King Arthur: Legend of the Sword

Am 11.05.2017 erschien eine Neuinterpretation der Arthus-Sage von Guy Ritchie in den deutschen Kinos.

Arthur wächst als Waisenkind in einem Bordell auf. Auf königliche Weisung wird er zusammen mit anderen Männern seines Alters zum Schwert im Stein gebracht. Zur Überraschung aller zieht er diesen heraus und präsentiert sich damit als rechtmäßiger König von England. Für den derzeitigen Tyrannen auf dem König ist er jedoch ein Dorn im Auge. Und so muss Arthur plötzlich um sein Leben und für sein Volk kämpfen.

Die Arthussage dürfte vielen ein Begriff sein, zumal bereits die Kinder in der Disney-Variante “Die Hexe und der Zauberer” an die Thematik herangeführt wurden – die sich zudem auch mehr an die eigentliche Sage hält. Guy Ritchie, der zuletzt mit “Codename UNCLE” erfolg feierte, nimmt die Sage nämlich nur als grobes Vorbild für seinen Film und verwischt dabei ziemlich viel. Im Endeffekt bietet er uns seine ganz eigene Interpretation der Sage, die bei finanziellem Erfolg in fünf Fortsetzungen gipfeln soll. Die Mehrheit konnte der Film bisher nicht überzeugen. Doch woran liegt das?
Zunächst natürlich an der stiefmütterlichen Behandlung des Themas. Während in der ursprünglichen Sage Mordred der Neffe Arthurs ist, der ihn letztendlich verrät und die beiden in einen Zweikampf ziehen, so ist in Ritchies Variante Mordred ein Zauberer, der sich der schwarzen Magie verschrieben hat und bereits gegen Arthurs Vater in den Krieg zieht. Dies soll nur als Beispiel dienen, wie Ritchie immer wieder Handlungen und Namen aus der Sage aufnimmt und doch seine ganz eigene Geschichte herum spinnt. Lediglich die Schlüsselmomente bleiben gleich. So wächst Arthur in einem Bordell auf, großgezogen von drei Prostituierten, die er während er heranwächst, immer wieder vor brutalen Freiern rettet. Als er schließlich ein Mann ist, werden alle Männer seines Alters zu einem Schwert gebracht, das in einem Stein steckt. Jeder dieser Männer soll versuchen das Schwert aus dem stein zu ziehen. Jeder scheitert. Bis Arthur es schafft. Überwältigt von der Macht des Schwertes, wird er außer Kraft gesetzt und von den Soldaten des Königs gefangen genommen. Sein Leben und seine Identität sind komplett auf dem Kopf gestellt. Um zu überleben, stößt er auf eine Rebellengruppe, die den derzeitigen König Vortigern stürzen und Arthur auf den Thron helfen wollen.
Der zweite Grund, weswegen Ritchies Variante bisher die Allgemeinheit nicht überzeugen konnte, ist die sehr verwirrende Erzählweise. Durch schnelle Schnitte und überlagerne Erzählungen, die zeitgleich in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft spielen – wobei man nicht einmal genau bestimmten könnte, welche Zeitebene jetzt welche Szene verkörpert – und den Zuschauer dabei des öfteren verwirrt zurücklassen. Durch die Schnitte verschwimmen auch des öfteren ganze Szenen und man verliert zeitweise den Überblick, was denn jetzt gerade genau vor sich geht. Auch scheint der Film an manchen Stellen nicht so genau zu wissen, worauf er denn jetzt eigentlich hinaus will und wann das große Finale starten soll.
Dennoch hat King Arthur: Legend of the Sword einige Argumente, die den Film zu gutem Popcornkino machen. Wenn man nämlich die Handlung nicht ganz so schwer wichtet und einem die Vorlage relativ egal ist, dann kann Ritchies Werk durchaus Spaß machen.
Der erste Grund dafür sind die vielen Dialoge, die zwar sehr verworren erzählt werden, aber dabei eine ganz eigene Dynamik entwickeln, die den besonderen Charme des Films ausmachen. So überzeugen selbst längere Dialoge, ohne langweilig oder ausufernd zu wirken.
Der zweite Grund ist die absolut grandiose Musik von Daniel Pemberton, die einen in eine andere Zeit zurückzieht, den Zuschauer im Kinosaal einhüllt und sich an jede Szene im Film schmiegt und einfach immer passt. Ohne nur eine Szene zu sehen, erkennt man den Film spielend an seinem Soundtrack, der einen hohen Wiedererkennungswert hat.
Der dritte und größte Grund dürfte die Optik des Films sein. Beeindruckende Bauwerke, atemraubende Landschaftsaufnahmen – Wales und Schottland sind an Schönheit eben kaum zu überbieten – und gut getroffene Fantasy-Gestalten reihen sich aneinander und machen King Arthur zu einem Film, für den das Kino geschaffen wurde. Ein kleiner Fernseher kann die Bildgewaltig nicht einfangen. Auch lohnt es sich dieses Mal den Aufpreis für 3D zu bezahlen, denn der Film versteht es den Effekt gekonnt auszunutzen und mehr als einmal etwas in Richtung Zuschauer fliegen zu lassen. Trotzdem wird der Effekt nicht übertrieben genutzt, so dass er einem langweilig werden könnte, sondern auch immer nur an passenden Stellen.
Charlie Hunnam als King Arthur spielt seine Rolle souverän und kann den Zwiespalt zwischen seiner Vergangenheit und seiner neuen Identität gut darstellen. Als Gegendarsteller wurde ihm niemand geringeres als Jude Law an die Seite gestellt, der schon mit  wenigen Blicken Ehrfurcht herstellen kann. Ohne Law wäre seine Rolle des Vortigern wohl auch nicht immer ernst zu nehmen gewesen, da er doch immer wieder die eifersüchtiger jüngerer Bruder-Karte spielen muss. Doch Law überzeugt und auch Hunnam schafft es sich mit der Schauspielgröße zu messen ohne dabei unterzugehen. Auch beim übrigen Cast war es eine gute Entscheidung der Produzenten auf Gesichter zu setzen, die man zwar bereits mal gesehen hat, aber nicht die ganz großen Namen zu nehmen. So konnte man die Rollen sehr unvoreingenommen ansehen, auch wenn in Aiden Gillans Lächeln für jeden Game of Thrones Fan immer das hinterlistige von Kleinfinger liegen wird.

Alles in allem ist King Arthur: Legend of the Sword gutes Popcornkino, bei dem man nicht zu genau auf die Handlung achten sollte, da der Film viele anderen Vorteile birgt. Wer einfach nur etwas für Augen und Ohren braucht und nicht zu viel nachdenken will, ist der Film genau das richtige. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

13 Reasons Why

Auf die neueste Serie aus dem Hause Netflix, die den deutschen Titel „Tote Mädchen lügen nicht“ trägt, wäre ich wohl nicht aufmerksam geworden, wenn sie nicht für viele Diskussionen gesorgt hätte, ob man Kinder und Teenager diese Serie sehen lassen sollte. Nach so vielen Spekulationen und Meinungen musste ich mir dann doch selbst ein Bild von der Serie machen.

