Cinemathek: Jacques – Entdecker der Ozeane

Willkommen in der Cinemathek, heute mit „Jacques – Entdecker der Ozeane. Der Film lief ursprünglich ab dem 08.12.2016 in den deutschen Kinos.

Ein Vorwort

71% unseres Planeten werden nicht von Landmassen bedeckt, sondern sind überspült von Wassermassen. Die sieben Weltmeere sind Heimat einer vielfältigen Flora und Fauna. Während die Landmassen viel und schnell erforscht wurden, war die Wasserwelt noch lange ein Mysterium. Jacques Cousteau entwickelte in den 1940er Jahren zunächst die Vorläufer der heutigen Taucheranzüge und zudem ein Gerät, mit dem man unter Wasser filmen kann. Zeit seines Lebens erforschte er die Meere und drehte über 100 Unterwasserfilme. Nachdem der Film „Die Tiefseetaucher“, der sich ebenfalls mit dem Leben von Cousteau beschäftigte, wohl eher unter Klamauk einzuordnen war – in den Hauptrollen Bill Murray, Owen Wilson, Cate Blanchett, Willem Dafoe und Jeff Goldblum – schlägt Regisseur Jérôme Salle einen wesentlich ernsteren Ton für sein Biopic an.

Die Handlung

Jacques Cousteau arbeitet mit seinen Freunden an der Entwicklung von Taucheranzügen und einer Unterwasserkamera, um immer wieder kleine Filme zu drehen, die im Stile einer Gartenparty im Freundeskreis gezeigt werden. Doch Cousteau will mehr. So handelt er einen Deal mit einem großen Unternehmen aus, um ein altes Schiff zu ergattern, die „Calypso“. Doch bevor er in See stechen kann, um die Meere zu erforschen, bedarf es noch einer Menge Überredungskunst. Letztendlich schafft er aber alle Hindernisse aus dem Weg zu räumen und schickt seine beiden Söhne auf ein Internat, was diese nicht gut aufnehmen. Vor allem Philip schlägt sehr nach seinem Vater und möchte auch wie er die Meere erforschen. Von diesen Anfangszenarien erzählt der Film stringent die Lebensgeschichte von Jacques Cousteau, seiner Frau, seinen Söhnen und seiner Crew.

Meine Meinung

Biopics sind immer wieder ein schwieriges Thema, da man sich eben an einem festen Leben einer Person orientiert und den Lebensweg nicht für einen besonders dramatischen Aufbau komplett verändern kann. Während uns „Snowden“ im letzten Jahr ein besonders gelungenes Exemplar bot, ordnet sich „Jacques – Entdecker der Ozeane“ eher im gesunden  Mittelfeld ein. Die Geschichte von Cousteau wird auf 123 Minuten gestreckt und verzichet zumindest auf die Kinder- und Kriegsjahre. Ansonsten werden die einzelnen Stationen chronologisch abgehandelt. Zu Beginn erscheint der Film noch als schöner Familienfilm und erzählt wie Cousteau seine Leidenschaft mit Frau und Söhnen teilt und auch einen gesunden Freundeskreis pflegt. Immer wieder unterbrochen durch kleine Meeresaufnahmen, plätschert der Film zufrieden vor sich hin. Mit dem Kauf der Calypso kommen dann zum ersten Mal Stolpersteine in den Film, die es zu beseitigen gilt. Hier baut der Film einen gesunden Grad an Spannung auf. Leider vermag er es nicht diesen dauerhaft zu halten und verliert sich ab einem gewissen Zeitpunkt immer wieder im gleichen Muster. Nach der Hälfte scheint der Film seinen Höhepunkt erreicht zu haben und schwächt danach durch zu viel dramatische Stellen immer weiter ab.
Die Charaktere bekommen alle genügend Raum, um sich vorzustellen und zu entwickeln. Gerade Cousteau macht während der Spiellänge immer wieder 180° Wendungen durch, die jedoch an jeder Stelle glaubwürdig und nachvollziehbar dargestellt werden. Man schwangt bei ihm immer wieder zwischen Bewunderung und Abneigung, da er ein großes Lebenswerk vorzuweisen hat, sich mittendrin aber in so ein Ekelpaket verwandelt, dass man ihm seine Misserfolge mehr gönnt, als seine Erfolge.
Am Ende verlässt man den Film mit dem Gefühl „Ganz nett den Film mal gesehen zu haben, ich muss ihn aber auch kein zweites Mal sehen“. An sich ist er Grundsolide, schläft hier und da über die Strenge des gesunden Maßes an Spannung und Dramatik und plätschert stellenweise immer mal wieder vor sich hin, fängt sich aber doch immer wieder und schafft spannender Abschnitte.
Während des Films werden immer wieder die Dreharbeiten der Crew gezeigt, aber wirkliche Ausschnitte aus den über 100 Werken von Cousteau finden kaum Platz im Film, da es sich doch größtenteils um die Menschen und nicht um das Werk dreht. Dennoch wird sich genügend Zeit genommen, um über die Themen Umweltschutz und Tierschutz zu sprechen und dabei auch eine kleine Diskussion zu führen. Hier zeigt der Film nach einer längeren Flaute erstmals wieder Spannung und bringt die Handlung weiter.
Am Ende schafft „Jacques – Entdecker der Ozeane“ gerade noch rechtzeitig den Absprung, bevor er sich in seiner Handlung verrennt und schafft den Bogen zum Anfang des Films zu schließen.

