Verpasst, aber nicht vergessen – Teil 9.4

2018 sind es ein paar mehr Filme, die ich inzwischen nachgeholt habe, demnach werde ich das Jahr wohl auch nochmal teilen. Aber hey, so langsam komme ich doch voran… Wer noch einmal die vergangenen Beiträge meiner großen Aufräumaktion in dieser Kategorie ansehen möchte, kann dies hier tun: 2014/2015, 2016, 2017

2018

1) Das Zeiträtsel

Meg Murry trauert um ihren Vater, einem Physiker, der nach einem Experiment verschwunden ist. Eines Tages stehen drei seltsame Damen vor ihrer Tür, die sie in eine andere Welt mitnehmen, zusammen mit ihrem kleinen Bruder Charles Wallace. Dort besteht die Möglichkeit, dass sie ihren Vater wiederfindet.
Klingt diese Zusammenfassung seltsam und sehr plump? Das könnte daran liegen, dass ich den gesamten Film schon beim Sehen wieder vergessen habe. Am Ende wusste ich nicht mehr, wie er angefangen hat, oder wie die Kinder wieso von a nach b kamen. Und genau das ist das Problem des Films. Er hat keine richtige Richtung, die er einschlägt, sondern hangelt sich von einer belanglosen Szene zur nächsten, versucht mit seinem Cast Eindruck zu schinden und vergisst ganz nebenbei die neue Welt auch nur ansatzweise zu erklären. Ständig wird Meg in ein neues Setting geschickt, immer nur mit wagen Andeutungen, was sie dort sehen könnte und dies manchmal vielleicht auch tut. Letztlich versteht keiner die Welt, die Andeutungen sind keine Hilfe und einem ist sehr schnell egal, was mit den Charakteren passiert. Die Protagonistin ist eigentlich nur damit beschäftigt, alle zu fragen, warum und wieso sie etwas tun soll, keine richtige Antwort erhält und es dann einfach tut. Kurzum ein absoluter Griff ins Klo aus dem Hause Disney.

2) Lady Bird

Christine McPherson (Saoirse Ronan) möchte lieber Lady Bird genannt werden. Sie wächst in einer armen Familie auf, träumt aber von größerem. Dadurch gerät sie oft mit ihrer Mutter aneinander, die denkt, dass sich Lady Bird für sie schämt.
Lady Bird ist Greta Gerwigs Regiedebut, die uns dieses Jahr den wunderbaren Film Little Woman brachte. In Lady Bird bereits bewies sie die kleinen Feinheiten eines pubertierenden Mädchens einzubauen, das den Kopf voller Träume hat und diese sich aber nicht mit den realen armen Verhältnissen ihrer Familie zusammenpassen. Dabei sind es gerade die Dialoge zwischen Mutter und Tochter, die sehr schnell eskalieren und einem doch so aus der Seele sprechen. Dabei hat Lady Bird keine große Handlung, sondern verliert sich in kleinere Episoden, unter anderem in Liebeleien mit den großartigen Lucas Hedges und Timothee Chalamet. Von fünf Oscarnominierungen konnte er leider keinen mitnehmen, spielt sich aber ganz unscheinbar in die Herzen der Zuschauer.

3) Vielmachglas

Marleens (Jella Haase) Leben stagniert. Lieber würde sie ebenso abenteuerlustig sein, wie ihr Bruder, doch stattdessen jobbt sie nach ihrem Abi in einem Kino. Erst ein Schicksalsschlag lässt sie aufwachen und sie zieht los, um in kürzester Zeit einen Dampfer in Hamburg zu erreichen. Dabei lernt sie allerhand komische Gestalten kennen.
Vielmachglas versucht sich an einem Abenteuerfilm mit tiefsinnigen Botschaften im Gewand einer Komödie. Letztlich scheitert er aber an beiden Genres. Zu platt sind die Gags, die allein dadurch zustande kommen, dass Marleen auf neue Personen trifft, wo einer abgefahrener als der nächste ist. So ist es ein Roadtrip der unspaßigeren Art, auch wenn Jella Haase merkbar alles gibt, um aus ihrem Chantal-Klischee herauszukommen. Während der Film am Anfang noch versucht irgendwo eine tiefere Ebene zu etablieren und Marleen als zwiegespaltene Person darstellt, die eigentlich gerne vorankommen möchte, sich aber nicht den nächsten großen Schritt traut. Dies wird aber schnell über Bord geworfen, um lieber mit Klischees um sich zu werfen und eine absolut austauschbare Handlung zu kreieren.

4) I, Tonya

Tonya Harding (Margot Robbie) lebt seit frühester Kindheit nur fürs Eiskunstlaufen. Ihre strenge Mutter (Allison Janney) triezt sie solange, bis sie immer besser wird und versucht sich für Olympia zu qualifizieren. Dabei hat sie ständig Eheprobleme mit Mann Jeff (Sebastian Stan). Bis heute ist ungeklärt, in wie weit sie verwickelt war, in den Angriff auf Konkurrentin Nancy Kerrigan.
Der Film erzählt sich halbwegs chronologisch und wird getragen durch Intervieweinschübe der Akteure viele Jahre nach den Geschenissen. Aber auch in der erzählten Geschichte durchbrechen die Darsteller gerne die vierte Wand. Bereits am Anfang wird durch widersprüchliche Aussagen Tonyas und Jeffs bezüglich ihrer Ehe ein sehr unzuverlässlicher Erzähler aufgebaut, der das darauf erzählte einen immer hinterfragen lässt. Da bis heute nicht final geklärt ist, wie viel Tonya wusste, legt sich der Film damit auch nicht fest, ob nun alles wirklich so stimmt. Die große Debatte um den Anschlag auf ihre Konkurrentin ist dann auch nur das große Finale des Films, der sich zuvor mit Hardings Leben von Kindesbeinen an beschäftigt und dabei vor allem mit der On/Off-Beziehung zu Jeff und ihren sportlichen Leistungen. Dabei ist der Film stark gespielt, auch wenn nur Allison Janney den Oscar dafür einheimsen konnte. Dabei schwankt man immer wieder hin und her zwischen Sympathie und Antipathie zu Tonya. So richtig fassen, kann man ihren Charakter zu keiner Zeit, was aber auch gar nicht Ziel des Films war. Insgesamt ist er stark erzählt und gespielt.

5) The Death of Stalin

1953. Stalin erleidet eine Hirnblutung, wird jedoch erst am nächsten Tag gefunden. Die Mitglieder seines Kabinetts wetteeifern nun um die Nachfolge und schmieden eine Intrige nach der nächsten.
The Death of Stalin befasst sich mit dem titelgebenden Tot Stalins und den Kampf um seine Nachfolge. Dies mischt er mit einer Menge schwarzen Humor, auch wenn einige Sachen tatsächlich historischen Tatsachen entspringen. Da niemand ohne Erlaubnis Stalins Gemächer betreten darf, wird er erst viele Tage nach seinem Schlaganfall gefunden. Da er kurz zuvor die besten Mediziner des Landes verhaften ließ, müssen nun die zweitbesten ran. Die realen Ereignissen werden gemischt mit fiktiven oder verdrehten Ereignissen. Leider schafft es der Film nicht seine Zuschauer final abzuholen, da er sich in zu vielen Charakteren mit zu vielen laufenden Intrigen verrinnt. So fällt es einem schwer mitzukommen, warum die Figuren so handeln und warum wieder etwas gemacht wird, während man sich eigentlich auf die lustigen Einschübe konzentrieren mag. Ein Film, der mehr gekonnt hätte, wenn er weniger erzählt hätte.

6) Goodbye Christopher Robin

Wer kennt nicht A. A. Milnes Werk „Puh der Bär“? Aber wer kennt auch die Geschichte dahinter, um einen traumatisierten Vater, der seinen eigenen Sohn vermarktet, weil er das beliebteste Kinderbuch überhaupt geschrieben hat? Genau davon handelt Goodbye, Christopher Robin. Wir treffen den Autor Alan Milne (Domhnall Gleeson), der nach dem ersten Weltkrieg mit sich auf keinen grünen Zweig kommt. Er zieht mit seiner Familie aufs Land und macht dort viele Spaziergänge. Als seine Frau (Margot Robbie) ausbricht und ins Stadtleben zurückkehrt, kommt er auf einmal seinem Sohn näher. Nachdem er diesem Geschichte mit seinen Kuscheltieren erzählt, kommt ihm die Idee zu seinem Buch. Doch der spätere Medienrummel nimmt weniger ihn ins Visier als vielmehr den Sohn, der für den wahren Christopher Robin gehalten wird. Während seine Eltern den Rummel zunächst ausnutzen, um möglichst viel Kapital aus ihrem Kind zu schlagen, steht nur dessen Nanny auf seiner Seite.
Goodbye, Christopher Robin befasst sich mit der Schattenseite einer traumhaften Geschichte. Ein Kind, das wenig Elternliebe bekommt, und dann noch als Marketinginstrument genutzt wird und sehr lange darunter leidet. Ein Film, der einem das Herz bricht, wo man sich immer wieder fragt, wie Eltern nur so sein können und es doch nicht schafft den Zauber der Figur Winnie Puh zu brechen. Trotz guter Schauspieler, verliert sich der Film in zu vielen langweiligen Szenen und kommt einfach nicht auf den Punkt. Dabei sind einige wichtige Szenen dabei, die aber zwischen dem ganzen drumherum verloren gehen. Schade, hier wäre mehr möglich gewesen.

Die 92. Academy Awards – Meine Prognose

Heute Nacht werden wieder die alljährlichen Gewinner der Academy Awards oder umgangssprachlich der Oscars gekürt. Im Vorfeld habe ich euch bereits eine Übersicht der Nominierten bereitgestellt. Nun soll es um meine alljährliche Prognose gehen. Dabei unterscheide ich wieder in offizieller Tipp und persönlicher Favorit. Die Gewinner werde ich heute Nacht wieder nach und nach einpflegen, so dass euch morgen früh hier die aktualisierte Fassung bereitsteht.

Bester Film 

Offizieller Tipp:               1917
Persönlicher Favorit:     Little Woman

And the Oscar goes to:   Parasite

Beste Regie

Offizieller Tipp:               Once upon a time in Hollywood – Quentin Tarantino
Persönlicher Favorit:     Todd Phillips – Joker

And the Oscar goes to:   Bong Joon Ho – Parasite

Bester Hauptdarsteller

Offizieller Tipp:                Joaquin Phoenix (Joker)
Persönlicher Favorit:      Joaquin Phoenix (Joker)

And the Oscar goes to:   Joaquin Phoenix (Joker)

Beste Hauptdarstellerin

Offizieller Tipp:                Renée Zellweger (Judy)
Persönlicher Favorit:      Saoirse Ronan (Little Woman)

And the Oscar goes to:   Renée Zellweger (Judy)

Bester Nebendarsteller

Offizieller Tipp:               Joe Pesci (The Irishman)
Persönlicher Favorit:     Tom Hanks (Der wunderbare Mr. Rogers)

And the Oscar goes to:   Brad Pitt (Once upon a time in Hollywood)

Beste Nebendarstellerin

Offizieller Tipp:              Laura Dern (Marriage Story)
Persönlicher Favorit:    Scarlett Johannson (Jojo Rabbit)

And the Oscar goes to:   Laura Dern (Marriage Story)

Bestes adaptiertes Drehbuch

Offizieller Tipp:               Joker
Persönlicher Favorit:     Die zwei Päpste

And the Oscar goes to:   Jojo Rabbit

Bestes Originaldrehbuch

Offizieller Tipp:              Once upon a time in Hollywood
Persönlicher Favorit:    Knives Out

And the Oscar goes to:   Parasite

Beste Kamera

Offizieller Tipp:               1917
Persönlicher Favorit:     1917

And the Oscar goes to:   1917

Bestes Szenenbild

Offizieller Tipp:              1917
Persönlicher Favorit:    1917

And the Oscar goes to:   Once upon a time in Hollywood

Bestes Kostümdesign

Offizieller Tipp:               Joker
Persönlicher Favorit:     Jojo Rabbit

And the Oscar goes to:   Little Woman

Beste Filmmusik

Offizieller Tipp:               Joker
Persönlicher Favorit:     Joker

And the Oscar goes to:   Joker

Bester Filmsong

Offizieller Tipp:             (I’m gonna) Love me again – Rocketman
Persönlicher Favorit:   (I’m gonna) Love me again – Rocketman

And the Oscar goes to:   (I’m gonna) Love me again – Rocketman

Bestes Make-up und beste Frisuren

Offizieller Tipp:                Joker
Persönlicher Favorit:      Joker

And the Oscar goes to:   Bombshell

Bester Schnitt

Offizieller Tipp:               Joker
Persönlicher Favorit:     Le Mans 66

And the Oscar goes to:   Le Mans 66

Bester Ton

Offizieller Tipp:               1917
Persönlicher Favorit:     Le Mans 66

And the Oscar goes to:   1917

Bester Tonschnitt

Offizieller Tipp:              Joker
Persönlicher Favorit:    Le Mans 66

And the Oscar goes to:   Le Mans 66

Beste visuellen Effekte

Offizieller Tipp:               1917
Persönlicher Favorit:     Avengers: Endgame

And the Oscar goes to:   1917

Bester Animationsfilm

Offizieller Tipp:               Mister Link
Persönlicher Favorit:     Klaus

And the Oscar goes to:   Toy Story 4

Bester Animationskurzfilm

Offizieller Tipp:                 Hair Love
Persönlicher Favorit:       Hair Love

And the Oscar goes to:    Hair Love

Bester Kurzfilm

Offizieller Tipp:                 ohne Wertung
Persönlicher Favorit:       ohne Wertung

And the Oscar goes to:   The Neighbors‘ Widow

Bester Dokumentarfilm

Offizieller Tipp:                 ohne Wertung
Persönlicher Favorit:       ohne Wertung

And the Oscar goes to:   American Factory

Bester Dokumentations-Kurzfilm

Offizieller Tipp:                 ohne Wertung
Persönlicher Favorit:       ohne Wertung

And the Oscar goes to:   Learning to Skatebord in a Warzone (If you’re a girl)

Bester fremdsprachiger Film

Offizieller Tipp:                 Parasite
Persönlicher Favorit:       Parasite

And the Oscar goes to:   Parasite

Auswertung

Richtig offizieller Tipp:                     10
zusätzlich persönlicher Favorit:      2
Enthaltungen:                                     3
Falsch gelegen:                                    9

Kategorien:                                         24

Viele Überraschungen in diesem Jahr – vor allem das Parasite es als bester Film geschafft hat. So sind die Academy Awards wohl doch nicht mehr so vorhersehbar…

Die 92. Academy Awards – Die Nominierten

Erstaunlich früh diesmal, aber dennoch ist es bereits wieder soweit. Die Oscarverleihung steht bevor. Im 92 Jahr der Verleihung werden wieder Filme aus dem Jahr 2019 ausgezeichnet. Hier soll es nun eine Übersicht über die Hauptnominierten geben. Wenn ich bereits eine Kritik verfasst habe, verlinke ich sie hier. Über alle Filme, die ich in der letzten Woche noch schnell nachgeholt habe, findet ihr hier eine Kurzkritik.

