Bad Moms 2

Am 09.11.2017 erschien die Fortsetzung der Bad Moms Reihe in den deutschen Kinos

Ein Vorwort

Erst im letzten Jahr überraschten die Bad Moms in den deutschen Kinos. Endlich ein Film, der die Aufopferungsbereitschaft einer Mutter würdigte, der Mütter nicht als perfekt darstellte, aber doch als immer bemüht perfekt zu sein. Der erste Teil überzeugte durch eine gute Handlung, einen starken Cast, viele verschieden Klischees und deren Bereinigung und vor allem viel Witz, der gar nicht so häufig unter der Gürtellinie landete, wie vorher angekündigt. Die Gags waren gut durchdacht und funktionierten immer an den richtigen Stellen. Wie es bei erfolgreichen Filmen so ist, bleibt eine Fortsetzung nicht aus. Und so müssen die Bad Moms in diesem Jahr Weihnachten überstehen.

Die Handlung

Weihnachten steht vor der Tür. Für alle Mütter eine stressige Zeit. Auch die „Bad Moms“ Amy (Mila Kunis), Kiki (Kristen Bell) und Carla (Kathryn Hahn) haben in den Jahren zuvor immer stark geschuftet, um das perfekte Weihnachtsgefühl zu überzeugen. Doch damit ist in diesem Jahr Schluss. Es soll endlich einmal ein gemütliches Weihnachten werden, auch für die Mütter. Doch da haben noch ein paar mehr Menschen ein Wort mitzureden. Denn auch Mütter haben Mütter. Und Ruth (Christine Baranski), Isis (Susan Sarandon) und Sandy (Cheryl Hines) kommen alle zu Weihnachten zu Besuch und mischen die dortigen Vorbereitungen ordentlich auf.

Meine Meinung

Wenn ein Film erfolgreich ist, dauert es bekanntlich nicht lange, bis eine Fortsetzung in die Kinos kommt. Beispiele aus der letzten Zeit zeigen jedoch, dass das Erfolgsrezept nicht unbedingt mit einer Fortsetzung vereinbar ist. Man nehme als Beispiel nur den Reinfall um die Fack ju Göhte-Reihe, die nach einem gelungenen ersten Teil nicht mehr mithalten konnte. Doch Bad Moms 2 hat die grundlegenden Probleme einer Fortsetzung verstanden und sich damit auseinander gesetzt. Als Ergebnis bekommen wir einen Film geliefert, der tatsächlich immer noch rund ist und funktioniert. Denn während im ersten Teil noch das Hauptthema „Wie ist man eine gute Mutter“ auf unsere Bad Moms bezogen wurde und ihre Konflikte mit ihren Männern und Kindern gezeigt wurden, lässt der zweite Teil nun die Mütter der Mütter aufkreuzen und das Thema in „Bin ich eine gute Tochter und wie fühlt sich meine Mutter“ umändern. Dadurch werden thematisch noch einmal ganz neue Aspekte beleuchtet, die wieder auf andere Art und Weise zum Nachdenken anregen. Natürlich brodeln auch diesmal die ernsten Themen unter der Oberfläche, denn als Komödie macht auch Bad Moms 2 einfach nur Spaß. Die Witze sind pointiert, durchdacht und selten unter der Gürtellinie. Dadurch wird Bad Moms 2 zwar auch nicht gerade zum Familienfilm, aber die Zielgruppe wird abgeholt.
Handlungstechnisch verläuft Bad Moms nach einem bekannten Schema und die Wendungen sind relativ vorhersehbar. Aber darauf will der Film gar nicht aus, denn der Spaß kommt an keiner Stelle zu kurz, weswegen die Spannung auch gerne einmal ein bisschen unter den Tisch fallen darf. Die etwas kuriose Liebesgeschichte zwischen Carla und dem Weihnachtsmann wirkt im ersten Moment zwar etwas befremdlich, im Endeffekt passt es aber zur Charakterisierung Carlas und bringt noch einmal neuen Schwung hinein.
Die Treffsicherheit der Gags hat leider im Vergleich zum ersten Teil doch etwas nachgelassen, weswegen der zweite Teil bei aller Mühe doch ein bisschen hinter dem ersten zurück bleibt. Aber dennoch wird man gut unterhalten, was man sich von einer Komödie auch erhofft.

Das Fazit

Vom Spaßfaktor leicht hinter dem ersten Teil, aber dennoch eine würdige Fortsetzung mit gut pointierten Witzen, einer interessanten Handlung, auch wenn etwas vorhersehbar, und einem Wiedersehen mit unseren Chaos-Müttern. Dafür gibt es 07 von 10 Punkten.

Verpasst im November & Mein Lesemonat November

Hallo ihr Lieben,

relativ pünktlich bin ich diesmal dran mit meiner kurzen Übersicht über die verpassten Filme und gelesenen Bücher im November. Jetzt steht langsam die Planung der Jahresrückblicke an… das wird wieder viel Arbeit! Daher geht es hier ohne großes Aufsehen gleich direkt weiter.

Verpasst im November:

The Secret Man: Mark Felt arbeitet beim FBI und bekommt von der Watergate-Affäre Wind. Als der neue FBI-Direktor diese möglichst schnell beenden will, muss er sich entscheiden, ob er lieber seinem Land oder seinem Gewissen dienen möchte.

Aus dem Nichts: Ein Film angelehnt an die NSU-Morde. Katjas Welt bricht zusammen, als ihr Mann und ihr Sohn bei einem Bombemanschlag getötet werden. Vor Gericht versucht sie Gerechtigkeit zu erwirken.

Detroit: 1967 in Detroit ändert sich die von Rassenhass geprägte amerikanische Geschichte grundlegend. Doch was passierte damals wirklich, dass eine ganze Stadt in den Ausnahmezustand versetzen kann.

Flatliners: Eine Gruppe von Medizinstudenten wollen Nahtoderfahrungen auslösen, in dem sie für kurze Zeit das Herz stoppen und sich dann wiederbeleben. Doch es ist ein Spiel mit dem Feuer.

Diese Filme haben es ganz knapp nicht in meine Liste geschafft: Professor Marston and the Wonder Woman, Simpel, Suburbicon, Teheran Tabu, Manifesto.

Mein Lesemonat November

Ich habe im November meine verstaubten Ausgaben der Biss-Reihe mal wieder hervorgeholt. Ich mochte die Buchreihe an sich früher sehr gerne, bis mir die sehr schlechten Filme alles verdarben (auch wenn ich Edward noch immer nicht als ein Vampir ansehen kann… Vampire glitzern nicht! Bin aber gerne versöhnlich ihn als kaltes Wesen zu sehen.) Jetzt Jahre nachdem die Filmreihe beendet ist, wollte ich mir mal wieder ein Bild der Reihe machen. Und ich muss sagen, mir gefallen die Bücher alleine immer noch. So geoutet!

Bücher insgesamt: 4 Bücher
Seiten insgesamt: 1591 Seiten
Seiten pro Tag: 53 Seiten im Durchschnitt
Gebundene Bücher: 3
E-Book: 1

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Platz 4 – Wenn gestern unser morgen wäre: Sarah lebt das Leben, das alle von ihr erwarten. Erfolgreich im Job, Vorzeige-Freund an ihrer Seite und lebt jeden Tag steif nach dem gleichen Prinzip. Doch dann häufen sich eine Reihe von schlechten Entscheidungen und Sarah steht vor den Trümmern ihres Lebens. Bis sie nach einem Unfall wieder erwacht und die Zeit zurück gedreht wurde. Wird sie alle Fehler vermeiden können? – Ein sehr schwieriger Einstieg aber nach circa der Hälfte konnte das Buch doch etwas fesseln. Aber richtig überzeugend ist die Geschichte nicht, da die zu viele Charaktere zu unsympathisch sind. Auch das Ende wäre an einer anderen Stelle passender gewesen. Aber an sich eine ganz süße Geschichte.