Das Fazit

Mit Höhen und Schwächen zeigt „Jacques – Entdecker der Ozeane“ das Leben des Meeresforschers Jacques Cousteau in allen Facetten und fängt Höhepunkte und Tiefen auf. Unterbrochen von etwas zähen und zu dramatischen Parts, bleibt es doch eine solide Leistung, auch wenn er zu keiner zweiten Sichtung des Stoffes einlädt. Dafür gibt es 05 von 10 möglichen Punkten.

Media Monday #332

Nach einer etwas längeren Pause, schaffe ich es diese Woche doch mal wieder am Media Monday von Wulf teilzunehmen und präsentiere euch meinen ausgefüllten Lückentext:

Media Monday #332

1. Normalerweise kann ich dem Thema/Genre Superheldenfilme ja immer etwas abgewinnen, aber das DC Extended Universe konnte mich bisher noch nicht wirklich überzeugen. Daher bin ich gespannt, ob Justice League mich demnächst etwas besseren belehrt.

2. Die unendliche Geschichte ist wirklich so ein Film/Buch, den/das jede/r mal gesehen/gelesen haben sollte, schließlich ist es nicht nur ein Klassiker der Kinderliteratur, sondern überzeugt auch durch verschiedene Lektionen und vielfältige Abenteuer.

3. Nach dem horrorfilmlastigen Oktober freue ich mich nun im November auf viele verschiedene Filme unterschiedlichen Genres, aber allen voran auf die Agatha Christie Verfilmung „Mord im Orient Express“, die hoffentlich zu meinen Filmhighlights des Jahres gehören wird.

4. Grace & Frankie habe ich als Serie ja voll für mich entdeckt, schließlich amüsieren mich diese beiden unterschiedlichen Damen immer wieder köstlich und jede Staffel hat ihren eigenen Hauptaugenmerk, so dass es nie langweilig wird.

5. Indie-Filme – oder auch Indie-Bücher – müssen mich mit ihrer Handlung ebenso zum Ansehen anlocken, wie die Blockbuster.

6. Würde man mich zu einer gepflegten Brett- und/oder Kartenspiel-Partie überreden wollen, müsste man nur alle Versionen von Monopoly vorher ausschließen. Dann bin ich dafür sehr leicht zu haben.

7. Zuletzt habe ich die Serie „Designated Survivor“ angefangen und das war bisher ganz interessant, weil die erste Folge gleich mit einem großen Knall beginnt und ich sehr gespannt bin, wie sie sich genau entwickeln will.

Ich wünsche euch eine schöne Woche 🙂

Schneemann

Am 19.10.2017 erschien die Verfilmung des Bestsellers von Jo Nesbø in den deutschen Kinos.

Ein Vorwort

Jo Nesbø schreibt schon seit den 1990er Jahren erfolgreiche Krimis, vor allem um seinen Ermittler Harry Hole. Dabei geht es meistens sehr eisig zu, denn die Handlung lässt der Norweger Nesbø in Oslo und teilweise auch anderen Orten Norwegens spielen. Schneemann ist eigentlich der siebte Teil der Reihe um Harry Hole, wurde aber nun als erstes Werk verfilmt. Das ganze kann funktionieren, wenn man bedenkt, dass der Kinozuschauer nun die Vorinformationen zum Protagonisten fehlen.

Die Handlung

Mehrere Frauen werden ermordet aufgefunden oder als Vermisst gemeldet. Die Gemeinsamkeit ist ein Schneemann, der vor den jeweiligen Häusern gebaut wurde. Ermittler Harry Hole, der ganz nebenbei mit seinem Alkoholkonsum zu kämpfen hat, findet schnell Parallelen zu älteren Fällen, unter anderem in Bergen. Zur Seite steht ihm die frisch von Bergen nach Oslo versetzte Katrine Bratt. Verdächtige werden schnell gefunden, doch waren sie auch die Mörder?

Meine Meinung

Wie anfangs bereits erwähnt, handelt es sich bei Schneemann um den siebten Teil einer erfolgreichen Buchreihe. So ist Protagonist Harry Hole in den Büchern zu dem Zeitpunkt bereits entwickelt und vorgestellt. Leider wird auf dies im Film komplett verzichtet. Man bekommt einen Protagonisten, der augenscheinlich mit vielen inneren Problemen kämpft, aber worum es sich genau handelt, erfährt der Zuschauer nicht. Hinweise gibt es nur immer wieder durch ausufernden Alkoholkonsums gepaart mit einer sehr lockeren Auslegung der Arbeitszeiten. Aber Hintergründe dazu fehlen komplett. So startet der Film mit einem Protagonisten, der die ganze Zeit nur oberflächlich und blass ist, weil auf ihn einfach nicht genauer eingegangen wird. Die Besetzung mit Michael Fassbender ist eigentlich ein guter Schachzug gewesen, vermag er es doch noch am meisten aus dem wortkargen Ermittler herauszuholen. Neben den beruflichen Aspekten Holes werden auch immer wieder private Einblicke gezeigt. Hier pflegt er noch eine Beziehung zu seiner Ex-Freundin Rakel mit ihrem Sohn,ø den er aber durch ständige Abwesenheit regelmäßig enttäuscht. Auch die Nebencharaktere werden als selbstverständlich gesehen und nicht genauer vorgestellt oder auf ihre Geschichten eingegangen. Sie sind halt einfach da.

