Ankündigung: Kurze Blogpause

Hallo ihr Lieben,

ich wollte das ganze jetzt nicht direkt Urlaubsankündigung nennen, denn an sich bin ich zu Hause. Allerdings bekomme ich Besuch und habe es leider nicht geschafft die Beiträge vorzuschreiben. Nur damit ihr euch nicht wundert, warum es hier mal für ca. eine Woche ruhig bleibt. 

Um die Zeit zu überbrücken, hier noch ein Bild aus meinem Kurztrip in den Harz von vor zwei Wochen 🙂

Ich wünsche euch eine schöne Woche!

Eure Shalima 🙂

Into the Beat

Ein Vorwort

Tanzfilme sind wohl keine neue Erfindung und spätestens seit dem anhaltenden Erfolg der Step up-Reihe mit ihren unzähligen Fortsetzungen war es nur eine Frage der Zeit bis wir auch die deutsche Version kriegen. Diese hat dann aber doch relativ lange auf sich warten lassen. Vielleicht auch weil ein Film, der in die ähnliche Kerbe schlägt, gar nicht so viel Erfolg hatte. Gangs erschien 2009 und damit wohl in der Hochphase ähnlicher Filme. Hier gab es dann auch die Balletttänzerin aus gutem Hause, die auf eine Straßengang traf. Die Straßengang wurde nun gegen Streetdancer ausgetauscht und auch ein bisschen mehr Farbe bekam Into the Beat. Warum der Film trotzdem lediglich mittelmäßig ist, erfahrt ihr in meiner Kritik.

Die Handlung

Katya (Alexandra Pfeifer) kommt aus der Tänzerfamilie Orlow – ja wie das russische Adelsgeschlecht – und damit ist ihre Zukunft eigentlich geschrieben. Kurz vor ihrer Aufnahmeprüfung für die New Yorker Ballettakademie trifft sie durch Zufall auf eine Gruppe Streetdancer/Hip Hop-Dancer. Auf einmal eröffnet sich für sie eine völlig neue Welt und eine ganz andere Art des Tanzes. Dort lernt sie den geheimnisvollen Marlon (Yalany Marschner) kennen, der sie trotz seiner abweisenden Art anzieht.

Meine Meinung

Into the Beat – Dein Herz tanzt arbeitet mit dem alten Schema der zwei Welten. Während Katya in einer Tänzerfamilie aufwuchs, war ihr Weg praktisch vorherbestimmt. Aber trotzdem fühlte sie sich in ihrer Welt nie eingeengt. Da ihr Vater auch ein bekannter Balletttänzer ist, scheint es der Familie auch an Geld nicht zu mangeln, um wieder das Klischee der Ballerina aus gutem Hause er erfüllen. Immerhin wird Katya durch die herrschende enge Familienbindung – nach dem Tod der Mutter – ein bisschen weiter charakterisiert als nur durch ihre angestrebte Karriere und den Druck der Familie, die auf ihr lastet. Dazu musste natürlich wieder ein starker Kontrast geschaffen werden. Und was wäre gegensätzlicher als die Hip-Hop Szene. Hier muss dann natürlich noch der schweigsame Junge her, der natürlich nichts aus gutem Hause kommt. Soweit erst einmal so bekannt.
Tatsächlich versucht der Film jedoch zwischendurch immer wieder aus seinen Klischees auszubrechen, nur um dann noch stärker in das Bekannte und Vorhersehbar zu verfallen. Natürlich gibt es das große Vortanzen unserer Protagonistin, das ihre Karriere beeinflusst. Aber natürlich gibt es auch aus der „anderen Welt“ ein wichtiges Casting. Der geübte Zuschauer wird spätestens hier wissen, worauf das ganze hinausläuft. Into the Beat versucht jedoch immer wieder mit coolen Einstellungen und toll choreographierten Tanzeinlagen davon abzulenken. Und zwischendurch entwickelt der Film tatsächlich einen ganz eigenen Rhythmus.
Hier helfen vor allem auch die beiden Hauptdarsteller, die eben noch nicht zu den immer gleichen Gesichtern der deutschen Kinoszene gehören. Auch wenn man ihnen die Unerfahrenheit zwar anmerkt, ist es genau das, was den Film aber positiven Aufwind bringt, weil es noch nicht der einstudierte Wimpernaufschlag ist (looking at you Emilia Schürle) und auch noch nicht die gefestigte „Coolheit“. Sondern es wirkt eben wie zwei Darsteller aus dem Tanzbereich, die es aber dennoch schaffen Gefühle und Handlung zu tragen. Und vor allem schaffen sie es trotzdem die gestelzten und gewollt coolen Dialoge irgendwie so zu verpacken, dass sie nur halb so peinlich sind. Dafür schon einmal Respekt, denn die Dialoge sind mit das grausigste am ganzen Film.
Das Highlight des Films sind dann auch die dröhnenden Beats, die dem Zuschauer unter die Haut gehen und mit den Choreographien gut harmonieren. Leider gehen diese gerade am Ende für ein paar poppige Balladen drauf, die wohl die Dramatik der Szenen verschärfen sollten, aber leider eher die aufgebaute Spannung stören.
So gehen 98 Minuten ins Land, die man so erst einmal nicht merkt, zwischendurch durch ein paar richtige Fremdschämmomente – ich sag nur, lass uns auf ein Schiff einbrechen und wenn die Crew uns stellt, inszenieren wir ein Dancebattle – aber doch zu lang für die erzählte Geschichte wirken. Letztlich ist der Film wohl vor allem für eine jüngere Zielgruppe konzipiert, die eine solche Geschichte nicht schon gefühlt 1000 Mal gesehen hat. Aber auch wenn man von der vorhersehbaren Handlung absieht, hat der Film leider noch zu viele Schwächen. Dennoch möchte ich ihn gar nicht vollkommen verreißen, da ich zwischendurch ja doch irgendwo gut unterhalten wurde.

Das Fazit

Into the Beat – Dein Herz tanzt erzählt eine altbekannte Geschichte mit holprigen Dialogen und Fremdschämmomente und schafft es doch irgendwo ein bisschen Herz einzubringen. Leider bleibt das Gesamtkonstrukt eher enttäuschend. Dafür gibt es 04 von 10 möglichen Punkten.

Into the Beat läuft seit dem 16.07.2020 in den deutschen Kinos

Rückblick auf den Juli 2020

Nachdem Tenet und Mulan immer weiter verschoben wurden (bzw. Mulan nun für Disney+ angekündigt wurde), hat mein Kino leider die Wiedereröffnung auf unbestimmte Zeit verschoben. Dennoch ließ ich mir die Kinofreuden nicht nehmen und nahm dafür auch längere Anfahrtswege in Kauf. Umso mehr freue ich mich, dass es weiterhin die Kinospalte im Rückblick gibt! 

Filme – auf großer Leinwand gesehen

Der Spion von Nebenan: Ein strafversetzter CIA-Agent soll eine Familie beschützen. Doch die geheime Operation wird schnell von der kleinen Sophie aufgedeckt, die mit ihrer taffen Art schnell alles auf den Kopf stellt. – Charmante Agentenkomödie, die leider nicht Neues wagt.

Marie Curie: Die Filmographie über die bekannte Physikerin und Chemikerin Marie Curie erzählt ihre Erfolge, aber auch die Fehlschläge. – Brilliant gespielt, viel Stoff, ohne zu überfüllt zu wirken.

Suicide Tourist: Max hat einen Gehirntumor und möchte in Würde abtreten. Dies führt ihn ins Hotel Aurora, wo aktive Sterbehilfe angeboten wird. – Tiefgehendes Drama mit unpassendem Ende.

