitzek, das ich noch nicht habe”. Für Passagier 23 gab es zu dem Zeitpunkt ein gutes Angebot, weswegen ich ihm das Buch kaufte. Doch nachdem ich mein Paket mit Büchern öffnete und den Klappentext zu Passagier 23 durch las, wusste die Tourismuskauffrau in mir, dass sie dieses Buch lesen musste.

Martin Schwartz ist verdeckter Ermittler und riskiert viel in seinem Job, seit er vor ein paar Jahren Frau und Sohn verloren hat, die während einer Kreuzfahrt spurlos verschwanden. Doch nun ist ein ebenfalls auf einer Kreuzfahrt vermisstes Mädchen wieder aufgetaucht, mit dem Teddy von Martins totem Sohn im Arm. Obwohl er nie ein Kreuzfahrtschiff betreten wollte, macht sich Martin auf dem Weg zu einer Kreuzfahrt, die er nie vergessen wird.

Eigentlich habe ich mich beim Lesen so ziemlich aus dem Genre Thriller verabschiedet, nachdem mich nichts mehr so richtig fesseln konnte. So glaubte ich doch bereits alles gelesen zu haben. Auch nachdem mir zu Sebastian Fitzeks Romane sinngemäß gesagt wurde “Kennst du ein Buch, kennst du alle”, war mein Interesse nicht gerade geweckt. Aber ein Thriller, der den Klappentext mit “Willkommen auf Ihrer Kreuzfahrt” beendet, musste dann doch von mir gelesen werden. So gehört es doch zu meinen täglichen Pflichten Kreuzfahrten zu empfehlen und zu verkaufen, selbst wenn ich selbst noch kein Schiff betreten habe.
Fitzek stellt uns zunächst den Protagonisten Martin Schwartz vor. Er arbeitet als verdeckter Ermittler bei der Polizei und geht dabei immer wieder ziemliche Risiken ein, denn sein eigenes Leben ist ihm ziemlich egal, da er nach dem Tod seiner Frau und seines Sohnes seinen Lebenswillen verloren hat. Zunächst wird Martin sehr unsympathisch charakterisiert, ein grober Mann, der zutiefst verbittert ist. Es dauert eine Weile bis man mit ihm warm wird, dafür muss er zunächst auf das Kreuzfahrtschiff “Sultan of the Seas” reisen. Hier sind vor ein paar Jahren seine Frau und sein Sohn verschwunden. Offiziell haben die beiden Selbstmord begangen und das Gegenteil konnte Martin nie beweisen. An Bord erfährt er, dass es nicht unüblich ist, dass Gäste Selbstmord begehen, indem sie sich ins Wasser stürzen. Doch einige Selbstmorde seien merkwürdig. Vorallem als die kleine Anouk wieder auftaucht, die ebenfalls offiziell Selbstmord begangen hat und dabei den Teddy von Martins totem Sohn in den Armen hielt. Schnell ist Martin in einem Strudel voller Verstrickungen und Geheimnisse, dem er sich nicht mehr entziehen kann.
Die Handlung von Passagier 23 läuft sehr geradlinig ab. Durch eine überschaubare Anzahl an Charakteren aus deren Sicht teilweise die Kapitel geschrieben wurden, ist das Tempo des Buches sehr dynamisch, und auch abwechslungsreich. Die beschriebenen Wendungen im Verlauf der Handlung sind nun nicht absolut unvorhersehbar, aber größtenteils konnte das Buch immer wieder mit kleinen Überraschungen um die Ecke kommen.
Die Charaktere sind sehr vielseitig, auch wenn ein Großteil von Ihnen leider sehr unsympathisch gezeichnet wurden. So wirklich einen Charakter, mit dem ich mich identifizieren konnte, gab es nicht. Andererseits ist dies vielleicht besser so, weil auf dem Schiff möchte ich nicht mitgefahren sein.
Passagier 23 ist ein gutes Buch für Zwischendurch. Es lässt sich sehr flüssig und sehr zügig lesen. Durch die überschaubare Charakteranzahl muss man nicht viel nachdenken.

Alles in allem ein gelungener Thriller, bei dem man nicht zu viel nachdenken muss, mit einem sehr interessanten Setting, aber leider sehr unsympathischen Charakteren.

Beauty and the Beast & Meine Londonreise

Wenn eine filmliebende Bloggerin mit einer ebenfalls filmlliebenden Freundin nach London reist, ist es wohl unausweichlich, dass man sich an irgendeiner Stelle in einem Kinosaal wiederfindet. Und so kam es auch. Am letzten Montag flog ich mit meiner besten Freundin Alice nach London (erinnert ihr euch an ihre Gastkritik zu Jurassic World?). Da wir bereits sehr früh flogen, mussten wir um 2Uhr Nachts aufstehen. Dementsprechend müde waren wir dann in London. So beschlossen wir unsere Sightseeing Tour erst am Dienstag zu starten und gingen in die Nachmittagsvorstellung von Beauty and the Beast im Curzon Victoria.