Dies vermutete man noch nicht, als der Trailer herauskam. Denn hier zeigt sich Schneemann von seiner besten Seite und vereint gekonnt spannende Szenen und Dialoge, so dass der Zuschauer richtig Lust auf den Film bekam, was auch der gut gefüllte Kinosaal zeigte. Den Kinosaal hingegen verließen die Zuschauer gelangweilt oder total enttäuscht, je nachdem mit welchen Erwartungen in den Film gegangen wurde. Das liegt wohl daran, dass 80% der Szenen im Trailer im Endprodukt gar nicht auftauchten. Leider waren es genau diese, die auf den spannenden Krimi schließen ließen. Übrig bleibt ein Sammelsurium von verschiedenen Handlungssträngen, die nicht so genau durchdacht wurden, wirr übereinander liegen und zu keiner konsequenten Handlung führen. Da gibt es Rückblenden zu anderen Fällen, die dann auch einfach wieder beendet wurden, ohne den großen Zusammenhang herzustellen. Dann gibt es Morde und Vermisste, die auch schnell abgehandelt wurden, so dass man mit keinem der Opfer wirklich mitfühlte. Es werden Charaktere eingeführt, die zunächst wichtig erscheinen und um die viel Brimborium gemacht wird, nur um sie gegen Ende einfach zu vergessen. Sie waren halt da, mehr kann man letztendlich nicht dazu sagen. Am Ende bleiben mehr Fragen offen, als Rätsel gestellt wurden und beim Verlassen des Saals kommt zur Enttäuschung über das verschwendete Geld noch das Gefühl der Frustration dazu, weil man aus dem Film so viel mehr hätte machen können. Denn genug Zeit, um die Geschichte vollständig zu erzählen war da. Vor allem da genug total überflüssige Szenen gezeigt wurden, die dann auch noch künstlich ausgedehnt wurden. Hier wär weniger überflüssiges und dafür mehr Zusammenhänge sehr schön gewesen.

Als Endprodukt bleibt Schneemann durchgehend ein langweiliger Film. Selbst das große Finale kann die schläfrige Stimmung des Kinosaals nicht mehr heben. Durch die fehlende Nähe zu den Charakteren ist einem der Ausgang zu diesem Zeitpunkt sehr egal. Nicht einmal die norwegische Landschaft hebt die Stimmung, auch wenn sie gerne gezeigt wurde. Die Filmmusik bleibt ebenfalls hinter den Erwartungen zurück, passt sich aber dem Gesamtbild an. Am Ende gibt es einen Ermittler und einen Täter und von beiden weiß man nicht, warum und wieso sie so sind oder was genau ihre Hintergründe sind.

Fazit

Nicht ein zufriedenes Gesicht verließ den vollen Kinosaal, was sehr deutlich ausdrückt, wie sehr sich Schneemann verkalkuliert hat. Die einzig richtige Entscheidung war das Casting von Michael Fassbender, der jedoch auch nicht über die vielen Negativpunkte hinweg trösten kann. Vielleicht hätte man aus dem guten und spannenden Trailer einfach einen Kinofilm machen sollen, statt 80% der Szenen zu entfernen? Für diese Leistung gibt es 02 von 10 möglichen Punkten.

Wintersterne

Neulich blätterte ich durch die Neuerscheinungen des Diana-Verlags und wurde von einem Titel sofort angesprochen. Als ich sah, dass dieser Titel auch noch in Prag spielt, wusste ich, dieses Buch muss gelesen werden.

Ein Vorwort

Prag, die goldene Stadt. Auch mich konnte sie 2015 verzaubern und seitdem lese ich es sehr gerne, wenn Prag der Schauplatz eines Buches ist. Autorin Isabelle Broom wählt die einzelnen Orte sehr sorgsam aus und erzählt von Ihnen so lebhaft, dass man beinahe das Leuchten in Ihren Augen beim Schreiben spüren kann. Mit ihrem sehr leichten Schreibstil, lässt sie den Leser schnell in ihre Geschichte einsteigen und lässt abwechselnd die weiblichen Protagonisten zu Wort kommen.

Die Handlung

Aus völlig unterschiedlichen Gründen und aus ganz anderen Regionen in Großbritannien kommend schlägt es fünf Leute zur Weihnachtszeit ins verschneite Prag. Durch Zufall kommen sie ins Gespräch und verbringen daraufhin immer mehr Zeit zusammen. Doch jeder hat so sein eigenes Päckchen zu tragen.
So lernen wir zunächst Megan kennen. Sie hat spontan ihrem guten Freund Ollie zugesagt mit ihm nach Prag zu reisen, weil er dort den Unterricht für seine Schüler über Prag vorbereiten möchte. Sie selbst strebt eine Karriere als Fotografin an und hofft in Prag inspirierende Bilder zu finden. Doch sie hat auch etwas Sorge, dass Ollie in die Reise zu viel hineininterpretiert, da sie denkt, dass er heimlich in sie verliebt ist. Als nächstes lernen wir Hope kennen. Sie hat sich vor kurzem von ihrem Mann getrennt und lebt nun mit ihrer Affäre Charlie zusammen. Das missbilligt jedoch ihre Tochter, was Hope sehr bekümmert. Um sie auf andere Gedanken zu bringen, reist Charlie mit ihr nach Prag.
Als letztes erscheint noch Sophie in Prag. Sie schwebt in Gedanken immer wieder bei ihrem Verlobten Robin, der nach Prag nachreisen soll. Über Sophie erfährt man lange Zeit am wenigsten.

