Streifzüge durch das Abendland

Ein Vorwort

Drei Bücher hatte ich von Bill Bryson bereits gelegen. Nachdem mich das erste (Streiflichter der USA) mittelmäßig begeistern konnte, mich das zweite (Reif für die Insel) eher langweilte und mich das dritte (Frühstück mit Kängurus) dann endlich so richtig packen konnte – vielleicht gebe ich den Briten auch nochmal die Chance und lese das Buch mit anderen Erwartungen – versuchte ich es nun mit dem vierten Buch, in dem Mr. Bryson kreuz und quer durch Europa reiste und von seinen Erfahrungen berichtete.

Die Handlung

Bill Bryson hat wieder das Reisefieber gepackt. Nachdem er im nördlichsten Europa startet, um die Nordlichter zu sehen, führt ihn seine Reise kreuz und quer durch Europa. Dabei vergleicht er Kulturen, erzählt von Städten und Erlebnissen, lässt sich über Gewohnheiten einzelner aus, kurzum bringt uns Europa ein Stückchen näher.

Meine Meinung

Zunächst möchte ich loswerden, dass Streiflichter durch Europa wohl eines der hässlichsten Buchcover hat, die es in mein Bücherregal geschafft haben. Angelehnt an das Cover von Frühstück mit Kängurus, wo thematisch passend ein Känguru in die Kamera guckt und um Hintergrund der Ayers Rock mit Fernweggefühlen lockt, durfte diesmal ein Esel vor einer antiken Ausgrabungsstätte (vermutlich die Akropolis) posieren. Leider ist der Esel nicht wirklich hübsch, das knallige blau des Covers im komischen Kontrast dazu und Griechenland wird nicht einmal besucht. Der Esel wird übrigens auch nie erwähnt. Und ja, ich habe mich eigentlich noch nie so sehr über ein Buchcover geärgert. Oder so viel über Buchcover auch nur nachgedacht.
Aber kommen wir zum Buch selbst. Bill Bryson lässt uns wieder einmal an einem seiner Reiseerlebnisse teilnehmen. Diesmal wollte der gebürtige Amerikaner endlich einmal Europa genauer erkunden. Bewaffnet mit Rucksack, Traveller Checks und vielen guten Vorsätzen springt er auch mal eben schnell in einen Zug, wenn er vor einem Ort flüchten will oder wenn er gehört hat, dass es woanders noch viel schöner sein soll. Gerade diese Spontanität macht seine Reiseberichte so interessant. Mit gewohnt leicht ironischem Unterton berichtet er von seinen Abenteuern. Dabei bekommt jede Stadt/Ort ein paar Seiten gewidmet, manche mehr, andere weniger, aber irgendwie doch zu wenig, um wirklich etwas über die Städte zu erfahren. Mit 320 Seiten ist dieser Europabericht auch gute 100 Seiten dünner als sein Werk über Australien beispielsweise. Dadurch fehlen leider mitunter die liebgewonnenen Ausschweifungen über absurde Gesetze oder seltsame Vorkommnisse in der Vergangenheit. Kurzum dem Buch fehlt ein wenig des erwarteten Peps. Es ging dann sogar soweit, dass ich nach circa der Hälfte das Buch einfach weglegen musste. Das immer gleiche Schema der Kapitel ödete mich zu sehr an. Nach einer gewissen Pause hat sich das wieder gelegt und ich konnte mit neuer Entdeckungslust weiterlesen und fand auch wieder mehr Gefallen am Buch.
Die Auswahl der Städte selbst ist kunterbunt gemischt und bildet einige Stellen Europas gut ab. Natürlich gibt es auch genug Flecken, die nicht besucht wurden, aber ganze Europa repräsentabel zu bereisen und in ein Buch zu stecken, ist bei der Vielfalt wohl auch kaum möglich.

Das Fazit

Mit weniger Biss und skurilen Fakten, aber doch mit allerlei erheiternden Informationen, ist Streifzüge durch das Abendland weder Brysons bestes, noch bisher schlechtestes Werk. Es kann abschnittsweise durchaus begeistern, verfällt aber irgendwann in Monotonie.

Ein wenig Leben

Ein Vorwort

Wäre ich diesem Wälzer das erste Mal im Buchladen begegnet, ich hätte es wohl bewusst übersehen, da mich der Einband wenig angesprochen hätte. Doch manchmal stolpert man ja auch auf ganz kuriose Weise über neue Bücher. Diesmal passierte es tatsächlich während ich Queer Eye schaute und Antoni – einer der Fab 5 – ein T-Shirt trug, mit der Aufschrift Jude & Willem & Malcolm & JB. Ich startete also eine Internetsuche nach diesem Namen und stieß neben diversen Angeboten auch über ein Interview mit Antoni, wo er genau auf das T-Shirt angesprochen wurde. Seltsamerweise zeigte mir ein paar Tage später mein bester Freund seinen neuesten Fund aus der Buchhandlung. Es war ein wenig Leben. Ein wenig musste ich mich nun also noch gedulden, denn mein bester Freund wollte es natürlich zunächst selbst lesen. Doch dann durfte ich es mir ausleihen und wurde selbst in die Welt der vier Freunde hineingezogen.

Die Handlung

Die vier Freunde Willem, JB, Malcolm und Jude lernen sich am College kennen und auch noch Jahre später verbindet sie eine enge Freundschaft. Das Buch verfolgt ihre Leben über viele Jahre. Doch nach und nach öffnen sich die Abgründe aus Judes Vergangenheit, die er nie jemandem erzählen will.

Meine Meinung

Es ist schwierig das Buch in einer Inhaltsangabe zusammenzufassen. Denn auch wenn das Buch mit 960 Seiten ein richtiger Wälzer ist, gibt es keine klar erkennbare Handlungslinie. Stattdessen wird abwechselnd von einem anderen der vier Hauptcharaktere erzählt. Teilweise wird das Leben von mehrehren Wochen zusammengefasst, teilweise aber auch ein bestimmtes Ereignis oder ein Tag ganz ausführlich beschrieben. Dabei wird das Leben der vier Freunde in einem Zeitraum von circa 30 Jahren durchleuchtet mit allen Höhe- und Tiefpunkten. Von allen erfährt man auch ein bisschen Vor- und Familiengeschichte. Dabei wird schnell klar, dass Jude ein großes Geheimnis um seine Vergangenheit macht. Die Gründe dafür und auch, was ihm alles passiert ist, werden nach und nach erzählt. Somit liegt der Fokus des Buches durchaus auf seiner Figur und nimmt mit fortschreitendem Buch immer mehr Platz ein, während andere Charaktere immer weniger Platz bekommen.
Grundsätzlich finde ich, dass Autorin Hanya Yanagihara eine interessante Geschichte erzählt und auch wenn sie „nur“ einzelne Passagen aus dem Alltag beschreibt, durchaus auch eine erzählenswerte Geschichte erzählt. Dennoch sind 960 Seiten irgendwo einfach zu viel. Man merkt, wie man bei einzelnen Passagen tiefer in der Geschichte ist, als bei anderen. Mit fortschreitendem Buch kommt hinzu, dass bei Judes Lebensgeschichte wohl nach dem Motto „Wie viel kann ein Mensch ertragen“ gearbeitet wurde, als wie viel Leid ist noch realistisch. Das führt dazu, dass es einem mit fortschreitendem Buch immer schwerer fällt, dieses in die Hand zu nehmen und weiterzulesen. Zumal es einen selbst immer wieder mit hinunterzieht. Dennoch finde ich es gut, dass Frau Yanagihara hier scheinbare Tabuthemen offen anspricht und dies ohne Wertung in einer Geschichte erzählt, die die Tabuthemen immer wieder anreißt, sich aber vielmehr auf die Bewältigung des Traumas Jahre später noch konzentriert. Mit Jude hat sie einen Charakter geschaffen, mit dem man als Erwachsenen noch mitfühlt, dem man begreiflich machen möchte, dass er wertvoll ist.

Das Fazit

Ein wenig Leben ist ein Buch ohne klaren Handlungsfaden, was man mögen muss, aber dafür mit starken Charakteren, die über 30 Jahre begleitet werden. Dabei werden absolute Tabuthemen angesprochen, aber respektvoll behandelt. Definitiv kein glücklich machendes Buch, dafür aber ein wichtiges.