Das Kino:

Wir wählten das Curzon in Victoria, weil es am nähsten zu unserem Hotel lag. Bekommen haben wir ein sehr kleines Kino. Unser Kinosaal hatte vielleicht 30-40 Sitzplätze, die aber gut gefüllt waren. Sitze und Leinwand waren mit einem deutschen kleinen Kino vergleichbar. Auch die Werbung vorab und die Trailer waren aus Deutschland bekannt. Allerdings gab es keine Eispause, die sich ewig hinziehen konnte (kann natürlich auch an der Größe des Kinos liegen). Dafür gab es statt einem Foyer eine schöne Lounge, in der man sich niederlassen konnte mit einer kleinen Bar, die wenig Wünsche offen lässt. Das Curzon gehört zur gleichnamigen Kinokette, die überall in London verstreut liegen und bewahrt sich dabei seinen Charme, bei dem die großen Ketten in Deutschland (CineStar, Cinemaxx, Cineplex, etc.) nicht mithalten können.

Der Film:

Ursprünglich hatte ich die neuste Realverfilmung eines alten Disneyklassikers bestreikt, weil ich Disney für diesen sehr unkreativen Weg Geld zu verdienen, nicht auch noch belohnen wollte. Während bei den ersten drei Realverfilmungen (Maleficent, Cinderella und The Jungle Book) wenigstens immer irgendwo eine neue Stimmung, ein neues Gefühl oder ein neuer Ansatz gezeigt wurden, wurde Beauty and the Beast beinahe wörtlich adaptiert. Dadurch, dass ich den film jedoch im englischen Original sah, fiel mir dies jedoch weniger negativ auf.
Der Film ist vorallem mit guten Schauspielern besetzt, die den größten Charme des Films ausmachen. Hinzu kommt das liebevolle Szenenbild und die altbekannte, aber noch immer herzberührende, Musik des Films. Hingegen konnte das sprechende Mobiliar von der Gestaltung nicht mit der Disneyvariante mithalten. Ich hatte lange Probleme sie als sympathisch wahrzunehmen.
Die einzigen Abweichungen zum Drehbbuch von 1991 sind ein paar Hintergrundinformationen über die Eltern von Belle und dem Biest. Hier wurde anscheinend versucht etwas Tiefe zu vermitteln und den Charakteren eine Hintergrundgeschichte zu geben. Allerdings wird dies so schnell und so lieblos abgehandelt, dass man den Versuch der Tiefe als gescheitert ansehen darf.

Alles in allem konnte mich Beauty and the Beast irgendwo doch überzeugen, vorallem durch das schöne Szenenbild und die guten Schauspieler. Meine Grundkritik, dass es für Disney lediglich schnelles Geld war, besteht aber weiterhin. Dafür bekommt der Film 06 von 10 möglichen Punkten.

Meine Reise nach London:

Dies soll nun kein ausführlicher Reisebericht werden, denn dafür hat dieser Blog denke ich mal die falsche Zielgruppe. Trotzdem möchte ich ein paar Worte verlieren und euch das ein oder andere Bild zeigen.
Zunächst sollte gesagt sein, dass dies mein erster Trip nach London war. Demnach war ich also noch sehr überrascht über die saubere Großstadt und die freundlichen Menschen. Wir waren für 5 Tage in London und dachten, dass die Zeit gut reichen würde, um alles wichtige zu sehen. Diese Fehleinschätzung mussten wir bereits am zweiten Tag feststellen. Denn die Sehenswürdigkeiten haben im Schnitt von 10Uhr bis 17Uhr geöffnet. Aber gerade im Tower of London oder im Westminster Abbey verbringt man gerne mal ein paar Stunden und wenn man dann noch die Entfernungen zwischen den Sehenswürdigkeiten mit einrechnet, schafft man im Eiltempo maximal drei Sehenswürdigkeiten an einem Tag. So kam es, dass ich zwar für mich die wichtigsten Sehenswürdigkeiten gesehen habe, aber bei weitem nicht alles, was ich mir vorgenommen hatte.

Ein kleiner Blick auf die Themse.

Wie könnte es einen Bericht über London ohne ein Bild des Glockenturm mit der gewaltigen Big Ben geben?

St. Pauls Cathedral. Man beachte den strahlend blauen Himmel, während es in Deutschland teilweise geschneit hat 😉

Ein Besuch im Sherlock Holmes Museum durfte natürlich auch nicht fehlen!

Ich möchte noch einmal das wunderschöne Wetter betonen. Oh und das Bild zeigt das London Eye 😉

Mein ganz persönlicher Towerrabe führte uns durch den Tower of London und fand den Weg bis zu mir nach Hause 🙂

Zum Abschluss kann ich nur sagen: London, ich komme wieder. Und dann zeigst du mir all deine anderen Schätze!

Rückblick auf das 1. Quartal 2017 – Highlights und Enttäuschungen

Hallo ihr Lieben,
wenn ihr das lest, bin ich hoffentlich bereits in London gelandet und konnte mein Hotelzimmer beziehen. Damit sich mein Quartalsrückblick aber nicht noch weiter nach hinten verschiebt – und ihr nicht eine ganze Woche auf ein Lebenszeichen von mir verzichten müsste 😉 – habe ich das Osterwochenende produktiv genutzt und meinen kurzen Rückblick erstellt. Im ersten Quartal habe ich 25 Filme gesehen (12 im Januar, 7 im Februar und 6 im März) und habe zusätzlich 5 Filme in der Cinemathek aus dem Jahr 2016 gesehen. Macht einen Schnitt von 30 Filmen, mit dem ich sehr zufrieden bin. Ausschlaggebend war natürlich die Oscarsaison, die im Januar startete, weswegen der Januar auch mein stärkster Monat ist (Zählung richtet sich nach dem Monat, in dem der Film in den deutschen Kinos erschien, unabhängig, wann ich ihn letztendlich gesehen habe). Ohne langes Geplänkel nun hier meine Highlights und Enttäuschungen des ersten Quartals im Ranking:

Die Enttäuschungen

Platz 5: Elle

Der französische Film über eine Frau, die etwas unkonventionell mit ihrer Vergewaltigung umgeht. Isabelle Huppert war für die Rolle als beste Hauptdarstellerin für die Oscars nominiert. Auch wenn ihr Spiel das einzige war, das den Film getragen hat, so konnte sie gegen die starke Konkurrenz nicht ankommen. Elle konnte jedoch weder mit dem Umgang mit der Thematik, noch mit ihren Charakteren wirklich punkten und landet so leider unter den Enttäuschungen.