Joker

Nominiert für: Bester Film, beste Regie, Bestes adaptiertes Drehbuch, Bester Hauptdarsteller, Beste Kamera, Bester Schnitt, Bester Tonschnitt, Bester Ton, Beste Filmmusik, Bestes Make-up und Frisuren, Bestes Kostümdesign

Die Handlung: Arthur Fleck (Joaquin Phoenix) lebt zusammen mit seiner Mutter in einer schmutzigen kleinen Wohnung und versucht mit Clown-Jobs über die Runden zu kommen. Zu kämpfen hat er mit einem schmalen Selbstbewusstsein und einer psychologischen Erkrankung, die ihn in den unpassendsten Momenten laut auflachen lässt. Sein Leben besteht immer wieder aus Rückschlägen und Erniedrigungen, bis er eine zweite Identität in der Rolle eines gefährlichen Clowns entdeckt. Der Wandel zum Joker steht bevor.

Meine Meinung: findet ihr ausführlich in meiner Kritik.

Das Fazit: Joker überzeugt in Inszenierung und mit seinem grandiosen Hauptdarsteller. Dennoch bietet er Diskussionsmaterial in positiver und negativer Weise.

1917

Nominiert für: Bester Film, Beste Regie, Bestes Originaldrehbuch, Beste Kamera, Bester Tonschnitt, Bester Ton, Bestes Szenenbild, Beste Filmmusik, Bestes Make-up und Frisuren, Beste visuellen Effekte

Die Handlung: Lance Corporal Tom Blake (Dean-Charles Chapman) und Lance Corporal William Schofield (George McKay) werden zum General (Colin Firth) beordert. Dieser hat den wichtigen Auftrag die beiden zu Colonel Mackenzie zu schicken, um den bevorstehenden Angriff abzublasen, da es sich um einen Hinterhalt der Deutschen handelt. Dafür müssen sie durch Niemandsland. Da Blakes Bruder in der Einheit Mackkenzies ist, ist er sehr motiviert den Auftrag auzuführen.

Meine Meinung: findet ihr ausführlich in meiner Kritik.

Das Fazit: 1917 ist ein von der Grundidee her sehr undramatischer und realistisch gehaltener Kriegsfilm, der aber gerade durch den Realismus bestürzt und dadurch lange im Gedächtnis bleibt.

The Irishman

Nominiert für: Bester Film, Beste Regie, Bestes adaptiertes Drehbuch, Bester Nebendarsteller (2x), Beste Kamera, Bester Schnitt, Bestes Szenenbild, Bestes Kostümdesign, Beste visuellen Effekte

Die Handlung: Der Ire Frank Sheeran (Robert de Niro) gelangt in den 1950er Jahren auf den Radar der Bufalino-Familie, einer Mafia Familie in Pennsylvania. Dort lernt er den Oberhaupt Russell (Joe Pesci) kennen. Über ihn wird er zum Leibwächter des Gewerkschaftsführers Jimmy Hoffa (Al Pacino).

Meine Meinung: findet ihr ausführlich in meiner Kritik.

Das Fazit: The Irishman ist mit 209 Minuten sehr lang. Dennoch besticht er über die gesamte Länge mit spannenden Elementen, guten Darstellern und einer einmaligen Optik. Für das optimale Sehvergnügen sollte man jedoch ein Liebhaber von Mafiageschichten sein. Denn wer vorher damit nichts anfangen konnte, kann es auch nach The Irishman nicht.

Once upon a time in Hollywood

Nominiert für: Bester Film, Beste Regie, Bestes Originaldrehbuch, Bester Hauptdarsteller, Bester Nebendarsteller, Beste Kamera, Bester Tonschnitt, Bester Ton, Bestes Szenenbild, Bestes Kostümdesign

Die Handlung: 1969. Rick Dalton (Leonardo diCaprio) war in den 1950er Jahren mit der Westernserie Bounty Law sehr erfolgreich, bekommt aber kaum noch vernünftige Rollenangebote und fürchtet daher um seine Karriere. Sein Stuntdouble Cliff Booth (Brad Pitt) ist als bester Freund stets an seiner Seite und verrichtet für ihn auch außerhalb des Sets viele Arbeiten. Zeitgleich ziehen gegenüber von Dalton Roman Polanski und Sharon Tate (Margot Robbie) ein. Während Dalton einen Tag am Set verbringt und Tate sich ihren eigenen Film im Kino ansieht, begegnet Booth der Manson-Familie.

Meine Meinung: findet ihr ausführlich in meiner Kritik.

Das Fazit: Once upon a time in Hollywood ist eine gelungene Momentaufnahme des Lebens in Hollywood, mit wenig Handlung und wenig Bezug zu den Manson-Morden. Wer sich damit anfreunden kann, bekommt einen gewohnt hochwertigen Tarantinofilm, der einmal mehr beweist, dass Tarantino sein Handwerk versteht.

Jojo Rabbit

Nominiert für: Bester Film, Beste Nebendarstellerin, Bestes adaptiertes Drehbuch, Bester Schnitt, Bestes Szenenbild, Bestes Kostümdesign

Die Handlung: Johannes „Jojo“ Betzler (Roman Griffin Davis) ist ein Hitlerjunge während des zweiten Weltkriegs. Sein imaginärer bester Freund ist niemand geringeres als Adolf Hitler (Taika Waititi). Doch eines Tages muss er entdecken, dass seine Mutter ein jüdisches Mädchen versteckt.

Meine Meinung: Jojo Rabbit ist ein Film, bei dem ich die ersten 10-20 Minuten überlegen musste, ob ich wirklich darüber lachen möchte. Doch der Film schafft es ziemlich schnell klar zu machen, dass in jedem Witz auch ein Stück Kritik steckt, so dass eigentlich niemand den Film in seiner Aussage missverstehen kann. Und so schaut man amüsiert dem fröhlichen Treiben in der Hitlerjugend zu. Schnell bekommt man auch ein Gefühl, wieso damals so viele begeistert in solchen Camps dabei waren. So schafft es Taika Waititi neben der Kritik am damaligem System und Glauben und vorallem am Holocaust, eine lustige, aber auch dramatische Geschichte zu erzählen. Vor allem die Gespräche zwischen Jojo und Elsa, wo also Hitlerjunge auf Jüdin trifft, zeigen, wie Vorurteile auf Realität treffen und wie man diese überwinden kann. Während die erste Hälfte noch überwiegend durch witzige Einspieler geprägt ist, vor allem Sam Rockwell und Alfie Allen sorgen für einigen Witz, ist die zweite Hälfte durchaus dramatischer und sorgt für so mache Träne. Es ist aber vor allem Scarlett Johannson, die hier auftrumpft. Die innere Zerissenheit zwischen Mutterliebe und Nächstenliebe macht sich in vielen kleinen Gesten bemerkbar.

Das Fazit: Jojo Rabbit ist einer dieser Filme, die die Nazizeit und den zweiten Weltkrieg mit einer guten Portion Humor nehmen, aber dennoch in jeder einzelnen Szenen die Kritik an der damaligen Zeit und vor allem der damaligen Ideologie spüren lässt. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.

Little Woman

Nominiert für: Bester Film, Bestes adaptiertes Drehbuch, Beste Hauptdarstellerin, Beste Nebendarstellerin, Beste Filmmusik, Bestes Kostümdesign

Die Handlung: Jo March (Saoirse Ronan) wächst mit ihren drei Schwestern in ärmlichen Verhältnissen auf. Schon früh ist es ihr größter Wunsch Schriftstellerin zu werden. Doch Mitte des 19. Jahrhunderts ist es für Frauen schwierig Geld zu verdienen. Dennoch versucht Jo gegen die strengen Konventionen zu rebellieren.

Meine Meinung: Es gibt Filme, die erzählen eine tiefgründige Geschichte, benötigen viel Action, um durchgehend Spannung zu erzeugen oder hochdramatische Szenen. Und es gibt Filme, die sind in ihrer Schlichtheit einfach nur schön. Genau so einer ist Little Woman. Eine kurze und knackige Handlung aber getragen von vier absolut faszinierenden Schwestern und deren freundlicher Mutter. Irgendwo versteckt eine gute Portion Feminismus, aber doch eine Hommage an die Liebe und das auf so vielen Arten. Es ist die Art Film, die man eigentlich mit einem permanenten Lächeln schauen möchte. Und trotz seiner Schlichtheit ist er durchaus durchgehend spannend. Greta Gerwig mit ihrem zweiten Regiewerk zeigt einmal mehr, wie viele Feinheiten sie in einfachste Szenen stecken kann. Betragen wird der Film, wie bereits Lady Bird, durch eine grandiose Saoirse Ronan. An ihrer Seite ein unterschütterlicher Timothée Chalamet. Auch der übrige Cast rund im Laura Dern und Florence Pugh spielt gut, nur Emma Watson schwächelt in einzelnen Szenen und verbirgt sich hinter einem zu gewollten Spiel. Auch die genutzten Zeitsprünge sind – bis auf eine Ausnahme gegen Ende – gut gesetzt und auch verständlich gezeigt.

Das Fazit: Little Woman ist trotz reduzierter Inszenierung ein Film, der tief ins Herz geht. Durch liebevolle Charaktere und ein Schwesterband, das unerschütterlich scheint, braucht es kaum Drama, um einen einfach nur schönen Film zu inszenieren. Dafür gibt es 10 von 10 möglichen Punkten.

Marriage Story

Nominiert für: Bester Film, Bestes Originaldrehbuch, Bester Hauptdarsteller, Beste Hauptdarstellerin, Beste Nebendarstellerin, Beste Filmmusik

Die Handlung: Charlie (Adam Driver) und Nicole (Scarlett Johannson) wollen sich scheiden lassen. Was zunächst nach einer einvernehmlichen Sache aussieht, eskaliert relativ schnell, sobald sich die Anwälte einmischen.

Meine Meinung: Marriage Story ist ein ruhig inszenierter Film, der in vielen Szenen einfach nur von der Aussagekraft seiner beiden Protagonisten lebt. Denn oftmals bleibt die Kamera einfach an deren Gesichter kleben und lässt sie ihre gesamte Gefühlswelt heraustragen. Dabei ist die Geschichte so aus dem alltäglichen Leben gegriffen, dass es fast schon erschreckend scheint. Denn während sich Charlie und Nicole irgendwo noch lieben, können sie doch ihre Lebensziele nicht mehr in Einklang bringen. Die Scheidung wird jedoch durch das Einmischen der Anwälte schnell kompliziert. Nicoles Anwältin sagt ihr immer wieder, dass sie um eher nebensächliche Sachen kämpfen, damit sie wieder andere Sachen herausschlagen können, wenn sie nachgeben. Jedoch ist vor allem das Sorgerecht um den gemeinsamen Sohn das Thema, das beiden Elternteilen alles abgewinnt. Hier werden die schlechten Seiten des Scheidungsrechts gezeigt. Und obwohl es ein Film um eine schlimme Scheidung ist, ist es doch ein Film, der die Liebe bejubelt. Mit 137 Minuten ist Marriage Story leider zu lang für das zu erzählende Thema und verrennt sich zwischenzeitlich in zu vielen kleinen Szenen. Mit ein paar Kürzungen wäre der Film durchaus knackiger und würde so die Längen aussparen. Letztlich ist bei mir leider trotz eines guten Drehbuchs mit starken Dialogen und guten Darstellern der letzte Funke nicht übergesprungen. Ich kann nicht wirklich benennen, was mir nicht so gut gefiel, nur das mir noch irgendetwas gefehlt hat.

Das Fazit: Marriage Story ist ein aus dem Leben gegriffener Film, was ihn nur noch erschreckender macht. In vielen ruhigen Szenen schaffen es vor allem die Hauptdarsteller die Liebe hochzuhalten. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

Parasite

Nominiert für: Bester Film, Beste Regie, Bester internationaler Film, Bestes Originaldrehbuch, Bester Schnitt, Bestes Szenenbild

Die Handlung: Familie Kim lebt in ärmlichen Verhältnissen. Als ein guter Freund des Sohnes Ki-woo (Choi Woo-shik) ihm seine Stelle als Nachhilfelehrer bei einer reichen Familie anbietet, stimmt er zu. Nach und nach hilft er auch seiner restlichen Familie zu Jobs bei Familie Park.