Meine Meinung

Wintersterne ist in Buch, das man nicht wirklich als schlecht bezeichnen kann. Es ist aber leider auch kein wirklich gutes Buch. Das liegt zum einen daran, dass die Handlung des Buches nicht für die Seitenanzahl von knapp 450 ausreicht. So streckt Broom immer wieder Passagen unnötig in die Länge und erzeugt dadurch vor allem eins: Langeweile. Während man am Anfang noch gut in das Buch hineinfindet, erstreckt sich die mittlere Hälfte Seite über Seite mit belangloser Handlung. Die Urlaube der drei Gruppen werden bis ins kleinste Detail beschrieben. Wenn sie wenigstens dabei etwas Spannendes erlebt hätten, aber es bleibt dann doch bei den typischen touristischen Sehenswürdigkeiten. Lediglich das letzte Viertel schafft es dann herauszustechen und trifft den Leser noch einmal völlig unerwartet.
Der andere Negativpunkt sind die Gedanken der Charaktere. Denn egal, mit welchem Problem sie sich herumschlagen, sie erzählen es in jedem Kapitel wieder und das seitenlang. Megan, die sich fragt, ob sie nicht doch Gefühle für Ollie hat und das dann innerlich immer wieder abstreitet. Hope, die sich die ganze Zeit fragt, wie sie wieder Kontakt zu ihrer Tochter herstellen kann und sich ständig von Charlie bevorzugt fühlt. Sophie, die nur über ihre absolut perfekte Beziehung zu Robin denken kann. Nachdem die Charaktere mit ihren Sorgen und Ängsten einmal vorgestellt wurden, hat es mir mit der Jammerei bereits gereicht. Das gleiche aber immer und immer wieder lesen zu müssen, ohne das die Charaktere eine neue Erkenntnis gewonnen hätten, war dann doch sehr ermüdend. Hier wäre weniger deutlich mehr gewesen. Auch lobte ich zu Anfang noch die traumhafte Beschreibung Prags. Doch auch dies nimmt immer wieder zu viel Platz ein, um das Buch künstlich zu strecken. Irgendwann hat man einfach verstanden, wie unglaublich toll die Stadt ist. Auch scheinen die Beschreibungen immer wieder von vorherigen Seiten kopiert worden, denn die Wortwahl ändert sich kaum. Wer einmal in Prag war, versteht die Begeisterung der Autorin für die Stadt, trotzdem nervt es immer das gleiche zu lesen.

Fazit

Kurzum ist Wintersterne viel zu lang für die mickrige Handlung, lässt die Charaktere Kapitel um Kapitel auf der Stelle stehen, gibt ihnen aber seitenlang die Möglichkeit immer wieder das gleiche zu denken und übertreibt mit den ausführlichen Beschreibungen. Dadurch zieht sich das Buch bis zum letzten Viertel in dem das Buch dann doch noch einmal punkten konnte. Schade, denn das Buch klang vielversprechend und bot auch wesentlich mehr Potential, was leider nicht genutzt wurde.

„Wintersterne“ wurde mir als kostenloses Rezensionsexemplar vom Bloggerportal der Verlagsgruppe Random House zur Verfügung gestellt. Vielen Dank hierfür!

Cinemathek: Mit Siebzehn

Willkommen in der Cinemathek, heute mit „Mit Siebzehn“. Der Film lief ursprünglich ab dem 16.03.2017 in den deutschen Kinos.

Ein Vorwort

Der französische Film „Quand on a 17 ans“, zu Deutsch „Mit 17“, nahm im Jahr 2016 am Wettbewerb zur Berlinale teil. Die Kritiken überschlugen sich und lobten den Film für sein Feingefühl und den vielen Aussagen ohne etwas zu sagen.

Die Handlung

Damien und Tom gehen in die gleiche Klasse, leben aber doch in völlig unterschiedlichen Welten. Damien lebt mit seiner Mutter, einer Ärztin, in der Stadt, während sein Vater als Berufssoldat überall auf der Welt ist und sich nur regelmäßig durch Videoanrufe meldet. Seine Mutter bringt und holt ihn täglich mit dem Auto von der Schule ab und auch wenn seine Familie nicht reich ist, können sie doch gut leben. Tom hingegen lebt bei seinen Adoptiveltern auf einem Bauernhof in den Bergen. Um zur Schule zu kommen muss er durch meterhohen Schnee stapfen und braucht jeden Tag drei Stunden für den Weg. Er hilft gerne auf dem Hof und nimmt die Schule nicht ganz so ernst. Beide verstehen sich überhaupt nicht. Ständig prügeln sie sich oder stellen dem jeweils anderen ein Bein. Das Verhältnis bessert sich auch nicht, als Damiens Mutter Tom zu sich einlädt, damit er einen kürzeren Schulweg hat. Doch woher kommt der ganze Groll.