Platz 4: The Boss Baby

Während Disney mit ihren letzten Animationsabenteuern wieder alle Register zog (Alles steht Kopf, Zoomania und auch Vaiana), fällt es DreamWorks schwer bei The Boss Baby die richtige Zielgruppe zu finden. Für Erwachsene zu kindlich, für Kinder zu viele Anspielungen, die sie einfach nicht verstehen können. So fehlen die richtigen Lacher, obwohl die Grundidee eigentlich sehr süß und schon sehr lustig war. Trotzdem hier Platz 4 für The Boss Baby, da er am Ende einfach zu vorhersehbar war.

Platz 3: Ghost in the Shell

Während Manga und Anime viele Fans gewann, verließen die Kinozuschauer die Realverfilmung mit Scarlett Johannson eher missmutig und enttäuscht. Das dürfte vor allem an den nichtssagenden Dialogen und dem Hauptaugenmerk auf die Bilder liegen. So sagt Ghost in the Shell praktisch nichts aus und charakterisiert auch seine Figuren nicht einmal ansatzweise. Ein bisschen mehr Hintergrundrecherche im Manga wäre hier angemessen gewesen.

Platz 2: Power Rangers

Wo wir bei platten und nichtssagenden Dialogen sind und Charakteren ohne Tiefe, haben wir im ersten Quartal gleich noch einen zweiten Vertreter. Auch Power Rangers basiert auf einem großen Franchise, fängt aber wieder ganz von vorne an. Während sich aber zwei Drittel des Films mit der Charaktereinführung befassen sollen, wird genau dies aber verpasst. So haben wir sehr platte und sehr austauschbare Charaktere und Power Rangers fehlt zusätzlich noch die außergewöhnlichen Bilder von Ghost in the Shell.

Platz 1: The Lego Batman Movie

Während ich den ersten Teil noch absolut feierte, bekam nun der heimliche Hauptcharakter des Lego Movies seinen eigenen Solofilm. Nur leider funktionierten die Gags, die den ersten Film absolut erheiterten, nicht, um einen ganzen Film daraus zu drehen. So war zwar für beinahe jedes Fandom etwas dabei, aber dafür eine sehr platonische und austauschbare Handlung und Gags, die einfach nicht richtig zünden wollten. So hat The Lego Batman Movie es auf meine Platz 1 der Enttäuschungen des ersten Quartals geschafft.

Die Highlights:

Platz 5: La la Land

Das Musical, das gleich zum Anfang des Monats einen absoluten Hype auslösen konnte. 14 Oscarnominierungen und davon immerhin 6 Oscars gewonnen (und beinahe auch in der Königsdisziplin 😉 ). Der Soundtrack ging unter die Haut und der Film ließ das Herz von Träumern höher schlagen. Mein Platz 5.

Platz 4: Verborgene Schönheit

Ein Film, der sich mit einer ganz anderen Art der Trauerbewältigung befasst. Viele mochten ihn nicht, weil er sehr emotional war und auch die Dialoge emotional hochtrabend war. Aber bei mir hat der Film genau einen Nerv getroffen und der grandiose Cast konnte absolut überzeugen.

Platz 3: Jackie

Natalie Portman in absoluter Bestform. Hier hätte ich ihr den Oscar für ihre Rolle als Jackie Kennedy absolut gegönnt. Fast 90% des Films hängt die Kamera an Portmans Gesicht und sie fängt die Verwirrung, die Trauer und die Maske hinter der sich Mrs Kennedy versteckte direkt nach der Ermordung ihres Mannes ein. Schauspielkunst auf höchstem Niveau.

Platz 2: Logan

Es war ein Abschied im Hause X-Men. 16 Jahre lang war Hugh Jackman Wolverine. In Logan verkörperte er nun die deutlich gealterte Version und muss mit ganz neuen Problemen kämpfen. Dabei schlug der Film einen für Superheldenfilme untypischen Ton an und traf dabei genau den passenden Nerv in der Fangemeinde. Ein würdiger Abschied.

Platz 1: Hidden Figures – unerkannte Heldinnen

Wie habe ich auf diesen Film gewartet, nachdem ich den ersten Trailer gesehen habe. Und er hat genau meine Erwartungen erfüllt. Ein Film mit einer schwierigen Thematik, der trotzdem einen sehr positiven und hoffnungsvollen Ton anschlägt. Er kombiniert Rassismus und Vorurteile mit Hoffnung. Mein Highlight im ersten Quartal 2017!

Und sonst so?

Ansonsten brachte uns The Great Wall viel Farbe und Action auf die Leinwand, ließ uns Split James McAvoy in 23 verschiedenen Rollen erleben, gruselten wir uns in A Cure for Wellness, ließen wir uns in Mein Blind Date mit dem Leben auch mit Behinderung nicht unterkriegen und genoßen die vielen guten Filme der Oscarsaison.