Sommerlektüren – eine Auswahl

Ein Vorwort

Diesen Beitrag wollte ich eigentlich bereits am Anfang des Sommers geschrieben haben, aber irgendwie kam immer etwas dazwischen. Aber immerhin scheint draußen noch die Sonne und schneit noch nicht, also bin ich wohl noch nicht zu spät dran. Jedes Jahr zu Beginn des Sommers stehe ich vor meinem SuB (Stapel ungelesener Bücher) und kann mich nicht durchringen auch nur eines davon zu lesen. Genau dann weiß ich, dass es wieder Zeit wird die Buchhandlung meines Vertrauens aufzusuchen und nach dem nächsten Sommerbuch Ausschau zu halten. Dabei gehe ich nach zwei Kriterien: Die Geschichte soll leicht und fröhlich sein und mich in Urlaubsstimmung versetzen. Manchmal geht das gut, manche Bücher musste ich aber auch abbrechen, weil sie mich zu sehr genervt haben. Eine kleine Auswahl von drei guten Sommerlektüren, möchte ich euch heute vorstellen.

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Honigduft und Meeresbrise

Die Handlung: Anna ist nach dem Tod ihrer besten Freundin zu Besuch bei ihrer Oma, die im Garten Bienen hält und ihren eigenen Honig herstellt. Eines Vormittags kommt der Postbote mit einem ganz besonderen Brief vorbei. Denn er wurde 1941 an Omas Mutter, also Annas Urgroßmutter, aufgegeben, fand aber nie seinen Weg nach Deutschland. Auf der Suche nach Antworten zieht es Oma und Enkelin nach Ahrenshoop.

Meine Meinung: Über dieses Buch bin ich tatsächlich über diverse Buchnewsletter gestolpert und habe mich dann ganz vorbildlich im Buchladen meines Vertrauens auf den Titel gestürzt. Gelesen habe ich ihn dann während meiner Kreuzfahrt auf der Ostsee, so dass ich die Meeresbrise permanent im Gesicht hatte. Den Honigduft musste ich mir dazu vorstellen. Zunächst hatte ich ein paar Bedenken, ob die Geschichte nicht zu traurig würde, wegen der Trauerverarbeitung der Protagonistin. Dieser Teil wurde zwar mehrfach mit dem nötigen Respekt erwähnt, aber wiegt tatsächlich nicht so schwer, als dass er einen herunterziehen könnte. Auch der Brief ist eigentlich nur Mittel zum Zweck, um so ein bisschen Geheimnisenthüllung zu betreiben. Soll heißen, es gibt keine langen Rückblenden in das Jahr 1941, als der Brief geschrieben wurde, sondern wir bleiben in der Gegenwart. Im Vordergrund stehen die Charaktere und vor allem unsere Oma/Enkelin-Protagonistin sind zutiefst sympathisch und man möchte sich eigentlich nur den beiden anschließen, eine Strandradtour machen und Honigschnaps trinken. Die Geschichte ist dabei spannend, hat die nötigen Wendungen und bleibt trotzdem locker erzählt. Kurzum eine ideale Strandlektüre, die man auch mal zwischendurch zur Seite legen kann, um in die Wellen zu hüpfen.

Das Fazit: Eine lockere Geschichte über die wirklich wichtigen Dinge im Leben, über Liebe, Freundschaft, aber auch den Tod. Gepaart mit sehr sympathischen Protagonistin, ergibt sich eine stimmige Geschichte, die den Hunger auf Honig verstärkt.

Sommerlektürenfaktor *****

Auch donnerstags geschehen Wunder

Die Handlung: Marianne ist frisch getrennt, arbeitet in einem kleinen Café, backt gerne Kekse, hat einen Kater mit Namen Johnny Depp und sucht die große Liebe. Auf einem Jahrmarkt wird sie von ihrer besten Freundin überredet eine Wahrsagerin aufzusuchen. Diese prophezeit ihr, dass sie den richtigen Mann in Schottland findet. Doch kann Marianne einfach so nach Schottland reisen?

Meine Meinung: Das Buch habe ich im letzten Jahr gelesen. In dem Jahr wollte ich irgendwie so gar nicht meine richtige Sommerlektüre finden. Aber dafür gibt es meine Bücherdealer aus dem Buchladen meines Vertrauens. Ich klagte ihnen also mein Leid und prompt hatte ich mindestens fünf Bücher in den Händen, die mir alle empfohlen wurden. Ich entschied mich letztendlich für dieses Büchlein, weil eines meiner Sehnsuchtsorte (Schottland) drin auftauchte. Also begann ich zu lesen. Nach circa einem Viertel des Buches war ich aber absolut verwirrt. Ich dachte vielleicht ein Bindungsfehler und die Seiten in meinem Exemplar wären vertauscht worden. Das ergab keinen Sinn mehr. Ich habe tatsächlich zwei oder drei Kapitel gebraucht, bis ich merkte, dass das Ganze gewollt war. Denn „Auch donnerstags geschehen Wunder“ wird nach dem was wäre wenn-Prinzip erzählt. So gibt es die gemeinsame Einleitung bis zum Teil mit der Wahrsagerin. Doch dann fährt das Buch zweigleisig weiter und wechselt sich nach jedem Kapitel ab. So erfahren wir, was Marianne erlebt, wenn sie sich für die Reise nach Schottland entscheidet und was sie durchlebt, wenn sie nicht nach Schottland fliegt. Und gerade das, macht für mich den Unterschied zu vergleichbaren Werken. Wir erfahren bis zum Ende nicht, welche Geschichte denn nun passiert ist, nur das beide möglich wären. Dabei treffen wir auf eine absolut chaotische Protagonistin, die wir dennoch sehr schnell ins Herz schließen. Es gibt andere sympathische Charaktere, aber eben auch die unsympathischen, die sich in gleich zwei interessanten Geschichten vermischen und so kommt dieses wunderbare 2-in-1 Buch heraus, dass ich am Anfang nicht erwartet hätte. Auch hier möchte man am liebsten gleich seine Koffer packen und die Welt erkunden, hat aber auch seine Geschichte, wenn man wüsste, dass man sich das nicht trauen würde.

Das Fazit: Eine schöne Geschichte, die das Was wäre wenn ausnutzt, um gleich zwei Varianten zu erzählen. Dabei kann der Sehnsuchtsort Schottland ebenso locken, wie Hamburg.

Sommerlektürenfaktor ****

New York Diaries – Phoebe

Die Handlung: Phoebe wohnt im Knights Building in New York. Nach einer Reise hat sie aber anscheinend den falschen Koffer gegriffen. Auch David starrt wie entgeistert in den Koffer, den er am Flughafen mitgenommen hat, denn es ist offensichtlich nicht seiner. Doch er findet eine Art Tagebuch im Koffer und erhofft sich Ansatzpunkte, um die Besitzerin wiederzufinden. Auch Phoebe sucht nach Hinweisen auf den Besitzer und findet ein unveröffentlichtes Manuskript.

Meine Meinung: Die New York Diaries Reihe habe ich bereits 2017 gelesen und euch auch hier bereits einmal vorgestellt. Dennoch passt gerade dieser Band hervoragend zu meinen Sommerlektüren. Denn diesmal geht es um die unerträglich heißen Sommer in New York, und auch Städtereisen verbinde ich mit Sommer, Sonne und Urlaubsgefühl. Zumal die vertauschten Koffer ja auch irgendwie ein Symptom für Urlaub sind – auch wenn es mir selbst glücklicherweise noch nie passiert ist. Das interessante an der gesamten New York Diaries Reihe ist die Liebe zu der Stadt, in der die Bücher spielen. Bei Phoebe kommen noch zwei wunderbare Protagonisten hinzu, die irgendwie versuchen aus Tagebuch und Manuskript genügend Informationen zu filtern, um den jeweils anderen zu finden. Dabei ist es sanfte und leichte „Popcornliteratur“, kann also bestens zwischendurch gelesen werden, ohne dass man den Anschluss verliert.