Der Fall Richard Jewell: Bei den olympischen Spielen von 1996 kommt es zu einem Bombenattentat. Der Sicherheitsmann Richard Jewell findet diese und kann schlimmeres verhindern. Nachdem er kurz als Held gefeiert wird, gerät er ins Kreuzfeuer von FBI und den Medien. – Stark inszeniertes Drama über die Macht von FBI und Medien, bleibt aber an seinem Protagonisten und erzählt, wie es ihm damit erging.

Filme – leider in diesem Monat verpasst

Semper Fi: Ein regelkonformer Polizist, der durch seinen Halbbruder von seinem Pfad abweicht. Irgendwo zwischen Prison Break und Triple 9 wohl anzufinden. Was es genau mit dem Film auf sich hat, werde ich hoffentlich noch herausfinden.

Berlin Alexanderplatz: Frei nach dem Roman von Döblin geht es hier um Francis, der ein anständiger Mensch sein möchte, doch durch seine Lebensumstände in eine andere Richtung gedrängt wird. Ich glaube Döblin steht auch noch auf meiner Liste der Schande, mal sehen, ob ich es zuerst schaffe das Buch zu lesen oder den Film zu schauen.

Edison – ein Leben voller Licht: Nach Marie Curie und vor Tesla eine weitere Filmographie der nächsten Wochen. Allein der Cast um Benedict Cumberbatch und Michael Shannon interessiert mich bereits.

Filme – auf großem Fernseher gesehen

Otto – der Film: Durch meinen Lebensgefährten sind die Ottofilme bei mir eingezogen, die ich bisher noch nicht kannte. Der erste wurde mir sogleich präsentiert.

Hugo Cabret: Hugo Cabret ist Waise und lebt am Bahnhof Montparnasse, immer auf der Flucht vor dem Stationsvorsteher. – eine Liebeserklärung an die Anfänge des Films.

Mrs. Doubtfire: (Ihr merkt ich habe ein paar Klassiker nachgeholt) Nachdem ein Vater bei der Scheidung lediglich ein Besuchsrecht bei seinen Kindern erwirkt, schleicht er sich als Kindermädchen wieder in deren Leben. – Wunderbare Familienkomödie mit Robin Williams.

Hamilton: Das Broadway Musical im heimischen Wohnzimmer ist ein Genuss der ganz besonderen Art. Ich habe den Film gleich zweimal gesehen, da ich mich einmal auf die Handlung und einmal auf die Umsetzung konzentrieren wollte.

Hamilton – History has it’s eyes on you: Eine von Robin Roberts moderierte Diskussionsrunde mit den Hamiltondarstellern, – regisseur und einer Harvard Geschichtsprofessorin beleuchtet die Aktualität der Geschichte.

Serien – ein etwas ausführlicherer Überblick

I’m not okay with this – Staffel 1: (Langatmiger Auftakt, wirkt wie eine große Pilotfolge. Hoffentlich bringt Staffel 2 dann etwas Handlung)

Queer Eye – Staffel 5 (Die Fab 5 sind zurück und versprühen wieder gute Laune!)

The Comedy Line-up – Staffel 1 (Kurze Comedyhappen verschiedener Comedians. Für jeden Geschmack etwas dabei)

The Boys – Staffel 1 (Superheldengenre mal ganz anders. Gute Kritik an der Marketinggeilheit der Superhelden, allerdings trifft Handlung und Ton nicht so richtig meinen Geschmack)

Dark – Staffel 1 (Deutscher Netflixerfolg, eine Stadt voller Geheimnisse und Zeitsprüngen. Spannender Auftakt, der den Zuschauer voller Fragen zurücklässt.)

Community – Staffel 2 (Auch in der zweiten Staffel behält Community die intelligenten Folgen mit ihren tollen Charakteren bei)

Vicious – Das Finale (In einer einstündigen Episode werden anhand der vier Jahreszeiten noch einmal vier Kurzgeschichten erzählt. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge gesehen, weil ich nun (mal wieder) durch bin mit der Serie.

Mein Lesemonat

Bücher insgesamt: 6
Seiten gesamt: 2.132
Seiten pro Tag: 67 im Durchschnitt
Taschenbuch: 4
Sammelband: 1
Hörbuch: 1

Mythos & Wahrheit: Eine vierteilige Analyse zu den Themen Dracula, Sherlock Holmes, Edgar Allen Poe und Frankenstein. Hier werden jeweils die Werke, Entstehungsgeschichte und die Mythen darum genauer beleuchtet. Grundsätzlich sehr interessant und schön vertont mit verschiedenen Lesern, aber irgendwo hätte ich mir weniger Nacherzählung und mehr Hintergründe gewünscht.

Der Duft von Sommerregen: Lena ist begeisterte Assistentin eines Kunsthändlers.  Mit 40 und single wird man jedoch stets mitleidig angesehen. Als sie den charmanten Jonas kennenlernt, überlegt sie ihren Vorsatz noch einmal. Doch wieso überkommt sie dann immer die Sehnsucht, wenn sie das Klavierspiel eines Nachbarn hört? Schöne Dreieckgsgeschichte, nicht ganz Sommerlektüre, aber  nah dran, ein wenig zu viel Tätigkeitsbeschreibung, aber dafür tolle Charaktere.

Sherlock Holmes – Das Zeichen der Vier: Sherlock Holmes kriegt seinen zweiten Fall. Ein Erbe scheint unterschlagen zu sein, ein Schatz wird gefunden und eine Jagd auf der Themse steht bevor. Der zweite Roman rund um den berühmten Detektiv stellt Detektiv und Leser wieder vor viele Rätsel, bleibt aber im Gegensatz zum ersten (Eine Studie in Scharlachrot) diesmal an den Charakteren.

Dreams of Gods and Monsters: Die finale Schlacht um Eretz steht bevor, Seraphim und Chimären müssen sich zusammen gegen das Heer der Dominion stellen. Denn diesmal geht es nicht nur um Eretz, sondern auch um unsere Welt. Der finale Band der Zwischen den Welten Reihe staubte jetzt lange bei mir ein, nachdem ich es nach gut 200 Seiten nicht mehr ertragen habe. Stückchenweise konnte ich es jetzt doch beenden. Letztlich nimmt es sich die Zeit wirklich alles zu einem Ende zu bringen.

Dracula: Es war Klassikerzeit/Liste der Schade-Zeit bei mir. Und so habe ich es endlich geschafft Bram Stokers berühmten Gruselroman zu lesen. Nachdem man sich durch den Anfang ein wenig durchgequält hat, konnte mich die Geschichte schnell in den Bann ziehen.

Frankenstein: Nach Sherlock Holmes und Dracula ein weiterer Klassiker. Diesmal ging es um Mary Shellys berühmten Wissenschaftler und sein Monster. Wesentlich unspektakulärer als die Verfilmungen doch ein interessantes Werk.

 

Aus dem Leben: Zu Besuch bei den Nerds

Ein Vorwort

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Erinnert ihr euch nach an meine Flucht aus Knast 13? Oder meine Suche nach Sherlock Holmes?  Genau die beiden Escape Rooms von Escape Berlin, die mir die beiden Testspielen anboten über die ich mich wahnsinnig freute. Nun steht im Hause Escape Berlin eine große Umbauphase bevor. Doch zuvor bekam ich noch die Chance einen weiteren Raum zu testen. Mein bereits erprobtes Team war sofort wieder dabei und wir bekamen sogar noch Zuwachs, so dass wir uns diesmal zu fünft auf den Weg machten. Diesmal stand das bei uns schon öfter angestrebte „Big Päng“ auf der Agenda. Und so machten wir uns auf den Weg in eines der berühmtesten Serienwohnzimmer der letzten Jahre.                                                                    Unser Ziel: Das seltene Batman-Comic.