Meine Meinung: Wirklich viele koreanische Filme habe ich noch nicht gesehen, aber es scheint ein beliebtes Mittel zu sein möglichst viele Genres zu mischen. So auch bei Parasite, der in der ersten Hälfte geprägt ist von der Milieustudie und dem Unterschied zwischen Arm und Reich. Doch nach und nach kommen Drama, Thriller und teilweise auch Horrorelemente dazu. Tatsächlich lebt der Film aber davon, dass man über die zweite Hälfte möglichst wenig weiß und die Veränderungen sind auch am Verhalten des Publikums zu spüren. Letztlich muss man sich einfach auf den Film einlassen, denn er weiß durchaus zu überraschen, sich in seiner Gesellschaftskritik aber treu zu bleiben. Von allen Darstellern stark gespielt, dreht er sich aber irgendwann so ins Extreme, dass ich nicht mehr weiß, was ich letztlich von dem Film halte. Hervorzuheben ist jedoch, dass er inszenatorisch sehr viel richtig macht. Sei es durch die Filmmusik, die an keiner Stelle das kommende hervorhebt, als auch der Kontrast durch das Setdesign, der die Arm und Reich Komponente noch einmal unterstützt.

Das Fazit: Parasite ist ein Film, der verschiedene Genres vermischt und doch eine deutliche Systemkritik spüren lässt. Stellenweise sehr extrem inszeniert, kommt er mit einer starken ersten Hälfte und einer überraschenden zweiten Hälfte daher. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

Le Mans 66

Nominiert für: Bester Film, Bester Schnitt, Bester Tonschnitt, Bester Ton

Die Handlung: Der ehemalige Rennfahrer Carroll Shelby (Matt Damon) wird von Ford beauftragt ein Auto zu bauen, das Ferrari beim Le Mans Rennen schlagen kann. Während Shelby dafür seinen Freund Ken Miles (Christian Bale) als Fahrer hinzuholt, hat Fords Marketingteam andere Fahrer im Sinn.

Meine Meinung: findet ihr ausführlich in meiner Kritik.

Das Fazit: Le Mans 66 schafft es selbst den größten Autorennenmuffel abzuholen und mitzureißen. Durch die Verteilung der Handlung auf mehrere Gruppen, wird der Zuschauer stark miteingebunden. Bis auf zwei kleine Kritikpunkte kann der Film einfach nur begeistern.

Bombshell – das Ende des Schweigens

Nominiert für: Beste Hauptdarstellerin, Beste Nebendarstellerin, Bestes Make-up und Frisuren

Die Handlung: Die Nachrichtenbranche ist hart umkämpft. Doch als Gretchen Carlson (Nicole Kidman) gegen den Chef von Fox News Roger Ailes (John Lithgow) vorgeht, bleibt die Frage, wer ihr zur Seite steht. Ein Kampf gegen die verdorbene Männerkultur beginnt.

Meine Meinung: kann ich euch leider nicht präsentieren, da der deutsche Filmstart am 13.02.2020 ist und damit nach der Verleihung.

Star Wars – Der Aufstieg Skywalkers

Nominiert für: Beste visuelle Effekte, Beste Filmmusik, Bester Ton

Die Handlung: Kylo Ren (Adam Driver) führt inzwischen die Erste Ordnung an. Auf seiner Suche durch die Galaxis findet er den totgeglaubten Imperator Palpatine. Dieser hat Schiffe und eine Armee bereit, um den Widerstand endgültig zu brechen und die gesamte Galaxie zu unterwerfen. Rey (Daisy Ridley) übt unterdessen an ihren Jedi-Fähigkeiten.

Meine Meinung: findet ihr ausführlich in meiner Kritik.

Das Fazit: Star Wars – Episode 9 – Der Aufstieg Skywalkers ist die logische Konsequenz aus den vorangegangenen Teilen. Die Schwächen resultieren aus den Schwächen der Vorgänger. Letztendlich schafft er aber die Balance zwischen Erwartetem und Überraschendem und bringt die komplette Saga zu einem runden und logischen Ende.

Die zwei Päpste

Nominiert für: Bester Hauptdarsteller, Bester Nebendarsteller, Bestes adaptiertes Drehbuch

Die Handlung: Kardinal Bergoglio (Jonathan Pryce) hat sein Rücktrittsscheiben bei Papst Benedict XIV. (Anthony Hopkins) eingereicht, da er mit einigen Entscheidungen nicht einverstanden ist und lieber als regulärer Gemeindepriester arbeiten möchte. Doch anstatt zu antworten, lädt der Papst ihn zu einem vertraulichen Gespräch ein. Darin geht es um Rücktritt, den Glauben an Gott und was einen Papst ausmacht.

Meine Meinung: Die zwei Päpste basiert auf einer wahren Begebenheit und zeigt zunächst die deutlichen Unterschiede in der Ansicht von Benedict XIV. und dem aktuellen Papst Franziskus, der zu dem Zeitpunkt noch Kardinal Bergoglio war. Auch als nicht-gläubiger Mensch und als Ablehner des Papsttums, hat man seine Freunden an diesem Film, da er mit zwei unglaublich guten Schauspielern bestückt in seiner Schlichtheit glänzt. Denn der Film trägt sich über 126 Minuten hauptsächlich durch Dialoge zweier Männer, die sich augenscheinlich erst einmal nichts zu sagen haben. Dabei sind die Dialoge so auf den Punkt gebracht und gleichzeitig so tiefgründig, dass man den Film auch als Podcast hätte inszenieren können und es wäre immer noch spannend gewesen. Doch stattdessen finden sich die Protagonisten an den schillernsten und auch an den schlichtesten Orten des Vatikans wieder. Spannend ist vor allem die gegensätzlichen und doch irgendwo gleichen Meinungen des konservativen Benedicts und des reformhungrigen Franziskus zu sehen. Dabei sind vor allem die Feinheiten in den Unterschieden so unscheinbar und doch so unübersehbar herausgearbeitet, dass es ein Spaß ist genau diese zu entdecken. Auch wenn einige Aspekte nur angeschnitten werden und nicht zu Ende erzählt werden – zum Beispiel das Thema Missbrauch in der Kirche – bekommt man doch einen guten Einblick in die Rücktrittsgründe Benedicts.

Das Fazit: Die zwei Päpste lebt von einem starken Drehbuch und den lebendig rübergebrachten Dialogen zwischen Jonathan Pryce und Anthony Hopkins, die sich im Spiel beide nichts nehmen. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.

Rückblick auf den Januar 2020

Und da ist der erste Monat 2020 auch schon wieder vorbei. Abgesehen davon, dass ich Geburtstag hatte und schon wieder näher an die 30 gerückt bin, fing das Jahr auch gleich schon mit einem Highlight an: Ich habe es nach fünf Jahren endlich wieder geschafft, ein Sabaton-Konzert zu besuchen. Mit ihrer Tour zum Album Great War haben sie sich musikalisch einmal mehr mit dem ersten Weltkrieg auseinander gesetzt.

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Ansonsten geht es hier wieder einmal kurz um meinen medialen Januar. Die ersten Anfänge für die bevorstehenden Academy Awards merkt man bereits, der Großteil wird jedoch wieder auf den Februar entfallen.

Sneak Preview

1917: Mitten im ersten Weltkrieg werden zwei Soldaten losgeschickt, um den Befehl eines abgesagten Angriffes zu überbringen. Dafür riskieren sie ihr eigenes Leben. Der Film brilliert vor allem durch die Kameraeinstellungen, die den Zuschauer immer mitten im Geschehen vermuten lässt. Darüber hinaus ist er sehr realitätsnah und undramatisch gehalten.

21 Bridges: Manhatten verbindet 21 Brücken mit dem Festland. Nach einem gescheiterten Drogendeal und mehreren toten Polizisten, wird die Insel abgeriegelt. Leider nutzt der Film seine Möglichkeiten nicht und erzählt einen Thriller nach Schema F. Damit kommt er aber aus der Mittelmäßigkeit nicht hinaus.

Anime Special

Weathering with You: Der Nachfolger des wunderbaren Your Name. befasst sich mit einer nicht enden wollenden Regenzeit in Tokyo und einem Mädchen, das durch Gebet die Sonne für kurze Zeit hervorlocken kann. Ein schöner Coming-of-age Film mit fantastischen Elementen. Kommt nicht an den Vorgänger heran, erzählt aber trotzdem seine Geschichte.

Filme – auf großer Leinwand gesehen

Knives Out: Der erfolgreiche Krimiautor Harlan Thrombey wird tot aufgefunden. Die Familie findet sich zur Testamentseröffnung ein. Detektiv Benoit Blanc nutzt die Chance, um den vermeintlichen Selbstmord näher zu untersuchen. Ein Film nach feinster Agatha Christie Manie mit interessanten Charaktern, allen voran Daniel Craigs Blanc, und einer spannenden Handlung, der den Balanceakt zwischen alteingessesenem Genre und neuartiger Erzählweise geschickt meistert.

Die fantastische Reise des Dr. Dolittle: Robert Downey Jr. beerbt Eddie Murphy als Arzt, der mit den Tieren sprechen kann. Als Grundidee sehr schön, leider mutiert der Film schnell zu einem 08/15 Abenteuerfilm, der somit von Anfang bis Ende vorhersehbar ist. Aufgebaute Vorlagen und running gags werden nicht genutzt und so bleibt der Film leider weit hinter seinen Möglichkeiten.

Lindenberg. Mach dein Ding: Udo Lindenberg ist inzwischen erfolgreicher deutschsprachiger Künstler, aber wie fing das eigentlich alles an? Biopic mit sehr sprunghafter Erzählweise. Wer aber gerne mehr über den Herrn erfahren möchte und kein Problem mit massenweise Zeitsprüngen hat, sollte hier einmal einen Blick wagen.

Filme – auf großem Fernseher gesehen

Erneut gesehen habe ich Shazam (musste ihn unbedingt meiner besten Freundin mal zeigen), The Great Wall (musste mein neues Soundsystem ausprobieren) und Meisterdetektiv Pikachu (musste den neuen Fernseher testen)

Der Sternenwanderer: Fantasiefilm über einen gefallenen Stern und einen jungen Mann, der mit dem Stern das Herz einer Frau gewinnen will. Allerdings ist er nicht der einzige, der hinter dem Stern her ist. Die erste Hälfte war tatsächlich sehr nichtssagend und hat zu viele Rollen eingeführt. Doch nach dem Auftauchen von Robert de Niro bin ich mit dem Film immer wärmer geworden.

Isn’t it romantic?: Natalie kann mit Romantik und dem ganzen Kram nichts anfangen. Romantische Komödien sind ihr zutiefst zuwider. Bis sie sich selbst in einer wiederfindet. Der Film, der alle Klischees romantischer Komödien aufgreift und sie verdreht bzw. überspitzt und so sowohl für Fans des Genres als auch für alle anderen einen absolut lustigen Film ergibt. – Netflix Original

Marriage Story: Charlie und Nicole wollen sich scheiden lassen. Eigentlich hatten sie sich auch geeinigt, wie das ganze ablaufen soll. Doch Nicole berät sich mit ihrer Anwältin, die zusammen mit Charlies Anwalt eine wilde Schlacht um alle Besitztümer und vor allem um den gemeinsamen Sohn anzettelt. Dieser Oscarkandidat zeigt nicht nur die schlimmsten Seiten einer Scheidung, sondern auch wie verkehrt das Rechtssystem sein kann. Sehr gut gespielt und mit starken Dialogen, sprang bei mir der letzte Funke nicht über, weswegen er sich für mich ziemlich gezogen hat. – Netflix Original

Crawl: Haley sucht während eines Hurrikans in Florida ihren Vater. Sie findet ihn im Keller ihres alten Hauses, verletzt. Beim Versuch ihn zu retten, wird sie selbst von Alligatoren angegriffen. Eingesperrt im eigenen Haus, versuchen Vater und Tochter nun zu entkommen. Man sollte bei diesem Film nicht allzusehr auf Logik hoffen, wenn man aber sich darauf einlässt, dass Alligatoren hier blutrünstige Bestien sind und trotzdem eher kleinere Wunden verursachen, dann hat man mit diesem Film durchaus einen nervenzerrenden spannenden Katastrophenfilm.

Hereditary: Nach dem Tod der Mutter scheint ihr Geist noch immer im Haus der Familie Graham zu wohnen. Und während vor allem Mutter Annie immer hysterischer wird, wird es noch dramatischer im Hause Graham. Ein Film, der wohl für Horrorliebhaber funktioniert, mich aber nicht abholen konnte. Gerade Toni Collette in beinahe Dauerhysterie wird auf Dauer anstrengend.

Juliet, Naked: Tucker Crowe ist der absolute Lieblingskünstler von Duncan. Seiner Frau Annie hat er jedoch nicht mehr viel zu sagen. Nach der Trennung der beiden, trifft Annie aber ausgerechnet auf Tucker Crowe. Beide verstehen sich gut und helfen sich aus ihren festgefahrenen Leben. Ein schöner ruhiger Film über einen abgestürzten Rockstar, der sich im normalen Leben wiederfindet.

Filme – leider in diesem Monat verpasst

Bad boys for life: Das Wiedersehen der Bad Boys Will Smith und Martin Lawrence habe ich leider nicht mehr geschafft zu sehen.

Violet Evergarden und das Band der Freundschaft: Das zweite Animespecial diesen Monat hat sich leider mit meiner Schicht überschnitten. Die Serie Violet Evergarden habe ich aber sehr gerne gesehen und hätte mich daher über dieses Special wohl gefreut.