Das Fazit: Perfekte Lektüre für Stadturlaub oder für die Daheimgebliebenen. Lockere, romantische Geschichte mit tollen Protagonisten.

Sommerlektürefaktor ****

 

Der Aufstieg und Fall des D.O.D.O.

Ein Vorwort

Manchmal springen mich Cover ja förmlich an. Nicht besonders oft, weil meiner Ansicht nach doch viele Cover sehr ähnlich aussehen oder einfach sehr lieblos gestaltet werden, doch ab und an kommt es vor. So zog mich der Dodo auf dem Cover beinahe magisch an. Auch der Klappentext machte sofort Lust darauf es zu kaufen. Doch mit fast 900 Seiten im Hardcover war das Buch auch so ein Werk mit dem man Leute erschlagen kann. Hinzu kam der stolze Preis von 30 Euro. Also legte ich es erst einmal wieder weg. Doch der Gedanke an die Geschichte ließ mich nicht los. Umso erfreuter war ich, als mir der Goldmann Verlag ein Rezensionsexemplar zukommen ließ und ich nun nicht mehr grübeln musste, ob der Preis gerechtfertigt war. Falls ihr wissen wollt, was es mit Dodo auf sich hat und ob es sich lohnt ein bisschen Geld in die Hand zu nehmen, ist hier meine Kritik dazu.

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Die Handlung

Die Linguistin Melisandre Stokes wird überraschend vom geheimnisvollen Tristan Lyons angeworben für eine Geheimorganisation der amerikanischen Regierung zu arbeiten, die unter dem Decknamen D.O.D.O. operiert. Das Ziel ist es die Magie mit Hilfe von Zeitreisen zurückzuholen, die seit 1851 vollständig erloschen ist.

Meine Meinung

Es ist schwierig eine Handlungswiedergabe zu geben, ohne zu viel zu verraten. Kurz gesagt geht es um den Aufstieg und Fall des Departments of Diachrone Operations – also um Zeitreisen. Zu Anfang besteht das Team aus Tristan und Melisandre (im weiteren kurz Mel genannt). Nach und nach treffen sie auf immer mehr Leute, die sich dem Team anschließen. Hier sind noch liebenswerte Charaktere, wie Rebecca und Frank Oda dabei, oder auch Erszebet, die letzte verbliebene Hexe der Welt. Nach und nach lernen Sie eine Maschine zu bauen, in der Magie noch wirksam ist und die ersten Zeitreisen zu unternehmen. Nach den ersten Erfolgen wird D.O.D.O. durch das Pentagon erst richtig wahrgenommen und mit finanziellen Mitteln unterstützt. So verfolgt man innerhalb von fünf Jahren die gesamte Unternehmensgeschichte immer wieder gespickt mit den Berichten von verschiedenen Zeitreisen.
Besonders bemerkenswert ist die Liebe zum Detail. Nicht umsonst fasst das Werk 850 Seiten. So wird die Geschichte nirgendwo gekürzt, sondern wirklich von Anfang bis Ende erzählt. Dies erfordert gerade zwischenzeitlich eine Menge Durchhaltevermögen. Zwischendurch gab es immer wieder Entwicklungen, die mir weniger gefielen, weswegen ich das Buch wieder für ein bis zwei Tage aus der Hand legen musste. Letztendlich gewann aber immer die Neugier und ich versank weiter in der Geschichte.
Gerade am Anfang wird viel Physikalisches diskutiert. Da Tristan und Frank Oda beide Physiker sind, sprechen sie viel in einem Kauderwelsch für Normalsterbliche. Aber da es auch genug Charaktere gibt, die das ebenfalls nicht verstehen, wird es dann doch noch halbwegs verständlich erklärt. Dafür sind diese Charaktere dann wieder an anderer Stelle für das Erklären zuständig, so dass niemand nur für das Verstehen des Lesers da ist.
Ich möchte hier noch einmal in aller Form den Hut heben für die sehr guten Recherchen des Autorenteams! Denn egal um welche Wissenschaft es ging, Physik, Geschichte, Linguistik, Waffenkunst, etc. jedes Detail war ordentlich recherchiert und bis zum Ende in teilweise sehr komplexen Zeitreisesträngen verknüpft. Aber auch hier wurde alles logisch durchdacht. Jede Änderung in der Vergangenheit hatte logische Konsequenzen für die Gegenwart oder auch für andere Zeitreisen. Hier wurde nicht einfach auf die Erklärung „wegen der Magie“ vertraut, sondern Erklärungen gefunden, die wissenschaftlich und logisch vereinbar sind.
Erzählt wird die Geschichte hauptsächlich aus Mels Sicht als eine Art Erlebnisbericht. Je größer die Organisation jedoch wird, desto weniger konnte sie selbst alles miterleben. So fungieren auch diverse Briefwechsel, Tagebucheinträge oder Unterhaltungen im D.O.D.O. Intranet als Erzählmittel. Gerade im Mittelteil sind es fast nur noch die Einträge im Intranet, was den Handlungsfluss etwas ins Stocken geraten lässt und sehr gewöhnungsbedürftig ist. Letztendlich aber auch das einzige Mittel, um den Leser glaubwürdig alle möglichen Vorkommnisse mitzuteilen, die Mel einfach nicht alle wissen kann.

Der Aufstieg und Fall des D.O.D.O. ist ein Buch, wie ich noch keines zuvor gelesen habe. Die Geschichte ist so weit gestrickt und wird doch geradlinig erzählt. Das Autorenteam hat so viel Stolpersteine geschickt überwunden und gerade durch ihre erstklassige Recherche auch eine glaubwürdige Geschichte – ja trotz des Vorkommens von Magie! – gestrickt. Hier hat man wirklich den Aufbau einer neuen Geheimorganisation mit den Motiven der Wissenschaftler, der Hexen und des Militärs durchdacht und bis zu ihrem Fall zu Ende erzählt. Zwischendurch gab es zwar auch einige Entwicklungen, die sehr stereotypisch verliefen und die man schon vorab erahnen konnte, dennoch bleibt die Geschichte bis zum Ende spannend.

Das Fazit

Der Aufstieg und Fall des D.O.D.O. ist ein Buch, das man selbst erleben muss. Ein solch komplexes, durchdachtes, logisches, gut recherchiertes und doch magisches Buch habe ich noch nie gelesen. Selbst wenn man mit ein paar Wendungen nicht einverstanden ist oder der Schreibstil zwischendurch merkwürdig erscheint, bleibt es im Ganzen doch ein sehr gutes Buch.

„Der Aufstieg und Fall des D.O.D.O.“ wurde mir als kostenloses Rezensionsexemplar vom Bloggerportal der Verlagsgruppe Random House zur Verfügung gestellt. Vielen Dank hierfür!

Rückblick auf den März 2019

Mit gleich zwei Urlauben war der März 2019 für mich ein sehr ereignisreicher Monat. Allerdings sind dadurch auch meine Kinogänge wieder sehr übersichtlich. Zumal ich den letzten Kinostartdonnerstag (28.03.) komplett verpasst habe. Wundert euch also nicht, dass Dumbo hier noch nirgends auftaucht.

 


Um noch schnell ein paar Worte zu meinen Urlauben loszuwerden: Dubai war wunderbar warm, aber auch nicht heiß, so dass wir gut zwischen Baden und Besichtigungen wechseln konnten. Und Disneyland Paris war einfach die Erfüllung all meiner Kindheitsträume. Klar hat Großkapitalist Disney hier wieder gut zugeschlagen und gerade die Essenspreise waren sehr ungerechtfertigt für das, was man bekam. Auch die Merchandiseartikel waren sehr hochpreisig. Aber was soll ich sagen… ich habe gut zugeschlagen. Ansonsten war es aber alles sehr liebevoll und detailreich gestaltet und die Fahrgeschäfte haben sehr viel Spaß gemacht. Außerdem war gerade Marvelsaison…
Achso und so ganz nebenbei bin ich auch noch Katzenmami geworden! Begrüßt mein kleines Katzenbaby Shuri 🙂

Sneak Preview

Ein Gauner & Gentleman: Robert Redfords letzter Film (laut seiner Aussage). Diesmal hat sich Redford einem sehr entspanntem und gemütlichem Heist-Movie zugewandt. Die Handlung war sehr langsam erzählt, aber durch Redfords sehr sympathischem Spiel nie langweilig.