Die Qual der Wahl

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War diesmal relativ gering bei uns. Knast 13 und Sherlock Holmes waren bereits durchgespielt, ebenso hatten wir den Schnapsladen bereits einmal durchgespielt. Kidnapped kam immer noch nicht für uns in Frage und da wir vor der Umbauphase da waren, gab es auch noch keine weiteren Spiele. Aber das war kein Problem, da wir Big Päng bereits mehrmals ausgewählt hatten, aber der sehr beliebte Raum schnell ausgebucht war. Aber diesmal klappte es tatsächlich.

Der Ablauf

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Der Ablauf ist wie bei den meisten anderen Escape Rooms auch. Zunächst wählt man einen Raum, Datum und Uhrzeit aus und bucht diese online auf der Internetseite. Dann reist man mindestens 15 Minuten früher an für die Einweisung. Hier wird nochmal alles Wichtige erklärt, unter anderem auch die Notknöpfe, die das Spiel abbrechen, sollte es einen Unfall geben oder jemand Panik bekommen. Da diesmal mit Lasterstrahlen gearbeitet wurde, gab es noch die Warnung nicht in den Kasten mit den Lasern zu schauen. Im Gegensatz zu anderen Escape Rooms wird hier nicht mit Walky Talkys gearbeitet, sondern es befindet sich ein Bildschirm im Raum, der je nach Bedarf Hinweise zeigt. Während ich mich bei den vorherigen Räumen dazu eher kritisch geäußert hatte, funktionierte das diesmal sehr gut. Wir bekamen wirklich nur dann einen Hinweis, wenn wir nach unzähligen Versuchen immer noch scheiterten oder wenn wir gemeinschaftlich freundlich in die Kamera winkten, um zu kommunizieren, dass wir wirklich nicht weiter kommen. Die Hinweise waren diesmal auch alle nützlich und gaben nur so viel preis, dass wir danach schnell weiterkamen.

Ein kurzer Hinweis zu Corona

Wie wahrscheinlich überall, steht immer die Frage im Raum, ob man solche Dinge zu Coronazeiten überhaupt nutzen sollte, bzw. wie die Hygienebedingungen vor Ort sind. Dazu möchte ich sagen, dass man in der Regel in einer übersichtlichen Gruppe bis zu fünf Personen unterwegs ist und man in den Räumen selbst einen gewissen Abstand einhalten kann. In den öffentlichen Räumen herrscht Maskenpflicht, in den Räumen kann man diese absetzen. Alle Räume werden hinterher gründlich desinfiziert.

Big Päng

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Natürlich gibt es von mir keine ausführliche Beschreibung des Raums. Denn die Überraschung soll doch bei allen erhalten bleiben.
Während wir bei Knast 13 nur an unsere erfolgreiche Flucht denken konnten und bei Sherlock Holmes von der Frage geplagt wurden, wo der berühmte Detektiv wohl sein mag, ist unser Wunsch diesmal ein berühmtes Batman-Comic aus Sheldons Wohnzimmer zu stehlen. Doch das Comic ist gut geschützt inkl. Alarmsystem und Laser.
Dabei ist ein großer Reiz wohl das liebevoll gestaltete berühmte Wohnzimmer, das viele bekannte Elemente enthält.
Auf der Hinfahrt präsentierte uns ein Mitstreiter stolz sein frisch erneuertes Wissen zur Serie The Big Bang Theory. Ich möchte an dieser Stelle alle beruhigen: Man kann den Raum auch gut ohne dieses Wissen spielen, der Wiedererkennungswert ist dann aber wesentlich niedriger. Was man allerdings mitbringen sollte, ist ein Grundwissen zum Thema Comics. Das muss gar nicht detailliert sein, aber – ohne zu viel sagen zu wollen – vielleicht sollte man die ein oder andere Figur vom Namen her kennen. Hier reicht es aber auch nur The Big Bang Theory mal grob gesehen zu haben. Wie gesagt man braucht kein Spezialwissen, aber so ein grundsätzliches Verständnis der Materie ist sehr hilfreich.
Alle anderen können sich auf wunderbar gestaltete Rätsel freuen, die einfach für jeden etwas bieten. Auch hier gibt es wieder mehrere Räume, die sich nach und nach öffnen. Aber hier muss tatsächlich an keiner Stelle gekrabbelt oder geklettert werden, wie noch im Knast 13. Auch herrscht hier eine grundsätzlich heitere Stimmung. Grundsätzlich fand ich die Rätsel auch etwas leichter als z. B. bei Sherlock Holmes.
Mit unfassbaren 8 Minuten Restzeit – und damit unser Rekord – bekamen wir das Comic in die Hände und konnten so eine zufriedene Heimreise antreten.

Das Fazit

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Big Päng ist bisher mein – und ich glaube meine Teamgefährten stimmen mir da zu – liebster Raum bei Escape Berlin. Er ist einfach eine gute Mischung aus Bekanntem, Atmosphäre, guten Rätseln und vor allem einer guten Stimmung. Die Rätsel sind gut lösbar, manche schneller als andere, aber alle bekommt man nach einer kurzen Denkphase gelöst. Mit einem regulären Preis von 129,- Euro für 5 Personen ist der Preis noch einmal deutlich höher als bei der Konkurrenz, dafür gibt es aber auch Spielvarianten, die die Konkurrenz nicht bietet. Also wer einmal in Berlin ist, sollte hier unbedingt einmal vorbeischauen.

PS: Escape Berlin schließt Ende August für eine große Umbauaktion. Sherlock Holmes und Big Päng sollen auch danach noch verfügbar sein. Knast 13 und Kidnapped werden neuen Projekten weichen. Also wer Lust hat, kann jetzt noch die Chance nutzen!

Ihr wollt mehr über Escape Berlin erfahren? Unter https://www.escape-berlin.de/de/ könnt ihr euch alle Spiele ansehen und gleich buchen! Ihr wolltet schon immer ein Escape Room ausprobieren, aber Berlin ist euch zu weit weg. Auf http://www.escape-game.org/ findet ihr den perfekten Raum auch in eurer Nähe.

Ich bedanke mich noch einmal recht herzlich bei Escape Berlin für das kostenfreie Testspiel und kennzeichne diesen Beitrag als Werbung. Dennoch ist hier meine Meinung wiedergegeben, ohne Beeinflussung durch Escape Berlin.

Der Fall Richard Jewell

Ein Vorwort

Bereits 2016 brachte Clint Eastwood mit Sully einen Film über einen Helden in die Kinos, auf den kurz darauf die Hetzjagd beginnt. Während Sully das abstürzende Flugzeug im Hudson landete und hinterher beweisen musste, dass er nicht zu einem der anderen Flughäfen hätte fliegen können, wird das Thema in Der Fall Richard Jewell noch einmal wesentlich präsenter, wird der vermeintliche Held doch sowohl vom FBI als auch von den Medien denunziert. Wie Eastwood diese Thematik aufgearbeitet hat, erfahrt ihr in meiner Kritik.

Die Handlung

Richard Jewell (Paul Walter Hauser) möchte unbedingt Polizist werden. Doch seine Karriere verläuft nicht wie geplant und er hält sich mit kleinen Sicherheitsdiensten über Wasser. So auch am 27.07.1996 Centennial Olympic Park in Atlanta, wo Feierlichkeiten rund um die olympischen Spiele stattfanden. Dort entdeckt er einen alleinstehenden Rucksack. Der stets penibel auf die Vorschriften pochende Jewell nervt solange alle, bis das Bombenentschärfungsteam anrückt. Und tatsächlich konnte so zwar nicht die Detonation, aber zumindest der größte Schaden verhindert werden. Jewell wird zum Held. Zumindest so lange bis sich das FBI auf ihn als Hauptverdächtigen einschießt und diese Information an die Presse durchsickert. Jewell wird vom Helden zum vermeintlichen Täter.