Hannah Baker war eigentlich ein normaler Teenager auf einer normalen Highschool. Bis sie eines Abends Selbstmord beging. Ihre Eltern sind fassungslos, sie wussten nicht einmal, dass es ihr so schlecht geht. Auch Clay Jensen, der insgeheim auf Hannah stand, steht vor der Frage, des Warums. Bis er eines Abends eine Schachtel mit Kassetten vor seiner Haustür findet. Auf diesen zählt Hannah Baker 13 Gründe bzw. 13 Personen auf, die in einem Zusammenhang mit ihrem Selbstmord stehen.

Während die eine Seite die Serie hoch lobt und sogar zum Pflichtprogramm an Schulen machen will, sieht die andere Seiten eine Gefahr in der Serie. Ärzte und Psychologen befürchten, dass es Trittbrettfahrer geben könnte und sich nun mehr anstatt weniger Jugendliche mit Problemen das Leben nehmen. In Neuseeland dürfen Jugendliche die Serie inzwischen nur noch unter elterlicher Aufsicht sehen. Gerade dieser Zwiespalt zwischen Lob und Kritik machte mich neugierig auf die Serie.
Die Serie wird in zwei parallelen Handlungssträngen erzählt. Der Vergangenheit und der Gegenwart. In der Gegenwart hört Clay Jensen die Kassetten von Hannah und erfährt nach und nach, was genau alles passiert ist. Nebenbei versucht er die behandelten Personen zur Rede zustellen und ein bisschen Gerechtigkeit für Hannah wieder herzustellen Parallel dazu wird immer wieder die Vergangenheit gezeigt, in der wir Hannah Baker sehen und ihre Erzählungen auf der Kassette auch visualisiert bekommen. Die ersten Personen auf den Kassetten scheinen relativ harmlos zu sein und bis zur Hälfte der Serie denkt man sich eigentlich nur, dass Hannah maßlos übertreibt. Erst nach und nach setzt sich ein Gesamtbild zusammen. Wobei selbst am Ende der Selbstmord noch immer nicht die richtige Lösung scheint.
Die Hauptcharaktere Clay und Hannah werden von allen Seiten beleuchtet und haben eine gute Tiefe bekommen. Die übrigen Charaktere werden oft nur sehr eindimensional dargestellt, da auch immer nur eine Folge wirklich von ihnen handelt. In den weiteren Folgen spielen sie meistens noch mit, aber ihre Charaktere werden nicht weiterentwickelt, bzw angedeuteten Entwicklungen wird nicht genug Raum gegeben. Auch erscheinen ihre Handlungen und Denkweisen nach dem Suizid von Hannah sehr verworren und sehr undurchsichtig. Es scheint fast mehr dahinter zu stecken als nur der Versuch die Schuld von sich zu weisen. Zeitlich gesehen wäre in der Serie für mehr Erläuterungen in dieser Hinsicht eindeutig Platz gewesen. Denn in den einzelnen Folgen reihen sich leider viele aussagelose Szenen aneinander, die weder die Handlung vorwärts bringen, noch Erläuterungen geben. Stattdessen radelt Clay immer wieder von einem Punkt zum nächsten und hat dabei kein richtiges Ziel. So zieht sich die Serie mit ihren 13 Folgen á ca. 60 Minuten. Am Anfang kam die Serie gut in Fahrt. Interessiert lernt man die ersten Charaktere kennen und die ersten sechs Folgen vergehen wie im Flug. Doch danach scheint die Serie zu stagnieren. Zwar wird weiterhin in jeder Folge ein neuer Charakter vorgestellt oder sich einem bereits bekannten Charakter gewidmet, aber es läuft immer wieder nach dem gleichen Schema ab, was auf Dauer etwas eintönig wirkt. Auch scheint Hannah aus ihren Fehlern partout nicht lernen zu wollen. So quält man sich nach der ersten Hälfte praktisch durch die immer mehr an Spannung verlierenden Folgen, ehe es in Folge 12 zum Höhepunkt kommt.

Nachdem ich alle dreizehn Folgen der ersten Staffel gesehen habe, bleibe ich etwas zwiegespalten über die Serie zurück. Denn so richtig das ausgedrückt, was sie wohl ausdrücken wollte, hat sie einfach nicht. Sie hat nicht richtig erklären können, wieso ein eigentlich starkes und stabil wirkendes Mädchen am Ende keinen anderen Ausweg in ihrem Leben mehr sah, als sich umzubringen. Zur Klarheit habe ich nach der Serie noch eine 30-minütige Dokumentation über die Hintergründe angesehen, die ebenfalls auf Netflix verfügbar ist. Erst nach dieser Doku sind mir einige Sachen klar geworden, die ich in der Serie so nicht gesehen habe.
Das größte Problem an der Serie, was eben sehr viel Kritiker auch bemängeln, ist die exakte Darstellung des Suizidvorgangs, der aber die wahren Schmerzen, die man dabei fühlt, nicht auffangen kann. So wird es eben nicht als schmerzhaft dargestellt, sondern sieht sogar sehr leicht aus. Hier werden Teenager nicht abgeschreckt, sondern fast noch ermuntert.

Alles in allem sollte die Serie auf keinen Fall Pflichtprogramm an Schulen werden, weil sie das Thema nicht so gut aufgearbeitet hat, wie sie selbst vorgibt. Hier kann am Ende der falsche Schluss gezogen werden. Ein allgemeines Verbot der Serie halte ich dennoch auch für keine Lösung. Ich wünsche mir, dass die Serie Regisseure und Produzenten inspiriert, sie sich dabei die Kritik an der Serie zu Herzen nehmen und noch einmal eine ähnliche Serie produzieren, die mehr Aussage, mehr Inhalt und mehr Ehrlichkeit birgt. Also eine Serie, die zeigt, wie viel in einem Menschen durch Mobbing absterben kann, aber auch Auswege zeigt.

The Founder

Am 20.04.2017 erschien ein Film über die wahre Geschichte hinter dem McDonalds Franchise in den deutschen Kinos.

Ray Kroc hat immer wieder tolle Ideen, was er alles verkaufen könnte und entwickelt immer wieder neue Produkte. Diese kommen aber bei den Käufern immer nur mäßig gut an. Eines Tages trifft er auf die Brüder Mac und Dick McDonald, die in Ihrem Burgerladen das Bestell- und Zubereitungssystem revolutioniert haben. Ray Kroc sieht eine einmalige Chance und möchte das Restaurant zu einem Franchise ausbauen.

