American Gods

Bereits vor der Ausstrahlung der ersten Folge war die neue Serie „American Gods“ in aller Munde. Ähnlich wie bei Westworld weckte dieser Vorhype mein Interesse und ich sah mich mir die Serie an.

Shadow Moon wird nach einem Gefängnisaufenthalt von dem undurchsichtigen Mr Wednesday als Bodyguard „gecastet“. Zusammen reisen sie durch das Land und treffen auf allerhand alte und meistens fast vergessene Götter, während sie von den neuen Göttern verfolgt werden.

Was macht ein Gott zu einem Gott? Laut der neuen Serie „American Gods“ einfach nur die Tatsache, dass die Menschen an ihn glauben. So landeten mehrere Götter in Amerika, weil die Menschen an sie glaubten. Doch mit der Zeit verblasste die Erinnerung an die alten Sagen und somit auch der Glaube an die Götter immer mehr. In Amerika wuchs der Glaube an technische Entwicklungen und die Medien. Dadurch konnte die sogenannten neuen Götter entstehen. Nun inszeniert die Serie „American Gods“ genau diesen Konflikt. Es sind die alten Götter, die sich erheben wollen und die neuen Götter, die genau dies verhindern wollen.
Das Problem an der Serie ist jedoch, dass diese Handlung so genau gar nicht erkennbar ist. Stattdessen werden immer wieder einzelne Handlungsabschnitte gezeigt, die auf dem ersten Blick gar nichts mit der Haupthandlung zu tun haben. Und auch die Haupthandlung um Shadow Moon und Mr Wednesday und ihren Trip quer durch die USA erklärt so wenig von den Absichten dahinter, dass auch dieser sehr willkürlich wirkt.
Die erste Staffel besteht aus acht Folgen und erst die achte gibt ein wenig Aufschluss auf das Ziel der Serie. Dadurch macht aber die letzte Folge auch unglaublich viel Freude auf die nächste Staffel. Nachteil daran ist, dass man sich erst durch die Folgen davor wühlen muss. Gerade die ersten Folgen, die einem eigentlich den Einstieg in die Serie ermöglichen sollen, sind so wirr und ohne Aussage, dass der einzige Antrieb die Serie weiterzugucken der ist, endlich zu erfahren, worum es hier denn geht. Keine gute Voraussetzung.
Bryan Fuller inszeniert die Serie mit seiner einzigartigen Handschrift aus guten Schauspielern und vor allem faszinierenden Bildern. Seine immer sehr ruhige Erzählweise, die er bereits bei der Serie Hannibal frei auslebte, lassen allerdings den Spannungsbogen sich nicht so richtig aufbauen. Seine Erzählweise mag bei Hannibal durchaus funktioniert haben, hier scheint sie doch teilweise sehr unpassend. Fullers Drang jede Folge als halbes Kunstwerk zu inszenieren, führt zwar zu den schönen und unverkennbaren Bildern, aber stört auch irgendwo die Erzähldynamik. So kann man American Gods zwar als Aneinanderreihung von kunstvollen Bildern sehen, doch kränkelt die Serie dadurch an einer erkennbaren Handlung.
So pendelt die Serie zwischen guter Grundidee und übertriebener Umsetzung. Das die Serie ihren ganz eigenen Reiz hat, kann man ihr nicht einmal aberkennen. Denn irgendwo schafft sie es doch die Zuschauer an sich zu binden und große Erwartungen an die zweite Staffel zu schüren. Die Charaktere und auch die Geschichten der verschiedenen Götter sind interessant. Es scheitert bei der Serie einfach nur an der Konsequenten bzw. aussagekräftigen Umsetzung. Und ein bisschen mehr Hintergrundwissen zu den behandelten Göttern wäre manchmal auch nicht schlecht. Ich kenn mich nicht in jeder Mythologie perfekt aus.

Alles in allem ist die erste Staffel lediglich eine Weichenstellung für die zweite und kränkelt an Bryan Fullers Stil, der einfach nicht so richtig funktionieren will.

Sherlock – Staffel 4 – Kurzkritik

Das ab und an auch gute Serien im öffentlich-rechtlichen Fernsehen laufen, bewies zuletzt wieder die ARD, die am Pfingstwochenende und dem darauffolgenden Sonntag die vierte Staffel der Serie um den Detektiv aus der Baker Street 221b ausstrahlte. Diese Kritik ist spoilerfrei und daher sehr schwammig formuliert.

Sherlock Holmes und Dr. John Watson stellen sich neuen Fällen in ihrem Detektivbüro und helfen der Polizei, wann immer diese nicht weiterkommen. Doch nach der mysteriösen “Miss me” Meldung eines bekannten Gegners, steht Sherlock unter Strom und wartet geduldig auf den ersten Zug seines Gegners. Doch neben seinen alltäglichen Fällen muss er sich auch nach vielen Jahren endlich seinem Familiengeheimnis stellen.

Das Grundprinzip der Serie Sherlock – für diejenigen, die noch nie etwas von dieser Serie gehört haben – ist, dass der berühmte Detektiv Sherlock Holmes aus den Romanen und Kurzgeschichten von Sir Arthur Conan Doyle im modernen London der heutigen Zeit lebt und dort Fälle löst. Einige Folgen basieren direkt auf Doyles Geschichten, andere nehmen lediglich einige Elemente auf und verknüpfen diese mit freien Erzählungen.
Vom Erzählrhythmus orientiert sich Staffel 4 an der dritten Staffel, so dass viele wirre Einzelstränge zwischen den eigentlichen Handlungen der Folgen platziert werden. Dadurch fällt es dem Zuschauer immer schwerer sich auf die eigentliche Lösung der Fälle zu konzentrieren, weil zu viel daneben erzählt wird. Dies war in den ersten beiden Staffel noch kaum vorhanden und erst in Staffel drei sehr präsent. Nebenbei kommen auch wieder die sozialen Verpflochtenheiten zum Tragen mit viel Drama.
Benedict Cumberbatch als Sherlock und Martin Freeman als Dr. Watson geben wieder ein wunderbares Paar und entwickeln ihre Dynamik noch einmal weiter. Die Figuren selbst haben keine große Entwicklung, sondern bleiben auf dem Stand der dritten Staffel.
Die Staffel besteht weiterhin aus drei Folgen, wobei die dritte Folge wieder den größten dramatischen Effekt hat. Spannungsgeladen sind sie alle, auch wenn in der zweiten Folge durch zu viele Einzelstränge die Übersichtlichkeit stark zu Wünschen übrig lässt.

Alles in allem ist die vierte Staffel nur für diejenigen geeinigt, die auch mit Staffel 3 etwas anfangen konnten. Wer Staffel 3 nicht mochte, hat auch an Staffel 4 wenig Spaß. Trotzdem lässt das Staffelfinale auf eine schöne fünfte Staffel hoffen, die sich vielleicht wieder ein bisschen mehr auf das Grundprinzip zurückbesinnt.