Platz 3 – Als ich in meinem Alter war: Torsten Sträter vereint in diesem Werk neue Geschichten, abgedrehte Berichte, Texte aus diversen Fernsehsendungen, wie Extra 3, und alles mögliche andere. – Gefiel mir weitaus besser als Selbstbeherrschung umständehalber abzugeben, da die Texte durchdachter und lustiger waren. Trotzdem kommen sie nicht an seine Live-Auftritte heran.

Platz 2 – New Moon: Der zweite Teil der Twilight-Reihe bringt Bella an den Rand des Wahnsinns. Denn Edward hat nach einer misslungenen Geburtstagsfeier beschlossen, dass er nicht mehr mit ihr zusammen sein möchte. Mit gebrochenem Herzen bleibt ihr nur ihr bester Freund Jacob, der versucht die Trümmer wieder aufzuräumen. – Als Hauptthema diesmal der Umgang mit einem gebrochenen Herzen. Handlungstechnisch hängt er hinter dem starken ersten Teil zurück, ist aber immer noch gut geschrieben.

Platz 1 – Twilight: Bella Swan zieht zu ihrem Vater in das verregnete Forks. Dort trifft sie auf den mysteriösen Edward, der ihr immer wieder rät, sich von ihr fernzuhalten. Trotzdem gerät Bella immer tiefer in einen Strudel hinein. – Wenn man den Film vergisst, ist es tatsächlich wieder eine schöne Liebesgeschichte. Sobald man „Vampir“ durch „kaltes Wesen“ ersetzt, komme ich auch mit der Mythologie klar.

 

Happy Deathday

Am 16.11.2017 erschien eine neue Variante von Täglich grüßt das Murmeltier mit Horroreinschlag in den deutschen Kinos.

Ein Vorwort:

1993 erschien der Film „Und täglich grüßt das Murmeltier“ mit Bill Murray in der Hauptrolle in den Kinos. Die Faszination den gleichen Tag immer und immer wieder zu erleben und bei jedem Neustart die Möglichkeit zu haben, etwas zu verbessern, fasziniert die Kinowelt bis heute. Seither wird das Handlungsprinzip regelmäßig wieder aufgegriffen, entweder in ganzen Filmen, zuletzt in Tom Cruises „Edge of Tomorrow“, der bereits den passenden Originaltitel „Live, Die, Repeat“ trug, oder in dem Drama mit dem viel zu langen Titel „Wenn du stirbst, zieht dein ganzes Leben an dir vorbei, sagen sie“. Alternativ wird das Prinzip auch gerne in einzelnen Serienfolgen verwendet, wie beispielsweise in Supernatural. Happy Deathday ist also auch kein gänzlich neuer Film. Aber sind wir dem Murmeltier inzwischen überdrüssig oder funktioniert das Filmprinzip noch immer?

Die Handlung

Tree führt ein relativ normales Collegeleben. Als Mitglied einer Studentenverbindung lebt sie ein ziemliches Partyleben und wacht auch prompt zu Beginn des Films in einem fremden Bett auf. Da Carter aber nicht so wirklich ihren Ansprüchen genügt, flieht sie schnell in ihr eigenes Zimmer. Unterwegs begegnet sie mehreren Personen, die nicht ganz gut aus sie zu sprechen sind. So beginnt ein durchschnittlicher Tag am College. Doch etwas ist anders. Denn an diesem Abend wir Tree ermordet… und wacht wieder im Bett von Carter auf. Völlig verwirrt, erlebt sie von nun an den gleichen Tag immer und immer wieder und wird jeden Abend wieder ermordet. Als sie sich schließlich Carter anvertraut, ist dieser ganz zuversichtlich: Immerhin hat sie unbegrenzt Möglichkeiten den Mord an sich aufzudecken.

Meine Meinung

Als Horrorkomödie ausgeschrieben und mit einer Altersfreigabe ab 12 Jahren gekennzeichnet. So richtig für voll, wurde der Film von Anfang an nicht genommen. Dementsprechend gering war die Erwartungshaltung, mit der ich den Kinosaal betrat. Und natürlich zeigt Happy Deathday viele Elemente, die man bereits viel zu oft gesehen hat. Aber gerade das Prinzip College-Bitch muss sich bessern, mit ein paar Horrorelementen – der Film orientiert sich zeitweise eher an einem Thriller als an einem Horrorfilm – und dann dem Murmeltierteffekt dazu, scheint gut zu harmonieren. So ist zwar einiges vorhersehbar, aber Happy Deathday hat trotzdem die eine oder andere Überraschung parat und überzeugt vor allem durch seine grandiose Selbstironie. So nimmt er sich durchgehend nicht so ganz ernst, was viele lustige Szenen hervorruft, bleibt aber doch in sich logisch und präsentiert ein gut durchdachtes Werk.
Mit einer Lauflänge von 97 Minuten, hat Happy Deathday genau die richtige Länge, um durchgehend spannend zu bleiben. Wäre der Film länger geworden, wäre man dem Thema irgendwann überdrüssig, wäre er kürzer geworden, hätte die logische Aufklärung viel zu gehetzt gewirkt. So aber lässt sich Happy Deathday an genau den richtigen Stellen Zeit und überfliegt die anderen. Gerade das Ende wird dann noch einmal herausgezögert, was ein mutiger Schritt ist und positiv im Gedächtnis bleibt – hier mehr zu sagen, würde leider stark spoilern – weil es doch eine Überraschung birgt.

Das Fazit

Happy Deathday hat weder die College-Bitch muss sich bessern-Handlung neu erfunden, noch Täglich grüßt das Murmeltier revolutioniert. Aber in der Kombination und dem gewissen Etwas an Selbstironie macht der Film einfach Spaß und eignet sich perfekt für einen verregneten Sonntagnachmittag, wenn man über einen Film nicht allzu sehr nachdenken möchte, sondern sich eher der leichten Unterhaltung widmet. Der Spannungsbogen wird gut gehalten. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

Fack ju Göhte 3 – Final Fuck

Am 26.10.2017 erschien der dritte und (hoffentlich) letzte Teil der Fack ju Göhte Reihe in den deutschen Kinos.

Ein Vorwort:

Als im Jahr 2013 der erste Teil der Fack ju Göhte Reihe in die deutschen Kinos kam, hätte wohl niemand mit dem unbeschreiblichen Erfolg des Filmes gerechnet. Zeki Müller und seine Chaosklasse trafen genau den richtigen Punkt. Die überforderten Lehrer und die missmutigen Schüler wurden angesprochen und das ganze als Komödie mit sozialkritischem Inhalt konzipiert. Alle Figuren waren irgendwo überzogen dargestellt, aber es funktionierte. Der Erfolg wurde dann im Jahr 2015 noch einmal getoppt, auch wenn die Fortsetzung inhaltlich weit hinter dem starken ersten Teil zurück blieb. Nun sollte der Erfolg noch einmal getoppt werden mit dem großen Final Fuck. Doch schafft der dritte Teil die Kurve zur Qualität des ersten oder orientiert er sich doch an dem allzu abgedrehten des zweiten Teils?