Meine Meinung

Der Fall Richards Jewell hat eine Lauflänge von 129 Minuten. In dieser Zeit schafft Eastwood es sowohl einen kurzen Überblick über Jewells Vorgeschichte zu liefern, um so den Charakter schnell aufzubauen, dann die Geschehnisse am 27.07.1996 zu schildern, Jewell danach die paar Tage Ruhm zu gönnen und dann die Hetzjagd von FBI und Medien darzustellen. Und auch wenn das viel Material ist, wirkt der Film nie gehetzt, sondern nimmt sich genug Zeit. Lediglich die Vorgeschichte wird mit ein paar wenigen Szenen abgespeist, was aber dem weiteren Film auch eher nützt, weil beim Zuschauer lange die Frage bleibt, ob er doch zu so einer Tat fähig wäre.
Eastwood inszeniert den Film geschickt so, dass eigentlich von Anfang an ziemlich klar ist, dass Jewell den Anschlag nicht verübt hat. Dennoch bleibt die Geschichte rund um die Ermittlungen des FBI sehr spannend, da diese teilweise berechtigte Zweifel an Jewells Geschichte haben, bzw. auch die unberechtigten irgendwo vielleicht bewiesen werden können. Doch vor allem der Einfluss der Medien ist das erschreckende am Film. Durch den Fehler eines Mitarbeiters beim FBI gelangt Jewell ins Visier der Medien. Haben sie ihn vorher noch als Held gefeiert, wird plötzlich eine Hetzjagd auf ihn gestartet.
Interessant ist auch die Entwicklung von Jewells Charakter. Für ihn sind jegliche Autoritäten mit Respekt zu behandeln und so ist er zu den ermittelnden FBI Agenten eigentlich viel zu nett. Dennoch bekommt er am Ende noch den Mut sich zu wehren. Während Hauptdarsteller Paul Walter Hauser den Film gut trägt und Jewell gut porträtiert, sind es doch vor allem die NebendarstellerInnen, die den Film in eine sehr gute Richtung drängen. Hier haben wir zum einen John Hamm als FBI Agent Tom Shaw, der sich regelrecht auf Jewell einschießt und keine andere Theorie mehr zulässt, dann Sam Rockwell als Anwalt, der seine kleine Kanzlei kaum am Laufen hält und doch immer wieder wichtige Ratschläge für Jewell hat. Kathy Bates als Mutter erhielt für ihre Rolle eine Oscarnominierung, konnte sich jedoch nicht gegen Laura Dern (Marriage Story) durchsetzen. Olivia Wilde nimmt sich der Rolle der Kathy Scruggs, die Journalistin, die als erstes von den Vorwürfen gegen Jewell berichtete, an. Dies ist auch die Rolle, die im Vorfeld und Nachgang am heftigsten diskutiert wird. Denn Scruggs wird im Film als sensationsgeil dargestellt und dass sie für Informationen sogar Sex anbiete. Da die Journalisten bereits verstorben ist, kann sie sich selbst nicht mehr gegen die Vorwürfe stellen, aber ihre damaligen Chefs setzen sich dafür ein, dass vor dem Film nicht nur das berühmte „basiert auf wahren Begebenheiten“ eingeblendet wird, sondern auch der Hinweis, dass einzelne Aspekte dramaturgisch überspitzt wurden. Hier kommt wieder die Frage auf, wie weit geht dramaturgische Freiheit, wenn es um reale Personen geht? Aber ganz abgesehen davon liefert Wilde eine gute Performance ab. Eastwood platziert aber grundsätzlich alle auf Seiten Jewells als „die Guten“ und alle gegen ihn als „die Bösen“. Hier wären vielleicht ein paar Grauabstufungen angebracht gewesen. Dies dürfte aber auch mit einer der wenigen Kritikpunkte sein, die es an dem ansonsten stark inszenierten Film gibt. Generell hätte der Film ein wenig kritischer an allen Stellen sein können, bleibt hier dafür aber stark am Hauptprotagonisten und lässt die Kritik eher unterschwellig einfließen.

Das Fazit

Der Fall Richard Jewell ist ein stark inszeniertes Drama über die Macht von FBI und Medien, bleibt aber an seinem Protagonisten und erzählt, wie es ihm damit erging. Mit starkem Cast und gutem Spannungsaufbau bleibt der Film durchgehend spannend. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

Der Fall Richard Jewell läuft seit dem 25.06.2020 in den deutschen Kinos

Hamilton

Ein Vorwort

Ein Broadway Musical im heimischen Wohnzimmer? Da war ich doch sofort dabei. Während zuvor eine Ausstrahlung der Aufnahme im Kino für 2021 angepeilt wurde, fand nun die Veröffentlichung auf Disney+, dem Streamingdienst aus dem Hause Disney, statt. Da der Dienst mit schwindenden Nutzerzahlen zu kämpfen hat, dürfte Hamilton nach dem Zugpferd The Mandalorian zumindest kurzseitig für Besserung sorgen.

Die Handlung

Der Gründungsvater Alexander Hamilton (Lin-Manuel Miranda) trifft 1776 in New York ein und schließt sich der Revolution an, die im Unabhängigkeitskrieg gipfelt. Nach erfolgreichem Sieg wird Hamilton durch enge Beziehungen zum 1. Präsidenten der USA George Washington (Christopher Jackson) zum 1. Finanzminister, hat im Kabinett aber mit ordentlich Gegenwind zu kämpfen.

Meine Meinung

Wie oft im Leben hat man schon die Chance ein echtes Boradwaystück zu sehen? Und zwar nicht neu adaptiert, verfilmt oder für deutsche Bühnen umgeschrieben. Mit Lin-Manuel Mirandas Hamilton kommt genau dies ins heimische Wohnzimmer. Während es auf der Kinoleinwand wahrscheinlich noch einmal besser gewirkt hätte, ist das Musical aber auch so vom ersten Moment an beeindruckend.
Schon sobald Leslie Odom Jr. die ersten Töne als Aaron Burr anstimmt und dann das Ensemble dazustößt, gibt es Gänsehautmomente. Auch wenn danach erst einmal Verwirrung herrscht, in welche Richtung die Handlung geht, hält Hamilton einen zunächst gefangen.
An die Tatsache, dass es keine deutschen Untertitel gibt, muss man sich auch erst einmal gewöhnen, aber gänzlich ohne Untertitel würde es dann doch nicht gehen. Denn die Lieder sind eine gute Mischung aus Jazz, Musical und vor allem R&B und Hip-Hop. Bei der Geschwindigkeit der Texte sind die Untertitel dann sehr hilfreich. Da auch das gesamte Musical durchgetextet ist, und es zwischendurch keine gesprochenen Dialoge gibt, muss man bei den Liedern auch am Ball bleiben. Daher empfiehlt es sich das Musical eigentlich mindestens zweimal zu sehen, einmal um zu verstehen, worum es geht, und einmal um die Performance an sich genießen zu können.
Auch wenn der Ausgang der Geschichte bereits im ersten Lied gespoilert wird und viele Sachen einfach durch ihren historischen Bezug vorhersehbar sind, bleibt Hamilton doch durch die gesamte Gestaltung und der Ohrwurmlieder durchgehend spannend. Mit einer Lauflänge von 180 Minuten bekommt man trotzdem die ganze Zeit etwas für Augen und Ohren geboten. Gerade die kleinen Details – ja, es gibt schon unzählige Listen mit Ranking dieser Details – heben das Musical auf ein ganz besonderes Niveau.
Schauspielerisch ist das Musical bereits vom Allerfeinsten. Getoppt wird es aber noch um Welten durch die gesanglichen Leistungen und die Tanzperformances.
Hach, ich könnte hier noch eine ganze Weile weiter schwärmen, aber ich mache es mal kurz: Wenn ihr auch nur ansatzweise etwas mit Musicals anfangen könnte, dann guckt euch Hamilton an.