13 Reasons Why

Auf die neueste Serie aus dem Hause Netflix, die den deutschen Titel „Tote Mädchen lügen nicht“ trägt, wäre ich wohl nicht aufmerksam geworden, wenn sie nicht für viele Diskussionen gesorgt hätte, ob man Kinder und Teenager diese Serie sehen lassen sollte. Nach so vielen Spekulationen und Meinungen musste ich mir dann doch selbst ein Bild von der Serie machen.

Hannah Baker war eigentlich ein normaler Teenager auf einer normalen Highschool. Bis sie eines Abends Selbstmord beging. Ihre Eltern sind fassungslos, sie wussten nicht einmal, dass es ihr so schlecht geht. Auch Clay Jensen, der insgeheim auf Hannah stand, steht vor der Frage, des Warums. Bis er eines Abends eine Schachtel mit Kassetten vor seiner Haustür findet. Auf diesen zählt Hannah Baker 13 Gründe bzw. 13 Personen auf, die in einem Zusammenhang mit ihrem Selbstmord stehen.

Während die eine Seite die Serie hoch lobt und sogar zum Pflichtprogramm an Schulen machen will, sieht die andere Seiten eine Gefahr in der Serie. Ärzte und Psychologen befürchten, dass es Trittbrettfahrer geben könnte und sich nun mehr anstatt weniger Jugendliche mit Problemen das Leben nehmen. In Neuseeland dürfen Jugendliche die Serie inzwischen nur noch unter elterlicher Aufsicht sehen. Gerade dieser Zwiespalt zwischen Lob und Kritik machte mich neugierig auf die Serie.
Die Serie wird in zwei parallelen Handlungssträngen erzählt. Der Vergangenheit und der Gegenwart. In der Gegenwart hört Clay Jensen die Kassetten von Hannah und erfährt nach und nach, was genau alles passiert ist. Nebenbei versucht er die behandelten Personen zur Rede zustellen und ein bisschen Gerechtigkeit für Hannah wieder herzustellen Parallel dazu wird immer wieder die Vergangenheit gezeigt, in der wir Hannah Baker sehen und ihre Erzählungen auf der Kassette auch visualisiert bekommen. Die ersten Personen auf den Kassetten scheinen relativ harmlos zu sein und bis zur Hälfte der Serie denkt man sich eigentlich nur, dass Hannah maßlos übertreibt. Erst nach und nach setzt sich ein Gesamtbild zusammen. Wobei selbst am Ende der Selbstmord noch immer nicht die richtige Lösung scheint.
Die Hauptcharaktere Clay und Hannah werden von allen Seiten beleuchtet und haben eine gute Tiefe bekommen. Die übrigen Charaktere werden oft nur sehr eindimensional dargestellt, da auch immer nur eine Folge wirklich von ihnen handelt. In den weiteren Folgen spielen sie meistens noch mit, aber ihre Charaktere werden nicht weiterentwickelt, bzw angedeuteten Entwicklungen wird nicht genug Raum gegeben. Auch erscheinen ihre Handlungen und Denkweisen nach dem Suizid von Hannah sehr verworren und sehr undurchsichtig. Es scheint fast mehr dahinter zu stecken als nur der Versuch die Schuld von sich zu weisen. Zeitlich gesehen wäre in der Serie für mehr Erläuterungen in dieser Hinsicht eindeutig Platz gewesen. Denn in den einzelnen Folgen reihen sich leider viele aussagelose Szenen aneinander, die weder die Handlung vorwärts bringen, noch Erläuterungen geben. Stattdessen radelt Clay immer wieder von einem Punkt zum nächsten und hat dabei kein richtiges Ziel. So zieht sich die Serie mit ihren 13 Folgen á ca. 60 Minuten. Am Anfang kam die Serie gut in Fahrt. Interessiert lernt man die ersten Charaktere kennen und die ersten sechs Folgen vergehen wie im Flug. Doch danach scheint die Serie zu stagnieren. Zwar wird weiterhin in jeder Folge ein neuer Charakter vorgestellt oder sich einem bereits bekannten Charakter gewidmet, aber es läuft immer wieder nach dem gleichen Schema ab, was auf Dauer etwas eintönig wirkt. Auch scheint Hannah aus ihren Fehlern partout nicht lernen zu wollen. So quält man sich nach der ersten Hälfte praktisch durch die immer mehr an Spannung verlierenden Folgen, ehe es in Folge 12 zum Höhepunkt kommt.

Nachdem ich alle dreizehn Folgen der ersten Staffel gesehen habe, bleibe ich etwas zwiegespalten über die Serie zurück. Denn so richtig das ausgedrückt, was sie wohl ausdrücken wollte, hat sie einfach nicht. Sie hat nicht richtig erklären können, wieso ein eigentlich starkes und stabil wirkendes Mädchen am Ende keinen anderen Ausweg in ihrem Leben mehr sah, als sich umzubringen. Zur Klarheit habe ich nach der Serie noch eine 30-minütige Dokumentation über die Hintergründe angesehen, die ebenfalls auf Netflix verfügbar ist. Erst nach dieser Doku sind mir einige Sachen klar geworden, die ich in der Serie so nicht gesehen habe.
Das größte Problem an der Serie, was eben sehr viel Kritiker auch bemängeln, ist die exakte Darstellung des Suizidvorgangs, der aber die wahren Schmerzen, die man dabei fühlt, nicht auffangen kann. So wird es eben nicht als schmerzhaft dargestellt, sondern sieht sogar sehr leicht aus. Hier werden Teenager nicht abgeschreckt, sondern fast noch ermuntert.

Alles in allem sollte die Serie auf keinen Fall Pflichtprogramm an Schulen werden, weil sie das Thema nicht so gut aufgearbeitet hat, wie sie selbst vorgibt. Hier kann am Ende der falsche Schluss gezogen werden. Ein allgemeines Verbot der Serie halte ich dennoch auch für keine Lösung. Ich wünsche mir, dass die Serie Regisseure und Produzenten inspiriert, sie sich dabei die Kritik an der Serie zu Herzen nehmen und noch einmal eine ähnliche Serie produzieren, die mehr Aussage, mehr Inhalt und mehr Ehrlichkeit birgt. Also eine Serie, die zeigt, wie viel in einem Menschen durch Mobbing absterben kann, aber auch Auswege zeigt.

Mr. Robot

Nachdem Mr. Robot im letzten Jahr regelmäßig Nominierungen bei den Emmys, den Golden Globes und ähnlichem erhielt und dabei auch den ein oder anderen Preis abräumte, wagte ich mich endlich auch einmal an die Serie. Diese Kritik bezieht sich auf die erste Staffel.