Was bisher geschah:

Hier soll es einen kleinen Überblick über die ersten zwei Filme geben, für alle, die diese entweder verdrängt haben oder den dritten Teil sehen möchte, ohne die anderen zu kennen. Spoiler sind dadurch nicht vermeidbar.

Im ersten Teil lernten wir den Sträfling Zeki Müller kennen, der nach einem Bankraub seine Strafe abgesessen hat. Nun will er eigentlich nur noch sein Geld holen und ein neues Leben beginnen. Doch eben jene Person, der er das Geld anvertraut hat, hat dieses auf einer Baustelle vergraben, auf der inzwischen die neue Turnhalle der Goethe-Gesamtschule steht. Also will er sich als Hausmeister in der Schule einschleusen, um nachts heimlich nach seinem Geld zu graben. Leider gibt es ein kleines Missverständnis mit der Direktorin und er wird promt als Lehrer engagiert. Damit nicht genug, bekommt er auch noch die assozialste Klasse der ganzen Schule zugeteilt. Dumm und doch absolut von sich eingenommen und dabei um keinen Streich verlegen. Herr Müller hat ebenso wenig Lust Unterricht zu geben. Doch müssen sie sich alle zusammenreißen und wachsen so zusammen.

Im zweiten Teil findet Zeki Müller Diamanten im hohen Wert, die jedoch durch blöde Zufälle als Spende in Thailand landen. Um diese zurückzuholen, muss er zusammen mit der Klasse der Konkurrenzschule und seiner Chaosklasse auf Klassenfahrt nach Thailand. Natürlich sind seine Schüler kaum zu bändigen. Trotzdem erleben sie zusammen ein großes Abenteuer.

Die Handlung:

Eine Schulprüfung steht in der Goethe-Gesamtschule an und diese verläuft absolut katastrophal. Jetzt steht der 11. Klasse auch noch ein Eignungstest bevor, damit sie überhaupt zum Abitur zugelassen werden. Gerade Herr Müllers Klasse trifft das besonders tief, da sie noch immer ein Problem mit ihrem Selbstvertrauen haben. Können sie sich noch ein letztes Mal zusammenreißen?

Meine Meinung:

Wenn in der Anfangssequenz einmal das Schulgebäude der Goethe-Gesamtschule gezeigt wird, ist sie vorallem eins: völlig verdreckt. Hier möchte man weder Lehrer noch Schüler sein. Umso verständlicher, dass alle ein bisschen unmotiviert sind. Die Lehrer haben kaum noch Lust zu unterrichten, die Schüler sind aufgedreht, wie eh und je. Doch neben den in Fack ju Göhte üblichen Themen, wie Versagensangst und das unter Kontrolle kriegen von ausgeflippten Teenagern, nimmt sich der dritte Teil noch ganz fest dem Thema Mobbing an und dem Druck der Eltern. Aber natürlich können diese Themen nicht einfach so angesprochen werden, sondern es muss einen großen Knall geben. Auf diesen großen Knall arbeitet der Film jedoch handlungstechnisch nicht wirklich hin. Hier und da verwebt er einzelne Handlungsstränge, die vielleicht, vielleicht aber auch nicht, irgendwann mal etwas miteinander zu tun haben.
Zum einen ist da die Handlung über Zeki Müller, der um seinen Job bangt, weil die Schule kurz vor der Schließung steht, wenn nicht einige Maßnahmen getroffen werden. Dann geht es um die 11. Klasse mit Danger, Chantal & Co, die natürlich kein bisschen Bock auf Schule haben, andererseits aber auch eine Menge Angst vor der Zukunft haben. Dann gibt es den Handlungsstrang über die Lehrerin Frau Enzberger, die in den vorherigen Teilen nie auftauchte und nun wohl die Lücke von Frau Schnabelstedt füllen soll, da Karoline Herfurth im dritten Teil nicht mehr mitspielt – die Gründe wurden in zwei Sätzen abgehandelt und an keiner Stelle sinnvoll im Film untergebracht. Dafür geht es gleichzeitig noch um eine andere Klasse, in der ein Schüler sehr stark gemobbt wird und weil das alles noch nicht ausreicht, geht es noch um ein paar Schüler, die einen Selbstmord planen. Somit ist der gesamte Film eigentlich völlig überladen, um auch nur ein einziges Thema richtig ausführen zu können. Aber darum wird sich auch gar nicht bemüht, kann man die Lauflänge doch erreichen, in dem man einen schlechten Witz nach dem nächsten reißt. Während die Charaktere Chantal, Danger & Co im ersten Teil mit ihrer Art noch belustigen konnten, sind sie inzwischen so sehr überzeichnet, dass man die Grundidee hinter ihnen kaum noch erkennen kann. So scheint der dritte Teil auf dem ersten Blick lediglich wie ein stark überzeichneter und überladener Abklatsch des ersten.
Aber dennoch verbirgt sich unter der dreckigen Schale irgendwo doch eine Moral und einzelne Augenblicke zeigen doch, dass sich mit den Problemen der Schüler auseinander gesetzt wird und man auch den Zuschauer irgendwo ernst nimmt. Ohne diese einzelnen Szenen wäre der dritte Teil wohl wie der zweite ein kompletter Reinfall geworden. Im großen und ganzen kann er aber durch seine inzwischen vollkommen abgedrehten Gags nicht mehr überzeugen.

Das Fazit:

Fack ju Göhte 3 – Final Fuck lädt wieder ein, mit den gleichen bekannten Charakteren, noch derberem Humor und einer völlig abgedrehten Handlung. Dabei will der Film gleichzeitig zu viel und zu wenig und kann sich so weder auf ein Thema, noch auf eine Aussage einigen und bleibt irgendwo in der Belanglosigkeit stecken. Ein gelungener Abschluss einer erfolgreichen Reihe sieht anders aus. Dafür gibt es 04 von 10 möglichen Punkten.

Mord im Orient Express

Am 09.11.2017 erschien eine Neuverfilmung des Agatha Christie Romans in den deutschen Kinos.

Ein Vorwort:

Agatha Christie gilt nicht umsonst als „Queen of Crime“. Ihre 66 Kriminalromane, unter anderem mit den weltberühmten Detektiven Hercule Poirot oder Miss Marple, und ihre Kurzgeschichten wurden weltweit über 2 Milliarden Mal verkauft und gehören zu den meistübersetzten Werken weltweit. Während sie der Theaterwelt wenig vertraute und die auf ihren Werken basierenden Theaterstücke immer selbst inszenierte, sieht es in der Filmwelt anders aus. Denn hier sind ihre beiden Meisterdetektive Miss Marple und Mr Poirot altbekannte Figuren. Trotzdem schien es an der Zeit zu sein, die Werke Christies erneut auf die Leinwand zu bringen. So begeisterte sich Kenneth Branagh sowohl für die Neuverfilmung eines der Christie-Werke, als auch für die Darstellung des Detektivs Hercule Poirot. Wie schon in der Fassung von 1974 liest sich auch die Besetzungsliste von Branaghs Remake des Stoffes wie ein Who-is-Who in Hollywood. Der Trailer setzte die Erwartungen sehr hoch. Doch kann der Film diese Erwartungen halten?