Und in der Cinemathek?

Dort konnte mich My first Lady und Florence Foster Jenkins am meisten begeistern.

The Boss Baby

Am 30.03.2017 erschien ein neuer Animationsfilm aus dem Hause DreamWorks in den deutschen Kinos.

Er kam mit einem Taxi an, trägt einen Anzug, hat eine tiefe Stimme und verhält sich irgendwie merkwürdig. So beschreibt Tim seinen neuen kleinen Bruder. Während die Eltern nur noch für das Baby da zu sein scheinen, versucht der 7-jährige Tim herauszufinden, was genau mit seinem Bruder nicht stimmt.

Jeder, der das ältere Geschwisterchen ist, kennt den Moment, wenn einem die Eltern mitteilen, dass man bald kein Einzelkind mehr sein wird. Jeder geht mit dieser Nachricht anders um. Und dann irgendwann ist der große Moment da und der Storch kommt vorbei und bringt ein kleines schreiendes Baby vorbei. Die Babys kommen doch vom Storch, oder?
Nicht in The Boss Baby. Hier kommen die Babys vom Fließband und werden nach einem Test entweder zu den Familien gebracht oder ins Management von Baby Corp. Hier sorgen die Mitarbeiter, die bereits denken und sprechen wie Erwachsene, dass die Liebe der Menschen sich zum größten Teil auf Babys verteilt und nicht auf Hunde und ähnliches. Eines Tages wird das Boss Baby (im Film wird nie ein anderer Name genannt) zur Familie Templeton geschickt, um undercover Nachforschungen anzustellen. Während die Eltern Ted und Janice komplett in ihrer Elternrolle aufgehen und sich auch keineswegs wundern, wieso das Baby einen Anzug trägt oder im Taxi zur Familie kam, ist der 7-jährige Tim alles andere als begeistert, die Liebe seiner Eltern auf einmal teilen zu müssen. Gleichzeitig fallen ihm die eigenartigen Verhaltensweisen des Babys auf. Er ist sich sicher das Ganze auch beweisen zu können.
In The Boss Baby geht es primär um die Akzeptanz eines neuen Familienmitglieds und inwiefern sich dann das Familienleben ändert und wie man als Erstgeborenes damit umgeht. Dabei wird das Thema extrem überzogen dargestellt in Form eines sehr dominanten Babys.
Während Disney und Pixar Jahr für Jahr Filme produzieren, die sowohl viele lustige Szenen für die Kinder einbauen, als auch genug Thematik und Andeutungen haben, um auch bei den Erwachsenen gut anzukommen, tut sich DreamWorks mit The Boss Baby in der genauen Zielgruppe etwas schwer. Zu 75% ist der Film sehr stark auf die Zielgruppe der Kinder angelegt und daher auch sehr zuckersüß gestaltet, so dass Erwachsene eher wenig Gefallen an dem Film finden dürften. Dann aber gibt es noch die restlichen 25% in der die Dialoge sich sehr stark auf Dinge beziehen, die Kinder einfach noch nicht kennen, wie beispielsweise der Satz aus dem Trailer “Du hast eindeutig nicht BWL studiert”. Woher soll ein Kind wissen, was BWL ist? So ist es schwierig eine Empfehlung für den Film auszusprechen, weil man ihn keiner Zielgruppe zu 100% empfehlen kann.
Die Handlung selbst ist sehr vorhersehbar- abgesehen von einer Wendung zwischendurch, die doch überraschen konnte – und nach dem altbekannten Schema konstruiert. Die Charaktere waren allesamt sehr weichgespült und hatten wenig Tiefe. Auch die Gagdichte ließ zu wünschen übrig. Wenn das Publikum – also auch die Kinder – gerade einmal alle ca. 20 Minuten ein bisschen schmunzeln können, dann ist die Humorschiene definitiv verfehlt, andererseits legt der Film es aber genau darauf an. So nehmen die Schwächen des Films leider überhand und lassen die eigentlich süße Idee hinter dem Film in der Versenkung verschwinden. Im Endeffekt geht man aus dem Kino und hat den Film nach ein paar Minuten wieder komplett vergessen.

Die Idee bot Potenzial, aber die Umsetzung weist zu viele Mängel auf. Dafür gibt es 04 von 10 möglichen Punkten.

Smoke

Werbung in den sozialen Medien kann sehr wirkungsvoll sein. Und als mir Smoke praktisch ständig irgendwo als Werbung entgegen sprang und dann die Idee auch noch interessant klang, wusste ich, ich wollte Smoke lesen.

Im London des 19. Jahrhunderts gibt es ein Phänomen, das alle betrifft. Rauch, der nach jeder Lüge, jedem schlechten Gedanken, jedem unanständigem Wunsch aus den Hautporen der Menschen dringt. In dieser Zeit leben die Schuljungen Charlie und Thomas, beide aus adligem Haus. Durch Zufälle werden sie in einen Strudel aus Intrigen, Manipulation und Verschwörungen mit hineingezogen, um hinter den wahren Grund des Rauchs zu kommen.