Jeder kennt die Fast-Food Kette McDonalds. Weltweit erfolgreich, ernährt sie jeden Tag ca. 1% der Weltbevölkerung. Bekannt daran ist vor allem die Schnelligkeit des Systems. Doch wie vielen ist die Geschichte hinter diesem weltweiten Franchise bekannt? Wer weiß, dass die Brüder Mac und Dick McDonald die Idee der schnellen Bestellung entwickelten, dann aber systematisch aus ihrem eigenen Geschäft gedrängt wurden und heute keinen Cent an dem Unternehmen, das ihren Namen trägt, verdienen? Wie kann so etwas passieren. Die Antwort hat einen Namen: Ray Kroc.
Dieser hatte schon sein ganzes Leben lang immer wieder neue Geschäftsideen. Zum Anfang des Films ist es gerade ein Milchshake-Mixer mit fünf statt nur einem Arm, um fünf Milchshakes gleichzeitig zuzubereiten. Die Nachfrage für das Produkt ist allerdings sehr gering, obwohl Kroc eigentlich ein gutes Verkaufstalent hat. Nur ein einziges Geschäft hat Interesse an gleich mehreren seiner Produkte. Die Brüder McDonald brauchen genau so einen Mixer für ihr neues Restaurant. Interessiert, was das für ein Restaurant sein muss, fährt Kroc direkt hin. Verwirrt, dass vor der Burgerbude eine lange Schlange ist und keine Bedienung sichtbar ist, steigt er aus und stellt sich an. Doch trotz der langen Schlange kriegt er nach wenigen Minuten bereits sein Essen. Völlig begeistert von dem neuen System sucht er das Gespräch mit den beiden Besitzern. Und versucht sie dazu zu überreden ein Franchise zu gründen. Beide sind wenig begeistert, schließen nach langem Zögern jedoch einen Vertrag mit ihm ab. Er soll sich um das Wachstum des Franchises kümmern, muss aber bei allen Entscheidungen mit den Brüdern Rücksprache halten. Die erste Zeit scheint das System aufzugehen, doch Kroc will mehr und will es vor allem schneller, während die Brüder immer heftiger auf die Bremse treten.
Wer die Geschichte der McDonald Brüder kennt, kennt auch den Ausgang des Films. Daher macht der Film auch keinen langen Hehl daraus, was letztendlich passiert und wie der Film enden wird. Stattdessen konzentriert er sich auf das Wie der Geschichte. Wie konnte ein einziger Mann das Imperium McDonalds aufbauen und dabei auch noch die Erfinder und Gründer komplett verdrängen. Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht von Ray Kroc. Trotzdem erfährt der Zuschauer immer nur so viel, wie Kroc auch erzählen will. Seine wahren Beweggründe, die er schon von Anfang an zu haben scheint, verheimlicht er sehr lange. Stattdessen lernt man zunächst wirklich einen Mann kennen, der trotz Verkaufstalent einfach nicht so richtig das wahre Glück in seinem Job findet und es trotzdem immer weiter versucht und dafür sogar seine Ehe komplett vernachlässigt. Man sieht, wie er zunächst zufällig auf das System der McDonalds Brüder stößt und eigentlich zunächst nur sein Stück vom Kuchen haben möchte. Doch nach und nach entwickelt er sich zu einem immer rücksichtloseren Menschen. Doch war das Rücksichtslose schon immer in ihm oder hat der vermeintliche Erfolg ihn zu dem gemacht? Letztendlich befasst sich der Film mit dieser Frage nur ganz sachlich. Die Geschichte wird erzählt, ohne dabei eine Wertung vorzunehmen. Krocs Weg wird nicht verurteilt, aber auch nicht positiv dargestellt. Es ist eine vollkommen nüchterne Darstellung der damaligen Ereignisse. Es ist dem Zuschauer selbst überlassen, ob er sich auf die Seite des Geschäftsmannes Kroc stellt, da es sonst niemals zu der weltweiten Expansion gekommen wäre, oder ob man sich auf die Seite der Brüder McDonald stellt, die ihrer Idee und ihrer Läden beraubt worden sind und keinen Cent an diesem Imperium verdienen.
Am Ende des Films bleibt eine Frage offen, die die Brüder an Kroc stellen. Wieso hat er nicht einfach ein eigenes Restaurant nach dem gleichen System eröffnet, statt die Brüder aus ihrem zu verdrängen? Die Antwort, die Kroc gibt, lässt Platz für Spekulationen, ob dies wirklich der richtige Grund ist. Schauspielerisch gesehen spielen alle Beteiligten auf einem guten Niveau, aber stechen nicht heraus. Vom Spannungsniveau her meistert The Founder den schmalen Grad, der entsteht, wenn einigen Zuschauern das Ende durch die wahren Ereignisse bereits bekannt ist, gut und durch die Konzentration auf das Wie bleibt der Film auf einem guten spannenden Niveau.

Alles in allem ein guter Film, interessant für alle, die an der Geschichte hinter McDonalds interessiert sind. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

Abgang mit Stil

Am 13.04.2017 erschien ein neuer Film von Zach Braff in den deutschen Kinos.

Den Rentnern Willie, Joe und Albert wird die betriebliche Rente gestrichen. Nun sind sie pleite und kurz davor ihre Häuser zu verlieren. Nachdem Joe Zeuge eines Banküberfalls wurde, beschließen die drei ihre eigene Bank zu überfallen, die mit Schuld an ihrer Rentenstreichung trägt. Doch ein Banküberfall braucht Planung und Training.

Abgang mit Stil ist nach Wish I was here das nächste Kinoprojekt von Zach Braff, der den meisten besser bekannt als JD aus der Comedyserie Scrubs sein dürfte. Im Gegensatz zu Wish I was here, übernahm Braff aber keine Rolle in diesem Film, sondern überließ das Zepter de Hollywoodgrößen  Michael Caine, Morgan Freeman und Alan Arkin.
An erster Stelle als zentrales Thema in Abgang mit Stil steht der Generationskonflikt. Alle drei Hauptcharaktere sind inzwischen Rentner und haben daher auch die üblichen Gebrechen. Sie können nicht mehr schnell laufen, haben so ihre Schrulligkeiten entwickelt und wollten eigentlich nur noch ihre letzten Lebtage in Ruhe verbringen. Wenn man sie sich so ansieht, glaubt man kaum, dass die drei Männer für einen Banküberfall geeignet sind.
An zweiter Stelle, und etwas in den Hintergrund geraten, ist der Film auch eine kleine Kritik am Rentenwesen in den USA. Alle drei haben über viele Jahre in der gleichen Firma geschuftet und da diese nun den Standort ändert (und noch irgendetwas mit der Bank am Laufen hatte) ist auf einmal die Rentenkasse leer. Fängt man nun also im Rentenalter wieder an zu arbeiten? Hat man Familie bei der man unterkommen kann? Der bezeichnendste Satz aus dem Film dürfte wohl sein, als Joe zu den anderen sagte: “Was soll uns im schlimmsten Fall passieren? Die Polizei schnappt uns und wir landen im Gefängnis. Dann haben wir alle ein Dach über dem Kopf und feste Mahlzeiten jeden Tag” (Wortlaut aus dem Gedächtnis, daher ungenau).
Beide Themen werden in Abgang mit Stil zu einem Paket geschnürt und mit einer liebevollen Handlung umrahmt. Dazu kommt noch der Humor, der leider – im Gegensatz zur Erwartung – etwas mau ausfällt. Dafür gibt es keinen überstrapazierten und unangebrachten Humor, aber er wurde doch etwas sehr gut dosiert. Hier wäre ein wenig mehr, besser gewesen.
Gleichzeitig wurden auch beide Themen leider nur mäßig ausgearbeitet und so fehlte an allen Ecken und Enden der Bezug zur
Rahmenhandlung. Trotz der relativ kurzen Spiellänge von 97 Minuten scheinen zu viele Szenen einfach überflüssig. Sie haben kaum Aussage, bringen die Handlung nur bedingt voran und machen den Film stellenweise dröge, was eigentlich nicht sein müsste, weil die Grundhandlung genug zu bieten hätte.
Trotz aller Kritik schafft es Abgang mit Stil doch zu unterhalten, aber in reduzierterem Maße als die Erwartungen durch Beschreibung und Trailer zu hoffen ließen.