Die Handlung:

Der Orient-Express von Istanbul bis Paris ist gut gefüllt, als der Detektiv Hercule Poirot (Kenneth Branagh) einsteigt. Die Wagen der ersten Klasse sind komplett gefüllt, weswegen er sich ein Abteil mit dem Sekretär MacQueen (Josh Gad) teilt. Doch mitten in der Nacht kommt es zu einem Mord. Nun ist die Liste der Verdächtigen zwar überschaubar, immerhin müsste es einer der Passagiere sein, doch steht Poirot vor seiner größten Aufgabe, obwohl er doch eigentlich nur seinen Dickens lesen wollte. Waren es der Graf und die Gräfin Andrenyi (Sergei Polunin & Lucy Boynton), die Prinzessin Dragomiroff (Judy Dench) mit ihrer Zofe Hildegarde Schmidt (Olivia Coleman), der Butler Masterman (Derek Jacobi), der mit dem Sekretär MacQueen und dem Gangsterboss Ratchett (Johnny Depp) reist? Oder waren es vielleicht doch die Einzelreisenden? Die Witwe Hubbard (Michelle Pfeiffer), die Missionarin (Penelope Cruz), die Gouvernante (Daisy Ridley), der Arzt Arbuthnot (Leslie Odom Jr.) oder doch der Professor Hardman (Willem Dafoe)?

Meine Meinung:

Mord im Orient-Express beginnt zunächst mit der Aufklärung eines anderen Falls, in dem der Protagonist Poirot vorgestellt wird. So soll der Zuschauer schnell einen Zugang zu ihm kriegen und als Sympathiefigur des Films verstehen. Leider ist Poirot so exzentrisch, dass er nicht wirklich als Identifikationsfigur herhalten kann. Wenn man sich trotzdem an seine Art gewöhnt, hat man mehr Freude an seiner Aufklärungstechnik. Denn Branaghs Mord im Orient Express orientiert sich sehr stark an den Vorlagen und erzählt die Geschichte immer mit einer gewissen Ruhe. Wer aufregende Dialoge, spannende Verfolgungsjagden oder ausgeklügelte Verhörmethoden sucht, sitzt eindeutig im falschen Film. Christies Werk wird voller Respekt behandelt. Der Spannungsbogen selbst ist dadurch zwar nicht sonderlich hoch, aber der Mörder bleibt doch lange Zeit unentdeckt. Die Vermutungen überschlagen sich und wechselns ebenso häufig. Mit seinen 114 Minuten fehlt dem Film die Zeit alle Figuren bis ins Detail vorzustellen, weswegen der Zuschauer gebannt Poirots Ausführungen folgt, da er als einziger den Überblick bei den Charakteren zu halten scheint und ihm Sachen auffallen, die jedem Laien entgangen wären – ganz so wie es sich für einen Meisterdetektiv gehört.

Durch die bedrückende und einengende Atmosphäre des Zuges wird das Katz und Maus Spiel doch noch spannender als zunächst vermutet. Keiner kann weg, jeder könnte der Mörder gewesen sein. Die Enge des Zuges lässt auch das Kamerateam sehr kreativ sein, was die Einstellungen betrifft. So sind nicht nur die üblichen Einstellungen zu sehen, sondern auch immer mal wieder neuartige, die frischen Wind in den Film bringen. Und zwischendurch gibt es dann doch kleine Szenen, die die Spannung durchaus erhöhen.
Ebenfalls ein interessanter Schachzug ist es, neben den ganzen hochkarätigen Namen der Schauspielriege auch wenige unbekannte hinzuzufügen. Während sich Branagh, Dafoe, Dench und viele weitere einer Oscarnominierung oder sogar eines Oscargewinns rühmen können, schafft es trotzdem sich Daisy Ridley (Star Wars – das Erwachen der Macht) ebenfalls in den Vordergrund zu spielen, auch wenn sie vor Star Wars kaum Rollen vorzuweisen hatte. Einen Schritt weiter geht Branagh dann noch bei der Besetzung von Sergei Polunin als Graf Andrenyi, der bisher erfolgreicher Ballettänzer war und zum ersten Mal für einen Kinofilm vor der Kamera stand. Dennoch muss auch er sich nicht verstecken. Castingtechnisch macht Mord im Orient Express also auch vieles richtig.

Zusammenfassend ist zu sagen, dass Mord im Orient Express interessante Kameraführungen hat, den Cast gut ausgewählt hat und sich gleichzeitig auch nah an die Romanvorlage hält. Doch der schmale Grad zur Modernisierung des Materials gelingt letztendlich nicht. So fesselt der Film nicht genug, erzeugt zu wenig Spannung und auch die Auflösung wird im komplett ruhigen Ton des Films gezeigt. Dadurch fehlt dem Film das gewisse Etwas, den gewissen Pepp, der das Werk außergewöhnlich gemacht hätte. So ist Mord im Orient Express zwar ein guter Film, bleibt aber doch hinter den Erwartungen zurück.

Das Fazit:

Wer einen ruhig erzählten Kriminalfall, der in sich an jeder Stelle schlüssig ist – dank der guten literarischen Vorlage – mit einem starken Cast und nicht allzu viel Wert legt auf das außergewöhnliche oder einem hohen Spannungsbogen ist mit Mord im Orient Express genau richtig bedient. Für alle anderen dürfte der Film an der einen oder anderen Stelle doch enttäuschend wirken. Dafür gibt es 7,5 von 10 möglichen Punkten und damit das erste Mal, dass auf dieser Seite halbe Punkte vergeben werden.

 

Verpasst im Oktober & mein Lesemonat Oktober

Hallo ihr Lieben,

wieder einmal ist ein Monat vorbei – okay der November ist auch schon wieder halb rum, aber ich habe es einfach nicht geschafft diesen Beitrag zu schreiben – und das heißt es wird Zeit für meine üblichen Listen. Ihr kennt das Format 😉

Verpasst im Oktober

What happened to Monday? : Eine Überbevölkerte Welt, in der das Problem durch eine Ein-Kind-Politik gelöst werden soll. Doch eine Mutter bekommt Siebenlinge. Der Großvater (Willem Dafoe) bringt es nicht übers Herz alle töten zu lassen, weswegen er sie versteckt und fortan jeder an einem anderen Wochentag aus dem Haus darf. Doch eines Tages kehrt Monday nicht zurück.

Geostorm : Wetterkatastrophen drohen die Welt zu zerstören, weswegen mit Hilfe von Satelitten das Wetter kontrolliert werden soll. Doch eines Tages gibt es Fehlfunktionen in der Wetterkontrolle.

Diese Filme schafften es nicht auf meine Liste: The Square, 66 Kinos, Jigsaw

Mein Lesemonat Oktober

Da ich Lesetechnisch bereits im Oktober ein Großprojekt anfing, ist meine beendete Lektüre eher übersichtlich.

Bücher insgesamt: 3 Bücher
Seiten insgesamt: 1225 Seiten
Seiten pro Tag: 40 Seiten im Durchschnitt
Taschenbücher: 3

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Platz 3 – Wintersterne : Eine Geschichte aus dem winterlichen Prag über drei Frauen, die aus unterschiedlichen Gründen und mit unterschiedlichen Problemen nach Prag reisen und dort zufällig aufeinander treffen. – Gute Grundprämisse, aber leider sehr schwach geraten, da die Charaktere viel zu viel jammern und die Geschichte erst am Ende spannend wird.