Meine Meinung

Mit Siebzehn versucht sich an einer langsamen Erzählweise in der wenig gesagt wird. Was die Kritiker noch lobten, funktioniert für den durchschnittlichen Kinobesucher nicht mehr. Denn schon die ersten Minuten, die praktisch nur die Landschaft des französischen Ortes zeigen, in dem der Film spielt. Erst nach und nach scheint sich eine Handlung zu entwickeln, die man so richtig erst nach über einer Stunde Film erkennt. So entsteht schon früh eine große Langeweile im Kinosaal, die man hören kann. Erst nachdem scheinbar alles und doch absolut nichts gesagt wurde, kommt der Film auf den Punkt und offenbart seine eigentliche Handlung. Leider ist dieser kurze Abschnitt der Deutlichkeit schon ganz bald wieder vorbei und der Film versteckt sich wieder hinter Andeutungen. Hinzu kommt, dass keiner der Charaktere wirklich sympathisch ist und man so auch keine Verbindung aufbaut. Es ist einen bis zuletzt total egal, was aus Damien und Tom wird. Es ist einem egal, warum sie sich ständig prügeln, wieso sie die ganze Zeit gemein zueinander sind und doch immer wieder die Nähe des anderen suchen.
Durch die fehlende Handlung und Tiefe verläuft sich der Film in Belanglosigkeiten, obwohl er eigentlich im Verborgenen wirklich etwas zu erzählen hat. An sich greift er immer wieder verschiedene Themen auf: Adoption und die Angst vor einem leiblichen Kind, Homosexualität, Tod eines Elternteils und die alles zerfressende Trauer des zweiten Elternteils. Leider schafft es „Mit Siebzehn“ nicht diese Themen wirklich zu erzählen, sondern schneidet sie nur immer wieder an. Nach 114 Minuten Laufzeit ist der Film zu Ende, der Kinosessel wird verlassen und „Mit Siebzehn“ ist schon nach einer Minute wieder komplett vergessen. Kein Grübeln über die ernsten Themen des Films. Das einzige, was zumindest für fünf Minuten im Gedächtnis bleibt ist die Landschaft.

Fazit

„Mit Siebzehn“ ist ein Film, der die Kritikergemeinde zur Berlinale begeistern konnte, für den durchschnittlichen Kinogänger aber an keiner Stelle funktioniert. Er ist langweilig, verliert sich im Nichtssagen und hätte doch so viel zu erzählen. Dafür gibt es 02 von 10 möglichen Punkten.

 

Big little lies

Nach der Emmy-Verleihung war ich wieder von so vielen neuen Serien inspiriert, dass ich zunächst nicht wusste, wo ich anfangen sollte. Letztendlich habe ich mich für den Anfang auf die neue HBO-Miniserie konzentriert. Big little lies ist auf eine Staffel mit 7 Folgen konzipiert.

 In dem kleinen Küstenort Monterey, mit vielen wohlhabenden Familien,kommt es auf der Spendengala der Grundschule zu einem Todesfall. Nachträglich erscheinen alle Mütter verdächtigt und durch Verhöre werden nach und nach Intrigen, Lügen, Dramen und noch vieles mehr enthüllt.

Im ersten Moment ist es immer merkwürdig, wenn nach dem HBO Slogan nicht das Theme von Game of Thrones erscheint, aber der erste Eindruck der Serie Big little lies ist auch nicht wirklich einprägsam. Denn das Intro dauert viel zu lang und zeigt einfach nur die wichtigsten Mütter der Serie beim Autofahren mit Einblicken in die Landschaft von Monterey. Wer sich davon noch nicht hat abschrecken lassen, muss sich noch zwei Folgen gedulden, ehe die Handlung richtig in die Gänge kommt. Denn die Serie nimmt sich zu Anfang viel Zeit, um die verschiedenen Charaktere sehr oberflächlich darzustellen. Erst nach und nach erfährt man immer mehr über die Familien und ihre genaueren familiären Hintergründe. Am wichtigsten sind hier fünf Familien. Jane Chapman (Shailene Woodley) und ihr Sohn Ziggy sind pünktlich zur Einschulung Ziggys neu nach Monterey gezogen. Janes Hintergründe bleiben lange im Dunkeln und werden nur durch Erinnerungen und Traumsequenzen angedeutet. In Monterey wird sie schnell abgestempelt, weil sie alleinerziehende Mutter ist. Dennoch freundet sie sich schnell mit Madeline Mackenzie und Celeste Wright an. Madeline (Reese Witherspoon) ist in zweiter Ehe verheiratet aus der Tochter Chloe entstand. Sie hat noch eine größere Tochter Abigail, die aus ihrer ersten Ehe mit Nathan Carlson entstand. Das Verhältnis zu ihrem Ex-Mann ist gereizt, vor allem seit er die jüngere Yoga-Lehrerin Bonnie (Zoe Kravitz) geheiratet hat. Über Madeline erfährt man schnell alles wichtige, auch wenn sie noch ein paar Überraschungen zu bieten hat. Celeste Wright (Nicole Kidman) ist mit Perry verheiratet und hat die Zwillinge Josh und Max. Während ihre Ehe nach außen sehr glücklich wirkt, spielen sich hier hinter verschlossenen Türen die wahren Abgründe der Serie ab. Als Gegenspielerin zu dem dreier Gespann entwickelt sich bereits zu Anfang der Serie Renata Klein (Laura Dern), die im Gegensatz zu den nicht arbeitenden oder in Teilzeit arbeitenden Mütter steht und versucht gleichzeitig Mutter und Karrierefrau zu sein.
Die Handlung der Serie baut sich sehr langsam auf und bis zur sechsten Folge mag man nicht denken, dass die Serie nach der siebten Folge fertig erzählt sein soll. Aber letztendlich schafft es die Serie einen runden und obwohl hochdramatisch doch ruhig erzählten Abschluss zu finden. Als Rahmen der Erzählung dienen Zeugenbefragungen der anderen Bewohner Montereys. Bis zum Ende bleibt jedoch die Frage offen, wer denn nun genau gestorben ist. Dadurch bleibt die Serie durchgehend spannend.
Obwohl sich Big little lies ausschließlich mit den Sorgen und Problemen der besser gestellten weißen Bevölkerung beschäftigt, werden hier keine selbstgemachten „Reichenprobleme“ dargestellt, sondern Ängste und Katastrophen, die sich überall genau so ereignen können. Dabei spricht die Serie trotz ihrer kurzen Lauflänge von nur sieben Folgen gleichzeitig eine Vielzahl von Themen an, unter anderem häusliche Gewalt, Vergewaltigung, Mobbing und das zu starke Bemuttern von Kindern. Gerade durch seinen ernsten Ton unterscheidet sich die Serie von vergleichbaren Serien, wie Desperate Housewives.