Alles in allem bleibt Abgang mit Stil hinter den Erwartungen und schafft es nicht die behandelten Themen richtig auszuarbeiten. Trotzdem wird man als Zuschauer unterhalten. Dafür gibt es 05 von 10 möglichen Punkten.

Nächstes Jahr am selben Tag

Mrs Hoover wir müssen reden. Ich habe Freitag Nacht ihr Buch “Nächstes Jahr am selben Tag” beendet. Es war eigentlich schon viel zu spät. Mein Freund schnarchte bereits friedlich neben mir und ich hätte auch längst schlafen müssen, da ich am folgenden Tag die Samstagsschicht hatte. Aber ich konnte ihr Buch einfach nicht aus der Hand legen. Ich musste nun endlich wissen, was genau passiert ist. Mrs Hoover dieses Buch war mein erstes Werk von Ihnen, dass ich gelesen habe. Sind Liebesgeschichten nicht immer das gleiche? Männlein und Weiblein finden sich, verlieben sich, trennen sich, weinen, und finden doch wieder zusammen? Ich wollte keine Liebesromane mehr lesen. Aber Mrs Hoover sie haben eine sehr große Fangemeinde. So las ich auf verschiedenen Blogs, denen ich folge immer wieder gute Bewertungen über Ihr neustes Werk. Und ich wollte der Geschichte eine Chance geben. Der Geschichte von Ben und Fallon.

Ben und Fallon lernen sich an einem ganz normalen Tag in Los Angeles kennen. Sie empfinden gleich eine starke Zuneigung zueinander. Der Haken an der Sache ist, dass Fallon noch am gleichen Abend nach New York zieht. Da sie beide nicht nach einem schönen Tag ihre Zukunft aufgeben wollen, schmieden sie einen Plan. Sie treffen sich jedes Jahr am gleichen Tag im gleichen Diner und verbringen diesen Tag miteinander. Zwischendurch haben sie das ganze Jahr über keinen Kontakt. Doch spielt das Schicksal ihr Spiel für fünf Jahre mit?

Mrs Hoover, Sie haben mich schon nach dem ersten Kapitel in einen Bann gezogen, den seit langem kein Buch mehr so ausgelöst hat. Ich bin in Ihrem Buch versunken, habe Zeit und Raum um mich herum vergessen (das ein oder andere Mal auch fast meine Bushaltestelle oder das Ende meiner Mittagspause). Ich fand die Geschichte von Ben und Fallon so zuckersüß und konnte bei der ein oder anderen Stelle ein aufgeregtes Quicken nicht unterdrücken. Ich habe über Ihr Buch gelächelt und schon nach dem ersten Kapitel es fast aus dem Fenster geworfen, als Fallon nach New York zog. Auch wenn ich es unfassbar fand, was Sie Fallon schon vor Anfang des Buches angetan haben, war es doch einmal etwas Neues. Und wie Ben dann ihr Selbstvertrauen stärkte, schien ihn zu dem perfekten Mann zu machen. Ich fand Ihre Idee, das Buch immer nur am 9. November spielen zu lassen und das Jahr der beiden zwischen ihren Treffen unerzählt zu lassen, sehr gelungen. Die paar Hinweise und Erinnerungen, die Sie eingestreut haben, waren vollkommen ausreichend. So spürte ich jedes Mal die Aufregung beim Wartenden, ob der jeweils andere denn auch wirklich auftauchen würde. Mir ist jedes Mal das Herz fast stehen geblieben, ob bei dem anderen in diesem Jahr irgendetwas passiert ist, was das Buch hätte beenden können. Da war auch egal, wie viele Seiten das Buch noch hatte und ich objektiv wusste, dass die Geschichte noch nicht zu Ende sein konnte, ich habe trotzdem gebangt.
Mrs Hoover ich habe Ihr Buch bis zur Hälfte absolut geliebt. Es war eine der schönsten Liebesgeschichten, die ich seit langem gelesen hatte. Aber Mrs Hoover, was ist dann passiert? Wie konnten Sie diese Wendungen einbauen? Wie konnten Sie meine Gefühle nur so durcheinander bringen? Sie haben mich ab der Hälfte des Buches auf eine Achterbahnfahrt der Gefühle geschickt. Ich wusste nicht mehr, was ich denken sollte. Ab hier konnte ich Ihr Buch noch weniger aus der Hand legen. Es musste doch eine gute Erklärung für alles geben! Mrs Hoover Sie haben Ihr Buch noch einmal ganz schön spannend gemacht. Natürlich war am Anfang alles zu schön, um wahr zu sein. Aber wieso musste der obligatorische Abfall der Stimmung so drastisch sein? Mrs Hoover ich habe das erste Mal seit langem wieder wegen eines Buches geweint. Und es war so befreiend. Endlich hat es eine Autorin wieder geschafft Charaktere zu schaffen, die so vielschichtig sind, deren Charakter so viel tiefer geht, als man es am Anfang dachte. Die man erst erforschen musste, die man nicht gleich von Anfang an durchschauen konnte. Ich bin Ihnen so dankbar, dass Sie diese Geschichte der Welt zugänglich gemacht haben. Sie haben genau den richtigen Ton zwischen Witz, Liebe und Trauer getroffen. Mit Ihren Worten haben Sie es geschafft, dass Sich jedes Mädchen auf dieser Welt wieder schön fühlen kann.
Mrs Hoover Ihr Buch ist leider nicht perfekt. Aber hätten Sie es perfekt geschrieben, die perfekte Liebesgeschichte, dann wäre es nicht so authentisch geworden. Ich wollte Ihr Buch an mehr als einer Stelle aus dem Fenster werfen. Aber hätte ich das nicht gewollt, dann hätte es sich nur in einer Reihe mit Möchtegern Geschichten wiedergefunden, die einfach zu perfekt für die Wirklichkeit waren. Mrs Hoover Sie haben mich zum Träumen gebracht. Und Sie haben meine Träume platzen lassen und mich auf den Boden der Tatsachen geholt. Auch wenn ich Freitag Nacht kurz vorm Ende des Buches Ihnen dieses am liebsten um die Ohren gehauen hätte, so bin ich jetzt doch mit Ihrer Geschichte versöhnt. Weil sich Ihre Geschichte einfach echt anfühlt!
Mrs Hoover ich vergebe bei meinen Buchkritiken keine Punkte, weil ich es viel schwieriger finde, Bücher miteinander im Punktesystem zu vergleichen als Filme. Aber wenn ich Punkte geben würde, hätten Sie alle Punkte eingesammelt.
Mrs Hoover. Sie werden wahrscheinlich diese Kritik nie selbst lesen. Aber trotzdem möchte ich Sie noch um etwas bitten. Sie haben in mir einen neuen Fan gefunden. Wahrscheinlich werde ich irgendwann auch noch andere Werke von Ihnen lesen, in der Hoffnung das gleiche Gefühlschaos zu durchleben. Aber bitte, Mrs Hoover, schreiben sie keine Fortsetzung. Das Buch steht für sich alleine und das Ende ist rund. Ich möchte nicht, dass meine Träume und Hoffnungen für die beiden, vielleicht doch noch zerplatzen. Lassen Sie “Nächstes Jahr am selben Tag” ein richtig gelungenes Einzelwerk sein.