Was, wenn jeder böse Gedanke direkt sichtbar werden würde. Wenn man einem direkt ansehen würde, wenn er schlechte Absichten hat? Wie weit würden wir unser Denken einschränken und kontrollieren können? Genau mit diesen Fragen beschäftigt sich Autor Dan Vyletta in seinem Roman Smoke. Hier ist der Rauch allgegenwärtig und entströmt jedem, ungeachtet seiner Herkunft. Dabei wird der Rauch beinahe als denkendes Wesen beschrieben, das kleine Notlügen nicht beachtet, aber ansonsten bei jedem “Vergehen” oder falschen Gedanken aus allen Poren strömt. Leider versteckt sich Vyletta immer wieder hinter vagen Andeutungen über die genaue Funktionsweise des Rauchs, obwohl praktisch jeder Charaktere nur pausenlos daran denkt oder darüber redet. Trotzdem ist einem selbst nach den über 600 Seiten des Buches noch immer nicht so genau klar, was es denn mit dem Rauch auf sich hat, außer, dass er sehr schwer wieder von der Haut zu bekommen ist.
Gleichzeitig wird durch den Rauch die Gesellschaft noch deutlicher in Arm und Reich gespalten. Denn die Reichen werden schon von der Schulzeit an darauf getrimmt, möglichst wenig zu rauchen und auf Internaten immer wieder für Rauch bestraft. Gleichzeitig kommen teure “Hilfsmittel” dazu, die sich auch nur der adlige Teil der Bevölkerung leisten kann. So rauchen die Armen relativ unkontrolliert und nach all den Jahren auch ohne Scham.
Das Ganze spielt im London des 19. Jahrhunderts, zu einer Zeit, in der England sich praktisch vom Rest der Welt abwendet. Keine Importe, keine Exporte, keine Reisen. Der Rauch kontrolliert praktisch das Denken. England steht in seiner Entwicklung still, weil auch keine Erfindungen des Kontinents auf die Insel kommen dürfen. Doch vereinzelt kommen Revolutionsgedanken auf. In eine dieser Gedankenspiele stolpern die Schuljungen Charlie und Thomas, beide adliger Abstammung. Sie verlassen den Schutz ihres Internats und untersuchen selbstständig die Hintergründe und Intrigen, die der Rauch hervorruft.
Smoke kommt mit 624 Seiten und einer neuen und interessanten Idee daher. Zunächst fing ich auch sehr begierig an zu lesen, bis die Probleme des Buches immer deutlicher wurden.
Das wohl größte Problem ist die Länge des Buches bei der wenigen Handlung, die erzählt wird. Vyletta verliert sich in unwichtigen Schritten und erzählt die Handlung sehr detailreich. Dabei verliert er aber das Wesentliche aus den Augen und selbst nach der Hälfte des Buches hatte man noch keine Ahnung, worauf es hinauslaufen soll. Ebenso werden die Kapitel aus der Sicht eines allwissenden Erzähler geschrieben. Allerdings ist es vielleicht ein Nachteil, dass dieser alle Gedanken der Charaktere kennt, denn leider beschreibt er uns diese auch immer wieder ausführlich. Leider doppeln sich die Gedanken sehr stark und zu 50% denken die Charaktere auch nur über den Rauch nach. Hier hätte man deutlich sparen können oder wirklich wichtige Gedanken aufschreiben können. Denn obwohl jeder Charakter viel Platz auf den Seiten bekommt, weiß man trotzdem nur wenig über ihre Beweggründe und Handlungsabsichten. Auch schiebt Vyletta nach jedem Kapitel ein Zwischenkapitel ein, das immer aus der Sicht eines Charakters geschrieben ist. Allerdings werden nur selten die Hauptcharaktere benutzt und vielmehr unwichtige Nebencharaktere, wie der Butler oder der Leibdiener. Diese haben weder einen Einfluss auf die Handlung, noch erzählen sie etwas wichtiges zur Handlung. Damit sind sie praktisch überflüssig. Erst gegen Ende des Buches wiederholen die Zwischenkapitel auch nicht mehr das im vorangehenden Kapitel beschriebene, sondern enthalten ein bisschen eigene Handlung.
Der zweite große Schwachpunkt des Buches sind seine Charaktere. Da keine besonders liebevoll charakterisiert wurde und man bei jedem über die Beweggründe im Dunkeln gelassen wird und sie praktisch nur über den Rauch nachdenken, erfährt man einfach nichts über sie. Dadurch sind sie so austauschbar, dass selbst Verletzungen und Todesfälle einen beim Lesen kalt lassen. Man fiebert nicht mit ihnen und dadurch zieht sich das Buch noch mehr, als es sich ohnehin schon durch die überflüssigen Kapitel zieht.
Insgesamt gesehen könnte man das Buch von 600 Seiten auf ca. 200 zusammenkürzen und hat immer noch alles wichtige erhalten. Dann könnte man konkretere Aussagen über den Rauch einfügen und die Charaktere richtig vorstellen. Selbst damit kommt man aber nicht auf über 400 Seiten. Aber dann könnte die Grundidee vielleicht interessant und spannend rübergebracht werden.

Alles in allem wurde die gute Grundidee sehr mühselig und wenig spannend umgesetzt. Hier wäre eindeutig mehr Potenzial vorhanden gewesen.

“Smoke” wurde mir als kostenloses Rezensionsexemplar vom Bloggerportal der Verlagsgruppe Random House zur Verfügung gestellt. Vielen Dank hierfür!

Cinemathek: Florence Foster Jenkins

Willkommen in der Cinemathek, heute mit: Florence Foster Jenkins. Der Film lief ursprünglich ab dem 24.11.2016 in den deutschen Kinos.