Das Fazit

Hamilton ist ein Musical auf ganz hohem Niveau und unterscheidet sich dabei gerade musikalisch von den sonst üblichen Popklängen. Amerikanische Geschichte wurde noch nie so mitreißend erzählt.

Hamilton ist seit dem 03.07.2020 auf Disney+ abrufbar

Marie Curie

Ein Vorwort

Marie Curie ist eine der wenigen Frauen, die trotz der gemeinsamen Forschung mit ihrem Mann Pierre, später berühmter wurde. Und dabei gibt es nicht nur einen Grund der Arbeit Curies zu gedenken. Daher bietet sich eine Biographie förmlich an. Da ich immer noch längere Anreisen zu geöffneten Kinos in Kauf nehmen muss, war ich von eher negativen Kritiken zweier geschätzter Kollegen erst abgeschreckt. Warum ich die Fahrt bis in die Hauptstadt für den Film dennoch nicht bereut habe, erfahrt ihr in meiner Kritik.

Die Handlung

Maria Sklodowska (Rosamund Pike), geboren in Polen, studiert in Paris und gerät dort immer wieder mit dem Dekan aneinander, weil ihr und ihren Studien zu wenig Raum gegeben wird. Durch Zufall lernt sie Pierre Curie (Sam Riley) kennen, dem sie zunächst gestattet sie zu unterstützen. Die beiden werden zunächst ein Forscherpaar und schließlich heiraten sie auch. Das Ehepaar Curie entdeckt schließlich die beiden Elemente Pulonium und Radon und die Radioaktivität, aber ohne die verheerenden Folgen.

Meine Meinung

Marie Curie ist eine Filmographie, die sich an keiner Stelle die Frage stellt, welchen Aspekt des Lebens von Marie Curie erzählt werden soll, sondern einfach alles mit rein nimmt. Damit wird sie dem deutschen Titel „Marie Curie – Elemente des Lebens“ absolut gerecht, irregeleitet wird man eher vom Originaltitel „Radioactive“, der unterstellt, dass der Titel sich mehr auf die Entdeckung der Elemente bezieht. Doch auch wenn sich der Film hier viel vornimmt und neben der Forschungsgeschichte, auch noch die Nobelpreise, Maries Vergangenheit, ihre Liebesgeschichte, ihren Einsatz im ersten Weltkrieg und die Auswirkungen ihrer Forschung mit einbezieht, hätte der Film schnell überladen wirken können. Aber Regisseurin Marjane Satrapi weiß, wann Andeutungen genügten und wann ein tieferer Blick lohnt. So sind die 110 Minuten zwar völlig gefüllt, aber alles findet seinen Platz.
Das liegt vor allem daran, dass Zeitsprünge und einzelne Episode in teilweise künstlerischen Montagen gezeigt werden oder im Zusammenschnitt einzelner Szenen, so dass beispielsweise die Forschung, die zur Entdeckung der Radioaktivität führt, seine Zeit bekommt, aber eben auch nicht unnötig in die Länge gezogen wird. Auch das Zeigen späterer Vor- und Nachteile wird passend zwischendurch eingeschoben und verdeutlicht so die Thematik, ohne die eigentliche Handlung großartig zu unterbrechen, auch wenn dies durch Geschehnisse wie Hiroshima (1945) und Tschernobyl (1986) schnell hätte geschehen können.
Das der Film die Thematiken so gut verbinden kann, liegt vor allem auch an dem guten Cast, der bis in die letzte Nebenrolle gut besetzt wurde. Dennoch spielt Rosamund Pike als Marie Curie alle an die Wand. Egal, in welchem Stadium sich der Charakter befindet, sie schafft es durch gezielt gesetzte Mimik und kleine Gestik eine große Wirkung zu erzielen, so dass man ab einem gewissen Punkt auch ihre innere Zerrissenheit spürt und nachvollziehen kann. So bringt sie uns eine Frau näher, die immer für ihre Anerkennung kämpfen musste und sich daher schwierig in gesellschaftliche Konventionen zwängen lässt. Das lässt Curie zwar an einigen Stellen unnahbar und teilweise sogar unsympathisch wirken, doch schafft es Pike immer wieder den Schwung zurückzuschaffen.

Das Fazit

Marie Curie ist eine brilliant gespielte Fiomographie, die sich mich allen Aspekten des Lebens Curies befasst, dennoch nicht überfüllt wirkt. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.

Marie Curie läuft seit dem 16.07.2020 in den deutschen Kinos

Eine Handvoll Serienkritiken

Heute mit: Einer Bekanntschaft auf einer Trauergruppe, eine unsichere Teenagerin mit außergewöhnlichen Fähigkeiten, einem queeren Make-over, Pille macht Jagd auf Superman und mysteriösen Mordfällen in Australien.

Dead to me – Staffel 1

Die Handlung: Jen Harding ist eine toughe Immobilienmaklerin, die nach dem Unfalltod mit Fahrerflucht ihres Mannes zwischen Trauer und Rettung des Familienlebens hin- und herschwankt. Als sie in einer Selbsthilfegruppe auf Judy trifft, die das komplette Gegenteil von ihr ist, entsteht eine seltsame Freundschaft. Doch Judy hat ein großes Geheimnis.

Meine Meinung: Netflix bewirbt diese Serie als Komödie. Auch der kurze Einblick, der startet, wenn man beim scrollen zu lange auf einer Serie bleibt, macht den Eindruck zwar sehr schwarzhumorig zu sein, aber dennoch irgendwo Richtung Komödie geht. Doch Dead to me ist vieles, aber keine Komödie. Auch wenn Jen versucht vieles mit Sarkasmus zu lösen ist es doch ein Drama zum Thema Trauerbewältigung zusammen mit Geheimnissen, Intrigen und Verrat. Nicht gerade die Komponenten einer guten Komödie. So irregeleitet war ich dementsprechend enttäuscht von der Serie. Dennoch kann ich sagen, dass die Serie einiges richtig macht. Die Folgen sind intelligent geschrieben und das Drama bleibt immer im überschaubarem Rahmen. Die Handlungen der Charaktere sind größtenteils nachvollziehbar und die Charaktere selbst haben alle ihre Ecken und Kanten, so dass keiner wirklich sympathisch wirkt, aber nur die wenigsten direkt unsympathisch wirken. Aber auch wenn die Serie eigentlich durchgehend spannend war und versucht hat jeder Folge eine eigene Richtung zu geben, scheint es nur eine langgestreckte Erzählung des Unausweichlichen zu sein. Durch den Cliffhanger am Ende der ersten Staffel bin ich nun doch am Überlegen weiter zu gucken, obwohl ich eigentlich abgeschlossen hatte mit der Serie.

I’m not okay with this – Staffel 1

Die Handlung: Sydney Novak ist 17, trauert um ihren Vater, der sich ein Jahr zuvor das Leben nahm, hat seitdem ein schlechtes Verhältnis zu ihrer Mutter, die nicht über seine Beweggründe sprechen will, und empfindet für ihre beste Freundin mehr als sie sollte. Und weil das noch nicht genug ist, entwickelt sie telekinetische Kräfte, die immer dann unkontrolliert aus ihr Strömen, wenn sie ihre negativen Emotionen nicht mehr unter Kontrolle hat. Zusammen mit Stanley, der sie beobachtet hat und glaubt, dass es Superheldenkräfte seien, versucht sie diese fortan zu kontrollieren.