Ihre ergebene Leserin
Shalima

Guardians of the Galaxy – Volume 2

Am 27.04.2017 erschien die Fortsetzung des Überraschunghits aus 2014 in den deutschen Kinos.

Die Guardians of the Galaxy Star-Lord, Gamora, Drax, Rocket und Baby-Groot haben keine Zeit sich auf ihren Erfolg auszuruhen, sondern müssen es gleich wieder tun. Gleichzeitig stehen noch immer ein paar ungeklärte Sachen zwischen ihnen und dann ist da noch die liebe Familie, die auch gerne mal Probleme macht. Also wird der ‚Awesome Mix Volume 2‘ eingeworfen und mal wieder die Galaxy gerettet.

 Im Jahr 2014 trafen wir das erste Mal auf die Guardians of the Galaxy, zumindest auf der Leinwand. In den Comics sind die dem fleißigen Marvel-Leser bereits seit 1969 bekannt. Die Comicserie war jedoch nur mäßig erfolgreich und stand immer im Schatten der anderen Marvel Comichelden. 2008 wurde die Reihe erneuert und die uns bekannte Besetzung traf zusammen: Star-Lord, Gamora, Drax, Rocket und Groot. Auf dieser Basis drehte Regisseur James Gunn den ersten Kinofilm, der 2014 in die deutschen Kinos kam. Und obwohl die Comicreihe wenig bekannt war und uns nur kurze Zeit vorher „Captain America – The Winter Soldier“ begeistern konnte, traf Guardians of the Galaxy genau den richtigen Punkt bei den Zuschauern und konnte die Menge im vorher nicht geahnten Ausmaß begeistern.
James Gunn stand nun vor der Aufgabe mit einer Fortsetzung an den Erfolg des Vorgängers anzuknüpfen. Von der Herangehensweise dürfte er auf Nummer Sicher gegangen sein. Denn die Handlung hat keinen Bezug mehr zu den anderen Filmen des Marvel Cinematic Universe (im ersten Teil war die übergeordnete Handlung um Thanos und die Inifity-Steine die Überleitung zum MCU). Damit schafft Gunn es aber das, was Joss Whedon mit Avengers – Age of Ultron nicht gelungen ist. Eine spannende, lustige und mit genau der richtigen Dosis Marvel gespickte Fortsetzung eines Teams. Denn sowohl in Guardians of the Galaxy als auch in The Avengers ging es vor allem darum, dass sich Lebewesen zu einem Team zusammen schließen mussten, die vom Charakter her nur wenig zusammen passten. Beide Filme – Guardians und Avengers – waren einmalig und sehr gut umgesetzt. Während Whedon jedoch im 2015 erschienenden Age of Ultron versucht hat viel zu viel aus dem Team zu machen und neben der Haupthandlung zu viele Nebenhandlungen einbaute, was dem Film am Ende mehr schadete, als half, zieht Gunn einen klaren Cut zwischen ersten und zweiten Teil. Die Spannungen zwischen dem Team wurden wieder eingebaut, es gibt ein Wiedersehen mit anderen bekannten Charakteren, aber es wurden auch neue vorgestellt. Daneben wurde eine sehr reduzierte Handlung geboten, die sich pointiert mit dem Thema Familie und Freundschaft auseinander setzt. Daneben baut der Film stark auf die Charaktere auf, entwickelt diese weiter und erzählt uns neues über unsere Helden. Das sorgt wieder für Zündstoff zwischen den Charakteren, aber auch für unvergleichlich lustige Momente, die den Kinosaal vor Gelächter dröhnen ließ. Natürlich durften die spannenden Weltraumschlachten und ein einmaliger Soundtrack, der uns wieder zurück in die 1980er Jahre schickte, nicht fehlen.
So kombiniert Gunn Witz, Spannung, Tragik, Drama und Tiefgründiges in einem Film, der damit eine weite Zielgruppe abdeckt. Und obwohl der Film vieles richtig macht, merkt man bei genauem Hinschauen und beim rückblickenden Nachdenken über den Film ein paar kleinere Mängel. So verlässt sich der Humor sehr stark auf die bereits im ersten Teil genutzten Techniken, wie beispielsweise Drax‘ fehlendes Verständnis für Taktgefühl und reizt dies vielleicht ein bisschen sehr aus. Es fehlen also ein paar neue Humorstrukturen, die noch mehr frischen Wind in den Film gebracht hätten. Auch ist die Handlung vielleicht etwas zu sehr reduziert. Gerade im Haupthandlungsstrang gab es doch ganze Szenen, die wenig ausgesagt haben. Diese hätte man kürzen können und dafür die beiden Nebenhandlungsstränge etwas mehr ausdehnen können. Aber im Endeffekt ist dies Meckern auf hohem Niveau und fällt beim Sehen des Films nicht auf.

Alles in allem eine sehr gelungen Fortsetzung, die noch mehr vom dritten Teil erwarten lässt. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.

Life

Am 23.03.2017 erschien ein Film über Leben vom Mars in den deutschen Kinos.

Die ISS bei der Mars Pilgrim 7 Mission. Sechs Wissenschaftler befinden sich an Bord und untersuchen Proben einer Sonde, die gerade vom Mars kam. Dabei entdecken Sie einen winzigen außerirdischen Organismus, der jedoch schnell wächst. Die anfängliche Freude über das erste Leben im Weltraum, schlägt bald in einen Überlebenskampf um.