Platz 2 – Reif für die Insel : Bill Bryson – gebürtiger Amerikaner – lebte für ein paar Jahren in England. Bevor er mit seiner Familie wieder in die USA zurück zieht, unternimmt er eine ausschweifende Reise durch Großbritannien. In seinem Buch erzählt er von seinen Besichtigungen und Erlebnissen. – Richtig warm werde ich mit Bill Bryson nicht, denn seine Geschichten konnte mich nur mäßig begeistern. Er erzählt leider viel zu viel über seine Wanderungen als wirklich über die Insel.

Platz 1 – Weil ich Will liebe : Will & Layken haben sich endlich gefunden und schon so manche Schicksalsschläge überstanden. Doch dann vergisst Will Layken etwas zu erzählen, was sie ihm sehr übel nimmt. Nun muss Will sich ins Zeug lehnen, um Layken zurückzugewinnen. – Mrs Hoover, auch wenn ihr Buch bei mir wieder auf Platz 1 gelandet ist, so halte ich dieses Werk doch für eins ihrer schwächsten, zumindest das schwächste, was ich bisher gelesen habe. Die Handlung ist sehr primitiv und konnte mich nicht mehr fesseln. Diesen Monat hatten sie einfach nur eine schwache Konkurrenz.

My little Pony

Am 05.10.2017 erschien der erste Kinofilm zu erfolgreichen Kinderserie My little Pony in den deutschen Kinos.

Ein Vorwort

Hasbro hat das Prinzip verstanden. Aus den Spielfiguren der Firma wurde schon mit den „Transformers“ eine erfolgreiche Kinoserie gestartet. Während die Ponys in meiner Kindheit noch total hässlich waren, wurden sie vor einigen Jahren noch einmal überarbeitet und mit neuem Look wissen sie seit nunmehr sieben Staffeln die Kinder mit ihrer Serie zu überzeugen. Dabei steht das Einhorn Twilight Sparkle im Mittelpunkt, das nach Ponyville geschickt wurde, um dort alles über die Magie der Freundschaft zu lernen – worauf sich der Untertitel der Serie „Freundschaft ist Magie“ bezieht. Ihr immer zur Seite steht ihr Hausdrache Spike und ihre neu gewonnen Freunde Pinkie Pie, Rarity, Applejack, Fluttershy und Rainbow Dash. In jeder Folge wird den Kindern wieder eine neue  wichtige Lektion mitgeteilt, sei es zum Thema Fremdenfeindlichkeit, Eifersucht, Hochmut, Arroganz oder ähnlichen Themen. Die Serie wird dabei immer in fröhlichen bunten Farben gehalten und jede Folge wird von mindestens einem Lied begleitet. Zwar gab es immer mal wieder „Bösewichte“, aber diese wurden dann bekehrt oder auf anständige Weise bestraft. Nun sollte das Erfolgskonzept der Serie in einem Kinofilm fortgesetzt werden.

Die Handlung

Das Königreich Equestria bereitet sich auf eine große Feier vor. Doch mitten während der Feierlichkeiten stürmt der böse Sturmkönig das Königreich und unterjocht alle Ponys. Einzig Twilight Sparkle und ihre Freunde konnten fliehen. Auf der ständigen Flucht, versuchen sie Verbündete zu finden, die ihnen im finalen Kampf gegen den Sturmkönig und seiner Handlangerin Tempest unterstützen können. Doch die Suche gestaltet sich schwieriger als gedacht.

Meine Meinung

Farbenfroh, fröhlich und lustig sind die Worte, mit denen sich die Serie am besten beschreiben lässt. Farbenfroh ist das einzige Wort, was sich davon auch auf den Film anwenden lässt – und selbst das wird teilweise durch einen dichten Nebel getrübt. Gleich zu Beginn fällt dem treuen Seriengucker bereits auf, dass wohl ein anderes Animationsstudio mit dem Film betraut wurde, denn die Ponys wurden teilweise anders dargestellt. Gerade die Augen wurden größer und mit Manga-ähnlicher Wasserperle bestückt gezeichnet, was schon den ersten typischen Charme wegnahm. Hinzu kommt der schnelle Stimmungsumschwung am Anfang. Beginnt der Film noch mit einem typischen beschwingten Lied, schlägt die Stimmung mit der Ankunft des Sturmkönigs in Bedrückend um. Brutal überrennt dieser das Königreich und geht dabei für die Serie sehr ungewöhnlich gewaltsam vor. Vorbei ist es mit der Fröhlichkeit. Man sieht nur noch traurige und niedergeschlagene Ponys, die versklavt und gefangen genommen werden. Hier mussten sogar die erwachsenen Zuschauer schlucken, bei eine FSK Freigabe ab 0 Jahren waren die Bilder doch sehr hart für die Kinder. Weiter geht es mit der Verfolgungsjagd, bei der mehr Wert auf immer neue Charaktereinführungen gelegt wurde, als auf wirklich Charaktervorstellungen. Die sechs Freunde hüpfen von einem Feind/Verbündeten zum nächsten. Wenn sich Zeit gelassen wurde, gab es noch ein kurzes Liedchen, aber das war dann auch schon das höchste der Gefühle. Einen wirklichen Handlungsbogen lässt sich dadurch auch nur mit Mühe erkennen, weil es mehr wie viele kleine Handlungen wirkt, einzig verbunden durch die ständige Gefahr der Verfolgung. Der Witz der Serie kommt hier an keiner Stelle durch, die übliche Moral wird nur angedeutet, die Wandlungen am Ende kommen sehr plötzlich, obwohl sie bereits von Anfang an vorherzusehen waren.

Mit dem Sturmkönig wurde ein sehr lächerlicher „Bösewicht“ geschaffen. Er wird permanent als sehr dumm dargestellt, obwohl er es doch schafft ganze Königreiche zu versklaven. Über seine Beweggründe wird nicht genauer gesprochen, sondern er wird einfach als das pure Böse dargestellt. Lediglich seine rechte Hand Tempest bekommt im Film Platz für Vorstellung und Hintergrund. Sie dürfte auch der einzige neue Charakter werden, der in der Serie einen Platz finden könnte.

Die Macher des Films dürften kaum eine der Folgen der Serie gesehen haben, denn sie treffen weder den passenden Ton im Film, noch schafft es der Film mit Humor zu punkten. Der größte Negativpunkt dürfte aber doch sein, dass nicht einmal die Hauptponys mit ihren Charaktereigenschaften richtig getroffen wurden. Jedes Pony hat seine eigene Besonderheit oder Schwäche, die in der Serie immer auf einem guten Punkt gebracht wurde. Im Film jedoch werden die Charaktere so stark überzeichnet, dass sie sehr unsympathisch erscheinen. Keine gute Voraussetzung. Gleichzeitig wurde auch gerade einmal der Hälfte wirklich Text zugeschrieben. Die restlichen Drei glänzen durch Schweigsamkeit, die so aber nicht zu ihren Charakteren passt. All dies sorgt dafür, dass My little Pony – der Film keinen richtigen Spaß macht zu sehen. Selbst der Soundtrack schwächelt – bis auf ein wirklich gutes Lied von Tempest. Wäre es für die Macher so schwierig gewesen vorab einfach mal nur eine Staffel der Serie zu sehen? Oder hätte man nicht einfach auf den Kinofilm verzichten können?

Das Fazit

My little Pony – der Film ist undurchdacht, ungewöhnlich brutal und eine Beleidigung für die Serie. Liebe Eltern, wenn sie mit ihrem Kind ins Kino gehen wollen, dann bitte nicht in diesen Film. Er könnte ihr Kind verstören. Schauen sie sich zu Hause die Serie an. Da lernt ihr Kind fürs Leben. Für den Film gibt es 05 von 10 möglichen Punkten.