Meine Meinung: Mit Sophie Lillis und Wyatt Oleff hat die Serie bereits zwei Jungdarsteller aus der aktuellen Verfilmung von ES, hinzu kommen als Produzenten noch zwei Financiers von Stranger Things, womit dann auch vollkommen klar sein dürfte, woran sich die Serie orientiert. Allerdings liegt hier die Konzentration klar auf Sydney und ihren Problemen, die durch ihre unkontrollierten Fähigkeiten durchaus noch verstärkt werden. Dennoch ist Coming-of-Age ein Schwerpunkt der Serie. Die Fantasyelemente wirken teilweise willkürlich in das Teenagerdrama eingewoben. Das Hauptproblem der Serie dürfte aber wohl darin liegen, dass die gesamte erste Staffel, die mit 7 Folgen, die jeweils eine Länge zwischen 20-30 Minuten haben, wie ein einziger großer Prolog wirkt. Erst in der allerletzten Szene bekommt der Zuschauer eine Ahnung in welche Richtung sich diese Serie entwickeln könnte. Wahrscheinlich würde ich der zweiten Staffel noch eine Chance geben, weil ich wissen möchte, ob die Serie dann ihr Potential nutzt, aber ich verstehe auch, wenn viele bereits die erste Staffel nicht zu Ende gesehen haben. Denn es werden allerlei Fragen aufgemacht, aber keine wirklich beantwortet, bzw. scheint die Serie kein direktes Ziel zu haben, auf das es hinarbeitet. Und auch wenn die Serie schnell zum Durchschauen ist, fehlt ihr doch das entscheidende Elemente, um sie nicht nur wie ein Prolog wirken zu lassen.

Queer Eye – Staffel 5

Die Handlung: Die Fab 5 sind zurück. Diesmal zieht es Tan (Mode), Karamo (Kultur), Bobby (Design), Anthony (Essen) und Jonathan (Pflege) nach Philadelphia. Doch die Mission ist die gleiche. Sie antworten auf Hilferufe aus Familie und Freundeskreis, um sich in jeder Woche einem/einer  Ausgewählten in allen Belangen des Lebens unter die Arme zu greifen und mit ihrer üblichen quirligen Art Probleme anzugehen und Freude zu bringen.

Meine Meinung: Auch in der fünften Staffel ist der Aufbau jeder Folge gleich. Die Fab 5 kommen zu ihrem neuen Hilfegesuch, erfassen die Lage und arbeiten dann alle in ihren Resorts die Probleme ab, um am Ende ein Lebensumstyling gemacht zu haben. Kann dies auch in einer fünften Staffel noch funktionieren? Ja kann es! Denn im Vergleich zu anderen Umstylings wissen alle Fünf, dass viele Probleme tiefer liegen und versuchen Selbstbewusstsein zu stärken und  die Probleme in vielen Gesprächen zu ergreifen. Vor allem ist aber der ungetrübte Optimismus der Fab 5 der Grund, warum auch die fünfte Staffel mich noch uneingeschränkt zum Lächeln bringt, auch wenn einzelne Schicksale einem zu Tränen rühren können. Doch auch gesellschaftskritische Themen finden immer Platz und sei es nur weil Karamo Brown sich in jeder Folge mit einem anderen T-Shirt-Spruch für ein Thema einsetzt, z.B. #blacklivesmatter. Es bleibt amerikanisches Reality-TV, aber das auf einem ganz hohen Niveau und vor allem mit ganz großem Herz.

The Boys – Staffel 1

Die Handlung: Hugh Campbell ist ein Verkäufer, dessen größer Plan es ist, mit seiner Freundin Robin zusammenzuziehen. Bis der Superheld A-Train, seines Zeichens der schnellste Mann der Welt, direkt durch Robin hindurchrennt und sie dabei zerfetzt. Die Superheldenfirma Vought bietet ihn daraufhin Schadensersatz an, die er ablehnt. Kurz darauf lernt er Billy Butcher kennen, der einen privaten Rachefeldzug gegen die „Supes“ führt.

Meine Meinung: Stellen wir uns eine Welt vor, in der Superhelden ein großes Franchise bilden, mit Filmen, Merchandise und allem drum und dran. Klingt noch wie unsere? Gut, dann stellen wir uns die gleiche Welt vor, nur das die Superhelden auch tatsächlich existieren. Genau diese haben wir in The Boys. Und ebenso wie Superheldenfilme auch nach über 10 Jahren noch immer boomen, werden auch die Supes in der Serie wie Götter verehrt. Doch mit fortschreitender Serie blickt man tief hinter die Marketingkampagnen und die Abgründe die sich daraus ergeben. So ist The Boys mit einer Freigabe ab 16 Jahren, voller tiefschwarzem Humor und sehr direkten Dialogen. Und während einige in meiner Umgebung absolut begeistert sind von der Serie, konnte sie mich nicht wirklich abholen. Warum? Nun zum einen war die Staffel mit acht Folgen zwar nicht lang, aber für mich zogen sich diese wenigen Folgen ewig, weil sich das Team um Butcher immer wieder im Kreis zu drehen schien. Zum anderen waren mir einige Wendungen, wenn sie auch logisch waren, einfach nicht nach Nase. Das ist aber ein ganz persönliches Problem, dass ich mit der Serie habe. Ganz objektiv ist sie eine starke Parodie auf das gesamte Superheldengenre und der Marketingindustrie dahinter.

Miss Fishers mysteriöse Mordfälle – Staffel 2+3

Die Handlung: Auch in der zweiten und finalen dritten Staffel darf die vermögende und unabhängige Phryne Fisher wieder ihrer Leidenschaft, dem Aufklären von Morden frönen. Dabei vertieft sie auch ihre Beziehung zum Detective Inspector Jack Robinson. Ebenso vertieft sich die Beziehung zwischen Phrynes Assistentin Dot und Constable Hugh Collins.

Meine Meinung: Wir reisen wieder in die 1920er Jahre nach Australien. Hier wartet wieder Phryne Fisher auf uns und zeigt uns ihre Welt voller Mordfälle, Geheimnisse und absolut toller Nebencharaktere. Auch hier zeigt sich wieder, dass das sehr hohe Budget gekonnt eingesetzt wird, um die Serie vollkommen realistisch in der Vergangenheit spielen zu lassen. Das hohe Budget war dann aber auch der Grund, warum die dritte Staffel bereits verkürzt war und schließlich das Ende bildete. Glücklicherweise findet die Serie trotzdem die Zeit, um die übergreifende Handlung zu einem runden Ende zu bringen, auch wenn nicht alle Fragen final geklärt wurden. Damit ist es auch verzeihbar, dass die finale Episode jetzt nicht unbedingt der spannendste Fall war.

Suicide Tourist

Ein Vorwort

Wie geht man mit dem Thema Sterbehilfe respektvoll um? Muss es immer ein Für und Wider sein oder kann man es auch einfach nur aus der Sicht eines Betroffenen darstellen? Für diese Fragen holt Regisseur Jonas Alexander Arnby Game of Thrones Star Nicolaj Coster-Waldau in seine dänische Heimat zurück. Warum der deutsche Beititel „Es gibt kein Entkommen“ den Film in eine falsche Richtung drängt, erfahrt ihr in meiner Kritik.

Die Handlung

Max (Nicolaj Coster-Waldau) ist Versicherungsmakler und glücklich verheiratet mit Lærke (Tuva Novotny). Doch als bei ihm ein Gehirntumor festgestellt wird, der nicht mehr aufzuhalten ist, beschließt Max, dass er lieber abtreten möchte, solange er noch er selbst ist, bevor ihn der Tumor verändert. Dafür endet er im Hotel Aurora, einem abgeschiedenen Resort, in dem aktive Sterbehilfe praktiziert wird.