Alles in allem ist Big little lies eine in sich geschlossene, ruhig erzählte, und durch Handung und Schauspiel überzeugende Serie, die zu Recht einige Emmys gewann.

American Assassin

Am 12.10.2017 erschien ein neuer Film mit Michael Keaton in den deutschen Kinos.

Mitch Rapp musste bei einem Terroranschlag mit ansehen, wie seine Verlobte niedergeschossen wurde und dann starb. In Folge seiner Trauer, trainierte er verschiedene Kampftechniken und den Umgang mit Schusswaffen. Nachdem er sich in einer Terrortruppe einschleusen konnte, wird die CIA auf ihn aufmerksam und er wird Stan Hurley unterstellt. Doch obwohl Rapp kaum fähig, sich an Regeln zu halten, wird er schon bald auf eine wichtige Mission geschickt.

Manchmal kommt es halt doch anders als geplant. Vince Flynn hatte bereits mehrere Werke über den CIA-Agenten Mitch Rapp geschrieben und die Rechte an seinem Werk verkauft. Dann wurde die Verfilmung des Teils „der Feind“ geplant und mehrere große Namen standen im Raum Mitch Rapp zu spielen. Doch der Plan wurde mit Erscheinen des Prequels „American Assassin“ verworfen und der spät erschienende, aber vor den anderen Werken spielende Teil wurde als erster Film in Betracht gezogen. Nach langem hin und her – und der Absage von Chris Hemsworth – wurde letztendlich Dylan O’Brien gecastet, mit der Absicht die Rolle mit dem Schauspieler zusammen altern zu lassen. An sich keine schlechte Idee doch einfach mal die Geschichte chronologisch zu erzählen und die Zuschauer nicht Jahre später mit einem Prequel zu nerven.
So beginnt der Film auch gleich mit jenem schicksalshaften Tag am Strand, wo Mitch Rapp Zeuge eines Terroranschlags und dem Tod seiner Verlobten wird. Die Verwandlung zum Muskelpaket wird dann übersprungen und der Zuschauer trifft ihn wieder, als er bereits kurz davor ist, sich erfolgreich in eine Terrorgruppe einzuschleusen. So lernt man bereits innerhalb der ersten Viertelstunde zwei Seiten von Rapp kennen und kann seine darauffolgenden Taten besser verstehen. Ein geschickter Erzählzug im Gegensatz zu Rapp erst als den knallharten und verschlossenen Typen vorzustellen, um dann hinterher Hände ringend zu erklären zu versuchen, warum er so geworden ist. Der Rest der Handlung verläuft dann aber doch stark nach dem üblichen Schema, so dass der Ausgang der Handlung bis auf wenige Überraschungen doch sehr vorhersehbar ist. Was ihm hier jedoch an Kreativität fehlt, macht er durch gut ausgewählte Drehorte wieder wett. So jetten die Charaktere gefühlt um die halbe Welt. Leider kann auch dies den Spannungsbogen nur bedingt aufrecht halten. Um darüber hinwegzutrösten wurde der Film sehr blutig. Dabei übertreibt er aber an keiner Stelle, sondern hält die Kamera bei Schusswechsel konsequent drauf und dreht sie nicht nur auf die entsetzten Gesichter der umstehenden Zivilisten. Damit erhielt die ungeschnitte Fassung in Deutschland auch eine FSK Freigabe ab 18 Jahren.
Zumindest Michael Keaton als Stan Hurley versucht zwischendrin immer wieder ein wenig Witz zur Auflockerung der ansonsten sehr ernsten Stimmung. Immerhin konnte sich Sanaa Lathan als starke Frauenrolle hervortun und beerbt mit ihrer Dr. Irene Kennedy praktisch Judy Dench als M aus den James Bond Filmen. Sie behält den Überblick und die Oberhand über ihre männlichen Kollegen.
Und was ist mit einer Fortsetzung? Nun, das wird wohl abhängig von den Einspielergebnissen sein, denn die literarische Vorlage gibt es. Aber sollte es einen geben, wäre es sicher interessant zu sehen, in wie weit O’Briens Mitch Rapp sich vom auf Rache sinnenden Jugendlichen weiterentwickeln kann und ob die Entscheidung den Schauspieler mit der Rolle wachsen zu lassen, auch wirklich die richige wahr.

Alles in allem ist American Assassin ein solider Actionfilm geworden, der sich leider kein Alleinstellungsmerkmal erarbeiten konnte, aber trotzdem durchaus sehenswert ist. Dafür gibt es 06 von 10 möglichen Punkten.