Elliot Anderson arbeitet am Tag bei einem IT-Sicherheitsunternehmen, in der Nacht hackt er die Daten seiner Mitmenschen. Gleichzeitig leidet er unter Persönlichkeitsstörungen und Angstzuständen. Eines Tages erfährt er von dem ominösen Mr. Robot und der Hackergemeinde f-society. Er beschließt sich ihnen anzuschließen und gegen den Multikonzern E Corp vorzugehen und damit das globale Finanzsystem zum Einsturz zu bringen.

Mr. Robot befasst sich mit mehreren großen Themen und schnürt diese zu einem einzigen. Zum einen ist da die Verantwortung der Unternehmen. E Corp – von Elliot immer nur Evil Corp genannt – ist ein großer Multikonzern, der sich jedoch mehr um seine Finanzen als um seine Mitarbeiter kümmert. So kam es, dass Mitarbeiter Giftmüll ausgesetzt waren und dadurch an Leukämie erkrankten und starben. So auch Elliots Vater und die Mutter von Angela Moss, Elliots Kollegin und eine gute Freundin. Das zweite große Thema der Serie ist die Hackerszene. Die f-society um Mr. Robot, der Elliot beitritt, ist nur ein ganz kleines Licht. Im Laufe der Staffel haben sie aber immer wieder Kontakt zu anderen Hackergemeinschaften. Das dritte Thema ist Drogenkonsum und -vertrieb. Elliot selbst nimmt regelmäßig Morphium, versucht aber nicht abhängig zu werden. Seine Freundin Shayla ist seine Dealerin, steht aber im Abhängigkeitsverhältnis zu größeren Dealern. Beim vierten und letzten großes Thema geht es um Elliots Persönlichkeitsstörung und seinen Angstzuständen, mit denen er tagtäglich zu kämpfen hat. Woher rühren diese und wie kann er seinen Alltag mit Ihnen bewältigen? Durch diese vier großen Themen ist die Serie mehr als überfüllt. Sie springt wild hin und her, behandelt jedes Thema am Rand, aber nie gründlich.
Zeitgleich hat Mr. Robot sehr viele Figuren, die nur gelegentlich einmal auftreten oder die etwas häufiger auftreten, aber niemals richtig vorgestellt wurden. So wird selbst in der f-society auf Elliot, Mr Robot und Darlene der Fokus gelegt und die anderen Mitglieder immer mal wieder nebenbei erwähnt, wenn sie gerade einmal nützlich für die Serie wurden. Auch bei Allsafe Cybersecurity, der IT-Sicherheitsfirma, bei der Elliot arbeitet, werden einzelne Charaktere vorgestellt, teilweise charakterisiert und dann wieder abgelegt, weil sie nicht mehr wichtig genug sind. So lernt der Zuschauer im Laufe der Serie viel zu viele Charaktere kennen, um sie dann doch wieder zu vergessen. Hier wäre, wie auch schon bei den Handlungsthemen, weniger eindeutig mehr gewesen.
Aber wieso hat Mr. Robot dann so viele Nominierungen bekommen? Das liegt zum einen an der sehr guten Erzählstruktur, die einem durch das Wirrwarr der Handlung verhilft. So erzählt Elliot seine Gedanken, Weltanschauung und Beweggründe einem unsichtbaren Freund. Es wird immer als off-Stimme eingeblendet und dient so als Erzähler, um die teilweise doch verwirrenden Handlungen oder die technischen Begriffe besser nachvollziehbar zu machen. Gleichzeitig ist dies ein weiteres Indiz für Elliots Persönlichkeitsstörung, da er sich im Laufe der Staffel mehrfach fragt, wem er das denn alles erzählt, da sein Freund doch nur eingebildet ist.
Als zweiter Grund für die vielen Nominierungen ist zu sehen, dass die Serie trotz verworrener und überquellender Handlung immer noch einen großen Spannungsbogen schafft. Gebannt sieht man Folge für Folge, wie Elliot mit all seinen Problemen zu kämpfen hat und trotzdem irgendwie den Alltag meistert.
Ein weiterer großer Erfolgsfaktor ist Rami Malek, der Elliot Anderson spielt. Er schafft es perfekt den schmalen Grad zwischen Genie und Wahnsinn bei Elliot zu verkörpern. Dabei spielt er ganz nuanciert und bezieht immer wieder mit ein, dass Elliot größtenteils unter Drogeneinfluss steht. So kann man sich stets in den Protagonisten hineinversetzen, auch wenn man seine Handlungen nicht immer nachvollziehen kann.

Alles in allem ist Mr. Robot eine Serie mit Stärken und Schwächen. Schon nach den ersten Folgen sollte für den Zuschauer feststehen, ob sie mit den Schwächen klar kommt, oder nicht. Mich persönlich hat die Serie nicht richtig abholen können, weswegen ich noch nicht sicher bin, ob ich mir auch die zweite Staffel ansehen werde.

Aus dem Tagebuch einer Kranken #1

Hallo ihr Lieben,
gerne würde ich euch hier Kritiken aus dem aktuellen Kinogeschehen präsentieren, aber leider hatte mich eine garstige Erkältung ans Bett gefesselt. Damit ihr aber nicht komplett auf Kritiken von mir verzichten müsst, will ich euch nun in Kurzform meine Krankenbett Unterhaltung präsentieren. Also was DVD-Regal, Netflix und Co. zu bieten hatten.

Die Filme:

Das brandneue Testament:

Eine relative Neuerwerbung in meinem DVD-Regal, nachdem ich den Film damals im Kino verpasst hatte. Gott existiert. Er lebt in Brüssel und ist ein tyrannisches Arschloch, der Spaß daran hat, die Menschheit ins Unglück zu stürzen. Bis eines Tages seine Tochter die Todesdaten an die Menschheit schickt, seinen Computer lahm legt und auf die Erde kommt, um sich sechs neue Apostel zu suchen.
So wirklich die Komödie, die ich erwartet hatte, habe ich leider nicht bekommen (verflucht seist du unrealistischer Trailer). Aber glücklicherweise gab es trotz der Suche nach Aposteln wenig Geschwafel über Glauben und Religion. Stattdessen werden eher sehr seltsame Menschen vorgestellt, die den Film aber einen gewissen Charme geben.

Der kleine Prinz:

Die Verfilmung des Bestsellers. Jedoch wird hier eine neue Geschichte gesponnen, um dann immer episodenartig aus dem Buch zu erzählen. Eine Kurzkritik habe ich bereits hier geschrieben.

Die Hexe und der Zauberer:

Einer meiner liebsten Disneyklassiker hat endlich seinen Weg in mein DVD-Regal gefunden (und das ganz ohne Hokedipokedi 😉 ). Die Disney Variante der Artussage, zumindest wie Arthur als Knappe auf Merlin trifft und schließlich das Schwert im Stein findet. Das ganze ein bisschen ausgeschmückt mit neuen Charakteren und wichtigen Lektionen (Hin und her, leicht und schwer, ja so ist der Lauf der Welt *sing*) macht einen absolut herrlichen, charmanten und lustigen Film, den ich mir seit meiner Kindheit immer wieder ansehen kann.