Meine Meinung

Suicide Tourist nimmt sich einem der am stärksten diskutierten Themen an, der aktiven Sterbehilfe. Hier hält er sich aber gar nicht lange mit dem Für und Wider auf, sondern präsentiert uns zunächst mit Max einen Mann, der mitten im Leben stand und durch seine Krankheit herausgerissen wurde. Wir erleben die Hiobsbotschaft des Arztes live mit und auch den Verarbeitungsprozess. Sowohl bei Max, der sich immer mehr in sich zurückzieht, als auch bei Lærke, seiner Frau, die mit allen Mitteln versucht, die verbleibende Zeit so schön wie möglich zu machen und ihn aus seinem Loch herauszuziehen.
Dabei geht uns das Schicksal Maxs besonders nah, da mit Nicolaj Coster-Waldau ein Schauspieler gefunden wurde, der es versteht, die kleinen Nuancen in Gestik und Mimik zu setzen, so dass seine Entscheidungen nachvollziehbar sind. Der Film nimmt sich trotz einer Länge von 90 Minuten die Zeit Max zunächst über verschiedene Methoden nachdenken zu lassen, ehe er das Hotel Aurora entdeckt und sich für die aktive Sterbehilfe entscheidet.
Das er dies seiner Frau nicht mitteilt, spricht auch wieder dafür, dass sich der Film gänzlich gegen eine Diskussion entschieden hat. Max als Betroffener hat die Entscheidung getroffen und kein Außenstehender darf dagegen argumentieren. Im Resort selbst trifft er dann auch verschiedene Charaktere, die in kurzen Andeutungen zwar eine Minidiskussion vorbereiten, die aber nie zu Ende geführt wird. Hier wird natürlich viel Potential verschenkt, denn allein durch die Vielfalt der „Patienten“ und deren Beweggründe hätte man ein vielschichtigeren Film schaffen können. So bleibt der Film bei Max und seinen Gründen.
Suicide Tourist ist langsam erzählt und nimmt sich Zeit für seinen Charakter. Durch ausdrucksstarke Bilder, dem brillanten Schauspiel Coster-Waldaus und der abgelegenen Landschaft Dänemark schafft der Film es eine ernste Stimmung zu schaffen, die einen die Beweggründe Maxs verstehen lässt, auch wenn man die Meinung über das Prozedere nicht teilt. Über 70 Minuten ist der Film sehr stark. Nur um ganz am Ende dann dem deutschen Beititel „Es gibt kein Entkommen“ noch mal alle Ehre zu machen und sich in einen Mysterythriller zu verwandeln. Dies schadet dem Film jedoch sehr, denn zum einen ist die gesamte Stimmung dahin und das ernste Thema wird noch einmal ordentlich mit Füßen getreten. Mit dem offen gehaltenen Ende wird der Zuschauer dann auch noch einmal verwirrt zurückgelassen, so dass die gesamte Botschaft des Films dahinsiecht.
Ich hätte mir in dem Film insgesamt mehr Dialoge gewünscht, die eine Diskussion zum Thema befeuert hätten oder auch verschiedene Beweggründe genauer darlegt. Dafür hätte ich gerne komplett auf den Mystery und Thriller Part am Ende verzichtet, der keinerlei Mehrwert bot, sondern praktisch mit der Keule auf den Zuschauer eindrosch, dass Sterbehilfe wohl doch keine gute Idee sei.*

Das Fazit

Suicide Tourist ein ein Film mit schwierigem Thema, der sich um die nötige Diskussion drückt, dies aber in einem stark gespielten Film auf die Erfahrung eines Betroffenen reduziert. Mit eindrucksvollen Bildern und brillantem Spiel überzeugt der Film bis zu seinem abdriftenden Ende, welches die zuvor gezeigte Geschichte unwürdig abschließt. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

Suicide Tourist läuft seit dem 02.07.2020 in den deutschen Kinos

 

*Ich möchte hier noch erwähnen, dass ich keine feste Meinung zu dem Thema vertrete, da ich die Argumente beider Seiten nachvollziehen kann, selbst aber noch nie in der Situation war mich dafür oder dagegen zu entscheiden, bzw. auch keinen kenne, der die Entscheidung schon einmal fällen musste und daher nicht aus einem neutralen Posten urteilen möchte.

Eine Handvoll Serienkritiken

Heute mit dabei: Eine gehirnsüchtige Pathologin, ein Meisterdetektiv zwischen London und New York, die Erklärung der alltäglichsten Dinge durch einen Dinosaurier-Experten, ein außer Kontrolle geratener Freizeitpark und ein schauspielender (Ex-)Auftragskiller. 

IZombie – Staffel 1

Die Handlung: Liv Moore (Rose McIver) ist frisch verlobt, ehrgeizige Medizinstudentin und einfach rundum glücklich. Bis auf einer Bootsparty ein Virus ausbricht und sie gekratzt wird. Mit blassem Teint, weißblonden Haaren und einem Heißhunger auf Gehirn, muss sie entsetzt feststellen, dass sie ein Zombie ist. Sie bricht die Verlobung, schmeißt das Studium und sucht in der Pathologie eines Polizeireviers einen neuen Job. Dadurch hat sie Zugriff auf die Gehirne der verstorbenen. Zusammen mit ihrem Kollegen Ravi Chakrabarti (Rahul Kohli) sucht sie nach einem Gegenmittel. Gleichzeitig stellen sie fest, dass Liv nach einem Gehirnmahl Charaktereigenschaften und Erinnerungen der Verstorbenen annimmt, wodurch die Detektive Clive Babineaux (Malcolm Goodwin) tatkräftig unterstützt.

Meine Meinung: Ich bin ein großer Fan von (gut gemachten) Crimeserien. Wohingegen ich mit dem Zombiethema so gar nichts anfangen kann. Daher hatte ich bisher auch einen großen Bogen um die Serie gemacht, auch wenn mein Lebensgefährte bei der Serie durchaus ins Schwärmen geriet. Nachdem ich aber Miss Fishers Mysteriöse Mordfälle beendet hatte, musste doch irgendwo wieder eine Crimeserie bei mir einziehen. Und so gab ich der Serie doch eine Chance. Und ja, man muss sagen, dass sie es sehr schnell schafft durch die Charaktere und Ausgangssituation einen in den Bann zu ziehen, so dass ich die erste Staffel auch in wenigen Tagen durchgeschaut hatte. Bisher haben Crimethemen und Zombiethemen auch noch eine gute Balance, allerdings ist meine Befürchtung, dass weitere Staffeln eher in Richtung Zombiethema gehen, weswegen ich noch vor dem Weiterschauen zurückschrecke. Wobei ich der Serie wahrscheinlich zumindest für eine weitere Staffel noch die Chance gebe.

Elementary – Staffel 7

Die Handlung: Sherlock (Johnny Lee Miller) und Joan (Lucy Liu) sind nach dem Ende der sechsten Staffel nach London gegangen, um so dem FBI zu entgehen. Doch gerade Joan schlägt sich mit Heimweh herum. Als dann auch noch eine Schreckensnachricht vom NYPD die beiden erreicht, reist Joan zurück. Gleichzeitig hat Odin Reichenbach (James Frain), der Kopf hinter einem großen Internetunternehmen, einen Algorithmus geschrieben, mit dem er Verbrechen vorhersagen will, um so die Verbrecher vorab auszuschalten. Er versucht Sherlock und Joan für sein Unterfangen anzuwerben, die jedoch kritisch bleiben.