Filme – auf großer Leinwand gesehen

Captain Marvel: Das MCU bringt kurz vor Endgame noch schnell ein Solofilm auf den Markt mit der ersten Heldin. Leider war die Handlung ein bisschen zu stumpf für die hohe Qualität des MCU, auch wenn Brie Larson sichtbar Spaß am Spiel hat.

Iron Sky – The Coming Race: Nach dem Trasherfolg Iron Sky mit den Nazis von der dunklen Seite des Mondes, versuchen sich die Macher nun an einem zweiten Teil. Versprochen wurden Nazis auf Dinosauriern. War mein einziger Anspruch an den Film. Leider habe ich nicht einmal das bekommen. So ist diese Fortsetzung leider bis auf ein paar Einfälle nicht lustig und auch nicht trashig genug.

Die Goldfische: Reicher Businesskerl landet im Rollstuhl und muss trotzdem sein Geld aus der Schweiz holen. Wie gut, dass niemand einen Bus voller Menschen mit Behinderungen kontrolliert. Die Goldfische nimmt sich selbst nicht zu ernst und traut sich so auch Witze über Behinderungen zu machen, bleibt dabei aber immer sachlich und wird nie beleidigend. So wird er ein locker, leichter Spaß, der für viele Momente sorgte, bei denen man einfach auf dem Boden vor lachen lag.

Filme – auf großem Fernseher gesehen

Tarzan: Da im Disneyland nur der Disney Channel auf den Fernsehern lief, war die Auswahl sehr gering. Also gab es ein erneutes Sehen von einem meiner ungeliebteren Disneyfilme. Denn während mich Tarzan am Anfang schon immer in ein weinendes Bündel verwandelt, kann mich der Mensch, der bei den Affen aufwuchs, danach überhaupt nicht mehr begeistern.

Shining: Nachdem ich die Lektüre beendet hatte, wollte ich nun doch endlich Stanley Kubriks Werk begutachten. Leider bin ich da auf der Seite von Autor Stephen King, der die Verfilmung nicht gerade als gelungen ansieht.

Filme – leider in diesem Monat verpasst

Beale Street: Einer der letzten Starts in Deutschland aus der vergangenen Oscarsaison. Die Geschichte von Fonny, der dabei ist Vater zu werden, als er wegen Vergewaltigung angeklagt wird. Oscar für Regina King als beste Nebendarstellerin.

Die Berufung: Die Geschichte von Ruth Bader Ginsburg, die Anfang der 50er Jahre an Harvard Jura studiert, aber nicht als Richterin arbeiten darf. Als sie einen Fall annimmt, in dem sie einen Mann verteidigt, der aufgrund seines Geschlechts diskriminiert wird, kämpft sie gleichzeitig für die Rechte von Männer und Frauen in einem diskriminierendem System.

Ferner verpasst: Vom Lokführer, der die Liebe sucht…, Asterix und das Geheimnis des Zaubertranks, Trautmann, Wir

Serien – ein kurzer Überblick

Im März gab es zunächst eine neue Netflix Serie zu sehen. The Umbrella Academy ist eine etwas ungewöhnliche Superheldenserie, hat aber doch viel Spaß gemacht und war unglaublich spannend. Dann gab es endlich auf die letzte Episode der Comedians of the World. Diesmal war das französischsprachige Kanada an der Reihe. Dann ging ich mit einem Architekten und einer Schauspielerin auf Weltreise. Das Ziel: Die außergewöhnlichsten Häuser der Welt. Das war nicht ganz so spannend, wie ähnliche Netflixdokumentationen, aber es waren schöne Häuser dabei. Ansonsten habe ich noch eine inzwischen beendete Serie für mich entdeckt. Mit True Blood gab es seit langem mal wieder eine Vampirserie (genau genommen seit Buffy/Angel), die ich mochte. Eigentlich verkörpert die Serie alles, was ich an anderen Serien stark kritisiere, aber irgendwie bin ich nicht von losgekommen und habe gleich die ersten beiden Staffeln weggeschaut.

Mein Lesemonat

Bücher insgesamt: 3
Seiten gesamt: 1008
Seiten pro Tag: 32,5 im Durchschnitt
Taschenbücher: 1
E-Book: 2

The Ivy Years: Solange wir schweigen & Was wir uns bedeuten: Solange wir schweigen ist der dritte Band der Ivy-Years Reihe. Diesmal geht es um das Thema Homosexualität und inwiefern dies mit Eishockey vereinbar ist. Leider wurde das Thema nur immer wieder von einer Seite beleuchtet und entwickelt sich zu eine schwachen Liebesgeschichte, die nicht spannend, nicht mitreißend und leider auch nicht aufwühlend ist. Aus dem Thema hätte man deutlich mehr machen können. Was wir uns bedeuten ist eine Kurzgeschichte, die zwischen dem zweiten und dritten Teil angesiedelt ist. Hier wurden noch einmal zwei Charaktere aus dem zweiten Buch etwas näher beleuchtet. Süße kleine Geschichte, die mit ihren knapp 100 Seiten genug erzählt.

Shining: Eines von Stephen Kings bekanntesten Werken durfte diesmal mit mir nach Dubai fliegen, um als Strandlektüre zu dienen. Dabei kam Kings typische Geschichtenerzählschreibweise wieder durch, was ich sehr genossen habe. Man muss sich auf die Charaktere einlassen, denn so passiert gar nicht so viel.

 

Shining

Ein Vorwort

Wenn das Wort Shining fällt, haben wohl viele Jack Nicholsons Gesicht, eine Axt und den Ausruf „Hier kommt Polly“ im Kopf. Meine erste Begegnung mit Shining war tatsächlich „Ready Player One“, wo in der Verfilmung die Charaktere bei einer Aufgabe in eben jenem Hotel landen und einzelne Szenen nacherleben. Den Film selbst habe ich nie gesehen. Damit sich das dann doch bald mal ändern kann, hatte ich mir vorgenommen das Buch von Horrormeister Stephen King zuvor zu lesen.

Die Handlung

Jack Torrance bekommt einen Job als Hausmeister des Overlook-Hotels. Zusammen mit seiner Frau Wendy und seinem Sohn Danny sollen sie alleine im Hotel überwintern, das voraussichtlich bereits ab Oktober komplett eingeschneit sein würde. Jack, der sein Alkoholproblem überwunden glaubte, wünschte sich einen Neuanfang und sah ihn in diesem Hotel. Sein Sohn Danny, der Träume hat, die manchmal Wirklichkeit werden, wird im Traum vor dem Hotel gewarnt. Und schon kurz nachdem die drei eingezogen sind, geschehen die ersten merkwürdigen Dinge. Vor allem Danny sieht Dinge, die nicht real sein können. Doch auch Jack zweifelt immer mehr an sich und seiner Wahrnehmung.