DUFF – Hast du keine bist du eine

Ein Film über das Schubladendenken an Highschools. Kein absolut neues Material, aber doch brachte er etwas neuen Wind ins Genre. Auch hier schrieb ich bereits eine etwas ausführlichere Kritik.

The Expendables

Vorsichtig wagte ich mich auch an einen der Filme, die mein Freund mit in die Beziehung brachte. So kam es, dass ich mir den Film ansah, von dem ich nur wusste, dass die ganzen „alten“ Actionhelden zusammengetrommelt wurden. Da ich aber von den „guten alten Actionfilmen mit den guten alten Actionshelden“ á la Rambo und co. aber nichts gesehen habe, konnte ich auch mit den Gesichtern nur wenig anfangen. Vielleicht fehlte mir dadurch der Nostalgiefaktor, denn ich bekam einen sehr durchschnittlichen Actionfilm geliefert. Schön gefilmte Actionszenen, aber wenig Handlung und irgendwo doch zu viele Charaktere, um komplett durchblicken zu können.

xXx – The next Level

Nachdem ich neulich den dritten Teil im Kino sah,beschloss ich, dass es Zeit wurde endlich auch einmal den zweiten Teil der Triple-X Reihe mit Ice Cube statt Vin Diesel in der Hauptrolle anzusehen. Hier merkt man deutlich, dass Diesel doch irgendwo den Charme der Reihe ausmachte und er mit Cube nicht so Recht funktionieren will. Das liegt allerdings weniger am Schauspiel, als vielmehr an der etwas plumpen Handlung, der Witz und Originalität fehlt. Selbst Schauspielnamen wie Samuel L. Jackson, Scott Speedman und Willem Dafoe konnten hier nichts retten. Dafür waren die Actionsequenzen auch wieder gut choreographiert und gefilmt.

Wild Things

Auf Empfehlung landete dieser Film übergangsweise in meinem DVD-Regal und wartete nun darauf gesehen zu werden. Zwei Schülerinnen werfen aus heiterem Himmel einem allseits beliebten Lehrer Vergewaltigung vor. Die Polizei ermittelt und die Meinung scheint schnell überall festzustehen. Doch was ist wirklich passiert? Über den Film kann man nicht viel sagen, ohne nicht gleich zu spoilern. Zunächst scheint der Film sehr einfach gestrickt zu sein und auch beim Zuschauer steht schnell eine Meinung fest. Doch dann dreht sich der Film um 180° und alles, was man vorher zu wissen glaubte, wird auf den Kopf gestellt. Dadurch wird der Film aber weder wirklich spannend, noch wirklich Originell.

Die Serien:

Lucifer
Staffel 1

Lange Zeit war ich großer Fan von Crimeserien. Sei es Lie to me, Bones, CSI New York, ich habe sie verschlungen. Doch irgendwann fehlte mir das gewisse Etwas und ich habe mich aus dem Genre Crime verabschiedet. Doch nun lächelte mich eine neue Serie an. Ihr Name Luzifer. Benannt nach ihrem Protagonisten dem Fürst der Hölle höchstpersönlich. Doch dieser hat die Nase von der ewigen Folterei voll und hängt seine Aufgabe an den Nagel gehängt. Während er sich eine Bar aufgebaut hat, lernt er durch Zufall Detective Chloe Decker kennen. Sie scheint die einzige zu sein, die nicht auf seine teuflischen Beeinflussungen reagiert. Um diesem Phänomen genauer nachzugehen, hängt sich Lucifer immer wieder an ihre Fersen und geht ihr damit gewaltig auf die Nerven.
Lucifer bewegt sich irgendwo zwischen Humor und Crime und bietet damit endlich neuen Stoff im Crimebereich. Die Charaktere sind alle interessant und vielschichtig gezeichnet. Gerade Chloe Decker ist eine schöne Bereicherung im Feld der starken Serienfrauen. Denn sie packt ihren stressigen Beruf, ist alleinerziehende Mutter und kriegt irgendwie noch ihre komplizierte Familie unter einen Hut. Aber sie ist trotzdem nicht allmächtig oder perfekt. Sie hat ihre Ecken und Kanten, ihre Stärken und auch einige Schwächen, macht Fehler wie jeder andere, hadert mit den Erziehungsmethoden und hält trotzdem immer die Ohren steif.
Der größte Pluspunkt ist jedoch Lucifers großes Ego und seine oftmals schwarzhumorigen Sprüche. Ich wurde in der ersten Staffel definitiv gut unterhalten und warte nun begierig auf mehr.

Castle
Staffel 1&2

Die Serie wurde mir bereits vor Jahren empfohlen, aber Amazon hat sie erst jetzt in ihr Primeangebot aufgenommen. Zudem war ich nach Lucifer ganz begierig auf noch mehr Crime und das ganze bitte mit schön viel Humor gesalzen. Und genau das bekam ich geboten, so dass ich diese Serie noch schneller verschlang als Lucifer. Denn Rick Castle ist eigentlich erfolgreicher Autor mehrer Krimibestseller. Doch nach vielen Erfolgen gingen ihm letztendlich die Ideen aus und er brauchte neue Inspiration. Als er auf Detective Kate Beckett trifft, inspiriert diese ihn eher unfreiwillig für eine neue Romanfigur namens “Nikki Heat”. Durch seine Beziehungen zum Bürgermeister schafft Castle es, Beckett dauerhaft bei den Ermittlungen folgen zu dürfen. Dadurch entsteht ein etwas ungleiches Gespann, was umso mehr Witz mit sich bringt. Genauso wie bei Lucifer sind es hauptsächlich der Witz und die guten Dialoge, die den Reiz der Serie ausmachen und den Unterschied zur durchschnittlichen Crimeserie, auch wenn sich hier kaum schwarzer Humor wiederfindet. Definitiv eine Serie, die ich noch lange weiter suchten werde.

Black Mirror
Staffel 1

Viel zu lange lag diese Serie auf meiner Netflix Watchlist und wartete darauf, dass ich sie mir endlich ansah. Krankheiten haben eben doch etwas Gutes, nämlich dass man genau das aufarbeiten kann. So wagte ich mich letztendlich an diese Serie von der ich bisher nur wusste, dass es im Allgemeinen um Dystopien geht. Genauer kann man die Serie auch nicht wirklich beschreiben, da jede Folge mit ca. 60 Minuten ein eigener kleiner Minifilm ist. Neue Handlung, neues Setting, neue Darsteller. Die einzige Verbindung ist, dass man schnell merkt, dass irgendetwas faul ist und es sich daher immer um Dystopien handelt. Dabei sind die Erfindungen oder der Handlungsrahmen zwar immer stark überspitzt, aber trotzdem irgendwo doch denkbar und hat immer genug realitätsbezug um beängstigend zu sein. Black Mirror muss man mögen, um es zu sehen. Wer mit dieser Art der Geschichtenerzählung nichts anfangen kann, oder immer etwas braucht, um mit den Charakteren warm zu werden, dem ist diese Serie nicht zu empfehlen. Andererseits wenn einem eine Folge nicht gefällt, gibt es vielleicht eine andere Folge, die einem besser gefällt. Mir hat die Serie gefallen und die nächsten Staffeln warten nun wieder um gesehen zu werden.