Während uns Denis Villeneuve im letzten Jahr mit Arrival einen friedlichen Film über Außerirdische brachte, schlägt Life wieder einen ganz anderen Ton an. In der Umsetzung wird er gerne als eine Mischung aus Alien und Gravity bezeichnet. Er spiegelt die anfängliche Euphorie der ganzen Welt wieder, als der außerirdische Organismus gefunden wurde und das der erste Beweis für Leben außerhalb der Erde ist. Diese Euphorie schlägt jedoch bald um als “Calvin”, wie der Organismus genannt wird, bösartig wird und sich gegen die Besatzung der ISS richtet.
Die Mars Pilgrim 7 Mission. An Bord der ISS befinden sich am Anfang des Films Dr. David Jordan, der Bordarzt, Miranda North, Quarantänenbeauftragte, Sho Murakami, der Systemingenieur, Dr. Hugh Derry, der leitende Wissenschaftler, Roy Adams, der Flugingenieur und Ekaterina Golovkina, ebenfalls Wissenschaftlerin. Ihr größter Wunsch: Leben außerhalb der Erde zu finden. Aber wie heißt es so schön: Man sollte aufpassen, was man sich wünscht. Zunächst sieht alles nach einer üblichen Mission aus. Die ISS empfängt Proben von einer Sonde, die diese vom Mars aufgesammelt hat. Ganz nach Vorschrift untersucht Dr. Derry die Proben und findet zunächst nichts ungewöhnliches. Bis er auf einen winzig kleinen Organismus stößt. Die Euphorie ist unbeschreiblich. Zum ersten Mal wurde Leben außerhalb der Erde nachgewiesen. Auch auf der Erde wird gefeiert. Schnell wird ein Name für den Organismus gefunden: Calvin. Doch Calvin scheint intelligenter zu sein, als zunächst angenommen. Schnell entdecken die Astronauten, dass Leben außerhalb der Erde nicht unbedingt etwas positives sein muss.
Life startet zunächst mit einer lockeren und entspannten Atmosphäre. Vorallem die Sprüche von Ryan Reynolds Charakter Roy Adams lockern die Stimmung ungemein auf. Sobald Calvin jedoch stärker wird, kippt die Stimmung und der Film befeuert von nun an eine spannungsgeladene Atmosphäre. Gerade ab hier erinnern viele Szenen an Alien. Man weiß, dass Calvin irgendwo auf der ISS sein muss. Nur wo? Die immer neuen Versteckspiele der Crew und die möglichen Lösungsansätze sind spannend und halten einen den ganzen Film über in Atem. Gerade das Ende ist noch einmal so spannend gestaltet, dass man gar nicht von der Leinwand wegsehen kann. Mit 104 Minuten Spiellänge trifft Life genau die richtige Länge, ehe der Überlebenskampf an Bord nicht mehr so spannend werden kann.
Die Einflüsse von Alien sind während des ganzen Films spürbar, so dass nun kein gänzlich neues Werk über die Leinwand flimmert. Dennoch sind viele neue Ideen dabei und gerade die guten schauspielerischen Leistungen machen Life sehenswert. Gerade das Zusammenspiel zwischen Ryan Reynolds und Jake Gyllenhaal trifft einen guten Ton. Diese Kombination aus Schauspielern wäre schon ein Film wert.
Letztendlich fühlt man sich während des Filmes gut unterhalten und bekommt genau den Film vorgesetzt, den man nach dem Trailer erwartet hat mit ein bis zwei positiven Überraschungen und Wendungen. Dennoch wird Life im Gegensatz zu Alien wohl kein zeitloser Klassiker werden. Dafür fehlte ihm irgendwo doch die gesunde Portion neuer Ansatz.

Alles in allem ein gelungener Film, der aber nicht aus dem Schatten seines Vorbildes springen kann. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

Passagier 23

Sebastian Fitzek hat bei uns im Hörbuchregal eine große Stellung eingenommen, seit ich meinem Freund das erste vor ein paar Jahren zu Weihnachten schenkte. Da ich mich selten an Hörbücher heranwage, hatte ich noch keines seiner Werke gelesen. Eher durch Zufall bat mich mein Freund neulich aber bei einer meiner ausschweifenden Buchbestellungen auch ihm ein neues Buch zu kaufen (diesmal kein Hörbuch). Auf meine Frage, welches er denn möchte, meinte er nur: “Eins von Fitzek, das ich noch nicht habe”. Für Passagier 23 gab es zu dem Zeitpunkt ein gutes Angebot, weswegen ich ihm das Buch kaufte. Doch nachdem ich mein Paket mit Büchern öffnete und den Klappentext zu Passagier 23 durch las, wusste die Tourismuskauffrau in mir, dass sie dieses Buch lesen musste.

Martin Schwartz ist verdeckter Ermittler und riskiert viel in seinem Job, seit er vor ein paar Jahren Frau und Sohn verloren hat, die während einer Kreuzfahrt spurlos verschwanden. Doch nun ist ein ebenfalls auf einer Kreuzfahrt vermisstes Mädchen wieder aufgetaucht, mit dem Teddy von Martins totem Sohn im Arm. Obwohl er nie ein Kreuzfahrtschiff betreten wollte, macht sich Martin auf dem Weg zu einer Kreuzfahrt, die er nie vergessen wird.

Eigentlich habe ich mich beim Lesen so ziemlich aus dem Genre Thriller verabschiedet, nachdem mich nichts mehr so richtig fesseln konnte. So glaubte ich doch bereits alles gelesen zu haben. Auch nachdem mir zu Sebastian Fitzeks Romane sinngemäß gesagt wurde “Kennst du ein Buch, kennst du alle”, war mein Interesse nicht gerade geweckt. Aber ein Thriller, der den Klappentext mit “Willkommen auf Ihrer Kreuzfahrt” beendet, musste dann doch von mir gelesen werden. So gehört es doch zu meinen täglichen Pflichten Kreuzfahrten zu empfehlen und zu verkaufen, selbst wenn ich selbst noch kein Schiff betreten habe.
Fitzek stellt uns zunächst den Protagonisten Martin Schwartz vor. Er arbeitet als verdeckter Ermittler bei der Polizei und geht dabei immer wieder ziemliche Risiken ein, denn sein eigenes Leben ist ihm ziemlich egal, da er nach dem Tod seiner Frau und seines Sohnes seinen Lebenswillen verloren hat. Zunächst wird Martin sehr unsympathisch charakterisiert, ein grober Mann, der zutiefst verbittert ist. Es dauert eine Weile bis man mit ihm warm wird, dafür muss er zunächst auf das Kreuzfahrtschiff “Sultan of the Seas” reisen. Hier sind vor ein paar Jahren seine Frau und sein Sohn verschwunden. Offiziell haben die beiden Selbstmord begangen und das Gegenteil konnte Martin nie beweisen. An Bord erfährt er, dass es nicht unüblich ist, dass Gäste Selbstmord begehen, indem sie sich ins Wasser stürzen. Doch einige Selbstmorde seien merkwürdig. Vorallem als die kleine Anouk wieder auftaucht, die ebenfalls offiziell Selbstmord begangen hat und dabei den Teddy von Martins totem Sohn in den Armen hielt. Schnell ist Martin in einem Strudel voller Verstrickungen und Geheimnisse, dem er sich nicht mehr entziehen kann.
Die Handlung von Passagier 23 läuft sehr geradlinig ab. Durch eine überschaubare Anzahl an Charakteren aus deren Sicht teilweise die Kapitel geschrieben wurden, ist das Tempo des Buches sehr dynamisch, und auch abwechslungsreich. Die beschriebenen Wendungen im Verlauf der Handlung sind nun nicht absolut unvorhersehbar, aber größtenteils konnte das Buch immer wieder mit kleinen Überraschungen um die Ecke kommen.
Die Charaktere sind sehr vielseitig, auch wenn ein Großteil von Ihnen leider sehr unsympathisch gezeichnet wurden. So wirklich einen Charakter, mit dem ich mich identifizieren konnte, gab es nicht. Andererseits ist dies vielleicht besser so, weil auf dem Schiff möchte ich nicht mitgefahren sein.
Passagier 23 ist ein gutes Buch für Zwischendurch. Es lässt sich sehr flüssig und sehr zügig lesen. Durch die überschaubare Charakteranzahl muss man nicht viel nachdenken.