Meine Meinung

Stephen King sagte zur Verfilmung von Shining sinngemäß, dass er den Film überhaupt nicht leiden kann, weil man Jack Nicholson den Wahnsinn von Anfang an ansehe. Seine Intention sei aber eine andere gewesen. Eben deswegen war es mir wichtig das Buch zu lesen bevor ich den Film sehe. Also wurde es dieses Jahr meine erwählte Strandlektüre.
Stephen King ist meiner Ansicht nach weniger der Horrorautor, als der er immer groß angekündigt wird, sondern vielmehr ein ausschweifender Geschichtenerzähler. So auch diesmal wieder. Shining ist mein inzwischen fünftes Buch von King. Demnach war ich mir durchaus bewusst, dass King zunächst eine lange Einführungsphase braucht. Allein bis die Familie im Overlook-Hotel ankommt, wurden einige Seiten geschrieben. So erfährt man die Vorgeschichte der Familie inklusive der Probleme die Jack bei seinem alten Job hatte und seinem Alkoholproblem, Wendys schwierige Geschichte mit ihrer Mutter und Danny und sein „zweites Gesicht“. King schafft es auch hier wieder die Geschichten interessant zu erzählen, so dass man am Buch dran bleibt, ohne dass allzu viel geschehen ist. So bleibt allerdings auch der Rest des Buches. Nach und nach gibt es verschiedene übernatürliche Phänomene, die sich langsam aber sicher steigern und die Familie tyrannisieren. Dem ganzen spielt noch in die Karten, dass die Familie eingeschneit ist, also selbst wenn sie wollte nicht aus dem Hotel fliehen kann.
Neben den Hintergrundgeschichten der Familienmitglieder, bekommt auch das Hotel eine ganz eigene Hintergrundgeschichte. So erfährt man nach und nach, wer schon alles im Hotel gelebt hat und wer dort gestorben ist und – vermutlich – dadurch auch Einfluss auf die Erscheinungen hat. So sind es gar nicht so viele Phänomene, aber durch Kings ausschweifenden Erzählstil, wirkt es viel mehr.
Der einzige Haken am Buch ist das Ende. Denn nachdem es zum großen Finale kam, gibt es einen großen Sprung in die Zukunft und auch dieser Part wird sehr schnell abgearbeitet. Das passt nicht so richtig zum Rest des Buches und lässt den Leser auf den letzten Seiten ein wenig unbefriedigt zurück.

Ein paar Worte zum Film

Nachdem ich das Buch fertig gelesen hatte, habe ich mich nun doch einmal an Stanley Kubriks Verfilmung gewagt. Leider bin ich eher auf der Seite des Autors. Denn die Verfilmung erfasst nicht die richtige Grundstimmung, um sich dann langsam zu steigern. Stattdessen wirkt Jack Torrance (Jack Nicholson) von Anfang an ein wenig wahnsinnig, was wohl seinem Gesicht geschuldet ist (das sich sehr gut für wahnsinnige Rollen eignet). Auch die beschriebenen Phänomene werden sehr schnell abgearbeitet bzw. weggelassen. So kommt keine richtige Entwicklung zustande. Auch gibt es absolut keine Hintergrundgeschichten, um das Verhalten der Charaktere zu erklären, was ja gerade der wichtige Teil von Kings Erzählung war. So wirkt der ganze Film ein bisschen seelenlos. Auch die ganze gruselige Grundstimmung entsteht nur durch die (für die heutige Zeit stark übertriebene) Musik.

Das Fazit

Ein Klassiker von Mr. King, der seine Charaktere gründlich untersucht, um die Entwicklung zu erklären, die unweigerlich zum spannenden Finale führt.

Rückblick auf den Januar 2019

Der erste Monat des neuen Jahres ist vorbei und ich muss sagen, dass ich erstaunlich wenig Medien konsumiert habe. So wenig Filme habe ich seit Jahren nicht mehr in einem Januar im Kino gesehen. Der Januar ist meist einer meiner Kinoreichsten des Jahres. Mal gucken, wie es sich am Ende des Jahres auf meine Statistik auswirkt.

Sneak Previews

Holmes & Watson: Schon jetzt einer der schlechtesten Filme des Jahres. Ekelhafter Fäkalhumor gepaart mit Sexismus. Es bleibt rätselhaft, wie er es überhaupt in die Kinos geschafft hat.

Filme – auf großer Leinwand gesehen

Der Junge muss an die frische Luft: Hape Kerkelings Kindheit verfilmt mit einem grandiosen Jungdarsteller. Der Film pendelt zwischen herzerwärmenden Momente, lustigen Einlagen, aber vor allem viel Kummer. Taschentücher sollte man bereithalten!

Glass: M. Night Shyamalan rundet seine Trilogie nach Unbreakable und Split ab. Qualitativ kommt er an seine eigenen Werke nicht mehr heran, schafft es aber doch wieder am Ende vollkommen zu überraschen.

Ralph breaks the Internet: Trägt den deutschen Titel Chaos im Netz und schickt Randale Ralph und seine Freundin Vanellope in die großen Weiten des Internets. Neben vielen lustigen Einzelszenen und coolen Darstellungen von Internetphänomenen, schafft er es aber auch eine runde Geschichte über Freundschaft zu erzählen.

Filme – auf großem Fernseher gesehen

Rocky 2 & 3: Apollo Creed will einen Rückkampf haben, den Rocky nun tatsächlich gewinnt. Dafür muss er sich im dritten Teil Mr. T stellen, der ganz schön gemein sein kann. Damit wäre ich nun bereit, dass Creed auf Ivan Drago trifft, womit ich dann wohl auch Creed verstehen dürfte.

The Circle: ist ein soziales Netzwerk, dass wohl alle Intentionen von Facebook & Co zusammenfassen dürfte. Tom Hanks versucht Emma Watson dazu zu bringen, der erste komplett gläserne Mensch zu werden. Nette Idee, leider wurde das Thema nicht subtil, sondern mit Vorschlaghammer, umgesetzt. Verliert dadurch ziemlich an Wirkung.

Battle of the Sexes: verfilmt das legendäre Tennismatch zwischen Billie Jean King und Bobby Riggs. Dabei ging es vor allem um die Rechte der weiblichen Tennisspielerinnen, die vor allem, wenn es um die zu gewinnenden Preise ging sehr oft benachteiligt wurden. Eine sehr stark spielende Emma Stone trifft auf einen etwas schwächelnden Steve Carell, in diesem starken Biopic.

Unbreakable: In Vorbereitung zu Glass, habe ich dann auch einmal den ersten Teil nachgeholt. Nach Split bin ich mit etwas falschen Vorstellungen an den Film gegangen, trotzdem gefiel mir Shyamalans Vorstellung von Held und Schurke bzw. deren Findungsphase sehr interessant und gut umgesetzt.

Die Verurteilten: Als erster Film meiner Bucketlist (Details folgen) lief „The Shawshank Redemption“, der seit Jahren bei IMDB die Topliste anführt. Basierend auf einer Stephen King Kurzgeschichte, merkt man Kings Schreibstil deutlich in den Dialogen. Ein sehr gelungener Film, der zwischen deprimierend und hoffnungsvoll hin und her schwankt.

Birdbox: Bekannt geworden vor allem durch die ziemlich hirnrissige „Birdbox-Challenge“, kam mir die Handlung doch sehr bekannt vor. Und tatsächlich hatte mein bester Freund bereits vor einiger Zeit das Buch gelesen und mir davon erzählt. Die Idee hatte mich schon damals fasziniert, aber nicht genug, um das ganze Buch zu lesen. Die Netflix-Produktion konnte mich dafür umso mehr faszinieren.

Desweiteren liefen im Januar die Netflix Comedyspecials Relatable von Ellen DeGeneres (sehr empfehlenswert!) und Hard Knock Wife, sowie Baby Cobra, beide von Ali Wong. Etwas gewöhnungsbedürftig, aber doch unglaublich lustig!

Filme – leider in diesem Monat verpasst

Im Januar hat mein Kino einen neuen Rekord aufgestellt. Es sind unfassbar viele Filme, die auch teilweise oscarnominiert sind, erschienen und keiner davon lief hier. Stattdessen lief übrigens Kalte Füße mehrfach am Tag! Ich hoffe ein paar Filme noch nachholen zu können, in dem ich wohl mal wieder längere Ausflüge in die 1 Stunde entfernte Großstadt unternehme. 

Die Frau des Nobelpreisträgers: Glenn Close als Frau an der Seite eines wichtigen Mannes. Sie muss die starke Frau spielen, ohne je Anerkennung dafür zu kriegen. Ein interessantes Thema.

Ben is back: Lucas Hedges ist wohl der Nachwuchsschauspieler schlechthin. Nun darf er an der Seite von Julia Roberts in diesem Familiendrama rund um das Thema Drogensucht erneut glänzen.

Fahrenheit 11/9: Michael Moores Dokumentationen sind meist etwas umstritten. Dennoch gefiel mir seine Doku „Where to invade next“ sehr gut. Daher bin ich auf die neue noch immer gespannt.

Beautiful Boy: Das Gegenstück zu Ben is back mit Timothée Chalamet, ebenfalls einer der neusten Entdeckungen, geht es ebenfalls um Drogenkonsum und den Kampf des Vaters dagegen.