Die Bücher:

Bei dir ist mein Herz

Entdeckt bei der lieben Mel und schon seit ein paar Monaten auf meinem E-Reader, wobei ich immer wieder ein bisschen weitergelesen habe, aber nie genug Zeit fand. Doch die Wartezeit beim Arzt habe ich genutzt, um nun doch endlich das große Finale zu lesen. Grundsätzlich gibt es drei Handlungsstränge. Einer spielt in den 1930er und 1940er Jahren und befasst sich mit Clara Chester, die durch finanzielle Schwierigkeiten nach dem Tod ihres Vaters das Gut ihrer Familie verliert und mit ihrer Schwester nach London zu ihrer gut situierten Tante ziehen muss. Der zweite Handlungsstrang befasst sich mit Leo Anfang der 2000er, der aus beruflichen Gründen von Deutschland nach New York ziehen musste und nun seine Freundin in Deutschland schmerzlich vermisst. Der dritte Handlungsstrang befasst sich mit den Freundinnen Martha und Cecilia. Martha hat ein kleines Haus an der englischen Küste geerbt und überredet ihre Freundin Cecilia, die nach dem Tod ihres Freundes vor über einem Jahr immer noch trauert, sie zu begleiten, um sie endlich einmal aus ihren vier Wänden zu kriegen. Nach und nach setzen sich die Puzzleteile zusammen und man erfährt, warum genau diese drei Geschichten erzählt werden. June Adams schreibt ihre Geschichte bittersüß mit Höhen und Tiefen, aber leider auch immer wieder mit erheblichen Längen. Stellenweise scheint es als würden alle Charaktere auf der Stelle treten und die Beschreibungen von vergangenen Ereignissen nehmen immer wieder überhand. Aber abgesehen von diesem kleinen Makel liest sich das Buch sehr flüssig und berührt das Herz. Gerade am Anfang des Buches kommen die Wechsel zwischen den Charakteren etwas abrupt, dies bessert sich aber im Laufe des Buches. Für alle, die lachen, weinen und das gleichzeitig wollen.

Black Rabbit Hall

Um dieses Buch bin ich immer wieder herumgeschlichen, konnte mich aber nicht durchringen es wirklich zu kaufen. Umso gelegener kam es mir, als mich der Verlag anschrieb und es mir als kostenloses Testexemplar anbot (Vielen Dank dafür und an Jellybooks als Kooperationspartner!). Black Rabbit Hall heißt eigentlich Pembroke Hall, aber keiner der Familie Alton nennt es so. Hier verbringen sie ihre Sommer und entkommen so der staubigen Luft Londons. Bis zu jenem schicksalshaften Sommer. Viele Jahre später sucht das junge Paar John und Lorna eine gute Location für ihre Hochzeit an der Küste Cornwalls und treffen auch auf Black Rabbit Hall. Von der ersten Sekunde an fühlt sich Lorna merkwürdig verbunden mit diesem Haus. Ein großes Familiengeheimnis und das junge Hochzeitspaar. Gegenwart und Vergangenheit wechseln sich hier gleichmäßig ab, aber natürlich immer genau dann, wenn man unbedingt in der anderen Zeit wissen will, wie es weitergeht. Auch eine Methode die Leser am Weglegen zu hindern. Aber genau das musste ich mehrfach tun, denn die endlosen Beschreibungen von Umfeld oder irgendwelchen Kleinigkeiten ging mir schnell auf die Nerven. Das Buch wurde künstlich verlängert und das obwohl der Ausgang der Handlung schon im ersten Drittel eindeutig wurde. Es gab wenig originelle Ideen, stattdessen wurde sich stark an Stereotype gehalten. Da es aber wirklich starke Vertreter in diesem Genre gibt (ich empfehle gerne immer wieder die Bücher von Kate Morton), fällt Black Rabbit Hall leider eher negativ auf. Zumal es auch keinen Charakter gibt, der wirklich sympathisch rüberkommt und mit dem man mitfiebern wollte. Eigentlich wollte ich am liebsten alle ständig eine gepfefferte Ohrfeige geben, damit sie alle mal wieder zu Vernunft kommen. Selbst für Genrefans ist dieses Buch leider keine Empfehlung.

The Crown

Netflix ist bekannt immer wieder selbst teure und aufwändige Serien zu produzieren. Nach Downton Abbey wollte ich wieder vom englischen Adel verzaubert werden. Und so entführte mich The Crown in die Zeit der Regentschaft von Königin Elisabeth II., der noch immer amtierenden Königin von England.

Prinzessin Elisabeth muss nicht nur mit dem unerwarteten Tod ihres Vaters des Königs zurecht kommen, sondern wird auf einmal überflutet mit den Verantwortungen einer Königin. Gleichzeitig wird ihr Ehemann Philipp immer wieder in seine Schranken verwiesen und seine Freiheit auf ein Minimum eingeschränkt und ihre Schwester Marguerite versucht eine unmögliche Hochzeit durchzusetzen. Dies und viele Sorgen mehr lasten auf der jungen Königin.