Alles in allem ein gelungener Thriller, bei dem man nicht zu viel nachdenken muss, mit einem sehr interessanten Setting, aber leider sehr unsympathischen Charakteren.

Beauty and the Beast & Meine Londonreise

Wenn eine filmliebende Bloggerin mit einer ebenfalls filmlliebenden Freundin nach London reist, ist es wohl unausweichlich, dass man sich an irgendeiner Stelle in einem Kinosaal wiederfindet. Und so kam es auch. Am letzten Montag flog ich mit meiner besten Freundin Alice nach London (erinnert ihr euch an ihre Gastkritik zu Jurassic World?). Da wir bereits sehr früh flogen, mussten wir um 2Uhr Nachts aufstehen. Dementsprechend müde waren wir dann in London. So beschlossen wir unsere Sightseeing Tour erst am Dienstag zu starten und gingen in die Nachmittagsvorstellung von Beauty and the Beast im Curzon Victoria.

Das Kino:

Wir wählten das Curzon in Victoria, weil es am nähsten zu unserem Hotel lag. Bekommen haben wir ein sehr kleines Kino. Unser Kinosaal hatte vielleicht 30-40 Sitzplätze, die aber gut gefüllt waren. Sitze und Leinwand waren mit einem deutschen kleinen Kino vergleichbar. Auch die Werbung vorab und die Trailer waren aus Deutschland bekannt. Allerdings gab es keine Eispause, die sich ewig hinziehen konnte (kann natürlich auch an der Größe des Kinos liegen). Dafür gab es statt einem Foyer eine schöne Lounge, in der man sich niederlassen konnte mit einer kleinen Bar, die wenig Wünsche offen lässt. Das Curzon gehört zur gleichnamigen Kinokette, die überall in London verstreut liegen und bewahrt sich dabei seinen Charme, bei dem die großen Ketten in Deutschland (CineStar, Cinemaxx, Cineplex, etc.) nicht mithalten können.

Der Film:

Ursprünglich hatte ich die neuste Realverfilmung eines alten Disneyklassikers bestreikt, weil ich Disney für diesen sehr unkreativen Weg Geld zu verdienen, nicht auch noch belohnen wollte. Während bei den ersten drei Realverfilmungen (Maleficent, Cinderella und The Jungle Book) wenigstens immer irgendwo eine neue Stimmung, ein neues Gefühl oder ein neuer Ansatz gezeigt wurden, wurde Beauty and the Beast beinahe wörtlich adaptiert. Dadurch, dass ich den film jedoch im englischen Original sah, fiel mir dies jedoch weniger negativ auf.
Der Film ist vorallem mit guten Schauspielern besetzt, die den größten Charme des Films ausmachen. Hinzu kommt das liebevolle Szenenbild und die altbekannte, aber noch immer herzberührende, Musik des Films. Hingegen konnte das sprechende Mobiliar von der Gestaltung nicht mit der Disneyvariante mithalten. Ich hatte lange Probleme sie als sympathisch wahrzunehmen.
Die einzigen Abweichungen zum Drehbbuch von 1991 sind ein paar Hintergrundinformationen über die Eltern von Belle und dem Biest. Hier wurde anscheinend versucht etwas Tiefe zu vermitteln und den Charakteren eine Hintergrundgeschichte zu geben. Allerdings wird dies so schnell und so lieblos abgehandelt, dass man den Versuch der Tiefe als gescheitert ansehen darf.

Alles in allem konnte mich Beauty and the Beast irgendwo doch überzeugen, vorallem durch das schöne Szenenbild und die guten Schauspieler. Meine Grundkritik, dass es für Disney lediglich schnelles Geld war, besteht aber weiterhin. Dafür bekommt der Film 06 von 10 möglichen Punkten.

Meine Reise nach London:

Dies soll nun kein ausführlicher Reisebericht werden, denn dafür hat dieser Blog denke ich mal die falsche Zielgruppe. Trotzdem möchte ich ein paar Worte verlieren und euch das ein oder andere Bild zeigen.
Zunächst sollte gesagt sein, dass dies mein erster Trip nach London war. Demnach war ich also noch sehr überrascht über die saubere Großstadt und die freundlichen Menschen. Wir waren für 5 Tage in London und dachten, dass die Zeit gut reichen würde, um alles wichtige zu sehen. Diese Fehleinschätzung mussten wir bereits am zweiten Tag feststellen. Denn die Sehenswürdigkeiten haben im Schnitt von 10Uhr bis 17Uhr geöffnet. Aber gerade im Tower of London oder im Westminster Abbey verbringt man gerne mal ein paar Stunden und wenn man dann noch die Entfernungen zwischen den Sehenswürdigkeiten mit einrechnet, schafft man im Eiltempo maximal drei Sehenswürdigkeiten an einem Tag. So kam es, dass ich zwar für mich die wichtigsten Sehenswürdigkeiten gesehen habe, aber bei weitem nicht alles, was ich mir vorgenommen hatte.

Ein kleiner Blick auf die Themse.

Wie könnte es einen Bericht über London ohne ein Bild des Glockenturm mit der gewaltigen Big Ben geben?

St. Pauls Cathedral. Man beachte den strahlend blauen Himmel, während es in Deutschland teilweise geschneit hat 😉

Ein Besuch im Sherlock Holmes Museum durfte natürlich auch nicht fehlen!