Serien – ein kurzer Überblick

Der Januar wurde bei mir durch Serienfinale geprägt. So lief zum einen die finale 12. Staffel von The Big Bang Theory und veranlasste mich kurzerhand zu einer Hommage. Ebenfalls lief die 12. Staffel von Bones, die noch einmal mit einem großen Knall beendet wurde. Ebenfalls traurig hat mich das Ende mit der 6. Staffel von Grace & Frankie gestimmt. Hier war es wohl besser auszuhören, ehe sie schlecht wird, aber das Ende kam mir dann doch zu plötzlich. Fortgesetzt habe ich Brooklyn 99 mit der 5. Staffel, die mich kurzweilig wieder zu unterhalten vermochte. Neu getestet habe ich Batwoman mit einer sehr attraktiven Ruby Rose in der Hauptrolle. Die erste Staffel birgt eine interessante Bösewichtin und schafft es durchweg spannend zu bleiben.

Mein Lesemonat

Bücher insgesamt: 4
Seiten gesamt: 1.278
Seiten pro Tag: 41 im Durchschnitt
Gebundene Bücher: 1
Taschenbuch: 2
E-Book: 1

Naughty, Sexy, Love – Dive Bar Teil 3: Eric Collins ist der geborene Badboy. Doch nach einem Schicksalsschlag versucht er sich zu ändern. Dabei trifft er die attraktive Jean. Diese ist jedoch schwanger und allein. Eric will sich eigentlich fernhalten, schafft es jedoch nicht. Der Abschluss der Dive Bar Trilogie kommt mit dem unsympathisten Charakter der Vorgängerbände daher, der sich für den Leser jedoch schnell wendet. Handlung etwas konstruiert und somit schwächer als die Vorgänger, aber dennoch ein schönes Buch für zwischendurch.

James Bond 2 – Leben und sterben lassen: 007 wird in die USA gerufen. Mr. Big, ein Drogenbaron, soll endlich gestellt werden. Die Jagd führt Bond bis Jamaika. Der zweite Band der 007 Reihe ist weitaus spannender als Casino Royal, zieht sich streckenweise dennoch.

Momo: Obwohl Michael Ende einer der Autoren ist, die ich am häufigsten gelesen habe und seine unendliche Geschichte bis heute mein Lieblingsbuch ist, habe ich es bisher immer verpasst Momo zu lesen. Die Geschichte um ein junges Mädchen, das den grauen Herren, von Beruf Zeitdieben, entgegentritt, konnte mich aber auch jetzt noch in den Bann ziehen.

Puh der Bär: Die Gesamtausgabe enthält Puh der Bär und Puh baut ein Haus. Winnie Puh ist auch so eine Figur aus meiner Kindheit, die mich noch immer begleitet. Die Originalvorlage fand ich dann aber doch etwas anstrengend geschrieben und A.A. Milne misst sich wohl mit Tolkien um die Anzahl der meisten Lieder. Dennoch sind es irgendwo die Geschichten, die ich seit meiner Kindheit kannte.

Rückblick auf den Dezember 2019

Nach den ganzen Rückblicken wollen wir nun doch nicht vergessen, auch auf den vergangenen Monat zurückzublicken. Für mich hat bereits mit dem Dezember das neue Filmjahr begonnen und meine Zählung fängt neu an. Im Dezember selbst ist bei mir nicht viel passiert. Ich war mit einer Freundin in Berlin im Musical „Mamma Mia“, was mir weit besser gefallen hat, als der Film damals. Ansonsten hoffe ich, dass euch mein Adventskalender-Serienspecial gefallen hat. Nun sind die Festtage auch alle wieder überstanden und wir können uns 2020 widmen. Also nun ohne groß weitere Worte zu verlieren:

Sneak Preview:

The Peanut Butter Falcon: Ein Junge mit Downsyndrom möchte unbedingt Wrestler werden und flieht deswegen aus dem Heim. Unterwegs trifft er auf einen Mann, der ebenfalls auf der Flucht ist. Zusammen tretten sie eine ungewöhnliche Reise an. Ein unscheinbarer Film mit viel Herz und ohne große Moralkeule.

7500: Wer Flugangst hat, sollte diesen Film wohl besser meiden. Denn er zeigt ein zu realistisches Szenario einer Flugzeugentführung. Über den Realitätsfaktor hinaus schafft er es aber nicht, den Zuschauer an die Leinwand zu fesseln und scheitert an seinem beengten Raum.

Drei Engel für Charlie: Willkommen im nächsten Filmjahr, das gleich mit einem neuen Remake beginnt. Dabei sind die Grundideen wirklich gut, leider scheitert der Film daran, dass er wieder mit einer Origin-Story beginnt und die Charaktere einige Zeit brauchen, um sich aneinander zu gewöhnen. Sobald der Film jedoch seinen Rhythmus gefunden hat, schafft er es ein geniales Finale hinzulegen.

Filme – auf großer Leinwand gesehen

Jumanji 2 – The next level: Erneut geht es für die vier Freunde in das Videospiel Jumanji. Nur das durch einen technischen Defekt auch Spencers Großvater und dessen Freund in das Spiel gezogen werden. Leider schafft es die Fortsetzung nicht, an das Neuentdecken und die guten Einfälle des ersten Teils anzuknüpfen. Stattdessen bringen sie einfach die gleichen Gags immer und immer wieder, was schnell ermüdend wirkt. Schade, denn ein paar Einfälle gab es durchaus noch.

Star Wars – Episode 9 – Der Aufstieg Skywalkers: J.J. Abrahms bekam das Ruder zurück und durfte nun seinerseits alle Änderungen von Rian Johnson zunichte machen, nachdem dieser sich mit Episode 8 an die Grundfesten von Episode 7 zu schaffen gemacht hat. Letztendlich ist ein Film herausgekommen, den ich mochte, allerdings auch nur, weil er mit dem Vormaterial nicht mehr viele Möglichkeiten hatte, um noch zu einem runden Ende zu kommen.

Cats: Während viele nach dem Trailer bereits ausgestiegen sind, konnte mich Cats dort durchaus noch begeistern. Das es keine wirklich existente Handlung gibt, wusste ich vorher und die Optik störte mich wenig beim Sehen, auch wenn man beim vorhanden Budget darüber nur den Kopf schütteln kann. Leider konnten mich die Arrangements von einigen Liedern nicht wirklich überzeugen und so gab es nur noch wenig Highlights im Film, auch wenn ich ihn eher im Bereich Mittelmaß als Superflop einordnen würde.

Als Hitler das rosa Kaninchen stahl: Caroline Link inszeniert hier das autobriografisch angehauchte Buch von Judith Kerr. Sie erzählt die Geschichte einer jüdischen Familie, die nach der Wahl 1933 aus Deutschland fliehen muss, jedoch aus der Sicht der 10-jährigen Tochter Anna. Dabei kommt ein sehr ruhiger und unaufgeregter Film heraus, der dennoch in einigen Szenen ergreifend ist und hoffentlich zum Nachdenken anregt.

Filme – auf großem Fernseher gesehen

Klaus: Pünktlich zur Weihnachtszeit präsentierte uns Netflix einen spanischen Film, der in einer liebevollen Geschichte die Ursprünge des Weihnachtsmannglaubens auseinander nimmt. Mit einem taugenichts Postmann in einem zutiefst zerstrittenen kleinen Dorf, gibt es allerhand erinnerungswürdige Figuren.

Ist das Leben nicht schön?: Ebenfalls pünktlich zu Weihnachten habe ich mich einmal einem absolutene Weihnachtsklassiker gewidmet. Der Film ist absolut stringent erzählt, was zu seiner Zeit wohl normal war, in der heutigen Zeit aber doch etwas befremdlich wirkt. Es geht um einen Engel, der auf die Erde geschickt wird, um einen Mann vom Selbstmord abzuhalten. Er zeigt ihm, was passiert wäre, wenn er nie geboren worden wäre. Bzw. tut er das in den letzten 20 Minuten des Films. Vorher geht es ausführlich um das Leben eben jenes Mannes.

The Irishman: Netflix entfesselt Martin Scorsese und heraus kam ein 3,5 Stunden langer Film. Wobei dies schon die Kurzversion sei. Handwerklich ein echt schönes Stück und vor allem schauspielerisch kann es brillieren. Auch wenn keine Szene überflüssig erscheint sind 3,5 Stunden einfach zu lang und wer ohnehin nicht auf Mafiafilme steht, wird auch mit diesem nicht glücklich werden.

Das Haus der geheimnisvollen Uhren: Jack Black und Cate Blanchett als Magier, die einen Jungen bei sich aufnehmen. Doch irgendwo in den Wänden ist eine geheimnisvolle Uhr versteckt, die das Ende der Welt bedeuten könnte. Dieser Fantasy-Film hat eine interessante Geschichte, einen guten Cast und das große Finale, was einfach dazugehört. Dennoch schafft er es nicht sich über „Ganz nett“ zu erheben.

A Nightmare before Christmas: Dieser Klassiker lief bei mir diesmal nicht an Halloween, also wenigstens in der Weihnachtszeit. Er bleibt einer meiner liebsten Filme.

Filme – leider in diesem Monat verpasst

Motherless Brooklyn: Edward Norton inszeniert hier einen etwas anderes Kriminalfilm, mit Film Noir Einflüssen und sich selbst als Protagonisten mit Tourette-Syndrom. Hier wird bei Gelegenheit durchaus einmal ein Blick gewagt.

Knapp nicht auf die Liste geschafft haben es: Alles außer gewöhnlich & The Farewell

Serien – ein kurzer Überblick

Im November habe ich für die Adventszeit die norwegische Serie Weihnachten zu Hause gesehen. Sie hat mir in ihrer Kürze gut gefallen. Ob ich wirklich eine zweite Staffel brauche, weiß ich nicht, auch wenn die erste mit einem fiesen Cliffhanger endet. Außerdem lief endlich die 9. Staffel von Modern Family, die mir noch immer sehr gut gefällt und trotz ihrer langen Laufzeit noch nichts von ihrer Qualität eingebüßt hat. Ebenfalls lang erwartet lief endlich die dritte Staffel von The Crown. Neuer Cast, da der vorherige für die erzählte Zeit nun doch zu jung ist. Während Olivia Coleman als Queen Elisabeth II. sofort ein stimmiges Bild abgibt – und dafür verdient den Golden Globe erhalten hat – ist es gerade Helena Bonham-Carter als Prinzessin Margarete mit der ich mich sehr schwer getan habe. Dennoch konnte mich auch diese Staffel wieder überzeugen.

Mein Lesemonat

Bücher insgesamt: 4
Seiten gesamt: 2.100
Seiten pro Tag: 68 im Durchschnitt
Taschenbuch: 1
E-Book: 3

Das gestohlene Herz der Anderwelt: Nach langer Wartezeit und mehrmaligem Verschieben des Veröffentlichungstermins, gab es nun endlich Nachschub für den Pan-Spin Off. Leider wurde hier eher verzweifelt versucht zu einem Ende zu kommen und so kann das Buch nicht mehr an den ersten Teil und schon gar nicht an der Ausgangstrilogie heranreichen.

Der Anschlag: Mein inzwischen 7. Buch vom Altmeister Stephen King lässt mich mit gemischten Gefühlen zurück. Zum einen gefällt mir die Idee, dass er seinen Protagonisten in der Zeit zurückreisen lässt, um das Attentat auf JFK zu vereiteln. Auch ist er in seiner Recherche sehr gründlich und schafft es auch wieder sehr ausschweifend diverse Zwischengeschichten zu erzählen. Doch gerade zum Ende hin gibt es mehrere Entwicklungen, mit denen ich nicht einverstanden bin. Aber das ändert nichts daran, dass es an sich ein gutes Buch ist.

Crazy, Sexy, Love – Dive-Bar Teil 1: Im letzten Jahr hat es Kylie Scott mit Ihrer Stage-Dive Reihe instant in mein Herz geschafft und auch auf Platz 2 der multiplen Bände. Umso erfreuter war ich über einen Spin-Off in dem uns die Autorin nun nach Coeur d’Alene führt und in die Dive Bar. Im ersten Band geht es um Vaughan, der eigentlich niemals in seiner Heimat zurückkehren wollte. Doch mit seiner Band hat es nicht geklappt und nun findet er in seinem Elternhaus auch noch Lydia vor, die gerade vor ihrer eigenen Hochzeit geflohen ist und im Brautkleid in seiner Badewanne hockt. Was soll ich sagen? Dieses Buch hatte mich nach den ersten paar Seiten bereits absolut gefesselt.

Dirty, Sexy, Love – Dive-Bar Teil 2: Kylie Scott inszeniert in ihrer Romanreihe rund um die Dive-Bar wieder Einzelteile, die jeweils auf Nebencharaktere der vorhergehenden Bände basieren. So geht es diesmal um Joe, der mit Alex aus Seattle gemailt hat. Als diese plötzlich in der Dive-Bar auftaucht ist der Schrecken groß, denn er hat sich als sein Bruder Eric ausgegeben. Nun versucht er alles, um Alex zum Bleiben zu bewegen. Leicht schwächer als der erste Band, aber dennoch auch wieder gut geschrieben.

Mein Jahresrückblick 2019 – #3 – Heimkino

Ich hoffe, ihr habt schöne Weihnachtstage und seid vor lauter Essen noch nicht geplatzt. Da ich meine Rückblicke noch bis Ende des Jahres fertig kriegen möchte, geht es hier nun ohne Umschweife weiter in der nächsten Kategorie. Diesmal geht es um all die Filme, die ich zu Hause vorm Fernseher gesehen habe.

Zur Statistik:

2019 habe ich zu Hause auf dem großen Fernseher 67 Filme gesehen (2018 waren es 68, da waren aber die 18 Filme, die das MCU zu dem Zeitpunkt veröffentlicht hatte in Vorbereitung auf Infinity War dabei).