The Favorite: Ein oscarnominiertes Werk über Königin Anne und die Intrigen an Hof.

Green Book: Schon der erste Trailer und die Tatsache, dass Mahershala Ali mitspielt, konnte mich für den Film gewinnen.

Plötzlich Familie: Eine liebevolle Komödie über das Thema Adoption. Ich bin gespannt, was der Film wirklich kann.

Mia und der weiße Löwe: Ebenfalls eine süße Geschichte über eine etwas ungewöhnliche Freundschaft.

Serien – ein kurzer Überblick

Im Januar habe ich drei weitere Staffeln von Modern Family gesehen und bin nun mitten in der fünften Staffel. Ansonsten habe ich mal wieder das 1989er Remake der Serie Mission Impossible – Cobra übernehmen Sie gesehen. Die erste Staffel von Mission Impossible – In geheimer Mission lief nun im Januar bei mir (und ja, ich werde es nie müde zu erwähnen, dass das Filmfranchise mit Tom Cruise übrigens auf dieser Serie beruht!). Ansonsten habe ich noch das Netflix Comedyserienspecial „Comedians of the World“ verschlungen. 9 Länder mit ihren Specials habe ich bereits durch: Deutschland, Frankreich, Kanada, USA, Großbritannien, Australien & Neuseeland, Südafrika, Indien und die Niederlande.

Mein Lesemonat 

Bücher insgesamt: 4
Seiten gesamt: 1472
Seiten pro Tag: 47 im Durchschnitt
Gebunden Bücher: 1
Taschenbücher: 2
E-Book: 1

Mary Poppins kommt wieder: Nachdem Mary Poppins Rückkehr nun im Kino anlief, war es auch für mich Zeit, mich dem zweiten Buch zu widmen. Leider habe ich es nicht vor Kinostart geschafft, aber dennoch konnten mich die neuen Geschichten wieder faszinieren.

Am Ende die Zeit: Über dieses Buch bin ich auf der Comic Con in Berlin letztes Jahr gestolpert und wurde mir von der Verlegerin wärmstens empfohlen. Wirklich warm geworden bin ich mit Geschichte und Schreibstil nicht, auch wenn es mich im letzten Drittel doch noch fesseln konnte. Aber dafür, dass es eigentlich um die ägyptische Mythologie gehen sollte, kam mir gerade dieser Part sehr schwach vor.

Die tausend Teile meines Lebens: Das neuste Buch von Colleen Hoover durfte natürlich nicht in meinem Regal fehlen. Doch statt wie gewohnt eine Liebesgeschichte zu erzählen, ging es diesmal nur ganz nebensächlich um Sagan und Merit. Stattdessen ging es vielmehr im eine verworrene Familiengeschichte voller Geheimnisse und Missverständnisse. Hier musste Merit lernen, sich selbst und auch ihre Familie zu lieben. Grandios geschrieben und noch einmal eine völlig neue Thematik. Dennoch konnte es mich nicht so sehr begeistern, wie andere Werke von ihr.

The Ivy Years – Bevor wir fallen: Für meine täglichen Busfahrten brauchte ich wieder Nachschub nach leichter Nebenbeiliteratur. Die Geschichte von Corey und Hartley kam dafür wie gerufen, zumal sie sich doch etwas vom Alltagsbrei unterscheidet. Denn Corey ist querschnittsgelähmt.

Die Tochter des Uhrmachers

Ein Vorwort

Wenn ich erfahre, dass Kate Morton ein neues Buch herausbringt, dann bin ich ein paar Tage später in der Buchhandlung meines Vertrauens und kaufe es. Dabei ist es mir auch egal, dass die Hardcover, die zunächst erscheinen, einen stolzen Preis haben. Denn seit „Die fernen Stunden“ konnte mich Mrs. Morton (fast) immer vollständig in ihren Bann ziehen und mit ihren Geschichten verzaubern. So stand nun die Tochter des Uhrmachers auf dem Plan.

Die Handlung

Elodie stößt bei einem Archivjob auf einen Brief und ein Bild, die ihr keine Ruhe mehr lassen. Bei ihren Nachforschungen trifft sie auf Birchwood Manor. Einst das Haus des Künstlers Edward Radcliffe birgt es zahlreiche Erinnerungen und Geheimnisse.

Meine Meinung

Kate Morton ist eine meiner absoluten Lieblingsautorinnen. Dementsprechend hoch waren meine Erwartungen an das Buch, denn bisher konnten mich (fast) alle Bücher von ihr sofort in den Bann ziehen und verzaubern. Am Anfang kam ich diesmal etwas schwieriger in die Geschichte rein, eben gerade weil ich erwartete, sofort verzaubert zu werden. Nachdem ich es jedoch noch einmal ein paar Tage liegen ließ und dann mit einer erwartungsvollen Spannung, aber nicht mehr mit hohen Anforderungen einen neuen Versuch startete, stellte sich auch bereits nach ein paar Seiten das altbekannte Gefühl ein.
Morton schafft es sofort sympathische Charaktere zu erschaffen, mit denen man mitfühlt. Hier sind es zunächst Elodie und Birdie, die damit die beiden Protagonisten bilden. Dabei ist es diesmal schwierig von Protagonisten zu sprechen, denn eigentlich steht Birchwood Manor selbst im Mittelpunkt. Es geht um die verschiedenen Bewohner von einer Tragödie im Jahre 1883 bis in die heutige Zeit. Dabei hat jeder seine ganz eigene Geschichte zu erzählen und doch zieht sich ein Geheimnis wie ein roter Faden durch das Buch. Dabei wird jede Geschichte mit gleichviel Respekt geschrieben und kein Aspekt scheint unwichtig und doch kann man das große Finale mit der Aufklärung des großen Rätselns kaum erwarten. Hier wird man auch nicht enttäuscht, denn Morton verbindet alle einzelnen Handlungsstränge miteinander. Leider ist mir der Ausgang der Geschichte um Elodie dann doch etwas zu kurz gehalten und zu viel Raum für ein eigenes Ende gelassen.

Das Fazit

Eine wundervolle Geschichte über ein Anwesen, dass die Jahre überdauert im typischen Morton-Stil. Hier nach Schwachstellen zu suchen ist wirklich ein Meckern auf ganz hohem Niveau, denn auch wenn das Ende etwas zu kurz gekommen wirkt, ist es dennoch rund.

Mortal Engines – Krieg der Städte: Kritik über Buch und Film

Ein Vorwort

Durch Zufall stieß ich im letzten Jahr auf das Buch Mortal Engines von Philip Reeves, als es mir als Leseexemplar angeboten wurde. Vom Klappentext begeistert, sagte ich zu und begann zu lesen. Kurz darauf erschien der erste Trailer zu Peter Jacksons neuestem Werk. Ich war noch mehr angefixt von der Geschichte, denn durch Jacksons Vision wurde die Geschichte nun beim Lesen noch lebendiger. Leider enttäuschte mich das Buch immer mehr. Trotzdem gab ich dem Film eine Chance. Konnte er die Fehler des Buches richten?

Die Handlung

Im dritten Jahrtausend hat sich die Menschheit im sogenannten 60-Minuten-Krieg fast vollständig selbst zerstört. Die übrig gebliebenen Städte haben sich mobil gemacht und versuchen nun nach dem Städtedarwinismus zu überleben. Das heißt, das die größeren Städte die kleineren „fressen“, um sich Sklaven, Rohstoffe und Lebensmittel zu sichern. Der junge Tom Natsworthy (Robert Sheehan) lebt als Historiker in London, eine der größten der rollenden Städte. Sein großes Vorbild Thaddeus Valentine (Hugo Weaving) wird nach einem erfolgreichen Beutezug von der geheimnisvollen Hester Shaw (Hera Hilmar) angegriffen, die jedoch fliehen kann. Valentine voller Angst vor dem was Hester weiß und Tom erzählt haben könnte, der die Verfolgung aufnahm, stößt ihn ebenfalls durch einen Müllschacht. Auf einmal ist er auf Hesters Hilfe angewiesen und erfährt ihre Geschichte. Eine Verfolgungsjagd beginnt, denn Valentine will mit Hilfe der geheimnisvollen Waffe Medusa den Wall der Anti-Traktions-Liga durchbrechen will. Tom und Hester wollen aus unterschiedlichen Gründen zurück nach London.