Thor 3 – Ragnarök

Am 31.10.2017 erschien der dritte Teil der Thor-Reihe aus dem Marvel Cinematic Universe in den deutschen Kinos.

Ein Vorwort:

Das Marvel Cinematic Universe beglückt uns ja jährlich mit mehreren neuen Helden oder den Fortsetzungen zu bereits bestehenden Helden. In der ersten Phase des MCU wurden die Helden Iron Man, Captain America und Thor vorgestellt und in Avengers zusammengeführt. In der zweiten Phase bekamen sie nun alle ihre Fortsetzung und in Phase 3 nun die beendete Trilogie. Es fehlte noch der dritte Thor-Teil. Wer die Idee hatte den Originaltitel „Ragnarök“, der eine feste Bedeutung in der nordischen Mythologie hat in den nichtssagenden 08/15 deutschen Titel „Tag der Entscheidung“ umzubenennen, ist unklar. Wahrscheinlich der gleiche, der aus „Captain America – The Winter Soldier“ „The Return of the first Avenger“ machte. Doch mit Bekanntgabe war die grobe Richtung des letzten Thorsolofilms deutlich. Es sollte um Ragnarök gehen, den Kampf der Götter und der Riesen in dessen Folge die ganze Welt untergeht. Bereits in den vorhergehenden Teilen hatte Marvel ja immer gerne auf die nordische Mythologie zurückgegriffen, diese aber auch frei interpretiert und angepasst.

Was bisher geschah

Für Nichtfans des MCU, die die Vorgängerfilme nicht sahen, oder auch für Fans, denen die Vorgängerfilme einfach nicht mehr geläufig sind, soll es hier eine kurze Zusammenfassung geben. Das dabei die ersten beiden Teile gespoilert werden ist unvermeidbar.

Im ersten Teil lernt der Zuschauer den arroganten Gott des Donners Thor kennen. Er soll demnächst die Thronfolge antreten, wenn Odin abtritt. Immer in seinem Schatten steht sein Bruder Loki. Nachdem die Frostriesen die Krönungszeremonie unterbrechen, sinnt Thor auf Rache. In Folge dessen kommt heraus, dass sein Bruder Loki adoptiert ist und eigentlich zu den Eisriesen gehört, und Odin verbannt Thor nach Midgard, damit er dort über seine Taten nachdenken kann. Thor landet direkt in der Wüste von New Mexiko und trifft dort auf die Astrophysikerin Jane Foster. Mit ihrer Hilfe versucht er seine Macht zurück zuerlangen, um nach Asgard zurückkehren zu können.
Die Eisriesen bedrohen Midgard noch ein zweites Mal. Loki reist auf die Erde und stiehlt den Tesseract, den SHIELD – eine geheime Regierungsorganisation – gerade untersucht. Dabei gerät Dr. Selvig unter Lokis Kontrolle. In Folge dessen wird die Avengers Initiative ins Leben gerufen. Die bekannten Helden Iron Man, Captain America, Hulk und Black Widow vereinen sich, um Loki aufzuhalten. Thor stößt zum Team, da er Loki wieder mit zurück nach Asgard nehmen möchte. Es kommt zum Kampf in dessen Folge New York größtenteils zerstört wird. Thor und Loki kehren zurück nach Asgard.
Dort schließt dann die zweite Thorverfilmung an „Thor – The Dark World“. Während Loki in Asgards Gefängnis sitzt, würde Thor am liebsten zu Jane Foster auf die Erde zurückkehren. Als eine uralte Macht erwacht und mit Jane in Berührung kommt, holt Thor sie kurzerhand in seine Welt nach Asgard. Dies wird zum einen von Odin gar nicht gerne gesehen, zum anderen suchen die Dunkelelfen nach eben jeder uralten Macht. Thor versucht alles um Jane zu schützen. In seiner Not befreit er Loki aus dem Gefängnis und flieht mit beiden. In der großen Endschlacht stirbt Loki in Thors Armen, aber Jane kann gerettet werden. In einer After Credit Scene erlaubt Odin Thor auf die Erde zu reisen und mit Jane zusammen zu sein. In der letzten Einstellung wird gezeigt, wie sich Odin in Loki verwandelt.
Thor erlebt mit den Avengers noch ein zweites Abenteuer in „Avengers – Age of Ultron“. Der Film hat jedoch keinen direkten Bezug zu den Geschehnissen in „Thor – Ragnarök“

Die Handlung

Das inzwischen dritte Thor-Soloabenteuer setzt einige Zeit nach „Avengers – Age of Ultron“ an. Thor (Chris Hemsworth) reist durch die verschiedenen Welten, ehe er nach Asgard zurückkehrt. Dort muss er zunächst feststellen, dass Odin (Anthony Hopkins) verschwunden ist und Loki (Tom Hiddlestone) sich als Odin ausgibt. Die Brüder beginnen Odin zu suchen und treffen dabei auf Hela (Cate Blanchett), der Göttin des Todes. Diese schafft es nicht nur Thor Hammer Mjölnir zu zerstören, sondern auch Thor und Loki an einen weit entfernten Ort zu verbannen und Asgard zu unterwerfen. Inmitten von Müll findet sich Thor wieder und wird auf dem fremden Planeten kurzerhand als Gladiator festgenommen und zu Arenenkämpfen verdonnert. Dort trifft er auf einen alten Bekannten. Sein einziger Gedanke jedoch ist die Flucht, um sich Hela zu stellen und Ragnarök, den Kampf der Götter, zu verhindern.