Davon
… 20 Wiederholungstäter
… 5 Stand-up Specials
… 10 von der Liste der Schande
… 32 Neuentdeckungen

I. Wiederholungstäter

2019 habe ich 20 Filme erneut gesehen, die ich bereits einmal gesehen hatte. Die Gründe dafür sind vielfältig und sollen hier gar nicht erneut erörtert werden – ohne Ranking

The Greatest Showman / Game Night / Pitch Perfect 3 / Ein Königreich für ein Lama / Lilo & Stitch / Mrs. Brisby und das Geheimnis von Nimh / Pixels / Tarzan / Bernhard & Bianca / Bernhard & Bianca 2 – Im Känguruland / Arielle (2x) / Arielle 2 / xXx 3 – Die Rückkehr des Xander Cage / Lion / Die vielen Abenteuer von Winnie Puh / Harry Potter und der Stein der Weisen / Harry Potter und die Kammer des Schreckens / Die Hexe und der Zauberer / Corpse Bride – Hochzeit mit einer Leiche

II. Stand-up Specials

2019 habe ich fünf Stand-up Comedy-Specials von drei verschiedenen Comedians gesehen – ohne Ranking

1. Ellen DeGeneres – Relatable
2. Ali Wong – Baby Cobra
3. Ali Wong – Hard Knock Wife
4. Amy Schumer – Growing
5. Amy Schumer – The Leather Special

III. Klassiker/Liste der Schande

2019 habe ich zehn Filme aus dem Bereich Klassiker gesehen. Dabei habe ich die Definition Klassiker bewusst weitläufig gehalten. Wer sich an dem Begriff stört, soll es einfach als Werke von meiner Liste der Schande ansehen – im Ranking:

Platz 10: Das letzte Einhorn

Ein Weihnachtsklassiker, den ich zuvor noch nicht kannte. Die Geschichte des letzten Einhorn, dass sich auf die Suche nach den anderen Einhörnern begibt und dabei auf allerhand Charaktere trifft. Für meinen Geschmack war die Geschichte etwas seltsam erzählt.

Platz 9: Rocky 3

Eigentlich  hatte ich mich auf den Teil mit Mr. T als Gegener gefreut. Doch irgendwo ist der Charakter zu platt geworden und ist einfach nur fies. Konnte mich als Teil nicht überzeugen.

Platz 8: Shining

Nachdem ich die Lektüre beendet hatte, wollte ich nun doch endlich Stanley Kubriks Werk begutachten. Leider bin ich da auf der Seite von Autor Stephen King, der die Verfilmung nicht gerade als gelungen ansieht.

Platz 7: Unbreakable

M. Night Shyamalans erstes Werk seiner Superhelden-Reihe erzählt eine interessante Geschichte und spielt mit den Vorstellungen von Held und Schurke bzw. deren Findungsphase.

Platz 6: Rocky 2

Der Rückkampf mit Apollo Creed ist wohl das, was man sich im ersten Teil erhofft hat und rundet damit die Handlung des ersten Teils ab.

Platz 5: James Bond jagt Dr. No

Der erste James Bond Film mit Sean Connery als 007. Für damalige Verhältnisse ein hochspannder Agentenfilm, der nicht ohne Grund ein bis heute andauerndes Franchise eröffnet hat.

Platz 4: Stirb Langsam

Da ich immer noch die Klassiker langsam aufarbeite, war Weihnachten 2018 eine gute Gelegenheit endlich einen umstrittenen Weihnachtsfilm nachzuholen. Sagen wir, ich habe etwas anderes erwartet, habe aber doch einen spannenden Actionfilm geliefert bekommen und mich über ein Wiedersehen mit Alan Rickman gefreut.

Platz 3: Chihiros Reise ins Zauberland

Diesen Film hätte ich mir aus den Erzählungen anderer raus, tatsächlich ganz anders vorgestellt. Dennoch bekam ich eine magische, wenn auch etwas merkwürdige Geschichte.

Platz 2: Die Verurteilten

Der Film, der seit Jahren bei IMDB die Topliste anführt. Basierend auf einer Stephen King Kurzgeschichte, merkt man Kings Schreibstil deutlich in den Dialogen. Ein sehr gelungener Film, der zwischen deprimierend und hoffnungsvoll hin und her schwankt.

Platz 1: The 6th Sense

Nachdem ich immer wieder gespoilert wurde und den großen Twist doch immer wieder vergaß, nahm ich mir nun endlich einen weiteren Klassiker der Filmgeschichte vor. Ich bekam eine spannende Geschichte, an der jedoch der Endtwist tatsächlich das bemerkenswerteste ist.

IV. Neuentdeckungen

2019 habe ich 32 neue Filme entdeckt – im Ranking

Platz 32: Das Zeiträtsel

Der Trailer sah mit seinem Cast echt sehenswert aus. Leider ist die Handlung so lahm umgesetzt, dass man den Faden sehr schnell verloren hat und das Interesse am Film auch sehr schnell schwindet.

Platz 31: The Circle

The Circle ist ein soziales Netzwerk, dass wohl alle Intentionen von Facebook & Co zusammenfassen dürfte. Tom Hanks versucht Emma Watson dazu zu bringen, der erste komplett gläserne Mensch zu werden. Nette Idee, leider wurde das Thema nicht subtil, sondern mit Vorschlaghammer, umgesetzt. Verliert dadurch ziemlich an Wirkung.

Platz 30: Happy Feet

Pinguine sind meine absoluten Lieblingstiere. Umso überrascher war mein Lebensgefährte, dass ich diesen Pinguinfilm noch nicht gesehen hatte. Allerdings konnte mich der Film auch nicht überzeugen, denn die Handlung springt zu sehr und spricht zu viele Themen an, ohne sie wirklich ernst zu nehmen.

Platz 29: Prof. Marston & the Wonder Woman

Die Geschichte hinter der Entstehung der Wonder Woman Comics hätte ich mir irgendwie spannender vorgestellt. Aber hier ging es in erster Linie um das komplizierte Beziehungs- und Sexverhältnis von Prof. Marston. Ein ziemlich langatmiger Film.

Platz 28: Peter Pan 2

Zweite Teile von Disneyfilmen finde ich grundsätzlich schwierig. Hier ist es ein Film, der noch mit einem guten Grundansatz daher kommt, aber im großen und ganzen nicht wirklich überzeugen kann.

Platz 27: The Descendants

Erzählt die Geschichte von den Nachfahren der Disneycharaktere. Eben auch von denen der Bösewicht, wie Maleficent. Dieser Konflikt wird besonders an der Schule deutlich. Als Fernsehfilm sieht man ihm das geringe Budget durchaus an. Dennoch hat er eine schöne Geschichte – wenn auch sehr vorhersehbar.

Platz 26: Vielmachglas

Jella Haase dürfte den meisten als Chantal aus den Fack ju Göhte Filmen bekannt sein. Um aus diesem Vorurteil auszubrechen, tut Frau Haase echt viel. Unter anderem quer durch Deutschland trampen, in diesem etwas schrägen Roadmovie, der leider nie so richtig in Fahrt kommt und nur vom Charme der Protagonistin lebt.

Platz 25: Hot Shots

Der Film nimmt Top Gun gekonnt auf den Arm und versucht sich an einigen guten Witzen, die aber nicht über kurzweilige Unterhaltung hinaus kommen.

Platz 24: The Descendants 2

Nachdem mich der erste Teil weniger begeistern konnte, versuchte meine beste Freundin es nun nochmal mit dem zweiten Teil. Da ich nun eher wusste, was mich erwartete, fand ich ihn tatsächlich deutlich besser.

Platz 23: Unicorne Store

Brie Larsons Regiedebüt überzeugt mit ihr und ihrem ungestümen Tatendrang als Netflix Original. Zeitgleich holt sie sich Samuel L. Jackson mit ins Boot, um eine etwas außergewöhnliche Geschichte zu erzählen, wo man am Ende noch so ein bisschen den Sinn hinterfragt. Ein Film für alle Träumer da draußen.

Platz 22: Mollys Game

Jessica Chastain als Ausrichterin exclusiver Pokerspiele, ehe sie dies einholt. Dies ist ihre Geschichte über den Aufbau der Pokerspiele bis zum abschließendem Gerichtsverfahren. Ein etwas langatmiger Film, der mit Frau Chastain und einem Idris Elba jedoch top besetzt ist.

Platz 21: Das Königreich der Katzen

Mein Lebensgefährte hatte einmal wieder Lust auf einen Anime. Heraus kam ein ein supersüßer Film, der ein Schulmädchen ins Königreich der Katzen verschlägt, um dort den Prinzen zu heilen.

Platz 20: Battle of the Sexes

Battle of the Sexes verfilmt das legendäre Tennismatch zwischen Billie Jean King und Bobby Riggs. Dabei ging es vor allem um die Rechte der weiblichen Tennisspielerinnen, die vor allem, wenn es um die zu gewinnenden Preise ging sehr oft benachteiligt wurden. Eine sehr stark spielende Emma Stone trifft auf einen etwas schwächelnden Steve Carell, in diesem starken Biopic.

Platz 19: The Addams Family (1991)

Nachdem ich die Neuinterpretation im Kino sah, war ich neugierig, zumal mir Prime zur Halloweenzeit diesen Film vorschlug. Hier gefielen mir die Dinge, die mich an der 2019er Version störten, schon eher, dafür der Rest nicht mehr so.

Platz 18: The Death of Stalin

1953 stirbt Stalin überraschend und ein großer Kampf über seine Nachfolge entbrannte. Dieser wird hier in einer schwarzen Komödie verarbeitet. Leider nicht unbedingt verständlich durch zu viele Namen und Charaktere und Intrigen.

Platz 17: No Mans Land

Gesehen für meine filmische Weltreise, erzählt der Film von einem Konflikt mitten im Balkan-Krieg, der große Kritik am Krieg selbst, am Einsatz der UN und den Journalisten übt.

Platz 16: BlackKklansman

Die Geschichte eines schwarzen Cops, der gleichzeitig die Black Power Bewegung und den KuKluxKlan unterwanderte. Der Film ist hochaktuell und drängt keine Meinung auf, was sehr positiv ist. Trotz eines größtenteils lockeren Tons bleiben Längen leider nicht aus.

Platz 15: Anna & die Apokalypse

Hier werden die typischen Musicalfilme mit einem Zombiefilm kombiniert. Heraus ist eine lockere Komödie geworden, die mir im Zombiebereich etwas zu konsequent war (aber ich mochte die Charaktere…) und im Musicalbereich etwas zu einfallslos. Denn gefühlt jeder Song klang ähnlich, weil er die gleichen typischen Poprhythmen hatte. Dennoch ein schöner Film.

Platz 14: Roma

Der Netflix-Film, der auch nach der Oscarsaison noch in aller Munde ist, erzählt die Geschichte eines Hausmädchens in Mexiko der 1970er Jahre. Roma ist ein Film, der schwer zu erfassen ist. Vordergründig ist er zu langsam erzählt und wirkt streckenweise sehr ermüdend. Dennoch hat er viele verborgene Stellen und gerade das letzte Drittel, das spannend, emotional und mitreißend ist.

Platz 13: Birdbox

Was gibt es besseres als Marketingmaßnahme, als eine – in diesem Fall absolut hirnrissige – Challenge. Dennoch verbirgt sich dahinter ein spannender Film, der mit dem großen Unbekannten Bösen spielt.

Platz 12: The Garden of Words

Dieser Anime wurde mir vorgeschlagen, da mir Your Name. so gut gefiel. Eine süße aber auch traurige Geschichte über Takao, ein Schüler, der Schuhmacher werden möchte, und Yukari, eine Lehrerin, die eine schwere Zeit hinter sich hat. Während der Regenzeit treffen sie sich an jedem Regentag im Park.

Platz 11: Repo

Meine beste Freundin hat ein Faible für die etwas anderen Filme. Dieses Jahr konnte sie mich dann endlich überreden dieses Gothic-Horror-Musical-Irgendwas zu gucken. Ihr Hauptargument: Anthony Stewart Head spielt mit und singt. Und auch wenn die Geschichte über ein Organspendeunternehmen in einer postapokalyptischen Welt sehr skurril ist, sind die Lieder sehr interessant und der Film so abstrus, das man ihn schon wieder charmant nennen kann.

Platz 10: Die Ballade des Buster Scruggs

Die Coen Brüder haben sich dem Western zugewandt und sechs kurze Geschichten aus dieser Zeit erzählt. Ein kurzweiliger Episodenfilm, der zwischen Unterhaltung und Drama hin und her springt und daher für jeden Geschmack etwas bietet.

Platz 9: Coraline

Die Geschichte eines Mädchens, das nach einem Umzug sich immer weiter entfremdet von ihren Eltern fühlt und sich in eine parallele Welt flüchtet, wo fürsorgliche Eltern auf sie warten. Doch irgendwann will die Alternative Welt sie nicht mehr gehen lassen. Eine Geschichte mitten aus dem Leben einer vernachlässigten Tochter.

Platz 8: Goodbye Christopher Robin

Nicht zu verwechseln mit dem fast gleichnamigen Disney-Film geht es diesmal um die Entstehungsgeschichte rund um den Autor und seinen Sohn. Eine herzzerreißende Geschichte über Identitätskrisen, verkorkste Jugend und Mediengier.

Platz 7: Die Hüter des Lichts

Den Weihnachtsmann, Osterhasen, die Die Zahnfee und den Sandmann kennt wohl jeder. Aber kennt ihr auch Jack Frost? Doch genauer dieser wird zu den Hüter des Lichts gerufen, als der schwarze Mann auftaucht und sich in die Alpträume der Kinder einnistet. Eine nette Geschichte über Glauben, Freundschaft und dem Platz in der Welt.

Platz 6: Küss den Frosch

Einer der wenigen Disneyfilme, die irgendwie komplett an mir vorbeigingen. Diesmal mit einer emanzipierten schwarzen Frau, die es schafft durch einen Fluch in einen Frosch verwandelt zu werden. Disneytypisch traurig, schön und voller Ohrwürmer.