Ich möchte noch einmal das wunderschöne Wetter betonen. Oh und das Bild zeigt das London Eye 😉

Mein ganz persönlicher Towerrabe führte uns durch den Tower of London und fand den Weg bis zu mir nach Hause 🙂

Zum Abschluss kann ich nur sagen: London, ich komme wieder. Und dann zeigst du mir all deine anderen Schätze!

Rückblick auf das 1. Quartal 2017 – Highlights und Enttäuschungen

Hallo ihr Lieben,
wenn ihr das lest, bin ich hoffentlich bereits in London gelandet und konnte mein Hotelzimmer beziehen. Damit sich mein Quartalsrückblick aber nicht noch weiter nach hinten verschiebt – und ihr nicht eine ganze Woche auf ein Lebenszeichen von mir verzichten müsste 😉 – habe ich das Osterwochenende produktiv genutzt und meinen kurzen Rückblick erstellt. Im ersten Quartal habe ich 25 Filme gesehen (12 im Januar, 7 im Februar und 6 im März) und habe zusätzlich 5 Filme in der Cinemathek aus dem Jahr 2016 gesehen. Macht einen Schnitt von 30 Filmen, mit dem ich sehr zufrieden bin. Ausschlaggebend war natürlich die Oscarsaison, die im Januar startete, weswegen der Januar auch mein stärkster Monat ist (Zählung richtet sich nach dem Monat, in dem der Film in den deutschen Kinos erschien, unabhängig, wann ich ihn letztendlich gesehen habe). Ohne langes Geplänkel nun hier meine Highlights und Enttäuschungen des ersten Quartals im Ranking:

Die Enttäuschungen

Platz 5: Elle

Der französische Film über eine Frau, die etwas unkonventionell mit ihrer Vergewaltigung umgeht. Isabelle Huppert war für die Rolle als beste Hauptdarstellerin für die Oscars nominiert. Auch wenn ihr Spiel das einzige war, das den Film getragen hat, so konnte sie gegen die starke Konkurrenz nicht ankommen. Elle konnte jedoch weder mit dem Umgang mit der Thematik, noch mit ihren Charakteren wirklich punkten und landet so leider unter den Enttäuschungen.

Platz 4: The Boss Baby

Während Disney mit ihren letzten Animationsabenteuern wieder alle Register zog (Alles steht Kopf, Zoomania und auch Vaiana), fällt es DreamWorks schwer bei The Boss Baby die richtige Zielgruppe zu finden. Für Erwachsene zu kindlich, für Kinder zu viele Anspielungen, die sie einfach nicht verstehen können. So fehlen die richtigen Lacher, obwohl die Grundidee eigentlich sehr süß und schon sehr lustig war. Trotzdem hier Platz 4 für The Boss Baby, da er am Ende einfach zu vorhersehbar war.

Platz 3: Ghost in the Shell

Während Manga und Anime viele Fans gewann, verließen die Kinozuschauer die Realverfilmung mit Scarlett Johannson eher missmutig und enttäuscht. Das dürfte vor allem an den nichtssagenden Dialogen und dem Hauptaugenmerk auf die Bilder liegen. So sagt Ghost in the Shell praktisch nichts aus und charakterisiert auch seine Figuren nicht einmal ansatzweise. Ein bisschen mehr Hintergrundrecherche im Manga wäre hier angemessen gewesen.

Platz 2: Power Rangers

Wo wir bei platten und nichtssagenden Dialogen sind und Charakteren ohne Tiefe, haben wir im ersten Quartal gleich noch einen zweiten Vertreter. Auch Power Rangers basiert auf einem großen Franchise, fängt aber wieder ganz von vorne an. Während sich aber zwei Drittel des Films mit der Charaktereinführung befassen sollen, wird genau dies aber verpasst. So haben wir sehr platte und sehr austauschbare Charaktere und Power Rangers fehlt zusätzlich noch die außergewöhnlichen Bilder von Ghost in the Shell.

Platz 1: The Lego Batman Movie

Während ich den ersten Teil noch absolut feierte, bekam nun der heimliche Hauptcharakter des Lego Movies seinen eigenen Solofilm. Nur leider funktionierten die Gags, die den ersten Film absolut erheiterten, nicht, um einen ganzen Film daraus zu drehen. So war zwar für beinahe jedes Fandom etwas dabei, aber dafür eine sehr platonische und austauschbare Handlung und Gags, die einfach nicht richtig zünden wollten. So hat The Lego Batman Movie es auf meine Platz 1 der Enttäuschungen des ersten Quartals geschafft.

Die Highlights:

Platz 5: La la Land

Das Musical, das gleich zum Anfang des Monats einen absoluten Hype auslösen konnte. 14 Oscarnominierungen und davon immerhin 6 Oscars gewonnen (und beinahe auch in der Königsdisziplin 😉 ). Der Soundtrack ging unter die Haut und der Film ließ das Herz von Träumern höher schlagen. Mein Platz 5.

Platz 4: Verborgene Schönheit

Ein Film, der sich mit einer ganz anderen Art der Trauerbewältigung befasst. Viele mochten ihn nicht, weil er sehr emotional war und auch die Dialoge emotional hochtrabend war. Aber bei mir hat der Film genau einen Nerv getroffen und der grandiose Cast konnte absolut überzeugen.

Platz 3: Jackie

Natalie Portman in absoluter Bestform. Hier hätte ich ihr den Oscar für ihre Rolle als Jackie Kennedy absolut gegönnt. Fast 90% des Films hängt die Kamera an Portmans Gesicht und sie fängt die Verwirrung, die Trauer und die Maske hinter der sich Mrs Kennedy versteckte direkt nach der Ermordung ihres Mannes ein. Schauspielkunst auf höchstem Niveau.

Platz 2: Logan

Es war ein Abschied im Hause X-Men. 16 Jahre lang war Hugh Jackman Wolverine. In Logan verkörperte er nun die deutlich gealterte Version und muss mit ganz neuen Problemen kämpfen. Dabei schlug der Film einen für Superheldenfilme untypischen Ton an und traf dabei genau den passenden Nerv in der Fangemeinde. Ein würdiger Abschied.

Platz 1: Hidden Figures – unerkannte Heldinnen

Wie habe ich auf diesen Film gewartet, nachdem ich den ersten Trailer gesehen habe. Und er hat genau meine Erwartungen erfüllt. Ein Film mit einer schwierigen Thematik, der trotzdem einen sehr positiven und hoffnungsvollen Ton anschlägt. Er kombiniert Rassismus und Vorurteile mit Hoffnung. Mein Highlight im ersten Quartal 2017!

Und sonst so?

Ansonsten brachte uns The Great Wall viel Farbe und Action auf die Leinwand, ließ uns Split James McAvoy in 23 verschiedenen Rollen erleben, gruselten wir uns in A Cure for Wellness, ließen wir uns in Mein Blind Date mit dem Leben auch mit Behinderung nicht unterkriegen und genoßen die vielen guten Filme der Oscarsaison.

Und in der Cinemathek?

Dort konnte mich My first Lady und Florence Foster Jenkins am meisten begeistern.