The Crown begleitet in der ersten Staffel Elisabeth von ihrer Hochzeit mit Philipp über ihre Krönung bis zur Abdankung Churchills. Dabei wird das Leben der Königin sowohl in ihrer Form als Königin als auch in ihren privaten Entscheidungen dargestellt. Dabei hat man von Elisabeth bald einen ganz anderen Eindruck, als man ihn vor der Serie hatte. Bisher kannte man sie nur aus dem Fernsehen bei Paraden oder ähnlichem. Aber die Seite, die immer hinter der schützenden Mauer des Buckingham Palace zum Vorschein trat, ist vor den Medien immer gut abgeschirmt geblieben. Man lernt ihre rebellische und ihre verletzliche Seite kennen. Gleichzeitig erfährt man aber auch einiges über ihre Wegbegleiter, über Winston Churchill, über ihre Schwester Marguerite und über den Mann an ihrer Seite Philipp.
Mit einem Budget von ca. 80 Millionen US-Dollar ist The Crown bis dato das teuerste Projekt von Netflix. Und das sieht man der Serie auch an. In jeder Kulisse und in jedem Kostüm stecken viel  Arbeit und eine Liebe zum Detail, die ihresgleichen sucht. Gleichzeitig wurden sehr passende Darsteller gefunden. Hier sticht vor allem Claire Foy als Königin Elisabeth II. heraus. Ihre Mimik spiegel immer pointiert ihre Gedanken wieder, ohne das sie dabei auf altbekannte Muster zurückgreifen muss. Meist reicht schon eine kleine Variation in ihrem Blick aus, um dem Zuschauer verständlich zu machen, dass sie gerade dabei ist ihre Meinung den Umständen anzupassen. Etwas gewöhnungsbedürftiger dürfte da Matt Smith als Philipp sein, vor allem für alle, die ihn als elften Doktor aus der beliebten Serie Doctor Who kennen. Er spielt den Philipp sehr gewählt, aber doch schleicht sich bei mir immer wieder das Bild von ihm mit Fliege und Fez ein, was etwas hinderlich ist. Den restlichen Cast konnte ich jedoch ohne Vorurteile genießen und jeder spielte seine Rolle auf seine ganz eigene Art faszinierend und passend.
Die Handlung selbst ist ein ewiges auf und ab mit Highlights und Erschütterungen. So ist die Krönung natürlich ein absolutes Highlight, gleichzeitig aber der Tod des früheren Königs eine Erschütterung. Nebenbei erfährt man auch noch einiges über die Geschichte und Politik Englands nach dem zweiten Weltkrieg, beispielsweise die große Smogwelle, die London in einen Nebel packte und tagelang festhielt. Gleichzeitig bekommt man einen Einblick, inwieweit die Krone Einfluss auf die aktuelle Politik hat, bzw. Inwieweit die Politik versucht Dinge vor der Krone geheim zu halten. Da die britische Monarchie eigentlich nur noch Repräsentationszwecken dient, zumindest laut Schulunterricht, so ist es doch interessant zu sehen, dass die Monarchie doch irgendwo ihre Hand in der Politik hat.
Trotz mitunter längerer Dialoge und einigen längeren Szenen ohne Aussage, bleibt die Serie durchgehend sehr spannend. Trotzdem ist die Serie nur zu empfehlen, wenn man sich zumindest ein bisschen für die Thematik interessiert. Das Intro ist schön gestaltet und führt mit stimmungsvoller Musik entlang der Krone. Zu den inspirierendsten Intros zählt es aber nicht.

Eine sehr empfehlenswerte Serie, die eine große Vorfreude auf die zweite Staffel schürt.

Westworld

Meine Twitter und Facebooktimeline ist bereits seit ein paar Wochen voll mit Jubelausrufen über die neue HBO-Serie „Westworld“, die nicht selten als das neue „Game of Thrones“ bezeichnet wurde. Als Sky zu Weihnachten die Serie endlich auch mit deutschem Untertitel herausbrachte, nutze ich die paar freien Tage und überzeugte mich selbst von der Qualität.

Dolores Abernathy scheint auf dem ersten Blick ein ganz normales Leben in den USA zur Zeit des Wilden Westens zu leben. Doch ihr Leben ist voller Leid und Tod. Denn Dolores ist Teil des großen Freizeitparks „Westworld“, in dem die Reichen für gutes Geld in die Vergangenheit eintauchen können, um den „realen“ Wilden Westen zu erleben. Dolores Erinnerung wird jeden Tag zurückgedreht, so dass sie jeden Tag das gleiche erleben kann, ohne sich an den vorherigen Tag zu erinnern. Doch merkt sie wirklich nicht, was mit ihr geschieht?

Da Game of Thrones sich doch langsam aber sicher dem Ende zuneigt, hat HBO nun ein neues Großprojekt, das ordentlich Geld einspielen soll. Aber zunächst hat HBO ordentlich Geld in die Serie gesteckt – und das sieht man ihr auch an. Denn zunächst wurde eine Reihe namenhafter Schauspieler ausgewählt, allen voran Anthony Hopkins. Nachdem Hopkins in letzter Zeit sein Können an eher schwache Filme verschenkte, kehrt er nun als Schöpfer des „Westworld“-Parks Dr. Robert Ford zurück und schafft es, wie seinerseits als Hannibal Lector, einen Charakter zu schaffen, bei dem wir nie genau wissen, was er denkt, fühlt oder plant. Aber auch Namen, wie Ed Harris, Jeffrey Wright, James Marsden und Thandie Newton zeigten den guten Schauspielcast der Serie. Andere Namen, wie beispielweise Evan Rachel Wood, die die Protagonistin Dolores spielt, waren mir vorher komplett unbekannt, konnten aber auch allesamt überzeugen.
Westworld beginnt sehr langsam und führt den Zuschauer ruhig in die Welt ein. Der Zuschauer lernt zunächst „Westworld“ selbst kennen und erst als man selbst merkt, dass etwas nicht stimmen kann, wird dem Zuschauer auch die Welt um Westworld herum vorgestellt. Zumindest die Produktionseinrichtung, denn das Gebäude wird nie verlassen. So weiß der Zuschauer zwar, dass die Serie in der Zukunft spielt, sieht aber die grundlegenden Veränderungen außerhalb nicht (das wäre mal ein interessanter Ansatz für die zweite Staffel). Nach circa der Hälfte der Staffel wechselt Westworld das Tempo. Während sich vorher hauptsächlich auf die Vorstellung der Möglichkeiten des Parks und der guten Einführung der Charaktere konzentriert wurde, wird nun der Haupttwist der Serie eingeführt. Damit einhergehend steigt die Spannung um ein vielfaches auf ein sehr hohes Niveau. Da sich im Laufe der Serie mehrere Handlungsstränge ergeben, die erst im großen Showdown wieder zusammengeführt werden, ist für jeden ein passendes Thema dabei. Auch führt dies dazu, dass man gerade mit einem Handlungsstrang mitfiebert, dann zu einem anderen geschaltet wird, und man vorm Fernseher sitzt und diesen anmault, dass man aber wissen will, wie es mit dem anderen weitergeht. Grundsätzlich sind aber alle Handlungen so spannend gestaltet, dass man sowieso bei allen wissen will, wie sie weitergehen.
Die Drehorte in den USA sind gut ausgewählt und führen zu einem optischen Augenschmaus vom Feinsten. Denn allein eine Kamerafahrt über Westworld bzw. über einen Nationalpark in den USA lohnt sich anzusehen. Auch die scheinbare Endlosigkeit des Parks begeistert beim Sehen der Serie. Auch die Requisiten im Park und die Maschinen zur Schaffung der Hosts leben von einer Liebe zum Detail und sorgen dafür, dass sich die Serie qualitativ vom Alltagsbrei abhebt.

Alles in allem kann Westworld begeistern und ist eine Serie, die süchtig macht. An Game of Thrones kommt sie jedoch nicht heran.

Gilmore Girls – A Year in the Life

Seit dem 25.11.2016 gibt es das große Gilmore Girls Revival auf Netflix zu sehen. Nachdem ich die ursprünglichen sieben Staffeln nun bestimmt zum zehnten Mal (es ist nicht einmal unwahrscheinlich, dass ich die Serie schon öfter gesehen habe), konnte ich es kaum erwarten endlich neuen Stoff zu bekommen. Und so verließ ich Freitag Abend überpünktlich das Büro, fuhr nach Hause, verbannte meinen Freund ins Wohnzimmer (keine Angst, dort steht die Playstation, er war gut versorgt) und kuschelte mich unter meine Bettdecke zu einem ganz neuen Treffen mit meinen alten Freunden Lorelai und Rory Gilmore.