Platz 5: Crazy Rich

Vor ein paar Monaten in aller Munde, konnte ich den Hollywoodfilm mit rein asiatischer Besetzung nun endlich nachholen. Ein starker Film über Vorurteile, Liebe und die asiatische High-Society. Darüber hinaus aber auch eine Komödie.

Platz 4: Willkommen in Marven

Monatelang habe ich mich auf diesen Film gefreut und dann lief er einfach in keinem Kinosaal in der Umgebung. Die Geschichte über einen Mann, der sein Gedächtnis nach einem Überfall verloren hat und nun sich in eine Welt voller Puppen flüchtet. Der Film hat sich – anders als erwartet – tatsächlich mehr auf die Puppenwelt konzentriert und mehr über eine Metaebene die Geschichte erzählt. Wenn man sich drauf einlässt, kommt eine hoch emotionale und mitreißende Geschichte bei raus.

Platz 3: Spider-Man – a new Universe

Sony hat mal wieder einen neuen Spider-Man hervorgebracht. Diesmal ist er komplett animiert. Kingpin versucht durch eine Maschine seine geliebte Vanessa zurückzubringen, holt dadurch aber auch die verschiedensten Spider-Wesen aus den unterschiedlichsten Universen in seines. Vereint versuchen sie nun Kingpin aufzuhalten. Ein im Comicstil animierter Film mit einer ganz eigenen Dynamik und damit noch einmal eine echte Überraschung im Spider-Man Multiversum.

Platz 2: Brittany runs a marathon

Ein Amazon Original, das glücklicherweise kurz nach Kinostart bereits zum Streamen bereit stand, war für mich ebenfalls ein großes Highlight. Die Geschichte von Brittany, die ihr Leben nicht auf die Reihe bekommt und deren Arzt ihr sagt, dass sie dringend abnehmen müsse, berührt auf so vielen Ebenen und schafft es mehr als nur die Geschichte einer Dicken zu erzählen, die versucht abzunehmen.

Platz 1: Mit dem Herz durch die Wand

Diese süße Liebesgeschichte aus Frankreich hatte ich eigentlich schon lange auf dem Schirm, konnte sie aber nun endlich mal Sehen. Und habe mich sofort in den Film verliebt. Die Geschichte selbst ist eher unscheinbar, hat aber ein ganz großes Herz. Zwei Sonderlinge ziehen nebeneinander ein, getrennt nur durch eine ganz dünne Wand, so dass sie alles vom Nachbarn hören können.

Verpasst, aber nicht vergessen -Teil 9.3

So weiter geht es mit meiner Aufräumaktion in dieser Kategorie. Diesmal geht es um das Jahr 2017. Die Beträge für 2014/15 und 2016 findet ihr verlinkt in den Jahreszahlen.

2017

1) Begabt

Frank Adler (Chris Evans) sorgt seit dem Suizid seiner Schwester für deren Tochter Mary. Das diese ebenso hochbegabt wie ihre Mutter ist, ist offenkundig, dennoch versucht Frank ihr eine normale Kindheit zu ermöglichen. Als sich die Schulleiterin einmischt, da sie Mary eher auf einer Begabtenschule sieht, wird Großmutter Evelyn hinzugezogen. Ein Gerichtsstreit um das Sorgerecht entbrennt.
Begabt setzt sich mit der Frage auseinander, ob hochbegabte Kinder wirklich eine Frühförderung brauchen oder ob sie wie jedes andere Kinder aufwachsen sollen. Dabei drückt der Film die Charaktere ganz bewusst in Extreme, was der eigentlichen Diskussion jedoch schadet. Lediglich die Onkel-Nichte-Beziehung ist mit so viel Herz überschüttet, das die Sympathie im Film doch noch entstehen kann.

2) Das Belko-Experiment

Der Horror für jeden Büroangestellten. In einer Filiale von Belko Industries sind alle Mitarbeiter mit einem Chip im Nacken angeblich vor Entführungen geschützt. Eines Tages wird das Bürogebäude abgeriegelt und eine Stimme fordert über die Sprechanlage alle Mitarbeiter auf drei Kollegen zu töten, ansonsten würden über die Sprengsätze in den Chips die doppelte Menge getötet werden.
Herzlich Willkommen zu den diesjährigen Büro-Spielen, und möge das Glück stets mit euch sein. Als Vorbild dürfte Drehbuchautor James Gunn (Guardians of the Galaxy) gewiss entweder die Hunger Games Reihe oder deren Vorbild Battle Royal gedient haben. Die Frage ist hier, wie wird mit so einer Ankündigung umgegangen. Schnell teilt sich das Büro in zwei Lager. Den Pazifisten, die versuchen Hilfe zu holen und zu fliehen, und denen, die jeden töten würden, um nur ihr eigenes Leben zu retten. Kein Film für Leute mit schwachen Nerven.

3) Jahrhundertfrauen

Die alleinerziehende Dorothea (Anette Benning) ist mit der Erziehung ihres Sohnes Jamie (Lucas Jade Zumann) völlig überfordert und hat Angst, dass die männliche Komponente der Erziehung einfach fehlt. Sie bittet Jamies Freundin Julie (Elle Fanning) und ihre Untermieterin Abbie (Greta Gerwig) um Hilfe.
Braucht es einen Mann um einen Mann großzuziehen? Diese Frage ist im Film allgegenwärtig. Drei Frauen, die sehr unterschiedlich sind, versuchen Jamie zu helfen und vertreten dabei zum einen absolut unterschiedlich Ansätze und zum anderen haben sie auch noch ihre ganz eigenen Probleme. Daraus wird ein Film, der über seine tiefgründigen Dialoge hinaus versucht auch eine witzige Komponente einzufügen, diese aber nicht so richtig umsetzen kann.

4) Boston

2013 kommt es beim Boston-Marathon zum undenkbarem: Beim Zieleinlauf explodiert eine Bombe. Schnell ist klar, dass es sich um einen Terroranschlag handelt. Die zuständigen Polizisten und ein Spezialteam arbeiten in den nächsten Tagen fieberhaft an der Aufklärung und damit gegen die Zeit.
Boston ist erzählt aus der Sicht des Polizisten Tommy Saunders (Mark Wahlberg), der sowohl beim Marathon anwesend war, als auch bei den weiteren Ermittlungen hilft. Dadurch ist der Zuschauer bei allen Entwicklungen direkt dabei. Während der Film am Anfang eine ungeheure Wucht hat und mit der Darstellung wohl alle fassungslos macht, verliert er gegen Ende leider seine erzählerische Macht. Denn der Anschlag selbst wird aus verschiedenen Sichten erzählt und baut damit bereits einen großen Spannungsbogen auf. In Folge dessen verfolgt der Zuschauer zum einen das schnell gegründete Spezialteam, das sich sofort in die Ermittlungen stürzt. Andererseits bleibt die Kamera bei den Läufern. Bei dem Entsetzen der Zuschauer. Bei den schnell überfüllten Krankenhäusern. Die berührendste Szene für mich war die im OP einer Läuferin, bei der die Ärzte das Bein untersuchen und sehr schnell feststellen, dass es nicht zu retten ist und damit zur Knochensäge greifen, um eine Amputation durchzuführen. Denn während der Film bereits wieder bei den Ermittlungen war, war ich gedanklich noch immer in diesem OP-Saal, wo ein junges Mädchen ihr Bein verlor. Genau diese Emotionalität wird dann aber absolut verschwendet, indem sich der Film auf das Fassen der Täter in einer unübersichtlichen Nacht und Nebel Aktion verliert.

5) Table 19

Eloise (Anna Kendrick) hat die beinah perfekte Hochzeit für ihre älteste Freundin geplant. Doch als sie sich von ihrem Freund trennt und dieser der Trauzeuge des Bräutigams ist, wird sie von ihrer Pflicht als Brautjungfer entbunden. Als sie dennoch anreist, landet sie am Tisch 19. Der Tisch, der am weitesten von allen entfernt ist und nur die Gäste beinhaltet, die eigentlich keiner dabei haben wollte. Die ungleiche Gruppe lernt sich im Laufe der Feier besser kennen und erfahren so manche Geheimnisse von den anderen.
Table 19 ist ein Film mit mehreren Komponenten. Die Ex-Brautjungfer Eloise steht dabei deutlich im Mittelpunkt. Eine Hochzeit einmal aus der Sicht der „Verstoßenen“ zu erleben, hat zwar bis zu einem gewissen Punkt seinen Reiz, verliert sich aber irgendwann in zu vielen Geschichten, so dass zwar eine engagierte Anna Kendrick und der restliche Cast sich sichtlich Mühe geben, doch Regisseur Jeffrey Blitz nicht ohne Slapstick-Momente auskommt.

6) Hampstead Park

Emily Walters (Diane Keaton) ist Witwe und lebt im Londoner Nobel-Viertel Hampstead. Sie fühlt sich zunehmend eingeengt in der perfekten Fassade ihrer Freundinnen und den Erwartungen an sie. Eines Tages sieht sie im gegenüberliegenden Park einen Mann (Brendon Gleeson), der so gar nicht in das Viertel passen mag. Als sie ihn in seiner Hütte besucht, ist sie sogleich von ihm fasziniert. Sie hilft ihm dabei sich vor den Immbobilienhaien zu schützen, die es auf das Land unter seiner Hütte abgesehen haben und beide kommen sich näher.
Hampstead Park befasst sich mit dem Ausbrechen aus bekannten Konventionen und schnappt sich dafür die begabte Diane Keaton. An ihrer Seite wird Brendon Gleeson zu einem mürrischen Gesellen, die sich gerade durch ihre Gegensätze anzuziehen scheinen. Herauskommt eine süße kleine Geschichte, die sich der Liebe von mehreren Seiten nähert und beleuchtet.

7) The Circle

Die junge Psychologie-Absolventin Mae (Emma Watson) bekommt ihren Traumjob bei der Firma „The Circle“, die in einer nahen Zukunft alle Social Media Aktivitäten in sich vereint. Dabei wird von Transparenz gesprochen, was jedoch in mehreren Beispielen als absolute Kontrolle dargestellt wird.
Der Film ist ein absolut gelungenes Beispiel für eine gute Idee, die wohl auch auf einem starken Buch basieren soll, jedoch mit einer absolut grottigen Umsetzung aufwartet. Den Bezug zu Protagonistin Mae hat man bereits nach 20 Minuten verloren und beobachtet nun kopfschüttelnd ihre Naivität. Während hier die Dystopie durch eine Übermacht der sozialen Medien demonstriert wird, kommt genau diese Diskussion viel zu kurz. Dabei versucht der Film die Sichtweise immer wieder zu ändern, scheint sich dabei aber eher lose an einem Gesamtwerk zu orientieren. Kurzum: Der Film funktioniert einfach nicht.

8) What happened to Monday

In dieser Zukunftsversion kommt es immer vermehrt zu Mehrlingsgeburten, was zu einer absoluten Überbevölkerung führt. Es wird eine Ein-Kind-Politik eingeführt, die dazu führt, dass nur ein Kind bei seiner Familie verweilen darf. Als Terrence Settmann vor den Siebenlingen seiner bei der Geburt verstorbenen Tochter steht, nimmt er kurzerhand alle mit und trichtert ihnen ein, dass sie nur an einem Wochentag das Haus verlassen dürfen. Sie werden benannt nach eben diesem Wochentag und verkörpern außerhalb alle die Person Karen Settmann (Noomie Rapace). Doch eines Tages kehrt Monday nicht zurück.
Eine brutale Zukunftsversion, die sich mit diesem Szenario dem Thema Überbevölkerung nähert. Dabei inszeniert Regisseur Tommy Wirkola einen spannenden Thriller, der neben einer angespannten Familiengeschichte auch das Zukunftsszenario auserzählt.

Rückblick auf den November

Willkommen in der Adventszeit. Der November ist vorbei, der Dezember hat sich jedoch ebenso regnerisch vorgestellt. Die ersten Türchen sind bereits geöffnet und noch etwas steht bevor: die Jahresrückblicke. Denn mit dem abgelaufenem November ist auch mein mediales Jahr wieder vorbei. Doch zunächst geht es erst einmal wieder ganz klassisch um den November und meinen Medienkonsum in diesem.

Sneak Preview

Zombieland 2 – Doppelt hält besser: 10 Jahre nach dem spontanen Erfolg der Zombiekomödie, sind die beliebten Charaktere zurück. Alle sind älter geworden und auch die Zombies sind neue Herausforderungen. Dabei schafft er es wieder einfach nur gute Laune zu versprühen, wobei diesmal auch die Nebencharaktere einen wichtigen Teil zu beitragen.

Official Secrets: Whisteblower-Drama mit Keira Knightley über Katharine Gun. Spoilert sich leider selbst am Anfang und kommt nicht über eine durchschnittliche Leistung hinaus, auch wenn gerade durch den hervorragenden Cast deutlich mehr Potential da war.

Filme – auf großer Leinwand gesehen

Scary Stories to tell in the dark: versucht sich an einer Mischung aus Gänsehaut und Es, kann mit beiden, was die Szenenartigen Monstererscheinungen angeht auch mithalten, hält dieses Niveau aber nicht über die Rahmenhandlung und verpasst gerade am Ende die Rundung.

Last Christmas: Auch dieses Jahr gibt es wohl kein Herumkommen um den Song. Doch in diesem charmanten, aber doch ehrlichen Film, der weit mehr ist als nur eine Liebesgeschichte, bekommt er eine ganz neue Bedeutung.

Die Eiskönigin II: Sechs Jahre sind seit dem ersten Film vergangen. Der Merchandiseansturm hat nie abgenommen. Und nun bringt uns Disney den zweiten Teil, der irgendwo erwachsener ist, aber immer genau dann krankt, wenn er sich zu sehr am ersten Teil orientiert. Sobald er sein eigenes Ding macht, funktioniert er sehr gut.