Meine Meinung: Die finale Staffel Elementary kommt mit 13 Folgen verkürzt daher. Dennoch war es für mich als großer Fan der Serie, gut zu wissen, dass nach dem mehr oder weniger Cliffhanger am Ende der sechsten Staffel noch ein paar Folgen zur Aufklärung kommen. Die Staffel schafft es auch tatsächlich trotz der kurzen Zeit, das offene Ende der sechsten Staffel aufzugreifen, einen neuen Gegner einzuführen und die gesamte Serie zu einem Ende zu bringen. Ganz nebenbei gibt es auch weiterhin die Mordfälle der Woche, die zu lösen sind. Es gibt Wiedersehen mit alten Bekannten und auch den ein oder anderen endgültigen Abschied. Auch wenn die Sherlock Holmes Fans da draußen sich wohl vorstellen können, in welche Richtung die Handlung um den Charakter Reichenbach führen kann, bleibt die Staffel durchgehend spannend. Mit der finalen Episode haben sie mich dann durch ein Wechselbad der Gefühle geschickt. Aber dennoch war es eine runde Sache, auch wenn man aus der finalen Episode vielleicht eine Doppelfolge hätte machen können, um für ein paar Sachen einfach ein wenig mehr Zeit zu haben – oder statt einer Doppelfolge auch gerne nur eine Folge mit Überlänge. Aber all das bleibt Jammern auf hohem Niveau, denn Elementary ist eine sehr gute Serie, geht respektvoll und doch Modern mit seinem literarischen Vorbild um und weiß immer wieder zu überraschen.

The World according to Jeff Goldblum – Staffel 1

Die Handlung: Jeff Goldblum, ja der Schauspieler, hat 12 verschiedene Themen vorgesetzt bekommen, auf die er einen Blick werfen soll. Dabei sind es ganz alltägliche Themen, wie Fahrräder, Pools oder Grillen. Dafür hat er sich möglichst wenig informiert, um durch Gespräche mit den verschiedensten Personen neue Einblicke zu erhalten und seine Gedanken dazu mitzuteilen.

Meine Meinung: Disney+ hat nach seinem Release gleich daran gesetzt Publikum mit eigenen Originals die wöchentlich ausgestrahlt werden, an die Plattform zu binden. Neben Erfolgsrezepten wie The Mandalorian, durfte Jeff Goldblum (Jurassic Park, Independence Day) uns in 12 Folgen seine Sicht auf die Welt mitteilen. Dabei ist das Interessanteste, dass er sich mit ganz alltäglichen Dingen auseinander setzt und dann immer zu einer Großveranstaltung oder einzelnen Personen geschickt wird, um dort neue Eindrücke zu gewinnen. Untermauert wird dies immer wieder mit diversen Bildermontagen, die Geschichte und Entwicklung des Themas zeigen. Dabei wird alles mit Goldblums Charme und einer gewissen Lockerheit behandelt, so dass neben reinen Fakten auch ein echter Mehrwert geboten wird. Und auch wenn ein Thema mal so gar nicht interessant klang, gibt es doch in jeder Folge einen Aspekt, den man so vielleicht gar nicht beachtet hätte und der das Thema dann irgendwo doch interessant macht. Und nun bleibt mir nichts anderes übrig, als sehnsüchtig auf die nächste Staffel zu warten.

Westworld – Staffel 2

Die Handlung: Am Ende der ersten Staffel brachen die Hosts aus ihren vorbestimmten Rollen aus und Chaos kam über den Park, in dem jeder Gast in ein vorgefertigtes Szenario in einer Wild-West-Welt schlüpfen kann, um seine Gewalt- und andere Fantasien ausleben zu können. Doch der Aufstand der Hosts ist blutig und die Angestellten des Parks haben alle Hände voll zu tun die Lage unter Kontrolle zu bekommen. Und was ist das für ein großes Geheimnis, das unbedingt beschützt werden muss?

Meine Meinung: Die ganzen einzelnen Charaktere und ihre Handlungsstränge aufzuzählen, würde diese Kurzkritik definitiv sprengen. Sagen wir der Zuschauer verfolgt mehrere Gruppen, teilweise Mitarbeiter, teilweise Host, teilweise Gäste, um den Aufstand der Host aus mehreren Gesichtspunkten darzustellen. Dabei tauchen zwischendurch Charaktere auf und verschwinden wieder. Manche bekommen erst gegen Ende der Staffel eine Bedeutung. Selbst der Aufstand besteht nicht aus der einen Gruppe, sondern ist in mehrere Splitterparteien unterteilt. Hier nicht den Überblick zu verlieren ist schon schwer. Doch den Machern der Serie war dies noch nicht Verwirrung genug, stattdessen haben sie auch noch beschlossen die Staffel nicht linear zu erzählen. Mit Hilfe des Charakters Bernard werden Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft immer wieder wild gemischt. Dies wird leider auch bis zum Ende nicht wirklich aufgeklärt. Der Kunstgriff sollte wohl genutzt werden, um immer wieder überraschende Wendungen einbauen zu können, führt aber lediglich dazu, dass der Zuschauer immer verwirrter wird. Tatsächlich hätte ich mir am Ende gewünscht, dass ich noch einmal an die Hand genommen werde und mir ganz genau erklärt wird, was wann und warum passiert ist. Dies ist leider nicht passiert, weswegen ich auch gar nicht so genau sagen kann, ob mir die Staffel wirklich gefallen hat. Qualitativ ist sie auf einem weiterhin sehr hohen Niveau und auch schauspielerisch kann man nichts negatives sagen. Vielleicht hätte ein Handlungsstrand, eine andere Zeitlinie weniger schon geholfen. Denn am besten gefiel mir tatsächlich eine Folge, in der es hauptsächlich um einen Nebencharakter ging, der auf einmal eine viel wichtigere Rolle spielte. Einfach weil er mir seine Geschichte einfach von vorne bis hinten chronologisch erzählte. Auch die Erweiterung der Settings – neben Westworld gibt es noch mindestens zwei weitere Parks – war zwar eine interessante Idee, führte aber letztlich einfach zu weit. Weniger ist eben manchmal doch mehr.

Barry – Staffel 2

Die Handlung: Barry Berkman (Bill Hader) muss mit den Konsequenzen seiner Tat aus der finalen Episode der ersten Staffel leben, die auch seinen Schauspiellehrer Gene Cousineau (Henry Winkler) aus der Bahn wirft. In der Schauspielschule soll jeder ein traumatisches Erlebnis in einem kurzen Stück verarbeiten, was Barrys Freundin Sally (Sarah Goldberg) ganz in den Bann zieht. Und ganz nebenbei wird Barry wieder von der tschetschenischen Mafia eingespannt, da Hank (Anthony Carrigan) seine Zusammenarbeit mit den Bolivianern in Gefahr sieht, als die Anführerin der burmesischen Mafia anfängt sich einzumischen.

Meine Meinung: Die Grundidee der ersten Staffel einen Auftragskiller zu schaffen, der viel lieber Schauspieler wäre, war so kurios, dass ich sie mir einfach ansehen musste. Und Bill Haders Barry war einfach so kurios, dass ich mich regelrecht auf die zweite Staffel freute. Doch musste ich leider feststellen, dass die zweite Staffel bei weitem nicht mehr so gut funktionierte wie die erste. Das liegt zum einen daran, dass der Schatten der finalen Episode der ersten Staffel (ich möchte hier ungern spoilern, für alle, die die Serie noch schauen wollen) noch über der Handlung liegt. Und auch, weil an gewissen Stellen einfach der Witz raus ist. Dies merkt man vor allem an Folge Fünf die einfach nur völlig over the top ist und einfach nicht wusste, wann man besser aufhören sollte. Auch NoHo Hank schafft es nur mit der immer gleichen Masche für ein wenig Witz zu sorgen, was irgendwann auch nicht mehr erheitern kann. So hat die zweite Staffel von Barry zwar durchaus noch einige gute Ideen, aber irgendwo zu wenig, um ein ganze Staffel zu füllen, weswegen einzelne Aspekte immer und immer wieder durchgekaut werden. Vielleicht war der Stoff grundsätzlich nur geeignet für eine Miniserie. Es kann natürlich auch sein, dass nun durchaus ganz neue Ansätze gefunden werden, und mich die dritte Staffel dann noch einmal ganz neu überrascht.