10 Jahre sind vergangen. Luke und Lorelai wohnen inzwischen zusammen in Lorelais Haus. Rory jettet um die Welt und ist nirgends so richtig zu Hause. Ihre Journalismuskarriere war auf einem Höhepunkt, hat aber nun gerade einen kleinen Durchhänger. Emily Gilmore kämpft noch immer mit ihrer Trauer, um ihren verstorbenen Mann Richard.

Vor vielen Jahren kam ich eines Tages erschöpft von der Schule nach Hause und hatte absolut keine Lust meine Hausaufgaben zu machen. Also schmiss ich meinen Rucksack in die Ecke, schmiss mich auf mein Bett und schaltete den Fernseher ein. Ich zappte ein wenig durch die Programme und blieb schließlich an einer Fernsehserie namens Gilmore Girls hängen. Es war zwar nicht die erste Folge, es war nicht einmal die erste Staffel, aber schon der erste Dialog brachte mich lauthals zum lachen und ich blieb an der Serie hängen. Es wurde zu meinem täglichen Ritual nach der Schule. Irgendwann fing ich an parallel zur Ausstrahlung, die sich inzwischen in der fünften oder sechsten Staffel befand, die erste Staffel über DVD zu gucken, die ich mir zugelegt hatte. Inzwischen befinden sich alle sieben Staffeln in meinem Regal und begleiteten mich auf meinen Weg über Schule, Studium und Ausbildung. Obwohl die Serie bereits 2007 nach sieben Staffeln eingestellt wurde, war die Serie immer aktuell. Sie schaffte es absolut einzigartige Charaktere zu kreieren und Geschichten, die so aus dem Leben gegriffen sind, dass man in jeder Lebenslage mitfühlen konnte.
Inzwischen haben wir das Jahr 2016, Schule, Studium und Ausbildung sind vorbei, doch die Gilmore Girls DVD stehen noch immer im Regal. Umso größer war die Freude, als Netflix ankündigte ein Revival zu veranstalten. Sie luden alle altbekannten Darsteller ein noch einmal vier Folgen á 90 Minuten Spiellänge zu drehen. Ab da hüllte sich Netflix in Schweigen und das große Rätseln ging los. Würden alle Darsteller wieder zurückkehren? Die Frage konnte man schnell mit Nein beantworten, denn zumindest Edward Herrmann, der den Richard Gilmore spielte, würde nicht mehr mit dabei sein. Herrmann verstarb 2014 an den Folgen eines Hirntumors. Irgendwann gab Netflix einen ersten Trailer heraus und stieß dadurch die Gerüchteküche noch stärker an.
Am vergangenen Freitag, den 24.11., startete nun das große Revival „A Year in the Life“ auf Netflix. Die vier Episoden repräsentieren je eine Jahreszeit. Was genau in den einzelnen Episoden passiert, spare ich an dieser Stelle aus, da es nicht möglich ist eine Handlungszusammenfassung ohne Spoiler zu schreiben.
Eins muss man Netflix lassen, sie haben sich alle Mühe gegeben möglichst alle Darsteller, die jemals einen Auftritt in Gilmore Girls hatten wieder zusammen zubekommen. In jeder Folge laufen einem wieder bekannte Gesichter über den Weg und führen zu begeistertem Jubel. Die Handlung selbst ist eine Achterbahnfahrt aus Hoch- und Tiefpunkten, wo man zwischendurch nicht sicher ist, ob einem die Richtung, die das Ganze einschlägt gefällt, aber irgendwo spiegelt es doch Situationen aus dem Leben wieder. Auf jeden Fall wechseln die Emotionen in einem Tempo, so dass man schon bald nicht mehr weiß, ob man lachen oder weinen soll. Mit der vierten Folge wird aber ein runder Abschluss gefunden. Wäre da nicht Rorys letzter Satz…

Alles in allem ist das Revival für die Fans. Es ist ein Wiedersehen, eine Rückkehr nach Stars Hollow. Wer vorher nichts mit der Serie anfangen konnte, sollte auch hier die Finger von lassen, wer sie wie ich liebte, kann hier herrlich in Erinnerungen schwelgen.

The Night Manager

Der Reiz einer Kurzserie erschloss sich mir, als ich meine viel zu lange Liste mit Serien betrachtete, die ich entweder noch anfangen möchte zu sehen, oder bei denen inzwischen neue Staffeln erschienen sind. Also warum nicht eine Serie abarbeiten, die nur 8 Folgen umfasst und nach dieser einen Staffel komplett fertig erzählt ist?

Jonathan Pine arbeitet als Nachtmanager in einem Nobelhotel in Kairo zur Zeit des arabischen Frühlings 2011. Dort wird seine Geliebte getötet, die in Verbindung zu einer mächtigen Familie stand. Jahre später trifft er auf den Mann, der die Ermordung vielleicht angeordnet hat: Richard Roper. Er wendet sich an Angela Burr, die eine kleine Konkurrenzabteilung des MI6 führt, und lässt sich in Ropers Organisation einschleusen, um Informationen zu bekommen.

Etwas gezögert habe ich bei dieser Serie, als ich las, dass es sich um eine Serienverfilmung eines John le Carré Buches handelt. Nach der Verfilmung von Verräter wie wir diesen Jahres, die mich sehr enttäuschte, war ich doch etwas vorsichtig. Aber die Besetzungsliste mit Tom Hiddleston und Hugh Laurie überzeugte mich dann doch.
Während die erste Folge etwas holprig startet, da hier versucht wird sehr viel Handlung unterzubringen, um schnell zum eigentlichen Thema vorzudringen. Dadurch wird sehr viel mit Zeitsprüngen gearbeitet und gleichzeitig brasseln unzählige Namen auf einen ein. Dies entspannt sich aber schon ab der zweiten Folge, wenn Pine es schafft in Ropers Organisation unterzukommen. Trotz des nun relativ langsamen Erzähltempo kommt es immer wieder zu brenzligen Situation, so dass die Spannung trotzdem permanent aufrecht erhalten wird. Auch hat man wenig das Gefühl eine Serie zu sehen, da die einzelnen Folgen stringent hintereinander erzählt werden. So kommt es einem viel eher so vor, als würde man einfach einen sehr langen Film sehen. Allerdings lädt dies auch zum Binge-Watching ein, da man selbst am Ende einer Folge immer wissen möchte, wie es weitergeht und dann zwischendurch auszuschalten, fällt sehr schwer.
The Night Manager handelt mit vielen Charakteren und Namen, so dass man eine Weile braucht, um die Zusammenhänge richtig einordnen zu können. Doch auch nach acht Folgen überlegt man mitunter immer wieder, in welchem Zusammenhang in Dialog genannte Namen zur Handlung stehen. Dabei handelt es sich aber eher um die verzweigten Geschäftspartner Ropers, den Kreis der Hauptfiguren kann man sich durchaus merken. Hierbei ist vorallem die Besetzung wichtig. Dabei spielen alle Darsteller ihre Charaktere mit einer Hingabe, die die Serie auszeichnet. Hierzu zählen neben Hiddleston und Laurie, von denen man diese Leistung erwartet, auch Tom Hollander, Olivia Colman und Elizabeth Debicki.
Während die ursprüngliche Handlung von Carrés Roman „Der Nachtmanager“ zur Zeit des Endes des Kalten Krieges spielte, wurde die Handlung in der Serie aktualisiert und spielt nun während des arabischen Frühlings. Dadurch arbeitet Pine am Anfang zum Beispiel auch in Kairo und nicht wie im Roman in der Schweiz. Dadurch bekommt die Serie noch einmal eine Aktualität, die einen viel mehr mitnimmt. Durch verschiedene Handlungsorte, wie in Spanien, Ägypten, England und der Türkei, hat das Ganze einen sehr internationalen Touch, der einem nicht die Augen vor realen Fakten verschließen lassen kann.
Besonders gut gelungen ist auch das Intro der Serie. Hier werden Stilmittel des Prunks immer wieder umgewandelt zu Stilmitteln des Krieges. Zusammen mit einer zwar ruhigen, aber doch eindringlichen musikalischen Untermalung, trifft das Intro zu 100% den Ton der Serie und ist auch ästethisch sehr gut anzusehen.