Le Mans 66: Der Film, der die Geschichte hinter dem Duell zwischen Ford und Ferrari erzählt, die im 24 Stunden Rennen von Le Mans gipfelt. Trotz Überlänge schafft er es durch umheimlich gelungene Kameraarbeit und faszinierende Charaktere auch den letzten Automuffel abzuholen.

Filme – auf großem Fernseher gesehen

Corpse Bride – Hochzeit mit einer Leiche: Fast pünktlich zu Halloween lief dieser Klassiker bei mir. Mit der gelungenen Mischung aus Drama, „Grusel“ und Humor konnte er mich auch beim x-ten Mal sehen wieder begeistern.

Mit dem Herz durch die Wand: Diese süße Liebesgeschichte aus Frankreich hatte ich eigentlich schon lange auf dem Schirm, konnte sie aber nun endlich mal Sehen. Und habe mich sofort in den Film verliebt. Die Geschichte selbst ist eher unscheinbar, hat aber ein ganz großes Herz. Zwei Sonderlinge ziehen nebeneinander ein, getrennt nur durch eine ganz dünne Wand, so dass sie alles vom Nachbarn hören können.

No Man’s Land: Gesehen für meine filmische Weltreise, erzählt der Film von einem Konflikt mitten im Balkan-Krieg, der große Kritik am Krieg selbst, am Einsatz der UN und den Journalisten übt.

Brittany runs a marathon: Ein Amazon Original, das glücklicherweise kurz nach Kinostart bereits zum Streamen bereit stand, war für mich ebenfalls ein großes Highlight. Die Geschichte von Brittany, die ihr Leben nicht auf die Reihe bekommt und deren Arzt ihr sagt, dass sie dringend abnehmen müsse, berührt auf so vielen Ebenen und schafft es mehr als nur die Geschichte einer Dicken zu erzählen, die versucht abzunehmen.

Filme – leider in diesem Monat verpasst

The Report: Ein Senatsmitarbeiter deckt die Folterungen der USA nach den Anschlägen vom 11. September auf. Nun versuchen er und andere Abgeordnete diese zu veröffentlichen, während CIA und weißes Haus alles versuchen diese zu vertuschen.

Doctor Sleep: Da habe ich extra die Buchvorlage im Sommer gelesen, um auf den Filmstart von der Shining-Fortsetzung vorbereitet zu sein und dann zeigt mein Kino lieber die Eiskönigin sechs Mal am Tag…

Nicht auf die Liste geschafft, aber dennoch relativ interessant klangen folgende Filme: Lara, Midway, Booksmart, My Zoe, The Irishman, der Leuchtturm, Hustlers, The Good Liar

Serien – ein kurzer Überblick

Im November kam die Zwischenstaffel von Queer Eye, die diesmal ausschließlich in Japan gedreht wurde. Leider war sie noch einmal kürzer, als die eigentlichen Staffeln, aber brachte neben den Glücksgefühlen durch die Vibes der Fab 5 auch noch einen schönen Einblick in die Denkweise der Japaner. Beim Fresh Prince of Bel Air ging es mit der vierten Staffel weiter. Leider führte die Neubesetzung von Tante Vivian auch zu einem kompletten Charakteraustausch. Ich bin von dieser Änderung wenig überzeugt. Bones ging in die inzwischen 11. Staffel. Während die einzelnen Fälle weiterhin interessant sind, merkt man, dass in der Charakterentwicklung eigentlich bereits alles Geschehen ist, weswegen sie zu immer drastischeren Mitteln greifen müssen. Neu lief die Miniserie Catherine The Great, die mich nicht abholen konnte. Helen Mirren ist eine begnadete Schauspielerin, nur leider nicht in dieser Serie. Hier ist sie merkwürdigerweise total fehl besetzt. Auch Jason Clarke mag so gar nicht in die Rolle eines russischen Offiziers passen und bei beiden zusammen fehlt jegliche Chemie. Leider ist die Serie dadurch eher enttäuschend. Dann gab es noch etwas Neues aus dem Comedy Bereich. Tiffany Haddish präsentiert ihre ganz eigene Auswahl an Comedians in They’re ready. Und tatsächlich tauchen hier Künstler auf, die man sonst wohl nur in den USA erleben dürfte.

Mein Lesemonat

Bücher insgesamt: 3
Seiten gesamt: 1.219
Seiten pro Tag: 41 im Durchschnitt
Gebundenes Buch: 1
E-Book: 2

Sinful Royalty: Der letzte Band der Reihe von Meghan March konnte mich ebenso noch einmal komplett anfixen. Die Reihe zählt definitv zu meinem Jahreshighlight.

Quarterback Crush: Wohingegen mich dieser Versuch einer Liebes-Erotik-Geschichte einfach nur enttäuscht hat. Die Geschichte ist absolut vorhersehbar, hat fürchterliche klischeehafte Charaktere, eine absolut nervige Protagonistin und leider hilft auch der Schreibstil nicht sonderlich weiter. Ich habe dann von den weiteren Teilen erst einmal Abstand genommen.

20.000 Meilen unter dem Meer: Ein neuer Haken auf meiner Klassiker-Liste der Schande. Von Jules Verne kannte ich bereits Die Reise zum Mittelpunkt der Erde, die ich wesentlich besser fand. Denn irgendwo wartet man bei der Fahrt mit Kapitän Nemo immer auf das eigentliche Highlight, das sich aber nicht einstellen mag. So wird man auf über 600 Seiten kreuz und quer durch die Weltmeere gejagt, erfährt aber abgesehen von der Klassifizierungen von Fischarten nichts.

Die Filmreise-Challenge: Weltreise 1.1

Bereits im Januar 2018 flatterte eine Einladung in mein Postfach. Mein geschätzter Bloggerkollege Ma-Go lud mich zu einer Filmreise ein. Dabei hatte er mich sofort für die Challenge gewonnen, trug die doch die gelungene Kombination aus Film und Reise im Titel. Als filmliebende Tourismuskauffrau konnte ich unmöglich widerstehen. Ich machte mich auch gleich daran den Plan für die Aufgaben auszuarbeiten. Die ersten Filme sah ich auch relativ zügig. Doch dann kam das, was mir ständig passierte. Ich fing an zu prokrastinieren. Und so zogen Monate, ja fast Jahre ins Land. Doch nun möchte ich endlich meinen ersten Beitrag beisteuern. Da ich bei solchen Challenges selten einen Beitrag pro Film schaffe, fasse ich auch hier wieder mehrere Filme zusammen. So begann ich mit der Weltreise und möchte euch nun von meinen ersten fünf Filmen berichten.

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Was ist die Filmreise-Challenge?

Hierbei handelt es sich ein Projekt von Bloggern für Blogger bzw. für alle Filmfans da draußen. In 70 Aufgaben geteilt in 7 Kategorien soll der filmische Horizont erweitert werden, in dem man sich mit anderen Welten/Kulturen/Menschen/Filmen auseinander setzt.

Pauschalreise oder Abenteuerreise?

Die 70 Aufgaben sind in zwei Kategorien unterteilt. Während die Pauschalreiseaufgaben sehr offen gehalten sind und viel Wahlmöglichkeit lassen, präzisiert die Abenteuerreise einzelne Aufgaben noch einmal. Meine Wahl fiel – um es mir noch einmal schwerer zu machen – auf die Abenteuerreise.

Worum geht es bei der Weltreise?

Die Weltreise hat als übergreifendes Thema Filme aus anderen Ländern. Dabei geht es vor allem darum mal abseits des Mainstreamkinos aus Hollywood oder auch Deutschland/Frankreich/Großbritannien (die noch am ehesten in die deutschen Kinos gelangen) zu schauen, was für Filme werden in anderen Ländern produziert.

Detaillierte Informationen findet ihr in den verlinkten Überschriften meiner Erklärungen.

Und die Reise beginnt…

Es ist soweit. Ich habe meinen Koffer gepackt. Es dürfte für alle Eventualitäten etwas eingepackt sein, aber wie ich mich kenne, habe ich sowieso wieder irgendetwas vergessen. Schnell kontrolliere ich, ob ich auch wirklich meinen Pass eingepackt habe, alle nötigen Visa sind genehmigt und ebenfalls in meinem Rucksack verstaut. Langsam werde ich hibbelig. Die Zeit ist reif. Ich steige zum ersten Mal ins Flugzeug. Für meinen ersten Stopp fliege ich gleich fast ans Ende der Welt. Mein Ziel: Australien. Die Insel, die gleich ein Kontinent für sich bildet, will mir endlich einmal die kleine Mary vorstellen.

Film: Mary & Max – oder: Schrumpfen Schafe, wenn es regnet? – Australien, 2009
Ich treffe Mary erstmals im Jahr 1976. Sie ist ein neugieriges jungen Mädchen, als Knetfigur animiert, das mit einer kleptomanischen Alkoholikermutter und einem viel arbeitenden Vater zusammen lebt. Ihre Neugier kennt keine Grenzen. Vor allem interessiert sie, ob die Dinge im entfernten Amerika genauso sind, wie ihr Großvater es ihr für Australien erklärt. Also schreibt sie einen Brief und wählt im Telefonbuch durch Zufall den Mitt-Vierziger Max aus. Max ist Asperger-Autist und zunächst mit dem Brief der kleinen Mary völlig überfordert. Doch schließlich beschließt er zu antworten und es entsteht eine Brieffreundschaft. Über die Jahre schreiben sich die beiden immer wieder und Mary erzählt von ihrem Leben, das von Ängsten und Introvertiertheit geprägt ist, während ihr Max von seiner ganz eigenen Weltanschauung erzählt.
Mein Australienurlaub lässt mich ein wenig ratlos zurück. So grundsympathisch die beiden Charaktere auch sind, so wenig komm ich wirklich in ihre Geschichte rein. Sie ist immer mit einer gewissen Distanz erzählt, so dass ich mich am Ende keinen von beidem näher fühle. Zumal die Erzählweise selbst sich an das jüngere Publikum wendet, mit Themen, wie Alkoholsucht, Depressionen und ähnlichem aber für ein FSK 12 in Deutschland sorgt. So hat der Film eigentlich keinen direkten Adressaten und verläuft im Sande. Schade, war der Ansatz doch gut.

Film: Oldboy – Südkorea, 2003
Von Australien aus, steige ich sofort wieder in den Flieger. Mein nächstes Ziel ist Südkorea. Mit Oldboy schlage ich gleich drei Sachen mit einer Klappe. Sie passt zur Filmreise-Challenge als Film aus Fernost (Japan/China/Korea), stand auf meiner Bucketlist und wurde groß angepriesen in „1001 Filme, die Sie sehen sollten, bevor das Leben vorbei ist“. Umso gespannter war ich Oh Dae-su (Choi Min-sik) kennenzulernen. Ich finde ihn in keinem guten Zustand vor. Bereits seit 15 Jahren ist er in ein Zimmer eingesperrt. Er hat eine Liste erstellt, wer ihn entführt haben könnte, die ihn jeden Tag antreibt. Fasziniert beobachte ich, wie er durch ein zufällig erhaltenes zusätzliches Essstäbchen versucht, sich ein Loch in die Freiheit zu schaben. Und tatsächlich schafft er es. Doch nach der gescheiterten Suche nach seiner Tochter, treibt ihn Rache an. Er versucht herauszufinden, wer ihn entführt und eingesperrt hat.
Geschockt fliege ich aus Südkorea weiter. Oldboy ist ein kompromissloser Rachethriller, der sich dem Thema trotz seiner eigentlich sehr ruhigen Erzählweise von mehreren Seiten schonungslos nähert. Was mir gefallen hat, ist dass es kein direktes Denken in Gut und Böse gibt, sondern sich alle Charaktere irgendwo im Graubereich aufhalten. Vor allem die Erzählstruktur unterscheidet sich sehr von bekannten Vertretern Hollywoods. 2013 versuchte Hollywood zwar in einem Remake seine Version daraus zu machen, scheiterte aber, wenn man den Kritikern glauben darf.

Film: Nader & Simin – Iran, 2011
Filmtechnisch bereits habe ich den Iran bisher eher nur, wenn Hollywood mal wieder einen Agenten in die Richtung schickte. Doch nun steige ich aus dem Flugzeug und stehe erstmals aus iranischer Sicht im heißen Teheran. Hier soll ich mich mit Nader (Peyman Maadi) treffen. Doch der ist gerade sehr überfordert. Seine Frau Simin (Leila Hatami) wollte zusammen mit ihn und der 11-jährigen gemeinsamen Tochter Termeh eigentlich das Land verlassen und hatten dafür bei der Behörde bereits alle Genehmigungen. Doch Nader hat einen Rückzieher gemacht, weil er seinen pflegebedürftigen Vater nicht zurücklassen will. Enttäuscht will Simin nun die Scheidung und ist zurück zu ihrer Mutter gezogen. Nader ist zwar gewillt, der Scheidung zuzustimmen, will aber Termeh die Ausreise verbieten. Doch wäre das Problem noch nicht genug, hat Simin noch eine Haushaltskraft eingestellt. Die strang gläubige Razieh sieht sich jedoch schnell überfordert sich anständig um Naders Vater zu kümmern. So kommt es zum Verwürfnis zwischen Razieh und Nader, die damit endet, dass sich beide vor Gericht wiederfinden. Die Anklage: Nader soll bei dem Versuch Razieh aus der Wohnung zu bekommen, dafür verantwortlich sein, dass diese ihr ungeborenes Baby verlor.
Im Iran kam mir tatsächlich die dramatische Erzählstruktur sehr bekannt vor, da sie dem bekannten Schema sehr ähnelt. Hier ist das Neue eher die Kultur. Die Gesetze, die einer Frau noch immer weniger Rechte einräumt als einem Mann, und vorallem die Nähe zum Koran im alltäglichen Leben, ist mir im filmischen Sinn eher neu. Hier hatte ich also neben einer neuen Geschichte auch eine neue Kultur zu erkunden. Die Geschichte selbst ist stark gespielt und gewann 2012 den besten fremdsprachigen Oscar – der erste für Iran.