Meine Meinung

Die Thor Filme hatten sich bisher immer bildgewaltig gezeigt, die nordische Mythologie jedoch immer gut mit eingesetzt. Die verschiedenen Welten wurden gut vorgestellt und dargestellt und doch wurde die Balance zum Superhelden-Genre immer gefunden. Dabei gab es eine gute Portion Marvel-Humor, die wohl dosiert eingesetzt wurde und so den Kinosaal in allen Facetten unterhalten konnte. Thor – Ragnarök hingegen scheint nicht ganz so genau zu wissen, was er denn jetzt eigentlich aussagen möchte. Grelle bunte Bilder und ein sehr elektrischer Soundtrack zeichnen eher eine gewisse Nähe zu „Guardians of the Galaxy“ als zu den Vorgängerfilmen. Hier scheint Marvel eindeutig auf den Erfolgszug der Guardians aufspringen zu wollen. Leider beißt sich das ganz böse mit dem immer wieder auftauchenden Mythen. Das Thema „Ragnarök“, dem Kampf der Götter, dem Ende der Welten, wäre eigentlich genug Vorlage gewesen, um einen vernünftigen Film zu kreieren. Stattdessen wird ein neuer Planet/eine neue Welt eingeführt, die kaum zur Handlung beiträgt, geschweige denn die Charaktere weiter entwickelt. Dafür wird dem wenigen, was dort passiert sehr viel Platz eingeräumt. Während seiner Arenazeit wird aus Thor, was die Sprüche angeht, zeitweise ein zweiter Star Lord, was so gar nicht zum Charakter passen will. Hier hätte man eindeutig Zeit einsparen können, um die am Ende bei der Endschlacht wieder zu nutzen. Denn diese fällt dann viel zu kurz aus, wo man sich am Ende fragt „Das war es jetzt schon?“
So scheint der Film zwischendurch sehr zweigeteilt. Während Hela in Asgard hockt, greift sie immer wieder Themen zur nordischen Mythologie auf. Leider wird ihre Screentime immer weiter runtergekürzt und ihre Ausführungen scheinen dadurch abgehackt und kommen nicht so richtig auf den Punkt. Am Ende weiß man immer noch nicht so richtig, was eigentlich passiert sein soll. Währenddessen bekommt Thor eine Menge überflüssiger Screentime.
Erneut mit von der Partie sind Chris Hemsworth als Thor, Tom Hiddleston als Loki, Idris Elba als Heimdall und Anthony Hopkins als Odin. Sie spielen ihre Rollen alle gewohnt souverän, auch wenn sich Hiddlestone inzwischen in seiner Rolle als Loki ein wenig zu langweilen scheint. Zugegeben seine Dialoge mit Thor scheinen teilweise mit Kopieren und Einfügen aus den vorherigen Filmen übernommen worden zu sein. Neu mit von der Partie sind Cate Blanchett als Hela, Karl Urban als Skurge, Jeff Goldblum als Grandmaster und Tessa Thompson als Walküre. Cate Blanchett ist in jeder Rolle einfach eine Wucht und man merkt ihr ihren Spaß an der Rolle der Hela deutlich an. So ist sie eine große Bereicherung zum MCU, wird als Bösewichtin aber sehr blass charakterisiert. Aber die schwachen Bösewichte waren schon immer die größte Schwäche des MCU. Da können noch so starke Schauspieler gecastet werden – das gleiche ist schon Mads Mikkelsen in Doctor Strange passiert. Karl Urban ist als Skurge zwar nur ein kleiner Sidekick im Film, aber schafft es durch seine starke Präsenz und seinem etwas trotteligem Charakter eine Person zu schaffen, die Springseilhüpfen mit der schmalen Linie zwischen Sympathie und Hass spielt. Gerne darf er auch in den kommenden Filmen immer wieder kleine Rollen spielen. Die Rolle des Grandmaster scheint praktisch zugeschnitten worden zu sein auf einen Stanley Tucci, der bereits ähnliche Rollen verkörpern konnte. Stattdessen wurde jedoch Jeff Goldblum gecastet, der die Rolle sehr einseitig spielt und irgendwie nicht richtig passen will. Für so einen guten Schauspieler eine schwache Leistung. Tessa Thompson spielt zwar als Walküre auch eher eine Nebenrolle, überzeugt aber dennoch durch ihren Charakter und ihre Spielweise. Gerne hätte man von ihr schon früher etwas gesehen, denn sie passt wunderbar in beide Welten des Films und schafft es als einzige den Übergang richtig zu finden.
Zusammenfassend ist zu sagen, dass das dritte Thorabenteuer eindeutig viel Potential liegen lässt und vergisst den richtig Ton zu treffen. Es könnte auch Guardians of the Galaxy 3 ohne die Guardians of the Galaxy heißen. Das ist schade, weil der Teil des Films, der sich auf den Titel Ragnarök bezieht, zeigt, was der Film uns eigentlich hätte bieten können. Liebes MCU: Wenn eine Filmreihe funktioniert, heißt es nicht, dass alle Filmreihen mit der gleichen Prämisse funktionieren. Bei Thor – The Dark World wusstet ihr noch, was ihr aussagen wolltet. Wieso nicht auch dieses Mal?

Das Fazit

Ein eher enttäuschender Vertreter des Marvel Cinematic Universe, da das gegebene Potential aus Ragnarök einfach nicht genutzt wurde. Marvel, das konntet ihr doch mal besser. Dafür gibt es 06 von 10 möglichen Punkten.

Schneemann

Am 19.10.2017 erschien die Verfilmung des Bestsellers von Jo Nesbø in den deutschen Kinos.

Ein Vorwort

Jo Nesbø schreibt schon seit den 1990er Jahren erfolgreiche Krimis, vor allem um seinen Ermittler Harry Hole. Dabei geht es meistens sehr eisig zu, denn die Handlung lässt der Norweger Nesbø in Oslo und teilweise auch anderen Orten Norwegens spielen. Schneemann ist eigentlich der siebte Teil der Reihe um Harry Hole, wurde aber nun als erstes Werk verfilmt. Das ganze kann funktionieren, wenn man bedenkt, dass der Kinozuschauer nun die Vorinformationen zum Protagonisten fehlen.

Die Handlung

Mehrere Frauen werden ermordet aufgefunden oder als Vermisst gemeldet. Die Gemeinsamkeit ist ein Schneemann, der vor den jeweiligen Häusern gebaut wurde. Ermittler Harry Hole, der ganz nebenbei mit seinem Alkoholkonsum zu kämpfen hat, findet schnell Parallelen zu älteren Fällen, unter anderem in Bergen. Zur Seite steht ihm die frisch von Bergen nach Oslo versetzte Katrine Bratt. Verdächtige werden schnell gefunden, doch waren sie auch die Mörder?

Meine Meinung

Wie anfangs bereits erwähnt, handelt es sich bei Schneemann um den siebten Teil einer erfolgreichen Buchreihe. So ist Protagonist Harry Hole in den Büchern zu dem Zeitpunkt bereits entwickelt und vorgestellt. Leider wird auf dies im Film komplett verzichtet. Man bekommt einen Protagonisten, der augenscheinlich mit vielen inneren Problemen kämpft, aber worum es sich genau handelt, erfährt der Zuschauer nicht. Hinweise gibt es nur immer wieder durch ausufernden Alkoholkonsums gepaart mit einer sehr lockeren Auslegung der Arbeitszeiten. Aber Hintergründe dazu fehlen komplett. So startet der Film mit einem Protagonisten, der die ganze Zeit nur oberflächlich und blass ist, weil auf ihn einfach nicht genauer eingegangen wird. Die Besetzung mit Michael Fassbender ist eigentlich ein guter Schachzug gewesen, vermag er es doch noch am meisten aus dem wortkargen Ermittler herauszuholen. Neben den beruflichen Aspekten Holes werden auch immer wieder private Einblicke gezeigt. Hier pflegt er noch eine Beziehung zu seiner Ex-Freundin Rakel mit ihrem Sohn,ø den er aber durch ständige Abwesenheit regelmäßig enttäuscht. Auch die Nebencharaktere werden als selbstverständlich gesehen und nicht genauer vorgestellt oder auf ihre Geschichten eingegangen. Sie sind halt einfach da.

Dies vermutete man noch nicht, als der Trailer herauskam. Denn hier zeigt sich Schneemann von seiner besten Seite und vereint gekonnt spannende Szenen und Dialoge, so dass der Zuschauer richtig Lust auf den Film bekam, was auch der gut gefüllte Kinosaal zeigte. Den Kinosaal hingegen verließen die Zuschauer gelangweilt oder total enttäuscht, je nachdem mit welchen Erwartungen in den Film gegangen wurde. Das liegt wohl daran, dass 80% der Szenen im Trailer im Endprodukt gar nicht auftauchten. Leider waren es genau diese, die auf den spannenden Krimi schließen ließen. Übrig bleibt ein Sammelsurium von verschiedenen Handlungssträngen, die nicht so genau durchdacht wurden, wirr übereinander liegen und zu keiner konsequenten Handlung führen. Da gibt es Rückblenden zu anderen Fällen, die dann auch einfach wieder beendet wurden, ohne den großen Zusammenhang herzustellen. Dann gibt es Morde und Vermisste, die auch schnell abgehandelt wurden, so dass man mit keinem der Opfer wirklich mitfühlte. Es werden Charaktere eingeführt, die zunächst wichtig erscheinen und um die viel Brimborium gemacht wird, nur um sie gegen Ende einfach zu vergessen. Sie waren halt da, mehr kann man letztendlich nicht dazu sagen. Am Ende bleiben mehr Fragen offen, als Rätsel gestellt wurden und beim Verlassen des Saals kommt zur Enttäuschung über das verschwendete Geld noch das Gefühl der Frustration dazu, weil man aus dem Film so viel mehr hätte machen können. Denn genug Zeit, um die Geschichte vollständig zu erzählen war da. Vor allem da genug total überflüssige Szenen gezeigt wurden, die dann auch noch künstlich ausgedehnt wurden. Hier wär weniger überflüssiges und dafür mehr Zusammenhänge sehr schön gewesen.