Alles in allem eine absolute Empfehlung, aber vorsicht! Die Serie hat Suchtfaktor und sollte vielleicht an einem freien Wochenende gesehen werden.

Downton Abbey

Vor kurzem konnte ich meinen Freund doch überzeugen, zusätzlich zu unseren anderen Abonnements, uns auch noch Amazon Prime zuzulegen. Dabei entdeckte ich eine Serie, die ich zwar vom Namen her kannte, aber nicht so ganz wusste, worum es denn geht. Auf gut Glück schaute ich einmal herein. Diese Kritik befasst sich mit den Staffeln 1-5.

Downton Abbey ist ein Herrschaftssitz in Yorkshire. Dort lebt die Familie Crawley mit ihren Angestellten zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Es werden historische Ereignisse, wie der Untergang der Titanic und der erste Weltkrieg, politische Umbrüche, wie Frauenwahlrecht und die erste Labour-Partei, sowie persönliche Schicksale behandelt.

Seit langem hat mich keine Serie mehr so in den Bann gezogen, wie Downton Abbey. Ich verschlang die Serie regelrecht und konnte mich selten dazu bewegen, sie auszuschalten, was dazu führte, dass ich teilweise bis 3Uhr morgens in einer anderen Welt feststeckte. Das liegt vorallem daran, dass sich Downton Abbey auf keinen Charakter wirklich konzentriert, sondern einem eine Vielzahl von verschiedenen Geschichten bietet. So konnte man sich immer Charaktere aussuchen, die man mag und mit denen man mitfieberte und betete, dass ihnen nichts schlimmes passierte. Und dann gab es eben auch die Charaktere, denen man einen frühen Serientod wünschte – die Wünsche wurden aber nicht immer erhört. Allein die Hauptfamilie hat drei Töchter, die unterschiedlicher nicht sein könnten: die zynische und arrogante Mary, die sich permanent selbstbemitleidende Edith und die immer herzliche und freundliche Sybill. Doch auch diese drei machen Wendungen durch, so dass man am Ende vielleicht doch mit jemandem sympathisiert, was man am Anfang der Serie für unmöglich hielt. Unvorhersehbare Wendungen schaffen es die Serie durchgehend spannend zu halten, auch wenn es sich im weitesten Sinne lediglich um ein Familiendrama handelt. Hinzu kommen die Einbindungen historischer Ereignisse und politischer Umbrüche, die das Haus regelmäßig erschüttern. Die Serie schafft es vor allem durch Detailgenauigkeit zu punkten, da die Sitten und Geflogenheiten sehr realistisch dargestellt werden. Auch werden immer wieder neue Erfindungen vorgestellt, so werden zu Anfang der Serien noch Kutschen genutzt, die immer weniger werden und zunehmend durch die ersten Automobile ersetzt werden. Auch Telefone und Radios werden im Laufe der Serie als neue Erfindungen vorgestellt. So schafft Downton Abbey es mehr als Familiendrama zu sein, nämlich auch eine kleine Geschichtsstunde.
Die Serie zieht sich über mehrere Jahre. So beginnt die erste Staffel im Jahr 1912 mit dem Untergang der Titanic und erstreckt sich bis Staffel 5 ins Jahr 1924. Dadurch sind mitunter große Zeitsprünge von Nöten. Leider verfehlt hier die Serie manchmal den richtigen Augenblick. So passiert es, dass zwei Charaktere über ein Thema einen Streit haben. Dann kommt ein Zeitsprung von zwei Jahren und die gleichen zwei Charaktere streiten noch immer über das gleiche Thema, ohne das in den zwei Jahren die vergangen sind, jemand die richtigen Argumente vorbringen konnte. Es scheint fast so, als wäre in der Zwischenzeit überhaupt nichts passiert. Die Serie setzt genau an den gleichen Handlungssträngen wieder an, als wären nicht inzwischen zwei Jahre vergangen. Lediglich die geschichtlichen Hintergrundinformationen wurden an das neue Jahr angepasst. Das ist nicht immer ganz passend und hätte geschickter gelöst werden können. Auch der Schnitt allgemein ist nicht immer passend. So haben beispielweise zwei Charaktere gerade einen wichtigen Dialog und mittendrin wird dann zu anderen Charakteren geschnitten. Wäre grundsätzlich kein Problem, wenn der wichtige Dialog der ersten beiden irgendwann auch wieder aufgegriffen würde. Doch genau das passiert nicht, sondern irgendwann wird in einem Nebensatz der erste Dialog in einem anderen erwähnt und nur so erfährt der Zuschauer teils wichtige Informationen. Ansonsten verfügt Downton Abbey über einen sehr flüssigen Erzählstil und erlaubt einen in eine andere Zeit abzutauchen. Die Länge der Folgen variiert je nach Staffel zwischen 46 und 96 Minuten. Auch die Anzahl der Folgen variiert von 6-10 je nach Staffel.

Alles in allem ist Downton Abbey einfach nur ein Sehvergnügen. Ich habe selten so oft den Fernseher angeschrien, Charaktere gehässig ausgelacht und vor Freude mit den Beinen gestrampelt, wenn endlich etwas so kam, wie es ich es wollte, wie in dieser Serie. Und wenn ihr mich jetzt entschuldigt, ich habe meine Liebe für English Breakfast Tea wieder entdeckt und werde mir jetzt eine Tasse kochen – muss ich leider selbst machen, habe ja keine Diener und Butler.