Film: Eine Frau namens Yesterday – Südafrika, 2004
Nach der unterbittlichen Sonne im Iran, sah ich mich gewappnet, für ein weiteres eher warmes Land. Südafrika – das Land mit 11 Amtssprachen und einer unvergleichbaren abwechslungsreichen Landschaft. Aber bevor ich zu sehr abschweife, treffe ich mich lieber mit Yesterday.
Diese hat mit einem starken Husten zu kämpfen. Der Fußweg zum Arzt ist lang und Sprechstunde ist nur einmal wöchentlich. Trotzdem nimmt Yesterday den Fußweg auf sich, steht dann aber in der Schlange so weit hinten, dass sie nicht mehr dran kommt. Nachdem dies drei Wochen hintereinander passiert und ihr Husten immer schlimmer wird, spendiert ihr eine befreundete Lehrerin des Dorfes eine Taxifahrt. Die Ärztin nimmt ihr Blut ab und stellt die Diagnose: HIV. Da sie die Krankheit nur von ihrem Mann erhalten haben kann, fährt sie nach Johannesburg, um John davon zu erzählen. Der reagiert jedoch zornig und verprügelt seine Frau. Im darauffolgenden Winter sitzt John eines Tages vor Yesterdays Tür. Er hat ebenfalls HIV und bereits fortgeschritten krank. Als die Dorfbewohner jedoch von der Krankheit erfahren, wollen sie die Familie verjagen, da in Folge mangelnder Aufklärung alle eine Ansteckung befürchten. Doch Yesterday lässt sich nicht unterkriegen und baut trotz Krankheit vor dem Dorf eine Hütte für sich und ihren Mann.
Südafrika zeigt mir zum ersten Mal, wie froh wir doch über unsere ärztliche Versorgung sein können. Jammern wir doch gerne mal über die langen Wartezeiten bei Fachärzten, so müssen wir doch nicht stundenlang laufen, um überhaupt mal einen Arzt zu Gesicht zu bekommen. Der Film holt einen dadurch in ernster Instanz wieder auf den Boden der Tatsachen zurück. In zweiter Instanz zeigt er uns eine lebensbejaende Frau, die trotz aller Steine auf ihrem Weg versucht, hoffnungsvoll zu bleiben. Und obwohl der Film der erste war, der als Spielfilm in Zulu gedreht wurde, schaffte er es sogleich eine Nominierung als bester fremdsprachiger Oscar zu bekommen – verlor dann gegen Spaniens „Das Meer in mir“.

Film: No Man’s Land – Bosnien-Herzegowina, 2001
Nachdem ich nun bereits einige Kontinente bereist habe, zieht es mich erst einmal zurück nach Europa. Allerdings auch in eine eher unschöne noch nicht allzu entfernte Vergangenheit im östlichen Europa. Genauer gesagt ins Jahr 1993 zum Jugoslawienkrieg.
Hier finde ich mich in einer etwas misslichen Situation wieder. Irgendwie habe ich es geschafft zwischen die Fronten der Bosnier und der Serben zu geraten und befinde mich im sogenannten „Niemandsland“. Hier finde ich eine etwas groteske Situation vor. Der Bosnier Ciki (Branko Duric) wurde losgeschickt, um das Gebiet zu erkunden und findet dort den Serben Nino (Rene Bitorajac) und den auf einer Druckmine liegenden Bosnier Cera (Filip Sovagovic) vor. Sollte sich Cera bewegen und damit den Druck auf die Mine verändern, würden alle drei in die Luft fliegen. Also versuchen sie sowohl ihre Einheiten auf sich aufmerksam zu machen, als auch die Blauhelme der UN. Diese dürfen sich zunächst nicht einmischen, da sie angehalten sind, sich nicht in Gefahr zu bringen. Als sich dann auch noch die Presse einschaltet und daraus einen Skandal macht, ist das Chaos perfekt.
No Man’s Land ist ein Film, der über eine unglaublich groteske Situation berichtet und diese immer mit einem lachenden und einem weinenden Auge betrachtet. So ist der Film an vielen Stellen gewollt unfreiwillig komisch, präsentiert aber doch ein erschütterndes Thema. Das Gelungene am Film ist, dass er nicht nach Ursachen sucht oder Erklärungen bringt, warum und wieso der Krieg entstand. Hier gibt es nicht „die Guten“ und „die Bösen“, sondern nur drei Männer, die einfach nur nicht sterben wollen. Zwischendurch stellen sie fest, dass sie obwohl als Feinde aus den gleichen Gründen und mit den gleichen Begründungen kämpfen. Es fasst die Kritik am Jugoslawienkrieg, den Blauhelmen und der Presse gekonnt zusammen.

Nachdem ich es irgendwie wieder heil aus dem Kriegsgebiet geschafft habe, ist meine Filmreise erst einmal wieder beendet. Glücklich lasse ich mich wieder auf meiner Couch fallen. Spaß gemacht hat die Reise. Voller Vorfreude sehe ich mir meinen kommenden Reiseplan an. Das wird auch wieder eine aufregende Reise.

Rückblick auf den Oktober

Und da ist der „Gruselmonat“ auch schon wieder vorbei. Stattdessen strahlt der Herbst in seiner regnerischen Tristheit. Tatsächlich gibt es diesmal wenig zu erzählen, daher starten wir gleich in den medialen Rückblick.

Sneak Preview

Ronny und Claid: Die Geschichte zweier Spätibesitzer, die einem Mafiosi Geld schulden und dafür Menschen entführen, denn einer wird schon Millionär sein, ist zunächst etwas hoprig, entwickelt dann aber seine ganz eigene Dynamik und kann durchaus begeistern.

Halloween Haunt: Der Versuch Geisterbahn und Escape Room zu kombinieren scheitert leider an zu vielen Klischees, Vorhersebarem und Logiklöchern.

Cinemathek:

Tolkien: Die Geschichte um J. R. R. Tolkien und seiner großen Liebe. Zwischen Krieg und schwieriger Kindheit wächst Tolkien auf und entwickelt seine eigene Sprache, die er gegen Ende in seinem ersten Roman „Der Hobbit“ verarbeitet. Nicht das große Biopic, was man erwarten könnte, dafür eine interessante Geschichte über Liebe, Freundschaft und das Erwachsen werden.

Filme – auf großer Leinwand gesehen

Everest – Ein Yeti will hoch hinaus: Ein berührender Film über Freunschaft, Familie und Trauerverarbeitung, der es perfekt schafft sowohl Witze für die Kleinen, aber auch gute Dialoge für die Großen einzubauen und dabei kein Auge trocken lässt, sowohl durch Lachen, als auch durch traurige Szenen. Große Empfehlung!

Dem Horizont so nah: Eine Liebesgeschichte rund um ein Pärchen mit HIV. Wie lebt man sein Leben, wenn einer weiß, dass er nicht alt werden wird? Er erzählt seine Geschichte mit einer gewissen jugendlichen Naivität, die den Ton sehr auflockert, ihm aber auch die Tiefe nimmt. Das Augenmerk liegt hier deutlich auf der Liebesgeschichte

Joker: Joaquin Phoenix gibt sich die Ehre und verkörpert DCs wohl bekanntesten Bösewicht. Diesmal geht Regisseur Todd Philipps der Hintergrundgeschichte auf den Grund und präsentiert einen kaputten Mann in einer kaputten Welt. Oscarreif gespielt von Phoenix mit einer Geschichte, über die man viel diskutieren kann.

Gemini Man: Will Smith versucht sich diesmal gleich in zwei Rollen und repräsentiert sein Altes und sein Junges Ich. Die Handlung ist spannend gestaltet mit ein paar Schönheitsfehlern.

Ich war noch niemals in New York: Die stark gekürzte und umgeschriebene Fassung des Bühnenmusicals scheut sich nicht seine Schönheitsfehler mit einem engagierten Cast und einer großen Portion Gute Laune zu kaschieren.

Die Addams Family: Die Neuinterpretation der bekannten Gruselfamilie mag an einigen Stellen gewöhnungsbedürftig sein, an einigen kann sie dafür umso mehr überzeugen und hält sich mit einem stabilen Mittelmaß.

Penguin Highway: Im Animespecial lief diesmal Penguin Highway. Mein Lebensgefährte mag Animes, ich mag Pinguine, wir konnten also tatsächlich einmal zusammen in das Special gehen. Allerdings konnte mich die Handlung nicht überzeugen und die Charaktere waren mir sehr unsympathisch.

Das perfekte Geheimnis: Wie viel verbirgt man wirklich vor Partnern und Freunden. Ein seltsames Experiment, das gehörig schief geht. Ein Film, der beim erstmaligen Sehen großen Spaß macht, trotz einer sehr konstruierten Handlung. Gerade der gut harmonierende Cast schafft es den Film trotzdem rund zu gestalten.

Filme – auf großem Fernseher gesehen

Harry Potter und die Kammer des Schreckens: Mein Lebensgefährte hört weiter fleißig die Bücher und so konnten wir nun den zweiten Teil zusammen sehen, damit er Buch und Film noch einmal vergleichen konnte.

The Death of Stalin: 1953 stirbt Stalin überraschend und ein großer Kampf über seine Nachfolge entbrannte. Dieser wird hier in einer schwarzen Komödie verarbeitet. Leider nicht unbedingt verständlich durch zu viele Namen und Charaktere und Intrigen.

The Addams Family (1991): Nachdem ich die Neuinterpretation im Fernsehen sah, war ich neugierig, zumal mir Prime zur Halloweenzeit diesen Film vorschlug. Hier gefielen mir die Dinge, die mich an der 2019er Version störten, schon eher, dafür der Rest nicht mehr so.

Die Hexe und der Zauberer: lief durch Zufall im Fernsehen und mein zweitliebster Disney-Meisterwerkfilm brauchte sowieso mal wieder eine Sichtung.

Filme – leider in diesem Monat verpasst

Brittany runs a marathon: Brittany schläft zu wenig, macht zu viel Party und kriegt ihr Leben nicht auf die Reihe. Als ihr Arzt meint, sie solle mehr auf sich achten und vorallem 25 Kilo abnehmen, denkt sie, dass dies unmöglich sei. Bis sie anfängt für den New York Marathon zu trainieren.

Serien – ein kurzer Überblick

So kurz wird der Überblick in diesem Monat wohl nicht, denn ich habe einige Staffeln geschafft. Zum einen die dritte Staffel des Fresh Prince of Bel Air, der mich aktuell monatsweise begleitet. Dann habe ich mich endlich der dritten Staffel von Adventure Time gewidmet und diese nun beendet. Im Crimebereich ging es mit der inzwischen 10. Staffel von Bones – Die Knochenjägerin weiter. Eigentlich hatte ich am Ende der 9. aufgegeben, da mich die immer größer werdenden Staffelfinale abgeschreckt hatten. Und prompt musste einer meiner liebsten Charaktere am Anfang dran glauben. Doch sobald sich die Serie wieder mit den eigentlichen Fällen befasste, kam ich wieder in den alten Rhythmus zurück, auch wenn nicht mehr die gleiche Dynamik, wie in den ersten Staffeln herrscht. Dann gab es diesen Monat gleich drei Neuentdeckungen. Zum einen die erste Staffel von Barry. Bill Hader spielt hier einen Auftragsmörder, der viel lieber Schauspieler werden will und verzweifelt versucht beides unter einen Hut zu bekommen. Dann habe ich mich nach vielen Nominierungen und Gewinnen auf der diesjährigen Emmy-Verleihung an die erste Staffel von Fleabag herangewagt, die mich aber bisher nicht wirklich überzeugen konnte. Dann lief bei mir noch die erste Staffel der Peaky Blinders, die mich nach Birmingham 1919 zog und damit in eine ganz andere historische Sichtweise. Bisher gefällt mir die Serie sehr gut.

Mein Lesemonat

Bücher insgesamt: 8
Seiten gesamt: 2.573
Seiten pro Tag: 83 im Durchschnitt
Gebundenes Buch: 1
Taschenbuch: 2
E-Book: 5

40 Festivals in 40 Wochen: Das Selbstexperiment der Autorin hatte ich mir eigentlich pünktlich zur Festival-Saison besorgt, kam aber nicht gerade viel zum Lesen auf dem Festival. Die kurzen und knackigen Beschreibungen der verschiedensten Festivals waren zunächst sehr interessant, wurden jedoch schnell monoton, da sich die Autorin gefühlt ständig nur über ihren Gesundheitszustand beschwerte.

Mr. Barnacals Schildkröte: Meine Ausbeute von der GCC Berlin dieses Jahr stammt vom Wölfchen Verlag und wurde mir wärmstens empfohlen, da die Geschichte herrlich verrückt sei. Dies war keinesfalls untertrieben und konnte mich auch zunächst in Bann  ziehen, bis mich die Geschichte leider irgendwann verlor.

Wie Monde so silbern: Eine Empfehlung von Inkunabel, für die ich die Mädels nur loben kann. Denn die Cinderella Geschichte als Cyberpunk zu erzählen, ist ein absoluter Volltreffer und traf genau meinen Geschmack.

Sinful King / Sinful Queen / Sinful Empire: Eigentlich auf der Suche nach kurzer Zwischendurchlektüre fand ich die erotische Reihe von Meghan March, die mich durch starke Charaktere und einem gelungenen Schreibstil sofort überzeugte und von da an nicht mehr losließ.

Sinful Prince / Sinful Princess: Auch die Fortsetzungsreihe um zwei Nebencharaktere aus der Ursprungstrilogie traf mich sofort und ich konnte auch die Reihe nicht weglegen.