Als Endprodukt bleibt Schneemann durchgehend ein langweiliger Film. Selbst das große Finale kann die schläfrige Stimmung des Kinosaals nicht mehr heben. Durch die fehlende Nähe zu den Charakteren ist einem der Ausgang zu diesem Zeitpunkt sehr egal. Nicht einmal die norwegische Landschaft hebt die Stimmung, auch wenn sie gerne gezeigt wurde. Die Filmmusik bleibt ebenfalls hinter den Erwartungen zurück, passt sich aber dem Gesamtbild an. Am Ende gibt es einen Ermittler und einen Täter und von beiden weiß man nicht, warum und wieso sie so sind oder was genau ihre Hintergründe sind.

Fazit

Nicht ein zufriedenes Gesicht verließ den vollen Kinosaal, was sehr deutlich ausdrückt, wie sehr sich Schneemann verkalkuliert hat. Die einzig richtige Entscheidung war das Casting von Michael Fassbender, der jedoch auch nicht über die vielen Negativpunkte hinweg trösten kann. Vielleicht hätte man aus dem guten und spannenden Trailer einfach einen Kinofilm machen sollen, statt 80% der Szenen zu entfernen? Für diese Leistung gibt es 02 von 10 möglichen Punkten.

Wintersterne

Neulich blätterte ich durch die Neuerscheinungen des Diana-Verlags und wurde von einem Titel sofort angesprochen. Als ich sah, dass dieser Titel auch noch in Prag spielt, wusste ich, dieses Buch muss gelesen werden.

Ein Vorwort

Prag, die goldene Stadt. Auch mich konnte sie 2015 verzaubern und seitdem lese ich es sehr gerne, wenn Prag der Schauplatz eines Buches ist. Autorin Isabelle Broom wählt die einzelnen Orte sehr sorgsam aus und erzählt von Ihnen so lebhaft, dass man beinahe das Leuchten in Ihren Augen beim Schreiben spüren kann. Mit ihrem sehr leichten Schreibstil, lässt sie den Leser schnell in ihre Geschichte einsteigen und lässt abwechselnd die weiblichen Protagonisten zu Wort kommen.

Die Handlung

Aus völlig unterschiedlichen Gründen und aus ganz anderen Regionen in Großbritannien kommend schlägt es fünf Leute zur Weihnachtszeit ins verschneite Prag. Durch Zufall kommen sie ins Gespräch und verbringen daraufhin immer mehr Zeit zusammen. Doch jeder hat so sein eigenes Päckchen zu tragen.
So lernen wir zunächst Megan kennen. Sie hat spontan ihrem guten Freund Ollie zugesagt mit ihm nach Prag zu reisen, weil er dort den Unterricht für seine Schüler über Prag vorbereiten möchte. Sie selbst strebt eine Karriere als Fotografin an und hofft in Prag inspirierende Bilder zu finden. Doch sie hat auch etwas Sorge, dass Ollie in die Reise zu viel hineininterpretiert, da sie denkt, dass er heimlich in sie verliebt ist. Als nächstes lernen wir Hope kennen. Sie hat sich vor kurzem von ihrem Mann getrennt und lebt nun mit ihrer Affäre Charlie zusammen. Das missbilligt jedoch ihre Tochter, was Hope sehr bekümmert. Um sie auf andere Gedanken zu bringen, reist Charlie mit ihr nach Prag.
Als letztes erscheint noch Sophie in Prag. Sie schwebt in Gedanken immer wieder bei ihrem Verlobten Robin, der nach Prag nachreisen soll. Über Sophie erfährt man lange Zeit am wenigsten.

Meine Meinung

Wintersterne ist in Buch, das man nicht wirklich als schlecht bezeichnen kann. Es ist aber leider auch kein wirklich gutes Buch. Das liegt zum einen daran, dass die Handlung des Buches nicht für die Seitenanzahl von knapp 450 ausreicht. So streckt Broom immer wieder Passagen unnötig in die Länge und erzeugt dadurch vor allem eins: Langeweile. Während man am Anfang noch gut in das Buch hineinfindet, erstreckt sich die mittlere Hälfte Seite über Seite mit belangloser Handlung. Die Urlaube der drei Gruppen werden bis ins kleinste Detail beschrieben. Wenn sie wenigstens dabei etwas Spannendes erlebt hätten, aber es bleibt dann doch bei den typischen touristischen Sehenswürdigkeiten. Lediglich das letzte Viertel schafft es dann herauszustechen und trifft den Leser noch einmal völlig unerwartet.
Der andere Negativpunkt sind die Gedanken der Charaktere. Denn egal, mit welchem Problem sie sich herumschlagen, sie erzählen es in jedem Kapitel wieder und das seitenlang. Megan, die sich fragt, ob sie nicht doch Gefühle für Ollie hat und das dann innerlich immer wieder abstreitet. Hope, die sich die ganze Zeit fragt, wie sie wieder Kontakt zu ihrer Tochter herstellen kann und sich ständig von Charlie bevorzugt fühlt. Sophie, die nur über ihre absolut perfekte Beziehung zu Robin denken kann. Nachdem die Charaktere mit ihren Sorgen und Ängsten einmal vorgestellt wurden, hat es mir mit der Jammerei bereits gereicht. Das gleiche aber immer und immer wieder lesen zu müssen, ohne das die Charaktere eine neue Erkenntnis gewonnen hätten, war dann doch sehr ermüdend. Hier wäre weniger deutlich mehr gewesen. Auch lobte ich zu Anfang noch die traumhafte Beschreibung Prags. Doch auch dies nimmt immer wieder zu viel Platz ein, um das Buch künstlich zu strecken. Irgendwann hat man einfach verstanden, wie unglaublich toll die Stadt ist. Auch scheinen die Beschreibungen immer wieder von vorherigen Seiten kopiert worden, denn die Wortwahl ändert sich kaum. Wer einmal in Prag war, versteht die Begeisterung der Autorin für die Stadt, trotzdem nervt es immer das gleiche zu lesen.

Fazit

Kurzum ist Wintersterne viel zu lang für die mickrige Handlung, lässt die Charaktere Kapitel um Kapitel auf der Stelle stehen, gibt ihnen aber seitenlang die Möglichkeit immer wieder das gleiche zu denken und übertreibt mit den ausführlichen Beschreibungen. Dadurch zieht sich das Buch bis zum letzten Viertel in dem das Buch dann doch noch einmal punkten konnte. Schade, denn das Buch klang vielversprechend und bot auch wesentlich mehr Potential, was leider nicht genutzt wurde.

„Wintersterne“ wurde mir als kostenloses Rezensionsexemplar vom Bloggerportal der Verlagsgruppe Random House zur Verfügung gestellt. Vielen Dank hierfür!