Madame Florence Foster Jenkins ist sehr wohlhabend, aber auch sehr krank. Ihr einziger Lebensinhalt ist die Musik. Da ihr das Klavierspiel durch eine Nervenschädigung verwehrt bleibt, singt sie für ihr Leben gerne Arien. Das einzige Problem an der Sache: Sie kann absolut nicht singen. Doch ihr Mann St. Clair Bayfield setzt alles daran, dass sie ihren Traum leben kann und niemals erfährt, wie schlecht sie singt.

Jahr für Jahr treten bei den verschiedensten Castingshows im deutschen Fernsehen Leute an, die unbedingt wollen, dass ihr Talent entdeckt wird. Gerade offene Gesangscastings zeigen aber schnell, dass nicht jeder das Talent hat, was er in sich selbst zu schlummern glaubt. Aber was, wenn man gar nicht auf die Castingshows angewiesen wär, sondern gleich das nötige Geld hätte, um Konzerte geben zu können oder gar Platten aufzunehmen?
Florence Foster Jenkins lebt praktisch nur für die Musik. Durch ein großes Erbe ist es ihr vergönnt, ihr ganzes Leben nach der Musik auszurichten. Bereits als Kind spielte sie begeistert Klavier und feierte Erfolge damit, doch nach einer Erkrankung, die unter anderem ihre Nerven schädigte, kann sie nicht mehr spielen. Also widmet sie ihr Leben nun auf andere Weise der Musik. Zum einen spendet sie immer wieder großzügig an verschiedene musikalische Einrichtungen, zum anderen singt sie für ihr Leben gern. Dafür engagiert sie extra einen Gesangslehrer von der Metropolitan Opera und den Klavierspieler Cosme McMoon. Dieser ist sehr überrascht, als er sie zum ersten Mal singen hört. Denn Madame Jenkins Gesang besteht aus einer Aneinanderreihung schiefer Töne und der Nichtachtung des Takts. Doch ihr Mann und ihr Gesangslehrer loben ihren Gesang in den höchsten Tönen. St Clair Bayfield, ihr Mann, setzt eine Menge Geld ein, damit immer nur ausgewählte Menschen ihren Gesang hören und sie hinterher loben können. Denn eine echte Kritik, so befürchtet er, könnte ihren Gesundheitszustand verschlechtern.
Florence Foster Jenkins ist ein etwas gespaltener Film. Denn zum einen thematisiert er eine unglaubliche Leidenschaft zur Musik und die Geschichte einer außergewöhnlichen Liebe und einer tiefen Freundschaft. Andererseits spielt er 1944, also noch mitten im zweiten Weltkrieg und thematisiert nebenbei die schrecklichen Folgen einer Krankheit. Die Grundstimmung ist jedoch während des ganzen Films sehr positiv. Die “negativen” Aspekte, wie Krieg und Krankheit werden dabei dem Zuschauer etwas untergeschoben. So kann man Florence Foster Jenkins mit einer Leichtigkeit gucken und sich an Madame Jenkins Auftritten erfreuen, ohne genauer über die ganzen Umstände nachzudenken. Trotzdem trifft einen gleichzeitig ihre Geschichte, denn sie singt sich – trotz schiefer Töne – in die Herzen der Zuschauer.
Das liegt vor allem an Meryl Streeps Schauspielkünsten. Diese schwanken bekanntlich von Film zu Film, aber als Florence Foster Jenkins ist sie wieder in Höchstform. In einem Interview sagte sie, dass für sie die größte Hürde der Rolle war, wirklich schief zu singen. Bereits in Mamma Mia zeigte sie, dass sie eigentlich singen kann und auch für Florence Foster Jenkins arbeitete sie mit einem Lehrer für Arien zusammen. Erst kurz vor Drehbeginn musste sie lernen diese Lieder schief zu singen. Vor allem die Überwindung zu haben Lieder bewusst schief zu singen, im Bewusstsein, dass jeder der dies hört unweigerlich anfangen wird zu lachen. Chapeau Mrs Streep!
Die übrigen Schauspielleistungen siedeln sich souveränen Bereich an und stechen nicht heraus. Lediglich Simon Helbergs Synchronstimme scheint nicht so richtig zu seiner Rolle zu passen. Sie spricht sehr hoch und piepsig und schafft die Betonungen der Mimik nicht widerzuspiegeln.
Der Film erzählt die Geschichte sehr geradlinig, ohne Schnörkel oder überflüssige Dialoge. Dabei überzeugt vor allem das Gute Herz von Madame Jenkins, was den Film so sehenswert macht. Ein richtiger Spannungsfaktor kommt nur bedingt auf, ist bei diesem Film aber auch überflüssig.

Alles in allem ein Film, der die Herzen berührt. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

Ghost in the Shell

Am 30.03.2017 erschien ein Film, der auf einem Manga basiert, in den deutschen Kinos.

Major ist selbst in ihrer futuristischen Welt noch einzigartig, denn zum ersten Mal wurde ein menschliches Gehirn in einem androiden Körper verpflanzt. Nun arbeitet sie als Agentin für die Eliteeinheit Sektion 9. Bei einem Einsatz treffen sie auf eine terroristische Verschwörung, die es auf die Köpfe hinter Hanka Robotics, der führenden Firma für androide Ersatzteile, abgesehen haben und Major muss feststellen, dass das, was sie zu wissen glaubt, vielleicht nicht ganz die Wahrheit ist.