Unter deutschen Betten

Am 05.10.2017 erschien eine neue deutsche Komödie in den deutschen Kinos.

Linda Lehmann hatte vor 10 Jahren einen Hit. Seitdem fühlt sie sich aber noch immer als großer Star und hat sich zu einer richtigen Diva entwickelt. Doch als ihr Comeback scheitert und sie erkennt, dass ihr Produzent und Lebensgefährte sie betrügt, bleibt ihr nichts mehr. Als auch ihre Freunde sie verschmähen, ist ihre letzte Hoffnung ihre ehemalige Putzfrau Justyna. Deren Leben wird von da an ordentlich auf den Kopf gestellt.

Es geht das Gerücht, dass deutsche Filmemacher nur Komödien können. Und wenn man sich die aktuellen Kinofilme ansieht, so scheint das Gerücht fast bestätigt. Denn neben High Society und dem bald anlaufenden Fack Ju Göthe 3 ist Unter deutschen Betten bereits die dritte aktuelle Komödie. Aber ist der Film wirklich eine reine Komödie?
Die Frage kann man sehr schnell mit einem „Ja“ beantworten. Denn das Buch selbst beschreibt humorvoll die Zustände in deutschen Haushalten und spricht dabei die Themen Schwarzarbeit, Mindestlohn und Ausländerfeindlichkeit an. Die Protagonistin Justyna Polanska basiert dabei auf verschiedenen polnischen Putzfrauen, die der Autor Holger Schlageter unter einem Pseudonym vereint. Der Film hingegen schlägt von Anfang an eine ganz andere Kerbe ein und suchte sich eine neue Protagonistin. Der One-Hit-Schlagerstar Linda Lehmann wird erfunden, die nach einem gescheiterten Comeback vor den Scherben ihres Lebens steht. Verlassen von Lebensgefährten und Freunden, gibt es nur eine Person, die überhaupt noch etwas mit ihr zu tun haben möchte: Ihre ehemalige Putzfrau. Wobei das auch nicht so wirklich stimmt. Außergewöhnliche Umstände zwingen die beiden zusammen zu arbeiten. Wobei Linda Lehmann ihres Zeichen Diva nicht gerade die größte Putzhilfe ist. Leider beißt sich der Film an der lustigen Idee, dass der völlig abgedrehte Schlagerstar auf einmal putzen muss fest. Natürlich ist es zunächst auch sehr amüsant, aber das Frau Lehmann so partout gar nichts lernt, ist doch irgendwann etwas absurd. Nebenher tauchen immer wieder leicht kritische Themen auf. So erzählt Justyna, dass keiner der Bewohner je auf die Putzfrau achte, obwohl sie täglich in ihrem Haushalt herumschwirrt. Ebenso lernen wir Justynas Mitbewohner Rami kennen, der in seinem Heimatland ein Arztstudium bestanden hat und in Deutschland nun als Taxifahrer arbeiten muss, weil sein Studium in Deutschland nicht anerkannt wird. Hier wäre durchaus Potential für mehr gewesen, wenn man sich nicht auf eine Schiene eingeschossen hätte.
Schon nach dem ersten Trailer kam eine wichtige Frage auf: Wer um Himmels willen hatte nur Veronica Ferres gecastet? Die Antwort ist sehr einfach und überrascht wohl kaum jemanden. Denn Frau Ferres hat die Rechte an dem Buch erworben und sich damit ganz einfach selbst gecastet. Zu ihrer Verteidigung muss man aber sagen, dass sie ihre Rolle durchaus souverän spielt. Schauspielerisches Talent ist zwar an keiner Stelle erkennbar, aber die Rolle der Diva konnte sie trotzdem spielen. Auch der restliche Cast spielt souverän, sticht jedoch an keiner Stelle wirklich positiv hervor.
So kommt am Ende ein Film heraus, der an keiner Stelle wirklich schlecht ist, sich aber auch durch keine großen positiven Aspekte hervorhebt. So bleibt Unter deutschen Betten am Ende im allgemeinen Wusel der deutschen Komödien weit hinter seinem Potential zurück.

Alles in allem wäre mehr aus dem Film herauszuholen gewesen, wenn Veronica Ferres auch einfach weniger Screentime bekommen hätte. Dafür gibt es 05 von 10 möglichen Punkten.

Blade Runner 2049

Am 05.10.2017 erschien die lang ersehnte Fortsetzung von Blade Runner in den deutschen Kinos.

Im Jahr 2049 gibt es noch immer Replikanten, künstlich erschaffene Menschen, die versklavt werden, um den „reinen“ Menschen zu dienen. Die Blade Runner sind noch immer dafür verantwortlich diese zu jagen und auszuschalten. Bei einer seiner Missionen entdeckt Agent K etwas, das dringend unter den Tisch gekehrt werden muss. So begibt er sich auf die Suche und findet Antworten, die er eigentlich gar nicht finden wollte.