Das Buch

Ihr seid ein wenig verwirrt durch die lange Handlungszusammenfassung? Dann wisst ihr, wie es mir ging, als ich das Buch las. Denn ständig wurden neue Orte und Personen in den Raum geworfen, die man als Leser aber nicht so schnell zuordnen kann. Hinzu kommen Begriffe, wie Städtedarwinismus und Anti-Traktions-Liga, die man sich zwar noch irgendwie logisch herleiten kann, die aber als selbstverständlich vorausgesetzt werden.
Aber fangen wir noch einmal ganz von vorne an. Reeve versetzt den Leser direkt in eine Welt, die der unseren zwar noch entfernt ähnelt, aber durch den sogenannten 60-Minuten-Krieg fast vollständig ausgelöscht wurde. Was es genau damit auf sich hat, bleibt bis zum Ende ungeklärt. So lernt der Leser zunächst den Historiker-Lehrling Tom kennen, der die Geschichte bis zum Ende begleitet. Er kann uns zwar das Leben in London ein wenig erklären, aber alles darüber hinaus ist auch für ihn neu.
Handlungstechnisch hat sich Reeve leider sehr auf den Spannungsfaktor konzentriert. So werden Tom und Hester auf ihren Weg zurück nach London von einer brenzligen Situation in die nächste gestoßen und kommen daher leider nicht dazu ihre Situation genauer zu beschreiben oder ihre Welt zu erklären. Bis zum Ende bleibt alles ein Mysterium. Sie treffen auf Charaktere, die man ein paar Seiten später schon wieder vergessen hat.
Der zweite Handlungsstrang spielt auf London und begleitet Valentines Tochter Catherine. Dieser ist dann zwar sehr actionarm, dafür voller Geheimnisse, die es zu lüften gilt. Leider braucht Catherine dafür sehr viel Zeit, so dass man am Ende fast schon wieder vergessen hat, auf welche Auflösung man genau noch wartet. Dennoch sind die Passagen ganz gut, um wieder Ruhe einkehren zu lassen.
Leider verwirrt sich das Ende dann wieder in einer Actionwut. Tom und Hester haben zwischenzeitlich Hilfe von Anna Fang erhalten, eine Pilotin der Anti-Traktionisten. Irgendwo zwischendrin ging es auch noch um eine Art Roboter und warum Valentine Hesters Mutter ermordet hat. Das ist übrigens ihr Motiv für den Mord an Valentine. Ihr seid jetzt noch mehr verwirrt? Ist okay, war ich am Ende des Buches auch. Spannend ist es übrigens ab einem gewissen Punkt auch nicht mehr, da man nur noch frustriert ist, dass nichts aufgelöst oder erklärt wird.

Der Film

Man spricht immer von Peter Jacksons neustem Werk. Der Fairness halber sollte man erwähnen, dass er zusammen mit seinem Herr der Ringe Team das Drehbuch schrieb, die Regie selbst übernahm Christian Rivers. Rivers war bisher bei den Jackson Filmen meist als Visual Effects Supervisor beteiligt. Mit Mortal Engines gibt er sein Regiedebüt unter Jackson als Produzent.
Dennoch zeigt der Film deutlich Jacksons Handschrift, gerade was die Gestaltung der Welt angeht. Im Buch war die Beschreibung von London doch immer ein wenig seltsam, konnte ich sie mir doch nicht wirklich auf Rädern vorstellen. Doch genau dies wurde ausgezeichnet umgesetzt und so bekommt Reeves Welt Konturen. Vom Aussehen her macht die Verfilmung auf jeden Fall schon einmal alles richtig!
Auch Castingtechnisch sind die Charaktere sehr gut besetzt. Sei es die isländische Schauspielerin Hera Hilmer als Hester Shaw oder ein Hugo Weaving als Thaddeus Valentine oder letztendlich Robert Sheehan als Tom. Hinzu kommen Neuentdeckungen, wie Jihae oder Leila George, die ihre Rollen gut umsetzen.
Auch Drehbuch-/Handlungstechnisch macht der Film erst einmal viel richtig. Denn er schreibt einige Passagen des Buches komplett um und charakterisiert ebenfalls teilweise neu. Dadurch bekommt der Film einen wesentlich besseren Drive als noch das Buch und ergibt an vielen Stellen auch mehr Sinn. Leider ist die Handlung immer noch der Hauptkritikpunkt, denn das Buch wird nun einmal nicht komplett neu erfunden. So wird zwar schon mehr erklärt als im Buch, aber immer noch zu wenig. Und auch ist der Actionanteil weiterhin viel zu hoch und die Dialoge werden auf ein nötigstes beschränkt.

Das Fazit

Als vom Buch enttäuschte Leserin war ich von der Verfilmung wahrscheinlich begeisterter als die reinen Filmseher. Trotzdem kann ich leider nicht sagen, dass ein spannender und runder Film herauskam. Letztlich bleibt es ein Film, der rein auf die Optik beschränkt herausragend ist, aber leider zu starke Schwächen in der Handlung hat. Dafür gibt es 04 von 10 möglichen Punkten.

Mortal Engines – das Buch gibt es 24.10.2018 im örtlichen Buchhandel zum kaufen.
Mortal Engines – der Film läuft seit dem 13.12.2018 in den deutschen Kinos.

Rückblick auf den Dezember 2018

Und damit ist der Dezember inklusive Weihnachten und Silvester schon wieder vorbei. Und während es zum Jahresende auf diesem Blog etwas ruhiger wurde, wird hier nun wieder voll durchgestartet. Und am besten funktioniert das, wenn wir den Dezember noch einmal Revue passieren lassen.

Sneak Previews

Unknown User – Dark Web: Matias hat einen neuen Laptop und beginnt einen harmlosen Videochat mit seinen Freunden. Bis er einen Ordner voller verstörender Videos von entführten Frauen findet. Ein neuer Desktophorrorfilm, der leider schon wie der erste Teil weniger Horror und mehr Thriller ist und es nicht schafft Tempo und Spannung zu halten.

Bumblebee: Der erste Spin-off Film aus dem Transformers Universum schlägt eine ganz andere Richtung ein und erinnert teilweise an Spielberg Filme, wie E.T. Leider hat er letztendlich doch zu viele Transformers Elemente mit drin, um den sympathischen Film abzugeben, der er hätte sein können.

Cinemathek

Hotel Artemis: Im Jahr 2028 toben in Los Angeles  blutige Aufstände. Mitten in diesem Chaos ziehen sich ein paar verletzte Verbrecher in das Hotel Artemis zurück, um in diesem Hotel/Krankenhaus ihre Wunden flicken zu lassen. Doch an diesem Abend ist der Chef höchstpersönlich auf dem Weg ins Artemis. Ein Film mit einer sehr interessanten Grundidee und einem guten Cast, inklusive einer auf alt geschminkten Jodie Foster, doch leider verliert sich der Film in seiner eigenen Handlung und zurück bleibt ein Werk, dass man sehr schnell wieder vergessen hat.

Filme – auf großer Leinwand gesehen

Der Grinch: Illuminations versuchte sich erneut an einem Film, der nicht ins Ich – einfach unverbesserlich gehörte und schafft mit dem Grinch tatsächlich einen süßen Animationsspaß, der sich in der Handlung und Auflösungen sehr einfach hält, aber einfach unfassbar viel Spaß macht.

100 Dinge: Florian David Fitz inszeniert hier einen Film rund um das Thema Konsum und beleuchtet diese von vielen Standpunkten aus. Dabei hebt er sich als gute deutsche Komödie hervor, dem am Ende leider etwas die Puste ausgeht, da zu viele Handlungsstränge aufgebaut wurden.

Tabaluga: Ein neuer Animationsfilm rund um die bekannte Figur von Peter Maffay. Leider ist der Film ein lieblos hingeklatschter Film, der sich absolut keine Mühe gibt, egal ob es die Animation, die Handlung oder die Dialoge sind, und einfach nur versucht vom Namen zu leben.