Ghost in the Shell basiert relativ lose auf dem gleichnamigen Manga und orientiert sich eher an dem 1995 erschienenen Anime. Allerdings wurden auch hier nur die wenigsten Elemente übernommen und stattdessen eine neue Handlung erdacht. Geblieben ist das Grundszenario und der Handlungsort. Eine kurze Zusammenfassung zu dem Film zu geben, wie oben versucht, ist sehr schwierig, weil man entweder zu wenig sagt, um es verständlich auszudrücken, oder gleich wieder zu viel sagt und daher spoilert.
Fangen wir also ganz am Anfang an und entschlüsseln erst einmal den Namen des Films. Ghost in the Shell spielt in einer undefinierten Zukunft, in der die Menschen sich durch androide Ersatzteile “verbessern” können. Führend in dieser Branche ist Hanka Robotics. Doch die Forscher sind damit nicht zufrieden und versuchen daher ein menschliches Gehirn den “Ghost” in einen kompletten androiden Körper den “Shell” zu verpflanzen. Also ist der “Ghost in the Shell” ein Androide mit menschlichem Gehirn. Hanka Robotics gelingt auch dieser Versuch bei Major. Hinterher kann sie sich an nichts mehr erinnern, aber ihre Ärztin und Vertraute Dr. Ouelet erzählt ihr, dass sie und ihre Familie auf einem Flüchtlingsboot waren und von Terroristen angegriffen wurden. Ihre Familie wurde dabei getötet und auch ihr menschlicher Körper zerstört. Soweit zu den ersten fünf Minuten des Films. In der nächsten Szene sehen wir eine futuristische asiatische Stadt, die nicht genauer benannt wird. Überall flimmern Hologramme mit Werbungen über die Stadt. Major ist inzwischen der Eliteeinheit Sektion 9 beigetreten, die Jagd auf Terroristen macht. Beim folgenden Einsatz wird einer der führenden Köpfe von Hanka Robotics zuerst gehackt und dann getötet. Bei der Verfolgung des Mordes stoßen die Mitglieder auf Kuze, der hinter den Attentaten steckt. Er hat es noch auf weitere Mitglieder von Hanka Robotics abgesehen. Auf der Jagd nach ihm, erfährt Major immer mehr von seinen Beweggründen und muss ihre wieder neu hinterfragen. Denn die Nachforschungen bringen Geheimnisse ans Licht, die gut verborgen waren.
Ghost in the Shell ist mit 107 Minuten ein relativ kurzer Actionfilm, zumal er uns in eine neue Welt entführt, die auch erst erklärt werden müsste. Aber genau diesen Teil versucht der Film zu überspringen und stellt den Zuschauer vor vollendete Tatsachen. Die Stadt ist einfach da, die Figuren auch. Was hinter Hanka Robotics und Sektion 9 steckt und in wie weit alles zusammengehört, bleibt bis zum Ende des Films offen. Stattdessen wird sich rein auf viele bildgewaltige Actionsequenzen konzentriert. Auch am Dialog wird stark gespart. Gesprochen wird nur, wenn es absolut notwendig ist. So ist am Ende des Films alles und doch irgendwie nichts gesagt. Bedeutet: Alles, was im Film wirklich thematisiert wurde, also alles rund um Kuze und seinen Attentaten, wurde aufgeklärt. Aber alles andere, Hintergründe, Geschichten, ähnliches, wird nicht mal erwähnt. Einziger Vorteil ist, dass die langatmige Diskussion, ob es schlau ist sich mit androiden Ersatzteilen “verbessern” zu lassen oder welche Gefahren das birgt. Abgesehen von einem kurzen Dialog von Majors Kollegen, wird das Thema nicht angeschnitten. Keine halb verborgene Moral über die Macht, die Androiden irgendwann über uns haben könnten und keine Diskussion über die Möglichkeit des Missbrauchs durch Hacker. Danke an die Macher des Films, dass sie uns das erlassen haben. Allerdings haben sie uns auch praktisch alles andere erlassen. Beispielsweise Charaktertiefe. Gerade einmal eine Handvoll von Charakteren hat genügend Screentime, um überhaupt einen Charakterzug zu bekommen. Doch selbst dann sind sie sehr platt oder am Ende des Films noch immer undefiniert. Nehmen wir beispielsweise Majors Kollegen Batou. Während des Films merkt man, dass er nicht nur der große Schlägertyp ist, sondern auch irgendwo die gute Seele der Sektion 9. Der große Bruder für alle anderen, so dass man ihm vertrauen kann und er sich immer um das Wohlergehen der Anderen sorgt. Das sind genau zwei Charaktereigenschaften, und damit ist er für die Maße des Films gut charakterisiert.
Wirklich sehenswert ist Ghost in the Shell lediglich, wenn man überhaupt keine Ansprüche an die Handlung stellt, sondern sich lediglich ein paar spektakuläre Actionszenen in einer futuristischen Welt ansehen möchte. Denn genau dann birgt Ghost in the Shell großes Potenzial und hat jede Menge Energie in das Leinwandbild gesteckt. So kann man durchaus zufrieden aus dem Film hinaus kommen. Doch sobald man anfängt ein bisschen mehr über den Film nachzudenken, fallen die Mängel unweigerlich auf.

Alles in allem hatte Ghost in the Shell großes Potenzial, das leider nicht genutzt wurde. Dafür gibt es 04 von 10 möglichen Punkten.

Cinemathek: Morris aus Amerika

Willkommen in der Cinemathek, heute mit Morris aus Amerika. Der Film lief ursprünglich ab dem 03.11.2016 in den deutschen Kinos.