1982 erschien der erste Teil von Blade Runner in den deutschen Kinos und zeigte eine düstere Zukunftsvision des Jahres 2019 und kombinierte Science-Fiction, Dystopie und Elemente des Film Noir. Besonders zeichnete er sich jedoch durch seine sehr ruhige und langsame Erzählweise aus. Selbst in actionreichen Szenen kommt nie Hektik auf und es blieb immer Zeit, um die Bilder auf sich wirken zu lassen. Diesen Stil verdankt der Film eine Menge Fans, während andere mit diesem Kunstgriff eher weniger anfangen konnten.
Während Ridley Scott im ersten Teil noch Regie führte, zieht er sich im zweiten Teil als Executive Producer zurück und überlässt Deniz Villeneuve den Regiestuhl. Dieser hat bereits mit seinen Vorwerken Prisoners, Sicario und zuletzt Arrival bewiesen, dass er die langsame Erzählweise des ersten Teils auch in der Fortsetzung einfangen kann.
Wie der Titel schon verrät spielt der zweite Teil 30 Jahre nach dem ersten Teil. Im Vorspann wird erzählt, was zwischenzeitlich passierte und wie inzwischen mit den Replicanten verfahren wird. Als nächstes lernt der Zuschauer Agent K kennen – in diesem Fall Ryan Gosling und nicht Tommy Lee Jones aus Men in Black. Er verfolgt einen Replikanten einer älteren Generation und stößt dabei auf etwas, was lieber im Verborgenen geblieben wäre.
Blade Runner 2049 nimmt sich am Anfang viel Zeit, um Agent K und sein Leben vorzustellen. Leider legt der Film hier ein wenig zu viel Wert auf seine Beziehung und verpasst es die Welt um ihn herum genauer vorzustellen. So bleiben viele Fragen unbeantwortet. Auch im folgenden bleibt die Erzählweise ruhig, aber die Handlung wird trotzdem permanent voran getrieben, was den Spannungsfaktor deutlich hebt. Die Handlung selbst ist gut durchdacht, verschlungen erzählt und an keiner Stelle vorhersehbar, da sie immer wieder Überraschungen einbaut.
Die Grundstimmung von Blade Runner 2049 ist sehr düster und genau das fangen die visuelle Umsetzung und die musikalische Untermalung gekonnt ein. Das Szenenbild ist sehr detailliert ausgearbeitet und zeigt viele Facetten. Gerade die Interpretation des zerstörten Las Vegas wirkt gleichzeitig imposant, wie auch einschüchternd und fängt damit gekonnt den Stimmungswechsel in der Handlung mit ein. Hans Zimmer beerbt Vangelis hier bei der musikalischen Untermalung und trifft – wie man es von Herrn Zimmer eben gewohnt ist – genau die richtige Nuance.
Schlussendlich geht man aus dem Film und hört die vielen begeisterten Pressestimmen, die den Film schon vorm Erscheinen als Meisterwerk betiteln. Und es ist unbestritten, dass der Film sehr vieles richtig macht. Aber irgendwo bleibt man doch etwas unbefriedigt zurück. Denn der „Bösewicht“ gespiet von Jared Leto bleibt aufgrund seiner sehr geringen Screentime sehr eindimensional und kann seine Beweggründe überhaupt nicht richtig darlegen. Es wird einem eine komplexe Welt präsentiert, aber nicht näher auf sie eingegangen. Es wird immer wieder ein Blackout angedeutet, der große Auswirkungen auf das Leben der Personen im Film hatte, aber man weiß noch immer nicht, was genau passiert ist. So bleiben allzu viele Fragen am Ende immer noch offen, die das Erlebte nachhaltig belasten. So hat Blade Runner 2049 eine Spiellänge von 164 Minuten und nimmt sich keine Sekunde Zeit, um die Welt irgendwo zu erklären.

Alles in allem ist Blade Runner ein Film, der lange im Kopf bleibt und viele positiven Seiten hat, letztendlich aber mit einem schlechten Nachgeschmack hängen bleibt. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

Media Monday #328

Hallo ihr Lieben,
in letzter Zeit habe ich den Media Monday ein paar Mal ausfallen lassen, aber passend zur Frankfurter Buchmesse gibt es ein Literaturspezial und da wurde es für mich an der Zeit einmal mehr Wulfs Lückentexte zu füllen.

1. Wenn dieser Tage die Frankfurter Buchmesse wieder ihre Pforten öffnet wünsche ich allen Teilnehmern viel Spaß.

2. Das Schöne am Lesen ist ja, dass der Fantasie keine Grenzen gesetzt werden. Man kann sich an schöne oder gefährliche Orte träumen, neue Welten erkunden und und und…

3. Kate Morton ist wohl definitiv eine meiner Lieblingsautorinnen, allein weil mich ihre Bücher sehr stark in Bann ziehen und dabei absolut verzaubern können.

4. Eine Buchreihe, der ich gerne eine Chance geben würde, suche ich aktuell. Ich habe noch ein paar angefangene, die ich noch beenden muss, oder wo ich auf den nächsten Teil warte, aber so eine ganz neue, da freue ich mich auf eure Empfehlungen.

5. Daughter of Smoke and Bone könnte ich mir ja ziemlich gut als Verfilmung vorstellen, aber wenn, dann bitte mit Maisie Williams in der Hauptrolle.

6. Ein regelrecht bewegendes Buch ist „der Joker“ von Markus Zusak. Ich lese es immer wieder gerne, wenn ich wengen irgendetwas deprimiert bin.

7. Zuletzt habe ich Star Trek Discovery begonnen und das war merkwürdig , weil sich die Serie bisher nur ganz grob an ihren Vorgängern orientiert und sich wie ein langgestreckter Kinofilm anfühlt.

Ich wünsche euch eine schöne Woche 🙂