Mortal Engines – Krieg der Städte: Als jemand, der das Buch gelesen hat, muss ich sagen, dass mich der Film positiv überrascht hat, denn er umgeht geschickt viele Fehler des Buches und gerade Peter Jacksons Vision der rollenden Städte ist ein absoluter Augenschmaus. Leider ist der Film am Ende noch immer nicht wirklich gut, da er zu wenig erzählt und sich stattdessen in zu vielen Actionszenen verliert.

Aquaman: Die nächste Enttäuschung aus dem Hause DC, auch wenn das weltweite Boxoffice etwas anderes suggeriert. Doch auch ein Jason Momoa, der die Rolle in Fleisch und Blut übergegangen zu sein scheint, kann den wirren Misch aus zu vielen Handlungssträngen und lieblosen auswechselbaren Charakteren nicht mehr retten.

Mary Poppins‘ Rückkehr: 54 Jahre nachdem Mary Poppins die Kinoleinwand eroberte, kehrt sie nun zurück. Im Film sind zwar auch viele Jahre vergangen, aber bei weitem nicht so viele. Michael und Jane Banks sind inzwischen erwachsen und Michael braucht dringend jemand, der sein chaotisches Leben ordnet. Wer eignet sich dafür besser als ein bezauberndes Kindermädchen? Als großer Mary Poppins Fan, habe ich eine ganze Weile gebraucht, um in den Film hineinzukommen. Habe ich auch viele Kritikpunkte, konnte ich letztendlich doch verzaubert werden. Leider sind die Lieder sehr lieblos und wenig eingängig.

Filme – auf großem Fernseher gesehen

Folgende Filme, habe ich erneut angesehen: Game Night (immer noch lustig), Pitch Perfect 3 (immer noch ein unwürdiger Abschluss, aber coole Lieder), The Greatest Showman (Noch immer verzaubernd), Ein Königreich für ein Lama (noch immer herrlich selbstironisch) und Lilo & Stich (noch immer ein verwirrender Misch aus trauriger Disneygeschichte und absolutem Bullshit).

The Garden of Words: Dieser Anime wurde mir vorgeschlagen, da mir Your Name. so gut gefiel. Eine süße aber auch traurige Geschichte über Takao, ein Schüler, der Schuhmacher werden möchte, und Yukari, eine Lehrerin, die eine schwere Zeit hinter sich hat. Während der Regenzeit treffen sie sich an jedem Regentag im Park.

Stirb Langsam: Da ich immer noch die Klassiker langsam aufarbeite, war Weihnachten eine gute Gelegenheit endlich einen umstrittenen Weihnachtsfilm nachzuholen. Sagen wir, ich habe etwas anderes erwartet, habe aber doch einen spannenden Actionfilm geliefert bekommen und mich über ein Wiedersehen mit Alan Rickman gefreut.

The last unicorn: Noch ein Weihnachtsklassiker, den ich zuvor noch nicht kannte. Die Geschichte des letzten Einhorn, dass sich auf die Suche nach den anderen Einhörnern begibt und dabei auf allerhand Charaktere trifft. Für meinen Geschmack war die Geschichte etwas seltsam erzählt.

Julie & Julia: Die Geschichte von zwei Frauen in unterschiedlichen Zeiten. Julia lernte in den 1950er Jahren in Paris kochen und schrieb nach vielen Umwegen ein französisches Kochbuch für Amerikaner. Anfang der 2000er Jahre versucht Julie innerhalb eines Jahres alle 524 Rezepte nachzukochen. Der Film kombiniert dabei zwei verschiedene Bücher und Geschichten. Leider treffen die Geschichten nie aufeinander und leben vom Overacting von Amy Adams und Meryl Streep, was den Film etwas anstrengend macht beim Sehen. Zumal der vermeintliche Höhepunkt ausbleibt.

Repo! The Genetic Opera: Meine beste Freundin hat ein Faible für die etwas anderen Filme. Als sie für Silvester zu Besuch kam, konnte sie mich dann endlich überreden dieses Gothic-Horror-Musical-Irgendwas zu gucken. Ihr Hauptargument: Anthony Stewart Head spielt mit und singt. Und auch wenn die Geschichte über ein Organspendeunternehmen in einer postapokalyptischen Welt sehr skurril ist, sind die Lieder sehr interessant und der Film so abstrus, das man ihn schon wieder charmant nennen kann.

Filme – leider in diesem Monat verpasst

Anna und die Apokalypse: Ein Zombieapokalypse Film kombiniert mit einem Musical? Das klingt definitiv nach einem Film, den ich dringend noch sehen muss.

Widows – tödliche Witwen: Allein die Castliste ist ein Argument den Film zu sehen, doch auch die Handlung sieht sehr interessant aus.

Folgende Filme haben es ganz knapp nicht auf meine Liste geschafft:

Under the Silver Lake, Mary Shelley und Spider-Man – A new Universe

Serien – ein kurzer Überblick

Nicht direkt in diesem Monat gesehen, aber aus irgendeinem Grund in meiner Liste des letzten Jahres abhanden gekommen sind Patrick Melrose und die erste Staffel von True Detektive. Erneut gesehen habe ich die erste Staffel von Queer Eye und die neunte Staffel von The Big Bang Theory, sowie an Silvester die Silvesterpunsch Folge von Ein Herz und eine Seele. Als Weihnachtsspecial gab es diesmal eine neue Folge von Aggretsuko, die den schönen Untertitel We wish you a metal Christmas trägt.
Darüber hinaus gab es im Dezember die dritte Staffel Lucifer zu sehen (außer die letzte Folge, ich hörte von einem großen Cliffhanger und will da kein Risiko eingehen), die mir wieder sehr gut gefallen hat. Dann gab es die abschließende sechste Staffel von Downton Abbey endlich zu sehen. Hier sind nun alle Handlungsstränge zur Zufriedenheit gelöst worden. Netflix präsentierte mir ihre neue Serie Bodyguard mit Richard Madden, die mich in ihrer Gesamtheit leider nicht überzeugen konnte. Dafür wurde nun die erste Staffel Modern Family endlich ausprobiert und die Serie mag ich richtig gern. Zum Abschluss habe ich nun endlich die dritte Staffel von Unbreakable Kimmy Schmidt beendet, die leider immer mehr von ihrem Schwung einbüßt.

Mein Lesemonat

Bücher insgesamt: 8
Seiten gesamt: 2142
Seiten pro Tag: 69 im Durchschnitt
Gebunden Bücher: 1
Taschenbücher: 1
Comic: 1
Manga: 1
E-Book: 4

Spiegel und Scherben – Obsession / Sterne und Regen – Passion / Rosen und Blüten – Verlangen / Splitter und Herz – Sehnsucht: Im Dezember habe ich die komplette Spiegel und Scherben-Reihe von D.C. Odesza gelesen. Während das erste Buch noch die Weichen gelegt hat, konnte mich vor allem der zweite Band rund um Trajan, Lelouch und Clary überzeugen. Der dritte Band war dann das typische übertriebene „jetzt muss noch was hochdramatisches passieren“ und der vierte hat dann noch stärker abgebaut. Sehr schade.

Mord auf dem Golfplatz: Der zweite Band von Agatha Christie rund um den Meisterdetektiv Hercule Poirot konnte mich wieder vollständig in seinen Bann ziehen. Bis zum Ende stand ich einmal mehr komplett auf dem Schlauch, wer denn nun der Mörder sei.

Deadpool vs. Old Man Logan: Dieser Sonderband, der die fünf erschienenen Comics vereint, war spannend und einfach unfassbar witzig, also genau das, was man erwartet, wenn die beiden Charaktere aufeinander treffen.

Der satanarchäolügenialkohöllische Wunschpunsch: Kurz vorm Jahresende habe ich dann einen meiner Kindheitsklassiker wieder in die Hand genommen und euch als Silvesterspecial präsentiert.

Death Note – Band 5: Nach einer kurzen Pause ging es dann weiter mit Link und den Todesgöttern. Hier wurde die Geschichte noch einmal auf ein neuen Level gebracht, in dem man eine böse Firma mit einbezog. Jetzt wird es im sechsten Band erneut wieder spannend.