Morris ist aus Amerika, musste aber nach dem Tod seiner Mutter zu seinem Vater nach Heidelberg ziehen, weil dieser hier einen Trainerjob hat. Er tut sich schwer die Sprache zu lernen und möchte eigentlich gerne Rapper werden. Doch Freunde findet er auch keine, bis er auf Katrin trifft.

Man stelle sich vor, man wird mit 13 Jahren aus seinem normalen Leben gerissen und muss in ein fremdes Land ziehen, in dem man die Sprache nicht spricht und niemanden kennt, außer den eigenen Vater, der aber wiederum den ganzen Tag arbeiten ist. So ist man größtenteils auf sich allein gestellt. Nun die Situation ist vielleicht kein Einzelfall, wird aber in Morris aus Amerika aufgegriffen.
Wir lernen zunächst Morris und seinen Vater beim Musik hören kennen. Schon hier merkt man, dass sie beiden eigentlich ein sehr kumpelhaftes Verhältnis haben und es Morris teilweise schwer fällt, seinen Vater als Respektperson ernst zu nehmen. Beide kommen ursprünglich aus Amerika, genauer gesagt aus New York. Jetzt wohnen sie in Heidelberg, Deutschland, weil sein Vater Curtis hier einen Job als Fußballtrainer angenommen hat. Morris Mutter ist erst vor kurzem verstorben und gerade Curtis hat den Tod noch nicht überwunden und fragt sich immer wieder, wie er ohne sie Morris groß ziehen soll. Morris spricht bisher nur gebrochenes Deutsch und besucht daher eine Deutschlehrerin, die ihn gleichzeitig ermuntert in den Sommerferien ein Jugendzentrum aufzusuchen und dort Freunde zu finden. Widerwillig geht Morris tatsächlich zu diesem Jugendzentrum. Doch dort trifft er nur auf Vorurteile. Die anderen Kinder hänseln ihn, weil er etwas dicker ist und nennen ihn abwertend „Big Mac“. Die einzige, die ein bisschen Interesse an ihm zu haben scheint ist die 15-jährige Katrin. Allerdings bringt sie Morris auch immer wieder in Schwierigkeiten.
Morris aus Amerika ist ein Film, der sich nicht so ganz sicher zu sein scheint, was er aussagen möchte. Zum einen nimmt er sich dem Thema Integration an und wie schwer es einem dabei gemacht werden kann. Gleichzeitig auch die Entfremdung der eigenen Kultur, wenn man auf eine neue trifft. Andererseits aber auch die Rebellion von Teenagern und der schwierigen Erziehung dieser. Da sich der Film nicht entscheiden kann, bezieht er alle Themen mit ein und sagt einfach gar nichts aus. Die 91 Minuten Laufzeit tröpfeln so vor sich hin, ohne das wirklich etwas passiert. Ständig wartet man darauf, dass wenigstens ein Thema genauer beleuchtet wird, doch nichts passiert. Stattdessen gibt der Film leere Phrasen wieder – wenn überhaupt mal ein richtiger Dialog geführt wird, was selbst schon relativ selten vorkommt – und versteckt sich hinter Vorurteilen.
Auch die Charaktere sind sehr eindimensional. Morris ist der dicke schwarze Junge aus Amerika. Deswegen mag er unweigerlich Rap und will natürlich Rapper werden. Weil seine Rap-Vorbilder natürlich nur über Nutten, Sex, Alkohol und Beleidigungen schreiben, können auch seine Texte nur davon handeln. Naiv lässt er sich von Katrin immer wieder in Schwierigkeiten bringen, obwohl er natürlich irgendwo weiß, dass sein Handeln falsch ist. Damit ist er aber auch noch der am besten charakterisierte Charakter des Films. Denn Katrin ist einfach nur diejenige, die komplett gegen ihre Eltern rebelliert, ohne das man weiß, wieso sie das tut, oder was ihre Eltern ihr getan haben. Deswegen raucht sie, nimmt Drogen, geht immer wieder heimlich auf Partys und hat natürlich einen Studenten als Freund, der sie auch schon zum Sex verführen will. Während dies alles in das Klitschee ihrer Rolle passt, hat sie doch irgendwo ein Interesse an Morris. Man weiß nicht wieso, denn es scheint über das allgemeine „Lass uns über Morris lustig machen, weil er dick ist“ hinaus zu gehen. Sie schleppt Morris mit auf Partys und will ihn zum Rauchen und zum Drogen nehmen verführen, scheint ihm damit aber nicht schaden zu wollen. Hier verliert sich der Film dann gänzlich und erzählt praktisch nichts mehr.
Curtis ist der typische frisch gebackene alleinerziehende Vater. Er ist mit der Erziehung überfordert, trauert noch immer und muss gleichzeitig versuchen den Lebensunterhalt für sich und Morris zu verdienen. Daher arbeitet er viel und lange und hat wenig Zeit für Morris. Trotzdem versucht er alles, um ein guter, aber auch ein cooler Vater zu sein.
So verliert Morris aus Amerika sich in Vorurteilen, nichtssagenden Dialogen und hat auch nach 91 Minuten noch keine Aussage getroffen. Das einzig wirklich positive am Film ist die wunderschöne Kulisse der Stadt Heidelberg (und ja ich bin voreingenommen, denn ich halte Heidelberg für die schönste Stadt Deutschlands!).

Ein Film, der sich besser aus ein Thema konzentrieren und seinen Charakteren sinnvolle Handlungen geben sollte. Für diese doch sehr schwache Leistung gibt es 04 von 10 möglichen Punkten.